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Rechnungslegung

Kurs 32781
Bilanzpolitik und Bilanzanalyse, KE2
Zusammenfassung ohne Graphiken (wurden aus copyright-Gründen gelöscht)

1. Analyse der Liquiditätslage


1.1. Definitionen
Strukturelle Liquidität
• Eigenschaft von Vermögenspositionen (Wirtschaftsgütern, Vermögenswerten bzw. Gegenständen) als
Zahlungsmittel zu dienen oder in diese umgewandelt werden zu können.
• Wird kurz als Liquidierbarkeit bezeichnet.
Dispositive Liquidität
• Fähigkeit von Wirtschaftssubjekten, also auch Unternehmen, ihren fälligen Zahlungsverpflichtungen betrags-
und zeitgenau nachkommen zu können.
• Wird kurz als Liquidität bezeichnet.

• Für Unternehmen ist die permanente dispositive Liquidität existenznotwendig ansonsten liegt
Zahlungsunfähigkeit oder Illiquidität vor.
• Illiquidität besteht wenn zu einem Zeitpunkt die fälligen Zahlungsmittelverpflichtungen höher sind als die
eigenen Zahlungsmittel (Bestand inkl. Reserven). Zahlungsmittelreserven bezeichnen hier nicht genutzte
Kreditlinien bei Banken, sehr wahrscheinliche Einzahlungen, …
• Konsequenz einer Illiquidität sind die Insolvenz, der Vergleich oder die Auflösung bzw. Restrukturierung ohne
Zwangsmassnahmen.

Liquidität hat für ein Unternehmen absolute Priorität, weil Illiquidität regelmäßig zur Beendigung der
unternehmerischen Aktivitäten führt; im Gegensatz dazu ist z.B. die zeitweise Unrentabilität eines Unternehmens
i.d.R. kaum problematisch.

Begriffspaare
• Einzahlungen/Auszahlungen: Bezeichnen Zufluss und Abfluss liquider Mittel
• Einnahmen/Ausgaben: Erhöhung/Verminderung des Nettogeldvermögens
• Erträge/Aufwendungen: Veränderungen des Reinvermögens (Eigenkapital, ist direkt aus der GuV ablesbar)

Die Analyse der aktuellen Liquiditätssituation ist bedeutsam für die Liquiditätsprognose, da sie Anhaltspunkte für
die Liquiditätsplanung der Geschäftsleitung liefert.

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1.2. Analysemethoden
1.2.1. Übersicht

Methoden zur Liquiditätsanalyse im Überblick

1.2.2. Methoden zur bestandsorientierten Liquiditätsanalyse


Bei der bestandsorientierten Analyse soll von in der Vergangenheit beobachteten Zahlungsmittel- und
Schuldenbestände auf zukünftige Zahlungsmittel und –Verpflichtungen geschlossen werden.

1.2.2.1. Grundlagen

Zweck der bestandsorientierten Liquiditätsanalyse


• Die Möglichkeit fristgerechter Einhaltung von Zahlungsverpflichtungen soll mit der Gegenüberstellung der
Aktiv- und Passivposten der Bilanz beurteilt werden.
• Primär werden horizontale Kennzahlen gebildet die gleichfristige Aktiva/Passiva gegenüberstellen um
Rückschlüsse zur Liquidierbarkeit zu erzielen.

Hauptproblem: Aus Bestandsgrössen soll auf mögliche Zahlungsströme geschlossen werden.


• Die Bilanz gibt keine Informationen zu den Terminen der Zahlungsverpflichtungen.
• Die Bewertung in der Bilanz erfolgt nach dem Vorsichtsprinzip: Einzahlungen werden eher zu niedrig angesetzt
und Auszahlungen zu hoch.
• Bilanz zeigt nicht alle zukünftigen Ein- und Auszahlungen.
Aussagen zur Liquidierbarkeit sind möglich, jedoch zur Liquidität kann nur auf ein gleiches Verhalten der
Geschäftsleitung wie in der Vergangenheit geschlossen werden.

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1.2.2.2. Langfristige Deckungsgrade

Kennzahlen langfristiger Deckungsgrade (horizontale Deckungsgrade)

Wenige Bilanzanalysten erstellen eine Strukturbilanz. Die Deckungsgrade bilden keine bindende Aussage für die
zukünftige Liquiditätsentwicklung. Deshalb sollen hier aus Analystensicht im Sinne der Vergleichbarkeit und aus
Unternehmenssicht aus der Antizipation der Zielvorstellungen der Bilanzadressaten die originären Bilanzzahlen
verwendet werden.

Die Einhaltung dieser Bilanzregeln wird von den Adressaten erwartet:


• Goldenen Bilanzregel im engeren Sinn
 Deckungsgrad A >= 30%
 Deckungsgrad B >= 100%
• Goldenen Bilanzregel im weiteren Sinn
 Deckungsgrad des gebundenen Vermögens >= 100%
Kennzahlen können nur mit einem Vergleichsmaßstab interpretiert werden, wie z.B. Zeitvergleich,
Betriebsvergleich, Branchenvergleich oder Normvergleich.

Aussagekraft der Deckungsgrade:


• Informieren, inwieweit das langfristig im Unternehmen verbleibende Vermögen auch langfristig finanziert wurde
bzw. wird.

1.2.2.3. Liquiditätsgrade

Horizontale Deckungsgrade kurzfristiger Natur bei denen Art und Inhalt der umfassten Positionen variieren.

Aussagekraft
• Gering, da die nicht bilanzierten Zahlungsverpflichtungen unberücksichtigt bleiben und der kausale
Zusammenhang zwischen Liquidität am Bilanzstichtag und Zukunft fehlt.
• Im anglo-amerikanischen Raum wird der Acid-Test verwendet: Liquidität 2. Grades > 100%.

1.2.2.4. Nettoumlaufvermögen

Nettoumlaufvermögen
• Ist eine absolute Kennzahl
• Wird zur Beurteilung zukünftiger Liquiditätsverhältnisse verwendet
• Vorteil: Keine Kennzahlenmanipulation möglich
• Nachteil: Bestandteile sind nicht genau definiert

Liquidität 3. Grades
• Da absolute Zahlen nicht für Betriebsvergleiche verwendet werden können, wird eine relative Größe gebildet.
• Folgerung: Je höher die Liquidität 3. Grades, desto besser ist die zukünftige Liquidität gesichert. Dies
unterstellt eine erhöhte Liquidität bei langfristigen Verpflichtungen und kurzfristigen
Verflüssigungsmöglichkeiten.
• Norm im anglo-amerikanischen Raum: Liquidität 3. Grades > 200%

Für alle Liquiditätszahlen gilt, dass die tatsächliche Entwicklung vor allem von den nicht bilanzierten
Zahlungsströmen abhängt. Eine positive Relation der Liquiditätskennzahl stellt nicht automatisch die Liquidität
sicher.

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1.2.2.5. Umschlagskoeffizienten

• Sind Kennzahlen, die durch Gegenüberstellung von Vermögenspositionen (Bestandsgrössen) und den
Abgängen davon (Stromgrössen, z.B. Umsatz, Abschreibung) entstehen.
• Dient zur Beurteilung der Liquidierbarkeit

• Umschlagshäufigkeit zeigt wie oft eine Vermögensposition in einem Jahr umgeschlagen wird.
• Umschlagsdauer zeigt wie viele Tage einzelne Vermögenspositionen durchschnittlich im Unternehmen
verbleiben; zeigt in welcher Zeit die Position liquidierbar ist; je kürzer je besser.

• Die Berechnung einer Umschlagshäufigkeit für Vorräte (Umsatzerlöse/Mittlerer Vorrätebestand) ist nicht
sinnvoll da
 Vorräte das Ein- und Ausgangslager betreffen und Umsatzerlöse nur das Ausgangslager.
 Die Umsatzerlöse zu Verkaufspreisen ausgewiesen werden

• Die größte Bedeutung hat die Umschlagshäufigkeit der Forderungen. Sie lässt Rückschlüsse auf das
Zahlungsverhalten der Kunden zu.
• Hauptgrund einer sinkenden Umschlagshäufigkeit der Forderungen liegt bei mangelhafter Zahlungsfähigkeit
der Kunden.
• Fazit
Die Umschlagshäufigkeit ist gut geeignet für Prognosen der Liquidierbarkeit in naher Zukunft. Jedoch ist dieser
Zeitraum aufgrund der Zeitspanne zwischen Bilanzstichtag und Analysezeitpunkt meist schon abgelaufen.

1.2.3. Methoden zur stromgrössenorientierten Liquiditätsanalyse

1.2.3.1. Grundlagen
Bei stromgrössenorientierten Liquiditätsanalysen wird von vergangenen Zahlungsströmen auf Zahlungsströme in
der Zukunft geschlossen. Dabei gibt es folgende Schwierigkeiten:
• Jahresabschluss informiert nur über zahlungswirksame und –unwirksame Erträge und Aufwendungen: Mit
Hilfsrechnungen können die zahlungsunwirksamen Teile eliminiert werden.
• Die Bewegungsbilanz basiert nicht auf Stromgrössen, sondern auf Differenzen von Bestandsgrössen.
• Die Liquiditätsanalyse auf Basis saldierter Stromgrössen eines ganzen Geschäftsjahres bleibt in der
Aussagekraft beschränkt, da das Liquiditätsproblem kurzfristiger Natur ist.

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1.2.3.2. Cashflow

1.2.3.2.1. Grundlagen
Cahsflow-Arten
• Erfolgswirtschaftlicher Cash Flow
 Beinhaltet die zahlungswirksamen Bestandteile des Jahresergebnisses
 Entspricht dem Überschuss der erfolgswirksamen Einzahlungen zu den Auszahlungen.
 Dieser Saldo soll auf die Ertragskraft des Unternehmens schließen, jedoch werden hier betriebsbedingte
Erfolgskomponenten und liquidätsbeeinflussenden Aspekte nicht berücksichtigt.
• Finanzwirtschaftlicher Cash Flow
 Beinhaltet die zahlungswirksamen Bestandteile des Jahresergebnisses und zahlungswirksame
Konsequenzen aus liquiditätswirksamen erfolgsneutralen Bestandsveränderungen aus laufender
Geschäftstätigkeit (z.B. Erhöhung der Warenbestände).
 Besagt welche liquide Mittel das Unternehmen einer Periode aus der Innenfinanzierung erwirtschaftet hat
und welche Mittel für den Erhalt und die Veränderung der Zahlungsmittelfonds zur Verfügung stehen.
 Ist geeignetes Maß der Innenfinanzierungskraft.

Änderung der liquiden Mittel

Dilemma der Cashflow-Ermittlung


• Kompliziert aber vollständig oder
• Einfach aber unzureichend
Vorteil der Cashflow-Kennzahl
• Ein großer Teil der Manipulationsmöglichkeiten des Jahresabschlusses werden eliminiert.

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1.2.3.2.2. Indirekte Ermittlungsmethode (retrograd)

• Das Ergebnis der Erfolgsrechnung wird um alle zahlungsunwirksamen Aufwendungen und Erträge korrigiert.
• Scheinbar einfacher, anwendungsfreundlicher, jedoch schwer nachvollziehbar

In der Praxis wird die folgende einfachere Praktikerformel praktiziert, da nicht alle unwirksamen Beträge
identifiziert werden können und die wirksamen erfolgsneutralen Bestandsveränderungen nur kurzfristiger Natur
sind.

Berechnung entsprechend dem detaillierten Schema der DVFA/SG

Cashflows bietet keine vollständige Bereinigung sämtlicher bilanzpolitischer Einflüsse. Insbesondere die
sachverhaltsgestaltenden Maßnahmen können vom Bilanzanalysten nicht identifiziert und somit auch nicht
bereinigt werden.

