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ShortBooks

„Wissen ist Macht“

Brainrunning
Der Weg zur körperlichen und geistigen Höchstleis-
tung
von Jürgen Petersen

Taschenbuch: 117 Seiten


Verlag: Videel
Erscheinungsjahr: 2001
ISBN: 3-89906-190-X
Preis: 8,70 €

Hauptaussagen
Der Säbelzahntiger ist an allem schuld.

Da wir heute viel älter werden als früher, sollten wir Gehirn und
„Denken Sie daran,
Körper fit halten, um frühzeitig der Altersdemenz vorzubeugen.
Ihr Körper ist Ihr
Freund! Wenn Sie ihm Brainrunning zeigt einen Weg auf, körperliche und geistige
Gutes tun, wird er sich Höchstleistungen zu erbringen, indem man einfach nur auswen-
mit der Fähigkeit zu dig lernt und täglich läuft, ohne sich dabei zu überanstrengen.
körperlichen und geis-
tigen Höchstleistun- Um dem Körper Gutes zu tun, muss dafür gesorgt werden, dass
gen revanchieren.
Stress im Blut abgebaut und das Gehirn mit Sauerstoff verwöhnt
Beginnen Sie heute!
Eine Minute laufen
wird.
und einen Bundes-
staat der USA lernen. Indem man „merkwürdige“ Bilder konstruiert, ist man in der Lage,
Dann ist heute der sich auch alltägliche Dinge wie Einkaufslisten zu merken. Das ist
erste Tag vom Rest hilfreich im Alltag, verstärkt die Allgemeinbildung und trainiert das
Ihres Lebens!“ Gehirn.

Mit den entsprechenden Techniken macht Auswendiglernen


Spaß und das Laufen wird zu einem Bestandteil des täglichen
Lebens. Auch faule Menschen kommen auf ihre Kosten.

Erste Erfolge zeigen sich bald, nach vier Wochen hat man den
inneren Schweinehund überwunden und nach drei Monaten mag
man gar nicht mehr darauf verzichten.

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Rezension
„Sie haben sich ent- Ein fauler Bauer ohne medizinische Vorkenntnisse, so beschreibt Jürgen
schieden? Herzlichen Petersen sich selbst. Und dieser faule Bauer – faul zumindest in Bezug
Glückwunsch! [...] auf den Gedanken, sich selbst fit zu halten und etwas für das eigene
Falls Sie das Glück Wohlbefinden und ein längeres Leben zu tun – hat nun ein ungeheuer
haben und noch nie
gelaufen sind und es
anregendes und höchst unterhaltsames Buch darüber geschrieben, wie
jetzt einmal versuchen die Kombination von Gedächtnistraining und Laufen auf Dauer für eine
wollen, beneide ich bessere Gesundheit und mehr Erfolg im Leben sorgt. Und gerade diese
Sie um den tollen Er- persönliche Note bewirkt, dass das Buch Lust macht, die Tipps an sich
folg, den Sie in den selbst auszuprobieren und zu sehen, ob man nicht doch vielleicht älter,
nächsten Wochen gesünder und erfolgreicher werden kann. Es scheint so einfach, das ei-
verspüren werden. gene Gedächtnis zu trainieren. Und deshalb wird man nach der Lektüre
Und den ersten Schritt dieses Buches vermutlich auch nie wieder vergessen, dass die Haupt-
zum Erfolg machen stadt der Elfenbeinküste Yamoussoukro heißt. Die Liste mit den 192
Sie jetzt!“
Staaten der Erde und ihren Hauptstädten befindet sich übrigens im An-
hang.

