Sie sind auf Seite 1von 18

Serbisch-Orthodoxe Kirche

Wechseln zu: Navigation, Suche

Flagge der Serbisch-Orthodoxen Kirche

Wappen der serbisch-orthodoxen Kirche auf einer Kirchenfahne in den serbischen


Nationalfarben.
Als Serbisch-Orthodoxe Kirche (serbisch Српска Православна
Црква/Srpska Pravoslavna Crkva, abgekürzt СПЦ/SPC) werden die
autokephale orthodoxe Kirche von Serbien und die ihr nachgeordneten
Kirchen bezeichnet. Sie bilden gemäß dem allen orthodoxen Kirchen
gemeinsamen Glaubensbekenntnis zusammen mit den anderen
orthodoxen Kirchen die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche
(serbisch jedinu, svetu, sabornu i apostolsku crkvu).
Laut dem orthodoxen Kirchenkanon ist das Patriarchat in Belgrad für das
Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens, im eigentlichen Sinn für alle sich
als orthodoxe Christen Bekennende unabhängig ihrer
Volkszugehörigkeit, zuständig und somit offiziell eine Landeskirche, da
es dem orthodoxen Kirchenrecht entsprechend keine Nationalkirchen
gibt. Die meisten Gläubigen sind Serben. Aufgrund des Zerfalls
Jugoslawiens und der Tatsache, dass viele Serben außerhalb Serbiens
leben, sowie auch wegen des historischen Hintergrunds der Kirche,
wurde sie verstärkt in die Rolle einer Nationalkirche gedrängt.
Inhaltsverzeichnis [Verbergen]

1 E S
r E e
z p r
b a b
A i S r i
n s e c s
E
f t r h c
r
ä u b i h
z
n m i e -
b
g v s n o
i
e o c d r
s
d P n h e t
t
e a K e r h
u
s t r s S o
m
C r u P e d
G Ž
h i 1 š1 a rG o S L
e i W
r a 3 e5 t be x i i
s č e
i r 1 4 1 d5 r ig e e t
c a b
1 s 1 1 c . 6 1. o7 1 i 1 se K h e
h - l
. t . . h 3 –. 3l –. a 2. cn 3 i 4 e 5 r 6 7
i P i
1 e 2 3 a . 1 4. - 1 5 r 6 hw r a a
c e n
n t 1 4 2 K7 c -a c u t
h ć k
t v 6 a6 h Or h c u
t ( s
u o 3 r6 a rt e h r
e 1
m n l t t n
2
s P o ( h g
1
i e v s o e
9
n ć c e d b

