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Arbeitsschutz will BGI 587

gelernt sein –
Ein Leitfaden für den
Sicherheitsbeauftragten
BG-Information

SICHERHEITS

BEAUFTRAGTER

VMBG
Vereinigung der Metall-
Berufsgenossenschaften
Informationsschriften

Anschläger (BGI 556) Lackierer (BGI 557)


Arbeiten an Bildschirmgeräten (BGI 742) Lärm am Arbeitsplatz in der Metall-Industrie (BGI 688)
Arbeiten an Gebäuden und Anlagen Leitern sicher benutzen (BGI 521)
vorbereiten und durchführen (BGI 831) Lichtbogenschweißer (BGI 553)
Arbeiten in engen Räumen (BGI 534) Maschinen der Zerspanung (BGI 5003)
Arbeiten unter Hitzebelastung (BGI 579) Mensch und Arbeitsplatz (BGI 523)
Arbeitsschutz im Handwerksbetrieb (BGI 741) Metallbau-Montagearbeiten (BGI 544)
Arbeitsschutz will gelernt sein – Ein Leitfaden für den Nitrose Gase beim Schweißen
Sicherheitsbeauftragten (BGI 587) und bei verwandten Verfahren (BGI 743)
Arbeitssicherheit durch Presseneinrichter (BGI 551)
vorbeugenden Brandschutz (BGI 560)
Prüfung von Pfannen (BGI 601)
Belastungstabellen für Anschlagmittel (BGI 622)
Rückengerechtes Verhalten im Gerüstbau (BGI 821)
Damit Sie nicht ins Stolpern kommen (BGI 5013)
Schadstoffe beim Schweißen
Einsatz von Fremdfirmen und bei verwandten Verfahren (BGI 593)
im Rahmen von Werkverträgen (BGI 865)
Schleifer (BGI 543)
Elektrofachkräfte (BGI 548)
Schutz gegen Absturz – Auffangsysteme sachkundig
Elektromagnetische Felder in Metallbetrieben (BGI 839) auswählen, anwenden und prüfen (BGI 826)
Elektrostatisches Beschichten (BGI 764) Schweißtechnische Arbeiten mit chrom- und nickel-
Fahrzeug-Instandhaltung (BGI 550) legierten Zusatz- und Grundwerkstoffen (BGI 855)
Gabelstaplerfahrer (BGI 545) Sichere Reifenmontage (BGI 884)
Galvaniseure (BGI 552) Sichere Verwendung von
Gasschweißer (BGI 554) Flüssiggas in Metallbetrieben (BGI 645)
Gebrauch von Hebebändern und Sicherheit bei der Blechbearbeitung (BGI 604)
Rundschlingen aus Chemiefasern (BGI 873) Sicherheit beim Arbeiten mit Handwerkzeugen (BGI 533)
Gefährdungen in der Sicherheit durch Betriebsanweisungen (BGI 578)
Kraftfahrzeug-Instandhaltung (BGI 808) Sicherheit durch Unterweisung (BGI 527)
Gefahren beim Umgang mit Blei und Sicherheit in Gießereien
seinen anorganischen Verbindungen (BGI 843)
Sicherheit und Gesundheitsschutz
Gefahren durch Sauerstoff (BGI 644) bei Transport- und Lagerarbeiten (BGI 582)
Gefahrstoffe in Gießereien (BGI 806) Sicherheit und Gesundheitsschutz
Gießereiarbeiter (BGI 549) durch Koordinieren (BGI 528)
Handwerker (BGI 547) Stress am Arbeitsplatz (BGI 609)
Hautschutz in Metallbetrieben (BGI 658) Tätigkeiten mit biologischen
Inhalt und Ablauf der Ausbildung Arbeitsstoffen in der Metallindustrie (BGI 805)
zur Fachkraft für Arbeitssicherheit (BGI 838) Umgang mit Gefahrstoffen (BGI 546)
Informationen zur Ausbildung Verringerung von Autoabgasen
der Fachkraft für Arbeitssicherheit (BGI 838-1) in der Kfz-Werkstatt (BGI 894)
Instandhalter (BGI 577) Wolfram-Inertgasschweißen (WIG) (BGI 746)
Jugendliche (BGI 624) Auf CD-ROM erhältlich:
Kranführer (BGI 555) „Prävention – Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz”
Gerald Rönnert

Arbeitsschutz will
gelernt sein –
Ein Leitfaden für den
Sicherheitsbeauftragten

Verantwortlich für den Inhalt:


Inhaltsverzeichnis

Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4

1 Stellung und Aufgaben des Sicherheitsbeauftragten . . . . . . . . . . . 6

2 Rechte und Pflichten der Beschäftigten . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15

3 Arbeitskleidung, persönliche Schutzausrüstungen . . . . . . . . . . . . 17


3.1 Arbeitskleidung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
3.2 Persönliche Schutzausrüstungen (PSA) . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
3.3 Hautschutz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
3.4 PSA gegen Absturz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
3.5 Pflichten der Beschäftigten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22

4 Unterweisungen, Betriebsanweisungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
4.1 Unterweisungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
4.2 Betriebsanweisungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25

5 Arbeitsplätze, Verkehrswege, Notausgänge . . . . . . . . . . . . . . . . 27


5.1 Verkehrswege . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
5.2 Beleuchtung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29
5.3 Rettungswege und Notausgänge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30

6 Leitern, Tritte, Treppen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31


6.1 Aufstiege . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31
6.2 Bestimmungsgemäße Benutzung von Leitern und Tritten . . . . . . . . 32
6.3 Prüfungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34

7 Schutz gegen Absturz und herabfallende Gegenstände . . . . . . . . . . 35


7.1 Seitenschutz. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35
7.2 Fenster- und Wandluken, Bodenöffnungen . . . . . . . . . . . . . . . 36
7.3 Dächer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37

8 Lagern und Stapeln, Handhabung von Lasten . . . . . . . . . . . . . . . 38


8.1 Unter- und Zwischenlagen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38
8.2 Lagern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39
8.3 Manuelle Handhabung von Lasten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40

9 Rohr- und Schlauchleitungen, Absperreinrichtungen . . . . . . . . . . . 41

2
10 Deckel, Gegengewichte, scharfe und spitze Gegenstände, Ventilatoren . 43

11 Gefahrstoffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45
11.1 Betriebsanweisung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45
11.2 Kennzeichnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46
11.3 Sicherer Umgang mit Gefahrstoffen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48
11.4 Arbeitsmedizinische Vorsorge und Hygiene . . . . . . . . . . . . . . . 48

