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M ERKBLATT 7 7 /3 • LW -MERKBLATT 220

A N L E I T U N G FÜR D E N P A N Z E R N A H K Ä M P F E R

M/0252
. . kannst Panzer knacken!
Schneid b ra u ch st D u dazu und G eistesgegenw art, V or allem
aber siegt das überlegene K ö n n en !
D en k d ra n : Pan zer kom m en n ich t nur d o r t, w o P a k steht.
A lle Tage gesch ieht es, daß irgen dw o Panzer durchsickern.
A u ch D u kannst p lö tzlic h so ein em K a sten gegenüberstehen.
Jeder, ob b eim T ro ß , o b im vord ersten G raben , k om m t ein­
mal in diese Lage. D er P a n zer fra g t dann n ich t, o b Du im
P anzerknacken a u sgeb ild et b ist und als was.
Jeder kann das — auch Du!
1
Oberkommando des Heeres
Gen St d H / Der Panzeroffizier H .Q u .O K H . den 13. Mai 1944

Das M erkblatt 77/3

„DER P A NZERKN ACKER“


(A n le it u n g fü r d en P a n z e r n a h k ä m p fe r )

vom 13. Mai 1944 ist zur V ertiefung der A u sbildun g in der Panzer­

nahbekäm pfung an den einzelnen Soldaten auszugeben.

I. A.

v. G R U N D H E R R
PANZER

viele andre können


täglich,
D as ist fü r D ich genau so
möglich.

ü b e r 10 000 deu tsch e S old aten tragen das Panzer­


n ah k a m p f-A b zeich en . So v iele gek n a ck te Panzer
entsprechen der A usrüstung v o n 200 russischen
Panzerbrigaden u nd der gesam ten russischen Panzer­
p rod u k tion in einem halben Jahr.
U nd das alles nur m it den p rim itivsten M itteln. Die
aber lagen in der H an d v o n ganzen K erlen , und
d a ra u f k o m m t’ s an.
D u fragst D ich , w ie das m ög lich ist b ei so ungleichen
B edin gu n g en ? G anz k la r: E rst ein m al geh t doch der
Pan zer a u f gleich w ertige Gegner lo s : Panzer, Pak
und F lak. V on D ir w ill er zunächst gar nichts. Und
da n n , p a ß a u f:

PANZER KNACKEN K AN N ST AUCH DU!


3
Dem stärksten Panzer selbst entsprechen den P a n zer-N a h k a m pfta feln (A n la gen zur
Auch andrerseits gewisse Schwächen. H . D v . 469/4). Laß sie D ir geben und
Hast Du schon ein m al zusam m en m it Panzern an­ studiere sie! Die erste Forderung an den
Panzerknacker ist: Typ erkennen! Schwächen
gegriffen? Oder b ist D u schon einm al in ein em Panzer
wissen! D azu h eiß t’ s n a tü rlich : b eob a ch ten ,
gesessen? D a w irst D u d och sofort b em erkt h ab en :
b eob a ch ten , b e o b a ch te n !
Ganz so u ngleich ist dieser K a m p f, Männer gegen
Panzer, gar n ich t, denn

Auch ein Panzer hat seine Schwächen!


Er sieht sch lech t, am schlechtesten das, was
u nm ittelbar um ihn herum geschieht.
Er h ört schlecht.
Er kann sich gegen D ich sch lech t w ehren, vor
allem a u f nächste E n tfernu ng.
Er ist stark v o m G elände a b hän gig.

D ie Schwächen der Panzer m u ß t D u kennen. Für jed es


einzelne B aum uster findest Du sie haargenau in

Toter Raum Kanone

etwa 7 — 24 m
Toter Raum Mandwatten etwa 5 — 9 m

GEFÄHRLICHER ALS DER PANZER SELBST...


D ie Knackerei Erfolg verspricht, Kanon«
Wenn D u die Schwächen kennst — sonst nicht. Waffenblende
Sehschlitze
S E IT E Entlüftung
Im großen m erke D ir d ie schw achen Stellen nach dieser
Laufwerk
Skizze! Das ist aber nur eine schem atisch e Zeichnung. Turmhals

Luken----
O p tik -----
Waffen u.
Turmhals .
M G. und Sehschlitz

Luken

Turmhals Sein Frack hat


Luken abgenützte Flächen.
So zeigen auch die
HECK
Laufwerk Panzer Schwächen!

