Sie sind auf Seite 1von 276

Skriptum

Turnusarztprüfung

Mai 2008

Grundlage:

Themenkatalg der Akademie der Ärzte (8.3.2005)

+

Folgende Prüfungstermine Skriptum basierend auf den Fragen von:

1.

Mai 2001

2.

September 2001

3.

Jänner 2002

4.

Mai 2002 (Sabine)

5.

September 2002

6.

Jänner 2003

7.

Mai 2003

8.

September 2003

9.

Jänner 2004

10.

Mai 2004

11.

Mai 2004 (Sabine)

12.

September 2004

13.

Februar 2005

14.

Juni 2005

15.

Juni 2005 (2)

16.

September 2005

17.

Jänner 2006

18.

Juli 2006

19.

Oktober 2006

20.

-> Inhalte der Prüfung Arzt für Allgemeinmedizin

> Prüfungsziel:

Es ist nicht Ziel, "exotisches" Lehrbuchwissen abzufragen. Sie werden zu Situationen befragt, die Ihnen in der niedergelassenen Praxis täglich begegnen.

> Es werden bei einer Prüfung rd. 25 Patientenfälle vorgestellt, zu denen Sie 2 - 6 Fragen beantworten müssen.

> Die rund 25 Fallbeispiele beschreiben sowohl Symptome, Krankengeschichten, Befunde,

Notfälle, aber auch Beratungs- und Kontrollprobleme.

> Die Fragen zur Prüfung zum Arzt für Allgemeinmedizin sind problemorientiert gegliedert, nicht fachspezifisch und stammen aus allgemeinmedizinischen Leistungsbereichen. Die Fragen sind hinsichtlich Diagnostik, Therapie und Nachbehandlung zu beantworten

>Fragenbeantwortung Zeitvorgabe: Für rund 25 Fälle stehen Ihnen 4 Stunden zur Verfügung. Lesen Sie zuerst den gesamten Fall und die zugehörigen Fragen sorgfältig durch, ehe Sie mit der Beantwortung beginnen. Beachten Sie, dass manche Fälle auf der Folgeseite fortgesetzt werden.

Bepunktung: Nach jeder Frage ist in Klammer die Zahl der Antworten angegeben, die bepunktet werden. (Diese Antworten wurden von einem Expertengremium als Antworten erster Wahl beschlossen. Das bedeutet jedoch nicht, dass andere Antworten falsch sind - sie werden jedoch nicht bewertet.) Schreiben Sie daher unabhängig von der Anzahl alle Antworten auf, die Ihnen wichtig erscheinen. Bei jenen Fragen, wo ausdrücklich nur eine bestimmte Anzahl von Antworten „zulässig“ ist (zB „nur 2 Antworten zulässig“, „nur 3 Antworten zulässig“, etc.), wird bei darüber hinausgehenden Antworten die gesamte Frage als „falsch“ gewertet, auch wenn die richtige Antwort dabei ist! Weniger Antworten als die Beschränkung vorgibt, werden gewertet.

Inhaltlich: Versetzen Sie sich beim Beantworten der einzelnen Fallbeispiele in die Lage eines Arztes für Allgemeinmedizin in seiner Ordination bzw. während eines Hausbesuches. Gehen Sie daher beim Beantworten der Fragen von der Annahme aus, dass Sie eigen- und alleinverantwortlich handeln müssen. Das praxisorientierte Handeln steht im Vordergrund, nicht spezielles Fachwissen. Halten Sie jedenfalls auch Ihnen völlig selbstverständlich erscheinende, sogenannte „banale“ Aussagen / einfache Handlungsschritte / Handlungsanleitungen für die Patienten fest, die auch bedacht werden müssen.

Antworten Sie:

> jeweils mit einzelnen Worten (stichwortartig!) nur auf die Frage.

> Antworten Sie konkret auf die Frage, zB:

NICHT bloß „Risikofaktoren erheben“, sondern „Risikofaktoren: Übergewicht, Rauchen“ NICHT bloß „Ganzkörperstatus“, sondern jeweilige Untersuchungsmethoden angeben NICHT bloß „Röntgen“, sondern Angabe: Körperteil, Methode, Fragestellung >Wenn Sie im Fallbeispiel eine Zuweisung ausstellen, legen Sie genau fest, was wie untersucht werden soll, zB: Zuweisung Röntgen LWS, Zuweisung CT Schädel, Zuweisung Elektroneurographie unter Extremität. Definieren Sie auch genau die Region und geben Sie die richtige Seite an. >Benutzen Sie die medizinische Fachsprache. >Vermeiden Sie nicht-allgemein-übliche bzw. hausinterne Abkürzungen. Benutzen Sie aber allgemeinverständliche Formulierungen, wenn Erklärungen für Patienten, Angehörige etc. gefragt sind.

> Zögern Sie nicht, die Dringlichkeit von Behandlungen, Untersuchungen, Kontrollen, etc. im fiktiven Gespräch mit den Patienten / Angehörigen zum Ausdruck zu bringen.

> Wenn nicht ausdrücklich anders angegeben, beziehen sich alle Fragen auf die Bearbeitung des konkreten Falles (und nicht auf theoretisches Wissen).

> Bitte beachten Sie bei den Laborparametern / Laborwerten Folgendes: Neben

Untersuchungen von Blut und Serum zählen auch Untersuchungen wie Haemoccult, Harn, Stuhl auf pathogene Keime, Sputum zu den Laboruntersuchungen.

Formal:

> Verwenden Sie bitte ausschließlich einen blau-schreibenden Kugelschreiber.

> Schreiben Sie Ihre Antworten AUSSCHLIESSLICH im vorgesehenen Feld auf die

vorgedruckten Zeilen, KEINESFALLS in die rot schattierten / rot umrandeten Bereiche und KEINESFALLS auf eine Gegenseite!

> Ihre Antworten werden NICHT GEWERTET, wenn Sie UNLESERLICH oder

AUSSERHALB der vorgedruckten Zeilen geschrieben sind.

> Falten oder knittern Sie die Prüfungsbögen nicht, da sie von einem Scanner eingelesen

werden müssen. Hilfsmittel:

Sie dürfen nur die von uns beigestellten Hilfsmittel verwenden. Bei Angabe von Medikamenten können entweder Handelsnamen, Freinamen oder Substanzklassen genannt werden. Daher ist der Gebrauch des Vidal / Kodex zulässig, aber nicht unbedingt notwendig. Am Ende der Prüfung:

Kontrollieren Sie bitte vor der Abgabe Ihrer Prüfungsunterlage, ob alle Fallbeispiele vollzählig in der Mappe sind und Sie jeden Fall bis zum Schluss bearbeitet haben. Nachträgliche Reklamationen können nicht berücksichtigt werden! Feedback:

Am Ende Ihrer Unterlage ist ein anonymer Feedback-Bogen beigelegt. Wir ersuchen Sie, diesen im An-schluss an die Prüfung auszufüllen und beim Verlassen des Prüfungsraumes in die dafür bereitgestellte Box zu werfen. Falls Sie der Meinung sind, dass in einem Fallbeispiel unklare Formulierungen vorhanden sind, teilen Sie dies bitte der Prüfungsaufsicht mit. Ihr Kommentar wird im Prüfungsprotokoll vermerkt. Abschließend:

Das Abschreiben der Prüfungsfälle ist unzulässig und sinnlos, da die Beispiele für jede Prüfung verändert bzw. neu erstellt werden.

