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DIN EN 795:2012-10

Anwendungsbeginn

Anwendungsbeginn dieser Norm ist 2012-10-01.

Nationales Vorwort
Diese Norm enthält sicherheitstechnische Festlegungen.

Dieses Dokument (EN 795:2012) wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 160 „Schutz gegen Absturz
einschließlich Arbeitsgurte“ erarbeitet, dessen Sekretariat vom DIN (Deutschland) gehalten wird.

Das zuständige deutsche Gremium ist der Arbeitsausschuss NA 075-03-01 AA „Persönliche Schutzaus-
rüstung gegen Absturz“ im Normenausschuss Persönliche Schutzausrüstung (NPS) im DIN, Deutsches
Institut für Normung e. V.

Für die in diesem Dokument zitierten Internationalen Normen wird im Folgenden auf die entsprechenden
Deutschen Normen hingewiesen:

ISO 1140 siehe DIN EN ISO 1140


ISO 1141 siehe DIN EN ISO 1141
ISO 9227 siehe DIN EN ISO 9227

Änderungen

Gegenüber DIN EN 795:1996-08 und DIN EN 795/A1:2001-01 wurden folgende Änderungen vorgenommen:

a) Einleitung geändert: Die Norm beruht auf der Philosophie, dass Anschlageinrichtungen so ausgelegt sind,
dass sie der größten dynamischen Kraft standhalten, die bei einem Sturz aus der Höhe durch die Masse
einer Person einschließlich jeglicher getragener Ausrüstung erzeugt wird, und einen Sicherheitsbeiwert
von mindestens 2 einschließen. Zur Berücksichtigung des vorhersehbaren Missbrauchs der Einrichtung
wird gefordert, dass alle Anschlageinrichtungen zu prüfen sind, selbst wenn sie zum Rückhalten
verwendet werden sollen;

b) der Anwendungsbereich ist geändert worden: Diese Europäische Norm legt Anforderungen an die
Leistungsmerkmale und zugehörige Prüfverfahren für Anschlageinrichtungen für Einzel-Benutzer fest, die
von der baulichen Einrichtung abnehmbar sind. Sie gilt nicht für:

 Anschlageinrichtungen, die so ausgelegt sind, dass die gleichzeitige Benutzung durch mehr als eine
Person möglich ist;

 Anschlageinrichtungen, die bei Sport- oder Freizeitaktivitäten verwendet werden;

 Anschlageinrichtungen, die so ausgelegt sind, dass sie EN 516 oder EN 517 entsprechen;

 Einzelteile oder Bestandteile von baulichen Einrichtungen, die für einen anderen Verwendungszweck
außer als Anschlagpunkte oder Anschlageinrichtungen, z. B. als Balken, Träger, montiert wurden;

 baulich verankerte Befestigungsmittel;

c) Begriffe wurden aktualisiert, es werden Beispiele zu Anschlageinrichtungen, die diese Norm umfasst, und
Beispiele zu Verankerungen, die nicht Gegenstand dieser Norm sind, gegeben;

2
DIN EN 795:2012-10

d) Anforderungen: Der Abschnitt wurde neu geschrieben, um Anforderungen für Materialien,


Korrosionsbeständigkeit, Seil / Gurtband, Verbindungselemente und Konstruktion und Ergonomie mit
aufzunehmen. Besondere Anforderungen wurden neu geschrieben;

e) Prüfverfahren:

 Anschlageinrichtungen Typ A, B, C und D werden nun auf Verformung, dynamische Belastbarkeit


und Integrität, statische Belastbarkeit und Beanspruchung nach dem Auffangvorgang geprüft;

 Anschlageinrichtungen Typ E werden nun auf Verformung, dynamische Leistung, Beanspruchung


nach dem Auffangvorgang und statische Belastbarkeit geprüft;

 Dynamische Prüfungen erfordern nun den Einsatz eines Prüfverbindungsmittels, das aus Seil
entsprechend EN 892 hergestellt wird und eingesetzt wird, um mit einer starren Prüfmasse von 100
kg 9 kN am Auffangpunkt zu erzeugen;

 Prüfungen der statischen Belastbarkeit erfordern nun, dass metallische Anschlageinrichtungen einer
Last von 12 kN standhalten oder bei nichtmetallischen Anschlageinrichtungen, für die kein Nachweis
der Alterungsbeständigkeit vorhanden ist, einer Last von 18 kN;

 Alle Prüfverfahren sind neu geschrieben und neu strukturiert.

f) Kennzeichnungen: Alle Anschlageinrichtungen sind für den Einsatz nur einer einzelnen Person zu
kennzeichnen;

g) Informationen, die vom Hersteller zur Verfügung gestellt werden: Der Abschnitt wurde neu geschrieben
und weitere Anforderungen aufgenommen;

h) Anhang zu Montagehinweisen, dazugehörige Unterlagen und regelmäßige Überprüfungen: Im Anhang


wurden folgenden Abschnitte neu aufgenommen:

 A.1 Vom Hersteller zu liefernde Montagehinweise;

 A.2 Angaben zu den Unterlagen, die nach einer Montage vorliegen müssen;

 A.3 Angaben zu regelmäßigen Überprüfungen.

Frühere Ausgaben

DIN EN 795: 1996-08


DIN EN 795/A1: 2001-01

3
DIN EN 795:2012-10

Nationaler Anhang NA
(informativ)

Literaturhinweise

DIN EN ISO 1140, Faserseile — Polyamid — 3-, 4- und 8-litzige Seile

DIN EN ISO 1141, Faserseile — Polyester — 3-, 4- und 8-litzige Seile

DIN EN ISO 9227, Korrosionsprüfungen in künstlichen Atmosphären — Salzsprühnebelprüfungen

4
EUROPÄISCHE NORM EN 795
EUROPEAN STANDARD
NORME EUROPÉENNE Juli 2012

ICS 13.340.60 Ersatz für EN 795:1996

Deutsche Fassung

Persönliche Absturzschutzausrüstung - Anschlageinrichtungen

Personal fall protection equipment - Anchor devices Équipement de protection individuelle contre les chutes -
Dispositifs d'ancrage

Diese Europäische Norm wurde vom CEN am 9. Juni 2012 angenommen.

Die CEN-Mitglieder sind gehalten, die CEN/CENELEC-Geschäftsordnung zu erfüllen, in der die Bedingungen festgelegt sind, unter denen
dieser Europäischen Norm ohne jede Änderung der Status einer nationalen Norm zu geben ist. Auf dem letzten Stand befindliche Listen
dieser nationalen Normen mit ihren bibliographischen Angaben sind beim Management-Zentrum des CEN-CENELEC oder bei jedem CEN-
Mitglied auf Anfrage erhältlich.

Diese Europäische Norm besteht in drei offiziellen Fassungen (Deutsch, Englisch, Französisch). Eine Fassung in einer anderen Sprache,
die von einem CEN-Mitglied in eigener Verantwortung durch Übersetzung in seine Landessprache gemacht und dem Management-
Zentrum mitgeteilt worden ist, hat den gleichen Status wie die offiziellen Fassungen.

CEN-Mitglieder sind die nationalen Normungsinstitute von Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, der ehemaligen jugoslawischen
Republik Mazedonien, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta,
den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, der Schweiz, der Slowakei, Slowenien, Spanien, der
Tschechischen Republik, der Türkei, Ungarn, dem Vereinigten Königreich und Zypern.

EUROPÄISCHES KOMITEE FÜR NORMUNG


EUROPEAN COMMITTEE FOR STANDARDIZATION
COMITÉ EUROPÉEN DE NORMALISATION

Management-Zentrum: Avenue Marnix 17, B-1000 Brüssel

© 2012 CEN Alle Rechte der Verwertung, gleich in welcher Form und in welchem Ref. Nr. EN 795:2012 D
Verfahren, sind weltweit den nationalen Mitgliedern von CEN vorbehalten.
DIN EN 795:2012-10
EN 795:2012 (D)

Inhalt Seite

Vorwort ................................................................................................................................................................5
Einleitung .............................................................................................................................................................6
1 Anwendungsbereich .............................................................................................................................7
2 Normative Verweisungen ......................................................................................................................7
3 Begriffe ...................................................................................................................................................7
4 Anforderungen .....................................................................................................................................13
4.1 Allgemeines ..........................................................................................................................................13
4.2 Materialien ............................................................................................................................................14
4.2.1 Metallteile..............................................................................................................................................14
4.2.2 Seil und Gurtband ................................................................................................................................14
4.2.3 Verbindungselemente .........................................................................................................................14
4.3 Konstruktion und Ergonomie .............................................................................................................14
4.4 Besondere Anforderungen .................................................................................................................15
4.4.1 Anschlageinrichtungen Typ A ............................................................................................................15
4.4.2 Anschlageinrichtungen Typ B ............................................................................................................15
4.4.3 Anschlageinrichtungen Typ C ............................................................................................................15
4.4.4 Anschlageinrichtungen Typ D ............................................................................................................16
4.4.5 Anschlageinrichtungen Typ E ............................................................................................................16
4.5 Kennzeichnung und Information........................................................................................................17
5 Prüfverfahren .......................................................................................................................................17
5.1 Allgemeines ..........................................................................................................................................17
5.2 Prüfanordnung und Prüfeinrichtungen .............................................................................................18
5.2.1 Prüfverbindungsmittel und Bestimmung der Fallhöhe ...................................................................18
5.2.2 Prüfeinrichtungen für die Prüfung der dynamischen Belastbarkeit und Integrität von
Anschlageinrichtungen Typ A, B, C und D .......................................................................................19
5.2.3 Prüfeinrichtungen zur Prüfung der statischen Belastbarkeit .........................................................19
5.2.4 Prüfeinrichtungen zur Prüfung der dynamischen Leistung von Anschlageinrichtungen
Typ E .....................................................................................................................................................20
5.3 Anschlageinrichtungen Typ A ............................................................................................................20
5.3.1 Allgemeines ..........................................................................................................................................20
5.3.2 Verformung...........................................................................................................................................21
5.3.3 Dynamische Belastbarkeit und Integrität ..........................................................................................21
5.3.4 Statische Belastbarkeit .......................................................................................................................21
5.4 Anschlageinrichtungen Typ B ............................................................................................................21
5.4.1 Allgemeines ..........................................................................................................................................21
5.4.2 Verformung...........................................................................................................................................21
5.4.3 Dynamischen Belastbarkeit und Integrität ........................................................................................21
5.4.4 Statische Belastbarkeit .......................................................................................................................24
5.5 Anschlageinrichtungen Typ C ............................................................................................................26
5.5.1 Allgemeines ..........................................................................................................................................26
5.5.2 Verformung...........................................................................................................................................27
5.5.3 Dynamische Belastbarkeit und Integrität ..........................................................................................27
5.5.4 Statische Belastbarkeit .......................................................................................................................30
5.6 Anschlageinrichtungen Typ D ............................................................................................................31
5.6.1 Allgemeines ..........................................................................................................................................31
5.6.2 Verformung...........................................................................................................................................31
5.6.3 Dynamische Belastbarkeit und Integrität ..........................................................................................31
5.6.4 Statische Belastbarkeit .......................................................................................................................33
5.7 Anschlageinrichtungen Typ E ............................................................................................................33

2
DIN EN 795:2012-10
EN 795:2012 (D)

5.7.1 Verformung .......................................................................................................................................... 33


5.7.2 Dynamische Leistung ......................................................................................................................... 33
5.7.3 Hängeprüfung nach dem Auffangen der Prüfmasse ....................................................................... 34
5.7.4 Statische Belastbarkeit ....................................................................................................................... 34
5.8 Korrosionsbeständigkeit .................................................................................................................... 35
6 Kennzeichnung .................................................................................................................................... 35
7 Informationen, die vom Hersteller zur Verfügung gestellt werden ................................................ 35
Anhang A (informativ) Unterlagen zu Montagehinweisen und regelmäßige Überprüfung ....................... 37
A.1 Vom Hersteller zu liefernde Montagehinweise ................................................................................. 37
A.2 Hinweise zu Unterlagen, die nach einer Montage vorliegen müssen ............................................ 37
A.3 Hinweise zum Verfahren bei regelmäßigen Überprüfungen ........................................................... 40
Anhang B (informativ) Wesentliche technische Änderungen zwischen dieser Europäischen Norm
und der vorherigen Version EN 795:1996 und EN 795:1996/A1:2001 ............................................ 41
Anhang ZA (informativ) Zusammenhang zwischen dieser Europäischen Norm und den
grundlegenden Anforderungen der EU-Richtlinie 89/686/EWG...................................................... 43
Literaturhinweise .............................................................................................................................................. 44

Bilder
Bild 1 — Beispiele für Anschlagsysteme, die eine Anschlageinrichtung beinhalten ................................. 8
Bild 2 — Beispiele für Anschlagsysteme, die nicht Gegenstand dieser Europäischen Norm sind .......... 9
Bild 3 — Beispiel für eine Anschlageinrichtung Typ A mit einem baulich verankerten
Befestigungsmittel .............................................................................................................................. 11
Bild 4 — Beispiel für eine Anschlageinrichtung Typ A mit einem Befestigungselement ......................... 11
Bild 5 — Beispiele für Anschlageinrichtungen Typ B .................................................................................. 12
Bild 6 — Beispiel für eine Anschlageinrichtung Typ C ................................................................................ 12
Bild 7 — Beispiel für eine Anschlageinrichtung Typ D ................................................................................ 13
Bild 8 — Beispiel für eine Anschlageinrichtung Typ E ................................................................................ 13
Bild 9 — Bulinknoten ....................................................................................................................................... 18
Bild 10 — Prüfverbindungsmittel für Prüfungen der dynamischen Belastbarkeit und Integrität und
der dynamischen Leistung ................................................................................................................. 19
Bild 11 — Beispiel einer Prüfeinrichtung zur Prüfung der dynamischen Leistung von
Anschlageinrichtungen Typ E ............................................................................................................ 20
Bild 12 — Dynamische Prüfung für Anschlageinrichtungen Typ B mit Standfüßen (z. B. ein
Dreibein) und Anschlagpunkt/Anschlagpunkten, der/die sich nicht an einem Standfuß
befindet/befinden................................................................................................................................. 23
Bild 13 — Dynamische Prüfung für Anschlageinrichtungen Typ B mit Standfüßen (z. B. einem
Dreibein) und einem Anschlagpunkt an einem Standfuß ............................................................... 24
Bild 14 — Prüfung der statischen Belastbarkeit für Anschlageinrichtungen Typ B mit Standfüßen
(z. B. einem Dreibein) und einem zentralen Anschlagpunkt ........................................................... 25
Bild 15 — Prüfung der statischen Belastbarkeit für Anschlageinrichtungen Typ B mit Standfüßen
(z. B. ein Dreibein) und einem Anschlagpunkt an einem Standfuß ............................................... 26
Bild 16 — Beispiel einer Prüfanordnung einer Anschlageinrichtung Typ C mit einem einzelnen
Feld ....................................................................................................................................................... 28
Bild 17 — Beispiel einer Prüfanordnung einer Anschlageinrichtung Typ C mit mehreren Feldern
und ohne Ecke ..................................................................................................................................... 30

3
DIN EN 795:2012-10
EN 795:2012 (D)

Bild 18 — Beispiel einer Prüfanordnung einer Anschlageinrichtung Typ C mit mehreren Feldern
und einer Ecke .................................................................................................................................... 30
Bild 19 — Beispiel einer Prüfanordnung einer Anschlageinrichtung Typ D mit einem Ausleger ........... 32
Bild 20 — Beispiel einer Prüfanordnung einer Anschlageinrichtung Typ D einschließlich eines
Führungsstücks oder eines Verbindungsstück der festen Führung und einer
Eckverankerung .................................................................................................................................. 33
Bild A.1 — Beispiel eines Montageplans....................................................................................................... 39
Bild A.2 — Beispiel zum Verfahren bei regelmäßigen Überprüfungen ...................................................... 40

Tabellen

Tabelle B.1 — Wesentliche technische Änderungen ................................................................................... 41

Tabelle ZA.1 — Zusammenhang zwischen dieser Europäischen Norm und der Richtlinie
89/686/EWG ......................................................................................................................................... 43

4
DIN EN 795:2012-10
EN 795:2012 (D)

Vorwort
Dieses Dokument (EN 795:2012) wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 160 „Schutz gegen Absturz
einschließlich Arbeitsgurte“ erarbeitet, dessen Sekretariat vom DIN gehalten wird.

