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Der chinesische Kaiser Ming lud im Jahre 67 eine Gruppe buddhisti- scher Gelehrter ein, die Lehre Buddhas nach China zu bringen. Dort entstanden die 42 Sutren als Zusammenfassung der Lehren Buddhas. Um sie geht es im vorliegenden Buch. Osho beschreibt Buddha als Lichtgestalt, die die Gaben des Poeten und spirituellen Meisters mit der des Analytikers vereinte. Buddha brachte der Menschheit die Wissenschaft von der Funktionsweise des Geistes, deren Befolgung sie »gesetzmäßig« zu Glück und Zufriedenheit führen soll. Osho erläutert diese Lehre mit der üblichen Mischung aus Einsicht, Belesenheit und Humor, um sie aus ihrem 2000-jährigen Gewand zu lösen und für den modernen Menschen verfügbar zu machen. Er zeigt uns, was wir unter traditionellen buddhistischen Begriffen wie Dham- ma, Arhat, Karma oder Hauslosigkeit zu verstehen haben. Mit Witz und Esprit zeigt der einzigartige Lehrer, worauf es im Buddhismus an- kommt: uns einzulassen auf das Lied des Lebens.

Bei Goldmann sind von Osho bereits erschienen:

Mann und Frau (13280) Meditation (21521) Tantra (21520) Emotionen (21560) Weibliches Bewusstsein – Weibliche Erfahrung (21562) Was kann ich tun? (21561) Liebe, Freiheit, Alleinsein (21599) Meditationsführer (21609) Body-Mind-Balancing (mit CD; 21662) Begegnungen mit außergewöhnlichen Menschen (21662) Wörterbuch der Erleuchtung A–Z (21671) Osho Buddha Box (Set aus Buch und Meditationskarten; 33708) Eine Wahrheit viele Wege (21704) Sex – das missverstandene Geschenk (21731)

OSHO

Buddha sprach

Die Herausforderungen des Lebens annehmen

Aus dem Englischen von Mohani Marin Cardenas und Ratnakar Steffens

sprach Die Herausforderungen des Lebens annehmen Aus dem Englischen von Mohani Marin Cardenas und Ratnakar Steffens

Diese Ausgabe enthält die neu bearbeitete, gekürzte Niederschrift einer Reihe von Vorträgen, die Osho unter dem Titel »The Discipline of Transcendence (Vol. 1–4)« in gesprochener Rede hielt. Alle Vorträge Oshos liegen bereits ungekürzt in Buchveröffentlichungen vor und sind auch als Audioaufnahmen erhältlich. Audio-Medien und das voll- ständige Textarchiv finden Sie im Internet in der »Osho Library« nach- gewiesen unter www.osho.com. OSHO ® ist ein eingetragenes Trademark der Osho International Foundation.

SGS-COC-1940
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Verlagsgruppe Random House FSC-DEU-0100 Das FSC-zertifizierte Papier München Super für Taschenbücher aus dem Goldmann Verlag liefert Mochenwangen Papier.

1. Auflage Deutsche Erstausgabe Oktober 2005 © 2005 der deutschsprachigen Ausgabe Wilhelm Goldmann Verlag, München in der Verlagsgruppe Random House GmbH © 2005 Osho International Foundation, www.osho.com Umschlaggestaltung: Design Team München Umschlagfoto: buchcover.com, doublepointpictures Porträtfoto von Osho auf der Rückseite:

Osho International Foundation WL · Herstellung: CZ Satz: Buch-Werkstatt GmbH, Bad Aibling Druck und Bindung: GGP Media GmbH, Pößneck Redaktion: Anja Schmidt, München Printed in Germany ISBN-10: 3-442-21724-5 ISBN-13: 978-3-442-21724-3

Inhalt

1. Der vortrefflichste Weg

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2. Nur Nichts ist

41

3. Darum sei achtsam

75

4. Lebe das Dhamma

111

5. Jenseits der Scheinwelt

147

6. Die zwanzig schweren Dinge

181

7. Im Einklang mit dem Weg

223

8. Sei dir selbst ein Licht

253

9. Der leere Spiegel

285

10. Die Wahrheit jenseits von Logik

319

11. Erleuchtung

351

12. Der Weg ist das Ziel

383

13. Die Macht der Wollust

417

14. Werde zum Treibholz

451

15. Vergebliche Mühe

481

16. Die Suche nach dem Glück

517

17. Der Achtfache Pfad

553

18. Der Weg der Mitte

589

19. Die Disziplin der Transzendenz

621

20. Die zehn Ebenen des Weges

657

21. Wegzehrung für die Reise

689

22. Der Urgrund der Wirklichkeit

725

Glossar

759

Weitere Informationen

763

Über den Autor

765

Meditationsurlaub im »Osho Meditation Resort« in Indien

767

1. Der vortrefflichste Weg

Buddha sprach:

Frei zu sein von Leidenschaften und Ruhe zu finden, dies ist der vortrefflichste Weg. Diejenigen, welche ihre Eltern verlassen, von zu Hause fortgehen, den Geist verstehen, zum Ursprung gelangen und das Immateri- elle begreifen, heißen Shramanas. Diejenigen, welche die Gebote der Moral beachten, welche rein und makellos sind in ihrem Verhalten und sich bemühen, die Früchte der Frömmigkeit zu erlangen, heißen Arhats. Der Nächste ist der Anagamin. Am Ende seines Lebens steigt die Seele des Anagamin zum Himmel auf und wird zum Arhat. Der Nächste ist der Skridagamin. Der Skridagamin steigt (nach sei- nem Tode) zum Himmel auf, kehrt noch einmal zur Erde zurück und wird sodann zum Arhat. Der Nächste ist der Srotapanna. Der Srotapanna stirbt siebenmal und wird siebenmal geboren, bevor er schließlich zum Arhat wird. Abtrennung der Leidenschaften bedeutet, dass sie ebenso wie ab- getrennte Glieder niemals mehr benutzt werden.

Gautama Buddha ist wie der Gaurishankar, einer der höchs- ten Gipfel im Himalaja. Die Reinheit seines Wesens, die Ma- kellosigkeit seiner Seele ist unübertroffen – eine seltene Er- scheinung auf dieser Erde. Selten deshalb, weil Buddha ein Wissenschaftler der inneren Welt ist, ein Wissenschaftler der Religiosität. Das ist eine ausgefallene Kombination. Religiös

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zu sein ist einfach, ein Wissenschaftler zu sein ist einfach – aber beides zu kombinieren, eine Synthese dieser beiden Po- laritäten herzustellen, ist unglaublich. Es ist kaum zu glau- ben, doch es ist geschehen. Buddha ist der reichste Mensch, der je gelebt hat, reich in dem Sinn, dass in ihm alle Dimensionen des Lebens erfüllt sind. Er ist nicht eindimensional. Es gibt drei Ansätze, um zur Wahrheit zu gelangen: Der erste ist der Weg der Kraft, der zweite ist der Weg der Schön- heit, und der dritte ist der Weg der Erhabenheit. Der wissenschaftliche Ansatz ist die Suche nach Macht; deshalb sagte Lord Bacon: »Wissen ist Macht.« Die Wissen- schaft hat dem Menschen große Macht verliehen, so groß, dass der Mensch den gesamten Planeten Erde zerstören kann. Zum ersten Mal in der Geschichte des Bewusstseins ist der Mensch in der Lage, globalen Selbstmord zu begehen, ei- nen kollektiven Selbstmord. Die Wissenschaft hat unheim- lich viel Macht freigesetzt. Und sie strebt ständig nach im- mer größerer Macht. Auch so kann die Wahrheit erfahren werden – allerdings nur teilweise. Dann gibt es die Dichter, die Mystiker, Menschen mit ei- nem Sinn für das Ästhetische. Sie sehen die Wahrheit als Schönheit – Jalaluddin Rumi, Rabindranath Tagore und an- dere, die glauben, die Wahrheit liege in der Schönheit. Sie schaffen Kunstwerke, sie geben neue Anstöße für Schönheit auf der Welt. Der Maler, der Dichter, der Tänzer, der Musi- ker – auch sie sind auf dem Weg zur Wahrheit, doch in einer ganz anderen Dimension als der Macht. Der Dichter ist nicht wie der Wissenschaftler. Der Wissen- schaftler arbeitet mit analytischen Methoden, mit Vernunft und Beobachtung. Der Dichter arbeitet mit dem Herzen, mit Vertrauen und Liebe, durch das Irrationale. Er hat mit Ver- stand und Vernunft nichts zu tun. Die meisten religiösen Menschen gehören der zweiten Ka-

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tegorie an. Die Sufis, die Bauls – sie alle folgen dem ästheti- schen Ansatz. Deshalb gibt es so viele schöne Moscheen, Kir- chen, Kathedralen, Tempel wie in Ajantha und Ellora – sie sind das Werk religiöser Menschen. Immer wenn religiöse Aktivität vorherrscht, dann wird große Kunst geschaffen, Musik wird geschaffen, großartige Malerei – die Welt wird ein wenig schöner. Sie bekommt nicht mehr Macht, aber sie wird schöner, lieblicher, lebenswerter. Der dritte Ansatz ist der Weg der Erhabenheit. Die alten Propheten der Bibel – Moses und Abraham, Mohammed, der Prophet des Islam, Krishna und Rama im Hinduismus –, sie nähern sich der Wahrheit durch die Dimension der Erha- benheit, durch die Ehrfurcht, die man empfindet, wenn man das Universum in seiner unendlichen Größe betrach- tet. Die alten indischen Schriften wie die Upanishaden und die Veden – sie alle wandeln auf dem Weg der Erhabenheit. Sie sind voller staunender Ehrfurcht. Das Universum ist so unglaublich da, von solcher Erhabenheit und Größe, dass man sich nur davor verneigen kann – nichts anderes ist möglich. Man empfindet nur noch Demut, man wird zum Nichts. Dies sind die drei Dimensionen, über die man gewöhnlich zur Wahrheit gelangen kann. Die erste Dimension erzeugt den Wissenschaftler, die zweite den Künstler und die dritte die Propheten. Die Einzigartigkeit Buddhas besteht darin, dass sein Ansatz eine Synthese aller drei ist, und nicht nur eine Synthese – er geht über die drei hinaus. Buddha ist Rationalist. Er ist nicht wie Jesus, er ist nicht wie Krishna; er ist ganz und gar Rationalist. Einstein, New- ton oder Edison könnten keinen Fehler in seiner Argumen- tation finden. Jeder Wissenschaftler wäre von ihrer Schlüs- sigkeit überzeugt. Sein Ansatz ist rein logisch; er überzeugt den Verstand. Man kann bei ihm keine Schwachpunkte ent- decken.

