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52 Platons Theitet. Zwtilltes Kapitel.

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Denn er will doch wohl sagen, daB dies alles, wie
ZwÓlttes Kapitel. gesagt, sich bewegt, daB aber dieser Bewegung
Sokr. Halte also sorgfdltig Umschau, daB Schnelligkeit und Langsamkeit innewohnt. Alles
keiner der Uneingerveihten2s)uns behorche. Es sind Langsame nun hat seine Bewegung an dem nim-
dies aber diejenigen, die das Sein nur dem zu- lichen Platze und gegen dasjenige hin, was sich 6
6 gestehen, rvas sie fest mit den Hi.nden fassen kiinnen, nd.hert, und zeugt dann auf diese Weise; das auf
wdhrend sie Handeln und Werden und alles Unsicht- diese Weise Erzeugłe aber ist schneller' Denn es
bare nicht als seiend gelten lassen. schwingt sich fort und darin besteht seine Bewegung.
Theżt. Das mi.issen in der Tat harte und Wenn nun das Auge und ein anderes dem Auge
massive Leute sein, von denen du redest. [156St.] Entsprechendes durch Anndherung die weiBe Farbe 10
und die sie begleitende Wahrnehmung erzeugt, \^/as
10 Sokr. Ja, mein Sohn, sie sind aller Bildung nicht eintreten wi.irde, wenn eines von beiden auf
abhold. Unsere Leute dagegen sind viel feiner, und ein anderes (d. h. nicht Entsprechendes) gestoBen
deren Geheimnisse will ich dir jetzt mitteilen. Das
w6re, dann fijllt sich, infolge der dazwischen ent-
Prinzip aber, aus dem sich auch alles, was wir stehenden Schwingungen der Gesichtsrvahrnehmung lb
vorhin besprachen, herleitet, ist folgendesza): das All von den Augen aus und der WeiBe von dem zugleich
15 war Bewegung und sonst nichts. Die Bewegung
mit ihm die Farbe erzeugenden Gegenstande aus,
aber hat zwei Arten, jede von beiden der Menge
das Auge mit der Gesichtswahrnehmung. Es sieht
nach unbegrenzt, der inneren Bedeutung nach aber
also dann und wird nicht etwa Gesichtswahrneh-
die eine ein Tun, die andere ein Leiden. Aus deren
tii:

mung, sondern ein sehendes Auge. Der Gegen- 2O ł{.


Gemeinschaft und gegenseitiger Reibung entsteht
stand aber, der die Farbe mit erzeugt,. umkleidet
90 Gezeugtes von unbegrenzter Menge, aber immer sich ririgsum mit weiBer Farbe und wird Auch seiner-
paarweise, das eine ein Wahrgenommenes, das andere
seits nicht weiBe Farbe, sondern ein WeiBes. sei es
Wahrnehmung, die immer aus dem Wahrgenom-
Holz oder Stein oder was fiir ein Gegenstand es sein
menen zugleich hervortritt und erzeugt wird. Ftir
mag, der diese Farbe an sich trdgt. Und fiir die 25
die Wahrnehmungen nun haben wir die Bezeich-
anderen Wahrnehmungen, das Harte und Warrne
26 nungen Sehen, Hłjren, Riechen, Kdlte, Wźrme, und und alles, gilt dieselbe Annahme, daB es, wie schon
infolgedessen auch Lust, Schmerz, Begierde und friiher gesagt, an und fiir sich nichts ist. und daB
Furcht, wie sie genannt werden, und so rveiter, zahl- alles und alle Beschaffenheit eine Folge der Be-
lose ohne Namen, eine groBe Menge aber auch wegung [157St.] in der gegenseitigen Beriihrung ist. Bo
mit Namen versehen. Das Geschlecht des Wahr- Denn auch, daB das Wirkende und das Leidende
30 genommenen aber entspricht immer den einzelnen etwas sei, lżiBt sich, wie sie sagen' nicht zuverldssig
Wahrnehmungen, den mancherlei Gesichtswahrneh- an einem von ihnen beobachten. Denn weder isi
mungen die mancherlei Farben, den Gehcirsempfin- ein Wirkendes ein solches, ehe es mit dem Leiden-
dungen die Tiine und den anderen Wahrnehmungen den zusammentrifft, noch ein Leidendes, ehe es mit 8Ó
das andere Wahrgenommene in verwandtschaftlicher dem Wirkenclen zusammentrifft. Auch zeigt sich
35 ZusammengehÓrigkeit. Welches Licht wirft nun, dasjenige, was mit einem Gegenstand als wirkend
mein The6tet, dieser Mythus auf das frtihere ? zusammentrifft, anderseits wieder als leidend. wenn
Merkst du's ? es auf einen anderen Gegenstand stłjBt. Aus alle
TheAt. Nicht recht, mein Sokrates. dem ergibt sich also,, wie wir von Anfang sagten, 40
Sokr. Aber sieh zu, ob er (der Mythus) sich da8 nichts an und fiir sich eines sei.-sondern
ło nicht doch zu einem guten AbschluB. abrundet. daB e.s '*":-^:-:jm Verhźltnis zu einem anclefć-n*
64 Platons Theiitet. Dreizehntes Kapitel. oo

