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Bauer C2 - C4 1

BAUER C2 – C4
von Tilo Hörter

Hintergrund
Bauer C2-C4 (ein klassischer Eröffnungszug beim Schachspiel) ist ein Einsteigerrun, der als ein möglicher
Einstieg in die Schockwellen-Kampagne benutzt werden kann. Er steht damit exemplarisch für eine Vielzahl von
Runs, wie sie im Kapitel Ein Sturm zieht auf des Schockwellen-Kampagnenbandes skizziert werden. Sämtliche
dieser Runs haben nur ein einziges Ziel: Den Frankfurter Bankenverein (FBV) mittelbar (über seine Kunden)
oder unmittelbar zu schädigen.

Die Runner sollen zu Beginn der Kampagne nicht die geringste Ahnung haben, für wen sie letztlich arbeiten und
warum ihr Auftraggeberdie nachstehend beschriebenen und andere Schattenaktivitäten veranlasst; diese
Entdeckung sollte dem weiteren Lauf der Kampagne vorbehalten bleiben.

An dieser Stelle reicht es völlig aus, zu wissen, dass der Auftraggeber versucht, den nach dem Tod von
Nachtmeister (siehe Deutschland in den Schatten, Seite 341) führungslosen Frankfurter Bankenverein zu
destabilisieren, um ihn - genauer die Frankfurter Bankenverein Holding AG - dann möglichst günstig zu
übernehmen. Nähere Informationen zum Auftraggeber, seinen Motivationen und zu Zustand und Struktur des
Frankfurter Bankenvereins können Sie dem Abenteuerband 'Schockwellen' entnehmen.

Sie können das vorliegende Abenteuer auch unabhängig von der Schockwellen-Kampagne verwenden, sollten
sich dann allerdings überlegen, warum jemand ein Stahlwerk sabotieren lässt. Der nachfolgend formulierte Run
bietet dafür einige Möglichkeiten, die Sie natürlich auch nutzen können, um Ihre Spieler im Falle von
Nachforschungen auf eine falsche Fährte zu locken...

Der mysteriöse Auftraggeber greift unter anderem die finanziellen Ressourcen des Frankfurter Bankenvereins
an, zu dem auch eine Reihe von Versicherungen gehören. Zu diesem Zweck werden in der ADL und darüber
hinaus international diverse Versicherungsfälle verursacht, die den FBV zwingen, die vereinbarten
Schadensummen auszuzahlen. Jeder einzelne Schaden allein dürfte sich dabei kaum bemerkbar machen. In der
Gesamtheit sorgt das Ganze aber dafür, dass die Berechnungsgrundlagen der Versicherungen nicht mehr
stimmen. Dies führt nicht nur dazu, dass die versicherten Schäden bezahlt werden müssen. Zusätzlich werden die
Wahrscheinlichkeiten für künftige Schäden höher eingeschätzt und die Gelder, die die Versicherungen für solche
Fälle zurücklegen (die sogenannte Deckungsvorsorge), werden automatisch erhöht; Geld, das dem FBV nicht
mehr zur freien Verfügung steht. Nebeneffekt ist, dass durch mehr Schadensfälle auch die Abwicklungskosten
erhöht werden. Vielleicht müssen sogar neue Sachbearbeiter eingestellt werden, was gegebenenfalls dem
Auftraggeber die Möglichkeit gibt, eigene Leute beim FBV einzuschleusen. Und last but not least werden bei
Bekanntwerden des gerade Beschriebenen letztlich auch noch die Kurse des FBV in den Keller gehen, was eine
Übernahme an der Börse erleichtert.

Ein Kunde des FBV ist auch die Unabhängige Stahlerzeugungs-Genossenschaft (USG) in Duisburg-
Rheinhausen, ein Lieblingsprojekt der lokalen Politik und daher auch weitgehend von den lästigen
Bestimmungen und vor allem von den lästigen Kontrollen diverser Behörden verschont. Die USG ist gut gegen
Schäden versichert und hat kürzlich eine große Anschaffung mit einem genauso großen Kredit bezahlt. Wenn
der Auftraggeber hier einen größeren Schaden verursacht, trifft er den FBV auf jeden Fall.

Für diesen Run ist im Grunde nur wichtig, dass die Charaktere nichts über ihren tatsächlichen Auftraggeber und
die wirklichen Hintergründe der Aktion erfahren. Falls die Charaktere sich die Mühe machen, hinter die Kulissen
ihres Auftrags zu schauen, erwecken Sie den Eindruck, als sei der Auftraggeber in der Geschäftsführung der
USG zu suchen und wolle eine günstige Gelegenheit nutzen.

Das Abenteuer leiten


Ein einfacher Run: Reingehen, erledigen, rausgehen. Gönnen Sie den Runnern ruhig mal das Gefühl, einfaches
und gutes Geld zu verdienen. Es könnte für spätere Zeiten eine schöne Erinnerung werden...