Für die Lage dieser S tellen g ib t’ s kein G ru ndrezept. D rum Pan-


zer-N ah kam pftafeln und P an zer-E rken nu ngstafeln einprägen!

IST DER SCHRECK, DEN ER ERZEUGT!


Diese w ichtigsten Baum uster m u ßt D u sofort erkennen. Erst V on K W I ist dann zu sprechen,
W en n scharfe K a n ten , steile Flächen,
dann hat es Sinn, daß D u D ir ihre Schw ächen einprägst.
6 R o lle n , m assige Figur,
Des W agens äußere Statur.
Erst m erke D ir den eleganten
G efäh rlich oft bem erkbar m a ch t sich
M it schrägen F läch en , runden K an ten ,
5 R o llen , den studiere fleiß ig, D er starke K W 8 5 :
V om K W I das Fahrgestell,
D enn das ist der T 34.
Tu rm größer, runde K a n ten , schnell.

D er Sherman ist, das sag ich eh rlich ,


V on vorn e gar n ich t u ngefährlich.
Ist ziem lich schnell, auch m erk D ir s tä n d ig :
6 R o lle n , runde K a n ten , wendig.

Den Churchill w ir erkennen sollen


A n v ielen , dafür kleinen R ollen ,
Senkrechten Flächen. Er ist k lä glich
T rotz großer K etten u nbew eglich .

D och niedrige und schnelle W agen ,


D ie zwei m al drei die R ollen tragen,
D as müssen Valentinen sein:
D as T em p o groß , die Stärke k le in
Sherman
Sieh D ir d ie n euesten P an zer-E rk en n u n g sta feln
g r ü n d lic h a n ! (A n l. zur H .D v . 4 6 9 /2 a b zw . 2 b . )

E R K E N N E N AUF DEN ERSTEN B L I C K !


6
Gefahren sind schon halb gebannt.
Sobald wir sie nur klar erkannt.

H EC K
Da horaus sieht er Dich
Hier droht Gefahr

G anz w ehrlos gegen N ahan griff is t ein Panzer aber


auch n ich t. E r hat N a h k a m pföffn u n gen , durch die
der Panzerm ann m it P istolen und M aschinen­
pistolen sch ießt und du rch die er Handgranaten
w erfen kann. H eck -M G . sind auch gefährlich. Du
m u ßt nur w issen : W o sieht er m ich am leichtesten?
W o d roh t G efah r?

M erke: M it H an dgranaten reich t er auch in den


S E IT E
toten R a u m hinein.
Gewicht ist nicht fü r Dich gefährlich,
Es ist vielmehr fü r ihn beschwerlich.

Jeder Panzer
muß halten, wenn er gezielt schießen w ill. Dann
komm st aber auch D u v ie l leich ter an ihn ran. A ls o :
Wenn er’s n ich t v o n selber tu t, zw in g ihn zum H a l­
ten! Dabei sieh D ir erst das G elände an! D enn jed er
Panzer ist stark v o m G elände abhän gig. Je schw erer,
desto schw erfälliger ist er auch. In b ed eck tem Ge­
lände wird seine schlechte Sich t n och schlechter.
A lso: Du m u ßt ih n dorth in lock en , ih n da zum
Halten brin gen, w o D u die beste D ecku ng hast, er
aber die größten H indernisse. Sind v on N atur aus
keine da. dann m a ch ’ w elche.

D iese Sperre kann n atürlich kein em Panzer ein


ernstes H indernis sein. A b er sie h ält ihn kurz auf,
er m u ß langsam fahren, verliert den Ü b erb lick ,
und das ist D ein M om ent. J e tz t kannst D u ihn
knacken.

JE S C H W E R E R , DESTO SCHWERFÄLLIGER!
8
D aß man sie sich z u n u t z e m a c h t ,
Sind schwache Stellen angebracht.

