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Smoltczyk & Partner S&P

Pro(, Pr.-lng. H.-H. Schmidt Prof. Dr.-Ing. N. Vogrt Dipl.-Geal, Dr. K, Brenner Dr.-Ing. W. Uchter Dr.-Ing. T. Ruinpell

BüroSlullgart Untere Walclplälze 14 70569 Stullgait Telefon 0711/13164-0 Telefax 0/11/13! 64-64 Geolechnik
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9762 S t u t t g a r t 21, PFA 1.1; InfraBtrukburoebäude


Baugrund- und Gründungagutachten

Auftraggeber und Bauherr ProjektSteuerung


Deutsche Bahn AG,
ver t r e t e n durch d i e
DB ProjektBau GmbH Dreea & Sommer
NL Südwest, PZ S t u t t g a r t 1 Infra Consult & Management GmbH
Wolframstraße 20 Lautenschlagerstraße 2
70191 S t u t t g a r t 70173 Stuttgart
Tel: 0711/227 85-0 Tel: 0711/22 29 33-0
Fax: 0711/227 85-999 Fax: 0711/22 29 33-90
Herr Dipl.-Ing. P. Marguart (D: -310) Herr Dr.-Ing. J. Laukemper (D:-ll)
Herr Dipl.-Ing. W. Zabel (D: -230) Herr Dipl.-ing. V. Braun (D:-73)
Herr Dipl.-Ing. B. Häfele (D: -312) Herr Dipl.-Ing. C. A. Mayer (D:-33)
Herr Dipl.-Ing. G. Thome (D: -360) Herr Dipl.-Ing. R, Fuchs (D:-35)

Architekt Tractwerksplaner
Leonhardt, Andrä und Partner
Ingenhoven Overdiek GmbH Beratende Ingenieure VBI, GmbH
Kaistraße 16 A Lenzhalde 16
40221 Düsseldorf 70192 Stuttgart
Tel: 0211/3 0101-02 Tel: 0711/25 OS-0
Fax: 0211/3 01 01-36 Fax: 0711/25 05-200
Herr Dipl,-Ing. Frankenheim {D: -139) Herr Dipl.-Ing. G, Seifried (D:-121)
Herr Dipl.-Ing. S. Höher <D: -244) Herr Dipl.-Ing. Langer (D:-173)

Genera1pIaner
Ingenieur-Arbeitsgemeinschaft
BGS - Soll und Partner:
Boll und Partner
Ingenieursozietät BGS IngenieurgesGllschaft mbH
Hanauer Landstraße 13B-137 Etzelstraße 11
60314 Frankfurt am Main 70180 Stuttgart
Tel: 069/959 21-0 Tel: 0711/649 54-0
Fax: 069/959 21-204, -437 Fax: 0711/649 54-10
Herr Dipl.-Ing. M. Breidert (D: -257) Herr Dipl.-Ing. J. Münzner (D:-33)
Herr Dipl.-Ing. S. Rölling £D: -412) Herr Dipl.-Ing. S. Baur (D:-21)

Ort und Datum Stuttgart, 28.07.03


Verteiler 2fach an Bauherrn (DB PB)
(8 Exemplare) lfach an Architekt (IOA)
Ifach an Tragwerksplaner (LAP)
2fach an Generalplaner (BuP, BGS)
lfach an Projektsteuerung (DS Infra)
lfach an Arge WUG
Textseiten; Anlagen 35; 1.1 bis 4 (12 Blatt)
Textfile; Zeichen 39:9762G036; Ly/KB/BS/Ri/Si/bk

Projektleiter und
Bearbeiter Bautechnik Dr.-Ing. Berthold Rilling (D:-23)
Bearbeiter Baugrund Dipl.-Geol. Günter Ley (D:-41)

QA:
Smoltcayk & Partner GmbH

Smdlczyk & Partnar GmbH Beratende GeoSogen Mitglieder von Lanüesbank


Amlsgoriclit Stuligart HRB 9451 Beratende Ingenieure Ing.-Kamtner B.W., 3aden-Wtiniemberg
GeschSftsfOhrer: Dipl.-Geol. Dr. Klaus Bienner öbuv Saciwerst. (SV) AIV, DGGT, VDI, VBI, (BLZ 600 501D1)
Dr.-Ing. Walter Lächler anerk. SV Erci-ZGrundbau BDG, DVGW, ITVA Kto.-Nr. 2144964
Infrastrukturgebäude Seite 2
9762 Stuttgart 21, PFA 1.1: Talquerung mit Hbf 28.07.03

Inhalt Seite
1 Bezug und Unterlagen 3
2 Lage und Bauwerksbeschreibung 5
3 Untersuchungsurnfang 7
4 Baugrund 9
5 Grundwasser — - —1-2
6 Geomechanische Bewertung und
Klassifikation des Baugrunds 13
7 Bautechnische Folgerungen 17
7.1 Gründung 17
7.2 Erdaushub und Herstellen der Baugrube 20
7.3 Wasserhaltung während der Bauzeit 25
7.4 Bauwerk und Grundwasser 26
7.5 Hinterfüllung und Erddruck 29
7.6 Wechselwirkung mit Nachbarbauten 32
8 Baugrundüberprüfung 34

Anlagen
siehe Anlagenverzeichnis 35

Sie können den Anlagenteil des Gutachtens ent-


sprechend nebenstehender Skizze so herausklap-
pen, dass die Anlagen neben dem Text liegen.
Infrastrukturgebäude Seite 3 Q o n
9762 Stuttgart 21, PFA 1.1; Talguerung mit Hbf 28.07.03

1 Bezug und Unterlagen

Bezug: Die Deutsche Bahn AG, vertreten durch die DB Projekt-


Bau GmbH (Niederlassung Südwest, Projektzentrum Stuttgart 1),
plant im Rahmen der Aus- und Neubaustrecke Stuttgart - Augs-
burg die Umgestaltung des Bahnknotens Stuttgart einschließ-
lich der Neubaustrecke Stuttgart - Wendungen. Dieses Ver-
kehrsprojekt Stuttgart 21 umfasst
- im Stadtbereich im Wesentlichen die Umwandlung des beste-
henden Kopfbahnhofes in einen Durchgangsbahnhof, die Zufüh-
rung der Fernbahnen von Feuerbach, Bad Cannstatt, Ober- und
Untertürkheim, den neuen Wartungsbahnhof Untertürkheim
sowie die neue S-Bahn-Anbindung von Feuerbach und Bad Cann-
statt;
- im Filderbereich die Neubaustrecke vom neuen Hauptbahnhof
bis Wendungen einschließlich der Anbindung des Flughafens
Stuttgart durch den neuen Filderbahnhof.

Auf der Grundlage unseres Leistungs- und Honorarangebotes vom


0 6.08.97/15.08.97 wurden wir mit Vertrag vom 15.10.97 unter
der Auftragsnuiwner 0322 0100 vom Bauherrn beauftragt, im Team
Baugrund für die Tunnel in offener Bauweise sowie die Erd-
und Kunstbauwerke im Stadtbereich, in den PFA = Planfeststel-
lungsabschnitten 1.1, 1.5 und 1.6, Baugrund- und Gründungs-
gutachten zu erstellen.

Im Zuge der Planungen zur Einleitung des Planfeststellungs-


verfahrens im PFA 1.1 haben wir in einer ersten Stufe, auf
der Basis eines groben Erkundungsrasters, für die in diesem
Abschnitt befindlichen Bauwerke am 10.0 8.98 ein geotechni-
sches Übersichtsgutachten vorgelegt.

Das vorliegende Gutachten berücksichtigt alle inzwischen aus-


geführten bauwerksbezogenen Erkundungsbohrungen und behan-
delt, gemäß der mit dem Generalplaner abgestimmten Bauwerks-
einteilung, das im Anschluss an den Nordausgang des Bonatzge-
bäudes geplante Infrastrukturgebäude (Technikgebäude).
Infrastrukturgebäude Seite 4
9762 Stuttgart 21, PFA 1.1: Talquerung mit Hbf 28.07.03

In diesem Bericht werden die bauwerksspezifisch zu beachten-


den geotechnischen Besonderheiten und deren bautechnische
Folgerungen ausgearbeitet und beschrieben. Die für alle Bau-
werke im PFA 1.1 allgemein gültigen geotechnischen Aussagen
und Empfehlungen sind im übergeordneten geotechnischen
Bericht zum PFA 1.1 im Zusammenhang mit der Dokumentation der
bodenmechanischen Versuche enthalten.

Zum Zeitpunkt der Gutachten-Erstellung ist die Entwurfspla-


nung in Bearbeitung. Das Gutachten wird hierzu mit verwendet
und dient als Grundlage für die Ausschreibung.

An Unterlagen für das geplante Infrastrukturgebäude erhielten


wir vom Architekten, der Ingenhofen Overdiek GmbH, als pdf-
und plt-files am 06.05.03
- 2 Grundrisse (M 1:100): Ebene 0 und Ebene -1, Vorabzug
Stand 04/99,
- 2 Schnitte (M 1:200): Querschnitt Ql und Längsschnitt L2,
Anlagen 7.1.5.13, Blatt 2 und 7.1.5.24 aus den Planfest-
stellungsunterlagen (Stand 24.08.01), sowie am 12.05.03
- 1 Grundriss (M 1:100) mit Lasten OK-Bodenplatte, Stand
12.05.03, erstellt vom Tragwerksplaner.

Von der Arbeitsgemeinschaft Wasser- Umwelt- Geotechnik (ARGE


WUG), Westheim, wurden uns aus der im Team Baugrund erarbei-
teten geologischen, hydrogeologischen, geotechnischen und
wasserwirtschaftlichen Stellungnahme, die auf der Basis des
Erkundungsstandes des vierten Erkundungsprogrammes {4. EKP)
für die Planfeststellung gefertigt wurde, zur Verfügung
gestellt:
- Teil 1: Geologie und Hydrogeologie, Januar 2002 (10 Ordner,
1.1 bis 1.10) und
- Teil 3: Wasserwirtschaft (Hydrogeologie, Wasserwirtschaft
und Altlasten), Dezember 2001 (4 Ordner, 3.1 bis 3.3).
Ergänzend hierzu erhielten wir die Stellungnahme vom 23.12.02
zu den im Rahmen des 5. EKP erkundeten Grundwasserständen im
Infrastrukturgebäude Seite 5 Oft D
9762 Stuttgart 21, PFÄ 1.1: Talquerung mit Hbf 28.07.03

Hinblick auf die für den DB-Tunnel angesetzten Bemessungswas-


serstände .

Weiter standen uns zur Verfügung:


- Blatt 7221 Stuttgart-Südost der Geologischen Karte (M
1:25 000) von Baden-Württemberg mit Erläuterungen, Stutt-
gart I960,
- Blatt 55-4 der Baugrundkarte—von—Stuttgart-— (M—;1:--:• 5 Q00)-,
Stuttgart 1963,
- Blatt 2 der Hydrogeologischen Karte von Stuttgart (M
1:10 000), Stuttgart 1966,
- Blatt NO 26/09 der Höhenflurkarte {M 1:2 500) von Württem-
berg aus den Jahren 1888 und 1920.

