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Masarykova univerzita

Filozofická fakulta

Ústav germanistiky, nordistiky a nederlandistiky Německý jazyk a literatura

Tereza Krpatová

Das Wienerische

Untersuchungen zum aktuellen Stellenwert anhand von ausgewählten Buchveröffentlichungen aus unterschiedlichen Gebieten

Bakalářská diplomová práce

Vedoucí práce: Mgr. Vlastimil Brom, Ph.D.

2015

Hiermit erkläre ich, dass ich die vorliegende Bachelorarbeit selbstständig verfasst habe

und nur die angegebene Literatur verwendet habe.

Brno, 30. 4. 2015

……………………………………

Tereza Krpatová

An dieser Stelle möchte ich mich vor allem beim Herrn Mgr. Vlastimil Brom, Ph.D. für seine wertvollen Ratschläge und Bemerkungen bedanken.

Inhalt:

 

Einleitung:

 

5

1.

Übersicht über die österreichischen Mundarten

 

7

1.1.

Die dialektgeographische Gliederung Österreichs

7

1.2.

Das Bairische

 

7

1.2.1.

Das Südbairische

 

8

1.2.2.

Das Mittelbairische

8

2.

Wienerisch

10

2.1.

Die Geschichte der Wiener Mundart

 

10

2.2.

Die Wiener Stadtsprache

12

2.3.

Übersicht

über

die

charakteristischen

Lautelemente

und

die

Verschriftlichung

des

Wienerischen

 

15

3.

Die Geschichte der Wiener Mundartdichtung

 

19

3.1.

Das Wiener Idiom in ausgewählten Werken der bedeutendsten Autoren von Anfängen der Mundartdichtung im 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart

19

3.2.

Die „neue“ Dialektliteratur ab 1958

 

23

4.

Praktischer Teil

 

26

4.1.

WEHLE, Peter. Sprechen Sie Wienerisch? Von Adaxl bis Zwutschkerl

 

26

4.2.

HORNUNG, Maria, GRÜNER, Sigmar. Wörterbuch der Wiener Mundart

28

4.3.

HORNUNG, Maria, ROITINGER, Franz. Unsere Mundarten. Eine dialektkundliche Wanderung durch Österreich

30

4.4.

SCHUSTER, Mauriz. Alt-Wienerisch. Ein Wörterbuch veraltender und veralteter Wiener Ausdrücke und Redensarten

31

4.5.

SCHMUTZER, Dieter. Wienerisch gredt. Geschichte der Wiener Mundartdichtung

 

32

5.

Zusammenfassung:

 

34

6.

Literaturverzeichnis:

 

35

7.

Anhang:

38

Einleitung:

„Habedehre“, ein förmlicher Gruß aus dem Wienerischen, der überall in Wien zu hören ist. Das Wienerische gehört nach wie vor zum Alltagsleben der Einheimischen und wird als eine Art Kulturerbe angesehen. Obwohl einige Pessimisten das Aussterben der Wiener Mundart prognostizieren, gibt es im kulturellen Bereich immer wieder Versuche diese spezifische Art der Sprache zu „retten“. 1 Die Geschichte des Wienerischen ist schon sehr lang. Unter dem Begriff „Wienerisch“ ist die Wiener Stadtsprache zu verstehen, wozu man das österreichische Standarddeutsch, den Dialekt, der sich von dem Standarddeutschen vor allem durch die Aussprache, den Wortschatz und die Grammatik unterscheidet, die Umgangssprache und den Jargon zählt. Erst gegen Ende des 16. Jahrhunderts hat die Mundartdichtung an Bedeutung gewonnen. 2

In meiner Arbeit möchte ich zuerst eine kleine Übersicht über die österreichischen Mundarten bieten, genauer über die dialektgeogeographische Gliederung Österreichs. In diesem Kapitel beschäftige ich mich mit der geographischen Lage einzelner Gebiete und auch mit einigen grammatischen und phonetischen Merkmalen des Bairischen, insbesondere dann des Süd- und Mittelbairischen. Im weiterem möchte ich mich genauer der Geschichte der Wiener Mundart widmen, dabei ist es meiner Meinung nach wichtig auch den aktuellen Stand der Wiener Stadtsprache zu thematisieren. Anhand einiger Textproben versuche ich die Unterschiede zwischen Jargon und Wiener Dialekt zu erklären. Schließlich beschreibe ich die Aussprache samt einer Übersicht über die mögliche Verschriftlichung der mundartlichen Laute im Wienerischen.

Im zweiten Teil beschäftige ich mich mit der Geschichte der Wiener Mundartdichtung, ich versuche eine Übersicht über die bedeutendsten literarischen Träger des Wiener Idioms samt ihrer Werke vorzustellen, von den Anfängen im 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Ich möchte auf das Jahr 1958 genauer eingehen, das als das entscheidende Jahr in der Entwicklung der Wiener Literatur gilt. Ich betrachte die Schriftsteller als Träger des

zugänglich:

http://wien.orf.at/radio/stories/2687327/, KOCINA, Erich. Die Presse: Panorama Österreich. Diepresse.com: Rettet die Mundart:

Literatur

zugänglich:

2015-03-21].

1 „Sprechen Sie Wienerisch?“. Radio

Wien. Wien.orf.at [online].

2014,

2015,

8.

5.

Februar

März

[zit.

[zit.

2015-03-21].

[zit.

2015-03-21].

im

Dialekt [online].

2 AUSTRIA-Forum. Das Lexikon aus Österreich.

Aeiou.at [online].

mundartlichen Kulturerbes und versuche zu erklären, was sie dazu brachte, in der Mundart zu schreiben. War es nur die Liebe und Verbundenheit zur Heimat?

Im praktischen Teil analysiere ich ausgewählte einschlägige Texte mit Relevanz zum behandelten Themenbereich. Ich versuche die Art des Werkes zu analysieren, ob es sich um Lexikon/ Wörterbuch oder Lesebuch handelt, ich versuche die Zielgruppe und Verwendungszweck der Arbeit zu bestimmen und beantworte die Frage ob es sich um eine rein wissenschaftliche Arbeit handelt oder ob sie z. B. touristischorientiert ist. Ich beschäftige mich mit der formalen Seite des Werkes und mit der Motivation des Autors die Arbeit zu schreiben.

Zur Analyse verwende ich zugängliche Informationen, vor allem die veröffentlichten Gedankengänge und Reflexionen von Autoren, die in den Vorworten der Werke stehen. Zusätzlich beschreibe ich die formale Seite des Werkes. Inzwischen erlaube ich mir auch meine Gedanken und Reflexionen zu den jeweiligen Werken anzuführen, als eine Art Rezension. Es handelt sich um die folgenden Werke: Sprechen Sie Wienerisch? Von Adaxl bis Zwutschkerl von Peter Wehle, Wörterbuch der Wiener Mundart von Maria Hornung und Sigmar Grüner, Alt- Wienerisch von Mauriz Schuster, Wienerisch g´redt: Die Geschichte der Wiener Mundartdichtung von Dieter Schmutzer und Unsere Mundarten. Eine dialektkundliche Wanderung durch Österreich von Maria Hornung und Franz Roitinger.

1.

Übersicht über die österreichischen Mundarten

1.1. Die dialektgeographische Gliederung Österreichs

Österreich und Südtirol bilden den nach Südosten vorgeschobenen Teil des deutschen Sprachraumes, der seit dem Frühmittelalter durch das Vordringen der Baiern sukzessiv eingedeutscht wurde. Dieser Raum wurde im Westen und Südwesten von den Romanen und im Osten und Südosten von den Slaven besiedelt. Dadurch verbindet Österreich mit dem deutschen Sprachraum nur die westliche Grenze über Bayern. Den restlichen Teil umgeben sechs Fremdsprachen, wie z. B. Ungarisch, Slowakisch oder Tschechisch, wobei die südmährischen und südböhmischen Gebiete noch bis 1945 zum deutschen Sprachraum gehörten und erst die Vertreibung von Sudetendeutschen 1945/46 die Sprachgrenze an die Staatsgrenze heranrückte. 3 Bezüglich der dialektalen Grundlage gehört Österreich zum Bairischen. Die Grenze reicht von Tirol im Westen über Kärnten und die Steiermark im Süden und über Salzburg und Oberösterreich im Norden bis zum Burgenland und Niederösterreich im Osten. Anhand maßgeblicher lautlicher Kriterien gliederte sich das Bairische am Ende des 12. und Anfang des 13. Jahrhunderts mit Übergangszonen in drei Gebiete: Südbairisch, Mittelbairisch und Nordbairisch, wobei für Österreich und das naheliegende Osttirol nur zwei von diesen Gebieten relevant sind das Mittelbairische und das Südbairische. Der Westen von Österreich Vorarlberg, gehört zum alemannischen Dialektgebiet. Das Bairische und das Alemannische waren auf dem heutigen österreichischen Gebiet für die weitere Mundartentwicklung ausschlaggebend. 4

1.2. Das Bairische

Die Bezeichnung Bairisch reicht ins Mittelalter zurück und wird von der Bezeichnung für

Das Bairische gilt

als einer der größten Dialektverbände im Südosten des deutschen Sprachgebietes. Dieses

die Bewohner des Alpen- und Donaulandes, die Baiwaren, abgeleitet.

3 BESCH, Werner, GRUYTER, Walter de. Ergebnisse der Sprachgeschichtsforschung im Gesamtüberblick I. Pragmatische und soziologische Aspekte, Band 3, 2003, S. 2973, [online]. [zit. 2015-04-25]. Zugänglich:

https://books.google.cz/books?id=2OCgq3oHIMsC&printsec=frontcover&hl=cs&source=gbs_ge_summary_r&cad=0#v=onepag

e&q=dialektgeographische&f=false.

4 GIEGERICH, Marc. Bairische Sprache: Mundarten und Dialekte. [online]. 16. 12. 2013 [zit. 2015-03-05]. Zugänglich :http://www.bairische-sprache.at/Index/Bairischer%20Sprachraum.htm.

Gebiet umfasst die deutschen Regierungsbezirke Oberbayern, Niederbayern und Oberpfalz, Südtirol und das gesamte österreichische Gebiet außer Vorarlberg und Tiroler Außerfern. 5

1.2.1. Das Südbairische

Das Südbairische erstreckt sich über die Steiermark, Kärnten, Tirol und die italienische Südtirol. Im Vergleich mit dem Mittelbairischem steht das Südbairische durch die Bewahrung der Nebentonsilben und die Erhaltung der Fortes, mit großer Intensität gesprochener und mit gespannten Artikulationsorganen gebildeter Konsonanten (z. B. [p], [t], [k], [ß]), der Schriftsprache näher.

