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[Zitierhinweis: In eckigen Klammern jeweils die Seitenzahlen der Druckfassung]

In: Uwe Schimank/ Rainer Greshoff (Hg.): Was erklärt die Soziologie?
Methodologien, Modelle, Perspektiven, Münster, S. 65- 77.

Warum die 'Einheit' der Soziologie unmöglich ist:


Die Dynamik theoretischer Differenzproduktion und die
Selbsttransformation der Moderne

Andreas Reckwitz

[Druckfassung: 65]
1. Ist es möglich, dass die Soziologie über alle konzeptuellen Differenzen hinweg eine
theoretische Einheit entwickelt? Ist es denkbar, dass sie eine einzige 'grand theory'
produziert, die einen universalen Rahmen für materiale Analysen absteckt und diesen
universalen Status auch in der historischen Entwicklung des Faches zu stabilisieren
vermag? Und ist die solche Entwicklung eines universalen Theorierahmens
wünschenswert oder eher als Fortschrittshemmnis zu vermeiden? Diese Fragen sind in
der Geschichte der Soziologie alles andere als neu. Die bisherige Erfahrung mit
einhundertfünfzig Jahren Wissenschaftsgeschichte der Disziplin, mit der generellen
kulturellen Logik der Entwicklung jener symbolischen Codes, die wir 'Theorien'
nennen, legt für mich eine eindeutig negative Antwort nahe: Die Soziologie - und darin
unterscheidet sie sich nicht von anderen humanwissenschaftliche Disziplinen - vermag
keine theoretische Einheit einer 'grand theory' zu entwickeln, die von allen anerkannt ist,
und dieses Denkexperiment weist auch nicht in eine erstrebenswerte Richtung.
Ich möchte zur Begründung dieser These zwei miteinander verknüpfte Argumente zu
bedenken geben: das erste ist ein wissenschafts- und kultursoziologisches Argument,
das darauf hinweist, dass die Theorieentwicklung in der Soziologie die eigentümliche
Form einer Generierung neuer theoretischer Differenzen gerade durch die fortwährende
Formulierung von Synthesevokabularen genommen hat. Theoriesynthesen wollen das
Theoriefeld 'schließen', tatsächlich und unintendiert aber öffnen sie dieses Feld für die
Produktion von Gegenvokabularen. Die Idee einer letzten vereinheitlichenden Synthese,
einer 'theory to end all theories' muss dann fiktiv erscheinen und berücksichtigt nicht
ihre eigenen Folgen im sozialen Feld Wissenschaft, die paradoxerweise das Gegenteil
dessen befördern, was sie beabsichtigen. Das zweite Argument lautet: die Soziologie ist
in ihrem Grundverständnis um die Frage zentriert, was das Moderne der modernen
Gesellschaft ausmacht. Die Antwort auf diese Frage verändert sich jedoch mit dem
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Strukturwandel der modernern Gesellschaft und Kultur selbst - in einem spezifischen


Sinne muss die Soziologie dann in ihrem Kern eine ideographische Wissenschaft sein.
Diese permanente Selbsttransformation des Gegenstandes jedoch verunmöglicht
dauerhafte, quasi zeitlose Großtheorien - und gleichzeitig verschiebt der realkulturelle
Wandel auch [Druckfassung: 66] die soziologischen Vokabulare des Sozialen. Im
Verhältnis zum Vortrag von Gesa Lindemann möchte ich daher in zweifacher Hinsicht
eine anders akzentuierte Position vertreten. Ich möchte nahe legen, die Entwicklung der
Soziologie nicht allein aus der Lakatos'schen Teilnehmerperspektive, sondern auch aus
der kultursoziologischen Beobachterperspektive zu betrachten. Das Ergebnis einer
solchen Blickverschiebung lautet, gegen ein 'modernisierungstheoretisches' Verständnis
der Wissenschaftsentwicklung die agonale Dynamik der Theorieentwicklung
freizulegen, die sich als eine Sequenz von Kulturkonflikten und Differenzproduktionen
darstellt. Gleichzeitig möchte ich gegen die im Kern Parsonsianische Festlegung der
Soziologie auf eine 'Wissenschaft des Sozialen' und der sozialen Ordnung ein
Verständnis der Soziologie als Wissenschaft der Moderne in Stellung bringen, welche
die Frage nach der möglichen Konsensualiät einer soziologischen 'grand theory'
zusätzlich verkompliziert.
2. Wie lässt sich das Verhältnis zwischen unterschiedlichen soziologischen
Theorievokabularen seinerseits 'metatheoretisch' modellieren? Welche Form sollte ein
'Vergleich' von Sozialtheorien annehmen? Um dieses Problem anzugehen, kann man
sich sicherlich nicht darauf beschränken, statisch diverse Theorien einander
gegenüberzustellen. Vielmehr ist eine diachrone Analyse der historischen Entwicklung
von Theorien nötig - hierin stimme ich mit Gesa Lindemann und mit der
wissenschaftstheoretischen und -historischen Diskussion der letzten Jahrzehnte seit
Kuhn (1962) und Foucault (1966), Popper (1972) und Toulmin (1972) überein. Eine
Rekonstruktion der Wissenschafts- und Theorieentwicklung kann allerdings aus zwei
ganz unterschiedlichen, nicht aufeinander reduzierbaren Blickwinkeln betrieben
werden: aus einer Teilnehmer- und aus einer Beobachterperspektive.
Mit der 'Teilnehmerperspektive' ist hier keine Analyse der subjektiven Sinnhorizonte
einzelner Wissenschaftler gemeint, vielmehr eine Binnenperspektive auf die
Wissenschaftsentwicklung, die sich aus einem Interesse an der rationalen
Weiterentwicklung der Disziplin speist: Die Teilnehmerperspektive heftet sich an die
immanenten Geltungsansprüche auf Wahrheit und Plausibilität, welche die Theorien
erheben. Die 'Beobachterperspektive' ist demgegenüber eine kultursoziologische
Perspektive, die Wissenschaft analog anderen sozialkulturellen Praxisformaten
betrachtet und an einem Verstehen ihrer realen kulturellen Funktionsweise interessiert
ist. Damit werden die Rationalitätsansprüche der Theorien einklammert: sie werden
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jenseits aller wissenschaftlichen Wahrheitsansprüche als kulturelle Codes, als


