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Meine Abrechnung

Im Bericht von der gemachten Arbeit will man bemerken, dass, erstens, da im
Redestrom alle Wörter sich zu Wortfügungen, Sätzen, Satzgemeinschaften
vereinigen, sind die Gesetzmäβ igkeiten ihrer Kombinierbarkeit eine der
wichtigsten Fragen der Syntax.

Bei der Untersuchung dieser Gesetzmβ igkeiten sind zwei Erscheinungen


auβ einanderzuhalten: 1. die Fügungspotenz und 2. die Valenz.

Jede Wortart besitzt die Fähigkeit, unabhängig von ihrer lexikalischen


Bedeutung, mit anderen Wortarten in Verbindung zu treten, entweder als
übergeordnetes oder auch als untergeordnetes Glied der Wortügung. Unter diesen
Fügungsmöglichkeiten gibt es solche, die für den Aufbau eines Satzes notwendig
sind, und solche, die für den Aufbau eines Satzes nicht notwendig sind. In dem
Satz Der groβ e Schreibtisch meines Vaters steht am Fenster können die
Bestimmungen groβ e, meines Vaters weggelassen werden, ohne daβ der Satz
dabei ungrammatisch wird. Diese Gesamtheit aller Fügungsmöglichkeiten, die
einer Wortart bzw. Einer Wortform innewohnen, nennt man Fügungspotenz.

Von der Fügungspotenz unterscheidet man die Valenz (die Wertigkeit) eines
Wortes. Der Begriff Valenz ist dem gebiet der Chemie entnommen und ist leicht
zu verstehen, wenn man an die Valenz eines Atoms denkt.
Unter der Valenz versteht man in der Linguistik die Eigenschaft eines Wortes,
als übergeordnetes, dominierendes Glied einer Wortfügung notwendige
Bestimmungen zu fordern, die durch die lexikalische Bedeutung dieses Wortes
bedingt sind. Ohne diese notwendigen Bestimmungen hat das Wort keine
satzbildende Kraft.
Zweitens, man will sagen, dass Auf die Codierung von Emotionen scheinen
verschiedene sprachliche Mittel spezialisiert zu sein: hierzu zählen beispielsweise
die Lexemgruppe der Interjektionen (deutsch: ach, igitt, bravo, autsch, hm usw.),
bestimmte Wortbildungsmuster und auch diverse Phrasentypen und Satzarten wie
etwa die sogenannte intensivierende Genitivkonstruktion (deutsch: das Buch der
Bücher ), Exklamativsätze (deutsch: Was der Ewald viel arbeitet! ) oder
Optativsätze (deutsch: Hätte Ewald doch nur Urlaub gemacht! ). Obgleich in den
letzten Jahren in der linguistischen Literatur ein verstärktes Interesse am
sprachlichen Ausdruck von Emotionen festzustellen ist), sind die zu
berücksichtigenden Phänomene und Zusammenhänge zum gegenwärtigen
Forschungszeitpunkt nur ansatzweise bekannt, ist eine konsensfähige Modellierung
emotionaler Bedeutungen im Rahmen von Theorien über die Struktur natürlicher
Sprachen respektive des sprachlichen Handelns nicht in Sicht: Ungeklärt ist
einerseits, welche emotionalen Aspekte aufgrund welcher sprachsystematischen
Codierungsprinzipien konstatiert werden können, andererseits, wie das
Zusammenspiel emotional-affektiver Komponenten der Bedeutung sprachlicher
Äußerungen mit erstens die Denotation von Sachverhalten betreffenden
(propositionalen ), zweitens die Handlungsziele betreffenden (illokutiven ) und
drittens die Thema - Rhema - Gliederung betreffenden (informationsgliedernden )
Aspekten systematisch erfaßt werden kann.