Mit Ausnahme des einheitlichen [p] im Anlaut werden Fortes und Lenes unterschieden, wie z.B. dåch neben tåg und das [k] wurde durch die zweite Lautverschiebung zu [kch], z.B. kchleə („Klee“), khuə („Kuh“). Als [g-] oder [gə-]/ [gi-]/ [gε-] bleibt die Vorsilbe <ge-> erhalten, z.B. gsungan und oder gətrunkchn. Aus folgenden Beispielen ist ersichtlich, dass auch auslautende Silben bewahrt werden, wie z. B. in: sune („Sonne“), hirwišt, hirwəst („Herbst“), pai tǡge („bei Tag“) (Osttirol). 6

1.2.2. Das Mittelbairische

Das Mittelbairische umfasst geographisch einen kleinen Teil der Steiermark, den Großteil von Salzburg, Burgenland, Oberösterreich, Niederösterreich und Wien. Bis 1945 wurde auch in Südmähren, Südböhmen und im Böhmerwald in mittelbairischen Dialekten gesprochen. Das Mittelbairische wird noch in Westmittelbairische und Ostmittelbairische untergliedert. Die Isoglosse 7 geht durch Oberösterreich in die westliche Richtung zur Staatsgrenze zwischen Deutschland und Österreich, diese Dialektgrenze verschiebt sich zunehmend durch den starken Einfluss des Wiener Dialekts. Eines der wichtigsten

5 HORNUNG, Maria, ROITINGER Franz. Unsere Mundarten. Wien: Österreichischer Bundesverlag für Unterricht, Wissenschaft und Kunst, 1950, 132s., s. 11.

6 HORNUNG, Maria, ROITINGER, Franz. Unsere Mundarten. Wien: Österreichischer Bundesverlag für Unterricht, Wissenschaft und Kunst, 1950, S. 15, POHL, Heinz. DIE KÄRNTNER (UND ÖSTERREICHISCHEN) MUNDARTEN. Webspace von heinz.pohl Heinz-Dieter Pohl in Klagenfurt [online]. 21. 11. 2013 [zit. 2015-03-07]. zugänglich: http://members.chello.at/heinz.pohl/Mundarten.htm.

7 „auf Sprachkarten Linie, die Gebiete gleichen Wortgebrauchs begrenzt“, In:

DUDEN online Wörterbuch. In: Duden.de [online]. [zit. 2015-03-09]. zugänglich:

Charakteristika des Mittelbairischen ist eine lautgesetzliche Entwicklung, die Konsonantenschwächung. Fortis-Laute werden zu Lenes geschwächt: [p] zu [b] (Pech zu Bech), [t] zu [d] (Tag zu Dǫg, Dǫch), [k] vor [l], [n] oder [r] wird zu [g] (Knecht zu Gnchd), auch wenn es sonst eine behauchte Lenis ist khua anstatt Kuh. Im weiterem werden auch Doppellaute zu Fortes, manchmal sogar zu Lenes geschwächt: ackern zu ǫkan, Hütte zu Hitn, Suppe zu Supm. Die Lenes bleiben entweder erhalten, werden zu Spiranten: Weber zu Wewa, lieber zu liawa, oder verstummen ganz: Bube zu Bua, Weib zu Wai, Krug zu Grui. Genauso wie die Schwächung von Konsonanten sind auch die Verschmelzungs- und Angleichungserscheinungen im Mittelbairischen sehr häufig zu begegnen: reden wird zu re´n, sieden zu sia´n oder seo´n, leben zu le´m und heben zu he´m. [Rl] und [d(e)l] verschmelzen zu silbischem [l] Nadel wird zu -l, Mädel zu Ma-l und ich fädle ein zu i fa-l ai/n. Die Vokalisierung des [l] und [r] ist ein weiteres bedeutendes Charakteristikum im Mittelbairischem. In der Praxis bedeutet es, dass aus [l] und [r] (in gewissen Stellungen) ein Vokal wird: Garten wird zu Gǫadn, Herz zu Haz, Wald zu Wǫüd, fallen zu fǫün und viel zu . Dies wird als eine Art Spracherleichterung angesehen. Auch beim Schwund der nebentonigen Vokale liegen ähnliche Prinzipien vor:

es betrifft z.B. das Präfix [ge-], wenn das Zeitwort aber mit [j], [l], [r], [s], [sch], [f] oder Vokal anlautet, wird das Präfix zu [g] verkürzt: gesungen wird zu gsunga. Ansonsten wird das [g] an den Wortstamm angeglichen und verschwindet ganz: gebunden wird zu buntn, getan zu dån. Die Endsilbenvokale werden ebenso weggelassen: Brücke wird zu Bruk und Hase zu Hǫs. Die [n] der schwachen Deklination bei weiblichen Substantiven wird in den Nominativ übertragen: Karte zu Kartn, Masse zu Masn, Lücke zu Lukn. 8

8 HORNUNG, Maria, ROITINGER Franz. Unsere Mundarten. Wien: Österreichischer Bundesverlag für Unterricht, Wissenschaft und Kunst, 1950, S. 13, GIEGERICH, Marc. Bairische Sprache: Mundarten und Dialekte. [online]. 16. 12. 2013 [zit. 2015-03- 09]. Zugänglich :http://www.bairische-sprache.at/Index/Bairischer%20Sprachraum.htm.

2.

Wienerisch

2.1. Die Geschichte der Wiener Mundart

Mit der Wiener Mundart verbindet man vor allem Stereotype: 9 Heurigenbetriebe und Buschenschenken, Wienerlied, Fiaker, Würstelstandl, Wirtshäuser, Schnurrbärte und Vokuhilas 10 .

Doch die Geschichte dieser Stadtmundart reicht in gewisser Hinsicht bis in die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts zurück - Frühe siedlungsgeschichtliche Spuren verraten bereits keltische Elemente. Aus dieser Zeit kommt auch die ursprüngliche Bezeichnung für die Stadt Wien. Die mittelalterliche Form „Wenia“ wird auf die keltisch-romanische Form Vedunia“ zurückgeführt. 11 Die Bezeichnung bedeutet Waldbach“, heutzutage der Fluss Wien. 12

Eine Periodisierung der historischen Wiener Mundart ist aus mehreren Gründen problematisch. Eine mögliche Aufteilung wurde von Walter Steinhauser vorgeschlagen, und in der Zeitschrift für Mundartforschung im Aufsatz: 250 Jahre Wienerisch, veröffentlicht. 13 Am Wiener Hof zur Maria Theresias Zeiten wurde vom Hochadel und von der Erzherzogin selbst Mundart gesprochen. 14 Diese Zeitspanne bezeichnet Steinhauser als „Rokokowienerisch“ oder „Schnörkelwienerisch“. Die Epoche der Herrscher Kaiser Franz und Ferdinand wird „Altwienerisch“ genannt, als „Neuwienerisch“ bezeichnet man die Zeit des Kaisers Franz Josephs. Für die Epoche seit dem Jahr 1920 gilt die Bezeichnung „Jungwienerisch“. 15

9 MINKIN, Christa, USSLAR, Maria von. Der Standard: Panorama Wien. DerStandard.at [online]. 2014, 16. September [zit. 2015-03-23]. zugänglich: http://derstandard.at/2000005459827/Wiener-Dialekt. 10 „Frisur, bei der die Haare vorn ziemlich kurz und im Nacken deutlich länger getragen werden“, In:

DUDEN online Wörterbuch. In: Duden.de [online]. [zit. 2015-03-09]. zugänglich:

11 CSENDES, Peter. Das Werden Wiens- die Siedlungsgeschichtliche Grundlage, Wien- Geschichte einer Stadt von den Anfängen bis zur Ersten Türkenbelagerung, Wien, Böhlau, 2001.

12 PIPPAL, Martina. Kleine Kunstgeschichte Wiens, München 2000, S. 17.

13 STEINHAUSER, Walter. 250 Jahre Wienerisch. Zur Geschichte einer Stadtmundart, In: Zeitschrift für Mundartforschung: Juli 1953, 3. Ausgabe, S. 163.

14 KRANZMAYER, Eberhard. Die bairischen Kennwörter und ihre Geschichte. Wien 1960, S. 16., SCHUSTER, Mauriz, SCHIKOLA, Hans. Sprachlehre der Wiener Mundart. Wien: Österreichischer Bundesverlag, 1984, S. 8.

15 HORNUNG, Maria, GRÜNER, Sigmar. Wörterbuch der Wiener Mundart . 2., erw. und verb . Aufl. mit mehr als 1000 neuen Stichwörtern und Ergänzungen. Wien, 2002, S. 10, 11.

Die Verhältnisse am Wiener Hof haben sich im Laufe des Jahrhunderts deutlich geändert und die Adeligen und das Großbürgertum hörten langsam auf, ihre Mundart im vollen Umfang zu verwenden, stattdessen verbreitete sich eine mundartlich gefärbte Aussprache des Hochdeutschen. Früher als volkstümliche Ausdrücke bezeichnete Wörter wurden nun als derb und altväterisch empfunden und durch neue Schriftwörter ersetzt. Die alte Volksmundart hat immer mehr an Bedeutung verloren, nicht nur am Wiener Hof, sondern auch in kleinbürgerlichen Kreisen. Die Schriftsprache hat sich besonders durch den Schulunterricht, Lektüre, Theaterbesuch und letztlich im täglichen Umgang durchgesetzt. Im Kultur- und Verkehrszentrum der Monarchie hat sich bereits eine Art Umgangssprache entwickelt, die als eine Übergangsform zwischen Mundart und Hochsprache betrachtet werden kann. 16

Manche Ausdrücke, die noch in den 40. - 50. Jahren des 20. Jahrhunderts in Wien gebraucht wurden, sind heutzutage nur mehr in den Bauernmundarten gebräuchlich. Das Wienerische ist lexikalisch den Landmundarten sehr nahe, dies zeigt auch der Gebrauch älterer Ausdrücke, die vor noch nicht so langer Zeit in Wien verwendet wurden. Es handelt sich manchmal um Wörter, die im Mittelhochdeutschem belegt sind, die aber in der neuhochdeutschen Schriftsprache völlig fehlen: Der Ausdruck für das Wort Bett, in Wien scherzhaft Flᶒdricha’l 17 (Flohtrühelein) genannt, heißt oft auch Niasschschl. 18 Mit dem Zerfall der Habsburgermonarchie sind im Laufe der Zeit durch entsprechende außersprachliche Veränderungen viele Wörter ganz verschwunden: z.B. der Bosniak Verkäufer von Feuerzeugen, Uhren, Ringen uä. bosnischer Abstammung, der Kochlöffl- Kråwåt Kochlöffelkroate, ein herumziehender Straßenhändler, der gewöhnlich kein Kroate, sondern ein Slowake war, und viele andere. 19

16 HORNUNG, Maria, GRÜNER, Sigmar. Wörterbuch der Wiener Mundart . 2., erw. und verb . Aufl. mit mehr als 1000 neuen Stichwörtern und Ergänzungen. Wien, 2002, S. 10, 11. 17 HORNUNG, Maria, ROITINGER Franz. Unsere Mundarten. Wien: Österreichischer Bundesverlag für Unterricht, Wissenschaft und Kunst, 1950, S. 18.

18 HORNUNG, Maria, ROITINGER Franz. Unsere Mundarten. Wien: Österreichischer Bundesverlag für Unterricht, Wissenschaft und Kunst, 1950, S. 18, 19

19 SCHUSTER, Mauriz. Alt-Wienerisch. ein Wörterbuch veraltender und veralteter Wiener Ausdrücke und Redensarten . Wien:

Österreichischer Bundesverlag, 1984.

