Sie sind auf Seite 1von 50

INTERBUS

Anwenderhandbuch
Allgemeine Einführung in das
INTERBUS-System

Bezeichnung: IBS SYS INTRO G4 UM

Revision: A

Art.-Nr.: 27 45 10 1

© Phoenix Contact 02/1997


INTERBUS
Anwenderhandbuch

Allgemeine Einführung in das INTERBUS-System

Bezeichnung: IBS SYS INTRO G4 UM

Revision: A

Artikel-Nr.: 27 45 10 1

© Phoenix Contact 02/1997


5157A
Bitte beachten Sie folgende Hinweise:

Um Ihnen einen möglichst unproblematischen Gebrauch dieses Hand-


buchs und einen sicheren Geräteeinsatz in den Phasen der Installation,
des Betriebs und der Wartung zu gewährleisten, sollten Sie folgende
Hinweise aufmerksam lesen und beachten:

Erklärungen zu den verwendeten Symbolen

Das Symbol Achtung bezieht sich auf fehlerhafte Handlungen, die einen
Schaden der Hard- oder Software oder, in indirektem Zusammenhang
mit gefährlicher Prozeßperipherie, Personenschaden zur Folge haben
können. Das Symbol steht immer links vom zu kennzeichnenden Text.

Das Symbol Hand gibt Ihnen Tips und Ratschläge für den effizienten
Geräteeinsatz und die Softwareoptimierung, um Ihnen zum Beispiel
eine mögliche Mehrarbeit zu ersparen. Außerdem vermittelt Ihnen der
so gekennzeichnete Text systembedingte Randbedingungen, die unbe-
dingt für einen fehlerfreien Betrieb beachtet werden müssen. Die Hand
steht aber auch für begriffliche Klarstellungen.

Das Symbol Text verweist Sie auf weiterführende Informationsquellen


(Handbücher, Datenblätter, Literatur, etc.) zu dem angesprochenen
Thema, Produkt, o.ä. Ebenso gibt dieser Text hilfreiche Hinweise zur
Orientierung, Lesereihenfolge etc. im Handbuch.

Ihre Meinung interessiert uns

Wir sind ständig bemüht, die Qualität unserer Handbücher zu verbes-


sern.
Sollten Sie Anregungen und Verbesserungsvorschläge zu Inhalt und
Gestaltung unseres Handbuchs haben, würden wir uns freuen, wenn
Sie uns Ihre Vorschläge zusenden.
Benutzen Sie dazu den universellen Fax-Vordruck am Ende dieses
Handbuchs.

5157A
Erklärungen zu den rechtlichen Grundlagen

Dieses Handbuch, einschließlich aller darin enthaltenen Abbildungen,


ist urheberrechtlich geschützt. Jede Drittverwendung dieses Hand-
buchs, die von den urheberrechtlichen Bestimmungen abweicht, ist ver-
boten. Die Reproduktion, Übersetzung sowie die elektronische und
photographische Archivierung und Veränderung bedarf der schriftlichen
Genehmigung der Firma Phoenix Contact. Zuwiderhandlungen ver-
pflichten zu Schadenersatz.
Phoenix Contact behält sich jegliche Änderungen, die dem technischen
Fortschritt dienen, vor.

Alle Rechte für den Fall der Patenterteilung oder Gebrauchsmusterein-


tragung sind Phoenix Contact vorbehalten. Fremdprodukte werden
stets ohne Vermerk auf Patentrechte genannt. Die Existenz solcher
Rechte ist daher nicht auszuschließen.
Der in diesem Handbuch beschriebene Produktgebrauch richtet sich
ausschließlich an qualifizierte Anwendungsprogrammierer und Soft-
ware-Ingenieure die mit den Sicherheitskonzepten der Automatisie-
rungstechnik, der Anwendung und den Auswirkungen der INTERBUS-
spezifischen Kommandos und Meldungen sowie den geltenden natio-
nalen Normen vertraut sind. Für Fehlhandlungen und Schäden, die an
Produkten von Phoenix Contact und Fremdprodukten durch Mißach-
tung der Informationen dieses Handbuchs entstehen, übernimmt
Phoenix Contact keine Haftung.

5157A
IBS SYS INTRO G4 UM

Inhaltsverzeichnis

1 INTERBUS-Grundlagen

1.1 Was ist INTERBUS? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1-1


1.1.1 Hauptaufgaben des INTERBUS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1-1
1.1.2 Allgemeiner Aufbau und Funktionsweise des INTERBUS . . . . . . 1-2
1.1.3 Übertragungssicherung im INTERBUS. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1-5
1.1.4 Protokollablauf des INTERBUS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1-6
1.1.5 Parameterdaten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1-7
1.2 Woraus besteht INTERBUS? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1-8
1.2.1 Topologie des INTERBUS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1-8
1.2.2 INTERBUS-Komponenten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1-16
1.2.2.1 Anschaltbaugruppen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1-16
1.2.2.2 INTERBUS-Teilnehmer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1-18
1.2.2.3 Verbindungstechniken. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1-19
1.3 Funktionalität der Generation 4-Anschaltbaugruppen. . . . . . . . . 1-21
1.3.1 Fernbus-Baumstruktur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1-22
1.4 Adressierung der INTERBUS-Daten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1-34
1.4.1 Allgemeines zur Adressierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1-34
1.4.2 Physikalische Adressierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1-36
1.4.3 Anwenderorientierte Adressierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1-38

5157A i
IBS SYS INTRO G4 UM

ii 5157A
INTERBUS-Grundlagen

1 INTERBUS-Grundlagen

1.1 Was ist INTERBUS?

Serielles INTERBUS ist ein serielles Bussystem zur Datenübertragung zwischen Steue-
Bussystem rungssystemen unterschiedlichster Ausprägung (z.B. Speicherprogrammierba-
re Steuerungen, Personal Computer, VMEbus Rechner, Robotersteuerungen,
etc.) und den räumlich verteilten Ein-/Ausgabeeinheiten, an denen die Sensoren
und Aktoren angeschlossen sind.

Aufgrund seiner leicht verständlichen Technologie und den anwenderorientier-


ten Systemeigenschaften ist der unter DIN 19258 genormte INTERBUS ein In-
dustriestandard in allen Bereichen der Automatisierungs- und Verfahrens-
technik geworden.

Die Anwendungsgebiete liegen im Maschinen- und Anlagenbau der

• Automobil-, Papier-, Textil-, Druck-, Holz- und Lebensmittelindustrie


sowie der
• Verfahrens-, Montage- und Handhabungstechnik und Lager-/Fördertechnik.

INTERBUS wird mit IBS abgekürzt. Diese Vereinbarung gilt für alle INTERBUS-
Dokumente und -Produkte von Phoenix Contact. Darüberhinaus wird diese Ab-
kürzung in der folgenden Dokumentation verwendet.

Serielle Daten- INTERBUS verbindet dezentral verteilte Ein-/Ausgabemodule und Automatisie-


übertragung rungsgeräte (Bedien- und Anzeigegeräte, Antriebe, Winkelcodierer u.a.) über
ein serielles Übertragungsverfahren mit Steuerungs- und Rechnersystemen.

Es können sowohl unterschiedliche Steuerungs- und Rechnersysteme als auch


unterschiedliche Feldgeräte von sehr vielen Herstellern am INTERBUS ange-
schlossen werden. INTERBUS ist ein offenes Bussystem. Deshalb gibt es für
den Anwender keine Auswahlbeschränkungen hinsichtlich der Geräte, die er
zur Umsetzung von Peripherie- und Steuerungslösungen einsetzen möchte.

1.1.1 Hauptaufgaben des INTERBUS

INTERBUS verbindet die Signale von Sensoren/Aktoren mit dem Steuerungs-


oder Rechnersystem (SPS, PC, allgemein: Host) und erfüllt damit zwei wichtige
Aufgaben:

• Die zyklische Übertragung von schnell veränderlichen Prozeßzuständen und


• die bedarfsgerechte Übertragung von Parameterdaten für komplexe Ein-/

5157A 1-1
INTERBUS-Grundlagen

Ausgabemodule und spezialisierte Prozeßgeräte, die während des Betrie-


bes parametriert werden müssen (z.B. Frequenzumrichter, Roboter, etc.).

1.1.2 Allgemeiner Aufbau und Funktionsweise des INTERBUS

Das INTERBUS-System ist als Datenring aufgebaut. Die Anschaltbaugruppe ist


das zentrale Gerät zur Kontrolle des Datenrings. Sie tauscht die im Datenring
seriell transportierten Daten mit dem übergeordneten Steuerungs- oder Rech-
nersystem und den untergeordneten INTERBUS-Teilnehmern in beiden Rich-
tungen zeitgleich und zyklisch aus (Vollduplex-Verfahren).

Der Datenring hat die Struktur eines räumlich verteilten Schieberegisters. Jeder
INTERBUS-Teilnehmer (mit Ein-/Ausgabefunktion) verbindet die digitale oder
analoge Prozeßperipherie über seine Datenregister mit dem Datenring des
INTERBUS-Systems.

Rechner- oder SPS-System

Anschaltbaugruppe
Ausgangsdaten

Eingangsdaten

Datenflußrichtung
E/A-Modul n

Busklemme
7 8
Busklemme
E/A-Modul n-1
E/A-Modul 1 5 6

3 4

E/A-
E/A-Modul 2 1 2
Modul 4
E/A-Modul 3 US UL RC BA

INTERBUS-ST Kompaktstation

Hin- und Rückleitung


in einem Kabel

5157A001

Bild 1-1: Funktionslogischer Aufbau des INTERBUS-Systems

1-2 5157A
Allgemeiner Aufbau und Funktionsweise des INTERBUS

Zur Vereinfachung der Systeminstallation sind die Hin- und Rückleitung des
Ringsystems innerhalb eines Kabelstranges realisiert. Hierdurch erscheint der
INTERBUS als linienhafte Baumstruktur, bedingt durch abzweigende Stichlei-
tungen von einem Hauptkabelstrang (Fernbus).

Bild 1-2 zeigt den topologischen Aufbau der INTERBUS-Teilnehmer, wie sie
auch zur Anlagen- und Produktdokumentation genutzt wird.

