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Der Kern der Futhark-Sprachen

Joannes Richter

Einführung in die Etymologie der Futhark-Sprachen


Das Unwahrscheinliche ist eingetreten: die Sprachen sind wirklich aus einem Wort hervorgegangen
und stammen wie die Pflanzen- und Tierwelt aus einer einzigen Knospe, den man in der deutschen
Sprache als Hagebutte bezeichnen kann.
Jede Sprache hat ihre Individualität mit den eigenen Charakterzügen entwickelt und da hat sich die
deutsche Variante mit besonders komplexen Lautverschiebungen eine umfangreiche Tarnung
zugelegt. Jede Sprache bildet sich jedoch auch ab in den Wörtern der Nachbarsprachen. So lässt
sich rekonstruieren was sich einzelne Abweichler als Sonderfälle haben einfallen lassen.
Die germanische Sprachen basieren alle auf kompakten Wortlisten, die auf einem Kernwort (der
„Samen“) basieren. In meiner niederländischen Muttersprache ist dieses Wort „Fut“, das man als
“Lebensenergie“, „Kern“ oder „Samen“ beschreiben kann. Dieses „Fut“ wurde dem lokalen
Alphabet „Futhark“ vorangestellt und auf diesem „Fut“-Kern wurden alle andere Wörter1 aufgebaut.
In der deutschen Sprache gibt es dieses „Kern“-Wort nicht in der passenden Form. Die Hagebutte
trägt jedoch in ihrem Namen den Kern „But“, der in Englisch „Bud“ und in Niederländisch „Bot“
heißt. Auf diesem Weg konnte ich das deutsche Kernwort „But“ (oder „Butte“ isolieren. Auch
diesem Wort fehlt jedoch die Originalform ᚠᚢᚦ (Fut“) der uns die Bindung an den bekannten
Namen „Futhark“ erleichtern würde.
Man behauptet dass die Runen etwas Geheimnisvolles und Zauberhaftes innehaben. Ich halte das
für ein Gerücht. Die Schlichtheit wurde lediglich durch einer langen Phase der Verstümmlung und
Verschleiß erschwert. Das Schlüsselwort, die Rune ᚠᚢᚦ (Fut“) ist für alle Sprachen gleich, aber die
darauf folgenden Reihe Runen variieren erheblich und werden im Laufe der Zeit regelmäßig ergänzt
oder gar gekürzt. Nur der ᚠᚢᚦ (Fut“)-Kern ist unverändert erhalten geblieben.
Der aus dem Kern erzeugte elementare Wortschatz ist hochgewachsen wie ein Bambus Bäumchen.
Diese Basis enthält Wörter, die Kernbegriffe zusammenfassen und als elementar betrachtet werden
können. Das bedeutsamste Kernwort könnte die Futiᛣ-Rune sein, die aus einem Wortstamm „fut“
als Elementarbegriffe nicht nur „Futter“ und „Fett“, sondern auch die Geburt, die Zeugung und die
Fortpflanzungsorgane erzeugt. Die Zusammensetzung und Gleichwertigkeit der Elementarwörter
„Futter“, „Fett“, Geburt, Zeugung und Fortpflanzungsorgane deuten an, dass die Begriffswahl zu
einem sehr frühen Stadium stattgefunden hat.
Die Worterzeugung benutzt ein Buchstabenmuster „F*T“, das ursprünglich genau angewandt
worden ist, aber später durch Lautverschiebungen verstümmelt wurde. Leider sind auch einige
Elementarwörter, welche die Zeugung und die Fortpflanzungsorgane beschreiben, inzwischen zu
Schimpfwörter erniedrigt worden. Aus dem Kontext kann man jedoch ablesen, dass diese Wörter
zur Urzeit der Erzeugung genauso erhaben gewesen sein müssen wie „Vater“, „Futter“ und „Fett“.
Falls man sich durch Schimpfwörter irritieren lässt soll man dieses Dokument jetzt schließen und
beiseite legen, weil die betreffende Wörter zur Beweisführung benötigt werden.

1 Bezieht sich "Wort" auf einen Ausspruch, der aus mehreren Wörtern bestehen kann, lautet der Plural "Worte". Wenn
jemand eine gute Rede hält, dann hat er die richtigen "Worte" gefunden. "Worte" bestehen aus "Wörtern". Worte
oder Wörter? Das ist der Unterschied - The Huffington Post
Das Buchstabenmuster „F*T“
Zur Erzeugung der Elementarwörter muss man im Buchstabenmuster „F*T“ die Konsonanten „F“
gelegentlich durch V, W, B oder P ersetzen. Dieser Austausch wurde auch für das Wort „But“ der
„Hagebutte“ angewandt um die Korrelation mit „Fut“ an zu deuten.
Das Wort „Fut“ deutet im deutschen Sprachbereich eher auf die Vagina oder auf den
Hintern. Die Diskussion über „Fut“ variiert regional relativ stark2. Nicht nur die Bedeutung
sondern auch die Akzeptanz wechseln in der Körperregion zwischen vorn und hinten und
von Gebrauchswort zur Vulgärsprache.
In vielen Regionen gehört „Fut“ auch bei Erwachsenen zur normalen Umgangssprache, bei
anderen gehört es zur abstoßenden Vulgärsprache, was das Verständnis als Schlüsselwort
nicht gerade erleichtert.
Es ist oft auch ein Unverständnis der genauen Umschreibung im Spiel, als ob man das
Thema lieber verschämt hinter einem sprachlichen „Paravent“ verhüllt. In der
niederländischen Sprache ist „fut“ unbelastet von vulgären Nebengedanken und kann auch
den Kindern in einer Werbung für Erfrischungen angeboten werden.

Von der Winzigkeit des Fut-Kerns


Das deutsche Wort „Butze“ (die Verdickung oder Butte der Hagebutte, die genau genommen die
Samen enthält3) ist kein Ersatz für das niederländische „Fut“, das die Winzigkeit des Samens in der
Bedeutung des Spermas andeutet. Die Hagebutte ist bereits eine Knospe, die erheblich größer ist
und mehrere Samenkörner enthält.
Mit der Bedeutung „Sperma“ für „Fut“, die nur im West-Flämischen Sprachbereich dokumentiert
vorliegt4, wird die alte Legende der Kabbala bewahrheitet, wie zum Beispiel in der Sepher Jezirah,
das Buch der Schöpfung beschreibt, wie der Schöpfer die gesamte Wortwelt aus einem einzigen
Wortstamm erzeugt hat.

2 »Fut« = »Gesäß«? Wo im deutschen Sprachraum?


3 Die Butte entspricht dem alten Lautstand des süddeutschen Butz, Butzen (Verdickung)
4 fut (geestkracht, lichaamskracht, pit) - West-Vlaams ook in de betekenis ‘mannelijk zaad’ [1873; WNT]. M. Philippa
e.a. (2003-2009) Etymologisch Woordenboek van het Nederlands . Quelle: Sijs, Nicoline van der (samensteller)
(2010), Etymologiebank, op http://etymologiebank.nl/
Die Etymologie der Futhark-Sprachen
Aus heutiger Sicht ist meines Erachtens das Kernwort für die germanische Sprachen das Wörtchen
„Fut“ in „Futhark“.

Futhark
Das Wort in der „Futhark“-Reihe ist abgeleitet aus einer Vielzahl von Wörtern und dient
gleichermaßen zur Generierung vieler anderer Wörtern.
Tatsächlich haben die Germanen vielleicht nur ein philosophisches Buch in Runen geschrieben, das
aus einem Wort besteht (oder vielleicht zwei oder drei, wenn man die Götternamen mitzählt).
Dieses Buch oder Wort kann aber vielerlei zusammenhängenden Bedeutungen zugewiesen werden
kann. Man kann genauso viel mit einem Wort formulieren als mit vielen Worten nichtssagende
Aussagen äußern.

Fut
Andererseits ist das Deutsche Wort „Fut“ auch noch ein vulgärer Wortfetzen, der in der
Umgangssprache oft gemieden wird.
Leider ist in Deutsch genau dieses Wort im Futhark unveränderbar und deutlich sichtbar vorhanden.
Stattdessen ist die Bedeutung bis jetzt weitgehend unbekannt geblieben.
Dadurch wird die Beweisführung der Etymologie der Rune „Futhark“ erschwert, denn es muss
erklärt werden, welche Wörter im Kernbereich eine große Rolle spielen.
Im zugehörigen „F*T“-Muster kann das Sternchen (Asteriskus) durch beliebigen
Vokalkombinationen der Buchstaben “a”, “e”, “i”, “o” beziehungsweise Doppelbuchstaben oder
Umlaute ersetzt werden.
• Als Elementarwörter sind in Deutsch zum Beispiel folgende Wörter ableitbar: futtern,
Fuodar, Fudloch, Füdle, futuz, Vater, Fett, Futter, Faden, Fass, fesseln, Fessel, fasten, Fuß,
Fest, Wotan, resp. Ziu & Thor.
• In Englisch lautet die Liste: wit, futter, fodr, fud, foster, father, feed, fed-up, well-fed, fat,
food, fit, fathom, fetter, fasten, foot, feast, Voden, resp. Tiw & Thor.
• In niederländischer Sprache lautet die Liste: vadem, vader, vasten, vat, vatten, feest, vet,
veter, wet, fit, pit, fut, futiel, wit, wut, vot, foeteren, opvoeden, voedsel, voedvader, voet,
Wodan, resp. Tuw & Thor.

In den Runen ist Fortpflanzung ≡ Ernährung


Um den Wortschatz genauer zu beschreiben werde ich die Wörter in verschiedenen Sprachen
nebeneinander stellen und erläutern. Zunächst jedoch möchte ich die Futiᛣ-Hauptrune in der
Beschreibung von Udo Waldemar Dieterich präsentieren, der in seinem Buch Runen-Sprach-Schatz
(1844) die Kombination der Erzeugung, Erzeugungsorganen, Essen, Fett, Vater, Futtervater, usw.
veröffentlicht hat.
In seiner Beschreibung erwähnt er die Gleichstellung des Gebärens und der Ernährung, was in einer
modernen Sprache unmöglich erscheint. In einer modernen Sprache sind Erzeugung, Geburt,
Fortpflanzung und Ernährung streng voneinander getrennt. Dort wo Erzeugung und Ernährung in
einem Wort zusammengefasst werden handelt es sich um einem Frühstadium der Sprache.
Im Laufe der Zeit haben sich die Wörter akustisch getrennt, aber in der Aufzeichnungsform der
Runen gehören die Begriffe „Erzeugung, Geburt, Fortpflanzung“ und „Ernährung“ zusammen. Das
ist die Lektion, die Dieterich uns erteilt.

