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DIE MEHRWERTSTEUER

Kapitel 5
AGENDA

Beschreibung der Mehrwertsteuermechanismus


CHARAKTERISIERUNG DER MEHRWERTSTEUER

Die Mehrwertsteuer ist eine indirekte und neutrale Steuer.

Der indirekte Charakter der Mehrwertsteuer entsteht aus der Tatsache, dass
sie von dem Endkonsumenten (Endkäufer) des entsprechenden
Gutes/Dienstes getragen, obwohl sie an den Staatshaushalt von einer
anderen Person (dem Steuersubjekt) bezahlt wird.

Der neutrale Charakter: Die Mehrwertsteuer wird in mehreren Stufen von


jedem Unternehmen einkassiert, das an der Herstellung eines besteuerten
Produktes oder dem Erbringen einer besteuerten Dienstleistung
teilnimmt.
BEISPIEL

Eine bestimmte Weinmenge wird von einer Reihe von Unternehmen


hergestellt und verkauft, bis sie von dem Endkonsumenten verbraucht
wird, wie folgt:
• Der Weinproduzent ist die Weinkellerei (das Weingut); es ist
vorausgesetzt, dass bei dem Weinproduzenten keine Anschaffung
stattfindet. Der Wein wird an einen Weingroßhändler verkauft; der
Verkaufspreis beträgt 1.000 lei.
• Der Weingroßhändler kauft den Wein vom Weinproduzenten für 1.000 lei
und verkauft ihn weiter an einen Kleinhändler (Weingeschäft); der
Verkaufspreis beträgt 3.000 lei;
• Der Weinkleinhändler kauft den Wein vom Weingroßhändler für 3.000 lei
und verkauft ihn weiter an den Endkonsumenten; der Verkaufspreis
beträgt 7.000 lei.
• Der Endkonsument verbraucht den Wein, ohne einen zusätzlichen
Mehrwert hinzuzufügen.
BEISPIEL
BEISPIEL

Gesamt Mehrwert = Mwprod + Mwgroß + Mwklein = 1.000+2.000+4.000 = 7.000


lei
Gesamt MwSt = Gesamt Mw x 20% = 7.000 x 20% = 1.400 lei
oder
Gesamt MwSt = MwStprod + MwStgroß + MwStklein = 200+400+800 = 1.400

Die Endmehrwertsteuer von 1.400 lei wird vom Endkonsumenten getragen,


aber sie wird an den Staatshaushalt von jedem teilnehmenden
Unternehmen bezahlt, proportionell zum hinzugefügten Mehrwert:
BEISPIEL

Der Kleinhändler (das Weingeschäft) hat 4.000 lei hinzugefügt, als Differenz
zwischen dem Verkaufspreis ohne MwSt und dem Ankaufspreis ohne
Mwst (7.000 – 3.000). Die von ihm bezahlte MwSt ist proportionell zu dem
hinzugefügten Mehrwert:

Gesamt Mwst = 4.000 x 20% = 800 lei

In anderen Worten, kassiert der Kleinhändler vom Endkonsumenten eine


MwSt von 1.400 lei ein (die aber nicht ihm gehört, sondern dem
Staatshaushalt) und bezahlt dem Großhändler eine MwSt von 600 lei.
Um die MwSt abzurechnen, wird aus der vom Kunden einkassierten
(einkassierbaren) MwSt die dem Lieferanten bezahlte (bezahlbare) MwSt
abgerechnet. Die Differenz (von 800 lei) wird an den Staatshaushalt
bezahlt.
BEISPIEL

In der Buchführung werden:

• die dem Lieferanten bezahlte (bezahlbare) MwSt als Vorsteuer (600 lei)
• die vom Kunden einkassierte (einkassierbare) MwSt als Ausgangssteuer
(1.400 lei)
• die MwSt, die dem Staatshaushalt bezahlt werden soll als zu bezahlende
MwSt (800 lei)
• die MwSt, die von dem Staat zurückerstattet werden muss, als zu
erhaltende MwSt bezeichnet.
BEISPIEL
BEISPIEL

Der Großhändler hat einen Mehrwert von 2.000 lei, als Differenz zwischen
dem Verkaufspreis ohne MwSt und dem Ankaufspreis ohne MwSt
hinzugefügt (3.000 – 1.000). Die von ihm an den Staatshaushalt zu
bezahlende MwSt. beträgt:

Gesamt Mwst = 2.000 x 20% = 400 lei

In anderen Worten, kassiert der Großhändler von seinem Kunden, dem


Kleinhändler, eine Ausgangssteuer von 600 lei ein (die aber nicht ihm
gehört, sondern dem Staatshaushalt) und bezahlt seinem Lieferanten (der
Weinkellerei) eine MwSt von 200 lei. Um die MwSt abzurechnen, wird aus
der vom Kunden einkassierten (einkassierbaren) MwSt die dem
Lieferanten bezahlte (bezahlbare) MwSt abgerechnet. Die Differenz (von
400 lei) wird an den Staatshaushalt bezahlt.
BEISPIEL
BEISPIEL

Der Produzent (die Weinkellerei) fügt einen Mehrwert von 1.000 lei hinzu,
wird also dem Staatshaushalt eine Mehrwertsteuer von 200 lei bezahlen
müssen.

In anderen Worten, kassiert der Produzent von seinem Kunden, dem


Großhändler, eine Ausgangssteuer von 200 lei (die aber nicht ihm gehört,
sondern dem Staatshaushalt). Er hat keine Lieferanten, d.h. dass aus der
dem Staat geschuldeten Steuer keine Vorsteuer abgezogen wird, so dass
der Gesamtbetrag der einkassierten MwSt an den Staat bezahlt werden
soll.
BEISPIEL
BEISPIEL
BEISPIEL
ABRECHNUNG

• die Ausgangssteuer > die Vorsteuer: das Unternehmen verbucht eine


Nettoverbindlichkeit gegen den Staatshaushalt (zu bezahlende
Mehrwertsteuer)

• die Ausgangssteuer < die Vorsteuer: das Unternehmen verbucht eine


Nettoforderung gegenüber dem Staatshaushalt (zu erhaltende
Mehrwertsteuer)
BEISPIEL
BEISPIEL