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REL316*4

Numerischer Leitungsschutz

Bedienungsanleitung p

1MRB520050-Ude

Ausgabe Juli 2002

REL316*4 Numerischer Leitungsschutz Bedienungsanleitung p 1MRB520050-Ude Ausgabe Juli 2002
REL316*4 Numerischer Leitungsschutz Bedienungsanleitung p 1MRB520050-Ude Ausgabe Juli 2002

1996

ABB Schweiz AG Baden

6. Auflage

Gilt für Softwareversion V6.3

Für dieses Dokument behalten wir uns alle Rechte auch für den Fall der Patenterteilung und der Eintragung eines anderen gewerblichen Schutz- rechtes vor. Missbräuchliche Verwendung, wie insbesondere Vervielfälti- gung und Weitergabe an Dritte ist nicht gestattet.

Dieses Dokument wurde sorgfältig überprüft. Sollte der Besteller trotzdem Mängel feststellen, ist er gebeten, uns so rasch wie möglich zu informie- ren.

Die angegebenen Daten dienen allein der Produktbeschreibung und sind nicht als zugesicherte Eigenschaften aufzufassen. Im Interesse der Kun- den sind wir ständig bestrebt, unsere Erzeugnisse auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Dabei können Abweichungen zwischen Produkt und Produktbeschreibung bzw. der 'Bedienungsanleitung' entstehen.

Version 6.3

Version 6.3 1. Einführung B 2. Hardware-Beschreibung C 3. Einstellung der Funktionen F 4.

1. Einführung

B

2. Hardware-Beschreibung

C

3. Einstellung der Funktionen

F

4. Funktionsbeschreibung und Anwendung

C

5. Bedienung (MMK)

E

6. Selbstüberwachung und Diagnose

C

7. Aufstellung und Unterhalt

C

8. Technische Daten

B

9. Schnittstelle zum Interbaybus (IBB)

E

10.

Zusatzinformationen

G

Anleitung zum Gebrauch und zur Handhabung der Bedienungsanleitung (BAL) REL316*4 V6.3

Sie mˆchten das Ger‰t oder vom Ger‰t

*

*

theoretisch

kennenlernen

aufstellen und

anschliessen

* einstellen und

konfigurieren

* kontrollieren, pr¸fen und in Betrieb setzen

* unterhalten

* Daten darstellen

und auslesen

Was genau?

Kurzeinf¸hrung

Gesamt¸berblick

Technische Daten

Hardware

Software

Eingangskontrolle Aufstellungsort Anschluss Prozess Anschl. Leittechnik

Installation MMK Start MMK Konfigurieren Funktionen einstellen Ausstieg MMK

Anschlusskontrolle

Funktionstest

Inbetriebnahmepr¸fungen

Fehlersuche Software aufdatieren Hardware erweitern

Zeitfolgemeldung

Stˆrschreibung

Messung

Front-Anzeigeeinheit

Gebrauchen sie folgende Griffe (G) / Abschnitte (A):

G 1

G 1, A 2.1. bis A 7.1. (alle Zusammenfassungen)

G 8

G 2

G

G 4

G 6

G 10 (Software‰nderungen)

(Einf¸hrung)

(Datenblatt, Anforderungen an Stromwandler)) (Hardware-Beschreibung) (Einstellung der Funktionen) (Funktionsbeschreibung und Anwendung)

(Beschreibung Selbstdiagnose und ‹berwachung)

3

A 7.2.1.

A 7.2.2.

G 12 (Anschlussschema), A 7.2., A 7.3.2. bis A 7.3.5.

G 9 (IBB)

A 9.6. (IBB-Adressliste)

A 5.2. A 7.3.1., A 5.2.3. A 3.2. bis A 3.4., A 5.4., A 5.5., A 5.11. A 3.5. bis A 3.8., A 5.4., A 5.5., A 5.11. A 5.2.3.

A 7.2.3. bis A 7.2.7. A 5.9. A 7.3.6.

A 7.4.1., A 5.8. A 7.5. A 7.6.

A 5.6.

A

A

A

5.6., A 3.7.4. 5.7., A 3.7.5.

5.13.

REL 316*4

1MRB520050-Ude / Änd. B

ABB Schweiz AG

1.

März 01

EINFÜHRUNG

1.1. Einführung

1-2

1.2. Anwendung

1-3

1.3. Hauptmerkmale

1-3

ABB Schweiz AG

REL 316*4

1MRB520050-Ude / Änd. B

1.

1.1.

EINFÜHRUNG

Einführung

Der numerische Leitungsschutz REL 316*4 gehört zur Genera- tion der voll numerischen Schutzeinrichtungen, d.h. die Analog/- Digital-Umwandlung der Eingangsmessgrössen erfolgt unmittel- bar nach den Eingangswandlern und die Verarbeitung der nu- merischen Signale wird ausschliesslich durch programmge- steuerte Mikroprozessoren vorgenommen.

dem

Leitungs-

schutzeinheit.

Kompaktes Design, nur wenige verschiedene Hardware-Einhei- ten, modulare Software und ständige Selbstüberwachung und Diagnose sind Hauptmerkmale, mit denen das REL 316*4 so- wohl betriebswirtschaftliche, als auch funktionelle Anforderun- gen an derzeitige Schutzeinrichtungen optimal erfüllt.

Die VERFÜGBARKEIT, gegeben durch das Verhältnis von fehler- freier Betriebszeit und Gesamtlebensdauer, ist die wohl wichtig- ste Anforderung, die an ein Schutzgerät gestellt wird. Dieser Quotient liegt im REL 316*4 dank Dauerüberwachung nahe bei 1.

Die menügesteuerte MMK (Mensch-Maschine-Kommunikation) und der kompakte Aufbau verleihen dem Relais EINFACHHEIT, was die Bedienung und das Anschliessen betrifft. FLEXIBILI- TÄT, d.h. Anpassung an ein bestimmtes Primärsystem oder an bereits vorhandene Schutzeinrichtungen (Retrofit), wird im REL 316*4, durch als Software vorhandene Zusatzfunktionen und eine über die MMK ermöglichte Zuordnung der Ein- und Ausgangssignale, gewährleistet.

Steuerungskonzept,

Innerhalb

PYRAMID ® ,

ist

von

vollständigen

eine

Schutz-

und

REL 316*4

kompakte

Jahrzehntelange Erfahrungen im Bereich des Leitungsschutzes konnten im REL 316*4 konsequent implementiert werden, um funktionellen Anforderungen wie ZUVERLÄSSIGKEIT, SELEK- TIVITÄT und STABILITÄT möglichst Rechnung zu tragen. Die Verarbeitung numerischer Signale verleihen dem Relais GE- NAUIGKEIT und gleichbleibende EMPFINDLICHKEIT während seiner gesamten Lebensdauer.

In den folgenden Griffen wird die Bezeichnung "RE. 316*4" ver- wendet, wenn die Angaben für die ganze Gerätefamilie gültig sind.

REL 316*4

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ABB Schweiz AG

1.2. Anwendung

Der numerische Leitungsschutz REL 316*4 ist für den schnellen, selektiven Schutz von Leitungen in Verteil- und Übertragungs- netzen bestimmt. Die Betriebsspannung der zu schützenden Leitung spielt dabei eine sekundäre Rolle. Der Schutz kann in Netzen mit direkt- oder niederohmig geerdetem Sternpunkt, in gelöschten oder isolierten Netzen verwendet werden.

REL 316*4 schützt Freileitungen und Kabel, lange und kurze Leitungen, Parallelleitungen, stark belastete Leitungen, Leitun- gen mit schwacher Einspeisung und Leitungen mit sogenannter "Kurzzone". Alle Fehlerarten werden erfasst, auch nahe drei- phasige Fehler, Doppelerdschlüsse, Umschlagfehler und hoch- ohmige Erdfehler.

REL 316*4 berücksichtigt sowohl Netzpendelungen als auch Energierichtungswechsel. Draufschaltfehler führen zur sofortigen Auslösung der Leistungsschalter.

REL 316*4 stellt geringe Anforderungen an Strom- und Span- nungswandler und verhält sich unabhängig von deren Eigen- schaften (einsetzbar mit kapazitiven Spannungswandlern).

