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Der Mensch ist eine komplexe Welt im Kleinen – empfänglich für die ver-
schiedensten Energien und Vibrationen. Grobstoffliches und Feinstoffliches,
Sterbliches und Unsterbliches, Gegenwart und uralte Vergangenheit durch-
dringen sich.

Wird er den tiefsten Sinn des Mensch-Seins entdecken?

Wenn vom Menschen gesprochen


wird, dann denken wir meist an den
körperlichen Aspekt, den wir mit
unseren fünf Sinnen wahrnehmen.
Tatsächlich aber ist der Mensch ein
sehr komplexes und vielschichtiges
Wesen.

Denken, Fühlen, Empfinden, Wollen


lösen in unserem Körper Reaktionen
aus und veranlassen uns zum
Handeln. Sie beeinflussen oder
verändern unseren Seinszustand.

Sind uns diese Vorgänge immer bewusst? Was geschieht, wenn wir intuitiv
oder „aus dem Bauch heraus“ reagieren?

Ist es dasselbe, wenn wir – ganz routiniert, beispielsweise beim Autofahren –


mehrere Handlungen gleichzeitig ausführen? Routine verlagert bewusste
Handlungen ins Unterbewusste, und damit werden „automatische“
Handlungen erzeugt.

Doch woher kommen Gedanken, Gefühle und Empfindungen, Willenswirk-


samkeiten? Wie breiten sie sich aus? Und warum sind wir für bestimmte
Einflüsse wie z.B. Atmosphäre, Stimmungen offen und für andere Einflüsse
überhaupt nicht?

Unser gesamtes Denken, Fühlen und Handeln drückt sich in vier Trägerkör-
pern aus:
• dem grobstofflichen Körper,
• dem Ätherkörper,
• dem Astralkörper und
• dem Denkkörper.

Ein Mensch – vier Körper...

Der Mensch besteht aus unzähligen Atomen. Atome bestehen, so sagt die Wis-
senschaft, in ihrem Inneren größtenteils aus leerem Raum. Denkt man sich
zum Beispiel den Atomkern in der Größe eines Fußballs, so würden ihn seine
Elektronen in einer Entfernung von ca. 10 km umkreisen.
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Demgegenüber stand für die Rosenkreuzer des 17. Jahrhunderts fest:

„Es gibt keinen leeren Raum!“

Und sie stellten fest: Der scheinbar so leere Raum wird von gewaltigen Kräften
durchströmt, diese Energien halten alle Teilchen zusammen und beleben sie.
Das gilt auch für uns Menschen.

Erst die feinen Energien im vermeintlich „leeren Raum“ der Atome machen
den Stoffkörper des Menschen aus. Die Atome und Moleküle, aus denen er
besteht, werden durch einen weiteren, unstofflichen Trägerkörper strukturiert
und belebt.

Das ist der Ätherkörper, der den gesamten stofflichen Körper durchdringt und
umgibt. Er besteht aus unstofflichen Atomen, die mit höherer Frequenz vibrie-
ren als die stofflichen, der Naturwissenschaft zugänglichen und bekannten
Atome.

Ätheratome durchdringen Stoffatome und geben ihnen Leben. Darum heißt


der Ätherkörper auch „Lebenskörper“. Ohne den Ätherkörper würde der
Stoffkörper auseinanderfallen.

Eine noch höhere Schwingung haben die Atome


des Gefühls- oder Astralkörpers, der wiederum
sowohl den Stoff- als auch den Ätherkörper durch-
dringt und umgibt. Der Astralkörper ist nicht
ständig an den stofflichen Körper gebunden,
sondern kann in seine Umgebung „fließen“ und
diese dann beeinflussen.

Nicht nur der Mensch besteht aus diesen Atom-


arten!

Mit dem Mineralreich teilen wir nur den Stoffkörper, mit dem Pflanzenreich
den Stoff- und den Ätherkörper und mit dem Tierreich neben Stoff- und
Ätherkörper auch den Astralkörper. Auf diesen Ebenen sind wir mit der
gesamten Natur und allen Lebensformen der Erde unmittelbar verbunden.

Der Mensch unterscheidet sich vom Tierreich durch seinen Denk- oder Men-
talkörper, seinen Verstand und dem damit verbundenen Ich-Bewusstsein. Der
Mensch verfügt als derzeit einziges Lebewesen auf der Erde über ein bewuss-
tes Denkvermögen.

Doch sind die Grenzen zwischen Menschen-, Tier- und Pflanzenreich fließend.
Auch Pflanzen besitzen eine Art Empfindung und viele Tierarten zeigen Ansät-
ze von individuellem Bewusstsein und besitzen ein Gedächtnis.

