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Thema Freundschaft

und mehr …
Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht
Lernangebot zur Förderung sprachlicher und
fachlicher Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern
Erarbeitet von Monika Jütte
Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr … 3
Inhalt

Inhalt

1. Überblick über das Lernangebot . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4

2. Allgemeine Betrachtungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6

3. Didaktisch-methodische Bemerkungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .10

4. Module . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .14

Modul A: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .14

Beste Freundin. Bester Freund – Übersicht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15

Inhalte und Aktivitäten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15

Projektvorschlag . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26

Modul B: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .30

Besondere Freundschaften – Übersicht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30

Inhalte und Aktivitäten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30

Projektvorschlag . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32

Modul C: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34

… und mehr … – Übersicht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34

Allgemeine Betrachtungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35

Didaktisch-methodische Bemerkungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35

Inhalte und Aktivitäten 1-6 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38

Projektvorschlag . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45

Inhalte und Aktivitäten 7-10 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45

5. Materialien für Lehrkräfte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .52

6. Glossar . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .56

4 Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr …


Überblick über das Lernangebot

1 Überblick über das Lernangebot

Modul A Modul B
Beste Freundin. Besondere
Bester Freund. Freundschaften

Thema: Freundschaft
und mehr …

Modul C
… und mehr …

Fakultative Module
Die Welt der Gefühle: Wie bestimmen sie
unser Handeln?
Freund oder Feind: Zusammenhalt oder
Konkurrenz und Rivalität
Freundschaft, Liebe und Moral: Was sa­
gen die Weltreligionen und die Philoso­
phie dazu?
Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr … 5
Module
6 Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr …
Allgemeine Betrachtungen

2 Allgemeine Betrachtungen
Freundschaft und mehr ... – „sich freuen“ bedeutete. Im Mittelhochdeutschen wird es
ein Plädoyer für dieses Lernangebot zur Bezeichnung für Blutsverwandte. Die enge Verbin­
In einer Gesellschaft, deren soziale Gruppen immer weiter dung von Freundschaft und Liebe findet sich im Französi­
auseinanderdriften und in welcher steigende Mobili­ schen genauso wie im Italienischen; beide Sprachen füh­
tätsanforderungen das Knüpfen und den Erhalt sozialer ren ihre Bezeichnung für Freund auf das lateinische „ami­
Kontakte zunehmend schwieriger machen, ist die Fähig­ cus“ zurück, welches wiederum auf das Verb „amare“ lie­
keit zum Aufbau emotionaler Kontakte und Beziehungen ben zurückgeht. Dieser Zusammenhang besteht auch im
von immenser Bedeutung. Verlässliche Beziehungen, Altenglischen, Altsächsischen und Altnorwegischen.
seien es Freundschaften oder Liebesbeziehungen, werden
als Stabilisator immer wichtiger in einer Welt, in der die Die inhaltliche Trennung der Begriffe „Liebe“ und „Freund­
Verwurzelung mit der Herkunftsfamilie, dem Herkunfts­ schaft“ ist also eine Entwicklung der Neuzeit. Gleichwohl
land und der kulturellen Identität tendenziell immer sind die Abgrenzungen – auch sprachlich – fließend: So kann
weniger gelebt werden kann. man z.B. auch seine Freunde lieben und eine Partnerin oder
ein Partner werden oft als Freund oder Freundin bezeichnet.
Gerade für junge Menschen ist es wichtig, die Vielschichtig­
keit von Beziehungen sowie die feinen Nuancen und Ab­ Die Themenfelder „Liebe“ und „Freundschaft“ finden sich
stufungen zu kennen, um im sozialen Kontext angemessen in einem Lernangebot zusammengefasst, sind aber ein­
agieren zu können. Dazu sind nicht nur Kenntnisse über deutig voneinander abgegrenzt. Der inhaltliche Ansatz bei­
Beziehungsgeflechte und -hierarchien wichtig; mindes­ der Komplexe wird in den zugeordneten allgemeinen
tens ebenso bedeutsam sind die zur Verfügung stehen­ Betrachtungen erläutert. Die zu erwerbenden Kompeten­
den bildungssprachlichen Mittel, welche die aktive Teilha­ zen sind als übergeordnete Kompetenzen oder als Fach­
be an vielen sozialen Prozessen erst ermöglichen. Das kompetenzen den jeweiligen Fächern wie Deutsch,
Geben und Empfangen von Sympathie und Empathie, er­ Deutsch als Zweitsprache, Werte und Normen, Gesellschafts­
folgreiches Kommunizieren und Kooperieren unterstüt­ wissenschaften, Sozialkunde, Biologie, Ethik und Arbeit/
zen die weitere Entfaltung der Persönlichkeit. Die erfolg­ Wirtschaft zugeordnet und in den Lehrplänen, Richtlinien
reiche Gestaltung persönlicher und beruflicher Beziehun­ und Curricula der Bundesländer aufgeführt.
gen gehört zu den Bedingungen für ein zufriedenes Leben.
„Man sieht nur mit dem Herzen gut“
In den Lehrplänen, Rahmenrichtlinien und Curricula der A. de Saint-Exupéry
verschiedenen Bundesländer wird diesem Themenfeld Freundschaft als positive Beziehung zwischen zwei Men­
in den Fächern Religion, teilweise in Gesellschaftslehre oder schen existiert in vielen Abstufungen.

Sozialkunde, aber auch im Fach Deutsch Raum gegeben. Ganz grob jedoch lassen sich drei verschiedene Arten von

Im vorliegenden Lernangebot werden die Aspekte dieser Freundschaft einteilen in:

Fächer berücksichtigt, wobei in der Auseinandersetzung


mit themenbezogenen Inhalten die sprachliche Umsetzung, ■■Nutzfreundschaften, die das voneinander Profitieren

der Ausbau des Wortschatzes und seine angemessene der Beteiligten zur Grundlage haben
Anwendung den Schwerpunkt bilden. ■■ Zweckfreundschaften, die ein gemeinsames Ziel verfolgen
■■Freundschaften, deren Verbindung nicht durch das
Die Bedeutung der Begriffe „Freundschaft“ und „Liebe“ Verfolgen bestimmter Ziele oder Zwecke etc. gekenn­
hat einen gemeinsamen Ursprung. Etymologisch ent­ zeichnet ist, sondern die auf einer gemeinsamen
stammt das Wort „Freund“ dem gotischen Wort „frijonds“, emotionalen Ebene fußt. Diese Form wird im vorliegen­
einem erstarrten Partizip, das so viel wie „lieben“ oder den Angebot behandelt.
Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr … 7
Module

Freundschaft ist vielfach Thema in Kunst und Literatur, Einen hohen Stellenwert nimmt die Gastfreundschaft ein,
wobei die Agierenden oft überhöht oder – im gegentei­ welche in vielen Ländern und Religionen als besondere
ligen Extrem – als Verräter an der Freundschaft dargestellt Tugend gilt.
werden. Zum Verständnis von Freundschaft gehört also
auch eine Wertevorstellung, in der sich Prinzipien wie Ver­ Der Begriff „Freundschaft“ wird auch durch kulturspezi­
trauen, Verlässlichkeit oder gegenseitige Unterstützung fische Faktoren definiert. So sind die Grenzen zwischen Be­
genauso finden wie die entsprechenden Antipoden Un­ kannten und Freunden nicht überall so deutlich defi­
treue, Verrat und Täuschung. niert wie in Deutschland. In den USA wird der Begriff
„friendship“ beispielsweise auch auf flüchtige Kontakte
Mit dem Thema Freundschaft haben sich Philosophen angewendet. Desgleichen zeigen sich Unterschiede auf
aller Epochen genauso auseinandergesetzt wie Schriftstel­ der kulturellen Ebene. Eine vergleichende Untersu­
ler, Bildhauer und Maler. Bereits seit der Antike liegen chung von Kinderfreundschaften in China und Island
uns Erklärungsversuche für das Phänomen Freundschaft zeigt deren Prägung durch die jeweils gültigen gesell­
vor; in der Gegenwart finden sich Definitionen und Un­ schaftlichen Wertevorstellungen3. Entwicklungspsy­
tersuchungen dazu in der Soziologie und Sozialpsycholo­ chologisch durchläuft Freundschaft mit zunehmender
gie. Zeitweise wurde Freundschaft als innige „Seelen­ Reife verschiedene Entwicklungsphasen. Kleine Kinder
gemeinschaft“ wie bei Michel de Montaigne1 definiert, kennen die Abgrenzungen zwischen Freunden und
später als „Seelenverwandtschaft“ zu einem richtigen Bekannten zwangsläufig noch nicht, sie schließen schnell
Kult erhoben, der z.B. in den literarischen Freundschaften Freundschaften.
der Frühromantik als eine der wichtigsten Tugenden
konsequent gelebt wurde.2
3 Die Entwicklungspsychologin Dr. Monika Keller vom Max-Planck-
Institut untersuchte das Freundschaftsverständnis von Kindern
1 Michel de Montaigne (1533 -1592) Begründer der Essayistik, und Jugendlichen in verschiedenen Kulturen. Eine Längsschnitt­
französischer Politiker und Philosoph studie zeigt die kulturell bedingten Unterschiede im Umgang
2 S. Clemens v. Brentano, Bettina v. Arnim, Achim v. Arnim, Karoline chinesischer und isländischer Kinder mit Freundschaft und den
v. Günderode u. a. Freundschaftsverlauf bei Jugendlichen
8 Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr …
Allgemeine Betrachtungen

Kinderfreundschaften manifestieren sich zuerst durch Manche Freundschaften modifizieren sich während der
gemeinsames Spielen und tragen zum Erwerb sozialer Pubertät neu; diese Entwicklungsphase wirkt mit in die
Kompetenzen bei. Im Übergang von der Grundschule zur Freundeswahl hinein, sodass neue Erfahrungen, Erwartun­
Sekundarstufe verändern sich viele soziale Bezüge. Mit gen und Enttäuschungen einen großen Raum einnehmen.
dem Eintritt in die Pubertät oder durch äußere Faktoren Hinzu kommen die Erfahrungen mit der ersten Liebe, die
wie Wohnort- und Schulwechsel lösen sich Kinder­ das Gefüge einer Freundschaft oft neu bestimmen. Freund­
freundschaften oft auf; wo dies jedoch nicht geschieht und schaften und die Suche nach Freundschaft sind im Über­
sich die Freundschaft weiter erhalten und entwickeln gangsalter vom Kind zum Jugendlichen ein zentrales
kann, wird sie von den Betreffenden als ein wertvoller Thema, dessen altersbedingte Dynamik die Schülerinnen
Aspekt ihres Lebens empfunden. und Schüler emotional stark in Anspruch nimmt.

In der Kinder- und Jugendliteratur stellt Freundschaft ein Nach Prof. Dr. G. Mietzel nehmen heute die Gleichaltrigen
zentrales Thema dar. Allein die bekanntesten Werke der bei den Jugendlichen eine wichtigere Position ein als
Kinder- und Jugendliteratur hier anzuführen, würde je­ noch bei unseren Großeltern: „Um Ratschläge und Infor­
doch den Rahmen sprengen. mationen zu erhalten, wenden sich heute Jugendliche
verstärkt an die Angehörigen ihrer eigenen Generation.“4
Eine andere Art von Freundschaft, die „Freundschaft“ Die Gleichaltrigen verfügen nicht nur über aktuelle In­
zwischen Mensch und Tier, ist bei Zugrundelegen der oben formationen, sondern spielen auch eine wichtige Rolle bei
stehenden Definitionen demgegenüber äußerst kritisch der Loslösung vom Elternhaus, bei der Identitätsfindung,
zu sehen. Die Annahme, dass Freundschaft zwischen Mensch beim Erlernen sozialer Fertigkeiten oder als Entscheidungs­
und Tier, wie sie gerade auch in der Kinder- und Jugend­ hilfe. Der von Mietzel angeführte starke Druck, die hohe
literatur oder in Spielfilmen propagiert wird, möglich sei, Konformität als Gegenleistung ist besonders bei nicht offe­
trifft nicht zu. Unabhängig voneinander wird in der Psy­ nen peergroups5 stark ausgeprägt z. B. bei rechtsextre­
chologie, Soziologie und der Philosophie Freundschaft men Gruppen, Gangs oder anderen, ohne dass jedoch
immer als eine menschliche Beziehungsform definiert, diese Gruppen für den Entwicklungsprozess des Einzel­
innerhalb derer die Beteiligten je nach Art der Freundschaft nen wirklich hilfreich wären.
die Grenzen der Kommunikation frei bestimmen können
und auch in der Lage sind, für diese Beziehung Verant­
wortung zu übernehmen. Tiere haben jedoch weder mora­
lische Wertvorstellungen noch die Fähigkeit, die gedank­
liche Welt der Menschen zu verstehen. Die Annahme einer 4 Mietzel, Gerd (2002) „Wege in die Entwicklungspsychologie“,
Freundschaft zwischen Mensch und Tier, vergleichbar mit Weinheim, S. 362 f .
der zwischen Menschen, beruht also auf einer Idealisierung. 5 s. Glossar S. 56
Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr … 9
Allgemeine Betrachtungen
10 Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr …
Didaktisch-methodische Bemerkungen

3 Didaktisch-methodische
Bemerkungen
Das Thema „Freundschaft“ entspricht unmittelbar der Freundschaft ausgelotet werden. Dies soll den Schülerin­
Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen. Freun­ nen und Schülern ermöglichen, ihre eigene Position zu
de zu haben bedeutet, mit einer Person außerhalb der klären und zu finden, die Bedeutung der Freundschaft
Familie vertrauten Umgang zu haben. Die meisten Kinder in einer individualisierten Gesellschaft zu erkennen und
und Jugendlichen kennen bereits nicht nur die schönen, sie dazu ermutigen, Freundschaft ein ganzes Leben hin­
sicheren Seiten der Freundschaft, sondern sie haben auch durch zu pflegen. Sie können „ ... sensibel werden für die
schon Erfahrungen mit Konfliktsituationen gesammelt. Chancen und Risiken von Freundschaft und Partner­
Ein sensibler Umgang mit diesem Thema ist deshalb ge­ schaft … “1 Sie werden in die Lage versetzt, die Aussagen
boten. Um die Privatsphäre der Schülerinnen und Schüler von Gruppen über den vermeintlich freundschaftlichen
zu respektieren und um mögliche erlittene Verletzungen Zusammenhalt kritisch zu hinterfragen, sei es eine Gruppe
nicht neu aufbrechen zu lassen, ist es sinnvoll, den Schü­ in der Klasse, zu der man unbedingt gehören möchte, die
lerinnen und Schülern in Kooperation mit anderen Fächern Gang im Stadtviertel oder der Pseudozusammenhalt in po­
im Rahmen des Deutsch- oder DaZ-Unterrichts die Mög­ litisch extremen Kreisen.
lichkeit zur Auseinandersetzung mit dem Thema auf einer
generalisierten Ebene zu bieten. Ob die Schülerinnen Freundschaft im Netz
und Schüler ihre persönlichen Erlebnisse in den Unterricht Um Kontakte aufzubauen oder Freunde zu finden, treffen
einbringen, zumal wenn der Ausgang schmerzlich war, sich heute viele Jugendliche in Internetforen oder Chat­
bleibt ihnen überlassen. rooms. Heutzutage nutzen nahezu alle Jugendlichen sozia­
le Netzwerke wie z.B. Facebook, um Kontakte aufzuneh­
Das Lernangebot bietet sowohl die Möglichkeit, eigene Er­ men oder zu pflegen. Es werden Informationen, Hausauf­
fahrungen einzubringen und sich damit auseinanderzu­ gaben, Fotos, Musikfiles etc. ausgetauscht. Dies betrifft
setzen, als auch den Verbleib auf der generalisierten Ebene. bisher eher die Gruppe der 14-19-Jährigen, gleichwohl ist
Die Schülerinnen und Schüler bestimmen selbst ihre Gren­ die Tendenz auch bei den Jüngeren steigend. In manchen
zen. So ermöglichen zum Beispiel Berichte von Freund­ dieser Foren scheint es reizvoll zu sein, sich einmal so dar­
schaften den Blick von der allgemeingesellschaftlichen zustellen, wie man gerne wäre. Dies ist, wenngleich eine
Perspektive aus, lassen jedoch, wo gewünscht, individuelle Täuschung der Chatpartner, noch relativ harmlos. Die Ge­
Erfahrungen mit einfließen. fahr jedoch, dass kindliche und jugendliche Nutzer an
gestörte oder kriminelle Personen geraten, ist immer vor­
Im 5. oder 6. Jahrgang stehen infolge des vorangegangenen handen, bietet sich doch hier die Möglichkeit der unauf­
Schulwechsels manche Freundschaften bereits vor der fälligen Annäherung. Eine Orientierungshilfe ist wichtig,
Auflösung oder ihrer ersten Zerreißprobe; vielleicht ist es um die Schülerinnen und Schüler über die Gefahren auf­
einigen Schülerinnen und Schülern noch nicht gelungen, zuklären und ihnen zu zeigen, wie sie sich schützen kön­
Zugang in eine bereits existierende Clique zu erlangen oder nen. Ohnedies müssen diese sozialen Netzwerke, Foren
sie befinden sich in einer Außenseiterposition. In Rollen­ und Sites gerade im Hinblick auf den Gehalt und die Rea­
spielen zum Thema kann ein Positionswechsel bereits fest­ lisierungsmöglichkeit von Freundschaften stets kritisch
gelegte Rollen im Sozialgefüge aufweichen oder verän­ hinterfragt werden.
dern.
Klasse(n)freundschaften
Der Blick von außen lässt zu, dass moralische Kategorien Die Kehrseite von Beziehungen in sozialen Verbänden zeigt
entwickelt werden können, Schuldzuweisungen jedoch Formen der Ausgrenzung wie Mobbing, Isolation oder
unterbleiben. Gleichzeitig wird erarbeitet, welche Erwar­ Selbstisolation, die einen nicht unerheblichen Anteil an
tungen sich an Freundschaften knüpfen, und anhand
von Beispielen können Möglichkeiten und Grenzen von 1 Bayerischer Lehrplan, Hauptschulen Kap. II 2.3, S. 18
Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr … 11
Didaktisch-methodische Bemerkungen