Beispiel:

a) Anamnese

b) Inspektion

a. Verletzungszeichen? Hämatome?

b. Muskelatrophien, Muskelfaszikulationen

c) Palpation:

a. Lokaler DS?

b. LK-Status va axillär

c. Schwellung, Überwärmung?

d. Mammainspektion u. palpation

e. WS KS, DS

f. Pulse tasten

d) Körperliche Unteruchung:

a. Cor: Auskulation, Puls, RR, EKG

b. Pulmo: Auskultation, Perkussion

c. HNO:

d. Neuro: MDS (Motorik, Durchblutung ,Sensibilität)

e. Haut: Farbe Blässe, Zyanose, Rötung

f. Abdomen:

e) Neurologischer Status Reflexe, Kraft, Sensibilität, Motorik

f) Labor

Inhaltsverzeichnis

-> Inhalte der Prüfung Arzt für Allgemeinmedizin

2

Inhaltsverzeichnis

4

1. Pädiatrie

 

12

1.1

Kleinkind

mit

häufigen Schreien

12

1.3

Kleinkind

mit

akuter Diarrhoe

12

1.4

Kleinkind

mit

längerer Diahrrohe

15

1.5

Kleinkind mit Obstipation

15

1.6

Kleinkind mit Meteorismus

15

1.7

Kleinkind mit Invagination

16

1.8

Kleinkind mit rez. HWI

17

1.9

Kleinkind mit akuter Atemnot

18

1.10

Kind: schlaff+hypoton

19

1.11

Kind:

grippaler Infekt

20

1.12

Kind: Fieber >3Tage

20

1.13

Kind: Vergrößerte Lymphknoten (Lymphadenitis colli)

21

1.14

Kind:

Bauchweh

 

21

1.15

Kind: Appendicitis

22

1.16

Kind: Otitis media

23

1.17

Kind: Infekt der oberen Atemwege (DD Halsweh)

25

1.18

Kind: Bellender Husten

25

1.19

Kind:

Fremdkörperaspiration

25

1.20

Impfreaktion

 

26

1.21

Femurkopfnekrose (->Mb. Perthes)

26

1.22

Verdickung Tuberositas tibiae (-> Mb. Schlatter)

27

1.23

Mb. Scheuermann

 

28

1.24

ADHS/ Hyperkinetisches Syndrom

29

1.25

Bulimie

 

30

1.26

Anorexie

32

1.27

Soziale Problematik/ Vernachlässigung

33

1.28

Scheidung der Eltern

33

1.29

Schulschwierigkeiten

33

1.30

Kindesmisshandlung

33

1.30

Kind und Recht

 

34

2. Gynäkologie

 

35

2.1 Kontrazeption/ Familienplanung

35

2.2 Interruptio = Abruptio

36

2.3 Unerfüllter Kinderwunsch

37

2.4 SS- Hypertonie

 

38

2.5 Präeklampsie (-> EPH-Gestose)

38

2.6 SS- Diabetes

 

39

2.7 Weiter Schwangerschaftskomplikationen

41

2.8 Blutung in der Schwangerschaft

41

2.9 Abortus

 

41

2.10 Tubaria

41

2.11 Puerperalfieber

 

41

2.12 Mastitis puerperalis

41

2.13 Rezidivierenden Schmerzen im Unterbauchbereich

41

2.14 Soor-Kolpitis

 

43

2.15 Adnexitis

44

2.16 Vaginale Blutung

44

2.17 Postmenstruelles Syndrom

46

2.18 Postmenopausale Blutung

47

2.19 Klimakterium = Wechseljahre

47

2.20

Dysmenorrhoe/ Zyklusstörung

49

2.21 Streßinkontinenz (-> Unfreiwilliger Harnverlust; Descensus)

49

2.22 Gynäkologische Tumore

50

2.23 Uterus myomatosus

50

2.24 Mamma CA

51

3. Neurologie

52

3.1 DD Kopfschmerzen

52

3.2 biparietale Kopfschmerz bei Kindern

52

3.3 Migräne

53

3.4 Meningitis

54

3.5 Encephalitis

54

3.6 Neuroborreliose

54

3.7 Synkope (Kollaps)

54

3.8 Vertigo (DD Schwindel)

55

3.10 Carotis-, Basilaris-Insuffizienz

57

3.11 Konus-, Cauda-Symptomatik

57

3.12 Trigeminusneuralgie

57

3.13 Facialisparese

57

3.14 Myopathie

58

3.15 Epilepsie (= DD Krampfanfälle)

58

3.16 Ziehen und Kribbeln in Fingern

58

3.17 PNP (-> Sensibilitätsausfälle; Taubheitsgefühl)

58

3.18 Kribbeln+Schwäche bei junger

Patientin

60

3.19 Multiple Sklerose (Encephalitis disseminata)

61

3.20 Morbus Parkinson

64

3.21 Parkinson Syndrom

67

3.22 Demenz

68

3.23 Halbseitensymptomatik (=DD Lähmung)

70

3.24 Plötzliche Wortfindungsstörung

70

3.25 TIA

71

3.26 Insult

71

3.27 Subarachnoidalblutung

73

3.28 Intrakranielle Blutung (ICH)

73

3.29 St.p. Insult und Sturz

74

3.30 St.p. Insult: Soziale Komponente

75

4. Unfall:

76

4.1 Schenkelhalsfraktur

76

4.2 Husten nach Hüft-TEP

76

4.3 Hüftkopfnekrose

77

4.4 Hüftluxation

78

4.5 Arthrose

78

4.6 Coxarthrose

78

4.7 Heberden-Arthrose

80

4.8 Gonarthrose

80

4.9 St.p. Bimalleoläre Fraktur

80

4.10 Fractura loco typico

81

4.11 Kind: Sturz auf li. Schulter

81

4.12 Kind: Sturz auf re. Handgelenk

82

4.13 Mittelfußfraktur

82

4.14 Radiusköpfchen-Subluxation

82

4.15 Unterschenkel Fraktur

83

4.16 Meniskusbeschwerden

84

4.17 Epicondylitis

84

4.18 Epiphyseolysis

84

4.19 Tendovaginitis

84

4.20 Chondropathie patellae

84

4.21

Rippenverletzung

85

4.22 DD Rückenschmerzen

85

4.23 Verdacht auf Wirbelfraktur

86

4.24 DD Nackenschmerzen

86

4.25 Schleudertrauma der HWS

86

4.26 DD Kreuzschmerzen

86

4.27 DD

Radikuläre/Pseudoradikulärer Schmerzen

86

4.28 Radikuläres LWS-Syndrom (Lumboischialgie)

87

4.29 Pseudoradikuläres LWS-Syndrom

88

4.30 Lumbago (=Akutes lokales LWS-Syndrom )

89

4.31 ISG-Blockierung

90

4.32 Bandscheibenerkrankung

90

5. Orthopädie:

91

5.1 Fersensporn

91

5.2 Senk- Spreizfuß

92

5.3 Hallux valgus

92

5.4 Clavus

93

5.5 Carpaltunnelsyndrom (CTS)

94

5.6 DD Schmerzen im re. Oberarm

96

6. Chirurgie:

98

6.1 Appendicitis

98

6.2 Cholezystitis

98

6.3 Divertikulose/ -itis

99

6.4 Leistenschmerz

99

6.5 Plötzliche Leistenschmerz

101

6.6 Kind: Zerrung Leiste/Adduktoren

102

6.7 Hämorrhoiden

102

7. Urologie/ Nephrologie:

103

7.1 Phimose

103

7.2 Paraphimose

103

7.3 Balanitis

104

7.4 HWI (-> Cystitis, Pyelonephritis)

104

7.5 Mikrohämaturie

105

7.6 Makrohämaturie (->Blut im Harn)

106

7.7 Hydrocele testis (-> Hodenschwellung)

106

7.8 DD Hodenschmerzen

106

7.9 Varikozele

107

7.10 Hordentorsion

107

7.11 Poststreptokokken GN

107

7.12 Nephrotisches Syndrom

108

7.13 Urolithiasis

108

7.14 Harndrang

108

7.15 Harnverhalt

108

7.16 Prostatahyperplasie

109

7.17 Prostatitis

111

7.18 Epididymitis

111

7.19 Prostatakarzinom

111

7.20 Potenzprobleme (Testikuläre Dysfunktion)

111

7.21 DD Schmerzen im Nierenlager-Bereich

111

8. Dermatologie:

112

8.1 Rhinokonjunktivitis allergica (->Pollenallergie)

112

8.2 DD Pruritus

112

8.3 Anaphylaktische Reaktion/Schock

112

8.4 Skabies (-> Parasitäre Hauterkrankung)

112

8.5 Neurodermitis/ Atopische Dermatitis

113

8.6 Periorale Dermatitis

116

8.7

Kontaktekzem

116

8.8 Arzneimittelexanthem

116

8.9 Lyell Syndrom

117

8.10 Autoimmundermatose

118

8.11 DD Haut-Bläschen

118

8.12 Psoriasis

118

8.13 Verruca plantaris

118

8.14 Alopezia areata

118

8.15 DD Mykosen

119

8.16 Pityriasis versicolor (->Mykosen)

119

8.17 Akne

120

8.18 Exsikkationsekzem

121

8.19 Impetigo contagiosa

121

8.20 Pyodermie

122

Phlegmon/

8.21 Erysipel

122

8.22 Erythema migrans

122

8.23 Ulcus prätibial

122

8.24 Ulcus cruris (->DD offenes Bein)

123

8.25 Thrombophlebitis

126

8.26 Chronische venöse Insuffizienz

126

8.27 „Roter Strich“: Lymphangitis

126

8.28 DD Hauttumore

128

8.29 Malignes Melanom

128

8.30 DD Kopfschuppen

128

8.31 Berufsdermatose

128

9.