Halt!
Im m er sachte. E rst m u ß t D u hier n och ein paar
w ich tige D in ge lernen. E in B ox er, der a u f D raht
ist, der m erk t n ich t nur, w o der Gegner schw ach D u w eiß t, er kann sich a u f nächste Entfernung
ist, er n ü tzt das auch aus und k lo tz t im m er d o r t- sch lech t wehren. A m sichersten b ist Du also im
hin, w o er eine solche Stelle en td eck t hat. M ach’ s toten R a u m . D ru m n och ein m a l: Wer läuft,
genau so ! stirbt. W en n D u keinen P anzerschreck, keine
Panzerfaust h ast, dann m u ßt D u ja ohnehin
D u w eiß t, er sieht schlecht. A lso n ich t rühren.
ganz an den K erl ran kom m en . Seine wenigen
W er lä u ft, stirbt. Ü brigens kannst D u ihm
N ahkam pföffn un gen kannst D u leich t im Auge
seine schlechte S ich t sogar n och ganz nehm en.
b ehalten.
Dazu hast D u B len d m ittel. Sch ieß außerdem m it
H an dw affen a u f S ch litze und O p tik . A u ch m it
der L e u ch tp istole. Das ist n achts besonders
w irk u n gsvoll. W en n der Panzer steh t, sind
S ch litze gar n ich t schw er zu treffen.

D aß er sch lech t h ört, das k om m t D ir b ei der V er­


ständigung m it D einen K am eraden zugute. A ber
w enn der M otor n ich t lä u ft, sei darin v orsich tig !

W E R L A U F T
,
9
Mit Schneid und D einen Nahkampfwaffen
Wirst Du den stärksten Panzer schaffen.

Deine Stärke ist M ut und E ntschlossenheit. D eine W affen sind die


besten, die es heute g ib t: P onzerfaust:
Vor allem hast D u die Panzerfaust. Sie ist D eine w ich tigste W affe. Richtig scharfm ach e n !
Sie spart D ir das A npirsch en an den Panzer. Sie verlan gt v on D ir
nur kaltes B lu t. A lles andere tu t sie selber. Sie du rch schlägt 200 m m
Panzerung und trifft sicher, wenn D u nur sauber zielst. D ie K a m p f­
entfernung D einer Panzerfaust steht d eu tlich a u f K o p f und Visier.

Fast ebenso e in fa ch ist der Panzerschreck. D a m it kannst D u sogar


noch weiter v o m Panzer entfernt b leib en . Er du rch schlägt 160 mm
Panzerung u nd trifft b is a u f 150 m. Paozerschreck:
G ra n a t e a n der S p e rre an steh e n lasse n I
Die grosse Gewehr-Panzergranate aus dem S ch ießbech er verschossen,
durchschlägt 80 m m Panzerung. B is a u f 100 m kannst D u d a m it
schießen!

Die Leuchtpistole als K a m p fp istole m it dem Panzerwurfkörper


42 LP ist eb en fa lls eine sehr w irksam e W a ffe. D u schaffst auch
damit eine 55 m m starke Panzerung. W irk u n gsb ereich : 30— 50 m.
Merke: Alle diese N ahkam pfw affen haben fast keine Splitterw irkung,
Zum Schießen a u f In fan terieziele sind sie n ich t erfunden! N im m D ir
lieber v o r: J ede Panzerfaust ein P an zer! Suche D ir, w o’ s irgend
geht, steile Z ielfläch en aus. Es g ib t sonst A bru tsch er!

K E N N S T DU D E I N E W A F F E N ?
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A n Nahkampfmitteln gibt es viele,
N ur ihre K enntnis füh rt zum Ziele.

Da g ib t es zunächst die Sprengm ittel: W en n D u noch eine


Hafthohlladung hast, verla ß D ich a u f sie! Sie ist eine hundertfach
bew ährte W affe. Sie schlägt in P a n zerp la tten auch über 100 mm
ein L och von 3 b is 5 cm D urchm esser. Sie w irk t innen vernichtend.