INTERBUS
Anschaltbaugruppe

5157A002

Bild 1-2: Topologischer Aufbau des INTERBUS-Systems

Jeder INTERBUS-Teilnehmer hat ein Register zur Identifikation (ID-Register). In


diesem Register sind Informationen über den Modultyp, die Registerlänge im
Datenring sowie Status- und Fehlerzustände enthalten. Darüber hinaus besit-
zen die E/A-Teilnehmer Ein- und Ausgaberegister für die Übertragung der Pro-
zeßdaten.

5157A 1-3
INTERBUS-Grundlagen

Ein-/Ausgangsregister

Identifikationsregister

5157A003

Bild 1-3: Registerbestandteile eines INTERBUS-Teilnehmers


(Prinzipdarstellung)

INTERBUS unterscheidet zwei Zyklusarten:

• Den Identifikationszyklus (ID-Zyklus), der zur Initialisierung des INTER-


BUS-Systems und auf Anforderung durchgeführt wird. Im ID-Zyklus werden
von allen Teilnehmern die ID-Register ausgelesen und anhand der Informa-
tion wird das Prozeßabbild in der Anschaltbaugruppe aufgebaut. Der ID-Zy-
klus wird üblicherweise beim Aufschalten der Anlage ausgeführt, um die
angeschlossene Konfiguration zu identifizieren und mit der vorhandenen zu
vergleichen. Nach erfolgreicher Ausführung des ID-Zyklus werden die IN-
TERBUS-Teilnehmer intern auf die Datenregister umgeschaltet (siehe Bild
1-3) und es werden ausschließlich Datenzyklen übertragen.
• Den Datenzyklus, der die Datenübertragung abwickelt. Im Datenzyklus wer-
den zeitgleich (Vollduplex) die Ein- und Ausgabedaten aller INTERBUS-Teil-
nehmer (Module, Bedienterminals usw.) durch die Anschaltbaugruppe ak-
tualisiert.

Die Registerlänge mit der ein INTERBUS-Teilnehmer im Datenring einkoppelt


ist nur von der Länge seines Ein-/Ausgangsregisters (Datenregister) abhängig.
Das ID-Register hat eine feste Länge von 16 Bit und geht nicht in die Berech-
nung ein.

1-4 5157A
Übertragungssicherung im INTERBUS

Methoden zur Sicherung des seriellen Datenstroms überprüfen laufend die kor-
rekte Datenübertragung (siehe Kapitel 1.1.3).

• Bei fehlerfreier Datenübertragung werden die Eingangsdaten von der An-


schaltbaugruppe übernommen und die Ausgangsdaten an die Teilnehmer
übergeben.
• Im Fehlerfall werden die Daten des fehlerhaften Zyklus verworfen, da ein
neuer Zyklus schneller realisiert ist als eine Korrektur der verfälschten Daten.

1.1.3 Übertragungssicherung im INTERBUS

INTERBUS gewährleistet die gesicherte Datenübertragung unter Industriebe-


dingungen durch fünf aufeinander abgestimmte Sicherungsmethoden. Diese
sind:

Differenzsignal- Ein geschirmtes, paarweise verdrilltes Kabel überträgt die Daten der INTER-
übertragung BUS-Teilnehmer gemäß der Übertragungsnorm RS485. Die Nutzdaten werden
als Differenzsignale über die Leitungen eines Paares geschickt.

Remote-Bus- Über den Austausch spezieller Statusinformationen wird die Verbindung zwi-
Check schen zwei INTERBUS-Teilnehmern überprüft. Die Unterbrechung eines Bus-
kabels oder eine nicht korrekt kontaktierte Steckverbindung führen aufgrund des
Remote-Bus-Checks zur entsprechenden Fehlermeldung.

Loop Check Die Anschaltbaugruppe taktet das sogenannte Loopback-Wort bitweise vor den
Ausgangsdaten in den INTERBUS-Ring. Damit läuft das Loopback-Wort vor
den Ausgangsdaten durch alle INTERBUS-Teilnehmer durch und hinter den
Eingangsdaten wieder in die Anschaltbaugruppe zurück. Die Zeit, die das Loop-
back-Wort für einen vollständigen Umlauf benötigt, ist der Anschaltbaugruppe
bekannt und wird von ihr überwacht. Außerdem erkennt die Anschaltbaugruppe
an der speziellen Bitfolge des Loopback-Worts Fehler auf dem Übertragungs-
weg oder in den INTERBUS-Teilnehmern selbst.

CRC-Prüfung Jede Übertragungsstrecke zwischen zwei INTERBUS-Teilnehmern wird durch


eine Cyclic Redundancy Check-Prüfung (CRC) überwacht. Hierzu wird in jedem
Teilnehmer und in der Anschaltbaugruppe selbst sowohl in der Eingangs- als
auch in der Ausgangsrichtung ein CRC-Prüfwort gebildet. Am Ende jedes Über-
tragungszyklus werden die Prüfworte am Anfang und Ende einer Übertragungs-
strecke auf Übereinstimmung überprüft. Stimmen zwei Prüfwerte nicht überein,
so wird dies der Anschaltbaugruppe über alle nachfolgenden Teilnehmer ge-
meldet und ein neuer Zyklus mit aktuellen Daten gestartet.

5157A 1-5
INTERBUS-Grundlagen

Testroutinen Um Hardwarefehler der Anschaltbaugruppe zu erkennen, werden nach einem


Reset oder nach Spannungswiederkehr verschiedene Testroutinen durchlau-
fen. Diese testen

• die CPU, den Koppelspeicher (MPM), das RAM auf der Anschaltbaugruppe
und
• die Buslogiken und die Funktionen der verschiedenen INTERBUS-Kompo-
nenten.

Weiterhin wird das angeschlossene INTERBUS-System initialisiert. Hierzu akti-


viert die Anschaltbaugruppe nacheinander, segmentweise das gesamte INTER-
BUS-System und überprüft dessen Funktion.

Zuerst aktiviert die Anschaltbaugruppe die Verbindung zur ersten Busklemme


bzw. dem ersten Fernbusteilnehmer. Ist dies fehlerfrei möglich, wird ein an die
Busklemme angeschlossener Peripheriebus oder Installationsfernbus initiali-
siert. Danach wird die Verbindung zum nächsten Fernbusteilnehmer aktiviert
usw.

Auf diese Weise wird das INTERBUS-System segmentweise und nacheinander


auf korrekte Funktion geprüft. Nach dieser Konfigurationsphase kennt die An-
schaltbaugruppe das angeschlossene INTERBUS-System und kann es betrei-
ben.

Dieser Konfigurierungsalgorithmus lokalisiert auch den Fehlerort, wenn im nor-


malen Datenverkehr eine Störung auftritt.

1.1.4 Protokollablauf des INTERBUS

1. Die Anschaltbaugruppe taktet die Ausgabedaten, beginnend mit dem Loop-


back-Wort, in den INTERBUS-Datenring hinein. Gleichzeitig empfängt sie
die von den INTERBUS-Teilnehmern über den Datenring gesendeten Einga-
bedaten (siehe Bild 1-1).
2. Das Loopback-Wort läuft zwischen den Ein- und Ausgangsdaten durch den
gesamten Datenring. Wenn das Loopback-Wort von der Anschaltbaugruppe
empfangen wird, sind alle Ausgabedaten bei den zugehörigen INTERBUS-
Teilnehmern und alle Eingabedaten in der Anschaltbaugruppe eingetroffen.
3. Die von den CRC-Generatoren gebildeten Prüfsummen werden zum jeweils
folgenden Teilnehmer übertragen und überprüft.
4. Wurde das Loopback-Wort korrekt zurückgelesen und lief die Übertragung
fehlerfrei, werden die Ausgabedaten gültig und die Teilnehmer legen sie auf
ihre Ausgänge. Ebenso werden gleichzeitig die von der Anschaltbaugruppe
eingelesenen Eingangsdaten dem Steuerungs- oder Rechnersystem zur Be-
arbeitung übergeben.

1-6 5157A
Parameterdaten

5. Anschließend veranlaßt die Anschaltbaugruppe, dass alle neuen Eingabe-


daten von den Teilnehmern im Datenring abgelegt werden, bevor ein neuer
Datenzyklus beginnt.

1.1.5 Parameterdaten

Das INTERBUS-Protokoll ist in der Lage, zeitgleich einfache Ein-/Ausgangsda-


ten wie auch komplexe Datensätze (kurz Parameterdaten) zu übertragen.

Unter Parameterdaten versteht man Informationen, die

• spezielle Teilnehmer brauchen, um Prozeßdaten empfangen/verarbeiten zu


können,
• spezielle Teilnehmer konfigurieren oder initialisieren (z.B. Parametrierung ei-
nes Frequenzumrichters),
• die Anschaltbaugruppe braucht, um Zustandsinformationen spezieller Teil-
nehmer zu ermitteln.

Teilnehmer, die Parameterdaten verarbeiten können, werden auch als PCP-


Teilnehmer bezeichnet. Die Kommunikation zwischen diesen Teilnehmern und
der Anschaltbaugruppe erfolgt über das Peripherals-Communication-Protocol
(kurz PCP). PCP ist ein Bestandteil des INTERBUS-Protokolls.

Die auf dem Steuerungssystem über die Anschaltbaugruppe ausführbaren


PCP-Funktionen heißen Dienste. Mit diesen Diensten können Daten gelesen
und geschrieben werden. Der Anwender kann dabei aus einer umfassenden An-
zahl an Diensten auswählen, z.B. um eine Verbindung zu einem Teilnehmer auf-
zubauen oder um Anwendungsprogramme bei Fernbus-Teilnehmern zu starten
bzw. zu stoppen.

Detaillierte Informationen zur praktischen Umsetzung einer PCP-Kommunikati-


on enthält das Handbuch IBS PCP UM, Art.-Nr. 27 53 92 8.

