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RE. 216 1MDU02005-DE / 3 / Änd. I

ABB Schweiz AG

3.5.8. Abhängig verzögerter Überstromschutz (Strom-Invers)

A. Anwendung

Überstromfunktion mit stromabhängiger Verzögerung.

B. Merkmale

Auslösekennlinie (s. Bild 3.5.8.1) nach British Standard B.S. 142 mit

c

= 0.02 : normal inverse

c

= 1

: very inverse und long time earth fault

c

= 2

: extremely inverse

RXIDG : logarithmische Zeitcharakteristik. Unterdrückung von Gleichstromkomponenten

Unterdrückung von Oberschwingungen

Erweiterter Einstellbereich gegenüber British Standard B.S. 142.

C. Ein- und Ausgänge

I. Wandlereingänge:

Strom

II. Binäre Eingänge:

Blockierung

III.

Binäre Ausgänge:

Anlauf

Auslösung

IV.

Messwerte:

Stromamplitude.

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D. Dokumentation der Einstellparameter - Strom-Invers

Parameter - Zusammenfassung:

Text

Einheit

Default

Min.

Max.

Schritt

CPU-Nr.

 

CPU1

 

(Auswahl)

 

ParSatz4 1

P1

(Auswahl)

AUS 01-08

00000000

   

AUS 09-16

00000000

AUS 17-24

00000000

AUS 25-32

00000000

c-Wert

1.00

 

(Auswahl)

k1-Wert

s

013.5

0.01

200.0

0.01

I-Start

IB

1.10

1.00

4.00

0.01

t-min

s

00.00

0.0

10.0

0.1

Phasenzahl

1

1

3

2

Stromkanal

Wandlereing.

00000

IB-Wert

IN

1.00

0.04

2.50

0.01

Blockierung

Binaerwert

F

AUS

Meldung

ER

Anlauf

Meldung

ER

Erläuterung der Parameter:

CPU-Nr. Definiert, auf welchen Verarbeitungsgeräten die Funktion abläuft.

ParSatz 4 1 Die Einstellung dieses Parameters bestimmt, in welchem Parametersatz die entsprechende Funktion aktiv ist (s.a. Abschnitt 5.11.).

AUS 01-08 Definiert die Auslösekreise, auf die der Auslöseausgang der Funktion wirkt (Matrix).

AUS 09-16 Entsprechend AUS 01-08 (nur bei vorhandenem Auslöse- gerät).

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AUS 17-24 Entsprechend AUS 01-08 (nur bei vorhandenem Auslöse- gerät).

AUS 25-32 Entsprechend AUS 01-08 (nur bei vorhandenem Auslöse- gerät).

c-Wert

Bestimmt die Auslösecharakteristik, inverse oder

logarithmisch (0.02

2.00

inverse, RXIDG logarithmisch).

k1-Wert

Multiplikationsfaktor.

I-Start Ansprechwert (Anlauf der Auslösecharakteristik).

t-min Minimale Auslösezeit, Konstante der Auslösecharakteristik.

Phasenzahl Definiert die Anzahl der überwachten Phasen.

Stromkanal Definiert den Wandlereingangskanal. Einstellbar sind alle Stromeingänge. Bei 3phasiger Funktion muss der erste Kanal (Phase R) der gewählten Dreiergruppe angegeben werden.

IB-Wert Bezugsstrom, zur Berücksichtigung von Abweichungen ge- genüber dem Nennstrom I N .

Blockierung

Bezeichnet den Eingang für das externe Blockieren der Funktion.

F:

-

nicht benutzt

T:

-

Funktion immer blockiert

xx:

-

alle binären Eingänge (oder Ausgänge von Schutzfunktionen).

AUS Ausgang für die Signalisierung der Auslösung.

Anlauf Ausgang für die Signalisierung des Anlaufs.

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E. Einstellhinweis

Einstellwerte:

Bezugsstrom

IB-Wert

Freigabestrom der Relaisfunktion

I-Start

Wahl der Relaischarakteristik

c-Wert

Multiplikationsfaktor k1-Wert

Der abhängig verzögerte Überstromschutz schützt Trans- formatoren sowie Leitungen und Verbraucher des Eigen- bedarfsnetzes vor Störungen, die einen Überstrom verursachen, wie Kurzschlüsse und Erdschlüsse. Der Schutz reagiert prak- tisch nur auf die Grundwelle.