Die Vokaltrennung „Futter“ o-o „Fett“


Genau genommen wurde „Futter“ und „Fett“ durch Vokaltrennung präzisiert. Ursprünglich hat man
vielleicht nur ein Wort benutzt und später eine Variante hinzugefügt.
Auch das Fettwerden wurde wohl zunächst sowohl während der Schwangerschaft als beim üppigen
Essen mit dem gleichen Wort wahrgenommen.
Später jedoch wurde der Unterschied durch Wörtertrennung verdeutlicht.
In der modernen Sprache gehört Fett zu den negativ beladenen Schimpfwörtern, während die
erhabene Schwangerschaft ein eigenes Wort erhält.
Aus der ursprünglichen zweideutigen Gebrauch kann man aber das Alter ablesen.
Die Futiᛣ- und Faþiᛣ-Rune
Die skandinavische Runen Futiᛣ und Faþiᛣ werden von Udo Waldemar Dieterich in dessen Buch
Runen-Sprach-Schatz (1844) folgendermaßen erläutert:

1 Zitat der Futiᛣ-Rune in Runen-Sprach-Schatz (1844) von Udo Waldemar Dieterich

Was dem Autor Dieterich entgeht, ist die Beziehung zwischen dem „Futh“ in Futhark und den
Wörtern Futter, Fett, Fettwerden, ernähren, gebären, Vater, Fud und Futteral (als Vagina5).
Die Faþiᛣ-Rune verdeutlicht, dass der Vater genau genommen der Futterer ist, denn der Erzeuger
wurde damals noch „Kuni“ genannt:

2 Zitat aus der Faþiᛣ-Rune in Runen-Sprach-Schatz (1844) von Udo Waldemar Dieterich

5 Fut → mittelhochdeutsch „vut“, Grundwort zu „Fotze“; das Wort ist seit dem 13. Jahrhundert belegt[1]
In der Erläuterung der Fustra-Rune wird verdeutlicht, dass der Vater wörtlich der Ernährer ist und
der Kuni als „Samenvater“ auch ein anderer sein kann. Der Wortstamm für Vater ist somit eine
„Fut“-Variante:

3 Zitat der Fustra-Rune in Runen-Sprach-Schatz (1844) von Udo Waldemar Dieterich


Die Deutung der Futiᛣ- und Faþiᛣ-Runen
Von Dieterichs Erläuterungen dürfen wir ablesen, dass die Futhark Runen am Anfang das
dreistellige Schlüsselwort “Fuᚦ” ( ᚠ-ᚢ-ᚦ ) enthalten, dass auch in der Rune Futiᛣ (einschließlich
der zugehörigen Faþiᛣ- und Fustra-Runen) auf einer Vielzahl von elementaren Begriffen beruht:
(1) Futtern, (2) Gebären, (3) Ernähren, Erziehen (4) „Fettwerden“ (durch Schwangerschaft), (4)
Fett, mästen, (5) Pflegevater, (6) Vater (nur als Ernährer), (7) Vagina, (8) Geschlechtsteile (männlich
& weiblich), (9) die Scheide.
Aus dieser Definition kann man bereits viele Details zur germanischen Kultur ablesen. In der
modernen Gesellschaft sind diese Begriffe teilweise in eigenständige Wörter überführt worden, die
nur in Ausnahmefällen der ursprünglichen V*T-Kern entsprechen. In den nachfolgenden Wörtern
spielen viele Begriffe eine bedeutende Rolle für die Vitalität der Lebensenergie, die in
niederländischer Sprache „Fut“, beziehungsweise in deutscher Sprache als Lebenskern „Butte“
symbolisiert wird.
Das deutsche Wort „Futter“ enthält bereits genau den gleichen Wortstamm „Fut“ womit das Wort
“Futhark“ anfängt. Auch das Wort „fit“ und „Fitness“ sind mit dem Begriff „Fut“ (als „vit“-ale
Lebensenergie) verwandt.
Um das Wort „Fett“ zu erreichen muss der Vokal „u“ in „Fut“ in ein „e“ verwandelt werden.
Um das Wort „Vater“ zu erzeugen muss man den Vokal „u“ in „Fut“ in ein „a“ verwandelt werden.
In der Übersicht könnte man aus Futiᛣ und Faþiᛣ folgende Begriffe zusammensetzen:

Begriff Niederländisch Englisch Deutsch Hinweise


Ausgangsbasis ᚠᚢᚦ (“fut”) ᚠᚢᚦ (“fut”) ᚠᚢᚦ (“fut”) Wortkern am Anfang der
Futhark-Reihe
“Wir beide” wut , wit wit wat, wët Ausgestorben (Dual Pronomen)
Kopulieren foeteren to futter futtern Fututio = Kopulieren
–> in Französisch: foutre
Geschlechtsteile (honds-) vot fodr, fud6 Fuodar, Gotisch: fōdr
Fudloch, alt-Nordisch: fóðr (→ Scheide)
Füdle, futuz
Der “Genenvater” “Kuni” “Kuni” “Kuni”
Der Futterer voedvader foster-father Nährvater Heute: Pflegevater
vader father Vater
Großziehen opvoeden to feed up fett mästen Ernährung durch “Fettnahrung”
Fitness erzeugen Opgevoed, fit Fed-up, fit fett Fit = gut ernährt
Futter voedsel food Futter Fettspeisen
Fett vet fat Fett als Energielieferant, - Speicher)
Tabelle 1 Elementare Wortliste aus den Futiᛣ- und die Faþiᛣ-Runn

6 Although "fud" is widely accepted in Scotland as being a slang term for the female reproductive organs, it is
generally used as a pejorative to describe someone who has just done something stupid, (Urban Dictionary: fud)
Die niederländische Wörter “Fut” und „Pit“
Das Lateinische Wort futuere (futuo) wird übersetzt mit Beischlaf, Geschlechtsverkehr, in dem der
Wortstamm “fut” als “Fortpflanzung” und “Kopulation” gedeutet wird.

To futter (E), foeteren (NL) und futtern (D)


In Englischer Sprache gibt es „inoffiziell“ ein Verb “to futter”, das dem Richard Francis Burton
zuschreibt, der es aus dem Französischen foutre abgeleitet haben soll7. Auch soll es in Schottland
mit der Bedeutung „Kopulation“ noch zum Wortschatz gehören, wie Burton es am 24.12.1888 in
einem Brief an den Herrn Leonard Smithers beschreibt:8
"Futter" is still common in Scotland, and the word is of noble family […], futuv, foutuv,
etc. [553]

In niederländischer Sprache entsprechen “foeteren” und in English „to fuck“ dem deutschen Verb
futtern. In der Frühzeit gehörten die Ausdrücke zur Kategorie „Fortpflanzung“ sicherlich in allen
Sprachen zu den ehrbaren Ausdrücken.

Von der Winzigkeit der Samenwörter


Das niederländische Wort “fut” (“Energie”, „pit“) bildet insofern eine Ausnahme dass es in den
europäischen Sprachen nur eine einzige Sprache (Schottisch-Gaelisch) gibt, in dem die Übersetzung
in eine ähnliche Richtung führt:
Schots-Gaelisch übersetzt das niederländische Wort “fut” in drei Varianten, wovon die dritte
Übersetzung lùths (plural) die Bedeutung des niederländischen Wort “fut” am genauesten
trifft, und in dem auch der Kern „pit“ enthalten ist: pith (The essential or vital part):
▪ neart (gd) m, (1) strength; force, power ; (2) a large amount ; (3) power to prevent, to
remedy ; (4) ability
• brìgh (gd) v, : (1) meaning, sense ; (2) substance, essence, gist, point, drift (of
argument etc) ; (3) pith, sap, juice (of plants, fruit etc) ; (4) energy, strength (5)
significance, purport, moment .
• lùth / lùths (gd) m : (1) activity, energy ; (2) motion ; (3) pith (The essential or vital
part) ; (4) vigor, power .

Das Lateinische Verb Futuo9 beschreibt die Kopulation und kann sowohl die West-flämische
Bedeutung „Samen“ des flämischen Wortes “fut” (Energie und in West-Flämisch: “Sperma”10) als
auch das Englische Wort “to futter” (Kopulieren) ausgelöst haben.
Das niederländisch/flämische Wort fut wird auch assoziiert mit winzigen Abmessungen und
Bedeutungslosigkeit, was sich in vielen Sprachen (auch Deutsch) mit dem Begriff „Futilität“
von „futil“ (nichtig, unbedeutend). Der fut ist entweder (1) winzig und mächtig oder (2)
unbedeutend. In der Bedeutung „Samen“ spielt die Winzigkeit keine Rolle. Die Bedeutung
wird von der Aufgabe als Schlüsselwort ᚠᚢᚦ (“fut”) für die Schöpfung zugewiesen.

7 To futter – festgelegt durch Richard Francis Burton af Basis des französischen Wort foutre.
8 "Futter" is still common in Scotland, and the word is of noble family […] ... The Book of Burtoniana: Volume 3
9 Futuō wird nur benutzt in der Bedeutung eindringen.
10 fut (geestkracht, lichaamskracht, pit) [1873; WNT]. -Etymologiebank, op http://etymologiebank.nl/
In der niederländischen Sprache werden die Wörter “fut” (Energie und in West-Flämisch:
“Sperma”) und das alternative Wort “pit”11 (pith → The essential or vital part)
gleichermaßen sowohl männlich als weiblich (m./w.) definiert. Deutet diese ungewöhnliche
Festlegung auf die Geschlechtslosigkeit die normalerweise in Niederländisch für jeden
Diminutiv automatisch zugewiesen wird?
In der niederländischen Datenbank für Etymologie wird die Etymologie für das Wort “fut”
(Energie) als unklar eingeschätzt12,
Selbstverständlich wurde später die Mechanismen der vitalen Lebensenergie fut und pith von
Antonie van Leeuwenhoek unter dem Mikroskop entschlüsselt.
Sowohl fut und pith wurden als winzige Teilchen betrachtet – wie die Senfsamen die laut Kabbala
mit dem kleinsten Buchstaben I verglichen werden konnten, die als Kern zur Schöpfung der Welt
benutzt worden sei.
Diese Idee ist nicht wirklich neu und gehört zur Schöpfungslegende, die im Wortkern fut des
futhark festgehalten wurde.

11 fut (geestkracht, lichaamskracht, pit) – Sijs, Nicoline van der (samensteller) (2010), Etymologiebank, op
http://etymologiebank.nl/
12 M. Philippa e.a. (2003-2009) Etymologisch Woordenboek van het Nederlands
Die Schlüsselwörter Wit, Wut, Tiw und Tuw
Um die Rolle der winzigen Samenelementen fut und pith zu verstehen sollten wir zurückblicken in
die Liste der Vergessenen Wörter13 die uns erinnern an die Wörter “Wit”, “Wut”, “Tij” und “Tuw”,
welche einige Ausprägungen aufweisen, die auch in “fut”, beziehungsweise pith auffallen.
In der Liste der Vergessenen Wörter werden die Wörter “Wit” & “Wut”, “Tij” & “Tuw” als
gleichwertige Paare dargestellt. Vielleicht sollten wir auch andere Wortpaare mit “fut” oder pith als
mögliche Kandidaten für männliche und weibliche Elemente suchen, bei dem männlich und
weiblich in einem Vokalwechsel symbolisiert wird..
Die Datenbank spezifiziert Tuw und Tij als den germanischen Gott °Dings/°Dijs • Friesisch
Tij (in tiisdei), Englisch Tue (in Tuesday), Norwegisch Ty, Isländisch Týr • in °tuwsdag, aus
°tuw1/°tij1 14
Nach Angaben des anglikanischen Priesters William Barnes hat das Volk der Teutonen den
Himmelsgott Tij „Tiw“ genannt, was Barnes motiviert hatte den Götternamen Tiw (1861) als
Buchtitel zu verwenden15:
“I call my view of Teutonic roots TIW, as the name of the god from which the Teutonic
race seem to have taken their name”.