einer tragischen Entwicklung haben können. Der Ab­ munale Einrichtungen des Jugendschutzes und der Ju­
schnitt Klasse(n)freundschaft wird sich damit befassen. gendarbeit an. Große und kleine Theater oder Programm­
Ziel ist es hier, ohne Schuldzuweisung die Schülerinnen kinos, die immer wieder Aufführungen zum Thema
und Schüler für ihre Mitschüler zu sensibilisieren; sie sol­ „Freundschaft“ haben, sind ebenfalls wichtige außerschu­
len erkennen, dass der Rückzug einzelner Schüler auf lische Lernorte. Natürlich können die Befragungen auch
ein Problem hindeuten kann sie sollen wissen, an welche an benachbarten Grundschulen und Schulen der Sekun­
Personen sie sich wenden können, um diese Mitschüler darstufe I durchgeführt werden.
zu unterstützen. Dabei dürfen weder Stigmatisierungen
aufgebaut noch Ängste geschürt werden. Lehrkräfte soll­ Zum Spracherwerb
ten sehr genau einschätzen können, ob die Situation und Schwerpunkte des Lernangebots sind die Beschreibungen
die Bedingungen innerhalb der Lerngruppe eine konstruk­ von Personen, von Beziehungen und deren Entwicklungs­
tive Bearbeitung dieses Themas zulassen. prozessen sowie die Verbalisierung von Erwartungen
und Emotionen sowohl in schriftlicher als auch in münd­
Als außerschulische Lernorte dienen bei der Durchfüh­ licher Auseinandersetzung damit. Die Erschließung und
rung von Befragungen Marktplätze/Fußgängerzonen und Verwendung themenspezifischer Adjektive als Attribute
die Familien der Jugendlichen. Zum Recherchieren und zur situations- und sachangemessenen Beschreibung von
Einholen von Informationen über den sicheren Umgang Personen, Wünschen und Erwartungen unterstützt die
mit dem Internet bieten sich die Büros von Medienwerk­ Präzisierung von Aussagen. Die dadurch initiierte Wort­
stätten oder -zentralen, des Kinderschutzbundes oder kom­ schatzerweiterung und die Übung und Anwendung der
12 Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr …
Didaktisch-methodische Bemerkungen
Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr … 13
Didaktisch-methodische Bemerkungen

Formulierungen bei adressatengerechtem Sprechen und


Schreiben erweitern die Ausdrucksfähigkeit und tragen
zum Aufbau kommunikativer Kompetenzen im schrift­
lichen und mündlichen Bereich bei.

In einem „Sprachalbum“ können die neu erworbenen


sprachlichen Mittel zum Nachschlagen festgehalten wer­
den. Die Förderung der Lesekompetenz ist ein weiteres
Ziel, weshalb sich ein Teilbereich mit der Darstellung von
Freundschaften in der Kinder- und Jugendliteratur be­
fasst. Die Heranführung an das Lesen und die Bearbeitung
vielfältiger, umfangreicher Texte unterstützen die Wei­
terentwicklung von Literalität.2 Die verschiedenen Text­
sorten dienen außerdem der Beleuchtung des Phäno­
mens Freundschaft unter mehreren Aspekten und aus un­
terschiedlichen Blickwinkeln. Begleitend zum eigentli­
chen Unterricht kann von den Schülerinnen und Schülern
individuell ein Buch gelesen werden, dessen Inhalt mit­
tels eines Lesetagebuchs erschlossen und später in der
Klasse vorgestellt wird.

Arbeit mit dem Lernangebot


Das vorliegende Lernangebot enthält Sequenzen, die in
unterschiedlichen Jahrgangsstufen eingesetzt werden kön­
nen. Der methodische Aufbau muss dazu altersangemes­
sen angepasst werden, manche Materialien sollten je nach
Altersstufe durch andere ersetzt werden. In der Folge wer­
den die einzelnen Unterthemen den entsprechenden
Jahrgangsstufen zugeordnet. Es müssen nicht zwangsläu­
fig alle Sequenzen abgehandelt oder in der angegebenen
Reihenfolge bearbeitet werden. Die Sequenzen beider Mo­
dule können auch abwechselnd miteinander verknüpft
werden.

2 Literacy oder die deutsche Entsprechung „Literalität“ (lat. „littera“ =


der Buchstabe) bezeichnet die Lese- und Schreibkompetenz, das
Verfügen über die Erzähl- und Schriftkultur in einem Ausmaß, das
die Teilhabe an der Gesellschaft ermöglicht. Lesen und Schreiben
werden nicht mehr als bloße Kulturtechniken begriffen, sondern
„Literacy beschreibt die Fähigkeit, mit Sprache gestaltend und analy­
sierend, kreativ und abstrahierend umzugehen.“
Aus: „Literalität ist mehr“, Grawira. Verbundprojekt der VHS Hamburg
und der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt, Hamburg
und Frankfurt, 2007 www.grawira.de/index.php?id=101)
14 Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr …
Module

Module
4 Modul A: Beste Freundin. Bester
Freund. – Übersicht
Lernorte: Schulen, Familie, Fußgängerzonen, Marktplätze, Theater, Kinos

1. Beste Freundin – bester Freund . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15

Exkurs: Freundschaft in anderen Kulturen

2. Wann ist ein Freund ein Freund? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17

3. Klasse(n)freundschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18

Exkurs: … und was hat das mit Freundschaft zu tun?

4. Freunde finden: Ein Ratgeber . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20

5. Freundschaft in der Krise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

Exkurs: Freundschaft unerwünscht?

6. Geschichten von Freundschaften – Berühmte Freundschaften . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22

Exkurs: Alles Freundschaft oder was?

7. Wahre Freundschaft … . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23

8 Freundschaft@online.de . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24

9. Jungenfreundschaften sind anders – Mädchenfreundschaften auch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25

Projektvorschlag für den 8., 9. oder 10. Jahrgang

„Zeitreise: Elise und Beethoven – eine Freundschaft“ (4–7 Stunden) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26

Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr … 15


Module

1. Beste Freundin – bester Freund


Eine Definition der Freundschaft vornehmen und die Merkmale herausarbeiten

Inhalte und Aktivitäten Kompetenzen Grammatische Redemittel / Textsorten / Materialien /


Wortschatz / Quellen
Idiomatische Wendungen

Vorstellungen von Freund­ Ein Brainstorming durchführen Substantive Sprichwörter

schaft mitteilen und sammeln Sprachmittlung: Ein Wort in Freund, Freundin, Freund­
Elfchen

andere Sprachen übersetzen schaft, Kumpel, Kamerad,


Das Wort „Freundschaft“ in
Völkerfreundschaft, Freund­ Haiku

mehrere Sprachen überset­ Plakate gestalten schaftsspiele, Freundeskreis Plakat

zen und in einer Wortcollage


sammeln Über eigene Erfahrungen Adjektive Narrative Texte

berichten sportlich, lustig, nachdenklich,


Eltern und Großeltern nach Erzählungen oder Berichte

Erzählungen und Berichte verschwiegen, zuverlässig, Kernfragen

ihren Freunden und nach ihren


wiedergeben und die Wesens­ hilfsbereit, lieb, verständnis­ Fragebogen

Erfahrungen mit Freundschaf­


merkmale der beschriebenen voll, freundschaftlich, beliebt,
ten befragen Zitate

Freundschaft herausfiltern unbeliebt, kameradschaftlich,


Eine Passantenbefragung freundlich, unfreundlich, Anzeigentexte

vorbereiten: Kernfragen für eine Befragung


entwickeln und diese durch­ Synonyme – Antonyme Texte und Sprüche in Poesie­
Hätten Sie einen Moment Zeit
führen Freund, Kumpel, Kamerad,
alben

… Wären Sie eventuell bereit …


Kumpan, Komplize;

Haben oder hatten Sie einen Adressatengerechte Umgangs­ Fabel:

Feind, Gegner, Widersacher,

besten Freund / eine beste formen entwickeln Äsop: Zwei Freunde und ein Bär

Gegenspieler, Kontrahent

Freundin? Wie lange sind


Ergebnisse von Befragun­ Film:

Sie schon befreundet? Was Konjunktiv/Höflichkeitsform


gen auswerten und in einer „Madagaskar“ von Jeffrey

ist / war für Sie das Wichtigste Hätten Sie einen Moment Zeit?
Tabelle oder einem Diagramm Katzenberg

bei dieser Freundschaft?


darstellen Höflichkeitsanrede
Erörterung

Eigenschaften und Merkmale Haben Sie ...


von Freundschaft nennen und Anhand von Ergebnissen
Übereinstimmungen und Akkusativobjekt
ihre Zuordnung begründen
Unterscheidungsmerkmale einen besten Freund … eine
Zwischen Freunden und Be­ herausarbeiten beste Freundin
kannten unterscheiden
Ein Akrostichon1 entwickeln Tempusformen in der Höflich­
Zu Geschäftsfreunden und keitsanrede
„befreundeten Nationen“ Eine Erwartung / einen Wunsch Haben … hatten Sie
abgrenzen formulieren
Nominalisierung von Adjektiven
Sich mit den eigenen Erwar­ Die Aussagen von Sprichwör­ das Wichtigste
tungen an einen besten tern verstehen und mit eigenen
Worten erklären Superlativ
Freund / eine beste Freundin
das Beste, das Wichtigste, das
auseinandersetzen Argumente durch Beispiele schönste Erlebnis
Untersuchen, was in Sprich­ verdeutlichen
Zitate
wörtern und Zitaten über Thesen entwickeln „Ein Freund ist einer, der kommt,

Freundschaft ausgesagt wird


Den Aufbau einer freien Erör­ wenn alle anderen gehen.“

und diese Aussagen kritisch


terung kennen und anwenden (Unbekannt)

hinterfragen
„Einer für alle – alle für einen“2

Einen Text vorstellen


Eine Erwartung in Form einer „Freundschaft, das ist eine

„Suchanzeige“ beschreiben Auf Argumente eingehen und Seele in zwei Körpern“

und begründen: angemessen erwidern (Aristoteles)

Du solltest … Mit diesen „Feh­


Wortschatz
lern“ könnte ich leben
Uneigennützigkeit, Ehrlichkeit,
Zu einem Zitat oder Sprichwort Vertrauen, Beständigkeit,
eine Erörterung erarbeiten und Zuverlässigkeit, Verbundenheit,
präsentieren Dankbarkeit, Lot, Zitat, Sprich­
Die Erörterung im Plenum wort, erörtern
vorstellen und diskutieren Konjunktiv
Du solltest zuverlässig sein ...
dann könnten wir … wir hätten
viel Spaß …

2 Dumas, A. „Die drei Musketiere“


1 s. Glossar (S. 56) („Un pour tous – tous pour un“)
16 Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr …
Module

1. Beste Freundin – bester Freund (Fortsetzung)


Inhalte und Aktivitäten Kompetenzen Grammatische Redemittel / Textsorten / Materialien /
Wortschatz / Quellen
Idiomatische Wendungen

Sprichwörter
Wer solche Freunde hat,
braucht keine Feinde … Gute
Freunde in der Not, gehen
tausend auf ein Lot … Wer den
Freund nur fehlerlos will, fin­
det keinen ... Kleine Geschenke
erhalten die Freundschaft …
Alte Freundschaft rostet nicht.
Nebensätze mit der Konjunk­
tion „dass“
Wer von einem Freund erwar­
tet, dass … Dass das nicht so
ist …
Adverbien
■■ konsekutiv: nämlich, folglich

■■ kausal: darum, deshalb


■■ final: dafür, denn
■■ konzessiv: trotzdem, dennoch

Exkurs: Freundschaft in anderen Kulturen


Den Stellenwert der Freundschaft in anderen kulturellen Bezügen beschreiben

Inhalte und Aktivitäten Kompetenzen Grammatische Redemittel / Textsorten / Materialien /


Wortschatz / Quellen
Idiomatische Wendungen

Den Stellenwert der Freund­ Die Handlung eines Films Wortschatz Film
schaft in anderen Kulturen am wiedergeben Blutsbrüder, Indianer, Stamm, Der mit dem Wolf tanzt
Beispiel der nordamerikani­ Späher, Winterlager, Siedlungs­
Die Kernaussage zu einem
schen Indianer erarbeiten gebiet, Offizier
Thema herausfiltern und den Sachtexte
Film „Der mit dem Wolf tanzt“ dazugehörigen Entwicklungs­ Begriffe Reiseberichte aus dem 18. und
ansehen prozess beschreiben der Westen, der Amerikanische 19. Jahrhundert
Bürgerkrieg
Die im Film dargestellten Eine Internetrecherche durch­
Verhaltensweisen und Freund­ führen Präteritum
schaftsmerkmale durch Inter­ Er ging ... sie bedeuteten ihm …
Vergleiche anstellen
netrecherchen überprüfen und Attribute
mit den in der Klasse erarbei­ Der einsame Wolf …
teten Merkmalen vergleichen Der wandernde Stamm …
Die neugierigen Indianer
Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr … 17
Module

2. Wann ist ein Freund ein Freund?

Die eigenen Erwartungen an Freundschaft auf ihre Realitätsnähe hin überprüfen

Inhalte und Aktivitäten Kompetenzen Grammatische Redemittel / Textsorten / Materialien /


Wortschatz / Quellen
Idiomatische Wendungen

Den Gehalt und den Wert Aus narrativen Texten die Idiomatische Wendungen und Erzählungen
von Freundschaft im Leben Bedeutung eines Themas für Formulierungen
Berichte
definieren den jeweiligen Lebensweg Einen Gefallen tun, einen
herausarbeiten Freundschaftsdienst leisten, Glossar
Chancen und Risiken einer
miteinander Freundschaft Liedtexte, z. B.
Freundschaft ausloten Liedtexte untersuchen und
schließen, sich anfreunden, Comedian Harmonists:
die jeweilige Kernaussage
Zwischen Freundschaft und zusammenhalten, eine Freund­
herausfiltern „Ein Freund, ein guter Freund“
Abhängigkeit unterscheiden schaft erkaltet, eine Freund­
Ein Glossar zu einem Themen­ schaft wird zerstört, eine
bereich aufbauen Freundschaft schläft ein, eine
lebenslange Freundschaft,
auf jemanden bauen können,
Vertrauen haben, miteinander
unter einer Decke stecken,
mit jemandem Pferde stehlen
können
Anglizismen und Jugendsprache
cool, krass, chillen, real, Gang
18 Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr …
Module

3. Klasse(n)freundschaft
Die Verantwortung und den eigenen Anteil bei Freundschaft, Mobbing und Isolation in der Klasse erkennen

Inhalte und Aktivitäten Kompetenzen Grammatische Redemittel / Textsorten / Materialien /


Wortschatz / Quellen
Idiomatische Wendungen

Überlegen, welchen Stellen- Sich in Gruppen mit einer Wortschatz Zeitungsberichte


wert Freundschaft innerhalb speziellen Thematik auseinan­ anonym, Isolation, Mobbing, Kommentare
der Klasse einnimmt und ob dersetzen Gruppenbildung, Umgang,
alle in der Klasse wirklich Krise, Verhaltensweise, Zusam­ Ganzlektüre:
Argumente erfassen und Rhue, Morton: „Ich knall euch
gleich stark miteinander be­ menarbeit, ignorieren, aus­
erwidern ab“3
freundet sein können grenzen, Intrige, feindselig,
Verschiedene Abstufungen der Verleumdung, Faktor, Selbst­
Feststellen, dass es innerhalb Umfrageergebnisse
Kontakte innerhalb einer Klas­ verpflichtung, verpflichtend,
größerer Gruppen immer se oder Lerngruppe benennen Theater:
Verhalten, Kodex/Kodizes,
unterschiedlich intensive „Eins auf die Fresse“4
Eine Ganzlektüre lesen und Beratungsstelle, Beratungsleh­
Beziehungen gibt
den Inhalt im Plenum präsen­ rerInnen, Prävention, Flyer Normative Texte
In einer anonymen Umfrage tieren Formulierungen Broschüren von Beratungs­
innerhalb der Jahrgänge
Durch Rollenspiele einen Höflicher Umgang, gegensei­ stellen
Faktoren ermitteln, die einem
Sichtwechsel vornehmen und tige Hilfe, kaum wahrnehmen,
Sichwohlfühlen in der Klasse Appellative Texte
sich in andere hineinversetzen miteinander die Pause verbrin­
entgegenstehen könnten
gen, sich gegen die anderen Flyer
In Gruppen Vorschläge entwi­ Eine Umfrage entwickeln, abschotten, sich gegen jemand
ckeln, wie der Wohlfühlfaktor durchführen und statistisch oder einige zusammenschlie­
angehoben werden kann auswerten ßen, sich füreinander einset-
Für die Klasse/Schule einen Ergebnisse aufbereiten und im zen, zusammenhalten
verpflichtenden Verhaltens- Plenum vorstellen Modalverben
kodex entwerfen und darüber Normative Texte entwickeln wollen, können, müssen,
abstimmen dürfen
Vor einer großen Gruppe ein
Ermitteln, welche Personen Anliegen adressatengerecht Idiomatische Wendungen
und Einrichtungen inner- und vorbringen und erläutern auflaufen lassen, im Regen
außerhalb der Schule die stehen lassen
Klasse oder einzelne Schüle­ Im Internet recherchieren
Metapher
rinnen und Schüler bei Bedarf Einen Flyer textlich und gra­
anschwärzen
unterstützen können fisch gestalten
Die Ergebnisse als Flyer in der 3 s. 5. Materialien für Lehrkräfte, S. 52
Schule verteilen 4 s. 5. Materialien für Lehrkräfte, S. 53
Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr … 19
Module

Exkurs: … und was hat das mit Freundschaft zu tun?