Vokabulare interpretiert, die [Druckfassung: 67] sich in bestimmten Praktiken des
sozialen Feldes 'Wissenschaft' ausbilden. Imre Lakatos' (1978) Version des Kritischen
Rationalismus, sein Projekt der Analyse der Genese von Forschungsprogrammen und
ihrer Überprüfung argumentiert aus der Teilnehmerperspektive, sie speist sich aus dem
Interesse eines 'Vergleichs' der Reichweite und Fruchtbarkeit von Theorien. Um den
Zweck einer 'rationalitätstheoretisch' imprägnierten Wissenschaftsgeschichte zu
verfolgen, liefert Lakatos das avancierteste Instrumentarium.1 Eine kultursoziologische
Perspektive auf die Theorieentwicklung, ihre Analyse der theoretischen Vokabulare aus
der Beobachterperspektive, die für das Feld der Naturwissenschaften Thomas S. Kuhn
und die französischen Wissenschaftshistoriographie um Bachelard und Canguilhem auf
den Weg gebracht haben, liefert ein notwendiges Korrektiv zur rationalistischen
Teilnehmerperspektive: Die Soziologie kann sich hier selbst zum Gegenstand nehmen.
Nun erscheint sie als ein sozial-kulturelles Konfliktfeld, dessen tatsächliche
Entwicklung normativen Erwartungen und Intentionen bezüglich progressiver
Forschungsprogramme nicht entsprechen muss. Eine solche wissenschafts- und
kultursoziologische Perspektive auf die Theorieentwicklung macht einen auf den ersten
Blick möglicherweise verblüffenden Sachverhalt deutlich: die Formulierung von
soziologischen Synthesevokabularen produziert keine theoretische Einheit, sondern
wirkt genau umgekehrt als Differenzgenerator. Der Versuch, ein bestimmtes
Theorievokabular als universal, als Synthese zu präsentieren, damit das theoretische
Feld zu schließen, provoziert regelmäßig die Reaktion, diesen Allgemeinheitsanspruch
in Frage zu stellen, die Selektivität des Theorievokabulars zu demonstrieren, es mit
Alternativen zu konfrontieren und damit das theoretische Feld erneut zu öffnen.
Dieser paradoxe Zusammenhang von Differenzgenerierung qua Einheitsanspruch
wird in bezug auf die kulturelle Dynamik von sozialen Diskursen insgesamt in
instruktiver Weise von Ernesto Laclau und Chantal Mouffe (1985, vgl. auch Torfing
1999) thematisiert und lässt sich - während er bei Mouffe/ Laclau in erster Linie auf
politische Diskurse bezogen wird - auf die dynamische Entwicklung wissenschaftlicher
Vokabulare anwenden. Nach Laclau/ Mouffe ist für gesellschaftliche Diskurse (die hier
generell als Sinngeneratoren verstanden werden) insbesondere unter Verhältnissen der
Moderne der Versuch der Installierung von 'Hegemonien' kennzeichnend: Diskurse
versuchen sich als alternativenlos zu präsentieren, ihre eigene Kontingenz als
Sinnsystem zu invisibilisieren, sich als die 'natürliche Sicht der Dinge' darzustellen,
kurz: sie versuchen sich als 'universalen Horizont' zu installieren. Diese kulturellen
Hegemonien [Druckfassung: 68] untermininieren sich jedoch aufgrund der Logik des

1Vgl. hierzu auch Reckwitz (2000), S. 194ff.