REL 316*4 ist geeignet, mittels allen üblichen Schutzsignal- Übertragungsarten und Signalverbindungen (HF, Lichtleiter, etc.) mit der Gegenstation zu kommunizieren.

1.3. Hauptmerkmale

Die Schutzbibliothek des REL 316*4 Leitungsschutzes besitzt die folgenden Leitungsschutzfunktionen:

Distanzschutz mit

Überstrom- oder Unterimpedanzanregung (polygonal)

5 Messstufen (polygonal, unabhängig voneinander ein- stellbar, vorwärts und rückwärts)

Unabhängig verzögerter Reserve-Überstromschutz (inkl. Kurzzonenschutz)

Spannungswandler-Überwachung

Pendelsperre

Systemlogik mit

Draufschaltfehler-Logik

Übergreifschaltung

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REL 316*4

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Unterreichende bedingte Fernauslösung (auch bei schwacher Einspeisung und Ausfall der Signalverbin- dung)

Überreichende bedingte Fernauslösung (auch bei schwacher Einspeisung, Ausfall der Signalverbindung und Energierichtungswechsel)

Überreichendes System mit Sperrsignal (auch bei Energierichtungswechsel)

Empfindlicher Erdfehlerschutz für nicht geerdete Netze

Erdschlussschutz für geerdete Netze

Abhängig verzögerter Erdschluss-Überstromschutz

Übertemperaturschutz

Unabhängig verzögerter Über- /Unterstromschutz

Blockierung für Einschaltströme (Inrush) möglich

Abhängig verzögerter Überstromschutz (Strom-Invers)

Unabhängig verzögerter Überstrom-Richtungsschutz

Abhängig verzögerter Überstrom-Richtungsschutz

Unabhängig verzögerter Über- /Unterspannungsschutz

Leistungsschutz

Synchrocheck

Schalterversagerschutz.

REL 316*4 besitzt die folgenden Fernübertragungsfunktionen:

Leitungsdifferentialschutz

Binärsignalübertragung.

REL 316*4 besitzt die folgenden Logikfunktionen:

Wiedereinschaltung

Zusätzliche Logikfunktionen, wie z.B.

Logik

Verzögerung

Entprellen

Projektspezifische Zusatzschaltung, programmierbar mit CAP316 (Funktionsplanprogrammierung FUPLA); nur mit Projektierungsarbeit möglich.

REL 316*4

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Die folgenden Mess- und Überwachungsfunktionen stehen auch zu Verfügung:

Messfunktion UIfPQ, 1phasig

Messmodul, 3phasig

Plausibilität-Strom 3phasig

Plausibilität-Spannung 3phasig.

Ein Ereignisspeicher (inkl. Angabe über Fehlerentfernung mit Bezug auf eine Referenzlänge) und ein Störschreiber sind inte- griert.

Die Zuordnung der Optokopplereingänge, Leuchtdioden und Relaisausgänge; die Parametereinstellung und die Systemkon- figuration sowie das Ablesen von Ereignissen und Betriebs- grössen geschehen mit einer menügesteuerten MMK (Mensch- Maschine-Kommunikation).

REL 316*4 verfügt über serielle Schnittstellen für die MMK zur Vorortkommunikation (Personal Computer) und Fernkommuni- kation (Stationsleittechnik).

REL 316*4 überwacht und diagnostiziert sich dauernd selbst. Zur quantitativen Prüfung stehen geeignete Prüfeinrichtungen zur Verfügung (z.B. das MODURES ® Prüfgerät XS92b).

REL 316*4 eignet sich für Einbau-, Aufbau- oder Rack-Montage.

REL 316*4

1MRB520050-Ude / Änd. C

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Juli 02

2.

HARDWARE-BESCHREIBUNG

2.1.

Zusammenfassung

2-2

2.2.

Mechanischer Aufbau 2-4

2.2.1.

Hardwarevarianten 2-4

2.2.2.

Konstruktion 2-4

2.2.3.

Gehäuse und Montagearten

2-4

2.2.4.

Frontseite des Gerätes

2-4

2.2.5.

PC-Anschluss

2-5

2.2.6.

Testmöglichkeiten 2-5

2.3.

Speiseeinheit

2-6

2.4.

Wandlereinheit

2-6

2.5.

Hauptrechnereinheit

2-7

2.6.

Binäre Ein-/Ausgabeeinheit

2-8

2.7.

Verbindungseinheit

2-8

ABB Schweiz AG

REL 316*4

1MRB520050-Ude / Änd. C

2.

2.1.

HARDWARE-BESCHREIBUNG

Zusammenfassung

Das Hardware-Konzept des numerischen Gerätes RE. 316*4 be-

steht aus 4 bis 8 Einschüben, einer Verbindungseinheit und dem Gehäuse:

Wandlereinheit

Typ 316GW61

A/D-Umsetzereinheit

Typ 316EA62

oder

Typ 316EA63

Hauptrechnereinheit Typ 316VC61a

oder 1 bis 4 binäre Ein-/Ausgabeeinheiten oder oder

Typ 316VC61b Typ 316DB61 Typ 316DB62 Typ 316DB63

Speiseeinheit

Typ 316NG65

Verbindungseinheit Typ 316ML61a

oder

Typ 316ML62a

Gehäuse mit Klemmenanschlüssen für die analogen Signale und Steckeranschlüsse für die binären Signale.

Die A/D-Umsetzereinheit Typ 316EA62 bzw. 316EA63 wird nur bei Anwendungen mit dem Leitungs-Differentialschutz verwen- det. Sie umfasst auch die optischen Modems zur Übertragung der Werte zur Gegenstation.

Binäre Prozesssignale werden von den binären Ein-/Ausgabe- einheiten erfasst und an den Hauptrechner weitergeleitet. Dieser verknüpft diese Signale mit der projektspezifischen Steuer- und Schutzfunktionen und steuert die Ausgangsrelais und LEDs (Leuchtdioden).

In der Wandlereinheit werden die analogen Eingangsgrössen durch gegeneinander abgeschirmte Wicklungen galvanisch von der Anlage getrennt und auf ein für die Elektronik kompatibles Niveau angepasst. Die Wandlereinheit kann mit maximal neun Eingangswandlern bestückt werden.

Die Hauptrechnereinheit 316VC61a bzw. 316VC61b umfasst im wesentlichen den Hauptrechner (Rechnerkern 80486), und die Analog/Digital-Umsetzereinheit sowie die Kommunikations- schnittstelle zur Leittechnik und 2 PCMCIA Steckplätze.

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Über die Kommunikationsschnittstelle zur Stationsleittechnik können binäre Prozesssignale, von der Steuerlogik vorverar- beitete Signale, Ereignisse, analoge Messwerte, Störschreiber- speicher-Dateien und Einstellungen des Gerätes zur Stations- leitstelle übertragen werden. Umgekehrt werden Befehle an die Steuerlogik und der Befehl für die Parametersatzumschaltung übergeben.

RE. 316*4 kann mit ein bis vier binären Ein-/Ausgabeeinheiten ausgerüstet werden.

Auf den Einheiten 316DB61, 316DB62 befinden sich 2 Auslöse- relais mit je 2 Kontakten und je nach Variante:

8 Optokopplereingänge und

4 Optokopplereingänge und 10 Signalrelais.

6 Signalrelais

oder

Auf der Ein-/Ausgabeeinheit 316DB63 befinden sich 14 Opto- kopplereingänge und 8 Signalrelais.

Die 16 LEDs an der Frontseite werden von den 316DB6. in den Steckplätzen 1 und 2 gesteuert.

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REL 316*4

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2.2.

Mechanischer Aufbau

2.2.1.

Hardwarevarianten

Das Gerät RE. 316*4 kann hardwaremässig in verschiedenen Varianten geliefert werden. Die zur Verfügung stehenden Mög- lichkeiten sind aus dem Datenblatt "Angaben für die Bestellung" ersichtlich.

2.2.2.

Konstruktion

Die Bauhöhe des Gerätes beträgt 6 U (U = 44,45 mm), die Breite 225 mm (Bestellcode N1) oder 271 mm (Bestellcode N2). An der Rückseite werden die verschiedenen Einheiten in das Gehäuse (s. Bild 12.3) eingeschoben und danach zusammen mit der Abdeckplatte festgeschraubt.