2.2. Die Wiener Stadtsprache

„Die Wiener Stadtsprache bildet keine Einheit und das Wienerische schlechthin gibt es nicht, die Unterschiedlichkeit der Sprache beruht auf der Differenzierung der Gesellschaft in verschiedene Gruppen. Die Sprache ist das Kommunikationsmittel und Ausdrucksmittel der Gesellschaft.“ 20 Die Stadt weist eine komplexe soziale Struktur auf. Für die Differenzierung sind unter anderem die Bildung und der Beruf relevant. In Österreich kann von einer Entwicklung der Gesellschaft zu einer „nivellierten Mittelschichtstruktur“ nicht die Rede sein. Die fünf sozialen Klassen teilt man folgendermaßen auf: Als die sogenannte gehobene Mittelschicht bezeichnet man die Unternehmer, Freiberufler, leitende und hoch qualifizierende Angestellte und Beamte. Zu der unteren Mittelschicht gehören einfache und mittlere Angestellte und Beamte. Andere Selbstständige und Facharbeiter bezeichnet man als die gehobene Arbeiterschicht, hiermit sind z.B. gelernte Arbeiter, Selbstständige und Unselbstständige in der Landwirtschaft gemeint. 21 Zwischen diesen einzelnen Gruppen gibt es heute keine strengen Abgrenzungen sondern fließende Übergänge. Die Soziologie spricht daher von Sozialnetzwerken in die die einzelnen Gruppen gebunden sind. 22

Eine ähnliche Gliederung kann man auch zur Gliederung von Sprachschichten, den sogenannten Varietäten 23 der Sprache, anwenden. Die Gliederung hat (im Hinblick auf die vorliegende Thematik) zwei ausgeprägte Pole: Die Schriftsprache, die natürlich auch mündlich verwendet wird und für die die volkstümliche Bezeichnung Hochdeutsch oder

20 WIESINGER, Peter. Stand und Entwicklung der Wiener Stadtsprache - 1. Teil [online]. Wien, VHS Floridsdorf, Angererstraße [Aufnahmeort], 2003.01.29 [zit. 2015-03-14]. zugänglich: http://www.oesterreich-am-wort.at/treffer/atom/05560914-0F6-000B5- 00000838-055599C3/page/list/o/0/. Vortrag von Peter Wiesinger, UNI Wien.

21 HALLER, Max. Soziale Ungleichheit in Österreich, Die österreichische Gesellschaft, Sozialstruktur und sozialer Wandel,

2015-03-23].

22 WIESINGER, Peter. Stand und Entwicklung der Wiener Stadtsprache - 1. Teil [online]. Wien, VHS Floridsdorf, Angererstraße [Aufnahmeort], 2003.01.29 [zit. 2015-03-14]. zugänglich: http://www.oesterreich-am-wort.at/treffer/atom/05560914-0F6-000B5- 00000838-055599C3/page/list/o/0/. Vortrag von Peter Wiesinger, UNI Wien. 23 geographischer Raum → DIALEKTE (gilt auch für Standardsprache und geschriebene Sprache!) soziale Gruppe → Geschlecht, sozialer Status, Bildung des Partners etc. = SOZIOLEKTE

Frankfurt

am

Main/

New

York,

2008,

[online].

[zit.

Schriftdeutsch üblich ist. Die Schriftsprache hat gewisse Regeln, die durch die Grammatik und Wörterbücher bezüglich ihrer Verwendungsweise festgelegt sind. 24

Auf der anderen Seite steht als Gegenpol der Dialekt, als gewachsene, örtlich fixierte, v.a. mündlich realisierte Sprachform. Sie ist nicht regellos, ist jedoch in der Rechtsschreibung in keiner normativen Grammatik für die Sprecher verbindlich festgelegt. Eine Art innere Norm wird in der Gemeinschaft gepflegt und wird jeweils von einer Generation zur nächsten weitergegeben. Als ein „Verbindungsstück“ 25 zwischen der Hochsprache und dem Dialekt bildete sich im Laufe der vergangenen etwa 250 Jahre die sogenannte Umgangssprache heraus. 26

Als derbes Idiom gegenüber dem klassischen bürgerlichen Wiener Dialekt steht der Jargon, der als eine Art Übersteigerung des Wiener Dialekts gilt. Der Jargon wird im Kreis einer bestimmten sozialen Gruppe benutzt. Sprachhistorisch gesehen entwickelte sich der Jargon auch unter einem starken tschechischen und jiddischen Einfluss und wurde vor allem in den Kreisen der Unterschicht gesprochen. Die Grenze zwischen Jargon und Dialekt ist im Einzelnen schwierig festzulegen, die Übergänge zwischen den beiden Sprachvarietäten sind fließend. Der Unterschied liegt vor allem in der Intonation und der Lexik. Der Lautstand bleibt unverändert. 27

Auf dieser Grundlage kann man ein gewisses Modell der Wiener Stadtsprache skizzieren, die aus vier Sprachvarietäten besteht: Jargon, Dialekt, Umgangssprache und das österreichische Standarddeutsch. 28 Geographisch hat sich die Verwendung des Wienerischen auch auf die naheliegenden Dörfer um Wien ausgedehnt, als Beispiel dient

24 GLAUNINGER, Manfred. VO Variation des Deutschen in Österreich, Universität Wien, SS 2011. [online]. [zit. 2015-04-05]. zugänglich: http://www.univie.ac.at/iggerm/files/mitschriften/Variation_des_Deutschen_in_%C3%96sterreich-Glauninger-

SS11.pdf.

25 WIESINGER, Peter. Stand und Entwicklung der Wiener Stadtsprache - 1. Teil [online]. Wien, VHS Floridsdorf, Angererstraße [Aufnahmeort], 2003.01.29 [zit. 2015-03-14]. zugänglich: http://www.oesterreich-am-wort.at/treffer/atom/05560914-0F6-000B5- 00000838-055599C3/page/list/o/0/. Vortrag von Peter Wiesinger, UNI Wien.

26 WIESINGER, Peter. Stand und Entwicklung der Wiener Stadtsprache - 1. Teil [online]. Wien, VHS Floridsdorf, Angererstraße [Aufnahmeort], 2003.01.29 [zit. 2015-03-14]. zugänglich: http://www.oesterreich-am-wort.at/treffer/atom/05560914-0F6-000B5- 00000838-055599C3/page/list/o/0/. Vortrag von Peter Wiesinger, UNI Wien.

27 WIESINGER, Peter. Stand und Entwicklung der Wiener Stadtsprache - 1. Teil [online]. Wien, VHS Floridsdorf, Angererstraße [Aufnahmeort], 2003.01.29 [zit. 2015-03-14]. zugänglich: http://www.oesterreich-am-wort.at/treffer/atom/05560914-0F6-000B5- 00000838-055599C3/page/list/o/0/. Vortrag von Peter Wiesinger, UNI Wien.

28 WIESINGER, Peter. Stand und Entwicklung der Wiener Stadtsprache - 1. Teil [online]. Wien, VHS Floridsdorf, Angererstraße [Aufnahmeort], 2003.01.29 [zit. 2015-03-14]. zugänglich: http://www.oesterreich-am-wort.at/treffer/atom/05560914-0F6-000B5- 00000838-055599C3/page/list/o/0/. Vortrag von Peter Wiesinger, UNI Wien.

das Meidlinger [l], das heutzutage nicht mehr nur im 12. Wiener Gemeindebezirk Meidling gesprochen wird. Vielfältige Variationen des Wienerischen bestehen eher nach dem sozialen Stand, Beruf oder Anlass. Eine territoriale Aufteilung ist zu dem heutigen Zeitpunkt nicht bekannt. 29

Um nun zu zeigen, wie das Wienerische auf den Ebenen des Jargons und Dialekts ausschaut, möchte ich anhand von Texten diese zwei Sprachformen praktisch illustrieren:

Das Wienerische auf der dialektalen Ebene ist im Werk „Konfetti. Ein Werk für frohe Weste“ aus dem Jahr 1966 von dem österreichischen Lyriker und Sprachkünstler Alfred Josef Ellinger zu belegen:

„Gu’n Tag! – Was an’da alls Übern Weg renna tuat! Tag. Kenn i an net. Tag. A non et gsehgn. Tag! geh, habts mi gern. Tag. detto.

Habe die Ehre! – der geht mi a a’. Hochachtung! möchte wissn vur was. Verehrung! möcht wissn warum! Kompliment! – denk d’r’s’gleiche. Ergebenheit! ja, pfeifn! Tag! – I übersiedl in Wald.“ 30

Im Partizip Perfekt wird im Dialekt die Vorsilbe [ge-] nur als [g-] verwendet, z. B. gsehgn. Dem eigentlichen Verb wird oft noch das Verb tun vorangesetzt bzw. nachgefügt, z. B. renna tuat. Falls dem Vokal [a] der Konsonant [l] folgt, wird das ganze als [oi] ausgesprochen, Woid hochdeutsch Wald, das [l] in Wald wird zu einem [i], immer am Schluss einer Silbe nach [a], [o] oder [u]. Das [ch] im Auslaut entfällt: i, a, mi hd. ich, auch, mich. 31

Am Anfang der 70er Jahre, 1971, erschien das Buch von Wolfgang Teuschl „Da Jesus und seine Hawara“. Das Buch, das als Skandal seiner Zeit betrachtet wurde, waren Abschnitte

29 BESCH, Werner, GRUYTER, Walter de. Ergebnisse der Sprachgeschichtsforschung im Gesamtüberblick I. Pragmatische und soziologische Aspekte, Band 3, 2003, S. 2973, [online]. [zit. 2015-04-25]. Zugänglich:

https://books.google.cz/books?id=2OCgq3oHIMsC&printsec=frontcover&hl=cs&source=gbs_ge_summary_r&cad=0#v=onepag

e&q=dialektgeographische&f=false. 30 SCHMUTZER, Dieter. Wienerisch g´redt. Die Geschichte der Wiener Mundartdichtung, Mundartfreunde Österreichs, Verlag der Apfel, Wien 1993, S. 205, 206.

31 SCHIKOLA, Hans. Schriftdeutsch und Wienerisch, Österreichischer Bundesverlag, Wien 1954, S. 36.

aus allen vier Evangelien, die ins Wienerische übertragen wurden. In den Augen der Kritiker sorgte die Tatsache für Aufregung, dass die Heilige Schrift ins „Pülcherjargon“ übertragen wurde. Teuschl hat es als eine Art Stilmittel angesehen und hat sich mehr auf die Sprache als auf den religiösen Inhalt konzentriert. 32 „denn auch Jesus predigte in einfacher Sprache in aramäischem Dialekt zu einfachen und einfachsten Leuten“. 33

Und wie r a amoe bei n Sää draussd umadumschdrawanzd is, hod a in Simon und sein Bruadan, in Andreas, droffm, de haum duat grod eanare Nezz ins Wossa eineghengd. De woan nemlich Fischa. Und da Jesus hod zu eana xogd“: „Kumz mid, i bring eich bei, wia ma Leid fischn duad.34

In der lautlichen Realisierung zeichnet sich der Text durch eine etwas gepresste Artikulation mit einem gewissen Ziel, durch das breite Meidlinger [l] und mit gegen Satzende relativ wenig Melodie aus. Der Wortakzent liegt nicht unbedingt auf der Stammsilbe, wie es in der Standardsprache üblich ist. Die betonten Silben werden hervorgehoben. Der Wortschatz ist charakteristisch für den Jargon, z. B. Hawara für („Freund“). Umadumschdrawanzd“ gehört eher schon zum Dialekt“ 35 Stellen kann („stellen“) und („stehlen“) bedeuten. Die Jargon Formen gehen generell, nicht unbedingt in diesem Beispiel, auf den starken Einfluss des Tschechischen zurück. 36

2.3. Übersicht

über

die

charakteristischen

Verschriftlichung des Wienerischen

Lautelemente

und

die

Die Aussprache und die Lautschrift im Wiener Dialekt ist schon allein aufgrund der großen Vielfalt der verschiedenen Vokale ein sehr komplexes Thema. Ich fasse im Folgenden die Lautung der bedeutendsten Vokale und Konsonanten übersichtlich zusammen, wozu ich insbesondere die Elemente der Teuthonista Lautschrift verwende. Dieses

32 SCHMUTZER, Dieter. Wienerisch g’redt. Die Geschichte der Wiener Mundartdichtung, Mundartfreunde Österreichs, Verlag der Apfel, Wien 1993, S. 149. 33 SCHMUTZER, Dieter. Wienerisch g’redt. Die Geschichte der Wiener Mundartdichtung, Mundartfreunde Österreichs, Verlag der Apfel, Wien 1993, S. 149.