ShortBook
Über den Verlust des Säbelzahntigers und die Folgen
Wenn es noch Säbelzahntiger gäbe, wäre dieses Buch überflüssig, da die
Menschen dann kaum älter als 65 Jahre würden. Dann sind sie nämlich
„Brainrunning ist der meistens zu alt, um sich vor dem Säbelzahntiger in Sicherheit zu bringen.
Weg zu einem schöne-
ren und erfolgreicheren
Da es nun keine Säbelzahntiger mehr gibt, können die Menschen wesent-
Leben. Dies wird durch lich älter werden, und damit fangen die Probleme an.
einen leistungsfähige-
ren Körper und ein Heute schon für’s Alter vorsorgen
trainiertes Gehirn er- 15 Jahre lang funktioniert das Gehirn im Durchschnitt auch dann noch
reicht.“ einwandfrei, wenn die körperliche Leistungsfähigkeit abnimmt. Aber jen-
seits der 80 Jahre hören die biochemischen Prozesse im Kopf allmählich
auf zu funktionieren. Von da an breitet sich Altersdemenz zunehmend aus.
40% aller Deutschen über 85 Jahre leiden daran. Die Chancen, dass die
Menschen bald alle wesentlich älter werden als 85 Jahre, stehen gut.
Dann muss aber dafür vorgesorgt werden, dass sie nicht alle mit ihren
allmählich nachlassenden Gehirnen vor sich hin vegetieren. Wer sein Ge-
hirn regelmäßig trainiert, der erhält zwar keine Garantie dafür, dass er von
Alterskrankheiten wie Alzheimer verschont bleibt, aber immerhin erhöht er
seine Chancen.

Ohne Flucht auf die Bäume wird es schwieriger


Auch an der Tatsache, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste
Todesursache der Deutschen sind, ist das Aussterben der Säbelzahntiger
schuld. Schlaganfall und Herzinfarkt haben mit Stress zu tun, Stress hat
mit der Ausschüttung von Adrenalin zu tun, und der Umstand, dass Adre-
nalin heute zu einem Problem wird, hat wiederum damit zu tun, dass der
Mensch nicht mehr vor dem Säbelzahntiger fliehen muss. Wenn der Sä-
belzahntiger um die Ecke kam, gab es auch Stress. Der wurde aber wäh-
rend der Flucht abgebaut, das Blut wurde von den Adrenalinmolekülen
gereinigt, und so konnte der Mensch nach einer gelungenen Flucht ohne
weiteres fettes Essen zu sich nehmen, ohne sich zu schaden. Es ist heut-
zutage jedoch nicht üblich, bei Stress in wilder Flucht aus dem Büro zu
hasten. Folglich werden die Adern auch nicht vom Adrenalin befreit, und
die Pommes rot-weiß bleiben an den Adrenalinmolekülen und den Verlet-
zungen der Adern haften.

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Brainrunning

Was soll das sein?


Um Adrenalin abzubauen und der Altersdemenz vorzubeugen, braucht es
Brainrunning. Brainrunning besteht aus dem regelmäßigen Training des
Gehirns und aus Laufen im Fettverbrennungspuls. Durch Brainrunning ist
der Körper in der Lage, über ein normales Maß hinaus Leistung zu brin-
gen.

Was ist der Fettverbrennungspuls?


Im Fettverbrennungspuls verbrennen die Muskeln Fett und nicht Kohle-
hydrate. Laufen ist eine der effektivsten Sportarten, um Fett zu verbren-
nen, da 70% der Muskeln mit der Fettverbrennung beschäftigt sind. Nahe-
zu jeder Mensch kann seinen Körper dazu bringen, den ganzen Tag über
und sogar in der Nacht Fett zu verbrennen. Und wer läuft, versorgt sein
Gehirn mit Sauerstoff. Dadurch wird es leistungsfähiger und verkalkt nicht
so leicht.

Gehirntraining bei jeder Gelegenheit


Um sein Gehirn zu trainieren, muss man nicht unbedingt am Schreibtisch
sitzen und büffeln. In diesem Buch werden Techniken beschrieben, die
das Auswendiglernen erleichtern und sogar dazu führen, dass Auswendig-
lernen Spaß macht. Sobald man das System beherrscht, kann man
Brainrunning bei jeder Gelegenheit betreiben. Man kann mit Namen, Zah-
len, Handynummern, Geburtstagen, Staaten der Erde oder Kalorientabel-
len üben und man wird sich merken, was immer man sich merken will.

