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Musikhandschriften der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz Teil I: Die Bach-Sammlung

Die Bach-Sammlung

Katalog und Register

Nach Paul Kast der Berliner Staatsbibliothek,

- Die Bach-Handschriften

1958 -

vollständig erweitert und für die Mikrofiche-Edition ergänzt

Herausgegeben von der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz

Κ · G · Saur München 2003

Mit Genehmigung von / By permission of HOHNER Verlag, Mainz

Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Angaben sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar.

Bibliographie information by Die Deutsche Bibliothek Die Deutsche Bibliothek lists this publication in the Deutsche Nationalbibliografie; detailed bibliographic data is available in the Internet at http://dnb.ddb.de.

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Gedruckt auf säurefreiem Papier / Printed on acid free paper

© 2003 by K.G. Saur Verlag GmbH, München A Gale Group Company Printed in the Federal Republic of Germany

Alle Rechte vorbehalten / All Rights Strictly Reserved Vervielfältigung ohne Erlaubnis des K.G. Saur Verlags ist unzulässig / No reproduction without permission by K.G. Saur Verlag

Programmierung und Satz / Programming and Typesetting by: Mathias Wündisch, Leipzig Druck und Bindung / Printed and Bound by: Strauss Offsetdruck, Mörlenbach

ISBN 3 -598-34432-5 (Katalog und Register) ISBN 3-598-34420-1 (Mikrofiche-Edition)

Inhalt

Vorwort

VII

Einleitung

IX

Benutzungshinweise

XXI

Abkürzungsverzeichnis

XXIII

Verzeichnis der Mikrofiches

1

Verzeichnis der Handschriften

19

Amalien-Bibliothek

19

Musikaliensammlung der Königlichen Hausbibliothek

27

Mendelssohn-Archiv

27

Allgemeine Abschriftenreihe einschließlich Manuskripte der P- und St-Reihe mit geänderter Signatur

28

P-Signaturen

30

St-Signaturen

119

Sammlung Pretlack

151

Neuerwerbungen der Staatsbibliothek zu Berlin nach 1945 in der allgemeinen Reihe

152

Sammlung Thulemeier

155

Verzeichnis der Komponisten und ihrer Werke

157

Bach, Johann Sebastian

157

Bach, Carl Philipp Emanuel

173

Bach, Wilhelm Friedemann

178

Bach, Johann Christian

180

Bach, Johann Christoph Friedrich

182

Andere Komponisten

184

Verzeichnis der Schreiber

205

Verzeichnis der Possessoren

211

Literaturverzeichnis

217

Vorwort

Vorliegender Katalog dient primär der Erschließung der Mikrofiche-Ausgabe Musikhandschrif- ten der Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz, Teil 1, Die Bach-Sammlung 1 . Er beruht auf der Studie von Paul Kast aus dem Jahre 1958. Dabei handelte es sich um eine knappe Darstellung der Autographen und Abschriften in der Bach-Sammlung der ehemaligen Preußi- schen Staatsbibliothek, wobei die Mitteilung der Inhalte im Zentrum stand. Kasts Buch dient in der Staatsbibliothek zu Berlin bis heute als Katalogersatz für einen leichten Zugriff auf die Sammlung.

Kast nennt auf S. VII sein Verzeichnis provisorisch, da er weder auf einen endgültigen beschrei- benden Katalog der „Berliner Bibliothek", noch damals auf die Kritischen Berichte der Neuen Ausgabe sämtlicher Werke von Johann Sebastian Bach zurückgreifen konnte. Leider hat sich die Situation in der Staatsbibliothek zu Berlin bis heute kaum verändert. Das Projekt einer modernen Aufarbeitung der Bach-Sammlung im Hinblick auf das Gedenkjahr 2000, unter Einbeziehung der Ergebnisse aus der wissenschaftlichen Arbeit in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts, wurde zwar zu Beginn der 90er Jahre in Angriff genommen, musste aber aus personellen Grün- den wieder unterbrochen werden und harrt der Weiterführung. So musste es notgedrungen bei vorliegender Publikation mit einer sparsamen Revision von Kasts Erschließungsstand sein Be- wenden haben: Was sich bei der täglichen Arbeit mit der Bach-Sammlung in der Bibliothek in den benutzten Exemplaren von Kasts Buch an Notizen angesammelt hat, wurde zur Ergänzung und Korrektur herangezogen.

Kasts Katalog hatte noch der Tatsache Rechnung zu tragen, dass als Folge der Bibliotheksausla- gerungen während des Zweiten Weltkriegs die Bach-Sammlung nach 1945 auf drei verschiedene Standorte verteilt war, nämlich:

Ostberlin, Deutsche Staatsbibliothek Marburg, Westdeutsche Bibliothek (später Staatsbibliothek der Stiftung Preußischer Kulturbesitz) Tübingen, Universitätsbibliothek

Die Bestände des Marburger und Tübinger Depots wurden in den 60er Jahren nach Westberlin zurückgebracht. Die Wiedervereinigung der beiden Berliner Staatsbibliotheken der Nachkriegs- zeit im Osten und Westen der Stadt erfolgte organisatorisch 1992 durch die Zusammenfassung von Deutscher Staatsbibliothek und Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz unter dem Dach der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Die beiden Musikabteilungen wurden 1997 zudem auch physisch durch die räumliche Zusammenlegung von Personal und Beständen im Stammhaus Un- ter den Linden, dem Gebäude der ehemaligen Preußischen Staatsbibliothek, wiedervereint.

Ein kleiner Teil der Bach-Sammlung in der ehemaligen Preußischen Staatsbibliothek geriet nach dem Zweiten Weltkrieg über die Auslagerungsorte Fürstenstein und Grüssau in Schlesien an die Jagiellonische Bibliothek in Krakau. Der Verbleib dieses Teils war über Jahrzehnte unbekannt. Erst seit Ende der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts verfügte man in Berlin über entsprechende Informationen. Kast musste in all diesen Fällen noch von „verschollenen" Quellen reden. Dieser auch heute noch abgetrennte Teil - in der Mikrofiche-Ausgabe im Supplement I zusammenge- fasst - enthält von Johann Sebastian Bach ein Dutzend Autographen, überwiegend zu Kantaten, aber auch das Stimmenkonvolut zum Doppelkonzert für zwei Violinen und Orchester in d-Moll

'Inkl. Supplement I, München 1997-2000.

Vorwort

B W V 1043 (Mus.ms. Bach St 148), mit den von Bach selbst geschriebenen Solostimmen. Da- neben sind auch die Söhne Wilhelm Friedemann, Carl Philipp Emanuel und Johann Christoph Friedrich mit Eigenschriften ihrer Werke vertreten. Die Handschriften aus dem Krakauer Bestand sind in vorliegendem Katalog ebenso verzeichnet wie die bei Kast nicht berücksichtigten Bach- Handschriften in der sog. Amalien-Bibliothek sowie die Neuerwerbungen der Staatsbibliothek zu Berlin nach dem Zweiten Weltkrieg.

Berlin, im Juni 2002

Helmut Hell

Einleitung

Johann Sebastian Bachs Werk wurde zu seinen Lebzeiten kaum gedruckt. Nur weniges gab der Komponist in dem damals für die mechanische Vervielfältigung von Musik üblichen Kupfer- stichverfahren an die Öffentlichkeit, also in Gestalt einer selbst verantworteten Auflage, die eine gewisse Verbreitung der Werke in zuverlässigem Text gewährleistete. Aus heutiger Sicht wurde dadurch zugleich auch die Überlieferungssicherheit für die betreffenden Werke durch Streuung erhöht.

Wenn man von der Ratswahlkantate Gott ist mein König von 1708 für Mühlhausen (BWV 71) absieht, bei der vermutlich das Repräsentationsbedürfnis der Stadt den eigentlichen Anstoß zur Publikation gegeben hat, so handelt es sich bei den Originaldrucken Bachs sonst ausschließlich um Werke für Tasteninstrumente. Für die Drucklegung dieser Werke war wohl in erster Linie die Absicht ausschlaggebend, eigenes „pädagogisches" Material für den Unterricht von hohem Anspruch (und mit Absatzchancen) unter die Leute zu bringen. Im einzelnen handelt es sich um:

• Die vier Teile der Klavierübung

1. Partiten BWV 825-830 (1731; zunächst einzeln, 1726-1730)

2. Italienisches Konzert BWV 971, Ouvertüre BWV 831 (1735)

3. Für Orgel: Praeludium und Fuge in Es-Dur BWV 552, Choralbearbeitungen BWV 669-689; für Klavier: Duette BWV 802-805 (1739)

4. Aria mit verschiedenen

Veränderungen BWV 988 („Goldberg-Variationen",

1741/42)

Musikalisches

• Opfer BWV 1079 (1747)

• Einige kanonische Veränderungen über das Weihnachtslied „ Vom Himmel hoch da komm ich her" für Orgel BWV 769 (1747/48)

• Choräle von verschiedener Art für Orgel BWV 645-650 („Schüblersche Choräle",

1748/49)

• Die Kunst der Fuge BWV 1080 (posthum 1751/52)

In allen Fällen mag die Absicht, mustergültige, geschmackbildende Belege zu einzelnen instru- mentalen Gattungen als Vorbilder für den angehenden Komponisten anzubieten, mit eine Rolle gespielt haben. Dieses Anliegen wird seit dem Musikalischen Opfer zentral und erfährt in der erst nach Bachs Tod erschienenen Kunst der Fuge seine Kulmination.

Ansonsten wurden die Bachschen Instrumentalwerke in handschriftlicher Form, insbesondere durch seine Schüler, unter denen seine eigenen Söhne zu den bedeutendsten zählen, bereits zu Lebzeiten des Komponisten eifrig tradiert. Dagegen wurde das Vokalwerk kaum zur Weitergabe kopiert. Es existierte meist nur in der autographen Partitur und dem daraus abgeleiteten eige- nen Aufführungsmaterials. Dies gilt insbesondere auch für die großzyklischen, oratorienartigen Werke.

Angesichts dieser Situation ist es für die Überlieferung von Bachs Werk - wie im übrigen für das Werk der meisten deutschen Komponisten in der Zeit vor dem Ende des 18. Jahrhunderts - von entscheidender Bedeutung gewesen, dass es Leute gab, die sich um seinen Werknachlass und

Einleitung

um die zeitgenössische handschriftliche Überlieferung seiner Schöpfungen kümmerten. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts richtete sich das Archivierungsinteresse auch auf die Überlieferung der musikalischen Kunst und sorgte für eine dauerhafte, zuverlässige Sicherung der Quellen im öffentlichen Bereich.

