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Marieluise Fleißer

Marieluise Fleißer

die Aussage zu, soHerta Müller in ihrem Beitrag zum 20. Todestag Fleißers. [2]

Marieluise Fleißer, Statue von Elisabeth Wagner
Marieluise Fleißer, Statue von
Elisabeth Wagner

Inhaltsverzeichnis

Leben

Schaffen

Werke

Literaturpreise und Ehrungen

Literatur

Film

Weblinks

Einzelnachweise

Leben

Geboren 1901 in Ingolstadt als Tochter eines Schmieds, Werkzeugmachers und

Eisenhändlers studierte Marieluise Fleißer ab 1920 in München Theaterwissenschaft bei

Arthur Kutscher und Germanistik. Sie lernte in dieser Zeit Lion Feuchtwanger und über

ihn Bertolt Brecht kennen. Schon als junge Studentin schrieb sie ihr erstes Drama Die Fußwaschung (späterer Titel Fegefeuer in

Ingolstadt). Ab 1925 lebte sie wieder in Ingolstadt.

Fegefeuer in Ingolstadt wurde 1926 in Berlin uraufgeführt. Im Sommer des gleichen Jahres besuchte Fleißer wiederholt Brecht in

Augsburg, der bei dieser Gelegenheit anregte, das Stück Pioniere in Ingolstadt zu schreiben. Fleißer hatte ihm von der Invasion der

Soldaten in der Stadt erzählt, die zu Übungszwecken an die Donau gekommen waren. Im Jahr 1928 verlobte sie sich mit dem

Sportschwimmer Josef Haindl.

Dienstmädchens in einem rhythmisch wackelnden Pulverhäuschen auf offener Bühne statt. Marieluise Fleißer wurde im heimatlichen

Ingolstadt zur unerwünschten Person. Es kam zudem zum Bruch mit Brecht.

Fleißer lebte nun als freie Schriftstellerin in Berlin. Sie löste die Verlobung mit Josef Haindl und ging eine Bindung mit dem Journalisten

Hellmut Draws-Tychsen ein, die sich als äußerst aufreibende Beziehung erweisen sollte. Mit ihm reiste sie nach Schweden (1929) und

nach Andorra (1930).

Nachdem ein auf ein Jahr befristeter Rentenvertrag mit dem Verlag Kiepenheuer abgelaufen war, hatte Marieluise Fleißer 1932 große

finanzielle Probleme. Sie kehrte von Berlin nach Ingolstadt zurück, wo sie drei Jahre später Josef Haindl heiratete. Sie musste in seinem

Tabakwarenladen mitarbeiten. 1935 erhielt sie ein partielles Schreibverbot durch die Nationalsozialisten, die ihr Stück Pioniere in

Ingolstadt und ihren Roman Mehlreisende Frieda Geier auf die „Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums“ setzten. Infolge

der ins Stocken geratenen literarischen Tätigkeit, der Repressalien durch die Nazis und der beengenden Ehe mit Josef Haindl erlitt Fleißer

1938 einen Nervenzusammenbruch.

Während der Kriegsjahre arbeitete sie an dem Drama Karl Stuart. In den letzten Kriegsjahren entstand Der starke Stamm, ein Volksstück,

Fleißer aus Ingolstadt, in dem Fleißer Auskunft über ihr Leben gibt. Im Jahr 1972 erlebte sie die Herausgabe ihrerGesammelten Werke im

Fleißer starb am 2. Februar 1974 in Ingolstadt und wurde auf dem dortigen Westfriedhof beigesetzt. Ihr literarischer Nachlass befindet

sich seit 1978 im Stadtarchiv Ingolstadt. [3]

Schaffen

Ihre Heimatstadt spielt im Werk Fleißers eine zentrale Rolle. In Ingolstadt verbrachte Marieluise Fleißer fast 60 ihrer 72 Lebensjahre, hier

spielen ihre bekanntesten Stücke, ihr Roman und mehrere Erzählungen. Die Provinz mit ihren Menschen, die kleinbürgerliche Welt der

Handwerker, Soldaten, Schüler und Dienstmädchen ist Thema und Nährboden für viele ihrer Stücke.

