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TRACK 1: BEGRÜSSUNG
Niveau: leicht
Dascha: Herzlich willkommen zu Deutsch perfekt Audio!
Peter: In unserem Spezialthema hören Sie in diesem Monat, wie Sie über den Charak-
ter von Personen sprechen können. Dazu stellen wir Ihnen wichtigen Wort-
schatz, interessante Dialoge und die Deklination und Wortbildung von Adjek-
tiven vor.
Dascha: Außerdem sind wir zu Besuch in Berlin: Dort gibt es seit Kurzem den bis jetzt
größten Supermarkt der deutschsprachigen Länder, der Waren ohne Verpa-
ckung verkauft.
Peter: Wir haben auch wieder viele Hörtexte und Übungen zu interessanten Themen:
Wiederholen Sie zum Beispiel Wortschatz rund um den Einkauf im Super-
markt und zum Museumsbesuch, und üben Sie verschiedene Aussprachemög-
lichkeiten des typisch deutschen Wortes „aha“.
Dascha: Das und vieles mehr hören Sie diesmal auf Deutsch perfekt Audio!

TRACK 2: PANORAMA
Niveau: leicht
Peter: Schöne Musik ist gut fürs Herz. Büsingen wird zu teuer. Und: Nicht nur Frauen
gehen zum Arzt, um schöner zu werden.
Dascha: Hören Sie zu diesen Themen drei kurze Texte. Zu jedem Text gibt es eine Fra-
ge. Antworten Sie am Ende des Textes nach dem Signal. Danach hören Sie die
richtige Antwort zur Kontrolle.

Peter: Möchten Sie mitlesen? Die Texte finden Sie in Ihrem Begleitheft.
Dascha: Text eins: Wie viele CDs hat der Professor publiziert?
Martin: Text: Bach fürs Herz
Dascha: Wie viele CDs hat der Professor publiziert?
Dascha: Er hat 18 CDs publiziert.
Peter: Text zwei: Ist Büsingen ein deutscher oder ein Schweizer Ort?
Katja: Text: Büsingen wird zu teuer
Peter: Ist Büsingen ein deutscher oder ein Schweizer Ort?
Peter: Büsingen ist ein deutscher Ort.
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Dascha: Text drei: Wer lässt mehr Schönheitsoperationen machen, Männer oder Frau-
en?
Martin: Text: Mann, wie schön!
Dascha: Wer lässt mehr Schönheitsoperationen machen, Männer oder Frauen?
Dascha: Frauen lassen sich öfter operieren.

TRACK 3: SPEZIALTHEMA – Über den Charakter sprechen


Niveau: leicht

Dascha: Mit Freunden, Bekannten oder in der Familie unterhält man sich oft über ande-
re Personen.
Peter: Wie können Sie den Charakter und die Persönlichkeit von anderen Menschen
beschreiben?
Dascha: Das ist das Thema unseres Spezialteils im März.
Peter: Wir stellen Ihnen wichtige Wörter zur Beschreibung des Charakters vor und
zeigen Ihnen die Wortbildung von passenden Adjektiven.
Dascha: Dabei lernen Sie auch die Gegenteile der Adjektive kennen. Außerdem wie-
derholen wir die Adjektivdeklination nach indefinitem Artikel.
Peter: Wie immer können Sie Ihr Hörverstehen trainieren und auch selbst sprechen.
Dascha: Und jetzt: viel Spaß!

TRACK 4: ÜBER DEN CHARAKTER SPRECHEN – Wortschatz, Teil 1


Niveau: leicht

Peter: Hören Sie die Erklärungen von einigen Adjektiven, die den Charakter von Per-
sonen beschreiben.
Dascha: Wiederholen Sie das Adjektiv am Satzende nach dem Signal.

Norbert: Wenn jemand Angst hat, ist er ängstlich.


Norbert: Jemand, der etwas macht, auch wenn er Angst hat, ist mutig.
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Ariane: Eine Person, die macht, was sie verspricht, ist zuverlässig.
Ariane: Das Gegenteil heißt unzuverlässig.

Norbert: Eine Person, die oft Streit hat, ist streitsüchtig.


Norbert: Das Gegenteil heißt friedlich.

Ariane: Jemand, der Menschen verschiedener Kulturen mag, ist offen oder tolerant.
Ariane: Eine Person, die große Probleme mit Menschen anderer Kulturen hat, ist into-
lerant oder sogar ausländerfeindlich.

Norbert: Personen, die Distanz zu anderen Menschen wollen, reagieren vielleicht kühl
oder kalt.
Norbert: Eine offene, sehr freundliche Person nennt man warmherzig.

Dascha: Ein Tipp: Wenn Sie neue Wörter lernen, ist es gut, Wortpaare zu lernen: Ler-
nen Sie Adjektive immer zusammen mit ihrem Gegenteil! So können Sie sich
die Wörter besser merken.

TRACK 5: ÜBER DEN CHARAKTER SPRECHEN – Dialog


Niveau: leicht

Peter: Sie hören jetzt einen Dialog. Ein Ehepaar unterhält sich darüber, wie die Deut-
schen beschrieben werden.
Dascha: Achten Sie dabei auf die Adjektive, mit denen die Deutschen charakterisiert
werden.

Norbert: Anja, hier in der Zeitung ist ein Bericht über die Deutschen.
Ariane: Was ist denn das Thema?
Norbert: Es geht um eine Umfrage. Die Frage war: „Wie sind die Deutschen?“ Ein
Journalist hat ausländische Studenten befragt, die seit einem Jahr in Deutsch-
land leben.
Ariane: Und?
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Norbert: Also, die meisten denken, dass die Deutschen pünktlich, fleißig und sehr zu-
verlässig sind. 85 Prozent halten sie auch für demokratisch.
Ariane: Das klingt ja ganz gut.
Norbert: Aber 40 Prozent halten sie auch für kühl und etwas fantasielos.
Ariane: Aha.
Norbert: 15 Prozent meinen, die Deutschen sind intolerant gegenüber fremden Kultu-
ren.
Ariane: Hm, naja.
Norbert: Nur fünf Prozent halten die Deutschen für streitsüchtig.
Ariane: Interessant. Aber ich bin da skeptisch. Bei solchen Umfragen bin ich immer
vorsichtig. Es gibt so viele Tricks, um die Zahlen in Statistiken zu manipulie-
ren.
Norbert: Ja, das sehe ich auch so. Und außerdem muss man aufpassen, dass man nicht
zu viele Stereotype im Kopf hat … Übrigens, wie findest du eigentlich mich
so, mein Schatz?
Ariane: Dich? Naja, also: unfreundlich, unsympathisch, arrogant, meistens schlecht
gelaunt …
Norbert: Warum hast du mich dann denn geheiratet?
Ariane: Ja, das weiß ich auch nicht so genau …
Norbert: Also wirklich!