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Buddha sprach

Jemand hat mir eine schöne Geschichte über W.C. Fields ge- schickt, einen berühmten Schauspieler und Atheisten. Er war auf Tournee in den Vereinigten Staaten, als eines Tages sein Manager in sein Hotelzimmer kam und zu seinem Schrecken feststellte, dass Fields gerade eine Ausgabe der Gideon–Bibel las. »Bill!«, sagte er. »Was zum Teufel machst du da? Ich dachte, du wärst Atheist.« Fields erwiderte: »Ich suche nur nach Schwachpunkten!«

Aber bei Buddha kann man nicht nach Schwachpunkten su- chen. Ja, bei Jesus kann man nach Fehlern suchen. Da gibt es viele, denn Jesus glaubt, er vertraut, er hat seinen Glau- ben. Er ist einfach wie ein Kind. Bei ihm gelten keine Argu- mente. Der Beweis ist da, aber es gibt kein Argument dafür. Sein ganzes Dasein ist Beweis genug. Bei Buddha ist es nicht so. Selbst wenn man mit seinem Herzen nicht übereinstimmt, auch wenn man ihm über- haupt nicht glaubt, auch wenn man nicht sieht, dass er selbst der Beweis ist, muss man trotzdem auf seine Argu- mente hören. Er liefert sowohl den Beweis als auch das Ar- gument. Auch er ist selbst der Beweis für das, was er sagt, aber das ist nicht alles. Wenn du nicht bereit bist, ihn anzu- schauen, kann er dich zwingen. Er kann dich überzeugen. Er ist Rationalist. Selbst ein Mann wie Bertrand Russell, der Atheist war, ein purer Logiker, hat gesagt: »Mit Jesus kann ich es aufnehmen, aber bei Buddha habe ich meine Bedenken.« Er hat ein Buch mit dem Titel Warum ich kein Christ bin geschrieben, ein großartiges und argumentatives Buch. Die Christen haben darauf noch keine Erwiderung gefunden; seine Argumente sind stichhaltig. Aber wenn man ihn mit Buddha konfron- tiert, dann zögert er plötzlich, dann ist er sich seiner Argu- mente nicht mehr so sicher, denn Buddha überzeugt ihn mit

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seinen eigenen Argumenten. Buddha ist genauso analytisch wie Bertrand Russell. Du brauchst kein religiöser Mensch zu sein, um dich von Buddha überzeugen zu lassen. Darin ist er so einmalig. Du brauchst überhaupt nichts zu glauben. Du brauchst nicht an Gott zu glauben, du brauchst nicht an die Seele zu glauben, du brauchst gar nichts zu glauben, und trotzdem kannst du Buddha folgen. Im Laufe der Zeit wirst du etwas über die See- le und auch über Göttlichkeit erfahren, aber das sind dann keine Hypothesen. Man braucht keinen Glauben, um sich mit Buddha auf die Reise zu machen. Du kannst mit deiner ganzen Skepsis zu ihm kommen. Er wird dich akzeptieren und willkommen heißen. Er wird sagen: »Komm mit mir.« Zuerst überzeugt er deinen Verstand. Wenn dein Verstand überzeugt ist und du mit ihm auf die Reise gehst, wirst du allmählich spüren, dass er eine Botschaft hat, die über den Verstand hinausgeht. Er hat eine Botschaft, die sich durch die Vernunft nicht ein- schränken lässt. Aber zuerst überzeugt er die Vernunft. Buddhas Ansatz ist »über–rational«, jedoch nicht gegen die Vernunft. Dies sollte man von Anfang an verstehen. Es hat etwas mit dem Jenseits zu tun, überrational, aber das Überra- tionale ist nicht gegen das Rationale, es ist damit in Einklang. Das Rationale und das Über–Rationale sind bei Buddha ein Kontinuum; sie folgen aufeinander. Darin liegt seine Einma- ligkeit. Krishna sagt zu Arjuna: »Folge mir, gib dich hin!« Buddha sagt so etwas nie; er überzeugt dich davon, dich hinzugeben. Krishna sagt: »Gib dich mir hin, dann wirst du überzeugt sein.« Buddha sagt: »Lass dich zuerst überzeugen, dann folgt die Hingabe wie ein Schatten. Darüber brauchst du dir kei- ne Gedanken zu machen, man braucht gar nicht darüber zu reden.« Dank seinem rationalen Ansatz bringt er nie ein Konzept

