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Das Element der Strafen im BDSM

Chichibi beschäftigt sich schon lange mit dem Themen bdsm, ddlg und ähnlichem. Auf
gutefrage.net beantwortet sie zu diesen Themen viele Fragen und hat sich schon einen Namen
gemacht. Für bdsm-world.net hat sie diesen wunderbaren Gastartikel über Discipline und
Strafen geschrieben.

Ein Teilaspekt von BDSM bildet „Discipline“, also Disziplinierung. Oder auf gut Deutsch einfach
Strafen. Nicht jeder mag Strafen, für viele ist es unabdingbares Muss. Aber Strafen sind nicht
gleich Strafen. Wie immer im BDSM gibt es unzählige Stufen und Varianten.

Funishment vs. Punishment

Ganz häufig liest man die Frage: Dürfen Strafen eigentlich Spaß machen? Kann man dann noch
von Strafen sprechen? – Deswegen unterscheidet man auch gerne zwischen Spaß-Strafen (im
amerikanischen auch: Funishment) und ernsten Strafen (Punishment).

Bei Spaß-Strafen steht, wie man sich denken kann, der Spaß im Vordergrund. Subbi provoziert
vielleicht gerne mal und ist aufmüpfig. Das gibt einen wundervollen Grund für Dom, seine Sub
zu züchtigen. Wenn er fies ist, kann er aber auch eine Aufgabe stellen, die Sub gar nicht lösen
kann oder er greift so weit ein, dass sie eben scheitert. So kann er zB Sub befehlen, in einer

Stellung zu bleiben und sich nicht zu bewegen, fängt dann aber an, sie durchzukitzeln.
Generell wird hier nicht alles bierernst genommen, BDSM darf ruhig auch einfach mal Spaß
machen. Strafen regen hier das Kopfkino gewaltig an und geben einen Kick, wenn nicht sogar
erst eine Begründung, Sub überhaupt zu schlagen.

Im Gegensatz dazu stehen echte Strafen, die eine nachhaltige Veränderung von Sub bewirken
sollen. Strafen sollen ein Umdenken bewirken. Sub wird in diesem Kontext einen Teufel tun,
Dom zu provozieren. Denn auch wenn Sub sich echte Strafen gewünscht hat, dienen diese ja
nicht dem unmittelbaren Lustgewinn. Der Wunsch nach Erziehung ist durchaus ernst, Strafen
helfen Sub dabei, sich selbst einen Fehler zu verzeihen oder sich zu vergewissern, dass Dom die
Erziehung genauso ernst nimmt. Strafen können auch dazu dienen, eine Schuld abzugelten. Sub
macht einen Fehler, Dom straft, Dom verzeiht Sub, Sub verzeiht sich selbst, und dann ist alles
vergeben und vergessen.

Wie kann eine Strafe aussehen?

Strafen passieren oft eine Form von körperlicher Züchtigung. Beliebt sind das
klassische Spanking – mit der Hand oder einem Stock, über einen Bock gebeugt oder wie auch
immer gefesselt. Schläge auf Fußsohlen (Bastonade) können Schmerzhaft, aber auch
Lustbereitend sein. Sexuelle Dienste oder auch ein Orgasmusverbot können Subbi dazu bringen,
„über ihr Fehlverhalten nachzudenken“.
Wenn es um echte Strafen geht, macht es natürlich wenig Sinn, einen Masochisten übers Knie
zu legen und ihren Po zu versohlen. Aber auch für Masochisten gibt es Schmerzen, die sie nicht

in Lust umwandeln können

Strafen müssen aber nicht immer Schläge und Schmerzen sein. Manchmal ist es effektiver,
Maso-Sub für eine Weile eben NICHT zu schlagen, sie etwas Ekliges tun lassen, sie in eine Ecke
zu stellen, Fernseh-Verbot, früh ins Bett schicken usw. Viele Paare ziehen es vor, wenn die
Strafe zum Vergehen passt, damit sie für Sub stets nachvollziehbar ist. Man spricht hier auch
von Konsequenzen. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt und der Fantasie überlassen, aber
natürlich nur in dem Rahmen, in dem Sub eingewilligt hat. Wenn man BDSM rein sexuell lebt,
und mehr nicht erwünscht ist, sollte man natürlich auch die Strafen in diesem Rahmen halten.

Übrigens kann auch eine echte Strafe, die als sehr unangenehm empfunden wird, trotzdem
irgendwie erregen. Oft ist es dann einfach die spürbare Konsequenz des Doms, das Wissen,
dass er die Strafe trotz allem Leid eiskalt durchzieht. Da kann Dom als Strafe wählen, was er
möchte und Sub wird trotzdem erregt.

Was ihr bei Strafen grundsätzlich beachten müsst

GANZ WICHTIG:

Lasst euch bitte nicht auf Strafen ein, wenn ihr kein gutes Gefühl habt. Sprecht vorher
unbedingt ab, was in welcher Form gewünscht ist! Sprecht auch nach den Strafen, ob für beide
Beteiligten wieder alles OK ist. Wenn nicht, besteht hier dringender Handlungsbedarf und man
sollte ggf. sogar erst mal auf Strafen verzichten.

Man kann seiner Sub ernsthaften psychischen Schaden zufügen, wenn man unvorsichtig ist.
Viele Subs haben sowieso ein sehr schlechtes Gewissen, wenn sie etwas falsch gemacht haben.
Da sollte man als Dom auch ruhig mal zeigen, dass man das selbst nicht schlimm fand.

Leider gibt es viele TrashDoms, die Sub mit Ignorieren strafen oder auch nach einer Strafe nicht
verzeihen. Subs Selbstwertgefühl geht dadurch total in den Keller, gibt sich an allem die Schuld.
Die meisten empfinden das als Liebes-Entzug und als Psychoterror. Liebe Doms, tut eurer Sub
sowas nicht einfach an!

Natürlich war dies nur ein kleiner Einblick in die Möglichkeiten von Strafen. Du hast eine andere
Vorstellung davon? Oder Strafen sind schon ein Teil eures BDSMs, aber du findest dich hier
nicht wieder? – Super! Erzähl gerne davon in den Kommentaren!

Was denkst du darüber? Kommentiere gerne mit Synonym

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