12 Brand- und Explosionsschutz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49

13 Lärmschutz. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54

14 Kraftbetriebene Arbeitsmittel, Allgemeines . . . . . . . . . . . . . . . . 57


14.1 Gefahrstellen und Gefahrquellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58
14.2 Schutzmaßnahmen an Gefahrstellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59
14.3 Ingangsetzen von Einrichtungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61
14.4 Rüsten, Beheben von Störungen, Instandhalten. . . . . . . . . . . . . 61
14.5 Beschaffung von Arbeitsmitteln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62

15 Druckbehälter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63

16 Elektrische Anlagen und Betriebsmittel . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64

17 Metallbearbeitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66

18 Holzbearbeitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72

19 Flurförderzeuge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74

20 Krantransporte; Anschlagmittel, Lastaufnahmemittel . . . . . . . . . . . 76


20.1 Kennzeichnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 76
20.2 Eignung von Anschlagmitteln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 78
20.3 Prüfungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79
20.4 Aufbewahrung von Anschlagmitteln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80

21 Regelmäßige Prüfungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 81

22 Erste Hilfe bei Unfällen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 83

3
Vorwort

Sie wurden vom Unternehmer unter für Sicherheit und Gesundheit bei der
Beteiligung des Betriebsrates zum Sicher- Arbeit, den Berufsgenossenschaftlichen
heitsbeauftragten bestellt. Informationen und Grundsätzen sowie
den sonstigen Schriften für sein Tätig-
Sie werden sich fragen: keitsgebiet befassen. Viele davon
Welche Verpflichtungen können von Ihrer Berufsgenossenschaft
habe ich als Sicherheitsbeauftragter? bezogen werden.
Welche besonderen Aufgaben Darüber hinaus unterrichtet Sie das Mit-
kommen auf mich zu? teilungsblatt Ihrer Berufsgenossenschaft
Wie werde ich diesen Anforderungen über wichtige Fragen des Arbeitsschutzes.
am besten gerecht? Insbesondere die Schwerpunktartikel
bieten eine wertvolle Hilfe für die Erfüllung
Die vorliegende BG-Information soll
der täglichen Aufgaben des Sicherheits-
Ihnen helfen, diese Fragen zu beantworten
und einige Hinweise für mögliche Anlässe
Ihrer Tätigkeit und die Art Ihres Tätig-
werdens geben. Bild 1: Beispiel einer Checkliste

„Arbeitsschutz will gelernt sein“ ist


der Leitspruch dieser Broschüre. Denn
Willen und Tatkraft allein reichen nicht
aus, wenn die notwendigen Kennt-
nisse fehlen. Sie enthält deshalb einen
Überblick über wichtige Teilgebiete
des Arbeitsschutzes, damit Sie als
Sicherheitsbeauftragter mit Erfolg tätig
sein können. Sie kann jedoch kein
Ersatz für die Teilnahme an Aus- und
Fortbildungsveranstaltungen sein,
die Ihre Berufsgenossenschaft speziell
für Sicherheitsbeauftragte durchführt.
Unter dem Betriff Arbeitsschutz wird
im Folgenden Sicherheit und Gesundheits-
schutz bei der Arbeit verstanden.
Wer mehr und Genaueres über spezielle
Fragen des Arbeitsschutzes wissen will,
muss sich mit den Berufsgenossen-
schaftlichen Vorschriften und Regeln

4
beauftragten. Darin werden die Infor- Ihnen Achtung und Vertrauen. Dies brau-
mationen ergänzt durch Prüflisten (Bild 1), chen Sie, um Ihre Arbeitskollegen
die auch im Wandkalender der VMBG zu überzeugen, d. h., für Sicherheit und
enthalten sind und Merkkarten (Bild 2), Gesundheitsschutz gewinnen zu können.
die stichwortartig „das Wichtigste“ in
Wie viel Sicherheitsbeauftragte in Ihrem
Kürze enthalten.
Unternehmen mindestens bestellt sein
Es berichtet auch über Unfallereignisse, aus müssen, können Sie der Anlage 2 zu § 20
denen man Schlussfolgerungen für den Abs. 1 Unfallverhütungsvorschrift „Grund-
eigenen Betrieb ableiten kann. Und schließ- sätze der Prävention“ (BGV A 1) entnehmen.
lich erhalten Sie zum Jahreswechsel das
Es ist zweckmäßig, dass Sie Ihr Vorgehen
Taschenbuch für Sicherheitsbeauftragte.
im Betrieb mit Ihren Kollegen absprechen.
Wichtig ist, dass Sie als Sicherheitsbeauf- Hierzu besteht insbesondere Gelegen-
tragter mehr über den Arbeitsschutz wis- heit beim Erfahrungsaustausch im Arbeits-
sen als die anderen. Ihr Wissen verschafft schutzausschuss.

Bild 2:
Beispiel einer
Merkkarte

5
1 Stellung und Aufgaben
des Sicherheitsbeauftragten

In einer Vielzahl gesetzlicher Bestimmun- Da von Sicherheitsbeauftragten im Hin-


gen und ergänzender Regelwerke ist blick auf den Arbeitsschutz ein Über-
die Verantwortung des Unternehmers für blick über betriebliche Einrichtungen in
die Einbeziehung der Sicherheit und Ihrem Zuständigkeitsbereich und die
des Gesundheitsschutzes bei der Gestal- in diesem Bereich Beschäftigten erwartet
tung betrieblicher Einrichtungen und wird, sollten Sie Ihre Aufgabe möglichst
der Organisation eines sicheren Betriebs- innerhalb Ihres eigenen Arbeitsbereiches
ablaufes festgelegt. erfüllen können.
In Vertretung des Unternehmers tragen Grundsätzlich muss die Abgrenzung
selbstverständlich auch Betriebsleiter, Ihrer Wirkungsbereiche sinnvoll sein. Dies
Meister und andere Personen mit ist u. a. dann gegeben, wenn der Sicher-
Weisungsbefugnis Verantwortung für die heitsbeauftragte seinen Zuständigkeits-
Sicherheit und den Gesundheitsschutz bereich im Rahmen seiner eigentlichen
der Mitarbeiter. Art und Umfang der Tätigkeit oder ohne großen Zeitaufwand
Verantwortung richten sich nach der be- neben seiner eigentlichen Tätigkeit
trieblichen Stellung und dem jeweiligen übersehen kann. Übergroße Arbeitsbe-
Aufgabengebiet. reiche führen möglicherweise dazu, dass
Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Gefahren nicht rechtzeitig erkannt
der Arbeit können jedoch nicht allein eine werden und zu viel Zeit erforderlich ist,
Sache des Unternehmers und der ver- um den Aufgaben gewissenhaft
antwortlichen Führungskräfte sein. nachzugehen.
Vielmehr muss jeder seinen Teil dazu Im Allgemeinen sollte der Wirkungs-
beitragen, dass die Gesundheit aller im bereich des Sicherheitsbeauftragten
Betrieb Tätigen nicht geschädigt wird. nicht größer als der seines Meisters
Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber sein.
in § 22 Siebtes Buch Sozialgesetzbuch Natürlich muss der Zuständigkeits-
(SGB VII) bestimmt, dass in Unternehmen bereich der Sicherheitsbeauftragten von
mit regelmäßig mehr als 20 Beschäftigten der Unternehmensleitung bekannt
unter Beteiligung des Betriebsrates gemacht werden. Dies geschieht meist
Sicherheitsbeauftragte zu bestellen sind. durch einen Anschlag am schwarzen
Bei der Auswahl der Sicherheitsbeauf- Brett sowie entsprechende Beschilderung
tragten sollte zweckmäßigerweise auch des jeweiligen Bereichs. Eine Ergänzung
der Personenkreis beteiligt werden, durch ein Foto des Sicherheitsbe-
mit dem er später zu tun hat, d. h. Be- auftragten hat sich als positiv erwiesen.
triebsleiter, Meister, Fachkraft für Arbeits- Es empfiehlt sich zusätzlich eine Ein-
sicherheit und die Mitarbeiter des vor- führung bei den Mitarbeitern durch den
gesehenen Zuständigkeitsbereiches. unmittelbaren Vorgesetzten.