5157A 1-7
INTERBUS-Grundlagen

1.2 Woraus besteht INTERBUS?

INTERBUS besteht im wesentlichen aus drei System-Komponenten:

• INTERBUS-Anschaltbaugruppe
• INTERBUS-Teilnehmer
• Kabel zur Verbindung der INTERBUS-Teilnehmer untereinander und mit der
Anschaltbaugruppe

Durch die unterschiedlichen Anforderungen der einzelnen Applikationen und ih-


rer industriellen Umgebung (Schutzarten, Integration von untergeordneten
Rechnersystemen, Platzmangel, Ser-vicefreundlichkeit etc.) gibt es viele ver-
schiedene INTERBUS-Teilnehmer. Die Teilnehmer können daher im System
verschiedenen topologischen Gruppen und Produktfamilien angehören und er-
lauben damit einen individuellen Anlagenaufbau.

Den aktuellsten Überblick über die verfügbaren INTERBUS-System-Komponen-


ten bietet der Teilkatalog 11 von Phoenix Contact.

Welche topologischen Gruppen es gibt, beschreibt das folgende Kapitel.

1.2.1 Topologie des INTERBUS

Anschalt- INTERBUS ist ein steuerungs- und rechnerneutrales Sensor-/Aktor-Bussystem.


baugruppe Als Steuerungs- oder Rechnersystem können klassische SPS-Systeme, IBM-
kompatible PCs/Industrierechner, VMEbus-Systeme oder Technologie-/Robo-
tersteuerungen eingesetzt werden.

Die Anschaltbaugruppe wird je nach Bauform durch Ein- oder Anstecken mit
dem Steuerungs- oder Rechnersystem verbunden (siehe Bild 1-4) und koppelt
auf diesem Weg die Datenübertragung über das INTERBUS-System zwischen
der Peripherie und dem jeweiligen SPS- oder Rechnersystem.

1-8 5157A
Topologie des INTERBUS

5157A004

Bild 1-4: Verschiedene Anschaltbaugruppen für interne und externe Verbindung

Über eine serielle RS232-Schnittstelle ermöglichen die meisten Anschaltbau-


gruppen zusätzlich den Anschluß von externen Programmiergeräten (z.B. PC),
um das INTERBUS-System zu konfigurieren und zu diagnostizieren.

Der Fernbusanschluß verbindet über ein Kabel (die Fernbusstrecke) die An-
schaltbaugruppe mit dem ersten INTERBUS-Teilnehmer.

Der erste INTERBUS-Teilnehmer ist stets ein Fernbusteilnehmer,

• der reine E-/A-Funktion hat und/oder


• den Datenring im Fernbus um eine INTERBUS ST-Kompaktstation oder ein
INTERBUS-Loop-Segment erweitert oder
• der eine spezielle Prozeßfunktion erfüllt (z.B. Frequenzumrichter, Ventilinsel,
Bedienterminal u.a.) oder
• der ein untergeordnetes SPS-, Rechner,- oder Feldbussystem einbindet.

Bild 1-5 ist die Referenz für die Abschnitte auf den nächsten Seiten.

5157A 1-9
INTERBUS-Grundlagen

INTERBUS
Anschaltbaugruppe

IB ST-Kompaktstation
Fernbussegment (max. 400 m) (max. 8 Teilnehmer)
Fernbus (max. 12,8 km)

INTERBUS-Loop

max. 10 m
5157A005

Bild 1-5: INTERBUS-Topologie

Die in Bild 1-5 abgebildeten, sowie in der weiteren Dokumentation erwähnten,


Übertragungslängen gelten bei Einsatz von Kupferkabeln als Übertragungsme-
dien. Bei Einsatz anderer Medien wie Lichtwellenleiter, Schlitzhohlleiter, Daten-
lichtschranken etc. können sich abweichende Übertragungslängen ergeben.

1-10 5157A
Topologie des INTERBUS

Fernbus Der Fernbus überbrückt die großen Entfernungen innerhalb einer Anlage. Er
kann bis zu 12,8 km lang sein (von der Anschaltbaugruppe bis zum letzten an-
geschlossenen Fernbusteilnehmer, siehe Bild 1-5) und teilt sich in Segmente mit
bis zu 400 m Länge.

Installations- Eine Sonderform des Fernbusses ist der Installationsfernbus, der zusätzlich
fernbus eine Spannungsversorgung für angeschlossene Initiatoren mitführt. Die Zahl
der anschließbaren Installationsfernbus-Teilnehmer ist begrenzt, ebenso wie
die damit zu überbrückende Entfernung (aufgrund des Spannungsabfalls auf
den im Buskabel integrierten Versorungsleitungen). Installationsfernbus-Teil-
nehmer können einzeln im Fernbus liegen oder über eine spezielle Busklemme
in einem Busstich vom Fernbus abzweigen.

Topologisch gesehen sind beide Fernbustypen als Hauptstrang anzusehen, der

• sowohl Fernbus-Teilnehmer direkt


• als auch andere Teilnehmer indirekt über Stichleitungen (z.B. IB ST-Kom-
paktstationen)

verbindet.

Als Stichleitung wird eine Anreihung von INTERBUS-Teilnehmern bezeichnet,


die über einen besonderen Teilnehmer, der Busklemme, am Fernbus ange-
schlossen sind. Zu Stichleitungen gehören IB ST-Kompaktstationen aber auch
Fernbusstränge, die über eine Busklemme mit zwei Fernbusausgängen eröffnet
werden.

Fernbus- und Spezielle Busklemmen ermöglichen es zusätzlich zu einer INTERBUS ST-Kom-


INTERBUS ST- paktstation einen separaten Fernbus- oder Lokalbusstich parallel zu führen.
Stich Diese Beschreibung ist nur topologisch gesehen gültig. Physikalisch gesehen
erweitern diese Busklemmen den Datenring.

Technisch gesehen bildet der Fernbus zusammen mit den zuvor genannten
Fernbusvarianten und Stichleitungen den vorab beschriebenen seriellen Daten-
ring nach dem Prinzip eines Schieberegisters. Die große Überbrückungslänge
von 12,8 km wird durch die Unterteilung des Fernbusses in einzelne Busseg-
mente erreicht (siehe Bild 1-5).

Es gibt zwei Bussegmenttypen:

• Fernbussegment
• Lokalbussegment (dazu gehört auch die IB ST-Kompaktstation)

Ein Fernbussegment besteht aus einer Busklemme und dem Fernbusabschnitt,


der zwischen der Busklemme des Segments und der nächsten zur Anschaltbau-
gruppe führenden Busklemme liegt (Bild 1-5). Ein Fernbussegment kann eine

5157A 1-11
INTERBUS-Grundlagen

Entfernung von 400 m überbrücken. Der gesamte Fernbus kann in bis zu 255
Fernbussegmente unterteilt werden.

Jeder Installationsfernbus-Teilnehmer stellt ein eigenes Fernbussegment dar


und ist daher ebenfalls bei der Projektierung zu berücksichtigen. Das Lokalbus-
segment besteht aus einer Busklemme und einer daran angeschlossenen IB
ST-Kompaktstation (siehe Bild 1-5).

Der Fernbus wird auch mit dem englischen Begriff Remote-Bus (Kürzel: RB) be-
zeichnet.

INTERBUS ST- Eine INTERBUS ST-Kompaktstation wird durch eine Busklemme an den Fern-
Kompaktstation bus gekoppelt. Die Teilnehmerzahl pro Kompaktstation ist auf maximal 8 Teil-
nehmer bzw. durch die maximale Stromabgabe der Busklemme begrenzt.
Spezielle INTERBUS ST-Busklemmen ermöglichen es außerdem, zu einer
INTERBUS ST-Kompaktstation einen separaten Fernbus- oder Lokalbusstich
parallel zu führen. Diese Beschreibung ist nur topologisch gesehen richtig. Phy-
sikalisch erweitern diese Busklemmen den Datenring.

Angekoppelte Sollen Steuerungs- oder Rechnersysteme auch unterlagert als Teilnehmer an


Rechner- und den INTERBUS angeschlossen werden, erfolgt dies über Baugruppen mit Re-
SPS-Systeme mote-Interface (RI). INTERBUS Slave-Baugruppen bilden die Daten eines dar-
an angeschlossenen Rechner- und SPS-Systems im Datenring derart ab, als ob
es sich um einen beliebigen E-/A-Teilnehmer handele. Ebenso können Daten
von der Anschaltbaugruppe zum angekoppelten Steuerungs- oder Rechnersy-
stem übertragen werden. Die Slave-Baugruppe verhält sich passiv zur Anschalt-
baugruppe (Bild 1-6).

1-12 5157A
Topologie des INTERBUS

SPS-Subsystem

Fernbus
IB Slave-
Baugruppe
Peripheriebus

5157A006

Bild 1-6: Ankopplung eines unterlagerten Steuerungssystems an den INTER-


BUS (hier z.B. ein SPS-Subsystem)

Angekoppelte Mit Hilfe sogenannter Systemkoppler (Anschaltbaugruppen mit Anschlußmög-


INTERBUS- lichkeit für INTERBUS Master- und Slave-Systeme) ist es möglich, ein prozeß-
Systeme nahes INTERBUS-System einem leittechnisch genutzten INTERBUS-System
unterzuordnen. Mehrere Systemkoppler mit zugehörigen INTERBUS-Systemen
können von einem übergeordneten System leittechnisch koordiniert oder para-
metriert werden (siehe Bild 1-7).

5157A 1-13
INTERBUS-Grundlagen

1 Leitsystem
2 Systemkoppler
5157A007

Bild 1-7: Leittechnische Verbindung zu prozeßnahen INTERBUS-Systemen

Die Systemkoppler in Bild 1-7 sind zur besseren Übersicht freistehend d.h. ohne
das zugehörige Steuerungs- oder Rechnersystem dargestellt.

1-14 5157A
Topologie des INTERBUS

Untergeordnete Die Verbindung von zwei voneinander unabhängigen INTERBUS-Systemen ist


Verbindung von durch INTERBUS-Teilnehmer mit Gateway-Funktion möglich (siehe Bild 1-8).
INTERBUS- Die einstellbare Datenbreite (Registerlänge) dieser INTERBUS-Teilnehmer
Systemen stellt eine begrenzte 1:1-Verbindung der Datenregister beider Systeme her.

