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Allgemeiner Teil

Grobe Unterteilung des Rechts:

Objektives Recht = Rechtsordnung selbst (als Summe aller Normen)

Subjektives Recht = konkrete Befugnis des Einzelnen

Ein subjektives Recht besteht nur in jenen Fällen, in denen es vom objektiven Recht (der Rechtsordnung) eingeräumt wird.

Recht im objektiven Sinn

Demnach ist das Recht im objektiven Sinn die für eine Rechtsgemeinschaft verbindliche Ordnung des menschlichen Zusammenlebens, die unter der Anforderung der Gerechtigkeit steht und allenfalls mit Zwang durchgesetzt wird.

Sonstige behandelte Punkte:

- Ordnung des menschlichen Zusammenlebens

- Sitte/Moral

- Naturrecht positives Recht Gerechtigkeitsidee

Naturrecht: früher wurde eine göttlich/aus Natur des Menschen/aus seiner Vernunft vorgegebene Rechtsordnung angenommen, die der Mensch erst suchen und finden müsste. Dies stand dem Range nach vor dem positiven Recht (= die in einer Gemeinschaft geltende RO).

Vertreter: Heraklit, Aristoteles, Hobbes, Pufendorf. Sie alle entwickelten Systeme des Naturrechts, die jedoch teilweise sehr widersprüchlich waren.

Heutige Auffassung: Menschliche Gemeinschaft legt Regeln für das Zusammenleben fest. Einerseits setzt der Staat Gesetze in Kraft und erzwingt deren Befolgung, andererseits ist auch die Kraft des Gewohnheitsrechts weitgehend anerkannt.

Naturrechtliche Gedanken gewinnen aber insofern wieder zunehmend an Bedeutung, als unabhängig vom positiven Recht die Geltung allgemeiner Rechtsprinzipien anerkannt wird. Es wird ferner betont, dass sich das positive Recht an der Rechtsidee orientieren muss und ihm nur dann Rechtsqualität zukommt, wenn es dem Grundprinzip der Gerechtigkeit folgt. Außerdem wird die Rechtsidee durch die Postulate der Zweckmäßigkeit und der Rechtssicherheit bestimmt.

Öffentliches Recht Privatrecht

Spezifisch privatrechtliche Prinzipien:

- „zweiseitige“ Rechtfertigung: Begründung, warum das Recht und die Pflicht gerade zwischen den Betroffenen bestehen; keine Gerechtfertigung durch Gründe, die sich allein auf eine Person beziehen.

- Subsidiaritätsprinzip: verbietet unnötige Kompetenzverschiebungen von kleinen Einheiten (dem Einzelnen) zu den großen (Staat).

- Selbstverantwortung: erlaubt die Zurechnung der Folgen eigener Handlungen, die bei anderen eigetreten sind.

Zum Vollzug des Rechts hat die ö. Bundesverfassung zwei Typen von Organen Berufen:

- Gerichte

- Verwaltungsbehörden

Enthält ein Gesetz keine Vollzugsnorm (gibt vor, vor welche Behörde es kommen soll), greift §1 JN: Im Zweifel gehören Privatrechtssachen vor die Gerichte.

Abgrenzungsmethoden:

- Interessenstheorie: wessen Interesse?

- Subjektionstheorie: Über- und Unterordnung vs. Gleichrangigkeit

- Subjektstheorie: Hoheitsgewalt

Fiktion: der Wirklichkeit widersprechende Annahme; meist zur Vereinfachung/Vermeidung von Wiederholung eingesetzt.

Die Fiktion ist ein Mittel der Rechtstechnik; sie dient der Regelungsvereinfachung und ist daher nicht zu beanstanden.

Gesetzliche Fiktion: zB wenn T1 als T gilt, um die Wiederholung einer und derselben Regelung für beliebig viele Ts zu vermeiden. Bsp.: wenn ein Ungeborenes als geboren behandelt wird. „Der Tatbestand des Ungeborenseins wird in machen Fällen dem des Geborenseins gleichgehalten.“

=/=

Dogmatische/Doktrinelle Fiktion: Statt dem Gesetzgeber fingiert hier der Rechtsanwender. Bsp.: Behauptung, dass die sog faktischen Verträge wie Verträge zu behandeln seien und dieselben Rechtsfolgen auslösen würden.

Die doktrinelle Fiktion ist abzulehnen! Es steht bewusste Absicht des Gesetzgebers hinter der Unterscheidung von zB fiktionellen Verträgen und echten Verträgen. Die vorgegebenen Voraussetzungen zum entstehen eines Rechtsgeschäftes sollen nicht durch die DF umgangen werden können.

Alternative zur DF: Vorliegen der Voraussetzungen einer Analogie prüfen.

Arten der Tatbestandlichen Begriffe:

- Logische Allgemeinbegriffe: in Anlehnung an die Vorstellung der Allgemeinheit gebildet. Kind, Tier, Wohnung

- Erfahrungsbegriffe: bestimmte Kenntnisse von sozialen Gegebenheiten wie zB. Geschäftsverkehr, wirtschaftliche Zusammenhänge etc. notwendig. Bewegliche/unbewegliche, verbrauchbare/unverbrauchbare Sache, Innehabung, Zugehör.

- Fachbegriffe: Kenntnisse aus dem Betreffenden Gebiet notwendig.

- Wertbegriffe: soziale Erfahrung reicht nicht aus. Besonderes Werturteil notwendig. Verstoß gg die guten Sitten, Angemessenheit von Schmerzensgeld.

- Rechtsbegriffe: vom Gesetzgeber durch Definition gebildet. Primär: dient nur der Umschreibung von spezifisch juristischen Verhältnissen. Baurecht. Sekundär: entsprechende Allgemeinvorstellungen existieren, die aber vom GG präzisiert werden. Familie, Eltern.

Methoden der Auslegung:

a)

Begriffsjurisprudenz

Der Begriff ist das eigentlich rechtserzeugende Element. Aus den vorgegebenen Begriffen soll mit den Mitteln der Logik weiter deduziert werden. Tätigkeit des Richters rein ist die Subsumtion logischer Natur.

Die Fallentscheidung dürfe von Erwägungen wirtschaftlicher, politischer, ethischer oder sonstiger Art nicht beeinflusst sein.

Diese Methode hat das rewi Denken ökonomischer Gestaltet. Die Begriffsjurisprudenz übersieht, dass die Mittel der reinen Logik nicht in der Lage sind, die vielgestaltigen Erscheinungen des Lebens zu bewältigen. Der Richter muss dem Gesetzgeber als denkender Gehilfe und nicht bloß als Automat zur Seite treten.

b)

Interessensjurisprudenz

Leugnet die entscheidende Bedeutung von Begriffen, Definitionen und Formulierungen. Hier wichtig: Interessensbewertung durch den Gesetzgeber, da jeder Fall ein Interessenskonflikt sei (Konflikttheorie).

Ursprünglich sehr naturalistisch. Gesetzgeber als Transformator.

c)

Wertungsjurisprudenz

Jüngere Interessensjurisprudenz. Der Ansicht, die Interessen der Parteien würden bloß motivierend an den GG herantreten. Auslese- und Bewertungsverfahren zu unterziehen um dann ein Werturteil zu bilden.

Die vom GG erlassene Norm sei also das Ergebnis seiner eigenen Wertung.

Der Richter hat die im Gesetz zum Ausdruck gekommenen Wertmaßstäbe selbständig „zu Ende zu denken“.

Es entsteht ein bewegliches System der rewi. Verhältnis, Bedeutung und Intensität der Tatbestandselemente haben eine derart wichtige Stellung, dass ausnahmsweise sogar auf ein Tatbestandselement ganz verzichtet werden kann, wenn andere Merkmale besonders stark ausgeprägt sind.

d) Ökonomische Analyse des Rechts

USA. Ziel: durch Ausgestaltung und Auslegung des Rechts sollen wirtschaftlich effiziente Regeln geschaffen werden, um private und staatliche Mittel bestmöglich einzusetzen.

Aufbaugedanke/Voraussetzung: Rechtsunterworfene kennen das für sie maßgebliche Recht und richten ihr Verhalten danach aus (reactivity).

Hauptaugenmerk: gesellschaftliche Verhaltenssteuerung durch rechtliche Regelungen und Betrachtung zukünftiger Fälle („Ex-ante Perspektive“) und weniger auf Gerechtigkeitserwägungen im Rahmen einer Einzelfallbetrachtung („Ex-post- Perspektive“).

Zentrales Anliegen: Herabsetzung von transaction costs, da diese nur Hemmnisse für den Güteraustausch darstellen. Ideelle Folge: Gewinne der Parteien maximieren und volkswirtschaftliche Wertschöpfung.

Homo economicus“ handelt rational um seinen Nutzen zu maximieren.

Auch persönliche Glücksgewinne und der Wert der Familie werden aber anerkannt.

Auslegung - §§6-8

Klarstellung des maßgeblichen Sinnes eines Rechtssatzes.

Wenn die Auslegung durch einen gesetzgeberischen Akt erfolgt, handelt es sich um authentische Interpretation. Sie wirkt zurück! (Verdeckte Rückwirkung, da nicht ausdrücklich angeordnet)

Doktrinelle Interpretation:

a) Wortinterpretation

Der äußerste mögliche Wortsinn steckt die Grenze jeglicher Auslegung ab. Danach kommt höchstens noch eine Lückenfüllung in Betracht.

Der übliche normale Wortsinn ist demnach ein Hinweis, ein Indiz aber nicht mehr für die Auslegung einer Norm; der noch mögliche begrenzt sie.

In Hinblick auf den äußerst möglichen Sinn eines Wortes kann die Interpretation entweder extensiv oder restriktiv sein.

b) Bedeutungszusammenhang und Gesetzessystematik

Die Bedeutung der Wörter kann sich je nach Stellung und Zusammenhang ändern. Auch die Stellung eines RS unter anderen kann maßgebend sein.

Nicht zu vernachlässigen: der internationale Bezug. EU bezogenes Recht ist stets richtlinienkonform auszulegen.

c) Historische Interpretation (subjektive Auslegung)

Sie sucht nach dem Willen des geschichtlichen Gesetzgebers. In demokratischen Staaten am schwierigsten.

Stehen freilich die Materialien in eindeutigem Widerspruch zum Gesetz, so sind sie für die Auslegung bedeutungslos.

Lex-lata-Grenze: Sprechen sowohl der Wortsinn als auch der Bedeutungszusammenhang und die klare Absicht des Gesetzgebers für ein bestimmtes Verständnis des Gesetzes, so ist dieses jedenfalls maßgebend, auch wenn nach hA unbefriedigend (§6).

Abweichungen geboten, wenn der historische GG von gewissen sozialen oder wirtschaftlichen Gegebenheiten ausging die sich verändert haben oder wenn der Wille des historischen GG im Widerspruch zum Willen des gegenwärtigen GG steht.

d) Objektiv-teleologische Interpretation {objektive Auslegung)

Die zentralste Rolle spielt die objektiv-teleologische Interpretation. Sie bemüht sich um ein Verständnis, das am Zweck der Regelung selbst, an den angestrebten Lösungen orientiert ist.

Gerechtigkeit, sozialer Ausgleich und Rechtssicherheit sind zu berücksichtigen. Auch die eindeutigen Zwecke verwandter Rechtssätze sind heranziehbar.

Die objektiv-teleologische Interpretation bedeutet ein Weiter- und Zuendedenken der gesetzgeberischen Regelung.

Die objektive Methode ermöglicht weitgehend die Anpassung veralteter Normen an geänderte tatsächliche Voraussetzungen und Wertvorstellungen. Sie hält eine Regelung elastisch und zeitgemäß, da ihre Auslegungskriterien in gewissem Umfang wandelbar sind.

Lässt sich ein SV auch nicht mit diesen Methoden unter ein TB subsumieren Rechtslücke, wenn es nicht Absicht des GG war den SV ungeregelt zu lassen.

Eine planwidrige Unvollständigkeit kann auch erst nach Erlassung eines Gesetzes auftreten (Funktionswandel). Man spricht hier von einer nachträglichen Gesetzeslücke.

Lückenfüllung

a)

Gesetzesanalogie

Her wird die für einen bestimmten Einzeltatbestand angeordnete Rechtsfolge auf einen dem Wortlaut nach nicht geregelten Sachverhalt erstreckt, weil nach der im Gesetz zum Ausdruck kommenden Wertung anzunehmen ist, dass der geregelte und der ungeregelte Fall in den maßgeblichen Voraussetzungen übereinstimmen.

Umkehrschluss (argumentum e contratio): Wenn ersichtlich ist, dass der Gesetzgeber die Rechtsfolge nur eintreten lassen will, wenn gerade die Voraussetzungen des geregelten Tatbestandes erfüllt sind, also die Nichtregelung geplant war. Hier ist die analoge Anwendung ausgeschlossen, aber der Umkehrschluss muss besonders erwiesen werden.

Beredtes Schweigen: der GG trifft in Kenntnis des Problems keine Regelung. Selten, aber schließt Analogie auch aus.

b) Rechtsanalogie (Gesamtanalogie)

Aus mehreren gesetzlichen Vorschriften, deren Tatbestände in einer gewissen Hinsicht übereinstimmen, wird ein allgemeiner Rechtsgrundsatz abgeleitet, der dann auf die gesetzlich nicht erfassten Fälle bezogen wird.

c) Die natürlichen Rechtsgrundsätze

Verweis auf §7 „natürliche Rechtsgrundsätze“. Darunter haben sich die Gesetzesverfasser das Naturrecht vorgestellt.

Die heute hM erblickt darin hingegen die allgemeinsten Wertprinzipien, die unserer Rechtsordnung zugrunde liegen.

Erheblich erweiterte Induktion, der Richter hat die elementaren Bausteine der Rechtsordnung in einem neuen RS (!) zu entfalten.

Die natürlichen RGS werden auch zur Konkretisierung der guten Sitten herangezogen.

Teleologische Reduktion: eine im Gesetz Enthaltene, aber zu weit gefasste Regel auf den ihr nach dem Zweck oder lern Sinnzusammenhang des Gesetzes zukommenden Anwendungsbereich zurückgeführt. Gegenstück zur Analogie.

Die Grundrechte sind als Schutzwehr des Einzelnen gegen den Staat, nicht aber gegen andere Privatpersonen konzipiert.

Lehre von der mittelbaren Wirkung der Grundrechte: bei der Auslegung der Privatrechtsvorschriften mit heranzuziehen und können bei Konkretisierung von Generalklauseln und bei der Lückenfüllung wertvolle Dienste leisten.

Die Konkurrenz von Rechtssätzen

Möglich:

- Kumulative Anwendung aller in Frage kommenden Rechtsfolgen

- Alternative Anwendung aller in Frage kommenden Rechtsfolgen

- Konsumtion: eine Vorschrift hat den Vorzug

Kumulative Anwendung

Die Rechtsfolgen stehen nicht miteinander in Widerspruch. Führt zu einer Anspruchsmehrheit, wobei jeder Anspruch gesondert zu prüfen ist. Die Erfüllung eines A berührt den anderen nicht. Auch Anspruchshäufung.

Alternative Anwendung

Die Tatbestände führen zu einem ähnlichen wirtschaftlichen Ergebnis. Man kann nur einen Anspruch geltend machen und der andere erlischt. Auch alternative Anspruchskonkurrenz.

(schlichte) Anspruchskonkurrenz: mehrere Tatbestände einen auf dieselbe Leistung gerichteten Anspruch desselben Gläubigers gegen denselben Schuldner auslösen. Stehen dem Gläubiger in diesem Fall 1) alle Ansprüche zu (wo aber die Erfüllung eines Anspruches zum Erlöschen der anderen führt) oder 2) nur ein Anspruch? 1) ist noch herrschende Meinung 2) Theorie: Lehre von der Anspruchsnormen- oder Anspruchsgrundlagenkonkurrenz

Konsumtion

Rechtsfolgen stehen in unlösbarem Widerspruch. Nur ein TB kommt zur Anwendung. Auch normverdrängende Konkurrenz oder Gesetzeskonkurrenz.

Hier anzuwenden: lex specialis und lex posterior.

Quellen des objektiven Rechts

Gesetz

§2 gilt, ABER wird jedoch nicht jede Gesetzesunkenntnis als ein Verschulden betrachtet. Vielmehr soll es diesbezüglich darauf ankommen, ob dem Normunterworfenen unter Berücksichtigung aller Umstände die Kenntnis der Vorschrift zumutbar war. Setzt ein TB Verschulden voraus, ist im Einzelfall zu prüfen, ob die Unkenntnis des Gesetzes (Rechtsirrtum) dem Handelnden vorwerfbar ist.

Gewohnheitsrecht

Voraussetzung für die Entstehung von Gewohnheitsrecht ist eine langdauernde, allgemeine und gleichmäßige „Übung“, von der opinio iuris getragen.

Rechtsprechung und Wissenschaft

Während im angloamerikanischen System das case law gilt und bindend ist, ist in Kontinentaleuropa ähnliches nur beim EuGH zu finden. Dessen Entscheidungen

schaffen objektives Recht und binden die Gerichte der EU-Staaten auch für andere Fälle.

Fand eine Judikaturwende statt, so sind auch Sachverhalte, die sich vorher ereigneten, aufgrund des neuen, für richtig erachteten Verständnisses zu beurteilen; insofern wirkt eine Änderung der Rechtsprechung zurück. Von einer bisher geübten Auslegung ist deshalb nur dann abzugehen, wenn überzeugende Argumente gegen sie sprechen.

Früher war der OGH gewissermaßen eine Ausnahme von dieser Regel! Siehe S.44, KW1.

Der durch die Kontinuität der Rechtsprechung entstehende „Gerichtsgebrauch“ schafft eine „schwächere Rechtsschicht“, für die zumindest eine Vermutung der Richtigkeit und der Beständigkeit spricht und die Grundlage für die Bildung von Gewohnheitsrecht sein kann. In diesem Sinne gibt es eine Art „richterlicher Rechtsfortbildung“.

Arten von Rechtsnormen

Materielles Recht trifft eine inhaltliche Ordnung für menschliches Zusammenleben. zB Bürgerliches Recht

Formelles Recht ist die Summe jener Rechtsnormen, die das Verfahren der Rechtsdurchsetzung vor den staatlichen Behörden regeln. Stets öffentliches Recht. zB Prozessrecht

Zwingendes Recht (ius cogens) kann durch Parteivereinbarung nicht abgeändert werden. Das öffentliche Recht ist zum Großteil zwingendes Recht. Im PR meist dispositives Recht, seltener sogar zwingendes.

Dispositives Recht weicht der Vereinbarung. Auch das ergänzende Recht fällt hier hinein. Wenn die Parteien über gewisse Punkte keine Einigung getroffen haben, greift das dispositive Recht. Für manche Fälle der Undeutlichkeit im Vertrag hat das DR mit dem auslegenden Recht vorgesorgt.

Selbstständige Rechtssätze enthalten eine Sollensanordnung, also gebieten und verbieten.

Unselbstständige Rechtssätze erlangen nur mittelbar, in Verbindung mit den vollständigen RS normative Bedeutung. zB Legaldefinitionen, Fiktionen.

Recht im subjektiven Sinn

Das subjektive Recht ist eine Rechtsmacht, die dem Einzelnen zur Befriedigung menschlicher Interessen von der Rechtsordnung verliehen ist und deren Geltendmachung allein vom Willen des Berechtigten abhängt.

Wesensmerkmal des subj Rechts ist also, dass der Berechtigte frei über die Geltendmachung entscheiden kann.

Einteilung

Nach Inhalt der Befugnis

Herrschaftsrechte gewähren die Befugnis, auf ein bestimmtes Objekt unmittelbar einzuwirken und fremde Einflüsse auszuschließen.

Ansprüche enthalten bloß die Befugnis, von einer anderen Person ein Tun oder Unterlassen zu fordern.

Gestaltungsrechte verleihen dem Berechtigten die Rechtsmacht, durch einseitige Erklärung eine Veränderung der bestehenden Rechtsverhältnisse herbeizuführen.

Nach dem Kreis der Verpflichteten

Absolute Rechte verleihen dem Berechtigten die Macht, die Achtung seines Rechts von jedermann zu verlangen und gegen jedermann durchzusetzen. Herrschaftsrechte

Relative Rechte wirken bloß gegenüber bestimmten Personen. Forderungsrechte

Nach dem Objekt

Dingliche Rechte haben unmittelbar körperliche Sachen zum Gegenstand. Ähnlich: Immaterialgüterrechte (Vermögensrechte an geistigen Produkte)

Familienrechte und Forderungsrechte beziehen sich auf das Verhalten bestimmter fremder Personen.

Persönlichkeitsrechte beziehen sich auf die eigene Person.

Nach dem Zweck

Persönlichkeitsrechte schützen die persönliche Entfaltung des Einzelnen.

Familienrechte gestalten persönliche Dauerbeziehungen zur Verwirklichung besonderer sittlicher Zwecke.

Vermögensrechte zur Befriedigung materieller Interessen.

Rechtsinstitut ist die Summe der gesetzlichen Vorschriften, welche sich auf ein bestimmtes Lebensverhältnis beziehen. Abstraktum im Gegensatz zum in der Wirklichkeit existierenden Rechtsverhältnis. zB Ehe, Bevollmächtigungsvertrag, Besitz, Eigentum.

Rechtssubjekte

Person (Rechtssubjekt) ist, wer „rechtsfähig“ ist, dh Träger von Rechten und Pflichten sein kann.

Von der Rechtsfähigkeit unterscheidet sich die Handlungsfähigkeit. Der Rechtsfähige ist möglicher Träger von Rechten und Pflichten, der Handlungsfähige kann sie aber auch durch eigenes Verhalten erwerben.

Jeder Mensch ist rechtsfähig (§16).