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Häufig wird auch die Möglichkeit ge- der verantwortlichen Führungskräfte bei
nutzt, in einer Betriebsversammlung die der Erfüllung ihrer Aufgaben im Arbeits-
Bestellung von Sicherheitsbeauftragten schutz.
und die Bekanntgabe ihrer Zuständigkeits-
bereiche vorzunehmen.
Gefährdungs-/Belastungsermittlung
Die Bestellung der Sicherheitsbeauftrag-
Arbeitsbereich Name SB
ten kann formlos erfolgen. In zahlreichen
Unternehmen, insbesondere in größeren Arbeitsplatz Datum
Mon. Jahr
Betrieben, erfolgt die Bestellung aller-
dings auf einem Formblatt, in dem auch Gefährdungen/ Maßnahmen Gesprächspartner
Belastungen (Vorschläge) (Zeitpunkt)
die Aufgaben des Sicherheitsbeauftrag-
ten kurz umrissen sind. Auch der Zustän-
digkeitsbereich ist in diesem Formblatt
aufgeführt.
Die Bestellung kann vom Sicherheitsbe-
auftragten als Auszeichnung angesehen
werden. Schließlich wird man doch Wichtig ist, dass der Sicherheitsbeauf-
nur einen wirklich geeigneten Mitarbeiter tragte sich nicht auf das zufällige Ent-
mit einer solchen zusätzlichen Aufgabe decken von Unfall- und Gesundheitsge-
betrauen. fahren verlässt. Sinnvoll sind regelmäßige
Die Aufgaben des Sicherheitsbeauf- Betriebs- bzw. Bereichsbegehungen,
tragten sind in § 22 Siebtes Buch Sozial- um gezielt Gefährdungen/Belastungen,
gesetzbuch (SGB VII) beschrieben. Mängel sowie sicherheitswidrige Ver-
haltensweisen zu erfassen und zu proto-
„Die Sicherheitsbeauftragten haben den kollieren.
Unternehmer bei der Durchführung der
Maßnahmen zur Verhütung von Arbeitsun- ● Stellt er fest, dass eine Einrichtung im
fällen und Berufskrankheiten zu unterstützen, Betrieb nicht den Unfallverhütungs-
insbesondere sich von dem Vorhandensein vorschriften entspricht oder eine vorge-
und der ordnungsgemäßen Benutzung der schriebene Schutzvorrichtung fehlt
vorgeschriebenen Schutzeinrichtungen und
oder Mängel aufweist, meldet er dies
persönlichen Schutzausrüstungen zu überzeu-
gen und auf Unfall- und Gesundheitsgefahren seinem Vorgesetzten. Am besten tut
für die Versicherten aufmerksam zu machen.“ er dies schriftlich. Es empfiehlt sich,
dass er dabei die Erfahrungen der
Der Sicherheitsbeauftragte ist also unab- Arbeitskollegen aus der betrieblichen
hängig vom Vorhandensein einer Fach- Praxis an den Vorgesetzten heranträgt,
kraft für Arbeitssicherheit und eines Be- damit diese für den Arbeitsschutz
triebsarztes Helfer des Unternehmers und nutzbar gemacht werden können.

7
re Verhalten seiner Kollegen zu för-
Darüber hinaus achtet er auf die Besei-
dern. Werden seine Hinweise und Emp-
tigung des Mangels und erinnert notfalls
fehlungen nicht beachtet, so muss er
so lange daran, bis diese erfolgt ist.
darauf hinwirken, dass von Seiten der
Also: Nicht locker lassen! Vorgesetzten Abhilfe geschaffen wird.
Persönliche Vorteile sind mit der ehren-
amtlichen Tätigkeit eines Sicherheits-
● Stellt er fest, dass jemand Schutz- beauftragten nicht verbunden. Es besteht
einrichtungen nicht ordnungsgemäß lediglich Anspruch auf Zahlung des ent-
benutzt oder sich sonst in irgendeiner sprechenden Arbeitsentgeltes für die
Weise sicherheitswidrig verhält, Dauer der Ausbildung und die Zeit zur
kann er aufgrund seines unmittelbaren Erfüllung der gesetzlichen Aufgaben.
Kontaktes zu seinen Kollegen direkt
eingreifen. Er ist einer von ihnen, kennt Wegen der Erfüllung der ihnen über-
die Gefahren an den einzelnen Arbeits- tragenen Aufgaben dürfen die Sicher-
plätzen aus eigener Erfahrung und heitsbeauftragten nicht benachteiligt
weiß um die Vorzüge und Schwächen werden. Der Unternehmer hat vielmehr
seiner Arbeitskollegen. Dieses den Sicherheitsbeauftragten
Wissen muss er nutzen, um infor- ● Gelegenheit zu geben, ihre Aufgaben
mierend und beispielgebend das siche- während der Arbeitszeit zu erfüllen,

Tipps für Gespräche mit Kollegen


Die Kollegen im Gespräch zu überzeugen, ist keine leichte Aufgabe.
Folgende vier Regeln sollen helfen, dass das Gespräch erfolgreich wird:
Zuhören Gleiche Ebene
Den Gesprächspartner zu Wort kommen Dem Gesprächspartner auf gleicher
und ausreden lassen: aufmerksam zu- Ebene begegnen, sich mit seiner Mei-
hören. nung ernsthaft auseinander setzen, nicht
von oben herab handeln.