Die Illusion der Freundschaft in rechtsradikalen und anderen Gruppen kritisch beleuchten

Inhalte und Aktivitäten Kompetenzen Grammatische Redemittel / Textsorten / Materialien /


Wortschatz / Quellen
Idiomatische Wendungen

Das Verständnis von Freund­ Aus Berichten und Äußerungen Wortschatz Auszüge aus Aussteiger­
schaft in rechtsradikalen Grup­ die Auffassung der Autorin / Gruppe, Gruppendruck, Kame­ berichten
pen, bei Hooligans, Skinheads des Autors über ein Thema radschaft, Akzeptanz, Toleranz Hasselbach, M: „Die Abrech­
oder Gangs kritisch beleuchten herausfiltern nung. Ein Neonazi steigt aus“5
Modalverben
Feststellen, dass in diesen Auffassungen analysieren Ihr müsst, ihr sollt Spiegel.online.Schulspiegel:
Gruppierungen die Akzeptanz Positionen abwägen und „Ich war ein Neonazi“ 15.09.06
Wortschatz
an Bedingungen geknüpft ist hinterfragen Abhängigkeit, Hörigkeit, Jugendliteratur
Diese Bedingungen benennen Unterscheidungen vornehmen Gefolgschaft, Kumpanei,
Grundgesetz, Grundrechte
und im Hinblick auf Meinungs­ und Sachverhalte erkennen eigennützig, uneigennützig
Artikel 1, 2 und 5
freiheit und andere Grundrech­ Wortfamilien
te analysieren Gesetzestexte lesen und Schülerzeitungen
erklären abhängig – Abhängigkeit
Herausarbeiten, warum hörig – Hörigkeit Sachtexte
sich manche Jugendliche zu Einschätzungen vornehmen
Konsekutivsätze
solchen Gruppen hingezogen Vermutungen äußern Wer sich nicht an die Regeln
fühlen
Sachinformationen aufberei­ hält, der kann …
Für die Schülerzeitung einen ten und daraus Hinweise und Finalsätze
Leitfaden „Woran erkennst du Empfehlungen ableiten Um Freundschaft zu erleben,
wahre Freunde?“ schreiben machen sie alles mit
Modaladverbien
vielleicht, möglicherweise,
eventuell
Aussagesätze mit Konjunk­
tionen
Wenn sie wollen, dass du …
Du musst … , wenn du dazuge­
hören willst
Redewendung
wahre Freundschaft 5 s. 5. Materialien für Lehrkräfte, S. 52
20 Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr …
Module

4. Freunde finden: Ein Ratgeber


Anhand eigener Erfahrungen Wege zum Aufbau von Freundschaften aufzeigen

Inhalte und Aktivitäten Kompetenzen Grammatische Redemittel / Textsorten / Materialien /


Wortschatz / Quellen
Idiomatische Wendungen

Überlegen, wie und wo man Ein Brainstorming durchführen Wortschatz Jugendzeitschriften


Freunde finden kann imponieren, Imponiergehabe, Fragebogen
Einen Fragebogen entwickeln
aktiv, Selbstdarstellung, Mut­
Befragungen in Jugendtreffs Ergebnisstabelle
Die Ergebnisse auswerten und probe, werben, liebenswert,
und an anderen Schulen
als Tabelle darstellen unsicher, liebenswürdig, akzep­ Ratgeber
durchführen: Wo hast du dei­
Kreatives Schreiben: tieren, Jugendtreff, Freizeit­
nen besten Freund/deine beste Comic
Einen Comic entwickeln heim, Verein, schüchtern, ge­
Freundin kennengelernt?
hemmt, verlegen, unbefangen, Nachschlagewerke
Eigenschaften und Verhaltens- Eine „in – out“-Liste aufstellen selbstsicher, aufdringlich, Em-
weisen auflisten, die eine pathie, Sympathie, Antipathie
Freundschaft fördern oder
Redewendungen
erschweren können
angesagt sein, gefragt sein,
Einen Ratgeber entwickeln Freunde finden, Freunde
In der Schülerzeitung eine Rat­ gewinnen, Freundschaften
geberecke für Leserfragen zum pflegen oder erhalten, ein Ge­
Thema Freundschaft aufbauen heimnis bewahren, jemanden
und pflegen gut leiden können
Anglizismen
„in – out, fishing for compli­
ments, mobbing, cool“
Zitate
„Ein Hund ist der einzige
Freund, den man kaufen kann“
(anonym)
„… ich glaube, dies ist der
Beginn einer wunderbaren
Freundschaft“
Der Protagonist Rick in „Casa­
blanca“
Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr … 21
Module

5. Freundschaft in der Krise


Probleme und Grenzen der Freundschaft ausloten

Inhalte und Aktivitäten Kompetenzen Grammatische Redemittel / Textsorten / Materialien /


Wortschatz / Quellen
Idiomatische Wendungen

Im Plenum diskutieren, warum Durch Rollentausch einen Per­ Wortschatz Leserbriefe aus Zeitschriften

Eltern manche Freunde ihrer spektivwechsel vornehmen Streit, Zank, Konflikt, Konflikt­ wie Bravo oder Eltern

Kinder nicht gutheißen lösung, Streitschlichter,


Appellative Texte verfassen Aesop:

schlichten, Hader, gutheißen,


Einen Ratgeber für Eltern „Zwei Freunde und der Bär“ 6

Den Lehrsatz/die Nutzanwen­ akzeptieren, Eifersucht, Ab­


schreiben: Ihr Kind und seine dung einer Fabel erkennen und lehnung, Gefährte, Dilemma, Schiller: „Die Bürgschaft“

Freunde
einen Bezug zu einem gerade Erwartung Manz, H.: „Freundschaften“ 7
Erkennen, dass in Freund­ behandelten Thema herstellen
Synonyme für Streit Duden: „Redewendungen-
schaften Konflikte vorkommen
Den Inhalt einer Geschichte in Zoff, Zank, Konflikt, Hader,
können Wörterbuch der deutschen
verkürzter Form wiedergeben Zwist Idiomatik“ 8
Am Beispiel einer Fabel die Emotionen benennen und Kausalsätze
Verletzlichkeit von Freund­ Knigge, Adolf Freiherr v.
beschreiben Ich darf nicht bei euch über­
schaft erfahren „Über den Umgang mit Men­
Unterschiedliche Standpunkte nachten, weil … mitmachen, schen“, Kapitel 7 9
Sich mit Gefühlen wie Eifer­ weil …
aufgreifen und gegeneinander
sucht in einer Freundschaft
abwägen können Konjunktiv I
auseinandersetzen
Argumente finden und durch ... was er zugeflüstert habe
Abwägen und darüber disku­
Beispiele verdeutlichen Konjunktiv II
tieren, was Freunde erwarten
... hätten sie …
dürfen und wo Freundschaft
Grenzen hat Oxymoron
falscher Freund
Redewendungen
Treu beieinander stehen, etwas/
jemanden bezwingen, jeman­
den im Stich lassen, durch
dick und dünn gehen, sich in
einer Zwickmühle befinden,
zwischen zwei Stühlen sitzen
Zitat
„Freundschaft, das ist wie
Heimat“
Kurt Tucholsky
6 s. 5. Materialien für Lehrkräfte, S. 52
Sprichworte
7 s. 5. Materialien für Lehrkräfte, S. 53
Wenn zwei sich streiten, dann
8 s. 5. Materialien für Lehrkräfte, S. 52
freut sich der Dritte, Bei Geld
hört die Freundschaft auf 9 s. 5. Materialien für Lehrkräfte, S. 52
22 Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr …
Module

Exkurs: Freundschaft unerwünscht?


Inhalte und Aktivitäten Kompetenzen Grammatische Redemittel / Textsorten / Materialien /
Wortschatz / Quellen
Idiomatische Wendungen

Erarbeiten, warum früher be­ Eine Ganzlektüre lesen und Komposita Berichte von Zeitzeugen
stimmte Freundschaften nicht bearbeiten Adjektiv + Adjektiv
Lektüre10
erwünscht waren Eltern und Verwandte befragen hellblond
Hans Peter Richter:

Sich darüber austauschen, ob Nomen + Adjektiv „Damals war es Friedrich“

Narrative Texte verstehen und


heute unterschiedliche Religio­ spielmüde
ihre Kernaussagen wiedergeben Kurt Witzenbacher:

nen, Sprachen etc., Freund­


Wortschatz „Ein Kaddisch für Ruth“

schaft erschweren können


Autonomie
Carmi, D.:

Am Beispiel palästinensischer
Geografische Eigennamen und „Samir und Jonathan“

und israelischer Jugendlicher


ihre Ableitungen
feststellen, wie gegenwärtige Ilse Tielsch:

Palästina, Israel, palästinensi­


politische Faktoren Freund­ „Das letzte Jahr“

sche und israelische Jugend­


schaft beeinflussen können „Jude oder Araber, das ist doch

liche, Westjordanland, Gaza­


streifen egal“

www.spick.ch

10 s. 5. Materialien für Lehrkräfte, S. 52

6. Geschichten von Freundschaften – Berühmte Freundschaften11


Exemplarisch den Verlauf und die Bedingungen einer Freundschaft im Leben berühmter Personen beschreiben

Inhalte und Aktivitäten Kompetenzen Grammatische Redemittel / Textsorten / Materialien /


Wortschatz / Quellen
Idiomatische Wendungen

Zur Freundschaft zwischen Reale und dargestellte Freund­ Wortschatz Texte von und über Goethe
L. v. Beethoven und Elise einen schaften in der Kunst, Literatur Widmung, Piano, Orgel, Al­ und Schiller12
Fotoroman ausarbeiten oder Musik kennenlernen bum, Albumblatt, Komponist,
Ballade, z. B.
Komposition, Noten
Einen Briefwechsel zwischen Sich mit der Biografie berühm­ F. Schiller: „Die Bürgschaft“
berühmten Freundinnen bzw. ter Freundespaare befassen Höflichkeitsanrede
Musik, z. B.
Freunden erfinden und daraus „Geht es Ihnen gut?

Für eine fiktive oder reale L.v. Beethoven: „Für Elise“13


einen Dialog entwickeln Wie gefällt Ihnen dieses kleine

Person eine Widmung als


Stück?“
2raumwohnung: „Ich und
Liedtexte analysieren und die „Albumblatt“ verfassen
Elaine“
Merkmale der Freundschaft Imperativ
herausfiltern „Wandle auf Rosen und vergiss Queen: „Friends will be
mein nicht“ Friends“
– Schreiben Sie mir bald ... Beispiele aus Poesiealben des
Redewendung 19./20. Jahrhunderts und der
jemandem seine Zeit widmen … Gegenwart

12 Goethe & Schiller, B.v. Arnim &


K. v. Günderode, C. v. Brentano &
A. v. Arnim waren befreundet. In der
Literatur finden sich Tom Sawyer &
Huckleberry Finn o. Hagen v. Tronje
in der Nibelungensage. Jedoch erfor­
dert die Bearbeitung dieser Freund­
schaften durch ihre Komplexität
einen hohen Zeitaufwand. Deshalb
beschränkt sich dieses Modul auf
L. v. Beethoven und seine Komposi­
tion „Für Elise“
13 Nach einer 2010 veröffentlichten Stu­
die des Beethoven-Forschers Klaus
Martin Kopitz spricht vieles dafür,
dass das Albumblatt für Elisabeth
Röckel entstand, die spätere Frau von
Johann Nepomuk Hummel. Mit Eli­
sabeth, die sich in Wien nachweislich
„Elise“ nannte, war Beethoven seit
11 s. Projektvorschlag S. 26 1808 eng befreundet.
Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr … 23
Module

Inhalte und Aktivitäten Kompetenzen Grammatische Redemittel / Textsorten / Materialien /


Wortschatz / Quellen
Idiomatische Wendungen

Komposita mit dem Wort Die vielfältige Verwendung Idiomatisierte Komposita, Wortsammlung
„Freund“ sammeln eines Wortes in der deutschen die das Wort „Freund/Freun- Duden
Wörter sammeln, denen der Sprache kennenlernen din“ enthalten:
Skatfreund, Gartenfreundin, Benimmregeln
Wortstamm „Freund“ zugrun­ Sprachmittlung:
de liegt Katzenfreunde, Lokomotiv­ Texte
Was heißt das (Anwendungen)?
freunde
Die Bedeutung freundlichen Freundlichkeit als soziale Kom­
Verhaltens im Umgang mitein­ Wortschatz
petenz erkennen
ander untersuchen Freundlichkeit, unfreundlich,
Intonation als Ausdrucksform liebenswürdig, zugewandt,
Eine Auswahl dieser Wörter für einsetzen Umgangsform
eine Geschichte verwenden
Redewendungen
Kreatives Schreiben: – allgemein
Mit wem sind Briefmarken- sich mit etwas anfreun­
freunde, Katzenfreunde, den können, alter Freund,
Lokomotivfreunde, Bücher- Freundchen, Sportsfreund,
freunde, Naturfreunde, ein freundlicher Empfang, ein
Freunde guter Küche u. a. freundliches Zimmer
befreundet?
– Briefschluss
Mit Hilfe unterschiedlicher mit freundlichen Grüßen
Intonationen Aussagen ver­
ändern – Wirtschaft
Die Entwicklung der Bör­
senkurse verläuft freundlich.
Feindliche Übernahme
– Meteorologie
freundliches Hochdruckwetter

7. Wahre Freundschaft …
Inhalte und Aktivitäten Kompetenzen Grammatische Redemittel / Textsorten / Materialien /
Wortschatz / Quellen
Idiomatische Wendungen

Geschichten und Ganzlektü­ Einer Geschichte die Haupt­ Tempusformen Geschichten oder Ganzlek­
ren von Freundschaften lesen informationen entnehmen türen aus der Kinder- und
Wortschatz
und in einem Lesetagebuch und den Handlungsverlauf Jugendliteratur14
Kapitel, Abschnitt, Titel, Klap­
bearbeiten wiedergeben
pentext, Erscheinungsjahr, Lesetagebuch
Die ausgewählte Geschichte/ Eine Entwicklung erkennen Erscheinungsort, Verlag, Autor/
Buchrezension
das ausgewählte Buch in der und darstellen Autorin, Auflage, ISBN
Klasse präsentieren Ein Lesetagebuch führen
Für die Klasse eine
Buchbesprechung vorbereiten
und durchführen
14 Beispiele sind unter 5. Materialien für
Lehrkräfte zu finden
24 Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr …
Module

8. Freundschaft@online.de
Möglichkeiten und Gefahren beim Aufbau von Freundschaften im Internet erkennen und verantwortungsvoll damit umgehen

Inhalte und Aktivitäten Kompetenzen Grammatische Redemittel / Textsorten / Materialien /