Die natürliche Person

Beginn der Rechtsfähigkeit mit der vollendeten Geburt, egal ob lebensfähig oder nicht. Das Kind muss nur ein Lebenszeichen von sich geben. Lebendgeburt wird vermutet (§23).

Nasciturus (§22) hat eine bedingte und beschränkte Rechtsfähigkeit ab der Empfängnis. Er kann Rechtsträger zu seinem Vorteil werden, unter der Bedingung, dass er später lebend geboren wird (Bedingung) und dass er nicht verpflichtet wird (Beschränkung). Auch Schadenersatz nach der Geburt für Verletzungen die im Mutterleib zugefügt werden kommen in Betracht. Stichwort: Conterganfälle. Im Hinblick auf Schädigung der Eltern beachte: §§22, 1337 SE gg Täter der seinen Vater getötet hat, obwohl zu dem Zeitpunkt noch nicht geboren. Kurator.

Ende der Rechtsfähigkeit

a)

Beweis durch ärztlichen Totenschein, aufgenommen im Zentralen Personenstandsregister. Kein Leichnam Todesbeweis im außerstreitigen Verfahren bringen und Gericht überzeugen. Der Beschluss des Gerichts ersetzt den Totenschein. Beweis nicht möglich Todeserklärung nach TEG

Tod

b)

Todeserklärung

Jeder Interessent ist an der Antragstellung berechtigt.

Verschollenheit nach §1 TEG muss gegeben sein: unbekannter Aufenthalt, nachrichtenlose Abwesenheit, ernsthafter Zweifel am Überleben.

Dauer: unterschiedlich, je nach dem ob die allgemeine Verschollenheit (§3) oder die Gefahrenverschollenheit (§§4-7) eintritt.

Widerlegung der Erklärung steht jedem Interessenten offen. Eine solche Widerlegung hat jedoch nur für das bestimmte Einzelverfahren Wirkung. Daneben sind Aufhebung und Berichtigung (des Zeitpunktes) der Todeserklärung möglich.

Kommorientenpräsumtion: der gleichzeitige Tod mehrerer erklörter Personen wird angenommen, wenn das Gegenteil nicht bewiesen werden kann, somit können sie einander nicht beerben, was für ihre eigenen Erben Konsequenzen hat.

Die Handlungsfähigkeit

Die Handlungsfähigkeit ist die Fähigkeit, durch eigenes Verhalten Rechte und Pflichten zu begründen.

Die relevanten Altersgrenzen sind verschieden, je nachdem, welche 1 der beiden Unterarten der Handlungsfähigkeit, die Geschäftsfähigkeit oder die Deliktsfähigkeit, in Frage steht.

Geschäftsfähigkeit ist die Fähigkeit, sich selbst durch eigenes rechtsgeschäftliches Handeln zu berechtigen oder zu verpflichten.

Deliktsfähigkeit ist die Fähigkeit, aus eigenem rechtswidrigen Verhalten schadenersatzpflichtig zu werden.

Unter Berufung auf die Materialien zum KindRÄG 2001 wird die Ansicht vertreten, dass eine dritte Kategorie bestehe, die Handlungsfähigkeit in persönlichen Angelegenheiten“. Bei der Sportausübung („Sporthaftungsprivileg“) ist die willentliche Risikoübernahme erforderlich, wo diese dritte Kategorie eine Rolle spielen könnte. Hier kann die fehlende Einsichtsfähigkeit trotzdem noch durch die gesetzlichen Vertreter überbrückt werden.

Die Geschäftsfähigkeit

a)

Alter

Personen unter 7 Jahren sind vollkommen geschäftsunfähig (§170 (1), §865). Rechte und Pflichten können sie durch ihre ges Vertreter erwerben. Die Heilung bei Volljährigkeit ist ausgeschlossen.

Ausnahme: Rechtsgeschäft, das von Personen solchen Alters üblicherweise geschlossen wird und eine geringfügige Angelegenheit des täglichen Lebens betrifft, so wird es „mit der Erfüllung der das Kind treffenden Pflichten rückwirkend rechtswirksam“ (§ 170 Abs 3). Taschengeldparagraph. Der Minderjährige muss über die erbrachte Leistung auch sachenrechtlich verfügungsbefugt sein.

Auch ausschließlich berechtigende Geschäfte sind absolut nichtig und können nicht nachträglich geheilt werden (durch den Vertreter). §170(3) greift nicht, da keine Pflicht besteht, es wird aber eine analoge Anwendung angenommen.

Unmündige Minderjährige zwischen 7 und 14 Jahren sind beschränkt geschäftsfähig. Sie können gemäß § 865 „ein bloß zu ihrem Vorteil gemachtes Versprechen annehmen“.

Entscheidend hier ist nicht die wirtschaftliche Günstigkeit, sondern ob sich der unmündige auch verpflichtet, sei die Pflicht noch so unbedeutend. ! nicht nur Geld, auch Rückgabe nach Leihe ist eine Pflicht !

Selbstständig Besitz zu erwerben ist erlaubt (§310), genau wie das Erfüllen einer bestehenden Pflicht mit schuldbefreiender Wirkung (§1421).

Neue Verpflichtungen eingehen nur durch Vertreter oder mit dessen nachträglicher Zustimmung, bis dahin schwebend unwirksam. Allgemeine Einwilligungen im Voraus nur bei Notwendigkeit, sonst verstoßen sie gegen die Sorgfaltspflichten.

Für die mündigen Minderjährigen gilt grundsätzlich das für die Unmündigen Ausgeführte, sie besitzen jedoch in gewissen Fällen eine erweiterte Geschäftsfähigkeit.

Sie können sich vertraglich zu Dienstleistungen verpflichten. Die vorzeitige Auflösung aus wichtigem Grund steht dem Vertreter zu.

Einkommen aus eigenem Erwerb und überlassene Sachen kann er selbst verwalten. Verwaltungsrecht des Vertreters somit ausgeschlossen.

Die Befriedigung der Lebensbedürfnisse ist jedoch zu beachten. Schließt der mündige Minderjährige mehrere Geschäfte ab, die erst in ihrer Gesamtheit seinen Lebensunterhalt gefährden, so sind die späteren, weil „verkürzenden“ Geschäfte schwebend unwirksam.

Grundsätzlich testierfähig. Überprüfung durch Gericht nötig.

Sie besitzen familiengerichtliche Verfahrensfähigkeit, in relevanten Angelegenheiten können sie also selbstständig vor Gericht handeln.

Besonderheit: Einwilligung in medizinische Behandlungen nicht nach Alter, sondern nach erlangter Einsichts- und Urteilsfähigkeit. Ab Mündigkeit wird diese vermutet, kann vorher gegeben sein. Ist sie gegeben, fällt die Macht der Vertreters weg, außer wenn der Eingriff schwere Beeinträchtigungen mit sich bringt. Ablehnen kann das Kind alleine.

Besonderheit: Abstammungsrecht gegenseitige Einwilligung des Einsichts- u Urteilsfähigen und des Vertreters beim Handeln vor Gericht.

Bei verzögerter Entwicklung Geschäftsunfähig durch Ausspruch des Gerichtes. Gilt nur bis zur Volljährigkeit, danach wird bei Bedarf ein Sachwalter bestellt. Verfahren dafür frühestens ab 17.

Mit Vollendung des 18. Lebensjahres erreicht der geistig Gesunde die volle Geschäftsfähigkeit (Volljährigkeit, Eigenberechtigung). Er kann dann vorher geschlossene, schwebend unwirksame Geschäfte genehmigen (nicht aber solche, die er als unmündiger Minderjähriger geschlossen hat) , allerdings nur durch schriftliche Erklärung (§ 168).

b)

Geisteszustand

Der Geisteskranke oder Geistesschwache kann keine gültigen Geschäfte schließen (§865). Dasselbe gilt für kurzfristige Geistesstörungen, Trunkenheit, Einfluss von Rauschgift usw.

170 Abs 3 gilt jedoch auch hier.

Im lichten Augenblick („lucidum intervallum“) besteht keine Beschränkung der Geschäftsfähigkeit, es sei denn, dass ein Sachwalter bestellt ist.

Bei Personen, die im geringeren Grade beeinträchtigt sind, kommt es darauf an, ob die geistigen Fähigkeiten für die Beurteilung des konkreten Aktes ausreichen. Somit sind die Akte im Einzelnen zu prüfen. Sie gelten als beschränkt geschäftsfähig. Ist das bestimmte Geschäft von der Störung tangiert?

c) Sachwalterschaft

Für denjenigen, der unter psychischer Krankheit leidet oder geistig behindert ist und der deshalb alle oder einzelne seiner Angelegenheiten nicht ohne Gefahr eines Nachteils für sich selbst zu besorgen vermag (§268 Abs 1).

Die Geschäftsfähigkeit ist beschränkt; die Deliktsfähigkeit richtet sich hingegen weiterhin nach dem tatsächlichen psychischen Zustand!

Subsidiaritätsprinzip der Sachwalterschaft, im Rang steht diese nach einer eventuellen Patientenverfügung oder Vollmacht.

Im Kreis des SV vorgenommene Geschäfte sind schwebend unwirksam, bis zur Genehmigung durch SV. Bloß berechtigende Geschäfte kann der Behinderte ohne Mitwirkung des gesetzlichen Vertreters schließen. Eben wie ein Unmündiger Besitz erwerben und eine gültige und fällige Verbindlichkeit erfüllen.

Beschränkte Geschäftsfähig^ nur 1 Behinderte der Vernunft nicht ganz beraubt is

Immer, also auch bei vollständigem Fehlen der geistigen Kräfte, ist die Person in der Lage, wie ein Minderjähriger (§ 170 Abs 3) Rechtsgeschäfte zu schließen.

Die Person hat ein Mitspracherecht, wenn es um die Handlungen des SV geht. Aie Außerachtlassung des Mitspracherechts hat jedoch keine Auswirkungen auf das Verhältnis zu Dritten!

Ein genereller Ausschluss des Sachwalters von der Personensorge ist unzulässig.

Die Bestellung mehrerer Sachwalter für eine Person ist unzulässig.

d) Vertretungsbefugnis naher Angehöriger

Nächsten Angehörigen wurde die gesetzliche Vertretungsmacht des Behinderten für Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens, zur Deckung des Pflegebedarfs, zur Geltendmachung bestimmter anderer Ansprüche und für die Zustimmung zu geringfügigen medizinischen Behandlungsmaßnahmen eingeräumt (§284b).

Der Betroffene kann formfrei widersprechen!

Nächste Angehörige: Eltern, volljährige Kinder, Ehegatten, eingetragene Partner und der Lebensgefährte

e)

Vorsorgevollmacht

Für uumindest gattungsmäßig bestimmte Angelegenheiten zu errichten.

Bei Angelegenheiten besonderer Wichtigkeit: vor einem Rechtsanwalt, einem Notar oder bei Gericht zu errichten.

f)

Patientenverfügung

Für die Ablehnung einer Behandlung gedacht.

Der Betroffene muss im Moment der Errichtung einsichts- und urteilsfähig sein, die Bedeutung der Maßnahme einsehen (kognitives Element) und seinen Willen nach dieser Einsicht bestimmen können (voluntatives Element).

Verbindliche Patientenverfügungen: Schriftlichkeit, umfassende ärztliche Aufklärung, Errichtung vor einem Notar, einem Anwalt oder rechtskundigen Mitarbeiter einer Patienten Vertretung.

Daneben gibt es auch eine beachtliche“ Patientenverfügung, wenn die Voraussetzungen nicht erfüllt wurden.

g)

Vertrauensschutz

Dem Geschäftspartner hilft auch sein guter Glaube an die Geschäftsfähigkeit der geschützten Person nicht.

Bei der Bestellung des Sachwalters wird nur zum Wohl des Pflegebefohlenen, nicht aber auch zum Schutz des Rechtsverkehrs gehandelt!

Die Deliktsfähigkeit

a) Alter

Die Deliktsfähigkeit wird grundsätzlich mit dem 14. Lebensjahr erreicht (§ 176).

Die Eltern sind für die Unmündigen verantwortlich, wenn sie schuldhaft die Sorge für den Minderjährigen vernachlässigt haben.

Täuschte ein Minderjähriger den Geschäftspartner über seine Geschäftsfähigkeit, müsste er normalerweise aus culpa in contrahendo haften. Nach dem Sinn und Zweck der Vorschriften über die Geschäftsunfähigkeit ist jedoch eher davon auszugehen, dass der MJ wegen seiner mangelnden Einsichtsfähigkeit im geschäftlichen Bereich in der Regel kein Verschulden trifft, wenn er den Partner über seine Geschäftsfähigkeit irreführt, und er deshalb nur entsprechend § 1310 zur Haftung herangezogen werden kann.

c)

Geisteszustand

Geisteskrankheit, Geistesschwäche oder vorübergehende Sinnesverwirrung beseitigen für die Dauer dieses Zustandes die Deliktsfähigkeit.

Ausnahmsweise kann auch hier Billigkeitshaftung nach §1310 eintreten.

Haftbar wird jedenfalls, wer sich aus seinem Verschulden in den Zustand versetzt hat, der seine Zurechnungsfähigkeit zur Zeit des schädigenden Verhaltens ausschloss (§ 1307). zB jemand trinkt Alkohol, obwohl er weiß, dass er später fahren wird.

Die juristische Person

§26 moralische Personen.

Gebilde, denen das Gesetz Rechtsfähigkeit verliehen hat und somit als selbstständigen Träger von Rechten und Pflichten anerkannt hat.

Teilen sich in:

Personenverbände Gesellschaften, Korporationen

Sachgesamtheiten Stiftungen, Anstalten

Ältere Theorien über die Rechtsnatur sind:

Fiktionstheorie: die Rechtsordnung fingiert die Existenz einer Person. Problem: Kann die Gleichbehandlung bloß feststellen, nicht auch begründen

Reale Verbandsperson: will die jur Pers als wirkliche Gesamtpersönlichkeit auffassen Problem: kann keinen Grund dafür nennen, dient nur der Veranschaulichung

Vermögen: die jur Person sei bloß ein subjektloses Zweckvermögen Problem: vernachlässigt, dass sie als Rechtssubjekt am Verkehr teilnimmt

Richtiger Erklärungsansatz: der Mensch und seine Interessen sind Anknüpfungspunkt für die Rechtsordnung, die das Zusammenleben regeln und Interessen zu wahren sucht. Aus diesem Grund hat der Mensch jedenfalls Rechtspersönlichkeit. Wenn sich jedoch mehrere Menschen zusammenschließen, um gleichgelagerte Interessen gemeinsam zu verfolgen, muss diesem Gebilde auch Rechtspers verliehen werden, wenn die Rechtsordnung zweckmäßig und sachgerecht handeln will.

Arten juristischer Personen

a) Personenvereinigungen und Sachgesamtheiten

Nur solchen Verbänden ist Rechtssubjektivität zuzubilligen, die infolge ihrer Organisation besondere Interessenseinheiten bilden und bei denen die Interessen der Gesellschaft deutlich von jenen der einzelnen Mitglieder gesondert werden können.

Dies ist bei allen körperschaftlich organisierten Gesellschaften der Fall. Dh, es handeln nicht alle Mitglieder gemeinsam, sondern es werden Organe ernannt und das Bestehen der Gesellschaft ist vom Wechsel ihrer Mitglieder unabhängig.

AG und GmbH (beides Gesellschaften) sind jedenfalls jur Pers. OG und KG strittig, aber es kommt ihnen grundsätzlich unbeschränkte Rechtspers zu. Die ETgemeinschaft wird vom WEG zur jur Pers erklärt, obwohl ihre Rechtsfähigkeit auf die Verwaltung von Liegenschaft eingeschränkt ist. Vereine genießen auch Rechtssubjektivität.

Stiftungen (=Vermögensmassen, die dauernden Zwecken gewidmet sind) sind mit Personsqualität ausgestattet.

Wird die Stiftung auch durch sichtbare Einrichtungen verwirklicht und ist nicht bloß Kapital, so spricht man von Anstalten. zB Studentenheime

Auch der ruhende Nachlass ist nach hM jur Pers.

b) Öffentlich- und privatrechtliche jur Pers

Öffrechtliche: durch Gesetz oder Verordnung oder manchmal auch nur durch Verwaltungsakt. Mit Hoheitsbefugnissen ausgestattet. Zwangsmitgliedschaft. zB: Bund, Länder, Gemeinden (Gebietskörperschaften), SVträger, Universitäten, Arbeiterkammer und andere Interessensvertretungen.

Die EU ist seit dem Vertrag von Lissabon (2009) auch mit Rechtspers ausgestattet.

Rechte und Pflichten

a) Verhältnis zur nat Pers

Gleichstellung nach §26, also Rechte und Pflichten.

Ultra-vires-Lehre: Rechtsfähigkeit reicht nur so weit, wie ihr statutenmäßiger Wirkungskreis. Es liegt jedoch im Interesse der Verkehrssicherheit, volle Rechtsfähigkeit zu haben.

Teilrechtsfähigkeit kann vom Gesetz in manchen Fällen vorgegeben werden wie bei ETgemeinschaft und früher bei Unis; außerhalb der Rechtsfähigkeit vorgenommene Geschäfte sind unwirksam.

b)

Durchgriff

Grundsätzlich sind die Interessen der jur Pers und der Mitglieder streng zu trennen.

Durchgriff nur unter besonderen Voraussetzungen zulässig:

Zurechnungsdurchgriff: wenn bejaht wird, dass ein Irrtum über die Eigenschaften eines Gesellschafters auch als beachtlicher Irrtum über die Eigenschaften der Gesellschaft selbst gelten soll

Haftungsdurchgriff: kann ausnahmsweise, gegen den Haftungsausschluss, eine pers Haftung der physischen Pers für die Verbindlichkeiten der jur Pers angenommen werden.

Lösungsvorschläge:

Echte Durchgriffslehre: versuchen generell Fallgruppen festzulegen, in denen die Rechtsform der jur Pers nicht beachtet werden muss. zB Missbrauch

Normanwendungs- bzw Normzwecklehre: Fallbezogen, durch Ermittlung von Sinn und Zweck der jeweils anzuwendenden vertraglichen oder gesetzlichen Regelungen

Zurechnung von Hilfspersonen

a) Rechtsgeschäftliches Verhalten

Relevant, wenn Organe im Namen der jur Pers handeln und sich in ihrem Wirkungsbereich bewegen. Der Vertrag kommt zwischen Vertragspartner und jur Pers zustande, nicht mit dem Organ

Kann man die Vertretungsmacht der Organe aber beschränken? ABGB verbietet dies nicht aber das würde zur Gefährdung der Verkehrssicherheit (wie Ultra-vires-L)

Besondere Probleme bei Abschluss mit öffrechtliche jur Pers, da Organe oft Vorschriften nicht einhalten und das dem Geschpartn nicht ersichtlch ist.

b) Rechtswidriges Verhalten

Umfassende Haftung: Der juristischen Hilfspersonen wird auch im deliktischen Bereich das Verhalten ihrer Hilfspersonen in weiterem Umfang zugerechnet: Sie wird aus dem Verhalten physischer Personen ersatzpflichtig, die in ihrer Organisation eine leitende Stellung einnehmen und die deshalb auch als „Machthaber“ bezeichnet werden.

BGB: lässt nur die Organe Haften, die verfassungsmäßig berufen wurden, somit ist die Haftung leicht mithilfe der Satzung zu manipulieren. In Ö kommt es nur auf die tatsächliche Funktion des Organs an (Repräsentantenhaftung).

Neben der juristischen Person haftet der Handelnde selbst nach den deliktsrechtliehen Regeln.

c)

Wissenszurechnung

Die juristische Person muss sich jedes Wissen der zuständigen Machthaber so zurechnen lassen, wie die natürliche Person die eigenen Kenntnisse. Bei nicht zuständigen Machthabern und anderen Hilfspersonen sind der juristischen Person hingegen nur dienstliche Kenntnisse zuzurechnen.

Bei Kollegialorganen ist die juristische Person schon dann als schlechtgläubig anzusehen, wenn nur ein Mitglied unredlich ist.

Verein

Der Verein ist eine auf Dauer angelegte, freiwillige Personenvereinigung (Körperschaft), die in ihrem Bestand vom Mitgliederwechsel unabhängig ist, eine körperschaftliche Verfassung und einen Gesamtnamen hat.

Systeme zur staatlichen Kontrolle der Entstehung von Vereinen:

Konzessionssystem Vereinsbildung nur durch Genehmigung durch die Behörde.

Normativsystem Vorschiften darüber, was wie in den Statuten zu regeln ist. Registrierung. Bei Erfüllung der Voraussetzungen kein Recht auf Verweigerung seitens der Behörde

Wirtschaftliche Vereine auf Erzielung von Gewinn gerichtet, Gewinn kommt Mitgliedern zugute. Neubegründung verboten, Weiterführung zulässig

Idealvereine nicht hauptsächlich auf Gewinn gerichtet Gründung: Errichtung durch Vereinbarung von Statuten. Entstehung durch verwaltungsbeh Verfahren. Behörde kann innerhalb von 4 Wochen untersagen, sonst Entstehung. Dieses System zählt zum Normativsystem, da staatliche Mitwirkung notwendig ist.

Geschäfte vor der Entstehung: Handelnde haften pers zur ungeteilten Hand. Mit Entstehung tritt Verein in den Vertrag. Wenn keine Entstehung: Vertrauensschaden

Organe:

Mitgliederversammlung oberstes. Gem Willensbildung, nur intern Vorstand von MV kontrolliert, mind 2 Pers, leitet nach Innen, vertritt nach Außen. Im Zweifel Gesamtvertretung.

Ende:

Wegfall aller Mitglieder, freiwillig, Auflösung durch Behörde bei Straftaten oder Überschreitung des Status

Rechtspersönlichkeit bleibt bis zur Eintragung der Auflösung bestehen!