Vorbereitung zum Lauftraining


Die Sache mit dem Laufen ist etwas aufwändiger. Um den eigenen Fett-
verbrennungspuls zu kennen, sollte man schon einen Sportarzt zu Rate
„Brainrunning zeigt den ziehen. Allerdings kann man auch die Reaktionen des eigenen Körpers
Weg auf, wie man das
Laufen langfristig ohne
beobachten. An bestimmten Dingen lässt sich erkennen, wenn man nicht
körperliche Schäden im Fettverbrennungspuls gelaufen ist. Um wirklich Brainrunning zu betrei-
durchhält und es zu ei- ben, muss man fünf mal in der Woche für 30 Minuten im Fettverbren-
nem festen Bestandteil nungspuls laufen. Dazu sollte man sich als erstes einen Herzfrequenz-
des täglichen Lebens messer anschaffen. Und dann braucht es vor allen Dingen Konsequenz.
werden lässt.“
Die Vorteile von Brainrunning
Wer Brainrunning macht, wird zunächst einmal feststellen, dass er sich
seltener erkältet. Wer läuft, hat immer ein wenig erhöhte Temperatur. Das
leichte Fieber tötet Bakterien. Außerdem bekommt man durch das Laufen
ein größeres Selbstbewusstsein und man reagiert weniger empfindlich auf
Stress. Jürgen Petersen hat bei sich selbst bemerkt, dass er weniger
Schlaf benötigt, denn ein Körper, der fit ist, braucht weniger Erholung als
ein untrainierter Körper.

Neue Lebensqualität
Wer regelmäßig läuft, wird nach etwa drei Monaten merken, dass sein
Gehirn durch die erhöhte Sauerstoffzufuhr über doppelt so viel Treibstoff
verfügt. Durch das zusätzliche Gedächtnistraining lösen sich Probleme
ganz nebenbei, gute Ideen stellen sich dann ein, wenn man sie braucht,
und vor allem ist genug Energie vorhanden, den guten Ideen auch Taten
folgen zu lassen. Ein Jahr dauert es, so verspricht der Autor, bis man über
mehr Zeit verfügt und mehr Selbstvertrauen und Erfolg hat, was auch zu
mehr Geld führt. Kurzum: Er kündigt eine neue Lebensqualität an, die
niemand freiwillig wieder aufgibt.

Den inneren Schweinehund überwinden


Jürgen Petersen bezeichnet sich selbst als faul. Er hasste es, zu Hause zu
lernen. Um sich Dinge zu merken, suchte er also nach Methoden, die
funktionieren und außerdem Spaß machen. Was das Laufen betrifft, so ist

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die schwierigste Hürde die Überwindung des inneren Schweinehundes.
Kurzzeitige Motivation ist kein Problem, aber eine allgemeine Verbesse-
rung der Lebensqualität erreicht man nur durch langfristiges Laufen. Der
Schlüssel ist in diesem Buch zu finden. Letztlich muss aber jeder im
„Nach einem Jahr soll Selbstversuch herausfinden, was für ihn und seinen Körper das Beste ist.
sich die somatische In- Wer erst einmal vier Wochen lang jeden Tag aufgeschrieben hat, was er
telligenz wieder einstel- für sein Gehirn getan hat, der hat seinen inneren Schweinehund überwun-
len. Das ist die Form den. Zu wenig Zeit, sich um solche Dinge zu kümmern, ist keine Ausrede.
der Intelligenz, die ei- Jürgen Petersen hat einen Hof mit 60 Milchkühen von seinen Eltern über-
nem sagt, was der
nommen, und er weiß, was es heißt, viel zu tun zu haben.
Körper wirklich
braucht. Dann muss
ich mir morgens nicht Gedächtnistraining
mehr sagen: „Iss jetzt
deine Kiwi!“ Dann ist Nötiger denn je
die Kiwi tatsächlich le- Die Zeiten haben sich geändert. Wir haben heute eine ungeheuer große
ckerer als das Nutella- Flut an Informationen zu bewältigen, die unser Gehirn sortieren muss.
Brötchen!“ Früher sogen Menschen Informationen auf wie ein Schwamm. Ein fremder
Reisender in einem Dorf war oft die einzige Informationsquelle. Die Gehir-
ne der Menschen waren eher unterfordert. Heute macht das Internet es
möglich, auf so gut wie jede Frage ohne größeren finanziellen Aufwand
eine Antwort zu finden. Doch vor hunderttausend Jahren wusste das Ge-
hirn noch nichts vom Internet. Darum bleibt dem Gehirn nichts anderes
übrig, als zu filtern.