Diese Europäische Norm muss den Status einer nationalen Norm erhalten, entweder durch Veröffentlichung
eines identischen Textes oder durch Anerkennung bis Januar 2013, und etwaige entgegenstehende nationale
Normen müssen bis Januar 2013 zurückgezogen werden.

Es wird auf die Möglichkeit hingewiesen, dass einige Texte dieses Dokuments Patentrechte berühren können.
CEN [und/oder CENELEC] sind nicht dafür verantwortlich, einige oder alle diesbezüglichen Patentrechte zu
identifizieren.

Dieses Dokument ersetzt EN 795:1996.

Dieses Dokument wurde unter einem Mandat erarbeitet, das die Europäische Kommission und die
Europäische Freihandelszone dem CEN erteilt haben, und unterstützt grundlegende Anforderungen der EU-
Richtlinie 89/686/EWG.

Zum Zusammenhang mit der EU-Richtlinie 89/686/EWG siehe informativen Anhang ZA, der Bestandteil
dieses Dokuments ist.

Für Details in Bezug auf wesentliche Änderungen seit EN 795:1996 wird auf Anhang B verwiesen.

Entsprechend der CEN/CENELEC-Geschäftsordnung sind die nationalen Normungsinstitute der folgenden


Länder gehalten, diese Europäische Norm zu übernehmen: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland,
Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg,
Malta, die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen,
Portugal, Rumänien, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Türkei,
Ungarn, Vereinigtes Königreich und Zypern.

5
DIN EN 795:2012-10
EN 795:2012 (D)

Einleitung
Eine zuverlässige Anschlageinrichtung ist ein wesentlicher Bestandteil jedes persönlichen Absturz-
schutzsystems.

Diese Europäische Norm soll als ergänzende Norm zu vorhandenen Europäischen Normen, die weitere in
persönlichen Absturzschutzsystemen verwendete Bestandteile behandeln, dienen.

Der Anwendungsbereich und die Anforderungen wurden auf der Grundlage der Philosophie erarbeitet, dass
Anschlageinrichtungen so ausgelegt sind, dass sie der größten dynamischen Kraft standhalten, die bei einem
Sturz aus der Höhe durch die Masse einer Person einschließlich jeglicher getragener Ausrüstung erzeugt wird.
Die Prüfungen der statischen Belastbarkeit basieren auf einem Sicherheitsbeiwert von mindestens zwei. Zur
Berücksichtigung des vorhersehbaren Missbrauchs der Einrichtung legt diese Norm Anforderungen und
Prüfverfahren für Anschlageinrichtungen zur Verwendung in persönlichen Absturzschutzsystemen nach
EN 363 fest, selbst wenn sie zum Rückhalten verwendet werden sollen.

Anforderungen und Prüfverfahren für Anschlageinrichtungen für mehrere Benutzer, d. h. Anschlag-


einrichtungen, die so ausgelegt sind, dass sie gleichzeitig durch mehrere Personen verwendet werden können,
werden in dieser Europäischen Norm nicht angesprochen, es werden jedoch hierzu Hinweise in einer
separaten Technischen Spezifikation des CEN gegeben.

Diese Europäische Norm ist für die Baumusterprüfung von neuen Produkten vor deren Inverkehrbringen auf
dem Markt vorgesehen und legt nur Mindestanforderungen an die Leistungsmerkmale fest. Es ist wesentlich,
dass Anschlageinrichtungen so konstruiert und hergestellt werden, dass unter den vorhersehbaren
Gebrauchsbedingungen, für die sie bestimmt sind, der Benutzer die Tätigkeit im Gefahrenbereich vornehmen
kann, während er auf angemessene Weise auf dem höchstmöglichen Niveau geschützt ist. Bei der
Festlegung der tatsächlichen Leistungsmerkmale ihrer Produkte sollten Hersteller diese Gesichtspunkte
berücksichtigen.

6
DIN EN 795:2012-10
EN 795:2012 (D)

1 Anwendungsbereich
Diese Europäische Norm legt Anforderungen an die Leistungsmerkmale und zugehörige Prüfverfahren für
Anschlageinrichtungen zur Verwendung durch eine einzelne Person fest, die dafür vorgesehen sind, von der
baulichen Einrichtung abnehmbar zu sein. Diese Anschlageinrichtungen umfassen ortsfeste oder bewegliche
Anschlagpunkte, die zur Befestigung von Bestandteilen eines persönlichen Absturzschutzsystems nach
EN 363 konstruiert sind.

Diese Europäische Norm legt außerdem Anforderungen an die Kennzeichnung und Gebrauchsanleitung fest
und gibt Hinweise zur Montage.

Diese Europäische Norm gilt nicht für:

 Anschlageinrichtungen, die so ausgelegt sind, dass sie gleichzeitig durch mehrere Personen verwendet
werden können;
 Anschlageinrichtungen, die bei Sport- oder Freizeitaktivitäten verwendet werden;
 Anschlageinrichtungen, die so ausgelegt sind, dass sie EN 516 oder EN 517 entsprechen;
 Einzelteile oder Bestandteile von baulichen Einrichtungen, die nicht als Anschlagpunkte oder
Anschlageinrichtungen, sondern für einen anderen Verwendungszweck (z. B. als Balken, Träger)
eingebaut wurden;
 baulich verankerte Befestigungsmittel (siehe 3.3).

2 Normative Verweisungen
Die folgenden Dokumente, die in diesem Dokument teilweise oder als Ganzes zitiert werden, sind für die
Anwendung dieses Dokuments erforderlich. Bei datierten Verweisungen gilt nur die in Bezug genommene
Ausgabe. Bei undatierten Verweisungen gilt die letzte Ausgabe des in Bezug genommenen Dokuments
(einschließlich aller Änderungen).

EN 360, Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz — Höhensicherungsgeräte

EN 362, Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz — Verbindungselemente

EN 363, Persönliche Absturzschutzausrüstung — Persönliche Absturzschutzsysteme

EN 364:1992, Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz — Prüfverfahren

EN 365, Persönliche Schutzausrüstung zum Schutz gegen Absturz — Allgemeine Anforderungen an


Gebrauchsanleitungen, Wartung, regelmäßige Überprüfung, Instandsetzung, Kennzeichnung und Verpackung

EN 892, Bergsteigerausrüstung — Dynamische Bergseile — Sicherheitstechnische Anforderungen und


Prüfverfahren

EN ISO 9227, Corrosion tests in artificial atmospheres — Salt spray tests (ISO 9227)

ISO 2232, Round drawn wire for general purpose non-alloy steel wire ropes and for large diameter steel wire
ropes — Specifications

3 Begriffe
Für die Anwendung dieses Dokuments gelten die folgenden Begriffe.

3.1
Anschlagsystem
System, das als Teil eines persönlichen Absturzsystems dienen soll und einen Anschlagpunkt oder mehrere
Anschlagpunkte und/oder eine Anschlageinrichtung und/oder ein Einzelteil und/oder ein Befestigungselement
und/oder ein baulich verankertes Befestigungsmittel umfasst (siehe Bild 1)
Anmerkung 1 zum Begriff: Anschlagsysteme, die so ausgelegt sind, dass sie nicht von der baulichen Einrichtung
entfernt werden sollen, sind nicht Gegenstand dieser Europäischen Norm. Siehe Bild 2.

7
DIN EN 795:2012-10
EN 795:2012 (D)

Bild 1a Bild 1b

Bild 1c

Bild 1d Bild 1e

Legende

1 Anschlagpunkt 5 baulich verankertes Befestigungsmittel (kein


Teil der Anschlageinrichtung)
2 bauliche Einrichtung (kein Teil der An- 6 Einzelteil
schlageinrichtung)
3 Befestigungselement 7 dauerhafte Befestigung (z. B. kunstharzgebun-
den)
4 Anschlageinrichtung

Bild 1 — Beispiele für Anschlagsysteme, die eine Anschlageinrichtung beinhalten

8
DIN EN 795:2012-10
EN 795:2012 (D)

Bild 2a Bild 2b Bild 2c Bild 2d

Legende

1 Anschlagpunkt
2 bauliche Einrichtung
3 dauerhafte Befestigung (z. B. gebolzt, geschraubt, genietet, ange-
schweißt, kunstharzgebunden)
4 baulich verankertes Befestigungsmittel
5 Beton, Isolierung oder andere Abdeckung

Bild 2 — Beispiele für Anschlagsysteme, die nicht Gegenstand dieser Europäischen Norm sind

3.2
Anschlageinrichtung
Anordnung von Einzelteilen mit einem oder mehreren Anschlagpunkt(en) oder beweglichen Anschlagpunkten,
die ein Befestigungselement aufweisen kann, die dafür vorgesehen ist, als Teil eines persönlichen
Absturzschutzsystems verwendet zu werden, die dafür vorgesehen ist, von der baulichen Einrichtung entfernt
werden zu können und Teil des Anschlagsystems zu sein

3.2.1
Anschlageinrichtung Typ A
Anschlageinrichtung, die, wenn sie montiert ist, einen oder mehrere ortsfeste(n) Anschlagpunkt(e) enthält und
für deren Befestigung an der baulichen Einrichtung (ein) baulich verankerte(s) Befestigungsmittel oder (ein)
Befestigungselement(e) erforderlich ist/sind (siehe Bilder 3 und 4)
ANMERKUNG 1 zum Begriff: Anschlagpunkte dürfen während des Gebrauchs rotieren oder sich drehen, wenn sie so
ausgelegt sind.

3.2.2
Anschlageinrichtung Typ B
Anschlageinrichtung mit einem oder mehreren ortsfesten Anschlagpunkt(en), für deren Befestigung an der
baulichen Einrichtung kein(e) baulich verankertes/verankerten Befestigungsmittel oder Befestigungselement(e)
erforderlich ist/sind (siehe Bild 5)

3.2.3
Anschlageinrichtung Typ C
Anschlageinrichtung mit einer flexiblen Führung, die um höchstens 15° zur Horizontalen abweicht (gemessen
zwischen End- und Zwischenverankerung an jeder beliebigen Stelle entlang ihrer Länge) (siehe Bild 6)

3.2.4
Anschlageinrichtung Typ D
Anschlageinrichtung mit einer festen Führung, die um höchstens 15° zur Horizontalen abweicht (gemessen
zwischen End- und Zwischenverankerung an jeder beliebigen Stelle entlang ihrer Länge) (siehe Bild 7)

9
DIN EN 795:2012-10
EN 795:2012 (D)

3.2.5
Anschlageinrichtung Typ E
Anschlageinrichtung zur Verwendung auf Flächen mit einer Neigung von bis zu 5° zur Horizontalen, deren
Funktion ausschließlich auf ihrem Gewicht und der Reibung zwischen der Anschlageinrichtung selbst und der
Fläche beruht (siehe Bild 8)

3.3
bauliche Verankerung
Einzelteil oder Einzelteile, das/die zur Verwendung in Verbindung mit einem persönlichen
Absturzschutzsystem ausgelegt ist/sind und dauerhaft in einer baulichen Einrichtung integriert ist/sind

Anmerkung 1 zum Begriff: Die bauliche Verankerung ist nicht Teil der Anschlageinrichtung.

Anmerkung 2 zum Begriff: Ein Beispiel für eine bauliche Verankerung ist ein Einzelteil, das an die bauliche
Einrichtung angeschweißt oder kunstharzgebunden ist.

3.4
Befestigungselement
Einzelteil oder Einzelteile, das/die zur Verbindung/Befestigung der Anschlageinrichtung mit/an der baulichen
Einrichtung benutzt wird/werden und von der baulichen Einrichtung entfernt werden kann/können

3.5
Einzelteil
Teil eines Anschlagsystems oder einer Anschlageinrichtung

3.6
Anschlagpunkt
Punkt an einem Anschlagsystem, der für die Befestigung einer persönlichen Absturzschutzausrüstung
vorgesehen ist

3.7
Endverankerung
Einzelteil, das das Ende einer flexiblen Führung oder festen Führung mit der baulichen Einrichtung verbindet

3.8
Zwischenverankerung
Einzelteil, das sich zwischen den Endverankerungen befindet und eine flexible Führung oder eine feste
Führung mit der baulichen Einrichtung verbindet

Anmerkung 1 zum Begriff: Zwischenbefestigungen, z. B. ein Führungsstück einer flexiblen Führung, die nicht dafür
ausgelegt sind, der Kraft standzuhalten, sind keine Zwischenverankerungen.

3.9
beweglicher Anschlagpunkt
Einzelteil mit einem Anschlagpunkt, das sich entlang einer Führung bewegen kann

3.10
flexible Führung
flexible Führung zwischen Endverankerungen, an der eine persönliche Absturzschutzausrüstung entweder
direkt über ein Verbindungselement oder über einen beweglichen Anschlagpunkt befestigt werden kann

Anmerkung 1 zum Begriff: Eine flexible Führung kann ein Seil (Drahtseil), Faserseil oder Gurtband sein.

3.11
feste Führung
feste Führung zwischen Endverankerungen, an der eine persönliche Absturzschutzausrüstung entweder
direkt über ein Verbindungselement oder über einen beweglichen Anschlagpunkt befestigt werden kann

ANMERKUNG 1 zum Begriff: Eine feste Führung kann ein starres Profil, z. B. ein starres Rohr oder eine starre
Schiene, sein.

10
DIN EN 795:2012-10
EN 795:2012 (D)

Legende

1 Anschlagpunkt
2 bauliche Einrichtung
3 baulich verankertes Befestigungsmittel
4 Anschlageinrichtung
5 dauerhafte Befestigung

Bild 3 — Beispiel für eine Anschlageinrichtung Typ A mit einem baulich verankerten
Befestigungsmittel

Legende

1 Anschlagpunkt
2 bauliche Einrichtung
3 Befestigungselement
4 Anschlageinrichtung
5 Einzelteil

Bild 4 — Beispiel für eine Anschlageinrichtung Typ A mit einem Befestigungselement

11
DIN EN 795:2012-10
EN 795:2012 (D)

Bild 5a – Dreibein Bild 5b – Schlinge

Bild 5c – Türanker Bild 5d –Trägeranker

Legende

1 Anschlagpunkt
2 Anschlageinrichtung
3 bauliche Einrichtung

Bild 5 — Beispiele für Anschlageinrichtungen Typ B

Legende

1 Endverankerung
2 Zwischenverankerung
3 beweglicher Anschlagpunkt
4 flexible Führung

Bild 6 — Beispiel für eine Anschlageinrichtung Typ C

12
DIN EN 795:2012-10
EN 795:2012 (D)

Legende

1 End- oder Zwischenverankerung


2 beweglicher Anschlagpunkt
3 Verbindungsstück der festen Führung
4 feste Führung

Bild 7 — Beispiel für eine Anschlageinrichtung Typ D

Legende

1 Anschlagpunkt
2 Gewicht
3 bauliche
Einrichtung

Bild 8 — Beispiel für eine Anschlageinrichtung Typ E

4 Anforderungen

4.1 Allgemeines
4.1.1 Bei Überprüfung nach 5.1.7 müssen Anschlageinrichtungen so konstruiert sein, dass sie sich von der
baulichen Einrichtung entfernen lassen können, ohne die bauliche Einrichtung oder die Anschlageinrichtung
zu beschädigen und somit ihre Weiterverwendung gewährleisten, z. B. für regelmäßige Überprüfungen.