Stiftungen

Einem bestimmten Zweck gewidmete Vermögen mit Rechtspersönlichkeit. Haben keine Mitglieder, nur Destinatäre.

Ohne Rechtspersönlichkeit nur unechte, „unselbstständige Stiftung“.

Gemeinnützigkeit: Förderung der Allgemeinheit oder eines bestimmten Kreises auf geistigem, kulturellem, sittlichem, sportlichem oder materiellem Gebiet.

Mildtätige Zwecke: unterstützen hilfsbedürftige Personen

Privatstiftung: Vermögen, deren Nutzung, Verwaltung und Verwertung der Erfüllung eines anderen erlaubten Zwecks dienen soll. Mit ihnen kann der Stifter auch ausschließlich eigennützige Zwecke verfolgen.

Entstehung: durch Stiftungserklärung zu unterscheiden:

Gemeinnützige Entscheidung der Behörde wenn nicht mehr gemeinnützig, primär Satzungsänderung vorzunehmen, erst wenn dies unmöglich kann aufgelöst werden

Privatstiftungen Eintragung ins Firmenbuch Organe PS: 3köpfiger Vorstand (dürfen nicht Begünstigte und deren nahe Verwandte sein), Stiftungsprüfer, eventuell Aufsichtsrat. Staatliche Kontrolle entfällt. Ende: Widerruf (wenn Stifter diesen vorbehalten hat) oder Auflösung

Fonds

Ein Fonds ist ein durch die Anordnung des Gründers nicht auf Dauer gewidmetes Vermögen mit Rechtspersönlichkeit, das der Erfüllung gemeinnützigeroder mildtätiger Zwecke dient.

Unterschied zur Stiftung: zeitliche Begrenzung, das gesamte Fondsvermögen kann zur Erfüllung des Zwecks herangezogen werden während bei einer Stiftung anders als bei der Privatstiftung! nur die Erträgnisse des Stammvermögens verwendet werden dürfen.

Sammelvermögen

Der dauerhafte Zweck fehlt.

Vermögen, das durch Sammlungen aufgebracht wird.

Wer ist ET?

Es kann ein Gesellschaftsverhältnis aller Beteiligten Sammler entstehen mit den Sammlern als geschäftsführende Gesellschafter

Eigentum kann an die Sammler übergehen mit Verpflichtung der zweckentsprechenden Verwendung es entsteht ein treuhänderisches Sondervermögen. Bei zweckwidrigem Verhalten der Sammler kann schuldrechtlich zurückgefordert werden

Auch die Ansicht der eigenen Rechtspers ist vertreten.

Die Persönlichkeitsrechte

Die Persönlichkeitsrechte dienen dem unmittelbaren Schutz der menschlichen Person.

Soweit bei juristischen Personen entsprechende schutzwürdige Interessen vorhanden sind, stehen auch ihnen Persönlichkeitsrechte zu.

Gewähren schon bei Gefahr einer Verletzung einen Unterlassungsanspruch.

Bei erfolgter Verletzung durch schuldhaft Handelnden Ersatz materieller Schäden. Ersatz ideeller Schäden bei: Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit, auf Freiheit, auf geschlechtliche Selbstbestimmung oder auf Wahrung der Privatsphäre

+ Recht auf Beseitigung (verschuldensunabhängig)

Interessensabwägung, weil die Freiheit des einen die Unfreiheit des anderen bedeutet.

a) Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit

Steht jedem Menschen zu, auch Ungeborenen.

b) Recht auf Freiheit

Gegenüber dem Staat ausdrücklich verfassungsgesetzlich garantiert.ch

Wenn jemand psychisch krank ist, sein oder anderer Leben oder Gesundheit ernstlich und erheblich gefährdet und diese Gefahr nicht anders, zB durch ambulante Behandlung, abgewendet werden kann, kann die Einschränkung der Freiheit durch Unterbringung/Überwachung zulässig sein. Auch gegen den Willen.

Unterschied zwischen dieser Einschränkung und jener durch ein Alten- und Pflegeheim:

niemand kann gegen seinen Willen eingewiesen werden, jedoch sehr wohl zurückgebracht. Auch für geistig Behinderte, neben psychisch Kranke.

Freiheitsbeschränkung als letztes Mittel!

c)

Namensrecht

Übliches Identifizierungszeichen.

Eine Namensbestimmung unter Eheleuten ist zwar zeitlich unbefristet (also auch lange nach der Eheschließung) möglich, darf aber gemäß § 93 b nur einmalig erfolgen.

Eigetragene Partnerschaft: grundsätzlich bisherige Namen. Kann aber gesondert durch Namensänderung geändert werden.

Mangels Bestimmung erhält das Kind den Familiennamen der Mutter.

Subjektives Rechtder Unterlassungs- und Schadenersatzansprüche bei unbefugtem Gebrauch. Geringfügige Abweichungen des gebrauchten vom geschützten Namen ändern am unbefugten Namensgebrauch nichts. Auch bei Pseudonym. Auch bei Waren (zB Zeppelinzigaretten) Achtung: nur zulässig, wenn konkrete Beeinträchtigung besteht oder droht.

d) Recht am eigenen Bild

Es dürfen Bildnisse von Personen nicht öffentlich ausgestellt oder sonst verbreitet werden, wenn dadurch berechtigte Interessen des Abgebildeten oder seiner nahen Angehörigen verletzt werden.

Zustimmung zur Veröffentlichung kann auch stillschweigend erklärt werden.

Uu ist zwischen dem Interesse des Abgebildeten und jenem der Öffentlichkeit auf Berichterstattung eine Abwägung vorzunehmen; zu berücksichtigen ist ferner der mit dem Bild veröffentlichte Begleittext.

In einer neueren E wurde auch das Fotografieren einer Person ohne berechtigtes Interesse untersagt.

e) Schutz vertraulicher Aufzeichnungen

Briefe, Tagebücher dürfen nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, wenn berechtigte Interessen des Verfassers oder eines nahen Angehörigen verletzt werden.

Der Schutz vertraulicher Aufzeichnungen ist nicht davon abhängig, ob die Schriften urheberrechtlich geschützt sind.

Kein Schutz für Schriften für amtlichen Gebrauch.

f) Recht auf Ehre

= Allgemeine Wertschätzung einer Person durch die Mitmenschen.

Gilt auch für den wirtschaftlichen Ruf.

g) Schutz der Erfinderehre

Der Erfinder einer Sache hat den unverzichtbaren (!) Anspruch, als Erfinder genannt zu werden. Der Anspruch kann nicht übertragen werden und geht nicht auf die Erben über.

Die Nennung geschieht auf Antrag durch Eintragung in das Patentregister.

h) Schutz geistiger Interessen eines Urhebers

Urheberpersönlichkeitsrecht.

Unverzichtbare Recht, die Urheberschaft für sich in Anspruch zu nehmen, wenn sie bestritten wird oder das Werk einem anderen zugeschrieben wird.

i) Weitere Persönlichkeitsrechte

Recht auf Glaubens- und Gewissensfreiheit

Auf das gesprochene Wort (Schutz vor heimlichen Aufzeichnungen)

Auch an Körpersubstanzen wird ein Persrecht bejaht

Achtung der Privatsphäre

Recht auf Schutz des Lebensbildes/-ablaufes

Postmortale Persönlichkeitsrechte

Rechtsobjekte

Normen weitgehend auf körperliche Sachen abgestimmt, obwohl im Gesetz auch unkörperliche angedeutet werden.

„Eigentumsrecht an Forderungen“ = das Recht steht einer bestimmten Person zu Rechtszuständigkeit (ETrecht im weiteren Sinn)

Beweglich - Unbeweglich

Bew können ohne Verletzung der Substanz transportiert werden

Unbew Liegenschaften + rechtliches Zugehör

Verbrauchbar Unverbrauchbar

Verbr normaler Gebrauch besteht gerade im Verbrauch oder Veräußerung

Unverbr Liegenschaften, feste Gegenstände etc. Nur an diesen ist ein Gebrauchsrecht möglich

Vertretbar Unvertretbar

Vertr keine individuellen Merkmale, nur Maß Zahl Gewicht. Darlehen nur an vertretbaren Sachen

Unvertr nach individuellen Merkmalen

Das Rechtsgeschäft

Es gilt das Prinzip der Privatautonomie.

Diese ist faktisch häufig dadurch eingeschränkt und insofern nur eine „formale“ Freiheit, als das Informationsgefälle zw den Parteien und Zwangslagen den Spielraum einer freien Gestaltung der Verträge beschneiden.

Schutz von Seiten der Rechtsordnung wird umso mehr benötigt, e unausgewogener der Inhalt des Vertrages ist. Daher genügt bei besonders krasser Inäquivalenz von Leistung und Gegenleistung schon ein geringerer Grad der Einschränkung der Selbstbestimmung für die Auslösung der Schutzmechanismen; das zeigen etwa die Regelungen der Verkürzung über die Hälfte (§ 934) und des Wuchers (§ 879 Abs 2 Z 4).

Es steht jedoch jedem frei, freiwillig unausgewogene Geschäfte zu schließen.

Consideration-Doktrin des Common Law: Versprechen sind nur dann bindend, wenn ihnen eine Gegenleistung des Versprechensempfängers gegenübersteht oder eine besondere Form eingehalten wurde.

Auch allgemeine Schranken der Privatautonomie greifen: Rechtsgeschäfte, die der Rechtsordnung selbst oder ihren Grundwerten widersprechen, sind nichtig. § 879 (1)

Zum Begriff:

Ein Rechtsgeschäft besteht aus Willenserklärungen, die auf die Herbeiführung von Rechtsfolgen gerichtet sind. Die in der Willenserklärung gewollten Rechtsfolgen werden von der Rechtsordnung anerkannt, weil sie gewollt sind.

Ein Vertrag ist eine Vereinbarung, die durch zwei einander entsprechende Willenserklärungen zustande kommt.

Jenen Tatbestand, der eine oder mehrere Willenserklärungen enthält und von der Rechtsordnung als Grund für den Eintritt der als gewollt bezeichneten Rechtswirkungen anerkannt wird, nennt man Rechtsgeschäft. Abstrakt.

Grundfolgentheorie: die Parteien müssen einen Geschäftswillen haben, dh rechtliche Folgen auslösen wollen. Das Anstreben bloß wirtschaftlicher oder sozialer Folgen genügt nicht!

Rechtsfolgentheorie: den Parteien muss nicht jede einzelne Rechtsfolge bewusst sein bzw sie müssen nicht jede wollen.

Gemäßigte Rechtsfolgentheorie: Es darf ihnen nur nicht erkennbar das Bewusstsein fehlen, Rechtsfolgen auszulösen, wie dies etwa bei einer Einladung zum Spaziergang der Fall ist.

Gentlemen’s Agreement: Erklärungen ohne Geschäftswillen werden aufgegeben und man verlässt sich auf das Wort des Partners. Meist wenn einem solchen Geschäft zwingende Vorschriften entgegen stehen würden.

Manchmal wird man gebunden, auch ohne dies zu wollen. Das basiert auf das Prinzip des Vertrauensschutzes. Greift, wenn der Partner berechtigterweise auf den zumindest fahrlässig erklärten Willen.

Ein unbewusst geschaffener Erklärungstatbestand wird nur dann zugerechnet, wenn er sorglos verursacht oder unnötigerweise das Risiko seines Entstehens erhöht wurde.

Prinzip der Vertragstreue: ein gültiger Vertrag muss auch erfüllt werden, wenn er später nicht mehr dem Willen des Verpflichteten entspricht.

Willensbetätigung (=Willensgeschäft): auch auf Herbeiführung eines rechtsgesch Erfolges gerichtet, anders als die Willenserklärung hat sie aber KEINEN Kundgabezweck. Es ist ein Vollzugsakt, kein Erklärungsakt, der gewollte Zustand wird einfach herbeigeführt. Braucht jedoch einen inneren rechtsgesch Erfolgswillen und entsprechendes äußeres Verhalten. zB Okupation, Dereliktion

Willensmitteilung: eigentlich Willenserklärung, aber es kommt nicht darauf an, ob der Erklärende die Rechtsfolgen wirklich herbeiführen will. Sie treten sowieso ein. zB Mahnung stellt fällig.

Wissenserklärung (=Vorstellungsmitteilung): Nachricht über Tatsachen, keine Willensäußerung. zB Verständigung von der Zession, Anzeige des Mangels.

Realakte: drücken rein faktischen Willen aus, ohne Auslösen von Rechtsfolgen. Es kommt auf die Geschäftsfähigkeit des Handelnden nicht an. zB künstlerische Werke lösen Urheberrechte aus.

Sonstige Wirksamkeitsvoraussetzungen sind Umstände, die nicht Geschäftsbestandteil sind, aber von denen die Wirksamkeit des Rechtsgeschäftes abhängt. zB wenn Zustimmung der Behörde notwendig ist. Werden diese von der Rechtsordnung verlangt, heißen sie Rechtsbedingungen.

Arten der Willenserklärung:

Ausdrücklich: Aussagen oder allgemein angenommene Zeichen. In manchen Fällen sind sie jedoch je nach Umstand anders zu deuten.

Schlüssige (konkludente): der Erklärungswert wird weniger aus Worten oder Verhalten entnommen, sondern mehr aus den Begleitumständen. Entspricht dem ABGB wohl mehr. Anderer Erklärungsversuch: das Verhalten hat primär keinen Erklärungszweck, sondern einen anderen Zweck, aus ihm kann in dem Fall aber trotzdem ein Erklärungszweck entnommen werden.

Darf nur angenommen werden, wenn eine Handlung nach der Verkehrssitte, nach den üblichen Gewohnheiten und Gebräuchen eindeutig in einer bestimmten Richtung zu verstehen ist.

Schlüssige Willenserkl können auch durch Unterlassung entstehen. Schweigen wird aber in der Regel nicht als Zustimmung gedeutet, auch wenn jemand dem Partner mitteilt, er würde dies nach Ablauf einer Frist so deuten. Ausnahme: Kauf auf Probe, gesetzlich bestimmt.

Fingierten Willenserklärungen: Anordnung von Rechtsfolgen, die nach dem Zweck des Gesetzes ohne Rücksicht auf den Willen und das Vertrauen der Beteiligten eintreten sollen.

Normierten Willenserklärungen: hier deutet das Gesetz ein Verhalten als Willenserklärung mit bestimmtem Inhalt: Es legt die Erklärungsbedeutung eines Verhaltens generell fest. Voraussetzungen des Rechtsgeschäftes müssen erfüllt sein: Geschäftsfähigkeit des Erklärenden erheblich und Willensmängel beachtlich. Der normierte Erklärungswert wird durch eine eindeutige gegenteilige Erklärung ausgeschlossen.

Jede Erklärung hat einen subjektiven und einen objektiven Wert. Oft ist der objektive maßgebend, unter Berücksichtigung aller Umstände

Konsens kann normativ (entspricht nicht dem wahren Willen einer Partei, jeder redlicher Empfänger würde das aber so verstehen. Partei gebunden) oder natürlich (übereinstimmender wahrer Wille) entstehen.

Lässt sich mit Hilfe der Auslegungsregeln kein eindeutiger vernünftiger Erklärungssinn ermitteln, so ist das Geschäft wegen Unbestimmtheit nichtig.

Nach der für entgeltliche Geschäfte geltenden Unklarheitenregel wird eine undeutliche Äußerung zum Nachteil desjenigen ausgelegt, der sich derselben bedient hat.

Bei unentgeltlichen wird angenommen, dass sich der Erklärende die geringere Last auftragen wollte. Leihe oder Schenkung?

Ist eine Erklärung wirksam, die objektiven Wert besitzt, aber abgegeben wurde ohne dass der Erklärende überhaupt gewusst hat, dass er eine Erklärung abgibt?

Ö Lehre: Mangel des Erklärungsbewusstseins hindert die Wirksamkeit nicht. Einschränkung: Zurechnung nur dann, wenn er den Erklärungstatbestand adäquat verursacht und zumind fahrlässig gehandelt hat oder er das Risiko des Entstehens eines Erklärungstatbestandes unnötigerweise erhöht hat.

Empfangstheorie: Willenserklärungen rufen rechtliche Wirkung vor, wenn sie in die Sphäre des Adressaten gelangen, wenn die Parteien keine andere Art des Wirksamwerdens aushandeln.

Bringt die Erklärung für den Empfänger nicht nur Vorteile mit sich, so ist der Zugang nur wirksam, wenn der Empfänger voll geschäftsfähig ist.

Zuwendungsgeschäfte bezwecken das Vermehren des Vermögens einer anderen Person. Gegenteil: Geschäfte ohne Zuwendungscharakter

Wo Leistungen ohne Verpflichtung ausgetauscht werden, handelt es sich um ein entgeltliches, nicht aber um ein gegenseitiges Geschäft. zB Makler nicht verpflichtet zu vermitteln. Partner verpflichtet zu zahlen. Kein gegenseitiges G

„entgeltsfremden GeschäfteLeistungen werden nicht ausgetauscht, aber auch nicht unentgeltlich zugewendet. zB Familienrechtlichen Geschäfte (zB die Ehepakte), die Sicherungsgeschäfte (Bürgschaft) und den Gesellschaftsvertrag Die Regeln über die entgeltlichen Geschäfte sind anwendbar.

Ein Verpflichtungsgeschäft ist kausal, wenn daraus ein Zweck (causa, Rechtsgrund) hervorgeht, der es wirtschaftlich erklärt, andernfalls ist es abstrakt. zB 1000€ ohne Grund schulden. In Ö sind abstrakte Verpflichtungsgeschäfte grundsätzlich ungültig, weil somit gesetzlich verbotene Geschäfte geschlossen werden können (Geschäftszweck muss ja nicht offengelegt werden) und weil für Verpflichteten gefährlich. In D grundsätzlich möglich. In dreipersonalen Beziehungen, zB durch Annahme einer Anweisung oder bei der Garantie für die Leistung eines Dritten, sind abstrakte Versprechen hingegen wirksam!

Ein Verfügungsgeschäft ist kausal, wenn es in seiner Wirksamkeit vom Bestehen eines Rechtsgrundes (Titels) abhängt, der es rechtfertigt. Andernfalls ist es abstrakt.

Bei abstrakten könnte ET zB allein durch den Willen und durch die Übergabe übergehen. In D möglich, in Ö ein Verpflichtungsgeschäft nötig. Ist das Verpfgesch ungültig, geht auch ET nicht über, weil auch das Verfgesch ungültig ist.

Geschäft von Todes wegen sucht, Rechtsverhältnisse nach Ableben der Person zu regeln. Meist Vermögen. Erst mit dem Tod wirksam.

Geschäfte unter Lebenden sind alle anderen Geschäfte, selbst wenn in Erwartung des Todes getätigt.

Allgemeine Voraussetzungen für ein gültiges Rechtsgeschäft:

- Geschäftsfähigkeit

- Ernsthaftigkeit

- Kein Irrtum oder Zwang

- Möglich und erlaubt

- Manchmal Form

- Übereinstimmende Willenserklärungen

fehlt es an diesen Voraussetzungen, ist das Geschäft ursprünglich mangelhaft

Mögliche Auswirkungen des Mangels:

- Absolute Nichtigkeit: bei Geschäftsunfähigkeit oder Sittenwidrigkeit

- Nachträgliche Beseitigung möglich, Geschäft kommt zustande: bei Fehlern in der Willensbildung

Der Vertragsabschluss

Eine zur Annahme geeignete Offerte muss inhaltlich ausreichend bestimmt (es bedarf nur noch der Annahme, keiner weiteren Verhandlung) oder bestimmbar (wesentliche Punkte ergeben sich aus den Umständen) sein, und es muss in ihr ein endgültiger Bindungswille des Antragstellers zum Ausdruck kommen.

Übersendung von Katalogen, Preislisten und Schaufenstergestaltung stellen kein Angebot dar, sondern die Aufforderung, ein solches zu stellen. Dies weil es sich um Erklärungen gegenüber einem größeren und unbestimmten Personenkreis handle, sich der Anbieter seinen Vertragspartner üblicherweise aussuchen wolleund die Ware nicht in unendlicher Stückzahl vorhanden sei.

Kreuzofferte: Jede Partei schickt der anderen eine Offerte zu, die inhaltlich der jeweils anderen vollkommen entspricht und mit ihr auch bezüglich der vorgeschlagenen Parteirollen vereinbar ist. Mit dem Zugang beider Offerten wird der Vertrag perfekt.

Realangebote: Übersendung ohne Veranlassung. Achtung beim Abschlusswillen!! Gibt es einen solchen und verwendet der Empfänger die Sache, ist ein Vertrag entstanden (dafür reicht ja der Annahmewillen und eine damit im Zusammenhang stehende Handlung, hier die Verwendung/Behalten). Nur ohne Annahmewillen greift §864 (2)

Die Offerte wird mit Zugang wirksam.

Die Insolvenz des Offerenten bringt die Offerte zum Erlöschen, nicht aber der Tod oder der Verlust der Geschäftsfähigkeit!

Ein Widerruf durch den Antragsteller ist allerdings so lange beachtlich, als die Offerte nicht wirksam geworden ist. Geht also der Widerruf dem Empfänger spätestens zugleich mit der Offerte zu, so tritt keine Bindung des Antragstellers ein. Sonderfall: zB Annahme/Offerte im Briefkasten, aber nicht davon gewusst. Annehmender/Offerent wartet auf Rückkehr vor Haustür und sagt ab keine Bindung

Bei Dissens über einen Nebenpunkt tritt nur Teilnichtigkeit ein, wenn das dem hypothetischen Parteiwillen entspricht.

Gründe für Dissens (offen/versteckt) können Unvollständigkeit, Diskrepanz der Erklärungen und Mehrdeutigkeit/Unverständlichkeit sein.

Dissens vor Irrtum prüfen, da bei Dissens gar kein Vertrag zustande kommt!