2.2.3.

Gehäuse und Montagearten

Die Gehäuseformgebung eignet sich für drei festgelegte Monta- gearten.

Einbaumontage

Die Einbaumontage mit den 4 Befestigungselementen ist für den Einbau in Schalttafeln vorgesehen. Die Ausschnittsgrösse mit ihren Massen ist aus dem Datenblatt ersichtlich. Die Geräte- anschlussklemmen befinden sich an der Rückseite.

Einbau in 19"-Etage

Für den Einbau in eine 19"-Etage ist ein Montageblech lieferbar, das die nötigen Ausschnitte enthält (s. Datenblatt). Die Geräte- anschlussklemmen befinden sich an der Rückseite.

Aufbaumontage

Für die Aufbaumontage ist ein schwenkbarer Aufbaurahmen vorgesehen (s. Datenblatt). Die Geräteanschlussklemmen befin- den sich an der Rückseite.

2.2.4.

Frontseite des Gerätes

Die Frontseite mit Angaben zu den einzelnen Elementen ist aus Bild 12.2 ersichtlich.

Hinter der Frontplatte befindet sich eine Rückstelltaste. Sie hat drei Funktionen:

ermöglicht das Rücksetzen der Auslöserelais, der Signal- relais und der Signal-LEDs bei Selbsthaltung und das Lö- schen der Distanzanzeige im Bedienprogramm.

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ermöglicht das Rücksetzen von Fehlermeldungen in der Dia- gnose, falls die Selbstüberwachung und Diagnose einen Defekt detektiert (kurzes Drücken).

ermöglicht ein Neustart (Warmstart) des Gerätes (minde- stens zehn Sekunden drücken), falls die Selbstüberwachung und Diagnose einen gravierenden Fehler detektiert haben.

Diese Bedienhandlungen können alle auch an der lokalen Be- dieneinheit an der Front des Gerätes vorgenommen werden. Sollte diese jedoch ausfallen, kann die Rückstelltaste durch das Loch an der Front, z.B. mit einem Zahnstocher, betätigt werden.

2.2.5. PC-Anschluss

Für die Einstellungen, für das Ablesen von Ereignissen, von Be- triebsgrössen und für Diagnosezwecke ist die serielle, optische Schnittstelle (s. Bild 12.2) mit einem Personal Computer (PC) zu verbinden.

2.2.6. Testmöglichkeiten

Das Gerät RE. 316*4 kann mit dem Prüfgerät des Typs XS92b geprüft werden.

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2.3. Speiseeinheit

Die Speiseeinheit 316NG65 erzeugt aus der Batteriespannung alle intern benötigten Hilfsspannungen. Die vorhandenen Kon- densatoren überbrücken kurze Einbrüche (max. 50 ms) der Ein- gangsspannung. Die Speiseeinheiten sind gegen Verpolung geschützt.

Im weiteren werden durch die Speiseeinheit alle für die anderen Einheiten benötigten Kontrollsignale wie Einschaltrückstellung (Reset) und Speisespannungsausfall generiert.

Die technischen Daten der Speiseeinheit sind aus dem Daten- blatt ersichtlich.

2.4. Wandlereinheit

Die Wandlereinheit 316GW61 dient als Prozessankopplung für die analogen Eingangsgrössen wie Ströme und Spannungen. Auf der Wandlerplatte können bis zu neun Strom- oder Span- nungswandler montiert werden. Die Stromwandler sind auf der Wandlereinheit mit einem Shunt abgeschlossen.

Die Wandler stellen einerseits die notwendige galvanische Tren- nung sicher und erzeugen (beim Stromwandler mit dem Shunt) die für die Weiterverarbeitung durch die Analog/Digital-Wand- lereinheit notwendigen Spannungen auf Elektronikniveau. Somit stehen am Ausgang der Wandlereinheit sowohl für die Strom-, als auch für die Spannungskanäle Spannungssignale zur Ver- fügung.

Entsprechend der Gerätevariante ist die Wandlereinheit mit den notwendigen Strom- und Spannungswandlern bestückt. Weitere Angaben dazu sind aus dem Datenblatt ersichtlich.

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2.5.

Hauptrechnereinheit

Auf dem Hauptrechner werden die Steuer- und Schutzalgorith- men gemäss den jeweiligen Einstellungen abgearbeitet. Die Daten erhält der Hauptrechner von der Analog/Digital-Umsetzer- einheit und von den Ein-/Ausgabeeinheiten. Ergebnisse der Al- gorithmen werden direkt oder nach weiteren logischen Ver- knüpfungen an die binären Ein-/Ausgabeeinheiten weitergeleitet.

In der Hauptrechnereinheit 316VC61a bzw. 316VC61b ist ein Mikroprozessor mit einem 80486 Rechnerkern eingesetzt. Die

Abtastwerte der Analog/Digital-Umsetzereinheit werden von einem

Digital-Signalprozessor (DSP) vorverarbeitet. Die Kommunikati- onsschnittstellen für den Bedien-PC und die Stationsleittechnik (SPA, IEC60870-5-103) sind integriert. Ein PCMCIA-Interface mit zwei Steckplätzen ermöglicht den Anschluss weiterer Bus- systeme wie LON, MVB. Der Einsatz von Flash-EPROMs als Programmspeicher erlaubt das Laden der Firmware von einem PC über die Frontschnittstelle.

Der Hauptrechner führt im Hintergrund eine Selbstüberwachung durch. Der Rechner selbst (beziehungsweise der korrekte Pro- grammablauf) wird durch eine Watchdog-Schaltung überwacht.

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2.6. Binäre Ein-/Ausgabeeinheit

Mit den binären Ein-/Ausgabeeinheiten 316DB6. können über Optokoppler binäre Signale vom Prozess eingelesen und über Signal- beziehungsweise Auslöserelais Signale und Befehle an den Prozess ausgegeben werden.

Sämtliche Ein- und Ausgabeeinheiten stellen die notwendige galvanische Trennung der Signale zur Elektronik sicher.

Die Ein-/Ausgabeeinheiten in den Steckplätzen 1 und 2 steuern über ein Register zusätzlich noch je 8 LEDs an der Front an.

Durch eine bis vier binäre Ein-/Ausgabeeinheiten können die für die jeweilige Gerätevariante notwendige Anzahl der Ein- und Ausgänge bestückt werden. Aus dem Datenblatt ist ersichtlich, welche Einheiten für welche Varianten notwendig sind.

Die Optokopplereingänge können durch Widerstände auf Löt- stützpunkten für verschiedene Eingangsspannungsbereiche kon- figuriert werden. Die Eingänge werden normalerweise gemäss der Bestellung direkt in der Fabrik entsprechend konfiguriert.

Die technischen Daten der Optokopplereingänge sowie der Signal- und Auslöseausgänge sind aus dem Datenblatt ersicht- lich.

2.7. Verbindungseinheit

Die einzelnen Einheiten werden durch die Verbindungseinheit 316ML62a (Gehäusebreite 271 mm) oder 316ML61a (Gehäuse- breite 225 mm) elektrisch miteinander verbunden. Die Verbin- dungseinheit ist im Gehäuse hinter der Front montiert. Sie ent- hält die entsprechenden Stecker und Verbindungen für die ein- zelnen Einheiten.

Die Verbindungseinheit enthält im weiteren die Verbindungen zur lokalen Bedieneinheit, die Rückstelltaste sowie 16 LEDs für Zustandsanzeigen.

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März 01

3.

EINSTELLUNG DER FUNKTIONEN

3.1.

Allgemeines

3-5

3.1.1.

Bibliothek und Einstellungen 3-5

3.1.2.

Ablauf der Steuer- und Schutzfunktionen

3-6

3.1.2.1.

Repetitionsrate 3-6

3.1.2.2.

Rechenaufwand der Schutzfunktionen

3-7

3.1.2.3.

Rechenaufwand der Steuerfunktion

3-10

3.2.

Ein- und Ausgänge der Steuer- und Schutzfunktionen 3-11

3.2.1.

Wandlereingänge

3-11

3.2.2.

Binäre Eingänge

3-12

3.2.3.

Meldeausgänge

3-12

3.2.4.

Auslösungen 3-13

3.2.5.

Messwerte

3-13

3.3.

Frequenzbereich

3-13

3.4.

