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1.

Verzichten Sie auf Füllwörter


Auf Wörter wie „vielleicht“, „eigentlich“, „eventuell“ „irgendwie“, „halt“,
„einfach“, „ziemlich“ können Sie sehr oft verzichten. Die Wörter schränken
Gesagtes ein, lassen es vage klingen.

Beispiele:

• „Haben Sie vielleicht morgen Zeit für mich?“ wirkt duckmäuserisch. Lassen
Sie das „vielleicht“ weg.

• „Es ist halt so“ hört sich resigniert an. Dagegen klingt „Es ist so“
selbstbewusster.

• Verzichten Sie auf das Wort „üben“, wenn es um Kritik geht. Die meisten
Menschen können schon kritisieren.

• „Konkret“ oder „gezielt“ sind meist überflüssig. Hilfe, die nicht konkret oder
gezielt ist, ist keine.

• „Aktiv“ im Zusammenhang mit Verben gebraucht, sollte wegfallen. Aktives


Tun ist doppelt gemoppelt. Vereine unterscheiden zwischen aktiven und
inaktiven Mitgliedern.

• „Nicht“ wenige – sind viele, zum Beispiel 1.000 oder 1.000.000. Sagen Sie
statt „Ich habe jetzt nur wenig Zeit“ lieber genau „Ich habe jetzt noch 15
Minuten Zeit“. Denn Sie wissen nicht, was Ihr Gegenüber unter „wenig“
versteht.

• „Nicht“ schlecht – gemeint ist gut. Oft ist zu hören, dass jemand „nicht
schlecht“ staunte. Ob er wohl gut staunte? Das wird nie gesagt. Besser,
korrekt und eindeutig formulieren Sie: „Er staunte sehr“ oder „Er war sehr
überrascht.“

• „Ganz ehrlich“: Wenn Sie etwas „ganz ehrlich“ sagen müssen, suggerieren
Sie, dass der Rest Ihrer Worte unehrlich ist
2. Ersetzen Sie ungeeignete Formulierungen durch klare
Begriffe
Viele Botschaften werden in ungeeignete Formulierungen verpackt. Machen
Sie sich daher klar, was gewohnte Ausdrücke ursprünglich oder wortwörtlich
bedeuten.

Beispiele:

• „Personen“ – wenn Menschen gemeint sind. „25 Personen kamen ums


Leben“ klingt bürokratisch und anonym.

• „Nachhaltig“ – wenn dauerhaft gemeint ist. Ein Unternehmen will sich auf
Dauer oder langfristig am Markt behaupten. Der Begriff „Dauer“ drückt den
Zeitfaktor besser aus als „nachhaltig“. „Nachhaltig“ kommt ursprünglich aus
dem Umweltschutz und ist aus dem Englischen „sustainabilitiy“ –
Nachhaltigkeit – abgeleitet. In diesem Zusammenhang umfasst das Wort
ökologische, soziale und ökonomische Aspekte des Wirtschaftens.

• „Letztes Jahr“ – nach dem letzten kommt keines mehr. Besser:


vergangenes Jahr, vorige Woche …
3. Verzichten Sie auf sinnlose Vorsilben
Viele Vorsilben sind sinnlos. Trotzdem tauchen sie so häufig auf, dass Sie und
ich sie kaum noch wahrnehmen: Jeder hat schon einmal eine Wohnung
angemietet, statt sie zu mieten, oder die Rechung überprüft, die er prüfen
sollte.

Beispiele:
Geläufige Formulierung Besser
• abändern ändern
• durchlesen lesen
• dazupassen passen
• mit aufnehmen aufnehmen
• anordnen ordnen
• aufzeigen zeigen
• überprüfen prüfen
• abdrucken drucken
• auswirken wirken
• abisolieren isolieren
4. Streichen Sie Überflüssiges
In der Alltagssprache gibt es eine Flut von Nachsilben, die ebenfalls
verzichtbar sind – ohne dass sich die Aussage ändert. Zu diesen Worten
gehören:

• praktischerweise
• normalerweise
• kleidungsmäßig
• verständlicherweise
• organisationstechnisch
• verkehrsmäßig.

Häufig fallen diese Wörter im eher saloppen Gespräch, in der Korrespondenz


kommen sie selten vor.