34 TEUSCHL, Wolfgang. Da Jesus und seine Hawara, Markus 1, [online], [zit. 2015-04-15], zugänglich:

http://www.bildspur.at/wienerisch/sites/texte/teusch1.html.

35 WIESINGER, Peter. Stand und Entwicklung der Wiener Stadtsprache.

36 SCHMUTZER, Dieter. Wienerisch g’redt. Die Geschichte der Wiener Mundartdichtung, Mundartfreunde Österreichs, Verlag der Apfel, Wien 1993, S. 367, 368, WIESINGER, Peter. Stand und Entwicklung der Wiener Stadtsprache.

Transkriptionssystem wird auch im Wörterbuch der Wiener Mundart 37 von Maria Hornung und Sigmar Grüner und der Sprachlehre der Wiener Mundart 38 von Hans Schikola benutzt, welches für das folgende Kapitel ausschlaggebend ist. Diese Lautschrift basiert auf den Erfahrungen der „Wiener mundartkundlichen Schule“, ist aber um einiges einfacher. 39

Eines der auffälligsten Merkmale des Wiener Dialekts ist die „Wiener Monophthongierung“. Es handelt sich um ein Lautgesetz des Wienerischen. All jene Diphthonge, die historisch auf mhd. langes /î/ und /û/ zurückzuführen sind, werden im Dialekt zu [e:] und [o:] monophthongiert, z. B. Wein, Zeit, Haus, auf, aus. Diphthonge, die auf mhd. /ei/ und /ou/ zurückzuführen sind, werden im Wienerischen zu [a:], z. B. Leiter, breit, Traum, Baum. Durch die Wiener Monophthongierung trifft der Wiener Dialekt eine Unterscheidung, die die Standardsprache nicht kennt. 40

Die Vokale sind im heutigen Wienerischen gewissermaßen „auffälligerals die Konsonanten. [a] das helle /a/, Achkhattsl („Eichkätzchen“), Radl („Rädchen“). In Nebensilben 41 bezeichnet das <a> einen a ähnlichen Schwa-laut, z. B. renna („rennen“).

[å] das schriftsprachliche /a/ vor /m/ und /n/, schlåmpad („schlampig“).

[ᶒ] offenes /e/ für schriftsprachliches <e> oder <ö>, bᶒtn („ betten“), rweln („rebeln“).

[e] geschlossenes /e/ für schriftsprachliches <e>, manchmal auch <ä> oder <ö>, wird mit

engerer gespannterer Lippenstellung ausgesprochen, Besn („Bessen“), Weda („Wetter“).

[ǫ] offenes /o/, das ein schriftsprachliches <a> bezeichnet, Wǫssa („Wasser“).

37 HORNUNG, Maria, GRÜNER, Sigmar. Wörterbuch der Wiener Mundart. 2., erw. und verb. Aufl. mit mehr als 1000 neuen Stichwörtern und Ergänzungen. Wien, 2002. 38 SCHIKOLA, Hans. Sprachlehre der Wiener Mundart. Wien: Österreichischer Bundesverlag, 1984 39 PATOCKA, Franz. Theorie und Praxis der Dialektologie, Vorlesung and der Universität Wien, 2008 [online]. [zit. 2015-04- 28]. zugänglich: http://www.univie.ac.at/Germanistik/studententexte/patocka/dialektologie-ss08.pdf, HORNUNG, Maria, GRÜNER, Sigmar. Wörterbuch der Wiener Mundart. 2., erw. und verb. Aufl. mit mehr als 1000 neuen Stichwörtern und Ergänzungen. Wien, 2002.

40 MOOSMÜLLER, Sylvia, VOLLMANN Ralf. 'Natürliches Driften' im Lautwandel: die Monophthongierung im österreichischen Deutsch, Zeitschrift für Sprachwissenschaft 20/1: 42-65, Institut für Sprachwissenschaft der Karl-Franzens- Universität Graz [online]. 2001 [zit. 2015-03-24]. zugänglich: http://www.uni-graz.at/~vollmanr/pubs/VR2001D02_driften.html.

41 Eine Nebensilbe ist diejenige Silbe in einem Wort, die nicht akzenttragend ist, z. B. ge- und -en in ge-zog-en.“ In: AD FONTES, Eine Einführung in den Umgang mit Quellen im Archiv, Universität Zürich, [online]. 2001 [zit. 2015-04-25]. zugänglich: http://www.adfontes.uzh.ch/1.

[o] geschlossener /o/ Laut für schriftsprachliches <o>, die Lippen sind enger und

gespannter, Brod („Brot“), Grod („Kröte“), Goid („Gold“).

[ǫ̈] offenes, ungespanntes /ö/ für schriftsprachliches <e> vor <l>, Mǫ̈ („Mehl“), Gǫ̈d

(„Geld“), hǫ̈ („ hell“).

[ö] geschlossenes, gespanntes <ö> für schriftsprachliches <e> vor <l>, Ölend („Elend“), („Hölle“).

[ei] Der /ei/ Laut ist der Schriftsprache ähnlich, entspricht auch <ei>, <ai>, <eu>,

<äu>, Eis („ Eis“), neich („neu“), Hei („ Heu“), Meis („Mäuse“).

[äu] unterscheidet sich etwas vom schriftsprachlichen [eu] und [äu], die Aussprache erfolgt eher folgend: [åö], Bäu („Ball“), Mäu („Maul“).

[ia] Zwielaut, dessen zweiter Teil ein abgeschwächtes /a/ ist, das aus dem altem /ie/ oder

/üe/ entstanden ist und in der Schriftsprache als solches enthalten blieb (manchmal auch als

<ü>), Liad („Lied“), Bfiatigod („Behütte-dich-Gott“), Biachchl („Büchlein“). [ua] Zwielaut, sein zweiter Teil ist ein Schwa-Laut, das in bestimmten Fällen dem schriftsprachlichen <u> entspricht, guad („gut“), gnua („genug“). [ᶒa] Zwielaut, der aus /ia/ vor /n/ und /m/ entstanden ist, ᶒana („ihnen“), Wᶒana („Wien“). 42

„Wenn sich die betonte Silbe eines Wortes nicht eindeutig von selbst ergibt, wird sie durch einen Akzent (´) hervorgehoben; ansonst gilt Betonung auf der ersten Silbe […auf dem Präfix].“ 43 Bei der Übersicht von Konsonanten sind zwei wichtige Tatsachen zu erwähnen. Im Wortanlaut wird im Wienerischen kein Unterschied zwischen [b] und [p] und zwischen [t] und [d] gemacht. In der Praxis spricht man dazwischen stehende Lauteinheit zwischen weichem und hartem Verschlusslaut (Okklusivlaut). Ein weiches [b], [d] oder [g] und ein hartes [p], [t] oder [k] wird jeder nach einer langen Silbe weich und nach einer kurzen Silbe hart ausgesprochen, z.B. „geh weg“, wird mit [k] als Gᶒh wek ausgesprochen, weil

42 SCHIKOLA, Hans. Sprachlehre der Wiener Mundart. Wien: Österreichischer Bundesverlag, 1984, S. 27, 28, HORNUNG, Maria, GRÜNER, Sigmar: Wörterbuch der Wiener Mundart . 2., erw. und verb. Aufl. mit mehr als 1000 neuen Stichwörtern und Ergänzungen. Wien, 2002, S. 19,20.

43 HORNUNG, Maria, GRÜNER, Sigmar. Wörterbuch der Wiener Mundart . 2., erw. und verb . Aufl. mit mehr als 1000 neuen Stichwörtern und Ergänzungen. Wien, 2002, S. 19,20.

das /e/ kurz ist. Umgekehrt ist das im Wort „der Weg“, wo das /e/ lang ist und darum als We:g auszusprechen ist. 44 [kh] als schriftsprachliches <k> mit verdeutlichter Aspiration, im Anlaut vor Vokal gebraucht Khua („Kuh“), im Inlaut zwischen Vokalen oder vor Nasal, Liquid wird der Fortislaut /k/ als <ck> geschrieben Hǫckn („Hacke“).

[f] wird für den Lenislaut /f/ gesetzt, auch bei Wörtern, wo ein schriftsprachliches <v>

steht Fǫda („Vater“), Fogl („Vogel“).

[ff] für den entsprechenden Fortis, Bfeffa („Pfeffer“).

[ds] wird für den stimmhaften alveolaren Frikativ /z/ verwendet, Hoids („Holz“).

[ts]

das schriftsprachliche <z>, ein [t] das direkt in ein [s] übergeht, sitssn („sitzen“).

[s]

für das schriftsprachliche <s>, Hǫs („Hase“) und <ss> Wǫssa („Wasser“), wǫkssn

(„wachsen“). Das flache hochsprachliche [l], Lebm („Leben“), Khilo („Kilo“). Das monolaterale (apikal-dentale) sg. Meidlinger [ɫ], Radla („Radler“), Madl („Mädchen“), Bladl („Blättchen“). 45 Die letzte /l/-Variante gilt als Besonderheit des Donaubairischen und vor allem die Übertragung des [dl] in den Anlaut gilt als Wiener Spezialität. 46 „Nach den Lippenlauten [p], [b], [m] und [f] ist [l] im Auslaut im Wienerischen vokalisiert: Für „Häuptl“ (Salat- oder Krautkopf) hört man Happi oder Happe neben dem mehr verkehrssprachlichen Happl. Manche Mundartdichter schreiben unter dem Eindruck einer leichten Rundung durch den vorangehenden Labial auch [ü] und [ö] für diesen schwachtonigen Vokal.47

44 HORNUNG, Maria, GRÜNER, Sigmar. Wörterbuch der Wiener Mundart . 2., erw. und verb . Aufl. mit mehr als 1000 neuen Stichwörtern und Ergänzungen . Wien, 2002, S. 20, 21, SCHIKOLA, Hans: Sprachlehre der Wiener Mundart. Wien:

Österreichischer Bundesverlag, 1984, S. 27, 28.

45 HORNUNG, Maria, GRÜNER, Sigmar. Wörterbuch der Wiener Mundart . 2., erw. und verb . Aufl. mit mehr als 1000 neuen Stichwörtern und Ergänzungen . Wien, 2002, S. 20, 21, SCHIKOLA, Hans: Sprachlehre der Wiener Mundart. Wien:

Österreichischer Bundesverlag, 1984, S. 28.

46 HORNUNG, Maria, GRÜNER, Sigmar. Wörterbuch der Wiener Mundart . 2., erw. und verb . Aufl. mit mehr als 1000 neuen Stichwörtern und Ergänzungen. Wien, 2002, S. 21, 22.

