Sie sind auf Seite 1von 9

Klass.

Nr: 55101 VDA – Werkstoffblatt April 2007

Bauteile von Kraftfahrzeugen VDA

QUELLE: NOLIS (Norm vor Anwendung auf Aktualität prüfen!/Check standard for current issue prior to usage)
Kennzeichnung der Werkstoffe
260

Vorwort

Kennzeichnungen der Werkstoffe an Bauteilen von Kraftfahrzeugen dienen ausschließlich der


möglichst sortenreinen Rückführung in den Materialkreislauf. Sie sind für Kunststoffbauteile durch
die Richtlinie 2000/53/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. September 2000
über Altfahrzeuge, Artikel 8 verbindlich vorgeschrieben. Für Bauteile aus anderen Werkstoffen
werden Kennzeichnungen nach diesem Werkstoffblatt vorgeschlagen, damit eine einheitliche
Werkstoffkennzeichnung gewährleistet ist, unabhängig von Werbestrategien für bestimmte Werk-
stoffe und anderen Rücknahmesystemen.
Dieses Werkstoffblatt ersetzt nicht die erforderlichen Maßnahmen, um sicherzustellen, dass Her-
steller von Fahrzeugbauteilen den zugelassenen Verwertungsanlagen auf Anforderung ange-
messene Informationen zur Demontage, Lagerung und Prüfung von wieder verwendbaren Teilen
zur Verfügung stellen. Sie soll aber deren Umsetzung erleichtern.
Kennzeichnungsvorschriften für Werkstoffe von Bauteilen, die anderen gesetzlichen Regelungen
unterliegen, bleiben von diesem Werkstoffblatt unberührt.

Änderungen

Dieses VDA-Werkstoffblatt wurde redaktionell überarbeitet und aktualisiert. Der Schwerpunkt lag
dabei auf der Anpassung an die Richtlinie 2000/53/EG des Europäischen Parlaments und des
Rates vom 18. September 2000 über Altfahrzeuge.
• Die Kennzeichnungsmöglichkeit nach SAE J1344 wurde gestrichen.
• Die Tabelle 1 mit Beispielen für Kurzzeichen wurde entfernt.
• Die mitgeltenden Normen wurden aktualisiert. Dadurch ergeben sich zum Teil auch Änderun-
gen der Kurzzeichen.

Frühere Ausgaben

1984-08, 1990-08, 1996-05

Arbeitskreis Normungsfragen im Werkstoffausschuss des VDA


Fortsetzung Seite 2 bis 9
VERBAND DER AUTOMOBILINDUSTRIE E.V. (VDA) Westendstraße 61 60325 Frankfurt
Vertrieb: DOKUMENTATION KRAFTFAHRTWESEN E.V. (DKF) Ulrichstraße 14, D-74321 Bietigheim-Bissingen
Seite 2 VDA 260 April 2007

1 Anwendungsbereich und Zweck

Das Werkstoffblatt dient der Kennzeichnung von Werkstoffen, aus denen Kraftfahrzeugbauteile
hergestellt sind.
Zweck dieses Werkstoffblattes ist es, Mindestanforderungen zur Identifizierung des Werkstoffes
festzulegen. Dabei wird auf bestehende Normen zurückgegriffen, die Kurznamen und Kennzeich-
nungen für Werkstoffangaben in der allgemeinen Technik regeln. Hierdurch sollen die Vorausset-
zungen geschaffen bzw. verbessert werden für:
• die sortenreine Trennung von Werkstoffen zur Wiederverwertung und Entsorgung,
• die Aufbereitung wieder verwertbarer Stoffe,
• die Ver- und Bearbeitung von Teilen im Reparaturbetrieb,
• die Vermeidung unterschiedlicher Werkstoffkennzeichnungen.