System Einstellparameter 3-14

3.4.1.

Hardwarekonfiguration 3-14

3.4.2.

Eingabe der Wandlerkanäle

3-16

3.4.3.

Eingabe der Kommentare für Binäreingänge und -ausgänge

3-18

3.4.4.

Maskierung der Binäreingänge, Eingabe der Selbsthaltung und Definition von Doppelmeldungen

3-18

3.4.5.

Bearbeiten der Systemfunktionen

3-18

3.4.5.1.

Ein- /Ausgänge ändern

3-19

3.4.5.2.

Name des Systems ändern

3-22

3.4.5.3.

Passwort ändern

3-22

3.5.

Schutzfunktionen

3-23

3.5.1.

Hochspannungs-Distanzschutz

(HS-Distanz)

3-23

3.5.2.

Distanzschutz

(Distanz)

3-25

3.5.2.1.

Allgemeines

3-50

3.5.2.2.

Anregung

3-51

3.5.2.2.1.

Überstromanregung 3-51

3.5.2.2.2.

Unterimpedanzanregung

3-52

3.5.2.2.3.

Stromfreigabe

3-54

3.5.2.2.4.

Erdschlussdetektor

3-54

3.5.2.2.5.

Phasenbevorzugungslogik 3-55

3.5.2.2.6.

Unterspannungsanregung

3-55

3.5.2.3.

Messung

3-56

3.5.2.3.1.

Bestimmen der Distanzstufen 3-56

3.5.2.3.2.

Richtungsglied

3-62

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3.5.2.3.3.

Überreichstufe

3-63

3.5.2.3.4.

Rückwärtsstufe

3-63

3.5.2.3.5.

Zeitstufen 3-64

3.5.2.4.

Definitive Stufe 3-64

3.5.2.5.

Reserve-Überstromschutz

3-65

3.5.2.6.

Spannungswandler-Überwachung 3-66

3.5.2.7.

Auslöselogik 3-67

3.5.2.8.

Pendelsperre

3-69

3.5.2.9.

Zuweisung der Wandlereingänge

3-69

3.5.2.10.

Zuweisung der Binäreingänge

3-70

3.5.2.11.

Zuweisung der AUS-Befehle 3-72

3.5.2.12.

Zuweisung der Meldungen 3-72

3.5.3.

Empfindlicher Erdfehlerschutz für isolierte und gelöschte Netze

(ErdFehlerIsol.)

3-73

3.5.4.

Wiedereinschaltung

(Wiedereinsch.)

3-81

3.5.4.1.

Allgemeines

3-98

3.5.4.2.

Verbindungen WE/Distanzschutz

3-98

3.5.4.3.

Verbindungen zwischen WE- und

einer Überstrom- bzw. Differentialschutzfunktion

3-100

3.5.4.4.

Redundante Schutzsysteme 3-102

3.5.4.5.

Master-Follower-Logik

3-104

3.5.4.6.

Duplexlogik

3-106

3.5.4.7.

Zeitglieder 3-108

3.5.4.8.

Externe Binäreingänge

3-112

3.5.4.9.

Kommando- und Meldeausgangssignale 3-114

3.5.4.10.

Zeitdiagramme 3-116

3.5.4.11.

Kontrolle der spannungslosen Pausenzeiten 3-126

3.5.5.

Empfindlicher Erdfehlerschutz für geerdete Netze

 
 

(ErdFehlGeerdet2)

3-129

3.5.5.1.

Zusammenarbeit mit dem Distanzschutz 3-135

3.5.5.2.

Wahl des Betriebsmodus 3-136

3.5.5.3.

Wahl der Signalverbindungsart 3-137

3.5.5.4.

Einstellung der Freigabepegel

3-141

3.5.5.5.

Einstellung des charakteristischen Winkels 3-142

3.5.5.6.

Einstellen der Grundzeit "tGrund" 3-143

3.5.5.7.

Hauptschalter-Verzögerungszeit 3-143

3.5.5.8.

Die Wirkzeit 3-143

3.5.5.9.

Einstellen der Verzögerungszeit "tWarte" 3-144

3.5.5.10.

Einstellen der Blockierzeit "tRichtUmk" 3-144

3.5.5.11.

Wandlereingänge der Funktion 3-144

3.5.5.12.

Binäreingänge der Funktion 3-145

3.5.5.13.

Ausgänge 3-146

3.5.6.

Abhängig verzögerter Erdschluss-

Überstromschutz

(I0-Invers)

3-147

3.5.7.

Unabhängig verzögerter Über- / Unterstromschutz

(Strom)

3-153

REL 316*4

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ABB Schweiz AG

3.5.8.

Abhängig verzögerter Überstromschutz

(Strom-Invers)

3-159

3.5.9.

Unabhängig verzögerter Überstrom-Richtungsschutz

(StromRichtung)

3-165

3.5.10.

Abhängig verzögerter Überstrom-Richtungsschutz

(StromInvRichtng)

3-173

3.5.11.

Unabhängig verzögerter Über-/ Unterspannungsschutz

(Spannung)

3-185

3.5.12.

Leistungsschutz

(Leistung)

3-191

3.5.13.

Übertemperaturschutz

(Übertemperatur)

3-205

3.5.14.

Synchrocheckfunktion

(SynchroCheck)

3-213

3.5.14.1.

Allgemeines

3-222

3.5.14.2.

Einstellwerte

3-224

3.5.14.3.

Binäreingänge der Funktion

3-231

3.5.15.

Schalterversagerschutz

(SchalterVersag.)

3-235

3.6.

Logikfunktionen 3-251

3.6.1.

Steuerfunktion

(FUPLA)

3-251

3.6.1.1.

Dokumentation der Einstellparameter FUPLA 3-253

3.6.1.1.1.

Generelles

3-254

3.6.1.1.2.

Zeitglieder 3-255

3.6.1.1.3.

Binäreingänge 3-255

3.6.1.1.4.

Binärsignale

3-255

3.6.1.1.5.

Messwert-Eingänge

3-256

3.6.1.1.6.

Messwert-Ausgänge

3-256

3.6.1.1.7.

Signallaufplan der Messwert-Ein- und Ausgänge

3-256

3.6.1.2.

FUPLA laden

3-257

3.6.2.

Logik

(Logik)

3-259

3.6.3.

Verzögerung / Integrator

(Verzögerung)

3-263

3.6.4.

Entprellen

(Entprellen)

3-269

3.6.5.

LDU-Ereignisse

(LDU

Ereignisse)

3-273

3.7.

Messfunktionen 3-277

3.7.1.

Messfunktion

(UIfPQ)

3-277

3.7.2.

Plausibilität-Strom 3-phasig

(Prüfung-I3ph)

3-283

3.7.3.

Plausibilität-Spannung 3-phasig

(Prüfung-U3ph)

3-287

3.7.4.

Störschreiber

(Störschreiber)

3-291

3.7.5.

Messmodul

(MessModul)

3-305

3.7.5.1.

Pulszählereingänge

3-311

3.7.5.2.

Funktionsprinzip der Pulszähler 3-312

3.7.5.3.

Wirkungsweise der Pulszähler 3-312

3.7.5.4.

Behandlung von Intervallen

3-313

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REL 316*4

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3.8.

Fernübertragung

3-315

3.8.1.

Funktionsweise der A/D-Umsetzereinheit 316EA62

3-315

3.8.1.1.

Einführung

3-315

3.8.1.2.

Funktionsweise der Synchronisation

3-315

3.8.1.3.

Funktionsweise der Datenübertragung

3-315

3.8.1.4.

Auswirkungen von Übertragungsfehlern

3-316

3.8.2.

Leitungs-Differentialschutz

(Diff-Leitung)

3-319

3.8.2.1.

Einstellhinweise für Leitungen mit Trafo in der Schutzzone

3-325

3.8.2.2.

Einstellhinweise für Leitungen ohne Trafo in der Schutzzone

3-337

3.8.3.

Binärsignalübertragung

(FernBinär)

3-343

REL 316*4

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3.

EINSTELLUNG DER FUNKTIONEN

3.1.

Allgemeines

3.1.1.

Bibliothek und Einstellungen

REL 316*4 bietet eine umfangreiche Bibliothek an Schutz- und Steuerfunktionen für den umfassenden Schutz von Leitungen.

