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Das Suffix -tum

Das Suffix –tum bildet Substantive


sächlichen Geschlechts. Zwei einzige
Ausnahmen sind der Irrtum und der
Reichtum.

Es wird mit substantivischen


(Königtum, Rittertum, Bürgertum,
Papsttum, Fürstentum, Heidentum,
Christentum, Beamtentum),
adjektivischen (Eigentum, Siechtum,
Deutschtum) und verbalen Basen
(Wachstum) verbunden.

Bei Substantiven als Basen handelt es


sich in den meisten Fällen um
Personenbezeichnungen, wie z.B.
Banditentum, Unternehmertum
Manche Derivate dieser Art bezeichnen
die Art des Verhaltens, während sich
die Basissubstantive meist auf negativ
bewertete Begriffe beziehen:
Bürokratentum, Söldnertum
Ignorantentum, Sektierertum

Nichtpersonenbezeichnungen als Basis


kommen sehr selten vor:
Altertum, Besitztum
Brauchtum, Schrifttum
Es ist wichtig zu betonen, dass die
Derivate auf
–schaft, -heit und -tum ähnliche
Bedeutung haben. Ganz allgemein
kann man sagen, dass die Derivate auf
-tum mehr das innere Wesen
bezeichnen, während die auf -schaft
mehr den äußeren Zustand zum
Ausdruck bringen.

Am häufigsten kommen die Derivate


auf –heit vor, dann kommen jene auf
-schaft, während die Derivate auf –tum
am seltensten erscheinen.

Das Suffix -ung


Das Suffix –ung ist zusammen mit dem
Suffix -er das produktivste
substantivische Suffix der deutschen
Gegenwartssprache. Bei den meisten
Derivaten handelt es sich um
Bildungen weiblichen Geschlechts mit
verbaler Basis. Zum Beispiel:

Duldung, Bindung, Spaltung


Schwankung, Ablösung, Belebung
Verbindung, Überraschung, Einwirkung
Abdankung, Verbeugung, Aneignung
Bemühung, Einbildung, Anerkennung
Verabredung, Vorenthaltung
Bei vielen Derivaten handelt es sich um
Handlungs-bezeichnungen bzw.
Nomina actionis:
Bekanntmachung, Fälschung
Landung (des Flugzeugs)

Manche Ableitungen auf -ung sind


Gegenstands-bezeichnungen bzw.
Konkreta:
Ansiedlung, Sammlung, Erfindung
Erfrischung, Lenkung, Kupplung

Mit diesem Suffix können auch


Kollektiva gebildet werden:
Bekleidung, Bestuhlung, Bewölkung
Bezifferung, Täfelung

Um kollektive Bedeutung handelt es


sich auch bei den Derivaten, die
eigentlich als verdeckte Personen-
bezeichnungen zu deuten sind:
Bedienung, Führung, Leitung,
Regierung
Vertretung, Begleitung

Das Suffix –werk


Die Bedeutung des zweiten Teiles der
Komposita wie Astwerk, Blattwerk,
Laubwerk, Kräuterwerk hat sich so sehr
von der Bedutung des Substantivs
Werk entfernt, dass man heute vom
Suffix –werk sprechen kann. Der zweite
Teil dieser Komposita kann auch nicht
für die ganze Zusammensetzung
stehen, was für alle Determi-
nativkomposita typisch ist.

Bei allen diesen Substantiven handelt


es sich um Neutra. Aus verbaler Basis
werden Nomina acti oder aber
Konkreta gebildet:
Bauwerk, Backwerk, Schnitzwerk
Das Suffix –wesen
Aus denselben Gründen wie das Suffix
-werk wird auch –wesen als Suffix
verstanden. Mithilfe dieses Suffixes
werden vorwiegend Abstrakta, seltener
Personen- und
Gegenstandsbezeichnungen gebildet.

Die Derivate mit dem Suffix -wesen


bezeichnen vor allem Teilbereiche des
Organisationsapparats:
Schulwesen, Hochschulwesen
Rechtswesen, Bildungswesen
Gesundheitswesen, Flugwesen
Fremdsuffixe
Die Fremdsuffixe verbinden sich
grundsätzlich mit fremden Basen, so
dass ihre Produktivität nicht besonders
groß ist.