Augenheilkunde:

129

9.1 Rotes Auge

129

9.2 Hordeolum

130

9.3 Augen-Verletzung: Verätzung

130

9.4 Augen-Schmerzen+FK-Gefühl

130

9.5 Konjunktivitis

131

9.6 Konjunktivale und ciliare Rötung

132

9.7 Keratitis

133

9.8 Herpes zoster

133

9.9 Sehverschlechterung

133

9.10 Akuter Glaukomanfall

134

9.11 Sehstörungen - Gesichtsfeldausfälle

136

9.12 DD Retinopathie

136

9.13 Zentralarterienembolie/ Zentralvenenthrombose

137

9.14 Amaurosis fugax

137

9.15 Neuritis N. optici:

137

9.16 Ablatio retinae

138

9.17 Katarakt-OP: PDU

138

9.18 Med.NW aufs Auge

139

9.19 Auge

+

Neurolog. Erkrankungen

139

9.20 Auge + Internist

Erkrankungen

139

10. Gastroenterologie/ Hepatologie:

140

10.1 Postprandiale Bauchschmerzen

140

10.2 Sodbrennen/GÖR/Refluxösophagitis

141

10.3 H.Pylori

143

10.4 Akute/ Chronische Gastritis

143

10.5 Gastroduodenitis

144

10.6 Ulcus ventriculi/ duodeni

144

10.7 Zöliakie

145

10.8 DD

Akute Schmerzen re. Unterbauch

147

10.9 DD Schmerzen Ober/Mittelbauch

147

10.10

DD Schmerzen re. Oberbauch (Gallenkolik)

148

 

10.11 Schmerz nach CHE (->Postcholezystektomiesyndrom)

150

10.12 Diarrhoe: akut (Erwachsen)

151

10.13 Diarrhoe: prolongiert

152

10.14 Pseudomenmranöse Colitis

153

10.15 Obstipation

154

10.16 Reizdarm

155

10.17 Stuhl-Blutbeimengungen

157

10.18 Analfissur

157

10.19 DD Appetitlosigkeit

158

10.20 DD Übelkeit

158

10.21 Mangelernährung

158

10.22 Kolorektales Karzinom

158

10.23 Vorsorgeuntersuchung

159

10.24 Akute/ Chronische Pankreatitis

160

10.25 Ikterus

160

10.26 Hepatitis A

160

10.27 Hepatitis

C

161

10.28 Leberzirrhose

163

11.

Kardiologie:

166

11.1 Art. Hypertonie

166

11.2 Art.

Hypotonie

169

11.3 DD Brustbein-Schmerzen + Dyspnoe

169

11.4 DD

Brustschmerzen

-jung

169

11.5 DD

Brustschmerzen

-alt

171

11.6 DD Brustschmerzen -mit Ausstrahlung

172

11.7 Myocardinfarkt (->Akutes Herzversagen)

172

11.8 Schmerzen im BWS-Bereich + kaltschweißig

174

11.9 Kardiale Dekompensation/ Herzinsuffizienz

174

11.10 Kardiale Dekompensation mit Lungenödem

176

11.11 Präkardiale Schmerzen + Fieber

177

11.12 Myocarditis

178

11.13 Tachykardie und Wadenschmerzen

178

11.14 Herzrasen

179

11.15 Sinustachykardie

179

11.16 Z.n. Herztransplantation

180

12.

Angiologie:

181

12.1 TVT

181

12.2 Thromboserisiko

182

12.3 DD Müde, Gewichtsverlust, Unterschenkel

182

12.4 Paraneoplastische Thrombose

183

12.5 Postthrombotisches Syndrom/ CVI

183

12.6 Beckenvenenthrombose

183

12.7 Arteriitis temporalis

183

12.8 Entzündliche Arteriopathie

184

12.9 pAVK

184

12.10

akuter arterieller Gefäßverschluß

186

12.11

Varikosis

187

12.12

Chr. Lymphödem

189

12.13

Varikophlebitis

191

12.14

DD

Wadenschmerz/ -krämpfe

191

12.15

DD

„dickes Bein“

191

12.16

Akrozyanose

191

13.

Endokrinologie:

192

13.1 DD vergrößerte Schilddrüse

192

13.2 Engegefühl Hals

193

13.3

Struma

193

 

13.4 Thyreoiditis

193

13.5 Hypothyreose

195

13.6 DD Antriebslosigkeit, Müdigkeit und Gewichtszunahme

196

13.7 Hyperthyreose

196

13.8 Hypoparathyreoidismus

198

13.9 DD Krämpfe

198

13.10 Morbus Cushing

199

13.11 Osteoporose

200

13.12 Metabolisches Syndrom

201

13.13 Adipositas

202

13.14 Hyperlipidämie (Fettstoffwechselstörung)

203

13.15 Hyperglykämie (->Diabetes mellitus)

203

13.16 Glucosurie

204

13.17 Hypoglykämie

205

14.

Rheumatologie:

206

14.1 PCP

206

14.2 Mb. Bechterew

208

14.3 Gicht/ Arthritis urica

210

14.4 DD Schmerzen in großen Gelenken

212

14.5 DD Schmerzen in kleinen Gelenken

212

14.6 DD „geschwollenes Gelenk“

212

14.7

Skoliose

212

15.

Pulmonologie:

213

15.1 Husten und Fieber

213

15.2 Thorax-Schmerzen ohne Trauma

213

15.3 Thorax-Schmerzen mit Trauma (->Thoraxverletzung)

214

15.4 Pneumothorax

215

15.5 Thorax-Schmerzen mit Ausstrahlung

215

15.6 Afebrile Erkrankung der oberen Atemwege

216

15.7 Schmerzen beim Atmen, Fieber

216

15.8 Pneumonie

217

15.9 Pleuritis

219

15.10 Asthma bronchiale

219

15.11 Belastungsdyspnoe

220

15.12 DD Tachycardie, Tachypnoe

221

15.13 PAE

221

15.14 Schlafapnoesyndrom

223

15.15 Bronchialkarzinom

224

15.16 Chronische Bronchitis/ COPD

226

15.17 Nikotinabusus

227

16.

Hämatologie/ Onkologie:

228

16.1 DD Blutergüsse und punktförmige Blutungen

228

16.2 Hämorrhagische Diathese

228

16.3 Thrombozytopenie

229

16.4 Anämie

229

16.5 Eisenmangelanämie

231

16.6 Megaloblastäre Anämie

232

16.7 Lymphadenopathie (vergrößerte LK)

233

16.8 DD

Milzvergrößerung

233

16.9 DD Leistungsknick

233

16.11

Kind: rez.Fieber, HWI, Gliederschmerzen

234

16.11

Leukämie erste Anzeichen

234

16.12

Lymphom erste Anzeichen

234

16.13

DD B-Symptomatik

234

17.

Medikamente:

236

17.1

NSAR

236

 

17.2 Marcoumarisierung/ OAK

236

17.3 ACE-Hemmer

238

17.4 Verhaltensstörung durch psychotrope Substanzen

238

17.5 Schwangerschaft und Medikamente

238

17.6 Stillen und Medikamente

238

18.

HNO:

239

18.1 Tockener Mund/ Mundbrennen

239

18.2 Schluckbeschmerzen

239

18.3 Aphten (->Bläschen an der Lippe)

239

18.4 Kind: Adenoide/ Schnarchen

240

18.5 Kind:

Chronische Rhinitis

241

18.6 DD Speicheldrüsenschwellung

241

18.7 DD Globusgefühl

241

18.8 Epistaxis

242

18.9 Akute/chronische Heiserkeit

242

18.10 Kind: Laryngitis subglottica

242

18.11 Epiglottis

243

18.12 Hals- und Ohrenschmerzen (Kind)

243

18.13 Akute/ chronische Tonsillitis

244

18.14 Seitenstrangangina

244

18.15 Sinusitis maxillaris

245

18.16 DD Schwerhörigkeit

245

18.17 Otits media

245

18.18 DD Ohrenschmerzen

246

18.19 Barotrauma

246

18.20 Schwindelformen HNO

247

18.21 Tinnitus (Ohrgeräusch)

247

18.22 Mb. Meniere

247

19.

Infektionen:

249

19.1

Grippaler Infekt

249

19.2

Masern

251

19.3

Mumps

253

19.4

EBV - Mononukleose

254

19.5

Borreliose

255

19.6

Influenza

257

19.6

AIDS

257

19.7

Gonorrhoe

257

19.8

Lues

257

20.

