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Das Thema des Textes erfassen

Das Thema geht über die Inhaltsangabe hinaus. Es handelt sich um eine allgemeine Fragestellung.
Der Text ist nur ein Beispiel dafür. Das Thema erklärt aber nicht was speziell mit der Geschichte
erreicht werden soll.
Inhalt: Geschichte von einem sportlichen Wettkampf
Thema: Es geht um die Frage der Fairness
Aussageabsicht: Es wird dazu aufgerufen, den persönlichen Erfolg nicht mit unfairen
Mitteln anzustreben.
Fragen zur Erschließung des Themas:
- Wo ist der roten Faden des Textes?
- Gibt es einen Hauptgegenstand oder Hauptgedanke?
- Ist der Inhalt auf außerhalb des Textes liegende Sachverhalte 1 und Zusammenhänge2
übertragbar?
- Enthält der Text Anspielungen3 auf best. Hintergründe oder Ereignisse, die etwas über das
Thema aussagen?4

z.B.: In der Geschichte „Zentralbahnhof“ von Günter Kunert geht es um das Verhältnis von Einzelnem
und Gesellschaft. Am Beispiel eines Mannes wird erzählt, dass man in der Not alleinsteht und im
Zweifelsfall nicht auf die Hilfe anderer rechnen kann.

Die Aussageabsicht formulieren und eine Arbeitshypothese


aufstellen
Die Aussageabsicht bringt zum Ausdruck, was speziell mit der Geschichte erreicht werden soll.
z.B.: Kunert möchte mit seiner Geschichte auf die „Trägheit der Masse“ aufmerksam machen und uns
aufrütteln, bedrohten Menschen wirklich zu helfen und es nicht nur bei Vertröstungen und
Lippenbekenntnisse zu belassen.

Das Thema des Textes bezeichnet seinen Gegenstand. Die Aussageabsicht bezeichnet die Wirkung,
die der Autor mithilfe des Textes erreichen will.
Man muss klarmachen, wie man den Autor bzw. den Text versteht.
Die angenommene Autorintention (Aussageabsicht) zeichnet den Weg der Interpretation vor; daher
ist sie auch die Arbeitshypothese.

Texte (auch literarische) haben unterschiedliche Funktionen:


Informierende F.
Gefühlansprechende F.
Appellierende F.

Um eine tragfähige5 Arbeitshypothese herauszuarbeiten, stellen Sie sich diese Fragen:


 Worüber will mich der Text informieren?

1
circumstàncies
2
contexts
3
al∙lusió
4
és pot transferir el contingut a altres circumstàncies i contexts fora del text?
5
ferm
„G. Kunert möchte mit seiner Geschichte darauf aufmerksam machen, dass
man sich in einer Notsituation auf niemanden verlassen kann, auch nicht auf
die, die man für seine Freunde gehalten hat.“
 Welche Gefühle will der Text in mir hervorrufen?
„G. Kunert möchte mit seiner Geschichte Mitleid erwecken mit dem in einer
Notsituation alleingelassenen Einzelnen in der Gesellschaft“.
 Wozu will mich der Text aufrufen?
„G. Kunert möchte mit seiner Geschichte zu solidarischem Handel aufrufen“.

Welcher Aspekt steht im Vordergrund: der informierende, der emotionale oder der appellierende.
Welche Rolle spielen die anderen Aspekte? Jetzt können Sie Ihre Arbeitshypothese (Aussageabsicht)
formulieren.

Den Text in sinnvollen Abschnitte gliedern


Bei Gedichten ist das wegen der Länge (zu kurz) nicht sinnvoll. Und sie haben keine gliedernde
Handlung, sondern eher ein Gefühl oder eine Stimmung zum Gegenstand.
Bei längeren oder bei aus inhaltlichen Gründen sinnvollen einteilbaren Gedichten kann man nach
inhaltlichen oder äußeren Zäsuren (Stimmungsschwünge, Wechsel in Versmaß und Rhythmus)
suchen.

Man sollte den Text in sinnvollen Abschnitten gliedern 6 und diesen betiteln.
Einen „sinnvollen Abschnitt“ in einem erzählenden Text erkennen:
 In der Handlung geschehen wichtige Veränderungen
 Wichtige (neue) Figuren kommen hinzu oder verschwinden
 Es gibt deutliche Zeitsprünge
Die Bedeutung des Abschnitts für den Gesamtzusammenhang (am Seitenrand) in einem Stichwort
notieren.