2 Normative Verweise

Die folgenden Normen enthalten Festlegungen, die unter Hinweis im Text Festlegungen für dieses
VDA-Werkstoffblatt ergeben. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung waren die angegebenen Ausga-
ben gültig. Alle Normen unterliegen der Überarbeitung. Vereinbarungen die auf diesem VDA-
Werkstoffblatt beruhen, müssen auf die Anwendung der neusten Ausgaben der Normen, die im
Folgenden angegeben werden, überprüft werden.
• CEN/TS 13388 Kupfer und Kupferlegierungen - Übersicht über Zusammensetzungen und Pro-
dukte (Vornorm DIN CEN TS 13388)
• DIN 1729-1 Magnesiumlegierungen; Knetlegierungen
• DIN 1742 Zinn-Druckgusslegierungen; Druckgussstücke
• DIN 17730 Nickel- und Nickel-Kupfer-Gusslegierungen; Gussstücke
• DIN 17740 Nickel in Halbzeug; Zusammensetzung
• DIN 17741 Niedriglegierte Nickel-Knetlegierungen; Zusammensetzung
• DIN 17742 Nickel-Knetlegierungen mit Chrom; Zusammensetzung
• DIN 17743 Nickel-Knetlegierungen mit Kupfer; Zusammensetzung
• DIN 17744 Nickel-Knetlegierungen mit Molybdän und Chrom; Zusammensetzung
• DIN 17745 Knetlegierungen aus Nickel und Eisen; Zusammensetzung
• DIN 30910-1 Sintermetalle; Werkstoff-Leistungsblätter (WLB); Hinweise zu den WLB
• DIN 30910-2 Sintermetalle; Werkstoff-Leistungsblätter (WLB); Sintermetalle für Filter
• DIN 30910-3 Sintermetalle - Werkstoff-Leistungsblätter (WLB) - Teil 3: Sintermetalle für
Lager und Formteile mit Gleiteigenschaften
• DIN 30910-4 Sintermetalle - Werkstoff-Leistungsblätter (WLB) - Teil 4: Sintermetalle für
Formteile
• DIN 30910-6 Sintermetalle; Werkstoff-Leistungsblätter (WLB); Sinterschmiedestähle für
Formteile
• E DIN 50960-1 Galvanische Überzüge - Teil 1: Bezeichnung in technischen Dokumenten
• DIN 60001-1 Textile Faserstoffe - Teil 1: Naturfasern und Kurzzeichen
• EN 316 Holzfaserplatten, Definition, Klassifizierung und Kurzzeichen (DIN EN 316)
• EN 573-2 Aluminium und Aluminiumlegierungen - Chemische Zusammensetzung und
Form von Halbzeug; Teil 2: Bezeichnungssystem mit chemischen Symbolen
(DIN EN 573-2)
• EN 610 Zinn und Zinnlegierungen - Zinn in Masseln (DIN EN 610)
• EN 622-1 Faserplatten - Anforderungen - Teil 1: Allgemeine Anforderungen
(DIN EN 622-1)
• EN 622-2 Faserplatten - Anforderungen - Teil 2: Anforderungen an harte Platten
(DIN EN 622-2)
• EN 622-3 Faserplatten - Anforderungen - Teil 3: Anforderungen an mittelharte Platten
(DIN EN 622-3)
Seite 3 VDA 260 April 2007

• EN 622-4 Faserplatten - Anforderungen - Teil 4: Anforderungen an poröse Platten


