Sie sind auf Seite 1von 104

DWA_A139_DIN_EN_1610_Um.qxd 15.12.

2009 12:23 Seite 1

Verlegung/Einbau und Prüfung von Abwasserleitungen und -kanälen


DIN EN 1610
Verlegung und Prüfung von Abwasserleitungen
und -kanälen

und

DWA-A 139
Einbau und Prüfung von Abwasserleitungen
und -kanälen

Januar 2010

DWA 2010

ISBN: 978-3-410-20104-5 (Beuth Verlag)


ISBN: 978-3-941089-98-3 (DWA)
DIN EN 1610 / DWA-A 139

*)
DIN EN 1610 DWA-A 139
Verlegung und Prüfung Einbau und Prüfung von
von Abwasserleitungen und -kanälen Abwasserleitungen und -kanälen
Oktober 1997 Dezember 2009

DIN Deutsches Institut für Normung e. V. DWA Deutsche Vereinigung für


Beuth Verlag GmbH Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V.
Burggrafenstraße 6 Theodor-Heuss-Allee 17
10787 Berlin, Deutschland 53773 Hennef, Deutschland
Tel.: 030 2601-0 Tel.: 02242 872-333
Fax: 030 2601-0 Fax: 02242 872-100
E-Mail: postmaster@beuth.de E-Mail: kundenzentrum@dwa.de
Internet: www.beuth.de Internet: www.dwa.de

Berlin, Januar 2010 Hennef, Januar 2010


ISBN: 978-3-410-20104-5 ISBN: 978-3-941089-98-3

Satz: DWA Druck: Druckhaus Köthen


© Beuth Verlag GmbH Berlin, Wien, Zürich
© DWA Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V., Hennef 2010

Alle Rechte, insbesondere die der Übersetzung in andere Sprachen, vorbehalten. Kein Teil dieser Publikation darf ohne schriftliche Geneh-
migung des Herausgebers in irgendeiner Form – durch Fotokopie, Digitalisierung oder irgendein anderes Verfahren – reproduziert oder in
eine von Maschinen, insbesondere von Datenverarbeitungsmaschinen, verwendbare Sprache übertragen werden.

*) Wiedergegeben mit Erlaubnis des DIN Deutsches Institut für Normung e. V. Maßgebend für das Anwenden der Norm ist deren Fassung mit
dem neusten Ausgabedatum, die bei der Beuth Verlag GmbH, Burggrafenstraße 6, 10787 Berlin, erhältlich ist.

2 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Einführung
Die Schaffung von Standards im Rahmen der Regelwerke von DWA und DIN mit CEN ist eine Aufgabe der Selbstverwal-
tung aller interessierten Kreise. Sie vollzieht sich nach den Grundsätzen der
• Freiwilligkeit,
• Öffentlichkeit,
• Beteiligung aller Interessierten und des
• weitgehenden Konsenses.

Die daraus resultierenden Normen – auch die europäischen Normen – und Arbeitsblätter enthalten Handlungsempfeh-
lungen, deren Anwendung freiwillig ist. Sie setzen gleichzeitig aber auch Maßstäbe für rechtlich einwandfreies, techni-
sches Verhalten. Eine Bindungswirkung tritt dann ein, wenn sich Dritte die Empfehlungen zu eigen machen, entweder
im Rahmen des privaten Vertragsrechts oder im Rahmen des öffentlichen Rechts.

Diesbezüglich ist insbesondere auf die VOB Teil C hinzuweisen, die z. B. in den Allgemeinen Technischen Vertragsbedin-
gungen für Bauleistungen in den Normen DIN 18300 und DIN 18306 ausdrücklich auf das Regelwerk der DWA sowie
*)
auf DIN EN 1610 hinweist .

Die vorliegende Publikation ist eine Zusammenfassung der

DIN EN 1610 Verlegung und Prüfung von Abwasserleitungen und -kanälen

und des

Arbeitsblattes DWA-A 139 Einbau und Prüfung von Abwasserleitungen und -kanälen.

Die europäische Norm DIN EN 1610 wurde von der Arbeitsgruppe „Rohrverlegung“ im technischen Komitee TC 165
„Abwassertechnik“ des CEN unter der Leitung von Dr.-Ing. Harald O. Howe erstellt. Durch eine enge frühzeitige Verzah-
nung der europäischen Normungsarbeit mit der Regelsetzung der DWA ist es gelungen, im europäischen Bereich eine
qualitativ hochwertige Norm zu erarbeiten und mit hoher Akzeptanz in inzwischen 20 Ländern umzusetzen.

Die seit Oktober 1997 gültige DIN EN 1610 beschreibt den europäischen Standard für die Verlegung und Prüfung von
Abwasserleitungen und -kanälen außerhalb von Gebäuden. In der Neufassung des Arbeitsblattes DWA-A 139 werden die
aus der Sicht der beteiligten Fachkreise für notwendig erachteten, in DIN EN 1610 ausdrücklich vorgesehenen, ergän-
zenden Hinweise und weitergehenden Ausführungen zur DIN EN 1610 beschrieben. Insofern ist das Arbeitsblatt DWA-
A 139 als nationale Ergänzung zu DIN EN 1610 zu verstehen. Die Bearbeitung wurde von der DWA-Arbeitsgruppe „All-
gemeine Richtlinien für den Bau von Entwässerungsanlagen“ im DWA-Hauptausschuss „Entwässerungssysteme“ unter
Leitung von Herrn Dipl.-Ing. Henning Werker übernommen.

Das Arbeitsblatt gilt für die Herstellung und Prüfung erdüberdeckter, in offener Baugrube und oberirdisch eingebauter
Abwasserleitungen und -kanäle außerhalb von Gebäuden. Hiermit wird dem planenden Ingenieur eine Hilfe gegeben,
die in der DIN EN 1610 vorhandenen Spielräume zu erkennen und zu nutzen. Die Ergänzungen und Hinweise beziehen
sich auf den Einbau der Rohre, deren Prüfung, auf die zu verwendenden Baustoffe sowie auf die Abnahme des Bau-
werks. Besonders hinzuweisen ist darauf, dass auch die an die Qualifikation des ausführenden Unternehmens zu stellen-
den Anforderungen beschrieben werden, die in gleicher Weise auch in allen anderen Ländern gelten.

Durch die gemeinsame Anwendung von DIN EN 1610 und DWA-A 139 wird eine qualitativ hochwertige Bauausführung
erreicht. Die fachgerechte Herstellung von Entwässerungskanälen und -leitungen ist neben der Verwendung geeigneter
und beständiger Bau- und Werkstoffe die Voraussetzung für ein langfristig funktionierendes, wirtschaftliches und
Grundwasser schützendes Kanalnetz.

Hinweis:
Diese Veröffentlichung beinhaltet die DIN EN 1610 und das Arbeitsblatt DWA-A 139 jeweils im Originaltext. Die aus dem
Arbeitsblatt DWA-A 139 stammenden Textpassagen sind blau hinterlegt.

*) vgl. VOB, Ausgabe Dezember 2006

DWA-Regelwerk Januar 2010 3


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Nationales Vorwort
Diese Europäische Norm wurde vom Technischen Komitee TC 165 „Abwassertechnik“ (Sekretariat: Deutschland) des
Europäischen Komitees für Normung (CEN) ausgearbeitet.

Die Arbeiten wurden von der Arbeitsgruppe „Rohrverlegung/Rohrstatik (WG 10)“ des CEN/TC 165 durchgeführt. Für
Deutschland war der Arbeitsausschuss V 34 „Rohrverlegung/Rohrstatik (CEN/TC 165/WG 10/CEN/TC 164/TC 165/
JWG 1)“ des Normenausschusses Wasserwesen (NAW) an der Bearbeitung beteiligt.

Beiblatt 1 zu DIN EN 1610 enthält ein Verzeichnis einschlägiger Normen und Richtlinien.

Änderungen
Gegenüber DIN 4033: 1979-11 wurden folgende Änderungen vorgenommen:
a) Inhalt vollständig überarbeitet und mit Normen anderer Europäischer Länder harmonisiert.
b) Definitionen aufgenommen.
c) Ausführung der Bettung erweitert.
d) Dichtheitsprüfung mit Luft aufgenommen.
e) Abnahmeprüfung auf Dichtheit nach Verfüllen verbindlich festgelegt.
f) Dichtheitsprüfung im offenen Graben, wie bisher in DIN 4033 gefordert, verbleibt als Option.
g) Qualifikationsanforderungen an das Personal bei Arbeiten nach dieser Norm aufgenommen.

Frühere Ausgaben
DIN 4033: 1940-04, 1941-05, 1963-05, 1979-11

Nationaler Anhang NA (informativ)


Literaturhinweis
Beiblatt 1 zu DIN EN 1610
Verlegung und Prüfung von Abwasserleitungen und -kanälen – Verzeichnis einschlägiger Normen und Richtlinien (Stand
vom Februar 1997).

Deutsche Fassung

Verlegung und Prüfung von Abwasserleitungen und -kanälen


Construction and testing of drains and sewers Mise en oeuvre et essai des branchements et collecteurs
d´assainissement

Diese Europäische Norm wurde vom CEN am 1997-05-18 angenommen.

Die CEN-Mitglieder sind gehalten, die CEN/CENELEC-Geschäftsordnung zu erfüllen, in der die Bedingungen festgelegt
sind, unter denen dieser Europäischen Norm ohne jede Änderung der Status einer nationalen Norm zu geben ist. Auf
dem letzten Stand befindliche Listen dieser nationalen Normen mit ihren bibliographischen Angaben sind beim Zentral-
sekretariat oder bei jedem CEN-Mitglied auf Anfrage erhältlich.

Diese Europäische Norm besteht in drei offiziellen Fassungen (Deutsch, Englisch, Französisch). Eine Fassung in einer
anderen Sprache, die von einem CEN-Mitglied in eigener Verantwortung durch Übersetzung in seine Landessprache
gemacht und dem Zentralsekretariat mitgeteilt worden ist, hat den gleichen Status wie die offiziellen Fassungen.

4 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

CEN-Mitglieder sind die nationalen Normungsinstitute von Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Grie-
chenland, Irland, Island, Italien, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien,
der Tschechischen Republik und dem Vereinigten Königreich.

CEN
Europäisches Komitee für Normung
European Committee for Standardization
Comité Européen de Normalisation

Zentralsekretariat: rue de Stassart 36, B-1050 Brüssel

Vorwort
Diese Europäische Norm wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 165 „Abwassertechnik“ erarbeitet, dessen Sekretariat
vom DIN gehalten wird.

Diese Europäische Norm muss den Status einer nationalen Norm erhalten, entweder durch Veröffentlichung eines identi-
schen Textes oder durch Anerkennung bis März 1998, und etwaige entgegenstehende nationale Normen müssen bis
März 1998 zurückgezogen werden.

Die Anhänge A, B und C sind informativ.


Entsprechend der CEN/CENELEC-Geschäftsordnung sind die nationalen Normungsinstitute der folgenden Länder gehal-
ten, diese Europäische Norm zu übernehmen:

Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Luxemburg, Niederlande,
Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien, die Tschechische Republik und das Vereinigte Königreich.

Die Neufassung des Arbeitsblattes DWA-A 139 enthält die von den beteiligten Fachkreisen für notwendig erachteten
ergänzenden Hinweise und weitergehende Ausführungen zur DIN EN 1610 „Verlegung und Prüfung von Abwasserlei-
tungen und -kanälen“.

Das Arbeitsblatt soll die Anwendung und Interpretation der DIN EN 1610 erleichtern und den am Bau Beteiligten helfen,
die in der Norm enthaltenen Spielräume zu erkennen und zu nutzen.

Voraussetzung für ein langfristig funktionsfähiges und wasserdichtes Kanalnetz ist neben der Verwendung geeigneter
und beständiger Bau- und Werkstoffe vor allem die fachgerechte Herstellung der Abwasserleitungen und -kanäle.

DIN EN 1610 „Verlegung und Prüfung von Abwasserleitungen und -kanälen“ legt Anforderungen an die ordnungsgemä-
ße Herstellung (Planung und Bau) und Prüfung von Abwasserleitungen und -kanälen fest. Ergänzend ist es möglich,
Festlegungen zu formulieren, die in Europäischen Normen nicht oder nicht vollständig enthalten sind, um national er-
forderliche Inhalte abzudecken.

Das Arbeitsblatt enthält daher Ergänzungen und Hinweise zur Planung, zum Einbau, zur Prüfung, zu Baustoffen sowie
zur Abnahme der Abwasserleitungen und -kanäle. Ebenso werden Anforderungen an die Qualifikation der ausführenden
Unternehmen definiert.

Um die Durchgängigkeit des Textes zu wahren, sind teilweise Textwiederholungen der Aussagen aus DIN EN 1610 er-
forderlich.

Im Vergleich zur Ausgabe 2001 enthält das vorliegende redaktionell überarbeitete Arbeitsblatt neben Änderungen auch
zusätzliche Ausführungen zu folgenden Themen:
• Anforderungen an Planung und Ausschreibung,
• Baugrund,
• Kurzbaugruben,
• Herstellung des Leitungsgrabens,
• Verbau,

DWA-Regelwerk Januar 2010 5


DIN EN 1610 / DWA-A 139

• Selbstverdichtende Verfüllmaterialien,
• Weitergehende Aussagen zur Dichtheitsprüfung,
• Qualifikationen,
• Arbeitsschutz.

Zusätzliche Anhänge wurden zu folgenden Themen erstellt:


• Güteüberwachung und Anforderungen beim Einbau „selbstverdichtender“ Verfüllmaterialien,
• Formblätter für die Dichtheitsprüfung,
• Abweichungen/Toleranzen informativ,
• Auszug aus BGR 236 (Stand: Januar 2006).

Verfasser
Dieses Arbeitsblatt wurde von der DWA-Arbeitsgruppe ES-5.1 „Allgemeine Richtlinien für den Bau von Entwässerungs-
anlagen“ im DWA-Fachausschuss ES-5 „Bau“ erarbeitet.

Der Arbeitsgruppe ES-5.1 gehören folgende Mitglieder an:


ARENZ, Bernhard Dipl.-Ing., Neuwied (bis Februar 2009)
BECKER, Eckhard Dipl.-Ing., Kassel (ab April 2009)
BIENENTREU, Hans-Willi Dipl.-Ing. (FH), Wachtberg
BRUNE, Peter Dipl.-Ing., Saarbrücken
EDELING, Ulrich Dipl.-Ing., Berlin
FLICK, Karl-Heinz Bau.-Ass. Dipl.-Ing., Frechen
FRIEDE, Helmuth Dr.-Ing., Bad Honnef
GORDZIEL, Wolfgang Dipl.-Ing., Köln
GRUNDKE, Dieter Dipl.-Geol., Braunschweig
KÖRKEMEYER, Karsten Dr.-Ing., Köln
PURDE, Hans-Joachim Dipl.-Ing., Baldham
SCHEUFELE, Georg Dipl.-Ing., Hannover
SCHGEINER, Helmut Dipl.-Ing., Berlin
SCHLICHTING, Rolf Dr.-Ing., Aurich
SCHÖNBACH, Peter Dipl.-Ing., Düsseldorf
SOMMERHAGE, Heinrich Dipl.-Ing., Essen
SPINNRÄKER, Hans Dipl.-Ing., Mönchengladbach
STECHA, Helmut Dipl.-Ing., Wiesbaden
STERNAGEL, Dieter Dipl.-Ing., Kassel (Sprecher bis März 2007)
VALTWIES, Erich Dipl.-Ing., Münster
WEBER, Ewald Dipl.-Ing., Waldsassen
WERKER, Henning Ltd. BauD. Dipl.-Ing., Köln (Sprecher ab März 2007)

Als Gäste haben mitgewirkt


KAUFMANN, Olaf Dr.-Ing., Bochum
LOY, Hardy Dipl.-Ing., Augsburg

Projektbetreuer in der DWA-Bundesgeschäftsstelle:


BERGER, Christian Dipl.-Ing., Hennef
Abteilung Abwasser und Gewässerschutz

6 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Inhalt
Einführung ................................................................................................................................................................ 3

Nationales Vorwort .................................................................................................................................................. 4

Nationaler Anhang A (informativ) .......................................................................................................................... 4

Vorwort ................................................................................................................................................................ 5

Verfasser ................................................................................................................................................................ 6

Bilderverzeichnis ...................................................................................................................................................... 11

Tabellenverzeichnis.................................................................................................................................................. 12

Diagramme ............................................................................................................................................................... 12

Benutzerhinweis ....................................................................................................................................................... 13

1 Anwendungsbereich ............................................................................................................................... 13

2 Normative Verweisungen....................................................................................................................... 13

3 Definitionen und Kurzzeichen ............................................................................................................... 16


3.1 Definitionen ............................................................................................................................................. 16
3.2 Kurzzeichen ............................................................................................................................................. 18

4 Allgemeines ............................................................................................................................................ 18
4.1 Technische Grundlagen ............................................................................................................................ 18
4.2 Sicherstellung der Lastannahmen ............................................................................................................ 19
4.3 Anforderungen an Planung und Ausschreibung ....................................................................................... 19
4.3.1 Allgemeines ............................................................................................................................................. 19
4.3.2 Bestandsaufnahme der vorhandenen Bauwerke und Anlagen .................................................................. 20
4.3.3 Baugrund und Grundwasser..................................................................................................................... 20
4.3.4 Kurzbaugruben ........................................................................................................................................ 21
4.3.5 Ausführungsplanung ................................................................................................................................ 21

5 Bauteile und Baustoffe ........................................................................................................................... 22


5.1 Allgemeines ............................................................................................................................................. 22
5.2 Bauteile .................................................................................................................................................... 22
5.3 Baustoffe für die Leitungszone ................................................................................................................. 22
5.3.1 Allgemeines ............................................................................................................................................. 22
5.3.2 Anstehender Boden .................................................................................................................................. 22
5.3.3 Angelieferte Baustoffe .............................................................................................................................. 23
5.3.3.1 Körnige, ungebundene Baustoffe ............................................................................................................. 23
5.3.3.2 Hydraulisch gebundene Baustoffe ............................................................................................................ 23
5.3.3.3 Sonstige Baustoffe .................................................................................................................................... 23
5.4 Baustoffe für die Hauptverfüllung ............................................................................................................ 23

6 Herstellung des Leitungsgrabens .......................................................................................................... 24


6.0 Allgemeines ............................................................................................................................................. 24
6.1 Gräben ..................................................................................................................................................... 24
6.2 Grabenbreite ............................................................................................................................................ 24
6.2.0 Allgemeines ............................................................................................................................................. 24
6.2.1 Größte Grabenbreite ................................................................................................................................ 24
6.2.2 Mindestgrabenbreite ................................................................................................................................ 24

DWA-Regelwerk Januar 2010 7


DIN EN 1610 / DWA-A 139

6.2.3 Ausnahmen von der Mindestgrabenbreite ................................................................................................ 26


6.3 Standsicherheit des Grabens .................................................................................................................... 26
6.4 Grabensohle ............................................................................................................................................. 26
6.4.1 Allgemeines ............................................................................................................................................. 26
6.4.2 Gründungsschicht .................................................................................................................................... 26
6.4.3 Schutz- und Stabilisierungsmaßnahmen .................................................................................................. 27
6.5 Wasserhaltung ......................................................................................................................................... 27
6.6 Dichtriegel ............................................................................................................................................... 27

7 Leitungszone und Verbau (Pölzung) ..................................................................................................... 28


7.1 Allgemeines ............................................................................................................................................. 28
7.2 Ausführung der Bettung ........................................................................................................................... 30
7.2.0 Allgemeines ............................................................................................................................................. 30
7.2.1 Bettung Typ 1 (Regelausführung) ............................................................................................................ 32
7.2.2 Bettung Typ 2 .......................................................................................................................................... 33
7.2.3 Bettung Typ 3 .......................................................................................................................................... 33
7.3 Besondere Ausführungen von Bettung oder Tragkonstruktionen ............................................................. 33
7.3.1 Betonbettung ........................................................................................................................................... 34
7.3.2 Geokunststoffe ......................................................................................................................................... 35
7.3.3 Selbstverdichtende Verfüllmaterialien...................................................................................................... 35
7.4 Verbau – Wechselwirkungen zum Rohr-Boden-System ............................................................................ 36
7.4.1 Allgemeines ............................................................................................................................................. 36
7.4.2 Arbeitsraum und Bodenverdichtung......................................................................................................... 36
7.4.3 Kraftschluss zwischen Verbau und Boden ................................................................................................ 36
7.4.4 Einbringen und Rückbau des Verbaues .................................................................................................... 36

8 Einbau/Herstellen der Rohrleitung ....................................................................................................... 37


8.0 Allgemeines ............................................................................................................................................. 37
8.1 Vorarbeiten/Absteckung .......................................................................................................................... 37
8.2 Lieferung, Be- und Entladen und Transport auf der Baustelle .................................................................. 38
8.3 Lagerung .................................................................................................................................................. 38
8.4 Ablassen in den Rohrgraben..................................................................................................................... 38
8.5 Verlegen/Einbau der Rohre...................................................................................................................... 38
8.5.1 Allgemeines ............................................................................................................................................. 38
8.5.2 Richtung und Höhenlage (Trassierung) ................................................................................................... 39
8.5.3 Verbindungen .......................................................................................................................................... 39
8.5.4 Aussparungen im Verbindungsbereich ..................................................................................................... 39
8.5.5 Ablängen von Rohren............................................................................................................................... 39
8.5.6 Vorkehrungen für spätere Anschlüsse ...................................................................................................... 39
8.5.7 Zusätzliche Verlege-/Einbauanleitungen .................................................................................................. 40
8.5.8 Mechanisierter Einbau ............................................................................................................................. 40
8.6 Besondere Bauarten ................................................................................................................................. 40
8.6.1 Oberirdische Rohrleitungen ..................................................................................................................... 40
8.6.2 Rohrleitungen in Schutzrohren ................................................................................................................ 40
8.6.3 Mauerwerk- und Ortbeton-Kanäle ............................................................................................................ 40
8.6.4 Rohrleitungen durch, unter oder neben Bauwerken ................................................................................. 40
8.7 Abstützung und Verankerung................................................................................................................... 40
8.8 Schächte und Inspektionsöffnungen ......................................................................................................... 41

8 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

9 Anschlüsse an Rohre und Schächte ....................................................................................................... 41


9.1 Allgemeines ............................................................................................................................................. 41
9.2 Anschluss durch Abzweig ......................................................................................................................... 41
9.3 Anschluss durch Anschlussformstücke...................................................................................................... 42
9.4 Anschluss durch Sattelstücke ................................................................................................................... 42
9.5 Anschluss durch Schweißen ..................................................................................................................... 42
9.6 Anschluss an Schächte und Inspektionsöffnungen.................................................................................... 42

10 Prüfung während der Verlegung/des Rohreinbaues ............................................................................ 42


10.1 Allgemeines ............................................................................................................................................. 42
10.2 Sichtprüfungen ........................................................................................................................................ 42
10.3 Prüfung der Dichtheit............................................................................................................................... 43
10.4 Prüfung der Erdarbeiten........................................................................................................................... 43
10.4.1 Allgemeines ............................................................................................................................................. 43
10.4.2 Qualitätssicherungskonzept ..................................................................................................................... 43
10.4.3 Kontrollprüfungen.................................................................................................................................... 43

11 Verfüllung des Leitungsgrabens ............................................................................................................ 44


11.0 Allgemeines ............................................................................................................................................. 44
11.1 Verdichtung ............................................................................................................................................. 44
11.2 Ausführung der Leitungszone .................................................................................................................. 44
11.3 Ausführung der Hauptverfüllung ............................................................................................................. 45
11.4 Entfernen/Rückbau des Verbaus (Pölzung).............................................................................................. 45
11.5 Wiederherstellung der Oberfläche ............................................................................................................ 45

12 Abschlussuntersuchung und/oder -prüfung von Rohrleitungen und Schächten nach Verfüllung .... 46
12.0 Allgemeines ............................................................................................................................................. 46
12.1 Sichtprüfungen und Messungen ............................................................................................................... 46
12.2 Dichtheit .................................................................................................................................................. 46
12.3 Leitungszone und Hauptverfüllung .......................................................................................................... 46
12.3.0 Allgemeines ............................................................................................................................................. 46
12.3.1 Verdichtung ............................................................................................................................................. 46
12.3.2 Rohrverformung....................................................................................................................................... 47

13 Verfahren und Anforderungen für die Dichtheitsprüfung von Freispiegelleitungen ......................... 47


13.1 Allgemeines ............................................................................................................................................. 47
13.2 Prüfung mit Luft (Verfahren „L“) ............................................................................................................. 50
13.2.1 Prüfkriterien und Prüfablauf für die Rohrleitungsprüfung........................................................................ 51
13.2.2 Leitungsprüfung mit Luftüberdruck ......................................................................................................... 52
13.2.3 Leitungsprüfung mit Unterdruck .............................................................................................................. 52
13.2.4 Anforderungen an die einzusetzenden Geräte .......................................................................................... 53
13.3 Prüfung mit Wasser (Verfahren „W“) ....................................................................................................... 54
13.3.1 Prüfdruck ................................................................................................................................................. 54
13.3.2 Vorbereitungszeit ..................................................................................................................................... 54
13.3.3 Prüfdauer ................................................................................................................................................. 54
13.3.4 Prüfungsanforderungen ........................................................................................................................... 55
13.3.5 Anforderungen an die einzusetzenden Geräte .......................................................................................... 55
13.4 Prüfung einzelner Verbindungen.............................................................................................................. 55
13.4.1 Allgemeines ............................................................................................................................................. 56
13.4.2 Prüfung mit Luft ...................................................................................................................................... 56
13.4.3 Prüfung mit Wasser.................................................................................................................................. 57
13.5 Protokollierung ........................................................................................................................................ 57

DWA-Regelwerk Januar 2010 9


DIN EN 1610 / DWA-A 139

14 Prüfung von Druck- und Unterdruckrohrleitungen .............................................................................. 57

15 Qualifikationen....................................................................................................................................... 58

16 Arbeitsschutz .......................................................................................................................................... 58

Anhang A Wasserhaltung (informativ) ................................................................................................................. 60


A.1 Allgemeines ............................................................................................................................................ 60
A.2 Offene Wasserhaltung im Bereich der Grabensohle .................................................................................. 60
A.3 Tiefbrunnen ............................................................................................................................................. 60
A.4 Vakuumabsenkung mit Vertikalrohren ..................................................................................................... 60
A.5 Wasserhaltung mit Horizontalrohrsystemen............................................................................................. 61
A.6 Saugbrunnenbohrung .............................................................................................................................. 61

Anhang B Zusätzliche Informationen zu 5.3.3.1 hinsichtlich der Eigenschaften von körnigen,


ungebundenen Baustoffen (informativ) .............................................................................................. 62
B.1 Allgemeines ............................................................................................................................................ 62
B.2 CEN-Mitglieder, die zu diesem informativen Anhang beigetragen haben ................................................. 62
B.3 A – Österreich, CH – Schweiz, D – Deutschland, NL – Niederlande .................................................................. 63
B.3.1 Beispiele für Nenngrößen von Ein-Korn-Kies ............................................................................................. 63
B.3.2 Beispiele für Nenngrößen von Material mit abgestufter Körnung ............................................................. 65
B.3.3 Beispiele für Nenngrößen von Sand ......................................................................................................... 68
B.3.4 Beispiele für Nenngrößen von Korngemischen (All-In) ............................................................................ 70
B.3.5 Gebrochene Stoffe .................................................................................................................................... 71
B.4 Belgien ..................................................................................................................................................... 71
B.4.1 Klassifizierung von körnigen, ungebundenen Baustoffen ......................................................................... 71
B.4.2 Klassifizierung von Sand .......................................................................................................................... 71
B.4.3 Abstufung von Korngemischen (All-In) .................................................................................................... 72
B.5 DK – Dänemark ........................................................................................................................................ 73
B.5.1 Allgemeine Anforderungen an Baustoffe für die Bettung, Seitenverfüllung und Abdeckung ................... 73
B.5.2 Biegesteife Rohre ..................................................................................................................................... 73
B.5.3 Biegeweiche Rohre ................................................................................................................................... 73
B.6 F – Frankreich ......................................................................................................................................... 73
B.6.1 Französische Anforderungen für die Leitungszone ................................................................................... 73
B.6.2 Französische Norm über geeignete körnige, ungebundene Baustoffe ....................................................... 74
B.7 IRL – Irland/UK – Vereinigtes Königreich ................................................................................................. 75
B.8 N – Norwegen .......................................................................................................................................... 77
B.9 S – Schweden ........................................................................................................................................... 77

Anhang C Auszug aus der EG-Richtlinie vom 17. September 1990 über die Vergabebedingungen an Firmen,
die in den Bereichen Wasser, Energie, Verkehr und Telekommunikation tätig sind (informativ).... 79

Anhang D Anforderungen an Einbauanleitungen .................................................................................................. 80

Anhang E Wirtschaftliche Aspekte (informativ) .................................................................................................... 80


E.1 Allgemeines ............................................................................................................................................. 80
E.2 Bewertung ............................................................................................................................................... 80
E.3 Technische Nutzungsdauer ...................................................................................................................... 81
E.4 Einfluss der technischen Ausführung auf die Nutzungsdauer ................................................................... 81

Anhang F Güteüberwachung und Anforderungen beim Einbau „selbstverdichtender“ Verfüllmaterialien ...... 81

10 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Anhang G Formblätter für die Dichtheitsprüfung (informativ) ............................................................................ 82


G.1 Dichtheitsprüfung Freispiegelleitungen – Planung und Koordination Prüfablauf...................................... 83
G.2 Dichtheitsprüfung Freispiegelleitungen – Vorbereitung der Prüfung ........................................................ 84
G.3 Dichtheitsprüfung Freispiegelleitungen – Verfahren Luft (Check Prüfeinrichtung)................................... 85
G.4 Dichtheitsprüfung Freispiegelleitungen – Verfahren Luft (Luftüberdruckprüfung) ................................... 86
G.5 Dichtheitsprüfung Freispiegelleitungen – Verfahren Luft (Unterdruckprüfung) ....................................... 88
G.6 Dichtheitsprüfung Freispiegelleitungen – Verfahren Wasser (Check Prüfeinrichtung).............................. 90
G.7 Dichtheitsprüfung Freispiegelleitungen – Verfahren Wasser..................................................................... 91
G.8 Dichtheitsprüfung Freispiegelleitungen – Verfahren Infiltration ............................................................... 93
G.9 Niederschrift – Prüfverfahren „L“, Rohrleitungen ..................................................................................... 94
G.10 Niederschrift – Prüfverfahren „L“, Einzelne Verbindungen ....................................................................... 95
G.11 Anlage 1 – Prüfung mittels Prüfverfahren „L“, Angaben zum Prüfgerät .................................................... 97
G.12 Niederschrift – Prüfverfahren „W“, Rohrleitungen ................................................................................... 98
G.13 Niederschrift – Prüfverfahren „W“, Rohrleitungen einschließlich Schächte.............................................. 99

Anhang H Abweichungen/Toleranzen (informativ) .............................................................................................. 100

Anhang I Auszug aus BGR 236 (Stand: Januar 2006) (informativ)...................................................................... 101

Literatur ................................................................................................................................................................ 102


DIN-Normen .............................................................................................................................................................. 102
DWA-Regelwerk ......................................................................................................................................................... 102
Sonstige technische Regeln ........................................................................................................................................ 103

Bilderverzeichnis
Bild 1: Rohr, Hauptverfüllung und Leitungszone (in Anlehnung an DIN EN 1610) ...................................... 17
Bild 2: Böschungswinkel, Arbeitsraumbreite ................................................................................................. 25
Bild 3: Verdichtungsanforderungen nach ZTV A-StB .................................................................................... 30
Bild 4: Spannungsverteilung bei falscher und richtiger Bettung ................................................................... 31
Bild 5: Gleichmäßige Lagerung des Rohrschaftes auf der unteren Bettungsschicht und
Freiliegen der Rohrverbindung.......................................................................................................... 32
Bild 3 – DIN EN 1610: Bettung Typ 1 .......................................................................................................... 32
Bild 6: Bettung Typ 1.................................................................................................................................... 33
Bild 4 – DIN EN 1610: Bettung Typ 2 .......................................................................................................... 33
Bild 5 – DIN EN 1610: Bettung Typ 3 .......................................................................................................... 33
Bild 7: Bettung Typ 1 – Betonbettung für Rohre ohne Fuß, obere Bettung nach Rohreinbau betoniert,
a = 50 mm + 1/10 DN, min a = 100 mm ........................................................................................ 34
Bild 8: Bettung Typ 1 – Betonbettung für Rohre mit Fuß, auf einer Mörtelschicht eingebaut,
a = 50 mm + 1/10 DN, min a = 100 mm ........................................................................................ 34
Bild 9: Vollummantelung mit Beton, a = 1/4 DN, min a = 100 mm ........................................................... 34
Bild 10: Bauausführung mit Geokunststoffen ................................................................................................. 35
Bild 6 – DIN EN 1610: Fließdiagramm Verfahren „L.................................................................................... 48
Bild 7 – DIN EN 1610: Fließdiagramm Verfahren „W“................................................................................. 48
Bild 11: Prinzip der Luftüberdruckprüfung von Kanal und Anschluss ............................................................. 53
Bild 12: Prinzip der Unterdruckprüfung von Kanal und Anschluss.................................................................. 53
Bild 13: Prinzip der Wasserdruckprüfung von Kanal, Anschluss und Schacht ................................................. 54
Bild 14: Prinzipskizze für Verbindungsprüfgeräte ........................................................................................... 56
Bild H.1: Beispielhafte Darstellung der Einflüsse der Abweichungen des Sohlengefälles auf
die hydraulische Leistungsfähigkeit ................................................................................................... 101

DWA-Regelwerk Januar 2010 11


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Tabellenverzeichnis
Tabelle 1 – DIN EN 1610: Mindestgrabenbreite in Abhängigkeit von der Nennweite DN ................................. 25
Tabelle 2 – DIN EN 1610: Mindestgrabenbreite in Abhängigkeit von der Grabentiefe ...................................... 25
Tabelle 1: Zuordnung der Bodenarten ............................................................................................................... 28
Tabelle 2: Bodenverdichtung, Schütthöhen und Zahl der Übergänge ................................................................ 29
Tabelle 3: Bettungstyp, Auflagerungsfall und Auflagerart für Kreisprofile ......................................................... 31
Tabelle 3 – DIN EN 1610: Prüfdruck, Druckabfall und Prüfzeiten für die Prüfung mit Luft .............................. 50
Tabelle 4: Einsatzgrenzen der Dichtheitsprüfverfahren in Abhängigkeit des Grundwasserstandes ..................... 51
Tabelle 5: Bedingungen für die Prüfung mit Luft ............................................................................................... 52
Tabelle B.1 – DIN EN 1610: Anforderungen an körnige, ungebundene Baustoffe der CEN-Mitglieder
entsprechend den Tabellen B.2 bis B.19 ............................................................................................ 62
Tabelle B.2 – DIN EN 1610: Abstufung von Ein-Korn-Kies-Nenngrößen (gemeinsam für A; CH; D; NL) .............. 63
Tabelle B.3 – DIN EN 1610: Abstufung von Ein-Korn-Kies-Nenngrößen (nur A) .................................................. 65
Tabelle B.4 – DIN EN 1610: Abstufung von Material mit abgestufter Körnung (gemeinsam für A; CH; D; NL).... 65
Tabelle B.5 – DIN EN 1610: Abstufung von Material mit abgestufter Körnung (nur A)........................................ 67
Tabelle B.6 – DIN EN 1610: Abstufung von Sand-Nenngrößen (nur A) ............................................................... 68
Tabelle B.7 – DIN EN 1610: Abstufungen von Sand (gemeinsam für CH; D; NL)................................................. 68
Tabelle B.8 – DIN EN 1610: Abstufung von Nenngrößen von Korngemischen (All-In)......................................... 70
Tabelle B.9 – DIN EN 1610: Abstufung von körnigen, ungebundenen Baustoffen ................................................ 71
Tabelle B.10 – DIN EN 1610: Abstufung von Sand ................................................................................................ 71
Tabelle B.11 – DIN EN 1610: Abstufung von Korngemischen (All-In) .................................................................... 72
Tabelle B.12 – DIN EN 1610: Abstufungen von 4/10, 6/14, 6/20, 6/31,5 nach NF P 18-101 ................................ 74
Tabelle B.13 – DIN EN 1610: Abstufungsanforderungen für Sand nach NF P 18-101 ............................................ 74
Tabelle B.14 – DIN EN 1610: Abstufungstoleranzen für Sand nach NF P 18-101 ................................................... 75
Tabelle B.15 – DIN EN 1610: Grobkorn (gemeinsam für IRL, UK) ......................................................................... 75
Tabelle B.16 – DIN EN 1610: Feinkorn (gemeinsam für IRL, UK) .......................................................................... 75
Tabelle B.17 – DIN EN 1610: Korngemische (All-In) (nur UK) .............................................................................. 76
Tabelle B.18 – DIN EN 1610: Übersicht zu Verfüllmaterialien ............................................................................... 77
Tabelle B.19 – DIN EN 1610: Schwedische Richtlinie für Baustoffe für die Lagerung entsprechend Mark
AMA 83 und VAV P 70 ................................................................................................................... 77

Diagramme
Diagramm 1: Abstufung von Ein-Korn-Kies-Nenngröße 32 ...................................................................................... 63
Diagramm 2: Abstufung von Ein-Korn-Kies-Nenngröße 16 ...................................................................................... 64
Diagramm 3: Abstufung von Ein-Korn-Kies-Nenngröße 8 ........................................................................................ 64
Diagramm 4: Abstufung von Material mit abgestufter Körnung 2/8 ........................................................................ 66
Diagramm 5: Abstufung von Material mit abgestufter Körnung 8/16 ...................................................................... 66
Diagramm 6: Abstufung von Material mit abgestufter Körnung 16/32 .................................................................... 67
Diagramm 7: Abstufung von Sand 0/4..................................................................................................................... 69
Diagramm 8: Abstufung von Sand 0/2..................................................................................................................... 69
Diagramm 9: Abstufung von Sand 0/1..................................................................................................................... 70

12 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Benutzerhinweis
Dieses Arbeitsblatt ist das Ergebnis ehrenamtlicher, technisch-wissenschaftlicher/wirtschaftlicher Gemeinschaftsarbeit,
das nach den hierfür geltenden Grundsätzen (Satzung, Geschäftsordnung der DWA und dem Arbeitsblatt DWA-A 400)
zustande gekommen ist. Für dieses besteht nach der Rechtsprechung eine tatsächliche Vermutung, dass es inhaltlich
und fachlich richtig sowie allgemein anerkannt ist.

Jedermann steht die Anwendung des Arbeitsblattes frei. Eine Pflicht zur Anwendung kann sich aber aus Rechts- oder
Verwaltungsvorschriften, Vertrag oder sonstigem Rechtsgrund ergeben.