Wortschatz / Quellen
Idiomatische Wendungen

Überlegen, warum Jugendliche Vermutungen äußern Satzadverbien Beiträge in


im Internet Freunde suchen Eigene Erfahrungen einbringen wahrscheinlich, vermutlich, Facebook und diversen Foren
Internetrecherche möglicherweise, anscheinend, oder Chatrooms
Aus altersangemessenen Foren
vielleicht, leider
entnehmen, was die Teilneh­ Textanalyse: Homepage v. Facebook
merinnen und Teilnehmer Appellative Texte untersuchen Imperativ „Freunde“
dort über ihre Wünsche und und die Aussagen in eigene Melde dich – antworte mir …
Zitat
Erwartungen mitteilen Worte fassen Fachwortschatz
Broschüren zum Jugendschutz
Sich mit den Aussagen und Er­ Unterscheidungen vornehmen Forum, Nutzer, Passwort,
im Internet
wartungen auseinandersetzen und begründen Daten, Dateien, Filtersysteme,
virtuell, Netz, Profil Kommentar
Die Merkmale und Handlungs­ Eine Diskussion moderieren
möglichkeiten dieser Kontakte Anglizismen Referat
mit Freundschaften im Alltag Ein Anliegen angemessen chat, chatten15, user, googeln, Powerpoint-Präsentation
vergleichen vorbringen und erläutern online, nickname, website, http://www.chatten-ohne­
Illusion und Wirklichkeit von Gesprächsergebnisse doku­ community, chatiquette16, ne­ risiko.net/
Internetfreundschaften kritisch mentieren tiquette17, instant messaging, Präventionsangebote für Kin­
beleuchten logfiles, blog, Twitter, Link, der & Jugendliche im Internet
Eine Präsentation vorbereiten check, cyberbullying, webcam
Sich bei Experten über Gefah­ und einen Begleitkommmentar
ren und Risiken informieren schreiben Zitat
„Facebook hilft, mit Leuten
Regeln für die sichere Nutzung Eine Powerpoint-Präsentation in Kontakt zu bleiben, die wir
von sozialen Netzwerken, Fo­ durchführen und einen Be­ auch im echten Leben kennen.
ren und Chatrooms erarbeiten gleitkommentar sprechen Mehr nicht. Wer glaubt, dass
Im Jahrgang vorstellen, wie jeder Facebook-Kontakt ein
man Grenzen und Grenzüber­ Freund ist, der weiß nicht, was
schreitungen erkennen und Freundschaft bedeutet.“18
sich davor schützen kann Imperativsätze
Schütze deine Daten
Konjunktion
(m. Modaladverbial)
... indem du keine …
Wortschatz
Moderator, Urheberrecht,
urheberrechtlich, Einstellun­
gen, ignorieren, kommentieren,
Grenzüberschreitung, Nutzung

15 siehe dazu auch die aktuellen


ARD/ZDF-Onlinestudien
http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/
index.php?id=372
16 Auflistung von Verhaltensregeln für
Benutzer des Chats, s. auch
http://www.chatiquette.de/
17 Informelle Verhaltensregeln des
Internet für den Umgang mit anderen
Nutzerinnen und Nutzern
18 Mark Zuckerberg, in einem Interview
mit www.gq-magazin.de am
29. Oktober 2008
Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr … 25
Module

9. Jungenfreundschaften sind anders – Mädchenfreundschaften auch


Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei Freundschaften innerhalb des eigenen und des anderen Geschlechts untersuchen

Inhalte und Aktivitäten Kompetenzen Grammatische Redemittel / Textsorten / Materialien /


Wortschatz / Quellen
Idiomatische Wendungen

Eine Beschreibung dessen, Aus Beschreibungen und Wortschatz Narrative Texte


was Mädchen und Jungen bei Schilderungen gleiche und Vertrautheit, Intimität, kumpel­ Themenliste
ihrer Freundschaft wichtig ist, unterschiedliche Merkmale haft, Bezugsperson, Beratung,
vornehmen entnehmen oder sie durch herumhängen, Konkurrenz, Statistik
einen Fragebogen erfassen rivalisieren, Spielregeln, Kon­ Sachtexte
Die Gesprächsthemen
und Inhalte der jeweiligen Argumente entwickeln, flikte, ausplaudern
Wörterbuch für Synonyme
Freundschaften auflisten und einbringen und auf andere Idiomatische Wendung
vergleichen Argumente eingehen Ein Geheimnis bewahren,
etwas für sich behalten
Erklärungen zu geschlechts­ Aus der Diskussion in Gruppen
spezifischem Verhalten analy­ ein Fazit ziehen und ins Ple­ Synonyme zu Idiomen der
sieren und diskutieren num einbringen Jugendsprache
krass = auffällig, übertrieben …
Gemeinsamkeiten und Unter­ Sprachmittlung
schiede benennen Formulierungen mit Kausal­
und Konzessivkonjunktionen
Im Plenum erörtern, ob
weil wir uns gut kennen, ob­
Freundschaft zwischen Jungen
wohl wir nicht gleichaltrig sind
und Mädchen möglich ist
mit Modaladverbien
Für Wörter aus der Jugend­
Leider wohnen wir jetzt weit
sprache angemessene Synony­
entfernt …
me finden
Konjunktiv
Ich hätte so gerne …
Haupt­ und Nebensatz
Wenn ich Stress zuhause habe,
kann ich mit ihr darüber reden
Konjunktionen
Er ist ein richtiger Freund, weil
er mich nie im Stich lässt
26 Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr …
Module

Modul A, Projektvorschlag für den 8., 9. oder 10. Jahrgang


„Zeitreise: Elise und Beethoven – eine Freundschaft“
(4 – 7 Stunden)

Kommentar Spracharbeit
Der Aufbau von Bildungssprache bezieht auch die sprach­ Adjektive: langsam, freundlich, romantisch, verspielt,
liche Erschließung historischer Epochen ein. Für dieses langweilig
Projektbeispiel wurden bewusst die beiden Personen Beet­ Formulierungen für Prozessbeschreibung in der Musik: es
hoven und Elise gewählt, damit sich die Schülerinnen wiederholt sich, es steigert sich
und Schüler auf einer anderen Ebene mit Freundschaft
befassen .Die umfangreiche Bearbeitung einer solchen Den Schülerinnen und Schülern wird der Titel genannt.
Sequenz wird durch den Aufbau von Lernszenarien ermög­ Schülerinnen und Schüler recherchieren im Internet zum
licht, die allen die Gelegenheit geben, das angemessene Titel.
Angebot zu wählen. Die zu leistende Spracharbeit und die
zu erwerbenden Kompetenzen variieren. Das Zusammen­ Aufgabenstellung
tragen und Präsentieren der einzelnen Gruppenergebnisse ■■Sucht Informationen über dieses Musikstück,
würdigt die Ergebnisse in besonderem Maße, da mehrere z.B. wer es komponiert hat, in welcher Zeit und zu welchem
Facetten dieser Freundschaft und ihr historischer Hinter­ Anlass das Stück komponiert wurde.
grund in einem Gesamtszenarium widergespiegelt wer­ ■■Sammelt dabei die Fachbegriffe und Wörter, die neu für
den können. euch sind.
■■Stellt in Gruppen eure Ergebnisse zusammen und ver­
Es ist wichtig, stets Bezüge zur Gegenwart herzustellen, fasst gemeinsam einen Plakattext.
um den Schülerinnen und Schülern deutlich zu machen,
dass Freundschaft ein zeitübergreifendes, universelles Spracharbeit
Thema ist; so erleichtert man auch Schülerinnen und Schü­ Begriffe: Klavierstück, Komponist, Widmung,
lern, die sich bei historischen Themen normalerweise Album, 19. Jahrhundert, romantisch, Klassik, Motiv
nicht wiederfinden können, eine Annäherung. Gleichzei­ Tempusform Präteritum: Er widmete seine
tig erfahren die Schülerinnen und Schüler, dass durch Komposition ...
die Ergebnisse der einzelnen Gruppen ein umfangreiches Wortfamilie komponieren, Herkunft und Bedeutung:
Thema gemeinsam erschlossen und präsentiert werden komponieren, der Komponist, die Komposition

kann. Kooperatives Lernen19 wird trainiert.


Schülerinnen und Schüler dokumentieren ihre Ergebnisse

Die am Ende stehende Präsentation kann als szenische auf großen Plakaten.

Darstellung auch vor anderen Klassen, Jahrgängen, Eltern Sie stellen ihre Rechercheergebnisse in der Klasse vor.

usw. stattfinden. Dabei müssen die Schüler eine klare,


akzentuierte Aussprache üben. Das „Veröffentlichen“ der Impuls
Ergebnisse in dieser Form fördert die Motivation und Kurze Beschreibung der sog. Romantischen Freundschaft
trägt zur Würdigung der Schülerleistungen bei. Optimal und ein Hinweis auf die Art der Kontaktmöglichkeiten wie
wäre es, für die Lerngruppe Theaterpädagogen/Schau­ Briefe schreiben, Austausch von Miniaturbildern, Wid­
spieler zu gewinnen, die mit den Schülern das Sprechen mungen, Grußbotschaften über Dritte etc.
bzw. Rezitieren üben und die Präsentation unterstützen.
Spracharbeit
Impuls Adjektive: romantisch, überschwänglich, sehnsüchtig,
Schülerinnen und Schüler hören das Stück „Für Elise“ unvergänglich, ewig, unverbrüchlich
Sie beschreiben ihre ersten Eindrücke: Nomen: Postkutsche, Herberge, Gasthof, Bote, Kurier,
Poststation
19 s. Glossar S. 56 Erklären von Begriffen: Ideal, Pferdewechsel
Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr … 27
Module

Vorstellung der Aufgaben Angebot 3 – Leben in Beethovens und Elises Zeit


Die Schülerinnen und Schüler teilen sich in Gruppen ein. Beschreibung des Lebensumfeldes sowie der Zeit der
Protagonisten
Gruppenarbeit ■■Spracharbeit
Angebot 1 – Die Hauptpersonen ■■ Tempusform Präteritum: Er lebte … sie trafen sich …

Beethovens und Elises Kurzbiografie schreiben ■■ Wortschatz: Epoche, Postreiter, Postkutsche, Briefzu­

■■Spracharbeit stellung, Kurier


■■ Fachwortschatz: Biografie, Komponist, Darstellerin, ■■ Fachwortschatz: Komponist, komponieren, Klassik,

Schauspielerin, Klavierstück, Motiv, Noten, Takt, Orgel, Aufführung, Uraufführung, Klaviersaiten, Kapellmeister
Violine, Begabung, Öffentlichkeit, Klassik, engagieren, ■■Kompetenzen
Mäzen ... ■■ Aneignung von Fachsprache aus Geschichte, Musik,

■■ Tempusform Präteritum: Seine Kindheit verbrachte er Mode, Architektur usw.


… Sie trat in … auf ■■ Bearbeiten und Darstellen eines historischen Themen­

■■Kompetenzen bereichs
■■ Recherchieren, Anlegen eines Glossars, Textproduktion

Hinweis: Hier kann sich eine größere Gruppe in Teams


Hinweis: Für die Auswertung und Auswahl des recher­ aufteilen und z. B. die gesellschaftliche Stellung von
chierten Materials sowie für die Ausarbeitung der Biografie Komponisten und Schauspielern erarbeiten oder Mode,
empfiehlt sich das Anlegen eines Glossars, um den erwor­ Ernährung, Wohnen und Reisen darstellen. Dazu
benen Wortschatz zu sichern und den anderen Gruppen sind Recherchen im Internet, im Museum oder in der
ebenfalls zur Verfügung zu stellen. Kostümschneiderei eines Theaters sehr hilfreich und
anregend. Die Ergebnisse können als kleine Ausstellung
Angebot 2 – Widmung präsentiert werden: Häuser oder Wohnungen in Stell­
Schreiben einer Widmung mit grafischer Gestaltung und wandgröße, Schneiderpuppen mit Kostümentwürfen,
anschließender Lesung Kochrezepte und Abbildungen der Münzen etc. mit
■■Spracharbeit Informationstexten
■■ Formulierungen: Ich bin der Ihre – Behalten Sie mich

in Ihrem Herzen Angebot 4 – Lesung


■■ Sprachkompetenz: Rezitieren einer Widmung Entwurf eines Briefwechsels zwischen Beethoven und
■■ Sprachmittlung: Übertragen der Widmungen in die Elise
moderne Sprache ■■Spracharbeit
■■Kompetenzen ■■ Komparativ und Superlativ: Liebste Elise, je mehr …

■■ Sprachmittlung, Anwendung geeigneter Formulierun­ ■■ Höflichkeitsanrede: Ihr Brief – Denken Sie an mich ...

gen und Anreden, rezitatives Lesen ■■ Briefaufbau: Anrede, etc.

■■ Flüssiges Vorlesen und Rezitieren: Aussprache und

Hinweis: Dieser Aufgabe gehen Recherchen über Widmun­ Intonation


gen und deren Bedeutung in der damaligen Zeit voraus. ■■Kompetenzen
Als zusätzliches Material können moderne Autorenwid­ ■■ Schriftlich miteinander kommunizieren und in einen

mungen zur Verfügung gestellt werden. Die von den Schü­ Dialog treten
lerinnen und Schülern geschriebene Widmung kann
grafisch mit der nachempfundenen Schrift auf entspre­ Hinweis: Als Grundlage können die erhaltenen Briefe ge­
chendem Papier gestaltet und als Rezitation eingeübt nutzt werden. Die Schülerinnen und Schüler sollen einen
werden. Briefwechsel mit mehreren Briefen erarbeiten, deren In­
28 Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr …
Module

halte sie frei erfinden, aber sprachlich dem Stil der da­ ■■ einen angemessenen Text entwickeln und mit den mu­
maligen Zeit anpassen. Dabei können einzelne Schüler die sikalischen Stilmitteln des Rap oder Hip-Hop verbinden
Rolle Beethovens und Elises übernehmen und in Brief­
kontakt treten, oder zwei Gruppen erarbeiten jeweils einen Hinweis: Der schnelle Sprechgesang erfordert eine deut­
Part. Möglich ist auch, diese Briefe mit einer Gänsefeder liche Artikulation und den entsprechenden Atemrhyth­
und Tinte zu schreiben. Dieser Briefwechsel soll in einer mus. Hier können die Schülerinnen und Schüler „frei“
szenischen Lesung präsentiert werden. sprechen. Das Thema Freundschaft als Rap zu bearbei­
ten verlangt die Erarbeitung entsprechender Schreib- und
Angebot 5 – Rollenspiel Reimtechniken.20
Beethoven und Elise treffen sich zufällig an einer Postkut­
schenstation. In einem Dialog tauschen sie sich über ihre Angebot 7 – Die Gegenwart
momentanen Lebensumstände und ihr Reiseziel aus. Sie Implementieren dieser Freundschaft in die Gegenwart als
versichern sich gegenseitig ihrer Freundschaft. Szene in einem Rollenspiel
■■Spracharbeit ■■Spracharbeit
■■ Dialoge: Wie schön, Sie zu treffen – Das Schicksal war ■■ Possessivartikel: unser/e, mein, dein

uns wohlgesonnen … ■■ Emotionen ausdrücken: Ich bin glücklich – traurig

■■ Höflichkeitsanrede: Geht es Ihnen gut? ■■Kompetenzen


■■ Superlativ: Liebster Freund … liebste Freundin ■■ über Emotionen sprechen können

■■Kompetenzen ■■ in eine Rolle schlüpfen können

■■ Mit Aufnahmegeräten arbeiten, einen Dialog entwi­

ckeln und sprechen, eine Situation schlüssig darstellen Hinweis: Das Transferieren dieser Freundschaft in die
heutige Zeit wird den Schülern erleichtert, indem sie die
Hinweis: Dieses Treffen kann in verschiedenen Präsenta­ Rollen mit Vorbildern aus den ihnen zugänglichen Gen­
tionsformen dargestellt werden: als Rollenspiel, als Foto­ res besetzen können, also mit dem Frontsänger einer
roman, als Videoclip oder in einem Comic. Wichtig ist, dass beliebten Band, mit bekannten Filmstars, mit frei erfun­
aus den einzelnen Redebeiträgen die beiden Personen denen Personen etc.
und ihre Beziehung zueinander erkennbar sind.
Die Gruppen tragen ihre Ergebnisse zusammen und prä­
Angebot 6 – Komposition und Text sentieren sie in der Klasse.
Entwicklung einer zeitgemäßen musikalischen Widmung
(Rap, Hip-Hop) vielleicht mit Einbindung der Schulband Die verschiedenen Gruppenergebnisse werden zu einer
■■Spracharbeit szenischen Darstellung montiert und vor Zuschauern
■■ Sprachmittlung: eine Widmung oder einen Brief etc. in aufgeführt.
zeitgemäße Jugendsprache übertragen
■■ Possessivartikel: mein, dein, unser

■■ Deklination: Personalpronomen mich, dir, dich

■■Kompetenzen 20 Vgl.: Lernangebot „Musik“


Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr … 29
Module
30 Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr …
Module

Modul B: Besondere Freundschaften –


Übersicht
Lernorte: Schule, Bücherei, Zoo, Tierheim

1. Gastfreundschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30

2. Freundschaft mit Tieren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31

3. Ferne Freundschaften . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31

Projektvorschlag für den 4. und 5. Jahrgang


„Sternenpost – Briefe an den kleinen Prinzen, die Rose und den Fuchs“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32

1. Gastfreundschaft
Inhalte und Aktivitäten Kompetenzen Grammatische Redemittel / Textsorten / Materialien /
Wortschatz / Quellen
Idiomatische Wendungen

Lesen der Ballade „Die Füße im Die Kernaussage einer Ballade Wortschatz Balladen, z. B.
Feuer“ von C. F. Meyer erfassen und den Inhalt wie­ Ballade, der Gast, jedoch: sie ist C. F. Meyer: „Die Füße im Feuer“
dergeben Gast, die Gäste, die Gastlich­
Gastfreundschaft als ethisches Reiseberichte
keit, die Gastfreundschaft, die
Prinzip vieler Kulturen und Zeitgenössische Bezeich­
Tugend, gastfreundlich, ein Berichte über Partys, die durch
Religionen kennenlernen nungen in moderne Begriffe
gastfreundliches Land, ein Veröffentlichung bei Facebook
übertragen
Grenzen der Gastfreund­ gastliches Haus, ungastlich aus dem Ruder gelaufen sind
schaft anhand verschiedener Eine Ballade rezitieren
Redewendungen
Situationen untersuchen und
Eine Meinung entwickeln, Die Gastfreundschaft genießen
diskutieren anderen mitteilen und anhand … Die Gastfreundschaft ver­
eines Beispiels verdeutlichen letzen … die Gastfreundschaft
missbrauchen
Sprichwort
Der Gast ist König
Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr … 31
Module