Die Gegensätze “Wit” & “Wut, “Tij” & “Tuw”, °jut/°jit, wat, wët
Für “Wit” & “Wut finden wir eine ähnliche Festlegung der mittlerweile ausgestorbenen Dual-
Formen für die Personalpronomina der ersten Person (“wir beide”).
Nordfriesisch wat, wët, Isländisch við • vgl. °onk1 ‘wir beide’, °jut/°jit ‘Ihr beide
(Subjekt)’, °ink1 ‘ihr beide (Objekt)’ 16

Man könnte jetzt mal annehmen, dass gegensätzliche Geschlechter wie folgt verteilt werden:
Wörter weiblich männlich
Vokale U I
Himmelsgott (Týr, beziehungsweise Tue) Tuw Tij, Tiw
die mittlerweile ausgestorbenen Dual-Form wut wit
für die Personalpronomina der ersten Person (“wir beide”)
Vitale Energie Fut Fit/pit
Hagebutte butte
Tabelle 2: gegensätzliche Geschlechter für Götternamen und Personalpronomina
Es ist aber nur eine Hypothese. Zu berücksichtigen ist aber dass die Anfangsbuchstaben fuᚦ des
Futharks nur einen U-kern für die germanische Sprachen bereitstellen. Man kann den Kern ablesen
aus Futhark. Es ist die Runen-Kern ᚠᚢᚦ der als Wurzel für die Sprache verwendet wurde.

13 Vergeten woorden
14 Vergeten woorden
15 Quoted in Notities over het boek TIW.
16 Vergeten woorden
Soweit ich das System überschauen kann wird der Rest der Futhark Runen Reihe als einen
Symbolsammlung um einer zentralen I-Achse angehäuft. Die Gegensätzliche Funktionen des U
(innerhalb des Schlüssels fuᚦ) und des „I“ (als zentrale I-Achse) sprechen jedoch gegen ein Konzept
gegensätzlicher Geschlechter mit einem U beziehungsweise I für Götternamen und
Personalpronomina.

Die Struktur der Runen-Reihen


Das ist eine Struktur, die ich bereits in den römischen und griechischen Alphabeten identifiziert
hatte. Dabei werden die Buchstaben statistisch gesehen als Funktion der Häufigkeit verteilt. Die
häufigste Buchstaben werden in der Nähe des zentralen I-Buchstabens platziert. Die seltene
Buchstaben werden links und rechts am Ende des Alphabets platziert. Des “fut”-Schlüsselwort ᚠᚢᚦ
wird vor diesem Buchstabenberg platziert17.

17 Designing an Alphabet for the Runes.


Die Futiᛣ-Rune als archaische Phrase

Die Basiselemente “fut”, “wut”, Fitness”, “Fett”, “Fud”


Es ist schon ziemlich unüblich eine Rune mit dem Namen “Futiᛣ” die sowohl das initiale
Schlüsselwort ᚠᚢᚦ (“fut”) des Futharks mit den Begriffen „Vagina“ (“fot” beziehungsweise “fud”),
Gebären und „Futter“, „Fett“ und „Vater“ als „Futtervater“ zusammen kombiniert.
Diese Begriffskombinationen, die wohl eher archaische Sozialstrukturen beschreiben sind in
modernen Gesellschaften undenkbar. Das „Futhark“-Konzept muss schon sehr früh in der
Gesellschaft entstanden sein. Auch die Idee van „Fett“ als bedeutsame Nahrungsmethode deutet auf
eine frühe Gesellschaftsstruktur.
Wir können die Futiᛣ-Rune auch als Hauptschlüssel betrachten und die Faþiᛣ-Rune mit dem
„Futtervater“-Konzept als Hilfskonstrukt.
Abgesehen von den Elementarelementen ᚠᚢᚦ (die vitale Lebensenergie “fut”) und “wut” (“wir
beide”) kann man folgende primäre Schlüsselwörter ablesen:
• “Fitness” (die optimale Gesundheit) und die Bedingungen “futter”, “futtern”,...
• “Fett” (als die optimale Nahrung)
• “Fud” (die Fortpflanzung) und die Kopulation “futtern”.

Die Zusatzelemente wie „fesseln“, „fasten“, „wissen“, usw.


Hinzu kommen Zusatzelemente, die für die religiöse und juridische Motivation der Gesellschaft
benötigt werden und genauso dem V*T-Muster entsprechen. Zu diesen Wörtern gehören „fesseln“,
„fasten“, „wissen“, usw.
Die Etymologie der “fut”-bezogenen Wörter wie die West-Flämische „Sperma“-Übersetzung für
“fut”, die vulgäre Wortbedeutug Fud, futtern als Kopulation, Tuw oder Tiw , usw. ist oft unklar18.
Generell ist auch die Symbolik des „Futhark“-Konzepts noch nicht allgemein anerkannt. Zur
Analyse der Etymologie muss zuerst der Symbolschlüssel der „Futhark“-Bezeichnung entschlüsselt
werden.

18 fut (geestkracht, lichaamskracht, pit)


Die symbolische Fesselung durch Gesetzen
Die einfachste Sozialstruktur verlässt sich auf die Nahrung als symbolische „Fesselung“, womit der
Vater seine Familie diszipliniert und zusammenhält. Darüber hinaus müssen Gesetze festgelegt
werden, welche die Mitglieder beschützen und motivieren.
Es gibt einen Unterschied zwischen den göttlichen Gesetzen und die juridische Regeln, die sich die
Menschen selbst zurechtgelegt haben. Die römische Gesetzgebung der Fas beschränkt sich auf die
Gottesgesetze, deren Charakterisierung Vergil in einem Zitat zusammengefasst hat: fas et iura
sinunt (→ “sowohl die göttliche 'fas'-Gesetze als die menschliche 'iura'-Gesetze lassen es zu”):
Fas is thus both distinguished from and linked to ius (plural iura), "law, lawfulness,
justice," as indicated by Virgil's often-cited phrase fas et iura sinunt, "fas and iura allow
(it)," which Servius explains as "divine and human laws permit (it), for fas pertains to
religion, iura to the human being."[243] 19

Die Fesselung wird als eine Version des „Fassens“ verstanden. Es ist aber merkwürdig, dass die
Römer das göttliche Gesetz „fas“ mit Fesselung assoziieren, aber das 'iura'-Gesetz mit dem
höchsten Himmelsgott IU-piter korrelieren. Das ist eine Frage, die noch auf einer Antwort wartet.
Fas (der Römischer Kalender) bildete ein komplexes Rechtssystem mit Tagescharaktere im
römischen Kalender.
Die Tagescharaktere im römischen Kalender unterscheiden:
• 1 C = dies comitialis → An den mit C gekennzeichneten Tagen durfte sich das Volk in einer
von einem Magistrat einberufenen Versammlung treffen, was an anderen Tagen nicht erlaubt
war.[1][2][3]
• 2 F = dies fastus → An den Fas-Tagen (dies fastus) konnte der Prätor Recht sprechen und
neue Fälle annehmen. Der Numanische Kalender kannte 42 dieser Gerichtstage. Die Fälle
mussten an einem Tag, also zwischen Sonnenauf- und -untergang entschieden werden.
• 3 N = dies nefastus → An Nefas-Tagen (dies nefastus) konnten im Gegensatz zu den Fas-
Tagen keine Rechtsvorfälle an den Prätor eingereicht werden.
• 4 NP = dies nefas piaculum → An den 49 Tagen mit dem Kürzel NP wurden religiöse
Handlungen vorgenommen.
• 5 EN = dies Endoitio Exitio Nefas
• 6 FP = (???) → fastus principio, also Tage, die zu Beginn fastus sind.[7][4] (FP kann heute
nicht mehr völlig interpretiert werden.)
Diese Komplexität illustriert die Bedeutung des Rechtssystems. Der Name Fas bildet ein Gegenpol
zum vom Menschen eingerichteten Justiziellen Recht.
• hoc contra ius fasque est (→ this is against law and divine law) 20
Man kann sich vorstellen, dass die Römer die „unterworfenen Barbaren“ mit einem komplexen
Rechtssystem zu bändigen versucht haben. Das Rechtssystem fesselt die „Eingeborenen“ mit den
Gesetzen, die man „Fas“ (göttlich) nennt. Das juridische Recht wurde ohnehin vom Menschen
entworfen und praktiziert.
Der Name „Fas“ gehörte aber zu den Wörtern, die im Futhark-Kalender einen besonderen Karakter
aufwiesen, weil sie den F*T-Muster entsprachen. Auch das deutsche Wort Verfassung basiert
womöglich auf den Fas. Als etymologische Ableitung wird angegeben:

19 Source: fas – "divina humanaque iura permittunt: nam ad religionem fas, ad hominem iura pertinunt" ("both the
divine and the human law allow (this): the fas belongs to religion and the iura to man").
20 Corpus Reformatorum, volume 38, page 235 (1871, Joannes Calvin)
• mittelhochdeutsch vervaʒʒunge = schriftliche Darstellung, Vertrag 21
Man kann sich leicht vorstellen, dass die Verfassung des römischen Staates den unterworfenen
Völkern missfiel, da sie durch Gesetzen gefesselt wurden.
Nun sieht es so aus als ob das Futhark mit den Wörtern für Fesselung einen Gegenpol zur
römischen Verfassung ( ius fasque – das Menschenrecht und Gottesrecht ) bilden könnte. Das Recht
sollte schriftlich sein, damit es dem römischen ebenbürtig wäre. So könnte das germanische Futhark
mit nur wenigen Wörtern einen Gegenpol zum römischen Fas & Jus symbolisieren.
Auffällig ist auch die Namensvergabe für das Menschenrecht Jus, das mir bekannt vorkommt, da es
nicht nur den Anfangsbuchstabenpaar des römischen Himmelsgott Jupiter, justiz und iustus
(„wahrhaftig“) trägt, sondern auch noch die vielen persönliche Pronomina der ersten Person
Singular entspricht. Die Götternamen korrelieren nämlich mit den persönliche Pronomina der ersten
Person und zwar
• mit dem Singular für alle Völker, die von den Römern zivilisiert worden waren und
• mit dem Dual für alle Völker, die von den Römern nicht zivilisiert werden konnten.
Dieser Kontrast und die Korrelation der Pronomina und Götternamen kann in folgender Tabelle
abgelesen werden.
Zur Verbesserung der Übersicht wird zunächst die Liste mit den Nordländern sowie Hauptnamen
der Südländern aufgeführt, um den Kontrast der Götternamen und Pronomina zu verdeutlichen:
Sprache Himmelsgott Wir beide (dual) Ich (sing.)
Alt-Niederländisch Tuw, Tij wut, wit ic, ik
Nordfriesisch wat, wët
Friesisch Tij ik
Englisch Tue I
Alt-Englisch Tīw, Tīg Ƿit (Wit) / Ȝit (Git) 22 ic, īc, Y
Norwegisch Ty, Tí-var ek
Old Norwegisch Tí (?) við (?) Ek (?)
Isländisch Týr við ég
Slawisch Svan-tovit vě ja
Französisch Dieu je
Provenzalisch Diéu iéu
Italienisch Dio io
Spanisch Dios yo
Portugiesisch Deus eu
Sizilianisch Diu iu
Rumänisch Zeu eu
3 Übersicht der Namen des Himmelgottes und den zugehörigen Personalpronomina der 1e Person,
Dual beziehungsweise Singular (unvollständige Liste)
21 Duden | Verfassung

22 In Germanic languages the dual therefore remained only in the first- and second-person pronouns and their
accompanying verb forms. Old English, Old Norse and the other old Germanic languages had dual marking only in
the personal pronouns, but not in the verbs. (The Nuclear Pillars of Symbolism)
Die komplette Liste wird auf der nächsten Seite veröffentlicht.