V on den W a ffen , die u rsp rü nglich n ich t für das Panzerknacken ge­
da ch t sind, die aber im m er w ieder E rfolg h atten , merke Dir vor
allem die T-Mine und die geb a llte 3 -Kilo-Ladung. T-Minen und
Ladun gen über 5 kg du rch schlagen m ittlere Panzerplatten (z. B.
T u rm d eck el), auch wenn sie n ich t ein geklem m t „v e rd ä m m t“ sind.
Sie heben Türm e ab und haben im Innern starke W irkung durch
Sch alldru ck und E rschütterung.
A chtung !
Das w irksam ste Blendmittel ist der Blendkörper. Er wirkt, sobald
G ra u k o p fz ü n d e r ohne V e rz ö g e ru n g ! das Glas zerspringt. Er b len d et n ich t nur, sondern m acht auch das
A tm en im K a m p fra u m u n m öglich . D er Q ualm h ält sich einige Mi­
nuten. D ie Nebelhandgranate w irk t nach 4 1/ 4 Sekunden. Ihr Qualm
h ält sich eb en fa lls etw a 2 1/ 2 M inuten.

Einen Panzer m it Brandmitteln zu zerstören, ist nicht leicht. Es


versp richt E rfolg , w enn der W a gen steht. D ie Brandflaschen ent­
halten eine sehr leich t brennbare F lü ssigkeit. D ie m uß aber erst
a ngezün det w erden. D azu g ib t’ s Sturm streichhölzer. A ls H ilfsm ittel
ist die B randflasche du rch aus brau ch bar.

DU MUSST DIR NUR ZU HELFEN WISSEN!


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Ein Mittel an der f a l s c h e n Stelle
Versagt jedoch a u f alle F älle.

Die zweite Forderung an den Panzerknacker heißt!


Im Schlaf die W affen beherrschen. W as n ü tzt die stärkste W a ffe.
wenn Du n ich t verstehst, sie rich tig a n zu w en den !
Wenn Du die vorigen Seiten gut gelesen und D ir die Schw ächen der
Panzer angesehen hast, dann kannst Du D ir selber den ken, wozu
sich jede W a ffe eign et, w o und w ie D u sie anbringst. Mit einem
Taschenmesser kannst Du keinen B aum fällen und m it einer A x t
keinen B leistift spitzen. A lles, w o es h in geh ört:
Panzerfaust, P an zersch reck, G ew ehrpan zergranate und Pan zer­
wurfkörper a u f m ö g lich st steile F lä ch en ! Sonst kann es A brutschei
geben.
H afthohlladungen dah in, w o auch w irk lich innen etwas W ichtiges
zerstört w ird.
Blendkörper nur a u f den Panzer selbst. A m besten a u f den B u g,
dann zieht der ganze Q ualm in den K a m p fra u m .
Wenn Du keinen B len dk örp er h ast, b le ib t D ir im m er n och die
Nebelhandgranate.

IM S C H L A F DIE WAFFEN BEHERRSCHEN!


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Es ist kein M ittel so gering,
D a ß es im Notfall nicht mal ging.

S p rengm ittel unter den T u rm vorspru n g oder a u f den M otorraum !


Auch L u ken und T u rm deck el sind em p fin dlich gegen Spreng­
w irkung. T-M inen und geballte L adungen m it L ap pen um wickeln,
m it D rahthaken versehen oder G um m iringe darüberspannen.
Sonst b leib en sie n ich t a u f dem P a n zer liegen .

B ra n d m ittel v o r allem a u f das H e ck ! D a m it das Z eu g in den


M otorraum läuft. D ie M otoren lü ftu n g ist dafür günstig.

V ergiß n ich t die W a ffe, die in der N o t am w ich tigsten is t: Deine


F in d ig k eit! O b D u nun zum K n a ck en ein paar H andgranaten zur
geb a llten L adung m achst oder o b D u Sp rengbu chsen nim m st, es
g ib t nur ein G e b o t: G ebrauch e, was D u hast. A nzünden kann man
den Panzer im N o tfa ll auch m it einem B en zin kan ister, den man
d u rch löch ert und m it einer dran gebun den en N ebelhandgranate
zündet.

Behelfsm ittel g ib t’ s viele. R egel g ib t’ s dafür nur e in e : Gebrauche,


was D u hast.