Dascha: Machen Sie jetzt zu diesem Dialog Übung 5 in Ihrem Begleitheft. Wie werden
die Deutschen charakterisiert?
Peter: Und wie finden Sie die Deutschen? Überlegen Sie, und formulieren Sie Ihre
persönliche Meinung!

TRACK 6: ÜBER DEN CHARAKTER SPRECHEN – Wortschatz, Teil 2


Niveau: schwer

Dascha: Nun stellen wir Ihnen weitere Wörter vor, mit denen Sie den Charakter einer
Person beschreiben können.
Peter: Hören Sie zu, und wiederholen Sie die Beispielsätze nach dem Signal.
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Norbert: Eine Person, die selbstsicher ist, nennt man auch selbstbewusst.
Ariane: Das Gegenteil davon ist unsicher oder schüchtern:
Norbert: Lisa ist ein schüchternes Kind.
Ariane: Eine Person, deren Laune oft wechselt, bezeichnet man als launisch. Das heißt:
Mal ist dieser Mensch gut gelaunt, und dann plötzlich schlecht gelaunt.
Norbert: Das Gegenteil von launisch ist ausgeglichen.
Ariane: Aber sie ist auch sehr ausgeglichen.

Norbert: Eine Person kann modern oder aufgeschlossen sein, zum Beispiel in Bezug
auf den Lebensstil, Meinungen oder neue Ansichten.
Ariane: Das Gegenteil dazu ist altmodisch:
Norbert: Ich finde, Lisas Vater ist echt altmodisch.

Ariane: Wenn jemand seine Gefühle und Gedanken nie zeigt oder äußert, dann ist er
verschlossen. Das Gegenteil ist offen.
Norbert: Ich halte ihn auch für richtig streng. Vielleicht ist Lisa deshalb so verschlos-
sen?

Peter: Übrigens: Wenn Sie über den Charakter einer Person sprechen, können Sie
diese Wörter zur Verstärkung der Adjektive benutzen:
Norbert: richtig, echt, ganz
Ariane: Lisas Bruder dagegen ist ein ganz offenes Kind und richtig selbstbewusst.

Dascha: Diese Adjektive können Sie in Übung 6 in Ihrem Begleitheft noch einmal
üben.
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TRACK 7: ÜBER DEN CHARAKTER SPRECHEN – Dialog


Niveau: schwer

Peter: Hören Sie nun, wie der Dialog zwischen dem Ehepaar weitergeht.

Norbert: Soso, Anja, aber irgendwas muss dir doch an mir gefallen haben, oder? Denn
sonst wärst du doch bei deinem Exmann geblieben. Warum habt ihr euch ei-
gentlich getrennt?
Ariane: Naja, zuerst dachte ich, Jan wäre sehr selbstbewusst. Er wirkte ganz offen, und
aufgeschlossen gegenüber neuen Dingen.
Norbert: Und dann?
Ariane: Erst später hab ich erkannt, dass er ganz anders war: Er war eigentlich eher
schüchtern und wurde mir gegenüber richtig verschlossen. Nie hat er über
seine Gedanken oder Gefühle oder was ihn bewegte gesprochen. Und irgend-
wie war er ganz schön altmodisch. Am Anfang fand ich ihn echt interessant,
sein Künstlerleben, die ganzen Events und so. Aber eigentlich ist er ein ganz
langweiliger Typ, ohne eigene Ideen und Eigeninitiative.
Norbert: Hm, manchmal täuscht man sich eben im Charakter von Personen.
Ariane: Naja, und dann habe ich ja dich getroffen: lieb, nett, sympathisch, freundlich
und fast immer ausgeglichen …
Norbert: Im Gegensatz zu dir: distanziert, unsympathisch, unfreundlich, launisch …
Ariane: Also hör mal, jetzt reicht’s aber! Und außerdem: Gegensätze ziehen sich ja
bekanntlich an, stimmt’s?
Norbert: Stimmt genau, meine Liebe!

TRACK 8: ÜBER DEN CHARAKTER SPRECHEN – Hörverstehen


Niveau: schwer

Dascha: Haben Sie den Dialog gut verstanden? Hören Sie die Aussagen, und entschei-
den Sie: richtig oder falsch?
Peter: Sprechen Sie nach dem Signal.
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Norbert: Der Exmann der Frau war und blieb immer ein offener Mensch.
Peter: Falsch. Er wurde immer verschlossener.

Ariane: Der Ehemann der Frau ist ein launischer Mensch.


Peter: Falsch. Er ist eine ausgeglichene Person.

Norbert: Der Mann der Dame ist der Meinung, dass Personen mit gegensätzlichen Cha-
rakteren sich oft interessant finden.
Peter: Richtig. Er findet wie seine Frau, dass Gegensätze sich anziehen.

TRACK 9: ÜBER DEN CHARAKTER SPRECHEN – Wortbildung von Adjektiven


Niveau: mittel

Dascha: Die Suffixe -voll und -los sind Nachsilben zur Bildung von Adjektiven. Zum
Beispiel:
Peter: Eine Frau mit viel Humor nennt man humorvoll.
Dascha: Wiederholen Sie nun den Beispielsatz:

Ariane: Ich finde Eva sehr humorvoll.