Dieses Arbeitsblatt ist eine wichtige, jedoch nicht die einzige Erkenntnisquelle für fachgerechte Lösungen. Durch seine
Anwendung entzieht sich niemand der Verantwortung für eigenes Handeln oder für die richtige Anwendung im kon-
kreten Fall; dies gilt insbesondere für den sachgerechten Umgang mit den im Arbeitsblatt aufgezeigten Spielräumen.

1 Anwendungsbereich 2 Normative Verweisungen


Diese Europäische Norm gilt für die Verlegung und Diese Europäische Norm enthält durch datierte oder un-
Prüfung von Abwasserleitungen und -kanälen, die übli- datierte Verweisungen Festlegungen aus anderen Publi-
cherweise erdverlegt sind und unter Freispiegelbedin- kationen. Diese normativen Verweisungen sind an den
gungen betrieben werden. Die Bauausführung von Rohr- jeweiligen Stellen im Text zitiert, und die Publikationen
leitungen, die unter Druck betrieben werden, wird sind nachstehend aufgeführt. Bei datierten Verweisun-
ebenfalls in dieser Europäischen Norm behandelt, wobei gen gehören spätere Änderungen oder Überarbeitungen
auch prEN 805, falls erforderlich, zu berücksichtigen ist. dieser Publikationen nur zu dieser Europäischen Norm,
falls sie durch Änderung oder Überarbeitung eingearbei-
Diese Europäische Norm ist anwendbar für Abwasserlei- tet sind. Bei undatierten Verweisungen gilt die letzte
tungen und -kanäle in Gräben, bei Dammbedingungen Ausgabe der in Bezug genommenen Publikation.
oder oberirdischer Verlegung. Die grabenlose Bauaus-
führung wird in prEN 12889 beschrieben. Ergänzend EN 476
sollten andere örtliche oder nationale Bestimmungen Allgemeine Anforderungen an Bauteile für Abwasserka-
beachtet werden, z. B. die Gesundheit und Sicherheit, näle und -leitungen von Schwerkraftentwässerungssys-
die Wiederherstellung der Straßenoberfläche und An- temen
forderungen an die Dichtheitsprüfung betreffend.
EN 752-3
Dieses Arbeitsblatt gilt für Planung, Bau und Prüfung Entwässerungssysteme außerhalb von Gebäuden –
erdüberdeckter, in offener Bauweise und oberirdisch Teil 3: Planung
eingebauter Abwasserleitungen und -kanäle außerhalb
von Gebäuden sowohl für den Neubau, als auch die prEN 805
Erneuerung von Abwasserleitungen und -kanälen. Wasserversorgung – Anforderungen an Wasserversor-
gungssysteme außerhalb von Gebäuden und Bauteile
Für Abwasserleitungen, die auch in den Anwendungsbe-
reich der VAwS der Länder (zukünftig Bundes-VUmwS) EN 1295-1
fallen, sind zusätzlich die Anforderungen der VAwS und Statische Berechnung von erdverlegten Rohrleitungen
entsprechenden TRwS zu beachten. unter verschiedenen Belastungsbedingungen – Teil 1:
Allgemeine Anforderungen

prEN 12889
Grabenlose Verlegung und Prüfung von Abwasserleitun-
gen und -kanälen

Die folgenden normativen Dokumente enthalten Festle-


gungen, die durch Verweisung in diesem Text Bestand-
teil des vorliegenden Arbeitsblattes sind. Bei datierten
Verweisungen gelten spätere Änderungen oder Überar-
beitungen dieser Publikation nicht. Anwender dieses

DWA-Regelwerk Januar 2010 13


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Arbeitsblattes werden jedoch gebeten, die Möglichkeit DIN EN 805, Wasserversorgung – Anforderungen an
zu prüfen, die jeweils neuesten Ausgaben der in den Wasserversorgungssysteme und deren Bauteile außer-
Literaturangaben enthaltenen normativen Dokumente halb von Gebäuden
anzuwenden. Bei undatierten Verweisungen gilt die
letzte Ausgabe des in Bezug genommenen normativen DIN EN 998-2, Festlegungen für Mörtel im Mauerwerks-
Dokumentes. bau – Teil 2: Mauermörtel

Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) DIN EN 1610, Verlegung und Prüfung von Abwasserlei-


tungen und -kanälen
Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW-/AbfG)
DIN EN 1671, Druckentwässerungssysteme außerhalb von
Wasserhaushaltsgesetz (WHG) Gebäuden

Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) DIN EN 1997-2, Eurocode 7: Entwurf, Berechnung und


Bemessung in der Geotechnik – Teil 2: Erkundung und
Baustellenverordnung (BaustellV) Untersuchung des Baugrunds

Biostoffverordnung (BioStoffV)
DIN 1045-1, Tragwerke aus Beton, Stahlbeton und
Spannbeton – Teil 1: Bemessung und Konstruktion
Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)
DIN 1045-2, Tragwerke aus Beton, Stahlbeton und
Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV)
Spannbeton – Teil 2: Beton – Festlegung, Eigenschaften,
Muster-Verordnung über Anlagen zum Umgang mit Herstellung und Konformität – Anwendungsregeln zu
wassergefährdenden Stoffen und über Fachbetriebe DIN EN 206-1
(Muster-VAwS) – siehe länderspezifische Regelungen
DIN 1045-3, Tragwerke aus Beton, Stahlbeton und
Technische Regeln wassergefährdende Stoffe (TRwS) Spannbeton – Teil 3: Bauausführung

BGV A1, Grundsätze der Prävention DIN 1045-4, Tragwerke aus Beton, Stahlbeton und
Spannbeton – Teil 4: Ergänzende Regeln für die Herstel-
BGV C22, Bauarbeiten lung und die Konformität von Fertigteilen

BGR 126, Arbeiten in umschlossenen Räumen von ab- DIN 1053-1, Mauerwerk – Teil 1: Berechnung und Aus-
wassertechnischen Anlagen führung

BGR 128, Kontaminierte Bereiche DIN EN 1091, Unterdruckentwässerungssysteme außer-


halb von Gebäuden
BGR 236, Rohrleitungsbauarbeiten
DIN 1164-10, Zement mit besonderen Eigenschaften –
BGR 500, Betreiben von Arbeitsmitteln Teil 10: Zusammensetzung und Anforderungen und
Übereinstimmungsnachweis von Normalzement mit
BGI 802, Handlungsanleitung für die Arbeit mit proviso- besonderen Eigenschaften
rischen Rohrabsperrgeräten
DIN 1960, VOB Vergabe- und Vertragsordnung von
DIN EN ISO 14688-1, Geotechnische Erkundung und
Bauleistungen – Teil A: Allgemeine Bestimmungen für
Untersuchung – Benennung, Beschreibung und Klassifizie-
die Vergabe von Bauleistungen
rung von Boden – Teil 1: Benennung und Beschreibung
DIN 4020, Geotechnische Untersuchungen für bautech-
DIN EN ISO 14689-1, Geotechnische Erkundung und
Untersuchung – Benennung, Beschreibung und Klassifizie- nische Zwecke
rung von Fels – Teil 1: Benennung und Beschreibung
DIN 4030, Beurteilung betonangreifender Wässer, Böden
DIN EN ISO 22476-2, Geotechnische Erkundung und und Gase
Untersuchung – Felduntersuchungen – Teil 2: Ramm-
sondierungen DIN 4051, Kanalklinker – Anforderungen, Prüfung, Über-
wachung
DIN EN 206-1, Beton – Teil 1: Festlegung, Eigenschaften,
Herstellung und Konformität DIN 4084, Baugrund – Geländebruchberechnungen

DIN EN 752, Entwässerungssysteme außerhalb von DIN 4123, Ausschachtungen, Gründungen und Unter-
Gebäuden fangungen im Bereich bestehender Gebäude

14 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

DIN 4124, Baugruben und Gräben – Böschungen, Ver- ATV-M 143-6, Inspektion, Instandsetzung Sanierung und
bau, Arbeitsraumbreiten Erneuerung von Entwässerungskanälen – Teil 6: Dicht-
heitsprüfungen bestehender, erdüberschütteter Abwas-
DIN 4263, Formen, Maße und geometrische Werte von serleitungen und -kanäle und Schächte mit Wasser,
Kanälen und Leitungen im Wasserwesen Luftüber- und Unterdruck

DIN 18196, Erd- und Grundbau – Bodenklassifikation DWA-M 149-4, Zustandserfassung und -beurteilung von
für bautechnische Zwecke Entwässerungssystemen außerhalb von Gebäuden – Teil 4:
Detektion von Lagerungsdefekten und Hohlräumen mit-
DIN 18299, VOB Vergabe- und Vertragsordnung für tels geophysikalischer Verfahren
Bauleistungen – Teil C: Allgemeine Technische Vertrags-
bedingungen für Bauleistungen (ATV) – Allgemeine DWA-M 158, Bauwerke der Kanalisation – Beispiele
Regelungen für Bauarbeiten jeder Art
DWA-M 159, Kriterien zur Materialauswahl für Abwas-
DIN 18300, VOB Vergabe- und Vertragsordnung für serleitungen und -kanäle
Bauleistungen – Teil C: Allgemeine Technische Vertrags-
bedingungen für Bauleistungen (ATV) – Erdarbeiten ATV-DVWK-M 160, Fräs- und Pflugverfahren für den
Einbau von Abwasserleitungen und -kanälen
DIN 18301, VOB Vergabe- und Vertragsordnung für
Bauleistungen – Teil C: Allgemeine Technische Vertrags- Gemeinschaftspublikation DIN EN 13508-2/DWA-M 149-2,
bedingungen für Bauleistungen (ATV) – Bohrarbeiten Zustandserfassung von Entwässerungssystemen außer-
halb von Gebäuden
DIN 18303, VOB Vergabe- und Vertragsordnung für
Bauleistungen – Teil C: Allgemeine Technische Vertrags- DWA-M 190, Eignung von Unternehmen für Herstellung,
bedingungen für Bauleistungen (ATV) – Verbauarbeiten baulichen Unterhalt, Sanierung und Prüfung von Grund-
stücksentwässerungen
DIN 18304, VOB Verdingungsordnung für Bauleistungen
– Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen
DVGW W 400-2 (A), Technische Regeln Wasservertei-
für Bauleistungen (ATV) – Ramm-, Rüttel- und Pressar-
lungsanlagen (TRWV) – Teil 2: Bau und Prüfung
beiten
FGSV 535 M Geok E, Merkblatt über die Anwendung
DIN 18305, VOB Verdingungsordnung für Bauleistungen
von Geokunststoffen im Erdbau des Straßenbaus
– Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen
für Bauleistungen (ATV); Wasserhaltungsarbeiten
Mitteilungen der Länderarbeitsgemeinschaft Abfall
(LAGA) 20, Anforderungen an die stoffliche Verwertung
DIN 18306, VOB Verdingungsordnung für Bauleistungen
von mineralischen Abfällen – Technische Regeln –
– Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen
für Bauleistungen (ATV); Entwässerungskanalarbeiten
RStO 01, Richtlinien für die Standardisierung des Ober-
DIN 18709-2, Begriffe, Kurzzeichen und Formelzeichen baues von Verkehrsflächen
im Vermessungswesen; Ingenieurvermessung
TL Gestein-StB 04, Technische Lieferbedingungen für
DIN V 18580 (März 2007), Mauermörtel mit besonderen Gesteinskörungen im Straßenbau
Eigenschaften
TP BF-StB 92, Technische Prüfvorschriften für Boden
DIN 50929-3, Korrosion der Metalle; Korrosionswahr- und Fels im Straßenbau
scheinlichkeit metallischer Werkstoffe bei äußerer Kor-
rosionsbelastung; Rohrleitungen und Bauteile in Böden ZTV A-StB 97/06, Zusätzliche Technische Vertragsbe-
und Wässern dingungen und Richtlinien für Aufgrabungen in Ver-
kehrsflächen
DWA-A 116-1, Besondere Entwässerungsverfahren – Teil 1:
Unterdruckentwässerungssysteme außerhalb von Gebäuden ZTV E-StB 09, Zusätzliche Technische Vertragsbedin-
gungen und Richtlinien für Erdarbeiten im Straßenbau
DWA-A 116-2, Besondere Entwässerungsverfahren – Teil 2:
Druckentwässerungssysteme außerhalb von Gebäuden ZTV SoB-StB 04, Zusätzliche Technische Vertragsbedin-
gungen und Richtlinien für den Bau von Schichten ohne
ATV-DVWK-A 127, Statische Berechnung von Abwasser- Bindemittel im Straßenbau
kanälen und -leitungen
DAfStb-Richtlinie – Wasserundurchlässige Bauwerke aus
ATV-DVWK-A 157, Bauwerke der Kanalisation Beton (WU-Richtlinie)

ATV-M 143-2, Sanierung von Entwässerungssystemen RAL-GZ 961, Herstellung und Instandhaltung von Ab-
außerhalb von Gebäuden – Teil 2: Optische Inspektion wasserleitungen und -kanälen (Gütesicherung Kanalbau)

DWA-Regelwerk Januar 2010 15


DIN EN 1610 / DWA-A 139

3 Definitionen und 3.7 Mindestgrabenbreite:


Kurzzeichen Mindestmaß, aus Sicherheitsgründen und für die Aus-
führung erforderlich, zwischen den Grabenwänden an
Für die Zwecke dieser Norm gelten die folgenden Defini- der Oberkante der unteren Bettungsschicht oder, falls
tionen einschließlich Bild 1: vorhanden, zwischen dem Grabenverbau (Pölzung) in
jeder Tiefe.

3.1 Definitionen
3.8 Anstehender Boden:
3.1 Bettung: Boden aus dem Aushub des Grabens.

Der Teil des Bauwerks, der das Rohr zwischen der Gra-
bensohle und der Seitenverfüllung oder der Abdeckung 3.9 Nennweite (DN):
trägt. Die Bettung besteht aus oberer und unterer Bet-
tungsschicht. Bei direkter Auflagerung auf gewachsenem Kenngröße des Bauteils, die ganzzahlig annähernd
Boden ist dieser die untere Bettungsschicht. gleich dem Herstellungsmaß in mm ist. Sie darf entwe-
der für Innendurchmesser (DN/ID) oder für Außen-
durchmesser (DN/OD) verwendet werden (EN 476).
3.2 Dicke der zu verdichtenden
Schicht: 3.10 Rohrleitung:
Dicke jeder neuen Schicht von Verfüllmaterial vor ihrer
Rohre, Formstücke und Verbindungen zwischen Schäch-
Verdichtung.
ten oder anderen Bauwerken.

3.3 Überdeckungshöhe: 3.11 Vorgefertigtes Bauteil:


Lotrechte Entfernung von der Oberkante des Rohrschaf-
Vom Einbauvorgang getrennt hergestelltes Produkt,
tes bis zur Oberfläche.
üblicherweise auf der Grundlage von Produktnormen
und/oder Überwachung durch den Hersteller.
3.4 Leitungszone:
Verfüllung im Bereich des Rohres bestehend aus Bet-
3.12 Seitenverfüllung:
tung, Seitenverfüllung und Abdeckung.
Material zwischen Bettung und Abdeckung.

3.5 Abdeckung: 3.13 Grabentiefe:


Schicht aus Verfüllmaterial unmittelbar über dem Rohr-
Lotrechte Entfernung der Grabensohle zur Oberfläche.
scheitel.
Diese Definitionen gelten, soweit zutreffend, auch für
3.6 Hauptverfüllung: Gräben mit geböschten Wänden und bei Leitungen unter
Dämmen.
Verfüllung zwischen Oberkante Leitungszone und Ober-
kante Gelände oder Damm, oder, soweit zutreffend, der
Unterkante der Straßen- oder Gleiskonstruktion.

16 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

1 Oberfläche
2 Unterkante Oberbau (Planum) der Straßen-
oder Gleiskonstruktion, soweit vorhanden
3 Grabenwände
4 Hauptverfüllung (3.6)
5 Abdeckung (3.5)
6 Seitenverfüllung (3.12)
7 Obere Bettungsschicht
8 Untere Bettungsschicht
9 Grabensohle
10 Überdeckungshöhe (3.3)
11 Dicke der Bettung (3.1)
c

12 Dicke der Leitungszone (3.4)


13 Grabentiefe (3.13)
14 Verbau
15 ggf. Gründungsschicht
a b

a Dicke der unteren Bettungsschicht


b Dicke der oberen Bettungsschicht
c Dicke der Abdeckung
x/2 x/2
b = k × OD (siehe Abschnitt 7)
Dabei ist:
k ein dimensionsloser Faktor; Verhältnis der Dicke der oberen Bettungsschicht b zu OD
OD Außendurchmesser des Rohrs in mm
ANMERKUNG 1: Mindestwerte für a und c siehe Abschnitt 7.
ANMERKUNG 2: k × OD ersetzt die Bezeichnung des Bettungswinkels, wie in einigen nationalen Normen verwendet.
Der Bettungswinkel ist nicht der Bettungsreaktionswinkel der statischen Berechnung
Bild 1: Rohr, Hauptverfüllung und Leitungszone (in Anlehnung an DIN EN 1610)

In Ergänzung zu den Definitionen der DIN EN 752 und Trasse


DIN EN 1610 werden im Arbeitsblatt DWA-A 139 fol- Räumlicher Verlauf einer langgestreckten Anlage (z. B.
gende Begriffe verwendet: Straße, Wasserstraße) (siehe DIN 18709-2), (hier: Ab-
wasserleitungen und -kanäle).
Grabensohle
Ebene, auf der die untere Bettungsschicht bzw. auf die Trassierung
die Gründungsschicht aufgebracht wird. Festlegung einer Trasse in Form einer Folge von
Trassenelementen (z. B. Gerade, Kreis, Klothoide, Gra-
Gründungsschicht diente) (siehe DIN 18709-2).
Schicht zur Stabilisierung von nicht tragfähigem Bau-
grund (vgl. Bild 1). Weitere Definitionen sind Bild 1 zu entnehmen.

Planung
Beschreibung aller vorbereitenden Ingenieurleistungen
für die Herstellung eines Bauwerkes.

DWA-Regelwerk Januar 2010 17


DIN EN 1610 / DWA-A 139

3.2 Kurzzeichen Kurz- Einheit Erläuterung


zeichen

Kurz- Einheit Erläuterung V1, V2, [-] Verdichtbarkeitsklassen


zeichen V3

a [mm] Dicke der unteren x/2 [m] Mindestarbeitsraum


Bettungsschicht zwischen Rohr und Graben-
wand bzw. Grabenverbau
A [m²] Wandfläche des Prüfraumes,
benetzte innere Oberfläche 2α [°] Auflagerwinkel
(=Rohrwandfläche)
β [°] Böschungswinkel
b [mm] Dicke der oberen
Bettungsschicht

c [mm] Dicke der Abdeckung 4 Allgemeines


CU [-] Ungleichförmigkeit
4.1 Technische Grundlagen
di [mm] Gemessener Innendurch-
messer in der Prüfstrecke Rohrleitungen und Schächte sind im Wesentlichen techni-
sche Konstruktionen, bei denen das Zusammenwirken von
DN [-] Nennweite Bauteilen, Einbettung und Verfüllung die Grundlage für
Stand- und Betriebssicherheit ist. Die zugeordneten Teile,
DNE [-] Ersatznennweite wie Rohre, Formstücke und Dichtmittel, zusammen mit
der am Ort zu erbringenden Leistung, wie Bettung, Her-
DPr [%] Verdichtungsgrad
stellen der Rohrverbindung, Seiten- und Hauptverfüllung,
(Proctordichte)
sind wichtige Faktoren, damit die bestimmungsgemäße
EV2 [N/mm²] Verformungsmodul (stati- Funktion des Bauwerks sichergestellt wird.
scher Plattendruckversuch)
Das Tragwerksystem Rohr/Boden wird wesentlich be-
LE [-] Prüfverfahren Überdruck, stimmt aus dem Zusammenwirken von Bauteilen sowie
Ersatz für Prüfverfahren LC der künstlich geschaffenen und/oder natürlich vorhan-
nach DIN EN 1610 denen Umgebung (Bettung, Seiten- und Hauptverfül-
lung, Verdichtung, Bodenarten, Grundwasser, Boden-
LEu [-] Prüfverfahren Unterdruck, tragfähigkeit u. a.). Es beeinflusst maßgeblich die
Ersatz für Prüfverfahren LC Funktion und Nutzungsdauer der Rohrleitung.
nach DIN EN 1610
Das Tragwerksystem muss vorhandene und zukünftige
LF [-] Prüfverfahren Überdruck,
Belastungen mit ausreichender Sicherheit aufnehmen
Ersatz für Prüfverfahren LD
können. Kriterium dabei ist neben der Lastabtragung die
nach DIN EN 1610
sichere Funktion der Abwasserleitung bzw. des -kanals.
LFu [-] Prüfverfahren Unterdruck,
Ersatz für Prüfverfahren LD Die genaue Umsetzung der Planungsvorgaben ist ent-
nach DIN EN 1610 scheidend für die Qualität der Bauleistung. Der Umfang
und die Anforderungen der zu erbringenden Ingenieur-
OD [mm] Außendurchmesser leistungen müssen für den jeweils vorliegenden Einzelfall
des Rohrschaftes zwischen Auftraggeber und Planer abgestimmt werden.
(outside diameter)
Die auf Abwasserleitungen und -kanäle einwirkenden
p [kPa] Prüfdruck statischen und dynamischen Lasten müssen bei der
Planung festgelegt werden. Dazu gehören auch Belas-
p0 [kPa] Druck zu Beginn der Messung
tungen aus Bauzuständen, die für die Bemessung be-
∆p [kPa] zulässige Druckdifferenz stimmend sein können.

t [min] Prüfzeit

tB [min] Beruhigungszeit

U [-] Ungleichförmigkeitszahl

V [m³] Prüfraumvolumen

18 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

4.2 Sicherstellung der Lastannahmen Darüber hinaus müssen – insbesondere bei Erneuerungen
– die örtlichen Randbedingungen berücksichtigt werden.
Vor Beginn der Bauausführung muss die Tragfähigkeit
einer Rohrleitung in Übereinstimmung mit EN 752-3 Die statischen Nachweise der Rohre nach Arbeitsblatt
und EN 1295-1 nachgewiesen, entschieden oder vorge- ATV-DVWK-A 127 und der Sicherung der Baugrube
geben sein. (siehe DIN 4124) müssen vorliegen und auf der Baustel-
le inhaltlich bekannt sein.
Die Ausführung der Arbeit sollte in der Weise kontrol-
liert werden, dass die Lastannahmen, die sich aus den Statisch relevante Bauzustände müssen in der statischen
Planungsunterlagen ergeben, abgesichert oder an die Berechnung berücksichtigt werden.
veränderten Bedingungen angepasst sind.
Für den Nachweis des Tragwerksystems muss folgende
Die Lastannahmen werden von folgenden Faktoren und Vorgehensweise eingehalten werden:
deren Änderungen beeinflusst:
• Der Auftraggeber/Planer gibt das Tragwerksystem vor.
– Unterschied zwischen der ausgeführten Grabenbreite
und der Berechnungsgrabenbreite;
• Die Lastannahmen müssen bekannt sein. Hierzu
gehören u. a. Art und Weise der Baugrubenausbil-
– Unterschied zwischen der ausgeführten Grabentiefe dung, des Verbaues, der Bettungsschichten, der Sei-
und der Berechnungsgrabentiefe; tenverfüllung, der Abdeckung, der Bauzustände etc.
– Art des Grabenverbaus (Pölzung) und Auswirkungen Diese müssen in einen Objekt-Fragebogen, z. B. nach
seiner Entfernung; Arbeitsblatt ATV-DVWK-A 127, eingetragen werden.

– Verdichtungsgrad in der Leitungszone; • Erfolgt der Einbau in einem Stufengraben, müssen


die daraus resultierenden Lasten in der statischen
– Verdichtungsgrad der Hauptverfüllung; Berechnung besonders betrachtet werden (z. B.
– Rohrbettung und Grabensohle; durch Erhöhung der relativen Ausladung).
– Baustellenverkehr und zeitweise Belastungen; • Die Grabenbreite muss mindestens entsprechend
Tabellen 1 bzw. 2 der DIN EN 1610 festgelegt werden.
– Bodenarten und Bodenkennwerte
(z. B. Untergrund, Grabenwände, Verfüllung); • Der statische Nachweis muss nach Arbeitsblatt ATV-
– Grabenform DVWK-A 127 geführt werden.
(z. B. Stufengraben, Graben mit geböschten Wänden); • Die Freigabe erfolgt durch den Bauherren oder einen
– Beschaffenheit von Untergrund und Boden von ihm Beauftragten, ggf. unter Beteiligung der
(z. B. durch Frost und Tau, Regen, Schnee, Fachplaner.
Überflutungen);
– Grundwasserstand; 4.3 Anforderungen an Planung
– weitere Rohrleitungen in demselben Graben. und Ausschreibung
ANMERKUNG: Diese Liste ist nicht erschöpfend.
4.3.1 Allgemeines
Das Tragwerksystem Rohr/Boden muss vor der Bauaus-
führung nachgewiesen, entschieden oder in Art und Aus- Im Planungsstadium und vor Baubeginn müssen ausrei-
führung vorgegeben sein. Dies beinhaltet insbesondere: chende Kenntnisse und Unterlagen u. a. über:

• Statische Nachweise der Bauteile, Bauwerke und • Baugrund- und Grundwasserverhältnisse,


Baubehelfe, • ober- und unterirdische Bauwerke und Anlagen,
• Gründungsschicht, • Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten,
• Bettung, • Trasse,
• Seitenverfüllung, • Werkstoffe und Abmessung,
• Abdeckung, • Planungen Dritter,
• Hauptverfüllung, • Umweltaspekte,
• Rückbau des Verbaues, • betriebliche Randbedingungen,
• Grabenbreite. • Verkehrsverhältnisse,
vorhanden sein. Siehe auch DIN 18299.

DWA-Regelwerk Januar 2010 19


DIN EN 1610 / DWA-A 139

4.3.2 Bestandsaufnahme der vorhandenen • Wahl und statische Berechnung der Rohre,
Bauwerke und Anlagen • Planung von Maßnahmen bei nicht tragfähigem oder
instabilem Baugrund,
Es müssen Angaben eingeholt werden über Vorhanden-
sein, Lage, Zustand, Belastbarkeit und Schutzbedürftig- • Vorgaben bei Schadstoffbelastung des Baugrunds,
keit von z. B.: • Planung der Wiederverwendung von Böden und Ent-
• Leitungen, sorgung schadstoffbelasteter Ausbaustoffe (Verwer-
tung, Beseitigung),
• Kanälen,
• Festlegung von sonstigen Zusatz- und Hilfsmaßnahmen.
• Schächten,
• Brunnen, Die Böden werden nach einschlägigen Normen und Regel-
werken (z. B. DIN EN ISO 14688-1, DIN EN ISO 14689-1,
• Fundamenten, DIN 18196, DIN 18300, Arbeitsblatt ATV-DVWK-A 127,
ZTV A-StB 97/06) klassifiziert.
• künstlichen Hohlräumen,
• Ankern und Injektionskörpern, Die Aufschlussabstände müssen nach den geologischen
Gegebenheiten und den bautechnischen Fragestellungen
• verbliebenen baulichen Anlagen, gewählt werden, in der Regel zwischen 50 m und
• Baubehelfen, 200 m.

• Dränagen, Die Aufschlusstiefe muss alle Bodenschichten erfassen,


• Kriegs- und Kampfmitteln, die durch das Bauwerk maßgeblich beeinflusst werden.
Für Leitungen und Kanäle muss die Aufschlusstiefe min-
• Altlasten, destens 2 m unter Grabensohle, bei nicht ausreichend
tragfähigem Baugrund jedoch bis in den tragfähigen
• Bepflanzungen
Baugrund, geführt werden.
sowie allen anderen Bauwerken und Anlagen, soweit sie
die vorgesehene Maßnahme beeinflussen oder beein- Für die Beurteilung des Angriffsvermögens von Wässern,
trächtigen bzw. durch diese in Nutzung und Bestand Böden und Gasen, die betonangreifende Stoffe enthalten
gefährdet werden können. In Zweifelsfällen muss die können, enthält die DIN 4030 entsprechende Verfahren
genaue Lage durch Schürfe oder Suchschlitze oder ande- und Kriterien. Die Anforderungen an Bauwerke aus
re geeignete Maßnahmen festgestellt werden. Gegebe- Beton und Stahlbeton, die betonangreifenden Wässern,
nenfalls müssen die Untersuchungen durch historische Böden und Gasen ausgesetzt werden, sind in DIN
Recherchen (z. B. Altanlagen) ergänzt werden. EN 206-1 und DIN 1045-2 enthalten.

Notwendige Umlegungen bestehender Leitungen und Für Baugruben im Grundwasser sowie bei Fragen der
Kanäle müssen rechtzeitig veranlasst werden. Erforder- Grundwasserhaltung muss die Aufschlusstiefe auf die
lichenfalls müssen bestehende Anlagen und Bauwerke hydrogeologischen Verhältnisse abgestimmt werden. Bei
durch geeignete Maßnahmen gesichert werden. grundwasserführendem Baugrund müssen vom Planer
Zusatzmaßnahmen gemäß DIN 18305 festgelegt werden.
Es wird empfohlen, den Zustand von Bauwerken und
Anlagen durch eine Beweissicherung festzustellen soweit Die Ansatzpunkte der Aufschlüsse müssen in ihrer Lage
dies unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse im aktuellen Koordinatensystem erfasst und auf Normal-
notwendig erscheint. höhennull (NHN) eingemessen sowie die Ergebnisse der
geotechnischen Untersuchungen in die Längsschnitte
(Höhenpläne) übernommen werden. Die Festpunkte
4.3.3 Baugrund und Grundwasser (Höhe und/oder Lage), die für die Einmessung der An-
satzpunkte verwandt wurden, müssen dokumentiert wer-
Die Baugrundverhältnisse müssen bekannt sein oder den. Dies gilt besonders für Bergsenkungsgebiete und
entsprechend DIN EN 1997-2 und DIN 4020 in Art und erdfallgefährdete Gebiete.
Umfang untersucht werden.
Für die Beurteilung der Korrosionswahrscheinlichkeit
Angaben über den Baugrund und dessen Eigenschaften metallischer Werkstoffe sind die Anforderungen der
(Bodenkennwerte) sowie über die Grundwasserverhält- DIN 50929-3 einzuhalten.
nisse sind u. a. erforderlich für die:
• Wahl und statische Berechnung des Baugrubenverbaues,
• Wahl und hydraulische Berechnung von Grundwas-
serhaltungsmaßnahmen,

20 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

4.3.4 Kurzbaugruben 4.3.3). Die Wiederverwendung des Aushubs ist vorher zu


klären und in der Leistungsbeschreibung zu definieren.
Für Kurzbaugruben gelten die Regelungen der DIN EN
1610 und der DIN 4124. Bei mehreren Rohrleitungen (z. B. Ver- und Entsor-
gungsleitungen) in einem Graben sind werkstoff- und
Bei Kurzbaugruben müssen nachfolgende Kriterien be- systemabhängige Mindestabstände (siehe DIN EN 805) zu
sonders beachtet werden: berücksichtigen.

• Anpassen der statischen Vorgaben an Gründungsver- Für die auszuführenden Arbeiten müssen Angaben ins-
hältnisse, Bauschritte und Übergang von einer zur besondere gemäß DIN 18299 und DIN 18306 gemacht
nächsten Kurzbaugrube (Nahtstelle), werden, u. a. über:
• Lastaufnahmefähigkeit der Verbindungen und Bet- • Lage der Baustelle,
tung (siehe DIN EN 1610 Abschnitt 11), z. B. Einhal-
tung der Abbindedauer bei Betonbettung, • Umgebungsbedingungen,
• Fachgerechte Reaktion auf Änderungen des Bodens • Zufahrtsmöglichkeiten und Beschaffenheit der Zu-
in der Grabensohle, fahrt, sowie etwaige Einschränkungen bei ihrer Be-
nutzung,
• Festlegen und Einhalten der Stirnwandsicherung
• vorhandene bzw. in der Nähe befindliche Ver- und
• Kontinuierliche Vermessung ggf. Justierung der Laser- Entsorgungsleitungen,
einstellung,
• Entsorgungsweg (Verwertung bzw. Beseitigung) für
• Angepasste Wasserhaltung. Straßenaufbruch und Aushubböden,
• besondere Auflagen zum Schutz von Anwohnern und
4.3.5 Ausführungsplanung Umgebung.

Die Planung kann im Verantwortungsbereich der unter- Soweit erforderlich, sollten die Grenzwerte für Abwei-
schiedlichen Projektbeteiligten angesiedelt sein, deshalb chungen von der vorgegebenen Seiten- und Höhenlage
müssen die Verantwortlichen benannt werden. angegeben werden. Die Grenzwerte für die Abweichungen
von Seiten- und Höhenlage hängen unter anderem ab von:
Die zu erstellenden Kanäle und Bauwerke müssen • Hydraulik,
zeichnerisch dargestellt werden. Hierzu dienen
• Entwässerungsverfahren,
• Übersichtspläne, aus denen die Lage der Gesamt-
maßnahme hervorgeht; Maßstab mind. 1:5000; • Trasse (Lage und Gefälle),
• Lagepläne, Maßstab mind. 1:1000; im städtischen • Bauverfahren,
Bereich mind. 1:250;
• Maßhaltigkeit der Rohre,
• Längenschnitte (Höhenpläne), Maßstab mind. 1:1000
für die Längen, mind. 1:100 für die Höhen, mit An- • Betrieb und Unterhalt des Kanalnetzes.
gaben zu Baugrundaufschlüssen und geplanten Stra-
ßengradienten; Nähere Informationen zu Abweichungen/Toleranzen sind
im Anhang H zusammengefasst.
• Wo erforderlich, Querprofile (mit Angaben z. B. zum
Straßenaufbau, anstehender Bebauung, kreuzenden
Leitungen),
• Bauwerke mind. 1:100.

Durch den Planer müssen in Abhängigkeit von den ein-


zusetzenden Verdichtungsverfahren die erforderlichen
Grabenbreiten festgelegt werden.

Bei besonderen Bettungs- und Tragkonstruktionen (vgl.


Abschnitt 6.4.3 und Abschnitt 7.3) müssen die Vorgaben
definiert und beschrieben werden.

Die statische Berechnung muss gemäß Abschnitt 4.2


erfolgen. Vor der Herstellung der Gräben muss durch
den Auftraggeber geprüft werden, ob der Aushub bzgl.
seiner bautechnischen Eignung und Schadstoffbelastung
wiederverwendet werden kann (siehe auch Abschnitt

DWA-Regelwerk Januar 2010 21


DIN EN 1610 / DWA-A 139

5 Bauteile und Baustoffe 5.3 Baustoffe für die Leitungszone

5.3.1 Allgemeines
5.1 Allgemeines
Baustoffe für die Leitungszone müssen den jeweiligen
Bauteile und Baustoffe müssen nationalen Normen, die,
Unterabschnitten zu 5.3 entsprechen, um dauerhafte
falls vorhanden, Europäische Normen umsetzen, oder
Stabilität und die Lastaufnahme der Rohrleitung im
Europäischen Technischen Zulassungen entsprechen.
Boden sicherzustellen. Diese Baustoffe dürfen das Rohr,
Sind Normen oder Europäische Technische Zulassungen
den Rohrwerkstoff oder das Grundwasser nicht beein-
nicht vorhanden, müssen Bauteile und Baustoffe mit den
trächtigen. Gefrorenes Material darf nicht verwendet
Anforderungen des Planers übereinstimmen.
werden.
Die Auswahl der Bauteile und Baustoffe hinsichtlich
Baustoffe für die Leitungszone müssen mit den Pla-
Eignung und Verwendung unter Berücksichtigung der
nungsanforderungen übereinstimmen. Diese Materialien
Anforderungen an das Gesamtsystem und dessen Funk-
dürfen entweder anstehender Boden (5.3.2), dessen
tionalität sind Aufgabe der Planung. Kriterien für die
Brauchbarkeit geprüft wurde, oder angelieferte Baustof-
Auswahl des Materials sind unter anderem in der DIN
fe (5.3.3) sein. Baustoffe für die Bettung sollten keine
EN 752 und im Merkblatt DWA-M 159 enthalten.
Bestandteile enthalten, die größer sind als:
Die Baustoffe dürfen weder die Bauteile noch das – 22 mm bei DN ≤ 200,
Grundwasser bzw. den Boden beeinträchtigen.
– 40 mm bei DN > 200 bis DN ≤ 600.

5.2 Bauteile Der Planer muss den Baustoff für die Leitungszone fest-
legen. Hierbei sind die entsprechenden Bodengruppen
Bauteile müssen 5.1 entsprechen. nach DIN 18196 zu benennen. Zusätzliche Angaben zu
Größtkorn und Feinkornanteil d < 0,063 mm sind er-
Ergänzende Anleitungen des Herstellers sind zu beachten. forderlich. Bei eng gestuften Böden ist die Ungleichför-
migkeit anzugeben.
Eine Norm, eine Zulassung, ein Prüfzeugnis oder Ähnli-
ches geben einen ersten Hinweis auf die Eignung eines In Abhängigkeit von Werkstoff und Abmessungen des
Bauteils für den jeweilig zu beurteilenden Verwen- Bauteils müssen Wechselwirkungen zwischen anstehen-
dungszweck. Der Nachweis regelmäßiger Güteüberwa- dem Boden und Grundwasser berücksichtigt werden.
chung – bestehend aus Eigen- und Fremdüberwachung –
für die zu liefernden Bauteile sollte vertraglich verein- Empfohlene Bettungstypen und Ausführungsarten sind
bart werden. in Abschnitt 7.2 dargestellt.

Als Werkstoffe kommen unter anderem in Betracht:


5.3.2 Anstehender Boden
• Beton, Stahlbeton, Stahlfaserbeton,
Anforderungen an die Wiederverwendung anstehenden
• GFK (UP-GF), Bodens sind:
• Gusseisen, – Übereinstimmung mit den Planungsanforderungen;
• PE-HD, PP, PVC-U, – verdichtbar, falls gefordert;
• Polymerbeton, – frei von allen rohrschädigenden Materialien (z. B.
• Stahl, „Überkorn“ – je nach Rohrwerkstoff, Wanddicke und
Durchmesser –, Baumwurzeln, Müll, organisches Ma-
• Steinzeug. terial, Tonklumpen > 75 mm, Schnee und Eis).

Die Anforderungen an Rohre und Rohrverbindungen, die Anstehender Boden, der die Anforderungen nach 5.3.3.1
aus Kombinationen unterschiedlicher Werkstoffe beste- oder 5.3.3.3 erfüllt, wird als geeignet angesehen.
hen, müssen vom Planer festgelegt werden.

Ergänzende Anleitungen und Angaben der Hersteller


von Bauteilen und Baustoffen müssen beachtet werden.