SHADOWRUN ist ein eingetragenes Warenzeichen von Wizkids LLC. Copyright ©2003 by Fantasy Productions. Seite darf für persönlichen Gebrauch kopiert werden.
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Vor dem Shadowrun


Die Runner werden Anfang Juli 2062 von einem Herrn Schmidt angeheuert, um die Produktion eines
Stahlwerkes zu sabotieren. Der Job ist einfach, einzige Bedingung dabei ist, dass alles nach einem Unfall
aussehen muss. Daher sind hier eher Heimlichkeit und Planung gefragt als offene Gewaltanwendung.

Was ist los, Chummer


Die Runner erhalten eine Nachricht, dass sich ein Herr Schmidt mit ihnen in Bills Bierstube in Duisburg-
Neudorf treffen will. Dieser möchte, dass sie einen Kanister in das Werk der Unabhängigen Stahlerzeugungs-
Genossenschaft (USG) bringen, dort die Teile in den Behälter für Altmetall werfen, einige Überdruckventile an
einem Schmelzofen schließen und unbemerkt wieder abfahren.

Sag’s ihnen ins Gesicht


Ihr habt ein paar Tage Pause gemacht und euch mit euren Hobbys oder auch nur Trideo die Zeit vertrieben. Bei
diesem schwülen Wetter könnt ihr euch kaum aufraffen, irgend etwas zu tun, zumal der drückende Smog das
Atmen schwer macht. Trotzdem geht ihr ans Telefon, als euer Schieber anruft.
“Hey, hast du Lust, dir ein paar Kröten nebenher zu verdienen? Ein gewisser Herr Schmidt sucht ein paar
verschwiegene Leute, die ein Paket nach Duisburg zu bringen. Keine große Sache, sollte an einem Tag erledigt
sein. Das Treffen ist morgen um 11:00 Uhr in Duisburg, in so einer Kaschemme namens Bills Bierstube. Ein
etwas schäbiger Laden, aber normalerweise hat man da seine Ruhe. Alles klar?”

Wenn die Runner bei Bills Bierstube eintreffen, lesen Sie den folgenden Text laut vor:
Etwas schäbig? Anscheinend übt euer Schieber für irgend so einen Untertreibungswettbewerb. Inmitten einer
grauen Häuserzeile aus dem letzten Jahrhundert starrt die Bierstube vor Dreck und Graffiti. Auf dem Bürgersteig
sind ein paar schäbige Motorräder abgestellt, aus einem tropft Öl, das in dem Nieselregen zu einer schillernden
Lache verläuft.
Das Innere der Kneipe ist noch düsterer, es stinkt nach billigem Schnaps und kalten Zigaretten. Am Tresen
starren etliche schmierige Gestalten in ihr schales Bier. Der Wirt schaut euch tranig an und schickt euch dann mit
einem Kopfnicken in ein dreckiges Hinterzimmer, als ihr nach Herrn Schmidt fragt. Danach wischt er erst die
Theke ab und dann ein paar Gläser durch. Euch ist irgendwie jeglicher Durst vergangen. In dem schäbigen Raum
stehen um einen wackeligen Tisch acht Stühle, weitere Stühle sind an der Stirnseite des Zimmers aufgestapelt.
An den Wänden hängen einige alte Reiseplakate, die wohl in besseren Zeiten aufgehängt wurden. Sie sind
ebenso wie einige Wände von Graffiti verschmiert. Ihr fragt euch noch, ob euer Schieber sich einen schlechten
Scherz erlaubt hat, als sich die Zimmertür öffnet und ein Mensch Anfang 30 in elegantem schwarzen Anzug den
Raum betritt. Beiläufig legt er einen gefütterten Mantel über einen Stuhl.“Guten Tag” sagt er und nimmt sich
einen Stuhl. “Mein Name ist Schmidt. Wie ich sehe, sind sie bereits vollzählig versammelt. Lassen sie uns
beginnen.”

Sobald sich die Runner gesetzt haben, lesen Sie den folgenden Text laut vor:
“Sie sind mir von anderer Seite als zuverlässig empfohlen worden. Ich brauche ein paar Leute, die in eine
Konzernanlage mit niedriger Sicherheit fahren, etwas abladen, ein paar Ventile schließen und sich wieder aus
dem Staub machen. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen kommt.
Wenn Sie die Anlage spurlos und unbemerkt verlassen, werde ich Ihnen einen Bonus zahlen. Die Ladung
können Sie gleich abholen. Der Auftrag soll noch heute erledigt werden. Übernehmen Sie den Job?”

Sollten die Runner den Run übernehmen, lesen Sie den folgenden Text vor:
Herr Schmidt lehnt sich zurück. “Schön. Auf dem Chip finden Sie Informationen über eine Produktionsanlage
der Unabhängigen Stahlerzeugungs-Genossenschaft in Duisburg-Rheinhausen. Sie werden von mir einen
Kanister bekommen, dessen Inhalt Sie so zu der Schlacke im Ofen geben, dass er nicht entdeckt wird. Auf dem
Chip finden Sie die Konstruktionspläne für den Schmelzofen mit den notwendigen Details. Ich habe ihnen
außerdem einige Ventile gekennzeichnet, die Sie manuell schließen und so modifizieren, dass dies nicht
angezeigt wird. Schließlich finden Sie auf dem Chip eine Telefonnummer, unter der Sie mich erreichen können,
sobald Sie das Gelände unbemerkt verlassen haben. Wir werden dann die Übergabe des restlichen Geldes
besprechen, eine Anzahlung von 1000 Euro pro Person befindet sich auf diesem Ebbie. Ich denke, eine
Bezahlung von 3.000 Euro pro Person ist der Schwierigkeit des Ganzen angemessen. Sollten sie unentdeckt
bleiben, zahle ich noch weitere 2.000 Euro pro Person. Hat noch jemand von ihnen Fragen?”.