Außerdem verwendeten wir unser geotechnisches Übersichtsgut-


achten zum PFA 1.1 vom 10.08.98 einschließlich der darin auf-
geführten Unterlagen und den Ergänzungen Nr. 1 bis 3 vom
29.01.99, 23.06.99 und 06.12.01.

2 Lage und Bauwerksbeschreibung

Lage: Das geplante Infrastrukturgebäude liegt im Stuttgarter


Talkessel am nordwestlichen, linken Talrand des Nesenbach-
tals, im Bereich des Kurt-Georg-Kiesinger-Platzes am Nordaus-
gang des bestehenden Hauptbahnhofs (Anlage 1.1).

Das Gelände ist eben und fällt von knapp 247 mNN im Norden um
rund 1 m nach Süden ab. Es ist - abgesehen von einigen Blu-
menrabatten - überwiegend mit Asphalt befestigt und wird als
Parkplatz genutzt (Anlage 1.2). Teilweise ist das Gelände mit
dem Nordflügel des Bahnhofsgebäudes überbaut, der im Zusam-
menhang mit der Herstellung der neuen Bahnhofshalle gemeinsam
mit dem Betriebsfertigungsamt abgebrochen wird.
Infrastrukturgebäude Seite 6 O o
9762 Stuttgart 21, PFA 1.1; Talquerung mit Hbf 28.07.03 V» *•*

Die geodätischen Daten sind: TK 25 Blatt 7221 Stuttgart-Süd-


ost; R^ 35 13 340 / H S 54 05 220; h = 246,5 mNN (Gelände).

Bauwerksbeschreibung: Bei dem geplanten Infrastrukturgebäude


handelt es sich um ein zweigeschossiges Bauwerk mit einer
Grundfläche von rund 50 m mal 40 m. Das Gebäude wird voll-
ständig unter der Geländeoberfläche liegen. Die untere Ebene
-1 wird Räume der-Bahnbetriebstechnik—sowie Ersatzflächen für
die Technik der S-Bahn aufnehmen. In der oberen Ebene 0
befinden sich neben den ETA-Räumen die Trafoanlagen und Tech-
nikräume des Bonatzgebäudes. Oberirdisch, zwischen Arnulf-
Klett-Platz und Platzniveau Kurt-Georg-Kiesinger-Platz wird
auf dem Gebäude ein Parkplatz für ca. 100 Kurzzeitparker
unter einem Baumcarre angelegt.

Das Gebäude grenzt im Südosten direkt an das Bonatzgebäude,


wo es mit einer Dehnfuge angeschlossen wird. Unmittelbar im
Nordosten wird die neue Bahnhofshalle errichtet, im Nordwe-
sten wird der Hauptsammler West gedükert und der Kanal Lau-
tenschlagerstraße verlegt. Im Südwesten befindet sich die
Rampe zur Idunapassage.

Nach derzeitiger Planung ist der Bau des Infrastrukturgebäu-


des mit eine der ersten Maßnahmen im PFA 1.1, unmittelbar
gefolgt vom Düker Hauptsammler West. Für die Herstellung der
Baugrube wird daher ein Baugrubenverbau erforderlich.

Die Fußbodenhöhe der Ebene 0 ist bei 242,09 mNN (FFB) bzw.
241,79 mNN (RFB) geplant. In der untersten Ebene -1 liegen
die entsprechenden Fußbodenhöhen bei 238,69 mNN (FFB) bzw.
237,99 mNN (RFB).

Bei dem Gebäude handelt es sich um ein Stahlbetonbauwerk, bei


dem die Außenwände des Untergeschosses und die Bodenplatte in
wasserundurchlässigem Beton ausgeführt werden sollen. Die
Gebäudelasten werden streifenförmig über die Außenwände und
Innenstützen mit einem Raster von in der Regel 5,0 m mal
Infrastrukturgebäude Seite 7
9762 Stuttgart 21, PFA 1.1: Talquerung mit Hbf 28.07.03

6,5 in abgetragen. Die Decke über dem oberen Geschoss soll als
Plattenbalken-Stahlbeton-Konstruktion ausgeführt v/erden, da
bei der Nutzlastannahme berücksichtigt wird, dass der PKW-
Parkplatz möglicherweise unbeabsichtigt mit Schwerlastwagen
befahren wird.
Nach Angaben des Tragwerkplaners, der Leonhardt, Andrä und
Partner GnxbH, sind auf OK Bodenplatte Stützenlasten von min.
8ÖÖ kN"ündrtia^. 5 0005cN, in der Reget ^zwischen 2 000 kW und
3 000 kN abzutragen. Die Wandlasten betragen zwischen 180
kN/m und 32 0 kN/ra.

3 Untersuclxungsumfang

Zur Erkundung insbesondere der bauwerksbezogenen geomechani-


schen Baugrundsituation wurden im Zuge des vierten und fünf-
ten Erkundungsprogramms (EKP) von der ARGE Terrasond/Waschek
bzw. der ARGE Stuttgart 21 im Zeitraum zwischen dem 14.09.98
und dem 27,09.02 insgesamt
5 Kernbohrungen nach DIN 4021, Tabelle 1, Zeile 5, im
Fels Tabelle 2, Zeile 5, mit 19,7 m bis 43 m, meist
etwa 20 m Tiefe,
niedergebracht. Die Bohrung BK 11/135 wurde als Grundwasser-
messstelle ausgebaut, die übrigen Bohrungen wurden nach
Abschluss der Untersuchungen mit Zement-Bentonit-Suspension
verschlossen.

Die Bohrpunkte wurden von der jeweiligen ARGE auf Gauss-Krü-


ger-Koordinaten eingemessen und von uns im Lageplan auf
Anlage 1.2 dargestellt.

Zur Beurteilung der Baugrundverhältnisse wurden auch die Boh-


rungen 1231 und 1421 herangezogen, die für andere Bauvorhaben
im näheren Umfeld der geplanten Baugrube im Zuge früherer
Erkundungen durchgeführt worden waren (sog. Fremdbohrungen).
Infrastrukturgebäude Seite 8
9762 Stuttgart 21, PFA 1.1: Talquerung mit Hbf 28.07.03

Die Bohrung BK 11/135 GM wurde im Rahmen der hydrogeologi-


schen Untersuchungen durch die ARGE WUG veranlasst und in der
Lage festgelegt. Da diese Bohrung unmittelbar im Baufeld des
geplanten Infrastrukturgebäudes niedergebracht wurde, haben
wir die Bohrkerne bis zur bautechnisch relevanten Tiefe von
rund 20 m unter Gelände ingenieurgeologisch aufgenommen. Auf
eine ingenieurgeologische Aufnahme der Bohrung BK 11/13 6 GM,
die voif der ARGE WÜG äls~~ w^rte^e^Gfuhliwä^ einge-
richtet wurde, haben wir auf Grund der unmittelbaren Nähe zur
BK 11/135 GM verzichtet.

Alle von uns ingenieurgeologisch aufgenommenen Bohrungen sind


in Anlehnung an DIN 4023 in Anlage 2 dargestellt und
beschrieben sowie zusammen mit den Fremdbohrungen - soweit
sie im engeren Bereich der Schnitte liegen - in zwei bau-
grundtechnische Geländeschnitte eingearbeitet (Anlagen 3.1).

Jeder Bohrung des 4. und 5. EKP wurden im Mittel je 2 bis 3


Bodenproben der Güteklasse 1 (Sonderproben) und je Tiefenme-
ter etwa 1 Bodenprobe der Güteklasse 3 nach DIN 4023 entnom-
men.

An ausgewählten Proben wurden in unserem geotechnischen Labor


und - in unserem Auftrag und gemäß unseren Vorgaben - im
Labor des Instituts für Geotechnik der Universität Stuttgart
bodenmechanische Versuche durchgeführt.
Die Ergebnisse aller Versuche werden für den Planfeststel-
lungsabschnitt 1.1 in einem gesonderten Bericht erläutert und
dokumentiert. In diesem Bericht werden die einzelnen Bodenar-
ten bauwerksübergreifend und gesamtheitlich bewertet. Im vor-
liegenden Bauwerksgutachten wird eine Eingrenzung der maßgeb-
lichen Bodenkennwerte anhand der Wassergehaltsbestimmungen
vorgenommen und erforderlichenfalls auf lokale Besonderheiten
hingewiesen.

Altlastenuntersuchungen und sensorische Prüfung des Bohrgutes


nach Hinweisen auf schädliche Bodenveränderungen durch grund-
Infrastrukturgebäude Seite 9 O o n
9762 Stuttgart 21, PFA 1.1: Talquerung mit Hbf 28.07.03

wassergefährdende Stoffe im Sinne des Bundesbodenschutzgeset-


zes werden von der ARGE WUG im Rahmen des Verkehrsprojektes
Stuttgart 21 vorgenommen, dokumentiert und bewertet.

Den Bohrungen wurden Wasserproben entnommen und chemisch


untersucht. In den offenen Bohrlöchern wurden außerdem
hydraulische Versuche durchgeführt. Über die Untersuchungser-
gebnisse _ undihr© Bewertung- wind—ebenfalls von den ÄRGE_MUG
berichtet.

4 Baugrund

Durch Interpolation zwischen den zwangsläufig punktuellen


Aufschlüssen und unter Berücksichtigung geologischer Zusam-
menhänge haben wir ein räumliches Modell des Untergrunds
erarbeitet, das nachfolgend beschrieben und in zwei baugrund-
technischen Geländeschnitten (Anlagen 3.1) und einer Schicht-
lagerungskarte (Anlage 3.2) dargestellt ist.