Psychiatrie/ Psychologie:

258

20.1 Panikattacke

258

20.2 DD Schweißausbrüche

258

20.3 Angststörung

258

20.4 Akute Verwirrtheit

259

20.5 Akute psychotische Symptomatik

260

20.6 organisches Psychosyndrom

260

20.7 Sexualstörung/ sexueller Missbrauch

260

20.8 Verwirrtheit/ Dämmerzustand/ Delir

260

20.9 Alkoholismus

261

20.10 Drogenabusus (-> Suchterkrankung)

262

20.11 DD Schlafstörung

263

20.12 Burnout/ psychische Überlastung

263

20.13 Akute Belastungssyndrom

263

20.14 Depressio

 

264

20.15 Entwurzelungsproblematik

266

20.16 Verhaltensstörung im Wochenbett

267

20.17

Langzeitarbeitslosigkeit

267

20.18 Manische Störung

 

267

20.19 Präsuizidales Symptomatik

267

20.20 Wesensveränderung

 

268

20.21 Terminaler Patient (->Sterbebegleitung)

268

20.22 Betreuung der Familie nach Todesfall

269

21.

Notfall:

270

21.1 Erstversorgung am Unfallsort

270

21.2 Akute traumatische Blutung

270

21.3 Kind: Thorax/Abdominalverletzung

270

21.4 Schädel/Hirn-Trauma (SHT)

271

21.5 Fremdkörperaspiration

 

271

21.6 Anaphylaktischer

Schock

271

21.7 DD Hypertensive Krise

273

21.8 Verbrennung

273

21.9 Hitzschlag

274

21.10 Kälteschäden

274

21.11 Ertrinken

274

21.12 Stromunfall

274

21.13 Verletzung durch Chemikalien

274

21.14 Vergiftung

 

274

21.15 Bewußtlosigkeit - infaust:

274

21.16 Bewußtlosigkeit - Unfall:

275

21.17 Reanimation frustan

 

276

1. Pädiatrie

1.1

Kleinkind mit häufigen Schreien

Siehe Meteorismus und Invagination

1.3

Kleinkind mit akuter Diarrhoe

Fall 1: Kind hat vor ~ 3 Tagen Durchfall gehabt und Fieber, speichelt vermehrt dzt. fieberfrei.

a) An welche DD denken Sie?

Gastroenteritis (Rota-, Adeno-, Noroviren, Salmonellen, Typhus, Campylobacter, E. coli, …)

Stomatitis

“Zahnen”

Ösophaguserkrankung / Refluxösophagitis

Vegiftung (Arsen, Blei, Quecksilber)

Fall 2: Mutter mit 9 Monaten altem Kind, das seit einem Tag Durchfall hat.

a) Was fragen die Mutter? (8)

Essen? Ernährung? MM, Beikost, Kuhmilch. Nahrungsumstellung?

Trinken? Trinkmenge: Wieviel trinkt das Kind?

Stuhl? Stuhlanamnese: Frequenz, Konsistenz, Farbe, Geruch, Blut?

Anamnese?

o

Antibiotikum in letzen Tagen? Mutter?

o

Erbrechen? Fieber?

o

Gewichtsverlust?

o

Auslandsaufenthalt

o

Durchfallerkrankung in Familie?

Zahnen?

b) Worauf achten sie bei der klin. US? (5) Was untersuchen Sie? (4)

AZ des Kindes? Fieber? Temperatur messen!

Gewichtsverlust: Wiegen

Flüssigkeitsverlust abschätzen

Exsikkosezeichen: Schleimhäute, Hautturgor, hallonierte Augen, Rekap.zeit

Neuro:

o

Vigilanz

o

Meningismus?

Abdomen: Palpation u. Inspektion u. Auskultation

o Abwehrspannung? Resistenzen? DG?

Cor u. Pulmo: Auskultation u. Perkussion

Haut: Exanthem? Soor?

HNO-Inspektion (LK-Status?)

Stuhlvisite“

Labor: BB, SBH, Elyte, CRP

Fall 3: Eine Mutter kommt mit ihrer 6 Monate alten Tochter. Seit gestern besteht Durchfall ohne Fieber.

a) Welche wichtigen Fragen zur Anamnese erstellen Sie (6)?

Wieviel trinkt sie? Trinkmenge? Was isst sie (gestillt? Fläschen?)

Gewichtsabnahme?

Erbrechen? Bauchschmerzen? Fieber?

Wie oft Durchfall und wie ist der Stuhl (blutig, Übel riechend, schleimig)?

Auslandsaufenthalt?

Noch jemand in der Familie oder Umgebung erkrankt?

Vorangegangene Antibiose

Zahnen?

Exanthem

Gastroenteritis

Erreger

viral:

Rotaviren: Schmierinfektion, IKZ 1-3 d Adenoviren: Schmierinfektion, IKZ 1-3 d Noroviren: Schmierinfektion, IKZ 1-3 d Astroviren

Bakteriell:

Salmonella enteritis: Geflügel, Hackfleisch, 1-3 d Shigellen: Schmierinfektion, Lebensmittel, 2-7 d Yersinien: ungeklärt, 2-7 d E. coli: Rindfleisch, Rohmilch, Schmierinfektion Clostridium dificile Vibrio cholerae: Trinkwasser, 16-72 h

Protozoen:

Campylobacter jejuni/ coli: Geflügel, Rohmilch, 2-5

Giardia lamblia, Kryptosporidien, Amöben

- Adenoviren

Klinik: Grippesymptome Pharyngitis Tonsillitis Tracheobronchitis Pneumonie GE Bei Typ8: Epidemische Konjunktivitis

- Rotavirus/ Noroviren

Klinik: Erbrechen Intensive, oft übelriechende, gel. Grünverfärbte Stühle Trinkschwäche Blähungen

- Salmonellen GE:

Err.

Salmonella enteritidis, typhimurium, weitere

IKZ:

8-72h

Übertragung:

- Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln (Geflügel-, Rind-, Schweinefleisch, Wurst, Eier)

- Schmierinfektion von Mensch zu Mensch möglich

Klinik: -abrupter Beginn mit Übelkeit, Erbrechen,

- krampfartige Bauchschmerzen, DF (wässrig, blutig)

- Dauer 2-5 d, gel. Fieber

- Bei Dauer > 3d -> Sepsis od. Organinfektion

Dx:

Erregernachweis im Stuhl und asservierten Nahrungsmitteln

Th:

Bei Fieber und blutiger Diarrhoe Blutkultur bei unkompl. Verlauf orale Flüssigkeitszufuhr Bei Fieber/ blutigen Stühlen Antibiose mit Ampicillin/ Amoxicillin

Durch Antibiose wird Rate der Dauerausscheider erhöht, sodass Antibiose bei Erw. ohne septische Ko kontraindiziert ist Bei schwerem Verlauf Klinikeinweisung Nach Ende der Erkrankung Stuhlkontrollen auf Erregerausscheidung Meist spontane Elimination innerhalb weniger Wo.

- Thypus

Err.

IKZ: 1-3 Wo Übertragung: kontaminierten Lebensmitteln, Trinkwasser

Klinik: unbehandelt charakteristischer 4 wöchiger Verlauf

Salmonella typhi und paratyphi, In Europa selten

1. Wo: kontinuierlich Fieber um 40°, Bauch-,

Kopfschmerzen, relative Bradycardie

2. Wo: Obstipation, Husten, Splenomegalie, Roseolen am Oberbauch + periumbilical

3. Wo: Somnolenz, erbsbreiartige DF

4. Wo: Besserung

Ko:

Darmperforation, Organinfektion

Dx:

Blutkultur

Th:

Ab 2. Wo Erregernachweis im Stuhl, Urin, Serologie BB: Leukos normal od. , Eosinopenie im Frühstadium ambulante Antibiose mit Ampicillin Späteren Stadien Klinikeinweisung

- E.coli

Err.

ETEC: enterotoxische (Reisediarrhoe) EPEC: enteropathogene EIEC: enteroinvasive EHEC: enterohämorrhagisch EAggEC: Enteroaggregative Vor Antibiose wird eher abferaten

EHEC = enterohämorrhagische Escherichia coli

Err.

Übertragung: unpasteurisierte Milch, rohes Fleisch, Schmierinfektion (von Mensch zu Mensch) Klinik: wässriger DF, kolikartige Bauchschmerzen, Erbrechen

E. coli, toxinbildende Stämme (Verotoxin, Shiga lika toxin)

Ko:

leichtes Fieber chron. Colitis, nekrotisierende Colitis und Dickdarminvagination mit

Ileus HUS: Hämolytisch- urämisches Syndrom

Hämolytische Anämie Thrombopenie ANV

Dx:

Stuhl auf EHEC, Toxinnachweis Th: symptom. Vor Antibiose wird eher abgeraten Bei Auftreten von Ko Klinikeinweisung Überwachung bis 3 Stuhlproben neg. sind KEIN Verzehr von rohen oder unzureichend gegarten Fleischprodukte durch Kinder < 10J.

