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Deutsch Lk – Lernzettel - Klausur 21.11.

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1. Sprachliche Analyse
1.1 Fragen
- Enthält der Text Wörter u. Ausdrücke, d. in einem übertragenen Sinn verstanden
werden müssen (sprachliche Bilder, Metaphern, Vergleiche)? Welche Wirkung haben
sie?
- Enthält d. Text eine auffällige Fremdwörter oder fachsprachliche Ausdrücke? Warum?
- Schlagwörter?
[ D Euphemismen: - Gibt es Wörter oder Wendungen, die
beschönigende, etwas übertreiben oder untertreiben?
verhüllende, mildernde etwas bildlich ausdrücken? (sprachliche Bilder, Metaphern, Vergleiche ...)
Umschreibung für ein etwas veranschaulichen?
anstößiges oder etwas beschönigen? (Euphemismen)
unangenehmes Wort nur einen Teil von einem Ganzen ansprechen? (Synekdoche)
Beispiel: » geistige das Gegenteil von dem meinen, was sie sagen? (Ironie)
Umnachtung« ist ein
zwei oder mehr Bedeutungen haben? (Synonyme)
Euphemismus für
- Auf welchem Sprachniveau befindet sich die Figur?
»Wahnsinn« ]
- Ist die innere u. äußere Situation der Person an der Sprache erkennbar?
[ D Synekdoche: das - Ist die Sprache eher sachlich?
Ersetzen eines Begriffs
durch einen engeren
oder weiteren (z. B.
1.2 Gespräch
- Form/Typus – Argumentierendes Gespräch, Verhör, Verteidigung, Einschüchterung
»Dach« für »Haus«) ]
- Monolog?
- Evtl. Wende- Höhepunkte?
- Verlauf- Gibt es Unterbrechungen?- wie funktioniert d. Sprechwechesel?
- Gesprächsverhalten/struktur- Gibt es Gesprächsziele? Sind Ziele
Gesprächsteilnehmern klar? Werden diese erreicht?
- Wie ist die Verteilung der Sprechanteile?
- Gibt es Subtexte?
[ D Aufklärung: - Reden Figuren miteinander oder aneinander vorbei?
„Aufklären“ von
- Strategie- gibt es Gesprächsstrategie mit dem Ziele erreicht werden sollen?
beliebigen Sachverhalten
- Sprechakte- gibt es kennzeichnenden Sprechakte? (bitten,drohen,auffordern usw.
und über beliebige
Sachverhalte verwendet, - Emotionen- Wie werden diese gezeigt? Unter Kontrolle?
bezeichnet die um das
Jahr 1700 einsetzende
Entwicklung, durch 2. Szenenenanalyse
rationales Denken alle
den Fortschritt 2.1 Die perfekte Einleitung
behindernden Strukturen - Gotthold Ephraim Lessing hat sein fünf Aufzüge umfassendes „dramatisches Gedicht“
zu überwinden. Es galt mit dem Titel „Nathan der Weise“ im Jahre 1779 verfasst. Es handelt von der
Akzeptanz für neu
Überwindung von Religionskonflikten und davon, dass alle Menschen, unabhängig von
erlangtes Wissen zu
Herkunft und Religion durch ihre Menschlichkeit miteinander verbunden sind. Diese
schaffen. Seit etwa 1780
bezeichnet der Terminus
Zusammengehörigkeit wird von der Figur Nathan, ein jüdischer Kaufmann, der durch
auch diese geistige und seine Menschenfreundlichkeit und Vorurteilsfreiheit überwindet, mit seiner Moral und
soziale Humanität gegründeten Argumentation andere Personen von der Gleichheit der
Reformbewegung. ] Menschen zu überzeugen versucht und sich so als Vorbild der Aufklärung erweist. Dies
lässt sich auch im fünften Auftritt des zweiten Aufzuges nachweisen, in dem ein
Gespräch zwischen Nathan und dem Tempelherrn stattfindet.

2.2. Aufbau
I. Einleitung
II. Inhaltswiedergabe – wenn möglich in Kombination mit Sprechakte/Sprachbild
- Vorgeschichte bzw. Einordnung in Gesamtkontext
- Deutungshypothese
III. Sprachliche Analyse – mit oben genannten Punkten MIT TEXT BELEGEN
IV. Was wird mitgeteilt – Vergleich aus anderen Stücken
V. Deutung Bezug auf Epoche, (andere) Stück(e), Sachtexte über das Thema
VI. Schluss
-kurze Inhalts Wiedergabe
-Ergebnisse der Sprachlichen Analyse vorweisen
-Szene beurteilen nach Relevanz im Stück
-Bestätigung der Deutungshypothese bzw. Deutung des Textes
-Erwartung

3. Wahrheit und Irrtum


3.1 Wahrheit
- „Nicht die Wahrheit, in deren Besitz irgendein Mensch ist oder zu sein vermeinet, sondern
die aufrichtige Mühe, die er angewandt hat, hinter die Wahrheit zu kommen, macht den Wert
des Menschen. Denn nicht nur den Besitz, sondern durch Nachforschung der Wahrheit
erweitern sich seine Kräfte, worin allein seine immer wachsende Vollkommenheit besteht. Der
Besitz macht ruhig, träge, stolz.“ – Eine Duplik