DER Z W E C K H E I L I G T DIE M I T T E L !
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Selbst in der äußersten Erregung
Bewahre klare Überlegung.

So, nun kennst D u die K arten. D eine und seine. J etz t k om m t’ i da ra u f an, w er besser spielt. Er ist
vor dem K o p f dick er, also m u ßt D u im K o p f h eller sein. Männer stehen gegen M aterial. D eshalb:

ERST WÄGEN!
Was für ein T y p ist der, den ich knacken w ill?
für Sch w ächen hat er und
für besondere T ü ck en ?
A ls o w a s für W affen m u ß ich a n w en d en ?
m u ß ich dabei ü berlegen ?

Wie greift er a n ? A llein , oder sin d ’ s m ehrere?


ist er u n terstü tzt? D u rch aufgesessene
oder m itlau fen de S ch ü tzen ?

Also wie müssen m ir die K am eraden h elfen ?


k om m t er?

Wo steh t er?
ist das G elände für ihn
ist es für m ich gü n stig?
schw ierig ?

bringe ich ihn zum H a lten ?


A lso w o greife ich ihn an ?
nehm e ich v o r der D eton a tion D ecku ng ?

E R S T W Ä G E N , D A N N W A G E N !
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Was hilft des Knackers ganzes K önnen,
Wenn seine Kameraden pennen.

Das alles erfasse b litzsch n ell und

DANN WAGEN!
Die dritte Forderung ist: wie eine Fussballmannschaft Zusammenarbeiten.
Im groß en m uß der Panzer v on der b egleiten d en In fan terie sch on getrenn t sein. A ber
einzelne aufgesessene oder m itlau fen de Schützen kön nt Ihr m it M G ., M P. und K a ra ­
biner le ich t v o m Panzer herunterjagen u nd v on ih m trenn en, vern ich ten oder in
D ecku ng zw ingen, kurz, E u ch v o m L eibe halten

Erst Infanterie bekämpfen - notfalls ruhig überrollen lassen.


Während Du rangehst, lenken die Sicherer die B esatzung v o n D ir ab. Sie nehm en ihr die Sicht und
verhindern, daß sie die Luken und N ahkam pföffn un gen zur A b w eh r öffn et. Zu diesem Z w e c k knallt bis
zur letzten P istole und L eu ch tpistole alles, was in der N ähe ist, a u f S ch litze und O p tik des Panzers.
W en n eine Luke geöffn et wird,_dann geben die Sicherer einen derartigen D u n st, daß sie schleunigst wieder
zu k lapp t. N atü rlich schützen D ich D eine K am eraden auch gegen Ü berraschungen v o n außen. Mußt Du
ganz an den Panzer rangehen, dann ist
beim Knacken selbst diese B edrohu ng v on außen am größ ten . D afü r sind D ein e K am eraden da. Die
müssen aufpassen w ie die Schießhunde. K ein Fein d d a rf einen F in ger rühren können. In der V erstän-,
digung m it allen K am erad en, die in der N ähe liegen , d a rf es je t z t keinen Z w eifel geben. Sonst bist Du
e n dlich an den Panzer ran und dann ja g t D ich eine eigene W a ffe w ieder ru n ter, W en n D u D ein e Spreng­
m ittel gezün det hast, brü lle la u t: , , B ren n t!“

W IE E IN E F U S S B A L L M A N N S C H A F T Z U S A M M E N A R B E IT E N !
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Nur mit dem Nötigsten bepackt.
Der kluge M a n n den Panzer knackt.