47 HORNUNG, Maria, GRÜNER, Sigmar. Wörterbuch der Wiener Mundart. 2., erw. und verb . Aufl. mit mehr als 1000 neuen Stichwörtern und Ergänzungen. Wien, 2002, S. 21, 22

3.

Die Geschichte der Wiener Mundartdichtung

3.1. Das Wiener Idiom in ausgewählten Werken der bedeutendsten Autoren von Anfängen der Mundartdichtung im 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart

Von einer Mundartdichtung kann erst die Rede sein, wenn als Gegensatz eine Schriftsprachedichtung zur Verfügung steht. Z. B. die Weltchronik von Jans Enikel (Wiener Staatsbürger) zeichnet sich durch regionale sprachliche Eigenheiten, doch da es um diese Zeit noch keine überregionale, einheitliche deutsche Schriftsprache existierte, kann von einer Mundartdichtung, aus der heutigen Sicht beobachtend, noch nicht gesprochen werden. Ab dem 15. Jahrhundert beeinflussten vor allem die Prager und die Wiener Hofkanzlei die Konstituierung und die Entwicklung der heutigen neuhochdeutschen Schriftsprache. 48 „Dialektliteratur als regionale Abweichung von literarischer Normsprache kann erst mit der Reglementierung der deutschen Sprache im 16. Jahrhundert einsetzen. Dies gilt auch für die Wiener Mundartliteratur.“ 49

Wolfgang Schmeltzl (1500- 1557), der als Vorläufer der neuen Vorgehensweise in der Dichtung gilt, schrieb bewusst in der „österreichisch-teutschen“ Sprachvarietät. Im Jahr 1548 veröffentlichte er seinen Lobspruch der Stadt Wien (Lobspruch der Hochlöblichen weitberühmbten Khüniglichen stat Wienn in Österreich). In diesem Werk erwähnt Schmeltzl unter anderem auch die besondere Rolle der Musik für die Wiener. Die Darstellung des Wienerlieds als verbindenden Mittels der Gesellschaft über die Jahrhunderte hinweg gewann somit an Bedeutung. 50

Im frühen 17. Jahrhundert erwarb sich der Augustinermönch Ulrich Megerle Verdienste um die Verbreitung der Wiener Mundart, in dem er in seinem Roman Judas der Erzschelm, der Schrift Auf, auf, ihr Christen (1683) und der Predigtsammlung Mercks Wienn! (1680) seine ungewöhnliche Sprachkraft und Phantasie wirken ließ. 51

48 SCHMUTZER, Dieter. Wienerisch g’redt. Die Geschichte der Wiener Mundartdichtung, Mundartfreunde Österreichs, Verlag der Apfel, Wien 1993, S. 18, 19.

49 SCHMUTZER, Dieter. Wienerisch g’redt. Die Geschichte der Wiener Mundartdichtung, Mundartfreunde Österreichs, Verlag der Apfel, Wien 1993, S. 47.

50 SCHMUTZER, Dieter. Wienerisch g’redt. Die Geschichte der Wiener Mundartdichtung, Mundartfreunde Österreichs, Verlag der Apfel, Wien 1993, S. 49, 50.

51 SCHMUTZER, Dieter. Wienerisch g’redt. Die Geschichte der Wiener Mundartdichtung, Mundartfreunde Österreichs, Verlag der Apfel, Wien 1993, S. 60.

Die Funktion des Dialekts in dieser Zeit war mehr ein Versuch die sozial niedrigeren Schichten anzusprechen. Seinen festen Platz hatte der Dialekt vor allem in den Dramen, mit der Funktion bestimmte Sprecher, meistens Bauern, zu charakterisieren und humoristisch-parodistische Wirkungen zu erzielen. Den ersten Höhepunkt erreichte die Mundartdichtung im Raum Österreich erstmals durch die von Josef Anton Stranitzky erschaffene Figur des Hanswurstes. Diese Figur spricht den Salzburger Bauerndialekt. Gottfried Prehauser und Josef Felix Kurz ließen sich inspirieren und wandelten den Salzburger- in den Wienerdialekt um, stellten Wortspiele und geistreiche Pointen in den Mittelpunkt, wie dies für die Altwiener Volkskomödie typisch sein sollte. Somit gewann Wien seinen Hanswurst, der als Sinnbild des Wiener Volksstückes galt. 52

Philipp Hafner (1731- 1764) war einer der bedeutendster Autoren des Wiener Volkstheaters, der auch als Parodist tätig war. In Evakathel und Schnudi oder die Belagerung von Ypsilon (1764) verspottete er mit Hilfe des Wienerischen die Alexandrinertragödie des Barockzeitalters. Hafner legte zwei neue Grundsteine in der Geschichte des Wiener Volkstheaters. Erstmal stellte er eine neue Figur vor, die die gesellschaftlichen Zustände in Wien kommentiert: den Kaschperl. Zweitens legt er einen Grundstein für das Zauber- und Feenstück. Das Wiener Volkstheater gewann große Popularität, es wurde das Leopoldstädter-, Josefstädter- und das Theater an der Wien eröffnet. 53

Das wienerische Idiom zeigt sich auch in den Werken von Ferdinand Raimund (1790- 1836). Raimund verfasste zahlreiche Bühnenwerke, in denen überirdische Wesen eine Rolle spielen. Seine Stücke sind moralisierend, Ironie wechselt mit Humor, melancholisches mit handfestem und die Figuren benehmen sich vorbildlich. Im anderen Fall, wie z. B. in seinem Zauberspiel Der Alpenkönig und der Menschenfeind wird die

52 AUSTRIA-Forum. Das Lexikon aus Österreich. Aeiou.at [online]. [zit. 2015-04-03]. zugänglich:

http://www.aeiou.at/aeiou.encyclop.m/m917197.htm, SCHMUTZER, Dieter: Wienerisch g´redt. Die Geschichte der Wiener Mundartdichtung.

53 SCHMUTZER, Dieter. Wienerisch g’redt. Die Geschichte der Wiener Mundartdichtung, Mundartfreunde Österreichs, Verlag der Apfel, Wien 1993, S. 59, 60.

derbe Figur des wohlhabenden Gutsbesitzer Herren von Rappelkopf geläutert. Raimund verband Märchen mit Realität und seine Stücke begeisterten das Volk. 54

Anders als Raimund zeigt Johann Nepomuk Nestroy (1801- 1862) in seinen Werken geistvolle Ironie und desillusionierende Skepsis. Als Sprachkünstler schafft er in Dialekt den menschlichen Schwächen einen Spiegel vorzuhalten. Nestroy übertrug französische Lustspielliteratur ins Wienerische. Den Höhepunkt seines Schaffens bildeten die Jahre 1838 1844, in denen so populäre Stücke entstanden wie Der Talisman (1840), Das Mädl aus der Vorstadt (1841) und Einen Jux will er sich machen (1842). Seine Stücke leben mehr von der Darstellung des Kleinbürgertums und die Feen und Geister haben keinen Platz mehr in seinen Stücken. Mit Nestroy endet die Ära des komisch-unterhaltsamen Wiener Volkstheaters. 55

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sind noch drei wichtige Namen zu erwähnen:

Arthur Schnitzler (1862- 1931), Hermann Bahr (1863- 1934) und Hugo von Hofmannsthal (1874- 1929). Diese drei Autoren geben ein Bild von der Wiener Gesellschaft ihrer Zeit, alle drei sind sprachlich mit Wien verbunden und die Figurenwahl entspricht dem Typus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. 56

Arthur Schnitzler, ein Wiener Bürger hatte zu Wien eine sehr starke Beziehung, das sich auch in seinen Werken spiegelte. Er hat sich sogar nie länger als notwendig aus der Stadt Wien entfernt. Schnitzler verstand Wien als Experiment, seine Werke sind frei von Sentimentalität und stark durch die Medizin beeinflusst, wozu ihm die Freundschaft mit Sigmund Freud brachte. Schnitzler selbst pflegte zu sagen: „Meine Werke sind eine Diagnose“. In seinem Werk Der grüne Kakadu versucht er die Grenzen zwischen Wahrheit und Lüge und Schein und Sein zu demonstrieren. Die Groteske spielt zwar in Paris, wird aber als Schnitzlers radikalste Kritik der Habsburger Monarchie angesehen. In seinem dekadenten Drama Reigen stellt er einen Frauentypus dar, das „süße Mädel“, der in seinen

54 SCHMUTZER, Dieter. Wienerisch g’redt. Die Geschichte der Wiener Mundartdichtung, Mundartfreunde Österreichs, Verlag der Apfel, Wien 1993S. 61, 62.

55 Austria-Forum. Das Lexikon aus Österreich. Wissenssammlungen/Biographien. [online]. [zit. 2015-04-03]. zugänglich:

http://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Biographien/Nestroy,_Johann, SCHMUTZER, Dieter: Wienerisch g´redt. Die Geschichte der Wiener Mundartdichtung, S. 62.

56 SCHMUTZER, Dieter. Wienerisch g’redt. Die Geschichte der Wiener Mundartdichtung, Mundartfreunde Österreichs, Verlag der Apfel, Wien 1993S. 64, 65.

Werken eine große Berühmtheit erlangte. 57 Dieses war eine sexuell zugängliche, kleinbürgerliche Frau aus der Wiener Vorstadt, die Beziehungen mit Männern aus der Stadt einging. Diese waren in der Regel Bürger, Bürgersöhne oder Künstler. 58

Hermann Bahr nahm sich die Stellung der Frau in der gehobenen Wiener Gesellschaft zum Thema, was in den Werken „Das Konzert“ oder „Das Tschaperl“ verarbeitet wird. 59 In seinem Werk „Wien“ kann man Bahrs Verhältnis zur Stadt Wien beobachten. Raoul Auernheimer schrieb 1908 in der Neuen Freien Presse folgende Buchrezension: „ In seinem Buch „Wien“ haßt er Wien, wie man eine Speise haßt, die man zu oft genossen, oder eine Frau, die man zu oft geliebt hat.“ 60

Nicht viel unterschiedlicher ist die Realität bei Hugo von Hoffmansthal. H. verwendet das Wienerische als Merkmal bestimmter sozialer Schichten und Situationen. 61 In seinem Lustspiel Der Schwierige wird die Machtlosigkeit der Sprache, Illusion, Manipulation und Selbstbetrug der Gesellschaft dargestellt. 62

Die bekannte Wiener Kaffehauskultur hat in der Entwicklung der Literatur eine bedeutende Rolle gespielt. Seit dem Jahr 1938 pflegen die sog. Kaffeehausliteraten das spezifisch wienerische Deutsch. Egal ob das wienerische Sprachelement zur Geltung gebracht wurde, wie bei Schnitzler, Hofmannsthal und Bahr, oder als eher negatives Stilmittel eingesetzt wurde, wie z. B. bei Karl Kraus, das Idiom bleibt über Jahrzehnte im Bewusstsein aller Künstler. In der Tragödie von Kraus, Die letzten Tage der Menschheit, die als Reaktion auf den ersten Weltkrieg entstanden ist, erkennt man auch heute die

57 MAREČEK, Zdeněk. Deutsche Literatur des XX. Jhs. I. Seminar, Wintersemester 2014.

58 TRÖSCH, Vanessa. Die Frau in den literarischen Geschlechterbeziehungen Arthur Schnitzlers, Schriftliche Hausarbeit zur Erlangung des Titels Magister Artium, Universität Duisburg-Essen, 2011, [online]. [zit. 2015-04-28]. zugänglich:

https://www.uni-due.de/imperia/md/content/genderportal/vanessa_tr

59 SCHMUTZER, Dieter. Wienerisch g’redt. Die Geschichte der Wiener Mundartdichtung, S. 64, 65.

60 AUERNHEIMER Raoul, Hermann Bahr. Österreichische Wissenschaftsfonds. [online]. [zit. 2015-04-03]. zugänglich:

http://www.univie.ac.at/bahr/node/38750?q=node/28286.