Fragen Sachlich bleiben


Den Gesprächspartner mit offenen Fra- Dem Gesprächspartner sachlich begeg-
gen (wer, was, wo, warum) in das Ge- nen, Befehlstöne und Zynismus sind fehl
spräch einbeziehen. am Platze; je konkreter die Information,
desto eher wird sie verstanden und an-
genommen.

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● an Betriebsbesichtigungen und Der Sicherheitsbeauftragte wird die ihm
Unfalluntersuchungen in ihrem Bereich gestellten Aufgaben nicht mit dem kleinen
zu beteiligen, Finger lösen können. Er muss vielmehr
● auf Verlangen die Ergebnisse von mit Geduld und Ausdauer an die Dinge
Betriebsbesichtigungen und Unfallunter- herangehen. Denn weder ein Mitarbeiter
suchungen zur Kenntnis zu geben und noch ein Vorgesetzter ist auf Anhieb für
● Informationen über das Unfall- etwas zu gewinnen, dessen Notwendig-
geschehen in ihrem Bereich zu geben. keit er noch nicht richtig erkannt hat.

Ein Sicherheitsbeauftragter soll kein Ja- Der Sicherheitsbeauftragte übernimmt zwar


Sager um jeden Preis und kein noto- keine Verantwortung für die Durchführung des
rischer Querulant sein. Er muss vielmehr Arbeitsschutzes im Betrieb, er geht jedoch
in dem ihm zugeteilten Bereich als eine Verpflichtung gegenüber der Unterneh-
mensleitung und seinen Kollegen ein. Wo es
sachkundiger und erfahrener Mitarbeiter
um die Sicherheit und den Gesundheitsschutz
anerkannt sein; andernfalls findet er keine der Betriebsangehörigen geht, soll er
Beachtung. Er soll aufgrund seines ● mitdenken,
Wissens sowie seines betriebsverbunde- ● mitsorgen,
nen und kollegialen Verhaltens das
● hinweisen und
Vertrauen sowohl seiner Vorgesetzten als
● informieren.
auch seiner Kollegen besitzen.

Bild 1-1: Anlässe zum Tätigwerden des Sicherheitsbeauftragten und der jeweiligen Tätigkeit

Anlass Art des Tätigwerdens


1. Unfall bzw. Beinahe-Unfall Unter Umständen Mitwirkung bei der ersten Hilfe
im Zuständigkeitsbereich bzw. Aufforderung an den Verletzten zur Inan-
spruchnahme Erster-Hilfe-Leistungen und/oder
Aufforderung zum Aufsuchen des D-Arztes.
Mitwirkung bei der innerbetrieblichen Unfall-
untersuchung zur Feststellung der Unfallursachen.
Mitwirkung bei der Erarbeitung von Vorschlägen der
technischen oder organisatorischen Maßnahmen,
die erforderlich sind, um ähnliche Unfälle in Zukunft
zu verhindern.
Bei meldepflichtigen Unfällen: Betriebliche
Sonderregelung: Kenntnisnahme des
entsprechenden Vordruckes des innerbetrieblichen
Unfallmeldesystems.

9
Anlass Art des Tätigwerdens
2. Gesamtes Unfallgeschehen Fortlaufende Beobachtung des Unfallgeschehens im
im Zuständigkeitsbereich Zuständigkeitsbereich, und zwar
● Kenntnisnahme durch persönliche Beobachtung,
● Informationen von Mitarbeitern/Vorgesetzten,
● Information durch Unfallanzeigen
bzw. innerbetriebliche Meldevordrucke,
● Einsichtnahme in das Verbandbuch/die Kartei
über Erste-Hilfe-Leistungen.
Aufgrund dieser Informationen Hinweise und Vorschläge
für Vorgesetzte erstellen. Einwirken auf alle Mitarbeiter
zum sicherheitsbewussten Verhalten und Handeln.
3. Hinweise von Mitarbeitern Je nach Art und Schwere des gemeldeten Mangels
auf Mängel an Maschinen unmittelbare oder spätere Inaugenscheinnahme,
oder arbeitsbedingte Ge- dabei Überprüfung, ob Angaben sachlich richtig sind.
sundheitsgefahren, z. B. feh-
Wenn nicht durch Beteiligte sofort abstellbar, Meldung
lende Schutzeinrichtungen,
an den Vorgesetzten/die Betriebsleitung.
vorschriftswidriges Verhalten
von Mitarbeitern, Nicht- Verfolgung des Mangels bis zur Beseitigung.
benutzung von persönlichen
Schutzausrüstungen, Hand-
haben von schweren Lasten,
ungünstige Körperhaltungen
4. Persönliche Feststellung von Einwirkung auf umgehende Abstellung der Mängel,
Mängeln, Verhaltensfehlern soweit dies im Zuständigkeitsbereich der Beteiligten
oder arbeitsbedingten Ge- liegt. Gespräche mit dem Ziel, sicherheits- und
sundheitsgefahren während gesundheitsbewusstes Verhalten und Handeln zu
der normalen Arbeitstätig- erreichen.
keit, z. B. als Schlosser, Elek- Soweit unmittelbare Abstellung durch die Beteiligten
triker, im Zuständigkeits- nicht möglich, Information des zuständigen
bereich Vorgesetzten über die festgestellten Mängel usw.
Verfolgung der Abstellung.
5. Täglicher/wöchentlicher Überprüfung der Maschinen, Anlagen und Einrich-
Rundgang im Zuständig- tungen sowie Verkehrswege durch Inaugenschein-
keitsbereich nahme, insbesondere Überprüfung des Vorhandenseins
und der ordnungsgemäßen Anbringung von Schutzein-
richtungen. Verwendung von Hilfswerkzeugen, ord-
nungsgemäße Benutzung der jeweils am Arbeitsplatz
vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstungen
durch die Mitarbeiter, Einhaltung der
zur Verhütung von Unfällen, Berufskrankheiten
und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren erteilten
Betriebsanweisungen.
Soweit Abstellung festgestellter Mängel durch die
Beteiligten nicht unmittelbar möglich, Meldung an den
zuständigen Vorgesetzten. Verfolgung der Mängel
bis zur Abstellung.