werde. Das Sein aber ist mit der Wurzel aus-


zurotten, obschon wir eben erst uns vielfach aus Dreizehntes Eapitel.
Gewohnheit und Unachtsamkeit gencitigt sahen von
dem Worte Gebrauch zu machen. Geht es dagegen Sokr. Ich frage also abermals, ob du damit
5 nach der Rede dieser weisen Mdnner, so ist weder einverstanden bist, daB nichts gut und schłjnz5)und
der Ausdruck etwas zuliissig,sei es an irgendeinem, alles das, was wir eben durchgingen, sei, sondern
sei es an mir, noch der Ausdruck dieses oder jenes es immer nur werde. 6
oder sonst irgendein Ausdruck, der auf etwas Festes Thedt. Nun, mir scheint, angesichts deiner
hindeutet, sondern man muB Ausdrticke gebrauchen eben gehcirten Ausftihrung, diese Ansicht in hohem
lO wie Werdendes, Gewirktes, Vergehendes, MaBe verninftig zu sein, auch die Grtinde, die du
S i c h - V e r ź n d e r n d e s . D e n n w e n n j e m a n d e t w a si n entwickeltest, annehmbar.
seiner Rede als fest erscheinen ldBt, so gibt er Sokr. Also diirfen wir nicht uner<irtertlassen, 10
sich dadurch einer leichten Widerlegung preis. So was ihr noclr zur Vollstżindigkeit fehlt. Es fehlt
muB man sowohl iiber das Einzelne sich ausdriicken aber noch das Kapitel von den Trdumen und Krank-
16 wie iiber die Zusammenfassungen des Vielen in je heiten und unter diesen vor allem von dem Wahn-
einen Begriff (Gattung), welcher Zusammenfassung sinn26),sowie alles, was wir als Gehtirs- oder Gesichts-
w i r d i e B e z e i c h n u n gM e n s c h u n d S t e i n g e b e n u n d tźuschungenoder sonst als Sinnestżuschung bezeich. 1Ó
so weiter ftr jede Art von GeschÓpfen und tiberhaupt nen. Denn du sagst dir wohl, daB in allen diesen
fiir jede Gattung. Fżillen unser eben durchgesprochener Satz eine voll.
20 Scheint dir, mein The6tet, dies verlockend zu stdndige Widerlegung zu erfahren scheint [158St.],
sein und hast du Lust auf ein so lecker scheinendes da uns in diesen Fiillen zweifellos falsche Wahr-
Mahl? nehmungen gegeben werden, und weit entfernt, daB A0
Theżt. Ich kann nichts sagen, mein Sokrates. das, was einem jeden erscheint, auch sei, vielmehr
Vermag ich doch nicht einmal deutlich zu erkennen, im Gegenteil nichts ein Sein hat, was erscheint.
25 ob, was du sagst, auch dir selbst glaublich ist, odei Tbeiit. Damit hast du vollstdndig recht, mein
ob es nur dazu dienen soll, mich auf die probe Sokrates.
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tr zu stellen. Sokr. Welche Auskunft, mein Sohn, bleibt Z0
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Sokr. Du erinnerst dich nicht, mein Lieber, also fi,ir den, der die Wahrnehmung als Wissen hin-
it,, daB ich selbst nichts weiB und mir nichts der Ari stellt und behauptet, daB das, was einem jeden er-
i1 80 als Eigentum beimesse; vielmehr bin ich unfruchtbar scheint, fiir den, dem es erscheint, auch wirklich sei ?
und leiste nur Hebammendienste bei dir; und des- Theżit. Ich scheue mich, mein Sokrates,zu ent-
halb lasse ich meine Zauberspriiche auf dich wirken gegnen, daB ich nichts zu sagen weiB, weil du mir B0
und gebe dir von jeglicher Weisheit zu kosten, eben erst (S. 54, 28) eine solche Entgegnung (nimlich,
bis ich deinen Gedanken ans Licht gebracht habe. daB ich nichts zu sagen wisse) verwiesen hast. Denn
86 Ist er ans_Licht gebracht, dann erst werde ich priifen, in Wahrheit kÓnnte ich nicht zweifein, daB die Wahn.
ob er sich als Windei oder als echte Geburt erweist. sinnigen oder die Trżumenden unwahre Vorstellun.
9q giU denn mutig und unverzagt und brav deine gen haben, wenn die einen wźhnen, Gcitter zu sein, 35
Meinung kund tiber das, wonaclr ich frage. andere sich fiir gefhigelt halten und im Schlafe zu
Thedt. So frage nur. fliegen meinen.
Sokr. Du denkst wohl also auch an folgende
Zweifelsfrage tiber diese Dinge und dabei vor allem
iiber Schlafen und Wachen? 40
I62 Anmerkungen. Anmerkungen. 163
Beruf der Philosophie als Vermittlerin zwischen Himmel Miirchenton anschlźgt, źihnlich wie in gewissen Stellen
und Erde. Sie ist'nach Hesiod die Tochter des Thaumas, łei Sopr'iste" '(vgl._f42c)' yo 9. 'i..Ł um Darstellung
der Bewunderung, und eben dies gibt dem Platon AnlaB Jei pt'"inta"tischeó Kosmogenien der friiheren Philosophen
zu seiner schÓnen Bemerkung iiber den Ursprung der hand'elt. Und eben aus diesem l\{irchenton erklert sich
Philosophie. Man hat dariiber gestritten, ob die Philo- meines Erachtens auch das Imperfektum {r im Eingang
i sophie'aus dem Zweifel oder auJ der Bewunderung ent- des Mythus, i.iber das mancherlei Vermutungen aufgestellt
standen sei. Hegel ist der ersteren Ansicht. Er sagt worde sind. Das Ganze war Bewegung. So fiingt
Ir Vorles. iiber Gesch. d. Phil. II, 69: ,,Diese Verwirrung