Der Großteil der kompositorischen Hinterlassenschaft Johann Sebastian Bachs in Form der Werkautographen, also der den Schöpfungen jeweils am nächsten stehenden Niederschriften, befindet sich in der Staatsbibliothek zu Berlin. Eingebettet ist er in eine umfangreiche Bach- Sammlung, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts aufgebaut wurde. Mit dieser Sammlung besitzt die Staatsbibliothek einen weltweit einzigartigen Schatz. Im Falle von Johann Sebastian Bach han- delt es sich mit den rund 400 Autographen (wenn man die Zyklen wie etwa das Wohltemperierte Klavier nach den einzelnen BWV-Nummern zählt) um ca. 80 % der überlieferten Originale 2 . Da- neben ist in der Sammlung auch ein großer Teil des eigenschriftlichen schöpferischen Erbes der Söhne Bachs vorhanden: von Wilhelm Friedemann (1710-1784) und insbesondere von Carl Phi- lipp Emanuel (1714-1788), aber auch von deren Halbgeschwistern Johann Christoph Friedrich (1732-1795) und Johann Christian (1735-1782). Hinzu kommt vieles aus der Feder von zahlrei- chen ebenfalls kompositorisch tätigen Verwandten in der weitverzweigten mitteldeutschen Mu- sikerfamilie der Bache im 17. und 18. Jahrhundert. Flankiert werden die Originalhandschriften von Hunderten von Abschriften, unter denen sich z.T. wertvolle Primärquellen, die nicht erhalte- ne Autographen ersetzen, befinden. Die Mehrzahl der Abschriften sind Belege für die Rezeption insbesondere der Werke Johann Sebastian Bachs im 18. und 19. Jahrhundert.

Die Sammlung ist für die Johann Sebastian Bach-Forschung nicht nur wegen ihres großen Um- fangs von herausragender Bedeutung, sondern vor allem auch deswegen, weil sie fast alle groß- zyklischen Kompositionen - die Spitzenwerke des Meisters - in autographer Gestalt in sich ver- einigt. Es seien nur genannt: die h-Moll-Messe BWV 232, die Matthäus- und Johannes-Passion BWV 244 bzw. 245 (letztere im Teilautograph), das Magnificat BWV 243, das Weihnachtsora- torium BWV 248, die Französischen Suiten BWV 812-817, das Wohltemperierte Klavier Teil 1 BWV 846-869, die Sonaten und Partiten für Violine solo BWV 1001-1006, die Brandenburgi- schen Konzerte BWV 1046-1051 oder die Kunst der Fuge BWV 1080. Ergänzend zu den Par- tituren sind besonders bei den Vokalwerken vielfach auch die für die Aufführungen benötigten originalen Stimmensätze Bachs vorhanden, in denen häufig erst die Werkschicht der Dynamik und Artikulation präzise festgelegt wurde.

Die Bedeutung der Sammlung für die heutige internationale musikalische Praxis, für welche die Auseinandersetzung mit dem Werk Bachs nach wie vor eine exzeptionelle und ungebrochene Rolle spielt und sicher auch weiterhin spielen wird, sowie für die musikhistorische Forschung muss nicht eigens herausgestellt werden. Aber auch das Umfeld, die Überlieferung zum Werk der Söhne, Verwandten und Schüler Bachs, ist längst in den Kernbereich von Praxis und Wis- senschaft gerückt. Die Staatsbibliothek zu Berlin ist mit ihrer Quellensammlung zu einem Kom- ponisten, dessen Werk ein einzigartiger Gipfelpunkt in der europäischen Musikgeschichte ist, und der zugleich das große Jahrhundert der abendländischen Musik bis hin zu Beethoven und Schubert und darüber hinaus eingeleitet hat, weltweit die zentrale Forschungsstätte zu Bach und seiner Familie geworden. Sie wird kontinuierlich konsultiert, wenn sich Forscher und Künstler mit neuen Fragestellungen wiederum über das vorliegende gedruckte Material hinaus genötigt sehen, die originale Überlieferung unmittelbar zu befragen. Aber auch für die Untersuchung der Werkrezeption bietet sie ein unerschöpfliches Quellenreservoir.

2 Schmieder, Wolfgang: Thematisch-systematisches Verzeichnis der musikalischen Werke von Johann Sebastian Bach. Bach-Werke-Verzeichnis (BWV). 2. Ausgabe, Wiesbaden 1990.

Einleitung

Durch die Übernahme von ganzen Nachlässen und Sammlungen, aber auch durch zahlreiche Einzelerwerbungen, ist seit der Einrichtung der Musikabteilung in der damaligen Königlichen Bibliothek zu Berlin im Jahre 1842 bis in die jüngste Zeit - die letzte Erwerbung einer autogra- phen Kantate Johann Sebastian Bachs rührt aus dem Jahr 1996 3 - über die Jahrzehnte hinweg ein sowohl qualitativ wie quantitativ einmaliges Quellenensemble zur Musikerfamilie Bach zu- sammengekommen, das internationale Bekanntheit und Berühmtheit genießt.

Wie kam es zu diesem Schatz? Wie kam es zu dieser bemerkenswerten Konstellation, dass aus- gerechnet Berlin, das im Leben Bachs kaum eine Rolle gespielt hat - der Meister hat nur zwei- mal in seinem Leben, 1719 und 1747, kurze Reisen dorthin unternommen - , zu einer veritablen Johann-Sebastian-Bach-Stadt für die Werküberlieferung geworden ist? Wie kam diese wunder- volle Sammlung in ihrer Dichte in der preußischen Metropole zustande?

In der nachfolgenden Überlieferungsgeschichte soll nur den „großen" Erwerbungen, die zentrale Bedeutung für den Aufbau der Sammlung in der Königlichen Bibliothek zu Berlin hatten, nach- gegangen werden, während die vielen Einzelzugänge aus den unterschiedlichsten Provenienzen (mit einer Ausnahme) außer Acht gelassen werden müssen.

Zunächst ist eine grundsätzliche Feststellung zu treffen: Im Gegensatz zur sonstigen Situation im damaligen Deutschland konnte in Berlin nach dem Tod Bachs durch glückliche Umstände sein Werk ungebrochen fortwirken. Dies verhinderte, dass die originalen Quellen seiner Kompo- sitionen, wie sonst bei musikalischer Überlieferung bis dahin vielfach die Regel, bei dem sich rasch ändernden musikalischen Geschmack aus Desinteresse und Unachtsamkeit verloren gin- gen, einfach weggeworfen wurden. Man interessierte sich in Berlin auch noch in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts für die schriftlichen Zeugnisse zum Werk Bachs und half so, die Zeit zu überbrücken, bis der anbrechende Historismus seit Beginn des 19. Jahrhunderts allgemein auch für die musikalischen Werkquellen bessere Zeiten anbrechen ließ. Dafür war insbesonde- re das Wirken der Bach-Söhne in der Stadt entscheidend. Carl Philipp Emanuel war von 1740 bis 1767 Cembalist in der Kapelle Friedrichs des Großen (davor schon seit 1738 in der Rheins- berger Kapelle), sein älterer Bruder Wilhelm Friedemann verbrachte seine letzten Lebensjahre von 1774 bis 1784 in der Stadt. Gleichermaßen von Bedeutung war aber auch die Anwesenheit von zahlreichen Schülern Johann Sebastian Bachs, die in Berlin tätig waren und das Andenken des Lehrers engagiert pflegten und förderten. Dies waren etwa Johann Friedrich Agricola (1720- 1774), seit 1759 Leiter der Königlichen Kapelle, oder Christoph Nichelmann (1717-1762), zeit- weilig als Cembalist Kollege Carl Philipp Emanuels in der Kapelle. Eine zentrale Rolle spielte auch Prinzessin Anna Amalia (1723-1787), die jüngste Schwester Friedrichs des Großen. Sie trug eine bedeutende Musiksammlung zusammen, in der die Werke Bachs und seiner Söhne ei- ne wichtige Rolle spielten. Angeleitet wurde sie dabei von ihrem Kapellmeister Johann Philipp Kirnberger (1721-1783). Er war ebenfalls Schüler Johann Sebastian Bachs und hielt auch durch seine musiktheoretischen Publikationen das Andenken an seinen Lehrer wach. Auch Carl Philipp Emanuel und Wilhelm Friedemann Bach pflegten enge Kontakte zur Hofhaltung der Prinzessin.

Vor diesem Hintergrund ist es nicht befremdlich, dass auch die 1791 gegründete Sing-Akademie zu Berlin von Anfang an ganz selbstverständlich das Werk Bachs in ihre künstlerischen Bestre- bungen mit einbezog und dafür Quellen seiner Musik sammelte. Ihr Gründer und erster Leiter Carl Friedrich Fasch (1736-1800) war als Cembalist in der Königlichen Kapelle zeitweilig Kol- lege Carl Philipp Emanuel Bachs gewesen. Faschs Nachfolger als Direktor der Sing-Akademie, Carl Friedrich Zelter (1758-1832), sammelte noch eifriger Bachsche Quellen.

3 Ach Gott vom Himmel sieh darein BWV 2, N.Mus.ms. 681.

Einleitung

Wenn wir nun die einzelnen großen Erwerbungen zur Bach-Sammlung in der Königlichen Bi- bliothek zu Berlin und ihren Nachfolgeinstitutionen, mit einem besonderen Augenmerk auf den Werknachlass Johann Sebastian Bachs, genauer betrachten wollen, müssen wir zunächst bei der Erbteilung nach dem Tod des Meisters am 28. Juli 1750 ansetzen. Am 11. November 1750 wurde

ein Erbvergleich beurkundet, bei dem zwar die Musikinstrumente, die Bach besessen hatte, auf- geführt sind, dagegen nicht seine Musikalienbibliothek einschließlich seines kompositorischen

muss sich die Familie schon vorher separat und offensichtlich ohne öf-

fentliche Dokumentation geeinigt haben. Wir wissen also nicht exakt auf der Grundlage eines schriftlichen Zeugnisses, wie der für den Komponisten Johann Sebastian Bach interessanteste Teil seiner Hinterlassenschaft damals aufgeteilt wurde. In den vergangen Jahrzehnten hat die mo- derne Bach-Forschung aber anhand der feststellbaren Überlieferungsgeschichte einzelner Werke des Komponisten über weite Strecken ziemlich genau nachvollziehen können, wie die einzelnen Traditionsstränge in der Überlieferung der Werkautographen damals im Konsens der Familie vermutlich angelegt wurden.