Werke

Meine Zwillingsschwester(1923) (später unter dem Titel Die Dreizehnjährigen , ihr erster erhaltener und ihr erster veröffentlichter (1923) (später unter dem Titel Die Dreizehnjährigen, ihr erster erhaltener und ihr erster veröffentlichter Text [2] )

Die Stunde der Magd(1925) (1925)

Der Apfel (1925) (1925)

Ein Pfund Orangen(1926) (1926)

Fegefeuer in Ingolstadt (1926), ursprünglich „Die Fußwaschung“ Fegefeuer in Ingolstadt(1926), ursprünglich „Die Fußwaschung“

Die Nachgiebige(1927) (1927)

Das enttäuschte Mädchen(1927) (1927)

Die arme Lovise (1928) (1928)

Pioniere in Ingolstadt Schauspiel. Arcadia-Verlag, Berlin 1929. 39S. (drei Fassungen: 1928 [ungedruckt], 1929 und Pioniere in IngolstadtSchauspiel. Arcadia-Verlag, Berlin 1929. 39S. (drei Fassungen: 1928 [ungedruckt], 1929 und

1968)

Ein Pfund Orangen und neun andere Geschichten. Gustav Kiepenheuer, Berlin 1929. 207 S. (Inhalt u. a.: Die Ziege , Das Märchen . Gustav Kiepenheuer, Berlin 1929. 207 S. (Inhalt u. a.: Die Ziege, Das Märchen vom Asphalt, Abenteuer aus dem Englischen Garten, Das kleine Leben, Des Staates gute Bürgerin, Die Wittfrau)

Die möblierte Dame mit dem mitleidigen Herzen(1929) (1929)

Sportgeist und Zeitkunst. Essays über den modernen Menschentyp. (1929) . Essays über den modernen Menschentyp. (1929)

Der Tiefseefisch (1930, Uraufführung 1980), Schauspiel in vier Akten, Fragment (1930, Uraufführung 1980), Schauspiel in vier Akten, Fragment

Andorranische Abenteuer(1930) (1930)

Ein Porträt Buster Keatons (1930) Buster Keatons (1930)

Mehlreisende Frieda Geier. Roman vom Rauchen, Sporteln, Lieben und Verkaufen. Kiepenheuer, Berlin 1931, 342 S. (Überarbeitung unter . Roman vom Rauchen, Sporteln, Lieben und Verkaufen. Kiepenheuer, Berlin 1931, 342 S. (Überarbeitung unter dem Titel Eine Zierde für den Verein, 1972)

Andorranische Abenteuer. Kiepenheuer, Berlin 1932. 189 S. (Sammlung) . Kiepenheuer, Berlin 1932. 189 S. (Sammlung)

Die Frau mit der Lampe. Eine Legende (1933) . Eine Legende (1933)

Die Schwedische Aura(1933) (1933)

Im Wirtshaus ist heut Maskenballder Lampe . Eine Legende (1933) Die Schwedische Aura (1933) Karl Stuart , Trauerspiel (1946, Uraufführung

Karl Stuart, Trauerspiel (1946, Uraufführung 2009, Schauspielhaus Dortmund, Regi e: Philipp Preuss) , Trauerspiel (1946, Uraufführung 2009, Schauspielhaus Dortmund, Regie:Philipp Preuss)

Das Pferd und die Jungfer(1952) (In: Neue literarische Welt 3,11) (1952) (In: Neue literarische Welt 3,11)

Avantgarde. Erzählungen. Hanser, München 1963. 156 S. (Inhalt u. a.: Er hätte besser alles verschlafen . Erzählungen. Hanser, München 1963. 156 S. (Inhalt u. a.: Er hätte besser alles verschlafen, Avantgarde)

Eine ganz gewöhnliche Vorhölle (1963/72) (1963/72)

Die im Dunkeln (1965) (1965)

Der Venusberg (1966) (1966)

Frühe Begegnung. Erinnerungen an Brecht. (1966) . Erinnerungen an Brecht. (1966)

Abenteuer aus dem Englischen Garten. Geschichten. 1. bis 5. Tsd. Suhrkamp, Frankfurt a. M. 1969. 159 S. (Bibliothek Suhrkamp, . Geschichten. 1. bis 5. Tsd. Suhrkamp, Frankfurt a. M. 1969. 159 S. (Bibliothek Suhrkamp, Bd. 223)

Findelkind und Rebell. Über Jean Genet . (1971) . Über Jean Genet. (1971)

Der starke Stamm(Erste Fassung 1950) In: Gesammelte Werke, 1. Band (1972) (Erste Fassung 1950) In: Gesammelte Werke, 1. Band (1972)

Ich ahnte den Sprengstoff nicht(1973) (1973)

Nimbus

Wädenswil 1942,ISBN 978-3-03850-004-9.

als Hörbuch

Eine Zierde für den Verein. Roman vom Rauchen, Sporteln, Lieben und Verkaufen. Gelesen von Eva Sixt. Musik: . Gelesen von Eva Sixt. Musik:

Norbert Vollath. LOhrBär Verlag, Regensburg 2011,ISBN 978-3-939529-10-1, 2 CDs.