2. Freundschaft mit Tieren


Inhalte und Aktivitäten Kompetenzen Grammatische Redemittel / Textsorten / Materialien /
Wortschatz / Quellen
Idiomatische Wendungen

Untersuchen, inwieweit der Narrative Texte analysieren Wortschatz Artikel aus Tierzeitschriften
Begriff „Freundschaft“ auf die Verhalten, Verhaltensfor­
Internetrecherche in Foren Texte zur Verhaltensforschung
Beziehung zwischen Mensch schung, abrichten, dressieren, von K. Lorenz
und Tier zutrifft Befragungen durchführen Instinkt, wild, domestiziert, an-
hänglich, folgsam, anspruchs­ Film:
Herausfinden, welche Erwar­ Fachtexte lesen und verstehen
los, nachtragend, kuscheln Der Pferdeflüsterer
tungen Menschen an „befreun­ Inhalte für die Gruppe aufbe­
dete Tiere“ haben Komparativ Text:
reiten und wiedergeben
... umso lieber … , zuverlässiger Zooschule Landau (2009)
Die Besonderheiten des ver­ Aus Vergleichen Schlussfolge­ „Haustiere“22
trauten Kontakts zwischen rungen ziehen Superlativ
Mensch und Tier herausar- der beste Freund
beiten
Sprichwörter und Zitate
Feststellen, dass im Umgang „Der Hund ist der beste Freund
mit Tieren die Verantwortung des Menschen“
beim Menschen liegt21
„Je mehr ich von den Men-
Erkennen, dass die unter­ schen sehe, um so lieber habe
schiedlichen Voraussetzungen ich meinen Hund“ (Friedrich d.
bei Kontakten von Mensch und Große)
Tier der Freundschaft zwischen
Menschen nicht gleichzuset­
zen ist
21 Vgl. Bayr. Lehrplan Grund- und 22 Zooschule Landau (2009): „Haus­
Hauptschule: Physik, Biologie, Che­ tiere“, Landau.
mie – Lerninhalte 5.3.1

3. Ferne Freundschaften23
Inhalte und Aktivitäten Kompetenzen Grammatische Redemittel / Textsorten / Materialien /
Wortschatz / Quellen
Idiomatische Wendungen

Einen Brief an eine/n fiktive/n Einen Brieftext situations- u. Briefaufbau Erzählung:

Freund/in schreiben adressatengerecht gestalten Briefanrede Antoine de Saint-Exupéry:

Liebe/r XY „Der kleine Prinz“24

Eine E-Mail an die Freundin/ Ein Anliegen, einen Wunsch,


den Freund schreiben eine Mitteilung angemessen Wortschatz Rollentexte
formulieren Briefumschlag, Briefmarke,
Brieffreundschaften mit Schu­ Brieftexte
Briefpost, Brieftaube, Brief­
len in anderen Städten und Ein kleines Theaterstück
träger, Postbote, Briefkasten, Briefe aus der Literatur
Ländern aufbauen entwickeln
Absender, Adressat, Anschrift, Kartenausschnitte vom Uni­
Ein Rollenspiel aufbauen Flaschenpost versum
Ein fiktives Universum ent­
werfen
Umgang mit modernen
24 s. Kapitel 5 Materialien für Lehrkräfte
Medien

23 s. Projektvorschlag S. 32
32 Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr …
Module

Modul B, Projektvorschlag für den 4. und 5. Jahrgang


„Sternenpost – Briefe an den kleinen Prinzen, die Rose und
den Fuchs“

Vorbemerkung: Einstieg
Für das Schreiben eines Briefes wurde bewusst eine Ebene Lesen des Kapitels 21 aus „Der kleine Prinz“ mit ver­
gewählt, die nicht die realen Freundschaften der Schüle­ teilten Rollen.
rinnen und Schüler berührt. Dies um der Schülerinnen und Schülerinnen und Schüler äußern sich zum Inhalt. Schüle­
Schüler willen, die gerade keine/n Freund/in haben, aber rinnen und Schüler sammeln in Gruppenarbeit die im Text
auch weil das Kapitel in „Der kleine Prinz“25 zwar sehr emo­ genannten Kennzeichen für Freundschaft.
tional ist, jedoch dank seiner literarischen Ebene von
den Schülerinnen und Schülern problemlos angenommen Fragen:
werden kann. Die literarische Ebene regt die Fantasie ■■Was sagte der Fuchs über Freundschaft?
an und bietet gleichzeitig die Möglichkeit, sich mit der an­ ■■Was erzählte der kleine Prinz von seiner Rose?
gebotenen Definition von Freundschaft auseinanderzu­
setzen. Sowohl das Lesen als auch das Erarbeiten dieser Se­ ■■Spracharbeit
quenz verlangen viel sprachliche Feinarbeit, weshalb auf ■■ Wortschatzerweiterung: zeitlebens, verstohlen, ein

eine genaue zeitliche Festlegung verzichtet wird. Das ge­ Brauch, Wandschirm, rühmen, Glassturz, verstummen,
meinsame Lesen leitet zu einem Lernszenario über, in zähmen, liebgewinnen
welchem Schülergruppen zwischen verschiedenen Hand­ ■■ Formulierungen: in Vergessenheit geraten, einander

lungsmöglichkeiten wählen können, z. B.: gleichen, einander brauchen, für jemanden einzig sein, ...
■■Briefe schreiben: Briefe an die Nachbarklasse, an Eltern ■■ Metapher: Das Gold der Weizenfelder

etc. und dabei den Briefaufbau beachten ■■ Tempusform Präteritum: Er sagte …

■■ein kleines Rollenspiel erarbeiten: Von der Begegnung ■■ Tempusform Futur I: Ich werde erfahren … Aber nun

des kleinen Prinzen mit dem Fuchs ein Drehbuch wirst du weinen …
schreiben und einstudieren ■■ Konjunktiv: Es wäre besser gewesen … wären die Tage

■■das Universum des kleinen Prinzen kartografisch dar­ alle gleich … ich hätte niemals Ferien …
stellen: die Orientierung in diesem Universum mit
einer Wegbeschreibung zu den wichtigsten Plätzen Die Gruppen präsentieren ihre Ergebnisse in der Klasse.
versehen ■■Spracharbeit
■■ein Personenregister mit Steckbriefen erstellen: Aus­ ■■ Konjunktion: Der Fuchs sagte, dass …

sehen, äußere Merkmale, Verhaltensweisen, Vorlieben


und Abneigungen beschreiben ■■Hinführung
■■etc. Lehrerimpuls: Der Fuchs wird den kleinen Prinzen
vermissen. Der kleine Prinz wird seine Rose vermissen.
Tipp: Bestimmte Begriffe wie „Wandschirm“ oder „Glas­ Wie kann man in Verbindung bleiben, wenn jemand,
sturz“ entsprechen nicht mehr oder nur noch sehr begrenzt den man mag, sehr weit entfernt ist?
der Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler.
Es empfiehlt sich daher, von diesen Gegenständen ein Foto Schülerinnen und Schüler stellen Vermutungen über den
oder eine Zeichnung bereitzuhalten. Fortgang des Kontakts zwischen dem Prinzen und dem
Fuchs, bzw. dem Prinzen und der Rose an.
25 de Saint-Exupéry, Antoine „Der kleine Prinz“, Kapitel 21, S.50-55 ■■Spracharbeit
Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr … 33
Module

■■ Vermutungen äußern: Sie werden vielleicht … ■■von sich etwas erzählen – Gefühle mitteilen
Ich glaube, dass sie … ■■Wünsche für den Anderen
■■ Kommentaradverbien: Vielleicht schreiben sie sich … ■■Schlussformel
Hoffentlich kommt die Post an … Sicher gibt es eine
Möglichkeit … Aufgabenstellung
Der kleine Prinz oder der Fuchs schreiben einen Brief.

Ausführung Schülerinnen und Schüler wählen sich eine Rolle aus und

Fragestellung: Was könnten sie sich schreiben? verfassen einen Brief.

Sie präsentieren ihren Brief der Gruppe und nehmen

Schülerinnen und Schüler entwickeln Kriterien zu den gemeinsam Korrekturen vor.

Bestandteilen eines Briefes und setzen sie in eine Reihen­


folge. Präsentation
Schülerinnen und Schüler gestalten ihren Brief in schöner

Spracharbeit Briefaufbau: Schrift auf besonderem Papier.

■■Anrede
Die Briefe werden im Klassenraum ausgestellt.

■■Frage, wie es dem Freund/der Freundin geht.

34 Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr …


Module

Modul C: … und mehr …

Lernorte: Schule, Fußgängerzonen, Marktplätze, Betriebe, Museen, Büchereien, Gemäldegalerien, Parks,


öffentliche Plätze …

Allgemeine Betrachtungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35

Didaktisch-methodische Bemerkungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35

1. Was heißt hier Liebe … . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38

2. Vom Blitz getroffen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39

3. Zufall oder Schicksal? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40

4. Liebe in der Kunst . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41

5. Aus und vorbei . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42

6. Liebeslyrik oder der Club der Dichter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43

7. Liebe ganz öffentlich / Das Geschäft mit der Liebe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45

8. Berufe rund um die Liebe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47

Exkurs: Der schönste (und teuerste?) Tag im Leben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49

9. Liebe in anderen Zeiten und Welten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49

Exkurs: Europa – Eine Entführung und ihre Folgen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50

10. Symbole der Liebe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50

Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr … 35


Module

1. Allgemeine Betrachtungen Deshalb wird in diesem Modul die Heirat nur als eine mög­
„Die Liebe ist so unproblematisch wie ein Fahrzeug. Proble­ liche Folge oder Konsequenz der Liebe erwähnt. Auf eine
matisch sind nur die Lenker, die Fahrgäste und die Straße.“ Beschreibung des psychologischen Moments des Phänomens
(Franz Kafka) Liebe wird an dieser Stelle verzichtet, da es hier um die
Betrachtung von der Position der Schülerinnen und Schü­
Das Thema Liebe bezieht sich im vorliegenden Modul ler aus und um die gesellschaftliche Positionierung dieses
auf die Liebe zwischen zwei Menschen, die sog. Paarliebe, Phänomens in Europa geht. Gleichzeitig muss zur Kenntnis
wobei sich das Augenmerk vornehmlich auf Aspekte der genommen werden, dass die lebenslange Liebe immer
Widerspiegelung durch die Gesellschaft im historischen als mehr verschwindet und dass Trennungen bzw. der Um­
auch im aktuellen Kontext und auf die Schülerwahrneh­ gang mit Trennungen ein Lernfeld sein können. Die
mung richtet. Die Entwicklung des Verständnisses von Paar- gemeinsamen sprachlichen Wurzeln und Bedeutungsebe­
liebe hat historisch bis in die Gegenwart mehrere Phasen nen der Begriffe Liebe und Freundschaft wurden bereits in
durchlaufen, wobei lange Zeit der jeweilige gesellschaftli­ Kapitel 2 erwähnt.
che Stand eine wichtige Rolle spielte. Eine bekannte Va­
riante ist die mittelalterliche Minne, welche das Objekt der 2. Didaktisch-methodische Bemerkungen
Liebe überhöhte und sich auf die Verehrung beschränkte, Zwar haben Jugendliche in Europa einen relativ freien Zu­
der durch Minnelieder oder durch symbolische Gesten, gang zum Thema Liebe, jedoch bestimmt die eigene kul­
z. B. bei Turnieren, Ausdruck verliehen wurde. Jedoch turelle Identität, inwieweit oder in welcher Form Liebe im
war diese Form der Liebe den Adligen vorbehalten. Sicher eigenen Leben gelebt wird und welche Möglichkeiten Ju­
ist es unbestreitbar, dass Liebe als Emotion auch in an­ gendlichen während der Pubertät für eigene Erfahrungen
deren gesellschaftlichen Gruppierungen gelebt werden offen stehen. Die Sexualität nimmt dabei eine Sonder­
durfte oder konnte, wobei es darüber widersprüchliche stellung ein. Innerhalb des Zusammentreffens von medien­
Quellen gibt. Diese auszuloten würde allerdings das eigent­ gerechten Inszenierungen, eigener Befindlichkeit, sozia­
liche Gebiet verlassen. ler Kontrolle und den durch die eigene kulturelle Identität
vorgegebenen Wertevorstellungen müssen die Schülerin­
Liebe als Bestandteil von Lebensentwürfen ist eine Erschei­ nen und Schüler ihren Weg in ein unbekanntes Terrain fin­
nungsform der Gegenwart. In Form der Liebesheirat ver­ den, in dem es oft an geeigneten Vorbildern mangelt.
schmilzt die emotionale Befindlichkeit mit dem Aufbau Die Jugendlichen werden von ihren Gefühlen überrannt,
einer gemeinsamen wirtschaftlichen Basis. Der Ursprung wollen innerhalb ihrer Gruppen den Anschein von Über­
dieser Entwicklung findet sich in Friedrich Schlegels Ro­ legenheit wahren und bewegen sich oft sehr hilflos zwischen
man „Lucinde“26 dokumentiert, in welchem er der ro­ ihrem eigenen Erleben, dem von ihnen wahrgenomme­
mantischen Liebe innerhalb der Ehe einen Platz einräumte. nen gesellschaftlichen Konsens über Liebe und ihren eige­
Das Modell der Heirat aus Liebe ist in Europa bis heute nen Wunschvorstellungen.
gängig, wobei sich in Biografien des neunzehnten Jahrhun­
derts oder in bäuerlichen Lebensbeschreibungen auch Jugendliche haben bei ihrer ersten Annäherung an Liebe,
in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts der wirt­ bei ihren ersten Erfahrungen oft wenig Orientierungs­
schaftliche Nutzen einer Eheschließung oft gleichbe­ hilfen. Ist die kulturelle Identität außerhalb Europas ver­
rechtigt neben oder noch vor dem emotionalen Aspekt wurzelt, wird es oft noch schwieriger. Der beste Freund
findet. oder die beste Freundin sind die Ratgeber, denen vertraut
wird und von denen Verständnis und Orientierungshilfe
Die Verbindung zwischen der emotionalen Ebene mit der im Dschungel der Gefühle erwartet wird. Die Institution
zivilrechtlichen Anerkennung einer Übereinkunft zweier Schule und die sie vertretenden Lehrkräfte sind in den
Personen und dem gleichzeitigen Aufbau einer gemein­ Augen der Schüler für diese Problematik als Ansprechpart­
samen wirtschaftlichen Basis ist als zukünftiges Lebens­ ner eher ungeeignet; den Jugendlichen ist dieser Bereich
modell bei Jugendlichen eher selten anzutreffen. meist zu privat. Das erschwert es den Schülerinnen und
Schülern, sich im Rahmen des Unterrichts zu Themen
zu äußern, die ihnen selbst emotional so nahe sind und die
sie bewegen. Auch der freizügige und stellenweise tabu­
26 Friedrich Schlegel (1799) „Lucinde“, Berlin. lose Umgang der Medien mit den Themen Liebe und Sexua­
36 Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr …
Module