4.1.2 Bei Überprüfung nach 5.1.7 dürfen Seilklemmen an keiner Stelle als Endverbindungen einer
Anschlageinrichtung verwendet werden.

4.1.3 Bei Überprüfung nach 5.1.7 darf ein unbeabsichtigtes Lösen von Einzelteilen mit einem
Anschlagpunkt nicht möglich sein. Wenn das Einzelteil oder der bewegliche Anschlagpunkt entfernbar sind,
müssen sie so konstruiert sein, dass sie nur dann gelöst werden können, nachdem zwei separate
aufeinanderfolgende beabsichtigte manuelle Betätigungen vorgenommen wurden.

4.1.4 Bei Überprüfung nach 5.1.7 müssen Anschlageinrichtungen so ausgelegt sein, dass ihre Konstruktion
und ihre Größe ein freies Rotieren der Verbindungselemente ermöglichen und dass sie in der gewünschten
lasttragenden Position im Anschlagpunkt platziert sind.

4.1.5 Bei Überprüfung nach 5.1.7 müssen Anschlageinrichtungen, die aus mehr als einem Einzelteil
bestehen oder Anschlageinrichtungen mit Einzelteilen, die verstellbar sind, so ausgelegt sein, dass durch ihre
Konstruktion nicht der Anschein entstehen kann, die Einzelteile seien ordnungsgemäß zusammengesetzt,
obwohl sie nicht richtig miteinander verbunden oder eingestellt sind.

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DIN EN 795:2012-10
EN 795:2012 (D)

4.1.6 Bei Überprüfung nach 5.1.7 darf das Gewicht jedes Einzelteiles der Anschlageinrichtung, das von
einer einzelnen Person transportiert werden soll, 25 kg nicht übersteigen.

4.1.7 Wenn die Anschlageinrichtung über einen Sturzindikator verfügt, muss dieser nach der/den
Prüfung(en) der dynamischen Belastbarkeit und Integrität deutlich anzeigen, dass ein Sturz erfolgt ist.

4.1.8 Wenn eine Anschlageinrichtung aus einer Kombination verschiedener Typen besteht, muss sie für
jeden relevanten Typ und für die Kombination geprüft werden, z. B. eine Kombination von
Anschlageinrichtungen Typ C und Typ E.

4.1.9 Wenn aus den Informationen, die vom Hersteller zur Verfügung gestellt werden, hervorgeht, dass
eine Belastung in mehr als eine Richtung vorgesehen ist (z. B. bei Zug- und bei Querbeanspruchung) (siehe
7c), müssen die Anschlageinrichtungen in jeder sicherheitstechnisch kritischen Richtung geprüft werden.

4.2 Materialien

4.2.1 Metallteile

4.2.1.1 Nach Prüfung entsprechend 5.8. darf es zu keiner Korrosion des Grundmaterials kommen. Ein
Anlaufen oder weiße Ablagerungen sind zulässig. Metallteile von Anschlageinrichtungen dürfen keine
Anzeichen von Korrosion aufweisen, die ihre Funktion, z. B. die ordnungsgemäße Funktion der beweglichen
Einzelteile, beeinträchtigen würden.

ANMERKUNG Die Erfüllung dieser Anforderung bedeutet nicht, dass eine Eignung für den Einsatz in einer maritimen
Umgebung gegeben ist.

4.2.1.2 Wenn Stahldrahtseile verzinkt sind, muss die Verzinkung ISO 2232 entsprechen.

4.2.2 Seil und Gurtband

4.2.2.1 Faserseile, Gurtband und Nähgarne müssen aus neuen Monofilament- oder Multifilament-
Chemiefasern bestehen.

ANMERKUNG Beispiele für geeignete Materialien für Seil und Gurtband sind Polyamid, Polyester und Gemische aus
Polyamid und Polyester.

4.2.2.2 Nähgarne müssen einen/eine kontrastierende(n) Farbton bzw. Farbe im Vergleich zum Seil oder
Gurtband aufweisen, um die Sichtprüfung zu erleichtern.

4.2.3 Verbindungselemente

Verbindungselemente müssen EN 362 entsprechen.

4.3 Konstruktion und Ergonomie

Bei Überprüfung nach 5.1.7 dürfen Anschlageinrichtungen keine scharfen Kanten oder Grate aufweisen,
durch die der Benutzer verletzt werden kann oder durch die die Anschlageinrichtung oder jeder andere
Bestandteil der persönlichen Absturzschutzausrüstung, der mit ihr in Kontakt gerät, eingeschnitten, aufgeraut
oder auf andere Weise beschädigt werden kann.

ANMERKUNG Es wird empfohlen, dass hervorstehende Ecken oder Kanten von Einzelteilen entweder mit einem
Radius von mindestens 0,5 mm oder einer Abkantung von mindestens 0,5 mm × 45° entschärft werden.

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DIN EN 795:2012-10
EN 795:2012 (D)

4.4 Besondere Anforderungen

4.4.1 Anschlageinrichtungen Typ A

4.4.1.1 Bei Prüfung nach 5.3.2 (Verformungsprüfung) darf kein Teil einer Anschlageinrichtung Typ A, das
so ausgelegt ist, dass es sich verformt, z. B. zur Energieabsorption, eine dauerhafte Verformung von mehr als
10 mm in Richtung der Belastung aufweisen.

4.4.1.2 Bei Prüfung nach 5.3.3 (Prüfung der dynamischen Belastbarkeit und Integrität) darf die
Anschlageinrichtung die starre Prüfmasse nicht freigeben, und die starre Prüfmasse darf den Boden nicht
berühren.

4.4.1.3 Bei Prüfung nach 5.3.4 (Prüfung der statischen Belastbarkeit) muss die Anschlageinrichtung der
Kraft standhalten.

4.4.2 Anschlageinrichtungen Typ B

4.4.2.1 Bei Prüfung nach 5.4.2 (Verformungsprüfung) darf kein Teil einer Anschlageinrichtung Typ B,
ausgenommen hiervon aus Kunstfaser hergestellte Seil- und Gurtbandschlingen, das so ausgelegt ist, dass
es sich verformt, z. B. zur Energieabsorption, eine dauerhafte Verformung von mehr als 10 mm in Richtung
der Belastung aufweisen.

4.4.2.2 Bei Prüfung nach 5.4.3 (Prüfung der dynamischen Belastbarkeit und Integrität) darf die
Anschlageinrichtung die starre Prüfmasse nicht freigeben, und die starre Prüfmasse darf den Boden nicht
berühren.

4.4.2.3 Bei Prüfung nach 5.4.4 (Prüfung der statischen Belastbarkeit) muss die Anschlageinrichtung der
Kraft standhalten.

4.4.2.4 Wenn aus den Informationen, die vom Hersteller zur Verfügung gestellt werden, hervorgeht,
dass mehr als eine Anordnung vorgesehen ist, muss jede Anordnung, z. B. ein Dreibein oder Vierbein mit
Anschlagpunkten am Kopf und an einem Standfuß, geprüft werden. Jede geprüfte Anordnung muss die
Anforderungen von 4.4.2.1 bis 4.4.2.3 erfüllen.
ANMERKUNG Wenn eine Anschlageinrichtung Typ B (z. B. ein Dreibein) mit einem Rettungshubgerät (siehe EN 1496)
verwendet werden soll, wird empfohlen, dass die gesamte Einheit folgende Anforderungen erfüllt: 4.1 Allgemeines, 4.2
Materialien, 4.3 Konstruktion und Ergonomie und 4.4.2 Anschlageinrichtungen Typ B.

4.4.3 Anschlageinrichtungen Typ C

4.4.3.1 Bei Prüfung nach 5.5.2 (Verformungsprüfung) darf kein Teil der Endverankerungen,
Zwischenverankerungen oder des beweglichen Anschlagpunktes, das so ausgelegt ist, dass es sich verformt,
z. B. zur Energieabsorption, eine dauerhafte Verformung von mehr als 10 mm in Richtung der Belastung
aufweisen.

4.4.3.2 Angaben zu Leistungsmerkmale auf der Grundlage von Berechnungen oder Prüfergebnissen
müssen für die nach 5.5.1.2 vereinbarten Anordnungen der Anschlageinrichtung vorliegen und Informationen
über Folgendes umfassen:

a) die maximale Auslenkung der/des beweglichen Anschlagpunkte(s);

b) die maximale Kraft, die auf die Endverankerung und diejenigen Zwischen- oder Eckelemente wirkt, die
als in die Führung eingebundene Befestigungen betrachtet werden. Alternativ bei Einrichtungen, die
keine Endverankerung haben, z. B. eine kreisförmige Einrichtung, die maximale Kraft in der Führung.

4.4.3.3 Bei Prüfung nach 5.5.3.1 (Prüfung der dynamischen Belastbarkeit und Integrität mit einem Feld)
und 5.5.3.2 (Prüfung der dynamischen Belastbarkeit und Integrität mit mehreren Feldern) dürfen die Werte an
den äußeren Enden und die maximale dynamische Auslenkung der flexiblen Führung um nicht mehr als
r 20 % von den angegebenen Werten abweichen.

15
DIN EN 795:2012-10
EN 795:2012 (D)

4.4.3.4 Bei Prüfung nach 5.5.3 (Prüfung der dynamischen Belastbarkeit und Integrität) darf die
Anschlageinrichtung die starre Prüfmasse nicht freigeben, und die starre Prüfmasse darf den Boden nicht
berühren. Kein Teil der Anschlageinrichtung darf brechen.

4.4.3.5 Bei Prüfung nach 5.5.4 (Prüfung der statischen Belastbarkeit) mit dem beweglichen
Anschlagpunkt

 in unmittelbarer Nähe zur Endverankerung,

 an einer Zwischenverankerung,

 an einer Eckverankerung,

 zur Befestigung am Anfang/Ende der Führung und zu den Führungsstücken in der flexiblen Führung,

sofern diese Teil der Anschlageinrichtung sind - muss die Anschlageinrichtung einschließlich aller
lasttragenden Einzelteile, der flexiblen Führungen, Befestigungen der Führungen und Endverbindungen (z. B.
 1,0
Pressverbindungen, genähte Schlaufen, gespleißte Endverbindungen) einer Kraft von (12 0
) kN
standhalten. Bei nichtmetallischen Einzelteilen, für die kein Nachweis der Alterungsbeständigkeit vorhanden
ist, muss die statische Last 18 kN betragen.

4.4.3.6 Bei Prüfung nach 5.5.3 und 5.5.4 darf sich der bewegliche Anschlagpunkt nicht von der flexiblen
Führung lösen.

4.4.3.7 Anschlageinrichtungen mit mehreren Feldern, bei denen die flexible Führung an der
Zwischenverankerung oder Eckverankerung befestigt ist (d. h. Zwischen- und Eckverankerungen werden
gewissermaßen zu Endverankerungen), müssen als Ein-Feld-Anschlageinrichtungen geprüft werden.

4.4.4 Anschlageinrichtungen Typ D

4.4.4.1 Bei Prüfung nach 5.6.2 (Verformungsprüfung) darf kein Teil der Anschlageinrichtung, das so
ausgelegt ist, dass es sich verformt, z. B. zur Energieabsorption, eine dauerhafte Verformung von mehr als
10 mm in Richtung der Belastung aufweisen.

4.4.4.2 Bei Prüfung nach 5.6.3 (Prüfung der dynamischen Belastbarkeit und Integrität) darf die
Anschlageinrichtung die starre Prüfmasse nicht freigeben, und die starre Prüfmasse darf den Boden nicht
berühren.

4.4.4.3 Bei Prüfung nach 5.6.4 (Prüfung der statischen Belastbarkeit) müssen alle lasttragenden
Einzelteile einschließlich beweglicher Anschlagpunkte, fester Führungen, Befestigungen und Führungsstücke
von festen Führungen, Verbindungsstücke und Endverbindungen (z. B. geschweißte Anschlüsse,
 1,0
verschraubte Endverbindungen) der Kraft von (12 0
) kN standhalten. Bei nichtmetallischen Einzelteilen,
für die kein Nachweis der Alterungsbeständigkeit vorhanden ist, muss die statische Last 18 kN betragen.

4.4.4.4 Bei Prüfung nach 5.6.3 und 5.6.4 darf sich der bewegliche Anschlagpunkt nicht von der festen
Führung lösen.

4.4.4.5 Wenn der Hersteller die Anbringung der festen Führung in einem Winkel zwischen 5° und 15° zur
Horizontalen vorsieht, muss die Anschlageinrichtung nach 5.6.3 mit dem vorgesehenen Höchstwinkel geprüft
werden. Während dieser Prüfung darf sich der bewegliche Anschlagpunkt nicht mehr als 1 m entlang der
festen Führung bewegen.

4.4.5 Anschlageinrichtungen Typ E

4.4.5.1 Bei Prüfung nach 5.7.1 (Verformungsprüfung) darf kein Teil der Anschlageinrichtung, das so
ausgelegt ist, dass es sich verformt, z. B. zur Energieabsorption, eine dauerhafte Verformung von mehr als
10 mm in Richtung der Belastung aufweisen.

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DIN EN 795:2012-10
EN 795:2012 (D)

4.4.5.2 Bei Prüfung nach 5.7.2 (Prüfung der dynamischen Belastbarkeit) darf die Anschlageinrichtung die
starre Prüfmasse nicht freigeben, und die starre Prüfmasse darf den Boden nicht berühren. 3 min nach der
Fallprüfung darf die Verschiebung L der Vorderkante der Anschlageinrichtung 1 000 mm nicht überschreiten
und die Anschlageinrichtung darf die Position nicht mehr verändern. Die Verschiebungen L und H müssen
aufgezeichnet werden (siehe Bild 11).

4.4.5.3 Die unter 5.7.2 beschriebene Prüfung muss mit der vom Hersteller vorgesehenen maximalen
Neigung von bis zu 5° unter allen hinsichtlich der Oberflächenart und Standortbedingungen ungünstigsten
Bedingungen durchgeführt werden.

4.4.5.4 Die unter 5.7.2 beschriebene Prüfung muss für alle kritischen Richtungen, in denen eine Kraft
durch einen Auffangvorgang in der Praxis voraussichtlich wirken könnte, wiederholt werden.