• Problematik
 Konkretisierung welchen Vorfälle als „wesentlich“ bezeichnet werden (als Wesentlichkeitsgrenze gilt 5% des
durchschnittlichen Cash Flows der letzten 3 Jahre)
 Was sind ungewöhnliche zahlungswirksame Aufwendungen/Erträge?
○ Falls der Cashflow aus den Erfolgsgrößen die historisch zahlungswirksamen Größen herausfiltern soll,
dann sind alle unwirksamen Aufwendungen/Erträge zu eliminieren (egal ob gewöhnliche oder nicht)
○ Falls als Analyseziel einen zukünftigen regelmäßig erreichbaren Zahlungsmittelüberschuss aus laufender
Geschäftstätigkeit zu prognostizieren ist, dann soll der Jahresüberschuss um alle ungewöhnlichen
wirksamen Erträge/Aufwendungen bereinigt werden, da diese Beträge nicht nachhaltig sind.

1.2.3.2.3. Direkte Ermittlungsmethode (progressiv)


• Überschuss aller ausschließlich liquiditätswirksamen Erträge gegenüber den entsprechenden Aufwendungen.
• Die direkte Methode ist in der Praxis zu empfehlen, da diese Methode besser verständlich ist.
• Wird aufgrund der zielorientierten Aufbereitung als bilanzwirtschaftlicher Cashflow bezeichnet.

• Vorgangsweise:
 Alle Posten der GuV sind zu untersuchen, ob sie mit regelmäßigen Ein/Auszahlungen verbunden sind.
 Weiters sind die nicht erfolgswirksamen Zahlungsvorgänge des operativen Geschäfts zu identifizieren.

• Erfolgsunwirksame regelmäßige Zahlungen sind z.B. Erhöhung der passiven latenten Steuern, Veräußerung
von Aktienanteilen, …

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• Zahlungswirksame Aufwandsteile:

• Bei wesentlichen Rückstellungen zum Steueraufwand soll der zahlungsunwirksame Teil der
Steueraufwendungen eliminiert werden.
• Erfolgsunwirksame regelmäßige Auszahlungen

• Bei einer Cashflow-Prognose sollen nur die auch in der Zukunft anfallenden Vorgänge verwendet werden.

1.2.3.2.4. Bedeutung im Rahmen der Analyse


• Cashflow ist ein Indikator für finanzielle Unabhängigkeit und Stabilität eines Unternehmens. Je höher der
finanzwirtschaftliche Cashflow ist, desto weniger Fremdkapital muss tendenziell zur Finanzierung
unregelmäßiger Mittelverwendung aufgenommen werden.
• Konzerne, die eine Kapitalflussrechnung durchführen, bevorzugen die indirekte Methode zur Cashflow-
Ermittlung. Somit muss der Analyst den Cashflow nicht neu errechnen, sondern nur noch die unregelmäßig
auftretenden Komponenten zu bereinigen.
• Eine beliebte Kennzahl zur Beurteilung der Selbstfinanzierungsmöglichkeiten ist

Der Innenfinanzierungsgrad gibt an, welcher Anteil der Nettoinvestitionen allein durch den Cashflow finanziert
werden konnte. (Nettoinvestitionsdeckung).
Ein Wert <1 ist ein Hinweis auf steigende Liquiditäts- und Ergebnisbelastungen – es muss zunehmend auf
Außenfinanzierung zurückgegriffen werden (typischerweise Fremdkapital).

Dem (finanzwirtschaftlichen) Cashflow unter den Liquiditätskennzahlen eine relativ hohe Bedeutung zu. Dieser Formatiert: Leerraum zwischen asiatischem und westlichem
ermöglicht insb. dann eine Liquiditätsprognose, wenn die Zahlungsströme bzgl. ihrer Regelmäßigkeit differenziert Text nicht anpassen, Leerraum zwischen asiatischem Text und
werden. Je höher ein regelmäßig erreichbarer Zahlungsüberschuss ist, in desto geringerem Umfang muss Zahlen nicht anpassen
voraussichtlich liquiditäts-beanspruchendes Fremdkapital zur Finanzierung unregelmäßiger Mittelverwendungen
aufgenommen werden. Der Cashflow hat weiterhin den Vorteil, dass hiermit zahlreiche
Manipulationsbemühungen der Geschäftsleitung neutralisiert werden (können). Insbesondere bei der Bemessung
der Abschreibungen wird in größerem Umfang Bilanzpolitik betrieben, um die Höhe des Jahresergebnisses zu
beeinflussen. Der Cashflow bleibt davon unberührt.

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1.2.3.3. Kapitalflussrechnung

1.2.3.4. Grundlagen

Kapitalflussrechnungen sind zeitraumbezogene Rechnungen, welche die Veränderungen aller oder einiger
Bilanzpositionen gegenüberstellen. Es wird versucht, auf den Umfang und besonders auf die Fristigkeit einzelner
Mittelherkünfte und –Verwendungen zu schließen.

Kapitalflussrechnung stellt einen Oberbegriff für verschiedene Darstellungsformen dar.


• Bewegungsbilanz
• Brutto-Bewegungsbilanz
• Erweiterte Kapitalflussrechnung
• Fondsrechnung
Falls Cashflows für unterschiedliche Fristigkeiten berechnet werden, dann nähert sich die Aussagekraft dieser
Werte einer Kapitalflussrechnung an.

Fondsrechnung
• Eine Fondsrechnung umfasst eine Kapitalflussrechnung für bestimmte Einzahlungs-Auszahlungs-Gruppen,
sind somit eine sog. „Teilkapitalflussrechnung“; in der Praxis unbedeutend.

Totalkapitalflussrechnung
• Vermittelt Einblicke in die Liquiditätslage, die mit anderen Methoden kaum möglich sind.

1.2.3.4.1. Bewegungsbilanz
• Stellt Mittelherkunft und –Verwendung nach Fristigkeiten geordnet gegenüber.
• Die Beständedifferenzen zweier aufeinander folgenden Bilanzen werden ermittelt und umgegliedert

• Eine Differenzierung nach Mittelherkunft und –Verwendung in lang-, mittel- und kurzfristige Investitionen und
Finanzierung ist möglich. Die Praxis verwendet aus Mangel an Informationen die lang- und kurzfristige
Mittelherkunft.

• Aussagekraft
 Eine einzige Bewegungsbilanz ergibt keinen besonderen Erkenntnisgewinn, da die Fristenkongruenz nur in
ihrer zeitlichen Entwicklung beurteilt werden kann. Somit ist ein Zeitvergleich nötig.
 Interpretationsprobleme können sich bei der Mittelherkunft (z.B. Erhöhung von Rückstellungen sind keine
Einzahlungen) und bei der Mittelverwendung ergeben.

• Nachteil
 Bei identischen aufeinanderfolgenden Bilanzen besagt die Bewegungsbilanz, dass keine Finanzmittel
geflossen sind und vermittelt eine unveränderte Liquiditätslage obwohl sich viel verändert haben könnte.

• Fazit
 Die Bewegungsbilanz basiert teilweise auf nicht zahlungswirksamen Größen, deshalb ist die Prognose der
Liquidität damit problematisch.
 Sie sollte deshalb nur als Zwischenschritt angesehen werden.

• Die Einbeziehung der Kontenumsätze stellt eine Erweiterung dar und resultiert in eine Brutto-
Bewegungsbilanz. Jedoch sind diese Umsätze für den Analysten nicht bekannt, somit ist diese Erweiterung
nicht geeignet.

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1.2.3.4.2. Erweiterte Kapitalflussrechnung
Versucht die Mängel der Bewegungsbilanz zu beheben; es sollen nicht mehr nur saldierte Größen verwendet
werden, sondern auf GuV-Größen und Kontenumsätze zugegriffen werden.

Erweiterungen
• Übernahme der Kontenumsätze aus dem Jahresabschluss (Zu- und Abgänge im Anlagevermögen)
• Übernahme der Aufwendungen und Erträge aus der GuV (Abschreibungen und Zuschreibungen werden
eliminiert)
• Übernahme der Verwendung des Vorjahresergebnisses (z.B. Dividendenzahlung, Gewinnrücklagen)

Die Mittelherkunft und –Verwendung soll weiter nach Fristigkeiten unterteilt werden.

Fazit
• Die erweiterte Kapitalflussrechnung offenbart durch die Einbeziehung von Informationen aus der GuV und
Kontenumsätzen die liquiditätsbeeinflußenden Geschäftsvorfälle, die aus einer Bewegungsbilanz nicht
erkennbar sein.
• Es soll auf den Umfang und insbesondere auf die Fristigkeit einzelner Mittelherkünfte bzw. -verwendungen
geschlossen werden.

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1.2.4. Kombinierte Analyse
Mit einem Kennzahlensystem soll die Struktur und die Ursachen für die Gesamtkapitalliquidität aufgezeigt
werden. Der Analyst kann die Ursachen für bestimmte Entwicklungen differenziert ermitteln. Weiter kann
überprüft werden, ob die Geschäftsleitung ihren Zielvorstellungen genügend Aufmerksamkeit schenkt. Dafür
eignet sich am besten ein Zeitvergleich mit Kennzahlensystemen.

• Die Gesamtkapitalliquidität ist eine abhängige Größe und kann durch liquiditätswirksame Erhöhung des
Gesamtkapitals erhöht werden.
• In der Praxis wird der Fondstyp Nettoumlaufvermögen und Nettogeldvermögen meist verwendet.

Die Prognose der Analysten wird gewöhnlich durch den bisherigen Umgang der Unternehmensleitung mit
Liquiditätsproblemen erheblich beeinflusst. Eine sichere Basis für eine positive Liquiditätsprognose ist eine
Analyse der Vergangenheit mit dem Ergebnis, dass die Quellen bedrohlicher Liquiditätsentwicklungen immer
erkannt und eventuelle Engpässe bereinigt werden. Jedoch ein Wechsel in der Strategie, Geschäftsleitung, ..,
lässt Informationen der Vergangenheit nichtig werden.

Probleme der Kennzahlenanalyse


• Vollständige Erfassung und wirklichkeitsnahe Abbildung der Einflussfaktoren
• Problem der Unsicherheit zukünftiger Entwicklungen
Die Analyse der Fondsdifferenzen hat gegenüber der Analyse der absoluten Fondswerte – etwa bei den
Liquiditätsgraden – keine ersichtlichen Vorteile. Auch bei der Analyse von Liquiditäts- oder Deckungsgraden kann
die Höhe eines Fonds nicht ohne jeden Vergleichsmaßstab interpretiert werden. Solche Vergleichsmaßstäbe sind
allenfalls die Fondshöhen anderer Geschäftsjahre oder die relativierten Fondshöhen anderer Unternehmen oder
der Branche. Ob diese Veränderungen als Differenz (wie bei der Fondsrechnung) oder als Relation (wie häufig
bei der Bestandsrechnung) dargestellt werden, ergibt keinen qualitativen Unterschied.

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1.3. Methoden-Informationsvergleich
Der Jahresabschluss stellt nur geringe Informationen zur Liquiditätsanalyse bereit. Die Vergangenheit ist nur
näherungsweise beschrieben und die Zukunft gar nicht. Deshalb liefern die einfachen bestands- und
stromgrößenorierntierten Methoden (informationskompatibel) nur unbefriedigende Ergebnisse.

Komplexe Methoden (Cashflow-Berechnung, umfangreiche Kapitalflussberechnung) werden


informationsinkompatibel genannt, weil die vorliegenden Informationen nicht ausreichen. Somit kann die
Informationsgüte auch hier nicht verbessert werden.

1.4. Methodenvergleich
Das Prognoseziel ist bei der Liquiditätsanalyse von zentraler Bedeutung, aber wegen der
Vergangenheitsorientierung der Informationsquellen nicht erreichbar. Ein eingeschränktes Ziel der
Liquiditätsanalyse kann deshalb sein, aufgrund einer sinnvollen Analyse der Vergangenheit zukünftige
Tendenzen zu vermuten. Dieses abgeschwächte Ziel kann nur mit komplexen Methoden erreicht werden

Die Liquiditätslage und Erfolgslage sind unabhängig voneinander.