Nachlasses 4 . Darüber

Am besten sind wir über den Erbteil Carl Philipp Emanuel Bachs informiert, der die origina- len Quellen zum Werk seines Vaters sehr sorgfältig aufbewahrt hat, so dass sie auch noch in seinem eigenen Nachlass größtenteils zu finden waren. Da dieser von der Witwe des Hambur- ger Bachs und später von den Erben 1790 und 1805 in gedruckten Verzeichnissen zum Zwecke der Veräußerung dargestellt wurde, wissen wir über den Überlieferungszweig des kompositori- schen Nachlasses von Johann Sebastian Bach, der über Carl Philipp Emanuel läuft, ziemlich gut Bescheid 5 .

Carl Philipp Emanuel Bach und sein älterer Bruder Wilhelm Friedemann, beide zum Zeitpunkt des Todes ihres Vaters bereits geachtete Musiker (Carl Philipp Emanuel als Cembalist Friedrichs des Großen, Wilhelm Friedemann als Kantor an der Marktkirche in Halle), scheinen damals den Hauptanteil des väterlichen musikalischen Nachlasses bekommen zu haben. Dies wird nicht zu- letzt auch unter dem Gesichtspunkt der praktischen Verwendbarkeit des Erbes so entschieden worden sein. Doch gingen auch die beiden jüngeren Halbgeschwister Johann Christoph Fried- rich, nachmals in Bückeburger Diensten, und der damals erst 15jährige Johann Christian, später in London reüssierend, nicht leer aus.

Wilhelm Friedemann hat offenbar die Partituren zum Kantaten-Jahrgang 2 von 1724/25 (die Stimmen bekam die Witwe Bachs) und die vollständigen Materialen zu den Jahrgängen 4 und 5 erhalten. Im Gegensatz zu Carl Philipp Emanuel ging er aber mit seinem Erbteil nicht sehr sorgfältig um. Die Kantaten-Jahrgänge 4 und 5 sind heute weitestgehend verschollen, die Parti- turautographen des zweiten Jahrgangs wurden nach und nach, z.T. wohl auch erst von den Erben, einzeln verkauft. Aus dieser Quelle haben sich Bibliotheken in Europa und den USA für Einze- lerwerbungen von Bach-Autographen versorgt. Aber auch die Königliche Bibliothek zu Berlin war bei entsprechenden Angeboten aus diesem Bestand erfolgreich und hat sich im Laufe der Zeit ca. 60 % dieses Jahrgangs sichern können.

Vom ersten Kantaten-Jahrgang Bachs von 1723/24 erhielten Carl Philipp Emanuel und Johann Christoph Friedrich jeweils die Hälfte. Entlang des Kirchenjahres bekam jeder von ihnen immer abwechselnd entweder die Partitur oder den Originalstimmensatz. Den dritten Jahrgang erbten Carl Philipp Emanuel und Johann Christian, was letztlich bedeutete, dass der ganze Jahrgang nach Berlin ging, da Carl Philipp Emanuel seinen unmündigen jüngsten Bruder damals zu sich

4 Vgl. Bach-Dokumente. Kassel u.a., Band 2, 1969, S.490 ff.

5 Vgl. ebd., Band 3, 1972, S. 490 ff.

Einleitung

ins Haus nahm. Daneben erhielt Carl Philipp Emanuel auch vieles aus dem instrumentalen Schaf-

fen des Vaters in originaler Niederschrift oder aber zumindest in erstklassigen Abschriften: im Autograph z.B. die Kunst der Fuge 6 oder das Ricercar aus dem Musikalischen Opfer, die Inven-

Suiten für Violoncello solo BWV 1007-

1012 8 und beide Klavierbüchlein für Anna Magdalena Bach. Besonders wichtig ist, dass Carl Philipp Emanuel mit großer Sorgfalt die Spitzenwerke oder bedeutenden Zyklen aus seinem väterlichen Erbe wie die Matthäus- und Johannes-Passion, das Weihnachtsoratorium, das Ma- gnificat in beiden Fassungen, die h-Moll-Messe, das Orgelbüchlein oder die Orgelsonaten hütete. Wir verdanken es Carl Philipp Emanuel Bach, dass insbesondere die individuell zum Weltkul- turerbe zählenden großzyklischen Vokalwerke seines Vaters bis heute auch im Partiturautograph überliefert sind.

Aber kommen wir nun zur Überlieferungsgeschichte der Bach-Sammlung in der Staatsbiblio- thek zu Berlin selbst. Den Grundstein gelegt und zugleich den bedeutendsten Beitrag dazu ge- leistet hat zweifellos Georg Poelchau (1773-1836) mit seiner hochbedeutenden Privatsammlung an Musikhandschriften und Musikdrucken, die 1841 von der Königlichen Bibliothek angekauft wurde 9 . Dieser Akt bedeutete den eigentlichen Anstoß zur Einrichtung einer eigenen musikali- schen Fachabteilung in der Bibliothek. Sie wurde im Mai 1842 mit der Berufung von Siegfried Wilhelm Dehn (1799-1858) als Fachkustos organisatorisch vollzogen, einem über Berlin hinaus renommierten Musiktheoretiker und Musikpädagogen 10 .

Poelchau wurde 1773 im livländischen Cremon als Sohn eines Pastors geboren und wuchs seit 1779 in Riga auf. In Jena hatte er seit 1792 an der Universität Theologie studiert, wechselte aber dann - er besaß eine schöne Tenorstimme - zur Musik über. Spätestens seit 1799 war er in Hamburg als Gesangslehrer, später auch als Sänger tätig. Hier gelang es ihm, jenen Großteil des Werknachlasses von Johann Sebastian Bach an sich zu bringen, den Carl Philipp Emanuel als Erbteil besessen hatte, sowie viel Material aus dessen eigenem kompositorischem Nachlass. Poelchau, der schon früh Manuskripte aus historischem Interesse gesammelt hatte und sich erst später auf die Musik konzentrierte, griff, so gut er konnte, bei den Erben Carl Philipp Emanuels bzw. bei weiteren Zwischenbesitzern, z.B. bei dessen Hamburger Amtsnachfolger Schwencke, zu. Finanziell wurde ihm dies durch seine Heirat mit der Tochter einer wohlhabenden Hamburger Senatorenfamilie im Jahre 1811 erleichtert, wodurch er auch in den Stand versetzt wurde, fort- an als „Privatgelehrter" ganz seinen historischen Neigungen zu leben. 1813 siedelte Poelchau nach Berlin über, angezogen von der von Carl Friedrich Zelter geleiteten Sing-Akademie, der er seit 1814 angehörte und der er nach Zelters Tod von 1833 bis zu seinem eigenen Tod 1836 als „Oberbibliothekar", d.h. als Leiter des inzwischen zu großer Bedeutung angewachsenen Musik- archivs des Vereins diente. Während der Berliner Zeit unternahm Poelchau zahlreiche Reisen durch Deutschland und Europa, um seine Musiksammlung auszubauen.

tionen und

Sinfonien für Klavier BWV 772-801 7 , die

Kontakt zu Zelter und damit zur Sing-Akademie hatte Poelchau schon seit 1799. Um der Sing- Akademie Musikautographen Johann Sebastian Bachs, die er wieder zum Erklingen bringen und vor dem Vergessen bewahren wollte, zukommen zu lassen, verkaufte Poelchau 1811 einen Teil seines Schatzes an Originalhandschriften Bachs an den damals in Hamburg lebenden Bankier

6 Soweit Signaturen hier noch nicht aufgeführt werden, erfolgt der Hinweis später in Zusammenhang mit der erneuten Nennung der Handschriften gelegentlich der Aufnahme in die Bach-Sammlung der Königlichen Bibliothek zu Berlin.

7 Mus.ms.

Bach Ρ 610.

8 Mus.ms.

Bach Ρ 269.

9 Engler, Karl: Georg Poelchau und seine Musiksammlung. Ein Beitrag zur Überlieferung Bachscher Musik in der 1. Hälfte des 19. Jh., Tübingen 1984. 10 Die schon früher, 1824/25, für die Königliche Bibliothek angekaufte Musiksammlung des Hallenser Universitäts- musikdirektors Johann Friedrich Naue (1787-1858) enthielt keine Bachiana.

Einleitung

Abraham Mendelssohn, den Vater von Felix Mendelssohn Bartholdy. Dieser gab die Erwerbung sofort als Schenkung an die Berliner Institution weiter. In späteren Jahren spricht Poelchau da- von, dass es sich dabei um 100 Autographen Johann Sebastian Bachs handelte.

Die Bach-Bände aus Poeichaus Sammlung, die 1841 an die Königliche Bibliothek übergeben wurden, sind meistens schon äußerlich an charakteristischen Einbänden zu erkennen. Diese sind entweder mit hellgrünem Glanzpapier überzogen und mit Goldprägung und rotem Rückenetikett versehen oder es handelt sich um einfache, mit gelbem Papier beklebte Pappbände, auf denen der Inhalt auf dem Rücken von Poelchau handschriftlich vermerkt wurde 11 .

Nach dem handschriftlichen Katalog Poeichaus 12 , der gemeinsam mit seiner Musiksammlung übergeben wurde, handelte es sich im Zusammenhang mit der Erwerbung der Bach-Handschrif- ten durch die Königliche Bibliothek im Jahre 1841 um folgende Werke von Johann Sebastian Bach in dessen Eigenschriften: Matthäus-Passion (Mus.ms. Bach Ρ 25), Johannes-Passion (P 28), die Sanctus-Vertonungen BWV 237-240 zusammen mit dem später in die h-Moll-Messe einbezogenen Sanctus (Ρ 13), das Magnificat in beiden Fassungen in Es-Dur bzw. D-Dur (P 38 und 39), die Motetten BWV 225 und 226 (P 36) sowie um 40 Kirchenkantaten. Von den insgesamt seltener autograph überlieferten Instrumentalwerken Bachs besaß Poelchau in Eigen- schriften die Kunst der Fuge (P 200) und das 6stimmige Ricarcar aus dem Musikalischen Opfer (P 226), die Orgelsonaten BWV 525-530 und die Choralbearbeitungen für Orgel BWV 651- 668 und 769 (Ρ 271) 13 , das Orgelbüchlein BWV 599-644 (P 283), die Gambensonate BWV 1027 und die Ouvertüre aus dem zweiten Teil der Klavierübung BWV 831 in der frühen Fas- sung in c-Moll (ebenfalls in Ρ 226); ferner die teilweise eigenhändig geschriebenen Stimmen zum a-Moll-Violinkonzert BWV 1041 (Mus.ms. Bach St 145) und zur Frühfassung des fünften Brandenburgischen Konzerts (St 130) sowie vom Konzert für zwei Klaviere und Orchester BWV 1057 die autographen Solostimmen (St 129). Daneben konnten damals von der Königlichen Bi- bliothek auch wichtige Abschriften von Werken Johann Sebastian Bachs übernommen werden, z.B. von der Hand seiner zweiten Frau Anna Magdalena oder von seinem Schwiegersohn Jo- hann Christoph Altnikol, aber auch originale Stimmensätze aus der Zeit von Bachs Tätigkeit als Thomas-Kantor, z.T. mit eigener Beteiligung an der Schreibleistung oder wenigstens an der Re- visionsarbeit. Poelchau besaß auch einige der zu Lebzeiten publizierten, eingangs aufgelisteten Originaldrucke von Werken Bachs.