BB: Fragmentozyten, Thrombopenie, LDH, Krea

- Campylobacter

Err.

Übertragung: unpasteurisierte Milch, rohes Eier fäkal- oral von Mensch zu Mensch

Campylobacter jejuni, intestinalis

IKZ:

Klinik: blutige DF, heftige diffuse Bauchschmerzen, Erbrechen Koliken, mittelhohes Fieber

2-7d

Dx:

Stuhlkultur

Th:

symptom.

1.4 Kleinkind mit längerer Diahrrohe

Fall 4: 6 Monate altes Kind, das seit 6 Wochen Diarrhoe hat, Gewichtsverlust hat und Flaschennahrung bekommt.

a) Welche DD?

1. Laktoseintoleranz

2. Zöliakie

3. Mono-Disacharidase-Mangel

4. Mb. Hirschsprung

5. Zystische Fibrose

6. CED (Mb. Crohn, Colitis ulcerosa)

1.5 Kleinkind mit Obstipation

Fall 5: Kleinkind mit Obstipation

a) Was sagen Sie der Mutter?

Ballaststoffreiche Ernährung

Viel Flüssigkeit

Bewegung (Sport)

Bis 5 Tage kein Stuhl ist nicht pathologisch

Ev. Laevolac

Ev. Lefaxin, Antiflat

1.6 Kleinkind mit Meteorismus

Fall 6: Eine entnervte Mutter kommt mit ihrem 6 Monate altem Kind. Das Kind schreit viel. Ernährt wird es mit Beikost und Muttermilch. Sie hat es schon mit Fencheltee probiert - keine Besserung. Sie stellen die Diagnose Meteorismus und klären die Mutter über die Harmlosigkeit der Diagnose auf.

Fall 7: Eine junge Mutter kommt mit ihrem 6 Monte altem Säugling in ihre Ordination. Sie wirkt müde und angespannt und erzählt, dass das Kind nachts immer schreit. Das Kind wird gestillt und erhält Beikost. Bei der klinischen Untersuchung stellen Sie die Diagnose Meteorismus. Sie klären die Mutter über die Harmlosigkeit der Diagnose auf.

a) Diagnose (1)

Meteorismus

b) Welche Verhaltensmaßnahmen empfehlen sie der Mutter? (5)

Ernährungsberatung für Mutter:

o

Ballaststoffarme Ernährung

o

Keine blähende Kost für Mutter und Kind (Beikost)

o

Meiden von: Lauch, Zwiebel, frisches Brot, Kaffe, Knoblauch!

o

Fenchel-, Kümmeltee gegen Blähungen f. Mutter u. Kind

Allgemeine Tipps:

o

Langsam essen -Beim Essen mehrmals Pausen einlegen

o

Mehrere kleine Mahlzeiten nicht überfüttern

o

Nach dem Essen gut aufstoßen lassen

o

Postprandiale Bewegung u. Anwendung v. Wärme bei Kind u. Mutter Kirschkernsackerl!

Lefaxin Tropfen vor jeder Mahlzeit - Antiflat

Ev. Darmrohr

c) Auf welche Alarmsignale sollte die Mutter trotzdem achten? (5)

Trinkmenge + Erbrechen

Stuhlfrequenz u. beschaffenheit -> z.B. Kein Stuhl oder blutige Stühle

Fieber

AZ-Verschlechterung - Apathie

Harter Bauch

Beschwerdepersistenz/-progredienz

DD Invagination -> Schreiattacken im Wechsel mit Ruhephasen

1.7 Kleinkind mit Invagination

Fall 8: ausländische Familie, 8 Monate altes Kind, Stuhl in Windel gehabt gestern, Kind wird noch gestillt, Mutter ist fix und fertig, Vater besorgt, Kind schreit.

Fall 9: Ehepaar ruft an (nachts) Kind schreit seit Stunden; als sie eintreffen sehen sie ein erschöpftes Elternpaar und ein immer noch schreiendes Kind (Stuhlgang vor kurzem erfolgt)

a) Worauf achten sie bei der Untersuchung (6)

Anamnese:

o

Schreiattacken wann? Im Wechsel mit Ruhephasen?

o

Erbrechen? Miserere?

o

Ernährung? Menge?

o

Trauma? Intoxikation?

Fieber?

Status:

o

Inspektion: AZ? Apathie? Entwicklung

o

Cor u. Pulmo: Auskultation u. Perkussion

o

HNO-Status: Zahnleiste („Zahnen“)? LK-Status?

o

Neuro: Meningismus?

o

Abdomen:

harte BD, Abwehrspannung,

Darmgeräusche? Resistenzen (Walze?)

Stehende Darmschlingen, Stuhlknollen

o

Bruchpforte!

o

Haut :

Exsikkosezeichen (Fontanellen, Hautturgor)? Schleimhaut?

Blässe, Ikterus?

Windelbereich

Exanthem?

b) Welche nichtinfektiösen abwendbaren Gefahren bzw. gefährl. Erkrankungen schließen sie

aus (4)

1.

Exsikkose (Hunger+Durst?)

2.

Darm:

o

Invagination

o

Volvulus

o

Inkarzerierte Hernie

3.

Meningitis

4.

Unfall: Trauma, Intoxikation

5.

Misshandlung, Missbrauch

(weitere DD: Meteorismus)

Invagination

Va. am ileocoecalen Übergang, meist <2 Jahre Ursache:

- meist ohne Auslöser

- häufig Meckel-Divertikel

- Polypen

Klinik:

- Intermittierende, kolikartige Bauchschmerzen

- Anhaltendes Schreien bei Säuglingen oder - Schreiattacken im Wechsel mit Ruhephasen

- Erbrechen

- Blässe, Apathie, Schock

- Blutig-schleimiger Stuhl als Spätzeichen

- Tastbare Walze im rechten Unter-/Mittelbauch Komplikationen:

1. Ileus

2. Perforation

3. Peritonitis

Diagnose:

- Klinik

- Abdomen-Sono Kokardenstruktur!

Therapie:

- Falls Anamnese <48 Std. hydrostatische oder pneumatische Reposition

- Operative Reposition

1.8 Kleinkind mit rez. HWI

Fall 10: 8jähriges Kind mit rez. HWI: Leucos im Harn erhöht, Nitrit+, Ery+

a) An welche DD denken Sie?

Vesicourethraler Reflux

Fehlbildung (Innervationstörung d. Blase, Divertikel, Hydronephrose)

Phimose

Entleerungsstörung durch Obstruktion

Infekt Harntrakt: Cystitis, Pyelonephritis, Abszeß, Urosepsis

TBC

Malignom

Diarrhoe

b) Welche Untersuchungen treffen Sie:

Status, Harn, Uricult, Labor (BB, CRP, Niere)

Sono Nieren

MCU und DMSA

c) Therapie eines einfachen HWI in diesem Alter (1)?

Fall 11: Mustafa, 6 Mo, Fieber 38,8°C, 1x erbrochen, seit 2d wenig Appetit. Status unauffällig bis auf Tachykardie und Harnbefund: Nitrit+, Protein+, Leucos+

a) Diagnose (1)?

HWI

b) Welche Symptome beim HWI beim Kind?

c) Was ist die häufigste Ursache für diese Diagnose? -> Siehe oben

d)

Welche Komplikationen sind möglich?

Pyelonephritis mit Narbenbildung und Funktionsverlust der Niere

Urosepsis

Arterielle Hypertonie

Umbau der Blasenwand (Verdickung)

e) MCU? = Miktionszystourethographie (Nachweis vesikuläer Reflux) Statische und dynamische Nierenszintigraphie

f) Erreger?:

80% E. coli, Proteus, Enterokokken, Klebsiellen, Pseudomonas

1.9 Kleinkind mit akuter Atemnot

Fall 12: Eine aufgeregte Mutter ruft Sie an. Ihre 3jährige Tochter, bislang völlig gesund, hat plötzlich Atemnot und Husten, jedoch nicht bellend. Als sie eintreffen bemerken Sie Tachypnoe, Dyspnoe, kein Nasenflügeln und keine Interkostaleinziehungen.

a) Welche Fragen stellen Sie in der Anamnese? (4)

1. Seit wann?

2. Schon mal so einen Zustand gehabt?

3. Krankeitsanamnese: Allergie bekannt? (z.B. auf Erdnüsse), Haustiere? Neurodermitis? Asthma? Herzfehler?

4. Was heute gegessen?

5. Symptome:

a. Fieber? Fieberhafter Infekt in Familie?

b. Stridor?

c. Schleim

d. Emesis

6. Mögliche Fremdkörper: Spielzeug?

7. Putzmittel/ Medikamente in der Nähe? Rauchgasvergiftung möglich.

8. Trauma?

9. Krämpfe?

10. Psychische Belastung

b) Was untersuchen Sie vor Ort? (3)

Inspektion: Verletzungen?