Einen Text optisch aufbereiten


Kurzbemerkungen am Seitenrand können Anhaltspunkte für die Stoffsammlung und spätere
Schwerpunkte des Interpretationsaufsatzes geben.
Möglichen Zeichen:
~ unklare Stelle, missverständlich
? Bedeutung eines einzelnen Wortes unklar
! wichtige Stelle für den Zentralgedanke o. Gesamtaussage
↕ ↔ Gegensatz
↑↓ Beziehung, Zusammenhang

6
classificar, dividir
Die Stoffsammlung erstellen
Ein Notizzettel mit den ersten Gedanken und Ideen erstellen (Beispiel „Hauptbahnhof“):
1. knappe, sachliche Sprache
2. wirkt bürokratisch
3. der Mann wehrt sich nicht gegen seine Hinrichtung, sondern bezahlt sogar noch dafür
4. Kunert: DDR-Regimegegner, Ausschluss7 aus SED, 1979 in Westdeutschland
5. hat sich literarisch mit der nationalsozialistischen Vergangenheit beschäftigt
6. wurde als „Halbjude“ in NS-Deutschland deskrimminiert

7. kritisiert staatliche Bürokratie  welcher Staat ist gemeint?


8. Verhalten der anderen Personen:
8.1.1.Freunde schicken ihn weg  Angst?
8.1.2.Rechtsanwalt wiegelt ab8  gemeinsame Sache mit den Behörden
8.1.3.Nachbar  Feindschaft
8.1.4.Bahnhof: ganz normale Stimmung  Metapher?

Textexterne und textinterne Faktoren


Die vorherigen Stichwörter lassen sich in zwei Bereichen zuordnen:
textexterne Faktoren: Merkmale, die aber nicht direkt mit dem Text zu tun haben.
4, 5, 6, 7
textinterne Faktoren: Merkmale, die unmittelbar mit dem Text zu tun haben.
1, 2, 3, 8…

Der Zugang zum Text / Interpretationsmethoden


Es gibt verschiedene Zugangsweisen zum Text:
 Die werk- oder textimmanente Methode untersucht die einzelnen Elemente des
Textes (Handlung, Sprache, Raum, Zeit) und versucht den Text aus sich heraus zu
verstehen

Interpretationsmethoden, die vorwiegend von textexternen Aspekten ausgehen


 Die soziologische Methode versucht den Text aus der Bedeutung dieses für die
Analyse der Gesellschaft zu verstehen
 Die biographische Methode versucht den Text aus dem Lebenslauf des Autors oder
anderer wirklicher Personen
 Die historische Methode versucht den Text durch eine geschichtliche Situation, auf
die er sich bezieht, zu verstehen
 Die literaturgeschichtliche Methode versucht den Text im Rahmen der literarischen
Epoche, in der er erstanden ist, zu verstehen
 Die feministische Methode versucht den Text angesichts der Frage, wie er die Rolle
der Frau wiederspiegelt, zu verstehen
 Die rezeptionsästhetische Methode versucht den Text aus den persönlichen
Erfahrungen und der persönlichen Situation der einzelnen Leser heraus, zu verstehen

Die textimmanente Methode stellt die Grundlage der Interpretation dar; die anderen Ansätze 9 sind
Ergänzungen.
7
expulsión
8
calmar, minimizar
9
planteamiento, enfoque
Beispiel zum Text „Zentralbahnhof“:
soziologisch: Wie verhalten sich die anderen dem Einzelnen gegenüber und welche Gründe
gibt es dafür?
biographisch: enthält die Geschichte Parallelen zu Günter Kunerts Biografie und welche Rolle
spielen sie im Text?
historisch: lassen sich Beziehungen vom Text zu einem historischen Ereignis herstellen und
welche Bedeutung hat dieses für die Gesamtaussage?
literaturgeschichtlich: lassen sich thematisch oder in Form und Sprache Parallelen zu anderen
Texten/Autoren herstellen?