INTERBUS-System 1 INTERBUS-System 2

Fernbus

Fernbus
Fernbus
Fernbus

CT-Gateway
INTERBUS

7
15 7 15

IN-Daten/INTERBUS-System 1 OUT-Daten/INTERBUS-System 1

OUT-Daten/INTERBUS-System 2 IN-Daten/INTERBUS-System 2

5157A008

Bild 1-8: Kopplung von INTERBUS-Systemen über E-/A-Gateways

5157A 1-15
INTERBUS-Grundlagen

Automatisie- Durch die offen dokumentierte Technik der INTERBUS-Schnittstelle gibt es eine
rungsgeräte un- Vielzahl an Herstellern unterschiedlicher Automatisierungsgeräte, die sich direkt
terschiedlichster als INTERBUS-Teilnehmer einsetzen lassen. Je nach Ausführung der Schnitt-
Funktion und stelle sind diese Geräte im Fernbus, Installationsfernbus, Lokalbus usw. einzu-
Hersteller fügen. Gütesiegel für die geprüfte Busqualität ist das INTERBUS-Zertifikat. Es
gibt Ihnen die Sicherheit, dass die Geräte störungs- und rückwirkungsfrei in ei-
nem INTERBUS-Netzwerk arbeiten.

Für die Gesamtzahl aller einsetzbaren INTERBUS-Teilnehmer in einem INTER-


BUS-System gilt, dass die maximal verfügbare Zahl von Registerworten (256)
im INTERBUS nicht überschritten werden darf!

1.2.2 INTERBUS-Komponenten

Die folgenden Abschnitte geben einen kurzen Überblick über

• die besonderen technischen Merkmale und


• den Einsatzbereich (Schutzart)

des vielfältigen INTERBUS-Angebots von Phoenix Contact. Die Begriffe werden


in den folgenden Kapiteln bzw. der weiterführenden Dokumentation ausführlich
beschrieben.

1.2.2.1 Anschaltbaugruppen

Bauformen Die Bauformen und das Aussehen der Anschaltbaugruppe sind stets dem über-
geordneten Steuerungs- oder Rechnersystem angepaßt.

Beispiele:

• Für IBM-kompatible PCs sind die Anschaltbaugruppen stets als Einsteckkar-


ten ausgeführt.
• Für SPS-Systeme sind Anschaltbaugruppen als Einsteckkarte oder als ex-
tern anzuschließende Einheit konzipiert.

Aufgaben Folgende Punkte gehören zu den Aufgaben der Anschaltbaugruppe:

• Steuerung des zyklischen INTERBUS-Protokolls


• Transfer der Ein- bzw. Ausgabedaten zwischen den INTERBUS-Teilneh-
mern und dem Steuerungs-/Rechnersystem
• Überwachung des INTERBUS-Systems

1-16 5157A
Anschaltbaugruppen

• Störungserkennung (Bestimmung der Störungsart und des Störungsortes


bzw. Störungsmeldung zum Steuerungs- oder Rechnersystem)
• Optische und softwaregebundene Anzeigen zum Betriebszustand, zu Stö-
rungsfällen und zum Zustand von ausgewählten Ein-/Ausgängen
• Speicherung bereits bekannter (definierter) Buskonfigurationen

Anwendungs- Anwendungsorientierte Funktionen ermöglichen eine anwenderfreundliche Be-


orientierte dienung:
Funktionen
• Abbildung der E-/A-Daten im Prozeß- bzw Arbeitsspeicher des Steuerungs-
oder Rechnersystems
• Parameterdatenaustausch mit INTERBUS-Teilnehmern (PCP-Kommunikati-
on)
• Wahlfreie Signalzuordnung für INTERBUS-Prozeßdaten im Steuerungs-
oder Rechnersystem
• Zusammenfassung von INTERBUS-Teilnehmern zu schaltbaren Gruppen
(Gruppendefinition)
• Datenvorverarbeitung (Prozeßdatenverknüpfung)
• Festlegung von Ereignismeldungen für Veränderungen von bestimmbaren
Prozeßeingangsdaten (Ereignisdefinition)

Sowohl über das Anwendungsprogramm als auch über spezielle INTERBUS-


Software kann die Anschaltbaugruppe und hierüber das gesamte INTERBUS-
System gesteuert werden.

Die detaillierte Beschreibung des Funktionsumfangs einer Anschaltbaugruppe


finden Sie im zugehörigen Handbuch.

Übersicht verfüg- Für folgende Steuerungs-/Rechnersysteme sind Anschaltbaugruppen von


barer Anschalt- Phoenix Contact verfügbar:
baugruppen
Steuerungs-/ Anschaltbaugruppe
Rechnersystem
Personal Computer Alle Rechnersysteme in ISA- oder PC104-
Technologie
VMEbus Alle VMEbus-Systeme mit 3HE und 6HE Form-
faktor
Ethernet Ethernet-Koppler mit TCP-/IP-Protokoll
Allen-Bradley Steuerungssysteme der Baureihe PLC5
(PLC 5/11, 5/20, 5/30, 5/40, 5/60, 5/80)
GE Fanuc Steuerungssysteme der Baureihen
- 90-70

5157A 1-17
INTERBUS-Grundlagen

Steuerungs-/ Anschaltbaugruppe
Rechnersystem
Siemens Steuerungssysteme der Baureihen
- S5 95/100 U
- S5 115 ... 155 U
- S7 300
- S7 400
- Sinumerik 840 C und 880
AEG-Schneider Steuerungssysteme der Baureihen Modicon
- TSX Quantum
- TSX A250, A350 und A500
- TSX A250 (Zentrales Rack)
Bosch Steuerungssysteme der Baureihen
- CL 300, CL 400, CL 500
- PC 400, PC 600
Klöckner-Moeller IPC, Steuerungssysteme der Baureihen
Honeywell - Klöckner-Moeller IPC 620
- Honeywell UDC 9000

Das aktuell verfügbare Produktprogramm von Phoenix Contact können Sie bei
Bedarf anfordern. Darüber hinaus stehen für diverse Steuerungssysteme An-
schaltbaugruppen weiterer Hersteller zur Verfügung. Informationen hierüber er-
halten Sie direkt vom jeweiligen Hersteller.

1.2.2.2 INTERBUS-Teilnehmer

Die Verbindung zwischen den Sensoren/Aktoren und dem Bussystem bilden die
INTERBUS-Teilnehmer mit Ein-/Ausgabe-Funktion im INTERBUS-System.
Hierbei ist grundsätzlich zwischen Teilnehmern im Fernbus bzw. Installations-
fernbus und den Teilnehmern einer IB ST-Kompaktstation zu unterscheiden.

Diagnose- Alle INTERBUS-Teilnehmer haben LEDs zur Funktions- und Statuskontrolle:


funktionen an
INTERBUS- UL LED grün Spannung für die Modullogik
Teilnehmern ein: Spannung im gültigen Bereich
aus: Keine Spannung, Ursache beheben, eventuell
Sicherungsaustausch (entweder unter dem
Gehäuse bzw. bei IBS ST von außen steckbar)

BA LED grün Bus aktiv-Anzeige


ein: Bus aktiv
aus: Bus gestoppt.

1-18 5157A
Verbindungstechniken

RC LED grün Status ankommender Fernbus


ein: Ankommender Fernbus aktiv
aus: Ankommender Fernbus abgeschaltet

RD LED rot Status weiterführender Fernbus


ein: Weiterführender Fernbus abgeschaltet
aus: Weiterführender Fernbus aktiv

LD LED rot Lokalbusstatus


ein: Lokalbus abgeschaltet
aus: Lokalbus aktiv

Rec Taster Nach Tasterbetätigung erhält das Anwendungs-


programm eine Meldung.

E LED rot Fehleranzeige abzweigender Lokalbus.


ein: Fehler im abzweigenden Lokalbus.
aus: Lokalbus aktiv.

Einige Busklemmen bieten einen potentialfreien Alarmausgang (Relaiswechsel-


kontakt). Der Alarmausgang wird bei Fehlern im abzweigenden Lokalbus ge-
schaltet (E LED ist aktiv).

Bedingt durch die breite Palette an Anwendungen bietet Phoenix Contact eine
große Vielfalt unterschiedlicher INTERBUS-Teilnehmer an. Die einzelnen Pro-
duktfamilien sind in Schutzart, Bauform (Dimensionen), E-/A-Konfiguration und
Spannungspegel für bestimmte Einsatzgebiete optimiert.

Die aktuelle Produktpalette können Sie dem Teilkatalog 11 von Phoenix Contact
entnehmen.

1.2.2.3 Verbindungstechniken

Die meisten INTERBUS-Teilnehmer können durch unterschiedliche Übertra-


gungsmedien miteinander verbunden werden.

Die Standardverbindung ist das paarig verdrillte Kupferkabel. Diese Kabel kön-
nen Sie fertig konfektioniert bei Phoenix Contact bestellen.

Einige INTERBUS-Teilnehmer sind für bestimmte Übertragungsmedien spezia-


lisiert. Dazu gehören INTERBUS-Teilnehmer mit Lichtwellenleiter-Anschluß.
Sie sind in der Produktbezeichnung an den Kürzeln LWL oder LK zu erkennen.

5157A 1-19
INTERBUS-Grundlagen

Andere INTERBUS-Teilnehmer sind auf eine bestimmte Anschlußtechnik fest-


gelegt. Dazu gehören z.B. IB ST-Teilnehmer. Sie werden über mitgelieferte
Flachbandkabel miteinander verbunden.

Für den Fernbus können folgende Übertragungsmedien eingesetzt werden:

• Paarig verdrillte Kupferkabel,


• Lichtwellenleiter,
• Datenlichtschranke,
• Schlitzhohlleiter und
• Datenschleifring.

Falls Sie die Buskabel für Ihre INTERBUS-Anlage selbst herstellen (Konfektio-
nieren) möchten, finden Sie Informationen im

• Installationshandbuch IBS SYS INST UM


(Art.-Nr.: 27 54 28 6) und im
• Projektierungshandbuch IBS SYS PRO UM
(Art.-Nr.: 27 53 82 1).

In diesen Dokumentationen erhalten Sie ausführliche Arbeitsanweisungen,


Konfektionierungspläne und Hinweise für Installation und Projektierung von
INTERBUS-Systemen.