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Sobald alle Fragen beantwortet sind, schiebt Schmidt einen Datenchip, eine Keycard und einen Ebbie über den
Tisch und verläßt den Raum mit folgenden Worten: “Holen Sie die Kanister bitte gleich im Schließfach 307 am
Hauptbahnhof ab. Wenn der Auftrag problemlos über die Bühne geht, kann ich mir gut vorstellen, dass ich Ihre
Dienste auch in der Zukunft benötigen werde. Ich erwarte Ihren Anruf noch heute nacht. Schönen Tag noch.”

Atmosphäre
Die Besprechung sollte keine Probleme mit sich bringen. Herr Schmidt ist im Umgang mit Schattenläufern
durchaus geübt und hebt sich durch seine Professionalität wohltuend von der schmierigen Umgebung ab.

Hinter den Kulissen


Duisburg hat ein Problem mit Arbeitslosen. Um dieses zu vermindern, wurde mit öffentlichen Geldern an dem
alten Stahlstandort ein altes Stahlwerk reaktiviert und von den Arbeitslosen selbst in Form einer Genossenschaft
betrieben, eben die schon erwähnte Unabhängige Stahlerzeugungs-Genossenschaft. Inzwischen hat sich die USG
zu einem Lieferanten von Spezialstählen, anderen Legierungen und vor allem Plaststahl (eine Verbindung aus
Stahl und Kunststoff, eins der wichtigsten Rohmaterialien der sechsten Welt) gemausert, die sich grundsätzlich
selbst trägt. Da die örtlichen Politiker wollen, dass das Projekt von (öffentlichkeitswirksamem) Erfolg gekrönt
ist, hat die Geschäftsführung des Stahlwerkes nahezu Narrenfreiheit, was diese auch nach Kräften ausnutzt.
Hauptsache, die Leute auf der Straße vergessen nicht, wen sie zu wählen haben. Und die Kohle stimmt,
immerhin ist die Geschäftsführung an den Gewinnen der USG beteiligt.

In dem Werk werden vor allem Rohstähle veredelt und weiter zu hochwertigen Edelstählen und zu Plaststahl
aufbereitet. Dies bedeutet, dass Rohstahl dort angeliefert wird und im Schmelzofen unter Zusatz verschiedenster
Materialien umgeschmolzen wird. Dabei ist man dort auf die Produktion von eher seltenen Sorten spezialisiert,
die nicht als Massenware gebraucht werden. Außerdem ist man in der Lage, diese Materialien auch weiter zu
bearbeiten.

Die USG hat gerade (mit vom FBV kreditfinanzierten Mitteln) einen neuen, hochmodernen und
dementsprechend teuren Schmelzofen angeschafft, dieser soll morgen die Produktion aufnehmen. Außerdem ist
die USG und ihre Mitarbeiter beim FBV versichert. Tatsächlich ist es lediglich aufgrund des politischen Drucks
und als medienwirksames Werbemittel zu der Kreditvergabe gekommen, es wird noch Jahre dauern, bis der
Kredit vollständig zurückgezahlt werden kann.

Bills Bierstube ist eine kleine schmierige Kneipe in Duisburg-Neudorf mitten in einer üblen Gegend, deren
Anwohner nichts mehr vom Leben erwarten können. Außerdem ist sie in Schieberkreisen dafür bekannt, dass
man hier dritt- bis viertklassige Leute für Drecksarbeit anwerben kann (siehe Deutschland in den Schatten 2,
Seite 96).

Herr Schmidt heißt eigentlich Sven Demandt und ist ein freischaffender Schieber, der sich in den kommenden
Monaten zu einem Hauptauftraggeber für die Runner entwickeln kann, da ihm bei einer ordentlichen
Abwicklung des Runs eine goldenen Zukunft für und mit dem Auftraggeber in Aussicht gestellt wurde.
Einzelheiten über die weitere Entwicklung Demandts können Sie dem Kapitel Ein Sturm zieht auf des
Schockwellen-Kampagnenbandes entnehmen. Für diesen Auftrag ist er nur Mittelsmann und hat dafür zu sorgen,
dass die Anlage beschädigt wird. Er hat ein vitales Interesse daran, dass die Runner ihren Job möglichst gut
erledigen, ist aber auch lange genug in den Schatten tätig gewesen, um sich nicht von den Runnern über den
Tisch ziehen zu lassen.

Sollte ein Runner bei dem Treffen magische Mittel einsetzen, um mehr über Demandt herauszubekommen, ist
dies wenig ergiebig. Demandt sagt durchweg die Wahrheit. Von dem eigentlichen Hintergrund der Aktion ist
ihm nichts bekannt (weitere Informationen erhält auch er erst nach dem erfolgreichen Run). Durch Askennen
kann man eigentlich nur herausbekommen, dass er nicht vercybert und etwas angespannt ist.