Kommen wir zu einer weiteren bedeutenden Erwerbung für die Berliner Bach-Sammlung. 1851 (Nachtrag 1863) schenkte die in Buch und Karow vor den Toren des damaligen Berlin begüterte gräfliche Familie von Voß die in ihrem Eigentum befindliche umfangreiche Musiksammlung der Königlichen Bibliothek zu Berlin 14 . Sie war besonders reich an Bachiana, nicht nur solchen zum Werk Johann Sebastian Bachs, sondern auch zum kompositorischen Schaffen seiner Söhne, hier insbesondere wieder demjenigen von Carl Philipp Emanuel. Begründet wurde diese Sammlung von Otto Carl Friedrich von Voß (1755-1823), der nach dem Jura-Studium in Frankfurt/Oder und in Göttingen neben der Verwaltung seiner Güter in verschiedenen herausgehobenen Stel- len dem preußischen Staat diente, zuletzt als Ministerpräsident. Vakanzen über jeweils mehrere Jahre hinweg kamen seiner musikalischen Neigung und dem Aufbau einer stattlichen Musik-

11 Die Bach-Autographen der Staatsbibliothek zu Berlin sind derzeit in Zusammenhang mit der Verfilmung und an- schließenden Restaurierung in ihre einzelnen Lagen zerlegt in Leinenkassetten untergebracht, die historischen, nicht originalen Einbände sind beigelegt. l2 Mus.ms.theor. Kat. 41. 13 BWV 668 als Fragment, BWV 666 und 667 von der Hand von Bachs Schwiegersohn Johann Christoph Altnickol. 14 Faulstich, Bettina: Die Musikaliensammlung der Familie von Voß. Ein Beitrag zur Berliner Musikgeschichte um 1800, Kassel u.a. 1997.

Einleitung

Sammlung zugute. Der Graf spielte selbst Klavier und Orgel und war in der Berliner Tradition des weiterwirkenden Bachschen Erbes ausgebildet worden.

Die Quellen zu Johann Sebastian Bach reichen im Falle der Voßschen Erwerbung über die Num- mern 394-777 der Sammlung, also über fast 400 Signaturen hinweg. Dabei fällt auf, dass es sich bei den Stimmenkonvoluten häufig um Duplierstimmen aus Bachschen Originalstimmensätzen zu den Kirchenkantaten handelt, die offenbar bei der Erbteilung von 1750 einen bestimmten Weg genommen hatten. Von der persönlichen Präferenz des Sammlungsgründers rührt das besonders reich vertretene Orgel- und Klavierwerk Bachs. Autographe von Johann Sebastian Bach im en- gen Sinne, also die integralen Werkniederschriften des Komponisten, hat Voß allerdings nicht besessen. Dagegen hatte er offenbar auf eigenschriftliche Materialien aus dem kompositorischen Nachlass des in Berlin verstorbenen Wilhelm Friedemann Bach Zugriff, von dem einige Auto- graphe in der Sammlung enthalten sind.

Eine weitere wesentliche Erwerbung für die Bach-Sammlung der Königlichen Bibliothek zu Ber- lin hat mit der Berliner Sing-Akademie zu tun 15 . Dieses für das Berliner Musikleben so wichtige und bedeutende Institut hatte unter seinem Gründer Carl Friedrich Fasch und besonders unter dessen Nachfolger in der Direktion, Carl Friedrich Zelter, eine stattliche Musikbibliothek zusam- mengebracht, in die vielfach Schenkungen, etwa von König Friedrich Wilhelm III., eingeflossen sind. Hintergrund für die Sammeltätigkeit war die Absicht, für die praktische Arbeit der Institu- tion breit und vielfältig Material bereit zu halten. Stand anfangs besonders die A-cappella-Musik im Mittelpunkt, so spielte bald auch die instrumental begleitete Vokalmusik des 18. Jahrhunderts, im Zentrum das Werk Johann Sebastian Bachs, eine bestimmende Rolle. Die bereits erwähnte Schenkung Abraham Mendelssohns von 1811 steht in dieser Linie. Ein Höhepunkt der Bach- Pflege in der Sing-Akademie und ein Wegweiser für die Zukunft der allgemeinen Auseinander- setzung mit dem Werk Johann Sebastian Bachs war jene denkwürdige Wiederaufführung der Matthäus-Passion im Jahre 1829 unter der Einstudierung und Leitung von Felix Mendelssohn Bartholdy 16 .

Dass sich die Sing-Akademie 1854 von dem wertvollsten Teil ihrer Bach-Sammlung, den Auto- graphen des Thomas-Kantors, trennte, lag in erster Linie an finanziellen Schwierigkeiten. Für das 1827 bezogene vereinseigene Haus am Festungsgraben (heute das Maxim-Gorki-Theater) konn- te nur so die Hypothekenlast weiter verkraftet werden. Behalten konnte die Institution damals aber umfangreiche originale Bestände zum Werk Wilhelm Friedemann und Carl Philipp Ema- nuel Bachs, ferner den größten Teil des sog. „Altbachischen Archivs" aus dem Nachlass Johann Sebastian Bachs mit Werken älterer Verwandter, der ebenfalls in die Sing-Akademie gelangt war.

Die aus der Sing-Akademie in die Königliche Bibliothek zu Berlin übernommenen Werkauto- graphen Johann Sebastian Bachs stammen wohl zum größten Teil ursprünglich aus Poeichaus Sammlung, aus jener Transaktion von 1811, bei der sich Abraham Mendelssohn als Mäzen betä- tigte. Wenn Poelchau später aus der Erinnerung heraus von 100 Einheiten spricht und tatsächlich für den Verkauf der Manuskripte an die Königliche Bibliothek aus Übergabelisten 17 und anhand des Provenienzvermerks S.A. (mit rotem Stift) in den Handschriften insgesamt 78 Signaturen zusammenkommen, so bekommt die Vermutung, dass es sich hierbei um jene 1811 an die Sing- Akademie transferierten Handschriften handelt, große Wahrscheinlichkeit. Dies zumal, als ein vergleichbarer Spender für das Archiv der Sing-Akademie wohl nicht noch einmal auftrat und die

15 Schünemann, Georg: Die Singakademie zu Berlin. 1791-1941, Regensburg 1941, besonders S. 67 ff. und 125 f. 16 Die für die Aufführung benutzte Partiturabschrift war Privateigentum Mendelssohn Bartholdys. Sie befindet sich heute in der Bodleian Library in Oxford. 17 Mus.ms.theor. Kat. 427.

Einleitung

Institution bzw. ihr Leiter kaum über die Mittel verfügten, Selbst groß ins Autographengeschäft bedeutender Meister der Musikgeschichte einzusteigen. Der Provenienz Sing-Akademie zuord- nen lassen sich in der Bach-Sammlung der Staatsbibliothek zu Berlin heute die Autographen von 74 Kantaten, die beiden Klavierbüchlein für Anna Magdalena Bach von 1722 und 1725 (P 224 und 225) und die Konzertbearbeitungen für Klavier und Orchester BWV 1052-1059 (Ρ 234) 18 . Vor allem aber besaß die Sing-Akademie ein ganz großes, damals ebenfalls in die Königliche Bibliothek übergegangenes Bachsches Stück, das Partiturautograph des Weihnachtsoratoriums (P 32), sowie die Originalstimmensätze zur Matthäus- und zur Johannes-Passion (St 110 und

111).

Stellvertretend für die vielen Einzelerwerbungen zur Bach-Sammlung in der Staatsbibliothek zu Berlin soll nun dem Schicksal eines Einzelwerks, der h-Moll-Messe, nachgegangen werden. Das Partiturautograph (P 180) musste eine kleine Odyssee hinter sich bringen, ehe es im sicheren Hafen der Bach-Sammlung in der Königlichen Bibliothek zu Berlin landete 19 .

Das Manuskript der Messe befand sich, wie wir schon wissen, im Nachlass Carl Philipp Ema- nuele. 1805 wurde es bei einer Auktion in Hamburg nach dem Tod der Tochter Anna Carolina Philippina (1804) von Bachs Hamburger Amtsnachfolger Christian Friedrich Schwencke (1767- 1822) im Auftrag des Zürcher Musikverlegers und Komponisten Hans Georg Nägeli (1773- 1836) ersteigert. Das Autograph, einer der bedeutendsten Beiträge Deutschlands zur abendlän- dischen Kompositionsgeschichte, wanderte für mehrere Jahrzehnte in die Schweiz ab. Nach Nä- gelis Tod erbte es dessen Sohn Hermann, der das Manuskript zeitweilig im Land verpfändete.

Vater Nägeli hatte bei dem Auftrag für die Versteigerung von 1805 ganz praktische Absichten im Sinn. Er wollte das unpublizierte Werk edieren. Dazu kam es aber, im Zusammenwirken mit dem Bonner Verlag Simrock, erst im Jahre 1833, und zwar zunächst nur für die Teile Kyrie und Glo- ria. Der Rest vom Credo bis zum Agnus Dei erschien erst unter der Ägide des Sohnes im Jahre 1845. Die Ausgabe war aber so unzureichend, dass die 1850 in Leipzig zum Zwecke der Her- ausgabe einer Gesamtausgabe der Werke Johann Sebastian Bachs gegründete Bach-Gesellschaft beschloss, ihre Reihe gleich mit einer Neupublikation der h-Moll-Messe zu eröffnen. Dem stellte sich aber der jüngere Nägeli entgegen, indem er sich weigerte, dafür das in seinem Besitz be- findliche Werkautograph zur Verfügung zu stellen. Er wollte seiner Ausgabe keine Konkurrenz erwachsen lassen. Der Bach-Gesellschaft blieb nichts anderes übrig, als ihre Ausgabe ohne den Rückgriff auf die wichtigste Werkquelle herauszubringen. Die Verhandlungen mit Nägeli und die daraus resultierenden zeitlichen Verzögerungen verschoben den Band überdies auf die Nr. 6 der Reihe und bis in das Jahr 1856.