4.4.5.5 Wenn der Hersteller die Verwendung der Anschlageinrichtung mit Höhensicherungsgeräten
vorsieht, muss diese Kombination nach 5.7.2 für jedes vorgesehene Höhensicherungsgerät geprüft werden.
Die Anschlageinrichtung und das Höhensicherungsgerät dürfen die starre Prüfmasse nicht freigeben. Die
Verschiebung L der Vorderkante der Anschlageinrichtung darf 1 000 mm nicht überschreiten und die
 0,5
Verschiebung H darf nicht mehr als 2 400 mm betragen. Diese Messungen müssen (3 0 ) min nach
Abschluss der Prüfung der dynamischen Leistung vorgenommen werden.
ANMERKUNG In denjenigen Fällen, in denen Höhensicherungsgeräte in Kombination mit einer Anschlageinrichtung
Typ E außerhalb der vertikalen Ebene verwendet werden könnten, wird empfohlen, dass der Hersteller des
Höhensicherungsgeräts der Verwendung zustimmt.

4.4.5.6 Bei Prüfung nach 5.7.3 (Hängeprüfung nach dem Auffangen der Prüfmasse) darf sich die
Vorderkante der Anschlageinrichtung, an der sie die Oberfläche berührt, nach einer Dauer von 3 min um nicht
mehr als 10 mm verschieben und die Position danach nicht mehr verändern.

4.4.5.7 Bei Prüfung nach 5.7.4 (Prüfung der statischen Belastbarkeit) muss der Anschlagpunkt der Kraft
standhalten.

4.5 Kennzeichnung und Information


4.5.1 Die Kennzeichnung muss Abschnitt 6 entsprechen.

4.5.2 Der Anschlageinrichtung müssen Informationen nach Abschnitt 7 beigefügt werden.

5 Prüfverfahren

5.1 Allgemeines
5.1.1 Die Montage der Anschlageinrichtung wird entsprechend den Montageunterlagen des Herstellers
durchgeführt.

5.1.2 Um die Sicherheit der Anschlageinrichtung sicherzustellen, werden statische und dynamische Lasten
in jeder/allen Grundanordnung(en) und -richtung(en), die in der Praxis möglich sind, aufgebracht, wobei
vorhersehbare Fehlanwendungen berücksichtigt werden.

5.1.3 Dort, wo keine Anforderung besteht Prüfungen aufeinander folgend durchzuführen, kann für jede
Prüfung eine neue Anschlageinrichtung verwendet werden.

5.1.4 Bei der statischen und dynamischen Prüfung können Anschlageinrichtungen nachgeben, sich
verformen oder verlängern.

5.1.5 Für jede dynamische Prüfung wird ein neues Prüfverbindungsmittel verwendet.

5.1.6 Das Gewicht jedes Einzelteiles einer Anschlageinrichtung, das von einer einzelnen Person
transportiert werden soll, wird durch Wiegen oder durch Berechnungen, die vom Hersteller zur Verfügung
gestellt werden, ermittelt.

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DIN EN 795:2012-10
EN 795:2012 (D)

5.1.7 Durch Überprüfung der entsprechenden Unterlagen und/oder durch eine Sicht- und/oder Tastprüfung
und/oder durch Wiegen der Anschlageinrichtung wird nachgewiesen, dass die Anschlageinrichtung den
Anforderungen nach 4.1.1, 4.1.2, 4.1.3, 4.1.4, 4.1.5, 4.1.6, 4.2.2, 4.2.3 und 4.3 entspricht.

5.2 Prüfanordnung und Prüfeinrichtungen

5.2.1 Prüfverbindungsmittel und Bestimmung der Fallhöhe

5.2.1.1 Ein Prüfverbindungsmittel wird unter Verwendung eines ungebrauchten Musters eines 11 mm
Bergseils, das den Anforderungen von EN 892 für Einfachseils entspricht, vorbereitet. Das Bergseil muss bei
der ersten dynamischen Prüfung nach EN 892 eine Fangstoßkraft von (9 r 1,5) kN aufweisen (siehe
Informationen des Seilherstellers).

5.2.1.2 Als Seilendverbindungen werden durch Knüpfen von Bulinknoten Schlaufen gebildet (siehe
Bild 9), und es wird sichergestellt, dass die Länge jeder Schlaufe einer Endverbindung höchstens 200 mm
beträgt.

5.2.1.3 Die Länge wird so eingestellt, dass innerhalb von 10 s nach Aufbringung einer Last durch das
 1,0
Anhängen einer Masse von (100 0 ) kg die Länge des Prüfverbindungsmittels einschließlich der an den
 100
beiden Enden gebildeten Schlaufen (2 000 0
) mm beträgt (siehe Bild 10). Es wird sichergestellt, dass das
Seilende nicht durch den Knoten rutscht.

 0,5
5.2.1.4 Die Fallhöhe der starren Prüfmasse, die zur Erzeugung einer Auffangkraft von (9 0 ) kN in den
Prüfungen der dynamischen Belastbarkeit und Integrität erforderlich ist, wird unter Verwendung einer starren
Prüfmasse von (100 r 1) kg entsprechend EN 364:1992, 4.5, ermittelt, indem eine Prüfung unter Verwendung
eines an einer baulichen Einrichtung befestigten Anschlagpunktes durchgeführt wird. Bei Prüfung über
 0,5
0 )
Umlenkrollen kann zur Erreichung der Kraft von (9 kN eine Anpassung der Fallhöhe erforderlich sein.

Bild 9 — Bulinknoten

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EN 795:2012 (D)

Maße in Millimeter

Legende

F = Last entsprechend
(100 r 1) kg
1 Bulinknoten
2 Schlaufe der Endverbindung
3 Befestigungspunkt

Bild 10 — Prüfverbindungsmittel für Prüfungen der dynamischen Belastbarkeit und Integrität und der
dynamischen Leistung

5.2.2 Prüfeinrichtungen für die Prüfung der dynamischen Belastbarkeit und Integrität von
Anschlageinrichtungen Typ A, B, C und D

5.2.2.1 Es wird eine starre Anschlagkonstruktion verwendet, die so konstruiert sein muss, dass ihre
Eigenfrequenz (der Schwingung) an der Vertikalachse am Verankerungspunkt nicht weniger als 100 Hz
beträgt und beim Aufbringen einer Last von 20 kN am Verankerungspunkt keine größere Auslenkung als
1 mm erzeugt wird.

5.2.2.2 Es werden ein Prüfverbindungsmittel wie in 5.2.1 beschrieben und eine starre Prüfmasse von
(100 r 1) kg nach EN 364:1992, 4.5, verwendet.

5.2.2.3 In den Prüfungen der dynamischen Belastbarkeit und Integrität für Anschlageinrichtungen Typ B
mit Standfüßen wird ein Verbindungsseil aus Stahldraht mit einem Durchmesser von 8 mm, Konstruktion
7 × 19 mit Endverbindungen, bestehend aus Ösen mit Presshülsen, verwendet.

5.2.3 Prüfeinrichtungen zur Prüfung der statischen Belastbarkeit

5.2.3.1 Für die Prüfung der statischen Belastbarkeit wird eine Prüfeinrichtung nach EN 364:1992, 4.1,
verwendet.

5.2.3.2 In den Prüfungen der statischen Belastbarkeit und Integrität für Anschlageinrichtungen Typ B mit
Standfüßen wird ein Verbindungsseil aus Stahldraht mit einem Durchmesser von 8 mm, Konstruktion 7 ×19
mit Endverbindungen, bestehend auf Ösen mit Presshülsen, verwendet.

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DIN EN 795:2012-10
EN 795:2012 (D)

5.2.4 Prüfeinrichtungen zur Prüfung der dynamischen Leistung von Anschlageinrichtungen Typ E

Zwischen dem Prüfverbindungsmittel und der Anschlageinrichtung wird ein Verbindungsseil aus Stahldraht
mit einem Durchmesser von 8 mm, Konstruktion 7 u 19 mit Endverbindungen, bestehend aus Ösen mit
Presshülsen, verwendet. Es werden ein Prüfverbindungsmittel wie in 5.2.1 beschrieben und eine starre
Prüfmasse von (100 r 1) kg nach EN 364:1992, 4.5, verwendet. Bild 11 zeigt ein Beispiel einer
Prüfeinrichtung für die Prüfung der dynamischen Leistung.

Maße in Millimeter

Legende
1 starre Prüfmasse
2 Prüfverbindungsmittel
3 Verbindungsseil
4 Umlenkrollen
5 Prüfoberfläche
H Verschiebung der starren Prüfmasse
L Verschiebung der Anschlageinrich-
tung

Bild 11 — Beispiel einer Prüfeinrichtung zur Prüfung der dynamischen Leistung von
Anschlageinrichtungen Typ E

5.3 Anschlageinrichtungen Typ A

5.3.1 Allgemeines

Die Anschlageinrichtung wird entsprechend den Informationen, die vom Hersteller zur Verfügung gestellt
werden, wie jeweils anwendbar in oder auf die Prüfeinrichtung montiert. Dabei wird, falls vorgesehen, ein
Befestigungselement entsprechend der Empfehlung in den Informationen, die vom Hersteller zur Verfügung
gestellt werden, benutzt, das in oder auf einem Muster des Baumaterials/der Baumaterialien, ebenfalls wie in
den Informationen, die vom Hersteller zur Verfügung gestellt werden, empfohlen, befestigt wird.

20
DIN EN 795:2012-10
EN 795:2012 (D)

5.3.2 Verformung

Der Anschlagpunkt wird für (1  0,025 ) min einer statischen Prüfkraft ausgesetzt, die (0,7  00,1 ) kN entspricht.
Nach Entlastung wird die dauerhafte Verformung ermittelt und aufgezeichnet.

5.3.3 Dynamische Belastbarkeit und Integrität

5.3.3.1 Eine Kraftmesszelle wird am Anschlagpunkt befestigt. Ein Ende des Prüfverbindungsmittels
(siehe 5.2.1) wird mithilfe eines Verbindungselementes an der Kraftmesszelle befestigt und das andere Ende
des Prüfverbindungsmittels wird ebenfalls mithilfe eines Verbindungselementes an der starren Prüfmasse
angebracht. Eine Schnellauslösevorrichtung wird an der starren Prüfmasse angebracht.

5.3.3.2 Die starre Prüfmasse wird abwärts bewegt bis sie durch das Prüfverbindungsmittel gehalten wird.
Anschließend wird die starre Prüfmasse bis zur Fallhöhe, die entsprechend 5.2.1.4 festgelegt wurde,
angehoben und in einem horizontalen Abstand von höchstens 300 mm zum Anschlagpunkt gehalten.

5.3.3.3 Die starre Prüfmasse wird freigegeben und es wird ermittelt und aufgezeichnet, ob die starre
Prüfmasse gehalten wird und sie den Boden nicht berührt. Die Spitzenkraft am Anschlagpunkt, die
Auslenkung der Anschlageinrichtung und die Verschiebung des Anschlagpunktes werden aufgezeichnet. Falls
die Anschlageinrichtung mit einem Sturzindikator ausgestattet ist, wird überprüft, ob dieser anzeigt, dass ein
Sturz erfolgt ist.

 0,25
5.3.3.4 Die Masse wird an der Anschlageinrichtung auf 300 kg für (3 0
) min erhöht. Es wird überprüft,
dass die starre Prüfmasse den Boden nicht berührt.

5.3.4 Statische Belastbarkeit

Die Anschlageinrichtung wird in oder auf die in 5.2.3 festgelegte statische Prüfeinrichtung montiert. Eine
statische Prüfkraft von (12  10,0 ) kN wird für (3  0,025 ) min aufgebracht. Bei jedem lasttragenden Einzelteil oder
Bestandteil, das/der aus (einem) nichtmetallischen Material(en) besteht, und wenn kein Nachweis der
Alterungsbeständigkeit vom Hersteller zur Verfügung gestellt wird, wird eine statische Prüfkraft von
 1,0
(18 0
) kN für (3  0,025 ) min aufgebracht. Es wird überprüft, ob die Anschlageinrichtung der Kraft standhält.

5.4 Anschlageinrichtungen Typ B

5.4.1 Allgemeines

Die Anschlageinrichtung wird entsprechend den Informationen, die vom Hersteller zur Verfügung gestellt
werden, wie jeweils anwendbar in oder auf die Prüfeinrichtung montiert, wobei, falls vorgesehen, ein Muster
der baulichen Einrichtung, dessen Einsatz vom Hersteller empfohlen wird, verwendet wird.

5.4.2 Verformung

Der Anschlagpunkt wird für (1  0,025 ) min einer statischen Prüfkraft ausgesetzt, die (0,7  00,1 ) kN entspricht.
Nach Entlastung wird die dauerhafte Verformung ermittelt und aufgezeichnet.

5.4.3 Dynamischen Belastbarkeit und Integrität

5.4.3.1 Anschlageinrichtungen ohne Standfüße

5.4.3.1.1 Eine Kraftmesszelle wird am Anschlagpunkt befestigt. Ein Ende des Prüfverbindungsmittels
(siehe 5.2.1) wird mithilfe eines Verbindungselementes an der Kraftmesszelle befestigt und das andere Ende

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DIN EN 795:2012-10
EN 795:2012 (D)

des Prüfverbindungsmittels wird ebenfalls mithilfe eines Verbindungselementes an der starren Prüfmasse
angebracht. Eine Schnellauslösevorrichtung wird an der starren Prüfmasse angebracht.

5.4.3.1.2 Die starre Prüfmasse wird abwärts bewegt bis das Gewicht durch das Prüfverbindungsmittel
gehalten wird. Anschließend wird die starre Prüfmasse bis zur Fallhöhe, die in 5.2.1.4 festgelegt wurde,
angehoben und in einem horizontalen Abstand von höchstens 300 mm zum Anschlagpunkt gehalten.

5.4.3.1.3 Die starre Prüfmasse wird freigegeben und es wird beobachtet, ob die starre Prüfmasse gehalten
wird und sie den Boden nicht berührt. Die Spitzenkraft am Anschlagpunkt, die Auslenkung der
Anschlageinrichtung und die Verschiebung des Anschlagpunktes werden aufgezeichnet. Falls die
Anschlageinrichtung mit einem Sturzindikator ausgestattet ist, wird überprüft, ob dieser anzeigt, dass ein Sturz
erfolgt ist.

 0,25
5.4.3.1.4 Die Masse wird an der Anschlageinrichtung auf 300 kg für (3 0
) min erhöht. Es wird überprüft,
dass die starre Prüfmasse den Boden nicht berührt.

5.4.3.2 Anschlageinrichtungen mit Standfüßen und Anschlagpunkt(en), der/die sich nicht an einem
Standfuß befindet/befinden

5.4.3.2.1 Bei Anschlageinrichtungen mit Standfüßen, z. B. bei Dreibeinen oder Vierbeinen, bei denen der
Hersteller einen Anschlagpunkt/Anschlagpunkte, der/die sich nicht an einem Standfuß befindet/befinden,
vorsieht, wird wie in 5.4.3.2.2 bis 5.4.3.2.5 beschrieben vorgegangen.

5.4.3.2.2 Die Standfüße der Anschlageinrichtung werden auf die vorgesehene Höchstlänge ausgezogen.
Eine Kraftmesszelle wird am Anschlagpunkt befestigt. Das Verbindungsseil (siehe 5.2.2.3) wird an der
Kraftmesszelle angebracht (siehe Bild 12). Ein Ende des Prüfverbindungsmittels (siehe 5.2.1) wird mithilfe
eines Verbindungselementes an dem freien Ende des Verbindungsseils befestigt. Das andere Ende des
Prüfverbindungsmittels wird ebenfalls mithilfe eines Verbindungselementes an der starren Prüfmasse
befestigt und eine Schnellauslösevorrichtung wird an der starren Prüfmasse angebracht.