22 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

5.3.3 Angelieferte Baustoffe 5.3.3.3 Sonstige Baustoffe


Die nachstehend aufgeführten Baustoffe sind geeignet. Andere als die in 5.3.3.1 bis 5.3.3.2 genannten Baustoffe
Dies können auch Recycling-Baustoffe sein. dürfen für die Leitungszone verwendet werden, wenn
ihre Eignung entsprechend 5.3.1 geprüft ist. Natürliche
oder künstliche Stoffe, die Rohrleitung und Schächten
5.3.3.1 Körnige, ungebundene Baustoffe Schaden zufügen können, sind nicht geeignet.
Körnige, ungebundene Baustoffe sind:
Auswirkungen auf die Umwelt sollten geprüft werden.
– Ein-Korn-Kies;
Beim Einsatz von industriell hergestellten Gesteinskör-
– Material mit abgestufter Körnung;
nungen (z. B. Gießereisande) und Recycling (RC)-
– Sand; Baustoffen muss ihre Eignung aus bodenmechanischer
Sicht und ihre Umweltverträglichkeit nachgewiesen
– Korngemische (All-In); werden (derzeit nach der Ländergemeinschaft Abfall –
– Gebrochene Baustoffe. LAGA).

Eine Übersicht zu körnigen, ungebundenen Baustoffen Insbesondere sind zu beachten:


enthält Anhang B. • Gewinnung/Herkunft,

In den Diagrammen 1 bis 9 des Anhangs B sind Korn- • Aufbereitung und Lagerung,
größenverteilungen entsprechend den deutschen Anfor- • Schadhaftigkeit,
derungen an körnige, ungebundene Baustoffe gemäß
Anhang B der DIN EN 1610 dargestellt. Die Festlegung • Beeinträchtigung Grundwasser,
der Körnungen berücksichtigt die Siebgrößen gemäß
• Beeinträchtigung Bauteile,
TL Gestein-StB 04.
• Raumbeständigkeit,
5.3.3.2 Hydraulisch gebundene Baustoffe • Widerstand gegen Auslaugung,
• Kornfestigkeit,
Hydraulisch gebundene Baustoffe sind:
• Korngrößenverteilung,
– stabilisierter Boden;
• Kornform,
– Leichtbeton;
• Verdichtungsfähigkeit,
– Magerbeton;
• Reinheit.
– unbewehrter Beton;
– bewehrter Beton.
5.4 Baustoffe für die Hauptverfüllung
Sie müssen mit den Planungsanforderungen überein- Baustoffe für die Hauptverfüllung müssen mit den
stimmen. Planungsanforderungen übereinstimmen.

Alle Baustoffe, die in 5.3 angegeben sind, dürfen für die


Hauptverfüllung verwendet werden.

Aushub mit darin enthaltenen Steinen bis maximal 300 mm


Korngröße, oder der Dicke der Abdeckung, oder ent-
sprechend der Hälfte der Dicke der zu verdichtenden
Schicht – der jeweils geringere Wert ist maßgebend –
kann für die Hauptverfüllung verwendet werden. Dieser
Wert kann darüber hinaus in Abhängigkeit von den
Bodenbedingungen, dem Grundwasser und dem Rohr-
material noch weiter verringert werden. Spezielle Be-
dingungen können bei felsigem Gelände vorgegeben
werden.

DWA-Regelwerk Januar 2010 23


DIN EN 1610 / DWA-A 139

6 Herstellung des 6.2 Grabenbreite


Leitungsgrabens
6.2.0 Allgemeines
6.0 Allgemeines Die Herstellung und Sicherung des Kanalgrabens, die
Arbeiten im Kanalgraben und dessen Verfüllung müssen
Zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer ist u. a. die unter Berücksichtigung von DIN 4124, DIN EN 1610
vertragliche Regelung folgender Punkte notwendig: sowie der Regeln für Arbeitsschutz und den eventuell
ergänzenden Vorgaben des Planers erfolgen. Die ausge-
• Koordination der Arbeiten,
führte Grabenbreite muss den Angaben in der statischen
• Baustelleneinrichtung, Berechnung für die Rohre entsprechen.

• Sicherung der Baustelle,


• Beweissicherung an Gebäuden, Bauwerken, Straßen 6.2.1 Größte Grabenbreite
und sonstigen Anlagen im Einflussbereich der Bau-
Die Grabenbreite darf die nach der statischen Bemes-
stelle soweit erforderlich,
sung größte Breite nicht überschreiten. Falls dies nicht
• Vermeidung von Umweltbeeinträchtigungen, möglich ist, ist der Sachverhalt dem Planer vorzulegen.
• Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit,
• Sicherung der Vorflut, 6.2.2 Mindestgrabenbreite
• Aufrechterhaltung des Zugangs für Lösch- und Ret- Die Mindestgrabenbreite ist der jeweils größere Wert
tungsfahrzeuge, aus den Tabellen 1 und 2, Ausnahmen siehe 6.2.3.
• Lage und Zugang von Ver- und Entsorgungsanlagen,
Für die Mindestgrabenbreite gelten die in Tabelle 1 und 2
Schachtabdeckungen, Schiebern, Transformator-
der DIN EN 1610 angegebenen Werte, wobei der jeweils
Stationen, usw. innerhalb der Baustelle.
größere Wert maßgebend ist. Zur Ermittlung der Stelle,
an der die jeweilige lichte Mindestbreite zu messen ist,
6.1 Gräben müssen die entsprechenden Festlegungen der DIN 4124
beachtet werden.
Gräben sind so zu bemessen und auszuführen, dass ein
fachgerechter und sicherer Einbau von Rohrleitungen Bei den Angaben OD+x entspricht x/2 (siehe Bild 1 und
sichergestellt ist. Bild 2) dem Mindestarbeitsraum zwischen Rohr und
Grabenwand bzw. Grabenverbau.
Falls während der Bauarbeiten Zugang zur Außenwand
von unterirdisch liegenden Bauwerken, z. B. Schächte, DN ist die Nennweite (DIN 4263). Die Mindestgraben-
erforderlich ist, ist ein gesicherter Mindestarbeitsraum breite ermittelt sich ausschließlich aus dem Außen-
von 0,50 m Breite einzuhalten. durchmesser (OD = outside Diameter) des Rohrschaftes.
Bei nicht kreisförmigen Querschnitten erfolgt die Einord-
Wenn zwei oder mehr Rohre in demselben Graben oder nung der DN-Gruppe (Tabelle 1 der DIN EN 1610) ent-
unter derselben Dammschüttung verlegt werden sollen, sprechend der lichten Höhe. Die Mindestgrabenbreite
muss der horizontale Mindestarbeitsraum für den Be- ermittelt sich aus der Addition der größten äußeren
reich zwischen den Rohren eingehalten werden. Falls Breite im Schaftbereich und dem Tabellenwert x.
nicht anders angegeben, sind dabei für Rohre bis ein-
schließlich DN 700 0,35 m und für Rohre größer als
DN 700 0,50 m einzuhalten.

Falls erforderlich, sind zum Schutz vor Beeinträchtigun-


gen anderer Versorgungsleitungen, Abwasserleitungen
und -kanäle, von Bauwerken oder der Oberflächen ge-
eignete Sicherungsmaßnahmen zu treffen.

24 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

x/2 x/2

β
α

Bild 2: Böschungswinkel, Arbeitsraumbreite

Tabelle 1 – DIN EN 1610: Mindestgrabenbreite in Abhängigkeit von der Nennweite DN

Mindestgrabenbreite (OD + x)
m
DN
Verbauter unverbauter Graben
Graben β > 60° β ≤ 60°
≤ 225 OD + 0,40 OD + 0,40
> 225 bis ≤ 350 OD + 0,50 OD + 0,50 OD + 0,40
> 350 bis ≤ 700 OD + 0,70 OD + 0,70 OD + 0,40
> 700 bis ≤ 1200 OD + 0,85 OD + 0,85 OD + 0,40
> 1200 OD + 1,00 OD + 1,00 OD + 0,40
Bei den Angaben OD + x entspricht x/2 dem Mindestarbeitsraum zwischen Rohr und Grabenwand bzw. Grabenverbau
(Pölzung).
Dabei ist:
OD der Außendurchmesser, in m
β der Böschungswinkel des unverbauten Grabens, gemessen gegen die Horizontale (siehe Bild 2 – DWA-A 139)

Tabelle 2 – DIN EN 1610: Mindestgrabenbreite in Abhängigkeit von der Grabentiefe

Grabentiefe Mindestgrabenbreite
m m
< 1,00 keine Mindestgrabenbreite vorgegeben
≥ 1,00 bis ≤ 1,75 0,80
> 1,75 bis ≤ 4,00 0,90
> 4,00 1,00

DWA-Regelwerk Januar 2010 25


DIN EN 1610 / DWA-A 139

6.2.3 Ausnahmen von der 6.4 Grabensohle


Mindestgrabenbreite
Das Gefälle der Grabensohle und das Material der Gra-
Die Mindestgrabenbreite nach Tabelle 1 und Tabelle 2 bensohle müssen den Festlegungen in den Planungsan-
darf unter den folgenden Bedingungen verändert werden: forderungen entsprechen. Die Grabensohle sollte nicht
gestört werden. Falls sie gestört wurde, muss die ur-
– wenn Personal den Graben niemals betritt, z. B. bei sprüngliche Tragfähigkeit durch geeignete Maßnahmen
automatisierten Verlegetechniken; wieder erreicht werden.
– wenn Personal niemals den Raum zwischen Rohrlei-
tung und Grabenwand betritt; Wo Rohre auf die Grabensohle verlegt werden, muss
diese gemäß dem erforderlichen Gefälle und der Form
– an Engstellen und bei unvermeidbaren Situationen. vorbereitet werden, um ein Aufliegen des Rohrschaftes
zu ermöglichen. Vertiefungen für Rohrmuffen müssen in
In jedem Einzelfall sind besondere Vorkehrungen in der der unteren Bettungsschicht oder in der Grabensohle in
Planung und für die Bauausführung erforderlich. geeigneter Weise hergestellt werden.

Aus bauverfahrenstechnischen Gründen (z. B. notwen- Bei Frost kann es erforderlich sein, die Grabensohle zu
diger Raum für Verdichtungsgeräte, gleichzeitige Her- schützen, damit gefrorene Schichten weder unterhalb
stellung von Anschlussleitungen) und aufgrund örtlicher noch um die Rohrleitung herum verbleiben.
Randbedingungen (z. B. Abfangen benachbarter Leitun-
gen) kann es notwendig sein, dass der Planer/Auftrag- Wo die Grabensohle instabil ist oder der Boden eine
geber eine größere Grabenbreite festlegen muss. geringe Lastaufnahmekapazität aufweist, sind geeignete
Vorkehrungen zu treffen (siehe 7.1 und 7.3).
Bei Abweichungen von den in der Rohrstatik festgeleg-
ten Grabenbreiten müssen die Lastannahmen überprüft
werden (siehe Abschnitt 4.2). 6.4.1 Allgemeines
Zum Einbau der Rohre, zur Herstellung von Rohrverbin-
6.3 Standsicherheit des Grabens dung, Bettung, Seitenverfüllung, Abdeckung und Haupt-
verfüllung muss der Graben wasserfrei sein.
Die Standsicherheit des Grabens sollte entweder durch
einen geeigneten Verbau (Pölzung) erreicht werden
oder durch Abböschung bzw. andere geeignete Maß- Für die Grabensohle wird mindestens die ursprüngliche
nahmen. Der Grabenverbau (Pölzung) ist in Überein- Tragfähigkeit des anstehenden Bodens gefordert. Die
stimmung mit der statischen Berechnung so zu entfer- Grabensohle darf nicht auflockern oder aufweichen.
nen, dass die Rohrleitung weder beschädigt noch ihre
Lage verändert wird. Es müssen daher immer Schutz und Sicherungsmaß-
nahmen getroffen werden, um die Tragfähigkeit dauer-
Die Grabenwände müssen entsprechend der DIN 4124 haft ohne unzulässig große Verformungen zu erhalten.
und der Unfallverhütungsvorschrift „Bauarbeiten“ (BGV
C 22) geböscht oder verbaut werden. Neben dem in DIN 6.4.2 Gründungsschicht
4124 genannten Normverbau können alle in einer stati-
schen Berechnung nachgewiesenen Verbauarten einge- Wenn im Bereich unterhalb der unteren Bettung (z. B.
setzt werden. Grabenverbaugeräte müssen von der Be- aufgrund instabiler, nicht tragfähiger Grabensohle) ein
rufsgenossenschaft Bauwirtschaft (BG BAU) zugelassen Bodenaustausch vorgenommen wird (vgl. Bild 1), muss
sein. Bei Geländebruchberechnungen ist die DIN 4084 dieser über die gesamte Grabenbreite und in sehr brei-
zu beachten. ten Baugruben oder in Dämmen auf der Breite des vier-
fachen Rohraußendurchmessers vorgenommen werden.
Gegebenenfalls sind zusätzliche Maßnahmen nach Ab-
schnitt 7.3.2 zu ergreifen.

Die Dicke der Gründungsschicht hängt von den Unter-


grundbedingungen ab und ist vom Planer vorzugeben.
Die Austauschtiefe sollte mindestens 30 cm betragen.
Die Einflüsse der Gründungsschicht müssen ggf. in der
Rohrstatik berücksichtigt werden.

26 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

6.4.3 Schutz- und Der Einfluss von Entwässerungsmaßnahmen auf die


Grundwasserbewegung und die Standsicherheit der
Stabilisierungsmaßnahmen Umgebung ist zu berücksichtigen.
Mechanisch verursachte Bodenauflockerungen, z. B.
Nach Abschluss der Wasserhaltungsmaßnahmen sind
durch Baugeräte lassen sich in der Regel durch Boden-
alle Baudränagen ausreichend zu verschließen.
verdichtung, ggf. in Verbindung mit Einmischen von
geeignetem Bindemittel ausgleichen oder stabilisieren.
Eindringendes Grundwasser und anfallendes Oberflä-
chenwasser sind durch eine geeignete Wasserhaltung aus
Bei weichen Böden, bei nicht tragfähigen Böden, bei
dem Leitungsgraben soweit zu entfernen, dass eine
wechselhaften Untergründen, bei denen ein unterschied-
planmäßige Lagerung und Bettung der Rohre erfolgen
liches Setzungsmaß zu erwarten und bei witterungsbe-
kann. Das Grundwasser muss in der Regel bis in eine
dingten Aufweichungen ist der unbrauchbare Boden
Tiefe von 0,5 m unter Grabensohle abgesenkt werden.
gegen geeignetes Material auszutauschen, z. B.:
• Lagenweiser Einbau eines Kies-Sand-Gemisches, Dringt Wasser in den Rohrgraben ein, ist eine Sicker-
packung als Stabilisierungsschicht vorzusehen. Hierzu
• Lagenweiser Einbau von Schotter,
kann eine Dränageschicht mit einem unverrottbaren
• Beton. Geokunststoff (vgl. Abschnitt 7.3.2) erstellt werden.

Bei nicht filterstabilen Materialien muss ein unverrott-


bares Geotextil als Trennlage und Filter (vgl. Abschnitt 6.6 Dichtriegel
7.3.2) das Eindringen von Bettungsmaterial in die Grün-
dungsschicht oder Seitenverfüllung verhindern. Leitungsgräben in Böden mit geringer Wasserdurchläs-
sigkeit (z. B. bindige Böden) können in der Regel nicht
An eine Gründungsschicht aus mineralischem Material wieder mit dem anstehenden Boden verfüllt werden, es
werden folgende Anforderungen gestellt, die im Rahmen werden dafür verdichtungsfähige Austauschböden, meis-
der Bauausführung zu überprüfen sind: tens Sande, verwendet. Diese Austauschböden haben
gegenüber dem anstehenden Boden eine wesentlich
• Boden der Gruppe G1 oder G2 nach Tabelle 1, höhere Wasserdurchlässigkeit. Der Leitungsgraben wirkt
dadurch wie eine Dränage und kann damit zu einer
• Verdichtungsgrad DPr gemäß Statik.
Beeinflussung der Grundwassersituation führen. Sollte
es dadurch zum Absenken des Grundwasserspiegels
Eine Gründungsschicht aus Beton muss verdichtet oder kommen, können Setzungen an Bauwerken und Schädi-
mit selbstverdichtendem Beton hergestellt werden. Die gungen an Pflanzen die Folge sein.
Dicke und evtl. notwendige Bewehrung hat der Planer
durch eine Bemessung vorzugeben. Es wird empfohlen,
Ziel ist es, die ursprüngliche Grundwassersituation nicht
eine konstruktive Bewehrung vorzusehen. Vor dem
zu verändern. Um dies zu erreichen, müssen an geeigne-
Einbau der unteren Bettungsschicht muss der Beton
ten Stellen Dichtriegel unter Beachtung der folgenden
erhärtet sein.
Punkte eingebracht werden:
Der Beton darf nicht unmittelbar an den Verbau an- • Dichtmaterial (z. B. Lehm),
schließen, um Krafteinwirkungen beim Entfernen des
• Dichtriegel über maximalem GW-Stand,
Verbaues und Beschädigungen von Beton und Rohr zu
verhindern. Diese Krafteinwirkungen können z. B. durch • die Filterstabilität zum gewachsenen Boden muss
Trennlagen verhindert werden. Die vorige Festlegung sichergestellt werden,
gilt nicht für Unterwasserbeton.
• Einbau gegen den gewachsenen Boden über die
gesamte Grabenbreite,
6.5 Wasserhaltung • Längsdränage verhindern,
Während der Verlegearbeiten sind Gräben frei von Wasser • Querdränage nicht unterbrechen,
zu halten, z. B. Regenwasser, Sickerwasser, Quellwasser
oder Leckwasser aus Rohrleitungen. Art und Weise der • statische Bemessung für Rohre anpassen,
Wasserhaltung dürfen die Leitungszone und die Rohrlei- • Verschluss in der Bauphase eingebauter
tung nicht beeinflussen (siehe auch Anhang A). Dränageleitungen.

Vorkehrungen sind zu treffen, damit die Ausspülung von Bei Hanglagen können besondere Maßnahmen notwen-
Feinmaterial während der Wasserhaltung verhindert dig werden.
wird.

DWA-Regelwerk Januar 2010 27


DIN EN 1610 / DWA-A 139

7 Leitungszone und Verbau Örtlich vorhandener weicher Untergrund unterhalb der


Grabensohle ist zu entfernen und durch geeignetes Ma-
(Pölzung) terial für die Bettung zu ersetzen. Wenn größere Men-
gen angetroffen werden, kann eine erneute statische
Berechnung erforderlich werden.
7.1 Allgemeines
Die Qualität der Erdbaumaßnahmen im Bereich der
Baustoffe, Bettung, Verbau (Pölzung) und Schichtdicken Leitungszone beeinflusst wesentlich die Tragfähigkeit
der Leitungszone müssen mit den Planungsanforderun- das Setzungsverhalten, die Gebrauchsfähigkeit, die
gen übereinstimmen. Baustoffe sollten entsprechend Betriebssicherheit und die Nutzungsdauer der Abwasser-
5.3.2 und 5.3.3 ausgewählt werden. Baustoffe für die leitungen und -kanäle. Die Eignung der einzubauenden
Leitungszone sowie deren Korngröße und jeglicher Ver- Baustoffe hinsichtlich der bodenmechanischen Parame-
bau (Pölzung) sind unter Berücksichtigung ter und insbesondere der statischen Berechnung muss
nachgewiesen werden.
– des Rohrdurchmessers;
– des Rohrwerkstoffs und der Rohrwanddicke; DIN EN 1610 definiert die Leitungszone aus Bettung,
Seitenverfüllung und Abdeckung, bei Leitungen im Gra-
– der Bodeneigenschaften ben in der Breite des Grabens, bei Leitungen im Damm
zu wählen. oder in sehr breiten Gräben in der Breite des vierfachen
Außendurchmessers der Rohre (siehe Arbeitsblatt ATV-
Die Breite der Bettung muss mit der Grabenbreite über- DVWK-A 127).
einstimmen, soweit nichts anderes festgelegt ist. Bei
Leitungen unter Dämmen muss die Breite der Bettung Eine Zuordnung ausgewählter Bodenarten nach DIN
dem vierfachen Außendurchmesser entsprechen, falls 18196 zu den Bodengruppen aus dem Arbeitsblatt ATV-
nicht anders festgelegt. DVWK-A 127 und Verdichtbarkeitsklassen nach ZTV A-
StB 97/06 sind in Tabelle 1 zusammengefasst. In Bild 3
Mindestwerte für c (siehe Bild 1) der Abdeckung sind sind die Verdichtungsanforderungen dargestellt.
150 mm über dem Rohrschaft und 100 mm über der
Verbindung. Wenn Baustoffe nach 5.3.3.2 und 5.3.3.3 Hinweise zu Einbau, Verdichtung und Verbau können
verwendet werden, muss c den Planungsanforderungen Abschnitt 11 entnommen werden. Schütthöhe und An-
entsprechen. zahl der Übergänge können für gängige Verdichtungsge-
räte den Erfahrungswerten aus Tabelle 2 entnommen
werden. Leitungsgräben müssen gemäß DIN 4124,
DIN 18301, DIN 18303 und DIN 18304 hergestellt werden.

Tabelle 1: Zuordnung der Bodenarten

Verdichtbarkeits-
Gruppen nach Arbeitsblatt
Kurzzeichen nach DIN 18196 klasse nach
ATV-DVWK-A 127
ZTV A-StB 97
nichtbindige Böden, GW weitgestufte Kies–Sand-Gemische V1
Kies, GI abwechselnd abgestufte Kies/Sand-Gemische V1
GE enggestufte Kiese V1
G1
Sand SW weitgestufte Sand/Kies-Gemische V1
SI abwechselnd abgestufte Sand/Kies-Gemische V1
SE enggestufte Sande V1
schwachbindige Böden, GU Kies/Schluff-Gemisch V1
Kies, GT Kies/Ton-Gemisch V1
G2
Sand SU Sand/Schluff-Gemisch V1
ST Sand/Ton-Gemisch V1
bindige Mischböden, GŪ Kies/Schluff-Gemisch V2
feinkörnige Böden GT*) Kies/Ton-Gemisch V2
SŪ Sand/Schluff-Gemisch V2
G3
ST*) Sand/Ton-Gemisch V2
UL leicht plastische Schluffe V3
UM mittelplastische Schluffe V3

28 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Verdichtbarkeits-
Gruppen nach Arbeitsblatt
Kurzzeichen nach DIN 18196 klasse nach
ATV-DVWK-A 127
ZTV A-StB 97
feinkörnige Böden, TL leicht plastische Tone V3
Böden mit organischen TM mittelplastische Tone V3
Beimengungen TA ausgeprägt plastische Tone –**)
UA ausgeprägt zusammendrückbarer Schluff –**)
G4
OU Schluffe mit organischen Beimengungen –**)
OT Tone mit organischen Beimengungen –**)
OH grob- bis gemischtkörnige Böden mit –**)
Beimengungen humoser Art
ANMERKUNGEN
*) bindiger Boden mit Feinkornanteil 15 % bis 40 %
**) nicht geeignet für die Verfüllung im Straßenraum

Tabelle 2: Bodenverdichtung, Schütthöhen und Zahl der Übergänge

Geräteart Verdichtbarkeitsklassen
)
V1* V2*) V3*)
Dienst- Eig- Schütt- Zahl Eig- Schütt- Zahl Eig- Schütt- Zahl der
gewicht nung höhe der nung höhe der nung höhe Über-
[kg] [cm] Über- [cm] Über- [cm] gänge
gänge gänge

1. Verdichtungsgeräte (vorwiegend für die Leitungszone)

leicht bis 30 + bis 20 2–4 + bis 20 2–4 – – –


Vibrations-
mittel 30–60 o 20–40 2–4 o 20–30 3–4 – – –
stampfer
schwer 60–100 o 30–50 2–4 o 20–40 3–4 – – –

Explosions-
mittel bis 100 o 20–40 3–4 o 20–40 3–4 – – –
stampfer

Flächen- leicht bis 100 + bis 20 3–5 + bis 15 4–6 – – –


rüttler mittel 100–300 o 20–30 3–5 o 15–25 4–6 – – –

2. Verdichtungsgeräte (oberhalb der Leitungszone ab 1 m Überdeckungshöhe)

Vibrations- mittel 30–60 + 20–40 2–4 + 20–30 2–4 o 10–30 2–4


stampfer schwer 60–100 + 30–50 2–4 + 20–40 2–4 o 20–30 2–4

Explosions-
mittel bis 100 o 20–40 3–4 o 20–40 3–4 o 20–30 3–5
stampfer

Flächen- mittel 100–300 + 20–40 3–5 o 20–40 3–5 – – –


rüttler schwer 300–750 + 30–60 3–5 o 30–50 3–5 – – –

Vibrations-
schwer 600–8000 + 30–80 4–6 + 30–60 4–6 o 30–60 4–6
walzen
ANMERKUNGEN:
+ empfohlen
o meist geeignet, muss auf den Einzelfall abgestimmt werden
– ungeeignet
*) V1 Nichtbindige bis schwachbindige, grobkörnige und gemischtkörnige Böden (GW, GI, GE, SW,SI, SE, GU, GT, SU, ST)
V2 Bindige, gemischtkörnige Böden (GU, GT, SU, ST)
V3 Bindige, feinkörnige Böden (UL, UM, TL, TM)

DWA-Regelwerk Januar 2010 29


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Bild 3: Verdichtungsanforderungen nach ZTV A-StB

Die Anschlüsse von Rohren an Schächte und Bauwerke Die Auswahl erfolgt in Abhängigkeit von Rohrwerkstoff,
müssen gelenkig ausgeführt werden. Eine ggf. vorgese- Rohrtyp, Baugrund, Grundwasser und jeweiliger Nenn-
hene Betonbettung muss an diesen Stellen unterbrochen weite. Die Angaben der Rohrhersteller sind zu beachten.
werden. Das Gleiche gilt ggf. für die Rohrleitung, sofern
Setzungen zu erwarten sind. Notwendigkeit, Art und
Umfang der Unterbrechungen müssen vom Planer ge- 7.2 Ausführungen der Bettung
mäß statischer Berechnung festgelegt werden.

Der statische Nachweis nach Arbeitsblatt ATV-DVWK- 7.2.0 Allgemeines


A 127 muss vorliegen und auf der Baustelle inhaltlich
bekannt sein. Die Bettung muss eine gleichmäßige Druckverteilung unter
dem Rohr im Auflagerbereich sicherstellen (vgl. Bild 4).
Die Übereinstimmung von Lastannahmen der Planung Dadurch werden Risse, Verformungen, Punktlagerungen
und Bauausführung ist zu prüfen. Bei Änderungen sind und Undichtheiten vermieden.
gegebenenfalls neue statische Nachweise zu erstellen.
Nach dem Herstellen der Rohrverbindung muss das
Für die Leitungszone eignen sich in der Regel folgende Unterstopfen des Rohres sorgfältig ausgeführt werden,
Baustoffe aus der Bodengruppe G1: z. B. mit schmalen Handstampfern. Das Rohr muss so-
wohl in der Sohllinie als auch im Zwickelbereich mit
• Sande mit Ungleichförmigkeitszahl CU ≥ 3, dafür geeigneten Verdichtungsgeräten unter Berücksich-
• stark sandige Kiese mit Größtkorn 20 mm, tigung der folgenden Randbedingungen:
Sandanteil > 15 % und Ungleichförmigkeitszahl CU ≥ 3, • ausreichender Arbeitsraum,
• Ein-Korn-Kiese, • Außendurchmesser,
• Brechsand-Splitt-Gemische mit Größtkorn 11 mm für • Dicke der oberen Bettungsschicht
Rohre < DN 900 und Größtkorn 20 mm für Rohre (rechnerischer Auflagerwinkel),
≥ DN 1000.
• Bettungsmaterial,
Soweit das ausgehobene Bodenmaterial diesen Kriterien • Verformungsverhalten der Rohre
entspricht, muss dieses vorrangig wiederverwendet
werden. gleichmäßig unterstopft werden.

30 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Im Rahmen der Planung wird die Art der Bettung festge- Über eine Rohrleitungslänge muss der gleiche Bettungs-
legt. Regelausführung sollte Bettungstyp 1 (siehe Ab- typ ausgeführt werden. Wechselnde Bettungstypen füh-
schnitt 7.2.1) sein. ren zu unterschiedlichen Belastungen des Rohres.

Für Kreisprofile kann Tabelle 3 eine Zuordnung der in DIN


EN 1610 dargestellten Bettungstypen zu den in Arbeitsblatt
ATV-DVWK-A 127 definierten Lagerungsfällen und den
Auflagerarten entnommen werden.

2α 2α

Bild 4: Spannungsverteilung bei falscher und richtiger Bettung

Tabelle 3: Bettungstyp, Auflagerungsfall und Auflagerart für Kreisprofile

DIN EN 1610 Arbeitsblatt ATV-DVWK-A 127


Auflagerart
Bettungstyp Lagerungsfall
1 I, II, III Kies/Sand, Beton
2 I* Kies/Sand
3 I* Gewachsener Boden
ANMERKUNG:

*) gilt nur bis 120° Auflagerwinkel

DWA-Regelwerk Januar 2010 31


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Bild 5: Gleichmäßige Lagerung des Rohrschaftes auf der unteren Bettungsschicht und
Freiliegen der Rohrverbindung

7.2.1 Bettung Typ 1 (Regelausführung) In Fällen, bei denen kein geeigneter Boden für eine
unmittelbare Rohrbettung ansteht, muss die Grabensoh-
Bettung Typ 1 (Bild 3 – DIN EN 1610) darf für jede le tiefer ausgehoben und eine Bettung aus verdichtungs-
Leitungszone angewendet werden, die eine Unterstüt- fähigem Material eingebracht werden. Punktlagerungen
zung der Rohre über deren gesamte Länge zulässt und – vor allem im Bereich der Rohrverbindung – müssen
die unter Beachtung der geforderten Schichtdicken a vermieden werden (vgl. Bild 5). Der Planer muss die
und b hergestellt wird. Dies gilt für jede Größe und Dicke a der Bettungsschicht vorgeben.
Form von Rohren, z. B. kreisförmig, nicht kreisförmig,
und mit Fuß. Die in DIN EN 1610 angegebene Dicke für die untere
Bettungsschicht a = 100 mm (siehe Bild 6) ist ein Min-
Sofern nichts anderes vorgegeben ist, darf die Dicke der destwert. Um die Gefahr von Schäden am Rohr und
unteren Bettungsschicht a gemessen unter dem Rohr- Setzungen zu reduzieren, sollte die Dicke a in Abhängig-
schaft, folgende Werte nicht unterschreiten: keit vom Rohrdurchmesser auf a = 100 mm + 1/10 DN
erhöht werden.
– 100 mm bei normalen Bodenverhältnissen;
– 150 mm bei Fels oder festgelagerten Böden. Stehen in der Grabensohle Fels, steiniger Boden oder
Böden mit fester Konsistenz bzw. dichter Lagerung an
Die Dicke b der oberen Bettungsschicht muss der stati- (z. B. Ton, Geschiebemergel, Moränenkies) sollte die
schen Berechnung entsprechen. untere Bettungsschicht unter dem Rohrschaft in einer
Dicke a = 100 mm + 1/5 DN (siehe Bild 6) ausgeführt
werden; sie muss mindestens 150 mm dick sein, um
Lastkonzentrationen zu vermeiden.

Für die untere und obere Bettungsschicht muss das


gleiche Material verwendet werden. Dies gilt auch für
die Verfüllmaterialien in Längsrichtung.

Der Verdichtungsgrad der oberen Bettungsschicht muss


mindestens dem der unteren Bettungsschicht entsprechen.

Bild 3 – DIN EN 1610: Bettung Typ 1

32 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Die Dicke b der oberen Bettungsschicht muss der statischen 7.2.3 Bettung Typ 3
Berechnung bzw. den Planvorgaben entsprechen. Sie ergibt
sich aus dem Auflagerwinkel α und beträgt z. B. für Bettung Typ 3 (Bild 5 – DIN EN 1610) darf im gleich-
• einen Auflagerwinkel von 2α = 90°: b=0,15 OD, mäßigen, relativ feinkörnigen Boden verwendet werden,
der eine Unterstützung der Rohre über deren gesamte
• einen Auflagerwinkel von 2α = 120°: b=0,25 OD. Länge zulässt. Rohre dürfen direkt auf die vorbereitete
Grabensohle verlegt werden.

Die Dicke b der oberen Bettungsschicht muss der stati-


schen Berechnung entsprechen.

Bild 5 – DIN EN 1610: Bettung Typ 3


7.3 Besondere Ausführungen von


a b

Bettung oder Tragkonstruktionen


Falls die Grabensohle nur eine geringe Tragfähigkeit für
Bild 6: Bettung Typ 1 die Rohrbettung aufweist, ist eine besondere Ausführung
erforderlich. Dies ist in der Regel bei nicht standfesten
Böden, z. B. Torf, Fliessand, der Fall.
7.2.2 Bettung Typ 2
Beispiele für eine besondere Ausführung sind der Aus-
Bettung Typ 2 (Bild 4 – DIN EN 1610) darf im gleich- tausch von Boden durch andere Baustoffe, z. B. Sand,
mäßigen, relativ lockeren, feinkörnigen Boden verwen- Kies und hydraulisch gebundene Baustoffe, die Unter-
det werden, der eine Unterstützung der Rohre über stützung der Rohrleitung durch Pfähle, z. B. unter Ver-
deren gesamte Länge zulässt. Rohre dürfen direkt auf wendung von Querbalken oder Stützen im Rohrkämpfer,
die vorgeformte und vorbereitete Grabensohle verlegt Längsbalken oder Platten aus bewehrtem Beton, die die
werden. Pfähle überspannen.

Die Dicke b der oberen Bettungsschicht muss der stati- Übergänge zwischen verschiedenartigem Untergrund
schen Berechnung entsprechen. mit unterschiedlichen Setzungseigenschaften sollten bei
der Planung und der Herstellung berücksichtigt werden.

Jede besondere Ausführung von Bettung oder Tragkon-


struktion darf nur verwendet werden, wenn ihre Eignung
durch eine statische Berechnung nachgewiesen wurde.

ANMERKUNG: Erdverlegte Rohrleitungen, die auf Pfäh-


len verlegt werden, können extremen Lasten ausge-
setzt sein.
Bild 4 – DIN EN 1610: Bettung Typ 2

Der Verdichtungsgrad der oberen Bettungsschicht muss


mindestens dem der unteren Bettungsschicht (hier:
Grabensohle) entsprechen.

DWA-Regelwerk Januar 2010 33


DIN EN 1610 / DWA-A 139

7.3.1 Betonbettung
Eine Betonbettung (siehe Bild 7 und Bild 8) kann bei-
spielsweise bei:
• örtlich unterschiedlichen Bodenarten,
• wechselnden Grundwasserständen,

• stark geneigter Grabensohle, 1,5-facher

a b
größter Korndurchmesser
• Fels,
erforderlich werden. Betonierfuge

Bild 7: Bettung Typ 1 – Betonbettung für Rohre ohne Fuß,


Betonbettungen für Rohre ohne Fuß werden in der Re- obere Bettung nach Rohreinbau betoniert,
gel in den folgend beschriebenen Arbeitsschritten einge- a = 50 mm + 1/10 DN, min a = 100 mm
bracht:
• Einbringen der unteren Betonschicht in der Dicke a
abzüglich des 1,5-fachen des größten Zuschlagkorn-
durchmessers (vgl. Bild 7).
• Rohre müssen auf ausreichend wassergesättigte
Holzkeile gelegt werden.
• Einbringen der oberen Betonschicht in der Dicke b
zuzüglich des 1,5-fachen des größten Zuschlagkorn-
durchmessers mit mindestens plastischem Beton.

Bei Rohren mit Fuß sind diese auf eine Frischmörtel-


schicht zu legen (vgl. Bild 8) und die Randbereiche
nachzustopfen.

Als Beton für die Bettung muss mindestens ein Beton der
Festigkeitsklasse C 12/15 eingebracht werden. Wird eine
Bewehrung vorgesehen muss mindestens ein Beton der

a
Festigkeitsklasse C 16/20 verwendet werden. Die Expo-
sitionsklassen müssen nach den vorhandenen Randbe-
dingungen festgelegt werden. Bild 8: Bettung Typ 1 – Betonbettung für Rohre mit Fuß,
auf einer Mörtelschicht eingebaut,
a = 50 mm + 1/10 DN, min a = 100 mm
Es ist sicherzustellen, dass eine Belastung des Rohres
durch die Einbettung und Überschüttung erst nach aus-
reichendem Erhärten des Betons erfolgen kann. Die
Ausführung einer Betonbettung hat Einfluss auf die
relative Ausladung und muss bei der statischen Berech-
nung berücksichtigt werden.

Bei Einbau in Gräben wird empfohlen bis an die Gra-


benwand bzw. bis an die Trennschichten zum Verbau
zu betonieren.
≥a

Weiterhin ist eine Teil- oder Vollummantelung (vgl. Bild 9)


der Rohre möglich. Die konstruktive Gestaltung und die
Betongüte muss durch den Planer festgelegt werden.
OD

Bei biegeweichen Rohren muss zwischen Rohr und Be-


tonplatte eine Zwischenlage aus verdichtungsfähigem
nichtbindigem Material (vgl. Tabelle 1) mit einer Min-
destdicke der unteren Bettungsschicht entsprechend
a

Abschnitt 7.2.1 vorgesehen werden. Wird eine Beton-


ummantelung vorgesehen, muss diese so ausgeführt
werden, dass die gesamte statische Belastung von ihr Bild 9: Vollummantelung mit Beton, a = 1/4 DN,
aufgenommen werden kann. min a = 100 mm

34 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

7.3.2 Geokunststoffe Da diese selbstverdichtenden Verfüllmaterialien bezüglich


ihrer bodenmechanischen Eigenschaften und damit ihres
Bei dem Einbau von Rohrleitungen in weichen, schwer Einflusses auf das Rohr-Boden-System nicht durch die
entwässerbaren Böden kann eine Stabilisierung der Bodengruppen gemäß Arbeitsblatt ATV-DVWK-A 127
unteren Bettungsschicht erforderlich werden. In Bild 10 abgedeckt werden, muss ihre Eignung im konkreten An-
ist an der Grabensohle eine mit einem Geokunststoff wendungsfall unter Berücksichtigung der Interaktion mit
umhüllte stabilisierende Schicht aus grobkörnigem Ma- dem natürlichen anstehenden Boden gesondert untersucht
terial mit eingelagerter Dränung angeordnet. Da neben werden. Hierzu wird empfohlen, einen Sachverständigen
der Trenn- und Filterfunktion auch Zugkräfte aufge- für Geotechnik einzuschalten. Insbesondere müssen die
nommen werden sollen, bietet sich hierfür eine Kombi- folgenden bodenmechanischen Kennwerte vor Einbau des
nation aus Geogitter und Vliesstoff an. Materials durch den Planer vorgegeben werden:

• einaxiale Druckfestigkeit,
Ein Trenn- und Filtergeotextil verhindert das Einspülen
von Feinkornanteilen aus dem anstehenden feinkörnigen • Wichte des Bodens mit und ohne Grundwasser,
Boden in das grobkörnige Füllmaterial des Rohrgrabens
(Suffosion). Kriterien für die Auswahl des Geotextils • Scherparameter (Kohäsion, Reibungswinkel),
sind die Robustheitsklasse (Einbaubedingungen) und die • Verformungsmodul,
Filtereigenschaften (kf-Wert, Filterregel).
• Durchlässigkeit,
Nähere Angaben zu Trenn- und Filtertextilien siehe
• Filtereigenschaften,
FGSV 535 M GEOK E sowie ZTV E-StB 09. Eine geeignete
Maßnahme ist z. B. das teilweise oder gesamte Einhüllen • Porenvolumen,
der Leitungszone in unverrottbare Geokunststoffe.
• Quell- und Schwindeigenschaften.