(DIN EN 622-4)
• EN 622-5 Faserplatten - Anforderungen - Teil 5: Anforderungen an Platten nach dem
Trockenverfahren (MDF) (DIN EN 622-5)
• EN 1179 Zink und Zinklegierungen; Primärzink (DIN EN 1179)
• EN 1560 Gießereiwesen - Bezeichnungssystem für Gusseisen - Werkstoffkurzzeichen
und Werkstoffnummern (DIN EN 1560)
• EN 1753 Magnesium und Magnesiumlegierungen - Blockmetalle und Gussstücke aus
Magnesiumlegierungen (DIN EN 1753)
• EN 1982 Kupfer und Kupferlegierungen - Blockmetalle und Gussstücke (DIN EN 1982)
• EN 1780-2 Aluminium und Aluminiumlegierungen - Bezeichnung von legiertem Aluminium
in Masseln, Vorlegierungen und Gussstücken - Teil 2: Bezeichnungssystem
mit chemischen Symbolen (DIN EN 1780-2)
• EN 10088-1 Nichtrostende Stähle - Teil 1: Verzeichnis der nichtrostenden Stähle
(DIN EN 10088-1)
• EN 12844 Zink und Zinklegierungen - Gussstücke - Spezifikationen (DIN EN 12844)
• EN 13556 Rund- und Schnittholz - Nomenklatur der in Europa verwendeten Handelshöl-
zer (DIN EN 13556)
• ISO 1043-1 Kunststoffe - Kennbuchstaben und Kurzzeichen - Teil 1: Basis-Polymere und
ihre besonderen Eigenschaften (DIN EN ISO 1043-1)
• ISO 1043-2 Kunststoffe - Kennbuchstaben und Kurzbezeichnungen - Teil 2: Füllstoffe und
Verstärkungsstoffe (DIN EN ISO1043-2)
• ISO 1043-4 Kunststoffe - Symbole und Abkürzungen - Teil 4: Flammschutzmittel
(DIN EN ISO 1043-4)
• ISO 1629 Kautschuk und Latices - Einteilung, Kurzzeichen (DIN ISO 1629)
• ISO 2076 Textilien - Chemiefasern - Gattungsnamen und Kurzzeichen (DIN ISO 2076)
• ISO 11469 Kunststoffe, Sortenspezifische Identifizierung und Kennzeichnung von Kunst-
stoff-Formteilen (DIN ISO 11469)
• ISO 18064 Thermoplastische Elastomere - Nomenklatur und Kurzzeichen
• VDA 673 400 Elastomer-Bauteile in Kraftfahrzeugen, Benennung der Elastomere, Polymere
Ausgangsstoffe
Die Internationalen Normen sind als DIN ISO- oder DIN EN-Normen (in Klammern angegeben)
übernommen worden bzw. zur Übernahme als DIN ISO- oder DIN EN-Normen vorgesehen.

3 Kennzeichnungswürdige Teile

Wenn
• der Zweck dieses Werkstoffblattes nach Abschnitt 1 erreicht werden kann,
• der Werkstoff nicht in der für diesen Zweck notwendigen Genauigkeit ohne Kennzeichnung un-
ter vernachlässigbarem Aufwand bestimmbar ist (trifft in vielen Fällen für die Werkstoffe von
Abschnitt 4.4 bis 4.6 zu),
• keine nicht ausräumbaren technischen, geometrischen oder wirtschaftlichen Gründe entgegen-
stehen,
sind alle Bauteile oder Bauteilverbunde, die recyclingtechnisch eine Einheit bilden, einzeln zu
kennzeichnen.
Genaue Festlegungen, welche Teile ab welcher Größe und in welcher Genauigkeit gekennzeich-
net werden müssen, sind nicht möglich. Es obliegt der Verantwortung der an Entwicklung und Pro-
duktion eines Bauteils Beteiligten, fallweise die Notwendigkeit nach den in Abschnitt 1 genannten
Kriterien zu prüfen. Die Kennzeichnung von Werkstoffen nach Abschnitt 4.4 bis 4.7 ist dabei be-
sonders abzuwägen.
Seite 4 VDA 260 April 2007

Achtung: Kennzeichnungspflicht besteht für Kunststoffbauteile und Elastomerbauteile (ausge-


nommen Reifen) nach Abschnitt 4.1, 4.2 und 4.3.