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2. Analyse der Erfolgslage
2.1. Grundlagen
2.1.1. Definition
Die Bilanzanalyse bezweckt die Ertragskraft eines Unternehmens zu beurteilen. Dabei gibt es verschiedene Ziele:
• Ermittlung einer betriebswirtschaftlich sinnvollen Erfolgsgröße im Rahmen einer betragsmäßigen
Erfolgsanalyse.
• Ermittlung der Erfolgsquellen, der Aufwands- und Ertragsstruktur im Rahmen einer strukturellen
Erfolgsanalyse.

Die Adressaten interessieren hauptsächlich die nachhaltigen Ergebnisbestandteile der Erfolgslage für eine
Prognose zukünftiger Erfolge. Das Ziel einer erfolgsorientierten Bilanzanalyse (Ertragskraft ) ist die Beurteilung
der Fähigkeit des Unternehmens, in Zukunft nachhaltig Gewinne zu erzielen und damit Entnahmen bzw.
Gewinnausschüttungen zu ermöglichen.

Gewinndefinition
• Ökonomischer Gewinn
 Geldbetrag, der dem Unternehmen entzogen werden kann, ohne dass sich der Ertragswert verändert bzw.
reduziert.
 Zumindest der Ersatz der verbrauchten Produktionsfaktoren muss möglich sein (substantielle
Kapitalerhaltung)
 Somit basiert die Gewinnhöhe auf einem Ertragswert im Sinne eines objektiven Unternehmenswertes, den
es jedoch nicht gibt. Deshalb wird ein subjektiver Unternehmenswert als Grundlage definiert.

• EZÜt … periodenindividuelle
Einzahlungsüberschüsse

• it … Kalkulationszinsfuss

 Schwierigkeiten
○ Der betriebswirtschaftliche Gewinn kann nur näherungsweise aus den Informationen für die
Bilanzanalyse abgeleitet werden.
○ Die Ertragskraft sollte als Ergebnis einer mehr oder weniger günstigen Kombination der
Produktionsfaktoren betrachtet werden. Dazu müsste der Wert der Produktionsfaktoren am Beginn und
Ende des Geschäftsjahres ermittelt werden Bei einer Erhöhung entspricht dies dem Gewinn.
○ Die Produktionsfaktoren sind nur teilweise in der Bilanz aufgeführt
 Nicht bilanzzierungsfähige immaterielle Komponenten, z.B. Markennamen, Standortvorteile,
Kundenbeziehungen
 Vermögen wird mit dem fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet, anstatt dessen
Beitrag zur Gewinnerzielung.
 Verbundeffekt zwischen Komponenten bleibt wegen dem Einzelbewertungsgrundsatz weitgehend
unberücksichtigt.
○ Die Problematik der erfolgsorientierten Bilanzanalyse liegt in der Diskrepanz zwischen
betriebswirtschaftlichen Erfordernissen und publizierten Informationen.
• Gewinn i.S.d. nominellen Kapitalerhaltung
 Differenz des Reinvermögens zu beginn und am Ende des Geschäftsjahres.
• Gewinn i.S.d. realen oder materiellen Kapitalerhaltung
 Leitet sich aus dem Gewinn i.S.d. nominellen Kapitalerhaltung ab.
 Dieser setzt sich aus nominellen Gewinn und der Berücksichtigung der Geldwertänderungen zusammen.
 Dies entspricht der Differenz der mit einem Kaufkraftindex modifizierten Eigenkapitalkonten.
2.1.2. Einflussfaktoren
Auf das Jahresergebnis einwirkende Faktoren, die die Erfolgsanalyse erschweren können:
• Diskrepanz zwischen betriebswirtschaftlicher und bilanzrechtlicher Auffassung
-> parallel zur Strukturrechnung der Bilanzanalyse sollte diese Diskrepanz vermindert werden
• Bilanzpolitische Manipulationen des Unternehmens
-> Korrekturen sind für den Bilanzanalysten kaum möglich, höchstens eine normalisierende
Durchschnittsberechnung der Kennzahlen.
• Eventuelle Konzernverflechtungen
 Manipulationsmöglichkeiten durch die Variation der Verrechnungspreise sind erheblich.

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-> werden entweder gar nicht erkannt bzw. können nicht eliminiert werden.
 Dies verursacht eine erheblich eingeschränkte Aussagekraft der Bilanzanalyse.
 Z.B ausländische Tochtergesellschaften weisen Gewinne aus verursacht durch eine entsprechende
Verrechnungspreisgestaltung.

2.1.3. Bedeutung in der Analysepraxis


Theoretisch zielt die betragsmäßige Erfolgsanalyse primär auf die Ermittlung eines vergleichbaren, weitgehend
„einzel- und konzernbilanzpolitikfreien“ betriebswirtschaftlich orientierten Periodenerfolg in seiner absoluten Höhe.
• Aufgrund fehlender Informationen ist die Ermittlung einer solchen Größe für den Analysten unmöglich.
Interessant sind daher die relativen Kennzahlen bei der Ermittlung diverser Rentabilitätsgrößen.
• Der Analyst soll in der Praxis den vorliegenden bilanzrechtlich ermittelten Erfolg in einen von Einflüssen
bereinigten, betriebswirtschaftlich, orientierten Erfolg umrechnen. Dabei sollen auch außerordentliche und
nicht nachhaltige Aufwendungen/Erträge eliminiert werden. Dies bildet dann die Basis für die Berechnung der
Rentabilitätskennzahlen und die Prognose.

Nachhaltiger Erfolg
• Betrag, der voraussichtlich auch in der Zukunft kontinuierlich erzielt werden kann.
Anforderungen und Möglichkeiten der Erfolgsanalyse

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2.2. Analysemethoden
2.2.1. Überblick
Die betragsmäßige Erfolgsanalyse beinhaltet Methoden zur Ermittlung des tatsächlichen Erfolges. Die Methoden
der strukturellen Erfolgsanalyse untersucht die Quellen, Ursachen, Nachhaltigkeit des Erfolgs und die Aufwands-
/Ertragsstruktur. Die kombinierte Methode bietet eine erhöhte Aussagekraft.

Ausgewählte Methoden zur Erfolgsanalyse im Überblick

Nun erfolgt die Behandlung der wesentlichsten Methoden.

2.2.2. Methoden zur betragsmäßigen Erfolgsanalyse

2.2.2.1. Ergebnis nach DVFA/SG


Das wesentliche Ziel dieser Kennzahl ist, die eher „ungewöhnlichen“ Teile des Erfolges zu
eliminieren, um damit nur den regelmäßig erzielbaren Erfolg darzustellen. Da das Ergebnis
nach DVFA/SG aus dem handelsrechtlichen Jahresüberschuss/-fehlbetrag hergeleitet wird, ist
damit grundsätzlich nicht die Zielsetzung verbunden, einen betriebswirtschaftlich „richtigen“
Gewinn abzubilden. Im Vordergrund dieser Kennzahl steht vielmehr das Ziel der Herstellung
der Vergleichbarkeit.

DVFA/SG
• Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management / Schmalenbach-Gesellschaft
• Wird aus dem handelsrechtlichen Jahresergebnis abgeleitet. Das vorliegende Jahresergebnis wird um
wesentliche außerordentliche, ungewöhnliche und dispositionsbedingte Einflüsse korrigiert.

• Planmäßige Abschreibung von immateriellen Vermögensgegenständen soll 5- 20 Jahre sein


• Zu korrigieren sind weiters
 Ungewöhnliche Abschreibungen auf Sachanlagen
 Ungewöhnliche Erträge der Finanzanlagen
 Änderungen der Bewertungsmethoden und Forderungen die erheblich über die Wertminderungsrisiken
hinausgehen.

Bei dieser neutralisierenden Korrektur soll der normalisierte Erfolg ermittelt werden, jedoch ist diese Bereinigung
meist nur näherungsweise möglich. Für eine bessere Aussagekraft dieses Ergebnisses müssten freiwillige
Zusatzangaben in der offiziellen Berichterstattung durch das Unternehmen erfolgen, sodass alle nötigen
Korrekturen bekannt werden. Somit hängt die Aussagekraft des Ergebnisses nach DVFA/SG von der
Informationspolitik des Unternehmens ab.

2.2.2.2. EBIT und EBITDA


Sind Kennzahlen aus dem angloamerikanischen Sprachraum, die die Ertragskraft einigermaßen frei von bilanz-
politischen Manipulationen wiedergeben sollen. Jedoch bestehen keine einheitlichen Berechnungsweisen der
EBIT-Kennzahlen; verschiedene Arten werden in der Praxis angewandt.

EBIT … Earnings before Interest and Taxes (Ergebnis vor Zinsen und Steuern)
• Methoden
 Direkte, progressive Methode beginnend mit den Umsatzerlösen
 Indirekte, retrograde Methode ausgehend von den Jahresüberschüssen

• Kritik
 Ist gängige Analysepraxis; diese Gängigkeit soll jedoch kein Maßstab zur Eignung für eine Analyse der
Ertragskraft sein.
 EBIT ist eher ein Maßstab für den Gewinn, wenn nicht die Fremdkapitalzinsen durch Addition neutralisiert
werden, sonder die Eigenkapitalverzinsung subtrahiert werden würden.

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 Fremdfinanzierung ist gängige Praxis, deswegen macht es keinen Sinn die Zinsen bei der
Ergebnisrechnung herauszurechnen.
 Zusätzliche Problemfelder bilden bei nach IFRS bilanzierenden Unternehmen
○ Nicht ausgewiesene außerordentliche Ergebniskomponente
○ Auswirkungen durch nicht fortgeführte Unternehmensbereiche

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EBITDA … Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization

• Kennzahl nähert sich dem finanzwirtschaftlichen Cashflow


• Ist eher eine Kennzahl für die Liquidität als für den Erfolg
• Manipulationsmöglichkeit
Bei variabler Vergütung der Führung auf Basis dieser Kennzahl kann dies geschäftliche Entscheidungen
beeinflussten, z.B. Sale-and-Lease-Back Angebote führen zur EBITDA-Reduzierung.

Fazit
• EBIT-Kennzahlen sind ungeeignet zur Erfolgsanalyse. Sie enthalten Korrekturen die in herkömmlichen
Kennzahlen schon enthalten sind; somit führen sie eher zu einer zusätzliche Verwirrung.
• Dem externen Analysten liegen nicht alle notwendigen Informationen zur Bereinigung vor. So bleiben
insbesondere die Einflüsse der Sachverhaltsgestaltung unberücksichtigt.

2.2.2.3. Cashflow
Der Cashflow ist eine finanzwirtschaftliche Kennzahl und somit als Erfolgskennzahl grundsätzlich ungeeignet.
Allerdings wird der erfolgswirtschaftliche Cashflow in der Praxis oftmals zur Erfolgsanalyse eingesetzt. Cashflow
eliminiert weitgehend Manipulationen zu den Bewertungswahlrechten der Geschäftsleitung.

Kriterien zur Bewertung


• Repräsentiert der erfolgswirtschaftliche Cashflow die Ertragskraft vergangener Geschäftsjahre?
-> dies ist aufgrund der mangelnden Abschreibungsberücksichtigung regelmäßig nicht der Fall.
• Kann mit dem erfolgswirtschaftlichen Cashflow die Ertragskraft zukünftiger Perioden prognostiziert werden?
-> nur indirekt möglich, je nachdem ob Abschreibungen relativ hoch/klein sind
 Relativ-kleine Abschreibungen ermöglichen umfangreichere Rationalisierungsinvestitionen, die die
Ertragskraft stärken
 Relativ-große Abschreibungen führen zu Ersatzinvestitionen, die die Ertragskraft nicht erhöht.
• Inwieweit hat die Geschäftsleitung anhand des Cashflows die Zielsetzungen erfüllt und wird diese in der
Zukunft erfüllen?
-> tendenziell werden die Aufgaben umso erfolgreicher erfüllt, je höher der Cashflow im Verhältnis zu den
Abschreibungen oder zum Umsatz ist.