61 LUBICH,Alfred Frederick. „Der Schwierige“: Hans Karl Bühl und Antoinette Hechingen unterm Aspekt der Sprache und

Moral,

zugänglich:

62 LUBICH,Alfred Frederick. „Der Schwierige“: Hans Karl Bühl und Antoinette Hechingen unterm Aspekt der Sprache und

Moral,

zugänglich:

sch_neu.pdf, S. 33.

Columbia

Columbia

University,

University,

[online].

[online].

[zit.

[zit.

2015-04-04].

2015-04-04].

Beziehung zur Gegenwart. 63 „Vor allem, was die Manipulation über die Sprache angeht, was die euphemistischen Bemerkungen über Zustände in anderen Ländern angeht, die militärischen Ausdrücke und die Verrohung der Medien.“ 64

Eine komplexe Übersicht über die Vertreter und ihre Verdienste das Wiener mundartliche „Kulturerbe“ zu pflegen ist hier leider nicht möglich, wichtige Namen, die noch unbedingt zu erwähnen sind, wären z. B.: Josef Weinheber (Wien wörtlich, 1935), der mit seinem Werk dem Wiener Dialektgedicht zu neuer Beliebtheit verhalf, Franz Werfel, Alfred Josef Ellinger (Klassisch Wienerisch, 1978) und Ödon von Horváth, der in seinen Volkstücken dialektale Wendungen in sprach- und sozialkritische Funktion einsetzte. 65

3.2. Die „neue“ Dialektliteratur ab 1958

Das Jahr 1958 brachte Wien eine neue Sicht an die Dialektliteratur. Der Meinung der Literaturwissenschaftler Ferdinand Hoffmann und Josef Berlinger nach ist die Mundart kein Instrument mehr, um die adäquate Darstellung der Heimat und ihre Bewohner zu charakterisieren, keine Muttersprache, kein Mittel des Selbstmitleids und der Selbstlüge, sondern ein Instrument der befreienden Selbsterkenntnis66 .

Um diese Zeit entstand auch die Wiener Gruppe, ein literarischer Bund dem die Autoren wie H. C. Artmann, Gerhard Rühm, Friedrich Achleitner und Ernst Jandl angehörten. Diese Autoren schrieben sprachexperimentelle Texte, sie verzichteten auf die Grammatik und komplexe Satzelemente, es handelte sich dabei um Texte im Dialekt.

Artmann verschaffte dem neuen Dialektgedicht einen Durchbruch, und zwar mit seinem Werk med ana schwoazzn dintn (1958), das expressionistisch und experimentell ist und als

63 FLIEHER, Bernhard. Die letzten Tage der Menschheit: Die Sprache stirbt. Salzburger Nachrichten. 2014, Samstag, 4. April 2015. [online]. [zit. 2015-04-04]. zugänglich: http://www.salzburg.com/nachrichten/spezial/festspiele/salzburger-

festspiele/schauspiel/sn/artikel/die-letzten-tage-der-menschheit-die-sprache-stirbt-114437/.

64 FLIEHER, Bernhard. Die letzten Tage der Menschheit: Die Sprache stirbt. Salzburger Nachrichten. 2014, Samstag, 4. April 2015. [online]. [zit. 2015-04-04]. Zitat vom Regiseur: SCHMIEDLEITNER, Georg. zugänglich: http://www.salzburg.com/nachrichten/spezial/festspiele/salzburger-festspiele/schauspiel/sn/artikel/die-letzten-tage- der-menschheit-die-sprache-stirbt-114437/ .

65 AUSTRIA-Forum. Das Lexikon aus Österreich. Aeiou.at [online]. [zit. 2015-04-03]. zugänglich:

http://www.aeiou.at/aeiou.encyclop.m/m917197.htm, SCHMUTZER, Dieter: Wienerisch g’redt. Die Geschichte der Wiener Mundartdichtung.

66 SCHMUTZER, Dieter: Wienerisch g’redt. Die Geschichte der Wiener Mundartdichtung, S. 100.

Referenz zur Verschriftlichung der Dokumentation über die mundartlichen Laute im Wienerischen benutzt wurde. 67

Das am Beginn der 70er Jahre veröffentlichte Buch Da Jesus und seine Hawara von Wolfgan Teuschl schafft eine Welle negativer Reaktionen. Es wurde nicht die Übertragung des Neuen Testaments ins Wienerische kritisiert, sondern der „Pülcherjargon“ 68 , welchen er dabei verwendet hat. Teuschl gab auch ein Wiener Dialektwörterbuch Wiener Dialekt Lexikon heraus, in dem er die Vielfalt und Bildhaftigkeit des Wiener Dialekts hervorragend deutlich macht. 69

Nicht übersehbar ist eine wichtige Autorin namens Christine Nöstlinger. Ihre Figuren wecken Mitgefühl, sie ist kritisch und engagiert, als Moralistin und Dichterin. Sie präsentiert gesellschaftliche Zustände und das bedrückende Milieu der sozial Schwächsten durch die Augen von kleinen Kindern. Die Darstellung solcher Realität schockiert die Gesellschaft in einem Dialektband: iba de gaunz oaman kinda (1976), iba de gaunz oaman fraun (1981) und iba de gaunz oaman mauna (1985). 70

Nicht alle Autorinnen und Autoren konnten berücksichtigt werden. Diejenigen, die erwähnt wurden, hatten verschiedene Ziele und Bedürfnisse in der Mundart zu schreiben. Manche schilderten politische Zustände wie Christine Nöstlinger, andere versuchten die Welt der Sünder und Zöllner einzufangen71 und verwendeten den Dialekt nur als reines Stilmittel, wie es Wofgang Teuschl feststellte. 72 Arthur Schnitzler darf nicht als eine Art Lokalkünstler bezeichnet werden, auch aufgrund der starken Beziehung zu Wien. 73 Viele Autoren wollten ein gewisses Publikum ansprechen und verwendeten somit die Mundart als Stilmittel.

67 POKORNY, Stephan. Neues aus der Welt der Wissenschaft. [online]. [zit. 2015-03-09]. zugänglich:

http://sciencev1.orf.at/science/news/151842.

68 „Pilcher ist die Bezeichnung für Dieb, Krimineller, Betrüger, Verbrecher“, In: DUDEN online Wörterbuch. In: Duden.de [online]. [zit. 2015-04-04]. zugänglich:

69 TEUSCHL, Wolfgang. Wiener Dialekt Lexikon, St. Pölten, Verlag Residenz, 2007.

70 SCHMUTZER, Dieter. Wienerisch g’redt. Die Geschichte der Wiener Mundartdichtung, S. 160.

71 SCHMUTZER, Dieter. Wienerisch g’redt. Die Geschichte der Wiener Mundartdichtung, S. 149, 150.

72 SCHMUTZER, Dieter. Wienerisch g’redt. Die Geschichte der Wiener Mundartdichtung, S. 149, 150.

73 MAREČEK, Zdeněk. Deutsche Literatur des XX. Jhs. I. Seminar - Vorlesung, Wintersemester 2014, eigene Mitschrift.

In dem folgendem Abschnitt dieser Arbeit möchte ich die Reflexionen von ausgewählten Autoren und ihre dargelegte Motivation, mit Wien verbundene Werke, in der Mundart und oder über die Mundart zu schreiben, thematisieren.

4.

Praktischer Teil

Im praktischen Teil meiner Arbeit versuche ich anhand der unten angegeben Fragen folgende Werke zu analysieren. Ich verwende dabei zugängliche Informationen, vor allem die präsentierten Gedankengänge und Reflexionen von Autoren, die in den Vorworten des Werkes stehen. Zusätzlich beschreibe ich die formale Seite des Werkes. Inzwischen erlaube ich mir auch meine Gedanken und Reflexionen zu den jeweiligen Werken anzuführen, als eine Art Rezension.

Um was für einen Typ bzw. Gattung des Werkes handelt es sich? (Lexikon/ Wörterbuch, Lesebuch)

Auf welche Zielgruppe ist das Werk orientiert bzw. welchen Verwendungszweck hat die Arbeit. Handelt es sich um eine rein wissenschaftliche Arbeit oder ist sie z.B. touristischorientiert?

Mit welcher Absicht wurde die Arbeit geschrieben?

Wie ist die Arbeit formal gestaltet?

4.1. WEHLE, Peter. Sprechen Sie Wienerisch? Von Adaxl bis Zwutschkerl 74

Sprechen Sie Wienerisch? ist ein Wörterbuch der lebenden Wiener Sprache, kein klassisches Dialektwörterbuch, es handelt sich um Wehles Versuch den Dialekt in unterhaltsamer Form vorzustellen.

Die formale Gestaltung des Werkes ist für ein Lexikon sehr unüblich. Das Buch wird in zwei Teile gegliedert. Im ersten Teil des Buches wird das Wienerische unter die Lupe genommen. Nach dem ersten Vorwort (das Wörterverzeichnis hat ein eigenes) folgen kleine Feuilletons und Kapitel über diverse Aspekte des Dialekts, Phonetik, über die Einflüsse anderer Sprachen und über das Wienerische in unterschiedlichen Bereichen. Wehle widmet sich auch der Etymologie der Wörter und bestätigt oder falsifiziert die Behauptungen über ihre etymologische Herkunft. Dieser Teil des Werkes scheint eine Art Kulturgeschichte zu sein. Die Lektüre ist lebhaft und leidenschaftlich vermittelt. So erfährt

74 WEHLE, Peter. Sprechen Sie Wienerisch? Von Adaxl bis Zwutschkerl, Überreuter Verlag, Wien, 1980.

man z. B. in dem Kapitel: Die Auswahl der Mehlspeisen 75 , dass das Wort Dalken, manchmal auch falsch als aus dem Tschechischen entstandene Wort odolek interpretiert, das aber von keinem der befragten Tschechen gekannt wird. Dagegen gibt es das Wort dulek, im Tschechischen eher unter dem umgangssprachlichen Begriff vdolek bekannt. Dalken ist ein skandinavischer, von den Finnen entnommener Ausdruck für „knödelartige Speisen“. 76

Im zweiten Teil folgt ein alphabetisch geordnetes Wörterverzeichnis, das als Lesestoff kompiliert ist, samt einer Bedeutungserklärung des jeweiligen Wortes, also kein Nachschlagewerk in üblicher Form. Mit einigen Siglen verweist der Autor auf eine zusätzliche Erklärung in einem anderen Werk, z. B. (H) für Der Wiener Dialekt, Lexikon der Wiener Volkssprache von Dr. Franz Seraph Hügel. (J) bezieht sich auf das Wörterbuch des Wiener Dialekts von Julius Jakob, welches als grundlegende Quelle von Wehles Werk dient. Wehle änderte oder vervollständigte die Übersetzungen und bestätigte bzw. falsifizierte die Angaben zur etymologischen Herkunft einzelner Wörter. Die Lemmata wurden dem Buch Wiener Dialekt von Hans Hauenstein und Wehles privaten Kartothek von Wörtern, die in Zeitungen und Zeitschriften erschienen sind, entnommen. Unter anderem findet man auch Termini aus dem Milieu der Heurigenbetriebe, der Kochkunst und des Sports, KaffeehausThematik und Ausdrücke aus dem Milieu der Kartenspieler. Der Leser findet im Wörterbuch auch integrierte jiddische Viennismen, die zwar nicht direkt zum Dialekt gehören, sehr wohl aber zum Wortschatz vieler Wiener, ferner alte und vergessene Wörter und als Gegensatz auch neue „Modewörter“, und letztendlich auch Fremdwörter. Das Wörterverzeichnis ist unterhaltsam und abwechslungsreich gestaltet, keine „trockene Lektüre“.