5.4.3.2.3 Die starre Prüfmasse wird abwärts bewegt bis das Gewicht durch das Prüfverbindungsmittel
gehalten wird. Anschließend wird die starre Prüfmasse bis zur Fallhöhe, die in 5.2.1.4 festgelegt wurde,
angehoben und in einem horizontalen Abstand von mindestens 300 mm zum Anschlagpunkt jedoch innerhalb
des Radius der Standfüße gehalten.

5.4.3.2.4 Die starre Prüfmasse wird freigegeben und es wird beobachtet, ob die starre Prüfmasse gehalten
wird und sie den Boden nicht berührt und ob die Anschlageinrichtung standsicher bleibt. Die Spitzenkraft am
Anschlagpunkt, die Auslenkung der Anschlageinrichtung und die Verschiebung des Anschlagpunktes werden
aufgezeichnet. Falls die Anschlageinrichtung mit einem Sturzindikator ausgestattet ist, wird überprüft, ob
dieser anzeigt, dass ein Sturz erfolgt ist.

 0,25
5.4.3.2.5 Die Last an der Anschlageinrichtung wird auf 300 kg für (3 0
) min erhöht. Es wird überprüft,
dass die Prüfmasse den Boden nicht berührt und die Anschlageinrichtung standsicher bleibt.

5.4.3.2.6 Wenn der Hersteller Einstellmöglichkeiten für unebene Oberflächen vorsieht, wird die
Anschlageinrichtung mit der maximalen vorgesehenen Einstelldifferenz geprüft.

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DIN EN 795:2012-10
EN 795:2012 (D)

Legende

1 Dreibein 5 Prüfverbindungsmittel
2 Anschlagpunkt(e), der/die sich nicht 6 starre Prüfmasse vor dem Fall
an einem Standfuß befindet/befinden
3 Kraftmesszelle 7 starre Prüfmasse nach dem Fall
4 Verbindungsseil

Bild 12 — Dynamische Prüfung für Anschlageinrichtungen Typ B mit Standfüßen (z. B. ein Dreibein)
und Anschlagpunkt/Anschlagpunkten, der/die sich nicht an einem Standfuß befindet/befinden

5.4.3.3 Anschlageinrichtungen mit Standfüßen und einem Anschlagpunkt an einem Standfuß

5.4.3.3.1 In denjenigen Fällen, in denen der Hersteller einen Anschlagpunkt an einem Standfuß vorsieht,
z. B. zum Anbringen eines Höhensicherungsgerätes nach EN 360, wird wie in 5.4.3.3.2 bis 5.4.3.3.5
beschrieben vorgegangen.

5.4.3.3.2 Die Standfüße der Anschlageinrichtung werden auf die vorgesehene Höchstlänge ausgezogen.
Das Verbindungsseil (siehe 5.2.2.3) wird am Anschlagpunkt am Standfuß der Anschlageinrichtung angebracht
(siehe Bild 13). Das Verbindungsseil wird um die oberste Umlenkrolle geführt. Eine Kraftmesszelle wird an
das freie Ende des Verbindungsseils angebracht. Ein Ende des Prüfverbindungsmittels (siehe 5.2.1) wird
mithilfe eines Verbindungselementes an der Kraftmesszelle befestigt. Das andere Ende des
Prüfverbindungsmittels wird ebenfalls mithilfe eines Verbindungselementes an der starren Prüfmasse
befestigt und eine Schnellauslösevorrichtung wird an der starren Prüfmasse angebracht.

5.4.3.3.3 Die starre Prüfmasse wird abwärts bewegt bis das Gewicht durch das Prüfverbindungsmittel
gehalten wird. Anschließend wird die starre Prüfmasse bis zur Fallhöhe, die in 5.2.1.4 festgelegt wurde,
angehoben und in einem horizontalen Abstand von mindestens 300 mm zur obersten Umlenkrolle jedoch
innerhalb des Radius der Standfüße gehalten.

5.4.3.3.4 Die starre Prüfmasse wird freigegeben und es wird beobachtet, ob die starre Prüfmasse gehalten
wird und sie den Boden nicht berührt und ob die Anschlageinrichtung standsicher bleibt. Die Spitzenkraft am
Anschlagpunkt, die Auslenkung der Anschlageinrichtung und die Verschiebung des Anschlagpunktes sind
aufzuzeichnen. Falls die Anschlageinrichtung mit einem Sturzindikator ausgestattet ist, wird überprüft, ob
dieser anzeigt, dass ein Sturz erfolgt ist.

23
DIN EN 795:2012-10
EN 795:2012 (D)

5.4.3.3.5 Die Last an der Anschlageinrichtung wird auf 300 kg für (3  00,25 ) min erhöht. Es wird überprüft,
dass die starre Prüfmasse den Boden nicht berührt und die Anschlageinrichtung standsicher bleibt.

5.4.3.3.6 Wenn der Hersteller Einstellmöglichkeiten für unebene Oberflächen vorsieht, wird die
Anschlageinrichtung mit der maximalen vorgesehenen Einstelldifferenz geprüft.

Legende

1 Dreibein 5 Kraftmesszelle
2 oberste Umlenkrolle 6 Prüfverbindungsmittel
3 Anschlagpunkt 7 starre Prüfmasse vor dem
Fall
4 Verbindungsseil 8 starre Prüfmasse nach dem
Fall

Bild 13 — Dynamische Prüfung für Anschlageinrichtungen Typ B mit Standfüßen (z. B. einem Dreibein)
und einem Anschlagpunkt an einem Standfuß

5.4.4 Statische Belastbarkeit

5.4.4.1 Anschlageinrichtungen ohne Standfüße

Die Anschlageinrichtung wird in oder auf die in 5.2.3 festgelegte statische Prüfeinrichtung montiert. Eine
statische Prüfkraft von (12  10,0 ) kN wird für (3  00,25 ) min aufgebracht. Bei jedem lasttragenden Einzelteil oder
Bestandteil, das/der aus (einem) nichtmetallischen Material(en) besteht, und wenn kein Nachweis der
Alterungsbeständigkeit vom Hersteller zur Verfügung gestellt wird, wird eine statische Prüfkraft von
 1,0
(18 0
) kN für (3  00,25 ) min aufgebracht. Es wird überprüft, ob die Anschlageinrichtung der Kraft standhält.

5.4.4.2 Anschlageinrichtungen mit Standfüßen und einem zentralen Anschlagpunkt

5.4.4.2.1 Bei Anschlageinrichtungen mit Standfüßen, z. B. bei Dreibeinen oder Vierbeinen, bei denen der
Hersteller einen zentralen Anschlagpunkt vorsieht, z. B. zum Anbringen eines Höhensicherungsgerätes nach
EN 360, wird wie in 5.4.4.2.2 bis 5.4.4.2.5 beschrieben vorgegangen.

24
DIN EN 795:2012-10
EN 795:2012 (D)

5.4.4.2.2 Die Standfüße der Anschlageinrichtung werden auf die vorgesehene Höchstlänge ausgezogen.
Ein Verbindungsseil wird am zentralen Anschlagpunkt der Anschlageinrichtung (siehe Bild 14) angebracht.

5.4.4.2.3 Das Verbindungsseil wird entsprechend 5.2.3 mit der Prüfeinrichtung für die Prüfung der
statischen Belastbarkeit verbunden.

5.4.4.2.4 Die Prüfkraft (siehe 5.4.4.1) wird auf das Verbindungsseil aufgebracht. Es wird beobachtet, ob die
Anschlageinrichtung der Kraft standhält und ob die Anschlageinrichtung standsicher bleibt.

5.4.4.2.5 Wenn der Hersteller Einstellmöglichkeiten für unebene Oberflächen vorsieht, wird die
Anschlageinrichtung mit der maximalen vorgesehenen Einstelldifferenz geprüft.

Legende

1 Dreibein
2 zentraler Anschlagpunkt
3 Verbindungsseil
4 Prüfeinrichtung für die Prüfung der statischen
Belastbarkeit

Bild 14 — Prüfung der statischen Belastbarkeit für Anschlageinrichtungen Typ B mit Standfüßen (z. B.
einem Dreibein) und einem zentralen Anschlagpunkt

5.4.4.3 Anschlageinrichtungen mit Standfüßen und einem Anschlagpunkt an einem Standfuß

5.4.4.3.1 In denjenigen Fällen, in denen der Hersteller einen Anschlagpunkt an einem Standfuß vorsieht,
z. B. zum Anbringen eines Höhensicherungsgerätes nach EN 360, wird wie in 5.4.4.3.2 bis 5.4.4.3.5
beschrieben vorgegangen.

5.4.4.3.2 Die Standfüße der Anschlageinrichtung werden auf die vorgesehene Höchstlänge ausgezogen.
Ein Verbindungsseil wird am Anschlagpunkt am Standfuß der Anschlageinrichtung angebracht (siehe Bild 15).

5.4.4.3.3 Das Verbindungsseil wird um die oberste Umlenkrolle geführt und mit der Prüfeinrichtung für die
Prüfung der statischen Belastbarkeit entsprechend 5.2.3 verbunden.

5.4.4.3.4 Die Prüfkraft (siehe 5.4.4.1) wird auf das Verbindungsseil aufgebracht. Es wird beobachten, ob
die Anschlageinrichtung der Kraft standhält und ob die Anschlageinrichtung standsicher bleibt.

25
DIN EN 795:2012-10
EN 795:2012 (D)

5.4.4.3.5 Wenn der Hersteller Einstellmöglichkeiten für unebene Oberflächen vorsieht, wird die
Anschlageinrichtung mit der maximalen vorgesehenen Einstelldifferenz geprüft.

Legende

1 Dreibein
2 oberste Umlenkrolle
3 Anschlagpunkt
4 Verbindungsseil
5 Prüfeinrichtung für die Prüfung der statischen
Belastbarkeit

Bild 15 — Prüfung der statischen Belastbarkeit für Anschlageinrichtungen Typ B mit Standfüßen (z. B.
ein Dreibein) und einem Anschlagpunkt an einem Standfuß

5.5 Anschlageinrichtungen Typ C

5.5.1 Allgemeines

5.5.1.1 Die End- und Zwischenverankerung werden entsprechend den Informationen, die vom Hersteller
zur Verfügung gestellt werden, wie jeweils anwendbar mit einer Abweichung von r 3° zur Horizontalen in oder
auf die Prüfeinrichtung montiert. Dabei wird, falls vorgesehen, ein Befestigungselement entsprechend der
Empfehlung in den Informationen, die vom Hersteller zur Verfügung gestellt werden, benutzt, das in oder auf
einem Muster des Baumaterials/der Baumaterialien, das ebenfalls in den Informationen, die vom Hersteller
zur Verfügung gestellt werden, empfohlen wird, verwendet wird.

5.5.1.2 Die Prüfanordnung(en) wird/werden unter Berücksichtigung folgender Parameter festgelegt:

a) die Belastungsrichtungen in der Verwendung (z. B. Zwischen- und Endverankerungen montiert an einer
Wand, einer Decke, auf einem Dach oder auf dem Boden);
b) die Spannweite;
ANMERKUNG Die Spannweite entspricht der Entfernung zwischen Befestigungen der flexiblen Führung, z. B. End- und
Zwischenverankerung.

c) Ecken (Innen- und Außenecken, maximale Abweichung);


d) Arten und Kombinationen von Bestandteilen, z. B. Falldämpfer(n), Endverbindungen, Zwischen-
verankerungen, beweglicher Anschlagpunkt, flexible Führung(en).

26
DIN EN 795:2012-10
EN 795:2012 (D)

5.5.1.3 Wenn die Anschlageinrichtung keinen beweglichen Anschlagpunkt hat, muss eine Verbindung
entsprechend den Informationen, die vom Hersteller zur Verfügung gestellt werden, verwendet werden (siehe
7j(i)).

5.5.1.4 Wenn die Zwischenverankerung und die Eckverankerung der flexiblen Führung eine Beweglichkeit
des beweglichen Anschlagpunktes in die Belastungsrichtung, die in der Praxis vorliegen könnte, nicht
zulassen, wird die in 5.5.4 beschriebene Prüfung der statischen Belastbarkeit sowohl in der parallelen als
auch in der senkrechten Richtung zu den Befestigungen der Zwischenverankerung und der Eckverankerung
durchgeführt.

5.5.1.5 Wenn die flexible Führung ohne Zwischenverankerung(en) montiert werden kann, muss das
System entsprechend 5.5.3.1 aufgebaut werden.

5.5.1.6 Wenn die flexible Führung mit Zwischenverankerung(en) montiert werden kann, muss das
System entsprechend 5.5.3.2 aufgebaut werden.

5.5.2 Verformung

 0,25
Die End-, Zwischen-, und Eckverankerungen und der bewegliche Anschlagpunkt werden für (1 0
) min
 0,1
einer statischen Prüfkraft, die (0,7 0
) kN entspricht, in der Verwendungsrichtung oder
Verwendungsrichtungen ausgesetzt, die in der Praxis vorliegt/vorliegen. Nach Entlastung wird die dauerhafte
Verformung ermittelt und aufgezeichnet.

5.5.3 Dynamische Belastbarkeit und Integrität

5.5.3.1 Einzelnes Feld

5.5.3.1.1 Die Anschlageinrichtung wird mit dem längsten vom Hersteller vorgesehenen einzelnen Feld
entsprechend den Informationen, die vom Hersteller zur Verfügung gestellt werden, montiert.

5.5.3.1.2 An jedem Ende der flexiblen Führung wird eine Kraftmesszelle angebracht, so dass die
Spannkraft an den Endverankerungen gemessen werden kann.

5.5.3.1.3 Am beweglichen Anschlagpunkt wird eine Kraftmesszelle angebracht. Das Prüfverbindungsmittel


(siehe 5.2.1) wird mithilfe eines Verbindungselementes an der Kraftmesszelle befestigt und der bewegliche
Anschlagpunkt wird in der Mitte des Feldes der flexiblen Führung angeordnet. Die starre Prüfmasse wird
ebenfalls mithilfe eines Verbindungselementes am freien Ende des Prüfverbindungsmittels befestigt und eine
Schnellauslösevorrichtung wird an der starren Prüfmasse angebracht.

5.5.3.1.4 Die starre Prüfmasse wird abwärts bewegt bis das Gewicht durch das Prüfverbindungsmittel
gehalten wird. Die flexible Führung wird entlastet, bis sie in die natürliche Position zurückkehrt. Aus dieser
Position wird die starre Prüfmasse bis zur Fallhöhe, die in 5.2.1.4 festgelegt wurde, angehoben. Die starre
Prüfmasse wird in einem horizontalen Abstand von höchstens 300 mm gehalten.

5.5.3.1.5 Die starre Prüfmasse wird freigegeben. Die maximale Kraft an den Endverankerungen und am
beweglichen Anschlagpunkt wird gemessen und aufgezeichnet. Die maximale dynamische Auslenkung der
flexiblen Führung am beweglichen Anschlagpunkt wird (z. B. durch High-Speed-Filmaufnahme,
Wegmessgerät) ebenfalls gemessen und aufgezeichnet.