HNO: Racheninspektion (Fremdkörper?)

Cor u. Pulmo:

Auskultation/ Perkussion, Lymphknoten?

Temperaturmessung, Puls, RR

Abdomen

Haut

Neuro: Vigilanz

c) Welche Verdachtsdiagnose? (4)

1. Fremdkörperaspiration

2. Allergisches Asthma

3. Medikamentenintox.

4. Impfreaktion (Allergie auf Konservierungsmittel)

5. Rauchgasvergiftung

d) Wie ist Ihr weiteres Vorgehen? (3)

1. Atmung sichern

a. Je nach Auskultation: O 2 + evt. Beta2-Mimetika +/- Cortison

2. Bei Fremdkörper:

a. Entfernen

b. Eventuell: Kind über Knie legen u. 5 Schläge zwischen Schulterblätter

3. NA verständigen

a. Einweisung in Kinderklinik in ärztlicher Begleitung

b. Iv Zugang

c. Reanimationsbereitschaft

4. Mutter beruhigen

1.10 Kind: schlaff+hypoton (->Near-SIDS)

Fall 13: Ein zweijähriges Kind wird von der Mutter nachts reglos im Bett vorgefunden. Es lässt sich nicht erwecken, ist schlaff und hypoton.

a) Wonach fragen Sie in der Anamnese? (8)

Infekt? Fieber? Durchfall? Erbrechen?

Trauma? Kopf angehaut? Vorausgegangene Verhaltensauffälligkeiten?

Allergien? Atemnot? Krämpfe?

Schlafen in Bauchlage? Bekleidung des Kindes? Zimmertemperatur

Vorerkrankungen/OP

o

Epilepsie bekannt?

o

Frühgeburt? Mehrlingsgeburt?

o

Polyurie, Polydipsie? Diabetes bekannt? Wieviel Flüssigkeitszufuhr?

Familie:

o

Kinder in Familie als Baby plötzlich gestorben? Geschwister in ähnliche Situation?

o

Raucher in Familie?

o

Misshandlung

Medikamente? Putzmittel leicht zugänglich?

b) Welche klinischen Untersuchungen führen Sie durch?

Inspektion: Atmet das Kind? Wie schnell? Zyanose? Überprüfen der Atmung bzw der Atemwege, ev. Freimachen FK?

Äußere Verletzungen?

Palpation-> reagiert das Kind auf Berührung? Abdomen?

Puls tasten?

Cor und Pulmo: Auskultation

Neuro-Status: Reflexe, Pupillenreaktion, Meningismus?

Haut: Farbe? Hautturgor? Exsikkose? Anämie? Ikterus?

HNO-Inspektion

c) Welche Differentialdiagnosen sind möglich? (8)

1. Near-SIDS

2. Hypo-, Hyperglykämisches Koma

3. Trauma (SHT) mit Hirnschädigung (intrakranielle Blutung, Z.n. Misshandlung)

4. postiktaler Dämmerzustand nach Fieberkrampf bzw epilept. Anfall

5. Pulmo: Fremdkörperaspiration Verlegung der Atemwege

6. Cor: Herzrhytmusstörung, dekomp. Herzvitium

7. Hohes Fieber fieberhafter Infekt (HWI, Pneumonie etc.), Meningitis, Enzephalitis

8. Stoffwechselerkrankung – AGS, …

9. Medikamentenintoxiktation

10. Anaphylaxie, Asthma

11. Exsikkose zB bei Diarrhoe, Erbrechen

d) Was und in welcher Weise veranlassen Sie Vor Ort? (nur 2)

NA verständigen - sofortiger Transport in NA-Begleitung ad KK-INT

Atmung sichern/freimachen ev. Intubieren, O 2 -Gabe

iv-Zugang, ev. Volumengabe

engmaschige Kontrolle der Vitalparameter

bei Herz-Kreislaufstillstand -> Reanimation

1.11 Kind: grippaler Infekt

Fall 14: 4-jähriges Kind kommt mit Vater. Rhinitis verklebte Augen, Fieber bis 39.4. Es zeigt sich eine ausgeprägte Pharyngitis, Rhinitis, Konjunktivitis

a) Auf was achten Sie bei der körperlichen Untersuchung (5)

Haut (Exanthem) u. Schleimhaut

HNO-Inspektion (Rachen-Stippchen?, TF gerötet?)

LK (vergrößert?)

Neuro-Status (Meningismus)

Abdomen (Milz vergrößert?)

b) Therapie:

Antipyretikum und Analgetikum

Abschwellende Nasentropfen (Vibrocil)

Tantum verde Spray/Lösung

ev. Antibiotikum (bei Va EBV kein Ampicillin = Standacillin)

körperliche Schonung, Bettruhe

c) was raten Sie dem Vater noch

körperliche Schonung, Bettruhe

bei Temp. >38,5˚ Antipyretikum -> Gefahr eines Fieberkrampfes

Wiedervorstellung: bei Auftreten eines Ausschlags bzw bei Verschlechterung d. AZ

Hände- u. Handtuchhygiene

Viel Flüssigkeit

d) Wann Wiedervorstellung?

1.12 Kind: Fieber >3Tage

Fall 15: Mutter mit 15 Mo altem Bub, seit 4 Tagen rez. Fieber bis 39,5. Kind wirkt sonst gesund; spielt. AZ ist nicht beeinträchtigt.

a) Was fragen sie die Mutter? (8)

Allgemein:

o

Trinkmenge? Exsiccose-Gefahr?

o

Erbrechen?

o

Stuhlmenge? Harn?

o

Ausschlag?

o

Husten? Schnupfen?

o

Verhalten auffällig?

Schlaf?

Gewichtsabnahme?

Medikamente

Umfeld erkrankt?

b) Was untersuchen Sie klinisch (5)

Herdsuche: Lunge, Herz, Abdomen, HNO-Inspektion

Haut

Meningismuszeichen

Harn

Windelbereich

LK-Stationen

c) Was sagen Sie der besorgten Mutter, worauf sie bes. achten soll? (4)

Trinkmenge

Durchfall/Erbrechen

Ausschlag

AZ-Verschlechterung

Spielverhalten

Regelmäßig Fieber messen -> ausreichend Fieber senken

Menschenansammlungen meiden

1.13 Kind: Vergrößerte Lymphknoten (Lymphadenitis colli)

Fall 16: Eine Mutter kommt mit ihrem 7-jährigen Kind nach einem Urlaub am Bauernhof zu Ihnen in die Praxis. In den letzten Tagen hat sich im re Kieferwinkel ein vergrößerter Lymphknoten entwickelt.

a) Welche anamnestischen Fragen stellen sie ( ca 6)

1. AZ Veränderung? Fieber?

2. Infekt? (Otitis media? Schnupfen? Husten? Halsschmerzen?)

3. Exanthem?

4. Noch andere vergrößerte LK?

5. Druckschmerz? Verschieblichkeit?

6. Appetit? Gewichtsverlust?

7. Tierkontakt? Katzen?

b) Nennen Sie die Differentialdiagnosen (ca 5)

Mitbeteiligung im Rahmen einer entz. Reaktion > HNO-Infekt (z.B. Angina)

Infektion:

1. EBV Mononukleose (Siehe unten)

2. Katzenkratzkrankheit (Bartonella henselae)

3. Toxoplasmose, HIV, Influenza, Röteln

4. Sarkoidose/ MOTT

5. Borreliose

Tumor:

o

Lymphom Mb. Hodgkin

o

Leukämie

o

CA-Metastase

Kollagenose

1.14 Kind: Bauchweh

Fall 17: Eine besorgte Mutter sucht sie mit ihrem 9 Jahre alten Sohn auf, weil ihr Junge seit ein paar Wochen immer "so Bauchweh "hat. Die Lehrerin musste ihn sogar in letzter Zeit öfters von der Schule nach Hause schicken.

a) Welche Fragen stellen sie dem Jungen? (6)

Allgemein:

o

familiäre Probleme

o

Freunde?

o

Schulprobleme (Stress, Lernschwierigkeiten)

o

Trauma (psychisch/physikalisch)

o

Darm-OP?