Zum Rankommen
an den Panzer laß alles w eg, was D u n ich t b ra u ch st:
Gasm aske, B ro tb e u te l, Spaten. V ergiß aber nicht,
immer eine sch u ßb ereite P istole in der T asch e oder
im S tiefelsch a ft zu haben.
Oft m u ßt D u den G egner erst zum Langsam fahren
oder zum H alten bringen. A m besten m achst Du das
mit B len dk örp ern. D ie m u ßt D u aber rich tig a u f den
Kasten d rau fk riegen , sonst sind sie nutzlos. Das W erfen von Z w illingsh andgranaten (2 N b. Hgr. lose
verbunden) über das G eschü tzrohr w ill gelern t sein. W er im V erlegen v on M inen au sgeb ild et ist, kann
einen Panzer auch d a m it a ufh alten. A b er die M inen unter den Panzer zu w erfen oder zu schieben,
das laß sein. D u verbrennst D ir dabei nur die Finger. D u kom m st näm lich nicht mehr in Deckung.
Beim A n halten ü b erlege: W o steht er für m ich am gü nstigsten ?
Wenn B len dk örp er a u f dem Panzer selbst platzen , w ird m eist die Besatzung gleich ausbooten. D ann sofort
schießen. Das A ussteigen ist der günstigste M om ent. So fä llt D ir der K a h n unversehrt in die H an d, und
Beutepanzer sind mehr w ert als Trüm m erh aufen. A b er kannst D u ihn n ich t sofort w egh olen, dann z e r ­
s t ö r e ih n r e s t l o s , sonst h o lt ihn sich der Feind.
Steht der W agen schon , dann ist der springende P u n kt die U n terstützun g. D ie Leu te im Panzer dürfen
gar n ich t dazu k om m en , a u f D ich zu achten. D u aber n ütze jed en G rasbüschel aus. B len de den G egner,
sobald es geht. D ann spring ihn an! Es geht u m a lles! N ur du rch Sch neid rettest D u D ein L eben und das
Deiner K am erad en. W en n einer w eich w ird , h alt ihn fest. Er w ird D ir nachher dafür dan kbar sein.

L I E B E R S C H W E I S S A L S B L U T !
16
Was man von fe r n besorgen kann.
Dazu pirscht man sich nicht erst an.

Panzerfaust und
Panzerschreck

ersparen D ir das u n m ittelb are R an geh en ! A b er auch


hier g ilt : W er w egläu ft, stirb t! V o lle D eck u n g! Jede
B ew egung verrät D ich ! B ehalt die N erven und laß Achtung! Feuerstra h l!
den Panzer a u f D ich zu k om m en ! G ut getarnt ist
h alb gek n a ck t, denn n ich t im m er hast D u ein P an zer­
d eck u n gsloch .

T u t er D ir n ich t den G efallen , a u f D ich zuzufahren,


dann pirsch D ich a u f S ch ußentfernu ng an ihn heran.

M it Panzerfaust und P anzerschreck m u ßt D u nur


ruhig zielen ! D er erste Sch uß s itz t!

GUT GETARNT IST HALB GEKNACKT!


17
Geht es das erstemal daneben.
Dann wird's erst recht nicht aufgegeben

M u ßt D u ganz an den K erl ran, dann k om m t je tz t


das Sch w erste:

Das Knacken
Da h e iß t ' s; D u oder er!

K ein e N a h k a m pföffn u n g, keine Luke aus den Augen


lassen. D enk d ra n : W en n D u ihn zerstörst, dann
schnell und grü n d lich . B ist D u erst m al in günstiger
Stellu n g, dann pa ck ihm alle S p rengm ittel auf, die
D u hast. N ich t n ervös w erden. B rin g das Zeug
fest an u nd so, w ie. D u ’ s gelernt h ast. A bzieh en
n ich t vergessen! U nd dann schleunigst w ieder in
D ecku ng. D ich t an den B oden pressen! H ände
u nter den K örp er! F ron t zur D eton a tion . M und auf,
Augen zu! S tahlhelm rand an die E rd e! A b er sofort!
N ich t erst w eit w eglaufen. H ast D u ihn n ich t zum
H alten g eb ra ch t, k la p p t es n ich t aufs erstem al,
fäh rt er w eiter, dan n n ich t lockerlassen. Er m u ß ,
platzen. V o n hinten ran ist sogar n och günstiger.

NICHT LOCKERLASSEN, ER MUSS FALLEN!


18
D ie Lage wird erst dann beschissen,
W enn wir uns nicht zu helfen wissen.

H ast Du nichts als D einen Schneid und ein paar H an d­


granaten, auch dann b is t D u n och n ich t verraten!

Rauf auf den Kahn!