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Kulturellen langfristig selbst, sie produzieren ebenso systematisch wie unintendiert ihre
eigene Opposition, welche die Hegemonie umstürzt. Zentral für diese Logik des
Kulturellen ist die Konstitution von Identität über Differenz, über ein 'konstitutives
Außen' und die immanente Heterogenität von hegemonialen Diskursen (die Mouffe/
Laclau ein wenig missverständlich mit Althussers und Freuds Begriff der
'Überdetermination' umschreiben). Hegemoniale Diskurse enthalten keine vorgängige
semiotische Einheit, ihre zentralen Signifkaten/ Signifikate werden bedeutungsvoll nur
in Abgrenzung zu dem, was sie nicht bezeichnen, was sie verwerfen: Differenz geht der
Identität voraus, eine Differenz zu einem abgelehnten 'konstitutiven Außen'. Diese
Differenzmarkierung gegenüber einem kulturellen Anderen setzt jedoch notwendig
voraus, dass dieses 'Andere' nicht ignoriert, sondern beständig thematisiert wird, es im
Diskurs präsent ist. An das zugleich abwesende wie anwesende kulturell Andere kann
sich damit positives Interesse und Faszination knüpfen. Das kulturelle Andere wird vom
herrschenden Diskurs als ein bloßes, ergänzendes 'Supplement' (Derrida) behandelt,
aber gerade dieses Supplement kann in einer quasi-dialektischen Umkehrung des Blicks
im Laufe der Zeit als das 'eigentliche Fundament' entdeckt werden; das bisherige
'Fundament' erscheint dann als bloße Ableitung (vgl. etwa die Differenz Mann/ Frau,
Produktion/ Konsumtion, Individualität/ Sozialität etc.) Diese Unterminierung
dominanter Diskurse wird dadurch erleichtert, dass sich diese zwar regelmäßig als
homogen und eindeutig präsentieren, sie tatsächlich jedoch von Heterogenitäten und
Polysemien, von immanenten Fissuren durchzogen sind, die jede 'fixity of meaning'
destabilisieren: Dominante Diskurse sind regelmäßig 'überdeterminiert' (und damit
paradoxerweise unterdeterminiert) in jenem Sinne, dass sie kontingente Produkte
verschiedenster signifikativer Einflusslinien darstellen; diese laden die Diskurse mit
verschiedenen Bedeutungsebenen auf und implantieren in ihnen Mehrdeutigkeiten, die
der Dekonstruktion leichtes Spiel bereiten.2 Die Präsenz der Abgrenzung von einem
konstitutiven Außen und die polysemische Überdetermination des Diskurses höhlen
damit jeden hegemonialen Horizont von innen aus: Die immanenten Fissuren locken
Alternativdiskurse hervor, die 'den Spieß umdrehen', das diskriminierte Außen stark
machen und die Mehrdeutigkeiten innerhalb des dominanten Diskurses [Druckfassung:
69] gegeneinander ausspielen. Der Universalitätsanspruch eines Diskurses wirkt damit
paradoxerweise als Differenzgenerator.
Man kann sicherlich bezweifeln, ob es zumindest in der Soziologie 'hegemoniale
Diskurse' - die Kuhns Paradigmen ähneln - in einem strikten Sinne je gegeben hat. In
jedem Fall jedoch haben sich in der Theoriegeschichte immer wieder Versuche ergeben,
über theoretische Synthesen 'Supertheorien' zu formulieren, die mit einem universalen