Auch nach dieser Publikation verfolgte die Bach-Gesellschaft weiterhin das Ziel, an das Au- tograph der h-Moll-Messe heranzukommen und es öffentlich zu sichern. Man arbeitete dazu geschickt verdeckt über den Händel-Forscher Friedrich Chrysander, der seinerseits den Kapell- meister des Königs von Hannover ansetzte, um Nägeli mit dem sehr schmeichelhaften, aber vorgetäuschten Angebot, das Manuskript für seinen hohen Herrn erwerben zu wollen, zu locken. Tatsächlich biss Nägeli an. Nur überließ Chrysander das Autograph nicht dem König von Hanno- ver, sondern der Bach-Gesellschaft für ihre philologische Aufgabe. 1861 wurde das Manuskript an die Königliche Bibliothek zu Berlin zur Einverleibung in deren Bach-Sammlung weiterge- reicht. Die merkwürdigen Umstände bei der Sicherang des Autographs der h-Moll-Messe sind der Grund dafür, dass der diesem Werk gewidmete Band in der alten Bach-Gesamtausgabe schon

18 BWV 1059 Fragment.

I9 Bach, Johann Sebastian: Neue Ausgabe sämtlicher Werke 2,1, Kritischer Bericht (Friedrich Smend), Kassel u.a.

1956.

Einleitung

1857, also nur ein Jahr nach der Erstveröffentlichung in der Reihe, in einer neuen Auflage er- schien.

Eine weitere große Bach-Erwerbung der Königlichen Bibliothek zu Berlin fällt schon in den Beginn des 20. Jahrhunderts. Es handelt sich um die Bach-Quellen der Sammlung Franz Hau-

wurden 20 . Hauser, 1794 bei Prag geboren und 1870 in

Freiburg/Br. verstorben, war ursprünglich ein als Bassbariton angesehener Opern- und Konzert-

sänger und als solcher in vielen Städten Deutschlands tätig. Dies bot ihm gute Möglichkeiten, seiner Leidenschaft, musikalische Quellen zu sammeln, zu frönen. 1837 zog er sich von der Bühne zurück und war danach als Gesangslehrer in Wien tätig. Neun Jahre später wurde er zum ersten Direktor des neu eingerichteten Musikkonservatoriums in München berufen. Dort wurde er 1865 pensioniert - Hans von Bülow wurde sein Nachfolger. Anschließend zog er sich nach Karlsruhe, später nach Freiburg, zurück.

Bei Bach ging es Hauser im Rahmen seiner Sammelleidenschaft vor allem darum, einen umfas- senden Werknachweis zu schaffen. Zu diesem Zweck legte er sehr modern anmutende Kataloge

an, in denen zur genauen Identifizierung bei den einzelnen Einträgen z.B. auch Notenincipits, die

ausnotierten Werkanfänge,

Voraussetzung für die von 1850 bis 1900 erschienene erste Gesamtausgabe der Werke Bachs, von der eben schon im Zusammenhang mit der h-Moll-Messe die Rede war.

Hauser besaß sicher weniger Autographen zum Werk Johann Sebastian Bachs als Poelchau bzw. Zelter und die Sing-Akademie. Aber hinsichtlich ihrer Vollständigkeit an handschriftlichen Quel- len steht Hausers Sammlung einmalig dar. Immerhin war Hauser im Besitz von 18 Kantaten im Partiturautograph, meist zum zweiten Kantatenjahrgang Bachs gehörend, und vielfach gehörten ihm dazu auch die Originalstimmensätze. Ferner war Hauser Eigentümer des Teilautographs der Sonaten für Violine und Cembalo BWV 1014-1019a (St 162).

Als letzte große Erwerbung im Zusammenhang mit der Bach-Sammlung der Staatsbibliothek zu Berlin ist die Musiksammlung Anna Amalias von Preußen, der jüngsten Schwester Friedrichs des Großen (1723-1787), die sog. „Amalien-Bibliothek" 22 , zu nennen. Die Prinzessin war zeit- lebens der Musik in besonderem Maße zugetan, spielte selbst Orgel und Klavier und komponierte auch. Ihr musikalischer Geschmack war sehr konservativ. Darin wurde sie besonders von Johann Philipp Kirnberger, einem Schüler Johann Sebastian Bachs, bestärkt. Kirnberger diente Anna Amalia als Hauskapellmeister und vermochte ihr eine tiefe Verehrung für das Werk des Thomas- Kantors zu vermitteln. Kein Wunder also, dass ihre aus etwas über 600 Einheiten bestehende Musikbibliothek zu einem Viertel aus Bach-Quellen bestand. Stark vertreten sind dabei auch die Söhne Carl Philipp Emanuel und Wilhelm Friedemann. Bei Johann Sebastian Bach handelt es sich weitgehend um Abschriften von Kantaten und solche aus dem Bereich der Orgel- und Kla- viermusik, welche die Prinzessin ja selbst spielen konnte. Als besonders wertvolles Stück der Sammlung ist das Partiturautograph der sechs Brandenburgischen Konzerte zu nennen (Am.B. 78), eine Reinschrift, die der Komponist 1721 der Widmungsperson, Markgraf Christian Lud- wig von Brandenburg, dem jüngsten Sohn des Großen Kurfürsten, übersandte. Anna Amalia hatte dieses Juwel allerdings nicht auf direktem Weg von ihrer Verwandtschaft erhalten, son- dern mit der Musiksammlung Kirnbergers, die ihr testamentarisch vermacht worden war. Auch das Autograph der Kantate O ewiges Feuer BWV 34 (Am.B. 39) gehörte wohl ursprünglich zu Kirnbergers Sammlung.

beigegeben wurden 21 . Diese Arbeiten Hausers waren eine wichtige

sers, die 1904 von dessen Erben erworben

20 Kobayashi, Yoshitake: Franz Hauser und seine Bach-Handschriftensammlung, Göttingen 1973.

21 Z.B. Mus.ms.theor. 22 Blechschmidt, Eva

Kat. 419. Renate: Die Amalien-tibliothek. Musikbibliothek der Prinzessin Anna Amalia von Preußen

(1723-1787). Historische Einordnung und Katalog mit Hinweisen auf die Schreiber der Handschriften, Berlin 1965.

Einleitung

Anna Amalia war unverheiratet geblieben. Ihre gesamte Bibliothek einschließlich der Musikalien vermachte sie dem Joachimsthalschen Gymnasium in Berlin. Der musikalische Teil war die erste öffentlich zugängliche Fachsammlung in der Stadt, die auf vielfältige Weise auf das Musikleben Berlins mit Vorlagen für Abschriften, die dann auch der Praxis zugutekamen, einwirkte. Als das Gymnasium 1914 nach Templin in der Uckermark verlegt wurde, gelang es der Königlichen Bibliothek zu Berlin, die Musikalien als Leihgabe für ihre Musikabteilung zu übernehmen und somit in Berlin zu belassen. Dies ersparte den wertvollen Handschriften und Drucken in der Musiksammlung Anna Amalias das Schicksal der übrigen Amalien-Bibliothek: Als man das Gymnasium 1947 auflöste, wurden die verbliebenen Buchbestände ziemlich planlos zerstreut.

In allerjüngster Zeit, allerdings nicht mehr rechtzeitig vor Abschluss der Mikrofiche-Ausgabe, hat die Bach-Sammlung der Staatsbibliothek zu Berlin durch die Rückkehr des im Krieg verla- gerten Musikarchivs der Sing-Akademie zu Berlin aus Kiew im November 2001 nochmals eine bedeutende Erweiterung erfahren. Die Sammlung wurde als Leihgabe in der Musikabteilung der Staatsbibliothek untergebracht. Zwar sind in diesem Archiv keine Werkautographen Johann Se- bastian Bachs mehr enthalten, dafür aber viele Originale von Carl Philipp Emanuel, z.B. für die zahlreichen von ihm für Hamburg geschaffenen Einführungsmusiken, oder auch von Wilhelm Friedemann Bach. Reich ist das Archiv auch an Abschriften zum Werk des Vaters und der Söh- ne. Es enthält ferner das fast vollständige sog. „Altbachische Archiv", von dem schon die Rede war.

* * *

Die ungewöhnliche Fülle der Quellen zu Johann Sebastian Bach sowie zu seinen Söhnen und Verwandten veranlasste den ersten Kustos der Musikabteilung in der Königlichen Bibliothek, Siegfried Wilhelm Dehn, das Material nicht in die allgemeine Handschriftenreihe Mus.ms. 1 ff. (Abschriften; die Zahlen spiegeln das Komponistenalphabet und innerhalb der Namensblöcke eine Werksystematik wider) oder Mus.ms.autogr. (Autographen) einzufügen, sondern dafür eine eigene Signaturengruppe Mus.ms. Bach einzurichten. In ihr wurden mit den differenzierenden Buchstaben Ρ (Partituren, hier auch die Musik für Tasteninstrumente) und St (Stimmen) die Quellen eingereiht. Außerhalb dieser Gruppe finden sich einschlägige Werke nur gelegentlich als Beifügungen von Sammelhandschriften: einerseits solchen mit bis zu drei Werken von ver- schiedenen Komponisten (Mus.ms. 1 ff.), bei denen der erste, für die Kataloghaupteintragung entscheidende Name nicht mit „Bach" identisch ist, andererseits solchen mit mehr als drei Au- toren (Mus.ms. 30.000 ff., 38.000 ff., 40.000 ff.; in der Mikrofiche-Ausgabe sind diese Bereiche nicht berücksichtigt worden), ferner in geschlossen aufbewahrten Sondersammlungen:

• Amalien-Bibliothek (s.o.)