Der Datenchip, den die Runner von Demandt erhalten, ist ein normaler optischer Chip, der von jedem gelesen
werden kann, der eine Datenbuchse, ein Telekom, einen Taschensekretär oder etwas ähnliches besitzt.
Auf dem Datenchip befindet sich ein Übersichtsplan über das Gelände, auf dem sowohl die fragliche Halle und
darin der Schmelzofen markiert ist. Ferner befindet sich darauf noch eine Konstruktionszeichnung des Ofens, auf
der die Lage der Sicherheitsventile gekennzeichnet ist, und eine Detailzeichnung dieser Sicherheitsventile.
Schließlich findet sich darauf noch eine Handynummer, unter der man den Schmidt erreichen kann.

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Die Keycard gehört zu dem Schließfach 307 im Duisburger Hauptbahnhof. In diesem Schließfach finden die
Runner einen grauen 5 l Kanister, in dem sich ein graues Granulat befindet. Wird der Inhalt untersucht, kann
man mit einer Sprengstoff-(6) Probe herausfinden, dass der Inhalt ein hochwirksamer Sprengstoff ist, der
allerdings erst bei hohen Temperaturen zündet und ansonsten unbedenklich ist.

Daumenschrauben
An dieser Szene kann eigentlich kaum etwas verschärft werden. Wenn ihre Spieler unbedingt der Meinung sind,
sie möchten noch ein wenig Action erleben, könnte sich eine lokale Gang für die Fahrzeuge der Runner
interessieren. Aber achten Sie darauf, dass die Runner heute noch was vorhaben...

Keine Panik
Mal abgesehen davon, dass etwas von Seiten der Runner her schiefgeht, kann eigentlich nicht viel passieren.
Demandt ist erfahren genug, um sich nicht provozieren zu lassen und der Run klingt einfach genug. Sollten die
Runner den Auftrag ablehnen, ist der Run vorbei, Demandt wird auch andere Runner finden, die den Auftrag
annehmen.

Stahlkocher

Was ist los, Chummer


Die Runner dringen in die weitgehend unbewachte Stahlfabrik der USG ein, plazieren ihre Fracht, nehmen die
Veränderungen an dem Schmelzofen vor und verschwinden wieder. Die Anlage ist nur leicht gesichert und vor
allem mit Einrichtungen, die gerne als antik bezeichnet werden können. Aber auch das kann eine ganz eigene
Herausforderung sein.

Sag’s ihnen ins Gesicht


Das Stahlwerk ist ein eigener kleiner Industriekomplex, der mehrere große Industriehallen umfaßt, in denen
Stahl und Plaststahl geschmolzen, gehärtet, geschmiedet und geformt werden kann. Nördlich, auf der anderen
Rheinseite, leuchten die Lichter des Duisburger Freihafens und erzählen von einer anderen Welt, von der ihr
ebensogut Lichtjahre entfernt sein könntet. Auf dem Fluß hört ihr den regen Schiffsverkehr, unter den Schiffen
befinden sich sicherlich auch die Schutzkräfte, die den Freihafen sichern. Direkt vor euch ragt düster die hohe
Mauer auf, die euer Ziel umgibt. Dahinter erheben sich die mächtigen Gebäude, in denen sich unter anderem
auch dieser neue Schmelzofen befindet. Das Gelände wirkt still und verlassen, ganz im Gegensatz zu den
meisten angrenzenden Unternehmen.

Atmosphäre
Das Gelände des Stahlwerkes ist weitgehend verlassen. Für die Zeit des Umbaus sind die Aktivitäten auf dem
Gelände reduziert und werden in der Früh- und in der Spätschicht erledigt. Dementsprechend befinden sich
während der Nachtschicht nur wenige Personen auf dem Gelände. Auf dem gesamten Gelände liegt ein feiner
Staub aus den Rückständen der Produktion, der in die kleinsten Ritzen der Kleidung gerät und den einen oder
anderen Hustenreiz bei ungeschützten Runnern verursacht.
Paranoide Runner werden wahrscheinlich die eine oder andere Falle wittern. Unterstützen Sie dieses Gefühl,
indem Sie immer wieder Wahrnehmungsproben würfeln lassen, eine Ratte auftauchen lassen und hin und wieder
Sirenen vom Fluß oder den benachbarten Industriegrundstücken erwähnen.

Hinter den Kulissen


Nähere Informationen zur USG finden Sie in dem Abschnitt Beinarbeit. Auf dem etwa 0,8 Quadratkilometer
großen Betriebsgelände stehen mehrere mächtige Industrie- und Lagerhallen mit einer Höhe zwischen 10 und 30
m, ein Verwaltungsgebäude, in dem die Geschäftführung, die kaufmännische Abteilung (Ein- und Verkauf) und
die Personalräume (Umkleiden, Duschen, Spinde, Kantine usw.) untergebracht sind. Sämtlichen Gebäuden kann
man deutlich ansehen, dass sie schon älter sind. Das restliche Gelände ist vollständig asphaltiert (und an etlichen
Stellen wieder und wieder notdürftig ausgebessert) und wird als Lager, Abstellplatz und Parkplatz genutzt.

