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Die Hand

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Karpaltunnelsyndrom:
Beschreibung
Das Karpaltunnelsyndrom entsteht durch eine Reizung oder Schaä digung des mittleren Armnerven, wenn im Bereich des
Handgelenks dauerhaft ein hoher Druck auf den Nerven ausgeuä bt wird.
Insgesamt wird jeder Arm von drei Nerven versorgt, die sowohl fuä r die Bewegungen (Motorik) als auch fuä r den Tast-
und Empfindungssinn (Sensorik) verantwortlich sind. Der mittlere Armnerv (N. medianus) versorgt sensorisch die
Innenseite der Hand und motorisch einen Muskel des Daumens. Er verlaä uft von der Schulter uä ber den Ober- und den
Unterarm. An der Innenseite des Handgelenks verlaä uft er durch den sogenannten Karpaltunnel. Dieser Durchgang wird
von den Handwurzelknochen und einem stabilisierenden Band (Retinaculum flexorum) gebildet. Neben dem Nerv
ziehen auch die Sehnen der beugenden Fingermuskeln durch den Karpaltunnel.

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Das Karpaltunnelsyndrom kommt in verschiedensten Auspraä gungen vor. Manchmal treten nur leichte
Missempfindungen auf, es kann aber auch zu bleibenden Laä hmungen kommen.
Manche Menschen sind praä destiniert fuä r ein Karpaltunnelsyndrom, da sie von Geburt an einen engen Karpaltunnel
haben. Wenn dann bei der Arbeit dauerhaft dieselbe Bewegung mit der Hand ausgeuä bt oder das Handgelenk stark
beansprucht wird, entwickelt sich schnell ein Karpaltunnelsyndrom. Eine andere moä gliche Ursache ist die Entzuä ndung
und Schwellung der Sehnenscheiden, die ebenfalls im Karpaltunnel liegen und dann auf den Nerv druä cken .

Belastung:
Wer koä rperlich arbeitet ist drei bis sieben Mal haä ufiger vom Karpaltunnelsyndrom betroffen als jemand, der keine
koä rperliche Arbeit ausuä bt.
Bestimmte Berufsgruppen sind einem besonderen Risiko fuä r ein Karpaltunnelsyndrom ausgesetzt.
Sehnenscheidenentzündung:
Unter einer Sehnenscheidenentzuä ndung (Tendovaginitis, Peritendinitis, Tendosynovitis) versteht man eine Entzuä ndung
der Sehnenscheiden. Meist sind der Unterarm, die Hand und das Handgelenk betroffen. Es gibt zwei Sonderformen der
Sehnenscheidenentzuä ndung: Tendovaginitis stenosans und Tendovaginitis stenosans de Quervain.
Eine Sehnenscheide (Vagina synovialis, Vagina tendinis) ist eine huä llenartige Struktur um eine Sehne, die diese schuä tzt
und die Reibung mit benachbartem Gewebe wie Baä ndern und Knochen verringert. Dazu ist sie mit Gelenkschmiere
(Synovialfluä ssigkeit) gefuä llt. Von einer Sehnenscheidenentzuä ndung zu unterscheiden ist die Sehnenentzuä ndung
(Tendinitis) selbst.
Die Sehnenscheidenentzuä ndung kann prinzipiell an jeder echten Sehnenscheide auftreten. An manchen Koä rperteilen ist
aber besonders haä ufig eine Sehnenscheide entzuä ndet: Hand, Unterarm und Fuß.

Schnappfinger: Beschreibung
Die Tendovaginitis stenosans kann an allen Beugesehnen der Finger auftreten. Am haä ufigsten von der
Sehnenscheidenentzuä ndung betroffen sind die am meisten belasteten Finger, also Mittelfinger und Daumen
(„schnellender Daumen“), aber auch der Ringfinger. Wird der betroffene Finger gebeugt, bleibt er zunaä chst in der
gebeugten Stellung haä ngen und kann nur mit vermehrter Kraft oder mit Hilfe der anderen Hand wieder gestreckt
werden. Wie der Name Schnappfinger schon sagt, entsteht dann ein deutlich sichtbares Schnappen, welches auch
schmerzhaft sein kann. Dieses Phaä nomen wird als schnellender Finger oder auch Springfinger bezeichnet.
Tendovaginitis de Quervain: Beschreibung

Der Schweizer Chirurg Fritz de Quervain beschrieb als Erster 1895 die Sehnenscheidenentzuä ndung, die heute unter
dem Namen Tendovaginitis de Quervain bekannt ist (genauer: Tendovaginitis stenosans de Quervain). Sie betrifft das
erste von insgesamt sechs Sehnenfaä chern auf dem Handruä cken. Durch dieses Sehnenfach verlaufen zwei Sehnen: die
Sehnen des kurzen Daumenstreckmuskels (Mm. Extensor pollicis brevis) und des langen Daumenabspreizmuskels
(abductor pollicis longus).
Im gesunden Zustand gleiten beide Sehnen glatt durch das Sehnenfach, umhuä llt von Gleitfluä ssigkeit. Werden die
Sehnen durch ein Trauma verletzt oder uä bermaä ßig durch immer wiederkehrende Belastungen beansprucht, kann das
Sehnenfach anschwellen. Die Sehnen werden eingeengt. Erschwerend kommt hinzu, dass das erste Sehnenfach
manchmal noch unterteilt ist, also eine kleine Scheidewand (Septum) zwischen den beiden Sehnen verlaä uft, wodurch
der Platz fuä r von vornherein schon verkleinert ist.

Die Tendovaginitis de Quervain wird umgangssprachlich auch „Hausfrauendaumen“ genannt, weil Frauen
etwa acht Mal haä ufiger davon betroffen sind als Maä nner. Sie tritt gehaä uft ab einem Alter von 40 Jahren auf.