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SüdweStfunk-

OrcheSter

Baden-Baden

Karel

anČerl

dirigiert | conducts

Josef Suk

ASRAEL

Iša KrejČi

SERENATA

SüdweStfunk- OrcheSter Baden-Baden Karel anČerl dirigiert | conducts Josef Suk ASRAEL Iša KrejČi SERENATA 1967
1967
1967

Südwestfunk-Orchester Baden-Baden KAREL ANčERL

Digitales Remastering der SWR-Originalbänder | Digitally remastered from the original SWR tapes

Doppeltes Totengedenken

Karel Ančerl dirigiert Josef Suks Asrael-Sinfonie und Iša Krejčis Serenata

Die herausragende Stellung des Dirigenten Karel Ančerl gründet vor allem darauf, dass es ihm in wenigen Jahren gelang, die Tsche- chische Philharmonie als eines der weltweit angesehensten und erfolgreichsten Orches- ter zu etablieren. Unter seinem großen Vor- gänger Václav Talich, dem bedeutendsten tschechischen Dirigenten des 20. Jahrhun- derts, war das Orchester vor allem in der Heimat zur Blüte gelangt, doch unter Ančerl wurde es, trotz der Restriktionen des Kalten Krieges, zu einem überall umjubelten Reise- orchester, dessen Welttournee 1959 als bis dahin längste und umfangreichste über- haupt in die Geschichte einging.

Karel Ančerl wurde am 11. April 1908 im süd- böhmischen Dorf Tučapy als Sohn eines er- folgreichen jüdischen Spirituosenherstellers geboren und studierte, nachdem er 1924 das Gymnasium in Prag absolviert hatte, am Pra- ger Konservatorium Komposition bei Jaroslav Křička und Dirigieren bei Pavel Dědeček – und außerdem Schlagzeug. Von Alois Hába ließ er sich in Mikrointervallik unterweisen, und bei den Proben der Tschechischen Phil- harmonie verfolgte er vor allem die Arbeit

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von Václav Talich, der als sein eigentlicher Lehrmeister bezeichnet werden kann. Am 24. Juni 1930 debütierte Ančerl am Konservato- rium erfolgreich als Dirigent in der Abschluss- prüfung mit der Uraufführung seiner Sinfo- nietta und entschied sich dann, das Kompo- nieren hinter sich zu lassen und sich ganz dem Dirigieren zu widmen.

Im Jahre 1931 studierte Ančerl in München unter schwierigsten Bedingungen für Her- mann Scherchen Alois Hábas Vierteltonoper Die Mutter ein und begründete damit seinen Ruf als einer der versiertesten Dirigenten neuer Musik seiner Generation, den er ein Le- ben lang immer wieder bestätigen sollte. Im selben Jahr wurde er in Prag als Dirigent am „Befreiten Theater“ engagiert. 1932 (in Wien) und 1933 (in Amsterdam) trat er bei den Fes- tivals der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik auf.

Seinen Durchbruch in der Tschechoslowakei hatte Ančerl, als er im Rundfunk über Nacht die Leitung der 3. Sinfonie von Prokofjew übernahm. Doch die Besetzung des Landes durch die Deutschen machte alle weiteren

Hoffnungen zunichte. Er wurde umgehend entlassen und am 12. November 1942 mit seiner Frau nach Theresienstadt (Terezín) de- portiert, wo er das legendäre Streichorches- ter des Konzentrationslagers leitete. 1944 war er dort mit einer Komposition von Pavel Haas der Dirigent in Kurt Gerrons Nazi-Pro- pagandafilm Der Führer schenkt den Juden ei- ne Stadt, und gleich nach Ende der Dreharbei- ten für dieses infame Täuschungsmanöver wurde er am 15. Oktober nach Auschwitz de- portiert. Im Gegensatz zu seiner Frau Valy und seinem in Theresienstadt geborenen Sohn Jan überlebte er das Lager.