Merkwürdiges behalten
Welche Informationen bleiben hängen? Was behält der Mensch? Wer an
einer Straße steht und eine Stunde lang versucht, sich die vorüberfahren-
den Fahrzeuge zu merken und anschließend zu notieren, der wird feststel-
len, dass er sich neben dem Autotyp, der besonders häufig dabei war, vor
allem den besten Freund im schwarzen Audi und den Elefanten auf Roll-
„Was heißt ‚zur Schule schuhen gemerkt hat. Offenbar filtert das Gehirn in erster Linie „Bekann-
gehen„ für die Kinder tes” heraus und „Sonderbares” oder mit einem anderem Wort „Merkwürdi-
und Jugendlichen? Es
ges”. Dieses Wort sagt schon alles. Auch bewusstes Interesse steigert die
bedeutet, dass sie fünf
Tage in der Woche ca. Aufnahmebereitschaft, ebenso wie Informationen, die lebenswichtig sind.
vier Stunden am Tag Die Methode, sich beispielsweise die Liste der 192 Staaten der Erde mit
lernen und das Gehirn ihren Hauptstädten zu merken, besteht darin, Bekanntes und Merkwürdi-
aktiv benutzen. Ob das ges zu kombinieren.
Gelernte sinnvoll ist
oder nicht ist dem Ge- Die Methode der römischen Rhetoriker
hirn völlig egal. Haupt- Die römischen Rhetoriker, die ihre Reden auswendig halten mussten,
sache, es wird be- gingen in Rom spazieren, um ihre Gedanken zu sammeln. Sie machten
nutzt!“
immer die gleiche Spaziertour, weil sie ihr Gehirn zwar mit Sauerstoff ver-
sorgten, dabei aber keine Ablenkung erfahren wollten. Sie kannten
schließlich jeden Baum und jeden Strauch. Sie wussten, ohne ihr Ge-
dächtnis anstrengen zu müssen, um die markanten Punkte auf ihrem
Weg. Sie gliederten jeden Satz ihrer Rede in Schlüsselbegriffe auf, die sie
dann mit den markanten Punkten des Weges verbanden. Wenn sie also
an eine bestimmte Hausecke dachten, fiel ihnen der Satz wieder ein, den
sie damit verbunden hatten.

Denken Sie sich was Ungewöhnliches aus


Um auf diese Methode zurückzugreifen, muss man nicht unbedingt einen
festgelegten Spazierweg haben. Man kann auch andere Räume auswäh-
len, die man gut kennt, und in denen man sich wohlfühlt. z.B. die Möbel im
eigenen Wohnzimmer durchnummerieren und sie so zu Stationen ma-
chen, mit denen man das, was man sich merken möchte, verbindet. Je
ungewöhnlicher die Bilder sind, die man dabei findet, desto eher signali-
siert das Gehirn „Das ist wert, behalten zu werden“.

Was macht die Yuccapalme mit der Zahnbürste?


So kommt vielleicht die Yuccapalme im Wohnzimmer an den zweiten

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Platz. Und wenn man sich als zweiten Punkt merken will, dass man noch
eine Zahnbürste kaufen muss, dann stellt man sich eine Zahnbürste vor,
die die Blätter der Yuccapalme putzt. Am besten versucht man sich auch
noch vorzustellen, wie das Blatt der Yuccapalme, an dem Zahnpasta klebt,
schmeckt. „Eselsbrücke“ nennt man das, was man da konstruiert. Und
wenn man dann durch das Kaufhaus spaziert und gleichzeitig im Geist die
Stationen im vertrauten Wohnzimmer abgeht, wird einem bestimmt an
zweiter Stelle die noch zu kaufende Zahnbürste einfallen. Kreativität ist bei
dieser Methode natürlich gefordert, aber jeder ist in der Lage, sich solch
absurde Bilder auszudenken, um die Merkfähigkeit zu steigern.