 Nicht die Wahrheit selbst formt den Menschlichen Charakter, es ist der Weg wie wir zu
der Wahrheit gelangen
 Wir müssen uns Irren um zu lernen
 Wer die Wahrheit kennt wird faul und schütz sich hinter ihr
 Nutzt sie für sich -> Überlegenheit, Macht, versperrt anderen den Weg zu ihr

-„Die Wahrheit, sobald die geäußert wird, sich sofort in eine Meinung unter Meinungen
verwandelt, bestritten wird, umformuliert, Gegenstand des Gespräches ist wie andere
Gegenstände auch.“ – Von der Menschlichkeit in finsteren Zeiten – Hannah Arendt (Rede)
[ D Thesen: Ein  Sobald die Wahrheit bekannt ist wird sie von jedem so aufgenommen wie es ihm am
Gedanke oder Satz, besten passt und dementsprechend umgewandelt
dessen Wahrheitsinhalt
eines Beweises bedarf.
Der Verfasser einer
3.2 Irrtum
These behauptet die -„Es gibt viele Wege, sich zu irren. Nicht alle sind gleich beschämend“ – Irren – Carolin E.
Wahrheit. Ist die These
-„Es gibt viele Weisen sich zu irren: optisch, emotional, politisch, ethisch, und so viele gute
nicht haltbar, muss sie
wie schlechte Gründe dafür: aus Verliebtheit, aus Eile, aus Hoffnung, aus Bequemlichkeit,
verworfen werden.
aus Unwissen, aus Geschmacklosigkeit, aus geistiger Unbeweglichkeit.“ – Irren - Carolin E.
Andernfalls kann an
der These festgehalten -„Denn es gibt sie ja, die idealen Punkte, Sternen gleich über uns, deren Sicht uns nur
werden. Eine These ist
verwehrt ist. Aber mit etwas Glück und ausreichen aufklärerischer Absicht nähern wir uns
allgemein aufgefasst
ihnen.- Irren- C. E.
eine Aussage, die das
Wesentliche aus einem  Es ist nicht immer schlimm sich zu Irren
Komplex von Aussagen
pragmatisch
hervorheben bzw. zur
Geltung bringen soll. ]
 Die Wahrheit bleibt wohl immer begehrt, doch uns zunächst unerreichbar. Wir können
[ D Antithese: Eine These uns ihr lediglich mit genug aufklärerischem tun ihr nähern
ist ein Gedanke oder Satz,
 Lieber irren als die Wahrheit kennen -> da kein Lernprozess abläuft
dessen Wahrheitsinhalt
eines Beweises bedarf.
Der Verfasser einer These
behauptet die Wahrheit.
4. Agitation und Redekunst
Ist die These nicht haltbar,
Agitation Redekunst
muss sie verworfen
 Beansprucht die Wahrheit zu kennen  Sucht die Wahrheit in der Debatte
werden. Andernfalls kann
 Verschmelzung von Thesen u. Antithese, zwischen These u. Antithese (Dialektik)
an der These festgehalten
d.h Abwesenheit einer Gegenposition  Braucht Freiheit, Offenheit,
werden. Eine These ist
(Affirmation) Unabgeschlossenheit u. Vorläufigkeit als
allgemein aufgefasst eine
 Sprache_als_Machtinstrument Voraussetzung
Aussage, die das
(Disziplinierungsinstrument)  Nebeneinander von Argument (Logik) u.
Wesentliche aus einem
Affekt (Emotionen)
Komplex von Aussagen
 Entwurf v. Möglichkeiten
pragmatisch hervorheben
bzw. zur Geltung bringen  Beharren auf dem Bestehenden; keine -Denken in Alternativen
soll. ] Möglichkeiten des freien Spekulierens: -Ironie
[ D Affirmation: Bejahung, -Diktat -Fülle an Aspekten
Versicherung ]
-Imperativ -Lehre/Belehrung
-Kommando
[ D Dialektik: (Rhetorik) -Zeremoniell
Kunst der
Gesprächsführung;
Fähigkeit, den [ D Redekunst als eine aufklärerische Disziplin definiert: Das mündige Objekt Subjekt handelt u.
Diskussionspartner in denkt nach dem Primat der Vernunft, die durch die Suche nach der vorläufigen, als subjektiv und
Rede und Gegenrede zu nicht als ewig gültig verstandenen „Wahrheit“ nicht auf überlieferte Autoritäten zurückgreift,
überzeugen (Philosophie)
sondern nach unabhängigen Gesetzten der „kritischen Vernunft“, d.h. mithilfe v. Thesen und
philosophische Methode,
Antithese, v. Alternativen und Entwürfen u. mit offenem Ausgang, zu denken u. zu erkennen
die die Position, von der
versucht. ]
sie ausgeht, durch
gegensätzliche
Behauptungen infrage
stellt und in der Synthese
beider Positionen eine
Erkenntnis höherer Art zu
gewinnen sucht.]

[ D Affekt: heftige Erregung,


Gemütsbewegung; Zustand
außergewöhnlicher
psychischer Angespanntheit

(bildungssprachlich)
Leidenschaftlich. ]