Der Autor selbst erwähnt im Vorwort, er orientiert sich auf die Wiener, und natürlich auch auf alle sprachlich interessierte Menschen, die keine rein wissenschaftliche Arbeit in der Hand haben möchten. Für einen unerfahrenen Laien im Bereich der Dialektologie oder einen Deutschanfänger wird dieses Buch meiner Meinung nach eine harte Nuss sein ohne die versprochene Unterhaltung zu erleben. (Es haben auch manche Deutsche ggf. Probleme

75 WEHLE, Peter. Sprechen Sie Wienerisch? Von Adaxl bis Zwutschkerl, Überreuter Verlag, Wien, 1980. S. 53

76 WEHLE, Peter. Sprechen Sie Wienerisch? Von Adaxl bis Zwutschkerl, Überreuter Verlag, Wien, 1980, S. 53.

Wienerisch zu verstehen.) Doch dieses Problem versucht der Autor zu lösen! Für die Nichtwiener ist ein Kapitel über die Orthographie angeführt, problematisch könnte nur sein, das Wort unter dem richtigen Buchstaben zu suchen. Wehle bleibt trotzdem skeptisch:

„Aber ob Sie dann den Text verstehen werden?“ 77

Das Anliegen dieser Veröffentlichung liegt darin, die Sprachwissenschaft sowie den breiteren kulturgeschichtlichen Kontext in lustiger Form zu vermitteln, „Sprachwissenschaft mit Gspassettln“, ein Wissensvermittler zu sein, etwas was es zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht gab. Um die Worte des Autors zu verwenden:

„etwas, was wir no net g’habt ham“. 78 Wehle warnt, es sei keine wissenschaftliche Arbeit, die man in der Hand hat. „Aber wenn Sie vergnügliche und plausible Übersetzungen von Fremdwörtern, Exkurse in die Fachsprache der Fleischhauer, Kartenspieler und Mehlspeisköche (aber all das nur von der Warte des Linguisten!) und hie und da sogar einmal eine Anekdote, die ein sprachliches Problem illustriert, erwarten, dann liegen Sie richtig beim Lesen.“ 79

Die erweiterte und bearbeitete Ausgabe der ersten Auflage aus dem Jahr 1980 wurde durch die Leser veranlasst. Das Kaufinteresse war groß und es folgten viele Anregungen und Briefe, die die Leser gesendet haben. Somit wurde die zweite Auflage um einige neue Stichwörter bereichert, die von den Lesern stammen. Das Interesse an der Mitarbeit an der zweiten Auflage war so groß, dass der Autor selbst zustimmt, es müsste ein zwanzigbändiges Lexikon sein, um alle erwünschten Begriffe bearbeiten zu können. 80

4.2. HORNUNG, Maria, GRÜNER, Sigmar. Wörterbuch der Wiener Mundart 81

Unter diesem Titel erschien 1998 das wissenschaftlich gestaltete Dialektwörterbuch der Wiener Mundart. Aus der formalen Sicht ist es wichtig zu erwähnen, dass die Autorin in der Einleitung die Wichtigkeit erwähnt, mit der mundartlichen Lautung zu beginnen. Dies scheint eine Art Tradition für die Lexika der Wiener Mundart zu sein, da sich das

77 WEHLE, Peter. Sprechen Sie Wienerisch? Von Adaxl bis Zwutschkerl, Überreuter Verlag, Wien, 1980, S. 12,13.

78 WEHLE, Peter. Sprechen Sie Wienerisch? Von Adaxl bis Zwutschkerl, Überreuter Verlag, Wien, 1980, S. 12.

79 WEHLE, Peter. Sprechen Sie Wienerisch? Von Adaxl bis Zwutschkerl, Überreuter Verlag, Wien, 1980, S. 12.

80 WEHLE, Peter. Sprechen Sie Wienerisch? Von Adaxl bis Zwutschkerl, Überreuter Verlag, Wien, 1980, S. 12. 81 HORNUNG, Maria, GRÜNER, Sigmar. Wörterbuch der Wiener Mundart. 1. und 2., erweiterte und verbesserte Auflage mit mehr als 1000 neuen Stichwörtern und Ergänzungen. Wien, 2002.

Wienerische durch eine besondere Art und Weise der Aussprache gekennzeichnet. Da es verschiedene Möglichkeiten der Verschriftlichung gibt, findet man in jedem Wörterbuch unterschiedliche Schreibweisen der Lautschrift. Die Autorin findet es unmöglich, alle diese Wörterbücher nebeneinander zu stellen und diese zu vergleichen. Die zugrunde liegenden Materialien waren in dieser Beziehung uneinheitlich und boten somit kein Vorbild.82 Wenn man ins Wörterverzeichnis schaut, findet man nach dem mundartlichen Stichwort die Bedeutung dazu, es folgen morphologische Merkmale des Wortes wie z. B. die Verbalformen, Pluralform, falls gebräuchlich, Deminutiv der Substantive, Steigerung der Adjektive, in einigen Fällen auch die Stilschicht des Ausdrucks und das entsprechende Synonym. Ein interessanter Aspekt ist die Anführung von verschiedenen Möglichkeiten den Ausdruck in Sätzen, Sprichwörtern und Redewendungen zu setzen. Probestichwort: Mendschheid, die, Menschheit; hǫd des de Mendschheid scho gsgn! („hat das die Menschheit schon gesehen!“) (Ausruf des Erstaunens). Etym.: mhd. menschheit. 83 Schließlich wird auch der etymologische Hintergrund des Wortes behandelt. Die Autorin führt auch Informationen über das Vorkommen einiger Lemmata in den bekannten Werken Wiener Autoren (z. B. Nestroy). Dies ist problematisch zu verifizieren, da im Literaturverzeichnis keine Quellen bzw. Belegtexte zur Verfügung stehen. Die Autorin gibt selber zu, dass diese in ihren Unterlagen fehlen. Somit wird bei den nicht belegten Formen eine Bezeichnung mit Asterisk * verwendet. Die Autorin erwähnt auch noch die Fachliteratur, die sie bei den etymologischen Angaben zur Hand genommen hat. Es handelt sich unter anderem um das Wörterbuch der bairischen Mundarten Österreichs. Das Wörterbuch der Wiener Mundart richtet sich in erster Linie an Wissenschaftler (Sprachwissenschaftler, Dialektologen, Namenkundler, Lehnwortforscher, Historiker, Volkskundler), aber auch an die an Dialekten interessierten Laien. Es soll nicht nur den Wortbestand des Wiener Dialektes dokumentieren und erklären sondern auch zur

82 HORNUNG, Maria, GRÜNER, Sigmar. Wörterbuch der Wiener Mundart . 1. und 2., erweiterte und verbesserte Auflage mit mehr als 1000 neuen Stichwörtern und Ergänzungen. Wien, 2002, S. 18.

83 HORNUNG, Maria, GRÜNER, Sigmar. Wörterbuch der Wiener Mundart. 1. und 2., erweiterte und verbesserte Auflage mit mehr als 1000 neuen Stichwörtern und Ergänzungen. Wien, 2002, S. 587.

Erhaltung, im weiteren Sinne zum Fortbestand des Wienerischen beitragen. Die Autorin Maria Hornung eignet das Buch ihrer geliebten Vaterstadt Wien zu.

4.3. HORNUNG,

Maria,

ROITINGER,

Franz.

Unsere

Mundarten.

Eine

dialektkundliche Wanderung durch Österreich 84

Diesen Titel trägt das im Jahr 1950 veröffentlichte Werk von Maria Hornung und Franz Roitinger. Dieser ist in einer Reihe von Einzelschriften zur Pflege des gesprochenen Wortes erschienen, die den Titel Sprechererziehung trägt. Durch diese Schriften sollte die Mundart als eine anerkannte Sprachvarietät gelten, nicht mehr als eine Art „verderbte Schriftsprache“. Die Autoren erwähnen im Vorwort ihres Buches, dass man sich vor hundertfünfzig Jahren nur schwer vorstellen konnte, die Lehre von den Mundarten als eine wissenschaftliche Disziplin anzuerkennen. Die Autoren beschäftigen sich mit den sprachlichen Verhältnissen im Land Österreich und mit den Schichten, die das sprachliche Gefüge bilden. In Unsere Mundarten findet man eine kleine Einführung zur Lautschrift und zur Übersicht über die österreichischen Mundarten im Allgemeinen und eine Vokalübersicht. Bei jedem untersuchten Begriff wird für den Vergleich die schriftsprachliche Form angeführt. Schließlich folgen neun Kapitel, die nach einzelnen Bundesländern aufgeteilt sind (Wien, Niederösterreich, Burgenland, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Kärnten, Tirol und Vorarlberg). Die einzelnen Kapitel beinhalten auch übersichtliche Karten mit Sprachgrenzen und Proben eines in der Mundart verfassten Textes des jeweiligen Bundeslandes. Dieses Werk ist ein Versuch eine möglichst allgemein verständliche Darstellung der österreichischen Mundarten sein. Die Autoren versuchten einen Minimalwert an Fachausdrücken zu verwenden, um das Buch für eine breite Zielgruppe verständlich zu machen. Sachlich gründet sich das Buch auf den Ergebnissen der wissenschaftlichen Mundartforschung der Erscheinungszeit, im Jahr

1950. 85

84 HORNUNG, Maria und ROITINGER, Franz. Unsere Mundarten. Wien: Österreichischer Bundesverlag für Unterricht, Wissenschaft und Kunst, 1950.