Die Korrelation der Götternamen und persönliche Pronomina der ersten Person 23

Sprache Himmelsgott Wir beide (dual) Ich (sing.)


Alt-Niederländisch Tuw, Tij wut, wit ic, ik
Nordfriesisch wat, wët
Friesisch Tij ik
Englisch Tue I
24
Alt-Englisch Tīw, Tīg Ƿit (Wit) / Ȝit (Git) ic, īc, Y
Norwegisch Ty, Tí-var ek
Old Norwegisch Tí (?) við (?) Ek (?)
Isländisch Týr við ég
Slawisch Svan-tovit vě ja
Französisch Dieu je
Provenzalisch Diéu iéu
Italienisch Dio io
Spanisch Dios yo
Portugiesisch Deus eu
Sizilianisch Diu iu
Rumänisch Zeu eu
Nîmes (F.) Dïou yiou
Savoye (Montagny) Dzeu dzou
Savoye (zentral) Dyu de
Savoye Dyu, ze
(Bessans, Giettaz) Dzyeû, Dezyeu
Sardinisch (Campid.) Deu dèu
Wallonisch Diu, Dju, Diè dji
Villar-St-Pancrace Dïou (?) iòu
Eischemtöitschu Ziisch iich
Logudorese Sardinisch déu(s) dèo
Rumantsch (sutsilvan) Dieu(s) jou
Rumantsch (Surmiran) Dia ia
Rumantsch (Grischun) Dieu jau
Rumantsch (Vallader) Diẹu eu, eau
4: Tabelle mit den Namen des Himmelgottes und den zugehörigen Personalpronomina der 1e
Person, Dual beziehungsweise Singular

23 The Sky-God Names and the (Correlating) Personal Pronouns


24 In Germanic languages the dual therefore remained only in the first- and second-person pronouns and their
accompanying verb forms. Old English, Old Norse and the other old Germanic languages had dual marking only in
the personal pronouns, but not in the verbs. (The Nuclear Pillars of Symbolism)
Elementare Wortmuster V*T, beziehungsweise T*W
Die Konsonanten der Wörter Vater, Fett und Futter entsprechen dem Muster V*T, abgeleitet aus
ᚠᚢᚦ (“fut” in “futhark”), in dem man für das Sternchen (*) eine beliebige Vokalkombination
ausfüllt um zum Beispiel die Wörter Vater, Fett und Futter zu erzeugen. In alphabetischer Form
sieht die Liste folgendermaßen aus:

Deutsch Englisch NL Hinweise


Butte (?) lùths fut Mentale Energie; “pit” – (die Etymologie ist unklar)
Faden fathom vadem Ursprünglich die Reichweite der ausgestreckten
Armlängen als Einheit für 6 Fuß (1.8288 m) Baumumfang
Fassen To fetch vatten Basiswort für die Fesselung, Essensfassung und Messung
Fett fat vet Wertvollste Futterkategorie / gut ernährt
fit fit fit Gut ernährt mit Fettnahrung
Fott, fud vot, vod Geschlechtsteil (→ hondsvot). Unklarer Unterschied
Fotz zwischen “vod” (Lumpen) und “vot” (vulgär → fud)
Fuß foot voet Optimales Glied zur Fesselung (unsicher ?)
futil futile futiel Unbedeutend → fut(t)ilis, eigentlich = leicht ausgießbar
futtern To futter foeteren Latein: Fututio = Kopulation; Französisch: foutre
Tau rope touw → Tau als Fesselungsmaterial
Consti- grond- Gesamtheit der Grundsätze, Grundgesetz
tution wet
Verfassung fitness Fitness, Fitness, Gesundheitszustand, Kondition
Fut (?) Mentale Energie; “pit” – (die Etymologie ist unklar)
Vut Vut Vut Abkürzung für den Himmelsgott Wotan, dokumentiert in
Grimms Deutsche Mythologie
wissen To wit weten Weisheit, Wissen
Ziu, Tiu, Tiw Tij Alternativname für den Himmelsgott Týr
Tiuz Tue Tuw
wat, ƿit (wit) wit Veraltetes Personalpronomen der erste Person dual (wir
wët (?) wut beide) (Quelle: ƿit aus: Old English/Pronouns)

Tabelle 5 Elementare Wortmuster V*T, beziehungsweise T*W


die mit den Vokalkombination a, e, ee, i, o, oe, u, ou ergänzt wurden

In diesen Wortbildungen wurden folgende Regeln angewandt:


• Das “V”im Wortmuster V*T kann ersetzt werden durch “F”, “U”, W” oder “B”.
• Die Runen dürfen in beide Richtungen gelesen werden. V*T und T*W sind gleichwertig.
• Das Sternchen in V*T entspricht einer beliebigen Vokalkombination.
Das Wort “Thor” wurde in dieser Übersicht weggelassen weil es nicht dem Muster V*T,
beziehungsweise T*W entspricht.
Die Verfassung als Grundgesetz
Auffällig ist die Wortwahl des Namens „Verfassung“, weil diese Bezeichnung sowohl für die
körperliche Verfassung als für die allgemeine Gesetzgebung gilt, die laut römische Tradition als
„Fas“, d.h. als eine göttliche Gabe betrachtet wird.
Selbstverständlich wissen wir dass es ein Menschenwerk ist, aber im Mittelalter und früher war es
eben ein Gotteswerk.
Beide Begriffe werden im Futhark als elementare Elemente eingestuft. In Englisch fehlt die
Bindung zu Futhark und in Niederländisch ist die Bindung zu Futhark weniger ausgeprägt.
Die Verbindung zwischen körperlicher Verfassung und Grundgesetz ist nur in der deutschen
Sprache ersichtlich, aber im Futhark kann man diese Verbindung ebenfalls identifizieren, weil beide
mit dem Wortkern „fut“ zusammenhängen und dem V*T-Muster entsprechen.
Genau genommen kennen wir (meines Erachtens) die Trennung zwischen göttlicher und
menschlicher Gesetzgebung nicht mehr. Vielleicht lernen es aber die Jurastudenten noch immer in
ihrem Studium (?).

Deutsch Englisch NL Hinweise


Constitution grondwet Gesamtheit der Grundsätze ; Grundgesetz
Verfassung fitness Fitness, Fitness, Gesundheitszustand, Kondition
Fut (?) Mentale Energie; “pit” – (die Etymologie ist unklar)
Tabelle 6 2 x der Begriff „Verfassung“ mit dem elementaren Wortmuster V*T

Die Bedeutung der symbolischen Fesselung ist eine bedeutsames Hilfsmittel zur Steuerung und
Bändigung der Gesellschaft.

Deshalb wurden die zugehörige Begriffe wie Fassen, Fessel, Verfassung, Fasten, Fest, usw. in allen
germanischen Sprachen als Elementarwörter geprägt, indem sie den V*T-Mustern entsprechen.

Im Appendix dieses Essays werden Beispiele gegeben wie die gefesselte Skulpturen wie der Lusty
Man (→ Keltische Skulptur auf der Boa Insel) und die gefesselte Skulpturen der doppelgesichtigen
Janus/Saturnus einmal pro Jahr entfesselt wurden.
Spezielle Randbedingungen für das Fuᚦark-System
Die Angelsächsische Sprache basierte auf ein spezielles Runensystem Fuᚦorc mit einer
Spezialsymbolik aus 24 Zeichen, die einen anderen Wortschatz als die Originalrunen erlaubten. Die
Runenschrift des Runen-Sprach-Schatz (1844) wurde von Udo Waldemar Dieterich als
skandinavische Runen bezeichnet.
Der Angelsächsische Fuᚦorc enthält mehr Vokalsymbole und kann in der Fuᚦorc-Reihe theoretisch
auch mehr Wörter enthalten als die eingeschränkte Futhark-reihe. Obwohl die Erweiterungen und
auch Streichungen immer wieder Änderungen auslösten blieb doch der 3-stellige Anfang “ᚠᚢᚦ”
(soviel ich weiß ?) in allen Fuᚦorc und Fuᚦark-Systemen erhalten, was doch ein starkes Argument
für ein Kernbegriff „fut“ liefert.
Ein weiteres Element ist der vierte Buchstabe “O”, der nach Angaben von Dieterich „später“
hinzugefügt worden ist. Diese Ergänzung (oder Wegfall?) hat auch die Symmetrie des „Alphabets“
geändert. Ohne „O“ bildet die Fuᚦark-Reihe eine gleichmäßige Verteilung von Buchstaben in zwei
Flügelseiten, die sich links und rechts vom zentralen I-Buchstaben ausstrecken:

4: Skandinavische Runen (einschließlich“O”), dokumentiert in Runen-Sprach-Schatz (1844)

Nach Angaben von Dieterich wurden die Vokale I, U und A die Urvokale.
Die Asymmetrie dieser Reihe kann mit den vergleichbaren Fuᚦark-Reihe verglichen werden:

5: Stablose Runen, mit vereinfachter Symbolik (und ohne „O”)

6: Stablose Runen, mit ausgeprägter Symbolik (und ohne „O”)

Die Einführung des Vokals “O” oder “A” erlaubt uns den Namen “THOR” in der Runen-Reihe
direkt ab zu lesen. Vielleicht wurde dieser Buchstabe extra hinzugefügt um den Namen „Thor“ in
der Nähe des wichtigen “fuᚦhorc” zu rücken, wo man bereits die Namen “Wut(an)” und „ ᚦuf” (→
Tiuz) ablesen konnte.
7: Die Röker Runen geordnet von Ludvig Wimmer –> in: Die Runenschrift (1887)

Die drei Anfangsbuchstaben “fuᚦ” in Fuᚦark


Folgende Wörter entsprechen dem “fut”-Muster des F*T-Kerns in der Fuᚦark-Reihe.
1. Die vitale Lebensenergie (in Fitness, Verfassung und im niederländischen “fut”)
2. Grimms Kurzname “Vut” für Wotan in (1) “Vidvut” als der Vodan der Viden (Letten)25 und
(2) der Kurzname Vut als Wodan in Graubünden (Schweiz)26.
3. Die drei Anfangsbuchstaben “ᚠᚢᚦ” (“fuᚦ”) in Fuᚦark.
4. wat, wët, (“wut”, “ƿit” [wit]”): Veraltete Personalpronomina der erste Person dual („wir
beide“)
5. (von rechts nach links gelesen) als Alternativname Ziu, Tiu, Tiuz für Týr, “Tiw” „Tuw“.
6. “Verfassung” (Grundgesetz), basierend auf „fassen“, d.h. „fesseln“.
7. “Futter”, das als Wort den Wortkern „fut“ enthält.
8. “fett”, in dem das „u“ des „fut“ in ein „e“ verwandelt wird.
9. “fott”, in dem das „u“ des „fut“ in ein „o“ verwandelt wird.
10. “fass”, in dem das „u“ des „fut“ in ein „a“ verwandelt wird.
11. „fuß“, in dem das „t“ des „fut“ in ein „ß“ verwandelt wird.
12. Der Kern „Vut“ für den Himmelsgott “Wuotan” als “Fuᚦ” in der Fuᚦark-Reihe
13. Der Kern “ᚦuf” für „Zui“ als ein umgekehrtes Wort “Fuᚦ” in der Fuᚦark-Reihe
14. Der Name “Thor” kann als “ᚦor” in der Fuᚦorc-Reihe direkt gelesen werden.
Die drei Namen „Vut“ / „Wuotan“, “ᚦuf” / „Zui“ und “Thor” / “ᚦor” sind nur komplett lesbar in der
Fuᚦorc-Reihe mit einem Buchstaben “O”.