lli
das .Mźrchen im Protagoras 320D an; ,,Es war einmal
hat nun die Wirkung, zum Nachdenken zu fiihren; unćl eine Zeit", ganz wie unsere MSrchen. Man wird diesen

li;
dies ist der Zweck des Sokrates. Diese bloB negative absichtlich kindlich und bildlich gehaltenen Ton auch
Seite ist die Hauptsache. Es ist Verwirrung mit der leicht im weiteren ver{olgen. Besonders bezeichnend ist
die Philosophie tiberhaupt anfangen muB und die sie eleich die Stelle 156 AB, deren Bildlichkeit unverkennbar
fiir sich-hervorbringt; man muB an allem zweifeln, man Iuf den tierischen ZeugungsprozeB hinweist. Nimmt man
muB alle Voraussetzungen aufgeben, um es als durch das zusammen mit der Bemerkung I53B xai pĄr yt
den Begrift Erzeugtes wieder zu erhalten." Das wuBte ly e,dlay yćyos 3x t y a&td:t,toÓtav Ełletal, so kann man

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Platon besser. Wer zweifelt, muB schon gedacht haben sich i<aum der Vermutung verschlieBen, daB bei Er-
und durch Denken irre geworden sein. Es kann nie- findung dieser phantastischen, aber nicht ohne Geist er-
mand auf den Zweifel anders kommen, als durch Nach- sonnenln Wahinehmungstheorie der Gedanke an die
denken: der Zweifel ist also wohl die Frucht des Nach- tierische Zeugung eine nicht unbedeutende Rolle gespielt
denkens und der Philosophie, aber nicht die Mutter der- habe.

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selben. Dies zeigt auch der Gang der Philosophie im 25) S. 55. Mit dem auf den ersten Blick hier be-
groBen. Die verschiedenen Perioden in der Geschichte fremdlich scheinenden ,,gut" und ,,schtin" greiftPlaton
der Philosophie fangen nicht mit dem Skeptizismus an, absichtlich folgernd iiber das 157C Gesagte hinaus, um
sondern endigen mit demselben. Der Anblick des ge. die Absurditiit dieser Ansicht Aesto klarer hervortreten
stirnten Himmels in seiner stillen Erhabenheit, die GriiBe, zu lassen. Wenn iiberhaupt allgemeine Vorstellungen
Macht und Herrlichkeit der Natur weckten die Bewunde- (Begriffe) wie 1,t8os, dy$panos etwas Werdendes sind, so
rung des empfinglichen Geistes und fi.ihrten ihn auf die miiBten auch dya86, rund xaJ.w etwas W'erdendes sein.
Bahn der denkenden Betrachtung der Dinge, die alsbald Und das wiire doch, wenigstens nach dem Geiste der
natiirlich auch zu Zweifeln, aber erst weit spiiter zum garven platonischen Denkweise, eben der Gipfel der Ab-

