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Kapital und Eigentum bei der MG

Was fällt Dir zur MGschen Gleichsetzung von Kapital und Eigentum, zur dann nur
logischen Negation der Bestimmung der Ware Arbeitskraft als Eigentum und des Trägers
der Ware Arbeitskraft als Eigentümer, mit der Inklusion, Menschen, die auf die
Betätigung ihrer Arbeitskraft verwiesen sind, um überhaupt in Geld bemessene sachliche
Dinge für ihr Leben zu haben, bilanzieren zu können, hätten also gar kein Eigentum, ein?

Das ist das Gerede vom eigentumslosen Arbeiter:

Eigentum wird nicht als Kategorie des formalen Rechts verstanden, aus dem alles andere
folgt, folglich der Begriff des Eigentums aus der Gleichheit zu entwickeln ist. Vielmehr
ist der MG das Eigentum an Produktionsmitteln das alleinig einzige und ausschließliche
Eigentum. Insoweit argumentiert die MG in ihrer Kritik der Ökonomie ganz moralisch,
wie die Typen entgegen ihrer Selbstbehauptung auch sind, von der Oberfläche her und
oberflächlich gesehen: denn in Wirklichkeit ist's allein die Arbeit, die bewegt und
bewirkt, gegen den Schein, das Kapital sei Subjekt des Geschehens. Das Eigentum bleibt
a priori unbegriffen, hebt man in seiner qualitativen Bestimmung auf die ökonomische
Ungleichheit ab. Diese Ungleichheit ist ja im Eigentum bereits abstrahiert. Begrifflich ist
die Ungleichheit dem Eigentum vorausgesetzt. Zwar gilt also, daß ohne Ungleichheit
kein Eigentum, aber nicht, daß die Ungleichen der Ökonomie nicht ihre Gleichheit als
Eigentümer hätten. Deshalb ist es Unsinn, die Nicht-Eigentümer an Produktionsmitteln
zu Nicht-Eigentümern überhaupt zu erklären. Offensichtlich dieser Nonsens, würden die
Nicht-Eigentümer der Ware Arbeitskraft als Nicht-Eigentümer überhaupt klassifiziert
werden. Da die MG das ihrer Logik nach tut, in Wirklichkeit luchst sie nur auf den
Schein der Oberfläche, ist ihr das Eigentum, um das sie in ihrer vom Überbau der
bürgerlichen Gesellschaft inspirierten Theorie so viel Aufhebens macht, daß sie es mit
dem Kapital identisch setzt, im Grunde ein Rätsel. Deshalb kann sie weder mit dem
Begriff der Ware Arbeitskraft noch mit dessen Eigentümer etwas anfangen. Einen
Eigentümer der Ware Arbeitskraft gibt es ihr zufolge nicht. Der Eigentümer der Ware
Arbeitskraft ist im MGschen Sinne höchstens ein uneigentlicher Eigentümer, bzw. ein
dermaßen eigentümlicher Eigentümer, daß es ihm gleich an Eigentum mangelt. Der
Eigentümer an Produktionsmitteln hingegen ist in seiner Superprotzhaftigkeit der
Protagonist des Eigentums schlechthin. Wäre da nicht noch der Staat, aber der kommt
erst.

Es scheint nicht nur so, als ob die in den die kapitalistische Ökonomie bewegenden,
einander ausschließenden, aber in Aktualisierung ihrer je gegebenen Potenzen
aufeinander verwiesenen Mitteln begründete Ungleichheit im Eigentum reflektiert
unbegriffen bleiben muß, es ist so. Denn aus Titeln und Mitteln des Eigentums ist keine
Analyse des Kapitalverhältnisses abzuholen.

Der MG scheint dem nur so, weil es ihr nach ihrer Auf- und Abspaltung des Eigentums in
Eigentum und Nicht-Eigentum nicht um die unter Anwendung des Gebrauchswerts der
Ware Arbeitskraft, deren Eigentümer dabei den Gebrauchswert seines Eigentums für
diesen Wirtschaftsverlauf einbringt, um damit, ob dieser seiner von diesem Diktat her
bereits im Mittelgebrauch absolut abstrahierenden und im Resultat absolut abstrahierten
Tätigkeit in Produktion incl. ihrer ihr immanenten & ihr entwachsenen, ergo aus ihrer,
der Produktion, materiell generierten exklusiven Aufsätze, überhaupt ein Einkommen als
persönlichen Nachteilsausgleich für seine reinen Dienste im gegenläufigen Interesse zu
erhalten, betriebene Vermehrung von Kapital im kapitalistischen Produktionsprozess und
seiner wie immer beschaffenen, immer jedoch auf ihm beruhenden Weiterungen mehr
gehen kann.