Nach Kriegsende wurde Ančerl zum Leiter der neugründeten „Oper des 5. Mai“ in Prag ernannt, im Oktober 1947 übernahm er die Leitung des Nationalen Rundfunk-Sinfonie- orchesters. Ab 1948 wirkte er für kurze Zeit auch als Dirigierprofessor an der Akademie der musischen Künste, wo er mit Zdeněk Košler und Martin Turnovský zwei führende tschechische Dirigenten der kommenden Ge- neration ausbildete. 1941 war Václav Talich als Chefdirigent der Tschechischen Philhar- monie durch Rafael Kubelík ersetzt worden, doch 1948 emigrierte Kubelík in den Westen und gab zu Protokoll, er wolle nach der natio- nalsozialistischen Besatzung nicht wieder in einer Diktatur leben.

1950 dann hatte sich das Ministerium ent- schieden: Ohne die Mitglieder der Tsche- chischen Phiharmonie zu befragen, ernannte man Ančerl zum neuen Chefdirigenten, was zunächst mit kritischer Distanz aufgenom- men wurde. Doch mit unerschütterlicher Dis- ziplin, Hingabe und Kompetenz brachte Ančerl schnell das Orchester auf seine Seite und führte es – im Wechselspiel mit dem he- rausragenden Trentiner Gastdirigenten An- tonio Pedrotti, der 1950 in Prag debütierte und dem Orchester auch für zwei Jahrzehnte verbunden blieb – durch eine große Zahl ex- zellenter Schallplattenaufnahmen und welt- weite Gastspiele zu höchstem internationa- len Erfolg.

Der Solocellist der Tschechischen Philharmo- nie František Sláma (1923–2004) berichtete als Weggefährte über 18 Jahre von Ančerls „unglaublicher Partiturkenntnis, Vertrautheit mit den einzelnen Instrumenten und seiner präzisen, akribischen Arbeit mit jeder Instru- mentengruppe, sogar mit einzelnen Musi- kern, was ihm ermöglichte, die Perfektion sei- ner Interpretation des jeweiligen Werks zu erzielen“. Sláma zufolge brachte Ančerl die Musiker mit der Forderung „strikt im Tempo!“ zeitweise zur Verzweiflung und arbeitete hart beinahe jenseits der Belastungsgrenze, auch wenn er „kein Sklaventreiber“ war und „Respekt hatte für die gewöhnlichsten Bestre-

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bungen, solange sie ehrlich und gekonnt aus- geführt wurden. Oberflächlichkeit konnte er nicht ertragen […] Er verfolgte ähnliche Ideale wir Talich, doch nahm er dabei einen ande- ren Weg.“

Als 1968, im August, 250000 Soldaten des Warschauer Pakts in der „Operation Donau“ die Tschechoslowakei besetzten und gewalt- sam, einschließlich der Ermordung von 137 Zivilisten, die unter Alexander Dubček verfüg- ten Liberalisierungen des „Prager Frühlings“ rückgängig machten, beschloss Ančerl, sei- ner Heimat den Rücken zu kehren. Noch ein- mal, beim Prager Frühlingsfestival 1969, di- rigierte er seine Tschechische Philharmonie, doch da war er bereits Chefdirigent des To- ronto Symphony Orchestra, das er bis zu sei- nem Tode am 3. Juli 1973 leitete.

Ein Jahr vor der zunächst so verheißungs-, dann umso verhängnisvolleren Entwicklung in der Tschechoslowakei, im Mai 1967, war Karel Ančerl zu Gast beim Sinfonieorchester des Südwestfunks in Baden-Baden, und am 19. Mai machte er, was er am besten konnte:

er nahm in komprimiertestem Zeitrahmen im Rundfunkstudio sowohl die Asrael-Sinfo- nie von Josef Suk als auch die Serenata per orchestra von Iša Krejči auf – zwei Werke, die gegensätzlicher nicht sein könnten: ein dop-

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peltes Totengedenken und ein kurzweiliges Joie de vivre-Paradestück.

Der Aufnahme von Suks Asrael kommt dabei besondere Bedeutung zu, hat Ančerl sie doch, obwohl sie zu den bedeutendsten Großwer- ken der tschechischen Orchestermusik zählt, nie für die Platte aufgenommen – vielleicht auch, weil sie so eng mit dem Wirken seines großen Vorgängers Talich verbunden war, der sie noch 1952 mit der Tschechischen Phil- harmonie als klingendes Vermächtnis ein- spielte. Ein Livemitschnitt des Cleveland Or- chestra unter Ančerl kursiert zwar in Samm- lerkreisen, doch die vorliegende CD ist die erste offizielle Veröffentlichung der Sinfonie unter seiner Leitung.