4 Allgemeine Hinweise zur Kennzeichnung von Bauteilen

Aufbau und inhaltliche Tiefe der Kennzeichnung sollte nach der Regel erfolgen, so wenig Zeichen
wie möglich, aber so viel wie nötig zu verwenden. Ausschlaggebend ist, ob der Sinn dieses Werk-
stoffblattes nach Abschnitt 1 erreicht wird.
Die Kennzeichnung besteht i. d. R. aus Kurzbezeichnungen, die in DIN-, EN- oder ISO-Normen
festgelegt worden sind (ISO hat Vorrang). Die Kurzzeichen werden dabei in symbolische Pfeilspit-
zen gestellt, die aus den mathematischen Zeichen für „größer als“ (>) und „kleiner als“ (<) gebildet
werden.
Zur besseren Lesbarkeit dürfen Leerstellen zwischen einzelnen Blöcken oder Buchstaben und
Zahlen einer Kennzeichnung eingefügt werden. Leerstellen zählen jedoch nicht als Zeichen und
sie entfallen, wenn die Kurzzeichen in der automatischen Datenverarbeitung verwendet werden.

4.1 Thermoplaste, Duroplaste

4.1.1 Aufbau der Kennzeichnung

Gemäß der Richtlinie 2000/53/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Septem-
ber 2000 über Altfahrzeuge sind alle Kunststoffbauteile mit einem Gewicht ab 100 g zu kennzeich-
nen. Es wird empfohlen, auch Teile unter 100 g zu kennzeichnen.
Die Kennzeichnung wird nach ISO 11469 aus den international vereinbarten Kurzzeichen und
Kurzbezeichnungen nach ISO 1043 -1, -2, -4 aufgebaut. Auf eine Kennzeichnung von Weichma-
cherarten nach ISO 1043-3 wird verzichtet, wenn Gesundheitsgefährdungen ausgeschlossen und
Recyclingbehinderungen nicht bekannt sind. Dagegen müssen evtl. vorhandene Flammschutzmit-
tel mindestens mit „FR“ oder nach ISO 1043-4 gekennzeichnet werden.

Beispiel: > PA66-GF30 <

Beispiel mit flammhemmendem Zusatz: > PBT-FR <

Füllstoffgemische werden, falls erforderlich, durch Angabe der Einzelanteile, getrennt durch weite-
re Bindestriche angegeben:

Beispiel: > UP-(GF15+MF25) <

Blends werden durch Angabe der zwei, maximal drei Hauptkomponenten, verbunden durch ein
Plus-Zeichen „+“ gekennzeichnet:

Beispiel: > PC+ABS <

Copolymerisate werden entweder durch Ihre gemeinsame Kurzbezeichnung (z. B. >ABS<) oder
durch Angabe von zwei bis drei Einzelkomponenten, getrennt durch Schrägstriche, gekennzeich-
net:

Beispiel: > E/P <

Kurzzeichen für Füll- und Verstärkungsstoffe und Flammschutzmittel werden mit einem waage-
rechten Strich, wie in ISO 11469 beschrieben, mit den Kurzbezeichnungen für die Polymere (Ter-
minologie) verbunden.
Seite 5 VDA 260 April 2007

4.1.2 Verbundteile

Bei Verbundteilen, d. h. Bauteilen, die aus mehreren flächig miteinander verbundenen Werkstoffen
bestehen und ohne Bauteil-Zerstörung nicht trennbar sind, werden (nach ISO 11469) die Bestand-
teile in ihrer Reihenfolge aus der Sicht der angebrachten Kennzeichnung durch ein Komma von-
einander getrennt von vorne nach hinten, bei Hohlkörpern von außen nach innen, angegeben. Die
Hauptkomponente nach Massenanteil wird dabei unterstrichen:

Beispiel: > PVC,PUR <

Anmerkung: Die Reihenfolge nach ISO 11469 widerspricht möglicherweise bisherigen Regeln

Bei nichtpolymeren, hölzernen oder textilen Einlagen sind diese mit den Basissymbolen für Füll-
und Verstärkungsstoffe nach ISO 1043-2, Metalle in Klammern mit dem chemischen Symbol, an-
zugeben:

Beispiel: > PVC,PUR,(Fe) <

Ist eine Einlage in einer Komponente völlig eingeschlossen, so wird der Verstärkungswerkstoff
ohne Bindestrich und Komma in Klammern direkt an das Polymerkurzzeichen angehängt:

Beispiel: > PUR(Al) <

Eine Kennzeichnung kann auch auf einem nichtpolymeren Trägermaterial angeordnet werden.
Dünne, galvanische, aufgedampfte oder lackierte Schichten bleiben entsprechend dem Zweck
dieses Werkstoffblattes unberücksichtigt, falls sie recyclingtechnisch unbedenklich sind.
Sofern zur Identifizierung erforderlich, werden Bauteile aus verklebten oder verschweißten Einzel-
komponenten durch deren Angabe in englischer Sprache mit nachfolgender Kurzbezeichnung der
Werkstoffe nach diesem VDA-Werkstoffblatt gekennzeichnet:

Beispiel Lampengehäuse: Glass > PMMA <


Case > ABS <

4.2 Elastomere

Gemäß der Richtlinie 2000/53/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Septem-
ber 2000 über Altfahrzeuge sind alle Elastomerbauteile (ausgenommen Reifen) mit einem Gewicht
ab 200 g zu kennzeichnen. Es wird empfohlen, auch Teile unter 200 g zu kennzeichnen.

4.2.1 Aufbau der Kennzeichnung

Die Kennzeichnung besteht aus den international vereinbarten Kurzzeichen nach ISO 1629, ein-
gesetzt in die Pfeilsymbole entsprechend ISO 11469 wie bei Thermoplasten und Duroplasten.

Beispiel: > EPDM <

4.2.2 Kautschukverschnitte

Bei Vulkanisaten auf Basis von Kautschukverschnitten werden maximal zwei Komponenten in der
Reihenfolge ihrer Anteile aufgeführt. Die Hauptkomponente nach Massenanteil wird dabei unter-
strichen:

Beispiel: > NR/SBR <


Seite 6 VDA 260 April 2007

4.2.3 Verbundteile

Bei Verbundteilen, d. h. Bauteilen, die aus mehreren flächig miteinander verbundenen Werkstoffen
bestehen und ohne Bauteil-Zerstörung nicht trennbar sind, werden (nach ISO 11469) die Bestand-
teile in ihrer Reihenfolge aus der Sicht der angebrachten Kennzeichnung durch ein Komma von-
einander getrennt von vorne nach hinten, bei Hohlkörpern von außen nach innen, angegeben. Die
Hauptkomponente nach Massenanteil wird dabei unterstrichen:

Beispiel: > CR,NBR <

Anmerkung: Die Reihenfolge nach ISO 11469 widerspricht möglicherweise bisherigen Regeln,
wird aber aus Vereinheitlichungsgründen auch für Elastomere empfohlen

Metallische Einlagen sind in der entsprechenden Reihenfolge mit dem chemischen Symbol, textile
Einlagen mit dem jeweiligen Kurzzeichen nach DIN 60001-1 bzw. ISO 2076, in Klammern gestellt,
zu kennzeichnen:

Beispiele: > NBR,(Fe),EPDM <


> SBR,(CV),NBR <

Bei einvulkanisierten Metallteilen, die nicht oder schwer von außen erkennbar sind, ist die Metall-
einlage durch das chemische Symbol des Hauptbestandteiles ohne Komma in Klammern direkt
anzuhängen.

Beispiel: > NBR (Fe) <

4.3 Thermoplastische Elastomere

Die Kennzeichnung erfolgt entsprechend der ISO 18064.

Beispiel: > TPO-(EPDM+PP) <

4.4 Metalle

Bei Bauteilen aus metallischen Werkstoffen erfolgt eine Kennzeichnung nur bei Bauteilen aus
Werkstoffen, deren sortenreine Rückgewinnung wirtschaftlich sinnvoll oder aus umwelttechnischen
Gründen notwendig ist. Niedriglegierte Stähle werden nicht gekennzeichnet. Die Kennzeichnung
erfolgt mit den Kurznamen nach den unten genannten Normen, ebenfalls in die Pfeilsymbole ge-
stellt, wie bei polymeren Werkstoffen.

4.4.1 Hochlegierte Stähle und hochlegierter Stahlguss

Kurzname nach EN 10088-1 ohne jegliche Zusatzsymbole für Zustandsangaben.