ilł
Skeptizismus
- fiihrte. surditSt. Das spricht zugleich dafi.ir, daB hier d7a8,fuusw.
ze; S. 52. Diese Uneingeweihten, die nichts gelteq als Prżidikat zu fassen ist.
lassen ,als das Handgreifliche und die ganz żhnlich auch 26) S. 55. Der Verriickte, der Fieberkranke und der
im Dialog Sophistes 246 A geschildert werden, sind wahr- Trżumende leben jeder in seiner eigenen Welt, und was
scheinlich nicht die Atomisten, an die man gedacht hat Sokrates zur Rettung der Theorie des Protagoras iiber
und auf den ersten Blick auch denken kcinnte. sondern die subjektive Giiltigkeit der in solchen Zustdn-den zutage
iflłl Antisthenes mit seinen Anh ngern, wdhrend die ,,Feineren"
(xopy6tepot) Aristipp und seine Genossen sind. Vgl. Zeller
16 p. 1099.
tretenden Erscheinungen sagt, ist im Sinne des proia-
goras ganz wohl angebracht, nur darf man die Ironie
nicht iibersehen, die dabei mit im Spiele ist. platon
zt1 5.52. Platon bezeichnet selbst diese ganze Dar- weiB z. B. recht wohl, daB der Trżumende als solcher
stellung als pfr&og (156 C), als eine Fabel. Dadurch (denn der Schlafende steht, wie Aristoteles mehrfach
gibt er unzweideutig zu verstehen, daB er der vor- sehr richtig bemerkt, durch seine Sinne immer noch in
getragenen Wahrnehmungstheorie keinen wissenschaft- einer gewissen Verbindung mit seiner realen Umgebung
lichen Wert beilegt, wie er denn alle physiologischen und reagiert z. B. auf starke Ger usche) gar keine Sinnes-.
ynd iiberhaupt naturphilosophischen Spekulationen als wahrnehmungen hat, sondern nur- phantasien, Er
bloBe, wenn.auch nićht sinnlose Spieli der d |a, der nennt selbst 158 A die Vorstellungen der Trźumenden
Meinung, ansieht. Man scheint aber nicht bemerkt zu yleułetg ata&Ąoe6, also keine wirlilichen Wahrnehmun.
haben, daB Platon hier absichtlich auch den wirklichen gen. Die Traumvorstellungen entspringen eben
1t*

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'f si.'
I L61 Anmerkungen. Anmerkungen t65