• Sammlung Thulemeier 23

• Musiksammlung der Königlichen Hausbibliothek (KHM) 24

23 Friedrich Wilhelm von Thulemeier, gest. 1811, war preußischer Minister. Seine Musiksammlung gehörte wie die Amalien-Bibliothek später dem Joachimsthalschen Gymnasium in Berlin, vollzog aber dessen Umzug nach Templin im Jahre 1914 mit. Nach der Auflösung des Instituts 1947 kam die zwischenzeitlich an die Hochschule für Musik in Weimar gelangte Sammlung dezimiert erst 1961 in die Deutsche Staatsbibliothek in Berlin. Sie wurde danach noch teilweise durch Rückgaben und Erwerbungen aus dem Handel ergänzt. Ihr vollständiger Inhalt ist dem publizierten Katalog zu entnehmen: Robert Eitner, Thematischer Katalog der von Thulemeier'schen Musikalien-Sammlung in der Bibliothek des Joachimsthal'schen Gymnasiums zu Berlin. Beilage zu den Monatsheften für Musikgeschichte 1898/99, Leipzig 1899. 24 Im 19. Jahrhundert gebildet aus in den Hohenzollernschen Schlössern in und um Berlin überliefertem musikalischem Quellenmaterial und bis zum Zweiten Weltkrieg im Berliner Stadtschloss aufbewahrt. Die Sammlung wurde 1945 in die Sowjet-Union verbracht, Teile kamen Ende der 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts aus Moskau in die Deutsche Staatsbibliothek zurück. Der vollständige Inhalt mit Stand vom Ende des 19. Jahrhunderts ist dem publizierten Katalog

Einleitung

Die nach 1945 in der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz in Westberlin (und davor auch schon im Tübinger Depot) erworbenen Bachiana stehen unter den Signaturen N.Mus.ms. 1 ff. (Autographen) und N.Mus.ms. 10.000 ff. (Abschriften), jeweils Numerus-currens-Reihen (Ein- stellungen fortlaufend nach zeitlichem Eingang). Die Kennung MA Ms. betrifft die Handschrif- tenreihe des der Musikabteilung angeschlossenen, 1964 in der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz eingerichteten Mendelssohn-Archivs. Eine geschlossene Sondersammlung aus der Westberliner Institution repräsentiert die in das 18. Jahrhundert zurückreichende Sammlung Pretlack (Ν. Mus. BP) aus dem Besitz einer hessischen Adelsfamilie 25 .

Helmut Hell

zu entnehmen: Georg Thouret, Katalog der Musiksammlung auf der Königlichen Hausbibliothek im Schlosse zu Berlin, Leipzig 1895, Reprint Hildesheim 1983. * 25 Jaenecke, Joachim: Die Musikbibliothek des Ludwig Freiherrn von Pretlack (1716-1781), Wiesbaden 1973.

Benutzungshinweise

Aufbau der Einträge Der Kopf enthält Informationen über Format und Umfang der Handschriften und vermerkt Seiten außerhalb des Notentextes sowie eventuelle Besonderheiten. Der mittlere Teil führt die enthalte- nen Werke mit Seitenzahlen und ggf. Schreiberangabe in der Reihenfolge der Handschrift auf. Der Schluss enthält weitere Informationen zur Handschrift: Possessorensiglen (in Parenthese am Schluss), evtl. weitere Besonderheiten. Zuletzt erfolgt der Verweis auf diejenigen Fiches der Edi- tion, auf denen die jeweilige Handschrift verfilmt ist.

Kursivdruck bleibt dabei prinzipiell der Werkangabe und - außer bei den St-Signaturen in eckigen Klammem - der Schreiberangabe vorbehalten.

Die Maße sind auf halbe Zentimeter abgerundet. Nicht aufgeführte Seiten sind leer; daher auch die Unterscheidung von Titelseiten mit Notenbeginn auf der Rückseite (z.B. „plT-10") und Ti- telseiten mit unbeschrifteter Rückseite (z.B. „plT, p3-10").

Paginierung Kast bemerkte hierzu: „Vor schwierige Entscheidungen sah sich der Verfasser bei der Frage der Paginierung gestellt. Weder konnte er sich dazu entschließen, in allen Fällen die vorhandenen, oft lückenhaft und zufällig gesetzten Paginierungen zu übernehmen, noch neue ,korrekte' ein- zuführen. So musste er häufig genug den Weg eines Kompromisses beschreiten." Für die seit Kasts Bestandsaufnahme hinzugekommenen Signaturen war die präzise Bezeichnung der Pagi- nierung bzw. Foliierung und der Leerseiten darüber hinaus oft schwierig, wenn entsprechend differenzierte Katalogaufnahmen fehlten. Hier musste bisweilen zu zusammenfassenden Formu- lierungen gegriffen werden.

Werkangabe Die Zählung der Werke von Johann Sebastian Bach folgt derjenigen in Wolfgang Schmieders Bach-Werke-Verzeichnis ohne das einleitende ,BWV'; folglich verweisen alle Werknummern ohne vorgesetztes Kürzel auf Werke Johann Sebastian Bachs. Die Werke von Carl Philipp Emanuel Bach sind nach dem Katalog von Alfred Wotquenne

") angegeben, diejenigen von Wilhelm Friedemann Bach nach dem Thematischen Ver-

zeichnis in Martin Falcks Monographie („ Fk

Bach verweist auf die Arbeit von Charles Sanford Terry (z.B. „Ty 338,1" = Terry

(„ Wq

"). Die Zählung der Werke von Johann Christian

, Seite 338,

Nr. 1). Die Angabe der Werke von Johann Christoph Friedrich Bach folgt Schünemanns Incipit- Verzeichnis (DDT 56) mit neuer durchlaufender Nummerierung; Alfred Dörffels Zählung von 17 Kantaten Johann Ludwig Bachs in BGA 41, Anh. II, Seite 275-276, blieb unangetastet. Für die Werke aller übrigen Komponisten wurde in Anlehnung an die Ordnung des BWV eine neue Zählung eingeführt, die im entsprechenden Werkregister aufgeschlüsselt ist. Auf Besonder- heiten wird in runder Klammer hingewiesen.

Die Schreiberangaben gehen nur selten auf originale Signierungen zurück; Zuweisungen aus späterer Zeit wurden in jedem Falle sorgfältig geprüft. Die meisten Schreiberzuweisungen basie- ren auf Vorarbeiten des Musikwissenschaftlichen Instituts Tübingen.

Den Schriftformen nach wurde - hauptsächlich bei AMB und JSB (s.u.) - eine Unterscheidung in „früh" (fr), „mittel" (m) und „spät" (sp) vorgenommen. Bei Söhnen und Schülern Johann Sebastians verweist fr auf Arbeiten* im Bachschen Hause, sp dagegen auf solche im eigenen Wirkungskreise.

Benutzungshinweise

Mikrofiches Die Mikrofiches mit den Nummern Ba A 001 ff. beinhalten die in Farbe wiedergegebenen Auto- graphen von Johann Sebastian Bach. Die Abschriften der Werke J. S. Bachs sowie Autographe und Abschriften der Kompositionen der anderen Mitglieder der Musikerfamilie Bach befinden sich auf den Mikrofiches Nr. Ba Β 001 ff.

Bei namentlich nicht bekannten Schreibern wurde zwischen „anonymen" (An) und „unbekann- ten" (Su) unterschieden. Die anonymen Schreiber wurden nach dem Zentesimalsystem klassifi- ziert:

Ani ff. = (hier theoretisch bis An299) = Kopisten JSBachs;

An300ff.

=

Kopisten CPEBachs;

An400ff.

=

Kopisten der Amalienbibliothek;

An500ff.

=

vorläufig noch ausgespart;

An600ff.

=

für Handschriften der Wiener Provenienz vorgesehen; hier steht stellver- tretend SuVI als Hinweis auf Herkunft und Entstehungsgebiet der Quelle; so auch in den anderen Hunderter-Reihen bei Schreibern, die (noch) nicht individuell festgehalten sind.

An700ff. = „sonstige" Schreiber, vornehmlich um 1800.

Die Nummerierung Sul, Su2 etc. gilt jeweils nur für die aktuelle Handschrift.

Für die Mitglieder der Familie Bach stehen folgende Abkürzungen:

Vornamen:

als Komponist:

als Schreiber:

Anna Magdalena

AMB

Grenze zwischen fr und sp ca. 1733/1734

Carl Philipp Emanuel

(Wq)

CPEB

Heinrich

HBach

Johann Bernhard

JBBach

Johann Christian

(Ty)

JChnBach

Johann Christoph

JCBach

JCBach

Johann Christoph Friedrich

JCFBach

JCFBach

Johann Ernst

JEBach

Johann Ludwig

JLBach

Johann Michael (I)

JM(I)Bach

Johann Michael (II)

JM(II)Bach

JM(lI)Bach

JNBach

Johann Nikolaus Johann Sebastian

(BWV-Nr.)

JSB

fr = vor Leipzig; ü = ca. 1722-1724; m = ca. 1724- 1740; sp = nach 1740; keine besondere Kennzeichnung bedeutet im allgemeinen „mittlerer Stil".

Wilhelm Friedemann

(.Fk)

WFB

Wilhelm Friedrich Ernst

WFEBach

WFEBach

Abkürzungsverzeichnis

4hdg.

vierhändig

Α.

Alt

ähnl.

ähnlich

Allem.

Allemande

angeg.

angegeben

Anh.

Anhang

Anm.

Anm.

Bogen

Β.

Baß

Be.

Basso continuo

Bde

Bände

Bearb.

Bearbeitung

Bl.

Blatt

Bleist.

Bleistift

Bnrn

Bogennummern (dabei die „1"

Cemb.

meist stillschweigend ergänzt) Cembalo

Chb

Choralbearbeitung

Cont.

Continuo

Cour.

Courante

Dbl

Deckblatt

f.

für

Fl

Flöte

Fl. trav.

Querflöte

fo

folio

Fragm.,

Fragment, fragmentarisch

fragm.

Gen.Baß

Generalbaß

H.

Hälfte

Hr.

Horn

Hs.

Handschrift

Inc.

Incerta

Inh.Verz

Inhaltsverzeichnis

Jh.

Jahrhundert

Kad.

Kadenz

KK

Kirchenkantate

Kl

Klavier

Konv

Konvolut

Men.

Menuett

Mot

Motette

η. v.

numerus vacat

Notenbeg.

Ob.

Orat.

Org.

orig.

Orig.

Orig.fo

Orig.p

Ρ

Ps.

pt

rev. (Rev.)

RO, VO

s.

s.

Sarab.

Sbd

Schi.

Son.

St

Str.-Qu.

Τ

T.

Tbl

Tp

Tu

Umschl.

unpag

unvollst.

V.

Va.

Var.

Vc.

versch.

Verz

VO

vorm.