Beispiel: > X5CrNiMo17-12-2 <

4.4.2 Gusseisen

Kurzname nach EN 1560 ohne jegliche Ziffern für Festigkeit oder Zeichen für Zustandsangaben
und ohne vorangestellte Symbole:

Beispiel: > GJS <


Seite 7 VDA 260 April 2007

4.4.3 Aluminiumlegierungen

Kurznamen nach EN 573-2 (Halbzeug) bzw. EN 1780-2 (Guss)ohne vorangestellte Symbole für
die Erzeugnisform und ohne Symbole für Zustandsangaben, nur chemische Zusammensetzung.

Beispiel Druckgussteil: > AlSi9Mg <

4.4.4 Magnesiumlegierungen

Kurznamen nach EN 1753 ohne vorangestellte Symbole für die Erzeugnisform und ohne Symbole
für Zustandsangaben, nur chemische Zusammensetzung.

Beispiel Druckgussteil: > MgAl8Zn1 <

4.4.5 Kupferlegierungen

Kurznamen nach CEN/TS 13388 ohne vorangestellte Symbole für die Erzeugnisform und ohne
Symbole für Zustandsangaben, nur chemische Zusammensetzung.

Beispiel: > CuZn39Pb2 <

4.4.6 Schwermetalle, Sonderlegierungen

Bauteile aus oder mit Bestandteilen aus Nickel (Ni), Platin (Pt), Zink (Zn), Zinn (Sn) und anderen
Schwermetallen, die bei Recycling eine Rolle spielen, werden nach ihren Bezeichnungsnormen
ohne Gießart und Zustandskurzzeichen gekennzeichnet (Auswahl DIN 1742, DIN 17730, DIN
17740, DIN 17741, DIN 17742, DIN 17743, DIN 17744, DIN 17745, EN 610 und EN 1179, EN
1982, EN 12844).

Beispiel Zinkdruckgussteil: > ZnAl4Cu1 <

Es genügen bei niedriglegierten oder reinen Metallen auch die chemischen Symbole.

4.4.7 Metallische Überzüge

Auch Überzüge, die entweder Recyclingprobleme verursachen oder deren Rückgewinnung sinn-
voll ist, sollten in Anlehnung an DIN 50960-1 (auch für nicht galvanisch aufgebrachte) durch Anga-
be des Grundwerkstoffes und nach einem Schrägstrich des Überzugwerkstoffes mit den entspre-
chenden chemischen Symbolen (Schichtdicken nicht unbedingt erforderlich) gekennzeichnet wer-
den:

Beispiel verzinktes Blech: > Fe/Zn <

4.4.8 Sinterwerkstoffe

Kurznamen nach DIN 30910-1 bis -6 ohne Angaben für Wärmebehandlungen usw.:

Beispiel: > Sint-C11 <


Seite 8 VDA 260 April 2007

4.5 Textilien

Die Kennzeichnung erfolgt durch Aufdrucken an geeigneter Stelle der Rückseite oder auf einer
angenähten Fahne mit den Kurzzeichen nach DIN 60001-1 und ISO 2076, Fasergemische werden
durch Angabe der Einzelfaserarten, durch Bindestrich getrennt, gekennzeichnet.

Beispiel Baumwolle-Polyester: > CO-PET <

Falls eine Kennzeichnung der Stoffe durch die in der Textilbranche übliche Kennzeichnung der
Stoffzusammensetzung mit Pflegehinweisen auf einer angenähten Fahne vorhanden ist, kann die
Kennzeichnung nach VDA 260 entfallen.

4.6 Naturstoffe

4.6.1 Holz- und Holzprodukte (nicht als Füll- und Verstärkungsstoffe von polymeren
Werkstoffen)

Die Kennzeichnung erfolgt durch Aufdrucken oder Einbrennen der Kurzzeichen für die Holzgruppe
NH für Nadelholzarten oder LH für Laubholzarten oder genaue Angabe mit Kurzzeichen nach EN
13556:

Beispiel Kiefernholz: > PNSY <

Ausnahme: Bei Aufdruck der vollständigen Kennzeichnung nach EN 622-1 bis -5 (Faserplat-
ten, Anforderungen) wird auf eine Kennzeichnung nach VDA 260 verzichtet.