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nicht aus dem Sinn, sondern aus der Einbildunss-
i kraft und eben dies ist das Kriterium ihrer Unwirklićh. ErÓrterung sehr ba]d in das Gebiet der Meilung eigent' .tiber.
t-",,.t iibir. iiberschreitet also die Grenzen des
keiL. also. ihrer U_ngtiltigkeit fiir .die Erkenntnis. Liige łr'",*".. Das Schillernde, pe.q Kernpunkt ge.
es hier nicht im Zuge der sokratischen Errirterung, dćn '/' iilh6;
iii.r"ntli.tt Verschleiernde, mehr auf Verdunkelong -der
Satz des Protagoras zu stiitzen, so hdtte hier Fiaton. 1. S"A" berechnete, als wirklich Schli.issige und Biindige
Żihnlich wie es sp1ter .geschieht, den Protagoras gegen iJ'-ć"a^nkenganges im Verein mit der Selbstgefd'lligkeit
den Protagoras ausspielen kcinnen. Denn iJder Mźnich " und AnmaBlichkeit des Tones scheint ein Bild zu gebe!
erkennt wachend den getriumten Traum ils eine bloBe
von der wirklichen Vortragsweise des Protagoras. Ein
Einbildung, als nichtig an. Da nun der Mensch das
M3I3 de_1Dinge ist, so wird ja eben durch den Menschen
wortreiches, nicht iibel klingendes Plaidoyer, nicht un'
seeisnet, weniger scharfsinnige und achtsame H rer
?z
selbst dres-er ganze Zustarld des Traumes als Trugbild
t.u. śi.t''einzun6hmen, ganz d'hnlich wie im Dialog Pro.
gekennzeichnet, also als ungiiltig fiir die Erkenntnis-ver.
i"go.u.. Der Ubergang von der .suĘjektiven Wahrheit
worfen. J"? si.'n..".'scharrung żu einer objektiven Beurteilung
2r-) 5..60. Hier- zeigt sich ganz deutlich, daB
^ der des Guten und Ntitzfchen (166 D f.) setzt den ,Alspruch
satf, ćx.6tipq sei aioBqo6, in dieser Form nicht von Pro. a"i U.t"it. an allgemeine Giiltigkeit- (objektive Wabrheit)
tagoras herriihrt. ,=Jhonuo."o.. Urid das niimliche gilt wiederum innerhalb
28) S. 60. Am fiinften Tage nach der Geburt ward d"i M"inottgsgebietes fiir den- Uberga-ng-von der sub-
-
das neugeborene Kind in feierlichem Umzuge um den i"ktiven Beu"rt"eilungdes Gerechten und Schłjnen zu der
Hausaltar herumgetragen, gefolgt von allen in der Ent. 6bi"kti""r, Beurteiling des dem Gemeinwesen Niitzlichen
bindung Beteiligten. Zweck dieser Zeremonie war die und Guten (167C f.).
Reinigung der Verunreinigten. 35) S. ?i. Man'beachte, mit rvelcher peinlichen Um'
*2e)S. 61. Thed.tet ist hier nati.irlich nur Stellvertreter stenili.hkeit Platon das Gesprźch -Abkehrmit Theodoros vor.
tur Protagoras, dessen Satz er sich angeeignet hat. bereitet, um dadurch dessen von seinem mebr-
^-
30) S. 61. Die AuBerung des Tlieodoros
wird von fach ausgesprochenen EntschluB des Verzichtes auf das
sokrates Mitunterredln zu beqrtinden
.'so aufgefaBt, als śolle er (sokrates) in zu. 36)S. ?4. Skiroi, ein sagenhafter Riese,_am-_Me-eles'
sammenhingender Rede Antwort geben.
31) S. 61. Es ist nicht unwahrscheinlich, gestad zwischen Megaris und Athen, zwang alle Voriiber-
. - daB diese iiehenden zum Kampf. Jeder Besiegte ward gezungen,
Arrslassung des Sokrates mit ihren drastischen'Derbheiten
slch, wle man vermutet hat, auf bekannte literarische ihm die FiiBe zu waschen- und darauf ins Meer gestoBen.
Theseus iiberwand ihn und stiirzte ihn ins Meer. Antlus
Ą1ąi.rre.geg.en.P.rotagoras bezieht und zwar auf eine war ein libyscher Riese, der die Vortibergehenden- gleich'
scnrttt des Ąntrsthenes.
32) falls zum Ringkampf zwang. Er ward in schwerem
.5._63. .In Sparta muBte der Fremde, der den Kampf von Herkules besiegt.
gymnasttschen Ubungen zusehen wollte, sich selbst ent- 3?) S. ?5. DaB die nui folgende Widerlegung ernst
klelden. So scheint es wenigstens nach dieser Stelle.
u')- q' gemeint und als endgiiltig aufzufassen ist, zeigt ebensosebr
. ą4. Das. ist licht die eiruige Stelle, welche iiie Sache selbst wie die ausdriickliche Versicherung des
zeigt;. daB Platon den Thedtet in diesźm Dialog nichi Platon 1?9AB. Es wird aber auch szenisch dieser Ab-
zum bloBen Jasager macht. schnitt als entscheidend gekennzeichnet dadurch, daB an
- 3) S. 09. An dieser lebhaften Selbstverteidisune die Stelle des jugendliclen Theitet der bejahrte und
ges "rjollC.oras.ist zuntclr.st so viel richtig -dei(166B),-daE geistig viillig durchgebildete Theodoros eintritt.
das Gedichtnisbild nie die ganze Fiille Eindrucks Das vor allem durchschlagende Argument, mit dem
yie.dergibt, den uns die Ansćhauung selbst bietet. Die des Protagoras Satz bekómpft wird, ist die Ercirterung
Definitlon des Wissens als,Wahrnelimung-b".iana. ^1.;, des Ntitzlithen (I?? D-179 A) mit ihrer unabweislichen
wie wir erltuternd sagen kcinnen, im SYnne des prota. Beziehung auf die Zukunft. Was Platon den Protagoras
goras rnsotern noch zu Recht, als das Gedechtnisbild dartiber hatte sagen lassen (167A ff.), entbehrte so sehr
gił bb.q verblaBtes Wissen aller Schirfe, lieB den eigentlich springenden Punkt so
liches Wissen mehr wdre. Im -darstellte, also kein
folgenden .le. g"hi "tc;ieie wenig hervortreten, daB Protagoras selbst gar nicht zu ahnen