Josef Suk war nicht nur, gemeinsam mit Vítězslav Novák, der herausragende tsche- chische Komponist seiner Generation, er war auch als 2. Geiger und Gründungsmitglied des legendären Böhmischen Streichquartetts (nach 1913: Tschechisches Streichquartett) von 1892 bis 1933 in täglicher Arbeit und auf unzähligen Reisen innigst vertraut mit der Musikgeschichte seit der Wiener Klassik.

Suk hatte vom Januar 1891 bis zum Juni 1892 in Antonín Dvořáks Kompositionsklasse am Prager Konservatorium studiert und sich während Dvořáks Aufenthalt in New York

(1892–95) in dessen Tochter Otilie (1878– 1905) verliebt. Am 17. November 1898 heira- teten die beiden. Als Dvořák am 1. Mai 1904 starb, befand sich Suk bei der Komposition seiner Tondichtung Praga, die er in den fol- genden Monaten vollendete.

In dieser Zeit entschloss er sich, eine (zweite) „Sinfonie tragischen Charakters“ im Geden- ken an seinen Schwiegervater zu schreiben, für welche alle seine vorangegangenen Wer- ke nur „Vorbereitung“ waren. Die attacca auf- einanderfolgenden ersten drei Sätze entstan- den wie vorgesehen, und „am 6sten Juni [1905], an Otilkas Geburtstag, in der Zeit, als mit der Erkrankung des mir teuersten We- sens die schwere Betrübnis über mich kam“, schloss er in Vysoká, dem Sommerlandsitz der Dvořák-Familie, den dritten Satz, das Scherzo ab. Am 5. Juli starb seine junge Frau an einer Herzerkrankung. Zu diesem Zeit- punkt hatte Suk 53 Takte des geplanten 4. Satzes komponiert, die er nun mit der Anmer- kung „nicht dieses Adagio“ versah.

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Er erkrankte nun selbst, und nach seiner Ge- nesung entstanden zwei neue Sätze im Ge- denken an Otilie, die er am 3. Januar und 30. April 1906 vollendete. Vor dem 4. Satz ist nun eine längere Pause vorgesehen, vor dem neu- en Finale eine kurze. Der Titel des Werkes, Asrael, bezieht sich auf den überwiegend im Volksglauben verankerten Totenengel des schiitischen Islam, der im Auftrag Allahs die Seele vom Körper trennt. Zur Uraufführung gelangte Asrael, die doppelte Trauer- und Be- wältigungsmusik Suks für seinen Schwieger- vater und seine Frau, am 3. Februar 1907 im Prager Nationaltheater unter Karel Kovařovic, und wurde erstmals im Herbst 1919 von Václav Talich dirigiert, der zusammen mit dem Komponisten subtile Revisionen der Or- chestration vornahm.

Der gewaltige Kopfsatz ist eine geharnischte Musik, die zunächst fast wirkt, als wolle sie sich nicht von der Stelle bewegen. Suk zitiert darin das doppelte Tritonusmotiv, das „To- desmotiv“ aus seiner Märchenmusik zu Ra- dúz und Mahulena. Es folgt wie eine Traum- sequenz ein erster langsamer Satz und das wilde Scherzo, in welchem schicksalhafte Unerbittlichkeit und inniges menschliches Sehnen gegenübergestellt sind. Wer den da- rauffolgenden Qualitätssprung, mit dem Suk seine schwerste Lebenskrise überwand, nach- vollziehen möchte, sollte vielleicht gelegent-

lich die zwei letzten Sätze getrennt anhören:

wie vollkommen organisch das große Adagio entwickelt ist, in wellenförmiger Ausbrei- tung seinen Höhepunkt erreicht, und auf wel- che natürliche Weise im Finale mit seinen mächtigen Kontrasten die zyklische Gesamt- form verwirklicht ist!