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Bezüglich der Sicherheit verlässt man sich bei der USG auf Menschen (die ja gerade in einer Genossenschaft
erheblich billiger sind als jede Technik). Rund um das ganze Areal ist eine 3 m hohe Mauer gezogen, die oben
mit Glasscherben besetzt ist. Durch diese Mauer führen nur 3 Durchgänge: Der eine besteht aus zwei massiven
Stahlflügeln und wird von 2 Kameras von innen überwacht. Direkt daneben ist eine normale Stahltür (sozusagen
der Personaleingang), die mit einem Magschloss Stufe 5 gesichert ist. Sowohl die Tür als auch das Tor sind
tagsüber eigentlich immer offen, werden aber kurz nach Beginn der Nachtschicht geschlossen. Hinter dem Tor
ist in der Einfahrt eine einfache Schranke, daneben sitzt in einem verglasten Container immer ein Pförtner. In
dem Container sind auch die Kontrollen für das Tor und die Schranke, sowie die zwei Bildschirme für die
Torkameras.

Der 3. Zugang besteht aus einer Eisenbahnstrecke, über die Massengüter, schweres Gerät und schwere
Werkstücke transportiert werden. An der Stelle, an der die Schienen die Außenmauer überqueren, ist das
Gelände durch ein weiteres Stahltor gesperrt, das für jeden Transport separat geöffnet wird. Der Zugang wird
ebenfalls durch Kameras mit Bewegungsmeldern gesichert. Nach dem Tor verzweigen sich die Schienen bis hin
zu den einzelnen Industriehallen und zu einem Umladeplatz mit einem riesigen Kran, der bis zu 200 t heben
kann (wenn er denn nicht gerade mal wieder repariert werden muss). Auf den Schienen stehen auch insgesamt
drei Diesellokomotiven, die für den Rangierverkehr innerhalb des Werks benötigt werden.

Ansonsten bieten gerade in der Dunkelheit diverses Gerümpel, zwischengelagerte Stahlteile, Gabelstapler und
vieles mehr eine recht gute Sichtdeckung (allerdings auch Stolperfallen, falls es mal hektisch wird...), dies gilt
übrigens auch für das Innere der Hallen.

Nachts patrouillieren auf dem Werksgelände einige Zweierteams mit jeweils 2 Schäferhunden. Dabei handelt es
sich um werkseigene Wachleute. Tagsüber findet man dort vor allem die ganz normale Belegschaft und hin und
wieder einen Wachmann, der dann allerdings ohne Hund unterwegs ist.

Wachmann
K S St C I W E M R
4 3 3 2 3 4 6 - 3

Initiative: 3 + 1W6
Würfelpools: Kampf 5
Karmapool/Professionalitätsstufe: 1/2
Rasse: Mensch
Aktionsfertigkeiten: Knüppel 2 (Schlagstock 4), Pistolen 3
Wissensfertigkeiten: Sicherheitsprozeduren 4
Panzerung: Panzerweste
Waffen: Schlagstock, Walter Secura
Ausrüstung Handfunkgerät, Handy, Taschenlampe

Wachhunde
K S St C I W E R
3 4(x4) 3 - 2/5 2 6 4

Initiative: 4 + 1W6
Angriffe: 6 M

Sollten die Wachleute aufmerksam werden, werden sie zunächst versuchen die Runner zur Rede zu stellen. Erst
wenn dies nicht zu ihrer Zufriedenheit verläuft, werden sie ihre Kollegen informieren bzw. die örtliche Polizei,
die dann binnen 1W6+10 Minuten eintrifft. Außerdem wird bei Verdacht die große Beleuchtung angeschaltet.

Die Halle mit dem neuen Schmelzofen ist leicht zu finden, sie ist die einzige, die relativ dunkel ist. Mit einer
Höhe von 30 m, einer Seitenlänge von 100 m und einer Breite von 40 m gehört sie zu den größeren Hallen auf
dem Gelände. Ihre großen Rolltore sind nur von innen zu öffnen (die Bedienelemente sind jeweils neben den
Toren), außerdem führen noch drei Stahltüren ins Innere, die mit normalen Zylinderschlössern Stufe 4 (siehe
SOTA 2063 S. 101) gesichert sind. Entweder haben sich die Runner von einem der Vorarbeiter, Schichtleiter,
dem Werksleiter oder dem geschäftsführenden Direktor einen Schlüssel besorgt, verfügen über einen
automatischen Schloßknacker oder beherrschen vielleicht die Fertigkeit 'Schlösser knacken' und haben
zumindest improvisiertes Werkzeug. Übrigens haben auch die Wachleute einen Generalschlüssel, aber die
Runner wollen ja schließlich nicht auffallen...

