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K R E AT I V K U R S Techniken,

Tipps und Tricks

Malen mit Buntstiften


Die geschlossene
Farbfläche
Ein Beitrag von Joachim Heins

Gerstäcker Verlag
Wecostr. 4
53783 Eitorf/Sieg
info@gerstaecker.com
www.gerstaecker.com
Durch festen Druck auf das Papier
und Übereinandermalen von mehre-
ren Schichten der gleichen Farbe
erhält man eine geschlossene
Farbschicht. So arbeite ich mich
Farbe an Farbe an den eigentlichen
Ton heran.

Buntstifte sind ein faszinierendes Medium der


Bildgestaltung. Um sie gezielt einzusetzen, soll-
te man ihre Wirkung genau kennen.
Jeder von uns hat einen ganz persönlichen
Farbgeschmack. Trotzdem muß man sich bei
der Farbwahl auch von Gesetzmäßigkeiten lei-
ten lassen. Farben sind für die Komposition
wichtig, weil sie Gefühle auslösen können,
aber auch Bildern eine Struktur geben. Deshalb
sollte man wissen, auf welche Weise sich
Farben wechselseitig beeinflussen.
Die Farbtöne der Buntstifte sind festgelegt.
Sie können nur bedingt auf dem Malgrund
gemsicht werden. Man muß also die vorhan-
dene Farbpalette gut ausnutzen. Ich versuche
Farbabstufungen durch das Nebeneinander-
setzen verschieden heller und dunkler Farben
zu erreichen. So schaffe ich die für meine
Bilder typischen Kontraste.

Abb. links: „Ice and Dreams“ 50 x 70 cm

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Obwohl die meisten Künstler
Farbstifte für zeichnerische
Effekte nutzen, lassen sich
damit auch malerische Resul-
tate erzeugen. Farbstifte sind
recht preiswert und der Um-
gang mit ihnen ist sehr einfach.
Im Gegensatz zu anderen Tech-
niken entfällt bei Ihnen ein
Anmischen von Farbtönen und
auf dem Papier verändern sie,
anders als feuchte Farben, ihren
Farbwert nicht.
Für meine Bilder verwende
ich ausschließlich Künstlerfarb-
stifte (Rembrandt Polycholor
von LYRA und Polychromos von
Faber Castell) und Zeichen-
karton, reinweiß der Stärke 170
g/qm, feinrauh (Gerst. Best.-Nr.
13700 für die Größe 50 x 70
Der auf den Farbstift ausgeübte Druck beeinflußt die und 13743 für die Größe 43 x
Tonwerte. Bei leichtem Druck entsteht ein heller Ton und 61 cm .
bei starkem ein dunkler Ton. Gleichzeitig verändert sich Die Größe meiner Bilder
die Leuchtkraft der Farbe - je stärker der Druck, um so schwankt zwischen 50 x 60 cm
größer die Leuchtkraft. und 60 x 80 cm (gerahmt mit
Passepartout).

Abb. links: „Shark Island“ 43 x 61 cm

Abb. unten: „Shark Attak“ 50 x 70 cm

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Schritt-für-Schritt
„Future World“, Größe: 50 x 70 cm

1 Soweit man es erkennen kann, habe ich hier eine Grundskizze


mit der Unterwasserwelt und der Skyline von New York ge-
zeichnet. Alles weitere zeichne ich frei hinzu. Als Vorlage für die
Haie, Wale und Delphine dienen mir Bücher über Tiere. Bevor ich
die Fische farblich ausarbeite, muß die Anatomie stimmen.

2 Hier male ich die einzelnen Fische farblich aus. Dabei gehe
ich von den dunklen Farbtönen hin zu den hellen. Jedoch
male ich die Farbe „weiß“ immer als erstes, wenn sie benötigt
wird. Das soll heißen: Weiß immer als erstes und dann von den
dunklen Tönen zu den hellen.