Günter Kunert hat als „Halbjude“ im nationalsozialistischen Deutschland selbst Diskriminierungen


erfahren. Vielleicht weiß er aus eigener Erfahrung wie sich Menschen Ausgegrenzten gegenüber
verhalten. Dass er daraus selbst Konsequenzen gezogen hat, zeigt nicht nur seine Geschichte, sondern
auch sein Eintreten für Regimegegner in der DDR. Deshalb wurde er aus der SED ausgeschlossen und
siedelte schließlich in die damalige Bundesrepublik über.
Informationen über den Autor stehen stets gegen Schluss des Interpretationsaufsatzes im Anschluss
an die eigentliche Textanalyse. Sie stellen nur eine Ergänzung zur ermittelten Textaussage dar.

Sortierung der Ideen im Notizzettel


*Nachdem Ideen ungeordnet sind, sollte man die zusammen mit Eindrücke, Fragen, Anmerkungen,
usw. sortieren. Unterteilung: Inhalt / Aufbau, Sprache, Deutung 10. Die Zeilen/Verse aufschreiben.

Aufbau: sechs Abschnitte, Entwicklung von (scheinbarer) Selbstsicherheit zu grundlegender 11


Verunsicherung
1. Abs.: Selbstvorstellung, Selbstsicherheit
2. Abs.: Der Konkurrent, Abneigung von Anfang an
3. Abs.: Verunsicherung
4. Abs.; offene Abneigung
5. u. 6. Abs.: Steigerung zu existentieller Bedrohung
Erzähler: Ich-Erzähler
Inhalt:
keine Nennung des Geschäftes, das beide ausüben;
Grund für Rivalität?
alles nur Vermutungen
Selbstsicherheit nur am Anfang echt; vielleicht schon da vorgetäuscht?
Ich-Erzähler parteiisch; versucht den anderen als schlecht darzustellen
möglicher Grund für existentielle Erschütterung?
Sprache: klar, verständlich, nüchtern, z.T. kalt wirkend; am Ende Aufregung spürbar, wertende
Mischung aus kurzen und langen Sätzen, die Gefühle wiedergeben.
Autor: Kafka (1883 – 1924), viele Texte (Erzählungen, Parabeln), die die existentielle Verunsicherung
des Menschen zum Thema haben. Eigene große Unsicherheit in privaten und beruflichen Dingen.

Die Gliederung Ihres Interpretationsaufsatzes anlegen


1. Arbeitshypothese: Was will ich zeigen, belegen, darstellen?
2. Thema und kurze Inhaltsangabe: Wovon ist allgemein im Text die Rede? Was beinhaltet der
Text?

10
interpretació
11
fundamentalmente, bàsic
3. Formale und inhaltliche Untersuchung: Wie ist der Text aufgebaut? Gibt es einen Höhepunkt
oder besonders herausgehobene Stellen? Welche Rolle spielen die einzelnen
Handlungsschritte für die gesamte Handlung?
Zur Lyrik: Wie werden Stimmungen, Gedanken, Gefühle entwickelt, entfaltet? Was ist
die Aussage des Textes?
4. Sprachliche Analyse: Was fällt an Wortwahl und Satzbau auf? Werden sprachliche Bilder
(Metaphern) verwendet? In welchem Zusammenhang 12 steht das mit der Aussage des
Textes?
5. Textexterne Aspekte: Was weiß ich vom Autor und vom zeitgeschichtlichen Hintergrund des
Textes und in welcher Beziehung steht das zur Aussage?
6. Zusammenfassung des Interpretationsergebnisses: Wie drücke ich das, was der Text
vermittelt, knapp, aber deutlich aus? Auf welche zentralen Aspekte sollte ich dabei noch
einmal zurückbekommen? Haben sich meine Eindrücke und Erwartungen vom Anfang
bestätigt oder wurden sie widerlegt?