V erka u f D ein L eben so teuer als m öglich ! Denn
erstens rettest D u D ich d a m it und zw eitens fügst Du
dem Fein d em p fin dlich e V erlu ste zu. W enn einmal
ein Panzer in die L u ft fliegt oder zw e i, dann kriegen’ s
die anderen m it der A n gst. D em in seinem fahr­
baren Sarg ist auch n ich t m ehr w oh l. Also drauf!
A ch tu n g ! Panzerfaust und Panzerschreck machen
k a m p fu n fä h ig , zerstören aber n ich t immer! Der
Iw an sch lep p t die tollsten W racks n och ab. Also
spren gen ! Sonst ist der K a sten in ein paar Wochen
w ieder a u f der B ild flä ch e!
L a ch n ich t zu frü h ! Ist der Panzer geknackt, dann
w erde n ich t v or F reude u n vorsich tig . Achte aüf
fein d lich e Sch ützen und a u f andere Panzer!

L aß nie zu Unvorsichtigkeiten
D ich dureh Begeisterung verleiten!

BEHELFSMITTEL FORDERN GANZE KERLE!


19
Schafft Euch heran, soviel nur geht.
W enn Panzer kommen, ist's zu sp ät!

W ie das auf den bisherigen Seiten steh t, so is t’ s m eistens. In der V erteid igu n g aber ist o ft Z e it, die
Panzernahbekäm pfung vorzu b ereiten . D azu geh ört erst ein m a l, daß Du in D ein em A b s ch n itt je d e n Stein
und jeden Busch k ennst. V erstärkt w ird das G elände du rch Sperren und G räben. Je nach der Z e it, die
Ihr habt, erst Scheinsperren anlegen, dann behelfsm äßige und sch ließ lich feste. A ls Scheinsperren ge­
nügen oft Schilder „V o r s ic h t , M in en !“ oder ein A u f­
kratzen der Erde, als o b M inen drunter verleg t wären,

D adurch kriegst D u die Panzer d orth in , w o für D ich


das Gelände günstig ist, und da legst D u dann M inen
und gräbst Pan zerdeckun gslöch er.
P an zerd ecku n gslöch er sehen so aus:
Minensperren verlegen im allgem einen P ion iere.
aber beschafft E u ch re ch tz eitig N ä h k a m p fm ittel.
G ebt keine R u h e, b is das Zeug h erangeh olt ist.
Z u viel kann man d a von nie h aben. D ie N a h k a m p f­
m ittel werden a u f zah lreich e trockene D epots ver­
teilt. Die muß v o m K om m a n d eu r bis zum kleinsten
Mündungsschoner je d e r kennen. W en n n ich ts ran­
k om m t, dann schafft E u ch selbst B eh elfsm ittel:
Brandflaschen, B en zin k an ister m it N eb elh an dgra n a ­
ten dran, geballte L ad un gen und B eu tespren gm ittel.

D EN K T Z E I T I G D R A N : SC H AFFT EUCH W A S R A N !
20
10 GEBOTE
für den Gebrauch der Panzernahkampfmittel
1 . Gebot 6. Gebot Hafthohlladung
Ob Panzerfaust, ob P an zersch reck, N im m nur den G elb k op fzü n d er her.
G ru n dsä tzlich h e iß t’ s: geh ’ h inten w e g ! Sonst kriegst die D ecku n g D u n ich t mehr.

2. Gebot Panzerschreck 7. Gebot Hafthohlladung


G ranate fest b eim L ad en fassen So a n g ek leb t — w eiß jed es K in d —
Und an der Sperre anstehn lassen. D aß 2 der P ole ob en sind.

3. Gebot Panzerschreck 8. Gebot Blendkörper


J e d o ch bedenke v o r dem L a d en : Z art d a m it u m gehn jed en fa lls,
V orsteck er raus aus den G ranaten! Sonst steigt der Q ualm D ir in den Hals.

4. Gebot Gewehr-Panzergranate 9. Gebot Brandflaschen


H alt h och an, sonst g ib t’ s K u rzsch u ß o ft , F la m m öl, Sprit 2 T eile.
U nd n ich t den Treffer, den m an h offt. A u ch andres ö l geh t in der E ile.