Die wichtigsten Fremdsuffixe, die


Feminina bilden, sind:
§0 -(i)ade: Marinade, Kanonade, Parade
u.a.m. Die Form
–iade findet man bei Eigennamen bzw.
Bezeichnungen für sportliche und
künstlerische Wettbewerbe:
Olympiade, Schubertiade
Spartakiade, Universiade

§1 -age: Massage, Passage, Sabotage,


Spionage
§2 -ante/-ente: Determinante,
Konstituente
§3 -anz/-enz: Arroganz, Ambulanz;
Existenz, Konkurrenz, Konferenz, Tendenz

§4 -erie: Galanterie, Koketterie,


Maschinerie, Drogerie, Parfümerie,
Szenerie
§5 -ie: Aristokratie, Bürokratie, Ökonomie,
Demokratie, Philologie, Ironie, Apathie
§6 iere: Premiere, Sauciere

Die wichtigsten Fremdsuffixe, die


Maskulina bilden, sind:
§7 -and: Diplomand, Habilitand,
Doktorand, Examinand (Nomina
patientis)
§8 -ant, -ent: Simulant, Intrigant;
Laborant, Musikant, Konkurrent, Dozent,
Konsument (Nomina agentis)
§9 -är: Funktionär, Pensionär,
Revolutionär, Millionär
(Personenbezeichnungen)

§10 -ismus: Idiotismus, Patriotismus,


Pedantismus, Budhismus, Darwinismus,
Terrorismus, Dogmatismus, Liberalismus,
Humanismus, Separatismus
§11 -ist: Terrorist, Humorist, Pianist,
Komponist
§12 -or: Illustrator, Isolator, Generator

Explizite Ableitung bei Substantiven


durch Präfigierung
Die Zahl der heimischen
substantivischen Präfixe ist nicht groß.
Das sind:
Erz-, Ge-, Haupt-, Miss-, Un- und Ur-.

Das Präfix Erz-


Das Präfix Erz- wird grundsätzlich mit
Personen-bezeichnungen verbunden
und hat verstärkende Funktion:
Erzfeind, Erzlügner, Erzgauner

Nur vereinzelt treten solche Abstrakta


auf:
Erzdummheit

In der ursprünglichen Bedeutung


(Erzkanzler, Erzbischof, Erzherzog,
Erzengel) ist dieses Präfix unproduktiv
geworden.
Das Präfix Ge-
Das Präfix Ge- ist nur noch schwach
produktiv. Es dient zur Bildung von
Kollektiva, wie zum Beispiel:
Gebüsch, Gemäuer
Gewölk, Geäst, Gehörn
Ähnliche Bedeutung haben die
Ableitungen mit dem Suffix -werk:
Mauerwerk, Buschwerk

Die Derivate dieses Typs als


Personenbezeichnungen sind selten:
Geschwister, Gebrüder

Das Präfix Haupt-


Das Präfix Haupt- ist etymologisch mit
dem Substantiv Haupt verbunden. Als
Präfix ist es in der Gegenwartssprache
ziemlich produktiv, z.B.:
Hauptdarsteller, Hauptleitung,
Hauptgewinn Hauptgebäude,
Haupteingang, Hauptgericht
Hauptmahlzeit, Hauptpost, Hauptregel
Hauptrolle, Hauptschule, Hauptseminar
Hauptthema, Hauptverhandlung

Als teilweise Synonyme werden


Derivate mit Grund– gebraucht:
Hauptfrage : Grundfrage
Hauptnahrungsmittel :
Grundnahrungsmittel
Hauptgedanke : Grundgedanke
Dabei muss betont werden, dass
Haupt- mehr mit Personen- und
Sachbezeichnungen und Grund- mit
Abstrakta kombiniert wird :
Grundidee, Grundfrage
Grundgedanke, Grundlage,
Grundorganisation
Grundkapital, Grundirrtum

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