Literaturpreise und Ehrungen

Ab Anfang der 50er Jahre erhielt Fleißer zahlreicheLiteraturpreise und Ehrungen:

1951: Preis des Kuratoriums der Stiftung zur Förderung des SchrifttumsFleißer zahlreich e Literaturpreise und Ehrungen: 1952: Erster Preis im Erzählwettbewerb des Süddeutschen

1952: Erster Preis im Erzählwettbewerb des Süddeutschen Rundfunks fürDas Pferd und die Jungfer Das Pferd und die Jungfer

1956: Ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen KünsteLiteraturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste 1961: Erste Verleihung des neu eingerichteten

1961: Erste Verleihung des neu eingerichteten Kunstförderpreises der Stadt Ingolstadt an Marieluise FleißerMitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste 1965: Förderungspreis des Kulturkreises im Bundesverband

1965: Förderungspreis des Kulturkreises im Bundesverband der deutschen Industrieder Stadt Ingolstadt an Marieluise Fleißer 1967: Bayerischer Poetentale r 1973: Ordentliches Mitglied

1973: Ordentliches Mitglied der Akademie der Künste in Berlin rAkademie der Künste in Berlin

Seit 1981 wird derMarieluise-Fleißer-Preis durch die Stadt Ingolstadt vergeben.

Im Jahre 1982 inszenierteMargit Saad die Erzählung Abenteuer aus dem Englischen Gartenals Fernsehfilm.

Die Marieluise-Fleißer-Gesellschaft e.V. wurde am 23. November 1996 in Ingolstadt gegründet. Ihre Ziele sind unter anderem Pflege,

Erschließung, Dokumentation und Förderung der Rezeption des Lebenswerkes, ferner Ausstellungen, Vorträge, Öffentlichkeitsarbeit und

Anregung zu Theateraufführungen und Einrichtung einer Gedenkstätte in Ingolstadt. Die Dokumentationsstätte Marieluise Fleißer soll

Ende 2018 wieder eröffnet werden. [4]

Seit 2005 heißt die Staatliche Realschule München III nun Marieluise-Fleißer-Realschule. Im Münchner Ortsteil Neuperlach gibt es einen

Marieluise-Fleißer-Bogen. Auch in Haar (bei München), in Osnabrück, Kösching und Ingolstadt sind Straßen nach ihr benannt. Ihre

Heimatstadt Ingolstadt benannte nach Marieluise Fleisser die dortige Stadtbibliothek. Im Jahr 2001 wurde sie in die Dauermarkenserie

Frauen der deutschen Geschichteaufgenommen. Der ICE 683 fährt unter ihren Namen.

Literatur

Günther Rühle (Hrsg.): Materialien zum Leben und Schreiben der Marieluise Fleißer . Suhrkamp, Frankfurt am Günther Rühle (Hrsg.): Materialien zum Leben und Schreiben der Marieluise Fleißer. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1973, ISBN 3-518-00594-4.

Sissi Tax : marieluise fleißer – schreiben, überleben – ein biographischer versuch. Verlag Stroemfeld/Roter Stern, Sissi Tax: marieluise fleißer– schreiben, überleben – ein biographischer versuch. Verlag Stroemfeld/Roter Stern, Basel, Frankfurt a. M., 1984,ISBN 978-3-87877-206-4, 333 S.

Moray McGowan:Marieluise Fleisser . Beck, München 1987, ISBN 3-406-30780-9 . Marieluise Fleisser. Beck, München 1987,ISBN 3-406-30780-9.

Jung-Jun Lee: Tradition und Konfrontation. Die Zusammenarbeit von Marieluise Fleißer und Bertolt Brecht , Lang, Frankfurt a.M. Tradition und Konfrontation. Die Zusammenarbeit von Marieluise Fleißer und Bertolt Brecht, Lang, Frankfurt a.M. 1992,ISBN 3-631-44739-6.