Die fungierende Arbeitskraft als das Kapitalverhältnis bewegende und dem ihm
inhärenten Zweck der Wertproduktion, des Mehrwerts als substantiellem, auch dem
Profit als der den Mehrwert in der Darstellung der Konkurrenz realisierenden
Aktionsweise des "Kapitals" zu Grunde liegende prozessierende Substanz ist in jener
Betrachtungsweise außen vor, nichts als Opferfigur einer alles und jedes
determinierenden Gewalt, die ihren Aktionsradius aus sich selbst entnimmt: ihrer
Fähigkeit, die Ordnung des Eigentums und das dem Nicht-Eigentümer strafbewehrte
Eigentum daselbst zu garantieren.

Die dem Kapitalverhältnis notwendig eingeschriebene Ausrichtung des ganzen Arbeits-


und Lebenszusammenhangs der Werktätigen auf Konsumeigentum, damit diesem
Verhältnis verbundenem Fetischismus des Eigentums: ich rate Dir um des Beweises
willen zum Versuch, per Anhalter auf Stadt- oder einsamer Landstraße einen
proletarischen Automenschen zur Mitnahme zu bewegen, da fliegst Du genauso auf, wie
wenn Du im parallelen Experiment eine gesamte Frau- und Mannschaft der MG an Dir
vorbeiflitzen siehst, eines Fetischismus, der nicht umsonst für die MG obsolet ist, auf den
Warenwert reduziert wird, ist nicht mehr selbstbewußte Angelegenheit der
proletarisierten Knechtschaft, damit in ihrer Totalität, die's für die MGler in ihrer
Totalitätstheorie des Staates sowieso nicht gibt, aufzuheben und, indem die
unterworfenen Subjekte ihren Unterwerfungsstatus aufheben, auch aufhebbar, man lurt
nur auf mehr Anteil am Reichtum, den man bestaunt. Ein Gerechtigkeitsprogramm
sondersgleichen, wie es sich vorträgt, welches nicht umsonst zu haben ist: die Gewalt der
Partei, ihr Recht, die Verhältnisse beliebig zu gestalten, sich darin auch noch auf den
summierten Willen, der dann nicht des Verstandes, lediglich der Ermittlung, die durch
wen wohl zu erfolgen hat, bedarf, ist die allein senkrechte Konsequenz daraus: per
Planung in Szene gesetzt.

Eigentum ist Rechtskategorie, Ein- und Ausschluß von Sachen als Rechtsverhältnis. Wie
kommt das Kapital im Rechtsverhältnis vor? Als Eigentum. Genau diese Gleichsetzung
machen auch die MGler. Aus ihrer Unmittelbarkeit der Perspektive bestimmt sodann das
Recht die Ökonomie, damit der Staat, der das Recht setzt. Der Staat ist Hauptfeind. Er
verhält sich von diesem Blickwinkel her wie eine herrschsüchtige Mama. Folglich
reduziert sich die Theorie der MG in ihrer Entwicklung auch immer mehr auf diese
Obsession, wenigstens im Zusatz muß sie noch als Zentralmoment aller Urteile und
Aussagen vorkommen. Die Ökonomie gerinnt zur Tätigkeits- und Wirkungssphäre der
Gewalt. Wertgesetz ist dann Gewalt, keine ökonomische Bestimmung, keine
Sozialbestimmung der Verhältnisse. Denn die ökonomische Bestimmung ist selbst
Gewalt, so der Zirkel, der infinite Regress.