Einschränkung
• Cashflow vernachlässigt Einflüsse von Geldwertänderungen und des technischen Fortschritts

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2.2.2.4. Wertschöpfungsrechnung

2.2.2.4.1. Grundlagen
Die volkswirtschaftlich orientierte Wertschöpfungsrechnung berücksichtigt neben dem Produktionsfaktor Kapital
auch den Faktor Arbeit.

Methoden
• Ermittlung nach der Entstehung der Wertschöpfung
• Ermittlung nach der Verteilung der Wertschöpfung

2.2.2.4.2. Entstehungsrechnung

Komponenten der Entstehungsrechnung

Ordentliche betriebliche Wertschöpfung

Produktionswert = um außerordentliche und periodenfremde Aspekte korrigierte Gesamtleistung

Eine Näherungsrechnung kann aus der Summe der folgenden Positionen erfolgen
 Umsatzerlöse
 Erhöhung oder Verminderung des Bestandes an fertigen/unfertigen Erzeugnissen
 Andere aktivierte Eigenleistungen
 Sonstige betriebliche Erträge
Daraus sind die außerordentlichen und periodenfremden Komponenten zu eliminieren.
Die Vorleistungen umfassen durch andere Unternehmen erbrachte Material- und Dienstleistungen, z.B.
Materialaufwand, planmäßige Abschreibung auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und
Sachanlagen.

Ordentliche betriebsfremde Wertschöpfung ist Summe aus


• Periodenbezogene ordentliche Erträge aus Beteiligungen
• Wertpapiere
• Zinserträge
Außerordentliche Wertschöpfung ergibt sich aus den periodenfremden und außerordentlichen Komponenten.

2.2.2.4.3. Verteilungsrechnung
Die Wertschöpfung ist die Summe der an die Produktionsfaktoren Arbeit und Kapital sowie an den Staat
(Steuern) ausschüttungsfähigen Beträge.

Prinzipiell müssen die Entstehungs- und die Verteilungsrechnung zum selben Ergebnis führen. Leicht
unterschiedliche Beträge können sich z.B. aus Zuordnungsproblemen aufgrund mangelnder Informationen
ergeben. Dann wird die Übereinstimmung durch den Restbetrag hergestellt.

Vorteil der Wertschöpfungsrechnung


• Es erfolgt eine Ausdehnung des Erfolgsbegriffes auf die Eigen- und die Fremdkapitalgebererfolge, die
Arbeitserfolge und die i.S.v. Gemeinerfolgen betrachteten Steuern.

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• Die Finanzierungsart (Eigen-/Fremdkapital) wird vernachlässigt.

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2.2.2.5. Rentabilitätsanalyse

2.2.2.5.1. Grundlagen
Unter Rentabilität i.w.S. wird eine relative Kennzahl verstanden, die eine den Erfolg des Unternehmens
repräsentierende Größe zu einer Basisgröße in Beziehung setzt, weshalb auch von einer Beziehungszahl
gesprochen wird. Dabei soll die Basisgröße wesentlich zur Erfolgserzielung beitragen (Ursache).

Prozentuale Beziehungszahlen ermöglichen eine Relativierung des Erfolgs und somit einen sinnvollen
Branchenvergleich. Sie können eine vermutete Ursache-Wirkungs-Beziehung widerspiegeln. Eine
Rentabilitätsmaximierung soll kein Unternehmensziel sein, sondern die Gewinnmaximierung.

Die Rentabilitätsanalyse hat den Vorteil, dass der weit verbreitete Adressatenwunsch nach der Prognose von
„Renditen“ erfüllt wird.

2.2.2.5.2. Eigenkapitalrentabilität

Welche Größe ist als Gewinn und als Eigenkapital zu berücksichtigen?


• Gewinn ist die unter betriebswirtschaftlichen Aspekten ermittelte Größe. Die Wertschöpfung ist ungeeignet, da
das Eigenkapital nur ein Teil der Wertschöpfung ist.
• Eigenkapital entspricht dem bilanzanalytischen Eigenkapital aus der Strukturbilanz als Durchschnittsgröße vom
Beginn und Ende der Geschäftsperiode.

2.2.2.5.3. Gesamtkapitalrentabilität (ROI)

• Das Gesamtkapital soll die Durchschnittsgröße von Beginn und Ende der Geschäftsperiode sein.
• Als Erfolgsgröße sind neben dem betriebswirtschaftlichen Jahresüberschuss die Fremdkapitalzinsen zu
berücksichtigen.

Ist das Gesamtvermögen so hoch wie das Gesamtkapital, dann entspricht die Gesamtkapitalrentabilität der
Gesamtvermögensrentabilität.

Korrigierte Kennzahl (=Return on Net Assets, RONA) da sich Zinsen nur auf mittel- und langfristige
Verbindlichkeiten beziehen.

RONA > ROI

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Die Gesamtkapitalrentabilitätsanalyse kann Ursachen für bestimmte Entwicklungen der Ertragskraft des
Unternehmens deutlich machen, z.B. DuPont-System.

Durch die Anwendung derartiger Kennzahlensysteme bei der Bilanzanalyse können zwei Zielsetzungen verfolgt
werden:
• Einerseits ist es möglich, die Ursachen für eine bestimmte Entwicklung der Ertragskraft des Unternehmens zu
erkennen.
• Andererseits kann gegebenenfalls kontrolliert werden, ob die Geschäftsleitung in ihrem Zielsystem dem Ziel
der nachhaltigen Gewinnerwirtschaftung genügend Aufmerksamkeit schenkt. Allerdings werden derartige
Kennzahlensysteme eher bei der betriebsinternen Planung und Kontrolle eingesetzt (interne Bilanzanalyse).
Für eine externe Analyse fehlen oftmals die erforderlichen Informationen.

Auszug aus dem DuPont-Kennzahlensystem

Zugrundeliegende Idee des DuPont-Systems:

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2.2.2.5.4. Umsatzrentabilität (Return of Sales, ROS)

Ermittlung des Betriebsergebnisses nachdem


• Gesamtkostenverfahren

• Umsatzkostenverfahren

Bei beiden Berechnungsarten sind die identifizierbaren periodenfremden und unregelmäßigen Erfolgsbestandteile
zu eliminieren. Bei IFRS-Jahresabschlüßen sind die Abschreibungen um den Betrag aus der erhöhten
Abschreibung durch die Neubewertungsmethode zu kürzen.

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2.2.2.5.5. Kurs-Gewinn-Verhältnis (Price Earnings Ratio, PER)

Aussagekraft
• Je höher das Kurs-Gewinn-Verhältnis, umso teurer ist die jeweilige Aktie und umso niedriger ist die auf den
Jahresabschluss bezogene Rendite.
• Jedoch kann aus dieser Kennzahl nicht auf eine ähnliche Entwicklung in der Zukunft geschlossen werden, da
der Aktienkurs nur einen Zeitpunkt wiedergibt und abhängig von den Gewinnerwartungen ist.
• Im Rahmen eines Branchenvergleichs kann diese Kennzahl tendenzielle Aussagen über die relative
Beurteilung des zu analysierenden Unternehmens durch die Börsenteilnehmer offenbaren, wobei jedoch die
vergangenheitsorientierte Ausrichtung zu beachten ist.

Dividendenrendite

2.2.3. Methoden zur strukturellen Erfolgsanalyse

2.2.3.1. Erfolgsquellenanalyse
Im Rahmen der strukturellen Erfolgsanalyse sollen zum einen die einzelnen Quellen der Ertragskraft und die
Ursachen für deren Entwicklung aufgedeckt sowie zum anderen die Aufwands- und Ertragsstruktur analysiert
werden, um hieraus letztlich Hinweise für die zukünftige Entwicklung der Ertragskraft zu gewinnen.

Die Erfolgsquellenanalyse versucht die einzelnen Ertrags- und Aufwandsposten der GuV nach den Kriterien der
sogenannten Betriebszugehörigkeit und der Regelmäßigkeit zusammenzufassen.

Somit ist das Jahresergebnis aufzuteilen

Da eine exakte Zuordnung aller Posten nicht möglich ist, soll zumindest versucht werden dieser Empfehlung zu
folgen.

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• Ertragssteuern sollen entsprechend von Informationen des Anhangs dem betrieblichen, betriebsfremden oder
dem außerordentlichen Ergebnis zugeordnet werden.
• Falls keine Informationen vorliegen kann die Aufteilung im relativen Verhältnis der drei Ergebnisteile
vorgenommen werden. Jedoch kann dies zu Problemen führen falls einzelne oder das gesamte
Jahresergebnis negativ ist.
• Eine Vernachlässigung der Ertragssteuern würde die Aussagekraft der Untersuchung mindern

• Betriebsfremdes Ergebnis

 Abschreibungen aus Finanzanlagen oder Wertpapiere des Umlaufvermögens sind als außerordentlich zu
klassifizieren.

• Außerordentliches Ergebnis

 Betriebsfremde Komponenten resultieren aus finanzwirtschaftlichen Aktivitäten, die nicht der betrieblichen
Leistungserstellung dienen.
 Betriebsuntypische Komponenten sind allgemeiner, z.B. ergeben sich aus dem Verkauf von
Produkten/Leistungen, die nicht dem Sachziel des Unternehmens zuzurechnen sind.

 Sonstige Steuern können im Rahmen des außerordentlichen Ergebnisses abgesetzt werden.

 Bei einem Rückgang des ordentlichen Ergebnisses könnte die Geschäftsleitung versuchen das
Gesamtergebnis durch Bewertungsmaßnahmen positiv zu beeinflussen, dies wäre anhand einer Erhöhung
des außerordentlichen Ergebnisses identifizierbar.

• 4.Komponente: Other Comprehensive Income


 Bei IFRS-Abschlüßen sind weitere Ergebnisbestandteile dieser Komponente zuzuordnen.

Im Rahmen der Erfolgsquellenanalyse kommt dem Betriebsergebnis die größte Bedeutung zu. Diese Zahl
spiegelt bestenfalls das regelmäßig durch die Verfolgung des Betriebszwecks erreichbare Ergebnis wider. Je
höher dieses Ergebnis im Verhältnis zum betriebsfremden und zum außerordentlichen Ergebnis ist und je
gleichmäßiger die zeitliche Entwicklung dieser Zahl ist, desto besser sollte die Ertragskraft des analysierenden
Unternehmens sein.

Diese Erfolgsspaltung auf Basis extern verfügbarer Informationen ist sehr vorsichtig zu interpretieren, da viele
Ungenauigkeiten bestehen können.

2.2.3.2. Analyse der Ertrags- und Aufwandsstruktur


Ist aussagekräftiger für vergleichende Betrachtungen als die Erfolgsquellenanalyse.

• Hilfsweise kann auf die Aufspaltung des Umsatzes aus den Angaben im Anhang zurückgegriffen werden.
Danach lassen sich die Anteile am Gesamtumsatz zumindest schätzen.

Intensität des Einsatzes einzelner Produktionsfaktoren zur Erwirtschaftung des Betriebsergebnisses

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Als Bezugswert kann auch der Produktionswert verwendet werden.

Aussagekraft:
Diese Kennzahlen geben die Empfindlichkeit des Unternehmens gegen allgemeine Veränderungen bei den
Produktionsfaktoren Personal und Kapital wieder.

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2.2.4. Kombinierte Erfolgsanalyse
Eine sinnvolle Kombination einzelner Kennzahlen und die simultane Auswertung der daraus resultierenden
Analyseergebnisse können die verfolgten Ziele der Erfolgshöhenbestimmung und Nachhaltigkeit der
Erfolgserzielung erläutern.

Betragsanalyse
• Die Betragsanalyse erfolgt mittels der Betriebsrentabilität, die nach Maßstäben der qualifizierten
Substanzerhaltung ermittelt wird.

w … Wachstum
g … Inflation

• Einflüsse der Preisänderungen und Wachstums der Volkswirtschaft sind zu eliminieren.