S i i o ä
1
e ( t x u
3
r 1 1 e d
4
b 7 9 n e
6
i 0 2 K w
)
e 8 0 i e
n – ) r l
1 c t
9 h w
2 e e
0 i
) t
(
A
u
s
w
a
h
l
)
Einzelnachweise Geschichte[Bearbeiten | Quelltext
bearbeiten]
Anfänge des Christentums in Serbien[Bearbeiten | Quelltext
bearbeiten]
Die heidnischen Slawen besiedelten aus dem Norden seit dem Ende 6.
Jahrhunderts die Balkanhalbinsel. Die serbischen Stämme kamen zwar
in dieser Zeit mit dem Christentum in Kontakt, denn die alteingesessene
Bevölkerung war seit über 200 Jahren christlich, aber es sollte mehrere
Jahrhunderte dauern, bis die Südslawen den neuen Glauben annahmen.
Vielmehr brachte die Landnahme der Slawen auf dem Balkan zunächst
den Untergang der meisten antiken Bischofssitze zwischen Donau und
Ägäis.
Kaiser Leon VI. gliederte im Jahr 732 das westliche Illyricum dem
Patriarchat von Konstantinopel an, doch beanspruchte der römische
Papst auch weiterhin die kirchliche Jurisdiktion. Nach der Errichtung des
byzantinischen Themas Dalmatien um 870 gesellte sich zum
lateinischen Einfluss in den Küstenstädten auch ein griechischer. Um
860–870 missionierten Konstantin und Methodios im Gebiet der Morava.
Methodios war auch Erzbischof von Pannonien mit Sitz in Syrmium, dem
heutigen Sremska Mitrovica. Unter seiner Kirchenleitung sollen sich nach
verschiedenen Quellen ebenso die serbischen Stämme befunden haben.
Der endgültige Übertritt der Serben zum Christentum dürfte unter Mutimir
(um 850–891) erfolgt sein, sein Nachfolger Petar Gojniković (892–917)
trägt bereits einen christlichen Vornamen. Zu diesem Zeitpunkt dürfte die
Frage nach der kirchlichen Jurisdiktion unumstritten gewesen sein: Papst
Johannes VIII. forderte Mutimir im Jahr 873 auf, Methodios als Bischof
Syrmiens und Pannoniens anzuerkennen.[1] Dazu kam die Expansion
des bulgarischen Zaren Simeons als die serbischen Länder unter die
Jurisdiktion der Bulgarischen Kirche gerieten. Nach dem Zerfall des
Ersten Bulgarischen Reichs Anfang des 11. Jhdts. unterstanden sie dem
bulgarischen Erzbistum Ohrid.[2]
Das große Schisma von 1054 schuf eine unsichtbare kirchlich-kulturelle
Grenze, die mitten durch das altserbische Reich ging. Die westliche
Hälfte mit den Küstenstädten Dalmatiens, Zachlumien, Travunien,
Bosnien und Duklja verblieben überwiegend im Rahmen der römischen
Kirche. Zu Roms Unterstützern zählten hier insbesondere die
dioklitischen Könige Mihailo und Bodin, wobei letzterer die Gründung des
Erzbistums Bar erwirkte. Die römisch-katholische Mission ging von den
Erzbistümern Split, Bar und Dubrovnik aus. Im serbischen Binnenland
deckte sich die Jurisdiktion des Erzbistums Ohrid weitgehend mit dem
byzantinischen Herrschaftsbereich.
Welche Auswirkungen dies haben konnte, zeigt die Geschichte Stefan
Nemanjas, der zwei Mal, sowohl von lateinischen als auch von
griechischen Priestern getauft wurde. Nemanjas Reich umfasste Gebiete
auf beiden Seiten der Grenze, er unterhielt daher Beziehungen zu
beiden Kirchen und beschenkte auch beide, zeigte aber eine gewisse
Präferenz zur Orthodoxie, während seine Söhne Stefan und Vukan die
serbisch-dioklitischen Könige zum Vorbild hatten und dem Katholizismus
zuneigten. Der Höhepunkt dieser Entwicklung ist die Krönung Stefans
zum König durch einen päpstlichen Legaten im Jahr 1217. Trotz allem
stellte sich die Neigung Nemanjas jüngsten Sohnes Rastko
(Mönchsname Sava) zur Ostkirche und zum Athos-Mönchtum als
richtungsweisend heraus.
Erzbistum Žiča-Peć (1219–1346)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sava um 1228, Kloster Mileševa