Die Einstellungen erfolgen anwenderfreundlich mit Hilfe eines Personal Computers.

Der Umfang an aktiven Schutz- und Steuerfunktionen in einem REL 316*4 wird begrenzt durch die verfügbare Rechenkapazität der Hauptrechnereinheit.

Das Bedienprogramm überprüft, ob die zur Verfügung stehende Rechenleistung ausreichend ist und meldet andernfalls einen Fehler.

Die maximal mögliche Anzahl Schutzfunktionen ist 48.

Die tatsächlich aktiven Funktionen werden durch die Einstellun- gen und den Software-Schlüssel bestimmt. Durch dieses Konzept wird es möglich, den vielfältigen Anforderungen an die Schutzkonfiguration gerecht zu werden:

Es sollen nur die tatsächlich gewünschten Funktionen aktiviert werden. Jede Funktion erfordert einen Rechen- aufwand, der sich auf die Auslösezeit auswirken kann.

Viele Funktionstypen können mehrfach angewendet werden, z.B.

zur Realisierung mehrerer Stufen (mit gleichen oder unter- schiedlichen Ansprechwerten und Zeitverzögerungen)

zur Anwendung auf verschiedenen Eingangskanälen.

Einige Funktionen können hingegen pro Parametersatz nur einmal konfiguriert werden:

Binärsignalübertragung

Störschreiber

Entprellen

VDEW6.

Die Funktionen, die im gleichen Parametersatz aktiv sind, können logisch miteinander verknüpft werden, z.B. für Blockierungen.

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REL 316*4

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3.1.2.

Ablauf der Steuer- und Schutzfunktionen

3.1.2.1.

Repetitionsrate

Die Software des Schutzsystems steuert den Ablauf der einzel- nen Funktionen selbständig. Die Funktionen werden in einzelne Teilprogramme zerlegt und vom Rechner zyklisch abgearbeitet. Die Häufigkeit der Abarbeitung (Repetitionsrate) ist dabei ab- hängig von den technischen Anforderungen.

Für viele Funktionen dient dafür die für die Auslösung wesentli- che Verzögerungszeit: Je kürzer die geforderte Auslösezeit, um so höher die Repetitionsrate. Die typischen Beziehungen zwi- schen Verzögerungszeit und Repetitionsrate sind in Tabelle 3.1 beschrieben.

Repetitionsrate

Erläuterung

Verzögerungszeit

4

4 mal pro 20 ms 1)

 

< 40 ms 199 ms

2

2 mal pro 20 ms

40

1

1 mal pro 20 ms

200 ms

1) Bei 50 Hz oder 60 Hz

Tabelle 3.1 Typische Repetitionsrate der Schutzfunktionen

Die Repititionsraten einiger Funktionen sind von den Einstell- parametern unabhängig, z.B. hat die Distanzfunktion immer die Repetitionsrate 4, die Wiedereinschaltung 1.

Die Erfassung der binären Eingangssignale sowie das Setzen der Signal- und Auslöseausgänge erfolgt davon unabhängig mit der Abtastrate der Analogeingänge.

Da die einzelnen Schutzfunktionen zwar genügend schnell, aber doch zeitlich nacheinander ablaufen müssen, ergibt sich auch für ihre Ausgangssignale, wie 'Anlauf' oder 'Auslösung', eine gewisse zeitliche Streuung. Diese wird von der Repetitionsrate bestimmt, mit der die Funktion abläuft. Typische Werte zeigt

Tabelle 3.2.

Repetitionsrate

Streuung

4

-2

+5

ms

2

-2

+10

ms

1

-2

+20

ms

Tabelle 3.2

Zeitliche Streuung der Ausgangssignale von Schutz- funktionen in Abhängigkeit von ihrer Repetitionsrate

REL 316*4

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3.1.2.2. Rechenaufwand der Schutzfunktionen

Der Rechenaufwand einer Funktion wird durch folgende Ein- flussgrössen bestimmt:

Komplexität der eingesetzten Algorithmen. Diese Einfluss- grösse ist spezifisch für die jeweilige Schutzfunktion.

Repetitionsrate:

Je kürzer die Verzögerungszeit einer Schutzfunktion, umso höher ist gemäss Tabelle 3.1 die Repetitionsrate der Funk- tion. Der Rechenaufwand steigt annähernd proportional mit der Repetitionsrate.

Schon aktivierte Schutzfunktionen:

Das Schutzsystem ist in der Lage, bestimmte Zwischen- ergebnisse (Messwerte) einer Schutzfunktion mehrfach zu nutzen. Damit entsteht für weitere Stufen einer Schutz- funktion mit denselben Eingängen wie die erste Stufe im allgemeinen lediglich ein Rechenaufwand für den Vergleich mit dem Ansprechwert, nicht jedoch für die Messwert- aufbereitung.

Die Tabelle 3.3 zeigt den Rechenaufwand für die Schutzfunk- tionen im REL 316*4. Die Angaben sind Richtwerte in Prozent der Leistung einer fiktiven Hauptrechnereinheit.

Da sich bei einigen Funktionen der Rechenaufwand bei klein eingestellten Zeitverzögerungen t gemäss Tabelle 3.1 erhöht, muss teilweise ein Faktor 2 oder 4 berücksichtigt werden. Bei den Angaben für Funktionen mit mehreren Stufen muss die Stufe mit der kürzesten Zeitverzögerung als erste Stufe an- genommen werden.

Bei einem REL 316*4 steht eine Rechenleistung von 250% zur

Verfügung, sofern die Rechnereinheit 316VC61a bzw. 316VC61b

eingebaut ist. Dies trifft für alle Geräte mit der Frontbedien- einheit zu. Bei älteren Geräten mit der Rechnereinheit 316VC61 steht nur eine Rechenleistung von 200% zur Verfügung.

Die Rechnerbelastung kann im Untermenü 'Relaiseinstellungen auflisten' unter 'Programme auflisten' angeschaut werden. Die Rechnerbelastung wird für die vier Parametersätze in Promille angezeigt.

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Funktion

 

1. Stufe

2. oder höhere Stufen

Faktor für

(**)

1ph

3ph

1ph

3ph

t < 40 ms

t < 200 ms

Distanz (min.) Z< Anregung Rueckw. Stufe SpgWdlÜbw Gegenkomp Pendelsp.

 

50

   

20

5

3

15

HS-Distanz (min.)

70

Rueckw. Stufe

5

SpgWdlÜbw Gegenkomp

3

Pendelsp.

15

ErdFehlerIsol.

5

 

dto.

4

2

Wiedereinsch.

1

dto.

 

ErdFehlGeerdet2

10

dto.

4

2

I0-Invers

4

3

 

Strom

2

3

1

4

2

mit Inrushblockierung

5

5

4

2

Strom-Invers

4

7

3

 

StromRichtung

19

dto.

4

2

StromInvRichtng

21

dto.

 

Spannung

2

3

1

4

2

Leistung

5

14

3

8

2

Übertemperatur

12

15

 

dto.

 

SynchroCheck

16

dto.

 

2

SchalterVersag.

34

46

dto.

 

FUPLA

1/ 2/ 4 (***)

(*)

VDEW6

1

(*)

Logik

4

dto.

Verzögerung

8

dto.

Entprellen

0.1

(*)

Analog RIO Trig

2

 

4

2

LDU Ereignisse

4

 

dto.

 

UIfPQ

5

dto.

MessModul

   

Analogwerte

 

10

 

dto.

Zähler

8

dto.

Pruefung I3ph

5

dto.

Pruefung U3ph

5

dto.

Störschreiber

   

ohne Binäreingänge

 

20

 

(*)

mit Binäreingängen

40

(*)

Diff-Leitung

50

dto.

FernBinär

8

(*)

(*) nur einmal parametrierbar

(***) je nach 'Wiederh.Rate' (tief / mittel / hoch)

(**) immer 1 für Verzögerunszeiten 200 ms

Tabelle 3.3

Rechenaufwand der Schutzfunktionen (Angaben in Prozent)

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Beispiel:

Tabelle 3.4 zeigt für eine einfache Konfiguration des Schutz- systems mit 4 aktivierten Funktionen den Rechenaufwand ge- mäss Tabelle 3.3. Die Funktionen 1 und 2 benutzen dieselben analogen Eingänge; damit ist der Aufwand für Funktion 2 auf den Wert für eine 2. Stufe reduziert.