Beispiel: (Firma) EN 622-5 MDF 16 E1

4.6.2 Leder

Solange keine Kurzbezeichnungsnormen vorliegen, wird auf eine Kennzeichnung mit Symbolen
nach diesem VDA Werkstoffblatt verzichtet. Werden solche Kurzzeichen in Normen festgelegt,
sind die entsprechenden Bauteile sinngemäß zu anderen Werkstoffen zu kennzeichnen.

Falls notwendig, kann der englische Ausdruck für Leder verwendet werden: > Leather <

4.6.3 Papier, Pappe

Solange keine Kurzbezeichnungsnormen vorliegen, wird auf eine Kennzeichnung mit Symbolen
nach diesem VDA-Werkstoffblatt verzichtet. Werden solche Kurzzeichen in Normen festgelegt,
sind entsprechende Bauteile sinngemäß zu anderen Werkstoffen zu kennzeichnen.

Falls notwendig, kann der englische Ausdruck für Papier verwendet werden: > Paper <

4.7 Komplexe Zusammenbauten

Bei üblicherweise nicht im Demontagebetrieb zerlegbaren Bauteilen werden die Hauptbestandteile


nacheinander, durch Semikolon getrennt, gemeinsam oder übereinander einzeln gekennzeichnet:

Beispiel Lichtmaschine: > AlSi9Cu3Mg; Cu; Fe <TaN24


Seite 9 VDA 260 April 2007

4.8 Keramik

Es sind noch keine Kurzzeichen genormt. Auf eine Kennzeichnung wird daher vorerst verzichtet.

5 Ausführung der Kennzeichnung am Bauteil

5.1 Lesbarkeit

Die Kennzeichnung muss dauerhaft ausgeführt sein. Sie muss so platziert werden, dass sie beim
Ausbau des Teiles nicht zerstört wird und am ausgebauten Teil leicht abgelesen werden kann.
Falls stilistisch vertretbar, sollte sie auch am eingebauten Teil lesbar sein.

5.2 Größe, Form und Ausführung

Größe, Form und Ausführung der Werkstoffkennzeichnung müssen der Kennzeichnung entspre-
chen, die für Teilenummern, Datumsangaben und/oder Lieferantenkennzeichnungen verwendet
werden. Die Mindestschrifthöhe muss 3 mm betragen, empfohlen werden mindestens 5 mm. Die
Kennzeichnung an Kunststoffformteilen und -gussteilen ist in der Regel erhaben auszuführen, bei
anderen Teilen ist die Kennzeichnung durch entsprechende Bedruckung, Stempelung oder Prä-
gung dauerhaft lesbar zu gestalten.

5.3 Groß- und Kleinschreibung

Die Kennzeichnung muss mit korrekter Groß- und Kleinschreibung der jeweiligen Symbole und
Kurzbezeichnungen entsprechend den jeweiligen Normen ausgeführt werden.

5.4 Lage und Rangfolge der Kennzeichnungen

Sind an einem Teil andere Kennzeichnungen angebracht, wird eine optische Nähe dieser Kenn-
zeichnungen zueinander und mit der Werkstoffkennzeichnung empfohlen. Teile-Identifikations-
Kennzeichnungen haben bei Problemen mit der Anbringung jedoch Vorrang vor Werkstoffkenn-
zeichnungen nach diesem Werkstoffblatt.
Die Werkstoffkennzeichnung sollte bei Teilen, die von mehreren Fahrzeugherstellern verwendet
werden, zur Vermeidung von unterschiedlichen Ausführungen ansonsten gleicher Bauteile nicht in
die Fahrzeughersteller-Teile-Identifikation integriert werden. Es sind Umrahmungen oder andere
Einfassungen, die die Auffindbarkeit erschweren, zu unterlassen.