→ Hauptartikel: Sava von Serbien
Eine kardinale Rolle bei der Gründung der serbischen Kirche spielte
Sava (Sabbas) (* um 1175; † 1236), der jüngste Sohn Nemanjas.
Zu Nemanjas Zeiten war die kirchliche Organisation in der Hand des
Erzbistums Ohrid, mit Bistümern in Niš, Ras, Prizren, und Lipljan, sowie
vorübergehend in Drač. Infolge des Vierten Kreuzzugs zerfiel das
byzantinische Reich in zwei Teile. Über den westlichen Teil herrschte der
Despot von Epirus, Theodor Angelos Komnenos Dukas, welcher dem
Nemanjiden-Staat feindlich gesinnt war, und auf dessen Territorium sich
der Sitz des Erzbistums Ohrid befand.
Nemanjas Söhne Stefan und Sava nutzten die Wirren nach der
Errichtung des Lateinischen Kaiserreiches, um eine vom Erzbistum
Ohrid unabhängige Kirche ins Leben zu rufen. Sava begab sich 1219
nach Nikaia, wo der vertriebene Kaiser Theodor I. Laskaris und der
Konstantinopler Patriarch Manuel I. Sarantinos residierten, und erbat ihre
Erlaubnis für die Gründung eines autokephalen serbischen Erzbistums.
Die Bitte wurde ihm gewährt und Sava im selben Jahr zum Bischof
geweiht und zum Erzbischof ernannt.
Nach seiner Rückkehr bestimmte Sava das Kloster Žiča, eine Stiftung
seines Bruders Stefan, zum Sitz des Erzbischofs. Darüber hinaus
errichtete er zehn Bistümer, davon acht in Raszien (Ras, Toplica,
Moravica, Dabar, Budimlje, Hvosno, Prizren und Lipljan), und je eine in
Zeta (bei Kotor) und Zachlumien (in Ston).[3] Im Zuge der Expansion des
serbischen Reiches kamen folgende Bistümer schrittweise hinzu:
Belgrad, Braničevo, Niš, Banjska, Lipljan, Velbužd, Skoplje, Tetovo und
Debar.[4]
Sava besorgte Neufassungen des Nomokanons und monastischer
Typika und widmete sich der Bildungsarbeit am Klerus. Die
Glaubensdogmen wurden in einer Redaktion des orthodoxen
Synodikons festgelegt. Darin wurden die Lehren der Kirchenväter und
die Beschlüsse ökumenischer Konzilien für gültig erklärt und eine Reihe
von Häresien, von denen das Bogumilentum am bedeutendsten war,
verurteilt. Gemeinsam mit Stefan verfasste Sava eine Vita seines Vaters
und schuf so einen Personenkult um Nemanja, der nach seinem Tod als
Mönch Simeon heiliggesprochen wurde.
Savas stärkster theologischer Gegner war der Ohrider Erzbischof
Demetrios Chomatenos, der die Gründung eines serbischen Erzbistums
als unkanonisch verurteilte. Chomatenos' Protest fand nur wenig Gehör,
besonders nachdem er Theodor Angelos gekrönt hatte, sehr zum
Missfallen des Patriarchen in Nikaia. Außerdem anerkannten Jerusalem,
Alexandrien und Antiochien Savas autokephales Erzbistum.
Im Jahr 1253 wurde das Kloster Žiča von Bulgaren und Kumanen
geplündert. Der Erzbischofssitz wurde daraufhin in das Kloster Sveti
spas bei Peć verlegt. Das Pećer Kloster blieb bis zur endgültigen
Auflösung des Patriarchats im Jahr 1766 Sitz der serbischen
Patriarchen, mit Unterbrechungen von 1382 bis 1459, als die Patriarchen
wegen der Osmanengefahr in Žiča und in Smederevo residierten.
Infolge der Expansion des Nemanjiden-Reiches kam es zu einer engen
Bindung zwischen Kirche und Staat. Alle Nemanjiden stifteten je
mindestens ein Kloster, ausgenommen Radoslav, welcher nur einen