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Das heutige Denkvermögen des Menschen ist noch nicht voll entfaltet. Der
Denkkörper ist noch unselbstständig und sehr von den Einflüssen des Astral-,
Äther- und Stoffkörpers abhängig. Dazu später mehr.

Die soeben beschriebenen vier Körper des natürlichen Menschen beziehen


ihre Kraft aus vier unterschiedlichen Ätherarten:

• dem chemischen Äther, der die Bausteine für die stoffliche


Gestalt bereitstellt,
• dem Lebensäther, der die Lebensfunktionen ermöglicht,
• dem Lichtäther, der das Empfindungsleben gewährleistet und
• dem widerspiegelnden Äther, welcher die Basis für unser Denken
darstellt.

Diese unterschiedlichen Ätherarten besitzen entsprechend der oben aufge-


führten Reihenfolge ein jeweils höheres Schwingungsniveau, einen jeweils
feineren Schwingungsgrad.

Alle vier Körper des Menschen – Stoffkörper, Ätherkörper, Astralkörper


und Denkvermögen – sind naturgeboren und damit vergänglich. Sie sind
zusammengefügt worden, um unsere Existenz zu ermöglichen. Sie bilden
zusammen mit unserem Ich-Bewusstsein die sterbliche Persönlichkeit.

Das Gesamtsystem Mensch ist aber noch viel komplexer als die bisher
beschriebenen Körper.
Inwiefern?

Die sterbliche Persönlichkeit ist ein zeitlicher Bewohner eines nicht auflös-
baren Systems göttlichen Ursprungs.

Dieses Gesamtsystem nennen wir Mikrokosmos. Sterbliches und Unsterbliches


sind darin miteinander verbunden.

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Das Rad von Geburt und Tod

Beim Eintritt des Todes der Persönlichkeit lösen


sich die vier Körper des Menschen einschließlich
des Ich-Bewusstseins prozessmäßig auf. Diese
Auflösung vollzieht sich in unterschiedlich langen
Zeitabschnitten im Jenseits. Dabei werden die
Erfahrungen des Lebens im „Gedächtnis“ des
Mikrokosmos verankert, und er bereitet sich auf
die Aufnahme einer neuen Persönlichkeit vor.

Nach einer bestimmten Zeit reinkarniert der


Mikrokosmos und setzt seinen Erfahrungsweg in
Zeit und Raum fort.

So wird das Rad von Geburt und Tod, von dem


der Buddhismus spricht, im Mikrokosmos in
Bewegung gehalten und der Mikrokosmos an
diese vergängliche Welt gebunden.

Erfahrungsweg und Karma

Jeder Mensch ist also Bewohner eines Mikrokosmos, der periodisch


inkarniert und immer wieder eine sterbliche vierfache Persönlichkeit
aufnimmt. Das geschieht in einem geeigneten Umfeld, in dem er am
sinnvollsten an den Erfahrungen der vorangegangenen Inkarnationen
anknüpfen kann.

Wir wurden also nicht zufällig in eine bestimmte Familie, ein bestimmtes Volk
oder Land hineingeboren. Es ist der Mikrokosmos, der gemäß seiner magneti-
schen Eigenschaften das Umfeld wählt, zu dem er seine Entsprechung hat.

Das Karmagesetz – das Gesetz von Ursache und Wirkung – ist ein zentrales
göttliches Gesetz, das dabei die Entstehung und die Auflösung unserer grob-
und feinstofflichen Körper regelt und seine Wirkung in unserem Leben zeigt.
Denn einerseits ziehen wir Nutzen aus den Erfahrungen, die unsere Vorgänger
im Mikrokosmos gemacht haben, andererseits müssen wir nun manche dieser
Erfahrungen sozusagen „ausbaden“.

Vielleicht tröstet uns dabei die daraus resultierende Erkenntnis, dass wir als
Persönlichkeit nicht für alles verantwortlich sind, was uns widerfährt.

Geburt und Tod einer sterblichen Persönlichkeit bedeuten zwar für den un-
sterblichen Mikrokosmos eine weitere Umdrehung des Rades, sind aber gleich-
zeitig immer mit einer neuen Möglichkeit, mit einer Gnade verbunden.

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Denn jede Inkarnation bringt wichtige Erfahrungen für den Mikrokosmos,


durch die das Bewusstsein der Absonderung vom Göttlichen wachsen kann.