Funktion

Eingangs-

 

Einstellungen

Prozent

Nr.

Typ

Kanal

Phasen

Ansprechw.

Zeit

inkl. Faktor

1

Strom

1 (,2,3)

3ph

10,0 I N

30 ms

3% x 4 = 12%

2

Strom

1 (,2,3)

3ph

2,5 I N

100 ms

1% x 2 =

2%

3

Strom

4

1ph

3,5 I N

300 ms

2% x 1 =

2%

4

Spannung

7

1ph

2,0 U N

50 ms

2% x 2 =

4%

Gesamt

20%

Tabelle 3.4

Beispiel für die Berechnung des Rechenaufwands

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3.1.2.3. Rechenaufwand der Steuerfunktion

Der Rechenaufwand der Steuerfunktion kann nicht direkt in Pro- zenten der Gesamtrechenleistung angegeben werden. Neben der Codegrösse bestimmt die Art der Steuerlogik den Rechen- aufwand.

Die Belastung des Hauptrechners durch Schutz- und Steuer- funktionen muss nach dem Laden im Menüpunkt 'Messwert- verarbeitung', 'Wandlerkanäle anzeigen' überprüft werden.

Die Zahl rechts unten im Fenster ( 3200) ist ein Mass für die Rechnerbelastung. Mit allen Funktionen aktiv, d.h. keine Funk- tion darf blockiert sein, darf 20'000 nicht überschritten werden. Die Zahl ist im normalen Betriebszustand des Gerätes, das heisst nicht während einer Auslösung, abzulesen.

Die Zykluszeit des High-priority tasks ist auf 20 ms (Default) zu

stellen (s. Abschnitt 3.6.1.1. Dokumentation der Einstellparameter FUPLA).

Damit ist die korrekte Abarbeitung der Schutz- und Steuerfunk- tionen garantiert.

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3.2.

Ein- und Ausgänge der Steuer- und Schutzfunktionen

3.2.1.

Wandlereingänge

(s.a. Abschnitt 5.5.4.1.)

Das System kann 3 Typen von Eingangswandlern enthalten, die wiederum für verschiedene Nennwerte verfügbar sind:

Schutz-Stromwandler

Mess-Stromwandler (Ringkernwandler)

Spannungswandler.

Die Anzahl und Konfiguration dieser Wandler ergibt sich ent-

weder aus dem Wandler-Konfigurations-Code K freien Eingabe der Wandlertypen bei K=0.

Die von den Eingangswandlern gelieferten Ströme und Span- nungen werden auf dem Analogteil der Hauptrechnereinheit digitalisiert, bevor die Werte von den Schutzfunktionen weiter verarbeitet werden.

Jeder Kanal ist entweder als 1phasig oder 3phasig deklariert:

oder aus der

Ströme:

3phasig, Schutz-Stromwandler

1phasig, Schutz-Stromwandler

1phasig, Mess-Stromwandler (Ringkernwandler)

Spannungen:

3phasig, Schaltung in Stern

1phasig.

Eine Schutzfunktion kann nur 3phasig verwendet werden, wenn eine entsprechende 3phasige Gruppe von Wandlergeingangs- kanälen vorhanden ist.

Alle Einstellungen der Schutzfunktionen beruhen grundsätzlich auf den Eingangswerten des REL 316*4 (Sekundärwerte). Eine feine Anpassung der Nennwerte an die primären Grössen ist jedoch möglich durch die Einstellung von Referenzwerten der analogen Eingänge.

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3.2.2. Binäre Eingänge

(s.a. Abschnitt 5.5.4.4.)

Das REL 316*4 kennt folgende binäre Grössen:

^

FALSE = logisch "0" (fester Wert)

^

TRUE = logisch "1" (fester Wert) Binärwerte der binären Eingabe (316DB6.) Binärwerte der Steuer- und Schutzfunktionen. Sie sind durch Angabe der Funktionsnummer und des entsprechenden Meldeausganges definiert. Binärwerte von der übergeordneten Stationsleitebene Binärwerte von dezentralen Eingabeeinheiten (500RIO11) Binärwerte von Interlocking-Daten.

Alle diese binären Grössen können als binäre Eingänge der Steuer- und Schutzfunktionen parametriert werden.

Alle eingestellten Binäradressen können direkt oder invertiert verwendet werden.

3.2.3. Meldeausgänge

(s.a. Abschnitt 5.5.4.2.)

Die Meldeausgänge der Steuer- und Schutzfunktionen bieten folgende Möglichkeiten:

Ausgabe auf Meldeleuchtdiode

Ausgabe auf Melderelais

Aufzeichnung als Ereignis

Ausgabe auf Auslöserelais

Ausgabe an die Kommunikationsschnittstelle

Ausgabe auf dezentrale Ausgabeeinheiten (500RIO11)

Ausgabe auf Interlocking-Daten.

Für die Ausgabe auf Melderelais und -leuchtdiode gilt:

Jedes Melderelais und jede Leuchtdiode kann nur von einer Meldung benutzt werden. Jedes Melderelais und jede Leuchtdiode kann individuell auf Selbsthaltung parametriert werden.

Von jeder Meldung können maximal 2 Ausgänge angesteuert werden, z.B.:

2 Melderelais

1 Melderelais und 1 Leuchtdiode

1 Melderelais und 1 Auslöserelais.

Je eine Ausgabe an die Kommunikationsschnittstelle, auf de- zentrale Ausgabeeinheiten und auf Interlocking-Daten, sowie die Ereignisaufzeichnung sind zusätzlich wählbar.

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Wichtige Meldungen sind doppelt ausgeführt z.B. ‘GeneralAUS' und ‘GeneralAUS2’.

3.2.4.

Auslösungen

(s.a. Abschnitt 5.5.4.3.)

Alle Schutzfunktionen können ihre Auslösebefehle direkt auf die Auslöserelais leiten. Dies geschieht in Form einer Auslöse- matrix, die auf jeden Auslösekanal zugreifen kann. Jeder Aus- lösekanal kann von beliebig vielen Schutzfunktionen über die Auslösematrix aktiviert werden.

Auslöserelais besitzen nur die binären Ein- / Ausgabeeinheiten 316DB61 und 316DB62. Auf jedem Einschub stehen zwei Aus- löserelais mit je zwei Kontakten zur Verfügung.

3.2.5.

Messwerte

(s.a. Abschnitt 5.7.)

Die analogen Messwerte der Schutzfunktionen im REL 316*4 werden nicht nur intern verarbeitet, sondern sind auch nach aussen sichtbar durch:

Messwertanzeige:

 

Über die Kommunikationsschnittstelle können die Messwerte aller Schutzfunktionen der übergeordneten Stationsleitstelle zur Verfügung gestellt werden. Mittels der Bedieneinheit (Personal Computer) oder an der Frontbedieneinheit können die Messwerte aller Schutz- funktionen Vorort angezeigt werden. Die Messung bezieht sich auf die sekundären Grössen am Eingang des REL 316*4.

 

Ereignisspeicherung:

 

Der Messwert einer Schutzfunktion im Moment ihrer Aus- lösung wird als Ereignis abgespeichert.

3.3.

Frequenzbereich

Die Schutzfunktionen sind für die Nennfrequenzen f N = 50 Hz oder 60 Hz ausgelegt; der Wert ist einstellbar. Die im System verwendeten Schutzalgorithmen arbeiten bei Nennfrequenz f N optimal. Bei Abweichungen von der Nennfrequenz ergeben sich zusätzliche Fehler.

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3.4.

System Einstellparameter

3.4.1.

Hardwarekonfiguration

Parameter-Zusammenfassung:

Text

Einheit

Default

Min.

Max.