Zubau zum Kloster Studenica vornehmen ließ. Am bedeutendsten war
das von Nemanja gestiftete Athos-Kloster Hilandar. Die serbischen
Könige setzten sich aber auch weiterhin für ihre katholischen Untertanen
ein, so zog etwa Uroš I. gegen Dubrovnik, um die Rechte des
Erzbistums Bar zu verteidigen.
Patriarchat von Peć[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
1346–1463[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Ende des 13. und Anfang des 14. Jahrhunderts machten sich
latinophobe Erscheinungen bemerkbar, die mit der Expansion der
ungarischen Könige bzw. Angeviner einhergingen. Mitte des 14.
Jahrhunderts waren die Fronten bereits verhärtet: Der Erzbischof von
Bar war ein erbitterter Feind der serbischen Kirche, während das
Gesetzbuch von Stefan Dušan die Bekehrung zur „lateinischen
Häresie“ verbot.[5]
Das Reich Stefan Dušans umfasste das gesamte Erzbistum Ohrid. Nur
Zachlumien ging 1326 an die Bosnier verloren, Ston und Pelješac
wurden 1333 Dubrovnik gegen eine jährliche Tributzahlung übergeben
(500 Silberstücke für das serbische Kloster der Hl. Erzengel in
Jerusalem). Dušan plante sich zum Zaren zu ernennen und benötigte ein
Gegenstück zum Konstantinopler Patriarchen. Kanonisch wurde dies mit
der Tradition begründet, die kirchliche und territoriale Situation
anzugleichen, wie es seit der Metropolitanverfassung üblich war. Dušan
ließ daher 1346 in Skopje den Pećer Erzbischof Joanikije II. zum
Patriarchen ernennen. Sieben Tage später ließ er sich zum „Kaiser der
Serben und Griechen“ krönen (eigentlich Kaiser und Autokrator der
Serben und Römer, d. h. Byzanz). All dies geschah zwar in
Einvernehmen mit dem Tarnowoer Patriarchen, dem Ohrider Erzbischof
und dem Athos-Mönchtum, aber ohne Zustimmung des Patriarchen von
Konstantinopel.
Die Errichtung des Patriarchats änderte nur wenig an den kirchlichen
Zuständen. Die Autokefalie des Erzbistums Ohrid blieb unangetastet, die
Athos-Klöster behielten ihre Privilegien. Die Bistümer Skopje, Prizren,
Zeta und Raszien wurden zu Metropolien aufgewertet. Das Kloster
Lesnovo wurde zum Sitz eines neuen Bistums, das zur Metropolie
Skopje gehörte. Die neu hinzugekommenen griechischen Eparchien im
Süden wurden mit loyalen Bischöfen besetzt. An den Rechten des
Klerus wurde nichts geändert.
In den Jahren 1349 und 1354 wurde das Gesetzbuch Stefan Dušans
proklamiert, das wichtige Bestimmungen betreffend das Patriarchat
enthielt. Wie in Byzanz oblag die Wahl des Patriarchen einem Rat aus
kirchlichen und weltlichen Vertretern, in Einvernehmen mit dem Kaiser;
die Bischöfe wurden von einer Synode gewählt. Der Titel des
Patriarchen lautete „von Gottes Gnaden Erzbischof und Patriarch aller
serbischen und primorischen Länder“ (bis 1375 „Patriarch der Serben
und Griechen“). Der Patriarch hatte eine Kanzlei samt Logotheten.
Infolge ihrer Entwicklung zum Patriarchat wurde die Kirche zu einem
großen Feudalherrn, der über ausgedehnte Güter (Metochien) und viele
Arbeiter verfügte. Die Güter waren bis zum Beginn der osmanischen
Eroberungen steuerbefreit und genossen auch andere Privilegien. Zu
den Tätigkeiten der Kirche zählten auch die Rodung von Wäldern, die