Danach besteht der Baugrund im Bereich des Infrastrukturge-


bäudes vereinfacht aus drei Schichten: aus Auffüllung, Fließ-
erde und Gipskeuper.
- Zuoberst liegen künstliche Auffüllungen, die im Zusammen-
hang mit der Altbebauung des früheren Güterbahnhof-Gelän-
des, dem S-Bahn-Bau, dem Straßenbau und dem Bau der südöst-
lich anschließenden Klettpassage entstanden.
Zuoberst sind es Kiese (Tragschicht unter der Asphaltde-
cke) . Darunter sind es inhomogene und häufig wechselnde
Gemische von Schluff und untergeordnet von Sand, Kies und
Bauschutt. Die Konsistenz der bindigen Anteile ist meist
steif und halbfest.
Die Mächtigkeit der Auffüllungen nimmt von weniger als 2 m
im Osten auf über 4 m im äußersten Westen zu.
Infrastrukturgebäude Seite 10
9762 Stuttgart 21, PFÄ 1.1: Talquerung mit Hbf 28.07.03

Ferner sind die vorhandenen Bauwerke S-Bahn und Klettpas-


sage zu beachten.
- Oberste natürliche Schicht ist in geringem Umfang und nur
bereichsweise vorhandene eiszeitliche Fließerde aus meist
rotbraunen, kiesigen Schlufftonsteinbröckchen.
Die Mächtigkeit beträgt - v/o sie nicht durch Bautätigkeit
abgetragen oder durch Auffüllungen ersetzt ist - meist nur
wenige Dezimeter".
- Den tieferen Untergrund bilden die Schichten des Gipskeu-
pers: ganz überwiegend rotbraune, untergeordnet auch oliv-
graue Schlufftonsteine, die meist sehr mürbe und teilweise
zu einem feinbröckeligen Schlufftonstein-Schluff-Gemisch
entfestigt sind. Die Schlufftonsteine enthalten häufig meh-
rere Zentimeter mächtige "mehlige", schluffig-feinsandige
Gipsauslaugungsreste (GAR) und sind im Übergangsbereich
Boden/angewitterte Festgesteine häufig auf kurze Entfernung
in lateraler und auch vertikaler Richtung in sehr wechsel-
hafter Qualität anzutreffen. Überwiegend sind sie nach
WALLRAUCH (1969) den Verwitterungsklassen W5 {vollkommen
plastifizierter Boden) und W4 (Boden-Festgestein-Übergang)
zuzuordnen. Eine Beschreibung der Verwitterungsklassen kann
Anlage 2.0 entnommen werden. Eine Zunahme der Qualität zur
Tiefe ist im Allgemeinen nicht festzustellen.
Die (natürliche) Oberfläche des Gipskeupers liegt im Norden
und Osten meist 1 m bis 2 m unter Gelände und fällt im
Bereich des geplanten Gebäudes von rund 245 mNN auf rund
242 mNN nach Südwesten, zur Schillerstraße hin, ab. Die
geplante Baugrube (OK Bodenplatte im UG: 237,99 mNN) wird
also rund 5 m bis 8 m in den Gipskeuper einschneiden.
Die von der geplanten Baugrube erschlossenen Schichten des
Gipskeupers sind stratigraphisch den rund 17 m mächtigen
sog. Dunkelroten Mergel (kmlDRM) zuzuordnen, worin auch das
Bauwerk gegründet wird. Darunter folgt in einer mittleren
Mächtigkeit von rund 5 m der sog. Bochinger Horizont
(kmlBH), der noch im Setzungseinflussbereich der Gründung
liegt. Die Basis des Gipskeupers wird von den Grundgips-
Infrastrukturgebäude Seite 11 Q o n
9762 Stuttgart 21, PFA 1.1: Talquerung mit Hbf 28.07.03

schichten (kmlGG) gebildet, die ebenso wie der darunter


folgende Lettenkeuper sind für das geplante Gebäude bau-
technisch nicht von Bedeutung sind.

Obwohl (auslaugungsfähige) Sulfatgesteine in den Dunkelroten


Mergeln nur in untergeordnetem Maße, in geringmächtigen Bän-
ken, feinschichtigen Lagen und als Knollen auftreten, wurden
beim Aushub- der nördlich- benachbarten J3a_ugrube_ der Südwest,-LB
mehrfach Hohlräume von teilweise mehreren Metern Durchmesser
angetroffen. Ein Beispiel für einen im Baufeld der Südwest-LB
angetroffenen Hohlraum mit etwa 1,1 m Durchmesser ist in
Anlage 4 dargestellt. Die Entstehung dieser Hohlräume muss
durch Verkarstungsvorgänge in den tieferliegenden Grundgips-
schichten erklärt werden. Auch wenn während der bauwerksbezo-
genen Erkundung mit den punktuellen BaugrundaufSchlüssen im
Baufeld keine Hohlräume angetroffen wurden, ist während der
Bauausführung grundsätzlich mit dem Vorhandensein vergleich-
barer Hohlräume zu rechnen.

Ebenfalls von Bedeutung ist das Auftreten von Dolinen. Sie


entstanden vor mehreren zehntausend Jahren durch das Einstür-
zen von Hohlräumen, die sich durch Auslaugung der im tieferen
Untergrund früher vorhandenen Gipslager gebildet hatten.
Die 35 m tiefe Bohrung 1436, die rund 25 m südöstlich des
geplanten Infrastrukturgebäudes liegt und 1973 für den Bau
der S-Bahn abgeteuft wurde, erschließt bis in 34 m Tiefe
(205,15 mNN) die Füllung einer Doline. Bis 16,2 m Tiefe ist
es überwiegend dunkelgraubrauner, steifer Lehm, der lagen-
weise kleine Sandsteinbrocken enthält. Die Schichten wurden
vermutlich vom Nesenbach ursprünglich auf einem höheren
Niveau abgelagert und allmählich durch fortschreitende Aus-
laugung und Lösungskorrosion im tieferen Untergrund immer
tiefer versenkt. Darunter sind es verstürzte Keupermergel,
die in 34 m Tiefe Zellkalken und Mergeigrus auflagern, die
den Grundgipsschichten zugeordnet werden.
Infrastrukturgebäude Seite 12 Q o n
9762 Stuttgart 21, PFA 1.1: Talquerung mit Hbf 28.07.03 ^ ** '

Der Anfangsdurchmesser der Dolinen im Gipskeuper liegt, Lite-


raturangaben zufolge, meist deutlich unter 10 m. Allerdings
sind durch das Nachbrechen der Ränder und durch Aneinander-
reihung mehrerer nah beieinanderliegender Karstschlotten auch
die Ausbildung längerer, linearer, schmaler Strukturen oder
Subrosionssenken von mehreren Dekametern Durchmesser denk-
bar.

5 Grundwasser

Nach den Untersuchungen der ARGE WUG (Stichtagsmessung vom


02.09.1999, ca. Mittelwasserverhältnisse) fällt der Grundwas-
serspiegel von rund 236,5 mNN in der Westecke der geplanten
Baugrube auf etwas mehr als 236 mNN nach Osten, zum Schloss-
garten hin, ab. Er liegt damit knapp unter der geplanten Bau-
grubensohle.

Von der ARGE WUG wurden bislang die im Rahmen des 1. bis
4. EKP durchgeführten hydrochemischen Untersuchungen dokumen-
tiert (s. Teil 1 der geologischen, hydrogeologischen und was-
serwirtschaftlichen Stellungnahme vom Januar 2002) . Danach
ist der Chemismus der Gipskeuperwässer wesentlich vom Auslau-
gungsgrad des Gebirges, weniger von deren stratigraphischen
Zuordnung abhängig. Nach den festgestellten Sulfatgehalten
nvuss insbesondere in der nordwestlichen Talrandzone mit
betonangreifenden Wässern und Böden nach DIN 4 030 gerechnet
werden.

Insgesamt wird die Grundwassersituation und die Grundwasser-


beschaffenheit von der ARGE WUG nach Abschluss des 5. EKP in
einem gesonderten Bericht ausführlich dargestellt und bewer-
tet.
Infrastrukturgebäude Seite 13 C & D
9762 Stuttgart 21, PFÄ 1.1: Talquerung mit Hbf 28,07.03 *-* "* *

6 Geomechanische Bewertung und Klassifikation des Baugrunds

Boden- und felsmechanische Versuche sind erforderlich, um die


angetroffenen Böden und Gesteine mit Hilfe objektiver Ver-
gleichswerte boden- und felsmechanisch klassifizieren und
charakteristische Werte für erdstatische Berechnungen festle-
gen zu können. Im vorliegenden Fall können wir auf unsere
Erfahrungen im Stadtgebiet Stuttgart und auf die Ergebnisse
der im Rahmen des 4. und 5. EKP von uns durchgeführten Feld-
und Laborversuche zurückgreifen. Die Beschreibung und stati-
stische Auswertung unter Berücksichtigung der von den igi
Niedermeyer Instituten im Rahmen des 1. und 2. EKP dokumen-
tierten bodenmechanischen Versuche wird in einem gesonderten
Bericht für den PFA 1.1 einschließlich Versuchsdokumentation
vorgelegt.

Anhand der Erkundungsergebnisse im Bereich des hier behandel-


ten Bauwerks und der an dort gewonnenen Proben durchgeführten
Laborversuche ist eine Eingrenzung der für den gesamten Plan-
feststellungsbereich festgestellten Baugrundeigenschaften
möglich. Anhand der Wassergehaltsbestimmunqen im unmittelba-
ren Bauwerksbereich wird nachfolgend eine Klassifizierung der
Böden vorgenommen.

Der natürliche Wassergehalt der bindigen Matrix der Auffül-


lung wurde an 8 Proben bestimmt, lag zwischen etwa w n = 12 %
und wn = 24 % und bestätigt die Heterogenität mit wechselnden
bindigen und nichtbindigen Schichtanteilen. Für die bindigen
Schichtanteile kann die Klassifikation nach DIN 18196 aus
einem Vergleich zwischen den natürlichen Wassergehalten und
den jeweils entsprechenden Konsistenzangaben im Feld (vorwie-
gend steif und halbfest, bereichsweise auch fest) über Erfah-
rungswerte abgeschätzt werden. Danach sind die Proben über-
wiegend als leicht- und mittelplastisch (TL bzw. TM) einzu-
stufen.
Der Ansprache im Feld entsprechend stehen oberflächennah
Kiese mit wechselndem Sandanteil (GW, SW, Tragschichtmateri-
Infrastrukturgebäude Seite 14
9762 Stuttgart 21, PFA 1.1: Talquerung mit Hbf 28.07.03

al) an. In BK 11/29 wurden bei modrigem Geruch auch Pflanzen-


reste angetroffen (OU) , in BK 11/114 in 1,3 m Tiefe eine
0,5 m dicke Betonplatte.

Entsprechend der geringen Schichtmächtigkeit und Bedeutung


wurde an einer Probe aus der Fließerde nur ein natürlicher
Wassergehalt von w = 24,8 % bestimmt. Nach vorliegenden Pla-
stizität sgrenzen3ran__e.tMa_jHi, - 40 % und w P = 17 % hat diese
Probe eine weiche Konsistenz. In der Regel kann jedoch ent-
sprechend der Ansprache im Feld für diese Böden eine steife
bis halbfeste Konsistenz erwartet werden.

Im Gipskeuper wurden an 43 Proben aus den Dunkelroten Mer-


geln, 17 Proben aus dem Bochinger Horizont und 5 Proben aus
den Grundgipsschichten die natürlichen Wassergehalte
bestimmt. Sie liegen zwischen w n = 10,4 % und w n = 33,6 %, im
gesamten Mittel bei w n = 19 %. Die Standardabweichung von >
5 % zeigt den stark wechselnden Verwitterungszustand. Die
Wassergehalte im Einzelnen bestätigen in der Regel die manu-
elle Ansprache, bei der die gesamte Bandbreite von weicher
bis fester Konsistenz bzw. sehr mürber, nur untergeordnet
mürber Schlufftonsteinqualität festgestellt worden war. Über-
wiegend ist die Gesteinsqualität des Gipskeupers als sehr
mürbe zu beschreiben; dort, wo der Gipskeuper zu Schluff ent-
festigt ist, weist er eine überwiegend halbfeste Konsistenz
auf. In BK 11/114 wurde in 10,6 m Tiefe eine 1,5 m mächtige
weiche Lage erbohrt.