2Freud
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Anspruch auftreten. Sobald man diese Vokabulare jedoch nicht mit Lakatos als
progressive Sequenz sich steigernder Problemlösungsfähigkeit, sondern mit Laclau/
Mouffe als fragile Universalisierungsversuche modelliert, wird man ihrer Bedeutung als
unintendierte Differenzgeneratoren gewahr. Die Theoriegeschichte stellt sich dann nicht
mehr modernisierungstheoretisch als eine lineare Entwicklung zunehmender
Problembearbeitungskompetenz (oder gar mit Popper: der 'Wahrheitsannäherung') dar,
sondern kulturtheoretisch als ein ständiger agonaler Konflikt differenter, aber selbst ex
negativo voneinander abhängiger Vokabulare, als ein - wenn man es mit Max Webers
Pathos formulieren mag - ein konzeptueller 'Kampf der Götter'.
Die Ansätze von Talcott Parsons und Pierre Bourdieu liefern gute Beispiele für diese
agonale Dynamik der Theorieentwicklung, die durch Supertheorien angetrieben wird.
Parsons' normorientierte Handlungserklärung in "The Structure of Social Action"
(1937) liefert den Prototyp für ein soziologisches Synthesevokabular, das sich zudem
der Rhetorik einer Konvergenz bedient: Hier erscheinen die jeweils zur Hälfte
gelungenen theoretischen Problemlösungsversuche der positivistischen und der
idealistischen Handlungstheorien in der eigenen normorientierten Handlungstheorie
rational aufgehoben. Parsons bedient sich der Strategie einer konzeptuellen
Universalisierung, er versucht tatsächlich eine kulturelle Hegemonie zu errichten. Dabei
muss er jedoch sowohl ein 'konstitutives Außen' präsent halten als auch sich durch
verschiedene Theorietraditionen 'überdeterminieren' lassen, die nicht vollständig
zusammenpassen. Parsons' beständige Abgrenzung gilt einem 'individualistischen' oder
'subjektivistischen' Vokabular, das von der Figur eines eigeninteressierten oder
interpretierenden Subjekts ausgeht. In der Abgrenzung hält er dieses Vokabular damit
gleichzeitig als Alternative präsent. Gleichzeitig ist sein eigenes Vokabular weder
homogen noch eindeutig, sondern infolge der synthetisierenden Rezeption
verschiedener Vorgängertheorien, der 'Überdetermination' durch diese voll von
Polysemien: es ist sowohl handlungstheoretisch als auch funktionalistisch ausgerichtet;
es ist am Modell eines normorientierten homo sociologicus orientiert, aber enthält auch
Momente eines kulturtheoretischen 'animal symbolicum'. [Druckfassung: 70]
Parsons' soziologische Supertheorie par excellence hat als ein theoretischer
Differenzgenerator ohne historischen Vergleich in der Soziologiegeschichte wirken
können. Die Opponenten konnten an Parsons' ausgeschlossenen und zugleich
repräsentierten 'Gegner', den Subjektivismus, anschließen und das, was Parsons als bloß
residuales 'Supplement' einführt, als 'tatsächliche Grundlage' des Sozialen präsentieren;
sie konnten schließlich die heterogenen Elemente innerhalb Parsons' Theoriesystem
dekonstruieren und sie gegeneinander ausspielen. Parsons Strukturfunktionalismus hat
so eine Fülle von Gegenvokabularen produziert, die alle den Allgemeinheitsanspruch
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angezweifelt haben (aber ex negativo auf ihn bezogen bleiben): George Caspar Homans
Verhaltenstheorie, Erving Goffmans, Aaron Cicourels und Harold Garfinkels
interpretativer Ansatz, der bis hin zu Anthony Giddens' Strukturierungstheorie reicht,
aber auch die Neuprofilierung der Rational Choice Theorie bei James Coleman und
Raymond Boudon und die Konflikttheorie bei Dahrendorf und Randall Collins.
Eine ähnliche dialektische Bewegung von Schließung und Öffnung lässt sich in
Reaktion auf Pierre Bourdieus groß angelegtes Unternehmen einer
neostrukturalistischen Kulturtheorie beobachten. Ironischerweise liefert Bourdieu selbst
einen dezidiert post-parsonsianischen Ansatz, der seinerseits jene 'Öffnung' des
Theoriefeldes betrieben hat, die auf Parsons' orthodoxen Konsensus folgte (vgl.
Bourdieu 1972, 1979): Bourdieus Öffnung wird unweigerlich selbst zur Schließung,
indem sie in eine neue, mit universalem Anspruch auftretende Sozialtheorie mündet.
Auch diese Universalisierung prozessiert über den Weg einer 'Synthese': was hier zu
synthetisieren und in ihren Defiziten zu überwinden ist, ist der Strukturalismus und der
interpretative Ansatz, ist gleichzeitig der Kulturalismus und der Materialismus.
Gleichzeitig bleibt Bourdieus Ansatz von Heterogenitäten durchzogen: dem Anspruch
einer 'Theorie der Praxis' und Tendenzen zum Strukturdeterminismus, einem dezidierten