Ansiedlung von Bauern und der Bau von Straßen und Gebäuden. Der
Reichtum vermochte einige Priester zu korrumpieren, so dass Ämterkauf
vorkam und gelegentlich auch Gewalt angewendet wurde, um lukrative
Ämter zu erlangen. Neben Einkommen aus dem Betrieb von Klöstern
und Kirchengütern hatten Bischöfe ein Anrecht auf eine Steuer, die von
besonderen Vertrauensleuten des Bischofs, den Exarchen, erhoben
wurde. Den Exarchen oblag auch die Überwachung der religiös-
moralischen Zustände in der Eparchie. Eparchien waren in Parochien
unterteilt, später kam das Protopopiat als Organisationseinheit hinzu.
Der für eine Parochie zuständige Priester wurde Pope genannt, er wurde
vom Bischof im Einvernehmen mit dem Ortsvorsteher bestellt. Allen
Popen wurden zur Selbstversorgung drei Äcker zugeteilt, außerdem
durften sie erbliches Vermögen in Stiftungen ansammeln, doch mussten
auch sie Abgaben an ihren Bischof leisten. Neben den geistlichen
Tätigkeiten war der Landbau die Hauptbeschäftigung der einfachen
Priester.
Eine wichtige Rolle kam dem Kirchengericht zu, ihm oblag u. a. die straf-
und privatrechtliche Gerichtsbarkeit über Angehörige der damals
zahlreichen Kirchengüter. Die Seelsorge und Beichte wurde besonders
vertrauenswürdigen Priestern und Mönchen überantwortet. Gesetzliche
Bestimmungen gegen das Heidentum, Aberglauben und Hexerei
stärkten die Stellung der Kirche.
Die Proklamation des Pećer Patriarchats rief zunächst keine Reaktion
des Konstantinopler Patriarchen hervor. Erst nach Bemühungen Kaiser
Johannes' Kantakuzenos verhängte der Konstantinopler Patriarch
Kallixtos I. im Jahr 1352 ein Anathema gegen den Zaren Dušan und den
Patriarchen Joanikije II. Die größte Kritik kam aber nicht etwa aus
Konstantinopel, sondern aus Serbien selbst. Viele Serben waren gegen
die eigenmächtige Einsetzung eines serbischen Patriarchen und sahen
darin ein Abrücken von der Savaschen Ordnung. Außerdem hatte das
Anathema konkrete Auswirkungen: viele griechische Athos-Mönche
weigerten sich, gemeinsam mit Serben, die eine anathemisierte
Kirchenführung hatten, an Gottesdiensten teilzunehmen, besonders
nachdem Byzanz die Kontrolle über den Athos wiedererlangt hatte.
Infolge einer wachsenden Bedrohung durch die Osmanen kam es
mehrmals zu Annäherungsversuchen zwischen Konstantinopel und Peć.
Zunächst gab es 1368 eine Teilunion zwischen Jovan Uglješa und dem
Patriarchen von Konstantinopel. Uglješa, Bruder des serbischen Königs
Vukašin, herrschte als Despot über Serres und Drama. Er übergab die
Pećer Eparchien auf seinem Gebiet dem Patriarchat von Konstantinopel
und ernannte den Metropoliten von Drama zum Exarchen. Nach der
Niederlage der Mrnjavčevićs bei der Schlacht an der Maritza 1371
unternahmen Johannes Paleologos, Lazar Hrebeljanović und der Athos-
Mönch Isaiah erneut Anstrengungen zur Aussöhnung. Schließlich
anerkannte Patriarch Philotheos 1375 das serbische Patriarchat, das
Anathema wurde aufgehoben. Die einzige Bedingung war, dass die
Serben bei einer erneuten Expansion die griechischen Bischöfe und
Metropoliten in Ruhe lassen.
1557–1766[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
D
i
e
s
e
r