1-20 5157A
Funktionalität der Generation 4-Anschaltbaugruppen

1.3 Funktionalität der Generation 4-Anschaltbaugruppen

Durch die Entwicklung der Generation 4-Anschaltbaugruppen (im folgenden


G4) konnten Funktionalität und Bedienfreundlichkeit der INTERBUS-Anschalt-
baugruppen verbessert werden. G4-Anschaltbaugruppen sind an zwei Merkma-
len zu erkennen:

1. Die Revision der Firmware beginnt mit 4.xx. Dieser Revisonsstand ist auf der
Frontblende der Anschaltbaugruppe mit einem kleinen Aufkleber dokumen-
tiert und kann zudem über die Frontblende der Anschaltbaugruppe (soweit
vorhanden) oder mit einem Programmiergerät (PC) ausgelesen werden.
2. Die Artikelbezeichnung der Anschaltbaugruppe beinhaltet die Abkürzung
DSC (Diagnostic Standard Controller), SC (Standard Controller), FC (Field
Controller), RFC (Remote Field Controller) oder BC (Basic Controller).
Beispiel IBS PLC5 DSC/I-T oder IBS PC ISA SC/I-T DSC steht für Anschalt-
baugruppen mit Diagnose-Anzeige und SC bzw. BC für Anschaltbaugruppen
ohne Diagnose-Anzeige.

5157A009
Bild 1-9: Anschaltbaugruppen mit Diagnose-Anzeige (Beispiel: IBS PLC5 DSC/
I-T) und ohne Diagnose-Anzeige (Beispiel: IBS PC ISA SC)

5157A 1-21
INTERBUS-Grundlagen

1.3.1 Fernbus-Baumstruktur

Durch die mit G4 projektierbare Baumstruktur mit 16 Fernbusebenen hat der An-
wender die Möglichkeit, seine Verkabelungswege weiter zu optimieren. Durch
INTERBUS-Komponenten mit einem Fernbus-Stichabzweig (z.B. IBS ST 24 BK
RB-T) wird ein Abzweig in die nächste Fernbusebene geschaffen. Der Abzweig
läßt weitere E-/A-Stationen bzw. auch eine noch tiefer gehende Verzweigung
zu. Diese Fernbus-Baumstruktur wird nur von Anschaltbaugruppen der Genera-
tion 4 unterstützt, und stellt eine Erweiterung der vorab beschriebenen Fernbus-
Topologie dar.

BK E/A E/A E/A E/A

BK

BK E/A E/A E/A

BK

BK E/A E/A E/A

BK

E/A

E/A
BK E/A

Ebene 0
Ebene 1
Ebene 2
Ebene 3
Ebene 15

5157A010

Bild 1-10: Fernbus-Baumstruktur mit 16 Ebenen

1-22 5157A
Fernbus-Baumstruktur

Vorteile bringt dies nicht nur bei der Kabelführung in der Anlage selbst, sondern
auch bei funktionellen Anforderungen der Applikation (z.B. Stichleitung für
Schleppkabelanwendungen, Zu- und Abschalten einzelner Buszweige usw.).
Bild 1-11 zeigt die Verkabelung einer fördertechnischen Anlage mit Anwendung
der Fernbus-Baumstruktur, Bild 1-12 zeigt die Verkabelung ohne Anwendung
der Fernbus-Baumstruktur. Bei der Projektierung ohne Baumstruktur muss das
Fernbuskabel zur Verbindung der einzelnen Fernbus- bzw. Lokalbusstationen in
unnötigen Schleifen verlegt werden. Bei Verwendung der Baumstruktur kann
das Fernbuskabel optimal dem Anlagenverlauf folgen. Der INTERBUS paßt sich
somit flexibel der Anlagenstruktur an.

New INTERBUS-S Topolgy Options


•••••••••• •••••••••••••••• •••••••••••••••• •••••••••• •••••••••••••••• ••••••••••••••••
•••••••• • •• •• •• • • •• •• •• • •••••••• • •• •• •• • • •• •• •• •
IB ST IB ST IB ST IB ST
DI 16/4 DI 16/4 DI 16/4 DI 16/4
IBS ST •••••••••••••••• ••••••••••••••••
IBS ST •••••••••••••••• ••••••••••••••••
24 BK-RB-T •••••••••••••••• •••••••••••••••• •••••••••••••••• ••••••••••••••••
•••••••••••••••• •••••••••••••••• 24 BK-RB-T •••••••••••••••• ••••••••••••••••
•••••••••••••••• •••••••••••••••• •••••••••••••••• ••••••••••••••••

•••••••••• •••••••••••••••• •••••••••••••••• •••••••••• •••••••••••••••• ••••••••••••••••


•••••••• • •• •• •• • • •• •• •• • •••••••• • •• •• •• • • •• •• •• •
IB ST IB ST IB ST IB ST
DI 16/4 DI 16/4 DI 16/4 DI 16/4
IBS ST •••••••••••••••• •••••••••••••••• IBS ST •••••••••••••••• ••••••••••••••••
•••••••••••••••• •••••••••••••••• •••••••••••••••• ••••••••••••••••
24 BK-T •••••••••••••••• ••••••••••••••••
24 BK-RB-T
•••••••••••••••• ••••••••••••••••
•••••••••••••••• •••••••••••••••• •••••••••••••••• ••••••••••••••••

5157A011

Bild 1-11: Aufbau einer fördertechnischen Anlage mit strukturierten Fernbus


ebenen

•••••••••• •••••••••••••••• •••••••••••••••• •••••••••• •••••••••••••••• ••••••••••••••••


•••••••• • •• •• •• • • •• •• •• • •••••••• • •• •• •• • • •• •• •• •
IB ST IB ST IB ST IB ST
DI 16/4 DI 16/4 DI 16/4 DI 16/4
IBS ST •••••••••••••••• •••••••••••••••• IBS ST •••••••••••••••• ••••••••••••••••
•••••••••••••••• •••••••••••••••• •••••••••••••••• ••••••••••••••••
24 BK-T •••••••••••••••• ••••••••••••••••
24 BK-T •••••••••••••••• ••••••••••••••••
•••••••••••••••• •••••••••••••••• •••••••••••••••• ••••••••••••••••

•••••••••• •••••••••••••••• •••••••••••••••• •••••••••• •••••••••••••••• ••••••••••••••••


•••••••• • •• •• •• • • •• •• •• • •••••••• • •• •• •• • • •• •• •• •
IB ST IB ST IB ST IB ST
DI 16/4 DI 16/4 DI 16/4 DI 16/4
IBS ST •••••••••••••••• •••••••••••••••• IBS ST •••••••••••••••• ••••••••••••••••
•••••••••••••••• •••••••••••••••• •••••••••••••••• ••••••••••••••••
24 BK-T •••••••••••••••• ••••••••••••••••
24 BK-T •••••••••••••••• ••••••••••••••••
•••••••••••••••• •••••••••••••••• •••••••••••••••• ••••••••••••••••

5157A012

Bild 1-12: Aufbau einer fördertechnischen Anlage ohne strukturierte Fernbus-


ebenen

5157A 1-23
INTERBUS-Grundlagen

Eindeutige Der INTERBUS bietet durch seine Struktur eine Segment-/ Teilnehmerbezoge-
Teilnehmer- ne Funktionalität. Diese wird für Schaltmöglichkeiten und die umfangreiche Dia-
nummern gnose des Gesamtsystems genutzt.

Gerätenummer
1.0
Bussegment Position
BS 1 BK

2.0 2.1 2.2 2.3 2.8


BS 2 BK E/A E/A E/A E/A

3.0
BS 3 BK

4.0 4.1 4.2 4.3


BS 4 BK E/A E/A E/A

5.0
BS 5 BK
6.0 6.1 6.2
BS 6 BK E/A E/A

7.0
BS 7 E/A

8.0 8.1 8.2 8.3


BS 8 BK E/A E/A E/A 5157A013

Bild 1-13: Teilnehmernummern der Generation 4

Die genaue Position für den Schalt- bzw. Diagnosevorgang wird durch die Teil-
nehmernummer kenntlich gemacht. Die Teilnehmernummer besteht aus Bus-
segmentnummer und Positionsnummer im Bussegment (z.B. 3.0; Bussegment
Nr. 3 Position 0).

1-24 5157A
Fernbus-Baumstruktur

Parametrierung Applikationsbedingt kann es vorkommen, dass sich der Busaufbau im laufenden


alternativer und Prozeß dynamisch ändert. Beispiel hierfür ist das An- und Abdocken von Werk-
wechselnder zeugträgern an ein Bearbeitungszentrum. Hierbei ist es notwendig, an einem
Busteile Anschlußpunkt unterschiedliche Busteile aktivieren zu können.

Bild 1-14: Alternative und wechselnde Busteile

Ähnliches gilt, wenn das Steuerungssystem applikationsbedingt mit unter-


schiedlichen INTERBUS-Konfigurationenen aktiviert wird (z.B. Serienmaschine
mit verschiedenen Varianten). Über das Parametrierungstool IBS CMD SWT G4
wird hierzu die Gesamtkonfiguration inklusive aller Alternativen projektiert und
auf der Anschaltbaugruppe hinterlegt. Die Auswahl der dann zu startenden Al-
ternative wird über das Applikationsprogramm gesteuert.

Effektive Alle Anschaltbaugruppen mit Diagnosefrontblende sind in der Lage, direkt und
Diagnose mit im Klartext Zustands- und Störungsmeldungen des INTERBUS-Systems anzu-
Klartextanzeige zeigen. Jede Störung der Peripherie bzw. des INTERBUS-Systems wird mit Stö-
über ein mehr- rungsursache, Störungsort (mit Teilnehmernummer) und einem ergänzenden
zeiliges LCD Störungscode (genaue Beschreibung im Firmware-Handbuch) angezeigt.