5.5.3.1.6 Es wird überprüft, ob sich der bewegliche Anschlagpunkt nicht von der flexiblen Führung löst und
die starre Prüfmasse den Boden nicht berührt. Das Ergebnis wird aufgezeichnet. Falls die
Anschlageinrichtung mit einem Sturzindikator ausgestattet ist, wird überprüft, ob dieser anzeigt, dass ein Sturz
erfolgt ist.

 0,25
5.5.3.1.7 Die Masse, die auf die Anschlageinrichtung wirkt, wird auf 300 kg für (3 0
) min erhöht. Es wird
überprüft, dass die starre Prüfmasse den Boden nicht berührt.

27
DIN EN 795:2012-10
EN 795:2012 (D)

5.5.3.1.8 Die Anschlageinrichtung wird mit dem kürzesten vom Hersteller vorgesehenen einzelnen Feld
(siehe Bild 16) entsprechend den Informationen, die vom Hersteller zur Verfügung gestellt werden, montiert.
Die Prüfung wird wie in 5.5.3.1.2 bis 5.5.3.1.7 beschrieben durchgeführt.

Legende

1 längste/kürzeste Spannweite Kraftmesszelle


D Dynamische Auslenkung Richtung der Belastung
Falldämpfer (falls eingebaut)
Endverankerung
Beweglicher Anschlagpunkt

Bild 16 — Beispiel einer Prüfanordnung einer Anschlageinrichtung Typ C mit einem einzelnen Feld

5.5.3.1.9 Sind Befestigungen am Anfang/Ende der Führung oder ist ein Führungsstück in der Führung
vorhanden, wird die Prüfung der dynamischen Belastbarkeit und Integrität an diesen Stellen durchgeführt.

5.5.3.2 Mehrere Felder

5.5.3.2.1 Allgemeines

Eine flexible Führung mit drei Feldern wird entsprechend den Informationen, die vom Hersteller zur Verfügung
gestellt werden, montiert, wobei sich an einem Ende der montierten flexiblen Führung ein Feld mit der größten
vom Hersteller vorgesehenen Länge befindet und die anderen beiden Felder die kleinste vom Hersteller
vorgesehene Länge haben (siehe Bild 17). An beiden Enden der flexiblen Führung werden Kraftmesszellen
angebracht. Wenn der Hersteller als Alternative für die Anschlageinrichtung (eine) Ecke(n) vorsieht, wird eine
90°-Ecke zwischen dem kürzesten und dem längsten geraden Feld eingefügt (siehe Bild 18). Die Prüfungen
werden wie in 5.5.3.2.2 und/oder 5.5.3.2.3 beschrieben wie jeweils anwendbar durchgeführt.

5.5.3.2.2 Prüfung in der Mitte des längsten Feldes

5.5.3.2.2.1 Der bewegliche Anschlagpunkt wird in der Mitte des längsten Feldes angeordnet, es sei denn
die Einrichtung besitzt nur an einem Ende der montierten flexiblen Führung falldämpfende Einzelteile, dann
wird der bewegliche Anschlagpunkt an dem Ende des längsten Feldes angeordnet, das mit dem kürzesten
Feld abschließt.

5.5.3.2.2.2 Am beweglichen Anschlagpunkt wird eine Kraftmesszelle angebracht. Das


Prüfverbindungsmittel (siehe 5.2.1) wird mithilfe eines Verbindungselementes an der Kraftmesszelle befestigt.
Die starre Prüfmasse wird ebenfalls mithilfe eines Verbindungselementes am freien Ende des
Prüfverbindungsmittels befestigt und eine Schnellauslösevorrichtung wird an der starren Prüfmasse
angebracht.

5.5.3.2.2.3 Die starre Prüfmasse wird abwärts bewegt bis das Gewicht durch das Prüfverbindungsmittel
gehalten wird. Die flexible Führung wird entlastet, bis sie in die natürliche Position zurückkehrt. Aus dieser
Position wird die starre Prüfmasse bis zur Fallhöhe, die in 5.2.1.4 festgelegt wurde, angehoben. Die starre
Prüfmasse wird in einem horizontalen Abstand von höchstens 300 mm gehalten.

5.5.3.2.2.4 Die starre Prüfmasse wird freigegeben. Die maximale Kraft an der Endverankerung und an
dem beweglichen Anschlagpunkt wird gemessen und aufgezeichnet. Die maximale dynamische Auslenkung
der flexiblen Führung am beweglichen Anschlagpunkt wird (z. B. durch High-Speed-Filmaufnahme,
Wegmessgerät) ebenfalls gemessen und aufgezeichnet.

28
DIN EN 795:2012-10
EN 795:2012 (D)

5.5.3.2.2.5 Es wird überprüft, ob sich der bewegliche Anschlagpunkt nicht von der flexiblen Führung löst
und die starre Prüfmasse den Boden nicht berührt. Das Ergebnis wird aufgezeichnet. Falls die
Anschlageinrichtung mit einem Sturzindikator ausgestattet ist, wird überprüft, ob dieser anzeigt, dass ein Sturz
erfolgt ist.

5.5.3.2.2.6 Die Masse, die auf die Anschlageinrichtung wirkt, wird auf 300 kg für (3  0,025 ) min erhöht. Es
wird überprüft, dass die starre Prüfmasse den Boden nicht berührt.

5.5.3.2.3 Prüfung in der Mitte des kürzesten Feldes

Die Prüfungen unter 5.5.3.2.2 werden in der Mitte des kürzesten Feldes wiederholt.

5.5.3.2.4 Prüfung an einer Zwischenverankerung, an einer Ecke, einer Befestigung am Anfang/Ende


der Führung und einem Führungsstück in der Führung

5.5.3.2.4.1 Der bewegliche Anschlagpunkt wird an der Zwischenverankerung angeordnet. Eine


Kraftmesszelle wird am beweglichen Anschlagpunkt angebracht. Das Prüfverbindungsmittel (siehe 5.2.1) wird
mithilfe eines Verbindungselementes an der Kraftmesszelle befestigt. Die starre Prüfmasse wird ebenfalls
mithilfe eines Verbindungselementes am freien Ende des Prüfverbindungsmittels befestigt und eine
Schnellauslösevorrichtung wird an der starren Prüfmasse angebracht.

5.5.3.2.4.2 Die starre Prüfmasse wird abwärts bewegt bis das Gewicht durch das Prüfverbindungsmittel
gehalten wird. Die flexible Führung wird entlastet, bis sie in die natürliche Position zurückkehrt. Aus dieser
Position wird die starre Prüfmasse bis zur Fallhöhe, die in 5.2.1.4 festgelegt wurde, angehoben. Die starre
Prüfmasse wird in einem horizontalen Abstand von höchstens 300 mm gehalten.

5.5.3.2.4.3 Die starre Prüfmasse wird freigegeben. Die maximale Kraft an der Endverankerung und an
dem beweglichen Anschlagpunkt wird gemessen und aufgezeichnet. Die maximale Auslenkung am
beweglichen Anschlagpunkt wird zusätzlich gemessen.

5.5.3.2.4.4 Es wird überprüft, ob sich der bewegliche Anschlagpunkt nicht von der flexiblen Führung löst
und die starre Prüfmasse den Boden nicht berührt. Das Ergebnis wird aufgezeichnet. Falls die
Anschlageinrichtung mit einem Sturzindikator ausgestattet ist, wird überprüft, ob dieser anzeigt, dass ein Sturz
erfolgt ist.

 0,25
5.5.3.2.4.5 Die Masse, die auf die Anschlageinrichtung wirkt, wird auf 300 kg für (3 0
) min erhöht. Es
wird überprüft, dass die starre Prüfmasse den Boden nicht berührt.

5.5.3.2.4.6 In denjenigen Fällen, in denen eine Ecke in die flexible Führung eingebaut ist, werden die
Prüfungen wie in 5.5.3.2.4.1 bis 5.5.3.2.4.5 beschrieben durchgeführt, wobei sich der bewegliche
Anschlagpunkt in der Mitte der Ecke befindet.

5.5.3.2.4.7 In denjenigen Fällen, in denen eine Befestigung am Anfang/Ende der flexiblen Führung
eingebaut ist, bei der sich der bewegliche Anschlagpunkt an der Befestigung am Anfang/Ende der Führung
befindet, werden die Prüfungen wie in 5.5.3.2.4.1 bis 5.5.3.2.4.5 beschrieben durchgeführt.

5.5.3.2.4.8 In denjenigen Fällen, in denen ein Führungsstück in die flexible Führung eingebaut ist, bei der
sich der bewegliche Anschlagpunkt an dem Führungsstück befindet, werden die Prüfungen wie in 5.5.3.2.4.1
bis 5.5.3.2.4.5 beschrieben durchgeführt.

29
DIN EN 795:2012-10
EN 795:2012 (D)

Legende

1 Längstes Feld Kraftmesszelle


2 Kürzestes Feld Zwischenverankerung
D Dynamische Auslenkung (abhängig vom Feld) Richtung der Belastung
Falldämpfer (falls eingebaut)
Endverankerung
Beweglicher Anschlagpunkt

Bild 17 — Beispiel einer Prüfanordnung einer Anschlageinrichtung Typ C mit mehreren Feldern und
ohne Ecke

Legende

1 Längstes Feld Kraftmesszelle


2 Kürzestes Feld Zwischenverankerung
D Dynamische Auslenkung (abhängig vom Feld) Eckverankerung
Richtung der Belastung
Falldämpfer (falls eingebaut)
Endverankerung
Beweglicher Anschlagpunkt

Bild 18 — Beispiel einer Prüfanordnung einer Anschlageinrichtung Typ C mit mehreren Feldern und
einer Ecke

5.5.4 Statische Belastbarkeit

5.5.4.1 Es werden die gleichen Prüfanordnungen angewendet wie die, die in der Prüfung unter 5.5.3.1
 1,0  0,25
und 5.5.3.2 beschrieben werden. Es wird eine statische Prüfkraft von (12 0
) kN für (3 0
) min
aufgebracht. Bei jedem lasttragenden Einzelteil oder Bestandteil, das/der aus (einem) nichtmetallischen
Material(en) besteht, und wenn kein Nachweis der Alterungsbeständigkeit vom Hersteller zur Verfügung
gestellt wird, wird eine statische Prüfkraft von (18  1,00 ) kN für (3  0,025 ) min aufgebracht. Es wird überprüft, ob
die Anschlageinrichtung einschließlich des beweglichen Anschlagpunktes der Kraft standhalten.

30
DIN EN 795:2012-10
EN 795:2012 (D)

5.5.4.2 Wenn die flexible Führung Bestandteile der Zwischenverankerung und der Eckverankerung
beinhaltet, die eine Beweglichkeit des beweglichen Anschlagpunktes in die Belastungsrichtung, die in der
Praxis vorliegen könnte, nicht zulässt, wird die Prüfung der statischen Belastbarkeit sowohl in der parallelen
als auch in der senkrechten Richtung zu den Befestigungen der Zwischenverankerung und der
Eckverankerung durchgeführt.

5.6 Anschlageinrichtungen Typ D

5.6.1 Allgemeines

5.6.1.1 Die End- und Zwischenverankerung(en) werden entsprechend den Informationen, die vom
Hersteller zur Verfügung gestellt werden, wie jeweils anwendbar mit einer Abweichung von r 3° zur
Horizontalen in oder auf die Prüfeinrichtung montiert, wobei, falls vorgesehen, entsprechend der Empfehlung
in den Informationen, die vom Hersteller zur Verfügung gestellt werden, ein Befestigungselement benutzt wird,
das in oder auf einem Muster des Baumaterials/der Baumaterialien, das ebenfalls in den Informationen, die
vom Hersteller zur Verfügung gestellt werden, empfohlen wird, verwendet wird.

5.6.1.2 Die Prüfanordnung(en) wird/werden unter Berücksichtigung folgender Parameter festgelegt:

a) die Belastungsrichtungen im Einsatz (z. B. Zwischen- und Endverankerungen montiert an einer Wand,
einer Decke, auf einem Dach oder auf dem Boden);
b) die längste Spannweite und der größte vorgesehene Auslegerabstand;
ANMERKUNG Die Spannweite entspricht der Entfernung zwischen Befestigungen der festen Führung, z. B. End- und
Zwischenverankerung.

c) Ecken (Innen- und Außenecken, maximale Abweichung);


d) Arten und Kombinationen von Bauteilen, z. B. Endsicherungen, Zwischenverankerungen, beweglicher
Anschlagpunkt, Führungsstücke oder Verbindungsstücke von festen Führungen.
5.6.1.3 Wenn die Anschlageinrichtung keinen beweglichen Anschlagpunkt hat, muss eine Verbindung
entsprechend den Informationen, die vom Hersteller zur Verfügung gestellt werden, verwendet werden (siehe
7j(i)).

5.6.2 Verformung

 0,25
Der Anschlagpunkt wird für (1 0
) min einer statischen Prüfkraft, die (0,7  00,1 ) kN entspricht, in der
Verwendungsrichtung oder Verwendungsrichtungen ausgesetzt, die in der Praxis vorliegt/vorliegen. Nach
Entlastung wird die dauerhafte Verformung ermittelt und aufgezeichnet.

5.6.3 Dynamische Belastbarkeit und Integrität

5.6.3.1 Eine feste Führung ist entsprechend 5.6.1 und den Informationen, die vom Hersteller zur
Verfügung gestellt werden, mit dem längsten Feld und dem größten vom Hersteller vorgesehenen
Auslegerabstand d (siehe Bild 19) zu montieren.

31
DIN EN 795:2012-10
EN 795:2012 (D)

Legende

Kraftmesszelle
Befestigungselement der festen Führung
Belastungsrichtung
Endsicherung
Beweglicher Anschlagpunkt
d Auslegerabstand

Bild 19 — Beispiel einer Prüfanordnung einer Anschlageinrichtung Typ D mit einem Ausleger

5.6.3.2 Wenn vom Hersteller eine Ecke/Ecken als Alternative für die Einrichtung angeboten werden,
sollte eine Ecke mit dem größten vom Hersteller vorgesehenen inneren Eckradius zwischen die beiden Felder
eingefügt werden (siehe Bild 20).

5.6.3.3 Am beweglichen Anschlagpunkt wird eine Kraftmesszelle angebracht. Das Prüfverbindungsmittel


(siehe 5.2.1) wird mithilfe eines Verbindungselementes an der Kraftmesszelle befestigt. Der bewegliche
Anschlagpunkt wird in der Mitte des Feldes der festen Führung angeordnet. Die starre Prüfmasse wird
ebenfalls mithilfe eines Verbindungselementes am freien Ende des Prüfverbindungsmittels befestigt und eine
Schnellauslösevorrichtung wird an der starren Prüfmasse angebracht.

5.6.3.4 Die starre Prüfmasse wird abwärts bewegt bis das Gewicht durch das Prüfverbindungsmittel
gehalten wird. Anschließend wird die starre Prüfmasse bis zur Fallhöhe, die in 5.2.1.4 festgelegt wurde,
angehoben und in einem horizontalen Abstand von höchstens 300 mm zum beweglichen Anschlagpunkt
gehalten.

5.6.3.5 Die starre Prüfmasse wird freigegeben. Die maximale Kraft am Anschlagpunkt, die Auslenkung
der Anschlageinrichtung und die Verschiebung des Anschlagpunktes gemessen von seiner Ausgangsposition
bis zu seinem Haltepunkt werden aufgezeichnet.