Die Wassergehalte im Einzelnen sind in den Anlagen 2.1 rechts


neben den Profilsäulen aufgetragen und lassen in der Regel
erkennen, dass bis zur Endteufe der Bohrungen mit zunehmender
Tiefe keine signifikante Abnahme des Wassergehaltes und damit
eine Zunahme der Qualität bzw. Abnahme des Verwitterungsgra-
des der Schlufftonsteine vorhanden ist. Die ausgeprägte
Streuung des natürlichen Wassergehaltes zeigt vielmehr den
stark streuenden Verwitterungszustand.
Infrastrukturgebäude Seite 15 Q o Q
9762 Stuttgart 21, PFA 1.1: Talquerung mit Hbf 28.07.03

Die Qualität ist neben der Zusammensetzung des Gesteins


(u.a. Anteile von Gips-, Dolomit- oder Mergelstein) auch
durch die Lage im Übergang vom Hang in den Talkessel bzw. den
oberflächennahen Verwitterungsprozessen und durch das Grund-
wasser mit den dort stattgefundenen Auslaugungsprozessen
beeinflusst. Die statistische Auswertung der Wassergehalte
der stratigraphischen Schichteinheiten zeigt, dass der
Böchinger HöTizörit~ mit" wn~ =^ 16~%~einen niedrigeren mit 11 e r e n-
Wassergehalt aufweist, als die darüberliegenden Dunkelroten
Mergel (wn = 20 %) und die unterliegenden Grundgipsschichten
(wn - 19,6 %} .

In unserem geotechnischen Übersichtsgutachten zur Planfest-


stellung vom 10.08.98 hatten wir im Abschnitt 6.2 die
schlechtere Qualität des Gipskeupers im Bereich des Nesen-
bachtales gegenüber dem nordwestlichen, hangseitigen Talrand
aufgezeigt. Danach liegen die Wassergehalte im Bereich des
geplanten Infrastrukturgebäudes in einem Übergangsbereich mit
Tendenz zur Qualität wie im zentralen Nesenbachtal.

Anhand der Bodenansprache im Gelände, der Ergebnisse der


Feld- und Laborversuche sowie unserer Erfahrung mit bodenme-
chanisch gleichartigen Böden kann der anstehende Baugrund in
Anlehnung an bautechnische Regelwerke klassifiziert und durch
bodenmechanische Rechenwerte für erdstatische Untersuchungen
beschrieben werden (Tabelle 1).

Bei den angegebenen Kennwerten handelt es sich um charakteri-


stische Werte, die für Nachweise globaler Sicherheiten gel-
ten. Berechnungen nach dem neuen Sicherheitskonzept erfolgen
mit den in den entsprechenden Normen angegebenen Teilsicher-
heit sbeiwerten.
Infrastrukturgebäude Seite 16 O o D
9762 Stuttgart 21, PFA 1.1: Talquerung mit Hbf 28.07.03

geo~ . Bezeichnung AuffüIXung


vorherrschende(r)
- Kor.3iaten2, steif—halbfect steif-halbfest haibiest

- Festigkeit - sehr mürbe.


(mürbe)

Kl33sif ikaticnen:
Bodengtappe (DIN 1B196) A,[CH,GT,TI,TM,TA, 0U1 TL,TM UTst,TL,T»
Bodenklasse (DIH 1B3DO) 3,4,5,7(2) 4 4,6
Bodenklasse (DI}.' 183Q1) LH.LB, ( S 1 , S 3 U I ) LB 1S.FZ1-FD2

Frc sterepfine1ichkeit nicht-sehr stark mittel-sehr


KlasM nach KTVE-StB 94 Fl, F2 , F3 F3 F2,F3

SchruropFgefahr gezing-groß gering gering-^ittel

Reehenwerte:
Wichte v (kN/m ) 2D 21
uutei Auftrieb y' (kN/m ) 10 10 11

Reibung3winkel *p' (') 25 25 25


Kohäsion c' (kN/m ) 0-10 15 25 - 35

Eteifemod-ji E |MS/fli 1 für


<3)
hn n

- Er3tbel33t^ng - 10 15 - 25
- Wiederbelsscung - 20 30 - 50

Werte in Klänunsrn: traten nur untergeordnet auf


In den klinstl. AtiffUllyngen können Felskörper edsr alte Hauwerksreate von
Stein- U-".d Elockgxttße mit Rauminhalt bis Über 0,1 in" auftreter.
Spann"ung3bsreich 50 - 4DÖ kN/m

Tabelle 1: Klassifikationen und "oodenmechanische Rechenwerte


(charakteristische Kernel

Das Baugrundstück liegt nach DIN 4149, Teil 1, und der Karte
der Erdbebenzonen für Baden-Württemberg in der Bearbeitung
des Landeserdbebendienstes, 3. Auflage 1988, in Erdbebenzone
1. Je nach GrUndungsniveau ist bei rechnerischen Nachweisen
für den Lastfall Erdbeben einer der oben angegebenen Bau-
grundfaktoren K anzusetzen.
Infrastrukturgebäude Seite 17 Q q f"?
9762 Stuttgart 21, PFA 1.1: Talquerung mit Hbf 28.07,03 O <* •

7 Bautechnische Folgerungen

Die Baumaßnahme "Infrastrukturgebäude" ist geprägt durch fol-


gende Randbedingungen:
- Das Gebäude liegt vollständig unter der Geländeoberkante;
zur Herstellung ist eine Baugrube von 9 m bis 10 m Tiefe
erforderlich. Die Aushubsohle wird bei rund 237 mNN lie-
gen .
- Im Aushubbereich stehen 2 m bis 4 m mächtige Auffüllungen,
geringmächtige Fließerde und darunter, d.h. auch im Grün-
dungsniveau, die verwitterten Schiufftonsteine des Gipskeu-
pers (Dunkelrote Mergel) an.
- Der mittlere Grundwasserstand liegt etwas unterhalb der
Aushubsohle, der Bemessungswasserstand darüber.
- Das Bauwerk grenzt im Südosten und bereichsweise im Südwe-
sten an den Bestand.
- Das Bauwerk wird mit einem Parkplatz überbaut.

Aufgrund des angetroffenen und beschriebenen Baugrunds können


für die weitere Planung und die Herstellung des geplanten
Gebäudes Empfehlungen und Hinweise zur Gründung (Abschnitt
7.1), zum Erdaushub und zur Herstellung der Baugrube (Ab-
schnitt 7.2), zur Wasserhaltung während der Bauzeit (Ab-
schnitt 7.3), zu Bauwerk und Grundwasser (Abschnitt 7.4), zu
Hinterfüllung und Erddruck (Abschnitt 7.5) und zur Wechsel-
wirkung mit Nachbarbauten (Abschnitt 7.6) gemacht werden.

7.1 Gründung

Die Baugrubensohle wird unter der Annahme einer Bodenplatten-


dicke von 1 m und unter Berücksichtigung des Bodenplattenun-
terbaus bei etwa 236,7 mNN und damit in den tragfähigen
Schichten des Gipskeupers (Dunkelrote Mergel) liegen. Damit
bindet das Gebäude bis ca. 1,5 m in den Bemessungswasserstand
ein {s. Abschnitt 7.4). Da das untere Geschoss mit Hilfe
Infrastrukturgebäude Seite 18 ^ Ä
9762 Stuttgart 21, PFA 1.1: Talquerung mit Hbf 28.07.03 ^ **

einer "weißen Wanne" wasserundurchlässig ausgebildet werden


soll, bietet es sich an, eine statisch wirksame Bodenplatte
als Gründungselement zu verwenden. Das Bauwerk kann dabei
entweder auf einer durchgehenden lastverteilenden Bodenplatte
mit konstanter Dicke gegründet werden oder es können Einzel-
fundamente ausgebildet werden, zwischen die eine Bodenplatte
zur Aufnahme des Wasserdrucks "eingehängt" wird. Diese Lösung
entspricht der Ausbildung einer Platte mit variabler Dicke,
Die Wasserdruckbelastung der Platte ergibt sich aus dem
Bemessungswasserstand.

Die Berechnung einer derartigen Platte kann nach dem Bet-


tungsmodulverfahren erfolgen. Aus einer Gesamtbetrachtung der
Bodenplatte (Ersatzfläche 41 m mal 46 m, belastet mit einer
mittleren Bauflächenpressung von 135 kN/m2 einschließlich
Bodenplatte, Fußbodenaufbau und einer Verkehrsbelastung von
2
5 kN/m , Annahme, dass 70 % der Lasten ständig wirksam sind,
Setzungseinflusstiefe von 10 m, Wiederbelastung des Unter-
grundes, Setzung 2 cm) ergibt sich ein Bettungsmodul (ks) von
3
7 MN/m . Zur Berücksichtigung der wechselhaften Qualität des
Gipskeupers und der bis zum Bemessungswasserstand schwanken-
den Grundwasserverhältnisse empfehlen wir den Bettungsmodul
3 3
zwischen ks = 5 MN/m und ks = 10 MN/m zu variieren und die
Schnittgrößen aus der ungünstigsten Kombination der Bemessung
zugrunde zu legen.

Die mittleren Sohlnormalspannungen von 135 kN/m2 bewirken


aufgrund der höheren Aushubentlastung im Bodenkontinuum eine
Wiederbelastung.
Auf Grund der geringen Zusatzbeanspruchung durch das Gebäude
erscheinen Dolinen im Baufeld, wie sie in Abschnitt 4
beschrieben sind, beherrschbar. Da das Vorhandensein jedoch
nicht sicher ausgeschlossen werden kann, empfehlen wir die
daraus resultierenden Zwängungsbeanspruchungen dadurch zu
ermitteln und konstruktiv abzudecken, dass in der Umgebung
einer Stütze (einer Fläche von etwa 5 m mal 5 m) der Bet-
Infrastrukturgebäude Seite 19 Q & P
97 62 Stuttgart 21, PFA 1.1: Talquerung mit Hbf 28.07.03

tungsmodul auf 20 % reduziert wird, während in den übrigen


Feldern der konstante Wert angesetzt wird.
Unter der Baugrubensohle möglicherweise vorhandene Hohlräume,
die sich durch die geänderten Randbedingungen (fehlende
Gewölbewirkung des überlagernden Bodens) langfristig bis zur
Gründungsebene ausbreiten können, werden damit jedoch nicht
erfasst. Wir empfehlen daher, im Rahmen der Ausführung das
"VorhahäenseTn von gr^Eeäuntigen Jäohlxäum&n miC£els~B©Rr5üögen#
die z.B. mit einem Ankerbohrgerät ausgeführt werden können
und die nach dem Aushub von der Baugrubensohle unter jeder
Stütze bzw. entlang der Außenwände entsprechend dem Raster
der Achsen bis etwa 8,0 m Tiefe unter Fundamentebene ausge-
führt werden, zu erkunden. Angetroffene Hohlräume können dann
mit einer Zementsuspension gezielt verpresst werden.

Besonders beim Anschluss der Untergeschosswände an die Sohl-


platte ist mit erheblichen Zwängungsbeanspruchungen infolge
der (behinderten) Durchbiegung und Verdrehung der Sohlplatte
zu rechnen. Bodenplatte und Wände sind daher kraftschlüssig
so miteinander zu verbinden, dass die Zwängungsbeanspruchun-
gen nicht zu durchgehenden Rissen führen.