Der Fehlschluß nun, mit der Gewalt, an deren Stelle eine Planung der nach
unabänderlichen Prinzipien sich richtenden Zwecke und Mittel der Arbeit träte, sei das
Gesetz des Werts dann aus der Welt. Gegenüber dem Realsozialismus, der nach Sicht der
MG bereits eine annähernd am Gebrauchswert orientierte Produktion aufgezogen habe,
wäre nur die Arbeit der Planung zu korrigieren: keine Hebel mehr, vielmehr Absprachen
in der Assoziation bewirkten das Produktionsglück, auf das ein Planungsteam wacht.
Wenn aber Arbeit Arbeit bleibt, nach gesellschaftlicher Durchschnittsarbeitszeit zu
verrichten ist, hat sich überhaupt nix verändert. Und wie am Beispiel der Leninschen und
Stalinschen Produktionsweise wenigstens dann zu bemerken wäre, eher noch eine
Veränderung zum planmäßig geplanten Nachteil der Produzenten, ihrer Entmachtung und
Entrechtung vom Anfang ihres gut gemeinten Versuchs an, bis hin zum Gulag und zur
massenweisen Ermordung. Hier eine auch nur affirmativ gemeinte Arbeiterfreundlichkeit
am Werke zu sehen, grenzt schon an Blindheit. Die Durchsetzung dieses Wertprogramms
einer zentral dirigierten und verwalteten Arbeit unter Regie eines von Partei und
Genossenschaften gelenkten Staats- und Volkskapitals war das exzessive
Gewaltprogramm, wie's die MG gerne dem auf Privateigentum beruhenden Konkurrenz-
und Monopolkapitalismus andichtet. [Daß es, was den Ablauf des Arbeitsprozesses resp.
den Vernutzungsgrad der Arbeitskräfte angeht, manchmal auch anders, arbeiter- und
menschenfreundlich eben, zuging, ist auf Basis einer irrealen Planung, insoweit
ironischerweise doch noch dem System, allein honorigen Kontrolleuren zu verdanken
gewesen.]

Bei der Un-und Unterbestimmung der Ökonomie, wie sie der MG-Theorie eigen ist, ist
jede Planung, die sowieso nur die ziffernmäßige Erfassung des Bedürfnis-, Arbeits- und
Wirtschaftsergebnisprozesses wäre, nur das äußere Siegel einer Gewalt, die die
Individualität der Arbeiter zu zähmen hat, um sie zur Arbeit zu zwingen, bzw. die
Notwendigkeit der Arbeit als Pflicht und Gewohnheit solange einzubleuen,.daß sie zur
Befriedigung des höheren Zweckes auch noch gerne gemacht wird. Das hat Old Charly
gewiß nicht gemeint gehabt, als er noch bemüht war, den Rang der Arbeit als erstes
Lebensbedürfnis zu eruieren. Denn da ging es ihm noch darum, den gesellschaftlichen
Menschen qua seiner Tätigkeit in seiner individuellen Einzigartigkeit zu bestimmen.
Ginge es nach der MG, bräuchte es wirklich nur Mit-Macher.

Deshalb bei der MG kein Rekurs darauf, wer wie was wozu überhaupt bewegt: das
Wertgesetz ist laut MG eine himmlische Veranstaltung des Überbaus. Wozu bedarf es
dann eigentlich noch eines Unterbaus? Logo: für die Gewalt des Überbaus. Also ist sie
Zweck, hat auch noch in der Ökonomie ihren Fundus. Nun steht endlich Wille gegen
Wille. Wenn die verdammten Leute diese Einfachheit nur kapieren würden ... .

Wie kommt die Ware Arbeitskraft in diesem Rechtsverhältnis vor? Gar nicht. Die Ware
Arbeitskraft ist einem Rechtsverhältnis, wie noch Marx es als Willens- und
Vertragsverhältnis der ökonomischen Sphäre bestimmt, supponiert, nicht dem
bürgerlichen Recht, welches nachrangig, dieser Bestimmung gar nicht angehörig ist, gar
nichts mit jener ökonomischen Bestimmtheit zu schaffen hat. Die MG schließt hingegen
auf das bürgerliche Recht kurz. Die Unmittelbarkeit des Rechts in der Ökonomie der
logische Fehler. Die Ortsbestimmung des Rechts in der Ökonomie hätte die marxistische
Intelligenz stutzig machen können, daß dieses Recht ein anderes als das von ihr
reklamierte ist. Daß Recht nicht gleich Recht ist, ist der Wortkunst der MG ein
unmögliches Ding, dessen äquivoker Gebrauch vielmehr Basis ihrer Fehlschlüsse. Im
bürgerlichen Recht aber gibt es im Gegensatz zu den ungeschützten Bestimmungen der
ökonomischen Sphäre nur Schutzbestimmungen. Denn noch nicht einmal die dem
Grundgesetz vorstehende Würde des Menschen kann Gegenstand bzw. auch nur
Präliminarartikel des Rechts, um das es hier geht, sein: eine Ware wie die Ware
Arbeitskraft nämlich hat in jenem Sinne und in dem des bürgerlichen Rechts überhaupt
kein Recht. Die abstrakte Negation der Würde des Menschen ist sozusagen die conditio
sine qua non seiner konkreten Negation als Anhängsel des Arbeitsprozesses. Ob der
Mensch eine Würde hat, wäre allerdings eine ganz andere Frage als die des
Grundgesetzes, über die man mit der MG auch nicht reden kann, fallen ihr doch bei Kant
nur Königsberger Klöpse ins Gehirn. Wie ihr wiederum umgekehrt bei der Anerkennung
kein Lapsus unterläuft, erinnert sie an die dem entsprechenden Artikel des Grundgesetzes
inhärente Gewalt; - ein ziemlich univoker Fehler nämlich.