10
Anlass Art des Tätigwerdens
6. Betriebsbesichtigung Teilnahme beim Rundgang innerhalb des Zuständig-
durch Vertreter der Berufs- keitsbereiches, Informationsaustausch über die in
genossenschaft diesem Bereich festgestellten Mängel auf dem Gebiet
(Aufsichtspersonen) bzw. des Arbeitsschutzes, Kenntnisnahme über das ent-
Vertreter der für Arbeits- sprechende Ergebnis der Betriebsbesichtigung,
und Umweltschutz Einbeziehung der Ergebnisse in die normale Tätigkeit
zuständigen Behörde als Sicherheitsbeauftragter, Verfolgung etwaiger
Mängel bis zur Abstellung, Gespräche mit Mit-
arbeitern mit dem Ziel, sicherheits- und gesundheits-
bewusstes Verhalten und Handeln zu erreichen.
7. Betriebsbegehungen Teilnahme beim Rundgang innerhalb des Zuständig-
durch Arbeitsschutzaus- keitsbereiches.
schuss bzw. Fachkraft für
Im Übrigen weiter wie 6.
Arbeitssicherheit/
Betriebsarzt/Betriebsrat
8. Informationen/Anweisun- Unterstützung der Betriebsleitung bei der
gen durch Vorgesetzte Durchführung des Arbeitsschutzes im Zuständigkeits-
bzw. im Rahmen bereich.
der betrieblichen Arbeits-
Entsprechend der erhaltenen Information/Anweisung
schutzorganisation
Weitergabe von Informationen an die Mitarbeiter.
Im Übrigen weiter wie 5.
9. Durchführung von Nach Vorliegen der Messergebnisse im Betrieb und
Messungen und Ermitt- entsprechender Unterrichtung durch den Unter-
lungen im Zuständigkeits- nehmer/Vorgesetzten:
bereich des Sicherheits- Einbeziehung/Berücksichtigung der Ergebnisse bei
beauftragten, z. B. im der Tätigkeit als Sicherheitsbeauftragter.
Rahmen von Berufskrank-
heiten-Ermittlungs-
verfahren, der Erstellung
von Lärmkatastern,
Messungen luftfremder
Stoffe/gefährlicher Stoffe
10. Einstellung neuer Mit- Anlässlich der Einführung neuer oder umgesetzter
arbeiter oder Umsetzung Mitarbeiter im Zuständigkeitsbereich durch
von Mitarbeitern im den Vorgesetzten Hinweis auf eigene Funktion und
Zuständigkeitsbereich Aufgabe.
Unterstützung bei der Einweisung am Arbeitsplatz
in Fragen des Arbeitsschutzes.
11. Sitzung des Arbeitsschutz- Mindestens einmal vierteljährlich Beratung von
ausschusses nach Schwerpunkten des Arbeitsschutzes.
§ 11 Arbeitssicherheits-
gesetz Anmerkung: Sind mehr als zwei Sicherheitsbeauf-
tragte im Betrieb bestellt, bestehen unterschiedliche
Regelungen über die Teilnahme bzw. über die
Vertretung aller Sicherheitsbeauftragten im Arbeits-
schutzausschuss.

11
In der Praxis werden oftmals die Bezeich- lungsgesetz und die Bezeichnung „Fach-
nungen „Sicherheitsbeauftragter“ und kraft für Arbeitssicherheit“ im Jahre 1974
„Sicherheitsfachkraft“ (besser: Fachkraft durch das Arbeitssicherheitsgesetz
für Arbeitssicherheit) verwechselt. Dies ist eingeführt wurden. Zur Erleichterung des
verständlich, nachdem die Bezeichnung Verständnisses sind im Bild 1-2 die
Sicherheitsbeauftragter im Jahre 1963 unterschiedlichen Merkmale zusammen-
durch das Unfallversicherungs-Neurege- gestellt.

Bild 1-2: Gegenüberstellung Fachkraft für Arbeitssicherheit/Sicherheitsbeauftragter

Fachkraft für Arbeitssicherheit Sicherheitsbeauftragter


Rechtsgrundlage Gesetz über Betriebsärzte, § 22 Siebtes Buch Sozial-
Sicherheitsingenieure gesetzbuch (SGB VII)
und andere Fachkräfte für
§ 20 Unfallverhütungs-
Arbeitssicherheit (ASiG)
vorschrift „Grundsätze der
Unfallverhütungsvorschrift Prävention“ (BGV A 1)
„Fachkräfte für Arbeitssicher-
heit“ (BGV A 6)
Aufgaben § 6 ASiG: § 22 Abs. 2 SGB VII:
Unterstützung des Arbeit- Unterstützung des Unter-
gebers in allen Fragen der nehmers bei der Durch-
Arbeitssicherheit, einschließ- führung der Maßnahmen
lich der menschengerechten zur Verhütung von Arbeits-
Gestaltung der Arbeit, ins- unfällen und Berufs-
besondere durch krankheiten, insbesondere
durch:
● Beratung bei der Planung,
Ausführung und Unterhal- ● fortlaufende Kontrolle
tung von Einrichtungen, der des Vorhandenseins
Beurteilung von Arbeitsbe- von vorgeschriebenen
dingungen, der Beschaffung Schutzeinrichtungen
von technischen Arbeits- und persönlichen
mitteln, der Einführung von Schutzausrüstungen;
Arbeitsverfahren und Ar- ● fortlaufende Kontrolle
beitsstoffen, der Auswahl der ordnungsgemäßen
und Erprobung von persön- Benutzung von vor-
lichen Schutzausrüstungen, geschriebenen Schutz-
der Gestaltung von einrichtungen und
Arbeitsplätzen, Arbeitsablauf persönlichen
und Arbeitsumgebung; Schutzausrüstungen;

12
Fachkraft für Arbeitssicherheit Sicherheitsbeauftragter
noch ● sicherheitstechnische ● Aufmerksam machen
Aufgaben Überprüfung von auf Unfall- und Gesund-
Einrichtungen und Arbeits- heitsgefahren.
verfahren;
● Beobachtung der Durch-
führung des Arbeitsschutzes
durch Feststellung von
Mängeln, Vorschläge zur
Verbesserung der Arbeits-
sicherheit, Untersuchung
und Auswertung von Unfall-
ursachen;
● Information aller im Betrieb
Beschäftigten über die
Unfall- und Gesundheits-
gefahren sowie Maßnahmen
zu ihrer Abwendung.