Schritt

Nennfrequenz

Hz

50

50

60

10

A/D

auf VC61

(Auswahl)

AD Konfig

K

00

00

99

1

Einschub 1

Unbenutzt

(Auswahl)

Einschub

2

Unbenutzt

(Auswahl)

Einschub

3

Unbenutzt

(Auswahl)

Einschub

4

Unbenutzt

(Auswahl)

SWVers SX

X

(Auswahl)

SWVers S.XXX

100

1

999

1

Erläuterung der Parameter:

Nennfrequenz Bestimmt die Nennfrequenz:

50 Hz oder 60 Hz.

A/D Bezeichnet den Typ der Analog/Digital-Umsetzereinheit

Beim Leitungsdifferentialschutz muss je nach der eingesetzten Analog/Digital-Umsetzereinheit „EA62…“ bzw. „EA63…“ gewählt werden:

auf VC61:

A/D-Wandlung auf 316VC61a bzw.

 

316VC61b

EA6. MasterK:

Kurze Datenübertragungsdistanz

EA6. SklaveK:

Kurze Datenübertragungsdistanz

EA6. MasterL:

Lange Datenübertragungsdistanz

EA6. SklaveL:

Lange Datenübertragungsdistanz

EA6. MstFoxK:

Kurze Datenübertr. mit FOX

EA6. MstFoxL:

Lange Datenübertr. mit FOX

EA6. SlvFoxK:

Kurze Datenübertr. mit FOX

EA6. SlvFoxL:

Lange Datenübertr. mit FOX.

Die Einstellung der Datenübertragungsdistanz richtet sich nach der Dämpfung des Lichtwellenleiters (LWL) der Über- tragungsstrecke zwischen den beiden Geräten. Bei der Zwischenschaltung von FOX-Übertragungsgeräten

ist die Datenübertragungsstrecke zwischen RE.316*4 und FOX massgebend.

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Die eingestellte Datenübertragungsdistanz beeinflusst die Sendeleistung der Sendediode. Sie ist so zu wählen, dass die

Empfängerdiode auf der Gegenseite nicht übersteuert wird.

Für eine korrekte Einstellung, müssen bei der Inbetriebset- zung die optischen Pegel nachgemessen werden. Die Sen- deleistung muss in den, in der nachfolgenden Tabelle ange- gebenen Bereichen liegen (MM = Multimode-LWL 50/125 m, SM = Singlemode-LWL 9/125 m):

   

Einstellung

 

LWL Typ

EA6

K

EA6

L

MM

-26

-20 dBm

-16

-13 dBm

SM

-32

-22 dBm

-20

-17 dBm

Die Einstellung ist so zu wählen, dass mit der erwarteten Dämpfung der Übertragungsstrecke die optische Empfangs-

leistung auf der Gegenseite im Bereich -34dBm

-22dBm

liegt. Die Einhaltung dieses Bereiches für die Empfangs- leistung ist ebenfalls durch eine Messung zu überprüfen.

Hinweise:

Beim Messen der Ausgangsleistung ist darauf zu achten, dass für die Messung der selbe LWL Typ verwendet wird, welcher auch in der Übertragungs- strecke zur Anwendung kommt.

Es muss immer ein Gerät als Master (bzw. ‘MstFox’) und die Gegenstation als Sklave (bzw. ‘SlvFox’) konfiguriert werden.

Es muss immer an beiden Enden die gleiche Daten-

übertragungsdistanz, also entweder 'EA62

'EA62

Wenn eine Analog/Digital-Umsetzereinheit des Typs 316EA62 vorhanden ist, so muss der Parameter ‘A/D’

auf ‘EA62

Verbindung noch nicht in Betrieb ist.

K'

oder

L',

eingestellt werden.

eingestellt werden, auch wenn die LWL-

AD Konfig K Bezeichnet die Variante der Wandlereinheit:

0

17:

K0: Wandler frei wählbar

K1

K9:

ohne Leitungsdifferentialschutz

K15

K17:

mit Leitungsdifferentialschutz.

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Die Einstellung dieses Parameters muss vor der Kon- figuration der Schutzfunktionen erfolgen, und kann nach- träglich nicht mehr geändert werden. Diese Einstellung muss mit dem Typ der Wandlereinheit im Gerät überein- stimmen. Eine Überprüfung der Hardware findet nicht statt.

Eine Zusammenstellung der Codes der Wandlereinheiten findet man im Datenblatt (s. Griff 8).

Einschub1

Bestimmt den Typ der Ein- / Ausgabekarte in Platz 1. Unbenutzt, 316DB61, 316DB62 oder 316DB63.

Einschub2

Bestimmt den Typ der Ein- / Ausgabekarte in Platz 2. Unbenutzt, 316DB61, 316DB62 oder 316DB63.

Einschub3

Bestimmt den Typ der Ein- / Ausgabekarte in Platz 3. Unbenutzt, 316DB61, 316DB62 oder 316DB63.

Einschub4

Bestimmt den Typ der Ein- / Ausgabekarte in Platz 4. Unbenutzt, 316DB61, 316DB62 oder 316DB63.

SWVers SX Bezeichnet den ersten Teil (Buchstabe) des Software Codes.

SWVers S.XXX Bezeichnet den zweiten Teil (Ziffer) des Software Codes.

Eine Zusammenstellung der Schutzfunktionen nach Software Codes findet man im Datenblatt (s. Griff 8).

3.4.2. Eingabe der Wandlerkanäle

(s.a. Abschnitt 5.5.5.)

Typ ändern

Wenn in der Hardware-Konfiguration K=00 gesetzt ist, können die Wandlerkanäle in beliebiger Reihenfolge eingegeben wer- den. Voraussetzung ist, dass ein entsprechendes Wandlermodul vorhanden ist.

Nennwert

Die Nennwerte der Strom- und Spannungswandler im Wandler- modul werden eingegeben (1 A, 2 A, 5 A, 100 V, 200 V). 3phasige Wandlerkanäle übernehmen den Wert der Phase R.

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Damit die Auflösung der Impedanzeinstellungen der Distanz- funktion für einen Nennstrom von 5 A vernünftig ist, werden die Impedanzeinstellbereiche bei 5 A automatisch um den Faktor 10 verkleinert.

Die Einstellung der Nennwerte muss deshalb am Anfang gemacht werden, vor denjenigen der Distanzschutzfunktion und darf nachher nicht mehr geändert werden. Einstellhinweis für den Leitungsdifferentialschutz:

Die Nennstromeinstellung der Kanäle von der Gegenseite (Kanal 7 bis 9) muss mit dem Nennstrom der Wandler der Gegenstation übereinstimmen.

Primär/Sekundär-Verhältnis

Diese Werte haben nur eine Bedeutung in Zusammenhang mit dem IEC60870-5-103-Protokoll. 3phasige Wandlerkanäle über- nehmen den Wert der Phase R.

Referenzwert ändern

Die Referenzwerte der Wandlerkanäle ermöglichen die Anpas- sung der Gerätenennwerte an Objektnennwerte. Sie können in einem Bereich von 0.5 bis 2 eingestellt werden. 3phasige Wandlerkanäle übernehmen den Wert der Phase R.

Beispiel: Nennspannung = 110 V.

Spannungskanal-Referenzwert = 110 V 1100

V

100

,

Auswirkungen der veränderten Referenzwerte:

Die Einstellwerte bei den Schutzfunktionen (Parameter mit der Einheit 'IN' oder 'UN') werden automatisch den neuen Refe- renzwerten angepasst. Eine Ausnahme bilden die Impedanz- werte der Distanzfunktion. Hier verändert nur die Anpassung der Nennströme den Ansprechwert der Impedanzen. Aus diesem Grunde sollten die Referenzwerte der Stromkanäle nicht ver- ändert werden.

Kommentar ändern

Ein Anwender-Kommentar kann für jeden einzelnen Kanal ein- gegeben werden. Dieser wird zusammen mit dem Kanaltyp angezeigt, wenn der Wandlereingangsparameter einer Schutz- funktion angewählt ist.

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3.4.3. Eingabe der Kommentare für Binäreingänge und -ausgänge

(s.a. Abschnitt 5.5.5.)

Ein Anwender-Kommentar kann für jeden einzelnen Binärein- gang, Melde- und Auslöseausgang eingegeben werden. Dies geschieht mit den Untermenüs BINÄRKANÄLE ÄNDERN, AUSLÖSEKANÄLE ÄNDERN und MELDEKANÄLE ÄNDERN.

3.4.4. Maskierung der Binäreingänge, Eingabe der Selbsthaltung und Definition von Doppelmeldungen

(s.a. Abschnitt 5.5.5.)