Bezugsstrom "IB-Wert"

Bei den abhängigen Überstromrelais gibt es keinen Einstellwert des Ansprechstromes wie bei den unabhängigen Relais. Statt dessen kann die Lage der Relaischarakteristik so gewählt wer- den, dass sie über dem Betriebsstrom liegt. Zu diesem Zweck wird ein Relais-Bezugsstrom IB eingeführt, der dem Betriebs-

strom des geschützten Objektes I B1 entspricht. Der Bezugsstrom

IB bestimmt die Lage

der

Relaischarakteristik.

Durch

seine

Überschreitung um einen bestimmten Betrag (durch "I-Start") wird die Relaisfunktion freigegeben. Die Einstellung des Bezugs- stromes IB nach dem Betriebsstrom I B1 des Schutzobjektes, statt

nach dessen Nennstrom, ermöglicht bei

I B1 < Schutzobjekt-Nennstrom :

I B1 > Schutzobjekt-Nennstrom :

Schutz mit erhöhter Emp- findlichkeit

Ausnützen thermischer Reserven im Schutzobjekt.

Beispiel:

Betriebsstrom des geschützten Objektes Stromwandler-Nennströme

Relaisnennstrom

Relais-Bezugsstrom

IB

I

N

2

5

I

800

B 1

I

N

1

1000

4 A

I B1

I N1

I N2

I N

800 A

= 1000 A

5 A

5 A

=

=

=

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Einstellwert

IB

I N

4

5

0,8

Freigabe der Relaisfunktion "I-Start"

Die stromabhängige Funktion des Relais wird freigegeben, wenn der Strom "I-Start" erreicht und überschritten wurde. Die übliche Einstellung von "I-Start" ist 1,1 I B .

Wahl der Relaischarakteristik "c-Wert"

Die Konstante c definiert die Form der stromabhängigen Cha-

rakteristik. Die nach der B.S. 142 definierten Charakteristiken werden wie folgt eingestellt:

"normal inverse"

:

c = 0.02

"very inverse" und "long time earth fault" :

c = 1.00

"extremely inverse"

:

c = 2.00

"logarithmisch"

:

c = RXIDG

: c = 2.00 "logarithmisch" : c = RXIDG Bild 3.5.8.1 Auslösekennlinie Strom-Invers nach B.S. 142

Bild 3.5.8.1

Auslösekennlinie Strom-Invers nach B.S. 142

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Die logarithmische Charakteristik RXIDG ist in Bild 3.5.8.2 definiert.

I Start /I B 14 7 6 5 4 t [s] 3 t [s] =
I Start /I B 14
7
6
5
4
t [s]
3
t [s] = 5,8 - 1,35
ln (I /
I B )
2
1
0

t = t min

01234567

I=I B

I / I N

Bild 3.5.8.2 Auslösekennlinie RXIDG

Multiplikationsfaktor "k1-Wert"

Die durch den Parameter c gewählte Invers-Charakteristik kann durch den Multiplikationsfaktor "k1-Wert" verschoben werden, ohne die Form zu verändern. Damit können die Auslösezeiten von Invers-Relais gestaffelt werden.

Z.B. bei der Charakteristik "very inverse" ist die Konstante c = 1 und der Faktor k1 gleich oder kleiner als 13,5. Die Auslösezeit t ist durch die Gleichung

t

k 1

I

I B

1

definiert. Wenn die Relais z.B. bei 6fachem Betriebsstrom I B in Stufen von 0,5 s gestaffelt werden sollen, dann bedeutet es, den Faktor k1 nach der Formel

k1 = 5 t

zu berechnen.

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Wir bekommen für Zeiten zwischen 0,5 und 2,5 s folgende Einstellwerte k1:

t[s]

k1[s]

0,5

2,5

1

5

1,5

7,5

2

10

2,5

12,5

Die nach der BS 142 definierten Charakteristiken werden wie folgt eingestellt:

"normal inverse" "very inverse" "extremely inverse" "long time earth fault"

Der Multiplikationsfaktor k1 hat in der RXIDG Charakteristik keinen Einfluss.

: k1 = 0.14 s : k1 = 13,5 s : k1 = 80 s : k1 = 120 s.

Richtwerte:

IB-Wert

ist zu berechnen

I-Start

1.1 IB

c-Wert

anlagenbedingt

k1-Wert

ist zu berechnen

t-min

0.00