25 Komplettversion des Buchs "Grimm, Jacob - Deutsche Mythologie - III. Band (1878)"
26 In Graubünden, woraus die tiefhochdeutsche verbreitung des namens hervorgeht, hat die romanische sprache den
ausdruck Vut Alamannen oder Burgunden der frühsten zeit abgehört, und, im sinn von abgott, götze (1 Cor. 8, 4) bis
heute bewahrt – Deutsche Mythologie von Brüder Grimm - Text im Projekt Gutenberg
Die Struktur des Kernwortes „Fuᚦ“ im Fuᚦark
Jeder der drei Buchstaben des Kernwortes „Fuᚦ“ im Fuᚦark wird charakterisiert mit eigentümlichen
Eigenschaften, die sehr viel auf die Buchstabenzuordnung in den römischen und griechischen
Götternamen angewandt wird.
Erster Buchstabe Zweiter Buchstabe Dritter Buchstabe
Tue (Tuw) T U E
Tui T U I
Deus D E U
Zeus Z E U
Ziu Z I U
Tabelle 7: Vergleich der Buchstabenzuordnung

Der erste Buchstabe „F“


Der erste Buchstabe „F“ wird betrachtet wie ein Digamma, der als „Joker“ sehr viel verschiedene
Konsonanten und Vokalen wie zum Beispiel V, U, F, W, oder sogar B, P entsprechen kann.
Als Digamma kann es auch mal ein Gamma („G“) werden, was im Namen der Goten wohl passiert
sein könnte. Der Name „Goᚦe“ („Guᚦe“) entspricht dann (mit der Transformation F → G) dem
Muster „Fuᚦ“ im Fuᚦark.
Das gleiche könnte (mit der Transformation F → G → J) mit den Jüten passiert sein.
Genau so verhält sich die Namensvergabe der Viden (Letten) (mit der Transformation „Fuᚦ“ →
„Vid“).

Der zweite Buchstabe „U“


Der zweite Buchstabe kann in jede Vokalkombination umgesetzt werden. In einigen Sprachen ist
die Wahl auf die Urvokalen I, A, U begrenzt. Später sind andere Vokale O, OE, Æ und E
hinzugekommen.
Die Joker-Funktion des zweiten Buchstaben ähnelt die Wortbildung in der hebräischen Sprache
wobei das Gerüst von den Konsonanten aufgefüllt wird mit Vokalen, welche die genaue Präzision
des Begriffs steuert.
In Semitischen Sprachen besteht der Wurzel aus drei Konsonanten, zum Beispiel „s-l-m“ in
Arabisch, was „Friedlich sein“ bedeutet. Dieser Wurzel bildet nur Platzhalter, wo man
zwischen den Konsonanten andere Buchstaben, (meistens) Vokale, platziert. So könnte man
das Vokalmuster „a-i-a“ zwischen „s-l-m“ platzieren um als Gesprächswort „salima“
(Arabisch: → „Er war in Frieden“) zu formulieren. Ichselbst spreche kein Arabisch, habe
aber in „The Unfolding of Language“ (Seite 37) von Guy Deutscher gelesen wie das Prinzip
der semitischen Sprachen funktioniert.
Ein solches Prinzip stelle ich mir vor bei der Anwendung des F*T-Musters. Es ist natürlich möglich,
dass die Germanen es von den Hebräer kopiert haben, denn die Handelsbeziehungen zwischen Nord
und Süd waren immer recht intensiv.
Der dritte Buchstabe „ᚦ“
Der dritte Buchstabe ist ziemlich konstant ein Konsonant „ᚦ“, „Th“, „T“, „Z“ oder „D“. Insofern
kann man diesen dritten Buchstaben auch gleichsetzen mit den ersten Buchstaben in Zeus, Deus,
Theos, usw.

Der “Fuß” als Fundament für das Fuᚦorc-System


Abgesehen vom futilen, symbolischen Wortkern (“fut”) der Futhark-Reihe, die insbesondere die
Winzigkeit (der Senfkörner oder symbolischen Samenzellen) abbilden, kann man auch den „Fuß“
als Fundament für das Fuᚦorc-System in Betracht ziehen, was die Bedeutung der Wortes „Fuß“
anhebt und auf gleiche Höhe bringt zu den übrigen bedeutsamen Kernen:
• „Fas“ (Verfassung),
• „fot“, “Fut” (Fortpflanzung, West-Flämisch: Sperma),
• “Vut” (lt. Grimm: „Wotan“),
• “wut” (Personalpronomen: „wir beide“),
• “Futter” (Überleben),
• “Fett” und „fit“ (→ Fitness),
• “Fessel”, „Fesseln“ als symbolische Ordnungsinstrument
• “Fass”, als Behälter und „Fassen“ als
• dazu vielleicht „Fuß“ als das „Fundament“.

Die Bedeutung der „Verfassung“ als Gesetzesfesseln


In Anbetracht der bedeutenden Wörter, die „Fut“ beinhaltet kann das Wort Futhar(k) auch als
Schlüsselbegriff und „Codex“ der Germanen betrachtet werden. Es reicht schon das Wort Futhar(k)
oder Futhar(k)-Reihe zu lesen um zum Widerstand gegen die römische 'iura'-Gesetzgebung
motiviert zu werden.
Meines Erachtens kann nur die menschliche 'iura'-Gesetzgebung der Römer als Quelle der
germanischen Widerstand gegolten haben, denn die Germanen haben die „Fas“ in ihrer „Futhark“-
Wortsammlung zum Kernwort erhoben.
Genau genommen haben die Germanen die „göttliche“ Gesetzesfesseln der Römer akzeptiert, aber
die 'iura'-Gesetzgebung vielleicht abgelehnt.
Die elementare V*T(hor)-Wörterliste
Die komplette V*T(hor)-basierte Wörterliste kann jetzt folgendermaßen geordnet werden:
Wortkategorie Archaisches Archaisches Archaisches Hinweise
Niederländisch Englisch Deutsch
“wir beide” wut or wit ƿit (wit) wat, wët ausgestorben
Basiskern ᚠᚢᚦ (“fut”) ᚠᚢᚦ (“fut”) ᚠᚢᚦ (“fut”) Abgeleitet aus “futhark”
Bäume umfassen vadem fathom Faden (Klafter) Fath-om = “fetch”-”around”
Das Fesseln d. Füße veter fetter Fessel
Fass vat vase Fass
Fasten vasten fasten fasten following a divine law (fas)
Fesseln vatten to fetter fesseln → das Fesseln der Götter
Fest (unsicher ?) feest feast Fest
Fett vet fat Fett
Fitness Doorvoed, fit Well-fed, fit Wohlernährt, fit
Füße voet/voeten foot/feet Fuss/Füsse
Futter (speziell Fett) voedsel food Futter
Futtervater voedvader foster-father Futtervater Moderne Version:
vader father Vater Adoptiveltern
Geschlechtsteile (honds-) vot fodr, fud27 Fotze, Fuodar, Gotisch: fōdr
Fudloch, Alt-Nord.: fóðr (Scheide)
Füdle, futuz
Gesundheit opgevoed fed-up fett, gut ernährt gesund = fit
Himmelsgott Wotan Woedan (?) Wodan Wot-an Wod-an
Himmelsgott Týr Tuw/Tij Tiw Zui, Tui(sco) (?) → Dui(ts) (NL: „Deutsch“)
Kopulieren foeteren to futter futtern Fututio = Kopulation
in Französisch: foutre
„Genetischer“ oder “Kuni” “Kuni” “Kuni” Oder Futter-Vater als
Samenvater Genetischer Vater
Verfassung grondwet Constitution Verfassung Latein: Fas, fasces
Vitalität, Sperma fut fit Lebensenergie West-Flemish: sperm
Voll-futtern “opvoeden” to feed up fett mästen “to feed-up”=fett mästen
Tabelle 8 Die komplette V*T(hor)-basierte Wörterliste

Die englische Wortliste lautet zunächst: wit, futter, fodr, fud, foster, father, feed, fed-up, well-fed,
fat, food, fit, fathom, fetter, fasten, foot, feast, Tiw. & Woden.

Die deutsche Wortliste lautet zunächst: futtern, Fuodar, Fudloch, Füdle, futuz, Vater, Fett, Futter,
Faden, Fass, fesseln, Fessel, fasten, Fuss, Fest, Verfassung, Ziu & Wotan.

27 Obwohl "fud" in Schottland großflächig als Wort für das weibliche Geschlechtsorgan bekannt ist, wird es
hauptsächlich benutzt um pejorativ jemanden zu beschreiben der gerade etwas dummes tut. (Urban Dictionary: Fud)
Die Vokalkategorisierung in der deutschen Sprache
Dieser Bericht wurde auch für die niederländische und englische Varianten erzeugt, der auch die
sprachlichen Unterschiede und Übersetzungsvarianten beleuchten. Die Varianten sind
unterschiedlich, sehen aber ähnlich aus28.
Wortkategorie A-Kern E-Kern I-Kern O-Kern U/Ü-Kern Hinweise
Umarmung Faden Länge bei Baumumfassung
Vater Vater
Fasten fasten Opfer für Gottes Gesetz (fas)
Vase Vase Abgeleitet von Fassen
fesseln fesseln → Gefesselte Götter
Fest Fest (unsicher ?)
Fett Fett Das wichtigste Futter (?)
Verfassung Ver- Latein: fasces (von: Fas)
fassung
Fitness, fit fit Gut ernährt → well-fed
Kern ᚠᚢᚦ pit fut Ableitung ᚠᚢᚦ in “futhorc”
unbedeutend futile futile, “ohne Sperma”
Himmelsgott Tiw Wod-en Tuw → Týr, Dui, Zui, Tui(-sco)
Vut Vut als Kurzform f. Wotan
Thor Thor abgelesen in futhorc
“wir beide” wat wët ƿit Wut (NL) Ausgestorbene Pronomina
(wit) (E)
Vitalität fut West-Flämisch auch: Sperma
Samenvater Vater Kuni Genetischer Vater
Geschlechts- Fott, fud Dutch: vot; Gothic: fōdr
teile vot old-Norse: fóðr (→ sheath)
Kopulieren futtern fututio = copulation
in Französisch: foutre
Voll-füttern fit füttern Englisch: to “feed-up”
Futter Futter Hauptfutter: “Fett”
Futtervater Vater Futter-vater Moderne Sprache
Adoptiveltern
Fuß / Füße Fuß/Füße Fundament für “futhark” (?)
Tabelle 9: Die strukturierte V*T(hor)-basierte Wörterliste