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Buddha sprach

vor, das nicht bewiesen werden kann. Er spricht nie über Gott. H.G. Wells hat einmal über Buddha gesagt: »Er ist der göttlichste und der gottloseste Mensch in der ganzen Ge- schichte der Menschheit.« Ja, so ist es: der göttlichste und der gottloseste. Einen Menschen mit mehr Göttlichkeit als Buddha kann man nicht finden. Neben ihm verblasst jede andere Persönlichkeit. Seine Ausstrahlung übertrifft alles, sein Wesen ist unvergleichlich, doch von Gott spricht er nicht. Da er nie über Gott gesprochen hat, meinen viele, Buddha sei Atheist. Das ist er nicht. Er hat nicht über Gott gespro- chen, weil es nicht möglich ist, über Gott zu sprechen. Alles Reden über Gott ist unsinnig. Was immer man über Gott sa- gen kann, ist falsch. Gott ist etwas, was nicht gesagt werden kann. Andere Weise sagen ebenfalls, dass über Gott nichts gesagt werden kann. Buddha ist wirklich konsequent; er sagt nicht einmal das, weil er meint: »Selbst wenn man sagt, dass über Gott nichts gesagt werden kann, hat man schon etwas ge- sagt. Wenn du sagst: ›Gott kann nicht definiert werden‹, hast du ihn bereits negativ definiert, nämlich dass er nicht defi- niert werden kann. Wenn du sagst: ›Man kann nichts sagen‹, sagst du auch das.« Buddha ist streng logisch. Er verliert kein einziges Wort über Gott. Ludwig Wittgenstein, einer der größten Denker unserer Zeit, ja, einer der größten aller Zeiten, hat einmal gesagt:

»Was nicht gesagt werden kann, darf auch nicht gesagt wer- den. Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.« Denn über etwas Unaussprechliches zu spre- chen ist ein Sakrileg. Buddha ist kein Atheist, aber er spricht niemals über Gott. Deshalb halte ich ihn für eine Seltenheit. Er bringt viele Men- schen zum Göttlichen; er hat mehr Menschen angezogen als sonst irgendjemand. Millionen von Menschen hat er durch

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seine Gegenwart dazu gebracht, das Göttliche zu erfahren, aber das Wort hat er nie benutzt. Und nicht nur »Gott«, auch »die Seele«, »das Selbst« – auch darüber hat er keine Theorie. Er sagt nur: »Ich kann dir den Weg nach innen zeigen. Geh und schau selbst.« Er sagt: »Buddhas können nur den Weg weisen, sie können dir keine Philosophie liefern. Du bist da. Geh nach innen und schau.« Es kam einmal ein Mann zu Buddha. Er war ein großer Ge- lehrter, eine Art Professor, der viele Bücher geschrieben hatte und im ganzen Land bekannt war. Sein Name war Mau- lingputta. Er sagte zu Buddha: »Ich bin mit einem Dutzend Fragen gekommen, und du musst darauf antworten.« Buddha sagte: »Ich werde antworten, aber du musst eine Bedingung erfüllen. Ein Jahr lang musst du ganz still bei mir bleiben. Dann werde ich dir antworten, vorher nicht. Ich könnte auch jetzt antworten, aber du würdest die Antworten nicht empfangen können, da du nicht bereit bist. Was im- mer ich sage, würdest du missverstehen, denn dein Kopf ist überfüllt mit Interpretationen. Alles, was ich sage, wird durch deinen Verstand gefiltert. Sei ein Jahr lang einfach nur still, damit du dein Wissen loslassen kannst. Wenn du leer bist, werde ich alle deine Fragen beantworten. Das verspre- che ich dir.« Als Buddha dies sagte, begann Sariputta, einer seiner Jün- ger, wie verrückt zu lachen. Maulingputta fühlte sich offen- sichtlich beschämt. Er sagte: »Was ist los? Warum lachst du?« Sariputta antwortete: »Ich lache nicht über dich; ich lache über mich selbst. Dieser Mann hat auch mich hereingelegt. Ich bin mit vielen Fragen hierher gekommen, und er sagte:

›Warte ein Jahr,‹ und ich wartete. Ein Jahr ist vergangen. Jetzt lache ich, denn jetzt sind meine Fragen verschwunden. Und er sagt mir immer wieder: ›Jetzt darfst du deine Fragen stel- len.‹ Aber ich kann die Fragen nicht stellen, weil sie ver- schwunden sind. Also, Maulingputta, wenn du wirklich Ant-

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worten auf deine Fragen haben willst, dann frage jetzt! Warte nicht ein ganzes Jahr. Dieser Mann täuscht dich.« Buddha führte viele Menschen in die innere Welt, Millio- nen von Menschen, allerdings auf eine sehr rationale Art und Weise. Es ist ganz einfach: Zuerst muss man empfäng- lich werden, zuerst muss man still werden; dann ist die Ver- einigung möglich, nicht vorher. Buddha hat niemals metaphysische Fragen beantwortet. Er war bereit, jede Frage über die Methode zu beantworten, aber er war nie bereit, eine Frage über Metaphysik zu beant- worten. Darin besteht sein wissenschaftlicher Ansatz. Die Wissenschaft beantwortet nie das Warum. Sie beantwortet immer das Wie. Fragst du einen Wissenschaftler: »Warum existiert die Welt?«, wird er antworten: »Das weiß ich nicht, aber ich kann dir sagen, wie die Welt existiert.« Wenn du ihn fragst:

»Warum gibt es Wasser?«, wird er die Achseln zucken. Aber er kann dir sagen, wie das Wasser existiert, aus wie viel Sau- erstoff und wie viel Wasserstoff Wasser entsteht. Er kann dir die Methode geben, das Wie, den mechanischen Ablauf. Er kann dir zeigen, wie man Wasser macht, aber er kann dir nicht sagen, warum. Buddha lässt keine Warum–Fragen zu, aber das bedeutet nicht, dass er Atheist ist. Sein Ansatz unterscheidet sich sehr von denen der Atheisten. Die Theisten verlangen von einem zu glauben, zu vertrauen. Buddha sagt: »Wie kann man glau- ben? Ihr verlangt etwas Unmögliches.« Hört seine Begründung: Wenn jemand voller Zweifel ist, wie kann er dann glauben? Wenn bereits Zweifel da sind, wie soll er glauben? Er kann seine Zweifel unterdrücken, er kann sich zum Glauben zwingen, aber tief darunter wird der Zwei- fel wie ein Wurm lauern und sein Herz auffressen. Früher oder später muss der Glaube zusammenbrechen, weil er keine Grundlage hat. Er hat kein Fundament. Das Funda-

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ment besteht aus Zweifeln, und auf das Fundament des Zwei- fels hat er das ganze Gebäude seines Glaubens gebaut. Hast du es schon einmal bemerkt? Immer wenn du etwas glaubst, sind darunter Zweifel verborgen. Was ist das für ein Glaube? Buddha sagt, wenn keine Zweifel da sind, stellt sich die Frage des Glaubens nicht. Dann weiß man einfach. Dann braucht man keinen Krishna, der sagt: »Gib dich hin, dann wirst du glauben.« Dafür gibt es keinen Grund. Wenn Arjuna Gottvertrauen hat, dann hat er es; wenn nicht, dann kann man es auch nicht herstellen. Dann kann Arjuna höchstens ein Spiel spielen; er kann so tun, als würde er glauben. Aber Glauben kann man nicht erzwingen. Für Leute, deren Glaube ganz natürlich und spontan da ist, stellt sich die Glaubensfrage nicht. Sie glauben einfach. Aber sobald Zweifel aufkommen, wird Glaube unmöglich. Zweifel müssen aufkommen; sie gehören zum Wachstum. Durch Zweifel wird man reifer. Du bleibst kindisch, so- lange der Zweifel noch nicht in deine Seele gedrungen ist. Solange dich das Feuer des Zweifels nicht verbrennt, bleibst du unreif. Du weißt noch nicht, was Leben ist. Du beginnst das Leben erst zu begreifen, indem du zweifelst, indem du skeptisch bist, indem du Fragen stellst. Buddha sagt: Vertrauen kommt, aber nicht gegen den Zwei- fel, nicht als etwas, was man glaubt. Vertrauen kommt da- durch, dass der Zweifel mit Argumenten zerstört wird, dass der Zweifel mit noch mehr Zweifeln zerstört wird, dass Zwei- fel durch den Zweifel selbst ausgeräumt wird. Ein Gift kann nur mit einem Gift vernichtet werden – das ist die Methode des Buddhas. Er sagt nicht, du sollst glauben. Er sagt: Gehe tief in deinen Zweifel hinein, gehe ganz bis ans Ende, ohne Angst und ohne etwas zu unterdrücken. Lass dich auf die Zweifel ein und gehe diesen Weg ganz bis ans Ende, dann wird dich die Reise selbst über den Zweifel hinausführen.

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Denn irgendwann kommt der Moment, da der Zweifel sich selbst bezweifelt. Das ist der letzte Zweifel – wenn der Zwei- fel den Zweifel selbst anzweifelt. An diesen Punkt kommst du, wenn du ganz bis ans Ende gehst. Erst zweifelst du an deinem Glauben, du bezweifelst dies und jenes. Eines Tages, wenn al- les angezweifelt worden ist, kommt plötzlich ein neuer und letzter Zweifel: Du beginnst am Zweifel zu zweifeln. Das ist etwas ganz Neues in der religiösen Welt: Dann tö- tet der Zweifel den Zweifel. Der Zweifel vernichtet den Zwei- fel und wird so zum Vertrauen, zum Glauben. Dieser Glaube steht nicht gegen den Zweifel; dieser Glaube ist jenseits von Zweifeln. Dieser Glaube ist nicht das Gegenteil von Zweifel, sondern das Fehlen von Zweifel. Auch Buddha sagt, dass man wieder zum Kind werden muss, aber der Weg dorthin geht durch die Welt, durch viele Dschungel von Zweifeln, von Argumenten und Schlussfolge- rungen. Und wenn ein Mensch dann heimkehrt, sein ur- sprüngliches Vertrauen wiederfindet, dann ist das etwas ganz anderes. Er ist nicht mehr nur wie ein Kind; er ist ein erwach- sener Mensch, reif, erfahren und doch wie ein Kind.