Darüber hinaus müssen mindestens folgende Kriterien


untersucht werden:
Geotextil als
Trennlage und Filter
Sand • Auswirkungen der Inhaltsstoffe und der Eluate auf
anstehender Boden
Grundwasser und Boden,
Rohrgraben
• Lösbarkeit bei Aufgrabungen,
Geokunststoff
für Stabilisierungs-
schicht
• Dauerhaftigkeit,
Stabili-
sierungs- Dränrohr • zeitabhängiges Verformungsverhalten (beispielsweise
schicht „Schwinden“, „Kriechen“, Quellen),
• Langzeitverhalten,
Bild 10: Bauausführung mit Geokunststoffen
• Verträglichkeit der Inhaltsstoffe untereinander sowie
mit dem anstehenden Boden und dem Bauwerk Kanal.
7.3.3 Selbstverdichtende
Der Anwender des Verfahrens muss über ein Qualitäts-
Verfüllmaterialien sicherungssystem verfügen, alle Produktionsschritte in
Arbeitsanweisungen dokumentieren sowie ein adäquates
Zur Herstellung von Leitungszone und Hauptverfüllung
System zur Eigen- und Fremdüberwachung vorweisen.
stehen als Sonderverfahren fließfähige selbstverdichten-
Dies betrifft insbesondere den Nachweis der statisch
de Verfüllmaterialien zur Verfügung.
relevanten bodenmechanischen Kennwerte (siehe Ab-
schnitt 10.4). Für die Vorgehensweise bei geotechni-
Bestandteile neben Wasser können sein:
schen Untersuchungen ist in Anhang F ein Beispiel an-
• klassiertes mineralisches nichtbindiges oder auch gegeben.
bindiges Material (anstehender Grabenaushub, an-
dernorts gewonnenes Bodenmaterial oder Recyc- Da die fließfähigen Verfüllmaterialien im Einbauzustand
lingmaterial), keine oder eine nur sehr geringe Scherfestigkeit aufwei-
sen, besteht generell die Gefahr
• Zement,
• des Aufschwimmens mit der Folge von Lageabwei-
• Kalk und
chungen,
• plastifizierende und stabilisierende Zusatzstoffe.
• von Verformungen der einzubauenden Leitungen
und Kanäle,
Die Mischungszusammensetzung muss in Abhängigkeit
der Eigenschaften der Ausgangsstoffe und den Anforde- • von Beschädigungen der Anschlüsse und Anschluss-
rungen des Auftraggebers festgelegt werden. leitungen.

DWA-Regelwerk Januar 2010 35


DIN EN 1610 / DWA-A 139

In der Regel muss bei fließfähigen Verfüllmaterialien in 7.4.2 Arbeitsraum und Bodenverdichtung
Abhängigkeit dessen spezifischen Gewichtes eine Fixie-
rung der Leitungen, Kanäle und Anschlussleitungen in Die Herstellung des statisch erforderlichen Auflagerwin-
ausreichend kurzen Abständen erfolgen. kels (siehe Bild 4) und die Zwickelverdichtung mit ge-
eignetem Gerät erfordert eigenständige Festlegungen
Der Rückbau des Verbaues muss sowohl in der stati- zur Arbeitsraumbreite, sodass der erforderliche Aufla-
schen Berechnung des Verbaues als auch in der stati- gerwinkel erreicht und das Bauteil ausreichend unter-
schen Berechnung des Rohres berücksichtigt werden. stützt wird. Der Arbeitsraum ist auf die notwendigen
Arbeiten vom Planer festzulegen.
Der Verbau muss rechtzeitig entfernt werden, um eine
Verbauspur und evtl. Hohlräume hinter dem Verbau Die statische Berechnung nach Arbeitsblatt ATV-DVWK-
sicher und kraftschlüssig zu verfüllen. A 127 legt einen Auflagerwinkel für die Bauteile fest.
Die Dicke der verdichteten oberen Bettungsschicht ergibt
Neben den üblichen Vorerkundungsmaßnahmen muss den Auflagerwinkel.
der Leitungsgraben daraufhin untersucht werden, ob ein
Abfließen des Verfüllmaterials möglich ist (z. B. durch Die Rohrzwickel müssen in Abhängigkeit der Außen-
nichtverfüllte, außer Betrieb genommene Leitungen oder durchmesser der Bauteile mit einem Verfahren so ver-
Klüfte), um Folgeschäden zu vermeiden. dichtet werden, dass die in der Statik zugrunde gelegte
Verdichtung und der Auflagerwinkel erreicht werden.
Auf die Gefahr des Ertrinkens oder Versinkens von Per-
sonen während der Verfüll- und Aushärtungsphase wird
hingewiesen. Daher kommt der Sicherung der Baustelle 7.4.3 Kraftschluss zwischen Verbau
eine besondere Bedeutung zu. und Boden
Der Verbau muss den anstehenden Boden vollständig
7.4 Verbau – Wechselwirkungen zum und kraftschlüssig stützen (siehe DIN 4123, DIN 4124).
Rohr-Boden-System Dies gilt auch z. B. im Bereich kreuzender Leitungen.
Setzungen des seitlichen Bodens und der Oberflächen
müssen sicher vermieden werden. Die statische Berech-
7.4.1 Allgemeines nung nach Arbeitsblatt ATV-DVWK-A 127 berücksichtigt
den Verbau hinsichtlich möglicher Wechselwirkung aus
Der Einbau des Bodens, seine Verdichtung und der der Bodenverdichtung der Leitungszone und Hauptver-
Rückbau des Verbaues stehen in direktem Zusammen- füllung zum anstehenden Boden. Die möglichen Auswir-
hang mit den statischen Auswirkungen auf die einzu- kungen müssen sowohl bei der direkten Verdichtung
bauenden Bauteile, der Einhaltung von Höhen- und gegen den anstehenden Boden als auch bei einem nach
Seitenlage, sowie der Herstellung der Oberflächen und dem Rückbau entstehenden Spalt berücksichtigt werden.
deren vorgesehene Nutzung. Für den statischen Nach- Statische Berechnung und Bauausführung müssen über-
weis der Bauteile ist zu beachten, dass der Einsatz von einstimmen.
Verbaugeräten zu unterschiedlichen Randbedingungen
hinsichtlich der möglichen Bauzustände aus Ein- und Die nach Arbeitsblatt ATV-DVWK-A 127 zugrunde lie-
Rückbau führen kann. genden Randbedingungen sehen vor, dass innerhalb
einer Grabenbreite vom 4-fachen Außendurchmesser des
Außerdem muss beachtet werden, dass Standsicherheit Bauteils grundsätzlich die Grabenbedingungen gelten.
und Gebrauchstauglichkeit von benachbarten Gebäuden, Damit verbunden ist auch, dass die Verdichtung der
Leitungen, anderen Anlagen oder Verkehrsflächen nicht Leitungszone durch den Rückbau des Verbaues nicht
beeinträchtigt werden. weiter als rechnerisch angesetzt reduziert wird. Dies gilt
auch für den seitlichen Bettungsreaktionsdruck zwischen
Die Verdichtung des Bodens in der Leitungszone und der Bauteil und anstehendem Boden.
Hauptverfüllung sollte gegen den vorhandenen Boden
erfolgen. Abweichungen sind entsprechend zu berück-
sichtigen. 7.4.4 Einbringen und Rückbau
des Verbaues
Der Einsatz selbstverdichtender Verfüllstoffe in der Lei-
tungszone und Grabenverfüllung erfordert hinsichtlich Der Ein- und Rückbau des Verbaues muss so erfolgen,
des Verbaues, der Arbeitsschritte bei der Verfüllung, der dass nachteilige Auswirkungen auf bestehende Bauwer-
Sicherstellung von Form- und Kraftschluss zum anste- ke ausgeschlossen sind. Der Graben muss auch an den
henden Boden, der Vermeidung von Belastungsände- Stirnseiten gesichert sein. Die Arbeitsschutzregeln gelten
rungen in Längsrichtung besondere Überlegungen. Für für den gesamten Arbeitsbereich.
den Rückbau gelten grundsätzlich die in Abschnitt 7.4.3
gemachten Aussagen.

36 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Der Arbeitsraum seitlich des herzustellenden Bauwerks


muss für alle anfallenden Arbeiten uneingeschränkt zur
8 Einbau/Herstellen der
Verfügung stehen. Rohrleitung
Für den Rückbau des Verbaues ist insbesondere zu be- ANMERKUNG: Im Rahmen dieses Abschnitts schließt
achten: der Begriff „Rohre“ auch „Formstücke und andere
• Der Rückbau muss den Randbedingungen der stati- Rohrleitungsbauteile“ ein, falls nichts anderes ange-
schen Berechnung nach Arbeitsblatt ATV-DVWK- geben ist.
A 127 entsprechen.
• Lageveränderungen des Abwasserkanals müssen 8.0 Allgemeines
vermieden werden.
Arbeitsmittel zum Heben von Lasten müssen insbeson-
• Auswirkungen durch Bodenverbesserung/Bodenver- dere verhindern, dass die Lasten:
festigung.
• sich ungewollt gefährlich verlagern oder im freien
• Auflockerungen des Bodens unter dem Bauwerk und Fall herabstürzen oder
der Leitungszone dürfen nur soweit erfolgen, wie
diese in der statischen Berechnung berücksichtigt • unbeabsichtigt ausgehakt werden.
wurden.
Für Transport und Einbau der Rohre und Bauteile soll-
• Boden und Grundwasserverhältnisse sind hinsicht- ten daher formschlüssig wirkende Lastaufnahmemittel
lich der möglichen Auflockerungen des verdichteten
verwendet werden. Abweichend davon dürfen auch
Bodens beim Rückbau besonders zu beachten.
kraftschlüssig wirkende Lastaufnahmemittel verwendet
• Zwischen Verbau und Beton-Auflager in der Graben- werden, wenn der Aufenthalt von Personen im Gefah-
sohle sollte kein Kraft- oder Formschluss bestehen. renbereich sicher verhindert ist.

Die Statik des eingesetzten Verbaues muss für den Ein- Die Betriebsanleitungen für die Hebehilfen müssen ein-
zelfall überprüft werden. Für den Fall, dass Beton in der gehalten werden.
Leitungszone zum Nachweis der Aussteifung eingesetzt
wird, ist dieser Fall gesondert nachzuweisen. Die Einbauanleitungen der Hersteller für Rohre, Form-
stücke und andere Rohrleitungsbauteile müssen beach-
tet werden.

8.1 Vorarbeiten/Absteckung
Vor der Absteckung muss eine ausreichende Erkundung
durchgeführt werden, um die Lage von Rohren, Kabeln
oder sonstigen unterirdischen Einrichtungen sicher zu
erkennen. Falls die Ergebnisse dieser Untersuchung die
Richtung und Tiefenlage beeinflussen, ist der Planer
davon in Kenntnis zu setzen.

Mittellinie und Breite an der Oberkante des Grabens


müssen genau eingemessen, markiert und aufgezeichnet
werden.

Vorübergehend eingesetzte Absteckpflöcke müssen in


stabilen Positionen gesichert werden, um Lageänderun-
gen zu vermeiden.

DWA-Regelwerk Januar 2010 37


DIN EN 1610 / DWA-A 139

8.2 Lieferung, Be- und Entladen und Ein Beschädigen der Rohre, z. B. durch ungeeignete
Halte- oder Greifvorrichtungen, durch unzulässige Auf-
Transport auf der Baustelle hängung oder durch Stöße, muss unbedingt vermieden
werden.
Rohre, Rohrleitungsteile und Verbindungszubehör müs-
sen bei der Lieferung überprüft werden, um sicherzustel- Kann die Anwesenheit von Personen im Gefahrenbereich
len, dass sie ausreichend gekennzeichnet sind und mit hängender Lasten arbeitsbedingt nicht vermieden wer-
den Planungsanforderungen übereinstimmen. den – beispielsweise beim Einbau von Rohren und
Schachtfertigteilen – müssen geeignete Maßnahmen
Herstelleranweisungen sind einzuhalten. festgelegt und angewendet werden.

Bauprodukte müssen sowohl bei der Lieferung als auch


unmittelbar vor dem Einbau sorgfältig untersucht werden, 8.5 Verlegen/Einbau der Rohre
um sicherzustellen, dass sie keine Schäden aufweisen.

Bei Anlieferung müssen die Baustoffe und Bauteile auf 8.5.1 Allgemeines
Mängel geprüft werden. Dabei muss festgestellt werden,
ob die nach den jeweils geltenden Normen bzw. bauauf- Die Rohrverlegung sollte am unteren Ende der Leitung
sichtlichen Zulassungen vorgeschriebene Kennzeichnung beginnen, wobei die Rohre üblicherweise so verlegt
vorhanden ist. Es muss kontrolliert werden, ob die Liefe- werden, dass die Muffen zum oberen Ende weisen.
rung mit der Planungsvorgabe übereinstimmt.
Wenn die Arbeiten länger unterbrochen werden, sollten
die Rohrenden vorübergehend verschlossen werden.
8.3 Lagerung Schutzkappen sollten erst unmittelbar vor der Herstel-
lung der Rohrverbindung entfernt werden. Rohre sollten
Herstelleranweisungen und Anforderungen entspre- vor dem Eindringen von Material geschützt werden.
chender Produktnormen sind einzuhalten. Jegliches Material ist aus den Rohren zu entfernen.

Alle Materialien sollten in geeigneter Weise gelagert Falls eine Orientierung der Rohre notwendig ist, z. B.
werden, um sie sauber zu halten und Verunreinigungen durch Kennzeichnung des Rohrscheitels, ist diese bei der
oder Beschädigung zu vermeiden, z. B. Dichtmittel aus Verlegung einzuhalten.
Elastomeren sind sauber zu halten und, wo erforderlich,
gegen Ozonquellen (z. B. elektrische Geräte), Sonnen- Die Übereinstimmung von Lastannahmen der Planung
licht und Öl zu schützen. und Bauausführung ist zu prüfen. Bei Änderungen sind
gegebenenfalls neue statische Nachweise zu erstellen.
Rohre sind zu sichern, um Schäden durch Abrollen zu
vermeiden. Übermäßige Stapelhöhen sollten vermieden Folgende Arbeitsschritte sind für den Einbau von Rohren
werden, um die Rohre im unteren Teil des Stapels nicht (teilweise werkstoffabhängig) notwendig:
zu überlasten. Rohrstapel dürfen nicht in der Nähe offe-
ner Gräben angelegt werden. • Herstellen der Grabensohle,
• Herstellen der Bettungsschicht,
Rohre mit Außenschutz sind, wo erforderlich, auf Unter-
lagen zu lagern, die sie vom Boden fernhalten, um die • Anschlagen der Rohre mit geeigneten Lastaufnah-
Beschädigung des Außenschutzes und der Verbindungen memitteln,
zu vermeiden. Bei kaltem Wetter sollten alle Rohre auf • Ablassen in den Rohrgraben,
Unterlagen gelagert werden, um ein Festfrieren am
Boden zu verhindern. • zentrisches Zusammenfügen der Rohre,
• Verschweißen der Rohre,
8.4 Ablassen in den Rohrgraben • dauerhaft korrossionssicheres und dichtes Verschlie-
ßen der Aussparungen von Transport- und Einbau-
Aus Sicherheitsgründen und zur Vermeidung von Schä- ankern,
den sind geeignete Geräte und Verfahren für das Ablas-
sen der Bauteile in den Rohrgraben zu verwenden. • Unterstopfen des Zwickelbereichs und Fertigstellung
der oberen Bettungsschicht,
Rohre, Rohrleitungsteile, Dichtmittel und ggf. vorhan- • lagenweise Herstellung der Seitenverfüllung,
dener Außen- und Innenschutz müssen vor dem Ablas- Abdeckung und Hauptverfüllung.
sen in den Rohrgraben auf Beschädigungen geprüft
werden. Instandgesetzte Bauteile dürfen nur eingebaut
werden, wenn sie den Anforderungen der Planung ent-
sprechen.

38 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

8.5.2 Richtung und Höhenlage Es dürfen nur Geräte verwendet werden, die ein kontrol-
liertes zentrisches Zusammenführen der Rohre ermögli-
(Trassierung) chen um ein Abscheren der Dichtelemente oder Sprengen
der Rohrmuffe zu vermeiden. Das Zusammenschieben
Die Rohre sind genauestens nach Richtung und Höhen-
von Rohren mit dem Baggerlöffel ist wegen unkontrol-
lage innerhalb der durch die Planung vorgegebenen
lierbarer Kraftentfaltung und wegen möglicher Beschä-
Grenzwerte zu verlegen. Jede notwendige Nachbesse-
digungen nicht zulässig, es sei denn, der Rohrhersteller
rung der Höhenlage muss durch Auffüllen oder Abtragen
lässt dies für sein Produkt zu. Die speziellen Anforde-
der Bettung erfolgen, wobei sicherzustellen ist, dass die
rungen der Arbeitssicherheit müssen eingehalten wer-
Rohre letztendlich über ihre gesamte Länge aufgelagert
den. Nach dem Zusammenfügen muss die Höhenlage
sind. Abschließende Verlegekorrekturen dürfen niemals
kontrolliert und ggf. angepasst werden. Lagekorrekturen
durch örtliches Herummurksen erfolgen.
durch Drücken, Schieben oder Schlagen mit dem Bag-
gerlöffel o. a. schweren Baugeräten sind nicht zulässig.
Die Einflussfaktoren für Grenzwerte sind in Anhang H
beschrieben.
Elastomerdichtungen können auch bei Frost eingebaut
werden, solange sie die nötige Elastizität besitzen, was
in der Regel bis –10 °C der Fall ist. Die vom Hersteller
8.5.3 Verbindungen
angegebenen Temperaturbereiche müssen eingehalten
Endverschlüsse mit Schutzfunktion dürfen erst unmittel- werden. Lose Dichtungen können vor dem Einbau tem-
bar vor der Verbindung entfernt werden. Die Teile der periert werden.
Rohroberfläche, die mit den Verbindungsmaterialien in
Berührung kommen, müssen unbeschädigt, sauber und, Bei biegeweichen Rohren mit Steckverbindungen gelten
falls erforderlich, trocken sein. Steckverbindungen sind vorgenannte Festlegungen gleichermaßen.
mit den vom HersteIler empfohlenen Gleitmitteln und
Verfahren zu behandeln. Bei den Schweißverbindungen biegeweicher Rohre müs-
sen die Schweißfaktoren eingehalten werden und die
Wenn Rohre nicht manuell verbunden werden können, Verfahrensangaben der Hersteller beachtet werden.
sind geeignete Geräte zu verwenden. Falls notwendig,
sind die Rohrenden zu schützen. Die Rohre sollten unter
stetigem Aufbringen axialer Kräfte zwängungsfrei ver- 8.5.4 Aussparungen im
bunden werden, ohne die Bauteile zu überlasten. Die Verbindungsbereich
Richtungsgenauigkeit sollte geprüft und, falls erforder-
lich, nach dem Verbinden korrigiert werden. Beim Verlegen von Rohren sind Aussparungen vorzuse-
hen, damit die Verbindung bestimmungsgemäß herge-
Wo ein Spalt zwischen Spitzende und Muffe des folgen- stellt werden kann und das Rohr vor dem Aufliegen auf
den Rohres vorgegeben ist, sind die vom Hersteller an- der Verbindung geschützt wird. Die Aussparung sollte
gegebenen Grenzwerte einzuhalten. nicht größer sein als dies für die bestimmungsgemäße
Verbindung notwendig ist.
Beim Herstellen der Rohrverbindung muss bei biegestei-
fen Rohrwerkstoffen, in Abhängigkeit von der Verbin- Siehe DIN EN 1610 und Abschnitt 7.2.1 dieses Arbeits-
dungstechnik, eine Stoßfuge zwischen den Rohren von blattes.
mindestens 5 mm eingehalten werden.

Die maximale Stoßfuge wird vom Rohrhersteller ange- 8.5.5 Ablängen von Rohren
geben. Bei betrieblichen Notwendigkeiten (z. B. Berg-
Das Ablängen von Rohren sollte mit den vom Hersteller
senkungen) sollte der maximale Spalt – bei der die
empfohlenen, geeigneten Werkzeugen ausgeführt wer-
Dichtheit der Rohrverbindungen noch sichergestellt sein
den. Die Schnitte müssen so ausgeführt sein, dass die
muss – vom Auftraggeber unter Berücksichtigung der
Funktion der herzustellenden Verbindung sichergestellt
• betrieblichen Randbedingungen, ist. Geeignete Reparaturen von Außenschutz und Innen-
auskleidungen sind in Übereinstimmung mit den Her-
• Einbausituationen, stelleranweisungen auszuführen.
• Boden- und Grundwasserbedingungen,
vorgegeben werden.
8.5.6 Vorkehrungen für spätere
Anschlüsse
Die angegebene oder erforderliche Stoßfuge muss ein-
gehalten werden, um Beschädigungen an den Rohr- Rohrenden oder Abzweige, an denen spätere Anschlüsse
enden durch Zwängungen zu vermeiden bzw. um Deh- erst nach der Verfüllung durchgeführt werden, sind mit
nungen zu ermöglichen. dauerhaft wasserdichten Verschlüssen und, soweit er-
forderlich, mit geeigneten Befestigungen zu versehen.
Ihre Lage ist einzumessen und aufzuzeichnen.

DWA-Regelwerk Januar 2010 39


DIN EN 1610 / DWA-A 139

8.5.7 Zusätzliche Verlege-/Einbau- Mauerwerk muss aus Kanalklinker DIN 4051 mit Nor-
malmauermörtel – DIN V 18580 – NM III nach DIN EN
anleitungen 998-2 mit Bindemittel Zement DIN 1164-10 ausgeführt
werden.
Zusätzliche Verlegeanleitungen, vorrangig aus anderen
entsprechenden Normen sowie nachrangig des Rohrher-
stellers, sind einzuhalten. Fugen müssen so angeordnet und ausgebildet werden,
dass sie dauerhaft und wasserdicht sind.
Großrohre sollten am Einbaugerät hängend unterstopft
werden.
8.6.4 Rohrleitungen durch, unter oder
neben Bauwerken
8.5.8 Mechanisierter Einbau
Wo Rohrleitungen durch Bauwerke, einschließlich
Der teil- oder vollmechanisierte Rohreinbau ist grund- Schächte und Inspektionsöffnungen, verlegt werden,
sätzlich möglich. Auf das Merkblatt ATV-DVWK-M 160 sind Gelenkverbindungen in die Wand einzubauen oder
„Fräs- und Pflugverfahren für den Einbau von Abwasser- so dicht wie möglich an der Außenwand des Bauwerkes
leitungen und -kanälen“ wird verwiesen. anzuordnen, es sei denn, Rohrleitung und Bauwerk
bilden bautechnisch eine Einheit auf festem Fundament.
Bei mechanisiertem Einbau müssen insbesondere dessen Wo Rohrleitungen unter oder neben Bauwerken verlegt
Auswirkungen im Hinblick auf die Sicherstellung der werden, sollten ähnliche Vorkehrungen berücksichtigt
Lastannahmen (vgl. Abschnitt 4.2), die Baustoffe für die werden.
Leitungszone (vgl. Abschnitt 5.3) sowie die Verfüllung
des Rohrgrabens (vgl. Abschnitt 11) beachtet werden. Zusätzliche Gelenkigkeit darf durch den Einbau kurzer
Rohre oder Gelenkstücke ermöglicht werden. Die Länge
dieser Rohre und die Einzelheiten der Planung sollten
8.6 Besondere Bauarten auf Durchmesser und Art des Rohres und auf die Aus-
führung der Verbindungen bezogen werden. Für Rohre,
die durch ein Bauwerk führen, kann eine Manschette
8.6.1 Oberirdische Rohrleitungen oder eine entsprechende Mauerdurchführung erforder-
lich sein.
Einzelfallbezogene Planung und Ausführung sind für
oberirdische Rohrleitungen erforderlich (z. B. auf Stüt-
zen oder in Aufhängung). Rohrleitungen sollten gegen 8.7 Abstützung und Verankerung
alle schädigenden Umwelteinflüsse geschützt werden.
Besteht während des Einbaus das Risiko des Überflutens
und Aufschwimmens, sind Rohrleitungen durch geeigne-
8.6.2 Rohrleitungen in Schutzrohren te Auflasten oder durch Verankerung zu sichern. Sind im
Fall von Druckrohrleitungen Formstücke und Ventile
Unter besonderen Bedingungen, z. B. in Wassergewin-
nicht längskraftschlüssig eingebaut, müssen diese so
nungsgebieten oder auf Industriegrundstücken, kann es
gesichert werden, dass die auftretenden Kräfte aufge-
erforderlich sein, Abwasserleitungen in Schutzrohren zu
nommen werden können. Weitere Einzelheiten siehe
verlegen. Das Schutzrohr und die Abwasserleitung sind
getrennt zu prüfen. prEN 805.

Im Falle von Abwasserleitungen in Durch- und Unterfüh- ANMERKUNG: Diese Kräfte können eine erhebliche
rungen kann auf die Dichtheitsprüfung der Durch- und Größenordnung erreichen.
Unterführung verzichtet werden.
Im Falle von Freispiegelentwässerungsleitungen kann es
erforderlich sein, Formstücke während der Wasserdicht-
8.6.3 Mauerwerk- und Ortbeton-Kanäle heitsprüfung nur zeitweise zu sichern.

Für Mauerwerk- und Ortbeton-Kanäle sind einzelfallbe- Zusätzliche Kräfte, die bei Leitungen in Aufhängung und
zogene Planung und Herstellung erforderlich. an Steilstrecken auftreten können, sollten konstruktiv
berücksichtigt werden, z. B. durch die Ausbildung eines
Es muss Beton mit hohem Wassereindringwiderstand Betonauflagers, einer Betonummantelung oder durch
nach DIN EN 206-1 in Verbindung mit DIN 1045-2 ver- Sperrriegel, die gleichzeitig als Schutz gegen Ausspülung
wendet werden, der eine Widerstandsfähigkeit gegen oder Dränwirkung der Bettung wirken. Falls notwendig,
eine chemisch mäßig angreifende Umgebung (Expositi- sind Bodenuntersuchungen durchzuführen.
onsklasse XA2 nach DIN EN 206-1) aufweisen muss.

40 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

8.8 Schächte und Mit der Rohrleitung sollten die Anschlüsse hergestellt
werden. Hierbei müssen auch die Beanspruchungen aus
Inspektionsöffnungen dem künftigen Betrieb berücksichtigt werden.
Schächte und Inspektionsöffnungen müssen entspre-
Nachträglich herzustellende Anschlussöffnungen müssen
chend der Prüfung nach Abschnitt 13 dicht sein und mit
mit einem geeigneten Kernbohrgerät hergestellt werden.
den Planungsanforderungen übereinstimmen.
Werkzeuge und Verfahren müssen systemkonform aus-
gewählt und eingesetzt werden. Bewehrungsstähle müs-
Vorgefertigte Bauteile sind entsprechend den ergänzen-
sen vor Korrosion geschützt werden. Die Dichtheit des
den Herstelleranweisungen zusammenzusetzen und
Anschlusses muss dauerhaft sichergestellt sein. Herstel-
einzubauen.
leranleitungen müssen beachtet werden.
Ergänzend zu den Aussagen aus DIN EN 1610 Abschnitt
Die Art und konstruktive Ausbildung der Anschlüsse
8.8 müssen das Arbeitsblatt ATV-DVWK-A 157 und das
muss der Planer vorgeben. Speziell im Bereich von An-
Merkblatt DWA-M 158 beachtet werden.
schlüssen muss besonders verdichtet werden. Die Sohle
des Anschlusses sollte zwischen Kämpfer und Scheitel
des Hauptrohres und über dem Wasserspiegel bei Tro-
9 Anschlüsse an Rohre ckenwetterabfluss liegen. Insbesondere bei begehbaren
Kanälen müssen die betrieblichen Belange (z. B. Höhe
und Schächte des Anschlusspunktes) berücksichtigt werden.

Anschlussleitungen müssen so hergestellt und ange-


9.1 Allgemeines schlossen werden, dass sie Bewegungen aufnehmen
können. Mögliche Setzungen und die daraus resultie-
Für Anschlüsse an Rohre und Schächte sind vorgefertig-
renden Lasten im Anschlussbereich müssen berücksich-
te Bauteile zu verwenden.
tigt werden.

Falls ein Anschluss erst für eine spätere Nutzung vorge-


Die Regelungen des Arbeitsblattes ATV-DVWK-A 157 und
sehen ist, wird auf 8.5.6 verwiesen.
des Merkblattes DWA-M 158 müssen beachtet werden.

Wo Anschlüsse an Rohre und Schächte auszuführen


Angaben zur Art der Anschlüsse können den Abschnitten
sind, ist sicherzustellen, dass:
9.2 bis 9.6 sowie 8.6.4 der DIN EN 1610 entnommen
– die Tragfähigkeiten der zusammengeführten Rohrlei- werden.
tungen nicht überschritten wird;
– das anzuschließende Rohr nicht über die innere 9.2 Anschluss durch Abzweig
Oberfläche des Rohrs oder Schachts, woran es ange-
schlossen wird, hinausragt; Der Abzweig sollte im geeigneten Winkel eingebaut
werden, um die ankommende Rohrleitung aufzuneh-
– der Anschluss in Übereinstimmung mit Abschnitt 13
men. Wo ein Abzweig in eine vorhandene Rohrleitung
dicht hergestellt wird.
eingesetzt werden muss, kann es notwendig sein, ein
oder mehrere Rohre, in Abhängigkeit von Material, der
Um die oben genannten Bedingungen zu erfüllen, kann
Länge, den Abzweigtypen und der Bettung, im Betrieb
es zum Beispiel erforderlich sein, die Rohrleitung im
zu unterbrechen oder zu entfernen. Um den Zusammen-
Bereich der Anschlüsse zu verstärken, oder den Rohrab-
halt der Rohrleitung zu erhalten, sollten nur notwendige
schnitt durch ein neues Bauwerk, z. B. durch einen
Rohrlängen entfernt werden, um den Abzweig in die
Schacht, zu ersetzen.
Rohrleitung einzusetzen.
Verfahren zur Herstellung von Anschlüssen sind in 9.2,
Die Ausführung kann den Einbau eines kurzen Rohrstü-
9.3, 9.4 und 9.5 beschrieben. Die Wahl des Verfahrens
ckes zusätzlich zum Abzweig erfordern. Unabhängig
hängt ab von den Anforderungen des Betreibers, dem
davon, ob Steckverbindungen oder Überschiebmuffen
Rohrdurchmesser und dem Rohrwerkstoff.
benutzt werden, müssen sie zur Rohrleitung passend
sein, die genaue Lage und Position sicherstellen und
Weitere Verfahren zur Herstellung von Anschlüssen funktionierende Abdichtung ermöglichen.
können verwendet werden, vorausgesetzt, sie stellen
einen qualitativ gleichwertigen Anschluss sicher.

DWA-Regelwerk Januar 2010 41


DIN EN 1610 / DWA-A 139

9.3 Anschluss durch 10 Prüfung während


Anschlussformstücke
der Verlegung/
Anschlussformstücke sind Bauteile, die in kreisförmige,
in die Rohrwand gebohrte Öffnungen eingesetzt werden
des Rohreinbaues
und eine dichte Verbindung ergeben. Das Rohr ist mit
einem Bohrwerkzeug aufzuschneiden, um ein Rundloch Die Überwachungen/Prüfungen nach Abschnitt 12 kön-
passend zum Anschlussformstück zu erhalten, wobei nen, falls erforderlich, auch während der Verlegung
darauf zu achten ist, dass kein unerwünschtes Material durchgeführt werden.
in das Rohr gelangt.
Falls gefordert, ist eine erste Dichtheitsprüfung vor dem
Das Anschlussformstück sollte in der oberen Hälfte des Einbringen der Verfüllung durchzuführen. Die Kontrolle
Rohrumfangs angeordnet werden, vorzugsweise im der Verdichtung der Seitenverfüllung und der Hauptver-
Winkel von 45° zur Lotrechten auf der Längsachse des füllung (siehe 11.1) während des Arbeitsfortschritts wird
Rohres. empfohlen.

Einzelheiten des Einbaus von Anschlussformstücken sind


den Herstelleranleitungen zu entnehmen. 10.1 Allgemeines
Zur Sicherstellung einer fach- und normgerechten Bau-
9.4 Anschluss durch Sattelstücke ausführung sollten die nach Abschnitt 12 geforderten
Prüfungen während des Einbaus der Rohre und Form-
Sattelstücke sind Bauteile mit dichten Verbindungen stücke laufend durchgeführt werden. Die nachfolgend
zwischen der Außenfläche der Rohre und der Innenflä- aufgeführten Prüfungen müssen im Zuge des Einbaus
che des Sattelflanschs. Die Öffnung In der Wand des der Rohre und Formstücke erfolgen. Dies kann im
Rohres passt zu dem zu verwendenden Sattelstück und Rahmen der Eigen- und Fremdüberwachung bei der
wird durch Bohren, Kernbohren oder wenn möglich, mit gütegesicherten Bauausführung erfolgen.
einer geeigneten Säge und passender Schablone herge-
stellt, wobei darauf zu achten ist, dass kein unerwünsch- Durchgeführte Prüfungen müssen dokumentiert werden.
tes Material in das Rohr gelangt. Diese Dokumentation muss dem Auftraggeber bzw.
seinem Vertreter vorgelegt und durch ihn abgezeichnet
Das Sattelstück sollte in der oberen Hälfte des Rohrum- werden.
fangs angeordnet werden, vorzugsweise im Winkel von
45° zur Lotrechten auf der Längsachse des Rohres.
10.2 Sichtprüfungen
Einzelheiten des Einbaus von Sattelstücken sind den
Die Sichtprüfung an Bauteilen und Einbauhilfsmitteln
Herstelleranleitungen zu entnehmen.
beinhaltet u. a.:
• Alle Baustoffe, Bauteile und Baubehelfe auf Ver-
9.5 Anschluss durch Schweißen tragskonformität,

Falls Anschlüsse durch Schweißen herzustellen sind, sind • Bauteile, Rohre, Formstücke, Auskleidungen,
ergänzende Hinweise des Rohrherstellers einzuhalten. Beschichtungen und Anstriche auf Beschädigung,
• Funktionskontrolle der Geräte zum Einbau der Rohre
und der Baubehelfe,
9.6 Anschluss an Schächte und
Inspektionsöffnungen • laufende Kontrolle und ggf. Justierung der
Lasereinstellung,
Die in 9.3, 9.4 und 9.5 beschriebenen Verfahren sind • Richtung, Höhenlage und Gefälle der Rohre,
teilweise auch für Anschlüsse an Schächte und Inspekti- Formstücke und Bauteile,
onsöffnungen anwendbar. Die Position des Anschlusses
muss mit den Planungsanforderungen übereinstimmen. • Ausführung der Rohrverbindungen,
• Ausführung der Anschlüsse für Grundstücksentwäs-
Anschlüsse an Schächte und Inspektionsöffnungen müs-
serung und Straßenabläufe,
sen so hergestellt werden, dass sie Setzungsbewegungen
sicher aufnehmen können, ohne dass Undichtheiten im • Verschluss der Aussparungen für Transportanker.
Verbindungsbereich und unzulässige Rohrbelastungen
auftreten. Vor dem Einbringen der Seitenverfüllung muss die Rohr-
leitung nochmals auf ihre planmäßige Lage geprüft
werden.

42 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

10.3 Prüfung der Dichtheit 10.4.3 Kontrollprüfungen


Sofern Dichtheitsprüfungen in der Bauphase stattfinden, Die Prüfungen müssen gemäß ZTV E-StB 09, durchge-
sind diese mit Wasser oder Luft gleichermaßen möglich. führt werden.
Sie ersetzen nicht die Abnahmeprüfung. Die Prüfkriteri-
en sind identisch (siehe Abschnitt 13). Demnach werden die Prüfungen unterschieden nach:
• Eignungsprüfungen,
10.4 Prüfung der Erdarbeiten • Eigenüberwachungsprüfungen des Auftragnehmers,
• Fremdprüfung des Auftraggebers.
10.4.1 Allgemeines
Als Prüfmethode muss die Methode M 3: Vorgehenswei-
Das nachfolgend beschriebene Qualitätssicherungskon- se zur Überwachung des Arbeitsverfahrens gemäß
zept, welches sich an die Methode M 3 gemäß ZTV E- ZTV E-StB 09, gewählt werden.
StB 09, anlehnt, muss angewandt werden.
Die vereinbarte Arbeitsweise ist einzuhalten und umfasst
Hinweise auf den Einsatz ergänzender geophysikalischer insbesondere folgende visuelle Prüfungen:
Messverfahren liefert das Merkblatt DWA-M 149-4.
• Tragfähigkeit der Grabensohle,
Die Durchführung der Prüfungen kann durch den quali- • trockene Grabensohle,
fizierten Auftragnehmer selbst oder durch Dritte erfol-
gen, die über entsprechende Kenntnisse verfügen. • Verbau bzw. Abböschung der Grabenwand,
• Arbeitsraum,
10.4.2 Qualitätssicherungskonzept • Wassergehalt der Füllböden,

Der Auftragnehmer (AN) muss die vertraglich vereinbarte • Verdichtung der Rohrzwickel,
Qualität der Erdarbeiten sicherstellen und nachweisen. • Schütthöhen.