Kulturalismus symbolischer Formen und einem Materialismus determinierender
Kapitalformen. Zumindest auf Frankreich bezogen hat gerade Bourdieus
universalisierender Anspruch alles andere als eine faktische Vereinheitlichung der
Soziologie, sondern wiederum mannigfache theoretische Differenzen hervorgebracht,
die Bourdieus Ansatz von seinen Rändern her dekonstruieren: von Luc Boltanskis und
Laurent Thévenots ethnomethodologischer "De la justification" bis Bruno Latours
Theorie der Artefakte und Bernard Lahirs Konzeption eines nicht-homogenen Subjekts.
Aus dem eigentümlichen kulturellen Mechanismus der Schließung und Öffnung von
Theorievokabularen, von dominanten Theorien und Gegentheorien, die sich bei Parsons
und Bourdieu exemplifizieren lässt, könnte man halbironisch die Schussfolgerung
ziehen: die beste Garantie, eine [Druckfassung: 71] weitere Multiplikation
theoretischer Ansätze zu bewirken, scheint es, ein Synthesevokabular mit
Universalitätsanspruch zu formulieren.
3. Wenn man die soziologische Theorieentwicklung damit nicht anhand des
Lakatos'schen Modells der Steigerung von Problemlösungsfähigkeit, sondern vor dem
Hintergrund einer kulturtheoretischen Folie als agonalen Dynamik der Schließung und
Öffnung von Vokabularen dechiffriert, schält sich auch eine andere Narration bezüglich
der soziologischen Entwicklung des Begriffs des Sozialen heraus. Gesa Lindemann
vertritt in ihrem Beitrag die These, dass alle bisherige Sozialtheorie zumindest implizit
das Soziale mit normativen Erwartungserwartungen identifiziere, dass mithin vom Ende
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des 19. Jahrhunderts bis in die unmittelbare Gegenwart hinein ein Konsens bezüglich
einer Konzeptualisierung des Sozialen bestanden habe. Dieser Konsens werde in der
aktuellen Debatte möglicherweise von einem neuen Sozialitätsverständnis durch
materialitätsorientierte Ansätze aufgebrochen. Ich würde zustimmen, dass die neuen
Ansätze etwa im Umkreis der science studies - beispielsweise bei B. Latour und der
Actor-Network-Theory - in ihrer Neubeschreibung von Körpern und Artefakten
bisherige sozialtheoretische Basisvokabulare aufbrechen und eine Alternative
gegenüber einer Dominanz des 'Sinns' und des 'Sinnhaften' in vorangegangenen
Ansätzen zu bieten versuchen. Mir scheint jedoch, dass dieser aktuelle Versuch einer
'Öffnung' gegenüber vorangegangenen 'Schließungen' sich weniger spektakulär
darstellt. Statt von einem übergreifenden, an dem Konzept normativer Erwartungen
orientierten soziologischen Konsens von Weber bis Luhmann auszugehen - ein Befund,
der von der Suche nach einen übergreifenden 'rationalen Kern' soziologischer
Theoriekontroversen motiviert zu sein scheint - würde ich die Hypothese vertreten, dass
die theoretische Modellierung des Sozialen im gesamten 19. und 20. Jahrhundert dem
konflikthaften Muster von Öffnung und Schließung folgt und hier mehrere, letztlich
nicht aufeinander reduzierbare Modelle des Sozialen miteinander konkurrieren. Vor
allem vier Vokabulare scheinen hier in Konkurrenz zueinander zu stehen: ein
individualistisches, ein materialistisches, ein normativistisches und ein
kulturalistisches.3
Die sozialtheoretischen Reflexionen des bürgerlichen 19. Jahrhunderts bieten mit
dem individualistischen und dem materialistischen Vokabular zwei alternative
Modellierungen des Sozialen: In der Tradition der Schottischen [Druckfassung: 72]
Moralphilosophie wird das Soziale als emergentes, intendiertes oder unintendiertes
'Resultat' individueller Handlungen modelliert. Marktpreise und
Ressourcenverteilungsmuster als Ergebnis von 'matching situations' (Coleman) und
Normen als Ergebnis von Vertragsschlüssen liefern verschiedene Exemplare dieser
Emergenzebene des Sozialen, welche auch im Individualismus kategorial nicht
kurzerhand auf Individuen reduziert, allerdings in ihrer Entstehung auf individuelles
Verhalten vieler zurückgeführt werden kann. Dem steht eine materialistische
Modellierung des Sozialen entgegen, wie sie sich bei Marx und in Durkheims "Über
soziale Arbeitsteilung" findet: Hier wird das Soziale auf der Ebene eines vor-sinnhaften
Substrats, der Konstellation von Produktivkräften und Produktionsverhältnissen oder
der Bevölkerungsgröße und - struktur, im Rahmen der 'formalen Soziologie' Simmels
etwa auch auf der Ebene der quantitativen Größe von sozialen Gruppen festgemacht.
Gegenüber diesen beiden immanent alles andere als homogenen, individualistischen