Die Wörter können Sie gut ersetzen. Zum Beispiel, wenn Ihre Gäste
„praktischerweise“ das Essen selbst mitbringen, was die Fete
„organisationstechnisch“ einfach macht. Netter und aussagekräftiger erzählen
Sie: „Unsere Gäste bringen das Essen selbst mit. Das ist praktisch und
erleichtert uns die Organisation der Party.“

Sollte jemand „launenmäßig“ schlecht drauf sein, hat er schlechte Laune oder
ist schlecht gelaunt. Wenn „verkehrsmäßig“ echt viel los ist auf der Straße,
dann sind viele Autos unterwegs. Manchmal hat sich ein Stau gebildet.

„Normalerweise“ schränkt eine Aussage ein. Es kann auf Unsicherheiten und


Zweifel deuten. „Hm, normalerweise, ja…“ In manchen Situationen
signalisiert es, dass etwasanders ist als üblich: „Normalerweise bekomme ich
jedes Jahr eine Gehaltserhöhung, diesmal aber nicht.“
5. „Man oh man“: Sagen Sie, wer gemeint ist
Das Wörtchen „man“ wird in Text und Rede inflationär eingesetzt. Man geht
ins Theater, man hat diskutiert, man kann besichtigen, man plant, man treibt
es bunt. Da will man wissen, wer überhaupt gemeint ist.

„Man“ ist anonym, „man“ versteckt etwas. Wer das Wort benutzt, enthält
anderen eine Information vor. Machen Sie die Dinge und Menschen hinter
„man“ sichtbar. Abonnenten, Unternehmerinnen, Delegierte auf einem
Parteitag, Touristen, Museumsbesucher, Karnevalsnarren. Beim Reden kostet
es – zugegeben – viel Übung und Disziplin, auf dieses kleine Wörtchen zu
verzichten. In der Korrespondenz ist es nicht ganz so schwer. Vielleicht wird
Ihr Text länger, aber Ihre Leserinnen und Leser fühlen sich informierter und
angesprochen.

Kühl und distanziert wirkt „man“, wenn Sie damit sich, Ihre Familie, Freunde
oder Ihre Firma bezeichnen. Glaubwürdiger klingen: „ich“, „wir“, „die
Geschäftsleitung“, „unser Unternehmen“. In heiklen Situationen kann es die
Stimmung negativ beeinflussen, wenn Sie sich hinter „man“ verstecken. Das
Publikum ist hellhörig und durchschaut solche Manöver.
6. Worte werten: Wählen Sie treffende Ausdrücke
Worte haben Kraft. Mit Worten drücken Sie Überzeugungen und Sichtweisen
aus und setzen Akzente. Worte können zuspitzen, provozieren, verschleiern,
verharmlosen und unangenehme Sachverhalte beschönigen.

Politiker, Marketingfachleute und die Werbung sind da besonders


erfinderisch: Faltige Haut mutiert zu „reifer“ Haut, dicke Menschen sind
„vollschlank“, laute Hotelunterkünfte „lebhaft“. Der Verteidiger im
Fußballspiel „stört regelwidrig“, weil Foulspiel sich brutaler anhört. Das
„Nullwachstum“ gehört zum allgemeinen Sprachgebrauch, ebenso
„Mitarbeiter freisetzen“.

Interessenvertreter prägen oder füllen Worte mit Inhalten, die ihren Zwecken
dienen. So sprechen die einen von „multikultureller Gesellschaft“, die
anderen von „Überfremdung“. Je nach politischer Anschauung ist entweder
von „Terroristen“ oder von „Freiheitskämpfern“ die Rede. Der Arbeitgeber
spricht von „Mitarbeitern“, die Gewerkschaft von „Beschäftigten“.

Mit Ihrer Wortwahl beziehen Sie also auch Position. Sie können Lesern und
Zuhörern signalisieren, welche politische, gesellschaftliche und soziale
Meinung Sie vertreten. Sie können auch zeigen, welcher Interessengruppe
Sie nahe stehen.

Die folgende Liste zeigt Wörter, die verschiedene Ansichten eines


Sachverhalts widerspiegeln. Jeder sollte für sich entscheiden, welcher Begriff
seiner Meinung nach treffend ist.