5157A 1-25
INTERBUS-Grundlagen

INTERBUS

= Fehlerort

1.0
2.0

7.0 7.1 7.2 7.3


3.0

8.0
6.0 6.1 6.2 6.3 4.0 4.1 4.2

5.0
5157A015

Bild 1-15: Diagnosefrontblende der Generation 4,


Anzeige von Störungsort und -art

Erfaßt werden

• Störungen des Busbetriebes


- Kurzschlüsse auf den Busleitungen,
- Offene Kabelverbindungen,
- Teilnehmerdefekte (passive und aktive) und
- Spannungseinbrüche.
• Störungen in der Peripherie (Teilnehmerabhängig)
- Peripheriespannungsausfall
- Kurzschluß der Ausgänge / Initiatorversorgung

1-26 5157A
Fernbus-Baumstruktur

Diagnose bei Bei Anschaltbaugruppen ohne LCD erfolgt die Diagnoseanzeige durch LEDs.
Anschaltbau-
gruppen ohne Die folgende Tabelle zeigt die verschiedenen LED-Zustände und die entspre-
LCD chende Anzeige des LCD:

LED-Bezeichnung LED Zustand LCD-Anzeige

RDY/RUN grün aus BOOT/RDY

grün blinkend ACTV


grün ein RUN

BSA gelb BSA


FAIL rot FAIL

PF gelb PF

Zusätzlich werden die Diagnosedaten in Diagnoseregistern (Eingangsworte der


Steuerung) eingeblendet und stehen dem Applikationsprogramm direkt zur Ver-
fügung. Neben den automatischen Diagnosefunktionen kann über die Front-
blende die Status-Information der Ein- und Ausgänge sowie zusätzliche
Information über das Bussystem (Zykluszeit, Anzahl der Teilnehmer, Teilneh-
merart, Busqualität,..) abgerufen werden. Sämtliche für den Anwender relevan-
ten Informationen lassen sich menügeführt über das Display darstellen.

Bedienung des Das Signal-Interface bietet dem Anwender eine parametrierbare Schnittstelle,
Systems um Funktionen zur Diagnose, Busbedienung und Applikationssteuerung auszu-
führen. Hierzu wird über das Parametrierungstool eine Funktion definiert (z. B.
Beschreiben eines Frequenzumrichters mit einem neuen Rampen-Wert), die
ausführbar auf der Anschaltbaugruppe gespeichert ist. Angestoßen wird sie
über das Applikationsprogramm, das neben der Aktivierung auch Laufzeitpara-
meter (im Beispiel die Rampe) über ein Ausgangswort zur Verfügung stellt.

5157A 1-27
INTERBUS-Grundlagen

Action-Bit Ausgangsbit 35.0

Busy-Bit Eingangsbit 33.0

Return-Bit Eingangsbit 35.0

Parameter Wert Peripheriewort 36

5157A016

Bild 1-16: Signalinterface der Generation 4; z.B. Signaltiming mit Parameter-


übergabe

Zusätzlich stehen dem Anwender vorprojektierte Standardfunktionen zur Dia-


gnose und Busbedienung zur Verfügung, so dass Funktionen wie

• Starten des Systems,


• Quittieren von Fehlermeldungen,
• Abschalten von Busteilen (Teilnehmern) oder
• Überbrücken von Teilnehmern

ohne Projektierungsaufwand in der Applikation verwendet werden können. Der


große Vorteil liegt darin, dass sich auch komplexe Funktionen aus Anwender-
sicht als Bit-/ Wortorientierte Ein- Ausgabedaten darstellen.

Regelkreis- Regelkreisanwendungen unterliegen strikten Anforderungen bezüglich determi-


anwendungen; nistischen (konstanten) Buszykluszeiten sowie der Synchronisation zwischen
Synchronisation Applikationsprogramm und dem Steuerungs-Zyklus.
von Bus und
Steuerungs- Die festen Zykluszeiten für den Bus sind bereits über das INTERBUS-Protokoll
zyklus gegeben. Um nun die Synchronisierung zwischen Steuerung und Buszyklus zu
erreichen, bieten die meisten Anschaltbaugruppen zwei Möglichkeiten. Einmal
kann die Synchronität über das Applikationsprogramm gesteuert werden oder
aber die Anschaltbaugruppe gibt einen zyklussynchronen Takt (Interrupt) vor,
auf den die Steuerung (Interruptprogramm) reagiert.

1-28 5157A
Fernbus-Baumstruktur

Bild 1-17: Regelkreisanwendungen

Entlastung der Steuerung durch Datenvorverarbeitung und


Quick Response von Prozeß- und Parameterdaten

Gemeint sind hier die applikationsbedingten direkten Signalverbindungen, die


nicht zwingend über das Steuerungssystem vermittelt werden müssen. Für Pro-
zeßdaten sind das z. B. Sensorsignale, die direkt auf Aktoren transferiert wer-
den bzw. Parameterdaten, die von einem Bedientableau erzeugt und direkt
einem Endgerät zugeführt werden.

Datenvor- Eingangssignale werden mit/über Bedingungen verknüpft und direkt an Aus-


verarbeitung gangssignale transferiert.
Bespiel: Ein analoger Eingangswert (z.B. Temperaturgeber) schaltet bei errei-
chen eines Grenzwertes (definierte Bedingung) ein digitales Ausgangssignal
(z.B. Überdruckventil).

Quick Response Eingangssignale werden direkt und ohne Verknüpfung über eine Bedingung auf
Ausgangssignale transferiert.
Beispiel: Ein digitaler Eingang (z.B. Motorendschalter) schaltet direkt einen digi-
talen Ausgang (z.B. Reglerfreigabe eines Frequenzumrichters).

Der Vorteil der Datenvorverarbeitung/Quick Response liegt darin, dass die Da-
ten zwar über die Anschaltbaugruppe transferiert, aber unmittelbar und ohne
Durchlaufen des Steuerungsprogramms wieder ausgegeben werden. Die Zu-

5157A 1-29
INTERBUS-Grundlagen

ordnung bzw. Verknüpfung der Daten wird autonom von der Anschaltbaugruppe
vorgenommen. Daraus ergeben sich folgende Vorteile:

• Zeitkritische Signale werden wesentlich schneller übertragen


• Signale werden in einem festen Zeitraster (vorgegeben durch die fixe Buszy-
kluszeit) verarbeitet
• Entlastung des Steuerungsprogramm

Die per Datenvorverarbeitung bzw. Quick Response verknüpften Ein-/Aus-


gangssignale stehen dem Steuerungsprogramm ebenfalls zur Verfügung. Der
Anwender kann bei der Adressierung über IBS CMD SWT G4 wählen, ob die
INTERBUS-Daten exklusiv der Anschaltbaugruppe, dem Steuerungsprogramm
oder beiden zur Verfügung stehen.

Bild 1-18: Quick Response von Prozeß- und Parameterdaten

Sind alle Ein-/Ausgangssignale der Applikation über den INTERBUS verdrahtet,


ergibt sich für den Anwender eine einfach zu parametrierende Rangierebene.
Der Signalverlauf kann am Steuerungsprogramm vorbei zwischen zwei oder
mehreren Teilnehmern verlaufen.

Weitere Funktionalitäten und Eckdaten der Generation 4

Ladbare Über die standardmäßig auf den Anschaltbaugruppen vorhandene serielle


Firmware Schnittstelle (RS232) kann auf einfache Weise ein Firmware-Update der An-
schaltbaugruppe zur Funktionserweiterung in bestehenden Applikationen und
im Servicefall erfolgen.

1-30 5157A
Fernbus-Baumstruktur

Zykluszeit- Die Buszykluszeit, die Warnzeit zur Installationsüberwachung und die Reakti-
vorgaben onszeit im Fehlerfall sind per Software einstellbar.

Buszykluszeit: Absolute und feste Laufzeit eines INTERBUS-Zyklusses (Anga-


be in ms). Die Buszykluszeit ergibt sich aus der Summe der im Ring befindlichen
INTERBUS-Teilnehmer und wird nach folgender Formel ermittelt:

tü = [1,15 * 13 * (8+n) + 3a] * tb + ts + 2 t p

tü Übertragungszeit in Millisekunden
n Anzahl der Nutzdatenbytes
(Prozessdatenworte und PCP-Worte)

a Anzahl aller Busteilnehmer


(gilt für alle Fernbus- und Lokalbus-Teilnehmer)

tb Bitdauer : tb = 0,002 ms bei 500kBit/s


ts Softwarelaufzeit : ts = 0,34 ms bei G3-Controllern,
ts = 0,7 ms bei G4-Controllern
(Die Softwarelaufzeit gilt für den Standard-
Betriebsfall. Änderungen können durch Applika-
tionen wie Prozeßdatenvorverarbeitung, Para-
metrierung von Bitobjekten, PCP, etc. auftreten.)
tp Laufzeit auf dem Kabel: t p = 0,016 ms/km

Die Buszykluszeit (im folgenden mit Zykluszeit abgekürzt) ist immer konstant.
Der Anwender kann entscheiden, ob die Anschaltbaugruppe die Zyklen freilau-
fend startet oder nach bestimmten einstellbaren Vorgaben.

Warnzeit: Wenn die CRC-Überwachung, ausgelöst durch Übertragungsstörun-


gen, anschlägt wird der gestörte Datenzyklus verworfen und sofort ein neuer
Datenzyklus gestartet. Dieser Vorgang kann sich je nach Störung mehrmals
wiederholen. Die Zeit, die maximal zwischen zwei gültigen Datenzyklen liegen
darf, ist über die Warnzeit einstellbar.
Beispiel: Zwischen zwei Fernbussegmenten wurde als Übertragungsmedium
ein Schleppkabel gewählt. Da die Übertragungseigenschaften eines Schleppka-
bels sich über dessen Standzeit verschlechtern, zeigen sich zum Ende der
Standzeit vermehrt Übertragungsstörungen in dieser Fernbusstrecke. Die ein-
gestellte Warnzeit kann somit zur Installationsüberwachung genutzt werden, um
frühzeitig vorbeugende Instandhaltungsmaßnahmen einzuleiten, bevor das Sy-
stem durch z.B. Bruch des Schleppkabels ausfällt.