Die Qualitätssicherung sollte folgende Elemente beinhalten: Im Weiteren sind Einzelversuche zur Beurteilung der mit
• Eignungszeugnisse der Erdbaustoffe einschließlich dem Arbeitsverfahren erzielten Verdichtungsqualität
des Nachweises der Umweltverträglichkeit gemäß erforderlich.
den Mindestanforderungen der Länderarbeitsge-
meinschaft Abfall (LAGA), Kontrolle der Erdbaustof- Beim Einsatz indirekter Prüfverfahren (z. B. Dynami-
fe auf Übereinstimmung mit den Eignungszeugnis- scher Plattendruckversuch nach TP BF-StB 92 Teil 8.3,
sen. Rammsondierungen nach DIN EN ISO 22476-2) sollte
im Zuge der Probeverdichtungen zu Beginn der Kanal-
• Erstellung einer Arbeitsanweisung durch den AN. baumaßnahmen durch Kalibrierversuche der Zusam-
• Probeverdichtungen zu Beginn der Baumaßnahme. menhang zwischen dem Ergebnis des gewählten Prüf-
verfahrens und dem Anforderungswert ermittelt werden.
• Korrelation der Probeverdichtung zu den Prüfmetho-
den. Ist dies nicht erforderlich oder nicht möglich, können
auf Erfahrungen beruhende Richtwerte für das Prüfver-
• Verdichtungsprüfungen im Zuge des Baufortschritts.
fahren als Grundlage für die Prüfungen einvernehmlich
• Eigenüberwachungs- und Fremdprüfungen in Art zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer vereinbart
und Umfang gemäß den Anforderungen der ZTV E- werden.
StB 09, der ZTV A-StB 97/06.
Rammsondierungen sind im Rahmen der Abschlussun-
• Die Ergebnisse der Eigen- und Fremdprüfung ein-
tersuchung zum Nachweis einer einheitlichen Verdich-
schließlich der Prüfprotokolle sind umgehend (Emp-
tungsqualität sinnvoll.
fehlung: zu den laufenden Baubesprechungen) dem
Auftraggeber bzw. dessen Vertreter zu übergeben.
Der Abstand der Prüfpunkte sollte bei Rohrleitungs-
gräben jeweils 25 m in der Leitungszone und Hauptver-
Dem Auftraggeber obliegt die Kontrolle der qualitätssi-
füllungszone nicht überschreiten.
chernden Maßnahmen auch hinsichtlich der Wiederver-
wendung und Entsorgung von Böden (Verwertung,
Beseitigung).

DWA-Regelwerk Januar 2010 43


DIN EN 1610 / DWA-A 139

eine einheitliche Verdichtung im Bereich der gesamten


11 Verfüllung des Leitungszone sichergestellt werden.
Leitungsgrabens
Die Rohrgrabenverfüllung im Straßenraum muss – als
Planum des Straßenoberbaus – die Tragfähigkeitsanfor-
Der Einbau von Seitenverfüllung und Hauptverfüllung darf
derungen der ZTV A-StB97/06, ZTV E-StB 09, RStO 01
erst vorgenommen werden, wenn die Rohrverbindungen
und ZTV SoB-StB 04 erfüllen.
und die Bettung zur Aufnahme von Lasten bereit sind.

Die Herstellung der Leitungszone und der Hauptverfül- 11.2 Ausführung der Leitungszone
lung sowie die Entfernung des Verbaus (Pölzung) sollte
so ausgeführt werden, dass die Tragfähigkeit der Rohr- Die Leitungszone sollte so ausgeführt werden, dass das
leitung den Planungsanforderungen entspricht. Eindringen anstehenden Bodens oder die Verlagerung
von Material der Leitungszone in den anstehenden Bo-
den hinein verhindert wird. Unter Umständen kann die
11.0 Allgemeines Verwendung von Geotextilien oder Filterkies zur Siche-
rung der Leitungszone, insbesondere im Grundwasserbe-
Die Verfüllung besteht aus der Seitenverfüllung, der
reich, erforderlich sein.
Abdeckung innerhalb der Leitungszone sowie der
Hauptverfüllung (siehe Bild 1).
Falls fließendes Grundwasser feine Bodenbestandteile
transportieren kann, oder der Grundwasserspiegel sich
Soll der anstehende Boden wieder eingebaut werden,
senkt, sind geeignete Maßnahmen zu treffen.
muss dessen Eignung geprüft werden (siehe Abschnitt
5.3.2). Gegebenenfalls muss der Aushubboden für den
Bettung, Seitenverfüllung und Abdeckung sind entspre-
Wiedereinbau verbessert werden.
chend den Planungsanforderungen auszuführen. Die
Leitungszone sollte gegen jede vorhersehbare schädliche
Insbesondere müssen Füllböden vor Witterungseinflüs-
Veränderung ihrer Tragfähigkeit, Standsicherheit oder
sen geschützt werden. Die Wiederverwendung von Bö-
Lage geschützt werden, die ausgelöst werden könnte
den mit erhöhten Feinkornanteilen (V2- und V3-Böden)
durch:
wird nicht empfohlen.
• Entfernung des Verbaus (Pölzung);

11.1 Verdichtung • Grundwassereinwirkungen;


• andere angrenzende Erdarbeiten.
Der Grad der Verdichtung muss mit den Angaben in der
statischen Berechnung für die Rohrleitung übereinstim- Falls Teile einer Rohrleitung verankert oder verstärkt
men. Der erforderliche Verdichtungsgrad ist mittels werden müssen, ist dies vor dem Einbau der Leitungszo-
einer gerätespezifischen Vorschrift (Verdichtungsgeräte) ne auszuführen.
zu prüfen oder, falls erforderlich, durch Messung nach-
zuweisen.
Während des Einbaus der Leitungszone sollte besonders
beachtet werden:
Die Verdichtung der Abdeckung direkt über dem Rohr
sollte, falls gefordert, von Hand erfolgen. Die mechani- • die Richtung und Höhenlage der Rohrleitung dürfen
sche Verdichtung der Hauptverfüllung direkt über dem nicht verändert werden;
Rohr sollte erst erfolgen, wenn eine Schicht mit einer
• die obere Bettungsschicht ist sorgfältig einzubauen
Mindestdicke von 300 mm über dem Rohrscheitel einge-
um sicherzustellen, dass die Zwickel unter dem Rohr
bracht worden ist. Die erforderliche Gesamtdicke der
mit verdichtetem Material verfüllt sind.
Schicht direkt über dem Rohr bevor mit mechanischer
Verdichtung begonnen werden darf, hängt von der Art
des Verdichtungsgerätes ab. Die Wahl des Verdichtungs- Das Bettungsmaterial muss beiderseits der Rohrleitung
gerätes, die Zahl der Verdichtungsdurchgänge und die zu gleichmäßig in Lagen angeschüttet und sorgfältig ver-
verdichtende Schichtdicke ist abzustimmen auf das zu dichtet werden. Schütthöhe, Material und das zum Ein-
verdichtende Material und die einzubauende Rohrleitung. satz kommende Verdichtungsgerät müssen aufeinander
abgestimmt werden. Schütthöhe und Anzahl der Über-
gänge können für gängige Verdichtungsgeräte den Er-
Verdichten der Hauptverfüllung oder Seitenverfüllung
fahrungswerten aus Tabelle 2 entnommen werden. Sie
durch Einschlämmen ist nur in Ausnahmefällen zulässig,
können je nach Bodenzustand über- oder unterschritten
und dann nur bei geeigneten, nichtbindigen Böden.
werden. In Abhängigkeit von Geräteart (Dienstgewicht),
Bodenart und Schütthöhe können sich auch größere
Die häufigsten Ursachen für Schäden an den Rohren sind
Einwirktiefen und damit höhere Mindestüberdeckungen
die von der Planung abweichende Verdichtung der
ergeben. Genaue Werte können nur mittels einer Probe-
Rohrbettung, Seitenverfüllung und Abdeckung. Um
verdichtung festgestellt werden.
Lastkonzentrationen auf das Rohr zu vermeiden, muss

44 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Im Bereich der Seitenverfüllung darf nur von Hand oder 11.4 Entfernen/Rückbau des Verbaus
mit leichten Verdichtungsgeräten verdichtet werden. Die
in DIN EN 1610 in den Tabellen 1 und 2 angegebenen (Pölzung)
Grabenbreiten sind Mindestwerte, die beim Einsatz von
Verdichtungsgeräten für die Verdichtung der Seitenver- Die Entfernung des Verbaus (Pölzung) sollte während der
füllung unter Umständen in Abhängigkeit vom Gerät Herstellung der Leitungszone fortschreitend erfolgen.
entsprechend vergrößert werden müssen. Es ist darauf
zu achten, dass die Rohrleitung in ihrer Lage verbleibt. ANMERKUNG: Das Entfernen des Verbaus (Pölzung)
aus der Leitungszone oder darunterliegenden Berei-
Bei Ausführung von Betonauflagern und -ummantelun- chen nachdem die Hauptverfüllung eingebaut wur-
gen sowie bei Bauwerken aus Beton oder Mauerwerk, de, kann zu ernsthaften Folgen für die Tragfähigkeit,
darf mit der Seitenverfüllung erst begonnen werden, Richtung und Höhenlage führen.
wenn der Beton bzw. der Fugenmörtel eine ausreichen-
de Festigkeit erreicht hat. Wo das Entfernen des Verbaus (Pölzung) vor Fertigstel-
lung der Verfüllung nicht möglich ist, z. B. Spundwände,
In Sonderfällen, z. B. bei beengten Grabenverhältnissen, Verbausysteme, sind besondere Maßnahmen erforder-
die keine ausreichende Verdichtung der Bettung und lich, z. B.:
Seitenverfüllung zulassen oder wenn kein geeignetes
Material für die Leitungszone zur Verfügung steht, kann – besondere statische Berechnung;
die Rohrleitung teilweise oder ganz mit hydraulisch – Verbleiben von Teilen des Verbaus (Pölzung) im
gebundenem Material (z. B. Bodenmörtel gemäß Ab- Boden;
schnitt 7.3.3, Dämmer, Beton) gebettet werden. Hori-
zontale oder vertikale Lageänderungen müssen durch – besondere Wahl des Baustoffes für die Leitungszone.
geeignete Maßnahmen vermieden werden.
Der Verbau darf nur rückgebaut werden, soweit er durch
Die Dicke der Abdeckung über der Rohrleitung sollte im das Verfüllen oder andere Baumaßnahmen entbehrlich
Regelfall 30 cm, mindestens aber 15 cm über dem Rohr- geworden ist (siehe DIN 4124 und Abschnitt 7.4).
schaft bzw. 10 cm über der Rohrverbindung betragen.
Die Verdichtung darf in diesem Bereich nur mit Hand- Beim Rückbau des Verbaues muss darauf geachtet wer-
stampfern oder mit geeigneten leichten Verdichtungsge- den, dass durch die Verdichtung des Verfüllbodens eine
räten ausgeführt werden. Verbindung mit dem gewachsenen Boden der Graben-
wand entsteht. Dies wird sichergestellt, wenn der Ver-
bau vor dem Verdichten der jeweiligen Schütthöhe ge-
11.3 Ausführung der Hauptverfüllung zogen wird. Wenn in bestimmten Situationen ein
Rückbau während des Verfüllens nicht möglich ist, müs-
Die Hauptverfüllung ist entsprechend den Planungsan-
sen geeignete Verfahren zum Verfüllen der Hohlräume
forderungen auszuführen, um Oberflächensetzungen zu
vermeiden. Besondere Beachtung sollte der Entfernung (z. B. Einbringen von Dämmer) angewendet werden.
des Verbaus (Pölzung) gewidmet werden.
Der Rückbau des Verbaues muss sowohl in der stati-
Zur Vermeidung von Setzungen muss die Hauptverfüllung schen Berechnung des Verbaues als auch in der stati-
lagenweise eingebaut werden, so dass eine ausreichende schen Berechnung des Rohres berücksichtigt werden.
Verdichtung sichergestellt ist. Höhere Werte als in der
statischen Berechnung gefordert, können sich nach ande-
ren Vorschriften, z. B. der ZTV E-StB 09, ergeben. 11.5 Wiederherstellung der Oberfläche
Schlagartiges Einfüllen großer Erdmassen ist unzulässig. Nach Abschluss der Verfüllung sind die Oberflächen wie
gefordert wiederherzustellen.
Schütthöhe und Anzahl der Übergänge können für gän-
gige Verdichtungsgeräte den Erfahrungswerten aus Art und Umfang der Wiederherstellung der Oberflächen
Tabelle 2 entnommen werden. müssen in der Planung festgelegt werden.

Der Einsatz von Fallgewichten sowie eine Verdichtung


der Hauptverfüllung durch Schlagen oder Drücken mit
dem Baggerlöffel sind unzulässig.

Das Befahren des Einflussbereiches der überschütteten


Rohrleitung mit schweren Baugeräten und Fahrzeugen
sowie die Lagerung von Bodenaushub über der Leitung
sind nicht erlaubt, sofern entsprechende Lastzustände
nicht in der statischen Berechnung berücksichtigt wur-
den. Dies gilt insbesondere bei Rohrleitungen mit gerin-
ger Überdeckung.

DWA-Regelwerk Januar 2010 45


DIN EN 1610 / DWA-A 139

12 Abschlussuntersuchung 12.2 Dichtheit


und/oder -prüfung von Die Dichtheit der Rohrleitung einschließlich der An-
Rohrleitungen und schlüsse, Schächte und Inspektionsöffnungen ist nach
Abschnitt 13 oder Abschnitt 14 zu prüfen.
Schächten nach Verfüllung
Die Prüfung der Dichtheit der Rohrleitung einschließlich
Nach Abschluss der Verlegung sind geeignete Unter- der Anschlüsse, Schächte und Inspektionsöffnungen
suchungen und/oder Prüfungen in Übereinstimmung erfolgt in Umsetzung der DIN EN 1610 Abschnitt 13 und
mit 12.1 bis 12.3 durchzuführen. 14 nach den zusätzlichen Festlegungen dieses Arbeits-
blattes (Abschnitt 13).

12.0 Allgemeines Die Dichtheitsprüfung sollte haltungsweise als Rohrlei-


tungsprüfung durchgeführt werden. Die Dichtheitsprü-
Nach Ausführung der Hauptverfüllung und Rückbau der fung kann mit Begründung auch als Einzelverbindungs-
Baugrubensicherung muss die gesamte Kanalbaumaß- prüfung erfolgen.
nahme auf Übereinstimmung mit DIN EN 1610 Ab-
schnitt 12.1 bis 12.3 und den Festlegungen dieses Wegen der besonderen baulichen Gegebenheiten kön-
Arbeitsblattes vom Auftraggeber überprüft und abge- nen für Rohre > DN 1000 und zugehörige Bauwerke Art
nommen werden. und Umfang der Prüfung im Einzelfall projektbezogen
festgelegt werden.
Der Auftraggeber muss im Rahmen der Ausführungspla-
nung festlegen, welche Prüfungen er selbst durchführt 12.3 Leitungszone und Hauptverfüllung
oder von einem von ihm Beauftragten durchführen lässt.
Die geforderte Ausführung der Leitungszone kann durch
Prüfung der Verdichtung und/oder der Rohrverformung
12.1 Sichtprüfungen und Messungen nachgewiesen werden; die der Hauptverfüllung durch
Prüfung der Verdichtung.
Die Sichtprüfung umfasst:
– Richtung und Höhenlage;
12.3.0 Allgemeines
– Verbindungen;
In Ergänzung zu den Prüfungen während des Baus, muss
– Beschädigung oder Deformation;
die Ausführung des Erdbaues in der Leitungszone und im
– Anschlüsse; Bereich der Hauptverfüllung durch Prüfung der Verdich-
tung auf Übereinstimmung mit den Planvorgaben bzw.
– Auskleidungen und Beschichtungen. der statischen Berechnung nachgewiesen werden.

Für Abnahmeprüfungen müssen bei allen Kanälen und


Leitungen die in Abschnitt 12.1 der DIN EN 1610 sowie 12.3.1 Verdichtung
die in Abschnitt 10 dieses DWA-Arbeitsblattes aufgeführ-
ten Nachweise erbracht werden. Die Nachweise müssen Wenn gefordert, ist der Grad der Verdichtung der Bet-
auf Übereinstimmung mit den Planvorgaben sowie auf tung, der Seitenverfüllung, der Abdeckung und der
Übereinstimmung mit den vertraglichen Vereinbarungen Hauptverfüllung in Übereinstimmung mit 11.1 zu prüfen.
geprüft werden. Das Ergebnis muss protokolliert werden.
Der Verdichtungsgrad in der Leitungszone und Haupt-
Bei nicht begehbaren Rohrleitungen müssen Kanal- verfüllung muss nachgewiesen werden.
Kameras eingesetzt werden (siehe DIN EN 13508-2 in
Verbindung mit Merkblatt DWA-M 149-2 und ATV- Abnahmekriterien sind die der statischen Berechnung zu
M 143-2). Werden spezielle Nachweise über Maße Grunde gelegten Bodenkennwerte oder die Anforderun-
(Rissbreiten, Stoßfugen, Versätze, Verformungen etc.) gen der ZTV E-StB 09.
gefordert, ist dafür eine Kamera mit integrierter Mess-
technik und automatischer Aufzeichnung einzusetzen. Das Merkblatt DWA-M 149-4 beschreibt geophysikali-
sche Messverfahren, die zukünftig durch die Kombinati-
on von Messungen im Kanal und von der Oberfläche aus
eine kontinuierliche Überprüfung der Verdichtung im
gesamten Rohrgraben ermöglichen sollen.

46 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

12.3.2 Rohrverformung 13 Verfahren und


Wenn gefordert, ist die vertikale Veränderung im Anforderungen für die
Durchmesser auf Übereinstimmung mit der statischen
Berechnung zu prüfen.
Dichtheitsprüfung von
Freispiegelleitungen
Bei biegeweichen Rohren muss die Verformung auf
Übereinstimmung mit der statischen Berechnung geprüft
werden. Die Verformung darf die in der Statik ausgewie- 13.1 Allgemeines
senen Werte der Kurz- sowie Langzeitverformung (siehe
Arbeitsblatt ATV-DVWK-A 127) nicht überschreiten. Die Die Prüfung auf Dichtheit von Rohrleitungen, Schächten
Ergebnisse der Verformungsmessung müssen protokol- und Inspektionsöffnungen ist entweder mit Luft (Verfah-
liert werden. Unmittelbar vor der Prüfung muss die zu ren „L“) oder mit Wasser (Verfahren „W“) wie in Bild 6 –
untersuchende Rohrleitung oder Teilstrecke gereinigt DIN EN 1610 und Bild 7 – DIN EN 1610 dargestellt,
werden. durchzuführen. Die getrennte Prüfung von Rohren und
Formstücken, Schächten und Inspektionsöffnungen, z. B.
Rohre mit Luft und Schächte mit Wasser, darf erfolgen.
Im Falle von Verfahren „L“ ist die Anzahl der Korrek-
turmaßnahmen und Wiederholungsprüfungen bei Ver-
sagen unbegrenzt. Im Falle einmaligen oder wiederhol-
ten Nichtbestehens der Prüfung mit Luft ist der
Übergang zur Prüfung mit Wasser zulässig, und das
Ergebnis der Prüfung mit Wasser ist dann allein ent-
scheidend.

Steht während der Prüfung der Grundwasserspiegel


oberhalb des Rohrscheitels an, darf eine Infiltrationsprü-
fung mit fallbezogenen Vorgaben durchgeführt werden.

Eine Vorprüfung kann vor Einbringen der Seitenverfül-


lung durchgeführt werden. Für die Abnahmeprüfung ist
die Rohrleitung nach Verfüllen und Entfernen des
Verbaus (Pölzung) zu prüfen; die Wahl der Prüfung mit
Luft oder Wasser darf durch den Auftraggeber bestimmt
werden.

Die Prüfbedingungen nach DIN EN 1610 und die nach-


folgend im Arbeitsblatt genannten gelten für neu herge-
stellte Kanäle und Leitungen bis zur Abnahme bzw. bis
zum Ende der Mängelbeseitigungsfrist.

Das vorliegende Arbeitsblatt enthält neue, abgesicherte


Erkenntnisse zur Herstellung einer Gleichwertigkeit zwi-
schen den Dichtheitsaussagen nach Verfahren „W“ (Was-
ser) und „L“ (Luft). Die im Arbeitsblatt in Abschnitt 13.2
bis 13.4 genannten Prüfvorgaben werden daher allgemein
(anstelle der Werte der DIN EN 1610, Tabelle 3) zur
Anwendung empfohlen. Für die Luftüberdruckprüfung
werden aus messtechnischen Gründen die Prüfdrücke
nach Verfahren LC und LD der DIN EN 1610 in den Ver-
fahren LE und LF (siehe Abschnitt 13.2) beibehalten. Um
eine den Prüfkriterien der Wasserdruckprüfung (siehe
Abschnitt 13.3) gleichwertige Prüfaussage zu erhalten,
sind die in Tabelle 5 aufgeführten Prüfzeiten einzuhalten.
Bei Rohren größerer Dimension (ca. > DN 1000) ist aus
Gründen der Arbeitssicherheit der Prüfdruck ausschließ-
lich nach Verfahren LE gemäß Tabelle 5 in Verbindung
mit Gleichung 1 zu empfehlen.

DWA-Regelwerk Januar 2010 47


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Bild 6 – DIN EN 1610: Fließdiagramm Verfahren „L

Bild 7 – DIN EN 1610: Fließdiagramm Verfahren „W“

48 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Bei der Planung der Abwasserleitungen und -kanäle des Das die Prüfungen durchführende Unternehmen muss
Entwässerungssystems müssen unter Berücksichtigung geeignet sein. Diese Eignung kann nach RAL-GZ 961,
der Bauzustände sowie der Arbeitsschutzbestimmungen Gruppe D oder nach Merkblatt DWA-M 190 nachgewiesen
u. a. die nachfolgenden Punkte berücksichtigt und in die werden, siehe hierzu auch Abschnitt 15. Die Arbeiten
Leistungsbeschreibung aufgenommen werden: müssen von einem Aufsicht Führenden geleitet werden,
der über einschlägige Kenntnisse in der Durchführung von
• Art und Weise der Prüfung, Dichtheitsprüfungen und Messtechnik verfügt. Seine
Qualifikation muss nachgewiesen sein (z. B. durch einen
• Art des Kanals/der Leitung,
Sachkundenachweis nach DWA-Seminar „Sachkunde für
• Prüfabschnitte, die Dichtheitsprüfung von Entwässerungssystemen au-
ßerhalb von Gebäuden“ oder vergleichbar). Vor Durch-
• Zugänglichkeit, führung der Prüfungen sind die Planunterlagen heranzu-
• Grundwasserstand, ziehen, aus denen Lage und Ordnungsmerkmale der zu
prüfenden Objekte eindeutig hervorgehen und die die
• Werkstoffeigenschaften, Rückverfolgbarkeit sicherstellen.
• ggf. notwendige Wassersättigung,
Zum Zeitpunkt der Dichtheitsprüfung muss die Grund-
• Prüfzeitpunkt. wassersituation im Bereich des Prüfobjektes dokumen-
tiert werden.
Für notwendige Vorgaben bei Planung und Ausschrei-
bung werden folgende Hinweise gegeben: In Abhängigkeit des Grundwasserstandes bezogen auf
• Vorgabe zur Prüfsystematik den äußeren Rohrscheitel oder die innere Rohrsohle
(Prüfabschnitte, Überlappungen, Messtechnik), ergeben sich die in Tabelle 4 dargestellten Einsatzgren-
zen der Dichtheitsprüfverfahren.
• Vorgabe zu Prüfungen entsprechend Bauzuständen,
• Vorgaben zu Messmethoden und Toleranzen, Dichtheitsprüfungen, insbesondere mit Luft, sind als
gefährliche Arbeit einzustufen. Hierzu sind die Arbeits-
• Vorgehensweise bei Abweichungen von den Prüfvor- schutzmaßnahmen gemäß BGR 236 (vgl. Anhang I) und
gaben, BGI 802 umzusetzen.
• Vorgaben zur Korrektur der Prüfung bei anzuneh-
menden Fehlern innerhalb des Prüfvorgangs (Wieder- Das Prüfobjekt muss so sauber sein, dass der sichere Sitz
holungsprüfung, Korrektur der Absperrelemente der Absperrelemente und eine störungsfreie Durchfüh-
o. Ä.). rung der Dichtheitsprüfung möglich sind. Die Abdicht-
funktion in der Kontaktfläche zwischen der Rohrwan-
Die Dichtheitsprüfung sollte als Rohrleitungsprüfung dung und den Absperrelementen muss bei jedem
erfolgen und kann entweder mit Wasser oder mit Luft Prüfdruck und bei jedem eingesetzten Prüfmedium
durchgeführt werden. sicher erhalten bleiben.

Die folgenden Prüfkriterien sind so gewählt, dass – auch Abnahmekriterium für die Dichtheitsprüfung ist bei der
unter Berücksichtigung der werkstoffabhängigen Wasser- Prüfung mit Luft der zulässige Druckabfall bzw. -anstieg.
zugabewerte – eine gleichwertige Aussage zur Dichtheit Bei der Prüfung mit Wasser darf der zulässige
bei Wasser- und Luftprüfung sichergestellt ist. Wasserzugabewert innerhalb der Prüfzeit nicht über-
schritten werden.
Die Dichtheitsprüfung kann in begründeten Fällen (z. B.
aus baulichen oder betrieblichen Gegebenheiten) auch Die Dichtheitsprüfung der Schächte sollte als Wasser-
als Prüfung der einzelnen Verbindungen (auch An- druckprüfung durchgeführt werden.
schlüsse, Reparaturstellen, etc.) der Rohrleitung erfol-
gen. Bei diesen Einzelverbindungsprüfungen wird keine Die Messgenauigkeit einer automatisiert messenden
vollständige Aussage zur Dichtheit der Rohrleitung ge- Dichtheitsprüfanlage ist jährlich zu überprüfen und
troffen. durch eine entsprechende Bescheinigung, die bei Dicht-
heitsprüfungen mitzuführen ist, nachzuweisen. Die
Die Prüfung mit Wasser entspricht den Betriebsbedin- Überprüfung kann z. B. durch den Hersteller der Dicht-
gungen in einem Kanal und ist in Zweifelsfällen maßge- heitsprüfanlage oder ein von der Akkreditierungsstelle
bend. Die Prüfung mit Luft benutzt ein Vergleichsmedi- des Deutschen Kalibrierdienstes (DKD) akkreditiertes
um. Verfahrensgrenzen ergeben sich unter anderem und überwachtes Prüflaboratorium erfolgen.
durch die Beherrschbarkeit der auftretenden Kräfte an
den Absperrorganen und deren Abstützungen, den Prüf- Die nachfolgenden Prüfkriterien gelten nicht für Bauteile
einrichtungen sowie den Werkstoffen der Rohre und aus Mauerwerk. Hierzu sind einzelfallbezogene Kriterien
Bauteile. vorzugeben.

DWA-Regelwerk Januar 2010 49


DIN EN 1610 / DWA-A 139

13.2 Prüfung mit Luft (Verfahren „L“) ANMERKUNG 1: Bis ausreichende Erfahrungen zur Prü-
fung von Schächten und Inspektionsöffnungen mit
Die Prüfzeiten für Rohrleitungen ohne Schächte und Luft vorliegen, wird vorgeschlagen, Prüfzeiten zu
Inspektionsöffnungen ist unter Berücksichtigung von verwenden, die halb so lang sind, wie die für Rohr-
Rohrdurchmessern und Prüfverfahren (LA; LB; LC; LD) leitungen gleicher Durchmesser.
aus Tabelle 3 – DIN EN 1610 zu entnehmen. Das Prüfver-
fahren sollte durch den Auftraggeber bestimmt werden. Ein Anfangsdruck, der den erforderlichen Prüfdruck ρ0
Geeignete luftdichte Verschlüsse sind zu verwenden, um um etwa 10 % überschreitet, ist zuerst für etwa 5 min
Messfehler infolge der Prüfapparatur auszuschließen. aufrecht zu erhalten. Der Druck für Δp ist dann nach
Besondere Vorsicht ist aus Sicherheitsgründen während dem in Tabelle 3 – DIN EN 1610 für die Verfahren LA,
der Prüfung an großen DN erforderlich. LB, LC oder LD enthaltenen Prüfdruck einzustellen. Falls
der nach der Prüfzeit gemessene Druckabfall Δp geringer
Die Prüfung von Schächten und Inspektionsöffnungen ist als der in Tabelle 3 – DIN EN 1610 angegebene Wert,
mit Luft ist in der Praxis schwierig durchzuführen. entspricht die Rohrleitung den Anforderungen.

Tabelle 3 – DIN EN 1610: Prüfdruck, Druckabfall und Prüfzeiten für die Prüfung mit Luft

50 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

ANMERKUNG 2: Prüfanforderungen für die Luftprüfung Verfahren LE und LEu:


mit negativem Druck sind in dieser Europäischen t = 0,015 × DN [min] (1)
Norm nicht enthalten, da zur Zeit noch keine ausrei-
chenden Erfahrungen mit diesem Verfahren vorliegen.
Verfahren LF und LFu:
Die zur Messung des Druckabfalls eingesetzten Geräte t = 0,01 × DN [min] (2)
müssen die Messung mit einer Fehlergrenze von 10 %
Δp sicherstellen. Für die Messung der Prüfzeit beträgt Die Prüfzeit ist auf die nähere halbe Minute zu runden.
die Fehlergrenze 5 s.
Für ein Prüfobjekt mit nichtkreisförmigem Querschnitt
13.2.1 Prüfkriterien und Prüfablauf für oder unterschiedlichen Querschnitten (z. B. Haltung
die Rohrleitungsprüfung einschließlich Anschlusskanäle) kann aus dem Prüf-
raumvolumen V und der zugehörigen Rohrwandfläche A
Abnahmekriterium für die Dichtheitsprüfung mit Luft des Prüfraumes eine Ersatznennweite DNE berechnet
(vgl. Bild 11 und Bild 12) ist der zulässige Druckabfall werden, für die die erforderliche Prüfzeit nach Tabelle 5
bzw. -anstieg bezogen auf die Prüfzeit. Die Prüfung wird oder Gleichung (2) bzw. (1) bestimmt werden kann:
haltungsweise bzw. von Schacht zu Schacht empfohlen.
DNE = 4000 × V/A [mm] (3)
Bei zementgebundenen Werkstoffen sollte eine weitestge-
hende Wassersättigung der Oberfläche vorhanden sein. DNE [mm] Ersatznennweite
3
V [m ] Prüfraumvolumen
Vor Beginn der Prüfzeit gemäß Tabelle 5 muss eine dem
Prüfobjekt angepasste Beruhigungszeit eingehalten A [m2] Wandfläche des Prüfraumes:
werden, um einen ausreichenden Temperaturausgleich benetzte innere Oberfläche (= Rohrwandfläche)
sicherzustellen. Beim Prüfverfahren „L“ muss ausgeschlossen werden,
dass die Luft aus dem Prüfraum zwischen Rohrwand
Empfohlen wird eine Beruhigungszeit von 5 min. Der und Absperrelementen entweichen oder zuströmen kann.
Aufsicht Führende kann eine, dem jeweiligen Prüfobjekt
angemessene angepasste Beruhigungszeit festlegen, Gründe für Abweichungen von den zulässigen Prüfkrite-
welche einen ausreichenden Temperatur- und Druck- rien (max ∆ p) können u. a. sein:
ausgleich im Prüfobjekt gewährleisten muss.
• Undichtheit der Absperrelemente,
Die in Tabelle 5 aufgeführten Prüfzeiten gelten für alle
Rohrwerkstoffe. Prüfzeiten für andere Nennweiten sind • Fehlfunktion der Prüfausrüstung,
mit folgenden Gleichungen zu berechnen.
• Fehlbedienung der Prüfausrüstung,
• Undichtheit des Prüfobjektes.

Tabelle 4: Einsatzgrenzen der Dichtheitsprüfverfahren in Abhängigkeit des Grundwasserstandes

Einsatzgrenzen für die verschiedenen Prüfverfahren


Wasser LE LEc LF LFu Infiltration Bemerkung

unterhalb der Rohrsohle x x x x x - -


Grundwasserstand

Druckluft um 1 kPa je 10 cm erhöhen


bis 1 m über Rohrsohle x x - - - -

am tiefsten Punkt des Prüfobjektes


oberhalb 1 m über der
x - - - - - max. 50 kPa; am höchsten Punkt des
Rohrsohle Prüfobjektes mind. 10 kPa
es müssen fallbezogene Prüfvorgaben
ab 1 m über Rohrscheitel - - - - - x definiert werden.

x Einsatz möglich - Einsatz nicht möglich

DWA-Regelwerk Januar 2010 51


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Bei Abweichungen von den zulässigen Prüfkriterien 13.2.2 Leitungsprüfung mit


(max ∆ p) ist wie folgt vorzugehen:
Luftüberdruck
• Prüfabschnitt entlasten,
Für die Festlegung der Prüfzeiten der Luftüberdruckprü-
• Absperrelemente lösen, fung sind Tabelle 5 oder Gleichung (2) bzw. (1) anzu-
• Fehler suchen, wenden.

• Fehler beseitigen, Bei anstehendem Grundwasser ist der höchste Grund-


• Absperrelemente neu setzen, wasserstand in der Prüfstrecke zu berücksichtigen (siehe
auch Tabelle 4). Der Prüfdruck ist pro 10 cm Grundwas-
• Prüfung wiederholen. ser über der Rohrsohle um 1 kPa zu erhöhen. Aus
sicherheitstechnischen Gründen bleibt der Prüfdruck in
Bei weiterhin bestehenden Abweichungen von den zu-
jedem Fall auf 20 kPa beschränkt.
lässigen Prüfkriterien (max ∆ p) kann eine Prüfung mit
Wasser nach Abschnitt 13.3 durchgeführt werden, deren
Ergebnis dann maßgebend ist. Auf die Ausschubsicherung (siehe Bild 11 und Anhang I)
muss aufgrund des Gefährdungspotenzials besonders
geachtet werden (siehe auch BGI 802).

13.2.3 Leitungsprüfung mit Unterdruck


Für die Festlegung der Prüfzeiten der Unterdruckprüfung
sind Tabelle 5 oder Gleichung (2) bzw. (1) anzuwenden.
Diese Prüfbedingungen gelten nur für Prüfobjekte, die sich
vollständig oberhalb des Grundwasserspiegels befinden.

Auf die Positionssicherung der Absperrelemente (siehe


Bild 12 und Anhang I) muss aufgrund des Unterdrucks
im Prüfraum besonders geachtet werden.

Tabelle 5: Bedingungen für die Prüfung mit Luft

Prüfverfahren max. Prüfzeit in Minuten


Arbeitsblatt p0 ∆p
Rohrdurchmesser DN
DWA-A 139
in kPa 100 150 200 250 300 400 500 600 700 800 900 1000
Luftüberdruck LE 10 1,5 1,5 2,5 3,0 4,0 4,5 6,0 7,5 9,0 10,5 12,0 13,5 15,0
LF 20 1,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 4,0 5,0 6,0 7,0 8,0 9,0 10,0
Unterdruck LEu –10 1,1 1,5 2,5 3,0 4,0 4,5 6,0 7,5 9,0 10,5 12,0 13,5 15,0
LFu –20 1,1 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 4,0 5,0 6,0 7,0 8,0 9,0 10,0
ANMERKUNGEN:
1 kPa = 10 mbar und entspricht 0,1 m WS
p0 ist bezogen auf den Atmosphärendruck

52 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Bild 11: Prinzip der Luftüberdruckprüfung von Kanal und Anschluss

Bild 12: Prinzip der Unterdruckprüfung von Kanal und Anschluss

13.2.4 Anforderungen an die • verschließbare Rohrdurchmesser bzw.


Rohrdurchmesserbereiche,
einzusetzenden Geräte
• maximaler Betriebsdruck (Fülldruck),
Bei der Prüfung mit Luft ist mindestens folgende Prüf- • maximal zulässiger Prüfdruck,
ausrüstung erforderlich:
• Prüfmedium.
• auf Rohre und Bauteile abgestimmte Absperrelemen-
te, Der Nachweis einer durchgeführten Kalibrierung der
• Kompressor bzw. Verdichter oder Unterdruckpumpe, Messgeräte darf nicht älter als 12 Monate sein Die Kali-
• Befülleinrichtung inkl. Druckminderungsventil bzw. brierung der Messgeräte muss durch den Hersteller oder
automatisch wirkende elektronischer Druckabschal- durch ein von der Physikalisch-Technischen Bundesan-
tung, stalt akkreditiertes Prüflabor erfolgen. Die Absperrele-
mente sind jährlich durch einen Sachkundigen auf Ihre
• Druckmesseinrichtung,
Funktionsfähigkeit zu überprüfen (BGI 802). Die Doku-
• Einrichtung zur Protokollierung und Archivierung mentation der Kalibrierungen und Funktionsprüfungen
der Messdaten. ist auf der Baustelle vorzuhalten.

Die Absperrelemente müssen dem Anwendungsbereich Vor der Durchführung der Dichtheitsprüfung mit Luft ist
entsprechen und vom Hersteller durch ein Typenschild mit die Dichtheit der Prüfeinrichtung nachzuweisen und zu
folgenden Angaben dauerhaft gekennzeichnet werden:
protokollieren. Die Prüfeinrichtung muss dicht sein
• Hersteller, Typ, Baujahr, (∆ p = 0 kPa). Hierzu muss eine Referenzmessung nach
Herstellerangaben durchgeführt werden. Diese kann bei

DWA-Regelwerk Januar 2010 53


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Haltungsprüfungen mit einem Drucksensor im Leitungs- Der Prüfdruck für Leitungen und Kanäle entspricht in
system der Prüfanlage oder bei Einzelverbindungsprü- der Regel einer Füllhöhe bis Oberkante Gelände (siehe
fungen durch eine Probedruckprüfung an einem mitge- Bild 13). Der Prüfdruck für Schächte sollte aus konstruk-
führten Prüfrohr erfolgen. tiven Gründen einer Füllhöhe bis Oberkante Schachthals
bzw. Abdeckplatte entsprechen.
Die Befülleinrichtung für Verfahren „L“ muss aus Sicher-
heitsventil, Manometer zur Kontrolle des Druckes, Druck- Der Prüfdruck gemessen am inneren Rohrscheitel be-
regler sowie dem Befüllschlauch bestehen. Nach Aufbrin- trägt maximal 50 kPa am tiefsten Punkt des Prüfobjek-
gen des Prüfdruckes ist die Verbindung des Prüfraumes tes. Am höchstgelegenen Punkt des Prüfobjektes dürfen
zum Druckbehälter bzw. zur Pumpe zu trennen. Druck- dabei 10 kPa nicht unterschritten werden.
minderungsventile und Druckbegrenzer sind in Verbin-
dung mit einer Sicherheitsschaltung (z. B. einer Totmann- 13.3.2 Vorbereitungszeit
schaltung) in die Befülleinrichtung zu integrieren, um
eine Überschreitung des Prüfdruckes zu verhindern. Wäh- Nach Füllung von Rohrleitungen und/oder Schacht und
rend des Druckaufbaus im Prüfraum können größere Erreichen des erforderlichen Prüfdrucks, kann eine Vor-
Druckschwankungen auftreten. Die zulässige Überschrei- bereitungszeit erforderlich sein.
tung des Prüfdruckes ist auf 5 % von p0 begrenzt.
ANMERKUNG: Üblicherweise ist 1 h ausreichend. Eine
Zur Druckmessung ist ein Manometer mit einer Mess-
längere Zeit kann z. B. aufgrund trockener Klimabe-
abweichung von maximal 10 % ∆ p zu verwenden.
dingungen im Falle von Betonrohren erforderlich sein.