A
r
t
i
k
e
l

o
d
e
r

A
b
s
c
h
n
i
t
t
b
e
d
a
r
f

e
i
n
e
r

Ü
b
e
r
a
r
b
e
i
t
u
n
g
.

N
ä
h
e
r
e
s

i
s
t

a
u
f

d
e
r

D
i
s
k
u
s
s
i
o
n
s
s
e
i
t
e

a
n
g
e
g
e
b
e
n
.

H
i
l
f

m
i
t
,

i
h
n

z
u

v
e
r
b
e
s
s
e
r
n
,

u
n
d

e
n
t
f
e
r
n
e

a
n
s
c
h
l
i
e
ß
e
n
d

d
i
e
s
e

M
a
r
k
i
e
r
u
n
g
.
Während der Jahrhunderte der osmanischen Herrschaft war die
orthodoxe Kirche eine wichtige Trägerin der serbischen Kultur. Die
Osmanen verboten anfangs sowohl einen serbischen Patriarchen als
auch einen Erzbischof und unterstellten die Serbisch-Orthodoxe Kirche
dem ökumenischen Patriarchat in Konstantinopel. Doch 1557 gestatteten
sie einen Patriarchen für Serbien, und dieser war oftmals Vorsprecher
der Serben bei der Hohen Pforte. Das Patriarchat von Peć, so die
damalige Bezeichnung für die serbische Kirche, umfasste Serbien,
Montenegro, Bosnien-Herzegowina, Kroatien, den Norden Mazedoniens
und Südostbulgarien, sowie Ungarn und Siebenbürgen. Viele
Patriarchen arbeiteten an einer Befreiung von der osmanischen
Fremdherrschaft, und die ersten Aufstände der Serben gegen die
Osmanen wurden von Bischöfen geleitet: Bischof Todor in der Vojvodina
(1593–1606/1607), Bischof Visarion in der Herzegowina (1597–1609),
Patriarch Arsenije III. (1688/1689) und andere. Montenegro, als
periphere Zone des osmanischen Herrschaftsgebiets, wurde
Jahrhunderte von Bischöfen geleitet.
1766 unterstellten die Osmanen das serbische Patriarchat wieder dem
ökumenischen Patriarchen, doch die Erzbischöfe in der Vojvodina und in
Montenegro, wo die Osmanen nicht herrschten, blieben autonom und
führten die Tradition des serbischen Patriarchats weiter.
Erzbistum von Krušedol-Karlovci (1708–1920)[Bearbeiten |
Quelltext bearbeiten]

Karte der orthodoxen Bistümer in Österreich-Ungarn (1909)


Viele Serben siedelten sich ab 1690 auf habsburgischem Gebiet in
Südungarn an, da sie nicht mehr unter osmanischer Herrschaft stehen
wollten. Kaiser Leopold I. gewährte ihnen zahlreiche Sonderrechte,
erwartete im Gegenzug von den dort ansässigen „Wehrbauern“ aber die
Verteidigung des Grenzgebiets. 1708 wurde das orthodoxe Erzbistum
von Krušedol (1713 sitz in Karlovci) gegründet. Der Erzbischof war
geistliches Oberhaupt der orthodoxen Serben und anfangs auch der
orthodoxen Rumänen des Habsburgerreichs. Die auf habsburgischem
Gebiet liegende Erzbistum von Karlovci erlangte in der Folgezeit immer
mehr an Bedeutung und wurde schließlich 1848 von den
österreichischen Behörden zu einem autokephalen Patriarchat erhoben
(bis 1920).
Mit der Erneuerung des serbischen Staates Anfang des 19. Jahrhunderts
wurde auch die Selbstständigkeit des Erzbistums von Belgrad erneuert.
Aufgrund der politischen Verhältnisse war die serbisch-orthodoxe Kirche
jedoch nicht geeint. Neben dem Erzbistum von Belgrad gab es das
Erzbistum von Sremski Karlovci in der Vojvodina und Südungarn, das
Erzbistum von Montenegro und die serbisch-orthodoxe Kirche in
Bosnien-Herzegowina und Dalmatien (1878 zu Österreich-Ungarn),
deren Leitung dem orthodoxen Erzbischof der Bukowina und Galiziens
oblag.
Serbisches Patriarchat (seit 1920)[Bearbeiten | Quelltext
bearbeiten]
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde mit der Gründung des Königreichs der
Serben, Kroaten und Slowenen (später: Königreich Jugoslawien) auch
die Vereinigung der serbisch-orthodoxen Kirche möglich. Der serbischen
Kirche wurde vom ökumenischen Patriarchen die Autokephalie
zugestanden und der Metropolit von Belgrad, Dimitrije Pavlović, wurde
1920 als erster Patriarch des erneuerten serbischen Patriarchats
anerkannt.
Im Zweiten Weltkrieg hatte die serbisch-orthodoxe Kirche schwerste
Opfer zu beklagen. Allein unter der Herrschaft der vorwiegend
katholischen Ustascha-Faschisten in Kroatien wurden drei Bischöfe und
515 Priester ermordet. Der serbische Patriarch Gavrilo Dožić wurde
1941 zuerst in einem Kloster inhaftiert und 1944 in das
Konzentrationslager Dachau verschleppt.
Dem faschistischen Terror folgte die Zeit des sozialistischen Jugoslawien
unter Führung des Bund der Kommunisten mit Tito an der Spitze.
Obwohl die Beziehungen der jugoslawischen Kommunisten zur serbisch-
orthodoxen Kirche nicht optimal waren, gestand man ihr doch Freiheiten
zu, die in Ostblockstaaten undenkbar gewesen wären.
In die politischen Wirren, die den Zerfall Jugoslawiens ab 1991
begleiteten, wurde auch die serbisch-orthodoxe Kirche verwickelt.
Einerseits verstand sie sich als Hüterin der serbischen Nation (auch
außerhalb der Republik Serbien), andererseits musste sie sich der
verklärt-nationalistischen Umarmungen durch radikalserbische Gruppen
erwehren, die die Kirche für ihre Zwecke instrumentalisieren wollten.
Allerdings hat die Kirche und namentlich einige ihrer Amtsträger häufig
eine Sympathie für serbische Nationalisten gezeigt. So hat
beispielsweise der höchste Geistliche der serbisch-orthodoxen Kirche,
Patriarch Pavle, den viele Jahre mit internationalem Haftbefehl
gesuchten Hauptkriegsverbrechern Radovan Karadžić und Ratko Mladić
nur wenige Tage nach dem Massaker von Srebrenica in Sokolac bei
Sarajevo geweihtes Brot (nicht: das Abendmahl) gereicht.[6]
Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die serbisch-orthodoxe Kathedrale Hl. Sava in Belgrad