 Im Zähler wird das Betriebsergebnis um wachstums-und inflationsbedingte Scheingewinne vermindert.
 Im Nenner erfolgt die Korrektur nur bezüglich des Endbestandes. Das Resultat drückt das durchschnittliche
bereinigte betriebsnotwendige Vermögen aus.

• Kritische Würdigung
 Die obige Formel ist nur eine näherungsweise Berechnung, da der tatsächliche Wert des
betriebsnotwendigen Vermögens regelmäßig höher als der nominell ausgewiesene Betrag ausfällt, z.B.
verursacht durch Bewertungsfreiheiten, …

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Analyse der Nachhaltigkeit
• Eine Analyse der Nachhaltigkeit kann durch die Erfolgsspaltung unterstützt werden
• Der Betriebsergebnisanteil gibt Anhaltspunkt zur Herkunft und Nachhaltigkeit des Erfolgs.

• Hier kann auf Korrekturfaktoren für Preisänderungen und Wachstum der Volkswirtschaft verzichtet werden, da
diese ca. im gleichen Masse auf Zähler und Nenner wirken.
• Je höher der Betriebsergebnisanteil, umso höher kann die Nachhaltigkeit beurteilt werden.

Börsenkapitalisierung
• Zuletzt soll bei der Analyse der Ertragskraft die „Marktbeurteilung“ gegenübergestellt werden. Hierzu kann die
langfristige Börseneinschätzung i. S. d. Börsenkapitalisierung herangezogen werden.

• Der anglosächsische Raum besagt, dass die Börsenkapitalisierung die Wertschätzung der Kapitalanleger
widerspiegelt; dies vernachlässigt jedoch den Unterschied zwischen Preis und Wert.
• Der Börsenkurs gibt lediglich einen Hinweis auf die subjektiven Werte von Grenzanbieter und –Nachfrager für
eine Aktie zu einem bestimmten Zeitpunkt. Rational gesehen kommt es nur zu Transaktionen, wenn Wert und
Preis differieren.

• Relative Börsenkapitalisierung

 Ermittlung soll nur auf Basis längerfristiger Durchschnittwerte erfolgen wobei dieser Durchschnittswert dem
bilanzanalytischen Eigenkapital zeitlich entsprechen muss.

Fazit
• Der Zeitvergleich dieser unterschiedlichen Kennzahlen zur Betragsanalyse, Nachhaltigkeit und
Marktbeurteilung lässt Rückschlüsse auf zukünftige Tendenzen zu.
• Eine allgemeine Angabe von Normen für die einzelnen Kennzahlen ist nicht möglich. Die Ertragskraft ist umso
besser, je höher die korrigierte Betriebsrentabilität, der Betriebsergebnisanteil und die relative
Börsenkapitalisierung sind.

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2.3. Methoden-Informationsvergleich
Die publizierten Informationen im Jahresabschluss bieten nur eine sehr eingeschränkte Aussagekraft zur
Erfolgslage.

Gründe sind
• Diskrepanz zwischen der betriebswirtschaftlichen Erfolgsdefinition und der der Rechnungslegung nach HGB
oder IFRS.
• Bilanzpolitische Manipulationsmöglichkeiten
• Konzernverflechtungen
Ergebnis nach DVFA/SG
• Wäre gut für die Erfolgsanalyse geeignet, falls die nötigen Informationen vorliegen würden.
• Zeigt den normalisierten Erfolg und versucht wesentliche manipulative und ungewöhnliche Einflüsse zu
neutralisieren.

EBIT-Kennzahlen
• Einfach zu berechnen, jedoch besteht die Problematik der uneinheitlichen Bereinigungsschritte.
• In der Praxis veröffentlichen Unternehmen heute oft selber solche Proforma-Kennzahlen, diese sind jedoch
kritisch zu hinterfragen, da das Unternehmen oft die für Sie beste Variante verwendet. Damit werden
prognosekonforme Ergebnisausweise erzielt.

Cashflow
• Hier sollen die Bewertungseinflüsse auf den Erfolg ausgeschalten werden.
• Informationen zu den Ein- und Auszahlungen können mittels Jahresabschluss nur geschätzt werden.
• Soll nicht als Kriterium für den Erfolg verwendet werden, da sich Periodendifferenzen zwischen Erfolgs- und
Zahlungsströmen erst auf lange Sicht ausgleichen.

Wertschöpfung
• Es gelten bewertungsabhängige Einschränkungen, die sich jedoch nur auf den kapitalorientierten Teil
auswirken; deshalb ist dessen Gewicht geringer als bei den vorigen Kennzahlen.
• Relativ informationskompatibel
Rentabilitätsanalyseverfahren
• Unterliegen den gleichen informatorischen Einschränkungen wie die Zählergröße.
• Beim Nenner ergeben sich Auswahl- und Informationsprobleme.
Einschätzung der (relativen) Börsenkapitalisierung
• Alle nötigen Informationen stehen bei börsennotierten Unternehmen zur Verfügung.
• Jedoch sind Börsenkurse lediglich Hinweise auf die subjektiven Werte von Anbieter und Nachfrager.
• Hinblicklich der Volatilität der Finanzmärkte solle die Aussagekraft nicht überschätzt werden.
Strukturelle Erfolgsanalyse
• Unterliegt den Informationsbeschränkungen
• Weist jedoch eine höhere Informationskompatibilität auf, da durch das betriebswirtschaftliche Konzept der
Erfolgsspaltung die Ergebnisse vergleichbarer gemacht werden.
• Die Manipulationsgefahr ist dabei zu berücksichtigen.
Kombinierte Analyse
• Berücksichtig die wichtigsten Einflussfaktoren
• Aussagen entsprechen weitgehend dem Informationsgehalt des Jahresabschlusses im Hinblick auf die
Erfolgslage.
• Eventuelle Spezialanalysen mit anderen Methoden können besser durchgeführt werden
2.4. Methodenvergleich

• Für die betriebswirtschaftliche Gewinnbestimmung ist keine der Methoden zielkonform.


• Die Methode der kombinierten Analyse mit der (korrigierten) Betriebsrentabilität liefert einen vertretbaren
Kompromiss zwischen Praxis und Theorie.
• Die Analyse der langfristigen Börsentrends könnte Ausdruck der Ertragskraftbeurteilung durch Kapitalgeber
sein.
• Zur Ermittlung der Erfolgsnachhaltigkeit ist die Ermittlung des Betriebsergebnisses im Rahmen der
Erfolgsspaltung zweckmäßig.

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3. Analyse der Vermögenslage
3.1. Definition
Substanzbezogene Definition des Rohvermögens
• Summe aller im Eigentum des Unternehmens stehenden Gegenstände und einzeln identifizierbare
immaterielle Ressourcen.

Reinvermögen (Eigenkapital) = Rohvermögen – Schulden

Bilanzen weisen Vermögen nicht vollständig aus


• Bilanzen enthalten nur bilanzierungsfähige Vermögenskomponenten
 Immaterielle Vermögen haben nur nach IFRS eine Aktivierungspflicht.
 Originäre Geschäftswerte, wie z.B. Kundenstamm, Struktur, .. sind von der Aktivierung ausgeschlossen.
• Bewertung erfolgt gemäß HGB nach dem Einzelbewertungsgrundsatz und nicht nach betriebswirtschaftlichen
Maßstäben.
• Das dominierende Vorsichtsprinzip verursacht eine eher pessimistische Darstellung des Vermögens.
• Verbundeigenschaften bleiben unberücksichtigt
Vermögensanalyse
• Liquiditätsorientierte Vermögensanalyse: Aus dem Vermögen sollten Rückschlüsse auf die Liquidierung
gezogen werden (Liquiditätssicherungsvermögen).
• Erfolgsorientierte Vermögensanalyse: Das Vermögen bildet die Basis in der Zukunft nachhaltig Erfolge zu
erwirtschaften (Erfolgserzielungsvermögen).

In der Hierarchie der Analyseziele hat Vermögen einen niedrigeren Rang als die Ziele Liquidität und Erfolg. Die
Vermögensanalyse kann als Mittel zur Analyse der Liquiditäts- und Ertragslage betrachtet werden.

3.2. Analysemethoden
3.2.1. Überblick
Ziele der Vermögensanalyse
• Aussagen über die Vermögensstruktur und Finanzstruktur (Aktiv- und Passivseite)
• Aussagen über Finanzierung und Investition i.S. einer horizontalen Vermögens- und
Finanzierungsstrukturanalyse.

3.2.2. Methoden zur Vermögensstrukturanalyse


Die Strukturanalyse soll über die Fähigkeit informieren das Vermögen zukünftig sowohl liquiditätssichernd aus
auch erfolgserzielend einzusetzen.

3.2.2.1. Realvermögen

3.2.2.1.1. Liquidierbarkeit
Intensitätskennzahlen setzen ausgewählte Vermögensteile in Relation

• Es handelt sich hier um Komplementärkennzahlen: Anlagenintensität + Umlaufintensität = 1


• Die Liquidierbarkeit wird als umso besser beurteilt, je niedriger etwa die erste bzw. je höher die beiden letzten
Intensitätskennzahlen sind.
• Bei der Geldvermögensintensität konnten die bilanzpolitischen Einflüsse weitgehend neutralisiert werden.
Umschlagskoeffizienten versuchen Aussagen über die Liquidierbarkeit zu ermöglichen.

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• Die Umschlagskoeffizienten geben jene Zeit an, in der die jeweiligen Vermögensteile durchschnittlich durch
Erlöse gedeckt sind.
• Je kürzer diese Zeitspanne, desto höher soll die Fähigkeit zur Liquiditätssicherung sein.
Fazit
• Liquidität stellte eine Ein-/Auszahlungs-Differenz dar. Die Bilanz ist eine Ertrags-Aufwandsrechnung.
• Es besteht kein notwendiger Zusammenhang zwischen einer historisch guten Liquidität und der zukünftigen
Liquiditätslage. Deshalb kann nur bei zeitnahen Analysen eine Aussage über die Liquidität der nahen Zukunft
gemacht werden.

3.2.2.1.2. Kapazitätsauslastung
Je günstiger der Beschäftigungsgrad ist, umso besser wir die Ertragskraft sein. Bei einem zu hohen
Beschäftigungsgrad können nicht alle Aufträge angenommen werden.

Diese Kennzahl soll nur bei einem Mangel an alternativen Informationen verwendet werden, da diese Kennzahl
bereits steigen könnte wenn
• Die Preise gestiegen sind
• Die Preise stärker gestiegen sind als die Produktionsmenge zurückgegangen ist.
• Alte stillgelegte Maschinen mit einem Restbuchwert veräußert werden

Einfacher ist es den preisbereinigten Produktionswert als Indiz für die Beschäftigung im Zeitvergleich
auszuwerten.
• Der preisbereinigte Produktionswert kann in Relation zur durchschnittlichen Belegschaftsstärke oder zum
durchschnittlichen bilanzanalytischen Anlagevermögen gesetzt werden.
• Nachteil: Es wird nur ein Produktionsfaktor (Arbeit oder Kapital) als Bezugsgröße angesetzt.

3.2.2.2. Humanvermögen
Jedes Unternehmen verfügt über menschliches Leistungsvermögen (Humanvermögen) das nicht
bilanzierungsfähig ist. Humankapitalbezogene Aufwendungen werden in der GuV als ergebnismindernd erfasst.
Dadurch geht der potentielle Investitionsgutcharakter humankapital-spezifischer Ausgaben in der
Rechnungslegung verloren.

Firmenwertmethode: Überdurchschnittliche Gewinnteile gegenüber der Branche verkörpern den Wert des
Humanvermögens. Dies ist nur ein Indiz, da eine Gewinnerhöhung auch durch andere günstige Kombinationen
von Produktionsfaktoren entstehen kann.