WK

Notenbeginn Oboe Oratorium Organo original Original Originalfoliierung Originalpaginierung pagina(e) Psalm partes (z.T. part) revidiert (Revision) Recto- bzw. Verso-Ordnung in der Paginierung (die ungeraden Zahlen bei RO auf der Recto-, bei VO auf der Verso-Seite) Sopran siehe Sarabande Sammelband Schluß Sonata Stimme Streichquartett Titel Tenor Titelblatt Titelpagina Titelumschlag Umschlag unpaginiert unvollständig Violine Viola Variation(en) Violoncello verschiedene Verzeichnis siehe RO vormals Weltliche Kantate

Verzeichnis der Mikrofiches

Mikrofiche

Signatur

Ba A

040

St 36, 37

Nr

 

B

a A

041

St 37, 38

BaA

001

32

B

a A

042

St 38

BaA

002

32

BaA

043

St 40

BaA

003

32

B

a A

044

St 40, 43,44

BaA 004

 

St 1,2

B

a A

045

St 44, 45

BaA

005

St 3

B

a A

046

St 45, 46

BaA

006

St 3

B

a A

047

St 46, 47

BaA 007

 

St 3,4

B

a A

048

St 47, 48

B

a A

008

St 4, 6, 7

BaA

049

St 48

B

a A

009

St 7

B

a A

050

St 48, 49, 54

B

a A

010

St 8,9

BaA

051

St 54

BaA

011

St 9

Ba A

052

St 56

Ba A

012

St 9, 10

B

a A

053

St 56, 57, 58

Ba A

013

St 10, 12

Ba A

054

St 58, 59

Ba A

014

St 12, 13b

BaA

055

St 63

BaA 015

 

St 13b,15

B

a A

056

St 63, 64

Ba A

016

St 15, 16

B

a A

057

St 64, 65

Ba A

017

St 16, 17

B

a A

058

St 65, 66

Ba A

018

St 17, 18

B

a A

059

St 66, 67

BaA

019

St 18

B

a A

060

St 67, 68

Ba A

020

St 18, 19

B

a A

061

St 68, 69

Ba A

021

St 19, 20

B

a A

062

St 70, 71

Ba A

022

St 20, 21

B

a A

063

St 71, 73

Ba A

023

St 21, 23

B

a A

064

St 73

Ba A

024

St 23, 24

B

a A

065

St 74, 76

Ba A

025

St 24, 25

B

a A

066

St 76, 77

BaA

026

St 25

BaA

067

St 77

BaA

027

St 25

Ba A

068

St 77, 78

B

a A

028

St 25

Ba A

069

St 78, 79

B

a A

029

St 25, 26

Ba A

070

St 79, 80

B

a A

030

St 26, 28

BaA

071

St 80

Ba A

031

St 29, 30

Ba A

072

St 80, 83

BaA 032

 

St 30,31

Ba A

073

St 83, 84

BaA

033

St 31

B

a A

074

St 84, 85

Ba A

034

St 31, 33a

B

a A

075

St 85, 86

B

a A

035

St 33a

Ba A

076

St 86, 87

Ba A

036

St 33a

Ba A

077

St 87, 88, 89

Ba A

037

St 33a, 34

B

a A

078

St 89, 91

B

a A

038

St 35

BaA

079

St 92

Ba A

039

St 35, 36

B

a A

080

St 92, 93

Verzeichnis der Mikrofiches

Ba A 081

S

93

Ba A

129

St 157, 158

Ba A 082

S

93

Ba A 130

St

158, 162

Ba A 083

S

93, 94, 95

 

Ba A

131

St 346

 

Ba A 084

s

95

Ba A

132

St 346, 347

Ba A 085

s

95,97

 

Ba A

133

St 348,

354

Ba A 086

s

97

Ba A

134

St 354

Ba A 087

s

97, 98

 

Ba A

135

St 354, 355

Ba A 088

s

99,

100

Ba A 136

St 355

Ba A

089

s

100,

104

Ba A

137

St 355, 376

Ba A

090

s

104,

106

Ba A

138

St 376, 377

Ba A

091

s

106,

108

Ba A

139

St 377

Ba A 092

s

108,

109, 110

Ba A

140

St 377,384

Ba A 093

s

110

Ba A

141

St 384, 387

Ba A 094

s

110

Ba A

142

St 387, 389, 390

Ba A 095

s

110

Ba A

143

St 390, 391,392

Ba A 096

s

110

Ba A

144

St 392, 393

Ba A

097

s

110

Ba A

145

St 393, 395, 396

Ba A 098

s

110

Ba A

146

Ρ 45, St 396

Ba A

099

s

110

Ba A

147

Ρ 45, St 399

Ba A

100

s

110

Ba A

148

St 399, 400

Ba A

101

s

110, 111

 

Ba A

149

St 400, 459

Ba A

102

s

111

Ba A

150

St 459

Ba A

103

s .111

 

Ba A

151

13

Ba A

104

s

111

Ba A

152

25

Ba A

105

s

111

Ba A

153

25

Ba A

106

s

111

Ba A

154

25

Ba A

107

s

111

Ba A

155

Ρ 28

 

Ba A

108

s

111

Ba A 156

Ρ 28

Ba A

109

s

111

Ba A

157

34

Ρ

Ba A

110

s

111, 112I-VI

Ba A

158

Ρ 36, 38

BaA 111

s

112I-VI

 

Ba A

159

Ρ 38, 39

Ba A 112

s

112I-VI

Ba A

160

Ρ 39, 41

BaA

113

s

112I-VI

Ba A 161

Ρ 41, 42

BaA

114

s

112I-VI

Ba A

162

Ρ 42

BaA

115

s

112I-VI

Ba A

163

Ρ 42, 43

Ba A

116

s

112I-VI

Ba A

164

Ρ 43

Ba A

117

s

112I-VI

Ba A

165

Ρ 43, 44

Ba A

118

s

112I-VI

Ba A 166

Ρ 44

Ba A

119

s

112I-VI

Ba A 167

Ρ 44

Ba A

120

s

112I-VI, 114

Ba A

168

Ρ 44, St 398

Ba A

121

s

114,

115

Ba A 169

St 398

Ba A

122

s

115,

116,

121

Ba A

170

St 398

Ba A 123

s

121, 123, 129

Ba A

171

Ρ 47,

St 398

Ba A

124

s

129,

130

Ba A

172

Ρ 54, 55

Ba A 125

s

130,

139

Ba A

173

Ρ 55, 59, 60

Ba A

126

s

139,

145

Ba A

174

Ρ 61, 62

Ba A

127

s

145,

153

Ba A

175

Ρ 62, 63, 65

Ba A

128

s

154,

157

Ba A

176

Ρ 65, 66

Verzeichnis der Mikrofiches

Ba A 177

Ρ 66, 67

 

Ba Α

225

Ρ 225

 

Ba A 178

Ρ 67, 68, 69

Ba Α

226

Ρ 225

Ba A 179

Ρ 73, 74

Ba Α

227

Ρ 226

Ba A 180

Ρ 74, 75,

80

Ba Α

228

226, 234

 

Ba A 181

Ρ 80, 81, 82

Ba Α

229

234

Ba A 182

Ρ 82, 83,

84

Ba Α

230

234, 271

 

Ba A 183

Ρ 84, 85, 86

Ba Α

231

271

Ba A 184

Ρ 86, 89

Ba Α

232

271, 274

 

Ba A 185

Ρ 91, 92

Ba Α

233

274

Ba A 186

Ρ 92, 93

97

Ba Α

234

283

Ba A 187

Ρ 93, 95,

Ba Α

235

283

Ba A 188

Ρ 97, 99,

102

Ba Α

236

283

Ba A 189

 

102,

103,

104

Ba Α

237

283

Ba A 190

104, 105,

106, 107

Ba Α

238

415

Ba A 191

107,

108

Ba Α

239

415

Ba A 192

109,

111

Ba Α

240

488, 490, 610

Ba A 193

112,

114

Ba Α

241

610, 612

 

Ba A 194

114,

115

Ba Α

242

612, 613, 614

Ba A

195

116,

118

Ba Α

243

614, 647,670, 866

Ba A

196

118,

119,

120

Ba Α

244

868, 869, 872

Ba A

197

120,

121,

122

Ba Α

245

872, 873

 

Ba A

198

122,

125

Ba Α

246

874, 876

Ba A

199

125, 126,

127

Ba Α

247

876, 877, 878

Ba A 200

 

129,

130,

134

Ba Α

248

878, 879, 895

Ba A

201

134, 137,

139

Ba Α

249

967

Ba A

202

139,

141

Ba Α

250

972, 975

 

Ba A

203

144,

145

Ba Α

251

1017

Ba A 204

 

145,

146,

147

Ba Α

252

1145, 1162, 1215

Ba A 205

148,

149,

152

Ba Α

253

Am. Β.

39, Ρ

1215

Ba A 206

152,

153

Ba Α

254

Am. Β. 78

Ba A 207

153,

154,

157

Ba Α

255

Am. Β. 78

Ba A

208

158,

159

Ba Α

256

Am. Β. 78

Ba A

209

159, 160, 161

Ba Α

257

Am. Β. 78

Ba A 210

 

163,

164

Ba Α

258

N.Mus.ms. 34, 378, 681

Ba A

211

164,

166, 167

Ba A S 01

 

647, 867, 871

 

Ba A 212

 

167,

173

Ba A S 02

875, 880, 1216

Ba A

213

173,

174

Ba A S 03

1216

Ba A 214

 

174,

175

Ba A S 04

 

St 14

 

Ba A 215

175,

179

Ba A S 05

St

14, 72, 113

 

Ba A

216

180

Ba A

S 06

07

08

St 113, 127, 148

Ba A

217

180

Ba A S

St 148, 356

Ba A

218

180

Ba A S

St 356

Ba A

219

180

Ba A S

09

St 547

Ba A

220

195

Ba Β

001

1,2

Ba A

221

200

 

Ba Β

002

   
   
 

2, 3,4/1,4/2

 

Ba A

222

Mus.ms. Ρ 200/1

Ba Β

003

Ρ 4/2, 5

Ba A 223

 

224

Ba Β

004

5, 6

Ba A 224

Ρ 225

 