Ančerls Dirigat ist, bei allen offenkundigen Parallelen, sachlicher, sehniger als dasjenige Talichs, im Finale (und nur da) auch etwas zü- giger, wodurch der gewaltige Höhepunkt nicht eine solche umfassende Wirkung ent- falten kann; zugleich ist aber, begünstigt durch die modernere Aufnahmetechnik, eine Durchsichtigkeit des Satzes gewährleistet, wie wir sie von Talichs Aufnahme nicht ken- nen. Am erstaunlichsten ist jedoch, wie es Ančerl gelungen ist, das SWF-Sinfonieorches- ter in das tschechische Idiom einzuführen, als spielte es eine Musik, mit der es längst vertraut ist.

Von Iša Krejčis 1950 entstandener Serenata hat Ančerl 1957 eine Aufnahme mit der Tschechischen Philharmonie gemacht (auch Krejčis Zweite Sinfonie von 1957 haben sie eingespielt), doch die SWF-Aufnahme zehn Jahre später wirkt noch gelöster und souve- räner. Der einstige Novák-Schüler Krejči er- weist sich in diesem kurzweiligen Werk als handwerklich äußerst beschlagener Humo-

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rist mit Hintersinn, im den Streichern allein überlassenen Mittelsatz auch als zauberhaf- ter Tonpoet. Er versteht es, verschiedene Zeit- und Stilebenen spielerisch zu verweben zu einem spezifisch böhmischen Neoklassizis- mus, der den Vergleich mit den mehr volks- tümlichen Werken von Milhaud, Martinů, Pis- ton oder Poulenc nicht zu scheuen braucht. Und Karel Ančerl kann sich hier ganz von seiner geschmackvoll musikantischen Seite zeigen, animiert das Orchester und seinen hervorragenden Konzertmeister zu einer ver- schmitzt virtuosen Tour de force, die wieder einmal beweist, auf welch exzeptionellem Niveau deutsche Rundfunkorchester in den 1960er Jahren agieren konnten.

Christoph Schlüren

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Double Commemoration of the Dead

Karel Ančerl conducts Josef Suk’s Asrael Symphony and Iša Krejči’s Serenata

The prominent standing of the conductor Karel Ančerl is due mainly to his success in establishing the Czech Philharmonic as one of the world’s most eminent and successful orchestras in only a few years’ time. Under his great predecessor Václav Talich, the most significant Czech conductor of the twentieth century, the orchestra was able to flourish primarily in its home country, yet under Ančerl it became, despite the restrictions of the Cold War, an orchestra that was cele- brated everywhere, whose 1959 world tour went down in history as the longest and most extensive ever up to that time.

Karel Ančerl was born the son of a successful Jewish manufacturer of spirits in the south- ern Bohemian village of Tučapy on April 11, 1908, and after graduating from secondary school in Prague in 1924, studied composi- tion under Jaroslav Křička and conducting un- der Pavel Dědeček at the Prague Conserva- tory – as well as percussion. He was in- structed in microtonality by Alois Hába, and in his rehearsals with the Czech Philharmon- ic followed primarily the work of Václav

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Talich, who can be called his true mentor. Ančerl successfully debuted as a conductor in his final examination at the Conservatory on June 24, 1930, in which his Sinfonietta had its première, then he decided to leave com- posing behind to devote himself entirely to conducting.

In 1931, Ančerl rehearsed Alois Hába’s quar- ter-tone opera Matka (Mother) for Hermann Scherchen under the most difficult of condi- tions, thereby establishing his reputation as one of his generation’s most well-versed con- ductors of new music, a reputation he was to confirm again and again throughout his entire life. In the same year, he was engaged as conductor by the Osvobozené divadlo (free or liberated theater) in Prague. He appeared at festivals held by the International Society for Contemporary Music in Vienna (1932) and Amsterdam (1933).

Ančerl’s breakthrough in Czechoslovakia came when he agreed overnight to conduct the Third Symphony by Prokofiev. However, the German occupation of the country des- troyed all his hopes for the future. He was im-

mediately dismissed, and on November 12, 1942, was deported along with his wife to Theresienstadt (Terezín), where he con- ducted the concentration camp’s legendary string orchestra. This is where he also con- ducted a composition by Pavel Haas in Kurt Gerron’s 1944 Nazi propaganda film Der Führer schenkt den Juden eine Stadt (“The Führer Gives the Jews a City”) and as soon as the filming had finished, was deported to Auschwitz for this disgraceful deception on October 15. He nonetheless managed to sur- vive the camp, unlike his wife Valy and his son Jan, who had been born in Theresien- stadt.