Qualifikation Ingenieure der Fachrichtung Fachlich und führungs-


Sicherheitstechnik mit mäßig vorbildlicher
mindestens einem Jahr prak- Mitarbeiter, jedoch kein
tischer Tätigkeit; Vorgesetzter. Teilnahme
an Aus- und Fortbildungs-
Ingenieure, Techniker oder
veranstaltungen auf
Meister mit mindestens
dem Gebiet des Arbeits-
zwei Jahren praktischer Tätig-
schutzes unter Berück-
keit und besonderer staatlicher
sichtigung der betrieb-
oder berufsgenossen-
lichen Belange.
schaftlicher Zusatzausbildung
(§ 3 BGV A 6).
In Einzelfällen sind
Sonderregelungen möglich.

Bestellung Schriftlich mit Zustimmung Formlos unter Beteiligung


des Betriebsrates. des Betriebsrates.

13
Fachkraft für Arbeitssicherheit Sicherheitsbeauftragter
Anzahl Die Anzahl ergibt sich aus Die Mindestanzahl ergibt
der gemäß Tabelle zu sich aus Anlage 2
§ 2 Abs. 1 BGV A 6 erforder- zu § 20 Abs. 1 BGV A 1.
lichen Einsatzzeit.
Eine bestimmte Einsatz-
zeit ist nicht vorgeschrie-
ben; es muss jedoch
ausreichend Zeit zur
Erfüllung der Aufgaben
zur Verfügung stehen.
Arbeitsrechtliche Stellung Haupt- oder nebenamtlich Ehrenamtlich, freiwillig.
oder durch Vertrag verpflichtet.
Organisatorische Stellung Dem Leiter des Betriebes Bleibt dem unmittel-
im Betrieb unterstellt; soweit mehrere baren Vorgesetzten
Fachkräfte für Arbeitssicher- (z. B. Meister) unterstellt.
heit bestellt sind, gilt dies
für die leitende Fachkraft für
Arbeitssicherheit.
Weisungsbefugnis Keine Keine
Ausnahme: Leitende Fachkraft
für Arbeitssicherheit gegen-
über den anderen Fachkräften
für Arbeitssicherheit.
Verantwortung Keine Verantwortung für Keinerlei
die Durchführung des Arbeits- rechtliche Verantwortung.
schutzes.
Verantwortung für die Erfüllung
der Aufgaben nach
§ 6 ASiG und für fachlich
richtige Beratung.

14
2 Rechte und Pflichten der Beschäftigten

Das Arbeitsschutzgesetz und die der allgemeinen Verkehrsauffassung


Unfallverhütungsvorschrift „Grundsätze üblich ist. Sie dürfen nicht unbefugt
der Prävention“ (BGV A 1) enthalten benutzt werden.
Regelungen über das allgemeine Ver-
halten im Betrieb, so auch über die
Rechte und Pflichten der Beschäftigten:
Gefahren und Mängel
unverzüglich beseitigen, ggf. dem
Vorgesetzten melden
Der Arbeitssicherheit
Stellt ein Beschäftigter beispielsweise
dienende Maßnahmen unterstützen
fest, dass
Die Beschäftigten haben für ihre Sicher-
● eine Einrichtung sicherheitstechnisch
heit und Gesundheit bei der Arbeit und
nicht einwandfrei ist, weil z. B. eine
für die der von ihrer Tätigkeit betroffenen
Steckvorrichtung defekt ist oder
Personen Sorge zu tragen. Sie haben
bei einem Winkelschleifer eine Schutz-
deshalb alle dem Arbeitsschutz dienen-
haube fehlt,
den Maßnahmen zu unterstützen. Sie
sind verpflichtet, Weisungen des Unter- ● Arbeits- oder Hilfsstoffe nicht
nehmers zum Zwecke der Sicherheit und dem Gesundheitsschutz entsprechend
des Gesundheitsschutzes zu befolgen. verpackt, gekennzeichnet oder
Solche Weisungen können sich auch beschaffen sind oder
aus Betriebsvereinbarungen ergeben.
● Arbeitsverfahren oder Arbeitsablauf
Sicherheits- oder gesundheits-
nicht der Sicherheit und dem Gesund-
widrige Weisungen dürfen nicht befolgt
heitsschutz entsprechend gestaltet
werden.
bzw. geregelt sind,
so hat er die Gefahren oder den Mangel
unverzüglich zu beseitigen.
Einrichtungen, Arbeitsstoffe
und persönliche Schutzausrüstungen Soweit dies jedoch nicht zu seiner
bestimmungsgemäß verwenden Arbeitsaufgabe gehört und er nicht über
Einrichtungen, z. B. Arbeitsstätten, die entsprechende Sachkunde verfügt,
Maschinen, Geräte, Werkzeuge, Trans- hat er es dem Vorgesetzten unverzüglich
portmittel und Schutzeinrichtungen zu melden.
sowie Arbeitsstoffe und persönliche
Schutzausrüstungen dürfen nur zu dem
Zweck verwendet werden, der vom
Unternehmer bestimmt oder nach

15
Mitführen von Werkzeugen und und Transportbereichen, dürfen sich Be-
Gegenständen, Tragen von Schmuck- schäftigte nur aufhalten, wenn es
stücken für den Arbeitsablauf unbedingt erforder-
lich ist.
Scharfe und spitze Werkzeuge oder
andere Gefahr bringende Gegenstände
dürfen in der Kleidung nur getragen
Kein Alkohol am Arbeitsplatz
werden, wenn Schutzmaßnahmen eine
Gefährdung während des Tragens Durch Genuss von Alkohol und anderen
ausschließen. Schmuckstücke, Armband- berauschenden Mitteln dürfen sich
uhren oder ähnliche Gegenstände dürfen Beschäftigte nicht in einen Zustand ver-
beim Arbeiten ebenfalls nicht getragen setzen, durch den sie sich selbst oder
werden, wenn sie zu einer Gefährdung andere gefährden können. Auch die
führen können. Hierzu gehören insbe- Einnahme von Tabletten kann zu einer
sondere auch Ringe, an denen man beim Gefährdung führen. Insbesondere
Greifen hängen bleiben kann. die Kombination Alkohol/Tabletten kann
verhängnisvolle Folgen haben.

Sich nicht unnötig an gefährlichen


Stellen aufhalten Vorschläge unterbreiten
An gefährlichen Stellen, insbesondere Die Beschäftigten sind berechtigt,
unter schwebenden Lasten, in Fahr- und Vorschläge zu allen Fragen der Sicherheit
Schwenkbereichen von Fahrzeugen und des Gesundheitsschutzes bei der
und ortsveränderlichen Arbeitsmaschinen Arbeit zu unterbreiten. Den Vorschlägen
sowie in unübersichtlichen Verkehrs- ist nachzugehen.