Die Ermittlung des Humanvermögens durch eine Bilanzanalyse ist unmöglich. Eine unternehmensinterne
Bewertung wäre eher sinnvoll, wird jedoch selten praktiziert.

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3.2.3. Methoden zur Finanzstrukturanalyse

Mit steigendem Betrag über die Zeit nehmen das Liquiditätssicherungsvermögen ab und das Erfolgszielvermögen
zu. Jedoch gibt es keinen allgemein gültigen Vorstellungen einer optimalen Finanzierung und die
Fremdkapitalzinsen sind abhängig vom Anspannungskoeffizient.

Komplementärkennzahl zum Anspannungskoeffizienten

Mit einer höheren Eigenkapitalquote steigt das Liquiditätssicherungsvermögen. Eine Eigenkapitalquote unter
einem Richtwert von 8% weißt auf eine Unternehmenskrise hin.
Im Wesentlichen sollen die Entsprechung der Fristigkeiten zu Investition und Finanzierung überprüft und somit
Rückschlüsse auf das Liquiditätssicherungsvermögen ermöglicht werden.

3.2.4. Kombinierte Analyse


Eine kombinierte Analyse soll gleichzeitig Auskunft über die Mittelverwendung (Aktiva) und die Mittelherkunft
(Passiva) geben. Solche horizontale Kennzahlen (Aktiva zu Passiva) haben das Ziel Fristigkeiten von
Kapitalverwendung und Kapitalherkunft gegenüberzustellen und daraus Rückschlüsse auf das
Liquiditätssicherungsvermögen zuzulassen.
Beispiele: Deckungsgrade, Liquiditätsgrade und Nettoumlaufvermögen

3.3. Methoden-Informationsvergleich
Die Analyse des Liquiditätssicherungsvermögens hat das Problem, dass die Liquidität zahlungsstromorientiert ist,
während die Bilanz das korrespondierende Ergebnis der erfolgsstromorientierten GuV darstellt.

3.4. Methodenvergleich
Sämtliche Methoden können die vergangene Liquiditätslage nicht besser beurteilen als der Fakt, das die aktuelle
Existenz des Unternehmens die Liquidität in der Vergangenheit bestätigt.
Eine Prognose der Liquiditätslage ist nur kurzfristig und tendenziell möglich.
Eine Bilanz ist kaum geeignet, über die Höhe und Nachhaltigkeit zukünftiger Erfolge zu informieren. Wirksamer
sind die kombinierten Analysemethoden der Erfolgslage.

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4. Analyse der Kreditwürdigkeit
4.1. Definition

• Kredit (lat. credere für glauben, vertrauen)


• Der Kreditgeber ist ein Gläubiger, der glaubt die Kreditsumme zurückzuerhalten.
• Die Kreditfähigkeit beschreibt die wirtschaftlich bedeutsamen Faktoren des potentiellen Kreditnehmers, z.B.
Kapitalausstattung, gesamtwirtschaftliche Entwicklung, Branchenentwicklung.
• Zu den Kreditsicherungsinstrumenten zählen Personalsicherheiten (z.B. Bürgschaft) und Sachsicherheiten
(z.B. Grundschuld)
• Die Kreditwürdigkeit i.e.S. umfasst die persönlichen charakterlichen Eigenschaften des Kreditnehmers und die
persönlichen Fähigkeiten der Geschäftsleitung, jedoch hat dies im Rahmen einer Bilanzanalyse nur
nachrangige Bedeutung.
• Das Ziel einer Kreditwürdigkeitsprüfung ist festzustellen wie groß die Gefahr ist den gegebenen Kredit zu
verlieren.

Kapitaldienstfähigkeit
• Der Kapitaldienst ist die finanzielle Gesamtbelastung, die der Kreditnehmer durch die Aufnahme des Kredites
zu tragen hat.
• Im Mittelpunkt steht die Prognose der Kapitaldienstfähigkeit des potentiellen Kreditnehmers, d.h. wie groß ist
die Fähigkeit zur Kredit- und Zinsrückzahlung.
• Die Liquiditätsprognose hat den wichtigsten Aspekt dabei.
Unterschiedliche Blickwinkel je nach Interessent
• Kreditgeber (Primäranalyse)
 Ziel ist die Kreditwürdigkeit möglichst sicher zu analysieren und die Kapitaldienstfähigkeit zu prognostizieren
um fundierte Entscheidungen zur Kreditvergabe zu fällen.
 Die Analyse stützt sich auch die externen und internen Informationen.
• Andere am Unternehmen interessierte Personen und Institutionen (Sekundäranalyse)
 Ziel ist festzustellen ob es alternative Kreditgeber gibt.
 Die Sekundäranalyse basiert ausschließlich auf publizierten Informationsquellen. Aus diesem Grund wird
hierbei die Analyse qualitativer Kriterien weitgehend eingeschränkt.

Leverage-Effekt
• Der Leverage-Effekt (Hebel- bzw. Hebelkraft-Effekt, auch Hebelwirkung) besagt, dass mit zunehmender
Verschuldung die Eigenkapitalrentabilität steigt, solange die Gesamtkapitalrentabilität des Unternehmens
höher als der Fremdkapitalzins ist (sog. Leverage-Chance).
• Dabei ist die letztgenannte Bedingung von zentraler Bedeutung für den Leverage-Effekt, weil nur solange
Fremdkapital gewinnbringend in das in Rede stehende Unternehmen investiert werden kann, wie der interne
Zinsfuß (dieser Investition) höher als der Fremdkapitalzins ist.
• Andernfalls ist die Rendite des eingesetzten Eigenkapitals geringer als letztlich zur Zinstilgung des
aufgenommenen Fremdkapitals aufgebracht werden muss (sog. Leverage-Risiko).
• Als (weitere) Prämisse des Effekts wird gewöhnlich vorausgesetzt, dass der Fremdkapitalzins auch bei
steigender Verschuldung konstant ist.

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Kreditwürdigkeit
• Bei der Bilanzanalyse wird die Kreditwürdigkeit entsprechend der Sekundäranalyse mit den Maßstäben einer
Banken durchgeführt (wie Primäranalyse).
• Potentielle Kreditnehmer werden in verschiedenen Ratingstufen eingeordnet, aus denen sich die
Kreditkonditionen und die Kredithöhe ableiten lassen.
• Die verschiedenen Methoden unterscheiden sich hinsichtlich der einbezogenen quantitativen und qualitativen
Faktoren und weiteren Warnindikatoren.
 Quantitative Faktoren (hard facts): Cashflow, Liquiditätsgrade, Gesamtkapitalrentabilität,
Verschuldungsgrade, Kapitalstruktur, Current Ratio
 Qualitative Faktoren (soft facts): Organisationsstruktur, Qualitäten der Unternehmensführung, Markt- und
Wettbewerbssituation

Hier fokussieren wir uns auf die Frage ob den Bilanzanalysten die erforderlichen Informationen zur Durchführung
der Methode innerhalb der Sekundäranalyse vorliegen.

4.2. Analysekriterien
4.2.1. Quantitative Kriterien
Quantitative Kriterien können typischerweise mit Kennzahlen aus dem Jahresabschluss abgeleitet werden.

Cashflow
• Maß der Schuldentilgungskraft bzw. der Innenfinanzierungskraft
• Finanzwirtschaftlicher Cashflow beinhaltet die liquiditätswirksamen erfolgswirtschaftlichen Erträge,
Aufwendungen aber auch die nicht erfolgswirksamen Bestandsveränderungen.
• Offenbart welche Mittel das Unternehmen in einer Periode erwirtschaftet und somit zur Verfügung stehen.
Schuldentilgungsdauer (dynamischer Verschuldungsgrad)
• Beliebte Kennzahl zur Kreditwürdigkeitsprognose insbesondere im Zeit- und Branchenvergleich.
• Zeigt an wie lange es tendenziell dauert die am Bilanzstichtag bestehenden Schulden durch die betrieblichen
Einzahlungsüberschüsse zu tilgen.
• Je kürzer die Tilgungsdauer, je kreditwürdiger ist das Unternehmen.

• Das Nettofremdkapital wird auch Effektivverschuldung genannt.


• Hohe Prognosezuverlässigkeit für die Kreditwürdigkeit

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Relativer Reingewinn
• Im Vergleich zur Gesamtkapitalrentabilität werden die Fremdkapitalzinsen nicht berücksichtigt, da dies eine
erhöhte Kreditwürdigkeit vorspielen würde.
• Hohe Prognosezuverlässigkeit für die Kreditwürdigkeit

Current Ratio
• Soll mindestens 2:1 betragen
• Sehr geringe Bedeutung bezüglich der Kreditwürdigkeit, da diese Kennzahl durch bilanzpolitische Aktionen
stark beeinflusst werden kann.

Eigenkapitalquote
• Sehr einfach berechenbar
• Interpretation ist nur über einen Normvergleich sinnvoll oder entsprechend der Aussage „Je höher die
Eigenkapitalausstattung, desto besser die Kreditwürdigkeit“.

Fazit
• Ein erhöhter Jahresüberschuss steigert tendenziell die Schuldentilgungskraft, wohingegen steigende
Fremdkapitalanteile diese mindern.

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4.2.2. Qualitative Kriterien
Soft facts können sich nur ungenügenderweise in Zahlen ausdrücken, z.B. allgemeine wirtschaftliche
Entwicklung, Organisationsstruktur, Qualitäten der Unternehmensführung, Rechtsform, Besicherungsquote, Güte
der Geschäftsbeziehungen, rechtliche und faktische Abhängigkeiten. Die Wirtschaftspresse und der Lagebericht
können über diese qualitativen Faktoren informieren. Meist wird dies reduziert auf „guter Geschäftsgang – gute
Geschäftsleitung“.

Persönliche Zuverlässigkeit
• Kann im Rahmen der Bilanzanalyse kaum analysiert werden, obwohl diese als wichtig eingestuft wird.

Rechtsform

• Die Rechtsform informiert über den Umfang des haftenden Vermögens.


• Bei unbeschränkt haftenden Rechtsformen kommt auf das Privatvermögen des Einzelnen an.
• Eine OHG ist kreditwürdiger als ein Einzelunternehmen, da mehrere Personen mit Ihrem Privatvermögen
haften.
• Bei einer KG haften die Kommanditisten nur mit Ihrer Einlage und mindestens ein Komplementär
vollumfänglich. Als Komplementär wird oft eine juristische Person in Form einer haftungsbeschränkten
Kapitalgesellschaft eingesetzt. Daraus folgt z.B. die Bezeichnung
GmbH & Co. KG.
• Eine AG hat in der Praxis die höchste Kreditwürdigkeit aufgrund des gesetzlichen Zwanges zur
Rücklagenbildung und somit einer Verhinderung von zu hohen Gewinnausschüttungen.

Besicherungsquote
• Kreditbesicherung kann am ehesten durch eine Grundpfandrecht-Sicherung ermittelt werden.
• Die Kreditbesicherung kann höher als 100% sein.

Güte der Geschäftsbeziehung


• Kann bestenfalls aus Publikationen Dritter. Z.B. Wirtschaftspresse, ermittelt werden.
Rechtliche und faktische Abhängigkeiten
• Ein stabiler Mutterkonzern kann positiven Einfluss auf die Kreditwürdigkeit haben.

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4.3. Analysemethoden
4.3.1. Analyse quantitativer Kriterien
Mittels einer Profilanalyse wird die Kreditwürdigkeit des Unternehmens festgestellt. Profilanalysen zeigen den
typischen Verlauf bestimmter Kennzahlen im Zeitablauf. Dabei werden die Ausprägungen von
zusammengebrochenen, aktiven Unternehmen mit dem zu untersuchenden Unternehmen verglichen. Je nach
absoluter Höhe und relativer Entwicklung wird auf die Kreditwürdigkeit geschlossen.

Für die Profilanalyse werden insbesondere der relative Cashflow bzw. der relative Reingewinn berücksichtigt.