Der Einfluss von Lastkonzentrationen in Rand- oder Stützenbe-


reichen wirkt sich auf den Ansatz des Bettungsmoduls aus. Wir
empfehlen, diesen positiven Einfluss im Zuge der Bauwerksop-
timierung mit den konkreten Lastgrößen vorzunehmen. Erfah-
rungsgemäß kann durch eine detaillierte Vorgabe der Bettungs-
modulverteilung eine technisch und wirtschaftlich optimierte
Fundainentierung erzielt werden. Entsprechende Berechnungen
auf der Basis des Steifemodulverfahrens führen wir gerne für
Sie aus.
Infrastrukturgebäude Seite 20 Q D n
9762 Stuttgart 21, PFA 1.1: Talquerung mit Hbf 28.07.03

7.2 Erdaushub und Herstellen der Baugrube

Die Baugrubensohle wird unter Berücksichtigung von Bodenplat-


tenstärke und Unterbau bei etwa 236,7 mNN liegen. Die Bau-
grube bindet damit zwischen rund 9 m und 10 m ins Gelände
ein, wobei im Südosten und Südwesten bestehende Gebäude bzw.
Bauwerke tangiert werden.

Beim Erdaushub werden Auffüllungen, in geringem Umfang Fließ-


erde und überwiegend Gipskeuper anfallen. Die Bodenklassen
der zu lösenden Böden sind in Tabelle 1 des Abschnitt 6
genannt.
Eine bodenmechanische Bewertung der Wiederverwendbarkeit der
im PFA 1.1 anfallenden Aushubmaterialien wird im allgemeinen
geotechnischen Bericht unter Berücksichtigung der Ergebnisse
des 5. Erkundungsprogrammes vorgenommen.

Die in den Baugrubensohlen zu erwartenden Böden weichen bei


Wasserzutritt und dynamischer Beanspruchung rasch auf. Über
den jeweils endgültigen Baugrubensohlen ist daher eine
Schutzschicht von > 30 cm zu belassen, solange Baustellenbe-
trieb auf der Baugrubensohle stattfindet. Nach Abtrag dieser
Schutzschicht bzw. Fertigstellung des Aushubs sollte die end-
gültige Aushubsohle umgehend durch Aufbringen des Bodenplat-
tenunterbaus nach Abschnitt 7.4 (Vlies, Filterkies und Sau-
berkeitsschicht aus Beton) geschützt werden.

Wir weisen auf die Frostgefährdung der in den Baugruben


anstehenden Böden hin, die bei Bauarbeiten im Winter Schutz-
maßnahmen für die Baugrubensohle und gegebenenfalls für
Böschungen erforderlich machen können.

Nach der bislang vorgesehenen Bautaktfolge ist die Herstel-


lung des Infrastrukturgebäudes mit eine der ersten Baumaßnah-
men im PFA 1.1, unmittelbar gefolgt von der Verlegung und
Dükerung des Hauptsammlers West. Die Baugrube für die unmit-
telbar im Nordosten tangierende Bahnhofshalle wird zu einem
Infrastrukturgebäude Seite 21 Q & P
9762 Stuttgart 21, PFÄ 1.1: Talquerung mit Hbf 28.07,03

späteren Zeitpunkt errichtet. Im Südosten und Südwesten


grenzt das geplante Gebäude unmittelbar an den Bestand.
Sowohl für die Baugrubenherstellung als auch im Endzustand
sind die Wechselwirkungen im Zusammenhang mit der zeitlichen
Abfolge der Herstellung der angrenzenden Baumaßnahmen von
Bedeutung, wozu weitere Detailuntersuchungen erforderlich
sind (s. Abschnitt 7.6).

Für Verbau- und Sicherungsmaßnahmen sind mit den bodenmecha-


nischen Rechenwerten aus Abschnitt 6 und dem in Abschnitt 4
beschriebenen und in den Anlagen 3 dargestellten Schichten-

r verlauf statische Berechnungen anzustellen.

Nach den derzeitigen uns vorliegenden Plänen sehen wir fol-


gende typische Sicherungsmaßnahmen, die - mit zunehmender
Steifigkeit und damit zunehmenden Anforderungen an die
Begrenzung von Verformungen - in Betracht kommen:
- Frei geböschte Baugrubenflanken können dort ausgeführt wer-
den, wo der dafür notwendige Platz zum Zeitpunkt der Bau-
grubenherstellung zur Verfügung steht (evtl. im Bereich des
Kurt-Georg-Kiesinger-Platzes oder entlang der späteren Bau-
grube Bahnhofshalle).
Je nach Randbedingungen kann eine Kombination freier
Böschungen mit einem Baugrubenverbau zweckmäßig sein.
Im Bereich der Auffüllungen und bindigen Deckschichten
(Fließerde) können die Böschungen nach DIN 4125 bei Höhen
bis 5 m mit Böschungsneigungen bis 45' hergestellt werden.
Im verwitterten, mindestens steifen bis halbfesten Gipskeu-
per kann die Böschungsneigung entsprechend bis 60° herge-
stellt werden. Für geböschte Baugruben mit mehr als 5 m
Höhe bzw. für belastete Böschungen sind Standsicherheits-
nachweise nach DIN 4084 zu führen.
Bei einer Böschung muss stets ein lastfreier Streifen von
mindestens 1 m an der Böschungsschulter freigehalten wer-
den. Weiter ist sicherzustellen, dass kein Oberflächenwas-
ser über die Randböschungen fließt. Hierzu ist es zweckmä-
Infrastrukturgebäude Seite 22 Q & P
%J
9762 Stuttgart 21, PFA 1.1: Talquerung mit Hbf 28.07.03 '

ßig, sofern ein Gefälle zur Baugrube besteht, kleine Erd-


wälle auf der Böschungskrone anzulegen und für eine
gezielte Ableitung von oberflächig zufließendem Wasser zu
sorgen.
- Temporäre Baugrubenwände als Bohrträgerverbauten mit Holz-
oder Spritzbetonausfachung. Diese Verbauwände können dort
zum Jiinsatz kommen, wo freie Flächen zur Verfügung stehen,
vorhandene Bebauung nicht unmittelbar tangiert wird und
keine besonders hohen Anforderungen an die Begrenzung hori-
zontaler Verformungen und Oberflächensetzungen in der Nach-
barschaft des Verbaus gestellt werden. Erfahrungsgemäß kön-
nen mit einer Spritzbetonausfachung die herstellungsbeding-
ten Verformungen gegenüber einer Holzausfachung begrenzt
werden.

- Bohrpfahlwände mit Betonausfachung. Nach den bislang vor-


liegenden Planunterlagen sehen wir momentan keine Bereiche,
wo im Vergleich zu oben genanntem Trägerverbau erhöhte
Anforderungen zur Begrenzung von Horizontalverformungen
gestellt werden müssen, und was die Anordnung einer Bohr-
pfahlwand zur Folge hätte. Dies ist im Zuge der weiteren
Planung zu bestätigen.
- Unterfangung bzw. Unterfangungsverbaumaßnahmen mit Hilfe
von verankerten oder vernagelten Spritzbeton- oder Ortbe-
tonschalen. Derartige Maßnahmen können erforderlich werden,
wenn die Gründungsebene der bestehenden Bebauung über der
Baugrubensohle für das Infrastrukturgebäude liegt (s. a.
Abschnitt 7.6).

Für die Bemessung der Verbausysteme machen wir folgende Anga-


ben :
- In Abhängigkeit von der sich aus der angrenzenden Bebauung
und dem Eingriff in die Bauwerksumgebung ergebenden Randbe-
dingungen kann der Erddruckansatz zwischen aktivem Erddruck
und einem erhöhten aktiven Erddruck variieren.
Infrastrukturgebäude Seite 23 O ft D
9762 Stuttgart 21, PFA 1.1: Talquerung mit Hbf 28.07.03 *•* '

Im Einflussbereich von Bauwerken und setzungsempfindlichen


Leitungen (bei Abständen von weniger als dem l,5fachen der
Baugrubentiefe) empfehlen wir, einen erhöhten aktiven Erd-
druck (Mittelwert aus aktivem Erddruck und Erdruhedruck)
anzusetzen. Mit abnehmendem Einfluss der Baugrube auf Nach-
barbebauung (z.B. bei Abständen von mehr als der l,5fachen
Baugrubentiefe) kann auch ein Erddruckansatz E^ =
Ö, 75 . "gah T^Ö725' E o "gewählt werden""
Die Erddruckverteilung ist gemäß den Vorgaben der EAB unter
Berücksichtigung der Erddruckumlagerung zwischen den Stütz-
stellen und den Fußauflager zu wählen.

- In Bereichen, wo später angrenzende Baugruben hergestellt


und der Verbau rückgebaut werden muss sowie dort, wo Ver-
formungen unkritisch sind, kann eine Holzausfachung einge-
baut werden. Im Einflussbereich von Bauwerken und verfor-
mungsempfindlichen Leitungen sollte eine Spritzbetonausfa-
chung gewählt werden, da sie mit kleineren Verformungen als
eine Holzausfachung wirksam wird. Auch wenn der Grundwas-
serspiegel während der Bauzeit im Bereich des Bemessungs-
wasserstandes liegen sollte, kann in Verbindung mit der
Bauwasserhaltung und einem dadurch erzielten geringen
Grundwasserandrang eine Holzausfachung eingebaut werden.
Bei Herstellung einer Spritzbetonausfachung müssen unter-
halb des Bemessungswasserspiegels Dränöffnungen in der
Spritzbetonschale vorgesehen werden. Die genaue Anordnung
ist auf der Baustelle den örtlichen Gegebenheiten anzupas-
sen. Zusätzlich sind in den grundwasserführenden Schichten
Dränelemente hinter der Spritzbetonausfachung vorzusehen.
Damit wird ein unmittelbarer Wasserdruck auf den Verbau
bzw. die Spritzbetonschale verhindert und der Verbau auch
für den Endzustand im Hinblick auf eine Bauwerksumläufig-
keit durchlässig gestaltet (s. a. Abschnitt 7.4). Bei den
zugehörigen Standsicherheitsnachweisen ist jedoch der
Effekt des durch die offene Wasserhaltung erzeugten Absenk-
trichters zu berücksichtigen (Auftrieb, Strömungskräfte) .
Infrastrukturgebäude Seite 24 Q O D
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Als Wandreibungswinkel kann bei Spritzbeton der Wert 8 a =