Dascha: Wenn Sie also das Suffix -voll an das Nomen anhängen, erhalten Sie das pas-
sende Adjektiv.
Peter: Üben Sie nun diese Form der Wortbildung! Hören Sie das Beispiel:

Norbert: Eine Person mit viel Fantasie ist …


Ariane: fantasievoll.

Dascha: Alles klar? Dann sind Sie dran:


Norbert: Ein Mensch mit viel Gefühl ist …
Ariane: gefühlvoll.

Norbert: Eine Mutter, die ihrem Kind viel Liebe schenkt, ist …
Ariane: liebevoll.
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Norbert: Eltern, die Verständnis für ihr Kind haben, sind …


Ariane: verständnisvoll.

Peter: Möchten Sie das Gegenteil ausdrücken, dann verwenden Sie dazu das Suffix
-los. Zum Beispiel:
Dascha: humorvoll – humorlos

Norbert: Mein Kollege ist wirklich humorlos. Er versteht absolut keinen Spaß!

Peter: Üben nun Sie weiter: Wir nennen Ihnen ein Adjektiv mit dem Suffix -voll, und
Sie nennen das Gegenteil, also das Adjektiv mit -los.

Norbert: fantasievoll
Ariane: fantasielos

Norbert: gefühlvoll
Ariane: gefühllos

Norbert: liebevoll
Ariane: lieblos
Peter: Achtung: Das -e von Liebe entfällt beim Adjektiv: lieblos

Norbert: verständnisvoll
Ariane: verständnislos

TRACK 10: ÜBER DEN CHARAKTER SPRECHEN – Grammatik: Adjektivdeklinati-


on
Niveau: mittel

Dascha: Adjektive, die vor dem Nomen stehen, werden dekliniert. Das heißt:
Peter: Genus, Numerus und Kasus des Adjektivs müssen zum Nomen passen. Hören
Sie ein Beispiel. Achten Sie auf die Form des Adjektivs „nett“:
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Ariane: Mein Nachbar ist sehr nett.


Norbert: Ja, das ist wirklich ein sehr netter Nachbar.

Dascha: Sie hören nun, wie die Endungen des Adjektivs im Nominativ heißen, wenn es
nach einem indefiniten Artikel steht.
Peter: Wiederholen Sie die Wortgruppe nach dem Signal!

Ariane: ein netter Mann


Norbert: eine nette Frau
Ariane: ein nettes Kind
Dascha: Im Plural endet das Adjektiv auf -e:
Norbert: nette Männer, nette Frauen, nette Kinder
Dascha: Die Adjektivendung im Nominativ Plural ist nach dem indefiniten Artikel also
immer -e:
Norbert: nette Männer, nette Frauen, nette Kinder

TRACK 11: ÜBER DEN CHARAKTER SPRECHEN – Richtig reagieren


Niveau: mittel

Peter: Üben Sie nun die Formen der Adjektivdeklination!


Dascha: Hören Sie zuerst ein Beispiel:

Norbert: Mein Chef ist verständnisvoll.


Norbert: Er ist ein verständnisvoller Chef.
Peter: Sprechen jetzt Sie:

Ariane: Mein Mann ist humorvoll.


Ariane: Er ist ein humorvoller Mann.

Norbert: Das Nachbarskind ist richtig lieb.


Norbert: Es ist ein richtig liebes Kind.
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Ariane: Meine Freundin ist wirklich hilfsbereit.


Ariane: Sie ist eine wirklich hilfsbereite Freundin.

Norbert: Meine Kollegen sind zuverlässig.


Norbert: Sie sind zuverlässige Kollegen.

TRACK 12: ZU BESUCH IM … Supermarkt ohne Verpackungen in Berlin


Niveau: schwer

Dascha: Ein kleiner Supermarkt in Berlin versucht das Unmögliche. Er verkauft Le-
bensmittel nur noch ohne Wegwerfverpackung. Barbara Kerbel wollte wissen:
Funktioniert die Idee?

Fabian: Milena Glimbovski muss kurz lachen, als sie an der Kasse den Wunsch des
Kunden hört. Er hat eine wiederverwendbare Glasflasche gekauft – und
braucht nun eine Tüte für den Transport. Glimbovski gibt ihm eine Tüte –
selbstverständlich aus Papier. Tüten aus Papier und Stofftaschen in verschiede-
nen Größen: Das sind die Ausnahmen. Plastiktüten, Folien, Kunststoffverpa-
ckungen, Wegwerfdosen: Das alles gibt es nicht im „original unverpackt“. Der
kleine Laden in Berlin-Kreuzberg ist der erste Supermarkt ohne Verpackung in
Berlin.
Katja: Im September 2014 hat Glimbovski mit ihrer Partnerin Sara Wolf das Geschäft
eröffnet. Seit dieser Zeit hat sie kaum eine ruhige Minute. Ein Laden ganz ohne
Verpackung?! So, wie es aussieht, war die ganze Welt darauf neugierig. Schon
vor der Eröffnung kamen Journalisten von überall her in die Wiener Straße, um
sich die Idee erklären zu lassen. Und seit der Eröffnung kommen die Kunden –
sehr viele Kunden. Die 24-Jährige freut sich darüber.

Ja, also wir sind sehr, überrascht worden, dass es einfach so eine breite Masse anspricht. Wir
wollten das auch, aber wir wussten nicht, dass es das hat, so etwas kann man ja nicht planen
und nicht ahnen, dass es tatsächlich dann auch so viele anspricht. Also nicht nur die Leute,
die schon bio einkaufen oder in Alternativläden, sondern wirklich die breite Masse.
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Fabian: 453 Kilogramm Hausmüll hat jeder Deutsche im Jahr 2013 im Durchschnitt
weggeworfen. Das zeigen Daten des Statistischen Bundesamtes. Weniger als
die Hälfte dieser Abfälle wird recycelt – der meiste Müll wird verbrannt. Reste
des Mülls werden in die ganze Welt gebracht. Bilder von Müllinseln in den
Ozeanen schockieren viele Menschen. Immer mehr wollen daran etwas ändern
und Müll vermeiden.
Die Gründerinnen von „original unverpackt“ liegen deshalb mit ihrer Idee voll
im Trend. Einkaufen ohne Verpackung – das gibt es nicht nur in Berlin. Das
erste Geschäft dieser Art eröffnete 2007 in England. In Berlin gab es schon vor
„original unverpackt“ kleinere Geschäfte, die so wenig Verpackungen wie
möglich verwenden. Auch in Kiel und Wien gibt es solche Geschäfte.
Aber der kleine Supermarkt in Berlin ist bis jetzt das größte Geschäft dieser
Art im deutschsprachigen Raum. Mehr als 350 Produkte sind schon im Waren-
angebot – und das meiste ist bio. In den nächsten Monaten soll das Angebot
mit bis zu 600 Produkten noch größer werden.
An diesem grauen, kalten Montagnachmittag ist es ruhig im Geschäft. Draußen
prasselt der Regen auf die Straßen. Alle paar Minuten geht die Tür auf, und ein
Kunde schaut herein. Auch viele Touristen besuchen das Geschäft. Viele
kommen zum ersten Mal und sind vor allem neugierig, erzählt die Besitzerin.