lität oder die Vermarktung prominenter Liebespaare Definition von Liebe, geht weiter mit den eigenen Vorstel­
durch die Medien ändert nichts an der Tatsache, dass Ju­ lungen über geeignete Partner und Partnerinnen über
gendliche hier, sobald es um sie selbst geht, Zurückhal­ Beschreibungsversuche des Zustandes der Verliebtheit und
tung zeigen und auch von Seiten Dritter gewahrt wissen endet beim Scheitern von Beziehungen. In den Sequenzen
wollen. werden jeweils die Bereiche Liebe in der Kunst oder die
medienwirksame Liebe, aber auch die wirtschaftliche
In den curricularen Vorgaben aller Bundesländer wird das Seite aufgegriffen und kritisch hinterfragt. Dadurch wird in
Thema Liebe in verschiedenen Fächern aus unterschied­ diesem Modul die allzu starke Fokussierung auf das urei­
lichen Perspektiven behandelt, wobei die Sexualität eben­ genste persönliche Erleben der einzelnen Schülerinnen
falls einen breiten Raum einnimmt. Daher wird in diesem und Schüler vermieden. Trotzdem bietet sich Gelegen­
Modul aufdie Thematisierung der mit Liebe und Sexualität heit, in dieses Thema individuelle Erfahrungshintergrün­
zusammenhängenden Bereiche wie Zeugung, Schwanger­ de einzubringen, sei es mit der Sequenz Liebeslyrik, dem
schaft, Geburt oder Sexualleben bewusst verzichtet: In den Verfassen eines Flirtratgebers o. ä.
Lehrplänen der Bundesländer werden diese Aspekte im
Fach Biologie genauso berücksichtigt wie in den Fächern Die vorgeschlagenen Materialien sind deshalb breit ge­
Religion, Werte und Normen, Ethik oder Philosophie; streut. Von Gedichten über klassische und alte Musik mit
insofern können diese Schwerpunkte an dieser Stelle ver­ den entsprechenden Texten bis zum Hip- Hop, Medien­
nachlässigt werden und vielmehr diejenigen Bereiche berichten über aktuelle Traumpaare aus der Film- und
aufgegriffen werden, die den Blick „von außen“ auf das The­ Sportbranche bis zu Werbetexten werden verschiedene
ma zulassen, sei es durch den kreativen Umgang damit Genres und Darstellungsformen einbezogen, um die Viel­
oder durch die Auseinandersetzung mit der Darstellung fältigkeit dieses Themenbereichs wenigstens ansatz­
prominenter Liebespaare in die Medien. Jedoch klingen weise anklingen zu lassen.
die mit dem Thema Liebe verbundenen ethischen Prinzi­
pien, die Fragestellungen und die Bedeutungsklärungen Dadurch entstehen Anreize für den Erwerb und das Trai­
für die jeweilige persönliche Entwicklung immer wieder ning umfangreicher Kompetenzen, sei es die Begriffs­
an und bieten die Möglichkeit zur Bearbeitung. Es bieten bildung und -klärung, Hypothesenbildung, Präsentations­
sich zahlreiche Gesprächsanlässe, Anregungen zum kreati­ techniken, Filmanalysen, Interviewtechniken, angemes­
en Schreiben, zur Auseinandersetzung mit literarischen sene Umgangsformen oder die Auseinandersetzung mit
Vorlagen, Zitaten und zur Produktion verschiedener Text­ Bearbeitungen in Kunst und Musik. Die Arbeit in Grup­
arten. pen fördert die Teamfähigkeit und bezieht alle entsprechend
ihren Vorkenntnissen und bereits vorhandenen Fertig­
Dieses Modul ermöglicht eine Erweiterung des Schüler­ keiten ein.
blicks auf das Thema Liebe. Die Feststellung, dass Liebe als
ein Menschheitsthema durch alle Zeiten, Genres, Philo­ Beim Ausbau der sprachlichen Mittel bildet die Wortschatz­
sophien etc. und in vielerlei Facetten sichtbar existiert hat erweiterung einen besonderen Schwerpunkt. Die ver­
und existiert, ermöglicht die Reflexion des eigenen Um­ wendeten Wörter und Begriffe sind meist nicht nur auf
gangs mit diesem Thema und erleichtert es, eine eigene Po­ das Thema bezogen einsetzbar, sie reichern vielmehr
sition zu finden. Es bleibt den Schülerinnen und Schülern die sprachlichen Register der Schüler insgesamt an und
überlassen, inwieweit sie persönliche Erfahrungen und Er­ erweitern die bildungssprachlichen Kompetenzen. Die
lebnisse einbringen wollen. Durch die Verbindung des Nominalisierung von Verben und Adjektiven, die Verwen­
Themas mit Kunst und Literatur wird das vordergründig dung von Synonymen und Antonymen ermöglichen
Erziehende genommen. Des weiteren soll hier die ge­ exaktere Aussagen und Formulierungen. Die Beschreibun­
zielte Entzauberung eines Gefühls, das gerade von Jugend­ gen von Zuständen, Prozessen und Befindlichkeiten
lichen als romantisch oder geheimnisvoll erlebt und trainieren die Strukturierung von Wort- und Textbeiträgen
empfunden wird, vermieden werden; jedoch bilden das und befähigen die Schülerinnen und Schüler zu ange­
Wissen um bestimmte Phänomene, die Kenntnis über messener und zutreffender Ausdrucksweise. Die zahlrei­
Zusammenhänge und Erscheinungsformen und die damit chen Sprech- und Schreibanlässe unterstützen den Aus­
verbundenen Probleme eine Kompetenz, die den Schüle­ bau und die Anwendung der erworbenen sprachlichen Mit­
rinnen und Schülern beim Erleben von Verliebtheit oder tel. Die Möglichkeit der Einbeziehung von Theaterauf­
Liebe behilflich sein kann, um angemessen und kon­ führungen öffnet den Schülerinnen und Schülern den
struktiv damit umzugehen. Zugang zu einem sonst von ihnen eher wenig frequen­
tierten Bereich des kulturellen Lebens.
Die Themenfolge in diesem Modul bietet ein breites Spek­
trum. Es beginnt bei der allgemeinen Abklärung und
Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr … 37
Module
38 Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr …
Module

1. Was heißt hier Liebe …

Eine Definition der Paarliebe in Abgrenzung zu anderen Formen der Liebe vornehmen

Inhalte und Aktivitäten Kompetenzen Grammatische Redemittel / Textsorten / Materialien /


Wortschatz / Quellen
Idiomatische Wendungen

Vorstellungen und Erklärungs- Aussagen zu einem Thema in Wortschatz Video: „Die Maus über die
versuche zur Liebe sammeln einer Mindmap sammeln Liebe, Verliebtsein, lieblich, Liebe“ (Youtube)
Paarliebe gegen andere For- lieblos, Liebesbeweis, Erotik Akrostichon
Komposita sammeln und den
men der Liebe abgrenzen Mitschülern erklären Komposita Sachtexte
Eine Unterscheidung zwischen Vaterlandsliebe, Heimatliebe,
Eine Befindlichkeit/Emotion Plakat
Verliebtsein und Liebe versu­ Tierliebe, Elternliebe, Kindes­
beschreiben
chen liebe, Geschwisterliebe, Freun­ Sammlung von Synonymen
Eine Wortcollage gestalten desliebe, Selbstliebe, Nächsten­
Liebe in anderen Sprachen liebe, Gottesliebe, Naturliebe, Fragebogen
Sprachmittlung
Die eigene Vorstellung vom Wahrheitsliebe, Jugendliebe, Beschreibungen
Eine Definition vornehmen Ordnungsliebe ...
Traummann/von der Traum­ Bild- und Textmaterial aus
frau beschreiben Synonyme sammeln Nomen mit Präpositionalobjekt verschiedenen Zeitschriften
Untersuchen, ob es unter- Vergleiche anstellen und Thesen Liebe zum Beruf – Freude an und Magazinen, z.B. Jugend­
schiedliche Erwartungen an aufstellen der Natur zeitschriften
Beziehungen bei Jungen und Eine Beschreibung anfertigen Nominalisierte Verben Berichte
Mädchen gibt die Liebenden
Text- und Bildaussagen inter­ Synonymwörterbuch,
Bild- und Textmaterial aus den pretieren Nominalisierte Adjektive Wörterbuch der deutschen
Printmedien zu diesem Thema die Verliebten Redewendungen
analysieren und mit den eige­ Von eigenen Erfahrungen oder
nen Vorstellungen vergleichen Erfahrungen im Freundeskreis Adjektive Zitate
berichten verliebt, lieblich, zuverlässig,
Beschreiben, welche Auswir­ Gedichte
attraktiv, treu, himmelhoch­
kungen die Erfahrung von Lie­ Emotionen benennen und
jauchzend, beschwingt, Erich Fried: „Was es ist“
be und/oder Verliebtsein auf beschreiben
beglückt
das eigene Leben haben kann
Synonyme
Hingezogenheit, Anhänglich­
keit, Gunst, Hinneigung,
Zuneigung
Redewendungen
sein Herz verschenken, die
große Liebe, Schmetterlinge im
Bauch, im siebten Himmel sein,
in Liebe entbrennen, verschos­
sen oder verknallt sein
Temporalsätze in Präsens und
Präteritum
Wenn man verliebt ist, dann ...
Als ich mich verliebte ...
Zitate
Die Liebe ist so unproblema­
tisch wie ein Fahrzeug. Prob­
lematisch sind nur die Lenker,
die Fahrgäste und die Straße.
(Franz Kafka)
Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr … 39
Module

2. Vom Blitz getroffen


Sich mit dem Phänomen der „Liebe auf den ersten Blick“ auseinandersetzen

Inhalte und Aktivitäten Kompetenzen Grammatische Redemittel / Textsorten / Materialien /


Wortschatz / Quellen
Idiomatische Wendungen

Sich anhand von Schilderungen Narrative Texte auswerten Wortschatz Beschreibungen in Jugendma­
mit dem Phänomen „Liebe auf Begehren, Anziehung, sinnlich, gazinen

Zustände und Befindlichkeiten


den ersten Blick“ auseinander­ Sinnlichkeit, Liebeserklärung, Leserbriefen

angemessen beschreiben
setzen Phänomen, Klischee
Aus Sachtexten die wichtigsten Biografien

Untersuchen, welche körper­ Konjunktionen


Informationen entnehmen und Persönlichen Schilderungen

lichen und seelischen Aus­ … als wäre ich in einem Film …


aufbereiten aus dem Verwandten- und

wirkungen Verliebtsein haben dann sagte er … aber ich hatte


kann Berichte sammeln und aus­ ihre Telefonnummer nicht Freundeskreis

werten Erzählungen

Überlegen, ob es bestimmte Zitate


Faktoren gibt, welche die Liebe Thesen aufstellen und disku­ „Liebe auf den ersten Blick: Liedtexte, z. B.

auf den ersten Blick begüns­ tieren eine große Zeitersparnis.“ „Tausend und eine Nacht“

tigen Sich auf eine gemeinsame Unbekannter Autor K. Lage

Den Begriff „Klischee“ defi­ Aussage einigen „Liebe auf den ersten Blick „Dein ist mein ganzes Herz“

nieren ist ungefähr so zuverlässig H.R. Kunze


Klischees erkennen und ent­
sprechende Aussagen zuordnen wie Diagnose auf den ersten Sachtexte27
Ein Quiz zu Irrtümern oder
Händedruck.“
Klischees entwerfen Quiz
George Bernard Shaw
Redewendungen
miteinander gehen … Liebe auf
den ersten Blick ... auf Wolke
sieben sein ... im siebten Him­
mel sein … etwas durch die
Blume sagen … jemandem
den Hof machen ... einen Korb
27 Bode, A., Krüger, J., Raabe, H.,
bekommen ... jemandem den Zirwes, C. (2000): „Biochemie der
Laufpass geben ... Liebe“ Quarks-Skript WDR, Köln
40 Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr …
Module

3. Zufall oder Schicksal?

Erkennen, dass sich Liebe als Teil der Wechselfälle des Lebens wenig beeinflussen lässt

Inhalte und Aktivitäten Kompetenzen Grammatische Redemittel / Textsorten / Materialien /


Wortschatz / Quellen
Idiomatische Wendungen

Im Verwandtenkreis fragen, Narrative Texte auswerten Wortschatz Berichte


wie sich die Paare kennenge­ Angebetete, Blickkontakt,
Einen Fragebogen entwickeln Erzählungen
lernt haben schmachten, lässig, Flirt, Ver­
Die Befragung durchführen ehrer, Zufall, Schicksal Fragebogen
Auf der Straße eine Befragung
und die Ergebnisse auswerten28 Ratgeber
durchführen Jugendsprache
Ein Anliegen adressaten­ anbaggern, Anmache
Darüber diskutieren, ob man
gerecht erklären
alles dem Zufall überlassen Anglizismen
sollte Höfliche Umgangsformen Date
anwenden
Überlegen, wie man sein Inte­ Höflichkeitsanrede
resse an jemandem bekunden Eine Meinung angemessen Wir würden Sie gerne fragen ...
kann vertreten und auf Argumente Vielen Dank, dass Sie sich für
sachbezogen reagieren unsere Befragung Zeit genom-
In Gruppen einen Flirtratge­ men haben.
ber für Mitschülerinnen und Redewendungen
Mitschüler verfassen dem Zufall ein Schnippchen
schlagen, dem Glück ein biss­
chen nachhelfen, das steht in
den Sternen, dem Glück auf
die Sprünge helfen, jemanden
28 s. u. kennenlernen …

Fragebogen – Beispiel

1. Bei welcher Gelegenheit haben Sie Ihre/n Mann/Frau/ 3. Wie schnell haben Sie sich verliebt?
Partner/Partnerin kennengelernt?
Fast sofort

Bei Freunden
Innerhalb von Stunden

Beim Ausgehen
Innerhalb von Tagen

Am Arbeitsplatz
Nach Wochen

In der Disco
Erst nach längerer Zeit

Auf einer Familienfeier


4. Woran merkten Sie, dass Sie sich verliebt hatten ?
(Nennen Sie bitte Ihre drei stärksten Symptome)
Bei einer Veranstaltung

1.
Sonstiges:

2.
2. Wie sind Sie ins Gespräch gekommen?

Ich bin vorgestellt worden 3.

Ich habe sie/ihn angesprochen

Wir mussten zusammenarbeiten

Sonstiges:
Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr … 41
Module

4. Liebe in der Kunst


Feststellen, dass Liebe in allen Epochen ein Thema für Künstler war

Inhalte und Aktivitäten Kompetenzen Grammatische Redemittel / Textsorten / Materialien /


Wortschatz / Quellen
Idiomatische Wendungen

Berühmte Liebespaare in Kunst Ein Bild beschreiben Synonyme / Antonyme Gemälde


und Literatur und ihre Entste­ Liebe, Hingabe, Zuneigung, Chagall, M.: „Die Liebenden“
Bildaussagen herausarbeiten
hungsgeschichte kennenlernen und interpretieren Hass, Abneigung Chagall, M.: „Die Verliebten“
Am Beispiel von Shakespeares Aus Biografien die Beschrei­ Wortschatz Klimt, G.: „Der Kuss“
„Romeo und Julia“ oder der bung einer Beziehung heraus­ Tragödie, Drama, innig, inspi­
Sage von „Orpheus und Eury­ rieren, Musiker, Künstler, Maler Biografien
arbeiten
dike“ tragische Liebe beschrei­ (im Gegensatz zum Handwerk),
ben Texte sinnentnehmend lesen Epoche Theater
Rollenspiel: Eine Schlüssel­ Anhand eines Beispiels einen Verben für Beschreibungen Shakespeare, W.: „Romeo und
szene aus Romeo und Julia Prozess analysieren und auf­ darstellen, zeigen, aufgreifen, Julia“
darstellen zeigen verdeutlichen, vermitteln, Sage
Den Inhalt eines Theaterstü­ betonen „Orpheus und Eurydike“
Untersuchen, wie Liebe in den
Liedtexten alter und zeitgenös­ ckes oder einer Sage wieder­ Fachsprache Malerei Musik
sischer Musik beschrieben wird geben Gemälde, Palette, figürlich, Hip-Hop new (2009):
Historische Quellen lesen und abstrakt, Motiv … etc. Deutschtürkische Liebeslieder
Alte Liedtexte in moderner
Fassung in einem Rap ver­ die Inhalte wiedergeben Fachsprache Musik (Youtube)
wenden Aussagen aus historischen Motiv, Stilrichtung, Noten, In­ Liedtexte
Quellen in zeitgemäße Sprache strumente etc. Bernstein, L.: „Maria“ in West
umformen Fachsprache Theater Side Story
Drama, Tragödie, Akt, Szene, „Greensleeves“29
Liedtexte in eine moderne
Fassung bringen Vorhang, Rolle, Besetzung …
etc.
Zitat
„Du und Ich: wir sind eins, ich
kann dir nicht wehtun ohne
mich zu verletzen“
Mahatma Gandhi

29 s. Information in Wikipedia
42 Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr …
Module

5. Aus und vorbei


Erfahren, dass zur Liebe auch schmerzliche Erfahrungen gehören

Inhalte und Aktivitäten Kompetenzen Grammatische Redemittel / Textsorten / Materialien /


Wortschatz / Quellen
Idiomatische Wendungen

Überlegen, warum Liebe und Liedtexte analysieren Wortschatz Liedtexte, z. B.

Verliebtheit zu Ende gehen Eifersucht, Rivalität, Hass, Grönemeyer, H. „Flugzeuge im

Textstellen aus Biografien oder


können Trennung, Scheidung, Liebes­ Bauch“

Erzählungen auswerten
kummer, Liebesglück, Besitz, Erzählungen
Eventuell von eigenen Erfah­ Sich mit Zitaten auseinander­ Macht, beherrschen, dominant,
rungen berichten oder sich mit setzen Berichte
Zweisamkeit, offen, besonnen,
passenden Zitaten, Auszügen
Kausalitäten erkennen und verantwortungsvoll, voraus­ Leserbriefe in Jugendzeitschrif­
aus Biografien etc. beschäf­
Schlussfolgerungen ziehen schauend, vertrauensvoll, sach­ ten
tigen
lich, vorsichtig, entschlossen,
Voraussetzungen für eine Vorschläge sammeln und als nachgiebig, unabhängig … Biografien, Autobiografien
gelingende Beziehung bzw. Tipp formulieren Zitate
Redewendungen
Ursachen des Scheiterns
darüber wegkommen, ewige
benennen
Liebe, Liebe macht blind, Liebe
Erarbeiten, welche Verhaltens­ verzeiht alles
weisen zu einer fairen Tren­
Zitat
nung beitragen können
„Liebe wächst und blüht. War­
um sollte sie nicht auch welken
wie alles andere auf Erden?“
Jeanne Moreau
Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr … 43
Module

6. Liebeslyrik oder der Club der Dichter


Mithilfe erarbeiteter Kriterien lyrische Texte verfassen und einschätzen können

Inhalte und Aktivitäten Kompetenzen Grammatische Redemittel / Textsorten / Materialien /


Wortschatz / Quellen
Idiomatische Wendungen

Sich mit der Darstellung der Sprachmittlung: Ein Gedicht Wortschatz Gedichte, z. B.