13.3 Prüfung mit Wasser Die Vorbereitungszeit muss in Abhängigkeit des Rohr-
werkstoffes gewählt werden (Einbau- und Prüfanleitun-
(Verfahren „W“) gen der Hersteller müssen beachtet werden).

Abnahmekriterium für die Dichtheitsprüfung mit Wasser


13.3.1 Prüfdruck ist nach entsprechender Vorbereitungszeit der zulässige
Wasserzugabewert, bezogen auf die Prüfzeit.
Der Prüfdruck ist der sich aus der Füllung des Prüfab-
schnittes bis zum Geländeniveau des, je nach Vorgabe,
stromaufwärts oder stromabwärts gelegenen Schachts 13.3.3 Prüfdauer
ergebende Druck von höchstens 50 kPa und mindestens
10 kPa, gemessen am Rohrscheitel. Die Prüfdauer muss (30 + 1) min betragen.

Höhere Prüfdrücke können für Rohrleitungen, die ausge-


legt sind, um unter ständigem oder vorübergehendem
Überdruck betrieben zu werden, vorgegeben werden
(siehe prEN 805).

Bild 13: Prinzip der Wasserdruckprüfung von Kanal, Anschluss und Schacht

54 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

13.3.4 Prüfungsanforderungen 13.3.5 Anforderungen an die


einzusetzenden Geräte
Der Druck ist innerhalb 1 kPa des nach 13.3.1 festgeleg-
ten Prüfdrucks durch Auffüllen mit Wasser aufrecht zu Die Absperrelemente müssen dem Anwendungsbereich
erhalten. entsprechen und vom Hersteller durch ein Typenschild mit
folgenden Angaben dauerhaft gekennzeichnet werden:
Das gesamte Wasservolumen, das zum Erreichen dieser
Anforderung während der Prüfung zugefügt wurde, • Hersteller, Typ, Baujahr,
sowie die jeweilige Druckhöhe am erforderlichen Prüf- • verschließbare Rohrdurchmesser bzw.
druck sind zu messen und aufzuzeichnen. Rohrdurchmesserbereiche,

Die Prüfungsanforderung ist erfüllt, wenn das Volumen • maximaler Betriebsdruck (Fülldruck),
des zugefügten Wassers nicht größer ist, als:
• maximal zulässiger Prüfdruck,
– 0,15 l/m2 in 30 min für Rohrleitungen;
• Prüfmedium.
– 0,20 l/m2 in 30 min für Rohrleitungen einschließlich
Schächte; Zur Durchführung von Wasserdruckprüfungen ist ein
Freispiegelbehälter oder eine entsprechende Ausrüstung
– 0,40 l/m2 in 30 min für Schächte und Inspektions- zur drucklosen Füllung erforderlich.
öffnungen.
Die Leitungsprüfung mit Wasser ist im Wesentlichen
ANMERKUNG: m2 beschreibt die benetzte innere Ober- eine manuell durchzuführende Prüfung. Sie kann auch
fläche. mit automatisierten Messeinrichtungen erfolgen.

Für zementgebundene oder zementausgekleidete Rohrlei- Für die Wasserdruckprüfung muss sichergestellt werden,
tungen und Schächte gelten die Werte aus DIN EN 1610. dass der Wasserverlust auf 150 ml genau erfasst werden
kann.
Für alle anderen Werkstoffe gilt:
• 0,10 l/m² in 30 min für Rohrleitungen, Bei der Prüfung von Schächten und Inspektionsöffnun-
gen, auch unter Einbeziehung von Kanälen und Leitun-
• 0,20 l/m² in 30 min für Rohrleitungen einschließlich gen, können für die Ermittlung der Wasserverluste
Schächte, neben der manuellen Wasserzugabemessung auch
• 0,30 l/m² in 30 min für Schächte und Inspektions- Pegelmesssysteme (Messgenauigkeit 1,0 mm) verwendet
öffnungen. werden. Ein entsprechend gültiger Kalibrierschein über
die Messgenauigkeit muss bei den Prüfungen mitgeführt
und auf Verlangen vorgelegt werden. Der Kalibrierschein
Anmerkung: Die zulässigen Wasserzugabemengen wer-
darf nicht älter als 12 Monate sein.
den auf die [m²] benetzte Innenfläche der Rohrwand
bzw. Schachtwand bestimmt. (Beim Kreisprofil errech-
net als: DN/1000×π ×L [m²]; andere Profile sinngemäß).
13.4 Prüfung einzelner Verbindungen
Das Prüfprojekt darf bei der Wasserdruckprüfung keine Falls nicht anders angegeben, kann die Prüfung einzelner
direkte Verbindung zu einer unter Überdruck stehenden Verbindungen anstatt der Prüfung der gesamten Rohrlei-
Leitung bzw. Pumpe besitzen. Die zu prüfende Leitung tung, üblicherweise > DN 1000, anerkannt werden.
ist so mit Wasser zu füllen, dass die eingeschlossene Luft
an dem am Hochpunkt der Haltung installierten Ab- Für die Prüfung von einzelnen Rohrverbindungen ist die
sperrelement entweichen kann. Oberfläche für die Prüfung „W“ entsprechend der Ober-
fläche eines 1 m langen Rohrabschnitts zu wählen, falls
Für Bauwerke, z. B. Becken, Pumpwerke, Sonderbau- nicht anders gefordert. Die Prüfungsanforderungen
werke, ausgenommen zur Rohrleitung gehörende entsprechen denen nach 13.3.4 mit einem Prüfdruck von
Schächte, sind die genannten Wasserverlustwerte nicht 50 kPa am Rohrscheitel.
anwendbar. Für diese Bauwerke muss eine entsprechen-
de Prüfvorgabe seitens der Planung objektbezogen erfol- Die Bedingungen für Prüfung „L“ entsprechen den
gen. Hinweise hierzu enthalten DIN 1045, Teile 1 bis 4 Grundsätzen in 13.2 und sind im Einzelfall festzulegen.
in Verbindung mit DIN EN 206-1 und die „WU-
Richtlinie“ (Richtlinie Wasserundurchlässige Bauwerke
aus Beton) des DAfStb.

DWA-Regelwerk Januar 2010 55


DIN EN 1610 / DWA-A 139

13.4.1 Allgemeines Zur Ermittlung der erforderlichen Prüfzeiten müssen das


Prüfvolumen des eingesetzten Verbindungsprüfgerätes
Die Prüfung der Rohrleitung sollte der Einzelverbin- und das Volumen der zuführenden Schläuche, falls diese
dungsprüfung vorgezogen werden. während der Prüfung eine Verbindung zum Prüfraum
aufweisen, sowie das Volumen der Rohrverbindung
Wenn aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen ermittelt werden. Weiterhin muss die Fläche der Rohr-
eine Rohrleitungsprüfung nicht möglich oder sinnvoll wandung zwischen den Absperrelementen bekannt sein.
ist, kann mit den Prüfparametern nach Abschnitt 13.4.2
und 13.4.3 eine Einzelverbindungsprüfung durchgeführt Es sind bevorzugt Prüfgeräte zu verwenden, deren luft-
werden. zuführenden Schläuche während der Prüfung keine
Verbindung zum Prüfraum aufweisen.
Bei Einzelverbindungsprüfungen in Abwasserleitungen
und -kanälen müssen die Absperrelemente exakt positio- Der Prüfraum muss während der Prüfung wasserfrei
niert werden (in nichtbegehbaren Bereichen mittels opti- sein. Wegen des sehr kleinen Prüfvolumens ist sicherzu-
stellen, dass keine Luft zwischen den Absperrelementen
scher Inspektion). Der Prüfraum sollte einsehbar sein.
des Prüfgerätes und der Rohrwand oder durch Un-
dichtheiten des Prüfgerätes entweichen kann. Dieser
Es sollten Doppelpackersysteme verwendet werden, um
Nachweis kann z. B. durch eine Referenzmessung an
Prüffehler infolge von Undichtheiten zwischen Packer
einem „optisch dichten” Rohrstück neben der Rohrver-
und Rohrwand zu minimieren.
bindung erfolgen. Außerdem sind nicht bestandene
Prüfungen zu wiederholen, nachdem der Prüfraum ent-
Bei Einzelverbindungsprüfungen entstehen höhere Prüf- lüftet, die Absperrelemente gelöst und das Prüfgerät neu
anforderungen als bei einer haltungsweisen Prüfung gesetzt wurde (Abschnitt 13.2).
(siehe Abschnitt 13.1). Zusätzlich ist die dabei einge-
setzte Messtechnik komplex und fehleranfällig. Um die
Vergleichbarkeit zur haltungsweisen Dichtheitsprüfung
(Rohrleitungsprüfung) sicherzustellen, sollten die Ein-
zelprüfergebnisse im Rahmen einer Abweichungsbe-
trachtung (siehe Anhang H) – bezogen auf die zutref-
fende Haltungslänge – bewertet werden.

Nachstehende Vorgaben gelten für die Prüfung einzelner


Verbindungen. Für Prüfabschnitte (z. B. Abzweige/Stutzen)
können die Kriterien sinngemäß angewendet werden.

13.4.2 Prüfung mit Luft


Die Prüfzeit für die Prüfung von Rohrverbindungen ist
von der Art des Verbindungsprüfgerätes abhängig (siehe
Bild 14). Während für Prüfgeräte mit Absperrelementen
für den gesamten Rohrquerschnitt die Prüfzeiten nach
Tabelle 5 oder der Gleichung (1) bzw. (2) bestimmt Bild 14: Prinzipskizze für Verbindungsprüfgeräte
werden, sind die Prüfzeiten für Prüfgeräte mit ringför-
Nach Einstellung des Prüfdruckes ist vor Prüfbeginn die
migem Prüfraum (siehe Bild 14b) mit folgenden Glei-
Beruhigungszeit tB abzuwarten. tB ist nach Bedarf zu
chungen zu berechnen:
wählen, darf jedoch 30 Sekunden nicht unterschreiten.
Modifiziertes Verfahren LE und LEu:
Es wird folgende Vorgehensweise empfohlen:
t = 56 × V/A [min] (4)
• Prüfabschnitt unmittelbar vor der Prüfung reinigen
und während der Prüfung von Abflüssen möglichst
Modifiziertes Verfahren LF und LFu: freihalten,
t = 38 × V/A [min] (5)
• Prüfgerät auf Funktionsfähigkeit (Dichtheit der Pa-
cker sowie sämtlicher Anschlüsse und Kupplungen
Dabei ist
prüfen) kontrollieren,
V [m3] ringförmiges Prüfraumvolumen
• Prüfgerät an einem dichten Prüfrohr kontrollieren
A [m2] Wandfläche des Prüfraumes (Nullmessung),

Die Prüfgeräteprogrammierungen müssen vorgenannte • Positionierung des Prüfgerätes,


Werte nachvollziehbar abbilden. • Abdichtung des Prüfraumes,

56 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

• Messung des Druckverlustes (Druckprüfung), • Darstellung des Messergebnisses


(Angaben zum Messergebnis: gemessene Druckdiffe-
• bei nicht bestandener Prüfung: Abweichungsbetrach- renz bzw. Wasserzugabe);
tung (siehe Anhang H).
1. Messgrafik bei einer Luftüber- bzw. Unterdruck-
13.4.3 Prüfung mit Wasser prüfung: grafische Darstellung des Druckverlau-
fes (Anlaufphase, Prüfphase, Ablassphase) über
Unter den Randbedingungen des Abschnittes 13.3 des die Prüfzeit mit Angabe des geforderten Prüfdru-
Arbeitsblattes kann anstatt der Rohrleitungsprüfung ckes, der zulässigen Druckdifferenz, dem Beginn
auch eine Einzelverbindungsprüfung mit den nachfol- und dem Ende der erforderlichen Beruhigungs-
genden Prüfbedingungen erfolgen: zeit sowie dem Beginn und dem Ende der
Prüfzeit;
• Wasserzugabewert gemäß Abschnitt 13.3,
2. Angaben zu Korrekturmaßnahmen während der
• Prüfdruck 50 kPa über dem inneren Rohrscheitel, Prüfung;
• Ersatzrohrlänge 1,0 m. 3. Prüfvermerk über das Ergebnis der Dichtheitsprü-
fung mit der Unterschrift aller beteiligten Parteien;
Bei der Prüfung einzelner Verbindungen mit Wasser
kann bei Rohren > DN 1000 in Abstimmung zwischen 4. die Prüfprotokolle sind mit einer fortlaufenden
Auftraggeber und Auftragnehmer die Prüfzeit auf 10 Nummer zu versehen und systematisch zu archi-
Minuten verkürzt werden; die Wasserzugabemenge vieren;
beträgt dann 0,035 l/m² (bei zementgebundenen oder 5. Funktionsprüfung, Fehlversuche oder abgebro-
zementausgekleideten Rohrleitungen: 0,05 l/m²) bezo- chene Prüfungen sind ebenfalls zu dokumentie-
gen auf die Innenfläche eines 1,0 m langen Ersatzrohr- ren und einzuordnen;
abschnittes. Ansonsten ist eine Prüfzeit von 30 Minuten
maßgebend. Bei Rohren kleiner gleich DN 1000 führt 6. für Prüfungen mit Luft: Abweichungsbetrachtung
eine Verkürzung der Prüfzeiten wegen den sich daraus nach Anhang H.
ergebenden sehr geringen Wasserzugabemengen zu Protokollmuster für die Verfahren „L“ und „W“ sowie
keinen praxisnahen Werten. Checklisten zu „Planung, Ausschreibung und Durchfüh-
rung der Dichtheitsprüfungen“ sind in Anhang G enthal-
ten und werden zur Anwendung empfohlen.
13.5 Protokollierung
Das Prüfprotokoll ist für jede einzelne Prüfung – auch
nicht bestandene –, sofort nach Beendigung der Prüfung 14 Prüfung von Druck- und
vor Ort, vom Aufsicht Führenden zu erstellen und durch
Unterschrift zu bestätigen. Es muss im Einzelnen bein- Unterdruckrohrleitungen
halten:
Druckrohrleitungen sind nach prEN 805 zu prüfen.
• Objektbezogene Daten
(Auftraggeber, Bauüberwachung, Auftragnehmer, Die Prüfung von Abwasserdruckleitungen erfolgt als
ggf. Projektleiter, Aufsicht Führenden, Geräteführer, Wasserdruckprüfung nach Arbeitsblatt DVGW-W 400-2
Prüfort, Straßenname, Haltungsnummer und/oder (September 2004): Abschnitt 16. Diese Technische Regel
die Bezeichnungen der die Haltung begrenzenden enthält alle Regelungen der DIN EN 805. Für die Prü-
Schächte); fung von Druckentwässerungssystemen gilt das Arbeits-
blatt DWA-A 116-2 in Verbindung mit DIN EN 805.
• Bestandsdaten des zu prüfenden Objektes
(Prüfabschnitt, Nennweite, Querschnittsabmessungen, Für die Prüfung von Unterdruckentwässerungssystemen
Prüflänge, Werkstoff, Kanalart, Schacht, Anschlüsse, gilt das Arbeitsblatt DWA-A 116-1 in Verbindung mit
Abzweige, Baujahr, Ursprung der Längenmessung, DIN EN 1091.
Grundwasserstand);
• Prüfungsbezogene Daten
(Angaben über Prüfvorschrift, Prüfdruck, Luftdruck,
Datum und Uhrzeit, Prüfzeit, Beruhigungszeit, zuläs-
sige Druckdifferenz bzw. zulässige Wasserzugabe);

DWA-Regelwerk Januar 2010 57


DIN EN 1610 / DWA-A 139

15 Qualifikationen 16 Arbeitsschutz
Die folgenden Faktoren zu Qualifikationen sind zu be- Bezüglich der grundsätzlich durchzuführenden Sicher-
rücksichtigen: heits- und Gesundheitsschutzmaßnahmen wird auf die
einschlägigen staatlichen und berufsgenossenschaftli-
– entsprechend ausgebildetes und erfahrenes Personal
chen Vorschriften verwiesen, u. a. auf:
wird zur Überwachung und Ausführung des Bauvor-
habens eingesetzt; • Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)
– durch den Auftraggeber eingesetzte Auftragnehmer • Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)
haben die erforderlichen Qualifikationen, die zur
Ausführung der Arbeit notwendig sind;
• Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV)

– Auftraggeber versichern sich, dass die Auftragneh- • Baustellenverordnung (BaustellV),


mer die erforderlichen Qualifikationen besitzen. u. a. Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator
(SiGeKo)
Siehe Anhang C. • Biostoffverordnung (BiostoffV)

Qualität und Funktion von Abwasserleitungen und • BGV A1, Grundsätze der Prävention
-kanälen werden bestimmt durch fachgerechte Planung, • BGV C22, Bauarbeiten
Bauausführung und Prüfung.
• BGR 126, Arbeiten in umschlossenen Räumen von
Auftraggeber sind verpflichtet, entsprechende Sorgfalt abwassertechnischen Anlagen
bei der Vergabe der Bauleistungen anzuwenden. Sie • BGR 128, Kontaminierte Bereiche
müssen sich von den erforderlichen Qualifikationen der
Bewerber oder Bieter überzeugen. Hinweise dazu ent- • BGR 236, Rohrleitungsbauarbeiten
hält DIN 1960 (VOB/A).
• BGR 500, Betreiben von Arbeitsmitteln
Der Auftraggeber kann sich eines „Systems zur Prüfung • BGI 802, Handlungsanleitung für die Arbeit mit
von Lieferanten oder Unternehmen“ gemäß EG- provisorischen Rohrabsperrgeräten
Richtlinie vom 17.09.1990 bedienen (Anhang C der DIN
• DIN 4124, Baugruben und Gräben – Böschungen,
EN 1610).
Verbau, Arbeitsraumbreiten
Die Gütesicherung Kanalbau RAL-GZ 961 ist ein solches
Vor Beginn der Arbeiten sind die Gefährdungen, unter
System und enthält Anforderungen an:
Berücksichtigung möglicher Störfälle, baustellen- und
• Personal, verfahrensbezogen zu ermitteln und zu beurteilen (Ge-
fährdungsbeurteilung). Nach § 5 Abs. 2 des Arbeits-
• Geräte, schutzgesetzes können Gefährdungsbeurteilungen für
• Aus- und Weiterbildung, gleichartige Arbeitsbedingungen zusammengefasst wer-
den (z. B. Erneuerung in offener Bauweise ohne beson-
• Eigenüberwachung der Bauleistung, dere Erschwernisse).
• unabhängige Kontrolle der Eigenüberwachung,
Gefahren können z. B. ausgehen von:
• Einsatz von Nachunternehmern,
• unzureichend gesicherten Bauteilen und Absperrein-
• Bezug von Lieferungen und Fremdleistungen. richtungen bei der Dichtheitsprüfung (siehe Anhang I),
• ungesicherten Grabenwänden,
• vorhandenen Anlagen und Leitungen,
• mobilen selbstfahrenden Arbeitsmaschinen,
• Lastentransport,
• elektrischen Betriebsmitteln,
• Lärm,
• Gesundheitsgefährdenden Arbeitsstoffen,
• Boden- und Grundwasserkontaminationen,
• Kampfmitteln.

58 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Im Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung sind die erfor-


derlichen Schutzmaßnahmen festzulegen und zu doku-
mentieren.

Dabei sind insbesondere folgende Grundsätze zu beachten:


• Die Arbeit ist so zu gestalten, dass Gefährdungen für
Leben und Gesundheit möglichst vermieden werden.
• Gefahren sind an ihrer Quelle zu bekämpfen.
• Der Stand der Technik, Arbeitsmedizin und Hygiene
ist zu berücksichtigen.
• Individuelle Schutzmaßnahmen sind nachrangig zu
anderen – technischen oder organisatorischen –
Maßnahmen.

Der Arbeitgeber hat die Beschäftigten über Sicherheit-


und Gesundheitsschutz bei der Arbeit anhand der Ge-
fährdungsbeurteilung ausreichend und angemessen zu
unterweisen. Die Unterweisung umfasst Anweisungen
und Erläuterungen, die auf den Aufgabenbereich der
Beschäftigten ausgerichtet sind. Die Unterweisung muss
an die Gefährdungsentwicklung angepasst sein und
erforderlichenfalls regelmäßig wiederholt werden.

DWA-Regelwerk Januar 2010 59


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Anhang A Wasserhaltung (informativ)

A.1 Allgemeines A.3 Tiefbrunnen


Falls es einen Grund für die Annahme gibt, dass Grund- Dieses Verfahren geht von einem Tiefbrunnen aus mit
wasser in der Nähe des Grabens auf einem höheren üblicherweise 250 mm bis 600 mm Durchmesser und
Niveau als die geplante Grabensohle auftritt, dann sollte den Einbau eines Standrohres mit Filterabschnitt oder
eine ausreichende Baugrunduntersuchung durchgeführt perforierter Wand am Fußpunkt. Das eindringende Was-
werden, um ein geeignetes Verfahren zur Grundwasser- ser wird mit einer Bohrlochtauchpumpe entfernt. Der
haltung sowie zur Sicherung des Grabens festzulegen. Filter ist zum Vermeiden von Feinstpartikeln erforderlich
Die verschiedenen zeitweisen Arbeiten, die mit der und ist nach den örtlichen Bodenfraktionen auszuwäh-
Grundwasserhaltung (Wasserhaltung) verbunden sind, len. Sie sind sehr wirkungsvoll bei Böden mit ähnlicher
können die Gestaltung der dauernden Arbeit beeinflus- vertikaler und horizontaler Durchlässigkeit im Bereich
sen. Die Planungsannahmen sollten dem Auftragnehmer von 10-3 m/s bis 1 m/s. Der erfolgreiche Einsatz von
zur Verfügung gestellt werden, entweder durch die Tiefbrunnen bei Böden mit einer geringeren Durchläs-
Leistungsbeschreibung oder durch Zeichnungen. sigkeit von etwa 10-5 m/s kann durch Verschließen des
Brunnens und Einbau einer Vakuumpumpe erreicht
Die Gestaltung von Wasserhaltungssystemen ist viel- werden. In diesem Fall erhält die Tauchpumpe eine
schichtig, und der Rat eines Sachverständigen sollte zusätzliche Druckerhöhung, gegen die gepumpt wird.
eingeholt werden, bevor ein Verfahren ausgewählt wird.
Wasserhaltung kann das Grundwasser über ausgedehnte Dieses System wird häufiger bei der Herstellung von
Bereiche absenken, und Wasser für andere Nutzung Fundamenten und Pumpstationen eingesetzt als für
dadurch entziehen. Rohrleitungen.

Einige der verfügbaren Verfahren zur Grundwasserhaltung


sind nachfolgend aufgeführt mit den Randbedingungen, die A.4 Vakuumabsenkung mit
ihre Auswahl beeinflussen. Die Wirkungsbereiche hinsicht- Vertikalrohren
lich der Durchlässigkeit des Bodens sind nur als Hinweis
anzusehen und ändern sich leicht durch unterschiedliche Zur Vakuumabsenkung werden Rohre eingesetzt, die im
Geräteeigenschaften und örtliche Bedingungen. unteren Bereich perforiert sind und in den Boden durch
Einspülen (pumpen von Wasser ins Rohr) eingebracht
werden. Ein Ventil am unteren Ende erlaubt den Austritt
A.2 Offene Wasserhaltung im Bereich von Wasser aus dem Rohr während des Einbringens,
der Grabensohle verhindert aber das Eindringen von Wasser durch dieses
Rohrende während der Absenkung. Das Vakuumrohr ist
Dies ist die einfachste Art der Wasserhaltung und umfasst im Allgemeinen von grobem Sand umhüllt, der als abge-
das Abpumpen von Wasser, das in den Graben einge- stufter Filter dient. Falls erforderlich wird Sand während
drungen ist. Bei Böden, bei denen die Gefahr des Ab- des Einspülvorgangs eingebracht. Vakuumrohre werden
schwemmens feiner Partikel von der Grabensohle durch üblicherweise in Reihe, parallel zum Verlauf des geplan-
fließendes Wasser besteht, kann es notwendig sein, zu- ten Grabens, installiert, und zwar in Abständen von
sätzliche Maßnahmen zur Senkung der Fließrate zu er- 0,6 m bis 3,0 m, abhängig von den Boden- und Grund-
greifen. Dies kann erreicht werden durch das Rammen wasserverhältnissen. Sie können an einer oder an beiden
eines dichten Verbaus (Pölzung) in Tiefen unterhalb der Seiten des Rohrgrabens eingesetzt werden.
Grabensohle. Der Planer der Rohrleitung muss entschei-
den, ob es notwendig ist, den Verbau (Pölzung) vorort als Nach dem Einbau werden die oberen Enden der Filterroh-
Teil der dauernden Arbeiten zu belassen. Die Kosten re an eine Vakuumpumpe angeschlossen. Grundwasser
verbleibenden Verbaus (Pölzung) und die erforderliche tritt in die Rohre durch die Perforation ein. Die Filterrohre
Tiefe beschränken das Verfahren auf Situationen, bei können auch Einwegprodukte sein, die die Möglichkeit
denen entweder bindiger Boden vorliegt oder die Tiefe von Bodenbewegungen während und nach dem Ziehen,
unter dem Grundwasserniveau gering ist. sowie von Schwierigkeiten, die im Zusammenhang mit
dem Wiederverfüllen und Verdichten des tiefen und en-
Der Tiefenbereich kann erweitert werden durch Anwen- gen Loches auftreten werden, ausschließen.
dung von weiteren, speziellen Maßnahmen, wie z. B.
Gefrierverfahren oder Mörtelinjektionen zur Begrenzung Vakuumabsenkungen sind auf Böden mit einer Durch-
der Grundwasserströmung im Nahbereich der Aufgrabung. lässigkeit von 10-6 m/s bis 10-3 m/s beschränkt. Die
maximale Grabentiefe, die mit einer einstufigen Filter-
reihe entwässert werden kann, beträgt etwa 6,5 m.

60 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

A.5 Wasserhaltung mit A.6 Saugbrunnenbohrung


Horizontalrohrsystemen
Das Saugbrunnenbohrungssystem umfasst das Abteufen
Ein perforiertes Kunststoffrohr kann in den Boden mit- einer Bohrung mit einem Filterabschnitt in Sohlennähe
tels Grabenfräse oder durch grabenlose Verfahren, z. B. und den Einbau eines Zuleitungsdruckrohrs, Venturi-
durch gerichtetes Bohren, eingebaut werden. Das Sys- und Steigrohrs. Wasser wird unter hohem Druck dem
tem wird in einer Linie parallel zum geplanten Graben, Rohr zugeführt und der Druckabfall im Venturirohr wird
auf einer oder auf beiden Seiten, und in einer Tiefe benutzt, um Wasser aus dem Bohrloch anzusaugen, das
unterhalb der geplanten Grabensohle eingebaut. Die im Steigrohr aufsteigt und in die Sammelleitung an der
Enden der Rohre werden, in gleicher Weise wie bei Oberfläche austritt. Wie bei Tiefbrunnen sind große
senkrechten Grundwasserbohrungen, mit Vakuumpum- Tiefen möglich (bis zu 45 m), jedoch können nur ver-
pen verbunden. Der Arbeitsbereich ist ähnlich wie bei gleichsweise geringe Durchflussraten in jeder einzelnen
der Vakuumabsenkung mit Vertikalrohren (10-6 m/s bis Bohrung erzielt werden. Dies beschränkt den Durchläs-
10-3 m/s). Die wesentlichen Vorteile des horizontalen sigkeitsbereich, der erfasst werden kann, auf den Be-
Systems liegen im Vermeiden zeitlich beschränkter Lei- reich geringeren Zuflusses (üblicherweise geringer als
tungsarbeiten an der Grabensohle und in der Schnellig- 10-5 m/s).
keit des Einbaus.
Wie bei Tiefbrunnen, sind für Saugbohrungen ähnliche
vertikale und horizontale Durchlässigkeiten erforderlich,
um bei der Absenkung des Grundwasserniveaus wir-
kungsvoll zu arbeiten. Die hohen Einbaukosten und der
eingeschränkte Rahmen geeigneter Einsatzbedingungen
beschränken die Anwendung im Allgemeinen auf feste
Standorte, wie Fundamente oder Pumpstationen.

DWA-Regelwerk Januar 2010 61


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Anhang B Zusätzliche Informationen zu 5.3.3.1 hinsichtlich der


Eigenschaften von körnigen, ungebundenen Baustoffen
(informativ)

B.1 Allgemeines B.2 CEN-Mitglieder, die zu diesem


informativen Anhang beigetragen
Die derzeitige Praxis der Bezeichnung von körnigen,
ungebundenen Baustoffen ist in den verschiedenen CEN- haben
Ländern sehr unterschiedlich. Da es in Erwartung einer
Europäischen Norm zur Abstufung von Zuschlagstoffen Die folgenden CEN-Mitglieder haben zu diesem informati-
(CEN/TC 154) nicht möglich war, diese zu vereinheitli- ven Anhang und den Tabellen B.2 bis B.19, wie in Tabelle
chen, wurden die vorhandenen Bezeichnungen in die- B.1 angegeben, beigetragen: Österreich, Belgien, Däne-
sem informativen Anhang zusammengestellt. mark, Frankreich, Deutschland, Irland, Niederlande, Nor-
wegen, Schweden, Schweiz und Vereinigtes Königreich.

Tabelle B.1 – DIN EN 1610: Anforderungen an körnige, ungebundene Baustoffe der CEN-Mitglieder entsprechend den
Tabellen B.2 bis B.19

62 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

B.3 A – Österreich, CH – Schweiz, D – Deutschland, NL – Niederlande


Baustoffe für die Leitungszone
In den nachfolgenden Diagrammen 1 bis 9 sind Korngrößenverteilungen entsprechend den deutschen Anforderungen an
körnige, ungebundene Baustoffe gemäß Anhang B der DIN EN 1610 (Tabellen B2, B4 und B7) dargestellt. Die Fest-
legung der Körnungen berücksichtigt die Siebgrößen gemäß TL Gestein-StB 04.

B.3.1 Beispiele für Nenngrößen von Ein-Korn-Kies sind (in mm):


8; 16; 32 (A; CH; D; NL); 10; 14; 20; 40 (A)

Beispiele für die Abstufung von Ein-Korn-Kies-Nenngrößen enthalten Tabelle B.2 und Tabelle B.3.

Tabelle B.2 – DIN EN 1610: Abstufung von Ein-Korn-Kies-Nenngrößen (gemeinsam für A; CH; D; NL)

100
100 100
90
85
80
Siebdurchgang in Masse-%

70

60
50
40

30 25

20

10 3 5

00,063 0,125 0,25 0,5 1 2 2,8 4 5,6 8


0
11,2 16 22,4 31,5 45 56 63

Siebnennöffnungsweite in [mm]

Obergrenze Untergrenze

Diagramm 1: Abstufung von Ein-Korn-Kies-Nenngrößen 32 nach DIN EN 1610: Tabelle B.2

DWA-Regelwerk Januar 2010 63


DIN EN 1610 / DWA-A 139

100
100 100

90
85
80
Siebdurchgang in Masse-%

70

60

50

40

30 25

20

10 3 5

0 0
0,063 0,125 0,25 0,5 1 2 4 8 16 31,5 56
2,8 5,6 11,2 22,4 45 63

Siebnennöffnungsweite in [mm]

Obergrenze Untergrenze

Diagramm 2: Abstufung von Ein-Korn-Kies-Nenngrößen 16 nach DIN EN 1610: Tabelle B.2

100
100 100

90
85
80
Siebdurchgang in Masse-%

70

60

50

40

30 25

20

10 3 5

0 0
0,06 0,12 0,25 0,5 1 2 4 8 16 31,5 45 56 63
2,8 5,6 11,2 22,4

Siebnennöffnungsweite in [mm]

Obergrenze Untergrenze

Diagramm 3: Abstufung von Ein-Korn-Kies-Nenngrößen 8 nach DIN EN 1610: Tabelle B.2

64 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Tabelle B.3 – DIN EN 1610: Abstufung von Ein-Korn-Kies-Nenngrößen (nur A)

B.3.2 Beispiele für Nenngrößen von Material mit abgestufter Körnung sind (in mm):
2/8; 2/16; 16/32 (A; CH; D; NL); 4/14; 5/20; 5/49 (A)
Beispiele für die Abstufung von Material mit abgestufter Körnung enthalten Tabelle B.4 und Tabelle B.5.

Tabelle B.4 – DIN EN 1610: Abstufung von Material mit abgestufter Körnung (gemeinsam für A; CH; D; NL)

DWA-Regelwerk Januar 2010 65


DIN EN 1610 / DWA-A 139

100
100 100
90 90
80
Siebdurchgang in Masse-%

70 65

60
50
40
30
20 15

10 3 10
0 0 63
0,063 0,125 0,25 0,5 1 2 4 8 16 31,5 45 56
2,8 5,6 11,2 22,4

Siebnennöffnungsweite in [mm]

Obergrenze Untergrenze

Diagramm 4: Abstufung von Material mit abgestufter Körnung 2/8 nach DIN EN 1610: Tabelle B.4

100
100 100

90 90
Siebdurchgang in Masse-%

80

70

60

50

40

30

20 15

10 3
0 0
0,06 0,125 0,25 0,5 1 2 4 8 16 31,5 45 56 63
2,8 5,6 11,2 22,4

Siebnennöffnungsweite in [mm]

Obergrenze Untergrenze

Diagramm 5: Abstufung von Material mit abgestufter Körnung 8/16 nach DIN EN 1610: Tabelle B.4

66 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

100
100 100

90 90

80
Siebdurchgang in Masse-%

70

60

50

40

30

20 15

10 3
00,063 0,125
0
0,25 0,5 1 2 4 8 16 31,5 45 56 63
2,8 5,6 11,2 22,4

Siebnennöffnungsweite in [mm]

Obergrenze Untergrenze

Diagramm 6: Abstufung von Material mit abgestufter Körnung 16/32 nach DIN EN 1610: Tabelle B.4

Tabelle B.5 – DIN EN 1610: Abstufung von Material mit abgestufter Körnung (nur A)

DWA-Regelwerk Januar 2010 67


DIN EN 1610 / DWA-A 139

B.3.3 Beispiele für Nenngrößen von Sand sind (in mm): 0/1; 0/2; 0/4
Beispiele für die Abstufung von Sand enthalten Tabelle B.6 und Tabelle B.7.

Tabelle B.6 – DIN EN 1610: Abstufung von Sand-Nenngrößen (nur A)

In CH, D und NL ist Sand für alle Rohrnennweiten geeignet, wenn der Anteil an Material < 0,063 mm geringer als‚
5 Massenanteile in % ist.

Standardabstufungen sind (mm): 0/4; 0/2; 0/1.

Hinweise zur Abstufung von Sand enthält Tabelle B.7.

Tabelle B.7 – DIN EN 1610: Abstufungen von Sand (gemeinsam für CH; D; NL)

Andere Abstufungen von Sand sind annehmbar, wenn ihre Eignung geprüft wurde und ihre Anwendung vom Planer
vorgegeben ist.

68 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

100 100
100 100

90 85 90

80
Siebdurchgang in Masse-%

70

60
55
50

40

30

20

10 5

0
0,063
0 0,125 0,25 0,5 1 2 4 8 16 31,5 45 56 63
2,8 5,6 11,2 22,4

Siebnennöffnungsweite in [mm]

Obergrenze Untergrenze

Diagramm 7: Abstufung von Sand 0/4 nach DIN EN 1610: Tabelle B.7

100
100 100

90 90

80
Siebdurchgang in Masse-%

70

60

50

40

30 25

20

10 5

0 0
0,063 0,125 0,25 0,5 1 2 4 8 16 31,5 45 56 63
2,8 5,6 11,2 22,4

Siebnennöffnungsweite in [mm]

Obergrenze Untergrenze

Diagramm 8: Abstufung von Sand 0/2 nach DIN EN 1610: Tabelle B.7

DWA-Regelwerk Januar 2010 69


DIN EN 1610 / DWA-A 139

100
100 100

90
85
80
Siebdurchgang in Masse-%

70

60

50

40

30

20

10 5

0 0
0,063 0,125 0,25 0,5 1 2 4 8 16 31,5 45 56 63
2,8 5,6 11,2 22,4

Siebnennöffnungsweite in [mm]

Obergrenze Untergrenze

Diagramm 9: Abstufung von Sand 0/1 nach DIN EN 1610: Tabelle B.7

B.3.4 Beispiele für Nenngrößen von Korngemischen (All-In) sind (in mm): 16; 20; 32; 40
Beispiele für die Abstufung von Nenngrößen von Korngemischen (All-In) enthält Tabelle B.8.

Tabelle B.8 – DIN EN 1610: Abstufung von Nenngrößen von Korngemischen (All-In)

70 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

B.3.5 Gebrochene Stoffe


Österreich: Alle Beispiele in B.3.1 bis B.3.4 sind auch für gebrochene Baustoffe anwendbar.

Schweiz; Deutschland; Niederlande: Gebrochene Baustoffe müssen den folgenden Abstufungsanforderungen entspre-
chen:

Größtkorn Rohrgröße

11 mm DN < 900

20 mm DN > 1000

Quelle:
DIN 4226-1

B.4 Belgien

B.4.1 Klassifizierung von körnigen, ungebundenen Baustoffen


Die Abstufung von körnigen, ungebundenen Baustoffen enthält Tabelle B.9.

Tabelle B.9 – DIN EN 1610: Abstufung von körnigen, ungebundenen Baustoffen

B.4.2 Klassifizierung von Sand


Die Abstufung von Sand enthält Tabelle B.10.

Tabelle B.10 – DIN EN 1610: Abstufung von Sand

DWA-Regelwerk Januar 2010 71


DIN EN 1610 / DWA-A 139

B.4.3 Abstufung von Korngemischen (All-In)


Die Abstufung von Korngemischen (All-In) enthält Tabelle B.11.