Viele kommen und gucken tatsächlich, aber die Touristen kaufen dann wenigstens ein paar
Süßigkeiten, die sie halt unterwegs dann auch naschen. Ähm, weil es macht ja auch Spaß, das
einfach auszuprobieren.

Katja: Wer im Supermarkt ohne Verpackung einkaufen will, muss sich vorbereiten.
Am besten, man bringt Dosen, Gläser und Flaschen zum Füllen von zu Hause
mit. Vor dem Einkaufen stellt man diese auf die Waage. Das Gewicht der Ver-
packung wird auf ein kleines Schild gedruckt – und der Verkäufer an der Kasse
weiß später, wie viel Gramm er von der gewogenen Ware abziehen muss. Wer
keine Behälter dabei hat, kann im Laden kleine Stoff- und Papiertüten, Gläser
und Flaschen zum Füllen kaufen.
Sind die Behälter gewogen, kann der Einkauf beginnen. Alle Waren stecken in
großen Behältern aus Glas oder Metall. Aus denen kann sich jeder so viel
nehmen, wie er braucht. Das Angebot ist nicht sehr groß. Aber es gibt von al-
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lem etwas und von vielem auch Varianten: neun Sorten Reis, mehr als zehn
Sorten Nudeln, rund 20 Gewürze in runden Gläsern, alle Arten Nüsse, bunte
Süßigkeiten, Sojasoße, Essig, Öl, Kaffeebohnen, Eier, Weißwein – und Wod-
ka, der aus Berlin kommt. Es gibt Cremes in großen Behältern, Seifenstücke,
Spülmittel und Putzmittel.
Im vorderen Teil des Ladens gibt es eine Theke mit frischem Obst und Gemü-
se, Brot und Backwaren und einen Kühlschrank mit Joghurt und Tofu in
Pfandgläsern. Jeden Samstag baut ein Berliner Käsehersteller eine kleine Kä-
setheke auf.
Fabian: Auf einen Einkauf ohne Verpackungen müssen sich nicht nur die Kunden vor-
bereiten und ihre Gewohnheiten ändern. Auch für die Ladenbesitzer ist das ei-
ne Herausforderung – und für die Lieferanten. Denn normalerweise werden
fast alle Produkte verpackt geliefert. Milena Glimbovski und Sara Wolf wollen
aber so weit wie möglich komplett auf Verpackungen verzichten – auch bei der
Lieferung.

Manche Produkte sind tatsächlich komplett müllfrei, auf der ganzen Lieferkette. Das ist der
Tofu, den du da im Kühlschrank siehst, das ist (eigentlich richtig: sind) aber auch die Molke-
produkte natürlich, weil alles was Pfand ist, hat ja keine Verpackung, weil die Kiste ist Plas-
tik, die wird wiederverwendet, das Glas wird wiederverwendet, ähm, oder auch der Honig,
der da vorne steht, der hier in Berlin produziert wird, ähm, der Kaffee, die Kaffeebohnen, das
sind einige Sachen.

Fabian: Manche Produkte, zum Beispiel aus der Gesichtskosmetik, werden extra für
„original unverpackt“ hergestellt. Andere Waren werden für den Transport in
den verpackungsfreien Laden speziell verpackt.

Dann wiederum aber erhalten wir viele Sachen wie Pasta oder Reis in ganz großen Gebin-
den, das sind so große Papiersäcke aus recyceltem Papier, und ähm, die vernichten wir dann
halt auch, also die kommen bei uns auch in den Papiermüll, aber dadurch, dass man halt die-
ses eine Großgebinde hat, spart man sich diese 50 kleinen Verpackungen, und man spart sich
diese Umverpackung, die der Handel sonst immer hat.
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Fabian: In dem 100 Quadratmeter großen Geschäft ist schnell deutlich zu sehen, was
im Vergleich zu anderen Geschäften fehlt: Es gibt keine Markennamen, keine
Werbung. Keine Verpackung – das heißt für die Produkte auch: kein Marke-
ting. Hersteller, Inhaltsstoffe und Preis stehen auf einfachen Schildern an oder
neben den Behältern. Die Preise sind ungefähr so hoch wie in Bioläden. Man-
che Produkte, zum Beispiel Gewürze und die zurzeit sehr populären Chia-
Samen, sind aber viel billiger als in anderen Geschäften.
Manche Produkte sucht man im Warenangebot bis jetzt ohne Erfolg. Es gibt
zum Beispiel kein Toilettenpapier, keinen Quark und keine Sojamilch. Denn
nicht alle Waren können ohne recycelbare Verpackung geliefert werden. Und
nicht alle Lieferanten nehmen nötige Transportverpackungen zurück.
Für solche Fälle findet das Team von „original unverpackt“ manchmal kreative
Lösungen.

Zum Beispiel der Essig, (den) kriegen wir in so kleinen Plastikkanistern, aber wir haben einen
Mitarbeiter, der macht daraus voll gerne Lampen, aus diesen Kanistern.