Liebe in klassischen und mo­ auswählen und in modernes beiläufig, schlicht, ungezählt, Unbekannt: „Dû bist mîn … “30

dernen Gedichten auseinan­ Deutsch umschreiben träufeln, Stil, Stilmittel, Pointe, Schwitters, K.: „Anna Blume“

dersetzen Wendung Ringelnatz, J.: „Der Briefmark“

Ein Gedicht analysieren


Gedichte verschiedener Epo­ Goethe, J. W.: „Willkommen

Ein Gedicht rezitieren Palindrome


chen miteinander vergleichen und Abschied“ (spätere Fas­
Anna, Reittier
Verschiedene Stilmittel sung 1785)

Die Gestaltungsmöglichkeiten Genitivattribute


erkennen Haiku
der Stilmittel in ausgewählten des grünen Vogels … des gel­
Texten untersuchen Einen Kriterienkatalog geeig­ ben Kleides … des berühmten Elfchen
neter Stilmittel zusammenstel­ Dichters …
Beurteilungskriterien für Brieftexte
len und ausprobieren
Gedichte entwickeln Redewendungen Texte aus der Rock-, Pop-, Hip-
Emotionen verbalisieren sich einen Reim auf etwas
Anhand von Reimwörtern ein Hop- oder Rapmusik
Liebesgedicht schreiben Kreatives Schreiben: machen … bis über beide
Ohren verliebt sein … mit je­ Zitate
An eine fiktive Person einen
Einen Liebesbrief an eine/n mandem verbändelt sein …
Liebesbrief schreiben
Unbekannte/n schreiben
Eine Einladung verfassen Zitat
Ein Liebeslied als Rap entwi­ „Um einen Liebesbrief zu
ckeln Ein Anliegen begründen schreiben, musst du anfangen,
Kontakt mit Sängern und Einen Workshop / einen Wett­ ohne zu wissen, was du sagen
Songschreibern aufnehmen bewerb planen und durch­ willst, und endigen, ohne zu
und sie nach der Entstehungs­ führen wissen, was du gesagt hast“.
geschichte ihrer Texte befragen Jean-Jacques Rousseau

Exkurs: Poetry-Slam Konjunktiv


Wir würden uns sehr freuen,
Einen Songschreiber zu einem wenn Sie als Experte unser
Workshop einladen Gast sein könnten.
Einen Wettbewerb veranstalten 30 s. S. 55
44 Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr …
Module

Gedichtwerkstatt Wettbewerb der Dichterinnen und Dichter –


Gedichte mit Reimwörtern Poetry-Slam
■■Mit den Schülern geeignete Reimwörterpaare zum Einen Kriterienkatalog für die Bewertung von Gedichten
Thema sammeln. „Könner“ arbeiten bei einiger Übung entwickeln:
mit Reimpaaren, die sich nicht gleich dem Thema Liebe ■■Ist eine Hauptaussage erkennbar?
zuordnen lassen ■■Gibt es einen roten Faden?
■■Zufallsgenerator: Die Schüler ziehen ein oder zwei ■■Werden Stimmung und Anliegen des Schreibers/der
Reimpaare Schreiberin für den Leser erkennbar?
■■Mit diesen Reimpaaren entwickeln sie zuerst einen ■■Ist die Wortwahl einfallsreich und originell oder ein-
Zweizeiler, später vier- oder mehrzeilige Gedichte fach?
Kuss – muss, Herz – Schmerz – Scherz ■■Was gefällt mir an dem Gedicht / Was gefällt mir nicht?
Küssen – wissen – Kissen – missen ■■Welche Stelle würde ich verändern?
Rot – tot/Tod – Not
Schreiben – bleiben Mögliche Adjektive für den Kriterienkatalog
Blut – Wut – Mut – gut schön, kitschig, interessant, romantisch, modern, altmo-
Kummer – Nummer, finden – binden disch, traurig, fröhlich, unpassend, berührend, interessant,
Sehen – gehen – wehen – stehen langweilig, unverständlich, spannend, originell, einfallslos …
Aus – hinaus – Haus

■■Elfchen
Dazu kann ein Schlüsselwort gezogen werden, um
einen Einstieg ins Schreiben zu finden

Schülerbeispiel mit dem Schlüsselwort „rot“:

liebe
rotes herz
blutet aus liebe
die liebe ist rot
blutrot
Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr … 45
Module

Modul C, Projektvorschlag: „Nacht der Gedichte“ (4 –7 Stunden)

Die Gedichte werden in der Schule am späten Abend oder


■■ Pressemiteilungen

die Nacht hindurch vor geladenen Gästen präsentiert.


■■ Elterninformationen

Ein geeigneter Raum wird entsprechend gestaltet.


■■ die frühzeitige Raumbeschaffung und -reservierung
Thematisch geeignete Filme und Bücher werden bereit­ ■■ die Betreuung der Gäste
gestellt.
■■ die Bereitstellung von Snacks

Es finden Lesungen eigener und fremder Gedichte statt.


■■ die Festlegung der Zuständigkeiten

Bei der Planung und Durchführung werden außer den


■■ die Betreuung der Präsentationen

sprachlichen und sozialen viele weitere Kompetenzen

gestärkt oder erworben, z. B.


■■im kreativen Bereich:
■■im organisatorischen Bereich: ■■ die fantasievolle und angemessene Gestaltung der

■■ das Verfassen und rechtzeitige Versenden von Einla­ Räumlichkeiten


dungsschreiben an ausgewählte Gäste ■■ das Konzipieren der Programmabläufe und Präsentationen

7. Liebe – ganz öffentlich / Das Geschäft mit der Liebe


Die Darstellung von Liebespaaren in den Medien untersuchen und herausarbeiten, dass Liebe ein wirkungsvoller Werbefaktor sein kann

Inhalte und Aktivitäten Kompetenzen Grammatische Redemittel / Textsorten / Materialien /


Wortschatz / Quellen
Idiomatische Wendungen

Erarbeiten, wie Traumpaare Mediensprache verstehen Wortschatz Artikel aus der Regenbogen-
im Showbusiness dargestellt neue Liebe, attraktiv, glamou­ presse
Die Botschaft von Werbeslo­
werden rös, Traumpaar, Fakten oder Werbefilme
gans untersuchen
Überlegen, welche Erwartun­ Tatsachen, Gemahlin, unver­
Texte auf ihren Informations­ gleichlich, Leidenschaft, Werbematerial der Floristik­
gen und Vorstellungen mit
gehalt überprüfen himmlisch, Mythos, Legende, branche
diesen Personen verknüpft
werden Zwischen Vermutungen, Kommerz Anzeigenseiten der lokalen
Behauptungen und Fakten Konjunktiv Tagespresse z. Valentinstag
Das Geschäft mit der Liebe
unterscheiden Es wäre möglich, es könnte Valentinsgrußanzeigen
Die Darstellung zwischen­ sein
Appellative Texte verstehen Jugendzeitschrift Yaez(2010):
menschlicher Beziehungen in
der Werbung und ihre Funk­ Die Stilmittel appellativer Texte Modale Adverbien „Valentinstag: Alles Kom­
tion analysieren herausarbeiten vermutlich, wahrscheinlich, merz?“ Stuttgart
ziemlich, besonders, kaum,
Am Beispiel des Valentinstags Den manipulativen Charakter ungewöhnlich
untersuchen, inwieweit das von Darstellungen in der Wer­
Thema „Liebe und Verliebt­ bung erkennen Adjektive
sein“ ein Geschäftsfaktor sein strahlend, verliebt, selig
Werbetexte verfassen
kann31 Imperativ
Eine Textanalyse vornehmen Denken Sie daran … Nicht
Werbetexte und -filme zum und Kernpunkte herausarbei­ vergessen … Kaufen Sie …
Thema Valentinstag sammeln ten Überraschen Sie …
Die Geschichte des Valentins­
Höflichkeitsanrede
tags recherchieren
Sie können … Sind Sie sicher …
Haben Sie daran gedacht,
31 s. Anlage S. 55 dass … ?
46 Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr …
Module
Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr … 47
Module

Liebe – ganz öffentlich ■■Die Aussagen hinterfragen: Was sind Fakten – was sind
Aufgabe Vermutungen/Behauptungen
Einen Text aus einer Zeitschrift der Regenbogenpresse ■■Eine mögliche Reaktion beider Personen auf diesen
über das Liebesglück eines prominenten Paares heraus­ Artikel annehmen und ihre Gedanken dazu oder bei­
suchen. spielsweise ihr Dementi verfassen
■■Den Text als reine Mitteilung oder als satirischen Text
Möglichkeiten der Textbearbeitung umschreiben
■■Einen Steckbrief beider Personen verfassen
■■Die Sprache des Textes untersuchen: süßes Geheimnis,
bildhübsche Frau, privater Volltreffer etc.

8. Berufe rund um die Liebe


Untersuchen, für welche Wirtschaftszweige und Unternehmen Verliebte oder Brautpaare eine wichtige Zielgruppe sind

Inhalte und Aktivitäten Kompetenzen Grammatische Redemittel / Textsorten / Materialien /


Wortschatz / Quellen
Idiomatische Wendungen

Recherchieren, welche Ausbil­ Zwischen Ausbildungsberuf Wortschatz Berufe und Tätig­ Informationen der Handwerks­
dungsberufe und Erwerbs­ und Erwerbsmöglichkeit unter­ keiten kammer, des Berufsbildungs­
möglichkeiten es im Zusam­ scheiden Hochzeitsplaner/in, Standes- zentrums
menhang mit Verlobungen, beamte/r, Goldschmied/in,
Sich in der Handwerkskammer Berufs- und Arbeitsplatzbe­
Hochzeiten etc. gibt Schneider/in, Designer/in für
über Ausbildungsgänge und die schreibungen
In einer Präsentation die Be­ Brautmoden, Florist/in, Einzel­
dafür erforderlichen Kompeten­ Informationen der Jobcenter
rufe in der Klasse/im Jahrgang handelskauffrau oder -kauf­
zen informieren und einzelner Unternehmen
vorstellen mann, Juwelier/in, Werbefach­
Im Jobcenter feststellen, welche frau/Werbefachmann, Friseur/
U. U. ein Praktikum in einem Arbeitsplatzangebote in einem in, Visagist/in Servicekräfte,
dieser Betriebe absolvieren bestimmten Bereich vorhanden Koch/Köchin, Fotograf/in
sind
Mitarbeiter/innen und Fach­
Für die Klasse eine Informa­ kräfte folgender Branchen:
tionswand über die Vorausset­ Cateringunternehmen
zungen und Ausbildungswege
Schuhhersteller
der verschiedenen Berufe
und eine Berufsbeschreibung Hotels
anfertigen
Restaurants
Versicherungen
Autoverleiher
48 Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr …
Module
Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr … 49
Module

Exkurs: Der schönste (und teuerste?) Tag im Leben


Inhalte und Aktivitäten Kompetenzen Grammatische Redemittel / Textsorten / Materialien /
Wortschatz / Quellen
Idiomatische Wendungen

Eltern und Großeltern nach Kerninhalte von Erzählungen Wortschatz Erzählungen


ihrem Hochzeitsfest fragen wiedergeben Darlehen, Brautkredite,
Berichte
Finanzierung, Verschuldung,
Mit der Gestaltung von Hoch­ Vergleiche anstellen
Variante, Marketing, Strategie, Werbespots
zeitsfesten heute vergleichen
Eigene Vorstellungen begrün­ Klischee, Slogan, Werbung, Angebote von Hochzeitsveran­
Vorstellungen zum späteren den aber: Brautwerbung staltern
eigenen Hochzeitsfest äußern
Tabellen auswerten und inter­ Redewendungen Texte zu Hochzeitsfinanzie­
Vermutungen über die Kosten pretieren Der schönste Tag im Leben rungen
anstellen
Aussagen ableiten
Kostentabellen
Den Anteil der Werbung an
Slogans untersuchen
den veränderten Ansprüchen Broschüren verschiedener
erkennen Die von der Werbung erzeug­ Banken
ten Erwartungen und Vorstel­
Die Marketingstrategien hin­
lungen benennen
terfragen

9. Liebe in anderen Zeiten und Welten


Die Behandlung des Themas in Sagen und Märchen aus aller Welt kennenlernen

Inhalte und Aktivitäten Kompetenzen Grammatische Redemittel / Textsorten / Materialien /


Wortschatz / Quellen
Idiomatische Wendungen

Die Liebesgötter der Antike Verhaltensweisen und Ziele Wortschatz und typische Götter- und Heldensagen der
kennenlernen und ihre Rolle von literarischen Gestalten un­ Redewendungen griechischen und römischen
analysieren tersuchen und zusammenfassen Symbol, Antike, geheim, Zau­ Antike32
In den Märchen verschiedener berkraft, Märchenprinz, un­ z. B. Amor und Psyche
Ein Märchen spannend erzählen
Herkunftsländer Rolle und sterblich, Dämon, überirdisch,
Märchen und Mythen verschie­
Ein Märchen aufschreiben und Orakel, es war einmal, und es
Darstellung der Liebe unter­ dener Kulturen
illustrieren begab sich, und wenn sie nicht
suchen
gestorben sind … “ Narrative Texte
Kreatives Schreiben:
Die Rolle der Märchenprinzen
Rollentausch – Dornröschen Sprachbilder
an einem Beispiel untersuchen
rettet den Prinzen Die Schaumgeborene, der Göt­
und beschreiben
tergleiche, rot wie Blut, weiß
Am Beispiel einer Göttin/eines wie Schnee etc.
Gottes eine Geschichte entwi­
Literarische Erzählform
ckeln und als Comic darstellen
Präteritum
… und Dornröschen kam mit
der Rosenschere …
(Bei direkter Rede Präsens)
… und sagte: „Was machst du
mit meinen Rosen …“ 32 s. Information in Wikipedia
50 Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr …
Module

Exkurs: Europa – eine Entführung und ihre Folgen


Inhalte und Aktivitäten Kompetenzen Grammatische Redemittel / Textsorten / Materialien /
Wortschatz / Quellen
Idiomatische Wendungen

Die Geschichte von Europa und Verschiedene Sachtexte lesen Wortschatz Sachtexte33
Zeus recherchieren und verstehen Kontinent, Erdteil, Stier, Men­
Antike Darstellungen
schengestalt, Verwandlung,
Sich mit verschiedenen Dar­ Eine Darstellung interpretieren
Identität, Götter, Gemahlin, Darstellungen auf der 2-Euro-
stellungen befassen
Sage, Legende Münze
Tempusform Präteritum
33 s. Information in Wikipedia

10. Symbole der Liebe


Symbole der Liebe sammeln und ihr Vorhandensein in der Region dokumentieren

Inhalte und Aktivitäten Kompetenzen Grammatische Redemittel / Textsorten / Materialien /


Wortschatz / Quellen
Idiomatische Wendungen

Symbole und Farben sammeln, In Sachtexten recherchieren Wortschatz Lexikon der Symbole
die als Synonym für die Liebe Lyrische Texte oder Gemälde Abneigung, Liebesbeweis, Beispiele für Symbole: Herzen
gelten interpretieren Wonne, Wonnemonat, Feige, in Baumrinden, Schlösser an
Granatapfel, rot, Herz, Rose, Brücken oder als Halsschmuck,
Geschichte und Herkunft die­ Einen Sachtext schreiben Liebesheirat, Unterpfand, Granatäpfel, schnäbelnde
ser Symbole untersuchen
Ein powerpointgestütztes Trauring, Darstellung, verästelt, Tauben
Die Bedeutung der Farben und Referat halten farblich
Symbole vorstellen Liedtexte
Ein Bild gestalten Rot ist die Liebe … von Amors
In einer Collage mit Hilfe von Pfeil getroffen ... Gemälde
Farben und Symbolen eine Eine Fotoreportage erstellen
Präpositionen Referat
Botschaft verstecken Eine kleine Stadtführung orga­ auf dem Stamm, auf der Fotos mit Untertiteln
In der Stadt oder Region nach nisieren und durchführen Rückenlehne, in die Rinde
angebrachten Symbolen an geschnitten Kommentar
Kommentare zu Führungen
Bäumen, auf Bänken und Mau­ entwerfen und sprechen Komposita Präposition +
ern, auf Gemälden in Museen,
Nomen
an Häusern und Denkmälern
Hintergrund, Zwischenzeit,
etc. suchen und die Funde
Gegensatz
dokumentieren
Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr … 51
Module
52 Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr …
Materialien für Lehrkräfte

5 Materialien für Lehrkräfte


Freundschaft Carmi, Daniella (2008): „Samir und Jonathan“, München
Broschüre „Chatten ohne Risiko?“ (2008): von jugend­ Unterrichtsmaterial dazu, einsetzbar ab dem 4. Jahrgang:
schutz.net und der Landesanstalt für Kommunikation www.dtv.de/_pdf/lehrermodell/62026.pdf
Baden-Württemberg, o. O.
De Saint-Exupéry, Antoine (1998): „Der kleine Prinz“, Berlin.
Website „Chatten ohne Risiko?“ von jugendschutz.net
und der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Würt­ Einspieler, Deborah (2008): „Ludwig van Beethoven – mit
temberg großen Ohren“, Frankfurt am Main.

