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Ringvorlesung

Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik

14.12.2017
Produktionstechnik am Universitätsstandort Hannover

Foto: sliwonik.com

Universitätsnahe
Forschungseinrichtungen

 Laser Zentrum
Hannover e.V.

 Institut für integrierte


Produktion gGmbH

 Leibniz Forschungs-
zentrum Energie 2050

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Industriestandorte in Deutschland – Besondere Bedeutung
der Produktherstellung

Bild: JPN, Industriestandorte in Deutschland - Eine Bestandsaufnahme, 2016

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Produzierendes Gewerbe* eine Säule der Volkswirtschaft
in Deutschland

 25,7 % der
Bruttowertschöpfung
in Deutschland  Größte Branchen
sind der
Kraftfahrzeugbau
und der
Maschinenbau

 8,1 Millionen
Erwerbstätige

Quellen: Statistisches Bundesamt, 2016; Statistisches Jahrbuch 2017


* Ohne Baugewerbe

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Spanende Fertigungsverfahren

Fräsen Drehen Dreh-Fräsen Schleifen

Messen Stoßen Bohren Abwälz-


fräsen

Quellen: Gildemeister, WFL

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Komplettbearbeitung

Quelle: Walter

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Werkzeugmaschinen nach Kienzle

Eine Werkzeugmaschine ist eine Arbeitsmaschine,


die ein Werkzeug am Werkstück unter gegenseitiger
bestimmter Führung zur Wirkung bringt (Kienzle).

Sie übernimmt die Werkzeug- und Werkstückhand-


habung und das Aufnehmen, Verarbeiten und Rück-
führen von Informationen über den Fertigungsvorgang
(Erweiterung).

Otto Kienzle
geb. am 12.10.1893 in Baiersbronn
gest. am 14.10.1969 in Stuttgart

1947 - 1961 Professor für Werkzeugmaschinen


an der TH Hannover

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Was ist eine Werkzeugmaschine?

Werkzeug + Maschine Werkzeug wird in Maschine geführt, um ein


Werkstück zu fertigen.

Merkmale von Werkzeugmaschinen (Hauptfunktionen):

 Werkzeugmaschinen wird Energie zugeführt, da die Fertigungsvorgänge, die in


ihnen stattfinden, unter Energieaufwand ablaufen.

 Werkzeugmaschinen dienen der Herstellung von Werkstücken. Sie wenden


dazu Fertigungsverfahren wie das Urformen, Umformen, Trennen, Fügen, Be-
schichten und Stoffeigenschaftsändern an.

 Werkzeugmaschinen verwenden Werkzeuge zur Herstellung von Werkstücken.

 Werkzeug und Werkstück müssen gegenseitig geführt werden. Diese Führung


des Werkzeuges bestimmt den Fertigungsvorgang und die Gestalt des Werk-
stückes.

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Was ist eine Werkzeugmaschine?

Merkmale von Werkzeugmaschinen (Nebenfunktionen / Kann-Funktionen)

 Eine Werkzeugmaschine führt der Wirkstelle die benötigten Werkzeuge auf


dem Werkzeug-Wechsler zu, führt sie ab und speichert sie.

 Eine Werkzeugmaschine führt der Werkstückaufnahme zu bearbeitende


Werkstücke zu, führt sie nach Bearbeitung ab und speichert sie.

 Eine Werkzeugmaschine greift die zur Prozessführung notwendigen


Informationen aus dem Wirkraum ab, verarbeitet sie und führt sie in
geeigneter Weise wieder in den Prozess ein.
Messeinrichtungen notwendig

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Elemente einer Werkzeugmaschine

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Universaldrehzentrum (ohne Verhaubung)

Werkzeugscheibe x-Achse mit Linearmotor (Doppelkamm)


Werkzeugrevolver mit angetriebenen
Hauptspindel Werkzeugen

z-Achsmotor
Spanner

Reitstock
(hydraulisch geschleppt)

Maschinenbett Rollenführungen

2680
1165
ca. 5800 kg

Quelle: Gildemeister De/34828 © IFW

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Bearbeitungszentrum
Werkzeugmagazin Gewichtsausgleich
Energieführung

Schaltschrank

x-Schlitten

Ständer

Bett

y-Schlitten

Palettenwechsler Arbeitsspindel und z-Achse


Quelle: Hüller Hille (Thyssen Krupp) Mö/34982 © IFW

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Drehzelle mit Stangenzuführung
und Teileabführung

Factbox TWIN 32/42


 Anspruchsvolle Komplettbearbeitung von Stangen- und
Drehspindel 1 und 2 (integrierter Spindelmotor)
Futterteilen Stangendurchlaß mm 32/42
 Kollisionsfreier Arbeitsraum mit Gegenspindel und Reitstock Antriebsleistung (100% ED) kW 19/25
Drehmoment (100% ED) Nm 72/130
 Extrem kurze Nebenzeiten mit 30 m/min Eilgängen Drehzahl, max. min-1 8.000/7.000
Revolver
 2 gleich starke Drehspindeln Werkzeugstationen (angetrieben) 2x12
 2-12fach Revolverköpfe mit jeweils 24 Werkzeugen Schaftdurchmesser mm 25
Leistung (40% ED) kW 3,8
 Y-Achse Drehmoment (40% ED) Nm 10
Drehzahl, max. min-1 6.000
Schaltzeit 30° (inkl. Beschl./Abbr.) s 0,12