Ein Bild für jede Zahl


Ähnlich wie das Raumsystem ist das Zahlen-Bilder-System. Hier assoziiert
„Wichtig ist bei den
man zu jeder Zahl ein Bild. Für die 5 steht beispielsweise die Hand, da
meisten Menschen die man fünf Finger an einer Hand hat, für die 3 ein Hocker, da der Hocker
Bewegung. Bei mir gibt drei Beine hat. Bis zu der Zahl 20 funktioniert das System gut. Man kann
es seit einem Jahr kein es aber bis zur Zahl 1000 mit etwas Training ohne weiteres ausbauen.
Bild mehr im Kopf, das Wer sich die Zahl 3649 als PIN-Nummer für den EC-Automaten merken
nicht in Bewegung ist. will, muss mit einer Bilderfolge arbeiten, die möglichst ungewöhnlich sein
Im Zweifelsfall be- sollte. Auch Personennamen oder Geburtsdaten kann man endlich behal-
kommt der Kugel- ten, wenn man mit solchen Eselsbrücken arbeitet, für die man sich witzige
schreiber Hände und Geschichten ausdenkt.
Füße und rennt über
die Schreibtischplatte.
Seitdem habe ich eine Machen Sie immer etwas mehr als bequem ist
Trefferquote von Um das Gehirn zu trainieren und Altersdemenz vorzubeugen, muss man
99,9%.“ das Gehirn täglich ein kleines bisschen mehr beanspruchen, als bequem
ist. Genauso ist es mit den Muskeln, wenn man fit sein möchte. Man muss
also für das Hirn etwas tun, was nicht alltäglich ist. Sofort wieder aufgeben
gilt nicht. Kleinkinder stehen ja auch immer wieder auf, nachdem sie hin-
gefallen sind, sonst würden sie das Laufen nie lernen. Jede Gelegenheit
lässt sich nutzen. Man kann Kreuzworträtsel lösen, wenn man das noch
nie gemacht hat. Oder man lernt beim Autofahren die Autobahnausfahrten
auswendig.

Das Laufen

Aber nicht mehr als gesund ist


Wer außerhalb des Fettverbrennungspuls läuft, fühlt sich anschließend
zwar vielleicht gut, weil er glaubt, sehr viel für seine Gesundheit getan zu
haben, aber er fühlt sich auch ausgelaugt. Wer im Fettverbrennungspuls
läuft, kann weiter laufen. Und wer seinen Körper ganz einfach nur mit
Sauerstoff verwöhnt, wird jeden Tag die Lust zum Laufen verspüren. Lau-
fen ist immerhin seit Urzeiten die natürlichste Fortbewegungsart des Men-
„Ein durchschnittlicher schen. Es schädigt weder den Rücken noch die Knie. Und es ist nicht
Westeuropäer nimmt teuer. Nur ein vernünftiges Paar Laufschuhe sollte man sich anschaffen.
pro Tag 80 g Fett zu
sich. Das bedeutet,
dass bei normaler Er- Fett verbrennen
nährung in 16 Stunden Wer drei Monate lang regelmäßig im Fettverbrennungspuls gelaufen ist,
die gesamte Fettmen- verbrennt 5 g Fett in der Stunde. Und zwar immer, nicht nur beim Laufen,
ge von den Enzymen sogar während des Schlafes. Der Fettverbrennungspuls ist abhängig von
wieder in Energie um- Alter, Ruhepuls und Trainingszustand. Außerdem braucht der Körper mor-
gewandelt wurde. Wer gens, wenn er noch nicht so richtig in Schwung ist, einen niedrigeren Puls
also drei Monate ge- zum Fettverbrennen als abends. Im Buch ist eine Richtwerttabelle, die der
schafft hat und weiter- Autor dem Buch „Forever Young, Das Leicht-Lauf-Programm” von Dr.
hin den Körper zum
Ulrich Strunz entnommen hat.
Fettverbrennen den
Auftrag erteilt, kann
nicht mehr dick wer- Schritte zählen
den, egal was er isst.“ Laufanfänger sollten die Schritte bei jedem Atemzug zählen. Am besten
beginnt man mit der drei-drei-Atmung, bei der man mit geöffnetem Mund
drei Schritte lang einatmet und drei Schritte lang ausatmet. Wer merkt,
dass er zwei Atemzüge einatmet und drei ausatmet, der ist zu schnell für

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den Anfang. Übrigens bekommt man kein Seitenstichen, wenn man zählt.

Gegenanzeigen
Wer während des Laufens fröstelt, hat einen viel zu hohen Puls. Und man
sollte nach dem Laufen durch forsches Gehen dem Herzen Gelegenheit
geben, sich zu beruhigen. Ein hochroter Kopf, der nach dem Duschen
nicht verschwunden ist, ist ebenfalls ein Zeichen für Überlastung. Auch
Muskelkater sollte sich nur im Anfang des Trainings einstellen und nach
einiger Zeit verschwunden sein.