Schwierigkeiten hinsichtlich der Aussagekraft


• Ein vergangenheitsorientiertes Profil hat für die Zukunft wenig Aussagekraft.
• Welcher typische Verlauf des Analyseprofils gleicht am meisten dem zu untersuchenden Unternehmen?
• Eine falsche Einstufung kann ein gesundes Unternehmen als insolvenzgefährdet charakterisieren.

4.3.2. Analyse qualitativer Kriterien


Hier wird die Kreditwürdigkeit i.e.S. untersucht, z.B. Beurteilung der persönlichen Integrität, unternehmerische
Fähigkeiten und basierend auf Erfahrungen und Intuition. Die Ergebnisse treffen statistisch tendenziell zu, können
jedoch im Einzelfall divergieren.

Die qualitative Analyse führt bei schematischer Bearbeitung regelmäßig zu Fehlurteilen. Deshalb sollen die
Kriterien zur Geschäftsleitungsbeurteilung individuell angepasst werden.
• Bei guter Konjunkturlage soll eine optimistische Grundeinstellung gelten.
• Eine hohe Zusammenbruchsrate der Branche soll eine intensive Suche an Kreditsicherheiten anregen.
• Unternehmensgröße ist branchenbezogen zu sehen.
• Anstatt des Unternehmensalters ist die konservative/progressive Unternehmenspolitik zu verwenden.

Die qualitative Analyse ist allenfalls zur Ergänzung einer quantitativen Analyse heranzuziehen.

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4.3.3. Analyse quantitativer und qualitativer Kriterien
Eine Ranganalyse berücksichtigt quantitative und qualitative Kriterien. Auch hier sollen eine Sekundäranalyse mit
den Methoden der Primäranalyse durchgeführt werden.

Die wichtigsten Einflussfaktoren bilden die Liquiditätslage, Erfolgslage und Vermögenslage mit in dieser
Rangfolge abnehmender Bedeutung. Die zu berücksichtigen qualitativen Faktoren beeinflussen die
Kreditwürdigkeit nicht unmittelbar, jedoch direkt die quantitativen Faktoren.

Auswertemöglichkeiten
• Basierend auf Erfahrungen und Intuition
• Gleiche Gewichtung aller Kriterien mit „1“ für Kriterium erfüllt und „-1“ für nicht erfüllt.
• Unterschiedliche Gewichtung der Kriterien

Beispielhaftes Entscheidungsschema der qualitativ-quantitativen Ranganalyse (Sekundäranalyse)

Praxis
• Zuerst wird eine quantitative Analyse auf der Basis von Kennzahlen unterschiedlicher Zielsetzungen
durchgeführt. Solche Kennzahlen sind z. B. die Liquidität 2. Grades und der Deckungsgrad A. Schließlich wird
eine qualitative Analyse so weit durchgeführt, wie die qualitativen Faktoren überhaupt zu ermitteln sind. Hier
handelt es sich z. B. um die Konjunkturlage, die Branchenentwicklung und die Besicherungsquote.

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5. Analyse der Personalpolitik
5.1. Definition und Analysemethodik
Personalpolitik umschreibt das personalwirtschaftliche Verhalten des Unternehmens mit dem Verhaltensrahmen
und den Entfaltungsmöglichkeiten.

Primäre Adressaten
• Aktuelle und potentielle Arbeitnehmer
Sekundäre Adressaten
• Geschäftsleitung und Personalabteilung indem eine Sicht von Außen weitergegeben wird.
• Gewerkschaften (haben Informationsrecht zu bestimmten internen Daten, wie Krankenstand, Überstunden, …)
Es existiert kein allgemeingültiger Maßstab für das personalwirtschaftliche Verhalten, z.B. gibt es keinen direkten
Zusammenhang einer Lohnveränderung zu einer Nutzenveränderung. Somit ist nur eine qualitative Analyse
möglich.

Wesentliche Teilbereiche (Unterziele) bei der Analyse der Personalbpolitik

Analyseablauf
• Festlegung der individuellen Rangfolge aus Sicht des Adressaten.
• Beurteilung der Teilbereiche und entsprechend der Rangfolge gewichtet.
• Ergebnis ist ein subjektives Gütemaß für das personalwirtschaftliche Verhalten.

5.2. Unterziele und deren Analyse


5.2.1. Soziale Sicherheit
Soziale Sicherheit umschreibt den Bereich der finanziellen Leistungen an den Produktionsfaktor Arbeit.

Zuerst ist die Nachhaltigkeit dieser Personalleistungen für die Zukunft zu prüfen.
• Voraussetzung ist die weitere Existenz des Unternehmens.
• Je geringer der Unterschied zwischen dem freiwilligen und gesetzlichen Lohnniveau ist, desto
wahrscheinlicher ist die zukünftige Einhaltung des aktuellen Lohnniveaus.
• Wie ist der Wille der Geschäftsleitung dem Personal einen möglichst hohen Anteil der Wertschöpfung
weiterzugeben? Dies kann im Vergleich mit anderen Unternehmen verifiziert werden.

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Kennzahlen

• Die Geschäftsleitung ist in der Berechnung des Lohniveaus nicht einzubeziehen, weil sich die
• Betrachtung der sozialen Sicherheit üblicherweise auf die Arbeitnehmer bezieht. Je höher Leistungen bei
vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit und Pensionierung sind, desto größer ist die soziale Sicherheit.
Informationen dazu werden im Sozialbericht als Teil des Lageberichts publiziert.
• Ein hohes Lohnniveau ist oft im Lagebericht vermerkt.

• Ein Zielkonflikt besteht zwischen hohen und sicheren Einkünften.


• Kaufmännische und technische Experten erhalten manchmal Aktien zur Bindung an das Unternehmen.

5.2.2. Bildung
Betriebliche Möglichkeiten zur Aus- und Weiterbildung sind ein wichtiger Beitrag zur wirtschaftlichen Zukunft des
Unternehmens und helfen dem Arbeitnehmer seine Einkünfte zu sichern bzw. zu erhöhen.

Informationsquellen zum Bildungsangebot sind Stellenanzeigen, Publikationen, Lagebericht und Sozialbilanz. Es


kann vermutet werden, dass die individuellen Bildungschancen des Einzelnen umso höher sind, umso mehr
Möglichkeiten das Unternehmen bietet.

5.2.3. Betriebsklima
Das Betriebsklima beschreibt die herrschenden Einflüsse auf die Zufriedenheit des Arbeitsnehmers. Die Einflüsse
und der Umfang sind meist nicht bestimmbar.

Es hat bei der Analyse des personalwirtschaftlichen Verhaltens meist die höchste Rangstufe. Ein tendenzieller
Maßstab ist die Fluktuationsquote und der Krankenstand. Als Informationsquellen können die im Anhang
genannte Anzahl der Arbeitnehmer und Stellenausschreibungen sein.

Bei großen Konzernen kann das Betriebsklima sehr unterschiedlich zwischen den Abteilungen sein, somit wären
hier die abteilungsspezifischen Zahlen von Interesse. Jedoch sind solche Informationen extern meist nicht
verfügbar.

5.2.4. Beförderung
Aufstiegschancen lassen sich extern kaum untersuchen. Ein Indiz könnte sein, dass Stellenbesetzungen soweit
wie möglich aus den eigenen Reihen erfolgen sollen.

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6. Analyse der Umweltpolitik
6.1. Definition und Analysemethodik
Die Gesellschaft beurteilt Unternehmen immer stärker nach deren Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität.
Die Berücksichtigung dieser externen Ansprüche wird damit oft zu einem Unternehmensziel. Umweltpolitik
umfasst alle Maßnahmen, die sich mit bewussten und unbewussten Ansprüchen der Gesellschaft und der
Steigerung der Lebensqualität befassen.

Grundsätzliche Probleme einer quantitativen Analyse der Lebensqualität


• Was sind repräsentative Unterziele für die Erfassung der Lebensqualität?
• Welche Methoden und Modelle sollen verwendet werden?
• Wie können Einflussfaktoren quantifiziert werden?
Zur Beurteilung der unternehmerischen Umweltpolitik soll man sich auf die folgenden Teilbereiche einschränken:

Eine qualitative Analyse kann versuchen festzustellen, ob das Verhalten hinsichtlich des Unterziels gut, mittel
oder schlecht ist. Die Personalpolitik hat einen sehr großen Einfluss auf die Lebensqualität.

6.2. Unterziele und deren Analyse


6.2.1. Informationspolitik
Die Informationspolitik ist eine notwendige Voraussetzung zur Durchführung einer Bilanzanalyse bzw. des
umweltpolitischen Verhaltens. Tendenziell deutet eine höhere Informationsfreudigkeit auf ein besseres
Umweltverhalten, ganz im Sinne „Tue Gutes und rede darüber“. Mit steigender Informationsfreudigkeit sinkt die
Gefahr von sozial negativen Schritten, die dann verschleiert werden müsste.

Informationsquellen
• Freiwillige Angaben im Jahresabschluss
• Anzahl und Detailliertheit weiterer Veröffentlichungen
• Veröffentlichung von Sozialbilanzen, die über die finanziellen Leistungen für den sozialen Bereich informieren
(intern und extern).

Ökobilanzen
• Betriebsbilanz zeigt energetische Folgen von Wareneinsatz und Produktabsatz.
• Prozessbilanz informiert über Emissionsbelastungen durch die Produktion.
• Produktbilanz weist auf ökologische Belastung während des Lebenszyklus von Produkten hin.
• Standort- und Anlagenbilanz zeigt die Umweltverträglichkeit des Anlagevermögens.
6.2.2. Aktionärspolitik
Hat eine hohe Bedeutung bei Aktiengesellschaften, speziell für die kleinen Kapitalgeber mit geringem Einfluss.
Die Geschäftsleitung vertritt regelmäßig andere bzw. teilweise konkurrierende Ziele zu dem Eigenkapitalgeber.

Die Aktionärspolitik ist positiv bei einer regelmäßigen Ausschüttung ausreichender Dividenden und umfassenden
Aktionärsinformationen. Eine progressive Ausschüttungspolitik könnte auch einen schlechten Geschäftsgang
verheimlichen um die Außenfinanzierung zu erhöhen.

6.2.3. Steuerliches Verhalten


Unternehmen leisten einen Gesellschaftsbeitrag mittels Steuern. Somit ist das steuerliche Verhalten ein Indikator
für das umweltpolitische Verhalten.

Primäres Ziel: Keinen Missbrauch steuerlicher Normen betreiben. Jedoch gibt es keine Messkriterien, somit
verbleiben nur die sekundären Kriterien: Höhe und zeitnahe Zahlung.

Je mehr die Geschäftsleitung versucht Steuerzahlungen in die Zukunft zu verschieben und gering zu halten, je
negativer wir das steuerliche Verhalten beurteilt.

Hier besteht eine Zielantinomie zu den Gesellschaftszielen, d.h. es ergeben sich gegensätzlich ausschließende
Ziele.

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Informationsquellen für das steuerliche Verhalten
• Existenz von Korrekturposten aufgrund steuerlicher Außenprüfungen
 Aufgrund nicht rechtskonformer Steuerbilanzpolitik
 Durch Unkenntnis steuerrechtlicher Vorschriften
• Höhe der Steuerrückstellungen
• Mögliche Gewinnverschiebungen in andere Volkswirtschaften
 Führt gewöhnlich zum endgültigen Ausfall von Steuern
 Andere Quellen führen lediglich zu einer zeitlichen Verschiebung der Steuerzahlung.
• Ausnutzungsgrad steuerrechtlicher Vergünstigungen
 Z.B für Betriebsansiedelungen
• Höhe der aktiven und passiven latenten Steuern
 Eine progressive HGB-Bilanzpolitik und eine gleichzeitige konservative Steuerbilanzpolitik führen tendenziell
zu erhöhten passiven latenten Steuern in der HGB-Bilanz.
 Aufgrund fehlender unmittelbarer Verknüpfung zwischen dem IFRS- und dem steuerrechtlichen Abschluss
sind die Gewinn-Unterschiede wesentlich.
6.2.4.