Unverständigkeit komm sowohl im ABGB als auch im KSchG vor. §869 ABGB meint absolut unverständliche Äußerungen §6(3) KSchG meint schwer verständliche/durchschaubare Klauseln

Vertragsabschluss unter AGB

AGB weisen ein Vielzahlkriterium auf, weil sie für viele verschiedene Verträge verwendet werden.

Einbeziehungskontrolle - Sind AGB Vertragsinhalt geworden? Die Vereinbarung zwischen den Parteien über die Geltung der AGB kann ausdrücklich oder stillschweigend erfolgen. Es ist daher ausreichend, wenn der Unternehmer vor dem Abschluss erklärt, dass er nur zu seinen AGB kontrahiert und sich der Partner daraufhin mit ihm einlässt. Konkludente Unterwerfung nur, wenn dem Partner deutlich erkennbar war, dass der Unternehmer nur mit AGB kontrahieren will. Außerdem muss der Kunde unter Anwendung eines normalen Sorgfaltsmaßstabes zumindest die Möglichkeit haben, vom Inhalt der Bedingungen Kenntnis zu nehmen.

Battle of forms 2 Unternehmer verweisen jeweils auf ihre AGB, die sich nicht in allen Punkten decken, oder ein Teil lässt einen Punkt unbehandelt während der andere in diesem Punkt vom positiven Recht abweicht. Die Nichtregelung wird hier als Verweis auf das Gesetz verstanden. Es kommt der Restvertrag nur dann zustande, wenn der Dissens bloß Nebenpunkte betrifft. Bezüglich der sich widersprechenden Regelungen greift die gesetzliche Regel ein.

Geltungskontrolle gelten die AGB Bestimmungen? „versteckte“ Einzelbestimmungen ungewöhnlichen Inhalts werden schon von Gesetzes wegen nicht Vertragsinhalt, wenn sie für den Partner des Aufstellers nachteilig sind, er

nach den Umständen, vor allem nach dem äußeren Erscheinungsbild der Urkunde, mit ihnen nicht zu rechnen brauchte und er auf sie nicht besonders hingewiesen worden ist - §864a. Das Vorliegen dieser Voraussetzungen ist vom Partner des Verfassers zu beweisen. Für die Geltung der AGB reicht es nicht, wenn auf sie erst nach Vertragsabschluss verwiesen wird.

Inhaltskontrolle ist der Inhalt zulässig? Betrifft nur Klauseln, die nicht einer der beidseitigen Hauptleistungen festlegen! jedenfalls dann nichtig, wenn sie für einen Teil gröblich benachteiligend sind. Die Nichtigkeit erfasst nur die ungerechte Klausel, nicht aber den Rest des Vertrages. Vorteil für Kunden: Ungleichgewicht wird bei Verwendung der AGB vermutet, deshalb tritt hier eine Beweislastumkehr ein. Bsp für solche Klauseln auf S 150. Gewisse Vertragsklauseln sind in AGB ungültig, hingegen wirksam, wenn sie „ausgehandelt“ werden (§ 6 Abs 2 KSchG).

Transparenzgebot klare Formulierung verpflichtend! dem Kunden soll durch die transparente Klauselgestaltung erleichtert werden, Bedeutung und Inhalt des Klauselwerkes zu erfassen, damit er als selbstverantwortlicher Marktteilnehmer seine Interessen eigenständig wahrnehmen kann. §6 (3) KSchG Es geht hier nicht um einfache Konzepte im Inhalt, sondern um die Darstellung und Umschreibung dieser Konzepte. In D nur bei Verbrauchern, in Ö auch unter Unternehmern.

Es gibt Verbände, die durch Unterlassungsklage gegen solche Klauseln vorgehen können, da diese ja grundsätzlich gelten.

Dieser Verbandsklage wird die kundenfeindlichste Auslegung zugrunde gelegt!

Für gewisse Vertragsbestimmungen existiert auch eine ex ante Prüfung durch Behörden. Die nachträgliche Prüfung wird dadurch NICHT ausgeschlossen!

Elektronische Vertragsabschlüsse

E-Commerce-Gesetz 2002 dispositives Recht, zum Nachteil des Verbrauchers nicht abänderbar

Informationspflichten des Dienstanbieters: Der Nutzer ist klar, verständlich und eindeutig zu informieren, und zwar insbesondere über die einzelnen technischen Schritte, die zur Vertragserklärung und zum Vertragsabschluss führen; ferner über die Speicherung des Vertragstextes durch den Dienstanbieter nach Vertragsabschluss; die technischen Mittel zur Erkennung und Berichtigung von Eingabefehlern vor Abgabe der Vertragserklärung sowie die Sprachen, in denen der Vertrag abgeschlossen werden kann.

Weitere Pflichten: angemessene, wirksame und zugängliche technische Mittel für die Erkennung und Korrektur von Eingabefehlern zur Verfügung zu stellen. Er muss ferner den Zugang einer elektronischen Vertragserklärung unverzüglich elektronisch bestätigen und die Vertragsbestimmungen und die AGB dem Nutzer so zur Verfügung stellen, dass dieser sie speichern und wiedergeben kann.

Faktische Vertragsverhältnisse teilweise wird die Auffassung vertreten, dass die Wirkungen eines gültigen Vertragsschlusses nicht nur durch die Erfüllung der Voraussetzungen eines Rechtsgeschäftes, sondern auch durch bloßes tatsächliches Verhalten, nämlich durch die Inanspruchnahme von Leistungen und deren Gewährung eintreten können. zB zahlungspflichtige Parkplätze, Strom etc

Der Vertrag soll in solchen Fällen durch sozialtypisches Verhalten zustande kommen. Diese Auffassung ist jedoch abzulehnen, weil sie die vom Gesetz aufgestellten Voraussetzungen rechtsgeschäftlicher Wirkung umgeht. In vielen Fällen kann ohnedies schon aufgrund konkludenter Willenserklärung (§ 863) ein Vertrag angenommen werden.

Aber: wenn jemand eine Parkgarage benutzt und gleichzeitig erklärt keinen Vertrag zu wollen, kann keine konkludente Willenserklärung angenommen werden. Ein Teil der Lehre und Rechtsprechung beruft sich hier auf den Satz „protestatio facto contraria non valet“ und erklärt eine ausdrückliche Willensäußerung, die mit dem tatsächlichen Verhalten im Widerspruch steht, für unbeachtlich. Problematisch, weil das gegen den Grundsatz der Privatautonomie verstößt.

Vorvertrag

Die Verabredung, künftig einen Vertrag mit bestimmtem Inhalt abzuschließen, heißt Vorvertrag (§ 936).

Leistungsgegenstand Abschluss des Hauptvertrages, man kann auch nur darauf klagen!

Zur Gültigkeit des Vorvertrages ist es erforderlich, dass er schon alle wesentlichen Punkte des Hauptvertrages enthält, und Bestimmung des Abschlusszeitpunktes des Hauptvertrages.

Präklusivfrist von 1 Jahr nach diesem festgelegten Zeitpunkt für die Klage!

Ist der Hauptvertrag formbedürftig, so muss es auch der Vorvertrag sein.

Clausula rebus sic stantibus zwischen Vorvertrag zur bedungenem Zeitpunkt zu beachten!

Option - Vertrag, durch den eine Partei das Recht erhält, ein inhaltlich vorausbestimmtes Schuldverhältnis in Geltung zu setzen. Regelmäßig wird auch eine Gegenleistung für die Einräumung des Gestaltungsrechts vorgesehen

Fehlerhafte Willenserklärungen

Geheimer Vorbehalt Wenn der Erklärende weiß, dass er etwas anderes erklärt als er will

§ 869 deutet Schadenersatz an und erweckt damit den Eindruck, die Erklärung sei wirkungslos. Aus dem Vertrauensprinzip ergibt sich jedoch ihre Gültigkeit, wenn der Erklärungsempfänger berechtigt auf die ihm zugegangene Erklärung vertraut hat.

Nicht ernst gemeinte Erklärungen Mangel der Täuschungsabsicht im Gegensatz zum geheimen Vorbehalt

Prinzipiell ungültig, außer der Empfänger ist schutzwürdig.

Scheingeschäft Empfänger weiß um des anderen echten Willen

Zur Täuschung der Behörden oder Dritter

Absolutes Scheingeschäft Partner wollen gar keinen Vertrag

Verdecktes Geschäft Partner wollen ein anderes Geschäft verschleiern

Das zum Schein geschlossene Geschäft wirkt nicht. Wenn es es verschleiertes Geschäft gibt, wirkt dieses, wenn er die Voraussetzungen für das gültige Zustandekommen aufweist (§916 (1))

Manchmal kann das Scheingeschäft Dritten gegenüber wirken, wenn dieser darauf vertraut hat. Hier geht der Schutz über Entgeltlichkeit hinaus. Auch zB Pfandgläubiger sind geschützt

=/=

Umgehungsgeschäfte hier wollen die Parteien nur bestimmte Regelungen umgehen. Nicht von vornhinein ungültig, da wirklich gewollt.

Irrtum

Unter Irrtum versteht man die unzutreffende Vorstellung von der Wirklichkeit; der falschen steht die mangelnde Vorstellung gleich.

Bedeutend für die Bestimmung des Grades an Schutz, der der Empfänger genießt ist:

- Art des Irrtums: muss in der Regel das Geschäft selbst betreffen

- Gibt es eine Gegenleistung? Je freigiebiger, desto leichter aufzulösen

- War Willensmangel erkennbar oder gar vom Partner verursacht?

- Entstehen dem Partner Nachteile durch die Berücksichtigung des Irrtums?

Auch der schuldhaft Irrende ist wenn alle anderen Voraussetzungen gegeben sind nicht endgültig an seine Fehlvorstellung gebunden. In diesem Fall könnte er aus culpa in contrahendo haften, mit Berücksichtigung von ev Mitverschulden.

Verbraucherverträge Rücktritt auch wenn für seine Einwilligung maßgebliche Umstände nicht oder nur in erheblich geringerem Ausmaß eintreten und der Unternehmer diese Umstände als wahrscheinlich dargestellt hat erhebliche Erweiterung des Rechtes, Motivirrtum. §3a KSchG

Erklärungsirrtum Erklärungsirrtum liegt vor, wenn der Erklärende meint, etwas andere zu erklären, als er wirklich erklärt oder wenn ihm die Erklärung gar nicht als solche bewusst ist. Er irrt also über die Erklärung selbst.

Arten des EI:

- Jemand weiß gar nicht, dass er eine Geschäftserklärung abgibt

- Fehler im Erklärungsakt (Versprechen, Verschreiben)

- Übermittlungsfehler

- Über die Bedeutungder Erklärung

Unterschrift ohne lesen grundsätzlich gültig Hat die Urkunde einen anderen Inhalt als angenommen, unterscheiden:

o

o

!
!

Klare Vorstellung über Inhalt (das eben Besprochene zB): Erklärungsirrtum > Anfechtung

Keine genaue Vorstellung vom Inhalt: kein Irrtum, sondern bewusstes in Inkaufnehmen > keine Anfechtung, außer es stehen unübliche Klauseln im Schriftstück Ist dem Aufsteller erkennbar, dass die Person den Vertrag nicht gelesen hat, darf er auch nicht darauf vertrauen, dass sie mit den unüblichen Bestimmungen in Kauf genommen werden. Somit sind diese nicht Vertragsinhalt und müssen gar nicht angefochten werden. (S. 166, Fußnote)

Blankett wird er anders ausgefüllt als vom Unterschreibenden gewollt:

- verdeckte Ausfüllung (Vorlage an Dritten in bereits ausgefülltem Zustand): Erklärung zuzurechnen, Anfechtung laut §871

- offene Ausfüllung: Vollmachtsrecht. nur dann zuzurechnen, wenn der Ausfüllende zur Ergänzung des Textes bevollmächtigt war. Besitz des Blanketts begründet aber oft Anschein der Befugnis

Setzt jemand, obwohl es nicht nötig war, eine Blankounterschrift auf ein Blatt, so muss er sich den Schein einer Willenserklärung selbst dann zurechnen lassen, wenn das Blatt trotz sorgfältiger Aufbewahrung entwendet und ein Text über der Unterschrift eingefügt wird. Er hat das von ihm beherrschbare Risiko zu tragen

Falsa demonstratio (non nocet) bloß eine Fehlbezeichnung, der sachlich keine Fehlvorstellung zugrunde liegt. Kein Irrtum

Geschäftsirrtum: richtige Vorstellung von seiner Äußerung; er irrt aber über die Natur des Geschäftes, seinen Inhalt (Gegenstand) oder über eine für das Geschäft bedeutsame Eigenschaft (oder Identität) der Person des Geschäftspartners.

Erklärungsirrtum und Geschäftsirrtum werden manchmal unter dem Begriff des Geschäftsirrtums im weiteren Sinn zusammengefasst und dem Motivirrtum gegenübergestellt.

Der Motivirrtum (Irrtum im Beweggrund) bezieht sich auf Punkte, die außerhalb des Geschäftsinhaltes liegen.

Abgrenzungsfragen

Nach § 871 Abs 2 gilt der Irrtum eines Teiles über einen Umstand, über den ihn der andere nach den geltenden Rechtsvorschriften hätte aufklären müssen, immer als Geschäftsirrtum.

Eigenschaften, die im abgeschlossenen Geschäft wertbildend waren, sind Geschäftsirrtümer.

Geschäftsirrtum in der Person: Irrtum über das Vorhandensein einer verwaltungsrechtlichen Befugnis zur Erbringung der Leistung. §873 Bei „Pfusch“ wichtig. Oft wird allerdings ein Irrtum über die gewerberechtliche Befugnis nicht kausal für den Abschluss des Vertrages sein, sodass er auch nicht geltend gemacht werden kann.

!
!

Kalkulationsirrtums nur zu beachten, wenn sich ein Teil über den Preis vertippt, verspricht etc. oder wenn bestimmte Kalkulationen Vertragsinhalt werden, also offengelegt wurden und das Geschäft auf dieser Basis stattfinden soll. Wenn jemand das Verhältnis Kosten-Nutzen eines Geschäftes für sich falsch einschätzt, ist das ein Motivirrtum

Irrtum über den gemeinen Wert wird für gewöhnlich nicht als Geschäftsirrtum gesehen, da dadruch die engen Grenzen der laesio enormis umgangen werden können. Ein Irrtum über den Wert gehört zum allgemeinen Vertragsrisiko. Ausnahme: es wird zum Verkehrswert gekauft und über feste Börsen- oder Marktpreise geirrt.

Ein Rechtsfolgeirrtum ist kein Geschäftsirrtum.

Wesentlicher Irrtum der Erklärende hätte ohne ihn das Geschäft nicht geschlossen. Bezieht sich auf Hauptpunkt des Geschäftes.

Unwesentlicher Irrtum Nebenpunkt. Ohne ihn wäre anders geschlossen worden. !Dass eine Partei zu einem Kontrakt mit einem anderen Inhalt bereit gewesen wäre, reicht nicht!

Unerheblicher Irrtum hätte Abschluss in keiner Weise beeinflusst.

Beachtlichkeit des Motivirrtums: nur bei letztwilligen Verfügungen und unentgeltlichen Zuwendungen.

Um ein Motivirrtum doch gelten zu lassen können entweder beide Parteien ex ante das Motiv zum Geschäftsinhalt machen oder ihn zu einer echten Bedingung machen, die später eintreten soll. Wird das Ziel nicht erreicht, fällt der Vertrag ohne Anfechtung weg. §901

Beim arglistigen Ausnutzen oder Herbeiführung durch Vertragspartner ist ein Motivirrtum auch beachtlich.

Geschäftsirrtum führt zur Anfechtung oder Vertragskorrektur.

Anfechtung wenn sein Geschäftsirrtum wesentlich war und entweder vom anderen veranlasst wurde oder diesem aus den Umständen offenbar auffallen musste oder rechtzeitig aufgeklärt wurde (§ 871 Abs 1). Veranlassung kann durch tun oder unterlassen erfolgen, neuerdings wird ein objektiv sorgfaltswidriges Verhalten zusätzlich gefordert. Personen die für einen arbeiten muss man sich zurechnen lassen. Verschulden nicht erforderlich.

Auffallenmüssen liegt vor, wenn der Erklärungsgegner den Irrtum fahrlässig nicht entdeckt hat. zB exorbitanter Preis Irrtum sowohl wirklich erkennt als auch weiß, was der Anbietende meint, und erklärt, die Offerte anzunehmen. Ansicht: Der Vertrag komme nach dem wahren Willen des Irrenden zustande, den ja der Partner kenne. Entgegenhalten: Partner des Irrenden wollte doch zu den erklärten Bedingungen abschließen. Überwiegend: Erklärung mit jener Bedeutung wirksam, wie sie der Partner verstanden hat. Durch dessen Zustimmung entsteht normativer Konsens entsprechend dem wahren Willen.

Die Aufklärung des Irrtums ist rechtzeitig, wenn der Partner noch keine Disposition im Vertrauen auf das Geschäft vorgenommen hat. res-integra-Lehre: Zulassung der Anfechtung bei rechtzeitiger Aufklärung (3. Teilnovelle)

Die Schutzwürdigkeit wird aber auch dann verneint, wenn beiden Parteien derselbe Irrtum unterlief. Daher ist der Anfechtungsgrund des gemeinsamen Irrtums ein von der hM hizugefügter.

S176

Aufhebung wirkt ex tunc, Leistungen sind zurückzustellen. §877. Anfechtung steht auch zu wenn Sache nicht mehr zurückstellbar. Eventuell Bereicherung, siehe unten.

ET ist noch immer derjenige, der Veräußern wollte, da auch das Verpflichtungsgeschäft ungültig geworden ist und somit kein Titel zur Übereignung vorliegt. dingliche Wirkung der Irrtumsanfechtung. bei Dauerschuldverhältnissen ex nunc Wirkung

Vertragskorrektur so zu gestalten, wie ihn die Parteien bei Kenntnis der wahren Sachlage geschlossen hätten. Wiederherstellung der durch den Irrtum gestörten subjektiven Äquivalenz.

Voraussetzungen auch hier: Irrtumsveranlassung, fahrlässiges Nichterkennen des Irrtums, rechtzeitige Aufklärung

Es liegt am Irrenden, ob er den Vertrag anfechten will, wenn er das will muss er das aber gerichtlich machen durch Klage oder Einrede, außer die Anpassung wird privat vereinbart. 3 Jahre ab Vertragsabschluss.

Auf das Recht zur Geltendmachung des Irrtums kann außer für den Fall der Arglist vorweg verzichtet werden! Nicht bei Verbrauchern!

Geltendmachung des Irrtums ausgeschlossen, wenn der zunächst irrtümlich angenommene Umstand später doch eintritt!

Geschäftsgrundlage

Als selbstverständlich angesehene Umstände beim Vertragsschluss treten manchmal nicht in dieser Form ein. Beachtlichkeit dieser Fehlvorstellungen?

Krönungszug-Fall: S.180. Fensterplatz für Krönungszug, Krönungszug findet nicht statt. Inserat auf mehrere Jahre bezahlt, wegen 1WK kann die angebotene Ware nicht hergestellt werden.

Man könnte gewisse Umstände zum Geschäftsinhalt erheben aber man kann unmöglich alles decken. Erwähnung eines Umstandes durch eine Partei führt allein jedenfalls noch nicht dazu, dass dieser zum Geschäftsinhalt wird (vgl § 901).

Berücksichtigung solcher Irrtümer über Zukünftiges im Gesetz:

Für die Vorverträge generell in § 936, für Hauptverträge unter engeren Voraussetzungen etwa in §§962, 1052 letzter Satz, 1170 a, 1265 f. Ferner die für Dauerschuldverhältnisse vorgesehene außerordentliche Kündigung (vgl §§ 1162, 1117f,

1210)

Die Lehre Piskos S182

Gem. §901 gehören Beweggrund und Endzweck nicht zum Geschäftsinhalt eine generelle Analogie zu jenen Einzelbestimmungen, die eine Berücksichtigung des Irrtums über Zukünftiges vorsehen, ist nach ihm abzulehnen. Ein allgemeiner Satz, dass Geschäfte stets unter der clausula rebus sie stantibus stehen, existiert nicht.

Er leitet ab, dass die Hauptregel des § 901 nur die individuellen Voraussetzungen eines konkreten Vertragspartners betreffe, nicht jedoch die sog typischen, die jedermann mit einem solchen Geschäft verbinde. Hier sieht er eine Gesetzeslücke. Deshalb Ableitung eines allgemeinen Rechtssatzes: eine Partei ist an das Geschäft nicht gebunden, wenn eine Voraussetzung nicht zutreffe, die stets einem Geschäft von der Art des geschlossenen zugrunde gelegt werde.

Man kann sich aber nicht auf Umstände berufen, die der eigenen Sphäre zuzuzählen sind; jeder Vertragsteil müsse die Gefahr aller Umstände in seinem Bereich tragen!

Änderung der Sachlage, deren Fortdauer eine typische Voraussetzung des Geschäftes war, kann man auch dann nicht geltend machen, wenn sie vorhersehbar war. Wer dennoch

vorbehaltlos ein Geschäft schließe, trage das Risiko des Wegfalls der Geschäftsgrundlage.

Kritik:

Bemängelt werden die Trennung von Geschäftsgrundlage und Unerschwinglichkeit und gefordert die Möglichkeit der Anpassung des Vertrages.

Weiters wird verlangt, der Fehlvorstellung nur dann Beachtlichkeit zuzubilligen, wenn sie zu einer schwerwiegenden Störung, insbesondere des Äquivalenzverhältnisses, führt

Den typischerweise zugrundegelegten Voraussetzungen müssten wohl jene gleichgestellt werden, von denen die konkreten Parteien gemeinsam ausgingen, da §901 nur die Berücksichtigung einseitig geäußerter Voraussetzungen ausschließt. Fenyves.