Dieses Sutra, Das Sutra in 42 Abschnitten, hat es in Indien nie gegeben. Es hat nie in Sanskrit oder in Pali, der Sprache Bud- dhas, existiert. Ein chinesischer Kaiser namens Ming von der Han–Dynastie lud im Jahre 67 unserer Zeit einige buddhisti- sche Meister nach China ein, die Botschaft des Buddhas dort- hin zu bringen. Niemand kennt genau die Namen dieser buddhistischen Meister, aber eine Gruppe von Mönchen reiste nach China. Der Kaiser wollte eine Zusammenstellung der Aussagen Buddhas haben, die dann dem chinesischen Volk zum ersten Mal vorgestellt wurden. Die buddhistischen Schriften sind sehr umfangreich. Die buddhistische Literatur ist eine Welt für sich; es gibt Tau- sende von Schriften. Und sie gehen bis ins letzte Detail, denn

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Buddha glaubt an die logische Analyse. Er geht bei allem bis an die Wurzel. Seine Analyse ist so tief schürfend und per- fekt, dass jedes Detail berücksichtigt ist. Es war schwierig. Was sollte man in einem völlig fremden Land übersetzen, in dem es einen Mann wie Buddha nie gegeben hat? Diese bud- dhistischen Mönche stellten also eine kleine Sammlung aus zweiundvierzig Kapiteln zusammen. Sie sammelten hier und dort Aussagen Buddhas, aus verschiedenen Schriften, aus verschiedenen Predigten. Diese Schrift wurde im Stil der konfuzianischen Analekten zusammengestellt, da sie ins Land des Konfuzius gebracht wurde. Das chinesische Volk war vertraut mit der Art und Weise, wie Konfuzius sprach, wie die Schriften des Konfuzius aussahen und zusammengestellt waren. Sie kannten Konfu- zius, und deshalb schrieben die buddhistischen Meister ge- nau in derselben Art. In den Analekten des Konfuzius be- ginnt jeder Satz bzw. jeder Absatz mit den Worten »Der Meis- ter sprach …« Dieses Sutra beginnt auf ähnliche Weise. Jede Aussage beginnt mit »Buddha sprach …« Zu Beginn des 20. Jahrhunderts glaubte man noch, es müsse ein Original dieser Schrift in Sanskrit oder Pali gege- ben haben, das dann verschwand oder verloren ging, und dass dieses chinesische Sutra eine Übersetzung sei. Das stimmt nicht. Das Sutra hat in Indien nie existiert. So wie es ist, hat es nie im Original existiert. Natürlich stammt jede Aussage von Buddha, aber das ganze Buch ist ein neues Werk, eine neue Zusammenstellung. Dies sollte man also be- denken. Und genau deshalb ist es eine so gute Einführung in die Welt des Buddhas. Es ist sehr einfach. Es fasst alles auf einfa- che Art und Weise zusammen. Es ist sehr direkt. Es ist in sei- ner Essenz die ganze Botschaft Buddhas, allerdings sehr knapp, nicht sehr lang und nicht so wortreich, wie es andere buddhistische Schriften sind.

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Buddha sprach: Frei zu sein von Leidenschaften und still zu sein – das ist der vortrefflichste Weg.

Er spricht immer von dem Weg, niemals vom Ziel. Denn er sagt: »Was kann man über das Ziel sagen? Es ist sinnlos da- rüber zu sprechen. Wenn du es kennst, dann weißt du. Wenn du es nicht kennst, ist es unmöglich, es dir vorzustellen, be- vor du es erreichst.« Er spricht nur über den Weg. Er hat nicht ein einziges Wort für das Ziel – Gott, Brahma, die Wahrheit, das Absolute, das Reich Gottes. Nein, er benutzt kein Wort für das Ziel. Alles, worüber er spricht, ist der Weg.

Frei zu sein von Leidenschaften und still zu sein – das ist der vor- trefflichste Weg.

In diesem einen einfachen Satz ist die ganze Lehre Buddhas präsent. Frei zu sein von Leidenschaften und still zu sein – dies sind zwei Aspekte derselben Sache, zwei Seiten einer Me- daille. Du kannst nicht still sein, wenn du nicht frei von Lei- denschaften bist; und du kannst nicht frei von Leidenschaf- ten sein, wenn du nicht still bist. Sie gehören zusammen, und man muss auf beides gleichzeitig hinarbeiten. Warum ist der Mensch so angespannt? Warum hat er so viele Sorgen und Ängste? Warum ist er nicht ruhig, gesam- melt, in seiner Mitte? Man wird ständig von so vielen Lei- denschaften hin und her gezerrt, hierhin und dorthin ge- drängt. Man lässt sich in viele Richtungen ziehen und wird dadurch zerrissen, fühlt sich gespalten, geteilt. Man verliert seine Mitte. Man vergisst vollkommen, wer man ist. Achte einmal darauf: Wenn du Geld haben willst, wer bist du? Du bist nur die Gier nach Geld, sonst nichts. Wenn du wütend bist, wenn dein Ego verletzt ist, wer bist du? Du bist einfach nur Wut, ein verwundetes Ego – sonst nichts. Wenn du voller sexueller Leidenschaft bist, wer bist du? Du bist