Gastro:

o

wo sind Bauchschmerzen lokalisiert? Dauer? Qualität?

o

Sind Bauchschmerzen von Mahlzeit (Nahrungszufuhr) abhängig?

o

Stuhlgang, Blut-, Schleimbeimengung

o

Durchfall, Erbrechen, Gewicht

b) Welche Ursachen könnten das Bauchweh haben? (5) psychische Ursachen:>familiäre Probleme >Schulprobleme

Organische Urs.:

1> chronische Appendicitis 2> protrahierter GI Infekt 3> Chron. entz Darmerkrankung 4> Laktose- Fruktoseintoleranz 5> Zöliakie 6> Obstipation 7> Adhäsionen, Hernie

c) Welche Therapievorschläge bieten sie an? (5)

o

1. Gastro:

Gastroenterologische Abklärung

Gesunde, ausgewogene Ernährung, leichte Kost

Regelmäßige Nahrungszufuhr, Reichliche Flüssigkeitszufuhr

Stuhlregulierung

o

Bewegung

o

Antibiophilus

o

Psycholgisches Betreuung/Gespräch

o

Entspannunsübungen

o

Geregelter Tagesablauf

o

Evtl. Schulwechsel

1.15 Kind: Appendicitis

Siehe auch Chirurgie ->Appendicitis

Fall 18: Mädchen, 12 a alt, hat zunehmende Bauchschmerzen, hat 2x erbrochen, 38 Grad Fieber

a) Klinische Untersuchung? Wie gehen sie vor? (6)

AZ? Fieber?

Temperaturmessung axillär u. rektal mind. 0,6°C Unterschied

Inspektion u. Palpation Abdomen

o

Druckschmerz am McBurney-Punkt

o

Blumbergzeichen: Kontralateraler Loslassschmerz

o

Psoasdehnungsschmerz: Schmerz im rechten Unterbauch bei Anheben des gestreckten Beines im Liegen

o

Abwehrspannung (Defence)

o

Ausstreichzeichen

o

Hüpftest: Schmerz im rechten UB bei hüpfen auf einem Bein?

o

Darmgeräusche

o

Douglasschmerz

b) Was würde ihre Verdachtsdiagnose für Appendizitis erhärten? (3)

Leukocytose

CRP-Erhöhung

Darm-Kokarde im Abdomen-Sono

c) Sie vermuten eine App. accuta. Was tun sie? (1)

Einweisung ad Kinderchirurgie zur OP

Fall 19: Sie untersuchen ein Schulkind mit Bauchschmerzen, Erbrechen, Fieber aber keinen Durchfall. Sie stellen einen Loslassschmerz und einen Druckschmerz im rechten Unterbauch fest. Zieht zur Schmerzerleichterung das rechte Bein an.

a) Diagnose (nur 1)

akute Appendizitis

b) DD (5)

1. beginnende Gastroenteritis

2. Pseudoappendizitis bei Masern, Pneumonie

3. Nabelkoliken

4. Volvulus links!

5. Pyelonephritis

c) Was machen sie? (nur 1)

Einweisung ad Kinderchirurgie

1.16 Kind: Otitis media

-> Siehe auch HNO!

Fall 20: Kind mit Ohrenschmerzen und Fieber 38,5°C.

a)

Diagnose (1)?

Otitis media

b)

Welche Komplikationen können im Kindesalter auftreten? ( 6 )

1. Cholesteatom

2. Trommelfellperforation

3. Innenohrschädigung (toxische), Gehörknöchelchen-Schäden

4. Meningitis

5. Mastoiditis

6. Sinusvenenthrombose

7. Facialisparese

8. Hypakusis

9. Chronische Otitis media

b)

Was Mutter sagen? (4)

Hausaufenthalt

Schutz des Kindes von Zugluft/ Kälte

Temperaturkontrolle

Sofortige telef. Kontaktaufnahme bei Verschlechterung

Kurzfristige Kontrolluntersuchung

c)

Wann ist Einweisung zur stationären Therapie indiziert? (4)

1. anhaltend hohes Fieber

2. AZ Verschlechterung

3. Meningeale Zeichen

4. Therapieresistente Schmerzen

Fall 21: Eine Mutter kommt mit ihrem 10 Monate alten Säugling in ihre Ordination. Das Kind hat seit gestern erhöhte Temperatur und eine rinnende Nase. Die höchst gemessene Temperatur war rektal 39,7°C. Das Kind war sehr unruhig in der Nacht und hat sich immer wieder auf das linke Ohr gegriffen. Sie stellen die Diagnose: Akute Otitis media.

a) Welche Untersuchungen führen sie durch? ( 5 )

1. HNO Status

1)

Otoskopie: Lokalbefund?

2)

Racheninspektion (Hals/Mund)

3)

LK-Status

4)

DS am Mastoid?

5)

Tragus-DS (Otitis externa)?

6)

HNAP

2. Fieber messen

3. Neuro: Meningismus

4. Cor und Pulmo: Auskultation u. Perkussion

5. Abdomen: Inspektion u. Palpation

c) Welchen Lokalbefund erheben sie bei einer "Akuten Otitis media"? (4)

1. Rötung des TF mit Gefäßinjektion

2. Trübung: weiß-stumpf (Erguß)

3. Vorwölbung des TF

4. Fehlender Lichtreflex

5. gelbliches Sekret

6. Ev. Hämorrhaghische Blasen, Firbinbelege

7. Ev. Retraktion

D ) Symptomatische Therapie?

abschwellende Nasentropfen

Antiphlogistisch, Antipyretika

Analgetika

Antibiose (Aminopenicilline, Makrolide, Cephalosprine)

Parazentese bei Facialisparese

d) Welche Antibiotika sind möglich?

Penicillin (Augmentin), Makrolide (Klacid), Cephalosporine

Otitis media

Wird mit zunehmenden Alter seltener! Kinder:meist Viren als Wegbereiter einer bakteriellen Infektion bzw im Rahmen einer Maserninfektion. Meist aufsteigend aus Rachen über Tube, selten hämatogen. Bakterien: 40% Pneumokokken, 20% Hämophilus infl., 20% Streptokokken Erwachsene: meist Streptokokkeninfekt Klinik:

- viral: meist bds und blander Verlauf

- bakteriell: einseitig, plötzlicher Beginn mit starken Ohrenschmerzen und hohem Fieber, Kinder fassen sich ans Ohr! Otoskopisch

- gefäßinjiziertes, gerötetes Trommelfell ohne typischen

- Lichtreflex; kann vorgewölbt, weiß-stumpf, verdickt oder

- mit hämorrhag. Blasen sein.

→Spontanperforation: Schmerzen lassen rasch nach! DD: Otitis externa, Gehörgangsfurunkel, Lymphadenitis Komplikationen:

Mastoiditis: Senkung der hinteren Gehörgangswand, Rötung und Schwellung über Warzenfortsatz hinter Ohr →Röntgen nach Schüller, BB, CT

Facialisparese

Therapie:

Bakterieller Infekt: 5-10 Tage Amoxicillin oder Erythromycin

Abschwellende Nasentropfen, zB Vibrocil

Systemische Analgetika und Antipyretika bei Temperatur > 38,5º (Mexalen, Nureflex, )

Parazentese: bei vorgewölbten, unter Druck stehendem Trommelfell und bei Facialisparese

Prophylaxe:

Beseitigen einer behindernden Nasenatmung bzw einer Tubenbelüftungsstörung.

1.17 Kind: Infekt der oberen Atemwege (DD Halsweh)

Fall 22: 12a alter Bub, seit gestern Fieber und Halsschmerzen.

a) An welche Diagnosen denken Sie (3)

1. Viraler/bakterieller Infekt der oberen Atemwege

2. Akute Pharyngitis

3. Angina tonsillaris

(= bakt. Angina)

4. Herpangina

(=virale Angina)

5. EBV-Infektion infektiöse Mononukleose

6. Scharlach

7. Candidainfektion (Soor)

b) Welches Symptom spricht wofür? (3)

1. Linksverschiebung

2. Rötung + Schleim/Eiter

3. Stippchen auf Tonsillen, Eiter

4. Ulceröse Aphthen am Gaumen

5. EBV

6. Scharlach:

7. Soor:

> bakt. Infekt -> Pharyngitis > Angina tonsillaris > Herpangina - Coxsakie -> Fibrinöse Beläge, LK↑, Hepatosplenomegalie -> Himbeerzunge -> weiße Belege abstreifbar

c) Welche Untersuchungen im Labor sprechen für eine AB-Therapie (3)

Leukocytose Granulocytose Neutrophilie Linksverschiebung

Hohes CRP/BSG

ASL-Titer

Streptokokken-A-Schnelltest pos.