Rummel: man sollte bei fehlenden Vorstellungen über künftige Entwicklungen nicht von Irrtum sprechen, sondern von planwidrige Unvollständigkeit der vertraglichen Regelung

Kombination: Die Rechtsfolgen einer Fehlvorstellung richten sich in erster Linie nach der Parteienvereinbarung; so kann die Geschäftsgrundlage zur Bedingung erhoben, gesonderte Risikoregelungen können getroffen oder Neuverhandlungspflichten festgelegt werden. Wurde ein Umstand bloß zum Vertragsinhalt gemacht, so führt eine Fehlvorstellung zur Anwendbarkeit der Normen über den Geschäftsirrtum. Keine private Regelung dispositives Recht, wenn kein Ergebnis ergänzende Vertragsauslegung (wenn Anhaltspunkte für Risikoregelung im Vertrag), kein Ergebnis Doppellücke analoge Anwendung des obj Rechts. Irrtumsregeln, laesio enormis und Leistungsstörungsrecht heranzuziehen Beachtliche Fehlvorstellung über Geschäftsgrundlage Aufhebung oder Anpassung des Vertrages verlangen

List und Drohung

List §870

Unter die Arglist fällt nicht bloß die bewusste aktive Irreführung, sondern auch die Verhinderung der Kenntnisnahme vom wahren Sachverhalt.

Das arglistige Verhalten kann auch in einem Unterlassen liegen, wenn man seiner Pflicht zur Aufklärung nicht nachkommt.

Die Täuschung ist nur dann beachtlich, wenn sie für die Erklärung des Irregeführten kausal war; sie muss deshalb spätestens beim Vertragsabschluss erfolgt sein. Wählt also der Schuldner erst bei der Erfüllung „listig“ eine fehlerhafte Gattungssache in der Hoffnung, der Gläubiger werde es nicht bemerken, so führt dies zu keiner Anfechtbarkeit nach § 870; es wird aber die Anfechtung des Verfügungsgeschäftes erwogen!

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Es wird keine Schädigungsabsicht vorausgesetzt!

Furcht §870

Drohung, die den Willen des Erklärenden beeinflusst hat.

Die Einwirkung muss sich auf den Willen beziehen. Dem Gezwungenen wird zur Unterschrift die Hand geführt („vis absoluta“) keine Willenserklärung im Spiel

Die Zustimmung des Dienstnehmers zu einer Gehaltsreduzierung, die unter dem Druck einer erlaubten Kündigung zustande gekommen ist, wird als unanfechtbar angesehen!

Die Furcht muss gegründet sein, was nach der Größe und Wahrscheinlichkeit der Gefahr und der Leibes- und Gemütsbeschaffenheit des Bedrohten, also nach einem subjektiven Maßstab, zu beurteilen ist

Rechtsfolgen von List und Drohung

Anfechtungsrecht, aber nur vom Überlisteten oder Bedrohten. Auch Anpassung kann begehrt werden und hier kann der Vertragspartner nicht einwenden, er hätte den Vertrag anders nicht geschlossen.

Anfechtung wegen List 30J ab Vertragsschluss

Anfechtung wegen Drohung 3J nach Wegfall der Drohung (§1487)

Es liegen keine anderen Voraussetzungen vor, und es können auch listig herbeigeführte Motivirrtümer angefochten werden, da der Partner keines Schutzes würdig ist.

Herbeiführung eines Willensmangels durch einen Dritten §875

Der Vertrag ist grundsätzlich gültig. Nur wenn der Vertragspartner des Überlisteten an der Handlung des Dritten teilnahm oder von derselben offenbar wissen musste (fahrlässig nicht erkannt), kann der Willensmangel ihm gegenüber geltend gemacht werden.

Dritter ist allerdings nur, wer nicht Geschäftsgehilfe des Gegners des Irrenden ist; Boten, Verhandlungsführer und Stellvertreter sind daher nicht Dritte, für die gilt §1313a

Wird ein Geschäft durch Stellvertreter geschlossen, kommt es auf den eventuellen Willensmangel des Vertreters an. Nur wenn der Vertretene durch Weisungen Einfluss auf den Vertragsabschluss nimmt, kann sein Willensmangel beachtlich sein!

Schadenersatzpflichten §874

Volle Genugtuung ist zu leisten, unabhängig davon ob der Vertrag angefochten wird oder bestehen bleibt.

Ersatzpflicht des bloß fahrlässig irreführenden Vertragspartners aus culpa in contrahendo abzuleiten

Dem schuldhaft Irregeführten steht demnach die Wahl offen, entweder Aufhebung oder Anpassung des Vertrages und daneben den Ersatz eines weitergehenden Nachteils zu begehren, oder nur Schadenersatz zu verlangen. Da primär Naturalrestitution zu leisten ist (§ 1323), kann auch auf diesem Weg die Beseitigung oder Anpassung des Vertrages erreicht werden.

Schadenersatzansprüche verjähren drei Jahre nach Kenntnis des Schadens und des Schädigers (§ 1489) und nicht ab Vertragsabschluss (§ 1487)

Ein fahrlässig handelnder Dritter wird hingegen in der Regel nicht Schadenersatzpflichtig, weil er nicht im vorvertraglichen Schuldverhältnis steht.

Möglichkeit und Erlaubtheit

Möglichkeit

Im Zeitpunkt des Geschäftsabschlusses unmöglich = ursprüngliche oder anfängliche Unmöglichkeit nach Abschluss unmöglich werden = nachträgliche Unmöglichkeit, Unmöglich werden

Nur die ursprüngliche kann das Zustandekommen des Geschäftes hindern, die nachträgliche ist eine Leistungsstörung

Geradezu Unmögliches §878

Rechtlich unmöglich und faktisch absurd

Rechtlich unmöglich sind solche Rechtsgeschäfte, deren Erfüllung die Rechtsordnung ihrer Art nach nicht kennt, nicht schon solche, deren Erfüllung verboten ist. Gesetzliche Verbote in §879 geregelt

Soweit geradezu Unmögliches bedungen wurde, ist das Geschäft absolut nichtig. Wer die Unmöglichkeit kannte oder kennen musste, hat den verursachten Schaden (das Vertrauensinteresse“, negatives Vertragsinteresse) zu ersetzen: zB unnützen Aufwand für den Vertragsabschluss.

Kulpakompensation: Anspruch entfällt zur Gänze, wenn beide gleiches Verschulden trifft!

Ist die Leistung nur sonst („schlicht“) unmöglich, so kommt das Geschäft gültig zustande. subjektiv unmöglich: die Leistung kann nur von dem nicht erbracht werden der sie versprochen hat (Fremdsprache, fehlendes ET). Voraussetzung: der andere darf nicht davon wissen sonst muss die aussage absurd erscheinen und es greift Ungültigkeit.

Veräußerer muss sich bemühen zu erbringen (zB ET verschaffen durch Ankauf). Wenn nicht möglich schlichte Unmöglichkeit

Manche sehen hier das Recht auf Erfüllungsinteresse, was mit der Ö Rechtsordnung nicht zu vereinbaren ist. Wäre nur mit Garantiehaftung möglich, diese kommt nur im UN Kaufr vor

Nach Pisko hat der Partner das Recht auf Wandlung, falls Verschulden vorliegt zusätzlich auch Vertrauensinteresse.

Mittellösung: Wandlung + verschuldeter Schaden, richtigerweise jedoch erst nachdem man prüft ob die Unmöglichkeit mit Irrtumsanfechtung zu beseitigen Sehr selten gibt der Partner eine Garantie ab (nicht von einer gesetzlichen wie oben die Rede), dann Erfüllungsinteresse.

Teilunmöglichkeit

Leistung nur zum Teil geradezu unmöglich. Der betroffene Teil ist ungültig. Für Restvertrag hypothetischer Parteiwille maßgeblich. Wenn sich dieser durch Auslegung nicht ermitteln lässt, bleibt der Rest gültig!

Diese Grundsätze analog angewendet bei: mangelnder Geschäftsfähigkeit, Dissens, Formungültigkeit oder wenn wegen einesWillensmangels zum Teil unwirksam ist.

Erlaubtheit §879

Gesetzliches Verbot: nicht jedes Geschäft, das mit einer Norm des positiven Rechts im Widerspruch steht ist sofort nichtig. Vielmehr ist zu fragen, wenn ein Gesetz die Nichtigkeit nicht anordnet, ob ein Verbotszweck die Ungültigkeit verlangt oder ob sich die verletzte Norm mit der Verhängung anderer Strafen sich begnügt. In der Regel sind Rechtsgeschäfte gültig, wenn das Verbot nicht den Inhalt des Geschäftes, sondern nur Art, Ort und Zeit des Abschlusses betrifft, oder wenn es sich nur an einen der beiden Vertragspartner richtet. (zB Verkauf im Laden am Sonntag Kaufvertrag gültig, aber Strafe an Inhaber)

§879 Abs 2 Z 1-4 jedenfalls nichtig! Entgeltliche Vermittlung von Eheverträgen, von medizinisch unterstützter Fortpflanzung, pactum de quota litis (Anwalt wird in % vom Gewinn bezahlt)

An-sich-Lösen ist eine Verfügung über die Sache, deretwegen Streit herrscht, zugunsten des Anwaltes zu verstehen, somit auch eine Zession des streitigen Anspruchs

Weitere Bsp siehe S195!

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Wucherische Vertrag Erste Voraussetzung ist ein auffallendes Missverhältnis von Leistung und Gegenleistung. Zweitens muss der Bewucherte aus gewissen Gründen verhindert gewesensein, die „Äquivalenz“ aus eigenem zu wahren. Leichtsinn, Zwangslage, Verstandesschwäche, Unerfahrenheit und Gemütsaufregung Drittens muss der Wucherer die Lage des Bewucherten ausgenützt haben („ausbeuten).Fahrlässigkeit des Wucherers genügt, keine bewusste Ausnutzung nötig

Bei Fehlen einer der Voraussetzungen des Wuchertatbestandes kann ein Geschäft nur dann nach § 879 Abs 1 nichtig sein, wenn ein dem fehlenden Tatbestandsmerkmal ein gleichwertiges Element der Sittenwidrigkeit hinzukommt.

Umgehungsgeschäfte »umgangene Norm“ (jene, welche dem primär gewollten Geschäft entgegensteht) ist auch auf das Umgehungsgeschäft anzuwenden

Auf eine besondere Umgehungsabsicht der Parteien kommt es nicht an, vielmehr reicht es, dass objektiv Sinn und Zweck der umgangenen Norm vereitelt würden (Verbotszweck).

Verstoß gg die guten Sitten

Führt zur Nichtigkeit

Sind solche Geschäfte, die mit der Wertordnung einer Gemeinschaft, die auch der Rechtsordnung zugrunde liegt, in untragbarem Widerspruch stehen.

Gute Sitten sind Rechtsnormen die im Gesetz nicht ausdrücklich angesprochen sind, die sich aber aus der richtigen Betrachtung der rechtlichen Interessen ergeben.

Sittenwidrigkeit ist nach Auffassung des OGH insbesondere dann anzunehmen, wenn die vom Richter vorzunehmende Abwägung eine grobe Verletzung rechtlich geschützter Interessen oder bei Interessenkollisionen ein grobes Missverhältnis zwischen den Interessen der Beteiligten ergibt.

Die Rechtsprechung unterscheidet zwischen einer „absoluten“ und einer „geltendzumachenden“ (relativen) Nichtigkeit. Absolut nichtig sind Geschäfte, die gegen Gesetze verstoßen, die dem Schutz von Allgemeininteressen, der öffentlichen Ordnung und Sicherheit dienen. Jedermann kann sich auf die Nichtigkeit berufen, eine besondere Anfechtung ist nicht erforderlich; sie ist von Amts wegen aufzugreifen. Zeitlich unbegrenzt geltend zu machen, bereicherungsrechtliche Aspekte jedoch an §877 gebunden 30 Jahre.

Relative Nichtigkeit Die Norm will nur einen Partner schützen, also darf auch nur er die Nichtigkeit geltend machen. Sie ist außerdem gerichtlich geltendzumachen. 30 Jahre mit Zurückstellung und Benutzungsentgelt

Der Bewucherte verliert das Anfechtungsrecht, wenn er nach Wegfall der Zwangslage die Vereinbarung anerkennt.

Die Teilnichtigkeit ist bei Verstoß gegen § 879 anders zu behandeln. Entscheidend ist welchen Schutzzweck die Verbotsnorm verfolgt; der Restgültigkeit ist möglichst der Vorzug zu geben. Unterschied zwischen dieser Behandlung und die normale sichtbar bei:

Ablösevereinbarungen nichtig. Nach normalem Weg wäre somit auch der Mietvertrag nichtig, weil der Vermieter nicht eingegangen wäre. Hier ist der Rest aber gültig

Ultra alterum tantum (§ 1335) Zinsen ohne Einmahnung bis auf den Betrag der Hauptschuld steigen lassen. Recht auf weitere Zinsen erloschen.

Teilungültigkeit auch wenn in AGB gröblich benachteiligende Klauseln. Die zulässigen bleiben geltungserhaltende Reduktion

Jedenfalls dann, wenn die Rechtswidrigkeit der Klausel evident ist, scheidet eine geltungserhaltende Reduktion aus. Schließen etwa AGB die Haftung des Werkunternehmers unzulässigerweise gänzlich aus, so bleibt nach hA diese Freizeichnungsklausel für leicht fahrlässige Schädigungen wirksam. Nach richtiger Meinung entfällt sie hingegen zur Gänze, sodass auch für leichte Fahrlässigkeit zu haften ist!

Keine gelterh Red für Verbraucherverträge, weil zu weit gefasste Klauseln im Konflikt mit Transparenzgebot.

Die Form der Rechtsgeschäfte

Gesetzliche Form

- Realverträge

- Gesetzliche Formvorschriften

- Wirkung des Mangels der gesetzlichen Form

Rechtsgeschäftliche („gewillkürte“) Form

Mündliche Nebenabreden bei formbedürftigen Geschäften

Gesetzliche Form

Formgebundenheit kann sich unmittelbar aus dem Gesetz oder aus der Parteienvereinbarung ergeben.

Realverträge

Konsensualverträge kommen durch erklärte Willensübereinstimmung der Parteien zustande

Realverträge altertümliche Form. Zusätzlich noch die tatsächliche Leistung einer Partei erforderlich zB Leihvertrag (§971), Verwahrungsvertrag (§957) und der Trödelvertrag (§ 1086). Früher auch Darlehensvertrag, seit 2010 nicht mehr!

Gesetzliche Formvorschriften

Schutz vor Übereilung

-

168 für die Anerkennung schwebend unwirksamer Geschäfte durch den volljährig Gewordenen

§

-

§

1346 Abs 2 für die Verpflichtungserklärung des Bürgen

-

Schenkungsverträge, bei denen das Geschenk nicht sofort wirklich übergeben wird, i

§ 1 Abs 1 lit d NotAktsG

Beweissicherung

- Testament

- Zustimmung zu einer medizinisch unterstützten Fortpflanzung

Offenkundigkeit

- Eheschließung vor dem Standesbeamten

Wenn Schriftform verlangt > wesentliche Vertragspunkte und Unterschrift. Händisch. Nachname. Unter Verwandten Vorname. Initialen nur, wenn sonst immer so.

Elektronische Signatur reicht normalerweise (seit 1999). Bei Familien u Erbrecht, Bürgschaften außerhalb der gewerblicher Tätigkeit des Bürgen zusätzlich noch Erklärung des Anwalts oder Notars über die Aufklärung der Folgen.

Neben der einfachen Schriftform gibt es auch die öff Form. Notariatsakt =/= notarielle Beurkundung

Der Notariatsakt Willenserklärungen von Parteien eine besondere urkundliche Beweiskraft zu verleihen. Ehepakte, Kauf-, Tausch- und Darlehensverträge nicht hingegen Handschenkungen zwischen Ehegatten; Urkunden über Rechtsgeschäfte von Blinden, oder von Tauben, die nicht lesen, oder von Stummen, die nicht schreiben können, außer wenn Angelegenheiten des täglichen Lebens + Unterschrift einer Vertrauensperson. Erbverzicht, Erbschaftskauf Kann manchmal durch Gerichtsprotokoll ersetzt werden.

Durch die Beurkundung hält der Notar Tatsachen fest, zB dass die Unterschrift auf einer Urkunde echt ist, dass eine Abschrift mit dem Original übereinstimmt (Beglaubigung oder Legalisierung), dass eine Person lebt oder dass sich die verzeichneten Vorgänge vor ihm abgespielt haben. Hauptversammlungsbeschlüsse AG, Abänderung des Ges.vertr. GmbH

Wirkung des Mangels der gesetzlichen Form

NICHTIGKEIT!

Bei Rechtsgeschäften von Blinden, Stummen etc kann sich nur die behinderte Person auf die Nichtigkeit berufen!

Aus dem Zweck des Formgebots kann sich auch bloße Teilnichtigkeit des Geschäfts ergeben.

Soweit durch das formungültige Rechtsgeschäft eine Leistungsverpflichtung des Schuldners herbeigeführt werden sollte, entsteht durch den Formmangel eine Naturalobligation, statt schlichter Nichtigkeit. Die tatsächliche Leistung des Versprochenen heilt den Mangel der Form. Eröffnet manchmal den Weg der Manipulation zum Nachteil etwaiger Gläubiger, vor allem zwischen Ehegatten.

Rechtsgeschäftliche („gewillkürte“) Form

Vom Gesetz wird keine besondere Form verlangt, aber von den Parteien vereinbart.

Wird somit zur Gültigkeitserfordernis des Geschäftes. Es kann aber auch sein, dass ihrem Willen entspricht, dass das Geschäft mündlich zustande kommen soll und etwas Schriftliches nur zu Beweiszwecken verfasst wird. Jede Partei kann das Schriftstück jederzeit fordern.

Punktation(§ 885). Verbindlich. Vorläufige schriftliche Vereinbarung, der nach dem Willen der Parteien noch eine formelle Vertragsurkunde folgen soll. gültiger Vertrag, wenn sie die Hauptpunkte des Geschäftes enthält und von beiden Parteien unterfertigt ist. Aus ihr kann unmittelbar auf die vereinbarte Leistung geklagt werden (anders als beim Vorvertrag)

Mündliche Nebenabreden bei formbedürftigen Geschäften

Wird dabei eine Formvorschrift verletzt, sind die Nebenabreden jedenfalls ungültig.

Diese mündliche Vereinbarung spielt nur eine Rolle, wenn man erwägt, ob der Restvertrag aufrecht bleiben soll-

Häufig wird die mündliche, formungültige Abrede den formgültigen Teil zu Fall bringen, weil aus ihr der Schluss zu ziehen ist, dass der formgerechte Teil nur ein Scheingeschäft ist oder dass er zumindest ohne die mündliche Verabredung nicht gewollt war.

Ob auch nachträgliche Änderungen einer Vereinbarung in der gesetzlich vorgesehenen Form geschehen müssen, kann nur durch die Ermittlung des Zweckes der Formvorschrift geklärt werden. Meistens: mehr Last auf sich nehmen Form; weniger formlos

Von der gewillkürten Form kann auch jederzeit einvernehmlich abgegangen werden. Auch konkludent möglich.

Wenn Vertreter im Spiel sind, sind mündliche Nebenabreden meist ungültig.

Konversion und Heilung eines nichtigen Rechtsgeschäftes

Konversion

Wenn das beabsichtigte Geschäft an einer Voraussetzung scheitert, ist es denkbar, dass die abgegebenen Erklärungen die Voraussetzungen eines anderen, nicht beabsichtigten Geschäftes erfüllen.

Wenn dieses neue Geschäft dem Zweck und den Wünschen der Parteien besser entspricht als die Nichtigkeit (nicht als das ursprüngliche Geschäft!), darf umgedeutet werden.

Bezweckt jedoch die Schriftform den Schutz vor Übereilung, kann die formungültige Erklärung nicht umgedeutet werden; daher ist zB eine formlose Bürgschaft nicht als formfreier Schuldbeitritt zu verstehen!

Konversion ausgeschlossen, wenn die Norm, die die Ungültigkeit des ersten Geschäftes bewirkt, auch auf das zweite anzuwenden wäre

Heilung (Konvaleszenz)

Quod ab initio vitiosum fuit, tractu temporis convalescere nequit. Ist ein Rechtsgeschäft mangels wesentlicher Voraussetzungen nichtig, so erlangt es grundsätzlich keine Gültigkeit, wenn die Voraussetzungen später eintreten.

Konvaleszenz tritt ein, wenn die vereinbarten Leistungen tatsächlich erbracht werden.

Bedingung, Befristung und Auflage (§§695-712)

Diese Nebenauflagen werden im Erbrecht geregelt, da sie dort am häufigsten vorkommen. Ergänzungen im Schuldrecht (§897-900).

Bedingung

Vonden Parteien hinzugefügte Beschränkung, durch die der Eintritt oder die Aufhebung einer Rechtswirkung von einem ungewissen Umstand abhängig gemacht wird (§§

696,704).

Somit können sie die Rechtsverhältnisse den Eventualitäten anpassen.

Bei den eigentlichen Bedingungen ist die Rechtswirkung von einem zukünftigen ungewissen Ereignis abhängig. Es ist beides ungewiss: ob und wann das Ereignis eintreten wird. zB Heirat des Kindes

Auch möglich: ungewiss ob das Ereignis eintreten wird, aber gewiss wann es eintreten würde. zB 80er Geburtstag.

Bei uneigentlichen Bedingungen (Unterstellungen) wird auf Gegenwärtiges oder Vergangenes abgestellt. zB Buch kaufen, wenn es der Freund nicht schon hat.

Rechtsbedingungen sind keine echten Bedingungen. Die Rechtsordnung hat diese aufgestellt, nicht die Parteien. zB beschränkt Geschäftsfähiger kann nur veräußern, wenn sein Vertreter zustimmt.