3Zum Folgenden vgl. auch Reckwitz (1997), (2000), (2002), (2004).


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und materialistischen Vokabularen positioniert sich in der ersten Hälfte des 20.
Jahrhundert die bekannte 'normativistische' Definition des Sozialen, welche das Soziale
als Regeln des Sollens versteht, die sich als intersubjektive normative Erwartungen
darstellen und in 'Rollen' konkretisieren, ein Vokabular, das paradigmatisch bei Parsons,
in anderer Weise auch bei Mead formuliert wird.
Der Versuch einer Hegemonisierung des Sozialen über das Konzept der normativen
Regeln ist jedoch seit den 1960er Jahren aufgebrochen worden: Der 'lingustic turn' in
den Sozialwissenschaften, vor allem vom Strukturalismus und der Semiotik, aber auch
der Phänomenologie, Hermeneutik und Sprachphilosophie beeinflusst, bringt
kulturtheoretische und (sozial-)konstruktivistische Ansätze hervor. Diese machen die
'Ordnungsleistung' des Sozialen in symbolischen Ordnungen nach dem Vorbild der
Sprache aus, in jenen kulturellen Codes, jenen Signifikationssystemen, die eine
'Ordnung des Sagbaren' implizit definieren. Für Autoren wie Foucault oder Bourdieu
etwa findet sich das Soziale in erster Linie nicht mehr auf der Ebene intersubjektiver
Erwartungen, sondern auf der Ebene jener symbolisch-kognitiven Strukturierungen von
'Welt', wie sie sich in 'Diskursen' und ihren Codes oder in den Differenzensystemen der
Habitusformationen finden. Grundlegender als das 'normative Problem der Ordnung',
das Problem der Koordination von Handlungen, das von normativistischer Seite mit
dem Verweis auf einen Konsens von Sollen-Regeln beantwortet wird, erscheint hier das
'kognitive Problem der Ordnung', das Problem, wie eine sinnhafte Klassifikation von
Welt (und damit auch regelmäßiges Handeln) möglich wird, welches von
kulturalistischer Seite mit dem Verweis auf 'Codes' (Typisierungen, Semantiken,,
Diskursformationen, Differenzsystemen etc.) beantwortet wird. Auch die Kulturtheorien
sind in sich nicht homogen, [Druckfassung: 73] auch sie tendieren zu
Universalisierungen, und jene neuen post-kulturalistischen Ansätze, welche die
konstitutive Rolle von Artefakten und von Körpern für das Soziale betonen, stellen eine
Herausforderung für den Sozialkonstruktivismus dar, die entweder die Kulturtheorien
immanent 'materialisieren' oder tatsächlich darüber hinausführen wird. In jedem Fall
scheint einiges dafür zu sprechen, hier weder mehr noch weniger als eine weitere Runde
der fortdauernden Kulturkonflikte zwischen verschiedenen Sozialitätsvokabularen
auszumachen, welche die Sozialwissenschaften seit dem 19. Jahrhundert strukturieren
und die mit dem individualistischen, dem materialistischen, dem normativistischen und
dem kulturalistischen Vokabular bisher mindestens vier miteinander konkurrierende
Definitionen des Sozialen hervorgebracht haben.
4. Es gibt keine übereinstimmende Definition des Sozialen - aber ist die Frage nach
dem Sozialen überhaupt die Kernfrage der Soziologie? Damit erreiche ich den zweiten
Punkt, den ich zu bedenken geben möchte. In der Tradition von Talcott Parsons scheint
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regelmäßig vorausgesetzt, dass das zentrale Theorieproblem der Soziologie die Frage
nach dem 'Sozialen' ist. In diesem Sinne müssten sich Theoriediskussion und
Theorievergleich der Diszipin primär immer auf die Modellierung dieses Sozialen oder
noch allgemeiner einer Ebene übersubjektiver, nicht auf Individuen reduzierbarer,
kollektiver Strukturen beziehen. Dass die Frage nach der grundbegrifflichen
Modellierung von Sozialität für die Soziologie elementar ist, möchte ich nicht
bezweifeln. Die Annahme, dass damit der primäre Fragehorizont abgesteckt wäre,
scheint jedoch nicht alternativenlos. Es spricht vielmehr aus der Geschichte und
Gegenwart der Disziplin einiges dafür, eine andere Frage als mindestens ebenso
elementar, letztlich aber als die für die Soziologie eigentlich disziplinenkonstitutive zu
verstehen: die Frage nach der Form der Moderne, der modernen Gesellschaft.4
Nimmt man sich die Klassiker der Theorie vor - Marx, Weber, Durkheim, Simmel,
Tönnies u.a. -, dann kann man den Schluss ziehen, dass die genuin soziologische
Perspektive in ihrer Frage nach den besonderen Strukturmerkmalen der modernen
Gesellschaft im Vergleich zu nicht-modernen Gesellschaften zu suchen ist. Der
Leitdualismus der Soziologie ist von Anfang an jener zwischen traditionaler und
moderner Gesellschaft gewesen. Das, was dem intellektuellen Unternehmen der
Soziologie seinen Antrieb gab, ist von Marx und We- [Druckfassung: 74] ber über die
Frankfurter Schule bis Luhmann, Bourdieu und Foucault das Problem, was das
spezifisch Moderne der Moderne ausmacht. Die sozialtheoretische Grundbegrifflichkeit,
die Konzepte des Handelns und der Struktur, des Diskurses und der Macht, des
Konflikts und des Systems hat demgegenüber regelmäßig zwar eine bedeutsame, aber
letztlich eine sekundäre, dienende Rolle eingenommen: sie ist nicht letzter Zweck,
sondern Mittel zum Zweck, sie soll das begriffliche Rüstzeug für eine solche
Gesellschaftstheorie zur Verfügung stellen, welche noch einmal ganz begriffliche
Probleme ganz anderer Art aufwirft.
Es scheint, dass die Frage nach dem Modernen jenen Fragehorizont ausmacht, der die
Soziologie eigentlich von anderen humanwissenschaftlichen Disziplinen unterscheidet,
insbesondere wenn man die weitere Wissenschaftsentwicklung im 20. Jahrhundert im
Blick hat. Dass die Humanwelt sich aus übersubjektiven, kollektiven Formen
zusammensetzt, stellt sich mittlerweile als alles andere denn eine exklusive
Hintergrundannahme von Soziologen dar: Ethnologen, Anthropologen und viele
Historiker, Linguisten und kulturwissenschaftlich orientierte Literaturwissenschaftler
teilen mittlerweile nicht zuletzt unter dem Einfluss des 'cultural turn' (vgl. Jaeger/ Rüsen
2004) ähnliche begriffliche Voraussetzungen und betreiben - teilweise bereits mit mehr
Ambition und Enthusiasmus als die Soziologen - eine entsprechende Theoriearbeit.