5. Gebot Kampipistole 10. Gebot Brandflaschen


B ei Schüssen unter 30 M eter: B ran dflaschen , wenn die Sonne sticht,
K o p f in den D r e c k - sonst reu t’ s D ich später. D ie pla tzen , o b D u w ills t, o b nicht.

D U M M H E I T I S T G E F Ä H R L I C H !
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Parole heißt h ier: K a m p f dem Schema!
M ehr als bei jedem andren Thema.

Laßt ruhige Zeiten nicht ungenützt!


Übung ist alles! Typ erkennen, Schwächen wissen, im Schlaf die Waffen beherrschen, wie eine Fußball­
mannschaft Zusammenarbeiten, das m u ß t Ih r können. Jeder m uß es können. N ich t w ie einer, der sein
Leben lang n ichts anderes als rechten V erteidiger gespielt hat. Das P än zerkn acken m uß jed er S old at b e­
herrschen wie seine K narre. G anz g leich , w elche W affe, gleich o b G renadier oder F eld bäcker. D ie Besten
erst werden als P an zern ahkäm pfer besonders au sgeb ild et, w ie man auch die besten Schützen als Sch arf­
schützen hernim m t. D ie trainieren sich dann zu ein em Panzernahkampftrupp zusam m en. W en n es dafür
überhaupt eine R egel g ib t, dann sieht der so aus:
E in Z e r s t ö r e r , der fü h rt den T rupp.
E in S i c h e r e r , der m u ß ein geriebener M G .-,M P .-u n d
K arabin ersch ü tze sein.
E in anderer Sicherer, der außerdem T r ä g e r ist.
So kann das ein geteilt w erden. A b er den kt im m er
d a ra n : K ein Schem a! D er Panzer fährt n ich t d o r th in ,
w o ein P an zern ahkam pftru pp ist. D ru m n och ein m a l:
Jeder muß das Knacken können. Seid n ich t stu r! D rängt E u ch dazu, das
Z eug zu sehen und zu lernen! Schafft N ahkam pfw affen und N a h k a m pf­
m ittel bei oder m ach t Euch selber w elch e! U nd laßt sie n ich t verrotten ,
w enn einm al eine Z eitla n g n ich ts passiert. V or allem Z ün der, Z ü n d ­
ladungen und Z ün dschn üre gu t aufbew ahren . Z u jed er M inute m ü ßt
Ihr a u f Panzer gefa ß t sein.

J E D E R Z E I T K A M P F B E R E I T !
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.. .w en n ganze Kerle
gegenM assen stehen.
D ieA n erkenn un g da­
für ist das Panzer'
n ah kam p fabzeichen
und w en n 's geht —
vierzehn Tage S a n -’
derurlaub.
N och w ich tiger aber
is t dag Bew ußtsein:
D u hast etw as gesch afft, w ora u f Du
H ast einen P anter D u zerzaust. stolz sein darfst, und stellst Dich
D u demnächst wohl in Urlaub braust. dam it in die R eih e der Tapfersten.

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Panzerknacker! K o nnt' einst der Panzer Dich erschüttern.
So m uß er heut vor D ir erzittern.
D u siehst, die Zeiten ändern sich,
H eut knackst D u ihn, drum kann er D ich !
G efährlicher als der Panzer selbst ist der S ch reck, den er
erzeugt. Sch ieß ein paarm al m it den neuen W affen , dann
m erkst D u : D er Panzer ist den Schreck n ich t w ert. Im
G egen teil, w ir haben den S pieß um gedreht. Jeder, der
die W affen beherrscht, w ird zum Schrecken für den
Panzer. W ir stellen Männer gegen M aterial. Den
K a m p f nehm en w ir a u f, den K a m p f Männer gegen
Panzer. W ir zeigen, daß w ir ihn erfolgreich führen.
Und v o n T ag zu T ag w ird er n och w irksam er, n och b e ­
d roh lich er für den F ein d : Mehr W a ffen , bessere W affen
und m it je d e m gekn ackten Pan zer größere E rfahru n g !

STÄHLERNE H E R ZE N G EG EN STÄHLERNE M A SSE N !