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Partikel (Grammatik)

Der Begriff Partikel (Singular: die Partikel, Plural: die Partikeln) bezeichnet in der Grammatik
eine Klasse von Funktionswörtern. Man rechnet zu den Partikeln – im weiteren Sinne – alle nicht
flektierbaren Wörter einer Sprache (wie Adverbien, Interjektionen, Konjunktionen,
Präpositionen) oder – im engeren Sinne – nur solche nicht flektierbaren Wörter, die nicht den
Unterklassen Präposition, Adverb oder Konjunktion angehören.

Der Grammatikduden von 2005, der als Partikeln nur die nichtflektierbaren Wörter betrachtet,
die weder Präpositionen, noch Adverbien oder Konjunktionen sind, unterscheidet nach ihrer
Funktion sieben Arten von Partikeln[2]:

 Intensitätspartikeln (auch Gradpartikeln oder Steigerungspartikeln genannt): wenig,


etwas, einigermaßen, fast, ziemlich, so, sehr, ausgesprochen, besonders, ungemein,
überaus, äußerst, zutiefst, höchst, zu
 Fokuspartikeln (Kontrastierung): Nur Köln ist schöner. Sogar Köln ist schöner.
 Negationspartikel: nicht
 Modalpartikeln (auch Abtönungspartikeln) drücken Einstellungen des Sprechers zum
Satzinhalt aus: schon, freilich, halt, eben, ja, aber, vielleicht, einfach, doch, bloß, nur, mal

 Gesprächspartikeln dienen zur Gliederung, Bestätigung, als Zurufe, Grüße und Antworten
(Antwortpartikeln): ja, nein, hm, gern …
 Ausdruckspartikeln (Interjektionen): o, oh, he!, schade!, pfui!, hurra!, igitt!, juhu!, au!, aua!,
autsch! uh!, ah!, ach!, huch!, oho!, hoppla!, oje!, hm!, hihi!, ätsch!, hui!, puh!, uff!, pff!, phh!
hü!, hott!
 lautmalende Partikeln (Onomatopoetika): kikeriki, wau, wuff, miau, quak, peng, bumm,
boing, tatütata, ticktack; plumps, klirr (vgl. Inflektiv); schwupps!, zack!, ruckzuck!

Darüber hinaus gibt es in einigen Dialekten Fragepartikeln, beispielsweise a in der


Deutschkärntner Mundart.
WAS SIND MODALPARTIKEL?
Modalpartikelen werden auch Abtönungspartikel genannt. Sie werden vor allem in der
gesprochenen Sprache verwendet und zeigen Gefühle und die Stimmung des Sprechers.
Sie können eine Aussage verstärken oder abschwächen.
Sie stehen meistens in der Satzmitte hinter dem Verb und dem Pronomen.
Verwendung der Modalpartikel
Modalpartikel haben oft ganz unterschiedliche Bedeutungen:

Modalpartikel „ja“
Man hat etwas genauso erwartet
 „Das musste ja passieren.“

 Man drückt Staunen, Überraschung aus


 „Das war ja einfach.“

 Man drückt eine Warnung aus


 „Mach das ja nie wieder.“

Der Modalpartikel „eigentlich“


Wenn man freundlich das Thema wechseln will.
 „Was kommt heute eigentlich im Fernsehen?“

Wenn man genau darüber nachdenkt, in Wirklichkeit, in Realität


 „Ein neues Auto ist eigentlich zu teuer.“

 „Eigentlich kennt sie sich mit Computern nicht aus.“

Normalerweise, theoretisch, negative Überraschung


 „Eigentlich müsste die Uhr jetzt funktionieren.“

Der Modalpartikel: „denn“


Macht Bitten und Aufforderungen freundlicher
 „Wie spät ist es denn (eigentlich)?“

 „denn“ wird oft zusammen mit „eigentlich“ benutzt, um die freundliche Wirkung noch zu
verstärken.

Negative Überraschung
 „Was hast du denn gemacht?“

 „Was habt ihr denn da schon wieder gemacht?“

Der Modalpartikel: „doch“


Macht Bitten und Aufforderungen freundlicher
 „Vielleicht holen wir doch lieber einen Elektriker?“

Drückt einen Vorwurf oder eine Rechtfertigung aus ⇒ unfreundlich


 „Ruf doch endlich den Elektriker an.“

 „Ich hab ihn doch schon angerufen.“

Etwas ist schon bekannt und man möchte daran erinnern


 „Darüber haben wir doch gestern gesprochen.“
Der Modalpartikel: „mal“
Macht Befehle/Forderungen etwas freundlicher.

 „Komm mal hier her!“

 „Schaltest du mal bitte das Licht an?“

Der Modalpartikel: „eben/halt“


Drückt Resignation und Allgemeingültigkeit aus. Man kann es nicht ändern oder möchte nicht
mehr darüber sprechen.

 „Das funktioniert halt nicht! Akzeptier es!“

 „Das kann man eben nicht ändern.“

Der Modalpartikel: „wohl“


Man drückt damit Unsicherheit aus.

 „Ob das wohl richtig ist?“

 „Wo ist Anna?“ – „Die wird wohl zu Hause sein.“

Der Modalpartikel: „vielleicht“


Drückt Unsicherheit oder Verärgerung aus.

 „Ist das vielleicht ein Ufo?“

 „Das ist vielleicht eine Scheiβe!“

Der Modalpartikel: „ruhig/schon“


Drücken eine Ermunterung aus. Das man positiv denken soll.

 „Das wird schon wieder!“

 „Versuch es ruhig! Du kannst nichts verlieren!“

Der Modalpartikel: „bloß/nur“


Drücken eine Warnung aus und verstärken den Imperativ

 „Stell die Vase bloß wieder hin!

 „Überlege dir nur gut was du sagst!“