TRACK 13: KOLUMNE – Alia Begisheva über Termine


Niveau: schwer

Dascha: Warum braucht man in Deutschland eigentlich für alles einen Termin?, fragt
Alia Begisheva. Unsere Autorin wünscht sich im Alltag mehr Spontaneität –
aber sie hat damit selten Glück.
Peter: Möchten Sie mitlesen? Den Text finden Sie in Ihrem Begleitheft.
Katja: Kolumne

TRACK 14: KOLUMNE – Partizip II als Adjektiv


Niveau: schwer

Peter: In ihrer Kolumne schreibt Alia Begisheva, dass sie inzwischen fast vergessen
hat, dass es auch mal ein Leben ohne geregelten Tagesablauf gab.
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Dascha: Das Partizip II, hier zum Beispiel das Wort „geregelt“ kann man im Deutschen
als Adjektiv verwenden.
Peter: Bei regelmäßigen Verben ohne Präfix wird es aus ge- + Verbstamm + t +
Adjektivendung gebildet. Hören Sie als Beispiel das Verb „kaufen“:
Ariane: Ich kaufe Äpfel. Die gekauften Äpfel sind aus Deutschland.

Dascha: Bei unregelmäßigen Verben ohne Präfix wird das Adjektiv aus ge- +
Verbstamm + en + Adjektivendung gebildet. Hören Sie als Beispiel das Verb
„waschen“:
Norbert: Ich wasche die Hose. Die gewaschene Hose ist jetzt sauber.

Peter: Sie hören jetzt immer zwei Sätze. Formen Sie daraus einen Satz! Verwenden
Sie dazu das Partizip II als Adjektiv. Hören Sie zuerst ein Beispiel.

Ariane: Ich verkaufe die Uhr. Sie bringt mir 60 Euro.


Ariane: Die verkaufte Uhr bringt mir 60 Euro.

Peter: Jetzt sind Sie dran!


Ariane: Ich backe ein Brot. Es ist lecker.
Ariane: Das gebackene Brot ist lecker.

Norbert: Ich öffne eine Dose. Sie ist voller Suppe.


Norbert: Die geöffnete Dose ist voller Suppe.

Ariane: Ich bezahle eine Rechnung. Sie ist sehr hoch.


Ariane: Die bezahlte Rechnung ist sehr hoch.

Norbert: Ich koche ein Ei. Es ist ganz frisch.


Norbert: Das gekochte Ei ist ganz frisch.
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TRACK 15: MEIN ERSTER MONAT – Tiffany Ftaimi erzählt


Niveau: leicht

Peter: Im Juni 2013 ist die Syrerin Tiffany Ftaimi nach Köln gekommen. Hören Sie,
was sie über ihren ersten Monat dort erzählt! Den Text finden Sie in Ihrem
Begleitheft.
Dascha: Text: Mein erster Monat
Peter: Aus ihrer Erfahrung hat Tiffany Ftaimi noch einen Tipp:
Dascha: Text: Mein-Tipp-Kasten

TRACK 16: MEIN ERSTER MONAT – Wortschatz: Im Museum


Niveau: leicht

Peter: Tiffany Ftaimi gibt den Tipp, Museen dann zu besuchen, wenn der Eintritt kos-
tenlos oder sehr günstig ist. Wie gut kennen Sie Wörter rund um das Museum?
Hören Sie zuerst die Erklärungen der Wörter und Beispiele dazu.
Dascha: Wer ein Museum besuchen will, braucht eine Eintrittskarte. Das ist ein Stück
Papier, mit dem man zeigt, dass man schon an der Kasse gezahlt hat und jetzt
ins Museum gehen darf.
Ariane: Hast du schon die Eintrittskarten gekauft?

Dascha: In einem Museum kann man viele verschiedene Sachen ansehen.


Peter: Zum Beispiel Gemälde. Das sind Bilder, die man nicht fotografiert, sondern
gemalt hat.
Ariane: Mir gefallen die Gemälde von Albrecht Dürer besonders gut.

Dascha: Man kann allein oder mit einer Gruppe durch ein Museum gehen und alles an-
sehen.
Peter: Wenn Sie mit einer Gruppe gehen, machen Sie normalerweise eine Führung.
Das bedeutet, dass jemand vom Museum Ihnen die schönsten Dinge zeigt und
erklärt.
Ariane: Wollen wir eine Führung machen? In zehn Minuten beginnt eine.
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Dascha: Wollen Sie lieber alleine durch das Museum gehen, aber trotzdem nicht auf
Erklärungen verzichten, ist ein Audioguide eine gute Idee. Das ist ein kleines
tragbares Gerät, auf dem Sie Informationen über das Museum anhören können.
Sie können den Audioguide stoppen oder eine Erklärung wiederholen lassen.
Ariane: Entschuldigen Sie, haben Sie auch Audioguides?
Peter: Ein Tipp: Kennen Sie das Museum schon? Dann wählen Sie doch diesmal ei-
nen Audioguide in deutscher Sprache. So können Sie Ihr Deutsch auf eine inte-
ressante Art verbessern!

Dascha: Jetzt können Sie die gehörten Wörter rund ums Museum noch einmal üben!
Ergänzen Sie die fehlenden Wörter nach dem Signal. Danach hören Sie die Lö-
sung. Hören Sie zuerst ein Beispiel:

Norbert: Nein, ich möchte keine Gruppenführung. Ich hätte lieber einen …
Norbert: Audioguide.

Dascha: Alles klar? Sprechen jetzt Sie nach dem Signal!

Ariane: Bring du doch unsere Jacken zur Garderobe. Ich kaufe schon mal unsere …
Ariane: Eintrittskarten.

Norbert: Ich möchte nicht allein durch das Museum gehen, sondern ich möchte eine
Erklärung bekommen. Ich warte auf die nächste …
Norbert: Führung.

Ariane: Die Mona Lisa ist mein Lieblings…


Ariane: gemälde.

TRACK 17: WÖRTER LERNEN – An der Supermarktkasse


Niveau: leicht

Dascha: Waren Sie heute schon beim Einkaufen im Supermarkt?