Hans Maier : Ein Zug aus dem Englischen Garten: Marieluise Fleißer (1997) . In: Ders.: Hans Maier: Ein Zug aus dem Englischen Garten: Marieluise Fleißer (1997). In: Ders.: Kultur und politische Welt. Gesammelte Schriften Band III, Beck, München 2008,ISBN 978-3-406-57156-5, S. 271–274

Ulrike Prokop : Wie viele Geschichten in einer? Zu der Erzählung „Stunde der Magd“ von Ulrike Prokop: Wie viele Geschichten in einer? Zu der Erzählung „Stunde der Magd“ von Marieluise Fleißer. In:

Freiburger literaturpsychologische Gespräche.Band 17. Königshausen & Neumann, Würzburg 1998.

Gérard Thiériot: Marieluise Fleisser (1901–1974) et le théâtre populaire critique en Allemagne . Editions Peter Lang, Collection Marieluise Fleisser (1901–1974) et le théâtre populaire critique en Allemagne. Editions Peter Lang, Collection Contacts, Theatrica 19, Berne u. a. 1999,ISBN 3-906762-02-5.

Carl-Ludwig Reichert : Marieluise Fleißer . Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 2001, ISBN 3-423-31054-5 . Carl-Ludwig Reichert: Marieluise Fleißer. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 2001,ISBN 3-423-31054-5.

Hiltrud Häntzsche l : Marieluise Fleißer: Eine Biographie . Insel Verlag, Frankfurt am Main 2007, Hiltrud Häntzschel: Marieluise Fleißer: Eine Biographie. Insel Verlag, Frankfurt am Main 2007,ISBN 978-3-458-17324-3.

Christiane Solte-Gresser:Liebesdiskurse der Sprachlosigkeit. Zur Poetik der Dienstmädchenliebe . In: Cahiers d'études germaniques. 55 (2008), Liebesdiskurse der Sprachlosigkeit. Zur Poetik der Dienstmädchenliebe. In: Cahiers d'études germaniques. 55 (2008), S. 49–61.

Klaus Gültig: Irrtümer und eine ehrenrührige Unterstellung – Korrekturen zu Hiltrud Häntzschels Publikationen über Marieluise Irrtümer und eine ehrenrührige Unterstellung – Korrekturen zu Hiltrud Häntzschels Publikationen über Marieluise Fleißer. In: Schriftenreihe der Marieluise-Fleißer-Gesellschaft. Heft 7. Ingolstadt 2009.

Christiane Solte-Gresser:Alltag als Grenzerfahrung: Das Alltägliche zwischen Gefängnis und Fluchtraum bei Marieluise Alltag als Grenzerfahrung: Das Alltägliche zwischen Gefängnis und Fluchtraum bei Marieluise

Fleißer. In: Dies.: Spielräume des Alltags. Literarische Gestaltung von Alltäglichkeit in deutscher, französischer und italienischer Erzählprosa (1919–1949).Königshausen&Neumann, Würzburg 2010.ISBN 978-3-8260-4417-5, S. 169–

231.

Lena Panzer-Selz:Marieluise Fleißer in Ingolstadt . Morio-Verlag, Heidelberg 2016, ISBN 978-3-945424-34-6 . Marieluise Fleißer in Ingolstadt. Morio-Verlag, Heidelberg 2016,ISBN 978-3-945424-34-6.

Film

Marieluise Fleißer – Provinz & Provokation.Dokumentarfilm, Deutschland, 2011, 45 Min., Buch und Regie: ilmanT Urbach, Produktion: Bayerisches Fernsehen , Dokumentarfilm, Deutschland, 2011, 45 Min., Buch und Regie: ilmanT Urbach, Produktion:Bayerisches Fernsehen, Erstsendung: 16. Oktober 2011,Inhaltsangabe, Filmausschnitt, 2:12 Min

Weblinks

2011, Inhaltsangabe , Filmausschnitt, 2:12 Min Weblinks Commons: Marieluise Fleißer – Sammlung von Bildern,

Commons: Marieluise Fleißer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Marieluise Fleißer . In: FemBio. Frauen-Biographieforschung (mit Literaturangaben und Zitaten). Marieluise Fleißer. In: FemBio. Frauen-Biographieforschung(mit Literaturangaben und Zitaten).

Datenbank der Bayerischen Landesbibliothek Datenbank der Bayerischen Landesbibliothek

Einzelnachweise

2. Herta Müller, Portrait. Am Ende war es keiner gewesen. Vor zwanzig Jahren starb die Schriftstellerin Marieluise Fleißser, taz, 2. Februar 1994, S. 13

Diese Seite wurde zuletzt am 4. Februar 2018 um 17:35 Uhr bearbeitet.

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