Der aktuelle Sitz des serbisch-orthodoxen Patriarchen, Belgrad


Heute gehören der serbischen-orthodoxen Kirche 40 Diözesen in der
ganzen Welt mit gut 3600 Gemeinden und 2000 Priestern an. Rund 80
Prozent der elf Millionen Serben weltweit bekennen sich zur orthodoxen
Kirche. In der Kirche gibt es über 200 aktive Klöster mit etwa 230
Männern und 1000 Frauen, die ihr weltliches Leben dem mönchischen
Dasein geweiht haben. Außerdem gibt es sechs theologische Fakultäten
in Belgrad (Hauptstadt Serbiens), Kragujevac (Zentralserbien), Sremski
Karlovci (Nordserbien), Cetinje (Montenegro), Foča (Bosnien und
Herzegowina) und in Prizren (Kosovo); die Fakultät von Prizren wurde
1999 wegen des Kosovokrieges nach Niš (Südserbien) verlegt. Des
Weiteren existieren in Belgrad und in Libertyville (Vereinigten Staaten)
zwei theologische Hochschulen, ein theologisches Institut in Belgrad
sowie eine geistliche Akademie in Foča.
Metropolit von Belgrad und Sremski Karlovci, Erzbischof von Peć und
serbischer Patriarch ist seit 2010 Irinej.
Die in Deutschland lebenden Angehörigen der serbisch-orthodoxen
Kirche werden von Bischof Sergije Karanović seelsorgerisch betreut.
Bischofssitz war von 1978 bis 2015 Hildesheim-Himmelsthür, mit der
Mariä-Entschlafens-Kirche als Kathedralkirche und dem Kloster der
Allheiligen Gottesmutter. Seit 2015 ist Frankfurt am Main Sitz der
Diözese(siehe Serbisch-Orthodoxe Diözese für Mitteleuropa)..
Administrator ist seit 2017 Andrej (Cilerdzic).
Die in Österreich, der Schweiz, Italien und Malta lebenden Angehörigen
der serbisch-orthodoxen Kirche werden von Bischof Andrej Ćilerdžić mit
Sitz in Wien seelsorgerisch betreut (siehe Serbisch-orthodoxe Diözese
Österreich-Schweiz).
Die serbisch-orthodoxe Kirche ist Mitglied des Weltkirchenrates.
Eparchien der Serbisch-Orthodoxen
Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eparchien der Serbisch-Orthodoxen Kirche