Hrsg. Duden (2008): „Redewendungen – Wörterbuch zur Hasselbach, Michael (2001): „Die Abrechnung. Ein Neonazi
deutschen Idiomatik“ Band 11, 3. Auflage, Mannheim. steigt aus“, erw. und aktualisierte Neuausg., 1. Aufl., Berlin.

5. Okt. 2010 Bachmaier, R. (Hrsg., 2008): Broschüre: „ Info- Pratchett, Terry (2009): „Eine Insel“, München.

Websites für Kinder und Jugendliche zum sicheren Um­


gang mit dem Internet ...“ www.schulberatungskongress. Reddig, Korn-Maier (2003): Unterrichtsmaterialien zu

de/wp-content/uploads/2010/10/AG3.pdf „Ich knall euch ab“, Ravensburg.

Jösting, Sabine (2006): „Jungen- und Mädchenfreundschaf­ Rhue, Morton (2002): „Ich knall euch ab“, übers. aus dem

ten“ erschienen in Einblicke Nr. 43 / Carl von Ossietzky Amerikanischen „Give a boy a gun“, Ravensburg.

Universität, Oldenburg.
Richter, Hans Peter (2006): „Damals war es Friedrich“,

Keller, Monika und Gummerum, Michaela (2003): „Die München.

Entwicklung von Beziehungsvorstellungen bei chine­


sischen und isländischen Kindern und Jugendlichen Spick (2007): „Jude oder Araber, das ist doch egal“, Schwei­
in Freundschaft und Verwandtschaft“ in:„Beziehungs­ zer Schülermagazin, Heft Nr. 304, St. Gallen.

vorstellungen im Entwicklungsverlauf und Kulturver­


gleich“, S. 95-121 erschienen in sozialersinn Heft 1, Tielsch, Ilse (2006): „Das letzte Jahr“, Wien.

Hrsg. Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissen­


schaften, München. Witzenbacher, Kurt (2004): „Ein Kaddisch für Ruth“, Gießen.

Knigge, Adolf Freiherr (2002): „Über den Umgang mit Zooschule Landau (2009): „Haustiere“, Landau.

Menschen“, Stuttgart. Neudruck der 5. Auflage.


Hörbuch
Kopitz, Klaus Martin (2010): „Beethoven, Elisabeth Röckel De Saint-Exupéry, Antoine: „Der kleine Prinz“, Neuüber­
und das Albumblatt ‚Für Elise‘ “, Köln. setzung, gelesen von Jan Josef Liefers (2010): Berlin.

Mietzel, Gerd (2002): „Wege in die Entwicklungspsycholo­ Balladen / Gedichte


gie“, Weinheim. Schiller, F.: „Die Bürgschaft“

Lektüre für Schülerinnen und Schüler Meyer, C. F.: „Die Füße im Feuer“
Aesop: „Zwei Freunde und der Bär“ aus „Lesekorb: Ge­
schichten für Kinder“ (o.A.) LABBÉ - Verlag, Bergheim. Manz, H.: „Freundschaften“
Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr … 53
Materialien für Lehrkräfte

Comic Lutz van Dijk, L. (2007): „Die Geschichte von Liebe und
Sfar, Joann (2009): „Le petit prince“, auf deutsch bei Carlsen, Sex“, aus der Reihe Junges Sachbuch, Frankfurt a. M.,
Hamburg. New York.

Musik Krähling, J. (2003): „Blau wie die Liebe“, Bielefeld.


Van Beethoven, Ludwig: „Für Elise“
Biedermann, Hans (2000): „Knaurs Lexikon der Symbole“,
2raumwohnung: „Ich und Elaine“ Augsburg.

Queen: „Friends will be friends“ Biedermann, Hans (2004): „Knaurs Lexikon der Symbole“,
digitale Ausgabe, Berlin.
Film
Costner, Kevin (1990): „Der mit dem Wolf tanzt“ Schemann, Hans (1991): „PONS - Synonymwörterbuch der
deutschen Redensarten“, Stuttgart, Dresden.
Theater:
Grips-Theater Berlin „Eins auf die Fresse“
Müller, Klaus (Hrsg. 2001 ): „Lexikon der Redensarten“,
Theaterstück, auch als DVD und als Textbuch erhältlich
Gütersloh, München.

Redewendungen / Sprichwörter / Begriffe Gymnasium Wittstock: „Götter- und Heldensagen nach­


Bei Geld hört die Freundschaft auf erzählt“, http://www.gymnasiumwittstock.de/faecher/
kunst/comic/files/sagen.htm ...
Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft
www.lehrer-online.de/... /378655-378665-2-griechische_
Auf freundschaftlichem Fuß mit jemandem stehen goetterwelt-projektbeschreibung.pdf - entnommen
29.03.2011
Eine Duzfreundschaft, ein Duzfreund Anmerkung: Dieses Unterrichtsprojekt ist für den 6. Jahr­
gang des Gymnasiums gedacht; jedoch können die me­
Unter dem Deckmantel der Freundschaft thodischen Schritte teilweise sehr gut zur Bearbeitung
der Sequenz „Liebesgötter ... “ an anderen Schulformen
Eine Freundschaft wiederaufleben lassen genutzt werden.

Die Bande der Freundschaft Lektüre für Schülerinnen und Schüler


Baisch, Milena (2007): „Blumen im Bauch“, Hamburg.
Mit jemandem brechen
Kurtz, D. (2010): „Valentinstag: Alles nur Kommerz?“,
Mit jemandem durch dick und dünn gehen Artikel v. 9.11.2010 in der Schülerzeitschrift YAEZ, Stuttgart.

Ein Herz und eine Seele sein Nöstlinger, Christine (2000): „Oh, du Hölle!“, Weinheim, Basel.

Auf jemanden bauen können Filme


Naefe, V. (2007): „Die wilden Hühner und die Liebe“,
Zusammen halten wie Pech und Schwefel München.

Liebe Gemälde
Bode, A., Krüger, J., Raabe, H. Zirwes, C. (2000): „Biochemie Chagall: Die Liebenden
der Liebe“, Quarks-Skript WDR, Köln.
Chagall: Die Verliebten
Bildungsserver Hessen: „Freundschaft – Liebe“, Materialien
für die Sekundarstufe I. Klimt: Der Kuss

Krähling, J., Unterrichtsmaterialien zu „Blau wie die Liebe“ Sagen


PDF www.blau-wie-die-liebe.de Orpheus und Eurydike
54 Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr …
Materialien für Lehrkräfte

Gedichte / Balladen Alte Liebe rostet nicht


Brecht, B.: „Ich will mit dem gehen …“

Den lieben langen Tag


Ringelnatz, J.: „Ich habe dich so lieb …“

Seine liebe Not mit jemandem/etwas haben


Unbek. Verfasserin: „Dû bist mîn, ich bin dîn …“

Ihr/ihm zuliebe
Schwitters, K.: „Anna Blume“

Wo die Liebe hinfällt


Musik und Liedtexte:
„Greensleeves“ — englisches Volkslied aus dem Liebe ist das einzige, das mehr wird, wenn man es teilt
16. Jahrhundert
(Ricarda Huch)

Bernstein, L.: „West Side Story“


Bei aller Liebe

Lage, K: „Tausend und eine Nacht“


Was sich liebt, das neckt sich

Die Toten Hosen: „Alles aus Liebe“


Eine Eroberung machen

Sampler 2009: „Deutsch-türkische Liebeslieder“


Jemandem sein Herz schenken

Kunze, H. R.: „Dein ist mein ganzes Herz“


Pech im Spiel, Glück in der Liebe

Grönemeyer, H.: „Flugzeuge im Bauch“


Mit Liebe kochen

Theater:
Shakespeare, W.: „Romeo und Julia” Weitere Materialien
Dû bist mîn, ich bin dîn:

Noch mehr Sprichwörter und Redewendungen des solt dû gewis sîn;

Sich bei jemandem lieb Kind machen dû bist beslozzen in mînem herzen,

verlorn ist daz slüzzelîn:

Beziehungskiste dû muost och immer darinne sîn.

Verlorene Liebesmüh (unbekannte Verfasserin)

Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr … 55


Materialien für Lehrkräfte

Schmerzforschung Anlage zu Seite 45


Liebe wirkt wie ein Schmerzmittel Beispiel - Liebe als Geschäftsfaktor
Bonn – Intensive Liebe aktiviert im menschlichen Gehirn Werbeideen zum Valentinstag
einige Belohnungszentren so sehr, dass Schmerzen als Es gibt viele Tage im Jahr, an denen man seinen Kunden
weniger stark empfunden werden. Das konnten Wissen­ näher kommen kann. Begonnen an Neujahr über Ostern,
schaftler der Stanford Universität vor kurzem zeigen. Frauen- und Muttertag bis hin zu Weihnachten gibt es
zahlreiche Ereignisse, die gute Gelegenheit für eine unver­
Die Wirkung von schmerzlindernden Medikamenten, bindliche Kontaktaufnahme bieten. Je nach Ereignis las­
Opiaten und Kokain wird zum Teil durch die Aktivierung sen sich verschiedene Zielgruppen (Männer, Frauen, alt/
verschiedener Belohnungszentren ausgelöst. Die Stimu­ jung, usw.) am besten erreichen.
lation derselben Hirnareale konnte auch bei leidenschaft­
licher Liebe nachgewiesen werden. Eine Studie an frisch Ein ganz besonderes steht nun kurz bevor: der Valentinstag.
verliebten Studenten zeigte einen stark schmerzlindern­ Am 14. Februar ist es wieder soweit und Millionen Frauen
den Effekt dieser intensiven Gefühle. Dieser emotionale in Deutschland hoffen auf zahlreiche Liebesbekundungen
„Schmerzkiller“ ist besonders in den ersten neun Monaten und Aufmerksamkeiten. Nun besteht also durchaus die
einer neuen Liebe aktiv. Möglichkeit, seine weiblichen Kunden und auch jene, die es
einmal werden sollen, mit einer besonderen Aufmerksam­
In dem Versuch erfuhren die Probanden einen thermi­ keit zu beglücken. Das sollte natürlich keine E-Mail sein, da
schen Reiz an der Handfläche während man ihnen ent­ geht man letztlich nur unter einigen hundert anderen
weder ein Foto ihres Partners, eines attraktiven Bekann­ Mails unter – und besonders einfallsreich ist das auch nicht.
ten zeigte oder sie durch Fragen der Mitarbeiter ablenkte.
Die jeweilige Gehirnaktivität wurde mit Hilfe eines funk­ Man sollte schon zeigen, dass die Kundin wichtig ist und
tionellen Magnetresonanztomographen aufgezeichnet. man durchaus bereit ist, ein paar Euro dafür auszugeben. In
manchen Fällen passen die Klassiker Pralinen und Blumen
Liebe und ablenkende Fragen konnten, im Gegensatz zu durchaus ins Konzept. Eine kleine persönliche Widmung
dem Foto des Bekannten, den Schmerz effektiv lindern. dazu, und schon ist man auf positive Art und Weise wieder
Beide Vorgänge spielen sich jedoch in unterschiedlichen im Gedächtnis. Wer seine Kundinnen aber besser kennt, darf
Hirnregionen ab, die Liebe bewirkt eine Schmerzlinde­ auch etwas ausgefallener, spezieller werden. Wenn Sie nun
rung in ursprünglichen Hirnarealen, während die Ablen­ zum Beispiel vornehmlich ältere Damen in Ihrer Kunden­
kung in höher entwickelten Regionen des Großhirns datenbank haben, könnte man zum Valentinstag auch mit
abläuft. Eine Schlüsselrolle spielen in diesem Zusammen­ den wahrscheinlichen Hobbys der Zielgruppe spielen. Am
hang die verschiedenen Belohnungszentren mit ihren 14. Februar nähert sich so langsam der Frühling, und es
Neurotransmittern. Diese Erkenntnisse können neue An­ wäre doch eine schöne Sache, wenn Sie ein paar ausgefalle­
sätze in der Schmerztherapie bieten und die bestehende ne und natürlich schöne Blumen schenken. Aber nicht
Schmerzbehandlung optimieren fertige Schnittblumen, sondern lediglich die Samen dafür.
Schön verpackt, mit Foto des zu erwartenden Ergebnisses
Quelle: DAZ.online – das Internetportal der Deutschen Apotheker und einer kleinen Anleitung, was diese Sorte denn Besonde­
Zeitung.
res benötigt. Der Empfänger ist zunächst überrascht und
www.deutsche­apotheker­zeitung.de
erinnert sich auch einige Zeit nach dem Valentinstag noch
E-Mail daz@deutscher-apotheker-verlag
an das Geschenk, die schönen Blumen müssen ja dann
ausgesät werden … Wem diese Ideen dann doch zu ausge­
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Wissenschaft­ fallen sind, dem bleibt noch immer die Möglichkeit der
lichen Verlagsgesellschaft Stuttgart – Deutscher Apotheker Verlag,
klassischen Glückwunschkarte. Auch damit wird man sich
MedPharm Scientific Publishers – S. Hirzel Verlag
zum Valentinstag ausreichend von der E-Mail schreiben­
den Konkurrenz abheben.

Egal wie, nutzen Sie den Valentinstag richtig.

Quelle: http://marketing-gui.de/2010/01/20/werbeideen-zum­
valentinstag/

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Enrico Gräfe

(marketing-gui.de)

56 Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr …


Materialien für Lehrkräfte

6 Glossar
Akrostichon ses, für seine Qualität und seine Präsentation verantwort­
„Akrostichon griechisch ἄκρος ákros ‚Spitze‘ und στίχος lich. Übergeordnete Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Fä­
stíchos ‚Vers‘, ‚Zeile‘ ist eine Form (meist Versform), bei der higkeit zur konstruktiven Kritik, zur Übernahme von
die Anfänge (Buchstaben bei Wortfolgen oder Wörter bei Verantwortung und zur eigenständigen Organisation des
Versfolgen) hintereinander gelesen einen Sinn, beispiels­ Lernprozesses werden dadurch gefördert. Ausführliche
weise einen Namen oder einen Satz, ergeben.“ Beschreibungen der verschiedenen Formen finden sich in
der Fachliteratur.
Entnommen aus Wikipedia am 16.04.2011
peergroup
Kooperatives Lernen Eine peergroup besteht zunächst aus Personen mit einem
Kooperatives Lernen als Lernarrangement fördert durch gleichen Interesse, durch welches sie für einen bestimm­
gemeinsames Arbeiten an einem Thema und den Aus­ ten Zeitraum als Gruppe miteinander verbunden sind.
tausch darüber sowie die gemeinsame Präsentation die Kinder und Jugendliche ähnlichen Alters, oft auch
sprachliche und soziale Kompetenz. Alle Beteiligten in ähnlicher sozialer Herkunft, bilden z. B. über ihr Inte­
der Gruppe sind für das Zustandekommen eines Ergebnis­ resse an einer Sportart (Fußball), einer Musikrichtung oder
Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr … 57
Glossar

einem Trend peergroups, die dann ganz eigene Standards Sprachmittlung


entwickeln. In positiver Ausprägung bildet die Gruppe einen „Sprachmittlung ist die adressaten-, sinn - und situations­
geschützten Raum zum Ausbau sozialer Verhaltensweisen gerechte Übermittlung von mündlichen oder schriftlichen
oder zum Austesten eigener Grenzen. Informationen von einer Sprache in die andere. Im Ver­
gleich zur Übersetzung ist Sprachmittlung freier. Man muss
In problematischer Ausprägung zeigen Gruppen einen star­ sich nicht an die Satzstrukturen, den Ton oder an die im
ken Aufforderungscharakter z.B. zu Drogenkonsum, Original verwendeten stilistischen Mittel halten, es sei denn,
riskanten Aufnahmeritualen, gewalttätigen oder kriminel­ die vorgegebene Kommunikationssituation erfordert dies.“
len Handlungen. Sie üben einen übermäßig großen Ein­
fluss aus und dominieren und kontrollieren die Mitglieder.

Poetry-Slam
Aus: „Handreichungen zur Sprachmittlung in den modernen Fremd­
Bei einem Poetry-Slam werden in einem literarischen Wett­
sprachen Englisch, Französisch, Spanisch“, Landesinstitut für Schule
bewerb selbstgeschriebene Texte vorgetragen. Die Zuhörer und Medien (Hrsg.) 2006, Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und
bilden gleichzeitig die Jury und küren den besten Text. Sport, Berlin
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Impressum
Herausgeber
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
Referat Informationszentrum Integration, Bürgerservice
Frankenstraße 210
90461 Nürnberg
www.bamf.de
Stand
Mai 2013
Gestaltung
KonzeptQuartier® GmbH

Text
Monika Jütte

Redaktion
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
Referat Fragen der sprachlichen und politischen Bildung,
Kurskonzepte
ISBN
978-3-00-038938-2
60 Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht – Thema Freundschaft und mehr …
Module

www.bamf.de