Welche Wörter treffen den Nagel auf den Kopf?


wegwerfen - entsorgen
Müll - Rest-Stoffe
Terrorist - Freiheitskämpfer
Preise erhöhen - Preise anpassen
entlassen, feuern, kündigen - freisetzen
fehlende Lehrstellen - Ausbildungslücke
Schließen von Werken - Restrukturierung
Völkermord - ethnische Säuberung
billig - preiswert
multikulturelle Gesellschaft - Überfremdung
sterben - heimgehen, versterben
Sekretärin - Assistentin
Pfand - Zwangspfand
Arbeitnehmer - Mitarbeiter, Beschäftigte
alte Menschen - Senioren, Generation 60 plus
Atomkraft - Kernkraft
Luftangriffe - Luftschläge
Arbeit, Arbeitsplatz - Job
starrsinnig - charakterfest
Gewinn - Profit

Vielseitig bleiben

Wie würden Sie einem Chinesen den Geschmack von rheinischem


Sauerbraten und Münchener Weißwurst beschreiben?

Nicht nur mit Adjektiven, sondern auch mit Verben haben Sie die Möglichkeit,
Ihre Aussagen zu konkretisieren. Testen Sie anhand des Wortfelds „sagen“
die Vielfalt an Ausdrucksmöglichkeiten. Sie können Kategorien von wahr –
unwahr über emotional – sachlich bis laut – leise abdecken.

Der Beispielsatz lautet: „Ich werde am Donnerstag verreisen“, sagte Meier.


„Sagen“ ist neutral, die anderen Verben ändern Aussage und Wirkung.
• meinen • flüstern
• predigen • gestehen
• jammern • antworten
• lügen • berichtigen
• kommentieren • erwidern
• wüten • entgegnen
• brüllen • äußern
• erläutern • bemerken
• prahlen • erklären
• mitteilen • beteuern
• lügen • wissen lassen

7. Schaffen Sie Klarheit!


Niemanden wundern mehr Formulierungen wie „die Oppositionsführerin geht
den Kanzler wegen seiner Schuldenpolitik an“ – obwohl unklar bleibt, was
„angehen“ bedeutet. „Kritisieren“ oder „angreifen“ sind dagegen eindeutig,
klingen jedoch härter.

Auf einem anderen Blatt steht, ob die Schuldenpolitik den Kanzler etwas
angeht. „Es geht nicht an, dass …“ ist Unsinn. Korrekt dagegen ist: „Es geht
nicht, dass …“
8. Vorsicht bei Synonymen
Wortwiederholungen langweilen – einerseits. Andererseits sind sie wichtig für
die Verständlichkeit. Sie leidet, wenn zu häufig Synonyme auftauchen. „Es
kann passieren, dass der Leser das Subjekt aus den Augen verliert und gar
nicht mehr weiß, von wem die Rede ist“, heißt es in „Zwiebelfisch“, der
Sprachkolumne von Spiegel online.

Hinzu kommt, dass ein Synonym nicht immer genau trifft. Es kann eine
andere Intensität oder einen anderen Stil ausdrücken. Wind unterscheidet
sich von Sturm und Orkan, das Gesicht von der Visage.

Bei wenigen Ersatzwörtern wissen die Leser beinahe sofort, worum es geht.
Geläufig dürften „Bankfurt“, „Mainhattan“, „Bankenstadt“ sein, anstelle von
Frankfurt. Der Ausdruck „Hessenmetropole“ ist schon wieder kritisch. Wer
diesen Begriff nicht kennt, könnte meinen, dass die Landeshauptstadt
Wiesbaden gemeint ist. Beispiel Michael Schumacher: Der 34-jährige
Kerpener rast als Ferrari-Pilot und Formel-1- Weltmeister durch den
Blätterwald. Manche Synonyme kommen so häufig vor, dass sie
abgedroschen klingen.
Fazit: Synonyme können Wortdopplungen und Monotonie verhindern.
Verwenden Sie diese jedoch nur, wenn Sie dadurch die gewünschte Aussage
nicht verändern.
9. Modewörter: Ja oder nein?
Modewörter sind schnell abgetragen. Setzen Sie sie sparsam ein. Möglichst
nur, wenn Sie sicher sind, dass sie bei Ihrer Zielgruppe gut ankommen.
Modewörter kommen häufig aus der – heute mit englischen Wörtern
durchsetzten – Jugendsprache und aus Szenejargons, von dort sickern sie in
den allgemeinen Sprachgebrauch ein.