Die serbisch-orthodoxe Kirche umfasst folgende Eparchien:
•! Serbien:
•! Erzbistum Belgrad und Karlovci (Belgrad)
•! Eparchie Bačka (Novi Sad)
•! Eparchie Banat (Vršac)
•! Eparchie Braničevo (Požarevac)
•! Eparchie Kruševac (Kruševac)
•! Eparchie Mileševa (Mileševa)
•! Eparchie Niš (Niš)
•! Eparchie Srem (Sremski Karlovci)
•! Eparchie Šabac (Šabac)
•! Eparchie Šumadija (Kragujevac)
•! Eparchie Timok (Zaječar)
•! Eparchie Valjevo (Valjevo)
•! Eparchie Vranje (Vranje)
•! Eparchie Žiča (Kraljevo)
•! Eparchie Raszien-Prizren (Prizren), diese Eparchie im Kosovo
betrachtet sich weiter als zu Serbien gehörig
•! Bosnien und Herzegowina:
•! Metropolie von Dabar und Bosnien (Sarajevo)
•! Eparchie Banja Luka (Banja Luka)
•! Eparchie Bihać und Petrovac (Bosanski Petrovac)
•! Eparchie Zahumlje und Herzegowina (Mostar)
•! Eparchie Zvornik und Tuzla (Zvornik)
•! Montenegro:
•! Metropolie von Montenegro und dem Küstenland (Cetinje)
•! Eparchie Budimlja und Nikšić (Nikšić)
•! Kroatien und Slowenien:
•! Metropolie von Zagreb und Ljubljana (Zagreb), auch für
Slowenien
•! Eparchie Dalmatien (Šibenik)
•! Eparchie Ober Karlovac (Karlovac)
•! Eparchie Osijek und Baranja (Dalj)
•! Eparchie Pakrac und Slawonien (Jasenovac)
•! Mazedonien:
•! Erzbistum von Ohrid und Skopje (Skopje)
•! Eparchie Veles und Vardar (Veles)
•! Eparchie Polog und Kumanovo (Kumanovo)
•! Eparchie Prespa und Pelagonia (Bitola)
•! Eparchie Debar und Kičevo (Debar)
•! Eparchie Bregalnica (Štip)
•! Eparchie Strumica (Strumica)
•! Ungarn, Tschechische Republik und Slowakei
•! Eparchie Buda (Szentendre)
•! Rumänien:
•! Eparchie Temišvar (Timişoara)
•! Weltweit: Stockholm (Schweden, Island, Vereinigtes Königreich,
Dänemark, Finnland und Norwegen), Hildesheim-Himmelsthür
(Deutschland), Paris (Frankreich, Spanien und Benelux),
Campbellville-Milton (Kanada), Mars (Ost-USA), Third Lake (Mittel-
USA), Alhambra (West-USA, Alaska und Mexiko), Sydney
(Australien und Neuseeland), Buenos Aires (Südamerika), Wien
(Österreich, Schweiz, Italien und Malta)
Außerdem existieren noch folgende Eparchien als Titularbistümer: Jegar,
Dečani, Peč und Hvosno (in Serbien bzw. Kosovo), Ostrog (in
Montenegro), Hum (in Bosnien)
Die Gemeinschaft mit der serbisch-orthodoxen Kirche erkannten 1988
auch Teile der spanisch-orthodoxen Kirche (Iglesia Ortodoxa Española)[7]
und 2004 ebenso Teile der französisch-orthodoxen Kirche (auch
Orthodoxe Kirche des westlichen (lateinischen) Ritus in Frankreich –
Union des Associations Cultuelles Orthodoxes de Rite Occidental) an.
Beide unterstehen formell der Jurisdiktion des serbisch-orthodoxen
Bischofs für Westeuropa (Frankreich, Spanien und Benelux-Staaten). So
genannte nichtkanonische Kirchen können um die Jurisdiktion einer
kanonischen Kirche ansuchen, um so in die ganze Kommunion mit der
orthodoxen Weltkirche zu gelangen.
Serbisch-orthodoxe Kirchengebäude weltweit
(Auswahl)"