Peter: Sie hören einen Dialog an der Kasse in einem Supermarkt.
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Dascha: Achten Sie beim Hören auf diese sechs Wörter:


Peter: die Baumwolltasche, die Karte, der Geldbeutel, die Kühltruhe, das Kleingeld,
der Kassenbon
Ariane: Hallo. Möchten Sie noch eine Plastiktüte für die Waren?
Norbert: Nein, danke. Ich habe eine Baumwolltasche dabei.
Ariane: Dann macht es 32,50 Euro.
Norbert: Ich würde gern mit Karte bezahlen.
Ariane: Gern. Wenn Sie bitte hier Ihre Pinnummer eingeben …
Ariane: Oh, da gibt es ein Problem. Das Kartenlesegerät nimmt Ihre Karte nicht an.
Versuchen wir es noch einmal.
Tut mir leid. Das hat wieder nicht geklappt. Haben Sie denn kein Bargeld da-
bei?
Norbert: Doch, etwas. Ich sehe mal in meinem Geldbeutel nach, ob ich genügend in bar
dabei habe Nein, das reicht nicht ganz. Dann muss ich wohl den Fisch dalas-
sen. Ich lege ihn schnell in die Kühltruhe zurück.
Ariane: Lassen Sie nur, ich bringe ihn nachher zurück. Ohne den Fisch … das wären
dann 26,10 Euro.
Norbert: Hier, bitte, 30 Euro.
Ariane: Hätten Sie vielleicht etwas Kleingeld? Einen Euro und zehn Cent vielleicht?
Norbert: Ja, bitte, hier.
Ariane: Vielen Dank! Dann bekommen Sie fünf Euro zurück. Brauchen Sie den Kas-
senbon?
Norbert: Ja, bitte.
Ariane: Bitte sehr! Auf Wiedersehen, und einen schönen Tag noch!
Norbert: Wiedersehen! Na so was, vorhin hat die Karte doch noch funktioniert …

TRACK 18: WÖRTER LERNEN – Erklärungen


Niveau: leicht

Dascha: Hören Sie jetzt die sechs Wörter noch einmal und dazu die Erklärungen.
Peter: Sprechen Sie nach dem Signal die Wörter nach!
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Ariane: die Baumwolltasche


Norbert: Das ist eine Tasche aus Baumwolle. Baumwolle ist eine Pflanze: Ihr weiße,
wollige Frucht benutzt man auch zur Herstellung von Kleidung.

Norbert: die Kühltruhe


Ariane: Das ist ein Kühlschrank: Er konserviert Lebensmittel bei sehr niedriger Tempe-
ratur.

Ariane: die Karte


Norbert: Dieses Nomen steht kurz für EC-Karte: EC steht kurz für electronic cash. Mit
einer EC-Karte können Sie in vielen Geschäften bezahlen, wenn Sie nicht bar
bezahlen möchten.

Norbert: das Kleingeld


Ariane: Mit Kleingeld meint man Geldstücke aus Metall, zum Beispiel Eincentstücke,
Zweicentstücke, Eineurostücke …

Ariane: der Kassenbon


Norbert: Ein Synonym dafür ist der Kassenzettel. Auf diesem Zettel steht, wann und wie
viel man bezahlt hat.

Norbert: der Geldbeutel


Ariane: Der Geldbeutel ist ein Portemonnaie. Man sagt dazu auch Geldbörse.

TRACK 19: WÖRTER LERNEN – Richtig reagieren


Niveau: leicht

Dascha: Sie hören jetzt drei Sätze. Welches Wort fehlt?


Peter: Ergänzen Sie das passende Wort. Sprechen Sie nach dem Signal!
Norbert: Wer kein Bargeld hat, zahlt mit …
Norbert: Karte.
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Ariane: Wer genau kontrollieren will, was er für die einzelnen Produkte gezahlt hat,
braucht den …
Ariane: Kassenbon.

Norbert: Wer keine Plastiktüten benutzen will, benutzt eine …


Norbert: Baumwolltasche.

Dascha: In Ihrem Begleitheft in Übung 19 können Sie diese Wörter auch schriftlich
üben.

TRACK 20: GESCHICHTE – Politik? Jazz!


Niveau: mittel

Peter: Im Frühling 1965 tourt Louis Armstrong mit seiner Band durch Osteuropa. In
der Deutschen Demokratischen Republik feiert das Publikum die Musiker aus
dem Feindesland.
Dascha: Möchten Sie Ihr Hörverständnis trainieren? Dann machen Sie beim Hören
Übung 20 in Ihrem Begleitheft!
Fabian: Text: Politik? Jazz!

TRACK 21: AUSDRÜCKE DES MONATS – Rund um Farben


Niveau: mittel

Dascha: Klara kommt von der Arbeit nach Hause und erzählt ihrem Mann von einem
Wutanfall ihres Chefs.
Ariane: Du kannst dir nicht vorstellen, was heute passiert ist. So ärgerlich habe ich
meinen Chef noch nie gesehen. Der hat total rumgeschrien und sich gar nicht
mehr beruhigt. Unglaublich. Der hat richtig rot gesehen.
Norbert: Aber normalerweise macht der sowas doch nicht. Was ist denn passiert?
Ariane: Der neue Kollege ist blau zur Arbeit gekommen. Der hatte wahrscheinlich zu
Hause schon einige Flaschen Bier getrunken.
Norbert: Der Neue? Dieser ganz junge, der so ein bisschen grün hinter den Ohren ist?
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Ariane: Genau der. Wir hatten ja schon öfter gedacht, dass er blaumacht und einfach
nicht kommt, wenn er keine Lust hat. Aber betrunken in die Arbeit zu kommen

Norbert: Da verstehe ich aber, dass dein Chef wütend geworden ist. Sowas kann man
doch nicht machen …

TRACK 22: AUSDRÜCKE DES MONATS – Erklärungen


Niveau: mittel

Peter: In dem Dialog haben Sie ein paar idiomatische Ausdrücke mit Farben gehört.
Dascha: Alle diese idiomatischen Ausdrücke sind umgangssprachlich.
Peter: Hören Sie die Ausdrücke noch einmal.

Dascha: Wenn jemand sehr ärgerlich wird und die Kontrolle verliert, kann man sagen:
Norbert: Er sieht rot.