After the end of the war, Ančerl was ap- pointed director of the newly founded “Opera of the Fifth of May”, and took over the direction of the National Radio Symphony Or- chestra in October 1947. For a short time, starting in 1948, he was also professor of con- ducting at the Academy of Performing Arts in Prague, where he trained two leading Czech conductors of the upcoming genera- tion, Zdeněk Košler and Martin Turnovský. In 1941, Rafael Kubelík replaced Václav Talich as chief conductor of the Czech Philharmonic, but Kubelík emigrated to the West in 1948, stating for the record that he did not want to live in another dictatorship after the Nazi occupation.

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Then, in 1950, the ministry made its choice:

without consulting the members of the Czech Philharmonic, it appointed Ančerl as the new chief conductor, which was at first received with critical reserve. However, with indomitable discipline, dedication, and com- petence, Ančerl quickly brought the orches-

tra over to his side and – alternating with the outstanding Trentino guest conductor Anto- nio Pedrotti, who debuted in Prague in 1950 and remained attached to the orchestra for another two decades – conducted it through

a large number of excellent recordings and

worldwide guest appearances to the highest level of international success.

Ančerl’s companion for more than 18 years, František Sláma (1923–2004), reported that Ančerl’s “incredible knowledge of the score, familiarity with individual instruments, and his precise, painstaking approach with re- gard to each individual instrumental section, and even with individual players, enabled

him to attain perfection in his interpretation

of a given work.” According to Sláma, Ančerl

occasionally drove the musicians to despair with his demand to stay “strictly within tem- po!”, and worked hard, almost beyond the breaking point, although he was “no slave driver” and “had respect for the most ordin- ary of pursuits, so long as it was carried out

honestly and skillfully. He couldn’t abide su- perficiality … He embraced similar ideals to Talich, yet taking another route.”

When 250000 Warsaw Pact soldiers invaded Czechoslovakia during “Operation Danube” in August 1968 and forcibly – including the murder of 137 civilians – rolled back the “Prague Spring” liberalizations enacted by the government of Alexander Dubček, Ančerl decided to turn his back on his native land. He conducted his Czech Philharmonic one last time, at the Prague spring festival of 1969, even though he was at the time al- ready chief conductor of the Toronto Sym- phony Orchestra, which he conducted up to his death on July 3, 1973.

In May 1967, one year before the develop- ments in Czechoslovakia, which began so hopefully only to end in disaster, Karel Ančerl was a guest of the symphony orchestra of the Südwestfunk broadcasting station in Baden-Baden, where on May 19 he did what he could do best: he recorded in the most compressed of time frames, both the Asrael Symphony by Josef Suk and the Serenata for Orchestra by Iša Krejči – two works that could hardly be more opposite: a double commem- oration of the dead and an entertaining showpiece of joie de vivre.

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The recording of Suk’s Asrael is especially sig- nificant, since Ančerl never made a record of

it, even though it is one of the most import-

ant major works of Czech orchestral music – perhaps also because it was bound up so

closely with the work of his great predeces- sor Talich, who recorded it as a legacy in sound with the Czech Philharmonic in 1952.

A live recording with Ančerl and the Cleve-

land Orchestra is making the rounds of col- lectors’ circles, yet this CD is the first official release of him conducting the symphony.

Josef Suk was not only the outstanding com- poser of his generation, together with Vítězslav Novák, but was also second violin and founding member of the legendary Bo- hemian String Quartet (after 1913: Czech String Quartet) from 1892 to 1933, which en- abled him to become intimately familiar with music history since the time of the First Viennese School in daily work and on innu- merable tours.

Suk had studied in Antonín Dvořák’s compo- sition class at the Prague Conservatory from January 1891 to June 1892 and fell in love with Dvořák’s daughter Otilie (1878–1905) while Dvořák was in New York (1892–95). They married on November 17, 1898. When Dvořák died on May 1, 1904, Suk was in the

midst of composing his tone poem Prague, which he completed in the following months.