Aufschiebende Bedingung = Suspensivbedingung. Bis zum Eintritt Vertrag im Schwebezustand

Auflösende Bedingung = Resolutivbedingung. Wirkung tritt sofort ein aber hört auf sobald Bed eintritt. Bejahend oder verneinend.

Zufallsbedingung = eintritt hängt vom Zufall ab. zB Wetter

Potestativbedingung (Willensbedingung) = Herbeiführung steht im Wille einer der Parteien. Ist diese zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses schpon eingetreten, muss sie wiederholt werden.

Es gibt auch gemischte.

§698 unerlaubte und unmögliche Bedingungen bei letztwilligen Verfügungen:

aufschiebend das ganze letztwillige Geschäft ist ungültig auflösend als nicht beigesetzt gesehen

unter Lebenden: §897-898

Befristung (Termin)

Ausgemachter Zeitpunkt ist hier gewiss. Ein Recht kann mit diesem Zeitpunkt beginnen oder enden, je nach Abmachung.

Rechtsfolgen ähnlich wie bei der aufschiebenden oder auflösenden Bedingung.

Bedingungs- und befristungsfeindliche Geschäfte

Aus Gründen der Sittlichkeit oder des öffentlichen Interesses bedingungs- und befristungsfeindlich. Statusverträge, wie die Eheschließung und die Annahme an Kindes statt. Befristung der Mietverträge über Wohnungen ist eingeschränkt.

Bei den einseitig gestaltenden Rechtsgeschäften ausgeschlossen, wenn die berechtigten Interessen des Partners die sofortige Klarstellung fordern. Kündigung, Mahnung Wenn der Partner jedoch einverstanden ist, sind diese zulässig. Ebenso wenn die Bedingung vom Willen des Partners abhängt (Potestativbedingung).

Auflage

Auflage ist die einer letztwilligen Verfügung oder einem unentgeltlichen Geschäft hinzugefügte Nebenbestimmung, durch die ein Zuwendungsempfänger zu einem Verhalten verpflichtet wird. In ABGB Auftrag genannt!

Auf die Eihaltung der Auflage kann geklagt werden.

Wirkt wie eine auflösende Bedingung, da Zuwendung sofort erhalten wird aber bei Nichterfüllung verloren. Achtung! Hier ist Verschulden notwendig für den Verlust!

Es genügt die annähernde Erfüllung, wenn anderes nicht möglich ist.

Die Stellvertretung

Mittelbare Stellvertretung C schließt vertrag mit B, aber mit der Absicht, alles auf A zu übertragen. Zunächst wird aber nur C berechtigt und verpflichtet. Es ist ein Zwischenschritt notwendig.

Unmittelbare Stellvertretung - direkte Berechtigung und Verpflichtung des Vertretenen. Die abgegebenen Erklärungen wirken so, als würden sie vom Vertretenen stammen.

Vertretungsfeindliche Rechtsgeschäfte: Eheschließung (§17 EheG), gewisse andere familienrechtliche Geschäfte (zB Anerkenntnis der außerehelichen Vaterschaft nach § 145), letztwillige Verfügungen (§564), Einwilligung in die Heilbehandlung durch dafür Geschäftsfähige (vgl für Kinder § 173), die Errichtung einer Patientenverfügung (§ 5 PatVG) und einer Vorsorgevollmacht (§“284f Abs 2).

Die Voraussetzungen wirksamer Stellvertretung

- Handeln „im Namen“ des Vertretenen

- Vertretungsmacht

- Geschäftsfähigkeit des Stellvertreters

Handeln „im Namen“ des Vertretenen

Offenlegungsgrundsatz. Handeln „auf Rechnung“ reicht nicht (wirtschaftliche Erfolge zuwenden wollen).

Der Dritte kann vorerst auch auf die Offenlegung verzichten.

Es reicht nicht, dass dem Dritten erkennbar ist, sein Partner wolle im Interesse eines anderen handeln, das kann nämlich auch in der indirekten Stellvertretung sein. Wenn das explizite Handeln im fremden Namen (nicht nur im Interesse) aus den Umständen ersichtlich ist, ist die Offenlegung nicht notwendig. wird jedoch der Anschein erweckt, selbst Inhaber des Unternehmens zu sein, so kommt der Vertrag zwischen dem Dritten und dem sich als Inhaber Ausgebenden zustande

Legt der Bevollmächtigte seine Vollmacht nicht offen, liegt ein Eigengeschäft vor. Die Parteien können aber auch nach Vertragsabwicklung vereinbaren, dass der von der Vollmacht gedeckte Vertrag unmittelbar zwischen dem Vollmachtgeber und dem Dritten gelten soll.

Vertretungsmacht

Es gibt keine wirksame Stellvertretung ohne Vertretungsmacht des Stellvertreters.

Vertretungsmacht und Handeln im fremden Namen sind getrennt zu prüfen.

Geschäftsfähigkeit des Stellvertreters

Zumindest beschränkt geschäftsfähig §1018, weil der Vertreter eine eigene Willenserklärung abgeben muss

Beschränkt reicht, weil dieser nicht für sich selbst handelt und weil der Auftraggeber auf Tauglichkeit prüfen kann.

Zustandekommen:

- Rechtsgeschäftlich, privat

- Gesetzlich: für nicht geschäftsfähige

- Organmäßige Vertretung für juristische Personen

Die Vertretungsmacht ist abstrakt, also losgelöst von internen Beziehungen im Interesse der Verkehrssicherheit.

Im Innenverhältnis kann ein Auftrag, eine Ermächtigung und sonstiges (DV) vorliegen. Auftrag verpflichtet zum Tätigwerden inkl Anspruch auf Ersatz der Aufwendungen. Zustimmung des Beauftragten notwendig. Ermächtigung erlaubt Tätigwerden

Auftrag und Ermächtigung kann man auch ohne gekoppelter Vollmacht erteilen. In diesem Fall entsteht höchstens eine mittelbare Stellvertretung.

Eine reine Vollmacht, ohne Auftrag, kann durch einseitige empfangsbedürftige Willenserklärung erteilt werden. dem Bevollmächtigten gegenüber Innenvollmacht dem Dritten gegenüber Außenvollmacht

„geheime Vollmacht“ §1017 – eigentlich eine Ermächtigung

Unterliegt das abzuschließende Geschäft einem gesetzlichen Formerfordernis, so gilt dieses auch für die Vollmachtserteilung, sonst formlos

Duldungs- und Anscheinsvollmacht

§§ 1027 ff stillschweigende“ Bevollmächtigung

- Die Verwaltervollmacht. § 1029 Gedeckt sind jedoch nur Maßnahmen der ordentlichen Verwaltung.

- Ladenvollmacht (§§ 1027,1030f)

- Weitere Fälle §§ 1032f.

Vorliegen einer Willenserklärung nur dann bejaht werden, wenn kein Zweifel besteht, dass das Zurechnungssubjekt im Erklärungszeitpunkt einen rechtsgeschäftlichen Willen äußern möchte.

§ 1029 und andere Tatbestände knüpfen hingegen die Vertretungsmacht schon an ein Verhalten des Vertretenen, aus dem (nur) der Schluss ist, er habe (früher) Vollmacht erteilt.35) Eine solche Vollmachtskundgabe ist aber nicht Willenserklärung, sondern Wissenserklärung, v*

Nach allgemeinen Grundsätzen lösen Wissenserklärungen nicht die Folgen eines Rechtsgeschäftes aus. Sie sind bloß Mitteilungen über Tatsachen, die normalerweise wiederlegt werden können. Nach hM aber nicht hier, derjenige der früher zu Erkennen gegeben hat eine Vollmacht zu erteilen muss diese gegen sich gelten lassen, ohne sagen zu können er habe keine Willenserklärung abgegeben

.Anscheinsvollmacht’ – nicht durch wirklichen rechtsgeschäftlichen Willen zustandegekommen

Geschützt wird „das Vertrauen auf den äußeren Tatbestand’

??? S227-229

Solange keine Vertretungshandlung gesetzt wurde, steht es dem Vertretenen frei zu erklären, dass keine Vollmacht vorliegt. Diese Erklärung muss aber dem Dritten zugehen.

Im Zweifel erstreckt sich eine Vollmacht auf alle Handlungen, die die „Natur des Geschäftes“ mit sich bringt oder die mit einer solchen Geschäftsführung „gewöhnlich verbunden“ sind (§ 1029).

- Generalvollmacht: alle Geschäfte Beschränkte Generalvollmacht: alle Geschäfte aber nur zu einem bestimmten Preis etc

- Gattungsvollmacht: bestimmter Kreis

- Einzelvollmacht

Manchmal wird eine Generalvollmacht als zu weit gefasst angesehen und stattdessen Gattungs- oder Einzelvollmacht verlangt.

Erlöschen:

- Zeitablauf

- Befristung

- Erledigung

- Einseitig: Widerruf/Aufkündigung

- Tod, außer bei §1022!

- Insolvenz

- NICHT Verlust der Geschäftsfähigkeit des Machtgebers

Unwiderrufliche Vollmachten nur auf bestimmte Zeit und wenn besonderes Rechtsverhältnis besteht. Widerruf bei grober Enttäuschung trotzdem immer möglich.

Bei Aufhebung §1025 beachten Geschäfte die keinen Aufschub dulden

Gutglaubensschutz des Dritten! Mit Ersatz vom Machthaber der die Aufhebung verschwiegen hat. Gilt nicht für die nicht kundgegebene Innenvollmacht, da kein schutzwürdiges Vertrauen

Untervertretung und Gesamtvertretung

Untervertretung liegt vor, wenn ein Stellvertreter einer weiteren Person Vollmacht erteilt, so dass diese unmittelbar den Vertretenen berechtigt und verpflichtet. Auch der Untervertreter ist Vertreter des Vertretenen.

Gesamtvertretung: Kollektivvertreter, wo alle zusammen (=/= unbedingt gleichzeitig) oder zumindest einige von den Vertretern zusammenwirken müssen damit ein Rechtsakt gültig wird. Schutz vor Missbrauch.

Vertretung ohne Vertretungsmacht

Scheinvertreter = falsus procurator kann man werden indem man ohne Vollmacht handelt oder indem man die Grenzen der Vollmacht überschreitet. Geschäfte schwebend unwirksam bis zur Antwort des Vertretenen.

Sie wirkt auch nicht für den falsus procurator, weil dieser im fremden Namen handelt, sein Wille war nicht auf ein eigenes Geschäft gerichtet.

Wenn der Vertretene genehmigt gültig ausdrücklich oder konkludent indem in Kenntnis des Sachverhaltes den Vorteil aus dem Geschäft mit dem Dritten zuwendet (§ 1016)

Scheinvertreter haftet Drittem aus culpa in contrahendo auf den Vertrauensschaden (negatives Interesse). Minderung, wenn Fehlen bekannt sein musste (§1304). Kann nicht auf Abschluss des Geschäftes oder auf Erfüllungsinteresse klagen.

Überschreitung des Auftrages, mit gleichzeitigem Wahren der Grenzen der Vollmacht:

grundsätzlich gültig, aber Haftung gegenüber Vertretenen.

Kollusion: Vertreter und Dritter wirken zusammen, um den Vertretenen zu schädigen. Unwirksam.

Insichgeschäft

Wenn ein Vertreter rechtsgeschäftliche Wirkungen für und gegen den Vertretenen durch Willenserklärung an sich selbst erzeugen kann.

- Selbstkontrahieren: mit sich selbst

- Doppelvertretung: schließt Geschäft zwischen zwei Personen die er gleichzeitig vertritt

An sich unzulässig, weil die Interessen der Parteien nicht gewahrt werden können. Wenn alle beteiligten Machtgeber einverstanden sind oder wenn Selbstkontrahieren dem Vertretenen nur Vorteile bringt oder wenn Sache einen Markt- oder Börsenpreis hat, gültig.

Handeln unter fremden Namen:

Jemand stellt sich als jemand anderes vor und sagt, er handle im einen Namen.

Mit Allerweltsname, der nichts zur Individualisierung beiträgt, Geschäft im Namen des Handelnden.

Beim Partner Identitätsvorstellung geweckt:

- Unter Abwesenden (Handelnde nicht da) wirken für Namensträger

- Unter Anwesenden: sind dem Partner die Eigenschaften des Handelnden (sein Geschäft) oder des Namensträgers (falsus procurator) wesentlich? Gleichermaßen? Haftung Vertrauensinteresse

Im Zweifel Geschäft des Handelnden annehmen!

Der Vertretene muss nicht namentlich genannt werden, wenn der Dritte damit einverstanden ist Vorbehalt der Person des Vertretenen

Von beiden Parteien sofort erfüllte Barkäufe an Identität nicht interessiert, Geschäft gilt auch ohne Offenlegung für den Vertretenen.

Treuhand

Im Innenverhältnis sind die Bestimmungen der §§ 1002ff entsprechend anzuwenden

Wenn der Treuhänder (=wirtschaftlicher Eigentümer) Rechte übertragen erhält, die er im eigenen Namen, aber aufgrund einer besonderen obligatorischen Bindung zu einer anderen Person (dem Treugeber) in einer bestimmten Weise ausüben soll (Zweckbindung). Offen oder verdeckt (Strohmann)

Ihm steht das Vollrecht zu, aber bei falschem Verhalten haftet er. Kann mehr als er darf.

Zwei wichtigsten Typen:

- Fiducia: kriegt Vollrecht

- Ermächtigungstreuhand: kein Vollrecht, nur die Verwaltungs- und Herrschaftsrechte

Nutzen?

- Fremdnützig: nur im Interesse des Gebers. Kann auch von mehreren Personen gleichzeitig bestellt werden

- Eigennützig: auch im Eigeninteresse. Sicherungstreuhand (Treuhänder darf sich aus den Rechten befriedigen, wenn Treugeber seine Schulden nicht zahlt). Erscheinungsformen: Sicherungsübereignung und Sicherungszession

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Konkurs des Treuhänders: Treugeber hat Aussonderungsrecht bzw gegen Gläubiger des Treuhänders Widerspruchsrecht

Konkurs des Treugebers: Sache haftet seinen Gläubigern

Abschlussvermittler

Vermitteln Geschäfte für einen anderen mit einem Dritten, keine Stellvertreter

Weisen nur auf Abschlussgelegenheiten hin und bereiten Geschäftsabschluss vor.

Bote

Ein Stellvertreter gibt an Stelle des Vertretenen und mit Wirkung für diesen eine eigene Erklärung ab.

Der Bote überbringt hingegen nur eine Erklärung seines Auftraggebers. Verlängerte Hand.

Ob jemand als Vertreter oder Bote agiert ist nicht nach dem Willen des Vertretenen, sondern nach dem tatsächlichen Auftritt beim Dritten zu ermitteln.

Heute in Zweifel gezogene aber noch geltende Lage: bei absichtlicher Verstellung oder wenn der Bote gar kein Bote ist, geht das auf Risiko des Empfängers. Allenfalls culpa in contrahendo gegen agierenden.

Die Zeit

Natürliche Fristenberechnung („Naturalkomputation“) – von Augenblick zu Augenblick. 3 Tage = vom 20.04, 15 Uhr bis 23.04, 15 Uhr

Zivile (dh rechtliche) Fristenberechnung („Zivilkomputation“) - anzuwenden, wenn Gesetz oder Parteiwille nichts anderes bestimmt. Im Zweifel gelten also die Regeln der §§ 902

f.

Tag des Ereignisses nicht mitgezählt. 3 Tages Frist die am 20.04 um 15 Uhr beginnt wird erst ab 21.04, 0 Uhr begonnen und endet am 23.04, 24 Uhr

Wenn bei Moanatsfristen der Monatstag fehlt, gilt der letzte Tag dieses Monats. ½ Monat = 15 Tage, Mitte des Monats = 15. Tag

Ablaufshemmung, wenn der letzte Tag einer Frist auf einen Sonntag, Samstag, Karfreitag, 31.12 oder Feiertag fällt nächster Werktag Beginn und Lauf der Frist dadurch nicht verhindert.

Hoheitsrechte des Staates verjähren nicht - §1456, aus diesen Hoheitsrechten entspringende einzelne Forderungen jedoch schon

ET, Personen- u Familienrechte, persönliche Freiheitsrechte unverjährbar

Beweislast der Verjährung vor Gericht trägt jener der sich auf die Verjährung beruft. Beginn:

sobald das Recht hätte ausgeübt werden können

Lange, allgemeine Verjährung: 30 Jahre; Bereichr u Verwdgsansprüche besonders Begünstigte: 40J

Kurze Frist: 3 Jahre, vor allem wegen Beweisschwierigkeiten

- regelmäßig wiederkehrende Einzelleistungen; Renten etc. Bezugsrecht selbst nach 30J.

§1480

- Forderungen des täglichen Lebens

- Irrtum, Schenkung Widerrufen, laesio enormis

- Gewährleistung unbewegliche Sachen, bewegliche: 2J

- Schadenersatzansprüche ab Kenntnis von Schaden und Schädiger! 30J absolut und

wenn durch Tat die mit 1 Jahr Gef bedroht ist 30J nur für unmittelbaren Schädiger, nicht Gehilfe

- Ehrenbeleidigung: 1J

- Ehegatte, Abgeltung seiner Mitwirkung im Betrieb: 6J

- Ansprüche durch Urteil zuerkannt, 30J Zeit um durchzusetzen. Außer bei künftig fällig

werdende wiederkehrende Leistungen, 3J

Die Hemmung schiebt den Beginn und regelmäßig auch die Fortsetzung der begonnenen Verjährung hinaus.

- Fortlaufshemmung: Verjährung ruht und danach läuft der Rest ab

- Ablaufshemmung: Zuendegehen wird hinausgeschoben bis Hinderniss wegfällt

Beispiele: S254-255

Unterbrechen kann man eine Frist durch Anerkennung des Anspruches durch den Beklagten. Falls nötig läuft die Frist danach von neu. §1497 Durch einseitige Erklärung oder konkludent

Verjährung nicht von Amts wegen vor Gericht beachtet, muss eingewendet und bewiesen werden.

Auf die Verjährung kann nicht im Vorhinein, wohl aber nach Ablauf verzichtet werden. Vorweg Verkürzung zulässig, Verlängerung nicht

Präklusivfrist (=Ausschlussfrist): keine Naturalobligation nach Ablauf Verlängerung durch Vereinbarung zulässig, Beachtung von Amts wegen Sonst ca. wie Verjährung.

Sachenrecht

Die sachenrechtlichen Normen sind gesellschaftspolitisch von hoher Bedeutung.

Die Einräumung oder Verweigerung des Privateigentums selbst ist daher keine Angelegenheit des Privatrechtes, sondern eine Entscheidung des Verfassungsgebers.

Die Parteien sind nicht in der Lage, neue Sachenrechte zu bilden. Es besteht vielmehr ein numerus clausus“, eine geschlossene Zahl.

Sie können auch nicht im Einzelfall beliebig gestaltet werden. Den Beteiligten steht es nur frei, eine der vorhandenen Erscheinungsformen zu wählen: sog Typenzwang.

Spezialität

Es gibt kein absolutes Recht am Vermögen einer Person, muss einzeln übertragen werden.

Uno actu nur bei Übertragung des Gesamtvermögens bei Universalsukzession

Im Schuldrecht ist der Verkauf eines Vermögens oder Unternehmens möglich.

Zweiaktigkeit des sachenrechtlichen Rechtsgeschäftes: Willenserklärungen (1) müssen auf einen gültigen Titel (2) beruhen (Kausalität der sachenrechtlichen Verfügung) Auch Form nötig: Modus (§380) Berechtigung des Überträgers (§442)

Durch Lösen der Verbindung werden Körperteile zu Sachen.

Bei Leichen umstritten.

Nach OGH ist Energie bewegliche und verbrauchbare Sache. Nach hA auch körperlich.

Was nicht beherrschbar ist, ist Gemeingut. Gilt aber nur bis zur Abtrennung einer gewissen Menge, danach Sachen.

Nur im Liegenschaftsrecht lässt die Rechtsordnung die Begründung von Rechten an unselbständigen Teilen der Sache zu (vgl die Wegerechte, das Wohnungseigentum) weil Grund und Boden ein nicht vermehrbares ET sind.

An sich bewegliche Sachen gelten als unbeweglich, wenn sie Zugehör (Zuwachs, Bestandteile, Zubehör) einer unbeweglichen Sache sind. § 293.

Überbauten (Superädifikate) sind beweglich. Auch wenn feste Gebäude. §297.

Rechte gelten als beweglich, selbst wenn verbüchert. §298. Unbeweglich, wenn sie mit dem Besitz einer unbeweglichen Sache verbunden sind.

Im Schuldrecht können Abweichungen vorkommen. Dort gilt ein Superädifikat zB als unbeweglich

Objektiver Wert nach dem Nutzen, den die Sache für jedermann hat. Marktpreis etc

Subjektiver Wert besondere Beziehungen des Berechtigten. zB in Verbindung mit einer anderen Sache, Gefühlsbeziehungen, besondere Beziehungen (Rollstuhl)

Herrenlose Sachen gehören niemandem, darf sich jeder aneignen. Außer wenn außer Verkehr (dauernd herrenlos) oder bestimmten Personen zur Aneignung vorbehalten (ansprüchige Sachen)

Moderne Lehre kennt: einfache Sachen, zusammengesetzte S (Bestandteile), Nebensachen die einer Hauptsache dienen (Zubehör) AGBG: Zugehör = Zuwachs, Bestandteile, Zubehör. §294

Bestandteile:

- Unselbstständig Trennung unwirtschaftlich oder zerstörerisch. Sonderrechtsunfähig. Beim natürlichen Zuwachs (Bäume) kommt es nicht auf die Wirtschaftlichkeit der Trennung an unselbstständige Bestandteile.