3 Für die Wasseroberfläche


benutze ich Weiß als erste
Farbe und arbeite mich dann
von den dunklen Blautönen zu
den hellen vor. Das Riff wird in
diesem Schritt ebenfalls ausge-
malt. Ich beginne mit den her-
vorstehenden Pflanzen und
beende diesen Schritt mit den
Pflanzen im Hintergrund.

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4 Bei diesem Schritt male
ich das Unterwasser in ein-
zelnen Schichten, so muß ich
mir keine großen Gedanken
über das Verwischen einzelner
Farbtöne machen. So kommt
es auch nicht zu falschen Farb-
tönen und das Motiv erhält
dadurch einen modernen
Karakter. Die gelben und roten
Farbtöne ergeben einen schö-
nen Kontrast zu dem dunklen
Blau des Unterwassers.

5 Ich beginne mit der


Skyline und male jedes
Fenster der Türme einzeln aus.
Das Ausmalen der Details ist
wohl die zeitraubenste Arbeit
in meinen Bildern. In minutiö-
ser Kleinarbeit entstehen auch
die Palmen, das Gebirge und
weitere futuristische Gebäude
im Hintergrund. Die Buntstifte
sollten bei Detailarbeiten
immer gut angespitzt sein. Nur
so lassen sich einwandfreie
dünne Striche ziehen.

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Die Terroranschläge des 11.
September 2001 in den USA
sind auch an mir nicht spurlos
vorbei gegangen, da ich als
Polizei-beamter im BGS am
Flughafen München die an-
schließend erhöhten Sicher-
heitsmaßnahmen unmittelbar
miterlebt habe. Da man sich
daher auch vermehrt um seine
persönliche Zukunft, aber auch
die von anderen Personen
Gedanken macht, habe ich das
Bild „Future World“ gemalt.
Meine Bilder entstehen nach
einem Titel. Hier habe ich mir
jetzt zu dem Titel „Future
World“ meine Gedanken
gemacht. In meinen Arbeiten
versuche ich die Tiefsee mit
ihrem Leben (speziell das der
Haie, Wale und Delphine) in
futuristischen und farbenfrohen
Bildern wiederzugeben.
Wie man bei der Skyline des
Bildes erkennen kann, handelt
es sich hierbei um New York,
jedoch habe ich zwei neue Twin
Towers dazugemalt. Auch zum
Gedenken an die Opfer der
Terrorsanschläge habe ich mich
für die Skyline von New York
entschieden und dabei einen
Blick in die Zukunft gewagt.
Wie würde das WTC event. aus-
sehen, wenn man es wieder
aufbauen würde?

6 Zum Schluss male ich den blauen HImmel und den Welt-
raum, mit den Planeten und Sternen. Auch hier arbeite ich in
Schichten um einen weiteren, etwas modernen Karakter in das
Bild zu bekommen. Nach der Fertigstellung fixiere ich das Bild mit
„Artist`s Soft Fixativ“ von ColArt (Gerst. Best.-Nr. 20571).

Weitere Bilder aus der Serie


Joachim Heins wurde SEA VISION sind auf der
1969 geboren und ist als Homepage von Joachim Heins
Polizeibeamter im Bundes- zu sehen:
grenzschutz am Flughafen www. artworkpirat.de
München tätig. Er hat
keine künstlerische Ausbil-
dung und hat sich seinen
Stil und die Technik autodi-
daktisch beigebracht. Die
Grundkenntnisse hat er
jedoch schon früh im
Kindesalter von seinem © 2002 Joachim Heins und art-studio
Bettag. Nachdruck, auch auszugsweise,
Großvater, der u. a. Kunst- nur mit schriftlicher Genehmigung des
maler war, erfahren. Gerstäcker-Verlages GmbH und der
Autoren. Sämtliche Motive stehen unter
Urheberschutz und dürfen nicht gewerb-
lich genutzt werden.