Die Binärkanäle können im Untermenü BINÄRKANÄLE ÄNDERN

maskiert werden, sodass sie nicht mehr in der Ereignisliste erscheinen.

Jede LED, jedes Melde- und Auslöserelais kann in den Unter- menüs MELDEKANÄLE ÄNDERN bzw. AUSLÖSEKANÄLE ÄNDERN separat in Selbsthaltung versetzt werden. Die Selbsthaltung der LEDs ist jedoch nur aktiv, wenn auch der Parameter 'LEDSigModus' für Selbsthaltung parametriert ist. Es gilt zu beachten, dass die grüne LED1 (Bereitschaftsmeldung des Gerätes) keiner Selbsthaltung unterliegt.

Jeweils zwei aufeinanderfolgende Binärkanäle können im Unter-

menü BINÄRKANÄLE ÄNDERN zu einer Doppelmeldung zusam-

mengefasst werden. Bis zu 30 solcher Doppelmeldungen können definiert werden. Für jede Doppelmeldung kann wahlweise eine Laufzeitüberwachung aktiviert werden.

3.4.5. Bearbeiten der Systemfunktionen

(s.a. Abschnitt 5.5.6.)

Die Systemfunktionen umfassen Einstellungen, die für alle Schutz- und Steuerfunktionen im Gerät gemeinsam gelten:

Ein- und Ausgänge des Systems

Name des Systems

Passwort.

REL 316*4

1MRB520050-Ude / Änd. F

ABB Schweiz AG

3.4.5.1. Ein- /Ausgänge ändern Parameter - Zusammenfassung:

Text

Einheit

Default

Min.

Max.

Schritt

LEDSigModus

 

Summ. alles

(Auswahl)

   

ParamBestät.

ein

(Auswahl)

SynchDurchPC

ein

(Auswahl)

RelaisBereit

Meldung

GeneralAUS

Meldung

ER

GeneralAUS2

Meldung

GeneralAnl.

Meldung

ER

GeneralAnl2

Meldung

InjTstAusg.

Meldung

Test aktiv

Meldung

MMK aktiv

Meldung

ER

InjTstFreig.

Binärwert

F

ExtRueckstell

Binärwert

F

FreigTest

Binärwert

T

Fern-Einst.

Binärwert

F

ParSatz2

Binärwert

F

ParSatz3

Binärwert

F

ParSatz4

Binärwert

F

ParSatz1

Meldung

ER

ParSatz2

Meldung

ER

ParSatz3

Meldung

ER

ParSatz4

Meldung

ER

Modemfehler

Meldung

ER

Quitt.Taste

Meldung

ER

MVB_PB_Warn

Meldung

ER

MVB_PB_Alarm

Meldung

ER

PB_BA1Bereit

Meldung

ER

PB_BA2Bereit

Meldung

ER

PB_BA3Bereit

Meldung

ER

PB_BA4Bereit

Meldung

ER

PB LA Fehler PB LB Fehler

Meldung

ER

Meldung

ER

ABB Schweiz AG

REL 316*4

1MRB520050-Ude / Änd. F

Erläuterung der Parameter:

LEDSigModus Wählt den Anzeigemodus der Melde-LED Signalisierung:

SummAlles Die Meldungen werden nicht resetiert, sondern akku- muliert. Es muss darauf geachtet werden, dass Mel- dungen von verschiedenen Ereignissen überlagert werden können.

LöschBeiAnl Reset mit 'GeneralAnl.' Die Melde-LEDs werden resetiert, wenn der Anlauf an- spricht. Alle nachfolgenden Meldungen werden angezeigt und entsprechend gehalten, d.h. dass die Meldungen immer mit dem letzten Fehler übereinstimmen.

LöschBeiAUS Reset mit 'GeneralAnl.' Bei jedem Ansprechen des Anlaufs werden die letzten Meldungen resetiert. Neue Meldungen werden nur ange- zeigt und gehalten, wenn eine Auslösung stattfindet.

KeinSlbsthlt Keine Selbsthaltung der LED Meldungen.

In allen 3 Selbsthaltungs-Modi können die LEDs resetiert werden, indem der 'Latch-Reset' im 'RESET-Menü' der lokalen Bedieneinheit aktiviert wird, oder der Binäreingang 'ExtReset' kurz angesteuert wird. Die Selbsthaltung ist nur für diejenigen LEDs wirksam, die gemäss Abschnitt 3.4.4. für Selbsthaltung konfiguriert sind.

ParamBestät. Schaltet die Parameterbestätigung ein/aus.

Mit der Taste < > kann bestätigt werden, mit <ESC> korrigiert.

SyncDurchPC Schaltet die Synchronisierung der REL316*4-Uhr durch den PC, beim Start der MMK, ein/aus.

RelaisBereit Meldung für 'Gerät betriebsbereit'.

GeneralAUS, GeneralAUS2 (s.a. Abschnitt 5.5.4.3.)

Meldungen für 'Allgemeine Auslösung'. Die Meldungen sind eine ODER-Verknüpfung aller Auslösesignale, die der Auslösematrix zugeordnet sind.

REL 316*4

1MRB520050-Ude / Änd. F

ABB Schweiz AG

GeneralAnl., GeneralAnl2 (s.a. Abschnitt 5.5.4.2.) Meldungen für 'Allgemeinen Anlauf'. Die Meldungen sind eine ODER-Verknüpfung aller Anlauf- signale, die für Ereignisverarbeitung parametriert sind.

InjTstAusg. (s.a. Abschnitt 7.7.1.3.)

Auslösemeldung für das Prüfgerät. Wenn das Gerät in den Prüfmodus gesetzt wurde, ist der Meldung ‘InjTstAusg.’ das Signal ‘AusLS’ der Distanzfunktion zugeordnet. Es ist zu beachten, dass nur ein Ausgang bestimmt werden soll, obwohl es möglich ist zwei zuzuteilen. Die Meldung ist normalerweise dem Signalrelais S102 zugeteilt.

Test aktiv (s.a. Abschnitt 5.9.)

Meldet, dass sich das Gerät im Testmodus befindet. Die Meldung wird gesetzt, solange in der MMK das Menü ‘Test-Funktionen‘ geöffnet ist.

MMK aktiv Meldet, dass der Bedien-PC angeschlossen und aktiv ist.

InjTstFreig (s.a. Abschnitt 7.7.1.3.)

Eingang für die Umschaltung in den Prüfmodus. Er wird normalerweise zusammen mit dem Prüfgehäuse Typ XX93

oder 316 TSS 01 gebraucht und ist normalerweise dem Bi- näreingang OC 101 zugeteilt. Wird das Prüfsteckergehäuse Typ XX93 verwendet, so muss dieser Eingang invertiert werden.

F:

- im Betriebszustand

T:

- im Prüfzustand

xx:

- alle binären Eingänge.

Achtung:

Die Bereitschaftsmeldung des Gerätes (grüne LED 1) wird von einem aktiven Eingang nicht beeinflusst. Die Baudrate der MMK-Schnittstelle wird bei aktiviertem Eingang auf 9600bps umgeschaltet.

Eingang nicht beeinflusst. Die Baudrate der MMK-Schnittstelle wird bei aktiviertem Eingang auf 9600bps umgeschaltet.

ExtRückstell

Eingang für die externe Rückstellung der Selbsthaltung der Leuchtdioden und Relais

F:

- keine externe Rückstellung

xx:

- alle binären Eingänge.

ABB Schweiz AG

REL 316*4

1MRB520050-Ude / Änd. F

FreigTest Eingang für die Freigabe der MMK gesteuerten Test- Funktionen:

F:

- Test-Funktionen blockiert

T:

- Test-Funktionen freigegeben

xx:

- alle binären Eingänge.

Fern-Einst. (s.a. Abschnitt 5.11.1.)

Eingang für die Umschaltung der Parametersätze.

F:

- Umschaltung der Parametersätze nur über die

binären Eingänge "ParSatz 2

4"

T:

- Umschaltung der Parametersätze nur über die

xx:

Stationsleittechnik - alle binären Eingänge.

ParSatz2

ParSatz4

(s.a. Abschnitt 5.11.1.)

Eingänge für die Umschaltung der Parametersätze.

ParSatz1

ParSatz4

(s.a. Abschnitt 5.11.1.)