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Die Montagen sowie alle Sicherheitsprüfungen an dem neuen Ofen sind abgeschlossen. Am nächsten Morgen
soll der Ofen erstmals ausprobiert werden. Da die Halle in den letzten Wochen nicht genutzt werden konnte, ist
in dieser Nacht nur die Sicherheitsbesetzung vor Ort, normalerweise wird hier im Dreischichtbetrieb rund um die
Uhr produziert. Nachts ist das ganze Gelände dann auch taghell erleuchtet, im Augenblick aber spart man Strom
und die Personalkosten (Nachtschichten kosten extra!).

Inmitten der Halle ragt der Schmelzofen etwa 15 m in die Höhe, direkt neben ihm ist eine große Krananlage, die
bis an die Decke reicht und offensichtlich dazu bestimmt ist, große Eisen- oder Stahlstäbe mit einem
Durchmesser von bis zu 3 m von oben in den Ofen zu senken. Tatsächlich funktioniert der neue Ofen nach dem
sogenannten Elektroschlacke-Umschmelz (ESU)-Verfahren, bei dem ein fester Stahlblock in Schlacke getaucht
wird. Der Block dient gleichzeitig als stromführende Elektrode. Der Stahl schmilzt ab und wird bei dem
Durchgang durch die Schlacke gereinigt und erstarrt dann unter der Schlacke. Durch das Verfahren wird
gewährleistet, dass die zur Schmelze notwendige Hitze lediglich an dem unteren Ende des jeweiligen Rohlings
entsteht.

Die eigentliche Steuerung des Schmelzofens ist etwas abseits und gut – vor allem gegen Hitze – abgeschirmt.
Zur Zeit ist sie komplett ausgeschaltet.
Um den Ofen und den daneben stehenden Kran herum ist ein Gerüst aus Metallgittern herum gebaut, so dass
jeder Teil von außen erreichbar ist.
Die untersten drei Meter des Ofens bestehen im Grunde aus einer hohlen Form, in die der geschmolzene Stahl
fließen soll. Dieser quadratische Teil hat eine Seitenlänge von etwa 10 m. Darüber ragt die gewaltige
Schmelzröhre mit einem Durchmesser von etwa 5 m auf, an deren unterem Ende bereits die vorbereitete
Schlacke für den ersten Schmelzdurchgang ist. Normalerweise kann die Schlacke durch separate Zugänge
zugeführt und entnommen werden. Allerdings sind die Zugänge zu diesem Teil des Ofens ausschließlich
mechanisch über die Steuerung zu bedienen, so dass die Runner vor der Alternative stehen, entweder die
komplette Anlage in Betrieb zu nehmen (was unweigerlich Aufmerksamkeit auf sich zieht und vor allem von
dem Computer der Steuerungsanlage aufgezeichnet wird...) oder sich von oben in die Schmelzröhre
hinunterzulassen und das Pulver in die Schlacke zu mischen. Falls die Runner das Pulver einfach nur von oben in
die Schmelzröhre schütten, bleiben Spuren des Sprengstoffes an der Röhre haften (und können bei späteren
Untersuchungen gefunden werden...)
Die zu schließenden Ventile befinden sich in Höhe der Schlackeschicht (also 3 – 5 m über dem Boden), sind
aber über Leitern und Stege gut zu erreichen. Die Manipulationen werden mittels einer erfolgreichen Probe auf
Elektronik-BR (4) mit zwei Erfolgen erledigt.

Neben dem Ofen befinden sich in der Halle noch die verschiedensten Großgeräte zur weiteren mechanischen Be-
und Verarbeitung des gereinigten Stahls, also so etwas wie ein Walzwerk, eine Drahtziehmaschine, diverse
Pressen, gewaltige Deckenkräne (zum Transport der Werkstücke innerhalb der Halle) und vieles mehr; diese
Stücke sind aber erheblich älter als der Ofen.

Daumenschrauben
Wie gesagt, der Run ist als einfacher Run für einfache Runner konzipiert. Wenn Sie schon erfahrenere Spieler
haben, denen das nur ein Gähnen entlockt, gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, die Szene noch
aufzupeppen:
- Sie können natürlich die Sicherheit des Stahlwerkes nahezu beliebig erhöhen. Hierfür sei Ihnen
insbesondere die Datei SOTA 2063 und dort die Seiten 77 – 108 ans Herz gelegt. Dabei sollten Sie
allerdings beachten, dass der USG nicht gerade viele Euro zur Verfügung stehen und dass die Sicherheit die
normalen Arbeitsabläufe nur wenig beeinträchtigen sollte (wer hat schon was gegen ein Stahlwerk...).
Aber vielleicht reicht es ja schon aus, die Wachleute durch einen externen Wachdienst zu ersetzen. Oder es
herrscht erhöhte Alarmbereitschaft, weil Ökoterroristen eine Bombendrohung ausgesprochen haben...
- In den anderen Hallen auf dem Gelände könnte eine normale Nachtschicht gefahren werden, was den
Zugang zu dem Zielobjekt deutlich erschweren kann.
- Und wenn Ihnen das noch nicht reicht, könnte es durchaus sein, dass der Ofen bereits in Betrieb genommen
wurde und auf dem Gelände gerade eine normale Schicht gefahren wird: Mit jeder Menge Arbeitern,
Vorarbeitern, und anderen Leuten, die sich untereinander recht gut kennen und den Slang der Gegend
sprechen. In diesem Fall sollten die Runner zusehen, dass sie nach der Plazierung des Sprengstoffes schnell
das Gelände verlassen... (Dann sollten Sie allerdings auch die Beauftragung entsprechend ändern...)
- Vielleicht sind die letzten Kontrollen an dem Ofen doch noch nicht abgeschlossen, dann befinden sich
natürlich noch Arbeiter und Ingenieure vor Ort und der Ofen ist vielleicht noch im Testbetrieb.