During this time, he decided to write a (sec- ond) “symphony with a tragic character” in memory of his father-in-law, for which all his previous works were mere “preparation”. The first three movements, which followed one another attacca, were composed as envis- aged, with the third movement, the Scherzo, being concluded at the Dvořák family’s sum- mer country house in Vysoká “on June 6th [1905], on Otilka’s birthday, while I was over- come with a heavy sadness owing to the ill- ness of the being most dear to me”. His young wife died of heart disease on July 5. At this point in time, Suk had composed 53 measures of the planned fourth movement, which he now provided with the note “not this Adagio”.

He then fell ill himself, and after his recovery wrote two new movements in memory of Otilie, which he completed on January 3 and April 30. There was now an extended pause before the fourth movement, and a shorter one before the finale. The title of the work, Asrael, refers to the angel of death anchored largely in the folk mythology of Shi’ite Islam, who separates the soul from the body by or- der of Allah. Karel Kovařovic conducted the

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premiere of Asrael, Suk’s double funeral and coping music for his father-in-law and his wife, at the Prague National Theater on February 3, 1907, and it was conducted in the autumn of 1919 for the first time by Václav Talich, who made subtle revisions to the or- chestration together with the composer.

The mighty first movement is armor-clad music that at first almost seems to refuse to stir from the spot. In it, Suk quotes a double tritone motif, the “death motif” from his music to the fairy tale Radúz und Mahulena. There follows, as if in a dream sequence, an initial slow movement and the wild Scherzo, in which fateful implacability and intimate human longing are contrasted. If we wish to understand the ensuing leap in quality, with which Suk overcame the most difficult crisis in his life, we should perhaps occasionally lis- ten to the last two movements separately:

how consummately organic is the develop- ment of the great Adagio, reaching its climax in wave-like proliferation, and how natural is the realization of the overall cyclical form in the Finale with its powerful contrasts!

Despite all the obvious parallels, Ančerl’s con- ducting is more objective, more sinewy than that of Talich, somewhat brisker in the Finale (and not only there), thereby preventing the

forceful climax from unfolding a similarly comprehensive effect, yet at the same time, fostered by the recording technique, ensur- ing a transparency of phrase unknown in Talich’s recording. What is most astonishing, however, is how Ančerl is able to usher the SWF Symphony Orchestra into the Czech idiom, as if it were playing music with which it has long been acquainted.

Ančerl recorded Iša Krejči’s Serenata, written in 1950, with the Czech Philharmonic in 1957 (they also recorded Krejči’s Second Sym- phony of 1957), yet the SWF recording ten years later seems even more resolved and confident. Krejči, a former pupil of Novák, shows himself in this entertaining work as an extremely well-versed humorist with a

deeper meaning, and in the middle move- ment, entrusted to the strings alone, an en- chanting tone poet. He knows how to weave playfully together the various levels of time and style into a specifically Bohemian Neo- classicism that need not fear comparison with the more folkloristic works of Milhaud, Martinů, Piston, or Poulenc. And Karel Ančerl shows himself entirely in the guise of a taste- ful minstrel, animating the orchestra and its outstanding concertmaster to a mischievous- ly virtuoso tour de force, and demonstrating once again the exceptional standard German radio orchestras were able to maintain in the

1960s.

Christoph Schlüren

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Aufnahme | Recording 15 Mai 1967 Baden-Baden, Hans-Rosbaud-Studio • Künstlerische Aufnahmeleitung | Artistic Director Anita Forst • Toningenieur | Sound Engineer Norbert Klövekorn • Analogschnitt | Analog editing Anita Forst • Digital Remastering | Mastering Ute Hesse • Ausführender Produzent | Executive Producer Dr. Sören Meyer-Eller • Beihefttext | Booklet notes Christoph Schlüren • Übersetzung | Translation Dr. Miguel Carazo & Associates • Redaktion Beiheft | Booklet Editing SME • Design Wolfgang During • Coverphoto Cavouk Portraits • Verlage | Publishers 15 Breitkopf & Härtel; 6 Tschechischer Verlag / Schott

Digitales Remastering der SWR-Originalbänder | Digitally remastered from the original SWR tapes