- Selbstständig sonderrechtsfähig, auch wenn sie noch mit der Hauptsache verbunden sind.

Zubehör: Nebensache, zwar nicht Teil der Hauptsache aber dieser zugeordnet.

Für die Zubehöreigenschaft gefordert:

- Eigentümeridentität Hauptsache und Nebensache haben den selben Eigentümer hA: reicht, dass ET der NS hat diese zum fortdauernden Gebrauch der HS gewidmet

- ET widmet die NS Zwecken der HS

- Widmung zum fortdauernden Gebrauch (§294)

- Naheverhältnis zwischen HS und NS

Abgrenzung Zugehör selbstständiger Bestandteil schwierig, aber nicht so wichtig, da meist gleich behandelt. Sonderrechtsfähig, folgen aber im Zweifel der HS.

Superädifikate §435

Rechtlich selbstständige Bauwerke, die auf fremden Grund in Absicht geführt werden, dass sie nicht stets darauf bleiben sollen. Entfernungsabsicht aber nicht erforderlich Heimfallsklausel möglich.

Nachträglicher Wegfall der Belassungsabsicht ändert nichts, diese muss von Anfang an erkenntlich fehlen.

Gutgläubiger Erwerb vom Nichtberechtigten nach §367 zu beurteilen.

Übertragung von Rechten durch Urkundenhinterlegung.

Unter der Oberfläche fremder Liegenschaften befindliche Räume und Bauwerke, die nicht als Fundament dienen, zählen als selbständige unbewegliche Sachen und eigene Grundbuchskörper. Kellereigentum §300

Sonderregeln für Maschinen dritte Teilnovelle

§297a Maschinen, die mit einer unbeweglichen Sache in Verbindung gebracht werden, nur dann nicht als Zugehör gelten, wenn im Grundbuch angemerkt wird, dass sie nicht dem Liegenschaftseigentümer gehören. Die Eintragung gilt 5 Jahre lang.

Die Eintragung erfolgt im A2-Blatt.

Früchte

Solange die Naturalfruchte nicht von der Muttersache getrennt sind, gelten sie unabhängig von ihrer tatsächlichen und wirtschaftlichen Trennbarkeit als deren unselbständiger Bestandteil und teilen ihr rechtliches Schicksal.

Nach Absonderung gehören sie dem ET oder dem redlichen Besitzer der HS. §330. Bei Fruchtgenussrecht an HS nach Separation ET des Fruchtnießers.

Gesamtsachen §302

Unternehmen an sich bewegliche Gesamtsache

ABER im Schuldrecht für gewöhnlich als unbeweglich angesehen

Der Besitz §309

Äußere Macht (Gewahrsame) + Willen, die Sache für sich zu haben

Animus + corpus = Besitz

Für reine Innehabung ist auch ein gewisses Maß an Wille erforderlich = Detentionswille. Ist aber nur auf Faktum der Sachherrschaft, nicht auf darauf gerichtet die Sache für sich zu haben.

Besitzdiener vom Besitzer sozial abhängige Person, die die Sache unmittelbar innehat

Besitzmittler unabhängige Person, hat die Sache aufgrund eines Rechtsverhältnisses mit dem Besitzer

Sachbesitz bei körperlichen Sachen

Rechtsbesitz Rechte. Hier tritt als corpus die Ausübung auf §311f. Dass das Recht dem Ausübenden wirklich zusteht, ist hingegen nicht erforderlich. Besitz kommt nur bei Rechten

in Betracht, die dauernde Ausübung gestatten (Miete), nicht bei einmaligen (Recht auf KP Zahlung)

Sachbesitz und Rechtsbesitz bestehen häufig nebeneinander („doppelter Besitz“). Bei Kollision von Sachbesitz und Rechtsbesitz geht letzterer grundsätzlich vor.

Buchbesitz Tabularbesitz. §321. Wer im Grundbuch eingetragen ist. Begründet die rechtliche Vermutung eines gültigen Titels und genügt für ET Erwerb

Teilbesitz Alleinbesitz an einem selbstständigen Teil der Sache

Mitbesitz gemeinschaftlicher Besitz mehrerer an einer ungeteilten Sache. Ideelle Quoten

Rechtmäßig gültiger Titel durch Rechtsgeschäft oder richterlicher Ausspruch

Unrechtmäßig kein Titel. Aus rechtmäßig kann unrechtmäßig werden indem man die Sache zB anders gebraucht als erlaubt (Rechte überschreiten). Änderung des inneren Willens alleine aber unbeachtlich §319

Redlich wer aus wahrscheinlichen Gründen die Sache, die er besitzt, für die seinige hält

Unredlich weiß oder aus den Umständen vermuten muss, dass die in seinem Besitz befindliche Sache einem anderen zugehöre (§326). Leichte Fahrlässigkeit reicht.

Im Zweifel redlich.

Echt nicht gewaltsam, durch List oder heimlich

Unecht wer gewaltsam in den Besitz eindringt, sich ihn durch List oder Bitte heimlich erschleicht oder wer „das, was man ihm aus Gefälligkeit, ohne sich einer fortdauernden Verbindlichkeit zu unterziehen, gestattet, in ein fortwährendes Recht zu verwandeln sucht (Prekarium)

Rechtmäßiger, redlicher und echter Besitzt nennt man rechtlichen Besitz/Besitzrecht. §1466. Auch Ersitzungsbesitz

=/= Rechtsbesitz =/= Recht zum Besitz!

Arten der Übergabe:

- Körperlich §426 „Hand zu Hand“ nicht wörtlich zu verstehen. Eher Naheverhältnis.

- Durch Zeichen §427 subsidiär. Unwirksam, wenn körperliche Übergabe tunlich wäre. Urkunden, Werkzeuge, Merkmale + Erlangung der ausschließlichen Sachenherrschaft.

- Durch Erklärung §428 traditio brevi manu (Übergabe kurzer Hand) der Inhaber wird Besitzer oder Besitzkonstitut der Besitzer wird zum Inhaber

Vorweggenommener (antizipierter) Besitzkonstitut: Übertragungsakt gesetzt, obwohl der Veräußerer die Sache erst erlangt. Erwerber wird Besitzer, sobald der Veräußerer Besitz erlangt.

- Besitzanweisung Ein Dritter, bei dem sich die Sache befindet, wird angewiesen, diese nicht mehr für den Veräußerer sondern für den Erwerber zu haben. Verschlechtern/Ändern sich die Bedingungen für den Dritten, ist seine Zustimmung einzuholen.

- Versendung §429 Will der Übernehmer den Versand, wird er mit Übergabe an Versanddienst ET. Im Verbraucherrecht erst mit Übergabe an Empfänger

Völlig Geschäftsunfähige können alleine keinen Besitz begründen (außer im Rahmen von §170 Abs 3), beschränkt Geschäftsfähige schon.

Der Besitzwille wird so lange vermutet, als keine gegenteiligen Anhaltspunkte vorliegen. Der Gewahrsamsverlust führt nur dann zur Beendigung des Besitzverhältnisses, wenn keine berechtigte Hoffnung besteht, die Gewahrsame an der Sache wieder zu erlangen. §394

Auch durch Dereliktion verliert man Besitz. Zur Dereliktion ist beschränke Geschäftsfähigkeit nötig

§386 im Zweifel wird nicht vermutet, dass jemand sein Besitz aufgeben will.

Rechtsbesitz verliert man durch Verzicht und wenn man sich nicht widersetzt sobald ein anderer das Recht ausübt. §351

Der Besitzer hat das Recht, seinen Besitz im Wege der Selbsthilfe zu verteidigen, falls behördliche Hilfe zu spät käme (§ 344). Auch der bloße Sachinhaber hat dieses Recht.

Auch angemessene offensive Selbsthilfe (Zurückholen) wird gewährt, wenn in continenti (sofort) gehandelt wird

!
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Besitzstörungsklage Voraussetzungen

- Besitz

- Besitzstörung

- Eigenmacht

§339 gerichtlicher Besitzschutz mittels Besitzstörungsklage bei eigenmächtigem tatsächlichen Eingriff

Rechtmäßigkeit wird nicht beachtet!

Keine Besitzstörung: Mieter, Entleiher, Verwahrer geben die Sache nicht zurück. Es geschieht keine Zustandsänderung! Prekaristen andere Regeln §345

Zu beweisen sind der bisherige Besitz und die Störung. Es kann auch mittelbare Störer geben (durch Gehilfen)

30 Tage ab Kenntnis von Störung und Störer um bei Gericht einzugelangen. Ausschlussfrist

kein SE mit dieser Klage

Bauverbotsklage Bei Besitzstörung durch Bauverbot darf schon geklagt werden, sobald bloße Gefährdung des Besitzes ersichtlich wird. §340ff

Nur auf Verbot des Bauens, nicht auf Wiederherstellung des Zustandes gerichtet.

Cautio damni infecti §343 Bei Gefahr des Einsturzes eines bestehenden Baues kann der Gefährdete die Sicherstellung seiner allenfalls entstehenden SE Ansprüche begehren

Actio publiciana - §372

Knüpft an das Recht zum Besitz an. Petitorische Klage (Besitzstörungsklage ist possesorisch)

Auf Herausgabe, Abwehr von Störungen aber nicht auf Feststellung des ET

Steht jenem zu, der rechtmäßig, redlich und echt besitzt. Redlichkeit wird vermutet und muss nur im Zeitpunkt des Erwerbs vorliegen. Ein späterer Wegfall schadet nicht

Auch „Schutz des werdenden ET“ weil solche Besitzer ersitzen könnten. Allerdings schwächere Wirkung

Die Actio Publiciana schütz das bessere Recht zum Besitz. Wichtig ist, dass der Beklagte schwächer tituliert ist. Rang: §373

Beatus possidens - Gleiche Stellung: jetziger Besitzer hat Vorzug. §374

Quasidingliches Recht des Mieters: Durch die Einräumung der publizianischen Klage erhalten die bloß aufgrund eines Schuldrechtes zum Gebrauch Berechtigten über den possessorischen Schutz hinaus auch einen petitorischen. Ihre Stellung wird dadurch der eines dinglich Berechtigten angenähert. Deshalb stehen ihnen bei Beschädigung auch Ersatzansprüche zu und bei Verwendung Bereicherungsansprüche

Analog zu §372 wird die AP gewährt:

- ETvorbehaltsverkäufer

- Nacherben

- WohnungsETbewerber

Eigentumsrecht

Obj ET Sache selbst

Subj ET ETrecht

Wirtschaftlicher ET Steuerrecht. Wirtschaftsgüter.

Positive Seite man darf gebrauchen, wie man will

Negative Seite man darf andere ausschließen

Elastizität des ET allfällige Beschränkungen können auftreten, nach deren Wegfall dehnt sich das ET aber automatisch wieder aus.

Oft kommen Beschränkungen im Grundeigentum vor.

Nachbarrecht

§364 regelt Kollision von gleichrangigen ETrechten

Nachbarn alle, die im Einflussbereich der Liegenschaft Grundstücke haben

Unterlassung der Beeinträchtigung durch Immissionen kann unter Umständen gefordert werden. Es gibt auch negative Immissionen (kein Licht durch Bäume) - §364 (3)

Vorgänge und Zustände die den Nachbarn psychisch, moralisch oder ästhetisch stören fallen hier nicht hinein.

Von Bauwerken ausgehende negative Immissionen können nicht untersagt werden.

Unmittelbare Zuleitung muss ohne besonderen Rechtstitel nie geduldet werden, um andere zu beanstanden gibt es Voraussetzungen:

- Überschreiten das nach den örtlichen Verhältnissen übliche Maß (das ortsübliche Maß ist wandlungsfähig, bis auf die forstschändlichen Luftverunreinigungen die immer überschreiten)

- Beeinträchtigen die übliche Benutzung eines Grundstückes wesentlich (bei negativen Immissionen muss die Beeinträchtigung unzumutbar sein)

Einigungsversuch vor Schlichtungsstelle, Mediator oder Bezirksgericht muss der gerichtlichen Klage vorgehen!

Begehren kann man Unterlassung und Beseitigung, nicht aber Vorkehrungen zur Verhinderung von Emissionen

Berechtigt: ET und berechtigter Besitzer

Passiv legitimiert: ET und Dritter, der Grund nutzt

Genehmigte Anlagen §364a

Immissionen zu dulden, auch wenn sie örtlichen Maß überschreiten.

Anspruch auf Ersatz des Schadens für den ET besonderer Ausgleichsanspruch, wie bei Enteignung. Deshalb verschulden und Rechtswidrigkeit egal. Baubewilligungen und Veranstaltungsgenehmigungen fallen nicht unter behördliche Genehmigungen. Interessen der Nachbarschaft nicht beachtet.

Verschuldensunabhängiger Ersatzanspruch, wenn durch eine sonstige beh Genehmigung der Anschein der Gefahrenlosigkeit hervorgerufen wurde und deshalb die Klage nicht rechtzeitig erhoben wurde. Nur bei Verwirklichung typischen Risikos.

AGBG kennt Überhangsrecht, aber kein Überfallsrecht! Früchte die von nicht überhängenden Ästen auf ein Nachbargrundstück gefallen sind kann der ET zurückverlangen.

Grenzbaum (nach Stamm beurteilt) den ET gemein.

Grenzeinrichtungen im Zweifel im gemeinschaftlichen ET. Miteigentum nach der hM

Veräußerungs- und Belastungsverbote

Gesetzlich, richterlich und rechtsgeschäftlich.

Richterliche gegen künftige Vollstreckungsvereitelung. 148 Abs 3, §379 Abs 3 Z 2 und 3

Gesetzliche - öffentlich geförderter ET soll nicht zu zweckwidrigen gewinnbringenden Geschäften genutzt werden. zB bei WohnungsET. §31 a WWG, §49 WFG

Rechtgeschäftliche in der Regel nur obligatorische Wirkung, Dritten gegenüber sind Rechtsgeschäfte gültig. SE. Absolute Wirkung zwischen: Ehegatten, EP, Eltern und Kinder/deren Ehegatten, im Grundbuch eingetragen. §364c

Diese verhindern nicht: Verbücherung gesetzlicher Pfandrechte, den Ausschluss des belasteten Wohnungseigentümers nach § 36 WEG und grundsätzlich auch nicht eine Ersitzung.

Ferner besteht für exekutive Belastungen und Veräußerungen kein Hindernis, wenn Liegenschaftseigentümer und Verbotsberechtigter nach dem Exekutionstitel solidarisch haften.

An beweglichen Sachen kein absolut wirkendes Verbot!

Sowohl obligatorische als auch das dingliche Verbot binden nur den ersten ET und erlöschen spätestens mit seinem Tod

ETrecht im engeren Sinn nur für körperliche Sachen

ETrecht im weiteren Sinn Rechte §285

ET bei Liegenschaften Luftraum und Grund nach unten sind Zubehör. §297. Grenzen ergeben sich aus der obj Möglichkeit der Einwirkung

Miteigentum §825. Nach Anteilen. Das Recht ist geteilt, nicht die Sache! Über dem ihm zustehenden Anteil kann jeder ET frei verfügen §829

GesamthandET alle Beteiligten müssen gemeinsam handeln. Dem ABGB unbekannt, aber üblich bei OG und KG.

Ordentliche Verwaltung des MitET: Entscheidung nach Mehrheit der Stimmen (nach Verhältnis der Anteile gezählt) §833. Endgültig

Außerordentliche Verwaltung: einstimmiger Beschluss, sonst §834f

Es kann auch ein Verwalter bestellt werden - §836

Jeder MitET kann die Teilungsklage einreichen - §830ff Die Realteilung hat in diesem Fall Vorrang §843

Ein Teilungsverzicht kann auf gewisse Zeit vereinbart werden. Vorzeitig nur aus wichtigen Gründen zu verlassen. §831

WohnungsET

Kein ET an Gebäudeteilen und kein real geteiltes ET. Ausschließlich ein Recht zur ausschließlichen Benutzung bestimmter Räumlichkeiten und Verfügung über diese.

Jeder WohnungsET ist MitET der ganzen Liegenschaft

Schriftliche Vereinbarung und Eintragung im Grundbuch notwendig zur Begründung.

WohnungsETtaugliche Objekte: selbstständige Räumlichkeiten, KFZ Abstellplätze, Wohnungen. §2 (2) WEG

Zubehör-WohnungsET: Hausgärten, Keller, Dachbodenräume. Nur im Zusammenhang mit einem WohnungsETobjekts zu erwerben. §2 (3) WEG

„Gemischtes Haus“ – an einer Liegenschaft WohnungsET und schlichtes MitET neben einander. 2002 beseitigt

Jedes Objekt hat einen Nutzwert und man kann nur einen Mindestanteil dessen erwerben (alleine oder 2 natürliche Personen je zur Hälfte Eigentümerpartnerschaft)

Will ein WE-Partner sein Mindestanteil veräußern, braucht er die schriftliche und beglaubigte Zustimmung des anderen. Belastungen nur gemeinsam.

Aufhebungsverzicht nur für 3 Jahre am Stück. Außer wenn alt oder krank. §13 (6) WEG

Nach WEG ist der Ausschluss einzelner Mitglieder aus wichtigen Gründen zugelassen.

Eigentumserwerb

Titel und Modus! ABGB fasst Titel sehr weit, sinnvoll ist, dort von einem Titel zu sprechen, wo ein Anspruch auf Übergabe entsteht

Kein Finder darf eine gefundene Sache für dereliquiert ansehen und diese behalten. §386

Er ist aber auch nicht verpflichtet, sich um sie zu kümmern.

Rechte und Pflichten des Finders: §§388ff

Verlorene =/= Vergessene Sache. Unterschied: bei vergessenen Sachen schließt an den Verlust der Gewahrsame des ET gleich wieder die Gewahrsame einer anderen Person an. Gemeinsamkeit: beides geschieht ohne Willen des ET

Wenn der Finder den Fund meldet und der ET sich innerhalb eines Jahres nicht meldet, erwirbt der Finder ET

Sachen unter 20€ verfallen ohne gesonderte Verständigung nach 6 Wochen (Aushang auf Ortstafel sofort zu erledigen)

Anspruch auf Ersatz und Finderlohn §392. 10% des Wertes bei verlorenen und 5% bei vergessenen Sachen. Außer die vergessene hätte ohne Gefahr auch wiedererlangt werden können. Prozentsätze ab 2000€ Wert zu halbieren. „Entdeckerlohn“

ET an Früchten

Vor Separation folgen dem rechtlichen Schicksal der Muttersache.

Wenn nichts anderes bestimmt, gehören sie auch danach dem selben ET.

Wenn es Fruchtnießer oder Pächter gibt, oder eine Person Pilze oder Beeren sammelt (unter 2 kg/Tag, sonst Verwaltungsübertretung), oder redlicher Besitzer, gehören die Früchte diesen Personen.

Alluvio §411 = allmählich angespültes Erdreich steht dem ET des Ufergrundstücks zu. Zuwachs.

Avulsio = größere Erdteile angeschwemmt. Nach einem Jahr, wenn vorheriger ET sich nicht meldet

Verarbeitung Vereinigung Verbesserung

Wenn Sachen in den vorigen Stand zurückversetzt werden können, bleibt jeder ET seiner Sache und kann Rückführung beantragen

Wenn nicht, Problem. Bisherige Sache geht unter

Verarbeitung und Vereinigung können auch Geschäftsunfähige tätigen, da Realakt, keine Willenserklärung.

Verarbeitung ohne Wertsteigerung: Sache im AlleinET des StoffET

Wertsteigernd: StoffET und Verarbeiter MitET, entsprechend dem wirtschaftlichen Wert der Beiträge. §414ff

§415 Aufhebung MitET: derjenige den kein Verschulden an Verarbeitung trifft hat die Wahl: entweder dem anderen gegen Vergütung überlassen oder gegen Ersatz übernehmen.

Vereinigung ist die körperliche Zusammenfügung bisher selbständiger Sachen; sind diese nicht mehr absonderbar, so werden sie unselbständige Bestandteile einer einheitlichen Sache.

Erfolg sowohl eine Vereinigung als auch eine Verarbeitung, sind die getrennt zu beurteilen.

Unterteilung der Vereinigung:

- Vermischung

- Vermengung

- Verbindung

MitET! Quantitätsvindikation. §414ff

Für Eigentumsklage bei Vermengten Sachen derselben Gattung (zB Geld):

- ET muss beweisen dass genau dieses Stück in seinem ET stand

UND

- Dass Erwerber schlechtgläubig war!

Es kommt nicht auf Abgrenzbarkeit, sondern auf die Feststellbarkeit der Anteile an. Bestimmbar > MitET mit Klagemöglichkeit Nicht bestimmbar > Besitzer hat AlleinET

Durch Ausbesserung entsteht keine neue Sache, also nur Vergütung des Materials und Aufwandes, wenn keine Rückführung möglich. §416

Bauen §417ff

Superficies solo cedit. Gebäude wird unselbstständiger Bestandteil des Grundes.

Unterscheiden:

- Bauen auf eigenem Grund mit fremdem Material

- Bauen auf fremdem Grund mit eigenem Material

- Bauen auf fremdem Grund mit fremdem Material

Eig Grund, fr Mat GrundET erwirbt ET an Gebäude. Ersatz für Material.

Bauführer Redlich gemeiner Wert

Unredlich Höchstwert

Fr Grund, eig Mat

Wusste der Grundeigentümer nichts von der Bauführung, so erwirbt er Eigentum am Bau. Kosten sind zu ersetzen.

Unredlicher Bauführer wie GOA behandelt

Alternativ Beseitigungsanspruch, auch ggü redlichem Bauführer.

Von Bauführung gewusst und nicht gleich untersagt Bauführer erwirbt außerbücherlich ET an Liegenschaft und hat gemeinen Wert dieser zu ersetzen (ETerwerb durch Verschweigung!)