5157A 1-31
INTERBUS-Grundlagen

Reaktionszeit: Die einstellbare Reaktionszeit im Fehlerfall ist stets größer ein-


zustellen als die Warnzeit. Nach Ablauf der Warnzeit wird ein Warning-Bit ge-
setzt, auf das das Steuerungsprogramm wie gewünscht reagieren kann. Nach
Ablauf der Reaktionszeit dagegen wird der INTERBUS zwangsweise durch die
Anschaltbaugruppe abgeschaltet. Das heißt, der Busbetrieb wird vorüberge-
hend abgebrochen und muss durch den Anwender nach Beseitigung der Stö-
rung wieder freigeschaltet werden.

Gruppendefinition: Gruppendefinition bedeutet, eines oder mehrere Busseg-


mente zu einer Gruppe funktionell zusammenzufassen, um sie gegebenenfalls
abschalten (und wieder zuschalten) zu können. Dabei wird die Übertragung zwi-
schen den übrigen Busteilnehmern und der Anschaltbaugruppe nicht unterbro-
chen. Die Gruppendefinition wird mit IBS CMD durchgeführt, wobei eine
graphische Maske zur Verfügung steht, in der für jeden gewünschten Teilneh-
mer die entsprechende Gruppennummer hinterlegt wird.

Jede definierte Gruppe erhält eine Nummer, um die Gruppe unter dieser Num-
mer (Bereich: 0 bis 255) zu schalten. Außerdem können Sie für jede Gruppe
festlegen, ob der Bus nach einem Fehler (Bus im STOP) in dieser Gruppe (Aus-
gänge dieser Gruppe auf Null) ohne diese Gruppe automatisch wieder gestartet
werden soll.

Wenn Sie keine Gruppendefinition angeben, gilt für die Anschaltbaugruppe der
gesamte Busaufbau als eine Gruppe.

Voraussetzung Die Voraussetzung zur Gruppendefinition ist die Zusammenfassung ausschließ-


zur Gruppen- lich jener Teilnehmer innerhalb eines oder mehrerer Bussegmente, deren E-/A-
definition Daten zu einer funktionalen Gruppe gehören (z.B. ein Anlagenteil, der eine Fer-
tigungsvariante durch Zu- bzw. Abschalten ermöglicht).

Sofern eine Prozeßdaten-Verknüpfung (PD-Verknüpfung) genutzt wird:


Die in der PD-Verknüpfung benutzten Prozeßausgangsdaten werden beim Ein-
schalten einer Gruppe eventuell zurückgesetzt. Stellen Sie durch das Anwen-
dungsprogramm sicher, dass diese Daten im korrekten Zustand übertragen
werden.

Bild 1-19 zeigt beispielhaft, wie mehrere Teilnehmer in einer Gruppe zusam-
mengefaßt werden können.

1-32 5157A
Fernbus-Baumstruktur

Gruppe 3

Gruppe 1

Gruppe 3

Gruppe 2

5157A019

Bild 1-19: Beispiel für die Einteilung in funktionale Gruppen

Allgemeine Eckdaten der G4-Anschaltbaugruppen:

• bis zu 4096 E-/A- Punkte (256 Worte im INTERBUS-Ring)


• bis zu 62 Parameterkanäle (PCP-Teilnehemer)
• 16 Teilnehmerebenen
• bis zu 512 Teilnehmer (inkl. Fernbusteilnehmer)
• INTERBUS-Loop-Unterstützung
• Quick Response
• Datenvorverarbeitung
• synchrone Betriebsarten
• Parametrierungsspeicher, je nach Ausführung der Baugruppe steckbar oder
fest eingebaut
• Datenschnittstelle zur Konfiguration und Diagnose über IBS CMD SWT G4
(RS232)
• LCD oder LEDs (je nach Ausführung der Anschaltbaugruppe) zur Anzeige
von Zustandsmeldungen bzw. für Monitorfunktionen

5157A 1-33
INTERBUS-Grundlagen

1.4 Adressierung der INTERBUS-Daten

Die im INTERBUS-System erfaßten Prozeß- und Parameterdaten müssen im


Speicher des angeschlossenen Rechner- oder Steuerungssystems eindeutig ei-
ner Adressposition zugeordnet sein. Dazu gibt es zwei Adressierungsverfahren,
die sich hinsichtlich der Einfachheit und Flexibilität voneinander unterscheiden.

Physikalische Die physikalische Adressierung eignet sich für eine schnelle und entsprechend
Adressierung einfache Inbetriebnahme des INTERBUS-Systems unter der Voraussetzung,
dass der Busaufbau bis auf weiteres nicht geändert wird und/oder die Adressla-
ge der einzelnen Daten nicht frei vergeben werden muss.

Leitsatz: Das Steuerungsprogramm muss beim ansprechen der INTERBUS-


Adressen den durch die Anschaltbaugruppe automatisch vordefinierten Vorga-
ben folgen.

Anwenderorien- Die Anwenderorientierte Adressierung nutzen Sie, wenn Sie hohe Flexibilität
tierte Adressie- bezüglich der Adressvergabe und der Veränderbarkeit des Bussystems wün-
rung schen.

Leitsatz: Die Adresslage des INTERBUS-Systems wird optimal den Vorgaben


und Anforderungen des Steuerungsprogramms bzw. den Wünschen des An-
wenders angepasst.

Die Entscheidung, welches Verfahren angewendet wird ist ausschließlich von


den individuellen Anforderungen abhängig.

1.4.1 Allgemeines zur Adressierung

Jeder Teilnehmer benötigt eine eindeutige Adresse im Host.

Grundsätzlich muss man sich eine dreigeteilte Rangierebene vorstellen, durch


die die INTERBUS-Daten bewegt werden. Diese Rangierebenen sind in Bild
1-23 dargestellt. Die grundsätzliche Arbeitsweise wird im folgenden erläutert,
stellt allerdings nur einen stark vereinfachten Ablauf des Datentransfers dar.

1-34 5157A
Allgemeines zur Adressierung

INTERBUS-
INTERBUS- Teilnehmer
Rechner-/ Anschaltbaugruppe
Steuerungssystem IBS ST 24
BK RB-T
IB ST 24
BDI 16/4
IB ST 24
BDO 16/3
IB ST 24
AI 4/SF4
IB ST 24
AO 4/SF4

IBS ST 24 IB ST 24 IB ST 24
BK RB-T BDI 16/4 BDO 16/3

IBS CT 24 DIO 24/16-T

aten
INTERBUS-Loop
IBS SAB 24 DIO 8/4/4
aten

IBS RT 24 DIO 16/16-T

IN-D
IBS CT 24 DIO 24/16-T
INTERBUS-Loop
IBS RT 24
IBS SAB 24 DIO 8/4/4 IB ST 24 BDI 16/4 DIO 16/16-T
IBS RT 24 DIO 16/16-T
IN-D

IBS CT 24 DIO 24/16-T IB ST 24 AI 4/SF4


IBS SAB 24
DIO 8/4/4
IB ST 24 BDI 16/4
IB ST 24 BDI 16/4

IB ST 24 AI 4/SF4
en
en

IB ST 24 BDI 16/4
IBS SL 24 BK-T
-Dat
-Dat

INTERBUS-Loop
INTERBUS-Loop IBS SAB 24 DIO 8/4/4
IBS SAB 24 DIO 8/4/4 IBS RT 24 DIO 16/16-T
IBS RT 24 DIO 16/16-T IBS CT 24 DIO 24/16-T
OUT

IBS CT 24 DIO 24/16-T IB ST 24 BDO 16/3 IBSL BOX 24 IBSL BOX 24


OUT

DI 2/2 M12 DO 2/2 M12-2A IBSL BOX 24


IB ST 24 BDO 16/3 DIO 2/2/4 M12-2A

IB ST 24 AO 4/SF4
IB ST 24 AO 4/SF4

IB ST 24 BDO 16/3
IB ST 24 BDO 16/3

5157A020

Bild 1-20: Prinzipielle Darstellung der Adressrangierung

Das linke Drittel stellt den Speicherbereich des Rechner- oder Steuerungssy-
stems (im folgenden als Hostsystem bezeichnet) dar. Da die Speicherorganisa-
tion bei nahezu jedem Hostsystem unterschiedlich aufgebaut ist, wurde zur
Vereinfachung ein nach Ein- und Ausgangsdaten getrennter Speicheraufbau
dargestellt.

Im mittleren Drittel befindet sich die Anschaltbaugruppe, die als zentrale Funkti-
onseinheit außer dem gesamten Busbetrieb das Aufbereiten und Transferieren
der Daten zwischen dem Host und den INTERBUS-Teilnehmern organisiert.

Im rechten Drittel befinden sich die INTERBUS-Teilnehmer, die die Signale der
Peripherie (Sensoren und Aktoren) in den INTERBUS einbringen.

Die von der Anschaltbaugruppe kontrollierten Buszyklen transportieren die Si-


gnale aus der Peripherie in den Koppelspeicher der Anschaltbaugruppe. Der
Koppelspeicher ist je nach Typ der Anschaltbaugruppe als MPM (Multi Ported
Memory) oder DPM (Dual Ported Memory) aufgebaut. Der Koppelspeicher ist in

5157A 1-35
INTERBUS-Grundlagen

mehreren Bereichen organisiert. Zwei davon sind die Bereiche für die Ein- und
Ausgangsdaten des INTERBUS. Durch die Anschaltbaugruppe werden die Da-
ten der INTERBUS-Teilnehmer nach Ein-und Ausgangsdaten getrennt im Kop-
pelspeicher abgelegt. Dieser Vorgang wird zyklisch von der Anschaltbaugruppe
ausgeführt. Das Hostsystem greift ebenfalls auf den Koppelspeicher der An-
schaltbaugruppe zu und kopiert die Daten in beliebige Speicherbereiche im
Hostsystem.

Die beiden folgenden Kapitel beschreiben die physikalische bzw. die anwender-
orientierte Adressierung. Die Wahl der Adressierung hat Einfluß auf das Rangie-
ren der INTERBUS-Ein-/Ausgabedaten zwischen den INTERBUS-Teilnehmern
und der Anschaltbaugruppe (bildlich gesehen zwischen dem mittleren und dem
rechten Drittel in Bild 1-20).