28 „Fut“ en “pit” vormen samen de kern van het Nederlands (in niederländischer Sprache)
The Kernel of the Futhorc Languages (in Englischer Sprache)
Die Abstammung der Götternamen

Die germanische Götternamen


Nach der Ableitung der Wörterlisten aus dem F*T-Muster kann man auch versuchen die
Reihenfolge das germanischen Pantheon zu rekonstruieren. Das Pantheon wird vorgegeben durch
einigen Wochentagen, die den Göttern gewidmet sind. Das ist nicht der Fall in Niederländisch und
Deutsch. In Deutsch ist der Mittwoch ein Tag in der Mitte der Woche. In Niederländisch ist
Dienstag Dinsdag, → (vermutlich) Thing-tag und Donnerstag gleichlautend der „Donderdag“.
Sicherlich wurde der Hauptgott Wotan auch durch Ortsnamen geehrt: Woensel und Woensdrecht
liegen im Süden der Niederlande.
Tiw, beziehungsweise Dui (Twente, Doesburg, Duisburg, ...) gehören ebenfalls zu den
Götternamen, die in Ortsnamen verewigt worden ist.
Dui ist gleichwertig an Zui und verbunden mit dem griechischen Namen Zeus, kann aber auch
abgeleitet werden vom gemeinsamen Muster für “Tue”. Diese Ableitung erfordert dass der
Buchstabe „F“ im F*T-Muster zu Futhark durch einem Vokal “E” ersetzt wird.
Woden kann direkt mit den veralteten Personalpronomina wat, wët (eventuell auch “Wut”/“Wit”)
der erste Person dual („wir beide“) und auch ᚠᚢᚦ “fut” ( → “vut” / “wut”) korreliert werden.
Die Ableitung von “Tuw” setzt die Umkehrung der Leserichtung von der ᚠᚢᚦ- (“wut”)-Kern
voraus.

Die römische Götternamen


Die irdische Gesetzgebung 'iura' des römischen Imperiums wurde nach IU-piter benannt, während
die Germanen sich meins Erachtens wohl nur auf die göttliche „Fas“ verlassen haben, die auch für
die Römer bindend war. Das Wort „binden“ ist dabei wörtlich zu nehmen in der Bedeutung des
„Fesselns“.
Auffällig ist, dass das germanische Recht zunächst auch auf Fas beruhte mit als Göttergeneration
„Wotan“.
Als erste Generation der Römischen Götter gilt Janus, der von Jupiter überflügelt wird. Bei
Opferhandlungen wurde mit der Anrufung Janus' begonnen. Er fungierte als Mittler zwischen
Menschen und Göttern. Der Nachfolger Jupiter korreliert mit dem 'Iura'-Recht.
Die Wurzel seines Namens deutet darauf hin, dass Týr ursprünglich ein Vater- oder
Himmelsgott war, der später aus dieser Stellung verdrängt und zum Sohn entweder
Odins oder Hymirs erklärt wurde. In der Interpretatio Romana wird er dem römischen
Kriegsgott Mars gleichgesetzt.29

Mars ist der legale Sohn der Jupiters. Merkur war ein illegaler Sohn von Jupiter.

29 Týr
Der Vergleich der römischen und germanischen Götternamen
Was die Götternamen betrifft, könnte man annehmen, dass die Germanen die römische IU-Tradition
von Iura und Jupiter übernommen haben in den Götternamen Dui, Zui, Tui(-sco), aber dabei die
Reihenfolge (vielleicht absichtlich ?) umkehrten von IU nach UI.

Generationen Germanisches Recht Römisches Recht


Göttliches Menschen- Göttliches Menschen-
Recht recht Recht recht
fas --- fas iura
Gott 1. Gen. Vut (Wodan / Odin) --- Janus und Saturnus
Gott 2. Gen. Donar (Thor) --- IU-piter/Jupiter
Gott 3. Gen. Týr, Dui, Zui, Tuisco --- Ares/Mars

Tabelle 10 Götternamen, göttliches (fas) und menschliches (iura) Recht

Sonstige ᚠᚢᚦ- (“wut”)-Namen und Wörter


Verschiedenartige Namen und Wörter können ebenfalls korreliert werden mit dem Runen-Wort ᚠᚢᚦ
(“fut”), wie zum Beispiel: (die ᚠᚢᚦ (“fut”)-Elemente werden in Geld markiert):
• Widukind: der Sächsische Herzog, der von Karl der Große um 800 AD christianisiert wurde.
• Svantovit: der Slawische Gott der in Rügen verehrt wurde. Bis die Religion in Kap Arkona
ausgelöscht wurde (1168).
Sprache Himmelsgott Wir beide (dual) Ich (sing.)
Slawisch Svantovit, Svan-tovit vě ja
Tabelle 11: Svantevit und das slawische Persönliche Pronomen 1e Person Dual
• Das niederländische Wort „Vodden“ für „Lumpen“.
Korrelationen innerhalb des römischen Imperiums

Die persönliche Pronomina der ersten Person


In den europäischen Sprachen ist es normal die Namen der Himmelsgötter mit den Ego-Pronomina
zu korrelieren. Das betrifft nur die persönliche Pronomina der ersten Person Singular.
Üblicherweise korrelieren die germanische Völker jedoch die Götternamen nur mit den
persönlichen Pronomina der ersten Person Dual30.
Zwischen diesen Sprachregionen bildet sich die Sprachgrenze Germanisch / Romanisch. Die
germanische Sprachregionen sind ausgestattet mit der Runen-Schrift und dem Futhark als
Gesetzbuch, das nur ein Wortmuster F*T enthält und vielleicht auch die Götternamen Vut (Wotan),
Tui und Thor.

Zur Rolle der persönlichen Pronomina der ersten Person Dual


Zur Rolle der persönlichen Pronomina der ersten Person Dual kann man sagen dass sie unerwünscht
ist in einer monotheistischen Umgebung, weil es in der Schöpfungslegende heißt, dass der Schöpfer
seiner Schöpfung ähnelt. Ein zweifaches Geschöpf kann nur durch zweiköpfigen Schöpfern
erschaffen worden sein. Genau das ist im Falle der antiken Göttern oft der Fall. Janus war
zweiköpfig, von den germanischen Göttern und Schöpfungen wird das ebenfalls behauptet, u.a.
durch Wackernagel über Tuisco der bei Grimm als Zwitter eingestuft wird31.
Als Schöpfungsgeschichte ist selbstverständlich die Dialogbeschreibung des Aristophanes
in Plato's Symposion die erste Wahl einer unverfälschten Legende.
Aristophanes erzählte den nachmals berühmten Mythos von den
Kugelmenschen. Ihm zufolge hatten die Menschen ursprünglich kugelförmige
Rümpfe. Später wurden sie vom Göttervater Zeus zur Strafe für ihren Übermut
in zwei Teile entzweigeschnitten. Der Mythos deutet die erotische Begierde als
Ausdruck des Strebens der halbierten Menschen nach Wiedervereinigung mit
der jeweils fehlenden Hälfte32.

Es kann aber auch eine Legende der rücklings gefesselten Adam und Eva nach dem Muster
des Lusty Mans (→ Keltische Skulptur auf der Boa Insel) betreffen, durch Durchschneiden
der Fesseln von einem Schöpfergott befreit wurden.
Der Dual musste sterben, weil es eine antiquarische Weltansicht betraf. Im nordfriesischen Dialekt
ist der Dual noch bis vor kurzem aktiv in Betrieb gewesen. Ein Beispiel ist die Reisebeschreibung
eines Ausflugs mit dem Dampfer „Hammer“ von zwei Frauen aus Föhr nach Sylt, die man in The
North Frisian Dialect of Föhr and Amrum (1928, von Jürgen Schmidt-Petersen und James Craigie)
findet.33
Der Dual unterscheidet ganz genau zwischen Sie und Du. Man kann in diesem Friesisch keine
Person individuell mit „Sie“ anreden und muss das Singular „Du“ benutzen. Als eine Ehrbezeugung
kann man sehr alte Personen mit „ĭ“ anreden beziehungsweise „ĭh “ = „ye“34.
30 A modified Swadesh List
31 Wackernagel bei Hauptszeitschr. 6, 19 behält Tuisco duplex und legt es aus zwitter, wie Lachmann tuisc bimus
annimmt. ihnen stimmt Müllenhoff zu in Hauptszeitschr. 9, 261. dann aber wäre Tuisto gar nicht = Ziu. auch würde
die auffallende zwitternatur wol von Tacitus angezeigt worden sein. Deutsche Mythodologie: III. Band, Jacob
Grimm (in Kap. IX. Zio)
32 Symposion
33 The North Frisian Dialect of Föhr and Amrum (1928, von Jürgen Schmidt-Petersen und James Craigie)
34 The Pronoun: In the second Person, the distinction in number between singular, dual, and plural is still rigidly
observed in speech and writing. The German plural Sie, in addressing one individual, is not found in Frisian; the 2nd
Dass dieses Dialekt auch eine besondere Beziehung zwischen dem Dual und Weisheit „Englisch: to
wit“ beinhaltet kann man ablesen aus dem Rätsel:

8: Die besondere Beziehung zwischen dem Dual und Weisheit

Transcript: (über dem ŭ und ŏ sollte noch ein kleiner Strich gezogen werden als Langbuchstabe ?
Diese Zeichen gibt der Zeichensatz aber nicht her...):

Wăt?
Wăt ? Wăt hed man wăt watt ? Wăt well jam doch wissi,
dat wăt so waat san, dat wăt wăt ŭtjrēgeni kŏn.

Was (wie)?
Was (wie)? Wir beide (Dual) sollen nur wenig Witz (Intelligenz) aufbringen?
Wir beide (Dual) werden dir zeigen, dass wir beide (dual) so wissend (intelligent) sind,
dass wir beide (Dual) was berechnen können35.

sing, must be used. As a mark of respect very old people are addressed as „ĭ“, or „ĭh “ = „ye“. The North Frisian
Dialect of Föhr and Amrum (1928, von Jürgen Schmidt-Petersen und James Craigie)
35 What (how)? What (how)? We two (dual) should have only a little wit (intelligence)? We (dual) will show you, that
we (dual) are thus wise (intelligent), that we (dual) can calculate some what. The North Frisian Dialect of Föhr and
Amrum (1928, von Jürgen Schmidt-Petersen und James Craigie)
Folgende Geschichte demonstriert die Anwendung des Duals in Westfriesischem Dialekt in 1862:

9: Der Anfang dieser Geschichte demonstriert die Anwendung des Duals (gelb markiert) in
Westfriesischem Dialekt in 1862

Transcript
10. Two Women of Föhr describe their Journey to Sylt. (Western dialect of Föhr — in the dual.)
It was on 1st July 1862, that (when) we two women of Föhr made a pleasure trip by the steamship
"Hammer" to Sylt. We set out from Föhr at 6 o'clock in the evening and at 8 o'clock arrived at Nösse, the
eastern point of Sylt. Many wains stood there, ready to convey the people who arrived to the villages. We
drove off immediately, first through Morsum, then past Archsum, and next to Keitum.