BF unredlich > suprficie solo cedit

Grenzüberbau: MitET am Bauwerk und beiden Liegenschaften

Geringfügige Überbauung: redlicher BF AlleinET an Bauwerk und überbauter Liegenschaft.

Fr Grund, fr Mat

GrundET wird ET des Bauwerkes, wenn er nichts wusste

Wusste er, erwirbt der redliche BF ET am Grund. BF unredlich Gebäude fällt GrundET zu

MatET hat Verwendungsanspruch

!
!

In allen Fällen des Bauens erwirbt daher grundsätzlich der Liegenschaftseigentümer das Bauwerk. Der Bauführer, der mit eigenem oder fremdem Material auf fremdem Grund baut, wird dann Eigentümer des Grundes, wenn der Bauführer redlich ist, der Liegenschaftseigentümer von der Bauführung weiß und sich verschweigt. Derjenige, der seinen Beitrag verliert, hat einen Ausgleichsanspruch auf bereicherungsrechtlicher Grundlage, dessen Höhe von der Redlichkeit der Beteiligten abhängt.

Säen und Pflanzen

GrundET wird ET des Zuwachses. Erwerb des Grundes kommt nicht infrage, da Wert der Pflanzen zu geringfügig.

Derivativer Erwerb im Allgemeinen S355-369 ???

Die Übereignung ist ein Verfügungsgeschäft, das die Einigung enthält Setzt die Geschäftsfähigkeit und die Fähigkeit der Beteiligten voraus, Eigentum zu veräußern bzw zu erwerben. Kann wie ein Rechtsgeschäft wegen Irrtums angefochten werden

Sie ist mit einer äußeren Übertragungsform zu verbinden. Diese „rechtliche Übergabe“ besteht in der Besitzeinräumung oder in der Eintragung in das Grundbuch.

Die Übereignung ist nur dann wirksam, wenn der Veräußerer Eigentümer der Sache ist oder vom Eigentümer zur Veräußerung ermächtigt wurde.

Streckengeschäft

Kette, Erfüllung am liebsten sofort bei Endabnehmer

Problematisch, weil A und B und B und C Verträge haben, die Lieferung und ETübertragung aber zwischen A und C erfolgen soll

Möglichkeiten (wenn A-B und B-C gültig sind):

- Zession: B zediert Forderung gg A an C

- Schuldübernahme: A wird Schuldner des Vertrages B-C

- Vertrag zugunsten Dritter: §881. C wird im Vertrag A-B begünstigt

- Anweisung: B weist A an, an C zu leisten. Wurde die Anweisung von A gegenüber C angenommen, so bildet sie einen selbständigen, abstrakten Titel für dessen Erwerb. Bei Nichtannahme der Anweisung erwirbt C hingegen nur aufgrund der Titelkette; die Anweisung ermöglicht bloß eine verkürzte Abwicklung im Dreiecksverhältnis, ist aber kein eigener Rechtsgrund für den Eigentumserwerb des C.

Sind beide Kaufverträge ungültig, so kann A außer bei der angenommenen Anweisung die Sache mit der rei vindicatio direkt von C zurückfordern.

Nur ein Vertrag von beiden gültig > Rechtsfolgen strittig. Siehe S360!

Exkurs: Novellierung des gutgläubigen Erwerbs durch das Handelsrechts-Änderungsgesetz (HaRÄG) S362 Erweiterung des gutgläubigen Erwerbs auch auf gestohlene oder sonst abhandengekommene Sachen

Redlicher Besitzer bereits leichte Fahrlässigkeit schadet

Die Ersitzung

Führt zu einem originären Rechtserwerb. Erworben wird das Recht, das inhaltlich dem ausgeübten Besitz entspricht. §1478

Zur Zeit der Entstehung des ABGB wurden Verjährung und Ersitzung sehr eng verknüpft:

- Praescriptio extinctiva erlöschende (eigentliche) Verjährung

- Praescriptio acquisitiva erwerbende Verjährung = Ersitzung!

Die Verjährung wird nicht mehr als Voraussetzung der Ersitzung angesehen, da es Recht gibt die nicht verjähren können aber sehr wohl ersessen werden können (ET) und da man Rechte ersitzen kann, die orher nicht da waren (Wegerecht)

Voraussetzungen Ersitzung:

- Ersitzungsfähige Sache

- Qualifizierter Besitz

- Zeit

Der frühere ET hat höchstens unter Umstanden SEA gg denjenigen, der dem Ersitzenden Gewahrsame verschafft hat.

Von der Ersitzung ausgeschlossen: Staatliche Hoheitsrechte (§1456), Persönlichkeitsrechte, Famrechte, Mitgliedschaftsrechte, Forderungsrechte, Pfandrechte, Jagdrechte (können nicht vom GrundET getrennt werden!) Praktische Bedeutung: Grundstücke, die im Grenzkataster eingetragen sind, kann man nicht ersitzen. §50 VermessungsG

Arten der Ersitzung:

- Eigentliche: rechtmäßiger, redlicher und echter Besitz. Zeit: bei beweglichen Sachen 3J (6J nach jur Pers), unbewegliche 30J. wer vom unechten oder unredl Besitzer erwirbt, braucht die doppelte Zeit

- Uneigentliche: redlicher und echter Besitz. Immer lang, 30J (40J nach jur Pers §1472)

Für unbewegliche Sachen hat die eigentliche E aber somit keine Vorteile, sondern nur den Nachteil einer zusätzlich erforderlichen Qualifikation

Zeit des Vormannes einrechnen? §1493

Die eigentliche Ersitzung hilft nicht bei ursprünglichen Mängel des Titels. Außerdem wird der Erwerber oft wegen guten Glaubens ET

Wichtig ist die eig E beim unentgeltlichem Erwerb vom Nichtberechtigten, da hier §367 nicht greift!

Der Bestand bücherlich eingetragener Lasten wird durch die Ersitzung nicht angegriffen.

Die uneigentliche Ersitzung heilt die Ungültigkeit des Titels und das mangelnde ET des Vormannes.

Die Enteignung

§365. Allgemeine Beste des Staates muss betroffen sein. Schadloshaltung

Art 5 StGG erwähnt auch die Enteignung als Ausnahme vom absoluten Schutz des ETrechts

Art 1 des 1. Zusatzprotokolls zur EMRK (Verfassungsrang!) schützt auch das ET

Enteignung = gänzliche oder teilweise Entziehung oder starke Einschränkung des ET im öffentlichen Interesse

Wird zwar vom Staat vorgenommen, kann aber auch zugunsten von Privaten (Eisenbahn) durchgezogen werden. Das Element des Allgemeininteresses muss auch hier gegeben sein!

Art 5 StGG erwähnt weder Schadloshaltung noch Allgemeininteresse. Beides muss aber vorhanden sein. Kann auch aus Art 7 B-VG abgeleitet werden, sonst würde ein gleichheitswidriges Sonderopfer vorliegen.

Angemessene Schadloshaltung = nicht bloß obj positiver Schaden, sondern subj Nachteile im Vermögen. §1304 Schadensminderungspflicht greift.

Sukzessive Kompetenz für die Festsetzung der Entschädigung: Verwaltungsbehörde Gericht wenn nötig und angerufen.

Der ETerwerb bei Enteignung ist nach hA originär. Auch der Eintragungsgrundsatz wird gebrochen. (Übrigens auch bei Versteigerungen Exekution oder freiwillig da das ET mit dem Zuschlag des Erwerbers schon übergeht.)

Relativer ETverlust Recht erlischt, wenn es von einem anderen erworben wird

Absoluter ETverlust ET erlischt, ohne dass es ein anderer erwischt. Untergang, Dereliktion

nur wirksam, wenn der Verzichtende hinreichend geschäftsfähig ist!

Der OGH gestattet die Eintragung der Herrenlosigkeit, also können auch unbewegliche Sachen aufgegeben werden.

Der Schutz des ET

Rei vindicatio §366

Der hier erforderliche Nachweis des ET kann sehr schwierig werden da alle Vormänner bis zum originären ET berechtigt sein müssen. „teuflischer Beweis“. – hier hilft meist die actio publiciana §372 (Klage aus dem vermuteten ET)

Auktorbenennung §375 Beklagte hat Sache für einen anderen inne und will keinen Prozess

muss ihn nennen

Die rei vindicatio holt auch die Früchte zurück - §404ff

Redlicher Besitzer darf abgesonderte Früchte behalten §330

Unredlicher Besitzer alles ausgeben §335, für die bereits verbrauchten und jene die er nur durch Nachlässigkeit zu ziehen versäumt hat Ersatz!

Einschränkung §335 wenn gewichte eigene Beiträge des unredlichen eine Rolle bei der Gewinnvermehrung spielen, muss er nicht alles ausgeben sondern den Gesamtvorteil mit dem ET teilen.

Jeder Besitzer schuldet aber Benutzungsentgelt

Gegenansprüche Besitzer:

Aufwandersatz notwendig (zur Erhaltung der Substanz), nützlich (zur fortdauernder Vermehrung des Ertrages), luxuriös (zum Vergnügen und Verschönerung). Nützlichkeit subj zu beurteilen

Redlich Ersatz für notwendig und nützlich, darf luxuriöse wegnehmen §331f.

Unredlich nötige zu Ersetzen, nützliche nur wenn sie zum subj klaren und überwiegenden Vorteil des ET waren. Luxus darf weggenommen werden.

(Hier ist der unredliche nach der Rsp wie ein redlicher zu behandeln, wenn der ET die Benutzung mit der Absicht gestattet hat, Grundverkehrsgesetze zu umgehen)

für beide gilt Ersatz des notwenigen Aufwands nur wenn dieser noch fortwirkt!!

Zurückbehaltungsrecht §471nicht für unkörperliche

Kein Befriedigungsrecht! Im UGB gibt es hingegen sehr wohl ein Befriedigungsrecht (ca dem Pfandrecht gleich), sogar für alle Forderungen zwischen den Parteien, nicht nur für die konnexen. Aber nur gegen den Partner, nicht gegen Dritte, über welche dann die Sache zum Partner gelangen kann. Will der ET nicht erfüllen, kann er die Sache abandonnieren. ET fällt dem Inhaber zu

SE des ET

Redlich keine Haftung für Untergang oder Verschlechterung

Unredlich haftet für allen durch seinen Besitz entstandenen Schaden §335

Eigentumfreiheitsklage §523

Gg jeden, der unbefugterweise eingreift. Auch gg ET von dessen Grund die Störung ausgeht, die er hätte verhindern können oder wenn er die Benennung des wahren Störers ablehnt

Wenn die Störung nicht dauerhaft ist und keine Wiederholungsgefahr besteht, gibt es kein Klagerecht!

Der inbegriffene Beseitigungsanspruch setzt kein Verschulden des Störers voraus.

Das Grundbuch

Von (Bezirks-) Gerichten geführtes öffentliches Register. Das Grundbuchsgericht entscheidet in Verfahren außer Streitsachen.

- Formelles Publizitätsprinzip (Öffentlichkeitsprinzip) jedermann zugänglich

- Materielles Pub.prin. (Vertrauensprinzip) das Vertrauen darauf ist geschützt. Nach hM allerdings nur entgeltliche, gutgläubige Erwerber, wenn die Eintragung des Vormannes rechtskräftig ist, seit 3J (Schreijahre) im GB steht und keine Streitanmerkung vorliegt Auch schon Fahrlässigkeit kann die Gutgläubigkeit zerstören. Der gute Glaube muss noch im Zeitpunkt des Ansuchens um die Einverleibung vorhanden sein. GG im Zeitpunkt des Rechtsgeschäftes reicht nicht.

Übernimmt den Modus bzw die Funktion des Besitzes

Besteht aus Hauptbuch und Urkundensammlung.

Folgt dem Realfoliensystem (nach Grundstücken geordnet) statt Personalfoliensystem (nach Eigentümer)

Eintragungen im GB:

- Einverleibungen

- Vormerkungen

- Anmerkungen (inkl Ersichtlichmachung was von einigen als eigene Art angesehen wird. Für Änderungen im Gutbestand, die keine rechtliche aber eine wirtschaftliche Rolle spielen

Eintragen kann man bücherliche Rechte (§ 9 GBG). Das sind dingliche Rechte, Widerkaufs-, Vorkaufs- und Bestandrechte. Keine aufschiebend bedingte! Die vorgelegten Dokumente müssen ihre jeweilige Gültigkeitsform einhalten, den Rechtsgrund angeben und zusätzliche Anforderungen erfüllen (§27 GBG keine sichtbaren Mängel, genaue Personenbezeichnung, etc)

Einverleibung: dient dem unbedingten Rechtserwerb oder Verlust. Voraussetzungen: Vorlage einer Urkunde und Aufsandungserklärung (Intabulationsklausel). Das ist die Erklärung desjenigen, dessen Recht angegriffen wird, dass er einwilligt (dingliche Einigung)

Vormerkung: dient dem bedingen Rechtserwerb oder Verlust. Vor allem dann möglich, wenn eine Urkunde zwar die allg aber nicht die zusätzlichen Voraussetzungen erfüllt. Wahrt

den Rang. Das Begehren um Einverleibung begreift jenes um Vormerkung stillschweigend in sich. Erbringung der fehlenden Nachweise = „Rechtfertigung“ – erzielt die Wirkung einer Einverleibung

Anmerkung: dient der Ersichtlichmachung bestimmter rechtserheblicher Umstände, insb persönliche Verhältnisse. zB Sachwalter, Minderjährigkeit, Insolvenz. Einige Anmerkungen lösen besonders geregelte Rechtswirkungen aus Rangordnung, Streitanhängigkeit. Unzulässig: Anmerkung eines klageweise geltend gemachten schuldrechtlichen Anspruches

ETerwerb braucht einen Modus. Bei unbeweglichen Sachen ist das die Einverleibung. Der Erwerber, dem bereits physisch übergeben worden ist, hat allerdings die actio Publiciana, mit der er gegen dritte Personen, nicht aber gegen den Eigentümer, durchdringt. Sie schützt auch nicht vor nochmaligem Verkauf und Eintragung des zweiten Käufers.

Durchbrechung des Intabulationsprinzipes:

- Ersitzung erwirbt mit Zeit

- Erbe erwirbt mit Einantwortung

- Bauführer erwirbt mit Errichtung des Gebäudes

- Superädifikate Urkundenhinterlegung

Hier hat die Einverleibung nur deklaratorische Wirkung.

Voraussetzungen für Erwerb durch Eintragung:

- Gültiger Titel (Rechtsgrund)

- Berechtigung des Vormannes

- Einräumung des Rechtes durch ihn (Aufsandung, Auflassung)

Nur die äußeren Voraussetzungen werden geprüft: ob die benötigten Urkunden vorliegen, ob sie unbedenklich erscheinen und ob sie beglaubigt sind.

Bestehen aber aufgrund amtlichen oder privaten Wissens Bedenken gegen die Verfügungsfähigkeit des Veräußerers, ist die Verbücherung nicht vorzunehmen.

Löschungsklage im streitigen Verfahren, wenn aufgrund eines materiell (inhaltlich) ungültigen Titels (materielle Richtigkeit prüft das Grundbuchsgericht nicht) eine Eintragung vorgenommen wurde.

So lange Zeit, wie lang die Frist zur Anfechtung des Rechtstitels ist, aufgrund dessen die falsche Eintragung stattgefunden hat. zB 3J bei Irrtum und Drohung. Gegen denjenigen der direkt berechtigt wurde.

Gutgläubige Dritte, die von diesem Berechtigten erwerben, sind geschützt.

Bücherlicher Vormann

Bücherliche Eintragungen sind nur gegen den zulässig, der zur Zeit des Ansuchens als Eigentümer der Liegenschaft oder Inhaber des sonstigen Rechtes, an dem Veränderungen erfolgen sollen, im Grundbuch aufscheint oder doch zumindest gleichzeitig mit der begehrten Eintragung einverleibt oder vorgemerkt wird (§ 21 GBG).

wird eine Liegenschaft öfter hinter einander verkauft, kann der letzte Käufer seine direkte Eintragung verlangen, auch wenn nicht alle vorherigen Verkäufer eingetragen wurden.

Der Erwerber muss sowohl im Hauptbuch, als auch im Verzeichnis der gelöschten Einträge Einsicht nehmen. Beide sind geschützt

Beim GB gilt das Prioritätsprinzip. Prior tempore, potior iure. Gleichzeitige Eintragungen stehen im gleichen Rang.

Seine Rangordnung kann man sich auch anmerken. Diese Anmerkung hat 1J Gültigkeit. Erwirken kann sie vor allem der ET, wenn er vor hat zu verkaufen oder zu belasten. Erfolgt die nachträgliche Einverleibung, so kann der Erwerber alle Zwischeneintragungen löschen lassen.

Eine unbefristete Rangordnung ist nur für WohnungsET möglich.

Vorrang kann auch unter den Parteien privat durch Vertrag ausgemacht werden.

Spezialitätsprinzip (Bestimmtheitsgrundsatz): Rechte kann man immer nur an bestimmten Grundbuchskörpern begründen, nicht am gesamten Liegenschaftsbesitz einer Person.

Legalitätsprinzip: die Prüfung des Vorliegens aller Voraussetzungen für eine Eintragung beschränkt sich auf die Umstände, die aus anderen GBeinträgen ersichtlich sind. = Reines Urkundenverfahren.

Antragsprinzip: beim GB passiert alles auf Antrag, nicht von Amts wegen. Außer bei der Entfernung von unzulässigen und gegenstandslosen Eintragungen.

Durch Urkundenhinterlegung (wie zB bei Superädifikaten) kann guter Glaube nur zerstört, nicht geschaffen werden.

Das Pfandrecht

Normalerweise haftet ein Schuldner seinem Gläubiger mit seinem gesamten Vermögen = Persönliche Haftung

Wenn das nicht ausreicht, gibt es die Möglichkeit des Pfandes = dingliche Haftung. Dem G wird hier ein gegen jedermann wirkendes Recht an einer Sache des S eingeräumt. §447

Aber auch ein Dritter kann die belastete Sache providen. Er heißt dann Realschuldner, während der S Personalschuldner ist.

Veräußerung der Sache hat keine Auswirkung auf das Pfandrecht, außer es liegen die Voraussetzungen für einen gutgläubigen lastenfreien Erwerb vor. §367(2): Versteigerung, Vertrauensmann, Unternehmer im Betrieb

Unterschied Pfandrecht Bürgschaft:

- Pfandrecht ist ein absolutes Recht, Bürgschaft ein obligatorisches das nur gegen den Bürgen wirkt.

- Beide sind akzessorisch

- Die B ist meist subsidiär, zuerst muss man sich als G an den Hauptschuldner halten

- Bei der Einräumung beider Sicherungen, hat der G die Wahl, welche er geltend macht.

Meist wird ein G ein Pfandrecht interessanter finden als eine Bürgschaft.

Prinzipien des Pfandrechts:

- Akzessorisch

- Recht an fremder Sache

- Spezialität

- Ungeteilte Pfandhaftung

Akzessorisch - §469

Erlischt mit der Forderung, außer bei der Hypothek, wo es auch wirklich aus dem GB gelöscht werden muss.

Reine Sachhaftung, ohne persönliche Haftung kann entstehen, wenn ein Faustpfand besteht und die gesicherte Forderung verjährt ist. Da das Pfandrecht nicht verjährt, solange es der G in den Händen hat, entsteht somit eine reine Sachhaftung da er auf die Schuldbegleichung nicht mehr klagen kann. §1483

Für bedingte und zukünftige Forderungen gibt es nur ein PF wenn diese ausreichend individualisierbar sind. Nicht für alle in der Zukunft entstehende Forderungen!

Spezialitätsgrundsatz

Nur an bestimmten Sachen, aber es können auch mehrere bestimmte Sachen für dieselbe Forderung verpfändet werden.

Ungeteilte Pfandhaftung

Gesamte Sache haftet für gesamte Forderung.

Wird MitET begründet, haftet jeder Anteil bzw alle physischen Teile der Sache weiter.

Ausnahme kann bei Geldpfand bestehen

Verpfändete Sachen müssen verwertbar sein. Die Verpfändung unverwertbarer Sachen kann uU als Einräumung eines Zurückbehaltungsrechts verstanden werden.

Verpfändungsverbote: sichern Existenzminimum. zB an Bezügen aus einem Dienstverhältnis nur ab einer bestimmten Höhe

PF sind an körperlichen beweglichen und unbeweglichen Sachen, aber auch an unkörperlichen möglich.

AlleinET Pfand an Quoten bei beweglichen möglich, bei unbeweglichen nicht.

Miteigentümer PF an ihrer ideellen Quote. Geht die Sache in diesem Zustand in alleinET über, bleibt das Teilpfand

Selbstständige Bestandteile und Zubehör verpfändbar, ohne Einbeziehung der Hauptsache und sogar ohne Absonderung.

Künftige Sachen kein Pfandrecht, aber man kann den Vertrag abschließen. Wirksam wird er erst, wenn es die Sache gibt und ein Modus gesetzt wurde.

§457 PF erstreckt sich auf auf Teile Früchte und Zubehör einer Sache

unselbstständige Bestandteile teilen Schicksal der Hauptsache. Ihre Abtrennung hebt Pfand auf

selbstständige Bestandteile und Zubehör im Zweifel mitverpfändet. Werden auch mit ihrer Absonderung frei.

Zivilfrüchte nur wenn extra ausgemacht

Titel für PF Pfandbestellungsvertrag, letztwillige Verfügung, Gesetz, richterlicher Ausspruch §449

Modus Übergabe, Einverleibung, Urkundenhinterlegung §451

Der Pfandbesteller (Schuldner) muss ET oder Verfügungsbefugt sein. Sonst kommt gutgläubiger Erwerb des Pfandes in Betracht

Die Übergabe ist für das Publizitätsprinzip wichtig.