Peter: Will man ausdrücken, dass jemand sehr jung und unerfahren ist, kann man
sagen:
Ariane: Er ist noch grün hinter den Ohren.
Dascha: Dieser Ausdruck wird oft etwas negativ benutzt.

Peter: Mit dem Farbwort „blau“ gibt es zwei Ausdrücke, blaumachen und blau sein.
Dascha: „Blaumachen“ bedeutet, dass jemand nicht in der Arbeit war, es dafür aber
keinen richtigen Grund gab, wie zum Beispiel Krankheit oder einen Termin.
Norbert: Jetzt macht der schon wieder blau.

Peter: Wenn jemand blau ist, dann ist er betrunken.


Ariane: Der Neue war blau in der Arbeit.
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TRACK 23: AUSDRÜCKE DES MONATS – Richtig reagieren


Niveau: mittel

Peter: Üben Sie jetzt selbst. Sie hören Sätze. Ergänzen Sie die Sätze mit dem passen-
den Wort oder den passenden Wörtern nach dem Signal. Danach hören Sie die
Lösung. Hören Sie zuerst ein Beispiel:

Norbert: Unser Nachbar trinkt sehr viel. Er ist oft …


Norbert: blau.

Dascha: Alles klar? Dann sprechen jetzt Sie nach dem Signal!

Ariane: Als Schülerin war ich oft nicht in der Schule, wenn ich keine Lust hatte. Ich
habe damals oft …
Ariane: blaugemacht.

Norbert: Was für ein cholerischer und aggressiver Typ. Immer sieht er gleich …
Norbert: rot.

Ariane: Bei der Geburtstagsfeier haben wir alle viel getrunken. Wir waren alle ziemlich

Ariane: blau.

Norbert: Schrecklich. Immer will Lennard alles besser wissen. Dabei kennt er sich gar
nicht aus. Er ist ja noch ganz …
Norbert: grün hinter den Ohren.

TRACK 24: RADIO-NACHRICHTEN – Deutschlandfunk


Niveau: schwer

Dascha: Was gibt es Neues in den deutschsprachigen Ländern? Hören Sie die
Nachrichten des Deutschlandfunks, und trainieren Sie so Ihr Hörverständnis!
Machen Sie beim Hören Übung 24 in Ihrem Begleitheft!
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16 Uhr, die Nachrichten.

Die Zuwanderung nach Deutschland ist so hoch wie seit 20 Jahren nicht mehr. Wie aus dem
vom Bundeskabinett verabschiedeten Migrationsbericht hervorgeht, wanderten im Jahr 2013
mehr als 1,2 Millionen Menschen ein. Unter Berücksichtigung der Wegzüge aus der Bundes-
republik verbleibt ein Bevölkerungsplus von 430000. Der Migrationsforscher Schiffauer sagte
im Deutschlandfunk, auf diesen Zuwachs könne man stolz sein. Er bestätige die Attraktivität
Deutschlands.

Die Staatsanwaltschaft Dresden hat ein formales Ermittlungsverfahren gegen den Pegida-
Organisator Bachmann eingeleitet. Das sagte ein Sprecher der Behörde dem Deutschland-
funk. Nach seinen Angaben geht es um mögliche Volksverhetzung. Hintergrund sind demnach
Internet-Einträge Bachmanns. Darin soll er Flüchtlinge und Asylbewerber beschimpft haben.

Die Zahl der Salafisten in Deutschland nimmt nach Erkenntnissen des Bundesamtes für Ver-
fassungsschutz weiter zu. Damit vergrößere sich auch der Rekrutierungspool für die Ausfüh-
rung von Gewalttaten, warnte der Präsident der Behörde, Maaßen, in Berlin. Inzwischen ge-
hen die Verfassungsschützer von 7000 Mitgliedern der Salafisten-Szene aus.

Das Wetter: vielerorts trüb oder hochnebelartig bedeckt und meist trocken. Vor allem im
Westen und am Alpenrand Auflockerungen. Morgen überwiegend bewölkt. Im Norden ab und
zu sonnig, im Osten gelegentlich Regen oder Schneefall.

So weit die Meldungen.

Peter: Haben Sie alles verstanden? Hören Sie die Meldungen noch einmal, und ma-
chen Sie die nächste Übung in Ihrem Begleitheft! Die Lösungen und die Trans-
kription der Nachrichten finden Sie wie immer am Ende Ihres Begleithefts.

TRACK 25: KULTUR – Im Kino: Bestefreunde


Niveau: schwer

Dascha: Susi Q ist Mitte 30 und reist mit ihrem besten Freund Mark um die Welt. Spaß
statt Stress im Alltag. Zurück in Berlin verliebt sich Mark und wählt ein Leben
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als Langweiler. Susi bekommt Angst um ihre ewige Jugend und will Mark
wiederhaben. Bestefreunde ist eine Midlife-Crisis-Komödie von Jonas Grosch.

Martin: Susi Q, gespielt von Katharina Wackernagel, will kein langweiliges Leben
leben. Ein Leben nach Schema F, also ein gedankenloses Leben mit viel Rou-
tine, ist für sie das Schlimmste. Als selbstständige Journalistin reist sie viel –
und ihr bester Freund Mark, gespielt von Sebastian Schwarz, ist auch dabei. Er
schreibt die Blogs, sie macht die Fotos. Susi Q ist Mitte 30 und lebt mit ihrem
Freund in den Tag hinein.

> Wir sind freie Journalisten und reisen für euch durch die Welt.
< Die sind zu alt. Zu spießig.
> Ich bin Susi Q.
< Und ich bin Mark Lehmann.
> Ich mache die Fotos.
< Ich schreibe die Blogs.

Martin: In Berlin lernt Mark plötzlich Vivian kennen – und er verliebt sich. Sein Leben
ändert sich schnell. Im Gegensatz zu Susi ist Vivian ein Mensch, der gern alles
plant. Und Mark macht mit.

Ich habe jemanden kennengelernt. Und sie wird in circa zehn Sekunden durch diese Tür da
kommen.
Wir werden heiraten.