Factbox TWIN 65/102


Drehspindel 1 und 2 (integrierter Spindelmotor)
Stangendurchlaß mm 65/102
Antriebsleistung (100% ED) kW 21/33
Drehmoment (100% ED) Nm 300/480
Drehzahl, max. min-1 5.000/3.200
Revolver
Werkzeugstationen (angetrieben) 2x12
Schaftdurchmesser mm 40
Leistung (40% ED) kW 16
Drehmoment (40% ED) Nm 34
Drehzahl, max. min-1 4.500
Schaltzeit 30° (inkl. Beschl./Abbr.) s 0,16
Quelle: Gildemeister De/34860 © IFW

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Transferstraße

Quelle: Hüller Hille De/35157 © IFW

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Werkzeugmaschinenproduktion in Deutschland

Quelle: VDMA/VDW, Stand 2012 Be/60646 © IFW

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Hochleistungsbearbeitung

Quelle: Heller

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Klassische Entwicklungsfelder in der Fertigungstechnik

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Spindelantrieb mit konventionellem Antrieb

(+Messsystem)

Quelle: Siemens Sh/79889 © IFW

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Motorspindel mit Einbaumotor

Quelle: Siemens Sh/79890 © IFW

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Mehrkoordinatenantrieb für Werkzeugmaschinen

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Mehrkoordinatenantrieb für Werkzeugmaschinen

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Regelungskonzept

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Fluiddynamischer Mehrkoordinatenantrieb

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Fluiddynamischer Mehrkoordinatenantrieb

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Seite 24 | Ringvorlesung | 20.11.2017 | Dittrich |
Neue Entwicklungsfelder für Werkzeugmaschinen

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Seite 25 | Ringvorlesung | 20.11.2017 | Dittrich |
Die Werkzeugmaschine als cyberphysisches System

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Seite 26 | Ringvorlesung | 20.11.2017 | Dittrich |
Sensorische Komponenten

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Sensorische Komponenten

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Sensorisches Spannsystem und Spindelschlitten

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Sensorischer Spindelschlitten
Herausforderungen:
 Sehr kleine Dehnungen in hochsteifen Strukturen
 Übertragen von Signalen auf den Komponenten
 Kommunizieren über Komponentengrenzen hinweg

DMS1

DMS4
DMS2

DMS3
Kraft
1
Wheatstone Messbrücke: Ub = ∙ URef ∙ k ∙ B ∙ ε
4
Dehnung ɛ
Steigerung der Brückenspannung durch:
 Erhöhung der mechanischen Dehnung ɛ
 Erhöhung der Sensorempfindlichkeit k

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Erhöhung der mechanischen Dehnung
Kerbwirkung:
 Lokale Kraftflussanpassung
 Dehnungssteigerung bis zu 400%, abhängig von
der Kerbgeometrie
 Vernachlässigbarer Einfluss auf die statische
Struktursteifigkeit

Ohne Kerben Mit Kerben

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Erhöhung der Sensorempfindlichkeit I

Dünnfolien-Mikro-DMS:
 µ-DMS auf Basis von Polyimid-Folie
 Faktor 2 dünner und Faktor 2 sensitiver
 Reduzierte Eigenspannung
 Maschinenprototyp für Ausstanzvorgang und
Applikation der Sensorik

Wafer

Flex-Folie

µ-DMS

µ-DMS
Kerbengrund

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Erhöhung der Sensorempfindlichkeit II

Dünnschicht-Mikro-DMS:
 Typ A: Laserstrukturierte µ-DMS direkt auf
vorbeschichteter 3D Bauteiloberfläche
 Typ B: Direktabgeschiedene und strukturierte
µ-DMS auf Bauteiloberfläche mittels
Schattenmaske
 Faktor 12 dünner und bis zu
Faktor 5 sensitiver

Anschlussplatine Kerbengrund

Zuleitung

Isolation

Direktabgeschiedene Laser-strukturierte
10 mm 750 µm
µ-DMS µ-DMS

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Sensorisches Spannsystem und Spindelschlitten

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Adaptive Abdrängungskompensation

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Adaptive Abdrängungskompensation

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Seite 36 | Ringvorlesung | 20.11.2017 | Dittrich |
Adaptive Abdrängungskompensation

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Adaptive Abdrängungskompensation

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Seite 38 | Ringvorlesung | 20.11.2017 | Dittrich |
Autonome Prozesskettenregelung

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Seite 39 | Ringvorlesung | 20.11.2017 | Dittrich |
Verkürzte Prozesskette

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Prozesskettenregelung – Ansatz

Funktionen: Vorteile:
 Abdrängungskompensation  Bessere Ausnutzung der Standzeit
 Werkzeuglängenmessung  Vermeidung der Hartbearbeitung
 Verschleißmessung
 Verzugskompensation

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Regelung der Fensterfertigung

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Regelung der Fensterfertigung – Ansatz

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Regelung der Fensterfertigung – Ergebnisse

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Seite 44 | Ringvorlesung | 20.11.2017 | Dittrich |
Regelung der Fensterfertigung – Ergebnisse

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Seite 45 | Ringvorlesung | 20.11.2017 | Dittrich |
Regelung der Fensterfertigung – Ergebnisse

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Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

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