1.4.2 Physikalische Adressierung

Bei der physikalischen Adressierung werden die Daten der INTERBUS-Teilneh-


mer in aufsteigender Reihenfolge, abhängig von ihrer physikalischen Lage im
INTERBUS-Datenring im Koppelspeicher der Anschaltbaugruppe abgelegt. Da-
bei gelten folgende Vereinbarungen:

1. Daten von INTERBUS-Teilnehmern (im folgenden als Module bezeichnet)


mit Eingangsdaten werden im Eingangsdatenbereich des Koppelspeichers
abgelegt. Analog dazu werden Module mit Ausgangsdaten im Ausgangsda-
tenbereich angeordnet.
2. Die Reihenfolge im Koppelspeicher wird ausgehend von der Anschaltbau-
gruppe definiert. Das erste Modul nach der Anschaltbaugruppe liegt als er-
stes (bildlich gesehen unten) im Koppelspeicher, das zweite folgt auf der
nächsten freien Adresse usw..

1-36 5157A
Physikalische Adressierung

IN-Daten

IBS ST 24 IB ST 24 IB ST 24 IB ST 24 IB ST 24
BK RB-T BDI 16/4 BDO 16/3 AI 4/SF4 AO 4/SF4
INTERBUS-Loop
IBS SAB 24 DIO 8/4/4
IBS RT 24 DIO 16/16-T

IBS ST 24 IB ST 24 IBS CT 24 DIO 24/16-T


BK RB-T BDO 16/3
IB ST 24 BDI 16/4

IB ST 24 IB ST 24 AI 4/SF4
BDI 16/4 IBS CT 24 DIO 24/16-T

IB ST 24 BDI 16/4

INTERBUS-Loop
IBS SAB 24 DIO 8/4/4
IBS RT 24 IBS RT 24 DIO 16/16-T
DIO 16/16-T
IBS CT 24 DIO 24/16-T
IB ST 24 BDO 16/3
IBS SAB 24
DIO 8/4/4
INTERBUS IB ST 24 AO 4/SF4

Anschaltbaugruppe
IB ST 24 BDO 16/3
IBS SL 24 BK-T
OUT-Daten

IBSL BOX 24 IBSL BOX 24


DI 2/2 M12 DO 2/2 M12-2A IBSL BOX 24 5157A021
DIO 2/2/4 M12-2A

Bild 1-21: Prinzip der physikalischen Adressierung

Die physikalische Adressierung wird über das Softwaretool IBS CMD SWT G4
projektiert. Der Arbeitsaufwand für eine physikalische Adressierung/Projektie-
rung des Gesamtsystems per IBS CMD SWT G4 ist entsprechend gering. Der
grobe Ablauf ist wie folgt gegliedert:

1. Automatisches einlesen der angeschlossenen INTERBUS-Teilnehmer. Die


Anschaltbaugruppe ermittelt anhand der Ident-Codes (kurz ID-Codes) die
Konfiguration, Prozeßdatenlänge, und Ausführung aller Teilnehmer. Anhand
dieser Daten nimmt die Anschaltbaugruppe, nach den oben beschriebenen
Vorgaben, die Adressierung des kompleten Busaufbaus vor. Es werden nur
die Teilnehmer adressiert, die durch die Anschaltbaugruppe auf dem INTER-
BUS-System erkannt wurden.
2. Je nach Typ der Anschaltbaugruppe kann diese Projektierungsdatei mit ei-
ner in CMD fertig vorprojektierten Anlaufsequenz auf dem Parametrierungs-
speicher der Anschaltbaugruppe resident hinterlegt werde. Zusätzlich sollte

5157A 1-37
INTERBUS-Grundlagen

die erzeugte Datei auf der Festplatte des Programmiergerätes gespeichert


werden.

Bei jedem Power Up der Steuerung bzw. jedem separat ausgeführten Reset der
Anschaltbaugruppe wird die Anlaufsequenz und somit die Projektierung der
physikalischen Adressierung von der Anschaltbaugruppe aus dem Parametrie-
rungsspeicher ausgelesen und automatisch ausgeführt.

Änderungen im Busaufbau (Entfernen oder Hinzufügen von Teilnehmern) erfor-


dern im Anwendungsprogramm entsprechende Vorkehrungen/Änderungen
(z.B. erneute Abfrage der Konfiguration des geänderten Busaufbaus), da sich
die Adressen der Ein- und Ausgänge verschieben.

1.4.3 Anwenderorientierte Adressierung

Im Gegensatz zur physikalischen Adressierung vergeben Sie bei der anwender-


orientierten Adressierung die Adressen der INTERBUS-Teilnehmer und beson-
derer INTERBUS-Register, unabhängig von deren tatsächlicher physikalischer
Reihenfolge im Bussystem, frei im Speicher des Steuerungs- oder Rechnersy-
stems.

Die anwenderorientierte Adressierung setzen Sie ein, um

• die Speicheraufteilung im Steuerungs- Rechnersystem zu optimieren,


• bei Erweiterung Ihrer Anlage Adressverschiebungen auszuschließen,
• eine Änderung der Konfiguration ohne eine Umstellung der Adressierung zu
ermöglichen oder
• die Übersichtlichkeit der Adresszuordnung zu optimieren.

Die freie Wahl der Adressen erleichtert das Ab- oder Zuschalten von Anlagen-
teilen im Busaufbau, da so beim Einfügen und Entfernen von INTERBUS-Teil-
nehmern nur eine Adressliste, und nicht sämtliche Adressen in Ihrem Anwen-
dungsprogramm geändert werden müßen.

Außerdem sind weitere anlagenspezifische Zuordnungen möglich. Sie können


z.B. die Bussegmentnummer dem jeweiligen Anlagenteil (z.B. einer Schalt-
schranknummer) fest zuordnen oder einzelne Bussegmente zu Gruppen zu-
sammenfassen.

Bei Teilnehmern, die sowohl Eingangs- wie auch Ausgangsdaten besitzen, ist
es möglich, die numerisch gleiche Adresse im entsprechenden Eingangs- und
Ausgangsprozeßabbild des Steuerungs-Rechnersystems zu verwenden.

Bei der anwenderorientierten Adressvergabe können Teilnehmer, die nur über


ein Byte Adressraum verfügen, auf ungerade Byteadressen gelegt werden. Das

1-38 5157A
Anwenderorientierte Adressierung

Auffüllen der bei der physikalischen Adressierung entstehenden "Byte-Lücken"


ist für byteweise zu adressierende Teilnehmer bei der anwenderorientierten
Adressierung uneingeschränkt möglich. Wortweise zu adressierende Teilneh-
mer hingegen dürfen auch weiterhin nur auf gerade Byteadressen gelegt wer-
den.
IN-Daten

IN-Daten
INTERBUS-Loop
IBS SAB 24 DIO 8/4/4
IBS RT 24 DIO 16/16-T Analoge Eingänge

IBS CT 24 DIO 24/16-T

IB ST 24 BDI 16/4 reserviert für spätere


Erweiterungen

IB ST 24 AI 4/SF4 anwender-
orientierte Digitale Eingänge
IB ST 24 BDI 16/4 Adressierung
OUT-Daten

OUT-Daten
INTERBUS-Loop physikalische
IBS SAB 24 DIO 8/4/4 Analoge Ausgänge
IBS RT 24 DIO 16/16-T
Adressierung
IBS CT 24 DIO 24/16-T
IB ST 24 BDO 16/3 reserviert für spätere
Erweiterungen

IB ST 24 AO 4/SF4

Digitale Ausgänge
IB ST 24 BDO 16/3

5157A022

Bild 1-22: Gegenüberstellung physikalische/anwenderorientierte Adressierung

5157A 1-39
INTERBUS-Grundlagen

1-40 5157A
Ihre Meinung interessiert uns!
Geben Sie uns die Möglichkeit, Ihre Anregungen, Wünsche und Kritikpunkte zum vorliegenden
Handbuch zu erfahren.

Jeder noch so kleine Hinweis oder Kommentar wird von uns bearbeitet und wird wenn möglich in die
Dokumentationen aufgenommen.

Schicken Sie deshalb Ihre Anmerkungen, Verbesserungsvorschläge etc. an die folgende Adresse:

Phoenix Contact GmbH & Co.


Produktmarketing INTERBUS / ME-DOK
Flachsmarkt 8-28
32825 Blomberg

( + 49 - (0) 52 35 - 3-00

oder faxen Sie uns den Vordruck auf der folgenden Seite ausgefüllt zu unter der Fax-Nummer:
Fax + 49 - (0) 52 35 - 3-3 11 99

Phoenix Contact GmbH & Co.


Produktmarketing INTERBUS / ME-DOK
Fax-Antwort

Phoenix Contact GmbH & Co. Datum: .....................................


Produktmarketing
INTERBUS / ME-DOK Fax: + 49 - (0) 52 35 - 3-3 11 99

Absender

Firma: ................................................................ Name: ...........................................................


................................................................ Abteilung: ...........................................................
Straße: ................................................................ Funktion: ...........................................................
Ort: ................................................................ Tel.: ...........................................................
Fax: ...........................................................

Angaben zum Handbuch

Bezeichnung:..................................................... Revision: .............. Art.-Nr.: ............................

Meine Meinung zum Handbuch


Gestaltung Ja zum Teil Nein
Ist das Inhaltsverzeichnis übersichtlich gestaltet? r r r
Sind die gewählten Bilder/Grafiken verständlich/aussage- r r r
kräftig?
Sind die Texterklärungen zu den Bildern ausreichend? r r r
Entspricht die Qualität der Bilder Ihren Erwartungen/Ansprü- r r r
chen?
Fördert die Seitengestaltung die schnelle Infosuche? r r r
Inhalt Ja zum Teil Nein
Sind die gewählten Formulierungen/Fachbegriffe verständlich/ r r r
aussagekräftig?
Sind die gewählten Verzeichniseinträge verständlich/aussage- r r r
kräftig?
Fehlen wichtige Informationen? r r r
Wenn ja, welche?....................................................................
.................................................................................................
Sind die Beispiele praxisgerecht? r r r
Ist das Handbuch gut zu handhaben? r r r
Kommentar:
..............................................................................................................................................................
..............................................................................................................................................................
..............................................................................................................................................................