16
3 Arbeitskleidung,
persönliche Schutzausrüstungen

In der Nähe sich bewegender Maschinen- zu. Überdies ist es auch nicht gestattet.
teile, Werkstücke oder Werkzeuge ge- Zum Umziehen, An- und Ablegen sowie
nügt ein Augenblick und weite Kleidungs- zur Aufbewahrung von Kleidungsstücken
stücke, wie Schleifen, Bänder, Krawatten sind in jedem Unternehmen gesonderte
oder Schals, oder lose herabhängende Umkleideräume vorhanden. In der
Haare können erfasst werden. Schwere Nähe von Maschinen, Triebwerken und
Quetschungen und Verletzungen sind elektrischen Anlagen ist das Umziehen
die Folgen. untersagt.
Auch unzweckmäßiges Schuhwerk kann Die Kleidung ist rechtzeitig zu reinigen
zu Gefährdungen führen, insbeson- und erforderlichenfalls auszubessern.
dere beim Bedienen von Pedalen oder
Besteigen von Leitern. In zu leichten Haare schützen
Schuhen knicken die Füße öfters um;
Lose herabhängende Haare müssen
Stöckelschuhe machen den Gang unsicher.
während der Arbeitszeit aufgesteckt oder
mit Haarnetz, Kopftuch oder Mütze
bedeckt werden. Auf diese Weise ge-
3.1 Arbeitskleidung bändigt, können sie bestimmt keinen
Ärger mehr verursachen.
Geeignete Arbeitskleidung tragen
Die Beschäftigten dürfen deshalb bei
der Arbeit nur Kleidung tragen, durch die
3.2 Persönliche
ein Arbeitsunfall insbesondere durch sich
Schutzausrüstungen (PSA)
bewegende Teile von Einrichtungen,
durch Hitze, ätzende Stoffe, elektrosta- PSA werden vom Unternehmer
tische Aufladung nicht verursacht werden bereitgestellt und instand gehalten
kann. Diese Forderung schließt ein, dass
Zur Abwendung von Gefahren ist der
bei der Arbeit an Maschinen anliegende
Unternehmer verpflichtet, mit allen ihm
Kleidung, z. B. nach DIN EN 510 „Maschi-
zur Verfügung stehenden Mitteln Ein-
nenschutzanzug; sicherheitstechnische
richtungen und Arbeitsverfahren sicher
Anforderungen, Prüfung“, getragen
und dem Gesundheitsschutz entspre-
wird und dass Ärmel nur nach innen um-
chend zu gestalten. Erst wenn dies nicht
geschlagen werden.
oder nicht ausreichend möglich ist und
die Beschäftigten dadurch Unfall- oder
Kleidungsstücke
Gesundheitsgefahren ausgesetzt sind,
nicht an Maschinen aufhängen
muss der Unternehmer ihnen geeignete
Wer den Arbeitsraum zur Umkleidekabine persönliche Schutzausrüstungen zur
macht, mutet seinen Kollegen allerhand Verfügung stellen. Er hat diese auch in

17
ordnungsgemäßem Zustand zu erhalten. BGR 191 „Benutzung von
Die Anschaffungs- und Instand- Fuß- und Beinschutz“
haltungskosten fallen also dem Unter- BGR 192 „Benutzung von
nehmer zu. Augen- und Gesichtsschutz“
Der Unternehmer und die von ihm mit der BGR 193 „Benutzung von Kopfschutz“
Durchführung des Arbeitsschutzes BGR 194 „Einsatz von Gehörschützern“
beauftragten Personen müssen arbeits- BGR 195 „Einsatz von
platzbezogen in jedem Einzelfall fest- Schutzhandschuhen“
legen, wann, für welchen Personenkreis BGR 196 „Einsatz von
und welche Schutzausrüstungen erfor- Stechschutzbekleidung“
derlich sind, z. B. Kopfschutz, Fußschutz,
BGR 197 „Benutzung von Hautschutz“
Augen- und Gesichtsschutz, Hand-
schutz, Körperschutz, Schallschutz, Atem- BGR 198 „Einsatz von persönlichen
schutz, Sicherheitsgeschirre. Es emp- Schutzausrüstungen
fiehlt sich, entsprechende Betriebsverein- gegen Absturz“
barungen abzuschließen. BGR 199 „Benutzung von persönlichen
Schutzausrüstungen zum
Persönliche Schutzausrüstungen sind Retten aus Höhen und Tiefen“
geeignet, wenn sie entsprechend
BGR 200 „Benutzung von
den Gegebenheiten bei geringst mög-
Stechschutzhandschuhen und
licher Belastung des Trägers bzw. bei
Armschützern“
weitgehendem Tragekomfort ausreichen-
den Schutz gegen die auftretenden BGR 201 „Einsatz von persönlichen
Gefährdungen bieten. Von wenigen Aus- Schutzausrüstungen
nahmen abgesehen müssen PSA, die gegen Ertrinken“
diese Anforderungen erfüllen, mit dem
CE-Zeichen gekennzeichnet sein. Soweit Augen- und Gesichtsschutz
möglich sollten die PSA darüber hinaus Augen- oder Gesichtsschutz kommt
nach dem Gerätesicherheitsgesetz immer dann in Betracht, wenn mit Augen-
geprüft sein und ein entsprechendes oder Gesichtsverletzungen durch
Prüfzeichen tragen. wegfliegende Teile, z. B. Splitter, Späne,
Staub, Verspritzen von Flüssigkeiten oder
Einzelheiten zu persönlichen
durch gefährliche Strahlung zu rechnen
Schutzausrüstungen können insbe-
ist. Bei der Auswahl sind die schädigen-
sondere folgenden BG-Regeln
den Einwirkungen zu berücksichtigen.
entnommen werden:
Entsprechend dem Schutzziel kommen
BGR 189 „Einsatz von Schutzkleidung“ Schutzbrillen, Schutzschilde oder Schutz-
BGR 190 „Einsatz von Atemschutzgeräten“ schirme in Betracht.