Martin: Gemeinsam planen Mark und Vivian ihre Zukunft. Und Mark hat natürlich
immer weniger Zeit für Susi Q. Der gefällt das gar nicht. Ein geordnetes Leben
ist in ihren Augen langweilig und spießig, also sehr konservativ. Sie fühlt sich
von Mark verraten – und will ihren besten Freund zurückhaben. Um das zu
schaffen, bittet sie einen anderen Freund um Hilfe. Jemanden, der in ihren Au-
gen auch ein langweiliges, viel zu normales Leben führt, also einen Spießer.
Aber den Preis bezahlt sie gern, denn sie will Mark einfach nicht verlieren.

Ich muss um Mark kämpfen.


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Martin: Die Komödie Bestefreunde von Jonas Grosch erzählt von der Angst vorm Er-
wachsenwerden – und davon, dass ein geordnetes Leben vielleicht doch nicht
so schlimm ist. Mit dabei ist auch der Schauspieler Bjarne Mädel, bekannt aus
den Serien „Stromberg“ und „Der Tatortreiniger“. Der Film kommt am 26.
Februar in die deutschen Kinos.

TRACK 26: KULTUR – Ausdrücke mit Buchstaben oder Zahlen


Niveau: schwer

Peter: Im Film Bestefreunde will Susi Q kein Leben nach Schema F führen. Kennen
Sie mehr Ausdrücke mit Buchstaben oder Zahlen? Wir stellen Ihnen einige vor.

Norbert: Wenn man etwas nach Schema F macht, dann macht man es, ohne darüber
nachzudenken. Man macht es mit Routine und immer gleich.

Ariane: Wer einen Plan B hat, der hat einen Alternativplan, wenn der erste Plan nicht
funktioniert.

Norbert: 08/15 bedeutet langweilig, ohne etwas Originelles. Wer also zum Beispiel
08/15 gekleidet ist, der sieht ganz langweilig aus. Ihm fehlt etwas Persönliches
in seinem Stil.
Ariane: Wer ein Problem hat und es originell oder ungewöhnlich löst, der verwendet
Trick 17. Trick 17 funktioniert sofort, und man hat damit Erfolg.

Dascha: Jetzt können Sie üben! Sie hören Sätze. Ergänzen Sie das fehlende Wort nach
dem Signal!

Ariane: Deine Idee zur Lösung des Problems ist super! Das ist wirklich …
Ariane: Trick 17.
 
Norbert: Mein Kollege ist so langweilig, das kannst du dir gar nicht vorstellen. Egal,
was er macht, er macht es immer auf die gleiche Art und Weise. Er macht alles
nach …
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Norbert: Schema F.

Ariane: Ich habe mir endlich eine Gitarre gekauft. Nichts Teures oder Besonderes. Ein-
fach …
Ariane: 08/15.
 
Norbert: Das hat leider nicht so geklappt, wie ich es geplant hatte. Aber das macht
nichts. Ich habe noch einen …
Norbert: Plan B.

TRACK 27: PHONETIK – Die Interjektion „aha“


Niveau: leicht

Dascha: Die Interjektion „aha“ kann – je nach Intonation – verschiedene Bedeutungen


haben.
Peter: Hören Sie zu:
Norbert: Julia, heute Abend komme ich erst etwas später nach Hause. Nach der Arbeit
ist noch ein Vortrag von Dr. Felser, den möchte ich gerne anhören.
Ariane: Aha //↓//. Gut, dann weiß ich Bescheid.
Dascha: Hier geht die Betonung beim zweiten a nach unten.
Peter: Diese Betonung von „aha“ signalisiert Verständnis: Der Hörer sagt dem Spre-
cher dadurch: „Ich habe den Inhalt verstanden.“
Dascha: Wiederholen Sie jetzt diese Variante nach dem Signal:
Peter: Aha! //↓//

Dascha: Geht die Intonation beim zweiten a von „aha“ nach oben, dann drückt die Inter-
jektion Überraschung aus:
Norbert: Und übrigens, nächstes Wochenende bin ich nicht da.
Ariane: Aha //↑//? Warum denn?
Norbert: Ich mache mit Bernd eine Skitour.
Ariane: Aha//↑//? Ich dachte, du musst am Wochenende extra ins Büro wegen der vie-
len Arbeit.
Norbert: Das Projekt wurde verschoben. Deshalb habe ich mehr Zeit.
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Dascha: Wiederholen Sie jetzt auch diese Variante.


Peter: Aha? //↑//
Dascha: Üben Sie noch einmal! Sie hören verschiedene Sätze und die Reaktion darauf.
Peter: Entscheiden Sie nach dem Signal: Drückt die Person mit „aha“ Überraschung
oder Verständnis aus? Danach hören Sie die Lösung.
Dascha: Diese Übung können Sie auch in Ihrem Begleitheft, Übung 27, mitlesen.

Norbert: Hast du das schon gewusst? Max und Ines ziehen um, nach Köln.
Ariane: Aha? //↑// Warum das denn?
Dascha: Überraschung.
Norbert: Naja, Max hat doch einen neuen Job in Köln.
Ariane: Aha. //↓// Klar, dann muss er nicht so weit fahren.
Dascha: Verständnis.
Norbert: Und sie werden auch Ihre Wohnung verkaufen.
Ariane: Aha? //↑//
Dascha: Überraschung.
Ariane: Ich dachte, sie sind dort zur Miete?
Norbert: Nein, nein, die Wohnung gehört ihnen.

Dascha: Damit sind wir schon wieder am Ende von Deutsch perfekt Audio.
Peter: Wir hoffen, dass Ihnen das Deutschlernen mit uns Spaß gemacht hat und wir
uns im nächsten Monat wieder hören!
Dascha: Unser Spezialthema im April: Der Start in einer neuen Wohnung – worüber
sprechen Sie mit dem Vermieter und mit den neuen Nachbarn? Das und noch
viel mehr können Sie im nächsten Monat bei uns hören und üben!
Peter: Bis dahin verabschieden sich von Ihnen …
Dascha: Dascha Poisel
Peter: und Peter Veit.