Ba Β

005

6

Verzeichnis der Mikrofiches

Ba Β 006 Ba Β 007 Ba Β 008 Ba Β 009 Ba Β 010
Ba Β 006
Ba Β 007
Ba Β 008
Ba Β 009
Ba Β 010
Ba Β 011
Ba Β 012
Ba Β 013
Ba Β 014
Ba Β 015
Ba Β 016
Ba Β 017
Ba Β 018
Ba Β 019
Ba Β 020
Ba Β 021
Ba Β 022
Ba Β 023
Ba Β 024
Ba Β 025
Ba Β 026
Ba Β 027
Ba Β 028
Ba Β 029
Ba Β 030
Ba Β 031
Ba Β 032
Ba Β 033
Ba Β 034
Ba Β 035
Ba Β 036
Ba Β 037
Ba Β 038
Ba Β 039
Ba Β 040
Ba Β 041
Ba Β 042
Ba Β 043
Ba Β 044
Ba Β 045
Ba Β 046
Ba Β 047
Ba Β 048
Ba Β 049
Ba Β 050
Ba Β 051
Ba Β 052
Ba Β 053
Ρ
6, 7
Ρ
7, 8
Ρ
8, 9
Ρ
9
Ρ 9, 10
Ρ
10
Ρ
Ρ 10, 11
10
Ρ
11
Ρ
11
Ρ11
Ρ 46, 48
Ρ 48
Ρ 48
Ρ 48, 49
Ρ 49
Ρ 49, 50
Ρ 50
Ρ 50
Ρ 50
Ρ 50
Ρ 50, 51
Ρ 11, 12
Ρ
51
Ρ
12
51
Ρ
12
Ρ
12
Ρ 12, 14, 15
Ρ
15
Ρ
15
Ρ
15
Ρ
Ρ 16, 17
Ρ 17, 18
15,16
Ρ
18
Ρ
Ρ 51, 52
Ρ 52, 53, 56
Ρ 56, 57, 58
Ρ 58, 64
Ρ 64, 70
Ρ 70, 71, 72
Ρ 72, 76, 77
Ρ 77, 78, 79
Ρ 79, 87
Ρ 87, 88, 90
Ρ 18, 19
Ρ 19, 20
Ρ 20
Ρ 20, 21
Ρ 21, 22
Ρ 22, 23
Ρ 23, 24
Ρ 24, 26
Ρ 26
Ρ 26, 27
Ρ 27
Ρ 27
Ρ 27, 29
Ρ 29, 30
Ρ 30, 31
Ρ 90, 94, 96
Ρ 96, 98
Ρ 98,
100
Ρ
31
Ρ
31
Ρ 31, 33
Ρ
33
Ρ
33
Ρ
33
Ρ
Ρ 33, 35, 37
Ρ 37, 40
Ρ 40, 46
33
Ba Β 054
Ba Β 055
Ba Β 056
Ba Β 057
Ba Β 058
Ba Β 059
Ba Β 060
Ba Β 061
Ba Β 062
Ba Β 063
Ba Β 064
Ba Β 065
Ba Β 066
Ba Β 067
Ba Β 068
Ba Β 069
Ba Β 070
Ba Β 071
Ba Β 072
Ba Β 073
Ba Β 074
Ba Β 075
Ba Β 076
Ba Β 077
Ba Β 078
Ba Β 079
Ba Β 080
Ba Β 081
Ba Β 082
Ba Β 083
Ba Β 084
Ba Β 085
Ba Β 086
Ba Β 087
Ba Β 088
Ba Β 089
Ba Β 090
Ba Β 091
Ba Β 092
Ba Β 093
Ba Β 094
Ba Β 095
Ba Β 096
Ba Β 097
Ba Β 098
Ba Β 099
Ba Β 100
Ba Β 101
Ρ 101, 110
Ρ 110, 113
Ρ 113, 117
Ρ 117, 123
Ρ 123, 124,
Ρ 128, 131
Ρ 131, 132,
Ρ 133, 135
Ρ 135, 136,
Ρ 140, 142
Ρ 142, 143,
Ρ 150, 151,
Ρ 155, 156
Ρ 156
Ρ 156, 162,
Ρ 165, 168,
Ρ 169
Ρ 169, 170
Ρ 170, 171
Ρ 171, 172
Ρ 172
Ρ 172, 176

Ba Β

102

176, 177,

178

Ba Β 150

Ba Β

103

178, 181

Ba Β 151

Ba Β

104

181, 182

Ba Β

152

Ba Β

105

182

Ba Β

153

Ba Β

106

182

Ba Β

154

Ba Β 107

 

182

Ba Β 155

Ba Β

108

182

Ba Β

156

Ba Β

109

182

Ba Β 157

Ba Β

110

182,

183

Ba Β

158

B a B

111

183,

184

Ba Β

159

Ba Β

112

184, 185

 

Ba Β

160

Ba Β

113

185,

186

Ba Β

161

Ba Β

114

186

Ba Β

162

Ba Β

115

186

Ba Β

163

Ba Β

116

186

Ba Β

164

Ba Β 117

 

186,

187

Ba Β 165

Ba Β

118

187,

188

Ba Β

166

Ba Β

119

188,

189

Ba Β 167

Ba Β

120

189,

190

Ba Β 168

Ba Β 121

 

190

Ba Β

169

Ba Β

122

190, 191

 

Ba Β

170

Ba Β

123

191

Ba Β 171

Ba Β

124

191,

192

Ba Β

172

Ba Β 125

 

192, 193, 194

Ba Β

173

Ba Β

126

194,

196

Ba Β

174

Ba Β

127

196, 197

Ba Β

175

Ba Β

128

197, 199, 201

Ba Β

176

   

Ba Β

129

Ρ 201

Ba Β 177

Ba Β

130

Ρ 202, 203

Ba Β 178

Ba Β

131

Ρ 203

Ba Β 179

Ba Β

132

Ρ 203

Ba Β 180

Ba Β

133

Ρ 203, 204

Ba Β

181

Ba Β

134

Ρ 204

Ba Β

182

Ba Β 135

Ρ 204

 

Ba Β

183

Ba Β

136

Ρ 204, 205

Ba Β

184

Ba Β 137

Ρ 205, 206

Ba Β 185

Ba Β

138

Ρ 206

Ba Β

186

Ba Β

139

Ρ 206, 207

Ba Β 187

Ba Β

140

Ρ 207

Ba Β

188

Ba Β

141

Ρ 207

Ba Β 189

Ba Β

142

Ρ 207, 208

Ba Β 190

Ba Β

143

Ρ 208, 209

Ba Β 191

Ba Β

144

Ρ 209,

210

Ba Β

192

Ba Β

145

Ρ 210, 211

 

Ba Β 193

Ba Β

146

Ρ 211,

212

Ba Β

194

Ba Β 147

Ρ 212

 

Ba Β

195

Ba Β

148

Ρ 212, 213

Ba Β

196

Ba Β

149

Ρ 213

Ba Β 197

Verzeichnis der Mikrofiches

Ρ 213

Ρ 213, 214, 215

Ρ 215

Ρ 215, 216, 218

Ρ 218, 219

Ρ 219, 220, 221

Ρ 221, 222, 223

Ρ 223, 227

Ρ 227, 228

Ρ 228

Ρ 228

Ρ 228, 229

Ρ 229, 230

Ρ 230

Ρ 230, 231,232

Ρ 232, 233, 235

Ρ 235

Ρ 235

Ρ 235, 236, 237 Band 1

Ρ 237 Band 1,237 Band 2

Ρ 237 Band 2

Ρ 237 Band 2, 238

Ρ 238, 239

Ρ 239, 240, 241

Ρ 241, 242, 243

Ρ 243, 244

Ρ 245, 246

Ρ 246, 247

Ρ 247

Ρ 247, 248

Ρ 248, 249, 250

Ρ 250

Ρ 250

Ρ 250, 251

Ρ 251

Ρ 251

Ρ 251, 252

Ρ 252, 253, 254

Ρ 254, 255

Ρ 255, 256

Ρ 256, 257

Ρ 257, 258, 259

Ρ 259, 260

Ρ 260

Ρ 260, 261,262

Ρ 262, 263

Ρ 263, 264

Ρ 264

Verzeichnis der Mikrofiches

Ba Β 198 Ba Β 199 Ba Β 200

Ρ 264, 265, 266 Ρ 266, 267 Ρ 267, 268, 269

Ba Β 246 Ba Β 247 Ba Β 248

Ba Β 256

Ρ 303 Ρ 303, 304 Ρ 304

Ba Β 201

Ρ 269, 270, 272

Ba Β 249

Ρ 304

Ba Β 202

Ρ 272,

273

Ba Β 250

Ρ 304

Ba Β 203 Ba Β 204 Ba Β 205 Ba Β 206 Ba Β 207 Ba Β 208

Ρ 273 Ρ 273, 275 Ρ 275 Ρ 275, 276 Ρ 276, 277 Ρ 277, 278

Ba Β 251 Ba Β 252 Ba Β 253 Ba Β 254 Ba Β 255

Ρ 304, 305 Ρ 305 Ρ 305 Ρ 305, 306 Ρ 306 Ρ 306, 307

Ba Β 209

Ρ 278

Ba

Β 257

Ρ 307

Ba Β 210

Ρ 278, 279

Ba Β 258

Ρ 307, 308

Ba Β 211

Ρ 279

Ba

Β 259

Ρ 308

Ba Β 212 Ba Β 213 Ba Β 214 Ba Β 215 Ba Β 216 Ba Β 217 Ba Β 218 Ba Β 219

Ρ 279, 280 Ρ 280, 281 Ρ 281, 282 Ρ 282, 284 Ρ 284, 285 Ρ 285, 286 Ρ 286 Ρ 286, 287

Ba Β 260 Ba Β 261 Ba Β 262 Ba Β 263 Ba Β 264 Ba Β 265 Ba Β 266 Ba Β 267

Ρ 308, 309 Ρ 309 Ρ 309 Ρ 309, 310, 311 Ρ 311 Ρ 311, 312 Ρ 312, 313 Ρ 313, 314, 315, 316, 318

Ba Β 220 Ba Β 221 Ba Β 222

Ρ 287, 288 Ρ 288 Ρ 288, 289

Ba Β 268 Ba Β 269 Ba Β 270

Ρ 318, 319 Ρ 319, 320 Ρ 320

Ba Β 223

Ρ 289

Ba

Β 271

Ρ 320, 321

Ba Β 224

Ρ 289, 290

Ba

Β 272

Ρ 321, 322

Ba Β 225

Ρ 290, 291

Ba

Β 273

Ρ 322, 323

Ba Β 226

Ρ 291

Ba

Β 274

Ρ 323, 324

Ba Β 227

Ρ 291, 292, 293

Ba

Β 275

Ρ 324, 325, 326

Ba Β 228

Ρ 293,

294

Ba Β 276

Ρ 326

Ba Β 229

Ρ 294,

295

Ba Β 277

Ρ 326, 327, 328

Ba

Β 230

Ρ 295

Ba Β 278

Ρ 328,

329

Ba Β 231

Ρ 295

Ba Β 279

Ρ 329

Ba Β 232

Ρ 295

Ba Β 280

Ρ 329, 330, 331, 332, 333

Ba Β 233

Ρ 295

Ba Β 281

Ρ 333

Ba Β 234

Ρ 295

Ba Β 282

Ρ 333

Ba Β 235

Ρ 295

Ba

Β 283

Ρ 333, 334, 335, 336

Ba Β 236

Ρ 295,

296

Ba Β 284

Ρ 336

Ba Β 237

Ρ 296, 297, 298

Ba Β 285

Ρ 336, 337

Ba Β 238

Ρ 298

Ba

Β 286

Ρ 337

Ba Β 239

Ρ 298, 299

Ba

Β 287

Ρ 337

Ba Β 240

Ρ 299, 300

Ba Β 288

Ρ 337, 338

Ba Β 241

Ρ 300