5.6.3.6 Es wird überprüft, ob sich der bewegliche Anschlagpunkt nicht von der festen Führung löst und
die starre Prüfmasse nicht freigegeben wird. Das Ergebnis wird aufgezeichnet. Falls die Anschlageinrichtung
mit einem Sturzindikator ausgestattet ist, wird überprüft, ob dieser anzeigt, dass ein Sturz erfolgt ist.

 0,25
5.6.3.7 Die Masse, die auf die Anschlageinrichtung wirkt, wird auf 300 kg für (3 0 ) min erhöht. Es wird
überprüft, dass die starre Prüfmasse den Boden nicht berührt.

5.6.3.8 Die Prüfung der dynamischen Belastbarkeit und Integrität wird in allen Richtungen wiederholt, in
denen die Last in der Praxis an unterschiedlichen Befestigungen der festen Führung aufgebracht werden
kann, z. B. an der Endverankerung, Zwischenverankerung, der Mitte einer Ecke, am Führungsstück oder dem
Verbindungsstück der festen Führung, der Endsicherung.

5.6.3.9 Wenn der Hersteller einen Ausleger vorsieht, muss die Prüfung im größten Auslegerabstand
wiederholt werden. Die maximale Auslenkung der Führungsschiene und des beweglichen Anschlagpunktes
werden ermittelt und aufgezeichnet. Es wird überprüft, ob sich der bewegliche Anschlagpunkt nicht von der
festen Führung löst und die starre Prüfmasse nicht freigegeben wird. Das Ergebnis wird aufgezeichnet.

32
DIN EN 795:2012-10
EN 795:2012 (D)

Legende

Kraftmesszelle
Befestigungselement der festen Führung
Belastungsrichtung
Endsicherung
Beweglicher Anschlagpunkt
Führungsstück oder Verbindungsstück der festen
Führung

Bild 20 — Beispiel einer Prüfanordnung einer Anschlageinrichtung Typ D einschließlich eines


Führungsstücks oder eines Verbindungsstück der festen Führung und einer Eckverankerung

5.6.4 Statische Belastbarkeit

5.6.4.1 Es werden die gleichen Prüfanordnungen angewendet wie die, die in der Prüfung unter 5.6.1 und
5.6.3 beschrieben sind. Es wird eine statische Prüfkraft von (12  1,00 ) kN für (3  0,025 ) min aufgebracht. Bei
jedem lasttragenden Einzelteil oder Bestandteil, das/der aus (einem) nichtmetallischen Baumaterial(en)
besteht, und wenn kein Nachweis der Alterungsbeständigkeit vom Hersteller zur Verfügung gestellt wird, wird
 1,0  0,25
eine statische Prüfkraft von (18 0
) kN für (3 0
) min aufgebracht. Es wird überprüft, ob die
Anschlageinrichtung einschließlich des beweglichen Anschlagpunktes der Kraft standhalten.

5.6.4.2 Wenn die feste Führung Bestandteile der Zwischenverankerung und der Eckverankerung
beinhaltet, die eine Beweglichkeit des beweglichen Anschlagpunktes in die Belastungsrichtung, die in der
Praxis vorliegen könnte, nicht zulässt, wird die Prüfung der statischen Belastbarkeit wie unter 5.6.4.1
beschrieben sowohl in der parallelen als auch in der senkrechten Richtung zu den Befestigungen der
Zwischenverankerung und der Eckverankerung durchgeführt.

5.7 Anschlageinrichtungen Typ E

5.7.1 Verformung

Der Anschlagpunkt wird für (1  0,025 ) min einer statischen Prüfkraft, die (0,7  0,1
0 ) kN entspricht, in der
Verwendungsrichtung oder Verwendungsrichtungen ausgesetzt, die in der Praxis vorliegt/vorliegen. Nach
Entlastung wird die dauerhafte Verformung ermittelt und aufgezeichnet

5.7.2 Dynamische Leistung

5.7.2.1 Die Anschlageinrichtung wird entsprechend den Informationen, die vom Hersteller zur Verfügung
gestellt werden, auf der Prüfeinrichtung für die Prüfung der dynamischen Leistung (siehe 5.2.4) an typischen
Mustern von Oberflächenmaterialien und Standortbedingungen (z. B. trocken, niedrigste und höchste
Umgebungstemperatur, Oberflächenneigungswinkel), für die der Hersteller die Eignung angibt, montiert. Für
feuchte Bedingungen siehe 5.7.2.4.

33
DIN EN 795:2012-10
EN 795:2012 (D)

5.7.2.2 Eine Schnellauslösevorrichtung wird an der starren Prüfmasse angebracht. Die starre Prüfmasse
wird abwärts bewegt bis das Gewicht durch das Prüfverbindungsmittel gehalten wird. Anschließend wird die
starre Prüfmasse bis zur Fallhöhe, die in 5.2.1.4 festgelegt wurde, angehoben und in einem horizontalen
Abstand von höchstens 300 mm zur Umlenkrolle gehalten (siehe Bild 11).

5.7.2.3 Die starre Prüfmasse wird freigegeben. Die Verschiebungen L und H werden sofort nach dem
Auffangen der starren Prüfmasse und nochmals 15 min später gemessen. Es wird überprüft, dass die starre
Prüfmasse den Boden nicht berührt. Falls die Anschlageinrichtung mit einem Sturzindikator ausgestattet ist,
wird überprüft, ob dieser anzeigt, dass ein Sturz erfolgt ist.
ANMERKUNG Die Verschiebung H kann zur Bestimmung des für den Benutzer erforderlichen Freiraums über dem
Boden verwendet werden.

5.7.2.4 Bei der Prüfung unter feuchten Bedingungen wird vor der Montage der Anschlageinrichtung
Typ E auf der Prüffläche und nicht mehr als 0,5 h, bevor die starre Prüfmasse freigegeben wird, Wasser im
Temperaturbereich von 10 °C bis 25 °C und im Verhältnis von 0,5 l/m2 zur Prüffläche aufgebracht, so dass die
Prüffläche feucht ist.

5.7.2.5 Unmittelbar bevor die starre Prüfmasse freigegeben wird, wird mehr Wasser aufgebracht, so dass
die Prüffläche feucht ist.

5.7.2.6 Die starre Prüfmasse wird innerhalb von 2 min nach der zweiten Wasseranwendung freigegeben
und die Verschiebungen L und H werden sofort nach dem Auffangen der starren Prüfmasse und nochmals
15 min später gemessen. Es wird überprüft, dass die starre Prüfmasse den Boden nicht berührt. Falls die
Anschlageinrichtung mit einem Sturzindikator ausgestattet ist, wird überprüft, ob dieser anzeigt, dass ein Sturz
erfolgt ist.
ANMERKUNG Die Verschiebung H kann zur Bestimmung des Bodenabstandes für den Benutzer verwendet werden.

5.7.2.7 Verfügt die Anschlageinrichtung über mehr als einen Anschlagpunkt, wird die Prüfung für jeden
Anschlagpunkt wiederholt.

5.7.3 Hängeprüfung nach dem Auffangen der Prüfmasse

5.7.3.1 Die Prüfung der dynamischen Leistung wird wie unter 5.7.2 beschrieben mit einer
Anschlageinrichtung Typ E durchgeführt, die auf derjenigen Art von Oberfläche angeordnet wird, für die die
größte Verschiebung L in den unter 5.7.2 festgelegten Prüfungen der dynamischen Leistung aufgezeichnet
wurde.

5.7.3.2 Ohne die Spannung im Drahtseil zu verringern und innerhalb von 5 min wird die starre Prüfmasse
auf (300 r 3) kg erhöht und mehr Wasser wird im Verhältnis wie unter 5.7.2.4 beschrieben sowohl ringsherum
als auch auf die Anschlageinrichtung aufgebracht und die starre Prüfmasse wird für eine Dauer von
 0,25
(3 0
) min hängen gelassen.

5.7.3.3 Die Verschiebung der Anschlageinrichtung wird an der Vorderkante an der Stelle, an der sie die
Oberfläche berührt, gemessen.

5.7.4 Statische Belastbarkeit

Die Anschlageinrichtung wird in oder auf die in 5.2 festgelegte statische Prüfeinrichtung montiert, indem die
Anschlageinrichtung direkt an der Prüfeinrichtung wie jeweils anwendbar befestigt wird (z. B. durch
Anschrauben, Einrichten einer Sperre). In jeder kritischen Verwendungsrichtung, die entsprechend den
Informationen, die vom Hersteller zur Verfügung gestellt werden, vorgesehen ist, wird eine statische Prüfkraft
 1,0
von (12 0
) kN für (3  0,025 ) min aufgebracht. Bei jedem lasttragenden Einzelteil oder Bestandteil, das/der
aus (einem) nichtmetallischen Material(en) besteht, und wenn kein Nachweis der Alterungsbeständigkeit vom
 1,0  0,25
Hersteller zur Verfügung gestellt wird, wird eine statische Prüfkraft von (18 0 ) kN für (3 0 ) min
aufgebracht. Es wird überprüft, ob die Anschlageinrichtung der Kraft standhält.

34
DIN EN 795:2012-10
EN 795:2012 (D)

5.8 Korrosionsbeständigkeit

Repräsentative Muster metallischer Teile der Anschlageinrichtung werden für eine Dauer von (24  00,5 ) h

einem neutralen Salzsprühnebel nach ISO 9227 ausgesetzt und dann für die Dauer von (60  50 ) min bei
(20 r 2) °C getrocknet. Danach wird das Verfahren wiederholt, so dass die Anschlageinrichtung insgesamt
einer Einwirkzeit von (24  0,05 ) h und einer Trocknung von (60  50 ) min und noch einmal einer weiteren
 0,5
Einwirkzeit von (24 ) h mit anschließender Trocknung von (60  50 ) min ausgesetzt wird. Die
0
Anschlageinrichtung wird untersucht und es wird überprüft, dass sie die Anforderungen nach 4.2.1 erfüllt.
Wenn es erforderlich ist, die inneren Einzelteile einer Sichtprüfung zu unterziehen, wird die
Anschlageinrichtung dazu zerlegt.

6 Kennzeichnung
Die Kennzeichnung auf der Anschlageinrichtung muss EN 365 entsprechen. Sie muss zusätzlich beinhalten,
dass die Anschlageinrichtung nur von einem einzelnen Benutzer verwendet werden darf.

7 Informationen, die vom Hersteller zur Verfügung gestellt werden


Die Informationen, die vom Hersteller zur Verfügung gestellt werden, müssen mindestens in der/den
Sprache(n) des Ziellandes vorliegen. Sie müssen EN 365 entsprechen und zusätzlich mindestens die
folgenden Hinweise oder Angaben enthalten.

a) dass die Anschlageinrichtung dafür vorgesehen ist, nur von einem einzelnen Benutzer verwendet zu
werden;
b) dass der Benutzer, wenn die Anschlageinrichtung als Teil eines Auffangsystems verwendet wird, mit
einem Mittel ausgestattet sein muss, das die maximalen dynamischen Kräfte, die während eines
Auffangvorgangs auf den Benutzer wirken, auf höchstens 6 kN begrenzt;
c) die maximale(n) Kraft/Kräfte, die in der Praxis von der Anschlageinrichtung in die bauliche Einrichtung
eingeleitet werden kann/können, und die Belastungsrichtungen, die für die Art der Befestigung und die
bauliche Einrichtung maßgeblich sind;
d) den maximalen Wert der Auslenkung der Anschlageinrichtung und der Verschiebung des
Anschlagpunktes, die in der Praxis möglich sind;
e) bei Anschlageinrichtungen, die für eine Verformung während ihres Einsatzes ausgelegt sind, Hinweise zu
ihrer Eignung bei der Verwendung in verschiedenen Arten von persönlichen Absturzschutzsystemen, z. B.
für seilunterstützten Zugang, zur Rettung;
f) bei nichtmetallischen Einzelteilen oder Bestandteilen der Anschlageinrichtung Informationen zu den
Materialien, aus denen sie hergestellt sind;
g) eine Empfehlung zur Kennzeichnung der Anschlageinrichtung mit dem Datum der nächsten oder letzten
Inspektion;
h) bei Anschlageinrichtungen Typ B, wie Dreibeinen und Vierbeinen, einen Hinweis auf die Erfordernis der
Standsicherheit der Anschlageinrichtung, Empfehlungen, wie diese zu erreichen ist, und ob der Hersteller
Einstellmöglichkeiten für unebene Oberflächen zulässt;
i) bei Anschlageinrichtungen Typ C:
i) den maximalen Winkel, mit dem die Führung in Zwischenbefestigungen, z. B.
Zwischenverankerungen oder Eckverankerungen, eintreten oder austreten sollte;
ii) eine Angabe darüber, ob die Anschlageinrichtung in Verbindung mit Höhensicherungsgeräten
verwendet werden darf, und, falls das der Fall ist, Beschreibungen, Modellnummern und alle
weiteren Angaben, die verdeutlichen, welche Höhensicherungsgeräte genau verwendet werden
dürfen;

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DIN EN 795:2012-10
EN 795:2012 (D)

iii) die möglichen Gefahren, die entstehen, wenn Anschlageinrichtungen Typ C mit
Höhensicherungsgeräten (EN 360) oder mitlaufenden Auffanggeräten einschließlich beweglicher
Führung (EN 353-2) verwendet werden, die nicht gemeinsam geprüft worden sind;

j) bei Anschlageinrichtungen Typ C und Typ D:

i) den maximalen Neigungswinkel, für die die Anschlageinrichtung vorgesehen ist;

ii) wenn der Hersteller eine direkte Verbindung zur Führung vorsieht, ohne dass ein beweglicher
Anschlagpunkt erforderlich ist (z. B. wenn ein Verbindungsmittel oder Verbindungselement direkt
an der Führung angebracht wird), eine Angabe, die den Benutzer über die Verbindungsart(en),
die verwendet werden darf/dürfen, informiert;

iii) wenn der bewegliche Anschlagpunkt nicht durch eine Kopplungsstelle in der Führung, z. B.
durch Ecken oder Zwischenverankerungen, geführt werden kann, ohne dass er von der Führung
gelöst wird, eine Darstellung von geeigneten Maßnahmen zur sicheren Überführung des
beweglichen Anschlagpunktes;

k) bei Anschlageinrichtungen Typ E:

i) den maximalen Neigungswinkel für jede Oberflächenart, für die die Anschlageinrichtung
vorgesehen ist;

ii) zum empfohlenen Sicherheitsabstand der Anschlageinrichtung von jeder Kante, Öffnung oder
weiteren Gefahrenquellen, die einen Absturz verursachen können;

iii) dass Anschlageinrichtungen Typ E nur außerhalb von Bereichen, in denen sich durch
Wasseransammlung eine Gefährdung ergibt, verwendet werden sollten;

iv) dass Anschlageinrichtungen Typ E nicht unter Frostgefahr oder Frostbedingungen, durch die
sich eine Gefährdung ergibt, verwendet werden dürfen;

v) Hinweise zur Verwendung der Anschlageinrichtung, wenn die Oberfläche und/oder die
Anschlageinrichtung verunreinigt sind, z. B. durch Öl, Schmierfett, Algenwachstum;

vi) die Arten von Oberflächen, z. B. Dächern, auf denen die Anschlageinrichtung verwendet werden
darf (d. h. diejenigen, auf denen sie geprüft wurde);

vii) dass die Anschlageinrichtung Typ E nicht in Verbindung mit Höhensicherungsgeräten (EN 360)
kombiniert werden darf, es sei denn sie wurden gemeinsam geprüft;

viii) mögliche Gefahren, die entstehen, wenn Anschlageinrichtungen Typ E mit falldämpfenden
Verbindungsmitteln (EN 355) kombiniert werden, die nicht gemeinsam geprüft wurden;

ix) dass, wenn Benutzer beabsichtigen, irgendeine persönliche Absturzschutzausrüstung zum


Auffangen in Verbindung mit Anschlageinrichtungen Typ E zu verwenden, sie sich vor der
Verwendung zwecks Beratung hinsichtlich ihrer Eignung zuerst an den Hersteller der
persönlichen Absturzschutzausrüstung wenden sollten;

x) den Hinweis, dass, wenn die Anschlageinrichtung Typ E auf einer Oberfläche, z. B. einem Dach,
auf der sich Steinsplitter befinden, verwendet werden soll, vor Montage der Anschlageinrichtung
alle losen Steine entfernt werden müssen (z. B. durch Kehren mit einem harten Besen).

l) Unterlagen nach der Montage und zur regelmäßiger Überprüfung (siehe Anhang A);

m) dass die Anschlageinrichtung nur bei persönlicher Absturzschutzausrüstung benutzt werden sollte und
nicht bei Hebeeinrichtungen;

n) bei Anschlageinrichtungen, die einen Sturzindikator haben, Informationen, wie dieser zu überprüfen ist.