Diesem Grundmuster würde etwa folgende Gliederung entsprechen:


1. Einleitung: Textart / literarische Gattung, Verfasser, Thema, evtl. Informationen zum Autor
2. Hauptteil:
a. knappe Inhaltsangabe
b. Mittelpunkt der Handlung oder der Gedanken / Gefühle
c. Hauptpersonen
d. sprachliche Gestaltungsmittel
e. Einordnung des Textes in den historischen Hintergrund, Bezüge zur Biografie des
Autors
3. Schluss: Zusammenfassung der Aussageabsicht, Bezug zur außerliterarischen Wirklichkeit,
Aktualität des Textes, ggf. Wertung des Textes

Beispiel zur „Zentralbahnhof“:


Textart, Autor, Thema: Kurzgeschichte, Günter Kunert, Verhältnis Einzelner – Gesellschaft.
Inhaltsangabe: Hauptperson wird schriftlich zur eigenen Hinrichtung zum Zentralbahnhof
bestellt, versucht vergeblich13, bei Freunden und einem Anwalt Hilfe zu finden, fügt 14 sich in
sein Schicksal und wird in der Herrentoilette des Zentralbahnhofs hingerichtet.
Mittelpunkt der Handlung: vergebliche Bemühungen des Protagonisten, Hilfe zu finden, und
Ergebenheit dem Schicksal gegenüber:
Freunde schicken ihn weg  Angst?
Rechtsanwalt wiegelt ab  gemeinsame Sache mit Behörden?
Nachbar  Feindschaft
Hauptpersonen: Protagonist „jemand“; namentlich nicht näher genannte Freunde,
ein Anwalt, die Bürokratie (Namenlosigkeit  Allgemeingültigkeit15)
Sprachliche Gestaltungsmittel: knappe, sachliche Sprache
… (Bahnhof, historische Hintergründe… usw.)
Aktualität des Textes: Verhalten des Einzelnen als Zeuge von Gewalt und Unterdrückung

12
relación
13
en vano
14
resignarse
15
universalidad
Die richtige Sprache wählen
Den Aufsatz in Präsens schreiben, um die Gegenwärtigkeit und Allgemeingültigkeit der Untersuchung
und Wertung auszudrücken. In Bezug auf Vergangenes soll man Perfekt benutzen.

Bei der Analyse soll man auf den Bezug zum Text achten: direktes Zitat oder als Umschreibung mit
eigenen Worten.

Fachbegriffe benutzen. (S. 44 – 46 und S. 89 – 92)

Erzählende Texte
Verschiedene Arte erzählenden Texte:
 Erzählung:
o Epische Kleinform (bis ca. 20 S.). Der Aufbau ist nicht festgelegt ist, aber
verfügt über eine in Schritte entwickelte Handlung und Nebenhandlung. Die
Handlung ist meist realistisch.
 Fabel:
o Kurztext. Der Text vermittelt eine Moral oder Lehre. Diese wird auch
meistens genannt. Tiere werden mit typischen menschlichen Eigenschaften
ausgestattet und können sprechen.
 Kurzgeschichte
o Kurze und prägnante Geschichte. Die Geschichte läuft auf einen Höhepunkt
zu. Die Helden in der Geschichte sind oft gesellschaftliche Außenseiter in
Grenzsituationen. Formale Merkmale: offener Anfang, offenes Ende (keine
Einleitung, kein abgerundeter Schluss, realistische, nüchterne Schreibweise).
 Kürzestgeschichte:
o Extrem kurzer epischer Text (ca. 1 S.) ohne entwickelte Handlung. Betont
einfache Wortwahl; Schilderung16 (scheinbar) einfacher Situationen.
 Novelle:
o Konzentrierte, meist kurze Erzählung. Sie schildert einen krisenhaften
Vorgang17 und konzentriert sich ohne Nebenhandlungen darauf. Sie enthält
einen Höhepunkt, einen Wendepunkt 18 und einen abgerundeten Ausklang19,
der meist durch ein „Dingssymbol“ hingeführt wird.
 Parabel:
o Kurze, lehrhafte Erzählung. Sie enthält ein bildhaftes Beispiel, das dazu
anregen soll, nachzudenken und eine allgemeine Einsicht 20 zu finden.
 Roman
o Epische Großform. Sie enthält mehrere Handlungsstränge und Hauptfiguren.