4Eine ähnliche Position findet sich bei Wagner (2001).


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Aber was die Soziologie von diesen Disziplinen weiterhin unterscheidet, ist ihr
dezidiertes, eindeutiges Interesse an einer Theoretisierung der Strukturmerkmale der
Moderne im Unterschied zu nicht-modernen Formen menschlichen Zusammenlebens,
ihr Gegenwartsinteresse an den Bedingungen der 'Modernität'. Die Detailanalysen der
soziologischen Empirie - von der Wirtschafts- bis zur Familiensoziologie, von der
Religions- zur Mediensoziologie - lassen sich in diesem Sinne kaum als Arbeit an einem
Verständnis des Sozialen im allgemeinen, sondern als Arbeit an einem Verständnis der
modernen Vergesellschaftung in ihrer Besonderheit verstehen; diese Perspektive
unterscheidet die Soziologie grundsätzlich von den Historikern wie von den
Anthropologen und Ethnologen, von den Literaturwissenschaftlern wie den Ökonomen.
Man müsste - parallel zu der von Lindemann vorgeschlagenen - eine zweite
Genealogie versuchen, in der es darum geht, die Einheit oder die Veränderbarkeit der
soziologischen Theorien der Moderne zu rekonstruieren. Theorievergleiche müssten
sich dann auf einen Vergleich eben dieser Theorien der Moderne beziehen. Dies kann
an dieser Stelle nicht geleistet werden und wäre ein komplexes Unterfangen: Hier
konkurrieren Kapitalismustheorien mit Theorien formaler Rationalisierung und den
Theorien funktionaler Differenzierung, hier positionieren sich Theorien, die
grundsätzliche Brüche und Konflikte innerhalb der Moderne annehmen - etwa die
Theorien der Postmoderne - mit jenen, die [Druckfassung: 75] von linearen
Modernisierungsprozessen ausgehen. Welche Konsequenzen für die Frage nach der
'Einheit' der Soziologie hätte nun aber die Annahme, dass die soziologische Grundfrage
gar nicht die nach der Struktur des Sozialen, sondern die nach der Struktur der Moderne
ist?
Einerseits kann diese Verschiebung des Problemhaushalts die Identität der Soziologie
stabilisieren: sie schafft ihr jene besondere Perspektive auf die Humanwelt, die sie von
anderen Disziplinen unterscheidet. Die 'Einheit' der Soziologie bestünde dann nicht in
einer spezifischen Theorie, sondern in einem spezifischen Fragehorizont, dem nach den
besonderen Bedingungen von 'Modernität'. Gleichzeitig muss die Frage nach der
möglichen Einheit der Disziplin auf der Ebene eines theoretischen Antwortmusters,
einem übergreifenden Vokabular nun vollends negativ beantwortet werden: Als
Wissenschaft der Moderne kann die Soziologie - um die Begrifflichkeit aus dem
Kontext des Neukantianismus zu übernehmen - in einem spezifischen Sinne keine
nomothetische, sondern muss eine ideographische Disziplin sein, die Wissenschaft eines
- mit Max Weber (1904) gesprochen - 'historischen Individuums', der modernen
Gesellschaft. Moderne Gesellschaftlichkeit fällt nicht zusammen mit
Gesellschaftlichkeit schlechthin (dies wäre eher das Thema der Philosophischen
Anthropologie), insofern stellt die Soziologie unweigerlich eine historische
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Wissenschaft dar, deren Aussagen mit einem zeitlichen (und räumlichen) Index
versehen sind. Mehr noch: diese besondere gesellschaftliche Formation 'der Moderne'
verändert sich selbst weiterhin in unberechenbarer Weise, möglicherweise auch in ihren
Strukturmerkmalen - die gesellschaftliche Selbsttransformation scheint geradezu ein
Strukturprinzip der Moderne darzustellen. Daraus, dass der Gegenstand, der sich aus der
soziologischen Perspektive ergibt, kein allgemeingültiger, sondern ein besonderer ist
und dadurch dass dieser sich selbst möglicherweise transformiert, folgt jedoch, dass
auch die Theorien der Moderne nicht überzeitlich konstant gehalten werden können.
Eine überzeitliche Einheit der theoretischen Grundlagen der Soziologie wäre damit
nicht nur nicht wünschenswert, sondern fortschrittshemmend. Die Gefahr besteht darin,
Aussagen, die für eine bestimmte historische Phase der Moderne gelten - etwa
Aussagen über die ökonomischen und politischen Strukturen, der Lebensstile und
Subjektformen dessen, was Peter Wagner (1994) als organisierte Moderne umschreibt
und was die von der Soziologie fokussierte 'Industriegesellschaft' ausmacht -
kurzerhand als grundlegend für 'die Moderne' insgesamt anzunehmen, damit
Strukturveränderungen der Gegenwart zu marginalisieren und als Variationen des
Immergleichen zu deklarieren.
Mit der Veränderung der Problemlage in der unmittelbaren Gegenwart modifiziert
sich darüber hinaus das Probleminteresse bezüglich bereits vergange-
[Druckfassung: 76] ner Phasen moderner Gesellschaft. Auch unser Wissen über die
früheren Formen der Moderne des 19. oder 20. Jahrhunderts ist damit nicht konstant zu
halten, sondern - Max Weber hat es bereits klassisch auf den Begriff gebracht - im
Lichte der neuen Probleminteressen der Gegenwart immer wieder neu umzuschreiben:
Wenn durch die feministischen Theorien seit den 1970er Jahren die Frage nach der
geschlechtlichen Verfasstheit der Gegenwart relevant wird, avanciert mit einen Mal
auch die Geschlechterordnung der früheren Phasen der Moderne (und der Vormoderne)
zu einem Gesichtspunkt, der für die Theorie der Moderne zentral wird. Wenn die
Medientheorien seit Marshall MacLuhan ein Interesse an der massenmedialen
Verfasstheit der Gegenwartgesellschaft wecken, dann wird auch deutlich, wie die
Moderne von Anfang auf medialen Strukturen - etwa Schriftlichkeit und Buchdruck -
aufbaute. Die Theorie der Moderne muss daher für die Gegenwart wie für die
Vergangenheit ständig umgeschrieben werden - und auch hier sind wiederum Konflikte
um hegemoniale Definitionen von Modernität zu beobachten.
Um den Zirkel komplett zu machen: Die Abhängigkeit der Fragerichtung vom
kulturellen Horizont der Gegenwart gilt auch für die nur scheinbar rein formale
Definition des Sozialen. Diese ist auch dadurch kaum überzeitlich konstant zu halten,
dass die wissenschaftlichen Plausibilitätsgründe selber von der Transformation der
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modernen Kultur und ihrer Probleminteressen abhängen: So liefert eine bürgerliche