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- Oder aber der geschäftsführende Direktor der USG ist selbst auf die Idee gekommen, dass mit einem Ausfall
der neuen Anlage viel schneller Geld zu verdienen ist. In diesem Fall können Sie entweder ihn und einige
Arbeiter oder sogar eine andere Runnergruppe auftauchen lassen.

Keine Panik
Auch hierbei kann eigentlich wenig schiefgehen, solange die Runner unbemerkt bleiben. Ihnen sollte klar sein,
dass insbesondere ein Feuergefecht ihre Mission (und den Bonus) gefährden kann. Aber es bleibt dann immer
noch die Flucht... Sollten nur die Kanister plaziert werden, besteht selbst bei unmanipulierten Ventilen eine gute
Chance, dass es zu einer Explosion kommt. Aber ein Verdacht besteht dann trotzdem, so dass die Ermittlungen
sich irgendwann auf die Runner konzentrieren, was Stoff für einige eigene Abenteuer sein kann...
Sollten die Runner es schaffen, sich mit der Polizei anzulegen: Die zuerst erscheinende Streife wird noch nicht
stark bewaffnet sein, so dass eine Flucht noch möglich ist (es sei denn, einer der Wachmänner wurde verletzt).
Sollten die Runner es dann immer noch ausschießen wollen, dürfen sie sich nach kurzer Zeit mit einem
Sondereinsatzkommando anlegen. Und das bedeutet schwere Waffen, schwere Rüstungen und magische
Unterstützung.

Nach dem Shadowrun

Wie geht es weiter


Am nächsten Morgen berichten sämtliche lokalen Medien von dem tragischen Unglück im Stahlwerk, bei dem
der neue Ofen zerstört und die entsprechende Halle schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde. Natürlich hat es
etliche Tote und Schwerverletzte gegeben. Falls die Runner es nicht verbockt haben, wird man dabei einhellig
von einem Unfall ausgehen, aber natürlich noch das Ergebnis der Untersuchungen abwarten, diese werden von
der Polizei und den sonstigen Behörden parallel auch durch die Vereinte Versicherungsschaden Management
AG (siehe Schockwellen Ein Sturm zieht auf) des FBV geführt (was sich bei der Fortführung der Kampagne
natürlich zu einem eigenen Thema auswachsen kann...). Zwischendurch wird auch der geschäftsführende
Direktor interviewt, der die Sache aber relativ gelassen sieht. Er ist zuversichtlich, dass das Werk bald wieder
laufen wird, immerhin sei man ja gut versichert.
Bei dem Anruf bei Herrn Schmidt nennt dieser eine Kombination des Schließfaches 478 im Bahnhof von
Krefeld. Dort finden die Runner die vereinbarte Restsumme. Setzen Sie den Schmidt ruhig auch bei weiteren
Runs gegen den FBV ein, es schadet gar nichts, wenn die Runner ein gewisses Vertrauen zu ihm bekommen.

Vergabe von Karma


Vergeben Sie Karma entsprechend den Regeln auf S. 244 des Grundregelwerkes. Geben Sie jedem Charakter
Karma nach folgenden Kriterien:
Überleben 1
Gefahrenstufe 1
Niemand hat etwas bemerkt 1

Wenn Sie den Run verschärft haben, sollten Sie die Anzahl der Karmapunkte entsprechend anpassen.

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Beinarbeit

Unabhängige Stahlerzeugungs-Genossenschaft (USG)


Angemessene Connections: örtliche Straßen- oder Konzernconnection (Mindestwurf 4)

Erfolge Informationen
0 Hmm? Nee, keinen blassen Schimmer, was das sein soll.
1 Das ist doch so ein Arbeitslosenprojekt in Duisburg. So was mit Leuten, die sich selbst verwalten.
2 Die produzieren Stahl und so ein Zeugs. Sind echt günstig, weil die Geld vom Regierungspräsidenten
bekommen.
3 Was willst du denn in der Dreckschleuder? OK, die Leute, die da arbeiten sind echt froh, weil sie ein
bißchen was zu tun haben. Aber die Arbeitsbedingungen sind da wirklich schlecht. Von Umweltschutz
oder Arbeitssicherheit haben die echt noch nicht gehört. Kein Wunder, dass die so billig sind.
4 Die beliefern die ganzen größeren Kons mit speziellen Stahlsorten und so was. Und weil sie alle
beliefern, gehören sie keinem. Die Kommunalregierung hält die Hand drüber, weil es ja ein riesiger
Erfolg ist, dass die ganzen Arbeitslosen von der Straße sind. Da habe ich letzte Woche einen Bericht
gesehen, die haben sich gerade einen ihrer Schmelzöfen erneuern lassen und können demnächst noch
schneller und günstiger produzieren.
5+ Dieser neue Ofen muss richtig was Tolles sein und hat wohl auch entsprechend viel Geld gekostet.
Soweit ich weiß, haben die ihre Bank lange überreden müssen und das Geld auch nur bekommen, weil
sie alle möglichen Versicherungen abgeschlossen haben.