<p', bei Holzausfachung der Wert 5 a = 2/3 tp • angesetzt wer-
den. Beim Einsatz von Dränelementen hinter der Spritzbeton-
ausfachung ist der Wandreibungswinkel auf 8 a = 1/2 <p' zu
reduzieren.
- Bei der Planung und Herstellung von Verpressankern ist D1N
4125 zu beachten. Über zulässige Ankerkräfte machen wir
keine vertragsrelevanten Angaben, da sie im Wesentlichen
vorn Bohrverfahren, Bohrdurchmesser, Länge des Verpresskör-
pers, Verpressdruck und der Anzahl der Nachverpressungen
abhängen. Aufgrund unserer Erfahrung mit nachverpressten
Ankern kann vorläufig für die Dimensionierung bei üblichen
Bohrdurchmessern und Verankerungslängen von zulässigen
Ankerlasten (Gebrauchslasten) im Gipskeuper je nach Quali-
tät von 350 kN bis 500 kN ausgegangen werden. Eine Veranke-
rung in der Auffüllung sowie in der geringmächtigen Fließ-
erde wird nicht empfohlen.
Die endgültigen zulässigen Ankerkräfte können erst in
Abhängigkeit von der konkreten Art der Herstellung mit
Hilfe von Eignungsversuchen festgelegt werden.
Bei der Herstellung der Verpresskörper im Gipskeuper sollte
ein Zement mit Sulfatwiderstand verwendet werden.
Bei einem gurtlosen Verbau muss die Standsicherheit des
Verbaus in Anlehnung an die gängige Praxis und unter Beach-
tung von DIN 4125, Abs. 8.5 durch auf 1,4• Fr erhöhte
Prüflasten der Anker sichergestellt werden.
In den Bereichen, in denen eine Rückverankerung wegen des
Gebäudebestandes nicht möglich ist (evtl. beim geplanten
S-Bahn-Zugang) , muss der Baugrubenverbau gegebenenfalls
ausgesteift werden.
- Die Verbauträqer müssen aufgrund des schrägen Änkerzuges
Vertikalkräfte abtragen. Sofern diese am Fuß einbetoniert
werden und mindestens 1,5 m unter die Baugrubensohle ein-
binden, kann im stark verwitterten Gipskeuper ein zulässi-
ger Spitzendruck von 500 kN/m2 und für Einbindetiefen, die
Infrastrukturgebäude Seite 25 ^ A O
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1,5 m übersteigen, zusätzlich eine Mantelreibung von 50


2
kN/m angesetzt werden. Hierbei setzen wir zulässige verti-
kale Verformungen von < 2 cm Zentimeter voraus.

Die in Abschnitt 4 und 7.1 beschriebene Gefahr des Antref-


fens vereinzelter offener Hohlräume im verwitterten Gips-
keuper bzw. die Dolinenproblematik hat auch für die Her-
stellung der Baugruben-Verbauten Gültigkeit. Beim Antreffen
von offenen Hohlräumen oder Dolinenstrukturen können
Zusatzmaßnahmen (z.B. Verpressung, Verlängerung der Ein-
bindetiefe, ergänzende Träger- und Ankerbohrungen) erfor-
derlich werden, um eine ausreichende Stützung sicherzustel-
len .

7.3 Wasserhaltung während der Bauzeit

Nach den Untersuchungen der ARGE WUG {Stichtagsmessung vom


02.09.99} liegt der mittlere Grundwasserspiegel im Bereich
des geplanten Gebäudes zwischen etwa 236 mNN und 236,5 niNN,
und damit etwa 0,5 m bis 1,0 m unter der geplanten Aushubsoh-
le. Je nach Höhe des Grundwasserstandes zum Zeitpunkt des
Aushubs ist jedoch auch hier Grundwasserzutritt möglich (Be-
messungswasserstand liegt rund 1 m bis 1,5 m über der Aushub-
sohle) . Wir empfehlen deshalb, auch für diesen Bauwerksbe-
reich planerisch eine Wasserhaltung vorzusehen, um im
Bedarfsfall entsprechend reagieren zu können.

Die Wasserhaltung kann bei den vorhandenen Randbedingungen


und Böden als offene Wasserhaltung ausgebildet werden.

Bei der offenen Wasserhaltung wird auf der endgültigen Bau-


grubensohle ein System von Gräben und Pumpensümpfen angelegt.
In die Gräben werden ein Vlies zur Verhinderung einer Ver-
schlammung und ein Dränrohr eingelegt, danach werden sie mit
einem Kies z.B. der Körnung 2/32 mm verfüllt. Die Gräben
haben Anschluss an die Kiesschicht, die aus Gründen der
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Grundwasserumläufigkeit unter der gesamten Bauwerkssohle


angeordnet wird (s. Abschnitt 7,4).

Das aus der Baugrube geförderte Wasser muss einem Vorfluter


zugeführt werden, wobei Einleitergrenzwerte einzuhalten sind.
Dazu können Absetzbecken, Filter und eine Neutralisation
erforderlich werden.

Hinsichtlich der voraussichtlich zu fördernden Wassermengen


und der Reichweiten der Wasserhaltungen sowie zur Reduzierung
der Reichweiten durch Infiltration von Wasser zur Stützung
des Grundwasserkörpers seitlich der Baugruben verweisen wir
auf Untersuchungen der ARGE WUG.

7.4 Bauwerk und Grundwasser

Nach einer Abstimmung im Team Baugrund haben wir als Grund-


lage für die Erstellung der Planfeststellungsunterlagen vor-
geschlagen, die Bauwerke im Bereich der Talquerung in Anleh-
nung an einen Grundwasserstand der Jährlichkeit 200 sowie
unter Beachtung von Randbedingungen aus Dränanlagen benach-
barter Bauwerke auszubilden und höhere Wasserstände, die sich
mit geringerer Wahrscheinlichkeit dennoch einstellen könnten,
mit Hilfe eines Sicherheitsdränsvstems auszuschließen. Ein
Verzicht auf ein Sicherheitsdränsystem ist aus unserer Sicht
nur möglich, wenn nachgewiesen werden kann, dass auch ein
(Grund-)wasseranstieg bis zu Geländeoberfläche für das Bau-
werk schadensfrei möglich ist.

Maßgebend für die Festlegung des Sicherheitsdränsystems für


das Infrastrukturgebäude ist der Verlauf des Bemessungswas-
serstandes und die Anordnung von Grundwassersperren im
Bereich der Bahnhofshalle des neuen DB-Tunnels. Unter Berück-
sichtigung des Zusammenwirkens mit Abdichtungs- und Dränsy-
stemen bestehender Bauwerke (Südwest-LB und S-Bahn unter dem
Hauptbahnhof) haben wir im vorliegenden Bauwerksabschnitt in
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9762 Stuttgart 21, PFA 1.1: Talquerung mit Hbf 28.07.03

unserem geotechnischen Übersichtsgutachten vom 10.08.98 (dort


Abschnitt 7.1.2) folgenden Verlauf des Bemessungswasserstan-
des empfohlen, der den Planfeststellungsunterlagen zugrunde
liegt:

- km 0,280: HW 2 0 0 = 236,3 mNN (Tiefpunkt)


- bis km -0,065: linearer Anstieg auf 237 mNN
— - frei = km--0 f 065 : - Grundwassersperre -bis—237_mNN
- bis 3- km -0,165: ohne Fließgefälle bei 237 mNN
- bei 3 km -0,165: Grundwassersperre bis 238 mNN;
Sprung im Bemessungswasserstand
- bis km -0,442: linearer Anstieg auf 241,2 mNN
(Ende der offenen Bauweise)

Nach der aktuellen Bewertung der im Rahmen des 5. EKP erkun-


deten Grundwasserstände (Stellungnahme der Arge WUG vom
23.12.2002) ergibt sich durch die neuen Erkundungen keine
Notwendigkeit einer Höherlegung der Sicherheitsdrainage für
den DB-Tunnel, so dass die bisherigen Bemessungswasserstände
und daraus resultierenden Bemessungsansätze für den DB-Tunnel
nach derzeitigem Kenntnisstand weiterhin aufrechterhalten
werden können.

Das geplante Infrastrukturgebäude liegt zwischen ca. km -0,20


und ca. km -0,145, so dass unter Berücksichtigung der Grund-
wassersperre bei km -0,165 (Sprung im Bemessungswasserstand)
ein von Nordwest nach Südost fallender Bemessungswassers band
von etwa 238,4 mNN auf 238 mNN (bis zur Grundwassersperre des
DB-Tunnels) und danach 237 mNN gilt. Die genaue Höhenlage im
Zusammenhang mit der konkreten Lage der Grundwassersperre ist
mit dem Planer des DB-Tunnels in diesem Streckenabschnitt zu
klären, zur detaillierten baulichen Ausbildung der Grundwas-
sersperren können wir im Zuge der Ausführungsplanung beratend
tätig werden.

Die Angaben zum Bemessungswasserstand sind als linear verän-


derliche Größen vorgegeben. Dies erlaubt zum einen, das für
Infrastrukturgebäude Seite 2 8 Oft P
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ein Überlaufsystem erforderliche Dränrohr in ein Gefälle zu


legen und damit die Gefahr von Ablagerungen im Rohr zu ver-
mindern. Außerdem können die zur Verhinderung von Längsläu-
figkeiten erforderlichen Grundwassersperren (jeweils mit
Überlauf auf Höhe des dortigen Bemessungswasserspiegels) aus
baupraktischen Überlegungen heraus festgelegt werden und in
ihrer Höhe an die variable Bemessungsoberfläche angepasst
werden. ~~ ~

Di© Höhe des Bemessungswasserstandes hat Auswirkungen auf


- den Umfang, in welchem Bauwerke in offener Bauweise druck-
wasserundurchlässig ausgebildet werden müssen,
- die Auftriebssicherheit der Bauwerke,
- die Ausbildung des Feuchtigkeitsschutzes und
- die Herstellung einer Grundwasserumläufigkeit.

Unterhalb des Bemessungswasserstandes sind alle Bauteile was-


serundurchlässig und auftriebssicher herzustellen und für den
entsprechenden Wasserdruck zu bemessen. Grundwasserstände
oberhalb dieser Kote sind durch eine rückstaufreie Sicher-
heitsdränung auszuschließen. Diese ist im Zusammenhang mit
dem DB-Tunnel zu planen.
Auch alle erdberührten Bauteile oberhalb des Bemessungswas-
serstandes sollten nach Möglichkeit dräniert werden. Damit
ist hier drückendes Wasser auf das Bauwerk auszuschließen und
das Gebäude ist im Zusammenhang mit einer Dichtung gemäß DIN
18 195 gegen Feuchtigkeit zu schützen.
Zur Sicherstellung der Grundwasserumläufigkeit quer zum Bau-
werk und um in den Grundwasserbereichen einen gleichmäßigen
Wasserdruck zu erreichen, ist unter der Sohle eine Kiesfil-
terschicht anzuordnen. Vorbehaltlich einer hydraulischen
Berechnung schlagen wir vor, unter dem Infrastrukturgebäude
eine 0,2 m dicke Kiesfilterschicht aus Kies 2/32 mm anzuord-
nen.
Entlang der Wände sind ebenfalls wasserdurchlässige Elemente,
z.B. Dränplatten oder Dränmatten, vorzusehen. Sie sind
Infrastrukturgebäude Seite 2 9 O o H
9762 Stuttgart 21, PFA 1.1: Talquerung mit Hbf 28.07.03 *•* ** •

sowohl bei Bauwerkserstellung direkt gegen den Verbau als


auch bei Anordnung eines Arbeitsraumes geeignet, wobei dann
das Verfüllmaterial im Bereich der wasserführenden Schichten
eine ausreichende Durchlässigkeit aufweisen muss, die nicht
kleiner ist als die im umgebenden Boden gemessene. D.h. die
Materialauswahl ist bei einer Arbeitsraumverfüllung gezielt
auf die anstehenden Baugrundverhältnisse abzustimmen.
Auf a£©~fxltersTElB"lrl9 Ausbildung ä 1 le^^Drä he lernen t e ^ n " Nach-
barschaft zu bindigen Böden ist zu achten. Außerdem sind für
Dränleitungen Kontroll- und Spülmöglichkeiten erforderlich.