1.18 Kind: Bellender Husten

Laryngitis: Siehe HNO

1.19 Kind: Fremdkörperaspiration

Fall 23: 2-jähriges Kind hat bei der Nikolojause plötzlich zu husten begonnen und ist blau angelaufen, jetzt hörbares Atemgeräusch. Mutter kontaktiert Sie telefonisch.

a) welche Ratschläge am Telefon Kind bei Bewusstsein:

sitzende Position

NA anrufen!

b) was machen Sie sofort nach dem Telefonat (2) NA anrufen bzw. selbst sofort zu Kind fahren

- Kind in Bauchlage über Knie d. Helfers legen u. 5 Schläge zw. Schulterblätter,

- immer zwischenzeitl. Atemwege freimachen

- Bei Bewusstlosigkeit: Intubation!

c) wahrscheinlichste Diagnose (nur 1)

Fremdkörperaspiration (Erdnuß)

Fall 24: Sie werden von einer verzweifelten Mutter angerufen. Ihr 6-jähriger Sohn habe während einer Nikolausjause plötzlich stark zu Husten begonnen. Das Kind sei kurz blau angelaufen und habe jetzt ein deutlich hörbares Geräusch beim Atmen.

a) Welche Diagnose stellen Sie? (1)

Fremdkörperaspiration

b) Welche Differentialdiagnosen kämen in Frage? (2)

allerg. Reaktion (zB auf Nüsse)

Allergisches Asthma

Infektion: Epiglottitis, Laryngitis (Fieber)

Spontanpneu

c) Was raten Sie der Mutter? (2)

Ruhe bewahren, Fenster öffnen

Inspektion u. Freimachen des Nasen-Rachenraumes

Kind über Knie legen u. zwischen Schulterblätter klopfen, zwischenzeitl. Atemwege freimachen (oder Heimlich-Griff)

Keine Atmung bzw. Bewusstlosigkeit Mund-zu-Mund-Beatmung

d) Was veranlassen Sie? (3)

NA verständigen!

Rascher Transport in NA-Begleitung u. in Intubationsbereitschaft

Selbst sofort zu Patient/Kind fahren -> HNO-inspektion

O 2 -Maske, i.v.Zugang

Bei Bewusstlosigkeit Intubation

1.20 Impfreaktion

Fall 25: Mutter ruft Sie kurz vor Ordinationsschluß an und bittet mit ihrem kranken Kind noch vorbei kommen zu dürfen. 2-jähriges Kind, gestern 6-fach Impfung, heute zu mittag begonnen zu fiebern (Temperatur 37,4), Kind etwas quengelig, aber nicht auffällig Impfstelle etwas gerötet

a) Mögliche Diagnosen (2)

Impfreaktion (Fieber, Lokalreaktion)

fieberhafter Infekt

b) was erklären Sie der Mutter, worauf soll sie achten

körperliche Schonung

Auftreten eines Ausschlages (Masern?)

Fieberanstieg (b. Temp.>38,5˚ Gabe eines Antipyretikums)

AZ-Verschlechterung

Unerwünschte NW einer Impfung:

Lokale od. system. allerg. Reaktionen gegen Konservierungsmittel (Na-Timerfonat), sehr selten gegen Hühnereiweiß (in manchen Masern- u. Mumpsimpfstoffen)

Impfkrankheit: Impfmasern

Masernimpfung: sehr selten Enzephalitis

Vorsicht bei angeborenen Immundefekten, HIV-Infektion u. Stoffwechselstörungen

1.21 Femurkopfnekrose (->Mb. Perthes)

Fall 26: 6a, w, vor 2 Wo vom Traktor gestürzt. Damals durchgeführtes Röntgen war unauffällig. Jetzt Schmerzen in der Hüfte - v.a. bei Belastung.

a) Welche Untersuchung um Hüftkopfnekrose auszuschließen (1)?

Röntgen

Skelettszintigraphie

MR

Sono

CT

b) Bei klinischen Verdacht aber unauffälligen Röntgen, welche eine Untersuchung machen

Sie zur Bestätigung / Ausschluß Osteonekrose (1)?

Knochenszintigraphie?

c) Therapie bis zur endgültigen Diagnose?

Körperliche Schonung

o

Ruhigstellung

o

Entlastung (Krücken, entlastende Apparate, Spreiz-Schiene)

Vorstellung Kinder-Orthopäden

NSAR, Nureflex-Saft, Parkemed

Regelmäßige Nachuntersuchungen

Mb. Perthes: aseptische Femurkopfnekrose

= Ein- od. beidseitig auftretende Form d. asept. Hüftkopfnekrose;

Ursache:

unbekannt; va Jungen 5.-12-Lj;

Klinik:

1. Zunehmende belastungsabhängige Schmerzen in Leiste/Hüfte

2. Leitsymptom: Hinken

Diagnose: Röntgen: Subchondrale Irregulation der Knochenstruktur. Zysten.

Epihysenabflachung DD: Coxitis fugax Komplikation: Subluxation, Streßfraktur

Therapie:

1) Entlastung durch Spreiz-Schiene bis Ausheilung (kann Jahre dauern) 2) Chirurgisch: Femurosteotomie („Intertrochantäre varisierende Umstellungsosteotomie

Ohne Therapie: Gefahr der Abplattung des Femurkopfes.

1.22 Verdickung Tuberositas tibiae (-> Mb. Schlatter)

Fall 27: 12a,w, Schmerzen beim Knien u. Springen. Sie palpieren Verdickung an Tuberositas tibiae

1) Diagnose (1)?

Mb. Schlatter = Osgood-Schlatter-Krankheit:

2) Therapie:

Ruhigstellung u. Entlastung, Schonung,

lokale u. system. NSAR

ev Gips

ev. OP

3) DD?

Maligner Tumor:

- Osteosarkom: produziert Osteoid od. unreifen Knochen; Adoleszenz; an Stellen gr. Wachstums (Diaphyse d. dist. Femurs, prox. Tibia, prox. Humerus) Klinik: lokale Schmerzen u. Schwellung mit Hyperthermie Therapie: präop. Chemo → OP

- Ewing-Sarkom: Adoleszenz

Becken u. Diaphysen v. Femur, Tibia u. Fibula Klinik: lokale Schmerzen u. Schwellung, Fieber u. Schwäche Therapie: präop. Chemo, ev. RTX → OPSchonung,

Benigner Tumor: zB. Fibrom

Mb. Schlatter = Osgood-Schlatter-Krankheit Asept. Knochennekrose d. Tuberositas tibiae Knabe > Mädchen, 8.-15.Lj

Ursache: Läsionen durch wiederholte Überbelastung im Bereich der Apophyse der Tuberositas tibiae. Klinik:

- Druckschmerz im Bereich d. Tibiakopfes, Schmerz↑ b. Treppensteigen u. nach sportl. Betätigung

- Kind spürt beim Laufen Schmerzen im Unterschenkel oder Knie

- Schmerzverstärkung bei Streckung d. Kniegelenkes gegen Widerstand-> d.h. beim Aufsetzten der Ferse auf den Boden Diagnostik:

- Klinik

- Immer bds Rö → Vergleich! Typ. unregelmäßige Knochen-Struktur

DD: Bursitis infrapatellaris Therapie:

- Vermeidung von schmerzhaften Sport (Laufen und Springen) für etwa 3Monate

- Starken Symptomen: Gips 4-6Wochen

- evt. Excision der Tuberositas tibiae nach Abschluß der Wachstumsphase Prognose: sehr gut

1.23 Mb. Scheuermann

Fall 28: 17-jähriger ausländischer Bauarbeiter kommt in die Ordination. Er hat seit Wochen Rückenschmerzen im LWS-Bereich, die sich bei Belastung verschlechtern. Sie ordnen ein Röntgen LWS an, in dem die Diagnose Morbus Scheuermann gestellt wird.

a) Welche Therapie leiten Sie ein? (3)

Überweisung zum Facharzt für Orthopädie

Symptomatisch:

o

NSAR

Unterstützende Therapien:

o

Physiotherapie (Bauch/ Rückenmuskelatur)

o

Detonisierende Maßnahmen (Fango, warme Bäder, Massage)

o

Muskelkräftigung, Haltungsschule >Schwimmen in warmen Wasser,

o

Korsett?

Weitere Maßnahmen:

o

Entlastung von schwerer körperlicher Arbeit -> Arbeitunfähigkeit

o

Evt. Krankenstand - ev. Umschulung

o

Steuerung der Berufswahl -> kein Bauberuf, Bergbau, Landwirtschaft