Quellen:
NBN B 11-101 für körnige, ungebundene
Baustoffe und Korngemische (All-In)
NBN B 11-011 für Sand

72 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

B.5 DK – Dänemark Seitenverfüllung und Abdeckung


Korngrößen über 64 mm sind nicht erlaubt; das Material
muss für eine ausreichende Verdichtung nach den Pla-
B.5.1 Allgemeine Anforderungen an nungsanforderungen geeignet sein.
Baustoffe für die Bettung, Seiten-
verfüllung und Abdeckung Quelle:
DS 437 Dansk Ingeniørforening's Code of Practice for
Abstufung the Laying of Underground Rigid Pipelines of Concrete.
Größtkorn D ≤ 8 mm;
maximaler Feinanteil (< 0,075) 9 %; B.5.3 Biegeweiche Rohre
Gleichförmigkeitsbeiwert U < 3.
Das Material muss die Anforderungen nach DS 475
Reinheit erfüllen. Für das Material in Bereichen ohne feste Stra-
ßendecke gelten die folgenden Anforderungen.
Das Material darf nicht gefroren sein oder schädigende
Pflanzenreste, Humus oder Brocken von Ton oder Lehm
Bettung
enthalten.
Korngröße über 16 mm ist nicht erlaubt; der Anteil von
Das Material darf keine auf den Rohrwerkstoff Material zwischen 8 mm und 16 mm darf 10 % nicht
aggressiv wirkende Substanzen enthalten. überschreiten; das Material darf nicht aus scharfkanti-
gem Feuerstein oder vergleichbarem Material bestehen;
Seitenverfüllung das Material muss ausreichend verdichtbar sein.
Die Seitenverfüllung von biegesteifen Rohren, z. B. Be-
Seitenverfüllung und Abdeckung
tonrohre, kann oberhalb des Niveaus des Rohrmittel-
punkts üblicherweise mit schwerem Gerät verdichtet Anforderungen wie für die Bettung, es darf aber Ton
werden. Vorausgesetzt, es ist genügend Platz für dieses verwendet werden.
Gerät vorhanden, kann auf die Anforderungen das
Größtkorn betreffend, verzichtet werden. Korngrößen Quelle:
über 64 mm sind jedoch nicht zulässig. DS 430 Dansk Ingeniørforening's Code of Practice for
the Laying of Underground Flexible Pipelines of Plastic.
Für die Seitenverfüllung unterhalb des Niveaus des
Rohrmittelpunkts von biegesteifen Rohren, z. B. Beton-
rohre, gilt dasselbe, vorausgesetzt, das eingesetzte Gerät B.6 F – Frankreich
ermöglicht eine wirksame Verdichtung der Oberfläche
der Bettungsschicht sowie dicht am Rohr, und dass die
Bettungsschicht für kreisförmige Rohre eine Mindest- B.6.1 Französische Anforderungen für die
dicke entsprechend der einer verstärkten Bettung, d. h. Leitungszone
einem Viertel des Rohraußendurchmessers, aufweist.
Auszug aus:
Quelle:
Circulaire n° 92-42 du 1er juillet 1992 relative au Fasci-
DS 475 und DS 475/A 1 Code of practice for trenching cule n° 70 „Ouvrages d'assainissernent“ NO 2: EQUE
for underground pipes and cables. 9210 108C.

Punkt 5.4.3.1, Seite 77: Herstellung der Bettung


B.5.2 Biegesteife Rohre
Das Material muss die Anforderungen nach DS 475 Die Bettung wird mit Material hergestellt, das weniger
erfüllen. Für das Material in Bereichen ohne feste Stra- als 5 % Partikel der Fraktion kleiner als 0,1 mm und
ßendecke gelten die folgenden Anforderungen. keine Bestandteile größer als 30 mm enthält. In wasser-
führenden Schichten ist die Bettung mit Material zwi-
Bettung schen 5 mm und 30 mm herzustellen.

Korngröße über 32 mm ist nicht erlaubt; der Anteil von Punkt 5.8.1, Seite 97: Herstellung der Seitenverfül-
Material zwischen 16 mm und 32 mm darf 10 % nicht lung und der Abdeckung
überschreiten.
Die Seitenverfüllung und die Abdeckung kann mit jedem
vom Planer vorgesehenen und für die Rohrcharakteristik
geeignetem Material (Sand, Kies, Korngemische (All-In))
hergestellt werden.

DWA-Regelwerk Januar 2010 73


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Punkt 5.8.1.1: Herstellung der Seitenverfüllung Punkt 5.8.1.2: Herstellung der Abdeckung

Oberhalb der Bettung und bis zur Achse des Rohrschei- Oberhalb der Seitenverfüllung wird die Abdeckung und
tels wird das Verfüllmaterial unter die Seite des Rohres deren Verdichtung in aufeinanderfolgenden Lagen sym-
gestopft und verdichtet, um jede Bewegung des Rohres metrisch und gleichmäßig hergestellt, bis zu einer
zu verhindern und die geplante Seitenverfüllung einzu- Schichtdicke von mindestens 0,10 m über dem Rohr-
bringen. scheitel, um die Leitungszone fertigzustellen.

Um zu verhindern, dass sich die das Rohr einschließen-


de Seitenverfüllung zu einem späteren Zeitpunkt auflo- B.6.2 Französische Norm über geeignete
ckert, ist die Seitenverfüllung nach dem teilweisen Ent- körnige, ungebundene Baustoffe
fernen des Verbaus (Pölzung), sofern vorhanden,
herzustellen. Quelle:
Norm NF P 18-101 Dezember 1990: Granulate – Voka-
Hat sich die Seitenverfüllung gelockert, wird der Planer
bular – Definitionen und Klassifikationen (Abschnitte 1
den Grad der Auflockerung feststellen und berücksichti-
bis 5 und Abschnitt 8).
gen, auch unter Berücksichtigung der Festigkeit des
Rohres, um gegebenenfalls die Wahl des Materials für
die Seitenverfüllung zu ändern. Beispiele für Abstufungen siehe Tabellen B.12, B.13 und
B.14.

Tabelle B.12 – DIN EN 1610: Abstufungen von 4/10, 6/14, 6/20, 6/31,5 nach NF P 18-101

Tabelle B.13 – DIN EN 1610: Abstufungsanforderungen für Sand nach NF P 18-101

74 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Tabelle B.14 – DIN EN 1610: Abstufungstoleranzen für Sand nach NF P 18-101

B.7 IRL – Irland/UK – Vereinigtes Königreich


Die Anforderungen des Vereinigten Königreichs an Material für die Leitungszone sind in den Bezugsdokumenten am Ende
dieses Abschnitts enthalten. Die folgenden Tabellen B.15 bis B.17 wurden aus diesen Bezugsdokumenten zusammengestellt.

Tabelle B.15 – DIN EN 1610: Grobkorn (gemeinsam für IRL, UK)

Tabelle B.16 – DIN EN 1610: Feinkorn (gemeinsam für IRL, UK)

Zu Tabelle B.16 Feinkorn


Die nach BS 812, Teil 103, unter Verwendung von Prüfsieben der Größen in Tabelle B.16 nach BS 410, volle Toleranzen,
ermittelten Abstufungen für Feinkorn müssen innerhalb der Gesamtgrenzen nach Tabelle B.16 liegen; ergänzend darf
nicht mehr als eine von zehn aufeinanderfolgenden Proben Sortierungen außerhalb der Grenzen irgendeiner der Abstu-
fungen von C, M oder F nach Tabelle B.16 aufweisen.

DWA-Regelwerk Januar 2010 75


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Tabelle B.17 – DIN EN 1610: Korngemische (All-In) (nur UK)

Zu Tabelle B.17 Korngemische (All-In) Water Industry Specifications/lnformation and


Die nach BS 812, Teil 103, unter Verwendung von Prüf- Guidance Notes
sieben der Größen in Tabelle B.17 nach BS 410, volle WIS No. 4-08-02
Toleranzen, ermittelten Abstufungen für Korngemische Specification for bedding and sidefill materials for
(All-In)-Zuschläge für Beton, müssen innerhalb der buried pipelines
zutreffenden Grenzen nach Tabelle B.17 liegen.
IGN No. 4-11-02
Quellen: Revised bedding factors for vitrified clay drains and sewers
Dieser Anhang B.7 nimmt Bezug auf die neuesten Aus-
gaben der nachstehenden Veröffentlichungen (falls nicht Water Services Association
anders angegeben), einschließlich aller Ergänzungen Civil Engineering Specification for the Water Industry,
und Überarbeitungen, die ebenfalls herangezogen wer- 4th Edition
den sollten. WSA
Sewers for adoption, edition 4, 1995.
Britische Normen
BS 882 Transport and Road Research Laboratory
Specification for aggregates from natural sources for
concrete Simplified tables of external loads on buried pipelines, 1986

BS 1047 BRE Digest 363


Specification for air-cooled blast furnace slag aggregate Sulphate and acid resistance of concrete in the ground,
for use in construction 1991

BS 1377 Specification for the reinstatement of openings in high-


Methods of test for soils for civil engineering purposes ways, HMSO, 1992

BS 3797 ER201E
Specification for lightweight aggregates for masonry Guide to the Water Industry for structural design of
units and structural concrete underground non-pressure PVC pipelines, 1986

BS 8005 Für Rohre, die unter Autobahnen verlegt werden, sollte


Part 1: Guide to new sewerage construction die „Specification for the reinstatement of openings in
highways (HAUC specification)“ herangezogen werden.
Insbesondere sind hierin Anforderungen enthalten, dass
Irische Norm
Tone mit einem Wassergehalt (LL) größer als 90 oder
IS 5: 1990 einem Plastizitätsindex (PI) größer als 65, geprüft nach
Aggregates for concrete, Part 1: Specification BS 1377, Teil 2, Verfahren 4 bzw. 5.4, nicht verwendet
werden dürfen, und dass Steine überwiegend größer als
37,5 mm nicht annehmbar sind.

76 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

B.8 N – Norwegen
Tabelle B.18 – DIN EN 1610: Übersicht zu Verfüllmaterialien

B.9 S – Schweden
In Schweden gibt es keine nationale Norm für Baustoffe für die Leitungszone. Es gibt nationale Richtlinien (Mark AMA
83 und VAV P 70), die befolgt werden sollten, falls der Planer nichts anderes vorgibt. Üblicherweise legt der Planer die
Baustoffe für die Leitungszone fest.

Tabelle B.19 – DIN EN 1610: Schwedische Richtlinie für Baustoffe für die Lagerung entsprechend Mark AMA 83 und VAV P 70

DWA-Regelwerk Januar 2010 77


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Die Richtlinien sind anwendbar für


– Ein-Korn-Kies
– Material mit abgestufter Körnung
– Korngemische (All-In)
– Gebrochene Baustoffe.
Schwedische Richtlinien für bewehrtes Betonauflager
(Mark AMA 83)
– Unbewehrter Beton: Klasse K 15
– Bewehrter Beton: Klasse K 25

Quellen:
Mark AMA 83
Allmän material – och arbetsbeskrivning för markabeten
VAV P 70
Anvisningar för projektering och utförande av
markförlagda självfallsledningar av plast

78 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Anhang C Auszug aus der EG-Richtlinie vom 17. September 1990


über die Vergabebedingungen an Firmen, die in den
Bereichen Wasser, Energie, Verkehr und
Telekommunikation tätig sind (informativ)

Titel IV
Prüfung, Auswahl und Auftragsvergabe
Artikel 24

1. Die Auftraggeber, die dieses wünschen, können ein 4. Die Auftraggeber unterrichten die Antragsteller in-
System zur Prüfung von Lieferanten oder Unterneh- nerhalb einer angemessenen Frist über die Entschei-
men einrichten und betreiben. dung, die sie zur Qualifikation der Antragsteller ge-
troffen haben. Kann die Entscheidung über die
2. Das System, das verschiedene Stufen umfassen kann, Qualifikation nicht innerhalb von sechs Monaten
wird auf der Grundlage objektiver Regeln und Krite- nach Eingang des Prüfungsantrags getroffen werden,
rien gehandhabt, die von dem Auftraggeber aufge- hat der Auftraggeber dem Antragsteller spätestens
stellt werden. Der Auftraggeber nimmt in diesem Fall zwei Monate nach Eingang des Antrags die Gründe
auf die europäischen Normen Bezug, sofern dies an- für eine längere Bearbeitungszeit mitzuteilen und
gebracht ist. Diese Regeln und Kriterien werden er- anzugeben, wann über die Annahme oder die Ableh-
forderlichenfalls auf den neuesten Stand gebracht. nung seines Antrags entschieden wird.

3. Die Regeln und Kriterien für die Prüfung werden 5. In ihrer Entscheidung über die Qualifikation sowie
interessierten Lieferanten oder Unternehmen auf bei der Überarbeitung der Prüfungskriterien und
Wunsch gegeben. Die Überarbeitung dieser Regeln -regeln dürfen die Auftraggeber nicht:
und Kriterien wird interessierten Lieferanten und
– bestimmten Lieferanten oder Unternehmen ad-
Unternehmen mitgeteilt. Entspricht das Prüfungssys-
ministrative, technische oder finanzielle Ver-
tem bestimmter dritter Einrichtungen oder Stellen
pflichtungen auferlegen, die sie anderen Unter-
nach Ansicht eines Auftraggebers seinen Anforde-
nehmern nicht auferlegt hätten.
rungen, so teilt dieser den interessierten Lieferanten
oder Unternehmen die Namen dieser dritten Einrich- – Prüfungen und Nachweise verlangen, die sich mit
tungen oder Stellen mit. bereits vorliegenden objektiven Nachweisen
überschneiden.

DWA-Regelwerk Januar 2010 79


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Anhang D Anhang E
Anforderungen an Wirtschaftliche Aspekte
Einbauanleitungen (informativ)
Müssen spezielle Eigenschaften des jeweiligen Rohr-
werkstoffes berücksichtigt werden, muss der Hersteller E.1 Allgemeines
eine ergänzende, verbindliche, detaillierte Einbauanlei-
tung vorlegen. Sie sollte insbesondere Angaben enthal- Die Gesamtkosten einer Kanalisation sind hauptsächlich
ten über: bestimmt durch:

• Lieferung, • Investitionskosten,

• Be- und Entladen, • Nutzungsdauer,

• Transport auf der Baustelle, • Abschreibung,

• Lagerung, • Zinsdienst,

• Ablassen in den Rohrgraben, • Instandhaltung,

• Einbauen, • Betriebskosten,

• Anschluss an Bauwerke, • soziale Kosten,

• Anschluss an einen bestehenden Abwasserkanal/eine • Entsorgungskosten.


bestehende Abwasserleitung, Die planmäßige Funktion vorausgesetzt, sollte die Ge-
• Abstützen und Verankern, samtheit aller Kosten innerhalb eines Betrachtungszeit-
raums den optimal niedrigsten Wert ausweisen.
• Auflagerung,
• Einbetten (Baustoffe, Verdichtung), Der Betrachtungszeitraum ist abhängig vom Interesse
des Kostenträgers (Abschreibung, Nutzungsdauer).
• Überschütten
(Mindestüberdeckung, Baustoffe, Verdichtung), Für Abwasserkanäle werden in der Regel sehr lange
Nutzungszeiträume angestrebt. Die Wahl der Nutzungs-
• Lagestabilisierung,
dauer führt je nach Investitionskosten und den zuzuord-
• Gleitmittel (Art, Funktion, Anwendung), nenden anderen Kosten zu unterschiedlichen Ergebnis-
sen in der Wirtschaftlichkeitsaussage.
• Herstellen der Rohrverbindung,
• Angabe des zulässigen Abstands
der Stirnflächen, E.2 Bewertung
• Angaben über Schweißbarkeit, Bei der wirtschaftlichen Bewertung ist die gewählte bzw.
erwartete Nutzungsdauer von entscheidender Bedeutung.
• Hinweis zur Einhaltung der zulässigen
Planungsalternativen sind entsprechend auszuwerten.
Sohlsprünge,
• Befestigen und Lösen der Endverschlüsse, Eine gute Möglichkeit der Bewertung ist eine Betrachtung
über Jahreskosten. Die Methodik solcher Berechnungen
• Kürzen von Rohren und Nachbehandeln ist u. a. in der „Leitlinien zur Durchführung dynamischer
der Schnittflächen, Kostenvergleichsrechnungen (KVR-Leitlinien)“ zu finden.
• Herstellen nachträglicher Anschlüsse,
• Prüfungen,
• Einbau (Art, Hilfsmittel, Geräte),
• Überwachung.

80 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

E.3 Technische Nutzungsdauer Anhang F


Wesentlich für die wirtschaftliche Bewertung ist die mög- Güteüberwachung und Anforde-
lichst genaue Abschätzung der Nutzungsdauer, während
der die Kanalleitung ihre Funktion bei normalem Instand-
rungen beim Einbau „selbstver-
haltungsaufwand erfüllt. Diese Nutzungsdauer ist in der dichtender“ Verfüllmaterialien
Regel nicht mit der Abschreibungsdauer der betriebswirt-
schaftlichen Abschreibung gleichzusetzen.
Die Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung
(BBodSchV) und das Kreislaufwirtschafts- und Abfallge-
Anzustreben ist eine gesamtwirtschaftlich optimierte setz (KrW-/AbfG) müssen beachtet werden.
Lösung. Neben den Investitionskosten sind die Betriebs-
kosten und die Nutzungsdauer zu berücksichtigen. Das
Der Auftragnehmer muss über ein Qualitäts- und Manage-
Recycling der verwendeten Bauteile und Baustoffe sollte
mentsystem die vertraglich vereinbarte Qualität der
in der Planung Berücksichtigung finden.
Erdarbeiten sicherstellen.

E.4 Einfluss der technischen Die Qualitätssicherung sollte folgende Elemente beinhalten:

Ausführung auf die Nutzungsdauer • Eignungsprüfungen der Erdbaustoffe einschließlich


des Nachweises der Umweltverträglichkeit gemäß
Leitungen und Kanäle sind hinsichtlich ihrer technischen den Mindestanforderungen der Länderarbeitsge-
Nutzungsdauer in starkem Maße von der Qualität der meinschaft Abfall (LAGA);
Umsetzung der Projektanforderungen in Planung und
• Qualitätsvereinbarung zwischen AG und AN beinhal-
Bauausführung abhängig.
tet:
Eine fachgerechte Planung muss die Erwartungen an die – Qualitätsanforderung,
geplante Nutzungsdauer erfüllen. Wesentlich sind die
– Organisation der Qualitätssicherung,
Umsetzung innerhalb der Bauausführung und die Sicher-
stellung der Qualität. Dies sind Voraussetzungen für die – Umfang und Dokumentation der Eigen- und
zutreffende Abschätzung der Daten einer Wirtschaftlich- Fremdüberwachung;
keitsberechnung.
• Vorlage einer Arbeitsanweisung durch den AN;
• Kontrolle der Erdbaustoffe auf Übereinstimmung mit
den Eignungsprüfungen;
• Eigenüberwachungs- und Fremdprüfungen in Art
und Umfang gemäß den Anforderungen der ZTV E-
StB 09 und der ZTV A-StB 97;
• die Ergebnisse der Eigen- und Fremdprüfung ein-
schließlich der Prüfprotokolle sollten umgehend dem
Auftraggeber bzw. dessen Vertreter übergeben werden;

Folgende Unterlagen bilden den Mindestumfang für die


Eignungs- und Güteprüfung:
• Bestandteile und Zusammensetzung (Sieblinie und
organische Bestandteile des Grundmaterials, Art und
Menge des Stabilisators, Wassergehalt, etc.);
• Lieferscheine der Ausgangsstoffe;
• Lieferscheine einschließlich Rezeptur des gemischten
Verfüllmaterials;
• Angabe der Solldruckfestigkeit
(Minimalwert und Maximalwert).

DWA-Regelwerk Januar 2010 81


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Vor Einbau des Verfüllmaterials sind durch den Auf-


tragnehmer nachzuweisen:
Anhang G
• Frisch-Konsistenz (z. B. Ausbreitmaß); Formblätter für die Dichtheits-
• Druckfestigkeit Verfüllmaterial: Minimalwert und prüfung (informativ)
Maximalwert (Prüfalter n7, n28, n90);
• bodenmechanische Kennwerte des Verfüllmaterials Inhalt
(einaxiale Druckfestigkeit, Wichte des Bodens mit und
ohne Grundwasser, Scherparameter, Verformungs- Zur Vorbereitung, Durchführung und Dokumentation
modul, Durchlässigkeit, Filtereigenschaften, etc.); von Dichtheitsprüfungen mit den Verfahren Luft und
• Lösbarkeit bei Aufgrabungen (Stichfestigkeit); Wasser sollten die folgenden Formblätter verwendet
werden.
• Zeitabhängiges Verformungsverhalten
(„Schwinden“, „Kriechen“); Dichtheitsprüfung Freispiegelleitungen
• Verträglichkeit der Inhaltsstoffe und der Eluate mit Checklisten
Grundwasser, Boden und Bauwerken;
G.1 Planung und Koordination Prüfablauf ....... 83
• Verträglichkeit der Inhaltsstoffe untereinander.
G.2 Vorbereitung der Prüfung.......................... 84
G.3 Verfahren Luft
Während des Einbaus des Verfüllmaterials sind durch
(Check Prüfeinrichtung) ............................ 85
den Auftragnehmer nachzuweisen:
• Übereinstimmung des anstehenden Bodens mit der G.4 Verfahren Luft (Luftüberdruckprüfung) .... 86
Eignungsprüfung; G.5 Verfahren Luft (Unterdruckprüfung) ......... 88
• Nachweis über die verwendeten Baustoffe G.6 Verfahren Wasser
(Menge, Art etc.); (Check Prüfeinrichtung) ............................ 90
• Ausbreitmaß; G.7 Verfahren Wasser ...................................... 91
• Rückstellproben; G.8 Verfahren Infiltration ................................ 93
• Prüfumfang gemäß Eignungsprüfung
Prüfprotokolle
(Prüfhäufigkeit, Homogenität der Mischung etc.).

G.9 Niederschrift
Nach Einbau des Verfüllmaterials muss durch den Auf-
Prüfverfahren „L“, Rohrleitungen .............. 94
tragnehmer ein Vergleich der Ist- und Sollwerte ein-
schließlich einer entsprechenden Dokumentation gelie- G.10 Niederschrift
fert werden. Prüfverfahren „L“,
Einzelne Verbindungen ............................. 95
G.11 Anlage 1
Prüfung mittels Prüfverfahren „L“,
Angaben zum Prüfgerät ............................. 97
G.12 Niederschrift
Prüfverfahren „W“, Rohrleitungen ............. 98
G.13 Niederschrift
Prüfverfahren „W“, Rohrleitungen
einschließlich Schächte ............................. 99

82 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Checkliste
G.1 Dichtheitsprüfung Freispiegelleitungen nach Arbeitsblatt
– Planung und Koordination Prüfablauf – DWA-A 139
Seite 1/1

Projekt-Nr.: .........................
Baumaßnahme/-abschnitt: ...........................................................................................................
Auftraggeber: ...........................................................................................................
Auftragnehmer: ...........................................................................................................

Datum/
erfor-
Unterschrift/
Vorgang derlich Dokumentation
Name in
(j/n)
Druckbuchstaben
Durchführbarkeit der Auswertung der Ausführungsplanung hinsichtlich
Dichtheitsprüfung  der Durchführbarkeit der Dichtheitsprüfung
Rückstau
Art und Umfang der (Regen-, Trockenwetterabfluss, Rückstauebene) 
Abwasserumleitung
(in Abhängigkeit der
 Pumpen oder Saugfahrzeug 
Witterungsverhältnisse)
..................................... 
Prüfung der örtlichen
Anbindung an Bestand 
Situation 
Behandlung der Anschlussleitungen 
Luft
Wasser
Unterdruck Überdruck

– Haltungen   
– Rohrleitungsabschnitte:   
Wahl Prüfverfahren

(Luft, Wasser und Infiltration) – Einzelverbindungen:   
(Einzelverbindungen nur mit opt. Inspektion)

– Schächte 
– Infiltration 
Festlegung, ob ge-
trennte oder gemein-
same Prüfung von  getrennt  gemeinsam 
Rohren, Schächten,
etc. [...]
Festlegung von
Prüfabschnitten 
Ausschreibung
und/oder
Beauftragung einer  Firma: ………………………………………………………………….
qualifizierten Firma für
die Dichtheitsprüfung
Vorlage Eignungs-
nachweis der  Zertifiziert von: ……………………………………………………
beauftragten Firma
Koordination der Koordination zwischen Baufirma und ausführender Firma auch
Dichtheitsprüfung  bezügl. des zeitlichen Ablaufs
Terminplan für
Dichtheitsprüfungen  Empfänger: ………………………………………………………….

DWA-Regelwerk Januar 2010 83


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Checkliste
G.2 Dichtheitsprüfung Freispiegelleitungen nach Arbeitsblatt
– Vorbereitung der Prüfung – DWA-A 139
Seite 1/1

Projekt-Nr.: .........................
Baumaßnahme/-abschnitt: ...........................................................................................................
Auftraggeber: ...........................................................................................................
Auftragnehmer: ...........................................................................................................

Datum/
erfor-
Unterschrift/
Vorgang derlich Dokumentation
Name in
(j/n)
Druckbuchstaben
Planunterlagen mit Angabe von Lage, Art,
Umfang, Ordnungsmerkmale, etc. 
Bereitstellung von Benennung von Einstieg,
Informationen für das aus-  Fluchtmöglichkeiten 
führende Unternehmen
Angaben zur besonderen Gefährdung:
z. B. Kanalatmosphäre, Abwasserzusammensetzung, 
Pumpenschwall, etc.

Ermittlung baustellen- und


betriebsbezogener Gefähr- – Datum: .........................................................
dungen und Festlegung von  SiGeKo
Maßnahmen des Arbeits-
und Gesundheitsschutzes – Nachweis: ......................................................
Abstimmung mit Verkehrssicherungspflichtigem
Absperreinrichtungen: 
(Leitkegel, Baustellenschilder, etc.)
Verkehrssicherung für
Arbeitsstellen kürzerer Dauer  Absturzsicherung für Öffnungen

(Schachtabdeckung)

Warnkleidung 
Sicherung der
Abwasservorflut  durch: ..............................................................

persönl. Schutzausrüstung
Hand-, Fuß-, Kopfschutz; Absturz-, Höhensicherung, 
Atemschutz
Mindestanforderung an die
Sicherheitsausrüstung  Gasmessgerät 
Absturzsicherungsgerät zum Einstieg in
Anlagen der Abwasserbeseitigung 
Bewetterung 
Reinigung, Inspektion Überprüfung der Kanalatmosphäre 

des Prüfobjektes HD-Spülung, Reinigung 
TV-Inspektion 
Aufsicht Führender der Druckprüfung:
Überprüfung der Einhaltung ..........................................................................
von Mindestanforderungen Vorlage Sachkundenachweis des
gemäß „BGV A1: § 8  Aufsicht Führenden 
Gefährliche Arbeiten“
Durchführung in Anwesenheit von
mind. 2 Personen 

84 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Checkliste
G.3 Dichtheitsprüfung Freispiegelleitungen nach Arbeitsblatt
– Verfahren Luft (Check Prüfeinrichtung) – DWA-A 139
Seite 1/1

Projekt-Nr.: ......................... Prüfverfahren


Baumaßnahme/-abschnitt: ................................................................................... LE LF
Auftraggeber: ................................................................................... LEu LFu
Auftragnehmer: ................................................................................... (Zutreffendes ankreuzen bzw. eintragen)

Datum/
erfor-
Unterschrift/
Vorgang derlich Dokumentation
Name in
(j/n)
Druckbuchstaben
Kompressor bzw. Verdichter oder
Überprüfung Mindestausrüs-
tung Dichtheitsprüfung
 Unterdruckpumpe 
Muffenprüfgerät 
Absperrelemente mit Typenschild und
folgenden Angaben:
(Hersteller, Typ, Baujahr, geeigneter Rohrdurch- 
Nachweis über die Dichtheit
der Prüfeinrichtung
 messer, max. Betriebsdruck, max. zul. Prüfdruck,
zul. Prüfmedien (L/W)
– Bedienungsanleitung liegt vor
(auf Baustelle)

Befülleinrichtung inklusive
– Druckbegrenzer bzw. Druckminderungsventil
in Verbindung mit Sicherheitsschaltung

Nachweis über die Kalibrierung
der Messgeräte nicht älter als  (Totmannschaltung)
12 Monate – geeichtem Kontrollmanometer mit max.
Messabweichung < 10 % ∆ p

– Befüllschlauch 
Druckmesseinrichtung, Datenschreiber mit
Online-Plot (in geeigneter Auflösung) 
Funktionsprüfung  min. Zeitschritt ∆ t:.....s/min. Druckdiff. ∆ p:.....kPa
Alle Ausrüstungsgegenstände entsprechenden Vor-
schriften (gemäß DIN, VDE, UVV: siehe DWA-A 139: 
Abschnitt 16)
Prüfprotokoll: Allgemeine Daten
Mindestangaben des  AG, AN, BÜ 
Ausgabeplots bzw. Geräteführer, Aufsicht Führender 
Ausgabeprotokolls Prüfort, Datum, Uhrzeit 
Straßenname, Haltungsnr., Schachtnr. 
Erst-, Wiederholungsprüfung 
Witterungsverhältnisse 
Bestandsdaten
Art des Objektes (haltungs-, abschnittsweise
oder Verbindungsprüfung), Schacht 
Baujahr, Kanalart, Querschnittsabmessungen 
Prüflänge, Werkstoff 
Grundwasserstand 
Angaben zu vorh. Anschlüssen 
Angaben zur Prüfvorschrift
Prüfdruck  zulässige Druckdifferenz 
Prüfzeit  Beruhigungszeit 
Messergebnisse 
Messgrafik
grafische Darstellung über Prüfzeit mit:
Angabe des geforderten Prüfdruckes 
der zulässigen Druckdifferenz 
Beginn/Ende Beruhigungszeit 
Beginn/Ende Prüfzeit 
Angaben zu Korrekturmaßnahmen während
der Prüfung

DWA-Regelwerk Januar 2010 85


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Checkliste
G.4 Dichtheitsprüfung Freispiegelleitungen nach Arbeitsblatt
– Verfahren Luft (Luftüberdruckprüfung) – DWA-A 139
Seite 1/2

Projekt-Nr.: ......................... Prüfverfahren


Baumaßnahme/-abschnitt: ................................................................................... LE LF
Auftraggeber: ................................................................................... (Zutreffendes ankreuzen bzw. eintragen)

Auftragnehmer: ...................................................................................

Datum/
erfor-
Unterschrift/
Vorgang derlich Dokumentation
Name in
(j/n)
Druckbuchstaben
Vollständigkeit der Checkliste 
Vorlage Checkliste
Prüfeinrichtung
 Unterschrift Aufsicht Führender
der Druckprüfung

Überprüfung des
Verschlusses aller zu- und 
ablaufender Leitungen

Positionierung der bei Einzelverbindungs- und


Absperrelemente mit  abschnittsweisen Dichtheitsprüfungen 
TV-Überwachung sowie in nichtbegehbaren Kanälen

gerätespezifische Angaben zum Prüfvolumen/


-oberfläche zur Bestimmung der Prüfzeit 
Prüfung einzelner
Verbindungen
 optische Inspektion 
Dichtheit der Prüfeinrichtung:
Referenzmessungen

Ausschubsicherung: 
Überprüfung und Sicherung Firma/Modell: ………………........................
der formschlüssigen Lage 
der Absperrelemente
Statischer Nachweis liegt vor 
Räumung der Prüfstrecke vor
Befüllen der Absperrelemente 
Verfahren:  LE
 LF

DN > 1000:
Empfehlung DWA: LE
Festlegung Prüfverfahren 
Prüfdruck:  kPa
zulässiger
Druckabfall:  kPa
Beruhigungszeit: empfohlen mind. 5 min,
bei Einzelverbindungen mind. 30 Sekunden

86 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Checkliste
G.4 Dichtheitsprüfung Freispiegelleitungen nach Arbeitsblatt
– Verfahren Luft (Luftüberdruckprüfung) – DWA-A 139
Seite 2/2

Datum/
erfor-
Unterschrift/
Vorgang derlich Dokumentation
Name in
(j/n)
Druckbuchstaben

Erhöhung des Prüfdruckes um 1 kPa pro 10 Zentimeter


GW über Rohrsohle

Prüfdruck: 
Berücksichtigung von an- max. Prüfdruck p0 ≤ 20 kPa
stehendem Grundwasser  (Druck über Atmosphärendruck)
(GW) (über Rohrsohle)
GW bis 1 m über Rohrsohle:
empf. Prüfverfahren: Wasser und LE

GW oberhalb 1 m über Rohrsohle:


empf. Prüfverfahren: Wasser

Nach Aufbringen des Prüfdruckes


(max. Drucküberschreitung: p0 + 5 %):
Kontrolle Prüfeinrichtung
(Vermeidung von Fehlmessungen)
 Trennung von Prüfraum und
Kompressor!

Durchführung Dichtheitsprüfung

Siehe Formular: ......... (Dichtheitsprüfung – Verfahren LUFT) (G.9 bzw. G.10)

Druckverlust nach Prüfzeit < zulässiger ∆ p


Prüfung entspricht der Vorgabe 
Prüfungsauswertung 
Druckverlust nach Prüfzeit > zulässiger ∆ p

Prüfung entspricht nicht der Vorgabe

Protokoll nach Checkliste Prüfeinrichtung 


Fortlaufende Nummerierung der Protokolle
Kontrolle Prüfprotokoll
für Archivierung

Erstellung Prüfprotokoll auch bei
nicht bestandener Prüfung,

Funktionsprüfung oder Fehlersuche! Prüfvermerk über Ergebnis der Dichtheits-
prüfung mit Unterschrift aller beteiligten 
Parteien

Druckablass über zweites Prüfelement


(ohne Druckmesseinrichtung) zur Kontrolle

Druckablass:
Kontrolle Messergebnisse 
Einhaltung UVV1) Einhalten Anforderungen gemäß UVV1)
(z. B. Ausbau Absperrelemente nach 
vollständ. Druckabfall im Prüfraum)

1) siehe Arbeitsblatt DWA-A 139: Abschnitt 16

DWA-Regelwerk Januar 2010 87


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Checkliste
G.5 Dichtheitsprüfung Freispiegelleitungen nach Arbeitsblatt
– Verfahren Luft (Unterdruckprüfung) – DWA-A 139
Seite 1/2

Projekt-Nr.: ......................... Prüfverfahren


Baumaßnahme/-abschnitt: ................................................................................... LEu LFu
Auftraggeber: ................................................................................... (Zutreffendes ankreuzen bzw. eintragen)

Auftragnehmer: ...................................................................................

Datum/
erfor-
Unterschrift/
Vorgang derlich Dokumentation
Name in
(j/n)
Druckbuchstaben

Vollständigkeit der Checkliste 


Vorlage Checkliste
Prüfeinrichtung
 Unterschrift Aufsicht Führender der
Druckprüfung

Überprüfung des
Verschlusses aller zu- und 
ablaufender Leitungen

Positionierung der bei Einzelverbindungs- und abschnittsweisen


Absperrelemente mit  Dichtheitsprüfungen sowie in 
TV-Überwachung nichtbegehbaren Kanälen

gerätespezifische Angaben zum Prüfvolumen/


-oberfläche zur Bestimmung der Prüfzeit 
Prüfung einzelner
Verbindungen
 optische Inspektion 
Dichtheit der Prüfeinrichtung:
Referenzmessungen

Ausschubsicherung: 
Überprüfung und Sicherung Firma/Modell: ..............................................
der formschlüssigen Lage 
der Absperrelemente
Statischer Nachweis liegt vor 
Räumung der Prüfstrecke vor Befüllen
der Absperrelemente
Verfahren:  LEu
 LFu

nicht bei anstehendem Grundwasser

Festlegung Prüfverfahren  Prüfdruck:  kPa


zulässiger
Druckanstieg
 kPa
Beruhigungszeit: empfohlen mind. 5 min,
bei Einzelverbindungen mind. 30 Sekunden

88 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Checkliste
G.5 Dichtheitsprüfung Freispiegelleitungen nach Arbeitsblatt
– Verfahren Luft (Unterdruckprüfung) – DWA-A 139
Seite 2/2

Datum/
erfor-
Unterschrift/
Vorgang derlich Dokumentation
Name in
(j/n)
Druckbuchstaben

Nach Aufbringen des Prüfdruckes


Kontrolle Prüfeinrichtung (max. Drucküberschreitung: p0 + 5 %):
(Vermeidung von Fehlmessungen)

Trennung von Prüfraum und
Unterdruckpumpe!

Durchführung Dichtheitsprüfung

Siehe Formular: ............ (Dichtheitsprüfung – Verfahren LUFT) (G.9 bzw. G.10)

Druckanstieg nach Prüfzeit < zulässiger ∆ p


Prüfung entspricht 
der Vorgabe
Prüfungsauswertung 
Druckanstieg nach Prüfzeit > zulässiger ∆ p
Prüfung entspricht nicht 
der Vorgabe

Protokoll nach Checkliste


Prüfeinrichtung

Fortlaufende Nummerierung der


Kontrolle Prüfprotokoll
Protokolle für Archivierung

Erstellung Prüfprotokoll auch 
bei nicht bestandener Prüfung,
Funktionsprüfung oder Fehlersuche!
Prüfvermerk über Ergebnis der
Dichtheitsprüfung mit Unterschrift 
aller beteiligten Parteien

Druckausgleich über zweites


Prüfelement (ohne Druckmesseinrichtung) 
Druckausgleich: zur Kontrolle
Kontrolle Messergebnisse 
Einhaltung UVV1) Einhalten Anforderungen gemäß UVV1)
(z. B. Ausbau Absperrelemente nach 
vollständ. Druckausgleich im Prüfraum)

1) siehe Arbeitsblatt DWA-A 139: Abschnitt 16

DWA-Regelwerk Januar 2010 89


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Checkliste
G.6 Dichtheitsprüfung Freispiegelleitungen nach Arbeitsblatt
– Verfahren Wasser (Check Prüfeinrichtung) – DWA-A 139
Seite 1/1

Projekt-Nr.: .........................
Baumaßnahme/-abschnitt: ...........................................................................................................
Auftraggeber: ...........................................................................................................
Auftragnehmer: ...........................................................................................................

Datum/
erfor-
Unterschrift/
Vorgang derlich Dokumentation
Name in
(j/n)
Druckbuchstaben
Nachweis über die Dichtheit
der Prüfeinrichtung

Überprüfung Mindestaus-
Kompressor zum Befüllen der

rüstung Dichtheitsprüfung  Absperrelemente
Muffenprüfgerät 
Absperrelemente mit Typenschild
und folgenden Angaben:
Nachweis über die Kalibrie- (Hersteller, Typ, Baujahr, geeigneter Rohrdurchmesser,
rung der Messgeräte nicht  max. Betriebsdruck, max. zul. Prüfdruck,
älter als 12 Monate zulässige Prüfmedien (L/W) 
– Bedienungsanleitung liegt vor 
(auf Baustelle)

Befülleinrichtung in Form eines Freispiegel-


behälters oder einer entsprechenden
Ausrüstung zur drucklosen Befüllung 
Funktionsprüfung  Druckmess-Befülleinrichtung

Messbereich: min. 150 ml, Pegelsysteme 1 mm

Alle Ausrüstungsgegenstände entsprechenden


Vorschriften (gemäß DIN, VDE, UVV)1)

Allgemeine Daten
AG, AN, BÜ 
Prüfprotokoll: Geräteführer, Aufsicht Führender 
Mindestangaben des  Prüfort, Datum, Uhrzeit 
Ausgabeprotokolls Straßenname, Haltungsnr., Schachtnr. 
Erst-, Wiederholungsprüfung 
Witterungsverhältnisse 
Bestandsdaten
Art des Objektes (haltungs-, abschnittsweise 
oder Verbindungsprüfung), Schacht 
Baujahr, Kanalart, Querschnittsabmessungen 
Prüflänge, Werkstoff 
Grundwasserstand 
Angaben zu vorhandenen Anschlüssen 
Angaben zur Prüfvorschrift
Prüfdruck 
Prüfzeit 
zulässige Wasserzugabe 
Füllzeit vor Prüfungbeginn 
Messergebnisse
gemessene Wasserzugabe 
Angaben zu Korrekturmaßnahmen während
der Prüfung 
1) siehe Arbeitsblatt DWA-A 139: Abschnitt 16

90 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Checkliste
G.7 Dichtheitsprüfung Freispiegelleitungen nach Arbeitsblatt
– Verfahren Wasser – DWA-A 139
Seite 1/2

Projekt-Nr.: .........................
Baumaßnahme/-abschnitt: ............................................................................................................
Auftraggeber: ............................................................................................................
Auftragnehmer: ............................................................................................................