6.2.5. Umweltschutz
Umweltschutz umfasst die Vermeidung und Verminderung der chemischen, akustischen und physikalischen
Einflüsse des Unternehmens auf die nähere oder weitere Umwelt. Dazu gehören auch die unmittelbaren
Einflüsse auf die Mitarbeitergesundheit.

Ein Vergleichsmaßstab für eine Gut/Schlecht-Analyse fehlt. Ein Zusammenhang der publizierten Aufwendungen
zur Effektivität der finanzierten Maßnahmen ist lediglich vermutbar.

Informationsquellen: Lagebericht, Anzeigen, Wirtschaftspresse

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6.2.6. Konjunkturbeitrag
Der Konjunkturbeitrag beschreibt den Einfluss auf die Stabilität der Preise, die Arbeitslosenquote, angemessenen
Exportbeitrag und das gesamtwirtschaftliche Wachstum. Hierbei handelt es sich um den individuellen Einfluss
des Unternehmens auf das magische Viereck der Volkswirtschaftspolitik.

Je größer das wirtschaftliche Potential des Unternehmens ist, je höher ist der Einflussgrad auf eine
Volkswirtschaft. Der Einfluss hängt auch von der Marktform auf Nachfrage- und Angebotseite ab (z.B. Monopol,
Preisführerschaft). Informationen über den Konjunkturbeitrag eines Unternehmens lassen sich kaum aus
publizierten Jahresabschlüssen entnehmen. Hier ist der Analyst auf die Publikationen der Wirtschaftspresse
angewiesen.

Beitrag zur Preisstabilität


• Ist negativ, falls alle Möglichkeiten für eine Preiserhöhung ausgenutzt werden.
• Dies umfasst auch, dass bei Rohstoffpreisverminderungen diese nicht weitergegeben werden.
Personalpolitik
• Prozyklische Personaleinstellungen bzw. Freisetzungen sind ungünstig hinsichtlich der Entwicklung und
Stabilität der gesamtwirtschaftlichen Arbeitslosenquote.
• Hinweise auf häufige Kurzarbeit bei schlechten wirtschaftlichen Entwicklungen lassen auf eine stark
einzelwirtschaftliche ausgerichtete Personalpolitik schließen.

Exportpolitik
• Hinweise werden im Lagebericht/Anhang publiziert. Infos zur Importpolitik gibt es kaum.
Wachstum
• Eine Beurteilung des relativen Wachstums bezogen auf das gesamtwirtschaftliche Wachstum soll auf die
Entwicklung des bilanzanalytischen Gesamtkapitals beruhen.

Die Wachstumsquote besagt um wie viel Prozent die um die Einflüsse der Inflation bereinigte
Produktionsfähigkeit des Unternehmens im Betrachtungszeitraum stärker gewachsen ist als die der
Volkswirtschaft.

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7. Analyse der Investitions- und der Innovationspolitik
7.1. Definition
Die Zukunftsorientierung mit der Investitions- und Innovationspolitik ist von existenzieller Bedeutung für ein
Unternehmen. Dazu gehören die Auszahlungen für Investitionen i.e.S. zur Anschaffung und Herstellung neuer
Komponenten und die Erhaltung der vorhandenen Komponenten, das als Investition i.w.S. bezeichnet wird.

Innovationspolitik
• Umfasst die Ausrichtung des Unternehmens auf zukünftige Entwicklungen
• Somit ist die Innovationspolitik eng mit der Investitionspolitik verknüpft.
• Das Produktprogramm soll auf zukünftige Entwicklungen ausgerichtet werden um Wettbewerbsvorteile zu
erzielen.
• Die Aktivitäten der Forschung und Entwicklung spielen eine besondere Rolle.
• Mangelnde Innovationsbereitschaft resultiert in schrumpfende Marktanteile durch veraltete Produkte und
kostenintensiven Produktionsprozessen.

Kapitalwertkriterium
• Bildet theoretisch ein sinnvolles Maß zur Beurteilung der Investitionspolitik
• Wird jedoch in der Praxis oft falsch verwendet, da kapitalmarkttheoretischen Informationen anstatt
investitionstheoretische verwendet werden.
• Für den Bilanzleser nicht anwendbar
Schwierigkeiten
• Fehlender Maßstab für absolute Zielkriterien
• Somit müssen relative Zielkriterien verwendet werden, z.B. Betriebs-, Zeit- oder Branchenvergleiche.

7.2. Analysemethodik
7.2.1. Grundsätzliche Einschränkungen
Zu berücksichtigende Einschränkungen sind
• Investitionen können durch Preisschwankungen beeinflusst sein.
• Es gibt erhebliche bilanzpolitische Spielräume hinsichtlich den Abschreibungen.
• Fehlender Zusammenhang von Abschreibungen und Abnutzungen
• Abgrenzung zwischen Erweiterungs- und Erhaltungsaufwand ist oft schwierig.
• Entsprechen Investitionen dem Stand der Technik?
• Investitionen erfolgen schubweise und nicht kontinuierlich.
• Grundstücke und Gebäude werden zusammen ausgewiesen, obwohl Abschreibungen nur bei Gebäuden
durchführbar sind.
• Die Durchführung von Investitionen unter wirtschaftlichen Kriterien soll die Investitionshöhe dominieren.
• Neuinvestitionen können zu einer veränderten Aufwandsstruktur führen.

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7.2.2. Analysemethoden bezüglich der Investitionspolitik

Anlagevermögen
• Investitionen in das Anlagevermögen bilden ein erstes Indiz für die Investitionspolitik.
• Oft erkennen interne Leistungsträger nicht, dass Investitionen nötig sind zur Erhaltung des aktuellen Betriebes.
• Bei sachanlagenintensiven Unternehmen sollten Erläuterungen zu den betrieblichen Aufwendungen im
Anhang aufgeführt sein.
• Als Informationsquelle dienen Anlagenspiegel und Cashflow aus der Investitionstätigkeit.
• Diese Informationen sind jedoch nur beschränkt aussagekräftig, aufgrund
 Unbekannter Kapazitäten neuer Anlagen
 Unbekanntes Alter der Anlagen
 Erweiterungen oder Ersatz von Anlagen
 Neue oder alte Technologien

Kennzahlen
• Investitionsüberschuss

• Investitionsdeckung
Der Kehrwert wird als Investitionsdeckung bezeichnet und beschreibt inwieweit Investitionen durch
Abschreibungen finanziert werden können.

• Investitionsquote

 Ist negativ, falls die Abgänge und Abschreibungen nicht durch Neuinvestitionen ausgeglichen werden.

• Innenfinanzierungsgrad
Besagt inwieweit Investitionen durchgeführt werden können ohne eine Kreditfinanzierung.

• Alter des Sachanlagevermögens


 Externe Bilanzleser können Informationen zur Investitionspolitik aus dem Alter des Sachanlagevermögens
gewinnen.

 Je kleiner dieser Wert ist, desto höher scheint der Bedarf an Erhaltungsaufwand.

• Anlagenabnutzungsgrad

 Je höher, umso höher ist das durchschnittliche Alter des Sachanlagevermögens.

7.2.3. Analysemethoden bezüglich der Innovationspolitik


Die Bereiche Forschung und Entwicklung sind hier von großer Bedeutung. Bei der Forschung wird in
Grundlagenforschung und Zweckforschung unterschieden.

Bilanzierung nach HGB


• Für selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens besteht ein
Aktivierungswahlrecht.
• Für Forschungsaufwendungen besteht ein Bilanzierungsverbot und für Entwicklungsaufwendungen ein
Aktivierungswahlrecht.
• Falls keine Unterscheidung gemacht werden kann, dann besteht ein Aktivierungsverbot.

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• Bei einer Aktivierung ist der Gesamtbetrag für F&E im Anhang auszuweisen.
• Falls keine Aktivierung erfolgt muss keine Information publiziert werden; dies schützt vor Wettbewerber.
Bilanzierung nach IFRS
• Für Entwicklungsaufwendungen besteht eine Aktivierungspflicht.
• Dabei müssen die folgenden Kriterien erfüllt sein:
 Technische Realisierbarkeit
 Absicht den Vermögenswert fertig zu stellen
 Fähigkeit den Vermögenswert zu nutzen bzw. zu verkaufen
 Künftiger wirtschaftlicher Nutzen
 Ausreichend Ressourcen zur Fertigstellung und Verwertung
 Möglichkeit einer verlässlichen Bewertung

Kennzahl zur Innovationspolitikanalyse

• Ein Zeit- oder Branchenvergleich kann Hinweise auf die Zukunftsorientierung geben.
• Ein Anstieg dieser Kennzahl führt nicht zwangsläufig zu Wettbewerbsvorteilen, da aus der Ausgabenhöhe
nicht direkt auf deren Erfolg geschlossen werden kann, sondern lediglich auf das Innovationspotential.
• Publizierte Informationen sind mit Vorsicht zu interpretieren.
Ein Indiz kann die Anzahl der F&E Mitarbeiter bilden.

Durch Sachverhaltsgestaltung kann auf Einzelabschlussebene eine Aktivierung von Forschungs-aufwendungen


ermöglicht werden. Hierzu müssen die Forschungs- oder die gesamten F&E-Aktivitäten auf ein selbständiges
(Tochter-)Unternehmen ausgegliedert und die Ergebnisse hieraus entgeltlich erworben werden. Aufgrund des
damit verbundenen entgeltlichen Erwerbs besteht hierfür nunmehr eine Ansatzpflicht aus Sicht des erwerbenden
Unternehmens auf Einzelabschlussebene. Sogar beim forschenden (Tochter-)Unternehmen ergibt sich durch
diese
Konstruktion der Tatbestand der Auftragsforschung, was zu einer Absatzorientierung führt.
Deshalb sind auch hier die (immateriellen) Forschungsergebnisse (bis zur Veräußerung an das
Mutterunternehmen) im Einzelabschluss zu aktivieren, weil sie dem Umlaufvermögen zugeordnet werden
müssen.

8. Analyse der Unternehmenszielerreichung


Eine der Hauptaufgaben der Unternehmensführung ist die Festlegung und Strukturierung der Unternehmensziele
sowie die Fixierung der Zielgrössen.

Interne Analyse
• Die interne Analyse der Zielerreichung soll zur Verbesserung der zukünftigen Planung und Realisation dienen
mittels
 Fortschrittskontrollen
 Ergebniskontrolle der einzelnen Zielerreichungsgrade
 Prämissenkontrolle hinsichtlich der Struktur des Zielsystems
 Grundsatzplanung
Externe Analyse
• Der externe Bilanzanalyst ist auch interessiert an der Zielsystemfestlegung und dem Zielerreichungsgrad.
• Sichtweisen der Zielerreichungsanalyse
 Analyst legt nach der eigenen Vorstellung ein Soll-Zielsystem für das Unternehmen fest. Dieses wird
danach mit den Ist-Größen verglichen.
 Analyst versucht das Ist-Zielsystem der Geschäftsleitung zu ermitteln.

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Primäranalyse
• Analyse der Soll-Zielerreichung anhand der Vorstellungen des Analysten.
• Diese Analyse wird gewöhnlich durch den Bilanz-Analysten vorgenommen.
Sekundäranalyse
• Analyse der Ist-Zielerreichung, um die wirtschaftliche Lage aus Sicht der Geschäftsleitung zu beurteilen.
• Informationen hierzu liegen meist nicht vor bzw. sind sehr subjektiv.

Eine Analyse der Unternehmenszielerreichung wird meist durchgeführt um die Qualitäten der Geschäftsleitung zu
beurteilen. Jedoch kann eine Geschäftsleitung nur für Entwicklungen verantwortbar gemacht werden, die durch
deren Entscheidungen verursacht wurden.

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