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reine Sexualität, Libido und nichts anderes. Wenn du ehrgei- zig bist, wenn du Macht, Prestige, Ansehen haben willst, wer bist du? Du bist einfach nur Ehrgeiz, sonst nichts. Wenn du darauf achtest, wirst du viele Leidenschaften in dir finden, aber nicht, wer du wirklich bist. All diese Leiden- schaften zerreißen dich, und jede Leidenschaft geht ihren ei- genen Weg. Wenn du Geld haben willst, musst du andere Leidenschaften dafür opfern. Wer wie verrückt dem Geld hinterherrennt, kann Sex völlig vergessen. Für einen Geiz- hals ist es ganz leicht, enthaltsam zu sein. Sexuelle Enthalt- samkeit ist vielleicht tatsächlich eine Art Geiz. Man will seine Energie nicht teilen. Du willst deine sexuelle Energie nicht mit jemandem teilen. Du bist ein Geizhals. Auch wer politische Ambitionen hat, kann ganz leicht zölibatär werden, weil ihn seine Leidenschaft in eine be- stimmte Richtung drängt. Ein Wissenschaftler, der zu sehr in seiner Forschung aufgeht, kann das andere Geschlecht völ- lig vergessen. Es ist einfach, wenn du von einer Leidenschaft völlig besessen bist. Dann kannst du alles andere vergessen. Es ist eine bekannte Tatsache, dass Wissenschaftler oft sehr zerstreute Menschen sind. Ihr ganzes Denken geht in eine Richtung. Dann sind sie allerdings wirklich sehr arm dran. Ihr Blickwinkel wird immer enger und enger. Das nennt sich dann Spezialisierung. Ein gieriger Mensch wird immer eng- stirniger. Er denkt nur noch an Geld; er zählt ständig sein Geld. Sein ganzes Denken kennt nur eine Musik, nämlich den Klang des Geldes, kennt nur eine Liebe, nämlich die Liebe zum Geld. Leute, die von nur einer Leidenschaft besessen sind, sind in gewisser Weise integer. Sie sind nicht reich, ihr Dasein hat nicht viele Dimensionen. Sie kennen nur einen Geschmack, aber sie haben eine gewisse Integrität. Sie sind nicht gespal- ten. Man hört kaum, dass solche Menschen wahnsinnig wer- den, weil sie bereits in einer Richtung wahnsinnig sind. Da-

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Buddha sprach

her sind sie nicht gespalten. Doch das kommt selten vor. Normalerweise rennt man in alle Richtungen. Ich habe gehört:

Ein Wissenschaftler und ein Gorilla wurden zusammen in den Weltraum geschossen. Am Raumanzug des Gorillas war vorn ein Umschlag befestigt, der spezielle Anweisungen für ihn enthielt. Der Wissenschaftler konnte seine Neugierde kaum beherrschen und wartete, bis der Gorilla mit Schlafen dran war, damit er einen Blick in den Umschlag werfen konnte. Als es endlich so weit war, öffnete er vorsichtig den Um- schlag und fand ein einzelnes Blatt Papier darin, worauf in großen Buchstaben gedruckt stand: »NICHT VERGESSEN,

DEN WISSENSCHAFTLER ZU FÜTTERN!«

Ein Wissenschaftler wird einseitig. Sein Leben ist nur noch Konzentration, und jemand, der konzentriert ist, erlangt eine Art Einheit, die nicht echt ist. Normale Leute sind nicht so konzentriert. Meditation liegt ihnen völlig fern – sie sind nicht einmal in der Lage, sich zu konzentrieren. Ihr Leben ist ein Mischmasch, ein Durcheinander. Eine Hand geht nach Norden, ein Bein geht nach Süden, ein Auge schaut nach Os- ten, das andere Auge schaut nach Westen. Sie gehen gleich- zeitig in alle Richtungen. Dieses Hin und Her in viele Rich- tungen reißt sie auseinander. Sie werden gespalten, sie ver- lieren ihre Ganzheit. Wie kann man dann still sein, wie zur Ruhe kommen? Aber auch jemand, der sich konzentriert, kann nicht ruhig sein, da sein Leben einseitig ist. Er bewegt sich nur in eine Richtung, alle anderen Aspekte seines Lebens sind verküm- mert. Ein Wissenschaftler kümmert sich nicht darum, was Schönheit ist, was Liebe ist. Er weiß nicht, was Poesie ist; er beschränkt sich zu sehr auf seine mathematische Welt. Er

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wird zu einseitig. Viele Teile von ihm sind verkümmert, aus- gehungert. Er kann nicht ruhig sein. Wie kannst du Ruhe fin- den, wenn du ausgehungert bist? Ein Mensch, der in alle Richtungen geht, hat ein wenig mehr Reichtum als der Spezialist, doch sein Reichtum hat et- was Schizophrenes. Er fühlt sich gespalten. Wie kann man still und ruhig sein, wenn man so vielen Herren dient, die ei- nen in verschiedene Richtungen zerren? Gewöhnlich gibt es diese beiden Arten von Menschen, und beide fühlen sich nicht wohl in ihrer Haut, sind zutiefst beunruhigt.