Um den Eintritt von Oberflächenwasser in das Drän- und Umläu-


figkeitssystem auszuschließen, ist der oberste Meter des Kon-
taktbereiches zwischen Bauwerk und Baugrund möglichst wasser-
undurchlässig E U gestalten. Mit erdbautechnischen Mitteln
kann die Abdichtung mit einem kontrolliert eingebauten mehr-
lagigen Lehmschlag erfolgen, der im Bereich von Verkehrsflä-
chen ggf. mit hydraulischen Bindemitteln verbessert werden
muss.

Das System für die Grundwasserumläufigkeit, die Verhinderung


einer Bauwerkslängsläufigkeit, den Wasserdruckausgleich und
die Sicherheitsdränung ist zu planen und in den Ausführungs-
plänen für das Bauwerk detailliert darzustellen. Dabei sind
auch die grundsätzlichen Empfehlungen für die im Bereich der
Talquerung ins Grundwasser einbindenden Bauwerke, die bereits
in unserem geotechnischen Übersichtsgutachten zur Planfest-
stellung beschrieben sind und die im allgemeinen geotechni-
schen Bericht zum PFA 1.1 nochmals dokumentiert werden, zu
berücksichtigen.

7.5 Hinterfüllung und Erddruck

Über dem Infrastrukturgebäude sollen Parkflächen entstehen,


so dass für die Arbeitsraumverfüllung und Überschüttung
Infrastrukturgebäude Seite 30
97 62 Stuttgart 21, PFÄ 1.1: Talquerung mit Hbf 28.07.03

erhöhte Anforderungen zu stellen sind. Dies muss mit gut ver-


dichtbarem und gut abgestuftem, grob- oder gemischtkörnigem
Material erfolgen, bei dem der Anteil an Korn unter
d = 0,063 mm jedoch auf maximal 15 % begrenzt ist {Bodengrup-
pen GW, GI, SW, SI, GT, GU nach DIN 18 196) . Das verwendete
Hinterfüllmaterial muss verwitterungsbeständig und umweltver-
träglich sein. Es darf keine quellfähigen, zerfallsempfindli-
•"cfteni"""ocler~ bäliwerksäggressiven Bes^tändteXle eireKiTffen.
Als Verfüllmaterial sind u. a. auch nach wirtschaftlichen
Gesichtspunkten nichtbindiger Siebschutt und Recyclingmate-
rial im Körnungsbereich 0/45 mm mit vergleichbaren Beschrän-
kungen im Feinkornanteil (d < 0,063 mm von weniger als 15 % )
geeignet.

Für die Bewertung der Eignung von Recycling- bzw. Erdaushub-


material gelten folgende Merkblätter hinsichtlich technischer
und umweltrelevanter Anforderungen:
- Merkblatt über die Verwendung von industriellen Nebenpro-
dukten im Straßenbau (Herausgeber: Forschungsgesellschaft
für Straßen- und Verkehrswesen, Köln, 1985). Maßgebend ist
hier der Verwendungsbereich C 2 .
- Merkblatt Wiedereinbau, Anforderungen an Bodenaushub, Stra-
ßenaufbruch und Bauschutt beim Wiedereinbau in der Landes-
hauptstadt Stuttgart, Stand 01.03.96 {Herausgeber: Amt für
Umweltschutz, Tiefbauamt, Landeshauptstadt Stuttgart) . Auf-
grund der innerstädtischen Lage im Einzugsbereich der Mine-
ralquellen ist hier die Einstufung des Baugeländes in die
Zone A maßgebend.

Zur Vermeidung von Sackungen ist die Arbeitsraumverfüllung


lagenweise einzubauen und auf einen Verdichtungsgrad von D Pr
> 100 % der einfachen Proctordichte zu verdichten. Die Kon-
trolle der erzielten Verdichtungsqualität sollte in Anlehnung
an die Methode M 3 für das Prüfen der Bodenverdichtung nach
der ZTVE-StB 94 erfolgen.
Infrastrukturgebäude Seite 31 C o
9762 Stuttgart 21, PFA 1.1: Talquerung mit Hbf 28.07.03 W < *

Außerhalb des Einflussbereiches von Verkehrsflächen, soweit


dies im Bereich des Infrastrukturgebäudes überhaupt relevant
wird, kann auch verdichtungsfähiges, im Rahmen der Baumaßnah-
men anfallendes, bindiges Material in die Arbeitsräume einge-
baut werden. Hier ist eine lagenweise Verdichtung auf einen
Verdichtungsgrad von D Pr > 95 % der einfachen Proctordichte
ausreichend. In diesen Bereichen muss aber langfristig mit
Sackühgehvonmehreren Zentimetern gerechnet werden.

Gering- bzw. unverschiebliche Bauwerke sind nach DIN 4085


grundsätzlich auf einen erhöhten aktiven Erddruck bzw. den
Erdruhedruck zu bemessen.
Bei dem geplanten Bauwerk kann je nach Verbauplanung
bereichsweise zu unterscheiden sein zwischen:
- Erddruck auf Bauteile, die ohne Arbeitsraum hergestellt
werden und
- Erddruck im Bereich von nachträglichen Verfüllungen.

Auf Bauteile, die ohne Arbeitsraum gegen die Verbauflächen


betoniert und nur durch Dränschichten von diesen getrennt
werden, wirkt im Endzustand der Erddruck, der bislang von der
Baugrubensicherung aufgenommen wurde, zuzüglich der Berück-
sichtigung einer langfristigen Erddruckumlagerung im Bau-
grund. Um dies zu berücksichtigen, empfehlen wir, beim Erd-
druck auf die Bauwerkswände von einem erhöhten aktiven Erd-
druck auszugehen, der sich aus e,„ = 0,5 (ea + e0) für Wand-
reibung 8 = 0 ergibt. Der Erddruck ist in eine rechteckige
Belastungsfigur umzulagern.

Für den K0~Wert zur Bestimmung des Erdruhedrucks kann ange-


setzt werden:

Baugrund Auffüllung/ Gipskeuper


Fließerde

Erdruhedruckbeiwert Ko: 0,5 0,4

Tabelle 2: Erdruhedruckbeiwerte Ko für anstehende Böden bei


einer Arbeitsraumbreite B < 1,5 m
Infrastrukturgebäude Seite 32 Q o n
9762 Stuttgart 21, PFA 1.1: Talquerung mit Hbf 28.07.03 O "• I

Dieser Ansatz gilt auch für bis zu 1,5 m breite verfüllte


Arbeitsräume, mit der Einschränkung, dass ein Verdichtungs-
erddruck mit 25 kN/m2 anzusetzen ist, falls er größer ist als
der umgelagerte erhöhte aktive Erddruck.

Auf Bauteile, die bei größerer Arbeitsraumbreite oder


geböschter Baugrube nachträglich angeschüttet werden, ist mit
dem Erddruck- aus dem geschütteten—und—verdichteten Auffüllma-
terial zu rechnen. Aufgrund von Messungen an hinterfüllten
Bauwerken aus Stahlbeton, über die in der Literatur berichtet
wird, und in Übereinstimmung mit DIN 4 085, ist der Erdruhe-
druck maßgebend. Der Erdruhedruck ist nicht umzulagern. Zur
Berücksichtigung der horizontalen Verspannung infolge der
Bodenverdichtung muss als Mindesterddruck ein Verdichtungs-
erddruck von e v = 25 kN/m2 angesetzt werden. Der Ruhedruck-
beiwert wird in Abhängigkeit von der Scherfestigkeit des Ver-
füllmaterials wie folgt geschätzt:

grob- und gemischt- gemischt- und


körniges Material feinkörnige Böden
(Feinkornanteil < 15 %) (Feinkornanteil > 15 %)

Erdruhedruckbeiwert K o 0,35 0,50

Tabelle 3: Erdruhedruckbeiwerte bei VerfUllungen

Im Bereich des Infrastrukturgebäudes sind bei der Erddrucker-


mittlung die Wechselwirkung mit dem später hergestellten DB-
Tunnel zu berücksichtigen und die Erddruckansätze mit dem
Planer des DB-Tunnels abzustimmen. Außerdem ist unterhalb des
Bemessungswasserstandes der Wasserdruck anzusetzen.

7.6 Wechselwirkung mit Nachbarbauten

Nach den uns vorliegenden Planunterlagen und der geplanten


Bautaktfolge im PFA 1 . 1 werden für die Herstellung der Bau-
Infrastrukturgebäude Seite 33 Oft D
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9762 Stuttgart 21, PFA 1.1: Talquerung mit Hbf 28.07.03 '

grübe und die Gründung des Infrastrukturgebäudes folgende


Randbedingungen maßgebend:
- Im Südosten und Südwesten grenzt das geplante Gebäude an
den Bestand. Aus dem Längsschnitt L2 und dem Querschnitt Ql
ist nicht ersichtlich, auf welchem Höhenniveau der Bestand
gegründet ist. Zur Beurteilung evtl. notwendiger Unterfan-
_gungsmaßnahmenoder. Sieherungsmaßnahmen -ist- es aus unserer..
Sicht erforderlich, entlang der Grenzbebauung die Bestands-
gründung zu erheben und in typischen Schnitten mit der Neu-
planung darzustellen.
- Im Nordosten werden nach Fertigstellung des Infrastruktur-
gebäudes die Teilbaugruben für die neue Bahnhofshalle
geöffnet, wobei die Trogsohle der Bahnhofshalle nach der-
zeitiger Kenntnis rund 2 m bis 2,5 m unterhalb der Gründung
des Gebäudes zu liegen kommt. Hier ist gemeinsam mit dem
Planer der Bahnhofshalle zu klären, inwieweit der Lastein-
fluss des Infrastrukturgebäudes auf die Bahnhofshalle zu
berücksichtigen ist, oder ob ggf. eine Tieferführung der
Lasten aus dem Infrastrukturgebäude auch im Hinblick auf
die spätere Baugrubenherstellung zweckmäßiger ist.
- Im Nordwesten und Südwesten wird der Hauptsammler West
gedükert und der Kanal Lautenschlagerstraße verlegt. Nach
unserer Kenntnis variieren die Baugrubensohlen für die Ver-
legungsmaßnahmen und liegen unter Berücksichtigung von
Bodenplattenstärke bzw. Rohrdicke und Unterbau
• im Bereich des Kanals Lautenschlaaerstraße zwischen etwa
237,6 mNN (Anschluss an den Bestand) und 235 mNN,
• am Dükeroberhaupt des Hauptsammlers West zwischen ca.
238,3 mNN und 235,8 mNN und im Bereich der DUkerung
selbst tiefstens zwischen etwa 229,8 mNN und 229,6 mNN.
Da auch in diesen Bereichen die Baugrubensohlen z.T. unter
das Gründungsniveau des Infrastrukturgebäudes reichen wer-
den, wird es auch hier zwingend erforderlich, gemeinsam mit
dem Planer der Kanalverlegungen den Zeitpunkt und den
Infrastrukturgebäude Seite 34 O 0, D
9762 Stuttgart 21, PFA 1.1: Talquerung mit Hbf 28.07.03

gegenseitigen Einfluss der Maßnahmen abzustimmen (s. a.