16
relato
17
suceso
18
momento decisivo/crucial
19
final
20
vista/visión/conclusión
1. Die Einleitung
Sie steht am Beginn einer Interpretation. Sie ist knapp und informiert die Leser überblickartig über:
 die Textart, den Titel/die Autorin
 evtl. die Entstehungszeit
 das Thema
 einige leitende Gesichtspunkte der folgenden Interpretation

Beispiel: In der Kurzgeschichte „Die Küchenuhr“ von Wolfgang Borchert geht es um die materiellen
und psychischen Auswirklungen des Krieges auf den einzelnen Menschen und die Gesellschaft sowie
um die Bedeutung von Heimat und familiärer Bindung.
[1- Ende]

Die Erzählweise
Besitzt der epische Text eine erkennbare Einleitung, einen deutlichen Erzählhöhepunkt und einen
abgerundeten Schluss?

Erzähler – Verfasser – zentraler Figur


Außerhalb eines autobiografischen Textes, muss man Erzähler und Verfasser voneinander
unterscheiden.
Erzähler/Erzählerin:
Wenn man sich auf den Inhalt bezieht, spricht man vom Erzähler.
Zentrale Figur der Erzählung:
Wenn es um die Handlung geht, spricht man von der zentralen Figur der Erzählung.
Verfasser/Verfasserin:
Wenn man über den Text, seine besondere Gestaltung, z.B., in Wortwahl und Satzbau
oder über seine Aussageabsicht spricht, bezieht sich man auf den Verfasser.

Die Erzählperspektive
Die Erzählperspektive ist die Sicht, aus der etwas erzählt wird.
 Der Erzähler kann das Geschehen selbst erleben
 Er kann so schreiben als er stünde über den Personen und könnte die Gedanken aller für die
Handlung wichtigen Figuren kennen
 Er kann ein „Berichterstatter“ sein, ohne sich um besondere Motive und Gedanken zu
kümmern

Ich-Form
Der Erzähler berichte ein Geschehen/Situation aus seiner Sicht. Seine Gefühle, Gedanken
und Empfindungen können in die Geschichte einfließen.
Er-Form
auktorialem Erzähler: der Erzähler schildert in 3. Person ein Geschehen. Er kennt auch die
Auswirkungen dieses auf die Gefühle und Gedanken mehrerer, manchmal aller Beteiligten
(allwissenden Erzähler) und mischt die in der Erzählung des Geschehens ein.
neutralem Erzähler: der Erzähler beschränkt sich nur auf die Wiedergabe des Geschehens in
3. Person. Mischt sich aber in der Geschichte nicht ein.
personalem Erzähler: der Erzähler schildert das Geschehen äußerlich in 3. Person, aber
deutlich aus der Sicht einer bestimmten Beteiligten, deren Gefühle etc. ausführlich
geschildert werden. Es besteht nur eine „scheinbare Neutralität“. Die personale Erzählform
steht zwischen die Ich- und die auktoriale Form.
Erlebte Rede und innerer Monolog
Außensicht (Außenperspektive) wird vom auktorialen und neutralen Erzähler verwendet, da sie
einen Handlungsvorgang eher von außen wahrnehmen.
Innensicht (Innenperspektive) wird vom Ich-Erzähler und personaler Erzähler verwendet.

Um Gedanken und Gefühle einer oder mehrerer Figuren aus indirekten Weise über eine Figur und
ihre Gedankenwelt in eine Erzählung miteinzubeziehen, werden zwei Stilmittel eingesetzt:
erlebte Rede: der Erzähler gibt z.B. Gedanken der gerade im Vordergrund stehen Person
wieder. Sie nimmt eine Zwischenposition ein: objektiver Erzähler und stummen
Kommentierungen oder Erwägungen einer Figur. 3. Person und in Vergangenheit.
Beispiel:
„Hatte er ihnen denn etwas getan, dass sie ihn alle anschwiegen? Verstanden sie sein
Lachen nicht? Sahen sie denn seine Verzweiflung nicht …? Und alle diese Menschen
hatten doch genauso den Krieg erlebt und wussten, wie er war.“
innere Monolog: bezeichnet die Wiedergabe von unausgesprochenen Gedanken, allerdings
aus der Sicht der handelnden Person selbst (eine Art Selbstgespräch). 1. Person, Präsens.
Beispiel:
„Alle schweigen mich an? Habe ich ihnen etwas getan? Sie scheinen mich nicht zu
verstehen. Aber sie haben doch den Krieg genauso erlebt wie ich, sie müssen doch
wissen, wie es ist, alles zu verlieren“