Einsicht und Umwendung

Welch eine Freude für den Menschen, der schließlich aufgrund der
vielen karmischen Erfahrungen in der Dialektik, die in „seinem“
Mikrokosmos gespeichert sind, die Ur-Erinnerung an das ursprüng-
liche, göttliche Sein in sich erwachen fühlt! Er weiß dann intuitiv,
dass es die absolute Liebe, die Ewigkeit, den dauernden Frieden
und die Vollkommenheit irgendwo gibt. Brennende Sehnsucht
drängt ihn dazu, das Mysterium des Lebens aufzudecken und zu
dem Quell der Erkenntnis durchzudringen, welcher seine ganze
Existenz erklären kann.

Eine solche, reif gewordene Persönlichkeit erkennt schließlich, dass in ihr der
vollkommene, göttliche Mensch verborgen liegt, dass sie Träger eines unsterb-
lichen Mikrokosmos ist. Und dass dieses herrliche Wesen solange in den Rad-
umdrehungen dieser abgesonderten Welt gefangen bleibt, bis endlich in einer
Inkarnation der gewaltige Veränderungsprozess begonnen wird, der alle Fes-
seln löst. Durch diese Erkenntnis, durch diese zutiefst freudevolle Ahnung von
wahrer Lebenserfüllung ist die bewusst gewordene Persönlichkeit nun bereit,
einen spirituellen Weg zu gehen, um der Erlösung des Mikrokosmos vom Rad
der Geburt und des Todes zu dienen.

Wahre Freiheit?

Doch jeder Mensch, der solch einen spirituellen Weg beginnt, wird sich bald
bewusst, wie viele verschiedene Einflüsse auf ihn einwirken.

• Erstens wird er durch den Familienkosmos beeinflusst, in den er


hineingeboren wurde.
• Zweitens gibt es die karmischen Verflechtungen, die im Mikro-
kosmos eingeprägt sind und natürlich einen starken Einfluss auf
unser jetziges Leben haben.
• Und drittens gibt es die kosmischen Einflüsse durch den Makro-
kosmos dieser Welt.

Jeder dieser Einflüsse macht sich durch entsprechende Energien bemerkbar.


Diese unterschiedlichen Vibrationen dringen in die Persönlichkeit ein und
lösen einen immer währenden Kreislauf von Gedanke – Empfindung – Wille
zur Umsetzung – und Handlung aus.

Ständig werden die Lebensenergien im Mikrokosmos aktualisiert.


Schwingungen, die eine Entsprechung zu uns haben, werden angezogen,
während alle anderen Energien wirkungslos durch uns hindurch gehen.

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So schaffen wir uns im Laufe unserer Lebensjahre ein eigenes, uns


umgebendes Strahlungsfeld.

Selten bemerken wir, dass wir in diesem Feld wie in einem Spinnennetz ver-
strickt sind. Und dass wir mit vielen, vor allem auch kollektiven Energien in
Resonanz stehen, die wir durch unser Verhalten noch weiter verstärken. Zum
Beispiel beeinflussen Werbung oder allgemein die Medien unser Leben, unsere
Wünsche, unsere Vorstellungen nicht gerade wenig. Es sind teils gewaltige,
weltumspannende Kräfte, die uns bewegen. Daher kann man sich durchaus
die Frage stellen:

„Leben wir in Freiheit, oder werden wir von all diesen Einflüssen gelebt?“

Kraft durch das geistige Urprinzip im Herzen

Die Befreiung unseres Mikrokosmos aus diesen komplexen energetischen Bin-


dungen gelingt nur durch Kräfte, die einer höheren Schwingungsebene
angehören.

Das Wunder der Wiedererweckung des vollkommenen, unsterblichen


Menschen ist immer und jederzeit möglich, weil in der Mitte unseres
Mikrokosmos, in unserem Herzen das göttliche Urprinzip existiert – wie ein
Samenkorn, aus dem sich das Ewige erneut entfalten kann.

Dieses Samenkorn ist nur für Kräfte empfänglich, die der Schwingungsebene
der göttlichen Welt angehören. Es wird durch unsere Offenheit, unsere
Sehnsucht nach dem Göttlichen zum Leben erweckt und ernährt. So vibriert die
göttliche Liebesstrahlung in uns. Positiv darauf zu reagieren bewirkt, dass wir
das Leben in dieser Welt der Gegensätze durchschauen und uns dem Licht
durch eine fundamentale Umkehr zuwenden.
Darüber sprechen wir im nächsten Teil unserer Informationsreihe.

Über Ihre Fragen oder Anregungen freuen wir uns: seminar@rosenkreuz.de


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