Zurzeit sind unter anderem gängig:


• Kids, Kiddies - für: Kinder
• clubben - tanzen gehen
• Job - Arbeit, Arbeitsplatz
• echt
• geil
• echt geil
• voll fett
• chillen - abhängen, entspannen
• Betroffene
• After work - Party nach Feierabend, früher: Bierchen nach Feierabend
• hip
• light - leicht, oft im Zusammenhang mit Essen gebraucht
Modewörter sind zu flapsig für die Schriftsprache; sie sind oft ungeeignet für
geschäftliche und andere offizielle Gespräche. Im Privatleben sollten Sie
selbst entscheiden, wie gut solche Modewörter in Ihren Sprachstil und zu
Ihrem Typ passen. Es kommt auch darauf an, mit wem Sie sprechen: mit der
80-jährigen Nachbarin oder dem 8-jährigen Nachbarsjungen.
10. Stilblüten vermeiden
Korrektes Deutsch ist schwierig. Schwierig, nicht schwer, wohlgemerkt. Wenn
auch Sie manchmal Probleme haben, die passenden Worte zu finden, so sind
Sie in guter Gesellschaft. Die Medien beweisen: In Eile und auf der Suche
nach griffigen Formulierungen auch für komplizierte Sachverhalte, bleibt
korrektes Deutsch gelegentlich auf der Strecke. Es entstehen Stilblüten. Über
sie wird geschmunzelt, sie können aber auch peinlich sein.

• „Denn allein stehende ältere Damen, die nicht immer allein sein wollen und
sollen, haben auf Schiffsreisen eindeutig Übergewicht.“

- Während der Reise werden die Damen eher in der Überzahl sein, am Ende
der Reise aber sicher auch Übergewicht haben.

• „Mit einem bedrohlichen Alkoholwert von 6,01 Promille hat die Polizei am
Samstagabend einen volltrunkenen Mann in Ballenstedt aufgegriffen.“

- Nicht die Polizei war betrunken, wie der Text suggeriert, sondern der Mann.
Das Missverständnis lässt sich mit dem Satz vermeiden: „In Ballenstedt hat
die Polizei am Samstagabend einen volltrunkenen Mann aufgegriffen, der
einen Alkoholwert von 6,01 Promille hatte.“

Gelegentlich fährt „ein Mann gegen einen Baum“, während tatsächlich das
Auto gegen den Baum fuhr. Möglich aber: Der Mann fuhr mit seinem Auto
gegen einen Baum.

Die Überschrift einer Pressemitteilung verheißt ein „schmerzfreies


Krankenhaus“. Dem Leser dürfte das eher Kopfschmerzen machen. Im Artikel
erfährt er, was es mit dem „schmerzfreien Krankenhaus“ auf sich hat:
Kliniken haben ein Modellprojekt gestartet, um unter Schmerzen leidenden
Patienten besser zu helfen.

Fazit: Bleiben Sie auch beim Lesen von Zeitungen und Zeitschriften kritisch.
Durch die Medien werden Formulierungen zur Gewohnheit, auch wenn sie
nicht nachahmenswert sind.

Sie selber können in Ihrer Korrespondenz solche Stilblüten vermeiden, indem


Sie

• Ihre Texte kritisch lesen. In Ruhe und mit einigen Stunden Abstand.

• bei wichtiger Korrespondenz jemanden anders bitten, diese zu lesen.

• Zeit einplanen zum Redigieren, falls Sie Beiträge veröffentlichen.


11. Einfach statt doppelt gemoppelt …
Doppelt gemoppelt hält – inhaltlich betrachtet – nicht besser. Inhaltlich
überflüssige Zusätze zu Wörtern oder Wendungen sollten Sie vermeiden. Die
Worte verlieren trotzdem nichts von ihrer Bedeutung.

Zu den Dopplungen gehören


• weißer Schimmel - „Schimmel“ (weißes Pferd) enthält bereits das
Merkmal weiß, daher reicht Schimmel.
• kreisrund - ein Kreis ist immer rund
• alter Greis - besser: Greis
• neu renovieren - besser: renovieren
• auseinanderdividieren - „auseinander“ bedeutet schon geteilt, daher
besser: teilen, dividieren
• zusammenaddieren - besser: addieren, zusammenzählen
• Einzelindividuum - Individuum
• persönlich anwesend - „anwesend“ reicht, denn niemand kann
unpersönlich anwesend sein.
Fazit: Vermeiden Sie solche Dopplungen. Sie sind sprachlicher Ballast, den
Sie getrost abwerfen können.
12. Fachsprachen und Denglisch richtig dosieren
Im internationalen Geschäftsverkehr führt kein Weg an der englischen
Sprache vorbei. Im Laufe der Jahre sind viele Begriffe ins Deutsche
übernommen worden. Sie finden sie in allen Bereichen, passende
Übersetzungen gibt es nicht immer.
• E-Mail - elektronische Post
• Outsourcing - Verlagerung von Aufgaben
• Link - Verbindung
• Job - Arbeit, Arbeitsplatz
• Statement - Stellungnahme
• Babysitter
• Hotline
• Caterer
• Wellness
• Telebanking