Datum/
erfor-
Unterschrift/
Vorgang derlich Dokumentation
Name in
(j/n)
Druckbuchstaben
Vollständigkeit der Checkliste 
Vorlage Checkliste
 Unterschrift Aufsicht Führender
Prüfeinrichtung
der Druckprüfung

Überprüfung des Verschlus-
ses aller zu- und ablaufen- 
der Leitungen

Positionierung der bei Einzelverbindungs- und abschnitts-


Absperrelemente mit  weisen Dichtheitsprüfungen sowie in 
TV-Überwachung nichtbegehbaren Kanälen

Prüfdruck: 50 kPa

Wasserzugabewert: Prüfzeit
0,10 l/m2 bzw. 0,15 l/m2 für einen
1 m Rohrabschnitt
 30 min

bei Rohren > DN 1000:


Prüfung einzelner
Verbindungen
 Wasserzugabewert:
Prüfzeit

0,035 l/m2 bzw. 0,05 l/m2  10 min


für einen 1 m Rohrabschnitt

optische Inspektion 
Dichtheit der Prüfeinrichtung:
Referenzmessungen 
Ausschubsicherung: 
Überprüfung und Sicherung Firma/Modell: ......................
der formschlüssigen Lage  Statischer Nachweis liegt vor 
der Absperrelemente
Räumung der Prüfstrecke vor Befüllen
der Absperrelemente 
Entlüftung von Hochpunkten
während der Befüllung
Kontrolle Prüfeinrichtung
(Vermeidung von Fehlmessungen)
Während der Prüfung darf die Prüfstrecke
keine Verbindung zu einer Leitung unter
Überdruck (Pumpe) haben!

DWA-Regelwerk Januar 2010 91


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Checkliste
G.7 Dichtheitsprüfung Freispiegelleitungen nach Arbeitsblatt
– Verfahren Wasser – DWA-A 139
Seite 2/2

Projekt-Nr.: .........................
Baumaßnahme/-abschnitt: ............................................................................................................
Auftraggeber: ............................................................................................................
Auftragnehmer: ............................................................................................................

Datum/
erfor-
Unterschrift/
Vorgang derlich Dokumentation
Name in
(j/n)
Druckbuchstaben
Erhöhung des Prüfdruckes um 1 kPa pro
10 Zentimeter GW über Rohrsohle
Berücksichtigung von max. Prüfdruck p0 ≤ 50 kPa
anstehendem Grundwasser
(GW)
 (Druck über Atmosphärendruck)
GW bis 1 m über Rohrsohle:
(über Rohrsohle) empf. Prüfverfahren: Wasser und LE
GW oberhalb 1 m über Rohrsohle:
empf. Prüfverfahren: Wasser

Berücksichtigung von an-


stehendem Grundwasser GW ab 1 m über Rohrscheitel:
(GW)  Infiltrationsprüfung mit fallbezogenen Vorgaben
(über Rohrscheitel)
Prüfzeit: Prüfzeit: 30 min
Prüfdruck: 50 kPa > p0 > 10 kPa über
Prüfbedingungen abschnitts-
oder haltungsweise
 Rohrscheitel am tiefsten bzw.
höchsten Punkt
Vorfüllzeit: fallbezogen nach
Rohrmaterialien
Durchführung Dichtheitsprüfung
Siehe Formular: .......... (Dichtheitsprüfung – Verfahren WASSER) (G.12 bzw. G.13)

Wasserverlust nach Prüfzeit < zulässige


Wasserzugabe
Prüfungsauswertung
in Abhängigkeit der benetzten Prüfung entspricht der Vorgabe 
inneren Oberfläche  Wasserverlust nach
(siehe Wasserzugabewerte, DWA und
DIN EN 1610) Prüfzeit > zulässige Wasserzugabe
Prüfung enspricht nicht der Vorgabe 
Protokoll nach Checkliste Prüfeinrichtung 
Kontrolle Prüfprotokoll Fortlaufende Nummerierung der Protokolle
Erstellung Prüfprotokoll auch bei für Archivierung 
nicht bestandener Prüfung,
Funktionsprüfung oder Fehlersuche!
Prüfvermerk über Ergebnis der Dichtheits-
prüfung mit Unterschrift aller beteiligten
Parteien 
Druckablass über zweites Prüfelement
Druckablass: (ohne Druckmesseinrichtung) zur Kontrolle 
Kontrolle Messergebnisse Einhalten Anforderungen gemäß UVV 1)

Einhaltung UVV1) (z. B. Ausbau Absperrelemente nach voll- 


ständ. Druckabfall im Prüfraum)
1) siehe Arbeitsblatt DWA-A 139: Abschnitt 16

92 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Checkliste
G.8 Dichtheitsprüfung Freispiegelleitungen nach Arbeitsblatt
– Verfahren Infiltration – DWA-A 139
Seite 1/1

Projekt-Nr.: .........................
Baumaßnahme/-abschnitt: ...........................................................................................................
Auftraggeber: ...........................................................................................................
Auftragnehmer: ...........................................................................................................

Datum/
erfor-
Unterschrift/
Vorgang derlich Dokumentation
Name in
(j/n)
Druckbuchstaben

Vorgesehene Örtliche Begehung 



Dokumentationsart Kamerabefahrung 
Überprüfung des
Verschlusses aller zu- und 
ablaufender Leitungen

Einzelfallbezogene
Vorgaben festlegen

Durchführung Infiltrationsprüfung

Prüfung entspricht der Vorgabe 


Prüfungsauswertung 
Prüfung entspricht nicht der Vorgabe 
Fortlaufende Nummerierung der Protokolle
Kontrolle Prüfprotokoll für Archivierung

Erstellung Prüfprotokoll auch bei
nicht bestandener Prüfung,
 Prüfvermerk über Ergebnis der Dichtheits-
Funktionsprüfung oder Fehlersuche! prüfung mit Unterschrift aller beteiligten 
Parteien

DWA-Regelwerk Januar 2010 93


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Prüfprotokoll
G.9 Niederschrift Nr. ––––––––––––

Dichtheitsprüfung nach DIN EN 1610 und


Arbeitsblatt DWA-A 139 Doku-Nr.

Prüfverfahren „L“, Rohrleitungen ––––––––––––––––

Bauherr: –––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––– Projekt-Nr.: ––––


Baumaßnahme: ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
ausführende Bauunternehmung: ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Dichtheitsprüfung ausführende
Unternehmung: ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Bauüberwachung: ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Straße: ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––– Haus-Nr./Grundstück: –––––––––––
Prüfbereich von: ––––––––– bis: ––––––––– Station: ––––––––––– m
Leitungsart: HL  SE  HA  Rohrleitungslänge (L): ––––––––––– m
Hauptleitung Straßeneinlauf Hausanschluss

Querschnittsabmessungen: ––––––––––––––––––––––––––––––– Rohrmaterial: ––––––––––––


Grundwasserstand: nicht bekannt Art der Verbindungen: ––––––––––––

bekannt Baujahr: ––––––––––––


––––––––––– m über Rohrsohle
Lieferwerk: ––––––––––––
(gemäß DWA-A 139 ist der Prüfdruck pro 10 cm
Grundwasser über der Rohrsohle um 1 kPa
jedoch maximal auf 20 kPa Prüfdruck zu erhöhen) Kanalart: SW  RW  MW 

Ausschlussstutzen vorhanden  ja  nein Anzahl: ––––––––––––

Dichtheitsprüfung Verfahren „L“ Erstprüfung  Wiederholungsprüfung Nr.: ––––


Prüfung an verfüllter/unverfüllter Baugrube am: ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Prüfverfahren: LE LF LEu LFu Prüfgerät (Hersteller/Typ): siehe Anlage 1 (G.11), Blatt ___
Prüfdauer: ––––––––––– min Wetter: –––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Beginn Prüfzeit: ––––––––––– Uhr Prüfdruck (p0): ––––––––––––––––– kPa
Ende Prüfzeit: ––––––––––– Uhr zulässige Druckdifferenz: ––––––––––––––––– kPa
Druck Prüfbeginn: ––––––––––– kPa Anfangsdruck: ––––––––––––––––– kPa
(Anfangsdruck = begrenzt auf 5 %>p0 für die Dauer von tB; jedoch mind. 5 Minuten)

Druck Prüfende: ––––––––––– kPa Beruhigungszeit tB: ––––––––––––––––– min


tatsächliche Druckdifferenz: ––––––––––––––––– kPa
(siehe beigefügte Messgrafik)

Feststellungen während der Prüfung: ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––


Prüfungsvermerk: ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Prüfergebnis entspricht der Vorgabe! Prüfergebnis entspricht nicht der Vorgabe!
==> Maßnahmen: –––––––––––––––––––––––––––––––––
–––––––––––––––––
Ort, Datum

–Bauunternehmung– –Bauüberwachung– –Aufsicht Führender–

94 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Prüfprotokoll
G.10-1 Niederschrift Nr. ––––––––––––

Dichtheitsprüfung nach DIN EN 1610 und


Arbeitsblatt DWA-A 139 Doku-Nr.

Prüfverfahren „L“, Einzelne Verbindungen ––––––––––––––––

Bauherr: –––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––– Projekt-Nr.: ––––


Baumaßnahme: ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
ausführende Bauunternehmung: ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Dichtheitsprüfung ausführende
Unternehmung: ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Bauüberwachung: ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Straße/Lagebeschreibung: ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Prüfbereich von: ––––––––– bis: ––––––––– Rohrleitungslänge (L): –––––––––– m
Querschnittsabmessungen: ––––––––––––––––––––––––––––––– Rohrmaterial: –––––––––––
Grundwasserstand: nicht bekannt Art der Verbindungen: ––––––––––––
bekannt Bajuahr: ––––––––––––
––––––––––––––– m über Rohrsohle Lieferwerk: ––––––––––––
(gemäß DWA-A 139 ist der Prüfdruck pro 10 cm
Grundwasser über der Rohrsohle um 1 kPa
jedoch maximal auf 20 kPa Prüfdruck zu erhöhen) Kanalart: SW  RW  MW 

Dichtheitsprüfung Verfahren „L“ Erstprüfung  Wiederholungsprüfung Nr.: ––––


Prüfung an verfüllter/unverfüllter Baugrube am: ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Prüfverfahren: LE LF LEu LFu Wetter: –––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Prüfgerät (Hersteller/Typ): siehe Anlage 1 (G.11), Blatt –––
Anfangsdruck: ––––––––––– kPa Prüfdruck (p0): –––––––––––––––––
Prüfzeit: ––––––––––– s zulässige Druckdifferenz: ––––––––––––––––– kPa
Beruhigungszeit: ––––––––––––––––– s
(Beruhigungszeit tB ≥ 30 s)

Prüfergebnisse siehe Tabelle G.10-2

Feststellungen während der Prüfung: ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––

Prüfungsvermerk: ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
(Abweichungsbetrachtung nach Arbeitsblatt DWA-A 139 Anhang H)

Prüfergebnis entspricht der Vorgabe! Prüfergebnis entspricht nicht der Vorgabe!


==> Maßnahmen: –––––––––––––––––––––––––––––––––
–––––––––––––––––
Ort, Datum

–Bauunternehmung– –Bauüberwachung– –Aufsicht Führender–

DWA-Regelwerk Januar 2010 95


DIN EN 1610 / DWA-A 139

G.10-2

Schacht-Nr.: Prüfdauer Prüfdruck

lfd. Station Prüf- Prüf- Prüf- Prüf- tatsächl. Prüfergebnis


Nr. beginn ende beginn ende Druckdiff. entspricht Vorgabe
m Uhr Uhr kPa kPa kPa ja nein Bemerkungen
1  

2  

3  

4  

5  

6  

7  

8  

9  

10  

11  

12  

13  

14  

15  

16  

17  

18  

19  

20  

21  

22  

23  

24  

25  

26  

27  

28  

29  

30  

Schacht-Nr.: Summe:
Mittelwertbildung nur zulässig,
wenn alle Einzelprüfungen den
 
–––––––––– erforderlichen Anfangsdruck
Mittelwert:   aufbauen und dieser um nicht
mehr als 50 % unterschritten wird.

gemäß Arbeitsblatt DWA-A 139 sind Referenzmessungen des Druckabfalls jeweils mittig im Rohrschaft durchzuführen

Anlagen: ....... Seiten Seite ..... bis .....


(automatisch erzeugte Schreibstreifen oder Messprotokolle)

96 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Anlage zum
G.11 Anlage 1 Prüfprotokoll
Blatt –––––––––––
Dichtheitsprüfung nach DIN EN 1610 und
Arbeitsblatt DWA-A 139
Doku-Nr.
Prüfung mittels Prüfverfahren „L“
–––––––––––––––
Angaben zum Prüfgerät

Bauherr: –––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––– Projekt-Nr.: ––––

Baumaßnahme: ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––

ausführende Bauunternehmung: ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––

Dichtheitsprüfung ausführende
Unternehmung: ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––

Rohr-/Schachtdimension: DN –––––––––––––––– mm

Angaben zum Prüfgerät und zur Durchführung der Dichtheitsprüfung

Prüfgerät (Hersteller, Typ): ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––

Betriebsdruck Dichtelemente: ––––––––– bar

Befülleinrichtung einschließlich: Druckminderventil

elektronische Druckabschaltung

Prüfverfahren: Luftüberdruck  Unterdruck 

Prüfzeit: ––––––––––––– min ––––––––––––– s


(gemäß Arbeitsblatt DWA-A 139)

Ablesegenauigkeit Prüfmanometer: ––––––––––––– mbar ––––––––––––– kPa

Vorhandene Einrichtung zur Protokollierung und Archivierung der Messdaten: ––––––––––––––––––––––––––––––––

TV- Überwachung: nein ja

Die ausführende Unternehmung der Dichtheitsprüfung versichert, dass alle Ausrüstungsgegenstände den Vorschriften
gemäß VDE und DIN sowie den Unfallverhütungsvorschriften (UVV: siehe Arbeitsblatt DWA-A 139: Abschnitt 16)
entsprechen und die Geräte nachweislich regelmäßig gewartet und überprüft werden.

––––––––––––––––– ––––––––––––––––––––––––––––––––––
Ort, Datum –rechtsverbindliche Unterschrift–

DWA-Regelwerk Januar 2010 97


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Prüfprotokoll
G.12 Niederschrift Nr. ––––––––––––

Dichtheitsprüfung nach DIN EN 1610 und


Arbeitsblatt DWA-A 139 Doku-Nr.

Prüfverfahren „W“, Rohrleitungen ––––––––––––––––

Bauherr: –––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––– Projekt-Nr.: ––––


Baumaßnahme: ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
ausführende Bauunternehmung: ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Dichtheitsprüfung ausführende
Unternehmung: ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Bauüberwachung: ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Straße/Lagebeschreibung: ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Prüfbereich von: ––––––––– bis: ––––––––– Rohrleitungslänge (L): –––––––––– m
Querschnittsabmessungen: ––––––––––––––––––––––––––––––– Rohrmaterial: ––––––––––––
Grundwasserstand: nicht bekannt bekannt ––––––––– min/max über Rohrscheitel [m]

2
benetzte innere Oberfläche: ––––––––– m Art der Verbindungen: ––––––––––––
[L · DN/1000 · π]
Lieferwerk: ––––––––––––
zulässige Wasserzugabemenge: ––––––––– l
(≤ 0,10 l/m² in 30 min)
oder (≤ 0,15 l/m² in 30 min) Kanalart: SW  RW  MW 

Anschlussstutzen vorhanden: ja nein Anzahl: ––––––––––––

Dichtheitsprüfung Verfahren „W“ Erstprüfung  Wiederholungsprüfung Nr.: ––––


Prüfung an verfüllter/unverfüllter Baugrube am: ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
(Prüfdauer (30 ± 1) Minuten)

Beginn Vorfüllzeit ––––––––––– Uhr Wetter: –––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––


Beginn Prüfzeit ––––––––––– Uhr
Ende Prüfzeit: ––––––––––– Uhr Prüfdruck (p0): –––––––––––––––––––––––––––––––––––
(Prüfdruck > 10 kPa und ≤ 50 kPa am Rohrscheitel)

Zugegebene Wassermenge: ––––––––– l


Feststellungen während der Prüfung: ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Prüfungsvermerk: ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––

Prüfergebnis entspricht der Vorgabe! Prüfergebnis entspricht nicht der Vorgabe!


==> Maßnahmen: –––––––––––––––––––––––––––––––––

–––––––––––––––––
Ort, Datum

–Bauunternehmung– –Bauüberwachung– –Aufsicht Führender–

98 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Prüfprotokoll
G.13 Niederschrift Nr. ––––––––––––
Dichtheitsprüfung nach DIN EN 1610 und
Arbeitsblatt DWA-A 139 Doku-Nr.
Prüfverfahren „W“, Rohrleitungen einschließlich ––––––––––––––––
Schächte

Bauherr: –––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––– Projekt-Nr.: ––––


Baumaßnahme: ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
ausführende Bauunternehmung: ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Dichtheitsprüfung ausführende
Unternehmung: ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Bauüberwachung: ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Straße/Lagebeschreibung: ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Schachtnummer: ––––––––––––––––––––––– Schachttiefe (T): –––––––––––––––––––––––– m
(abgehende Fließsohle bis OK Konus)
Schachtabmessungen: –––––––––––––––––––––––
Schachtart: ––––––––––––––––––––––– Werkstoff: ––––––––––––––––––––––––––––––
Prüfbereich von: ––––––––– bis: ––––––––– Rohrleitungslänge (L): ––––––––––––––––– m
Querschnittsabmessungen: ––––––––––––––––––––––– Rohrmaterial: ––––––––––––––––––––––––
Grundwasserstand: nicht bekannt bekannt ––––––––– min/max über Rohrscheitel [m]

benetzte innere Oberfläche: Art der Verbindungen: ––––––––––––––––––


Lieferwerk: ––––––––––––––––––––––––––
Bodenfläche: ––––––––– m
2
Kanalart: SW  RW  MW 
2
Innenfläche: ––––––––– m
2
Konus: ––––––––– m Anschlussstutzen vorhanden: Ja  Nein  ––––––––
2
Rohrleitung: ––––––––– m Anzahl
2
Gesamt: ––––––––– m Zulässige Wasserzugabemenge: ––––––––––––––––––––––––––––––––––– l
(≤ 0,20 l/m2 in 30 min)

Dichtheitsprüfung Verfahren „W“ Erstprüfung  Wiederholungsprüfung Nr.: ––––


Prüfung an verfüllter/unverfüllter Baugrube am: ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
(Prüfdauer (30 ± 1) Minuten)

Beginn Vorfüllzeit ––––––––––– Uhr Wetter: ––––––––––––––––––––––––––––––––––


Beginn Prüfzeit ––––––––––– Uhr
Ende Prüfzeit: ––––––––––– Uhr Prüfdruck: (p0)–––––––––––––––––––––––––––––––
(Prüfdruck > 10 kPa und ≤ 50 kPa am Rohrscheitel)

Zugegebene Wassermenge: ––––––––– l


Feststellungen während der Prüfung: ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Prüfungsvermerk: ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Prüfergebnis entspricht der Vorgabe! Prüfergebnis entspricht nicht der Vorgabe!
==> Maßnahmen: –––––––––––––––––––––––––––––––––

–––––––––––––––––
Ort, Datum

–Bauunternehmung– –Bauüberwachung– –Aufsicht Führender–

DWA-Regelwerk Januar 2010 99


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Anhang H Die Komplexität der Auswirkungen von im Zuge der


Bauausführung entstandenen Abweichungen bedarf
Abweichungen/Toleranzen einer objekt- und einzelfallbezogenen Betrachtung. Im
Zuge dieser Prüfung sind durch den Auftraggeber/Planer
(informativ) die Auswirkungen der Abweichungen auf das Planungs-
ziel zu analysieren und die Feststellungen in einer Ge-
Die Herstellung von Rohrleitungen und Kanälen hat ge- samtbeurteilung darzulegen.
mäß den Vorgaben der Ausführungsplanung zu erfolgen.
Es muss eine geradlinige Herstellung der kompletten Hal- Abweichungen bei der Dichtheitsprüfung von Einzel-
tung mit einheitlichem Sohlengefälle ohne Hoch- und verbindungen
Tiefpunkte erreicht werden. Abweichungen von diesen
Vorgaben bedürfen der gesonderten Vereinbarung. Nicht Aufgrund der komplexen Messtechnik können Abwei-
vereinbarte Abweichungen bedürfen hinsichtlich ihrer chungen von den vorgegeben Grenzwerten auftreten.
Tolerierung einer eingehenden Analyse und Beurteilung Diese Abweichungen müssen fallbezogen bewertet
durch den Auftraggeber/Planer unter Berücksichtigung werden.
der Nutzungsaufgabe der Rohrleitung (Regenwasser,
Schmutzwasser, Mischwasser vorentlastet oder unentlastet Aufgrund praktischer Erfahrungen kann bei Abweichun-
etc.) im Hinblick auf die Auswirkungen bezüglich: gen von den Grenzwerten die nachfolgende Vorgehens-
weise angewendet werden.
• hydraulischer Leistungsfähigkeit, z. B.
– Minderleistung (Bild H.1), Eine Überschreitung der zulässigen Grenzwerte bei der
systematischen Durchführung von Einzelverbindungs-
– Einstau über Rohrscheitel, prüfungen, bedeutet nicht, dass eine Undichtheit der
Haltung vorliegt. Denn die Verbindung zwischen Ab-
• Leitungsbetrieb, z. B. sperrgerät und Rohrwandung sowie bei einzelnen Bau-
– Schleppspannung, teilen sind fehleranfällig. Die Ergebnisse der einzelnen
Prüfungen sind auf die gesamte Haltungslänge zu bezie-
– Ablagerungen, hen (siehe auch 13.1 Allgemeines). Hierzu können alle
Einzelprüfergebnisse addiert und durch die Anzahl der
– Verstärkte Geruchsproblematik durch erhöhte
Einzelverbindungsprüfungen geteilt werden, um einen
Ablagerungen,
Mittelwert zu berechnen.
• Nutzungsdauer, z. B.
Bei der Prüfung mit Luft darf dieser berechnete Mittel-
– verminderte Produktqualität, wert die zulässige Druckdifferenz von 1,5 kPa nicht
übersteigen. Eine Mittelwertberechnung ist nur zulässig,
– notwendige Sanierung,
wenn bei allen Einzelprüfungen der erforderliche An-
– Gefährdung der dauerhaften Dichtheit, fangsprüfdruck aufgebaut werden konnte und der Druck
innerhalb der Prüfzeit 50 % des Anfangsprüfdruckes
• örtliche/projektbezogene Besonderheiten, z. B. nicht unterschreitet.

– Querungen von Anlagen Dritter, Bei Abweichung der einzelnen Prüfung unter Einbezug
– Beeinflussung von Sonderbauwerken der Abweichungsbetrachtung von den zulässigen Prüf-
(Regenentlastungen, Pumpstationen u. Ä.). kriterien (max ∆ p) ist wie folgt vorzugehen:
• Prüfabschnitt entlasten,
Der lage- und höhenmäßige Toleranzrahmen muss in der
Ausführungsplanung festgelegt werden. Toleranzwerte • Absperrelemente lösen,
aus anderen Fachbereichen (Hochbau, Straßenbau u. a.)
• Fehler suchen,
stellen keine Beurteilungsgrundlage für die komplexen
Zusammenhänge bei Entwässerungsanlagen dar. • Fehler beseitigen,

Herstellungsbedingte Abweichungen von den Planvor-


• Absperrelemente neu setzen,
gaben (Ausführungsplanung) können zu einer Nach- • Prüfung wiederholen.
besserung/Wertminderung führen, insbesondere wenn
hierdurch zusätzliche Betriebskosten temporär oder Bei weiterhin bestehenden Abweichungen von den zu-
über den Zeitraum der Nutzungsdauer entstehen lässigen Prüfkriterien kann eine Prüfung mit Wasser
und/oder die Nutzungsdauer reduziert wird. Das nach Abschnitt 13.3 durchgeführt werden, deren Ergeb-
auftragnehmerseitige Recht zur Nachbesserung steht nis dann maßgebend ist.
daher der auftraggeberseitigen Forderung nach Aus-
gleich der Wertminderung bezogen auf die Nutzungs- Bei der Prüfung einzelner Verbindungen mit Wasser
dauer gegenüber. muss die Mittelwertberechnung sinngemäß erfolgen.

100 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139
Qvoll, ist / Qvoll, soll [%]

Baulich umgesetztes Sohlengefälle list/lsoll [%]

Bild H.1: Beispielhafte Darstellung der Einflüsse der Abweichungen des Sohlengefälles auf die hydraulische
Leistungsfähigkeit

Anhang I Vorbereitende Maßnahmen


Die Beschäftigten sind über die Auswirkung der auftre-
Auszug aus BGR 236 tenden Kräfte auf vorübergehend eingebaute Formstü-
(Stand: Januar 2006) (informativ) cke, Absperrgeräte und Abstützungen und die Folgen
eines Versagens zu unterrichten.
Allgemeines (siehe auch BGR 236 vom Januar 2006)
Nicht überdeckte und oberirdisch verlaufende Leitungen
Durch das Beaufschlagen eines Prüfraumes mit Wasser-, sind unter Berücksichtigung des Prüfdruckes gegen
Luft- oder Gasdruck können bei Dichtheitsprüfungen unzulässige Bewegung zu sichern.
zusätzliche Gefährdungen entstehen, wenn die im
Prüfraum gespeicherte Energie unkontrolliert freigesetzt Leitungen mit nicht längskraftschlüssigen Verbindungen
wird, z. B. durch das Versagen einer Absperreinrichtung. sind auch an den Rohrverbindungen, Krümmern, Ab-
zweigen und Absperreinrichtungen unter Berücksichti-
Beim Prüfmedium Wasser wird die Größe der auf die gung des Prüfdruckes und der jeweiligen Bodenpressung
Rohrabsperrung wirkenden Kräfte durch die Stauhöhe ausreichend abzusteifen bzw. zu verankern. Die Endab-
und die Querschnittsgröße bestimmt. steifungen dürfen erst entfernt werden, wenn die Lei-
tung vollkommen druckentlastet ist.
Bei kompressiblen Prüfmedien, z. B. Luft, ist die gespei-
cherte Energiemenge von der Druckdifferenz und der Anforderungen an Absperreinrichtungen und an die
Größe des Prüfraumes abhängig. Hierbei ist zu beach- Durchführung von Dichtheitsprüfungen
ten, dass auf Grund der meist großen Volumina, z. B. bei
der Prüfung von Rohrleitungen, bereits bei geringen Bei der Auswahl des geeigneten Rohrabsperrgerätes sind
Druckdifferenzen sehr große Energiemengen im Prüf- die örtlichen Randbedingungen (z. B. Form und Beschaf-
raum und den Absperrelementen gespeichert werden. fenheit der abzusperrenden Leitung, Rohrdurchmesser,
Leitungsdruck) und die Angaben des Rohrabsperrgerä-
teherstellers zu berücksichtigen.

DWA-Regelwerk Januar 2010 101


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Die Rohrabsperrgeräte dürfen nur bestimmungsgemäß


unter Berücksichtigung der Betriebsanleitung des Her-
Literatur
stellers betrieben werden.
Dieses Arbeitsblatt verweist auf die nachfolgenden Pub-
Es ist durch geeignete Verfahren sicherzustellen, dass likationen. Es gilt die letzte Ausgabe des jeweiligen
der vorgesehene Prüfdruck bzw. höchstzulässige Lei- Dokumentes.
tungsinnendruck nicht überschritten wird. Der Prüfdruck
muss sich von außerhalb des Gefahrbereiches ablesen
lassen.
DIN-Normen
DIN EN 476: Allgemeine Anforderungen an Bauteile für Abwas-
Zur Durchführung von Druckprüfungen mit Wasser ist serkanäle und -leitungen für Schwerkraftentwässerungs-
ein Freispiegelbehälter oder eine entsprechende Ausrüs- systeme
tung zur drucklosen Befüllung zu benutzen.
DIN EN 1295-1: Statische Berechnung von erdverlegten Rohrlei-
Bei der Prüfung mit Luft ist eine Befülleinrichtung mit tungen unter verschiedenen Belastungsbedingungen – Teil 1:
Druckminderungsventil bzw. Druckbegrenzer zu ver- Allgemeine Anforderungen
wenden.
DIN EN 12889: Grabenlose Verlegung und Prüfung von Abwas-
serleitungen und -kanälen
Die auf die vorübergehend eingebauten Abschlussform-
stücke und Absperrelemente wirkenden Ausschubkräfte DIN EN 13508-1: Zustandserfassung von Entwässerungssyste-
müssen sicher aufgenommen werden. Provisorische men außerhalb von Gebäuden – Teil 1: Allgemeine Anforde-
Rohrabsperrgeräte sind durch eine geeignete form- rungen
schlüssige Sicherung gegen Ausschub infolge Leitungs-
druck zu sichern. DIN EN 13508-2: Zustandserfassung von Entwässerungssyste-
men außerhalb von Gebäuden – Teil 2: Kodiersystem für die
optische Inspektion
Bei Ausschubsicherungen sind die Angaben des Herstel-
lers (z. B. Ein- und Ausbau, zulässige Kraftaufnahme) zu DIN 1045-1: Tragwerke aus Beton, Stahlbeton und Spannbeton
beachten. – Teil 1: Bemessung und Konstruktion

Liegen keine Herstellerangaben vor oder wird ein zim- DIN 1986-30: Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grund-
mermannsmäßiger Verbau (Holzverbau) als Ausschub- stücke – Teil 30: Instandhaltung
sicherung hergestellt, ist eine Berechnung mit einem
Sicherheitsfaktor von 1,5 durchzuführen; dabei dürfen DIN 18196: Erd- und Grundbau; Bodenklassifikation für bau-
technische Zwecke
die Reibungskräfte zwischen Dichtkörper und Rohrin-
nenwand nicht berücksichtigt werden.
DIN 19695: Befördern und Lagern von Beton-, Stahlbeton- und
Spannbetonrohren, zugehörigen Formstücken sowie Schacht-
Beim Aufbringen und Ablassen des Prüfdruckes sowie ringen
während der Druckprüfung dürfen sich keine Personen
vor dem Absperrgerät oder in den anschließenden Hal-
tungen und Schächten aufhalten (Lebensgefahr). DWA-Regelwerk
Die Beschäftigten dürfen mit dem Ausbau von Ausschub- DWA-A 100: Leitlinien der integralen Siedlungsentwässerung
sicherung und Rohrabsperrgerät erst beginnen, wenn (ISiE)
der Leitungsdruck vollkommen abgebaut ist. DWA-A 400: Grundsätze für die Erarbeitung des DWA-Regelwerkes

ATV-DVWK-A 142: Abwasserkanäle und -leitungen in Wasser-


gewinnungsgebieten

ATV-DVWK-M 143-1: Sanierung von Entwässerungssystemen


außerhalb von Gebäuden – Teil 1: Grundlagen

ATV-M 143-2: Inspektion, Instandsetzung Sanierung und Er-


neuerung von Abwasserkanälen und -leitungen – Teil 2:
Optische Inspektion

DWA-M 149-2: Zustandserfassung und -beurteilung von Ent-


wässerungssystemen außerhalb von Gebäuden – Teil 2:
Kodiersystem für die optische Inspektion

ATV-M 168: Korrosion von Abwasseranlagen – Abwasserableitung

ATV-H 162: Baumstandorte und unterirdische Ver- und Entsor-


gungsanlagen

102 Januar 2010 DWA-Regelwerk


DIN EN 1610 / DWA-A 139

Sonstige technische Regeln


DVWK-Merkblatt 221: Anwendung von Geotextilien im Wasserbau

FGSV-TP BF-StB: Technische Prüfvorschriften für Boden und


Fels im Straßenbau. Köln: Verlag der Forschungsgesellschaft
für Straßen- und Verkehrswesen

FGSV 535 M GeokE: Merkblatt über die Anwendung von Geo-


kunststoffen im Erdbau des Straßenbaus. Köln: Verlag der
Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen

Länderarbeitsgemeinschaft (LAWA): Leitlinien zur Durchführung


dynamischer Kostenvergleichsrechnungen (KVR-Leitlinien),
7. Aufl., Berlin

LfW-Merkblatt Nr. 4.3/6: Prüfung alter und neuer Abwasserkanä-


le – Teil 1: Prüfumfang. München: Bayerisches Landesamt für
Wasserwirtschaft

Muster-VAwS: Muster-Verordnung über Anlagen zum Umgang


mit wassergefährdenden Stoffen und über Fachbetriebe
(Muster-VAwS) vom 8./9.11.1990 unter Einschluss der Fort-
schreibung gemäß Beschluss der 116. LAWA-Sitzung am
22./23 März 2001 in Güstrow. Bund/Länderarbeitsgemein-
schaft Wasser (LAWA):
Bezugsquellen
<www.lawa.de/pub/kostenlos/waw/Muster-VAwS2001.pdf>
DWA-Publikationen:
ÖNORM B 2503: Kanalanlagen – Ergänzende Richtlinien für die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft,
Planung, Ausführung und Prüfung. ÖN Österreichisches Abwasser und Abfall e. V., Hennef
Normungsinstitut (Hrsg.). Berlin: Beuth-Verlag GmbH
BG-Vorschriften und -Regelwerk
RAL-RG 501/1: Recycling-Baustoffe Gütesicherung Sicherheit & Gesundheitsschutz:
<www.arbeitssicherheit.de>
Technische Regeln für Gefahrstoffe (TRGS): Bundesanstalt für
Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), Dortmund
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung
ZTV E-StB 09: Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und (DGUV), Berlin
Richtlinien für Erdarbeiten im Straßenbau. Ausgabe 2009,
FGSV-Nr. 599. Köln: Verlag der Forschungsgesellschaft für DIN-Normen:
Straßen- und Verkehrswesen (FGSV-Verlag) Beuth Verlag GmbH, Berlin

DWA-Regelwerk Januar 2010 103


Gemeinschaftspublikation
DIN EN 12889 / Arbeitsblatt DWA-A 125
Grabenlose Verlegung und
Prüfung von Abwasserleitungen
und -kanälen / Rohrvortrieb
und verwandte Verfahren

Mit der DIN EN 12889 wurde im März 2000 erstmalig eine dem Anwender in der Gemeinschaftspublikation DIN EN
Norm vorgelegt, die in Ergänzung zur konventionellen offe- 12889 / Arbeitsblatt DWA-A 125 in übersichtlicher Form beide
nen Bauweise nach DIN EN 1610 die grabenlose Verlegung Dokumente zur Verfügung gestellt. Zur besseren Lesbar-
und Prüfung neuer Abwasserleitungen und -kanäle mit vor- keit sind sie synoptisch nach Abschnitten zusammengefasst,
gefertigten Rohren und deren Verbindungen zum Inhalt hat- wobei der Text der DIN EN 12889 weiß und die zugehörigen
te. Das Arbeitsblatt DWA-A 125, identisch mit dem DVGW- ergänzenden Aussagen und Empfehlungen des Arbeits-
Merkblatt GW 304, behandelt den unterirdischen Einbau von blattes DWA-A 125 blau hinterlegt sind.
vorgefertigten Rohren unterschiedlicher Querschnittsgeo- Die Gemeinschaftspublikation wendet sich an leitende Mit-
metrie, bei dem durch Verdrängen, Rammen, Bohren, Pres- arbeiter, Ingenieure und Techniker, die sich in Baufirmen, Inge-
sen oder sonstigen Abbau ein Hohlraum im Boden geschaf- nieurbüros oder bei Auftraggebern mit Planung, Entwurf,
fen wird, in den die Rohre eingezogen, eingeschoben oder Ausschreibung, Vergabe, Vorbereitung, Durchführung sowie
eingepresst werden, oder bei dem bestehende Kanäle oder Überwachung von grabenlosen Baumaßnahmen befassen.
Rohrleitungen überfahren bzw. ausgewechselt werden.
Gemeinschaftspublikation DIN EN 12889 /
Während die Inhalte der Norm allerdings sehr knapp und Arbeitsblatt DWA-A 125
allgemein gehalten sind und daher für Planer und Anwender Grabenlose Verlegung und Prüfung
von Abwasserleitungen und -kanälen /
allein nur bedingt hilfreich sind, enthält das Arbeitsblatt in
Rohrvortrieb und verwandte Verfahren
vielen Punkten ergänzende Ausführungen und Einzelhei- April 2009, 84 Seiten, 33 Bilder, 12 Tabellen, DIN A4
ten, die es zu einem weltweit einzigartigen praxisnahen ISBN 978-3-941089-52-5 *€ 98,00
Regelwerk machen. In drei Sonderkapiteln wird die Planung *) Fördernde DWA-Mitglieder erhalten 20 % Rabatt.
und Durchführung von Rohrvortrieben und verwandten Ver- Preis inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten.
fahren unter Bahngelände, Bundesstraßen und Bundes- Preisänderungen und Irrtümer vorbehalten.
wasserstraßen behandelt.

Beide Dokumente schließen sich weder gegenseitig aus,


noch regeln sie gleiche Sachverhalte in unterschiedlicher
Weise. Zur besseren Handhabung und Lesbarkeit werden

Fax-Antwort: 02242 872-100 Absender

Ja, wir bestellen die Gemeinschaftspublikation Name/Vorname

DIN EN 12889 / Arbeitsblatt DWA-A 125


Firma
gegen Rechnung per Kreditkarte: Visa Mastercard
Straße

DWA Postleitzahl/Stadt/Land
Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft,
5/09

Abwasser und Abfall e. V. DWA-Mitgliedsnummer E-Mail


Kundenzentrum
Theodor-Heuss-Allee 17 Datum/Unterschrift

53773 Hennef Nein, ich möchte keine Informationen der DWA per E-Mail erhalten.

DWA . Theodor-Heuss-Allee 17 . 53773 Hennef . Deutschland . Tel.: +49 2242 872-333 . E-Mail: kundenzentrum@dwa.de . Internet: www.dwa.de

DIN-EN-12889_A125.pmd 1 19.01.2010, 09:15