Der Host der USG


Der Host der USG hätte eine gute Chance, einen Archäologen glücklich zu machen und ist ein veraltetes System
(siehe Matrix Seite 51), auf dem die modernen Utilities eines modernen Deckers nur eingeschränkt funktionieren
(+ 4 Modifikator auf alle Computerproben in dem System). Auch die Sicherheitsmethoden des Systems zur
Verfolgung von Usern sind vorsintflutlich (ebenfalls + 4 auf Aufspürproben für Fährtenutilities und Aufspür-
ICs). Und auch die Verarbeitungskapazität des Systems und seine Geschwindigkeit sind antiquiert (die maximale
I/O-Geschwindigkeit eines Users beläuft sich 100 und das System hat eine Basisbandbreite von 5).
In dem System kann ein Decker unter anderem folgende Daten finden:
- Personaldaten: Informationen über die Arbeiter und Angestellten der USG, einschließlich ihrer
Heimadressen und Lohndaten. Die einfachen Arbeiter verdienen wenig, lediglich die Geschäftsführung ist
ganz gut dabei. Dies kann nützlich sein, um vielleicht einen Schlüssel für die Anlage zu bekommen. Hier
können die Runner auch entdecken, dass zur Zeit keine Nachtschicht gefahren wird und das Werk ab ca.
22:30 Uhr einigermaßen verlassen ist. Es hat in der Vergangenheit bereits etliche Arbeitsunfälle und
Verstöße gegen Umweltbestimmungen gegeben, die allerdings immer wieder unter den Tisch gekehrt
wurden.
- Auftragsdaten: Für die nächsten Monate hat die USG recht volle Auftragsbücher, die allerdings
voraussetzen, dass der zu sabotierende Schmelzofen reibungslos funktioniert.
- Finanzdaten: Die USG wirtschaftet so gut oder schlecht, dass sie am Ende eines Geschäftsjahres
normalerweise keinen Verlust ausweisen muss. Bei einer gelungenen Probe auf Wirtschaft (Mindestwurf 6)
kommen die Runner allerdings dahinter, dass dies nur möglich ist, weil der USG von Seiten der Politik
verdeckte Subventionen zugeleitet werden und etliche Anlagen nicht gerade den normalen (und teuren)
Sicherheitsstandards entsprechen. Der neue Schmelzofen könnte bei reibungslosem Betrieb dafür sorgen,
dass die USG auch ohne Subventionen in die Gewinnzone rutscht. Hier kann man auch die
Versicherungsdaten der USG einsehen und mit einem gelungenen Wurf auf Wirtschaft (Mindestwurf 6)
entdecken, dass die USG und ihre Mitarbeiter überversichert sind (dies resultiert vor allem aus diversen
Altverträgen).
Mit einem gelungenen Wurf auf Wirtschaft (Mindestwurf 12) können die Runner Hinweise darauf erkennen,
dass gut verdeckte Schmiergeldzahlungen an diverse Lokalpolitiker und Behördenmitarbeiter erfolgen, die
anscheinend ihre Hand über die USG halten und so vor staatlichen Überprüfungen weitestgehend bewahren
oder doch zumindest im Vorfeld Warnungen geben.
- Technische Daten: Dies sind vor allem Daten über die Weiterbearbeitung von Stahl und Plaststahl und über
die Eigenschaften der entsprechenden Werkstoffe. Auch hier kann man mit dem entsprechenden
Hintergrundwissen (Mindestwurf 6) entdecken, dass die USG gerne an allen Ecken und Enden spart und
bereits einige "technische Störungen" unter den Teppich kehren musste (und sich hierbei auf die kräftige
Unterstützung der lokalen Behörden verlassen konnte).

SHADOWRUN ist ein eingetragenes Warenzeichen von Wizkids LLC. Copyright ©2003 by Fantasy Productions. Seite darf für persönlichen Gebrauch kopiert werden.
Bauer C2 - C4 9

- Geschäftsführungskorrespondenz und ähnliches: Mit einem gelungenen Wurf auf Konzerne (Mindestwurf 6)
können die Runner entdecken, dass die Geschäftsführung anscheinend beabsichtigt, sich von den
Zuwendungen der öffentlichen Hand unabhängiger zu machen (und auch, um die Schmiergeldzahlungen an
die diversen „öffentlichen“ Hände einschränken zu können...).

Sicherheitstafel des Hosts der USG


Grün-5/6/7/6/7/9 (aber denken Sie daran, dass das System veraltet ist)
Aktivierungsschwelle Ereignis
4 Teerbaby-IC 4
10 Aufspür IC-3
15 Sonde-IC-4/passiver Alarm
21 Sonde-IC 6
27 Störer-Krüppler-IC 6/aktiver Alarm
33 Shutdown

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