Aus dem Gemisch deutscher und englischer Wörter hat sich „Denglisch“
entwickelt. Denglisch wird vor allem in der Finanz- und Wirtschaftswelt
gesprochen. Die „Performance“ muss stimmen, die Nachfrage „boomt“, das
Produkt liegt „voll im Trend“ und das Ergebnis des Vorjahres wird „getoppt“
statt übertroffen. Aus dem Kunden wird der „customer“, dem
maßgeschneiderte „solutions“ anstelle von Lösungen angeboten werden.

Der Duden unterscheidet unter anderem zwischen Entlehnungen und


Scheinentlehnungen. Zu den Entlehnungen gehören Blue-Jeans und
Skateboard, Wörter für die es zuvor im Deutschen keine Entsprechung gab.
Andere Entlehnungen „treten in Konkurrenz zu deutschen Wörtern,
verdrängen diese oder bereichern das jeweilige Wortfeld …“: Teenager und
Backfisch (Entsprechung von Teenager), Job und Arbeit/Arbeitsplatz, Jogging
und Dauerlauf.

Übrigens: Engländer kennen kein „Handy“

Scheinentlehnungen werden dem Duden zufolge aus englischen Wörtern


gebildet, kommen aber in der englischen Sprache nicht vor. Das bekannteste
Beispiel ist Handy. Weder Engländer noch Amerikaner werden Sie verstehen,
wenn Sie von den technischen Finessen Ihres Handys schwärmen. Engländer
telefonieren mit dem cellular phone, Amerikaner mit dem mobile phone. Das
taucht im Deutschen als Mobiltelefon wieder auf. Scheinentlehnungen sind
auch Dressman, Showmaster, Twen.

Fazit: Verwenden Sie Denglisch und Fachsprachen nur, wenn Sie sicher sind,
dass Ihr Gegenüber Sie versteht und keine Einwände gegen Anglizismen hat.
Sehr viele Menschen ärgern sich, dass deutsche Wörter zugunsten von
englischem Kauderwelsch aus dem Sprachgebrauch verschwinden. Nicht
jeder spricht Englisch! Grenzen Sie Menschen nicht von Ihren Informationen
aus.
Achtung! Fettnäpfchen-Falle Übersetzungen!
Wortwörtliche Übersetzungen können Verwirrung stiften. In einem Bericht
über den Irak-Krieg schrieb eine Nachrichtenagentur, Bargeld sei mit
„Traktoren“ aus der irakischen Nationalbank transportiert worden. In
Wirklichkeit handelte es sich um „tractor rails“, Sattelzüge. Soldaten
kommunizierten über „tragbare Radios“, weil jemand „mobile radios“ nicht
mit Funkgeräten in Verbindung brachte. Zu den typischen
Übersetzungsfehlern gehören „stehende Ovationen“, wortwörtlich abgeleitet
von „standing ovations“. Mit aufrecht stehen hat „standing“ in diesem Fall
nichts zu tun, vielmehr steht es für „anhaltend, dauernd“. Das Publikum kann
„standing ovations“ auch sitzend darbringen. Oder schlicht lange Beifall
klatschen. Selbst das kleine Wort „sinnvoll“ scheint – fälschlicherweise – von
dem eingedeutschten „that makes sense“ verdrängt zu werden. Etwas
Abstraktes wie Sinn kann nicht gemacht werden – „Stop making sense.“
Zumindest im Schriftlichen sollten Sie daher auf diesen Ausdruck verzichten.

Fazit: Arbeiten Sie mit professionellen Übersetzern und Dolmetschern. Es


beugt Fehlern und Blamagen vor.

Person 1: „Weiß ich doch nicht, wo meine Frau ist! Die wird schon noch auftauchen.“
Person 2: „Meine Gattin hat mir nicht mitgeteilt, wohin sie gegangen ist. Mit 99-
prozentiger Wahrscheinlichkeit wird sie sich im Laufe des Abends wieder hier an unserem
Tisch einfinden.“
Person 3: „Meine Liebste hat sich offensichtlich ins Getümmel gestürzt. Bisher hat sie
den Weg zu mir zurück immer noch gefunden

Krisen sind notwendig im Leben für das Wachstum. Das ist ihre schöne Seite. Sie
sind nicht nur schmerzlich und anstrengend.