Die Gesetzbücher Fas & Iura in Kontrast zur Fesselung im Futhark


Die Römer wiederum verfügen über ein zweifaches Gesetzbuch, das die Gesetze in Fas und Iura
aufteilt. Die göttliche Gesetzgebung wird sowohl von den Germanen als von den Römern akzeptiert
und schriftlich in der Futhark beziehungsweise Römische Geschichtsbüchern dokumentiert.
Die Germanen haben die römische Fas wohl gekannt und nahezu wörtlich als Name übernommen.
Das Wort Fassen bedeutet auch „umfassen“ und „fesseln“, was sich wohl auf die symbolische
Fesselung bezieht, die man als Bürger im Staat durch Gesetzgebung und in der Familie durch
Nahrungszuweisung vom „Futtervater“ erfährt. Wo man die Fesselung abwirft verspürt der Mensch
die Bestrafung durch Freiheits- oder Nahrungsentzug.
Kurzfassung (Abstract)
Etymologisch gesehen basiert der Futhark auf ein integrierten Wortkern „V*T“, der gleich am
Anfang der Runen-Reihe zur Erzeugung der elementaren Wörter des Runen-Sprach-Schatzes
benutzt wird.
Die Wortgenerierung funktioniert in etwa nach dem Prinzip der semitischen Sprachen, wobei die
beide Konsonanten „V“ (oder U, W, F, B..) beziehungsweise „T“ das Gerüst vorgeben und
Vokalkombinationen die genaue Bezeichnung ausfüllen.
So bildet man zum Beispiel aus „V*T“ mit den Vokalen A, E, I, O, OE, U den Wortschatz VAT,
VET, VIT, VOT, VOET, VUT. Weil man die Runen auch rückwärts lesen kann, lassen sich auch
TUV, TOEV, TOV, TIV, TEV, TAV bilden.
Die genaue Wortbildung wird in Tabellenform für die wichtigsten Wörter präsentiert.

Zusammenfassung
Die Harmonie zwischen den deutschen, niederländischen und englischen Elementarwörtern nach
dem “F*T“-Muster lässt vermuten dass die Sprachsystementwürfe auf ein universell linguistisch
Konzept basieren.
Für einige Begriffe wurden die Vokale „I“ und „U“ als Äquivalenten betrachtet in zum Beispiel
“fit/fut”, “wit/wut” und “Tiw/Tuw”.
Der Vokal ý in Týr kann als Sonus Medius (ein “zwischen-liegender Klang” zwischen I und U)
betrachtet werden.36 Diese These kann die Paarbildung der I- & U-Wörter wie “fit/fut”, “wit/wut”
und “Tiw/Tuw” erklären.
Die Götternamen Tiw/Tuw korrelieren mit wit/wut (“wir beide”) und nicht mit Wotans „Wut“.
All drei Himmelsgötter Woden, Tiw (Týr) und Thor können innerhalb der “Futhor” Phrase
abgelesen werden.
1. Der germanische Himmelsgott Wuotan korreliert mit “wot” beziehungsweise “wut” oder gar
“Woed”, was in den niederländischen Namen Woensel, Woensdag und Woensdrecht
wahrgenommen wird.
2. Der zweite Himmelsgott ist in Deutsch Ziu, Dui (respectively Tuisco) 37, in Niederländisch
“Tuw” / “Tij”, und in Englisch “Tiw”. In Englisch ist diesem Gott Tuesday gewidmet. Die
Namen Tuv und Tuw können in der “Futhorc”-Reihe von rechts nach links gelesen werden.
3. Der dritte Himmelsgott “Thor” kann aus der “Futhorc”-Reihe abgelesen werden. Dieser
Gottheit wird der Donnerstag geweiht.
In Niederländisch und Englisch wirken die “a”- und “e”-Kerne oft konzentriert in den religiösen
und juridischen Begriffen wie „fassen“, „faden“, „fesseln“, „Vater“, „Fass“, „Vase“, „Fas“,
„Verfassung“.
In Deutsch wirken die O-Kerne wie konzentriert auf Götternamen Wotan, Thor und „Fot“.
Die U-Vokale sind wohl hauptsächlich für das Füttern, Futtern und die Fortpflanzung reserviert.

36 A special central vowel occurring in the Latin language, [ɨ] or possibly [ʉ], that developed from earlier /u/ in non-
initial syllables due to vowel reduction in Old Latin.
37 It is remarkable how the vowels I and U in German names such as Duits sometimes reverse their order. In an ideal
spelling Ziu shoud be spelled → Diu, resp. Tiusco and not Dui, respectively Duits.
Contents
Einführung in die Etymologie der Futhark-Sprachen..........................................................................1
Das Buchstabenmuster „F*T“.........................................................................................................2
Von der Winzigkeit des Fut-Kerns...................................................................................................2
Die Etymologie der Futhark-Sprachen.................................................................................................3
Futhark.............................................................................................................................................3
Fut....................................................................................................................................................3
In den Runen ist Fortpflanzung ≡ Ernährung..................................................................................3
Die Vokaltrennung „Futter“ o-o „Fett“ ...........................................................................................4
Die Futiᛣ- und Faþiᛣ-Rune.............................................................................................................5
Die Deutung der Futiᛣ- und Faþiᛣ-Runen......................................................................................7
Die niederländische Wörter “Fut” und „Pit“...................................................................................8
To futter (E), foeteren (NL) und futtern (D)...............................................................................8
Von der Winzigkeit der Samenwörter.........................................................................................8
Die Schlüsselwörter Wit, Wut, Tiw und Tuw.....................................................................................10
Die Gegensätze “Wit” & “Wut, “Tij” & “Tuw”, °jut/°jit, wat, wët..............................................10
Die Struktur der Runen-Reihen ....................................................................................................11
Die Futiᛣ-Rune als archaische Phrase................................................................................................12
Die Basiselemente “fut”, “wut”, Fitness”, “Fett”, “Fud”..............................................................12
Die Zusatzelemente wie „fesseln“, „fasten“, „wissen“, usw. .....................................................12
Die symbolische Fesselung durch Gesetzen.............................................................................13
Die Korrelation der Götternamen und persönliche Pronomina der ersten Person...............15
Elementare Wortmuster V*T, beziehungsweise T*W ..............................................................16
Die Verfassung als Grundgesetz...........................................................................................17
Spezielle Randbedingungen für das Fuᚦark-System.................................................................18
Die drei Anfangsbuchstaben “fuᚦ” in Fuᚦark...........................................................................19
Die Struktur des Kernwortes „Fuᚦ“ im Fuᚦark.........................................................................20
Der erste Buchstabe „F“.......................................................................................................20
Der zweite Buchstabe „U“...................................................................................................20
Der dritte Buchstabe „ᚦ“......................................................................................................21
Der “Fuß” als Fundament für das Fuᚦorc-System...................................................................21
Die Bedeutung der „Verfassung“ als Gesetzesfesseln..............................................................21
Die elementare V*T(hor)-Wörterliste............................................................................................22
Die Vokalkategorisierung in der deutschen Sprache..........................................................................23
Die Abstammung der Götternamen....................................................................................................24
Die germanische Götternamen.......................................................................................................24
Die römische Götternamen............................................................................................................24
Der Vergleich der römischen und germanischen Götternamen.....................................................25
Sonstige ᚠᚢᚦ- (“wut”)-Namen und Wörter...................................................................................25
Korrelationen innerhalb des römischen Imperiums .........................................................................26
Die persönliche Pronomina der ersten Person...............................................................................26
Zur Rolle der persönlichen Pronomina der ersten Person Dual................................................26
Die Gesetzbücher Fas & Iura in Kontrast zur Fesselung im Futhark............................................28
Kurzfassung (Abstract).......................................................................................................................29
Zusammenfassung..............................................................................................................................29
Appendix 1 - Die Fesselung und Entfesselung der Götter.................................................................31
Die Lusty Man-Skulptur von Boa Island.......................................................................................32
Die Fastnacht und die Fastenzeit...................................................................................................33
Das Entfesseln Saturns auf den Saturnalien..................................................................................34
Christliche Feier abgeleitet aus der Saturnalia..............................................................................35
Die Vorgängerfeste der Saturnalia.................................................................................................35
Appendix 1 - Die Fesselung und Entfesselung der Götter38
Die Lusty Man-Skulptur von der nordirischen Boa-Insel besteht offensichtlich aus einem Mann
und einer Frau, die Rücken zu Rücken gefesselt dargestellt werden. Die Fesseln bestehen aus einer
stabiler Art Lederband. Obwohl das Band die Arme nicht bedeckt werden die Hände doch gekreuzt
und unbeweglich dargestellt, als ob sie sich nicht befreien könnten.

Abb. 10: Weibliche Figur auf Boa Island


(Westseite)

Faktisch sind Bänder und Fesseln die Hauptsymbole der Religion, da sie ihre Gläubigen in der
Gesellschaft zu binden versucht. Gehorsam und Gesetzestreue müssen jedes Jahr aufs neue
aufgefrischt werden. Diese Prozedur wird seit uralter Zeit jährlich wiederholt. Ein wesentlicher
Beitrag liefert dazu das Kalendersystem, das schon immer als religiöses Projekt von den Weisen
und Mächtigen manipuliert worden ist.
Jedes Fest symbolisiert eine Fest-Bindung (eine Befestigung) an die Gemeinschaft beziehungsweise
in der Einzelbindung an den Partner. Auch die Konfirmation symbolisiert natürlich die
Bindungsaufnahme zur Gemeinschaft.

38 Dies Fasti - Das Entfesseln der Götter und Dies Fasti - Understanding the Fastened Sculptures
Zum bedeutsamsten und berühmtesten Entfesselungsfest hat sich der Karneval entwickelt, der aus
der römischen Saturnalia hervorgegangen ist. Ursprünglich bereitete der Karneval die Gläubigen
auf die Fastenzeit vor, der wohl die effizienteste Methode zur Disziplinierung des Menschen
darstellt.
Die Fesselung der Saturns, den sie auch den doppelgesichtigen Janus nannten, nach Abschluss der
Saturnalia bildete das Ende des entspannenden, turbulenten Treibens und die Neuaufnahme des
normalen sozialen Jahresablaufs zum Neujahr.
Heutzutage sind die religiöse Symbole auf dem Rückzug, aber einige etymologische und religiöse
Symbole sind immer noch vorhanden.
Das Buch dokumentiert die Fesseln, die in den alte Skulpturen dargestellt werden und vergleicht
diese mit den etymologischen und andere religiösen Symbolen der sozialen Traditionen.
Genau genommen ist jede Fastenzeit sowie jedes Fest ein Fest-machen der Bevölkerung, eine
Befestigung des Glaubens an die Gesellschaft und den Frieden durch gemeinsamen Fesseln.

Die Lusty Man-Skulptur von Boa Island


Die Keltische Skulptur auf der Boa Insel in Nordirland wurde datiert auf das erste Jahrhundert. Die
Gestalt besteht offensichtlich aus einem Mann und einer Frau, die Rücken zu Rücken gefesselt
dargestellt werden.