Ausführungen bzgl. der Bahnhofshalle).

Wir empfehlen, in maßgeblichen Schnitten die Wechselwirkung


mit den angrenzenden Baumaßnahmen darzustellen, und diese im
Zuge der weiteren Planungen im Hinblick auf die Baugrubenher-
stellung und der Belastung der nachfolgenden Maßnahmen und im
Zusammenhang mit der --Höhensituation zum- Gründungsniveau- des
Infrastrukturgebäudes einer detaillierten geotechnischen
Bewertung zu unterziehen.

8 Baugrundüberprüfung

Das baugrundtechnische Modell resultiert aus punktuellen Auf-


schlüssen und ist Grundlage der bautechnischen Empfehlungen.
Eine Überprüfung während der Erd- und Gründungsarbeiten ist
daher erforderlich. Wir empfehlen,
- uns Abweichungen vom beschriebenen Untergrundaufbau hin-
sichtlich der Schichtung, der Qualität und des Grundwassers
sofort zu melden,
- die Bohrungen für die Verbauträger ebenso wie die Aushub-
sohle von uns abnehmen zu lassen, und
- Verdichtungskontrollen ausführen zu lassen.
Wir bitten, uns frühzeitig zu benachrichtigen.

Die Angaben zur Gründung beruhen auf den uns vorliegenden


Unterlagen und den derzeitigen Lastangaben vom Tragwerkspla-
ner. Bei einer statischen Berechnung für die Ausführungspla-
nung sind die für die Gründung des Bauwerks im Abschnitt 7.1
mitgeteilten Bettungsmoduln zu überprüfen. Planerische oder
konstruktive Änderungen gegenüber den in Abschnitt 2
beschriebenen Abmessungen und Einflüssen, die auf das Baugru-
ben- und Gründungskonzept Einfluss haben könnten, sollten uns
mitgeteilt werden.

S&P
Infrastrukturgebäude Seite 35 O & P
9762 Stuttgart 21, PFA 1.1: Talquerung mit Hbf 28.07.03

Anlagen Anlage

Lagepläne
- Übersichtslageplan (M 1:25 000) mit
Lage des geplanten Infrastrukturgebäudes 1.1
- Lageplan des Baugeländes (M 1:1000) mit
Lage der Erkundungspunkte und Verlauf der
baugrundtechnischen Geländeschnitte 1.2

Geländeerkundung
- Kurzzeichen und Abkürzungen
nach DIN 4023 und DIN 18 196 2.0
- Baugrundtechnische Schichtenfolgen (M 1:100) der
von S&P aufgenommenen Kernbohrungen des 4. und 5. EKP
(die Anlagen-Nummern entsprechen denjenigen im
allgemeinen geotechnischen Bericht zum PFA 1.1)
BK 11/29 2.1.21
BK 11/112 2.1.92
BK 11/113 2.1.93
BK 11/114 2.1.94
BK 11/135 GM mit Ausbau als 5-Zoll-GW-Messstelle 2.1.100

Baugrundmodell
- Baugrundtechnische Geländeschnitte (M 1:500/1:100)
• SO-NW-Schnitt A: parallel zur Schillerstraße 3.1.1
• NO-SW-Schnitt B: parallel zur Heilbronner Straße 3.1.2
- Schichtlagerungskarte (M 1:500) mit
Höhenlage (mNN) der Gipskeuperoberflache 3.2

Hohlraumprofolematik
- Angetroffene, offene Hohlräume in den Dunkelroten
Mergeln beim Baugrubenaushub Südwest-LB 4

Sie können den Anlagenteil des Gutachtens ent-


sprechend nebenstehender Skizze so herausklap-
pen, dass die Anlagen neben dem Text liegen.
Infrastrukturgebäude
9762 Stuttgart 21, PFA 1.1: Talquerung mit Hbf

Vervielfältigung genehmigt vom LV-B-W unter Az 5 12/849, themallsch ergänzt durch S&P

Übersichtslageplan mit Maßstab Anlage


Lage des geplanten Infrastrukturgebäudes 1:25000 1.1
Infrastrukturgebäude Qfi.D
9762 Stuttgart 21, PFA 1.1: Talquerung mit Hbf O « r

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Lageplan mit Lage der Erkundungspunkte und Maßstab Anlage


Verlauf der baugrundtechnischen Geländeschnitte 1:1000 1.2
Plangmndlage BGS: Stand 08/2001 Erkundungsstand: 02/2003
9762 Stuttgart 21, PFA 1.1: Talquerung mit Hbf S&P
Bodenarten Felsarten
A Auffüllung Z Fels allgemein
Y Blöcke y mit Blöcken Zv Fels verwittert
X Steine X steinig Gst Konglomerat, Brekzie
G Kies C kiesig Sst Sandstein
I
S Sand B sandig Tat Tonatein
U Schluff M schluffig Ust Schluffstein
T Ton t tonig UTst Schlufftonstein
H Humus, Torf h humos, torfig Mst Mergelstein
P Faulschlammm, Mudde o org. Beimengung Kst Kalkstein
Mg Mergel mg mergelig Dst Dolomitstein
dol. dolomitisch Gyst Gipsstein
Ha Granit, Gneis
Hebenanteile Konsistenz Kalkgehalt Korngrößen
schwach (< 15 %) breiig Ca:0 karbonatfrei f fein
stark (> 30 %) weich Ca:+ karbonathaltig m mittel
steif Ca:++ stark g grob
halbfest karbonathaltig
fest
Festigkeit
sehr mürb mit der Hand zerdrückbar, bröckelige bis
blättrige Aggregate
mürb leicht mit Hammer zerlegbar oder zerdrückbar
zu stückigen Aggregaten
mürb-hart kann nicht von Hand zu Triaxprobe
zugeschnitten werden
mäßig hart beim Anschlagen mit scharfem Hammerende
entstehen 5 mm-Löcher oder -Kerben
hart Handstück kann mit einem Hammerschlag
abgeschlagen werden; mit Hammer in
grobstückige Aggregate zerteilbar
sehr hart nur mit mehreren festen Hammerschlägen
zerlegbar; splittriger, muscheliger Bruch;
u, U. Funkenschlag
Verwitterungegrad
W5 völlig verwittert, meist grusig, ohne Gefüge
W4 stark verwittert, sehr mürb, bröckelig bis
blättrig
W3 verwittert, meist mürb, kiesige Bruchstücke
W2 aufgewittert, meist mäßig hart, oft Kernscheiben
und -stücke von Faust- bis Kopfgroße
Wl angewittert, meist hart, oft Vollkern, oft rostig
WO unverwittert, meist hart bis sehr hart, oft
Vollkern, keine Verwitterungsfarbe
Zersetzungsgrad (Torf)
z5 sehr stark zersetzt, dunkelbraun bis schwarz, keine pflanzlichen
Strukturen
z4 stark zersetzt, dunkelbraun bis schwarz, bis zu 50 % strukturierte
Pf lanzenreste
z3 mittel zersetzt, meist dunkelbraun, 70 % strukturierte Pflanzenreste
Z2 schwach zersetzt, braun, 100 % Pflanzenreste
zl sehr schwach zersetzt, weißlich bis gelb oder hellbraun, 100 %
Pflanzenreste

22:97621009, Ly/Ri/bk, HA.07.03

Beschreibung der Schichtenfolgen: Anlage


Kurzzeichen und Abkürzungen nach DIN 4023 und DIN 18196 2 .0
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og. die Strafigraphfe des Keupeis wurde mcii
12,0 •) 13,6 üj 14,1 >; 15,0 «| U,0 c| 17,0 RJ
18,0 «| 11,0 » 19,7 •
Abstimmung LGRB / A I J « WUG ub*motwt»n SceJirprobnil 7,i • - 7,M •( 13,5 n - 11,75 n

ii zur Bohrtechnik, zu D Crwdusm bei 13,3 n tctfUlU 7,1 »\i.M. (II.ÖS.O!)


suchen und zu den Gfurriwraisfliveirtailnissen sind
den AutscWussprotUn dtr Atgt WUQzu entnehmen
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SO NW

S-Bahn-
Zugang geplantes
Infrastruklurgebäude

Nordflügel
(wird abgebrochen)
BK 11/135 BK 11/112 BK 11/29
249.77

^P Qeplanles Gelände

245 mNN

1231
242.00

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BiugmbtlttBhl« -838,7 mNN .

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Mergel

Das QuartSr wurde von §«P gegliedert. BH Bochinfjer


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Horizonl

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o o Die FelnstrallgraphlB des Glpskeupers, die
Letlenkeuper
4M Schichtgrenze zum Lettenkeuper und die Grund- aa Gmndglps-
32.5S- wasservertiSllnisse sind den hydrogeologlschen schichten
Lingssclinltlen der ARGE WUG zu entnehmen.
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Sfach übarhöhtl
•D
NO geplantes SW
Infrastrukturgebäude

BK11/112 BK 11/29 BK 11/113 1312


240,69 246,77 245.03 24-1.60

geplantes Gelände

Auffüllung

Fließerde

Talab-
lagerungen

240 mNN

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c .. Die Felnslraligraptile des Gipskeupers. die
Schlchtgrenze zum Leilenkeupec und die Grund- oo Gnuxlglps-
wasservcrtiüllnissü sind den hydrogeologlschen sclik-.hlen
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LangssahnWon der ARGE WUG zu entnehmen.
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Infrastrukturgebäude QftD
97 62 Stuttgart 21, PFA 1.1: Talquerung mit Hbf O <* r

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240,48 r

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BK 11/35 § '
S.B8)
1218 n 242,40

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BK 11/30 243,46
Wo«; 245,06
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~BK 11/112
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* 242,3

245,19 ZjvA y^aux 1231 u : -•'!:: •• •:-.•:] H p a


BK 11/136 1416 • • j S g g t i ' i ' ä K =
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BK 11/38
(235,79) U L C I
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11/27
137,96 O 1j Gebäude ' W 1 4 1 4 : / ; 5 " /?(, v ^
BK 11/113 •

r,, -v 241,83
-GcorgX H A / 1 - BK 11/114
\L:,a^_ 242,21 1420 1232"Hf^^
Kanal > 225,94
<>
sclilneerj! ,
BK 11/129 «rate || j ^ - ' fif?

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Höhenlage (mNN) der Maßstab Anlage
Gipskeuperoberfläche 1:1000 3.2

Plangrundlage BGS: Stand 08/2001 Erkundungsstand: 02/2003


Infrastrukturgebäude
9762 Stuttgart 21, PFA 1.1: Talquerung mit Hbf S&P

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Aiigetroffene, offene Hohlräume in den Anlage


Dunkelroten Mergeln beim Baugrubenaushub SüdwestLB 4