Begriff, praktisch: Betätigungsweise der Arbeitskraft sind der Natur des Rechts,
Ausdrucksform, wenn auch verselbständigte, von etwas anderem, das in der Logifikation
nicht einholbar ist, zu sein, notwendig inadäquat. Die Identität der Ökonomie im Recht,
damit der Gewalt des Staates, ist der Zentralfehler dieser Marxisten. Eigentlich ist der
MG alles Staat: ein absurdes anti-autoritäres Moment in der Verfallsgeschichte ihrer
autoritär, weil im Gestus der Unwiderlegbarkeit: nur Du hast Dich auf sie einzulassen,
auf ihren Level zu begeben, ansonsten Du ja noch nicht einmal bei ihnen bist, - lassen sie,
das sind, dürfen und können nur die Vorderen, ausnahmsweise sich auf Dich ein, so nur,
um von sich und der Güte eigener Schöpfungen zu überzeugen, im Verschriftlichten nach
innen die Grenzmarken, die dann gebetet und den Feinden, deren man in der Abweichung
in Buchstabe, Wort, Gedanke und Tat genug gewahr wird, übergestülpt werden, nach
außen zu ziehen, vorgebrachten Theorie.

Wie bestimmt die MG das Interesse? Als ein eigentliches, das nur den Mangel hat, unter
kapitalistischen Bedingungen nicht zum Zuge zu kommen. [Siehe diverse, auch ganz
aktuelle, Vorträge der MG im Netz.] Dann kann man sich im Prinzip auch jede
Aufklärung ersparen. Deshalb der MGsche Rückzug aus der Einflussarbeit im Proletariat.
Das Proletariats-Buch als Erklärung dafür. Denn neben Theoriedarstellung hat die MG
nie etwas zu bieten gehabt. Alles andere wäre auf Appell hinausgelaufen. Dafür sind sie
zu gescheit. Und mit dem Proletariat sich gemein machen, wollten sie auch nicht:
Abgrenzung zu ihren Adressaten auf intellektuell und lebensweltlich war immer ihr Sinn:
von wegen nicht elitär. Ganz im Gegenteil: alle Agitierten versuchten Karriere zu
machen, zumindest eine intellektueller Art in der MG selbst: so blöd es klingt: als
Wechsel auf die Zukunft mit einer für Herrschaftszwecke organisierten Avantgarde.
Deshalb benehmen sich viele der Kader als Leitungsfiguren und in ihrer Berufsarbeit wie
Führer. Die Sympathisanten ahmen nach, was ihnen vorgekaut wird, und leben ihren
Vorbildern nacheifernd. Nur noch den Staat mit seiner Gewalt anprangern und
abschaffen, um selbst die Interessen des eigenen Gewaltbedarfs zu planen, - in der
Theorie wohlgemerkt, ist ihre Alternative, die sie bestreiten: die der abstrakten Negation,
in der sie als Berufsrevolutionäre der Theorie ihren Frieden mit den Verhältnissen
gefunden haben. Nirgendwo findest Du ein an Veränderung von sich und der Welt
interesseloseres Volk als gerade dort.

Aber das positivierte Gewaltprogramm, - was nicht heißt, daß sie nicht auch den
Einzelnen im Stich lassen, wenn's die Raison erfordert, andererseits typisch für MGler.
Man rede mit ihnen, bzw. man schaue sich die Einträge im Internet an. Da kennen sie
keine Gnade. Deshalb jetzt schon kein Beitrag mehr, ohne sich in der Hinsicht
abzugrenzen, daß, wer nicht mitmacht, selber schuld sei. Denn die MG vertritt Das
Eigentliche Interesse. Und dessen Wahrmachung ist notwendig kompromiß- und
rücksichtslos, gerade deshalb, weil's das gar nicht gibt, es erst produziert werden muß.
Wie es auszusehen hat, also geformt werden muß, wissen nur die Götter ... .

Clara, 2008 >< 2010