Kultur den Plausibilitätshintergrund für individualistisch-kontraktualistische
Definitionen des Sozialen, die sich industrialisierende Gesellschaft des 19. Jahrhunderts
stützt materialistische Vokabulare, die 'kollektivistischen' Gesellschaften der
organisierten Moderne betreiben eine Identifizierung des Sozialen mit normativen
Erwartungen und die postindustriellen, lebensstilorientierten und kulturell globalisierten
Gesellschaften seit den 1970er Jahren favorisieren kulturtheoretische Definitionen des
Sozialen; das besondere Interesse an einer neuen 'Materialisierung' von Sozialität in der
Gegenwart, die Gesa Lindemann hervorhebt, ist hier sicherlich auch durch die neue
Stufe technologischer Entwicklung in der Mikroelektronik und Biotechnologie zu
erklären, die ein entsprechendes verschobenes Probleminteresse hervorbringt. Die
Abhängigkeit der Definitionen des Sozialen von historisch-kulturell spezifischen
Plausibilitätsannahmen liefert damit nur den letzten Baustein, der die Einheitsvision der
Soziologie unterminiert. Zum Schaden der Disziplin wäre dies sicherlich nicht.
[Druckfassung: 77]

Literatur
Bourdieu, Pierre (1972): Entwurf einer Theorie der Praxis (auf der ethnologischen
Grundlage der kabylischen Gesellschaft), Frankfurt/ Main 1979 (frz.: Esquisse d'une
théorie de la pratique, précédé de trois études d'éthnologie kabyle)
Bourdieu, Pierre (1979): Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteils-
kraft, Frankfurt/ Main 1989 (frz.: La distinction. Critique sociale du jugement)
Foucault, Michel (1966): Die Ordnung der Dinge. Eine Archäologie der Human-
wissenschaften, Frankfurt/ Main 1990, 9. Aufl. (frz.: Les mots et les choses)
Jaeger, Friedrich/ Jörn Rüsen (Hg.) (2004): Handbuch der Kulturwissenschaften, 3
Bände, Stuttgart/ Weimar
Kuhn, Thomas S. (1962): Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen, Frankfurt/
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