Buddha sprach:

Frei zu sein von Leidenschaften und still zu sein – das ist der vor- trefflichste Weg.

Was ist sein Weg?

Diejenigen, welche ihre Eltern verlassen, von zu Hause fortgehen, den Geist verstehen, zum Ursprung gelangen und begreifen, was immateriell ist, heißen Shramanas.

Das Wort Shramana muss verstanden werden; es ist sehr wichtig. In Indien gab es zwei Wege. Der eine ist der des Brahmanen und der andere der Weg des Shraman. Der Weg des Brahmanen ist der Weg der göttlichen Gnade. Der Brah- mane glaubt, dass man mit eigener Kraft nichts erreichen kann. Die Anstrengung ist so schwach, man ist so winzig klein, wie kann es da möglich sein, die Wahrheit aus eigener Kraft zu erkennen? Man braucht Gottes Hilfe; man braucht Gnade. Der Weg des Brahmanen ist der Weg der Gnade. Deshalb muss man beten. Nur mit Gottes Hilfe kann man diesen Weg gehen. Wenn es nicht sein Wille ist, kannst du nicht ankom-

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men; es gibt keine Möglichkeit für dich, allein zu gehen. Gott ist notwendig, seine Hilfe ist notwendig, du brauchst seine Hand. Solange er dich nicht über die Welt emporhebt, mühst du dich umsonst ab. Deshalb ist für den Brahmanen der Weg das Gebet. Der Brahmane glaubt an das Gebet. Der Shramana ist genau das Gegenteil. Das Wort »Shra- mana« kommt von der Wurzel shram. »Shram« bedeutet sich mühen, sich anstrengen. »Shram« heißt Mühe. Gnade gibt es nicht, denn Buddha spricht niemals von Gott. Buddha sagt: Du kennst Gott ja nicht. Wie kannst du zu ihm beten? Zu wem willst du beten? Dein Gebet kommt aus tiefer Un- wissenheit. Wie kannst du zu einem Gott beten, den du nicht kennst und den du nie gesehen hast? Was für eine Kommunikation soll da möglich sein? Du wirst nur zum lee- ren Himmel sprechen. Da kannst du auch mit dir selbst re- den. Das ist verrückt. Habt ihr gesehen, wie Verrückte mit sich selbst sprechen? Sie sitzen allein da und reden mit jemandem. Sie reden mit jemandem, und jeder kann sehen, dass niemand da ist. Sie sprechen mit sich selbst. In der rationalen Sichtweise Buddhas ist jemand, der zu Gott betet, verrückt, durchgedreht. Was tust du da? Weißt du, ob Gott da ist? Wenn du ihn kennst, brauchst du nicht zu beten. Du sagst, dass du betest, um Gott zu erkennen, weil der Brahmane gesagt hat: »Wir können Gott nur im Gebet erkennen, mit seiner Hilfe, mit seiner Gnade.« Das ist doch absurd, unlogisch. Du drehst dich im Kreis. Du sagst: »Wir können Gott nur im Gebet erkennen.« Wie kannst du dann beten? Du kennst Gott ja noch nicht. Und du sagst: »Nur durch das Gebet können wir seine Gnade er- langen.« Das ist ein Teufelskreis, das ist nicht logisch. Der Fehler in der Beweisführung ist ganz klar; der Schwachpunkt ist offensichtlich. Das ist das Problem mit den gewöhnlichen Gläubigen: Sie

UNVERKÄUFLICHE LESEPROBE

UNVERKÄUFLICHE LESEPROBE Osho Buddha sprach Die Herausforderungen des Lebens annehmen DEUTSCHE ERSTAUSGABE Taschenbuch,
UNVERKÄUFLICHE LESEPROBE Osho Buddha sprach Die Herausforderungen des Lebens annehmen DEUTSCHE ERSTAUSGABE Taschenbuch,

Osho

Buddha sprach

Die Herausforderungen des Lebens annehmen

DEUTSCHE ERSTAUSGABE

Taschenbuch, Broschur, 768 Seiten, 13,5 x 20,6 cm

ISBN: 978-3-442-21724-3

Arkana

Erscheinungstermin: Oktober 2005

Der große Philosoph und Meditationslehrer Osho zeigt, wie wir die buddhistische Lehre konkret auf unser Leben anwenden können.

Buddha brachte der Menschheit die Wissenschaft vom Funktionieren des Geistes, deren Befolgung sie zu Glück und Zufriedenheit führen soll. Die 42 Sutren gelten als Zusammenfassung seiner Lehren. Um sie geht es im vorliegenden Buch. Osho erläutert die Sutren, um sie aus ihrem 2000-jährigen Gewand zu lösen und für den modernen Menschen verfügbar zu machen. Mit Witz und Esprit zeigt er, worauf es beim Buddhismus ankommt: uns einzulassen auf das Lied des Lebens.

zu machen. Mit Witz und Esprit zeigt er, worauf es beim Buddhismus ankommt: uns einzulassen auf