85 HORNUNG, Maria und ROITINGER, Wissenschaft und Kunst, 1950.

Franz. Unsere Mundarten. Wien: Österreichischer Bundesverlag für Unterricht,

4.4. SCHUSTER, Mauriz. Alt-Wienerisch. Ein Wörterbuch veraltender und veralteter Wiener Ausdrücke und Redensarten 86

Im Wienerlied oft besungene Erinnerung an die guten alten Zeiten: „Andere Sitten, andre Leut – Pfüat di Gott, du alte Zeit!“ 87 hat den Professor der Klassischen Philologie in Wien und Sprachforscher Mauriz Schuster bewegt, in einem Wörterbuch jene wienerischen Ausdrücke und Redewendungen aufzuzeichnen, die schon zur Zeit seines Lebens (1879- 1952) als veraltet galten. Diese Wörter waren auch vom Verschwinden bedroht, wie z. B. die Bezeichnung für den Berusfiaker, der durch das Taxi abgelöst wurde oder der Begriff das Bindl, der unter dem heutigen Begriff Krawatte bekannt ist. Das Wörterbuch, das erst im Jahr 1984 erschienen ist, war für den Autor eine Art Liebhaberei, die er dem Dialekt mit allem wissenschaftlichen Ernst widmete. Das Alt-Wienerische Wörterbuch legt Wiener Ausdrücke von der Zeit zwischen 1880 bis 1950 dar. Dieses Wörterbuch zeichnet sich durch seinen einzigartigen Wortschatz aus. Bei einigen Begriffen bietet die österreichische Dialektologin Maria Hornung eine Art Korrektur bzw. Präzisierung: „In mancher Hinsicht hat sich Schuster freilich geirrt. Der Fiaker und tachinieren standen für ihn auf dem Aussterbeetat. Indessen sind beide Wörter samt der dazugehörigen Begriffen heute ganz lebendig.“ 88 Das Buch sollte als Bestandteil einer Dreibändigen Reihe über die Wiener Mundart dienen. Das Wörterbuch der (damaligen) Wiener Mundart konnte nie erscheinen und Die Sprachlehre der Wiener Mundart hat nach Schusters Tod Professor Hans Schikola bearbeitet und ließ dieses Werk 1956 veröffentlichen. Der Wortschatz orientiert sich an eine breite Zielgruppe, ist nicht unbedingt wissenschaftlich bzw. fachmännisch begrenzt. Die Lautschrift ist sehr einfach, für die Verschriftlichung der dialektalen Lautungen werden die deutschen Alphabetbuchstaben benutzt. Die formale Gestaltung sieht folgendermaßen aus: Für den konkreten Ausdruck wird die standardsprachliche Bezeichnung angeführt, samt Stilschicht, wie es z. B. beim Wort Årwats-geist zu sehen ist

86 SCHUSTER, Mauriz. Alt-Wienerisch. Ein Wörterbuch veraltender und veralteter Wiener Ausdrücke und Redensarten, Österreichischer Bundesverlag, 1984.

87 SCHUSTER, Mauriz. Alt-Wienerisch. Ein Wörterbuch veraltender und veralteter Wiener Ausdrücke und Redensarten, Österreichischer Bundesverlag, 1984, Umschlag, Vorwort.

88 HORNUNG, Maria. Alt-Wienerisch. Wien, im Oktober 1983, Geleitwort, S. 6.

(s.u.). Gleichzeitig wird auf den zweiten Band des Wörterbuches verwiesen, wo ausführliche Informationen vorgesehen waren. Dieser ist aber nie erschienen.

Probestichwort: „Årwats-geist/ Arbeitsgeist: (scherz.) Kellnerserviette = Hangerl, s. Wb:

dieses Tuch ist gewissermaßen das Merkmal des arbeitsbeflissenen Kellners und Wirtes (zugleich Bezugnahme auf die weiße Geisterfarbe).89

Im Anhang des Buches wird ein buntes Allerlei von Vers- und Prosawerken veröffentlicht. Diese behandeln Motive aus Wien und über Wien. Die Stücke sind auf schriftdeutsche und mundartliche Werke aufgeteilt. Unter anderem der Abdruck aus Peter Roseggers Schriften Vom sechsjährigen Knaben (Ein Spaziergang durch Wien im Frühjahr 1887) oder das Altwiener Heurigenlied (’s wird a Wein sein) von Josef Hornig. Das Wörterbuch entstand, um die kulturgeschichtliche und historische Bedeutung Österreichs zu entfalten. Heutzutage kann man das Buch zum Verständnis älterer Werke gut gebrauchen, für den üblichen Sprachkontakt sind die Ausdrücke schon zu veraltet.

4.5. SCHMUTZER, Mundartdichtung 90

Dieter.

Wienerisch

gredt.

Geschichte

der

Wiener

Die Geschichte der Wiener Mundartdichtung kann, wie der Autor selbst behauptet, nur als ein Versuch einer Gesamtdarstellung betrachtet werden. Die Vielzahl der Strömungen und Autorinnen und Autoren macht eine komplette Gesamtdarstellung nur in einem vielbändigen Werk möglich. Unter diesem Titel findet man eine in zwei Teile gegliederte Darstellung über die Wiener Mundartdichtung. Diese ist im Rahmen der „Beiträge zur österreichischen Literaturgeschichte“ der „Mundartfreunde Österreichs“ veröffentlich worden.

Im ersten Teil liegt eine in 12 Kapiteln gegliederte Darstellung der Wiener Mundartliteratur, von den Anfängen, die ins 16. Jahrhundert datieren bis zur Gegenwart (1993). Die Einteilung ist thematisch geordnet, wobei sich der Autor zugleich auch

89 SCHUSTER, Mauriz. Alt-Wienerisch. Ein Wörterbuch veraltender und veralteter Wiener Ausdrücke und Redensarten, Österreichischer Bundesverlag, 1984. S. 23.

90 SCHMUTZER, Dieter. Wienerisch g’redt. Die Geschichte der Wiener Mundartdichtung, Mundartfreunde Österreichs, Verlag der Apfel, Wien 1993.

bemühte die chronologische Ordnung einzuhalten. Somit enthält der erste Teil interessante Kapitel über die Straßensänger im mittelalterlichen Wien, über Kabarett- und Theateraufführungen, die man auch zur Zeit des zweiten Weltkrieges im Konzentrationslager Dachau vorführte und über die folgende Kritische Dichtung der 70er Jahre. Schmutzer widmet sich schließlich 1993 im Kapitel „Sehn S, das is weanarisch“ seines Buches über die Wiener Mundartdichtung nicht nur der unterschiedlichen Herkunft wienerischer Ausdrücke, sondern geht auch auf die wiederholte Vertreibung und Verfolgung der Juden ein. Der Autor erklärt thematisch die Entwicklung und Innovationen in der Mundartliteratur. Im zweiten Teil folgen alphabetisch geordnete Biographien 204 typischer und bedeutender Autorinnen und Autoren samt ihrer Textbeispiele. Ergänzt wird der Band um Namenregister und Hinweise zur Sekundärliteratur, der Autor verzichtet auf Hinweise im Text, da es die Lesbarkeit erschwert. Wichtig zu erwähnen ist die Mitarbeit von Prof. Maria Hornung, die selber als Autorin zahlreicher Werke über den Wiener Dialekt bekannt ist. Der Autor trat zu einem Problem mit der Definition „wienerisch“. Er stellt sich am Anfang eine Frage: Sind unter wienerisch die Schriftsteller und Schriftstellerinnen zu verstehen, die in einem der Wiener Dialekte schreiben oder zählen dazu auch solche, die Wien zu der neuen Heimatstadt und Wienerisch zu ihrer neuen Sprache gemacht haben? Sind wienerische Texte auch solche, in denen die Stadt Wien als Thema vorkommt aber nicht im Wiener Dialekt verfasst sind? Im Schmutzers Lesebuch findet man Antworten auf alle seine Fragen, der Autor berücksichtigt alle diese Möglichkeiten. Seine Auswahl der im Buch vorkommenden Vertreter der Wiener Mundartliteratur hat einen exemplarischen Charakter. Der Autor versucht eine objektive Auswahl nach Qualitätsmerkmalen bzw. nach literaturhistorischer Bedeutung zu beabsichtigen, doch ist es unmöglich subjektive Beurteilungen und Betrachtungsweisen des Autors nicht einfließen zu lassen.

Das Buch erschien um allen Literaturinteressierten und Kulturfreunden der Wiener Stadtmundart die Situation der Dialektliteratur heute und in der Geschichte zu präsentieren, einige Grundinformationen über die wichtigsten Vertreter der Mundartliteratur, samt ihres ursprünglichen Genres vorzustellen und neue und bereits abgeschlossene Entwicklungen in der Wiener Mundartliteratur vorzulegen.

5.

Zusammenfassung:

Das Ziel meiner Bachelor-Arbeit war eine möglichst übersichtliche Darstellung der Inhalte einiger Titel, die als Thema die Wiener Mundart und die Wiener Mundartdichtung haben. Ich versuchte ausgewählte Titel aus der formalen und inhaltlichen Sicht anhand von einigen konkret gestellten Fragen zu analysieren. Zugleich beschäftigte ich mich mit den Gedankengängen und Reflexionen der Autoren dieser Werke. Interessant war zu beobachten, was manche Schriftsteller dazu brachte, die Wiener Mundart als Thema ihres Werkes zu wählen. Die Autoren der von mir ausgewählten Literatur waren Germanisten und Dialektologen, somit ist die Antwort relativ einfach gewesen. Doch es handelte sich nicht immer um rein wissenschaftliche Texte. Im theoretischen Teil gab ich eine Übersicht über die dialektgeographische Gliederung Österreichs, über den aktuellen Stellenwert der heutigen Wiener Stadtsprache und über die charakteristischen Lauteinheiten sowie die Verschriftlichung der mundartlichen Laute. Das Kapitel über die Geschichte der Wiener Mundartdichtung stellt uns einen Überblick über die historischen Hintergründe der dialektalen Literatur dar. Dieser Überblick ist wichtig, um den aktuellen Stellenwert des Wienerischen zu verstehen, da das Wienerische historisch gesehen nicht immer als eine „wertvolle“ Sprache wahrgenommen wurde.

Aus der Arbeit ergibt sich, dass das Wienerische nicht exakt definierbar ist. „Wienerisch“ setzt sich aus einem breiten Spektrum örtlicher und situationsbedingter Varianten zusammen und es bestehen nach wie vor vielfältige Variationen je nach der sozialen Schicht, dem Beruf oder Anlass. Historisch gesehen gab es viele Dichter, die den Dialekt als Stilmittel um auch die niedrige Unterschicht anzusprechen, verwendet haben. Heutzutage kann man das Wienerische eher als eine Art stilisierte Standardsprache näher definieren.

6.

Literaturverzeichnis:

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SCHUSTER, Mauriz, SCHIKOLA, Hans. Sprachlehre der Wiener Mundart. Wien: Österreichischer Bundesverlag, 1984.

SCHUSTER, Mauriz. Alt-Wienerisch: ein Wörterbuch veraltender und veralteter Wiener Ausdrücke und Redensarten. Wien: Österreichischer Bundesverlag, 1984.

WEHLE, Peter. Sprechen Sie Wienerisch? Von Adaxl bis Zwutschkerl, Überreuter Verlag, Wien, 1980.

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7.

Anhang:

Abbildung 1.: Das Bairische umfasst die deutschen Regierungsbezirke Oberbayern, Niederbayern und Oberpfalz, Südtirol und das gesamte österreichische Gebiet außer Vorarlberg und Tiroler Außerfern.

gesamte österreichische Gebiet außer Vorarlberg und Tiroler Außerfern. Quelle: Das neue Duden Lexikon, Mannheim 1989 38

Quelle: Das neue Duden Lexikon, Mannheim 1989

Abbildung 2.: Das Mittel- und Südbairische mit Übergangszonen:

2.: Das Mittel- und Südbairische mit Übergangszonen : Quelle: Institut für österreichische Dialekt- und

Quelle: Institut für österreichische Dialekt- und Namenlexika. [online]. [zit. 2015-04-11]. zugänglich:

http://www.oeaw.ac.at/icltt/.

Abbildung 3.: Das Bairische und Alemannische Dialektraum mit Übergangszonen

Bairische und Alemannische Dialektraum mit Übergangszonen Quelle: SCHEUTZ, Hannes. Deutsche Dialekte im Alpenraum.

Quelle: SCHEUTZ, Hannes. Deutsche Dialekte im Alpenraum. [online]. [zit. 2015-04-26]. zugänglich:

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