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DIN EN 795:2012-10
EN 795:2012 (D)

Anhang A
(informativ)

Unterlagen zu Montagehinweisen und regelmäßige Überprüfung

A.1 Vom Hersteller zu liefernde Montagehinweise


Vom Hersteller zu liefernde Montagehinweise müssen mindestens in der/den Sprache(n) des Ziellandes
vorliegen. Sie müssen mindestens die folgenden Hinweise oder Angaben enthalten:

a) dass die Anschlageinrichtungen nur durch qualifiziertes Personal oder qualifizierte Unternehmen montiert
werden dürfen;

b) dass die Montage angemessen überprüft werden muss, z. B. durch Berechnung und Prüfung;

c) auf Eignung der Grundmaterialien, des baulich verankerten Befestigungsmittels oder des
Befestigungselementes, gegebenenfalls unter Berücksichtigung der aufgezeichneten Kräfte, die während
der Prüfungen der dynamischen Belastbarkeit und Integrität auf die Anschlageinrichtung gewirkt haben;

d) dass wenn die Kennzeichnung der Anschlageinrichtung nach der Montage nicht mehr zugänglich ist, eine
zusätzliche Kennzeichnung in der Nähe der Anschlageinrichtung empfehlenswert ist;

e) bei Anschlageinrichtungen Typ B, wie Dreibeinen und Vierbeinen, einen Hinweis auf die Erfordernis der
Standsicherheit der Anschlageinrichtung und Empfehlungen, wie diese zu erreichen ist;

f) bei Anschlageinrichtungen Typ C:

i) den Abstand, der durch die Auslenkung der flexiblen horizontalen Führung unter den
Verwendungsbedingungen einschließlich des Auffangens nach einem Sturz oder dem
Rückhalten verursacht wird;

ii) eine Warnung, dass Anschlageinrichtungen Typ C so montiert sein müssen, dass die Führung
durch ihre Auslenkung bei einem Auffangvorgang nicht in Kontakt mit einer scharfen Kante oder
irgendwelchen anderen Gegenständen gerät, die die Führung beschädigen können;

iii) den maximalen Winkel, mit dem die Führung in Zwischenbefestigungen oder Eckverankerungen
eintreten oder austreten kann;

g) bei Anschlageinrichtungen Typ E sollte die Anschlageinrichtung in einem empfohlenen Sicherheitsabstand


zu einer Kante, Öffnung oder weiteren Gefahrenquellen, die einen Absturz verursachen können, angeordnet
werden.

A.2 Hinweise zu Unterlagen, die nach einer Montage vorliegen müssen


A.2.1 Die Montageunterlagen erbringen dem Benutzer den Nachweis, dass die Montage ordnungsgemäß
ausgeführt worden ist. Des Weiteren bieten sie die Grundlage für spätere Überprüfungen der
Anschlageinrichtung, da in vielen Fällen die Befestigung von Anschlageinrichtungen nicht sichtbar oder nicht
zugänglich ist.

A.2.2 Nach der Montage sollten dem Benutzer Kopien der Montageunterlagen ausgehändigt werden. Diese
Unterlagen sollten zum Zweck späterer Überprüfungen der Anschlageinrichtung im Gebäude aufbewahrt
werden.

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DIN EN 795:2012-10
EN 795:2012 (D)

Die Montageunterlagen sollten mindestens folgende Angaben enthalten:

 Anschrift und Ort der Montage;

 den Namen und die Anschrift des Montageunternehmens;

 den Namen der für die Montage zuständigen Person;

 Produktkennung (Hersteller der Anschlageinrichtung, Typ, Model/Artikel);

 Befestigungsmittel (Hersteller, Produkt, vorgesehene Zug- und Querkräfte);

 schematischer Montageplan, z. B. des Daches und maßgebliche Benutzerinformationen, wie die


Positionsangabe der Anschlagpunkte (relevant z. B. bei Schnee).

Dieser schematische Plan sollte im Gebäude angebracht werden, so dass er für jeden sichtbar oder verfügbar
ist (z. B. am Zugang zum Dach) (siehe Bild A.1).

A.2.3 Erklärungen seitens des/der zuständigen Monteurs/Monteurin sollten von ihm/ihr unterzeichnet sein
und sollten mindestens Angaben darüber enthalten, dass die Anschlageinrichtung:

 entsprechend der Montageanleitung des Herstellers montiert wurde;

 gemäß dem Plan durchgeführt wurde;

 an dem vorgegebenen Untergrund befestigt wurde;

 wie vorgegeben befestigt wurde (z. B. Anzahl der Schrauben, richtige Materialien, richtige(r) Position/Ort,
usw.);

 entsprechend den Angaben des Herstellers in Auftrag gegeben wurde;

 mit fotografischen Informationen/Unterlagen ausgeliefert wurde, insbesondere, wenn Befestigungen (z. B.


Schrauben) und der darunterliegende Untergrund nach Abschluss der Montage nicht mehr sichtbar sind.

Beispiel A.1 liefert ein Beispiel eines Montageplans.

A.2.4 Es wird empfohlen, dass, wenn mehr als ein Anschlagpunkt zur Kennzeichnung fotografiert werden
muss, die Anschlageinrichtungen mit Nummern markiert werden und dass diese Nummerierung in das
Prüfprotokoll der Anschlageinrichtung und den schematischen Grundriss der Montagefläche aufgenommen
wird.

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DIN EN 795:2012-10
EN 795:2012 (D)

Bild A.1 — Beispiel eines Montageplans

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DIN EN 795:2012-10
EN 795:2012 (D)

A.3 Hinweise zum Verfahren bei regelmäßigen Überprüfungen


Bild A.2 liefert ein Beispiel zum Verfahren bei regelmäßigen Überprüfungen.

Bild A.2 — Beispiel zum Verfahren bei regelmäßigen Überprüfungen

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DIN EN 795:2012-10
EN 795:2012 (D)

Anhang B
(informativ)

Wesentliche technische Änderungen zwischen dieser Europäischen


Norm und der vorherigen Version EN 795:1996 und EN 795:1996/A1:2001

Tabelle B.1 — Wesentliche technische Änderungen

Abschnitt/Absatz/Tabelle/Bild Änderung

Einleitung Die Norm beruht auf der Philosophie, dass


Anschlageinrichtungen so ausgelegt sind, dass sie
der größten dynamischen Kraft standhalten, die
bei einem Sturz aus der Höhe durch die Masse
einer Person einschließlich jeglicher getragener
Ausrüstung erzeugt wird. Der Prüfung der
statischen Belastbarkeit liegt ein
Sicherheitsbeiwert von mindestens 2 zugrunde.
Zur Berücksichtigung des vorhersehbaren
Missbrauchs der Einrichtung wird gefordert, dass
alle Anschlageinrichtungen zu prüfen sind, selbst
wenn sie zum Rückhalten verwendet werden
sollen.
1 Anwendungsbereich Der Anwendungsbereich ist geändert worden:
Diese Europäische Norm legt Anforderungen an
die Leistungsmerkmale und zugehörige
Prüfverfahren für Anschlageinrichtungen für
Einzel-Benutzer fest, die von der baulichen
Einrichtung abnehmbar sind.
Sie gilt nicht für:
 Anschlageinrichtungen, die so ausgelegt
sind, dass sie gleichzeitige durch
mehrere Personen verwendet werden
können;

 Anschlageinrichtungen, die bei Sport-


oder Freizeitaktivitäten verwendet
werden;

 Anschlageinrichtungen, die so ausgelegt


sind, dass sie EN 516 oder EN 517
entsprechen;

 Einzelteile oder Bestandteile von


baulichen Einrichtungen, die für einen
anderen Verwendungszweck außer als
Anschlagpunkte oder
Anschlageinrichtungen, z. B. als Balken,
Träger, montiert wurden;

 baulich verankerte Befestigungsmittel.

2 Normative Verweisungen Aktualisiert

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DIN EN 795:2012-10
EN 795:2012 (D)

Tabelle B.1 — (fortgesetzt)


Abschnitt/Absatz/Tabelle/Bild Änderung

3 Begriffe Begriffe wurden aktualisiert, es werden Beispiele


zu Anschlageinrichtungen, die diese Norm
umfasst, und Beispiele zu Verankerungen, die
nicht Gegenstand dieser Norm sind, gegeben.
Klassen von Anschlageinrichtungen, z. B. Klasse
A, B, C, usw. sind durch Typen von
Anschlageinrichtungen, z. B. Typ A, B, C, usw.
ersetzt worden, um die Unterschiede zwischen den
verschiedenen Anschlageinrichtungen noch
deutlicher hervorzuheben.
4 Anforderungen Neu geschrieben, um Anforderungen für
Materialien, Korrosionsbeständigkeit,
Seil/Gurtband, Verbindungselemente und
Konstruktion und Ergonomie mit aufzunehmen.
Besondere Anforderungen wurden neu
geschrieben.
5 Prüfverfahren Anschlageinrichtungen Typ A, B, C und D werden
nun auf Verformung, dynamische Belastbarkeit
und Integrität, sowie statische Belastbarkeit
geprüft.
Anschlageinrichtungen Typ E werden nun auf
Verformung, dynamische Leistung,
Beanspruchung nach dem Auffangvorgang und
statische Belastbarkeit geprüft.
Dynamische Prüfungen erfordern nun den Einsatz
eines Prüfverbindungsmittels, das aus Seil
entsprechend EN 892 hergestellt wird und
eingesetzt wird, um mit einer starren Prüfmasse
von 100 kg 9 kN am Auffangpunkt zu erzeugen.
Prüfungen der statischen Belastbarkeit erfordern
nun, dass metallische Anschlageinrichtungen einer
Last von 12 kN standhalten.
Anschlageinrichtungen, die nichtmetallische
lasttragende Teile beinhalten, für die kein
Nachweis der Alterungsbeständigkeit vorhanden
ist, müssen einer Last von 18 kN standhalten.
Alle Prüfverfahren sind neu geschrieben und neu
strukturiert.
6 Kennzeichnung Alle Anschlageinrichtungen sind für den Einsatz
nur einer einzelnen Person zu kennzeichnen.
7 Informationen, die vom Hersteller zur Neu geschrieben und weitere Anforderungen
Verfügung gestellt werden aufgenommen.
Anhang A
A.1 Vom Hersteller zu liefernde Montagehinweise Neu
A.2 Hinweise zu Unterlagen, die nach einer
Neu
Montage vorliegen müssen
A.3 Hinweise zum Verfahren bei regelmäßigen
Neu
Überprüfungen
Bilder Alle Bilder neu.

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DIN EN 795:2012-10
EN 795:2012 (D)

Anhang ZA
(informativ)

Zusammenhang zwischen dieser Europäischen Norm und den


grundlegenden Anforderungen der EU-Richtlinie 89/686/EWG

Diese Europäische Norm wurde im Rahmen eines Mandates, das dem CEN von der Europäischen
Kommission erteilt wurde, erarbeitet, um ein Mittel zur Erfüllung der grundlegenden Anforderungen der
Richtlinie nach der neuen Konzeption 89/686/EWG bereitzustellen.

Sobald diese Norm im Amtsblatt der Europäischen Union im Rahmen der betreffenden Richtlinie in Bezug
genommen und in mindestens einem der Mitgliedstaaten als nationale Norm umgesetzt worden ist, berechtigt
die Übereinstimmung mit den in Tabelle ZA.1 aufgeführten Abschnitten dieser Norm innerhalb der Grenzen
des Anwendungsbereichs dieser Norm zu der Annahme, dass eine Übereinstimmung mit den entsprechenden
grundlegenden Anforderungen der Richtlinie und der zugehörigen EFTA-Vorschriften gegeben ist.

Tabelle ZA.1 — Zusammenhang zwischen dieser Europäischen Norm und der Richtlinie 89/686/EWG

Abschnitt(e)/Unter-
Grundlegende Anforderungen der Richtlinie
abschnitt(e) dieser Erläuterungen/Anmerkungen
89/686/EWG
Europäischen Norm

4.1.2 bis 4.1.6 1.2.1 Gefährliche und störende Eigenschaften


der PSA
4.3 1.2.1.2 Angemessener Oberflächenzustand
jedes Teiles einer PSA, das mit dem Benutzer in
Berührung kommt
4.2.1 Abschnitt 4.2.1 dieser Norm be-
rücksichtigt nur den zweiten Teil der
1.3.2 Leichtigkeit und Festigkeit der grundlegenden An-forderung 1.3.2 be-
Konstruktion züglich der „aus-reichenden Fes-
tigkeit gegen die üblichen Fremdein-
wirkungen “
7 1.4 Informationsbroschüre des Herstellers
4.1.3 und 4.1.5 2.1 PSA mit Verstellsystem
7 2.8 PSA für Einsätze unter extremen
Bedingungen
6 2.12 PSA mit einer oder mehreren direkt oder
indirekt gesundheits- und sicherheitsrelevanten
Markierungen oder Kennzeichnungen
4.4 Eine Anschlageinrichtung ist Teil
eines Auf-fangsystems und kann
3.1.2.2 der grundlegenden An-
forderungen nur dann erfüllen, wenn
3.1.2.2 Verhütung von Stürzen aus der Höhe
sie in Verbindung mit einem pas-
senden Auffanggurt und Befestigungs-
system verwendet wird, wie in den
Herstellerinformationen angegeben.

WARNHINWEIS — Für Produkte/für das Produkt, die/das in den Anwendungsbereich dieser Norm
fallen/fällt, können weitere Anforderungen und weitere EU-Richtlinien anwendbar sein.

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DIN EN 795:2012-10
EN 795:2012 (D)

Literaturhinweise

[1] EN 516, Vorgefertigte Zubehörteile für Dacheindeckungen — Einrichtungen zum Betreten des
Daches — Laufstege, Trittflächen und Einzeltritte

[2] EN 517, Vorgefertigte Zubehörteile für Dacheindeckungen — Sicherheitsdachhaken

[3] EN 1496, Persönliche Absturzschutzausrüstungen – Rettungshubgeräte

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