Den Puls überprüfen


Um den Puls zu überprüfen, sollte man mit Herzfrequenzmesser laufen.
Das spart Zeit. Denn nur wer nicht für die Gesundheit läuft oder sich wö-
chentlich mehr als fünf Stunden Zeit fürs Laufen nimmt, braucht den Herz-
frequenzmesser nicht. Wer nach Gefühl läuft, merkt vielleicht nicht, dass
sein Herz zu schnell schlägt. Wenn das Laufen zur Routine geworden ist,
kann man während des Laufens Probleme lösen, über die Zukunft nach-
denken oder noch einmal im Kopf die 192 Staaten der Erde mit ihren
Hauptstädten durchgehen. Und dabei kann es leicht dazu kommen, dass
man nicht mehr auf das Tempo achtet.

Wille zur Veränderung


Um Brainrunning zu betreiben, muss man zunächst einmal die Entschei-
dung treffen, wirklich etwas verändern zu wollen. Denn natürlich braucht
das Laufen Zeit und greift in den Tagesablauf ein. Wer sich aber entschie-
den hat, sollte gleich damit anfangen. Einfach die Schuhe ausziehen, auf-
stehen, auf die Uhr sehen und dann eine Minute auf der Stelle laufen.
Schon ist der erste Schritt getan. Das bringt viel mehr, als gleich 20 Minu-
ten durch den Wald zu rennen und anschließend das Gefühl zu haben, ein
Panzer wäre einem über die Beine gefahren. Von nun an läuft man jeden
Tag eine Minute mehr, anfangs auf der Stelle, und dann allmählich weitere
Strecken. Und nach etwa einer Woche verlässt man dann das Haus und
kann sagen, dass man schon seit einer Woche täglich sein Laufprogramm
durchführt.

Die erste Woche


Zwei Dinge müssen unbedingt in der ersten Laufwoche erledigt werden:
Schuhe müssen angeschafft werden und es sollte die erste Blutuntersu-
chung gemacht werden. Ohne diese Blutuntersuchung wird man nicht
ermessen können, wie sich die eigenen Blutwerte wesentlich verbessern.
„Der eigene Körper hat
Wer nicht gleich zum Arzt geht, nimmt sich einen großen Teil des Motiva-
eine viel höhere Autori- tionseffektes. Und dann sofort einen zweiten Untersuchungstermin verein-
tät als Doktoren, Pro- baren, etwa sechs Wochen später. Außerdem führt man am besten vom
fessuren oder gute ersten Tag an ein Trainingstagebuch.
Freunde. Hören Sie auf
Ihren Körper! Etwas Erste Erfolge
von anderen zu über- Vier Wochen lang sollte man täglich laufen. So lange braucht man, um
nehmen, zum Beispiel den inneren Schweinehund zu besiegen. Schon nach etwa 14 Tagen wird
aus meinem Buch, ist man feststellen, dass der Körper nicht mehr so viel Schlaf braucht. Nach
nur solange richtig, bis
Ihr Körper erste Alarm-
vier Wochen empfindet der Körper das Laufen als so normal wie das Zäh-
zeichen gibt. Da kann neputzen. Dann kann man sich auch zwei freie Tage in der Woche leisten,
Jürgen Petersen 100 möglichst zwei Tage, die nicht aufeinander folgen. Wenn etwas dazwi-
mal sagen: „So ist es schen kommen sollte, richtet man es sich so ein, dass man wenigstens 15
aber richtig!„, nur Sie Minuten läuft. Das ist nicht sinnlos, sondern das erinnert den Körper an die
zählen.“ Fettverbrennung.

Und so sieht das Ergebnis aus


Nach drei Monaten weiß man dann, ob man sein Leben lang laufen wird.
Nach einem Jahr soll sich die somatische Intelligenz wieder einstellen, die
dem Körper sagt, was er wirklich braucht. Doch dazu kann der Autor sich
auch noch nicht äußern, so weit ist er noch nicht. Mehr Geld hat er schon.

Brainrunning © Copyright 2003 GoNamic GmbH Seite 6 von 7


Denn mit der körperlichen und geistigen Fitness ist sein Selbstvertrauen
gestiegen, so dass er neue Ideen viel häufiger sofort in die Tat umsetzt.

Zum Autor
Jürgen Petersen, 1966 geboren, lebt in Nordfriesland und ist hauptberuf-
lich Landwirt. Seit 1995 gibt er auch Seminare zu den Themen Gedächt-
nistraining und Laufen in Deutschland, Dänemark, Österreich und der
Schweiz.

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