Die Fesseln bestehen aus einer stabiler Art Lederband. Obwohl das Band die Arme nicht bedeckt
werden die Hände doch gekreuzt und unbeweglich dargestellt, als ob sie sich nicht befreien
könnten. Als Indiz zur Unlösbarkeit dazu könnte man die Abwesenheit einer Schnalle oder Knoten
im durchgehend glatten Riemen deuten. Es gibt jedoch auch andere Paare und Personengruppen, die
genau so mit glatten Riemen gefesselt dargestellt werden.

Abb. 11: Männergestalt auf


Boa Island (Ostseite)

Die Wohllust der männlichen Figur ist deutlich sichtbar und man mag sich fragen warum der arme
Kerl sich nicht wenden kann um seine Partnerin zu erreichen.
Die männliche Gestalt mit dem Phallus unterhalb der gekreuzten Armen scheint auch auf einem
Auge blind zu sein und gleicht damit dem Odin, der ebenfalls auf dem linken Auge blind gewesen
sei, nachdem er sein linkes Auge dem Riesen Mimir im Tausch für die Erlaubnis zu einem Trunk
aus dem Weisheitsbrunnen gegeben hatte...
Odin galt als eine androgyne Gottheit: Odin wurde dargestellt als der „Wüterich“, der in Freyas
Mysterien initiiert wurde. Odin gilt als das androgyne Einauge.
Dieses gefesselte androgyne Paar mag sehr wohl die Idee der Fesselung von Gläubigen in einer
Religion darstellen. Die Etymologie der Lateinischen Wörter verzeichnet eine deutliche Korrelation
zwischen Religion und Fesselung:

• Religion stammt wohl vom Lateinischen Verb ligare, das heißt verbinden, fesseln.
• Fas = das Gottesgesetz in Latein
• Fasces = ein Zweigenbündel mit einer Axt in der Mitte, als Symbol der Gesetzesmacht zur
Bestrafung und Tötung. Das Wort “Fasces” verweist auf fascia = “Band” oder “Riemen”
zum “Festbinden” des Zweigenbündels.
• Lictores = die 12 Begleiter, die den römischen Konsul mit den Zweigenbündel Fasces als
Zeichen der Macht vorausgehen.
• Fasten = vom alten angelsächsischen Wort “Fæstan” = “abstinent Leben zur religiösen
Übung”. Die Abstinenz mag sich beziehen auf Nahrung, Getränken, Musik, Tanz, Sexualität
oder überhaupt alle Vergnügen.
• Fasti = der römische Kalender, der in einem separaten Kapitel als religiöses Werkzeug zur
Disziplinierung der Bevölkerung beschrieben wird.
• Das Entfesseln zum Beginn und das Anbringen der wollenen Fesseln des Saturns (oder
Janus) zum Abschluss der Saturnalia bildeten bedeutsamen Markierung im römischen
Kalender.
• Die Krawatte ist eine selbst gewählten Fessel der Konfirmation und Anpassung an die
Gesellschaftsnorm. Das Entfesseln findet jedoch jährlich statt durch Abschneiden der
Krawatten während der Faschingszeit.
• Das Joch als Symbol für die Kräftebündelung zur Zweit.
• Jedes Fest symbolisiert eine Fest-Bindung (eine Befestigung) an die Gemeinschaft
beziehungsweise in der Einzelbindung an den Partner.
• Auch die Konfirmation (d.h. Befestigung) symbolisiert natürlich die Bindungsaufnahme zur
religiösen Gemeinschaft.

Diese Vielzahl an Korrelationen platzieren den wollüstigen Menschen von der Boa Insel in ein
anderes Licht. Die Skulptur mag gar eine Universalidee des gefesselten Menschen darstellen, der
die Bindung durch Gesetz und Moral symbolisieren vermag.

Selbstverständlich sind diese religiöse Fesseln auch in der modernen Gesellschaft die wichtigsten
Elemente zur Stabilisierung des Zusammenlebens. Sie haben vielleicht sogar zur Entwicklung der
universellen Religion beigetragen.

Die Fastnacht und die Fastenzeit


Volksetymologisch wird das Wort Fastnacht oft an das althochdeutsche fasta (Fastenzeit) und naht
(Nacht, Vorabend) angeschlossen und angegeben, der Name bezeichne ursprünglich ab 1000AD nur
den Tag vor Beginn der Fastenzeit, ab dem 15. Jahrhundert auch die Woche davor.
Das Entfesseln Saturns auf den Saturnalien
Zur Disziplinierung der Bevölkerung in einer Fastenzeit muss man zuvor und danach 39 eine
Entspannungsperiode zum Entfesseln vorsehen. Diese Idee der Entspannungsperiode entspricht der
römischen Saturnalien.

Die Saturnalien waren zunächst nur ein römischer Festtag zu Ehren des Gottes Saturn, der
ursprünglich als EN-Tag am 17. December gefeiert wurde und nach der julianischen
Kalenderreform den Tagescharakter auf einen NP-Status wechselte. Die Saturnalien fanden erst
nach 45 v. Chr. als mehrtägiges Fest zwischen dem 17. und 23. Dezember Anwendung, das später
allerdings bis zum 30. Dezember ausgedehnt wurde. Das Datum geht auf das Gründungsdatum des
Saturntempels auf dem Forum Romanum zurück.
Die Feiern begannen mit einem Opfer vor dem Tempel des Saturn und einem öffentlichen Mahl.
Öffentliche Einrichtungen waren während der Saturnalien geschlossen. Die Tempel veranstalteten
öffentliche Speisungen. Es war üblich, sich zu den Saturnalien zu beschenken.
Wichtigster Aspekt der Saturnalien war die Aufhebung der Standesunterschiede, auch Sklaven
wurden an diesem Tag von ihren Herren wie Gleichgestellte behandelt, teilweise wurden die Rollen
sogar umgekehrt, so dass die Herren ihre Sklaven bedienten. Es wurde ein Saturnalienfürst
(Saturnalicus princeps) gewählt, teilweise wurde dieser auch rex bibendi ("König des Trinkens")
genannt. Dieser Name deutet auch auf den stark gesteigerten Weinkonsum während der Festtage
hin. Nicht nur der Wein wurde während der Festtage in großem Maße getrunken, es war auch
offiziell das Würfelspiel um Geld erlaubt. Auch sonst lockerte sich die Moral während der Feiertage
erheblich.
An einigen deutschen Hochschulen (zum Beispiel Köln und Kiel) werden heute traditionell
"Saturnalien" als studentisches Fest veranstaltet, bei dem man in der Vorweihnachtszeit mit den
Dozenten "abrechnet".
Im römischen Kalender waren die "Saturnalien" heilige Urlaubstage an dem Saturn geheiligt wurde
nach einem griechischen Ritual, d.h. mit entblößtem Kopf.
Am uralten Tempel des Saturns wurden die Wollfesseln der Elfenbeinskultpur zur Feier der
Befreiung dieser Gottheit gelöst. Vielleicht war die Lösung dieser Fesseln überhaupt das wichtigste
religiöse Symbol dieser Feier.

Danach wurde gefeiert. Nach der Befreiung fand dort ein Festbankett statt, das nach Angaben von
Livius 217 vor Christus eingeführt wurde. Nach einer Dokumentation von Macrobius (I.10.18)
schreiten die Teilnehmer dieses Banketts anschließend "Io, Saturnalia!" in den Tempel hinein.

Obwohl sich die Symbolik des Saturns sich im Laufe der Zeit stark veränderte soll er doch einer der
ältesten Göttergestalten der Antike darstellen. Abgesehen von Saturn seien gar alle weiteren Götter
nach Angaben von Thomas Paine Nachkommen gewesen.

Nach Abschluss der Feierlichkeiten folgte einen unangenehme Phase, in dem die Steuereintreiber
erschienen und die Gelder für den Staatshaushalt und Schuldner eingesammelt wurden. Nachdem
man nun mit leerer Geldbörse an einem Brunnen vorbeiging, konnte man das gute und leere Stück
mal gründlich auswaschen. Es mag sein, dass ein Waschvorgang der Börse am Aschermittwoch dort
auch seinen Anfang gefunden hat...

39 Die nachgeschaltete Entspannung ist natürlich das Osterfest


Christliche Feier abgeleitet aus der Saturnalia
Die Saturnalien mögen eine Reihe christlicher Feier beeinflusst haben:
• Weihnachten, das ebenfalls Ende Dezember gefeiert wird und zum Tausch der Geschenken
anregt.
• Dreikönigen, das an den Besuch der drei Weisen am Geburtsort der Kindes Jesus erinnert. In
einigen Ländern feiert man an diesem Tag auch das Bohnenfest, wobei der Finder einer
Bohne in einem Kuchen für einen Tag zum König ausgerufen wird.
• Der Karneval oder Fastenabend, der traditionell die sozialen Fesseln löst und das Volk der
Regierenden und Regierten in einer entgegengesetzten Polarität versetzt. Wie in den
Saturnalien ist während der Faschingszeit allerlei Schabernack erlaubt.
Diese drei Festivitäten gelten immer noch als die wichtigsten Feier zur sozialen Bindung der
westlichen Kulturen. Einige dieser Festivitäten werden sogar von den Atheisten respektiert.
Tatsächlich mögen diese Feste als Einheit betrachtet werden, in dem ein Kind geboren und an
Dreikönigen gezeigt wird. Der Karneval beginnt daraufhin an Dreikönigen, wobei man den Finder
einer versteckten Figur oder Bohne zum König wählt. Die Finder müssen allerdings dafür eine
Maskenfeier veranstalten. Der Charakter des Bohnenfestes entspricht jedoch das der Saturnalien.

Die Vorgängerfeste der Saturnalia


Die Saturnalien sind jedoch nicht die ältesten Feier in dieser Art. In seinem Buch „Der goldene
Zweig“ beschreibt James Frazer40 die Scheinkönige, die alljährlich anstelle des babylonischen
Königs zu Sacaea hingerichtet wurden, nachdem sie sich im Harem in Königskleidung mit den
Beifrauen vergnügt hatten. Die Scheinkönige, die am sechzehnten Tag des Monats Lous getötet
wurden und deren Regierung nur 5 Tage währte, repräsentierten nach dokumentierten Angaben 41
von Frazer wohl den Gott Tammuz. Das Festival wird auch dokumentiert in Assyrischen Schriften,
die auf den Riten zum Jahreswechsel und dem hebräischen Fest Purim hindeuten. In späterer Zeit
wurde die Königstötung wohl in ein harmloseres Ritual umgewandelt.
Die Traditionen deuten auf eine uralte Idee zur Stabilisierung der Bevölkerung durch kurzer
Umpolung der Disziplinierung mittels Entfesseln und Fesseln.
Die christliche Fastenzeit umfasst 40 Arbeitstage, die abgesehen von den Fasten-freien Sonntagen
zwischen Aschermittwoch und Ostern gezählt werden. Die Fastenzeit ist Privatsache, aber die
Fastnacht ist ein soziales Ereignis. Es gibt zur Zeit gar eine komplette Industrie die von der
Faschingszeit lebt...

40 Frazer, James George, Sir, 1854-1941


41 in Kapitel XXIV von The Golden Bough