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Tipps für Aufnahme und Mix von Vocals


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Aufnahme und Mix von Vocals
Recording
Vorbereitung + Aufbau
– Der Sänger/Die Sängerin sollte sich vor den Aufnahmen einsingen
– Für die Aufnahmen sollte ein Punkt im Raum gewählt werden, an dem möglichst wenig
Reflektionen zu hören sind!
– Noten nicht auf Notenständern befestigen (unerwünschte Reflektionen)
– ab 3 Stunden vor den Aufnahmen nur noch Tee oder stilles Wasser (keine Milchge
tränke!!)
trinken
– Schmatzgeräusche werden durch Flüssigkeitzufuhr verringert
Aufnahme
– Explosionslaute (p, b, t) nicht unnötig betonen
– Korrekten Abstand zum Mikro halten (bei lauten Stellen weiter weg als bei leis
en)
– Mikro nicht unterhalb des Mundes halten (ansonsten werden „T“-Laute unnötig betont.)
– Entfernung Sänger(in) – Mikro ca. 20-30 cm (z.B. für Popmusik)
– Durch den Bauch (bzw. Zwerchfell) atmen!
– Niemals am Limit singen (Lautstärke- und Tonhöhenmäßig)
Doublen
– Der Effekt, dass die Vocals „breiter“ oder „fetter“ klingen, lässt sich mit dem doublen
realistischer erzeugen, als diesen Effekt später im Mix künstlich zu erstellen,
ist jedoch auch
mehr Arbeit und erfordert eine(n) Sänger(in), der/die mehrere Spuren exakt ein
singen kann
– Doublen wird vor allem im Refrain verwendet, wo der Gesang „breiter“ klingen soll
als z.B. in
den Strophen
– Gedoublete Stimmen können gut per Panorama angefächert werden (auf Symmetrie achte
n!)
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Tipps für Aufnahme und Mix von Vocals
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Mix
entfernen von Störgeräuschen z.B Trittgeräuschen
Filter:
– High Pass Filter kann bei ca. 80 Hz gesetzt werden. (Bei weiblichen Stimmen e
twas mehr!)
(Beachte, was bei EQ Frequenz 100-250 Hz steht!)
– Ergebnis Vorher/Nachher immer per Bypass überprüfen!
DeEsser:
– Zum bereinigen der Aufnahmen von Sibilanten (z.B. „Sss“-Lauten,) kann ein DeEsser
verwendet werden (Vorsichtig einsetzen, ansonsten verlieren die Vocals an B
rillanz!)
Lautstärkeschwankungen reduzieren
Kompressor:
– Zuerst Signal ohne Kompressor aussteuern
– Dann Kompressor einschalten und gewünschte Kompressionsrate einstellen
– LANGSAM den Threshold-Wert herunterfahren, bis man zufrieden ist
– Attack nicht zu schnell einstellen (ansonsten werden Explosivlaute verzerrt -
„Pumpeffekt“)
– Release-Zeit relativ schnell einstellen
– Etwa mit 3:1 komprimieren
Optimierung der Aufnahmen durch Klangveränderung
EQ:
– nur moderate Anhebungen (nicht zu viel, Stimmen wirken schnell unnatürlich!) (
Max. +-3db)
– Um die Vocals mehr in den Song zu integrieren, Vocals bei etwa 3 kHz anheben,
Instrumente in
diesem Bereich absenken. („Nische“ für den Gesang im Song schaffen.) (Außerdem kann
man
den Bereich 100-250 Hz absenken.)
– Wenn Stimme zu nasal klingt, eine schmalbandige Absenkung bei 800 Hz
Frequenzbereich Klangeigenschaften in den Vocals Wenn zu st
ark Wenn leicht
aufgedreht
... abgesenkt...
-100 Hz Normalerweise durch High-Pass entfernt Trittschal
l, dumpf
100-250 Hz Sorgt für „Körper“ und Wärme der Vocals Dröhnen,
Stimme klingt dünner
300-2,5 kHz „Telefon-Sound“ Klingt zu weni
g weich Weicherer Sound
2,5-6 kHz Sprachverständlichkeit Klingt zu ha
rt/harsch
6-8 kHz Sound wird luftiger, offener „S“,“Z“,“Sch“-Laute,
wärmerer Sound
dünn, nervig

8 kHz + Nebengeräusc
he runder, „weiter hinten“
Hall (Reverb):
– Je weiter die Stimme im Mix „vorne steht“, umso weniger Hall bekommt sie.
– Je schneller ein Song ist, umso kleiner sollte der Raum sein.
– Halldauer 2 – 2,5 sec. (Je nach Schnelligkeit des Songs)
– Stimme wird durch leise Viertel- oder Achtelechos voller.
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Tipps für Aufnahme und Mix von Vocals
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Vocals „fetter“ machen
Chorus und Delay (Echo):
– bei Delays unter 20 ms werden die Vocals etwas breiter
– bei über 20 ms ist der Effekt hörbar und die Vocals bekommen mehr Tiefe
– der Delay sollte leiser sein als das Original-Signal
– LEICHTES Panorama benutzen. Die Vocals sollten trotz Panorama „in der Mitte“ blei
ben!
– Monokompatibilität geht bei Übertreibung schnell kaputt. Immer das Monosignal geg
en hören!
Harmonizer/pitchen + Delay (Ultimatives fetter machen der Vocals):
– zwei Delays erstellen (ein kürzeres und ein längeres) und diese per Panorama nach
links bzw.
rechts legen (Original-Signal bleibt in der Mitte)
– das kürzere Signal runter pitchen (5-15 Cent), das längere hoch pitchen (ebenfall
s 5-15 Cent)
– Vocals werden fetter, wenn man diesen Effekt übertreibt, wirkt das Signal aller
dings digital
(Anmerkung: Besser als die Vocals per Delay etc. „fetter“ zu machen, ist,
sie zu doublen,
also zwei- drei mal das Gleiche aufnehmen; siehe den Punkt „Aufnahme von
Vocals“)
Lead Vocals von den Backing Vocals abheben
Backing Vocals:
– Backing Vocals können in den Höhen etwas abgesenkt werden, damit sie „weiter hinten“
stehen.
– Außerdem kann man sie weiter „nach hinten“ stellen, indem die Erstreflektionen des
Hall-
Effekts schneller auf das Direktsignal folgen, als dies bei den Lead Vocals
geschieht.
– Die Backing Vocals sollten per Panorama ausgewogen nach links und rechts vert
eilt werden,
während die Lead Vocals in der Mitte bleiben.
– die Aufmerksamkeit erregenden Frequenzbereiche (400-800 Hz und 2-4 kHz) können
abgesenkt
werden. (Evtl. zur Verstärkung dieses Effektes diese Bereiche in den Lead Voc
als anheben.)
– Sehr künstlich klingender aber effektiver Effekt: High-Pass Filter bei 1 kHz se
tzen.
– Mehr Kompression als bei Lead Vocals. (undynamischere Stimmen erregen weniger
Aufmerksamkeit) (Kompressor mit Ratio 8:1-20:1, schnelle Attack