18
Für Fehlsichtige kommen Schutzbrillen Gehörschutz
mit Korrekturgläsern, ggf. aus Sicherheits- Persönliche Schallschutzmittel sind nach
glas, oder Überbrillen infrage. den Bestimmungen der Unfallverhütungs-
vorschrift „Lärm“ (BGV B 3) immer
dann zu benutzen, wenn auf die Beschäf-
tigten Lärm mit einem Beurteilungspegel
von 85 oder mehr dB(A) einwirkt. Dies
ist insbesondere der Fall, wenn in einem
Bereich gearbeitet wird, der durch das
Schild „Gehörschutz“ gekennzeichnet ist.
M 01: Augenschutz M 02: Schutzhelm Als persönliche Schallschutzmittel
benutzen benutzen
kommen Gehörschutzstöpsel (Watte,
Gebotsschilder zum Tragen von persönlichen Kunststoffstöpsel, Otoplastiken)
Schutzausrüstungen gemäß Anlage 2 zur und Kapselgehörschützer in Betracht.
Unfallverhütungsvorschrift „Sicherheits- und
Gesundheitsschutzkennzeichnung am Atemschutz
Arbeitsplatz“ (BGV A 8)
Bei Sauerstoffmangel oder zu hoher
Schadstoffkonzentration sind von
Schutzhelme der Umgebungsatmosphäre unabhängig
Schutzhelme sind immer dann erforder- wirkende Atemschutzgeräte erforderlich.
lich, wenn mit Kopfverletzungen durch Filtermasken dürfen nur unter bestimmten
Anstoßen oder pendelnde, herabfallende, Voraussetzungen in Abhängigkeit
umfallende oder wegfliegende Gegen- vom Schadstoff und den Umgebungs-
stände zu rechnen ist. Für spezielle Ar- bedingungen verwendet werden.
beitsbereiche stehen spezielle Helme zur
Verfügung, z. B. Kraftfahrerschutzhelme.
Schutzhelme können für Kopfverletzte
eine besondere Innenausstattung und für
Winterarbeiten besondere Abdichtungen
erhalten. Sie werden aus unterschied-
lichen Werkstoffen hergestellt, die auch
Einfluss auf die Tragedauer haben. M 03: Gehörschutz M 04: Atemschutz
benutzen benutzen
Schutzhelme aus Thermoplasten altern
bei starker Hitze oder UV-Strahlung. Sie Gebotsschilder zum Tragen von persönlichen
sollten deshalb nach vier bis fünf Jahren Schutzausrüstungen gemäß Anlage 2 zur
ersetzt werden. Das Herstellungsdatum Unfallverhütungsvorschrift „Sicherheits- und
Gesundheitsschutzkennzeichnung am
ist bei diesen Schutzhelmen angegeben. Arbeitsplatz“ (BGV A 8)

19
Handschutz Fußschutz
Die Hände eines Menschen sind die Fußschutz kommt immer dann in Be-
am meisten verletzten Körperteile. Die tracht, wenn mit Fußverletzungen durch
Verletzungen entstehen insbesondere Stoßen, Einklemmen, umfallende, herab-
beim Hantieren mit scharfkantigen fallende oder abrollende Gegenstände,
Gegenständen und beim Umgang mit durch Hineintreten in spitze und scharfe
Säuren oder Laugen. Für den Handschutz Gegenstände oder durch heiße Stoffe,
gibt es je nach Einsatzzweck Hand- heiße oder ätzende Flüssigkeiten zu
schuhe aus verschiedenen Materialien, rechnen ist. Beispiele hierfür sind Bauar-
z. B. Leder, Gummi, Textil, Kunststoffe. beiten, Transport und Lagern schwerer
Lasten sowie der Hebezeugbetrieb. Je
Vorsicht: nach den Gegebenheiten kommen ins-
An Maschinen mit drehenden besondere Sicherheitsschuhe als Halb-
Teilen dürfen Handschuhe nicht schuhe oder Stiefel mit Stahlkappen,
verwendet werden! durchtrittsicheren Sohlen, Mittelfußschutz
und wärmeisolierendem Unterbau in
Betracht. Für Baustellen gibt es einen
besonderen Sicherheitsschuh, für
Gießereien und für Rangierer einen leicht
abwerfbaren Sicherheitsschuh.

Körperschutz
M 05: Fußschutz M 06: Schutz- Körperschutz ist erforderlich, wenn mit
benutzen handschuhe
benutzen oder in der Nähe von Stoffen gearbeitet
wird, die zu Hautverletzungen führen oder
Gebotsschilder zum Tragen von persönlichen durch die Haut in den Körper eindringen
Schutzausrüstungen gemäß Anlage 2 zur können sowie bei Gefahr von Verbren-
Unfallverhütungsvorschrift „Sicherheits- und
Gesundheitsschutzkennzeichnung am nungen, Verätzungen, Verbrühungen,
Arbeitsplatz“ (BGV A 8) Unterkühlungen, elektrischen Durchströ-
mungen, Stich- oder Schnittverletzungen.
Je nach Arbeitseinsatz kommen insbeson-
dere schwer entflammbare Schutzkleidung,
z. B. Schweißerschutzanzug, Säure- und
Laugenschutzkleidung, Hitze- oder Kälte-
schutzkleidung, Winterschutzkleidung,
Schutzschürzen, elektrisch isolierende
Kleidung oder Warnkleidung in Betracht.

20
3.3 Hautschutz Die Hautschutzmittel müssen vor jedem
Arbeitsbeginn – also auch nach jeder
Hautschutz umfasst ein auf die konkret Pause – auf die saubere Haut aufgetragen
vorliegende Hautgefährdung abgestimm- werden.
tes Hautschutzmittel, eine gezielte
und schonende Hautreinigung sowie eine Zur Hautreinigung sollte grundsätzlich
wirksame Hautpflege. das mildeste Reinigungsmittel verwendet
werden. Nur wenn dessen Reinigungs-
Alle drei Stufen sind von gleicher
wirkung nicht ausreichend ist, kommen
Wichtigkeit.
reibemittelhaltige Hautreiniger in Betracht.
Hautgefährdungen entstehen z. B. durch Lösemittelhaltige Hautreinigungsmittel
● wassermischbare Arbeitsstoffe, sind ausschließlich ganz bestimmten
z. B. wassergemischte Öle und Kühl- Verschmutzungen (z. B. durch Lacke,
schmierstoffe, Dispersionsfarben, Klebstoffe) vorbehalten. Verdünner,
anorganische Salzlösungen, Haushalts- Kaltreiniger, Vergaserkraftstoffe und Ähn-
reiniger, Laugen, Säuren, liches dürfen zur Hautreinigung nicht
verwendet werden.
● nicht wassermischbare
Arbeitsstoffe, z. B. Mineralöle, Fette, Eine regelmäßige Hautpflege mit fett-
organische Lösemittel, haltigen Hautpflegemitteln unterstützt
● stark hauthaftende Verschmutzungen die natürliche Regeneration der Haut.
und Arbeitsstoffe, z. B. Altöl, Die Auswahl des geeigneten Haut-
Graphit, Metallstaub, Ruß, Kleb- und schutzes sollte der Unternehmer in
Beschichtungsstoffe, Zusammenarbeit mit dem Betriebsarzt,
● Mehrkomponentenharze, ggf. den Herstellern und unter Beteiligung
z. B. Epoxid-Phenolformaldehyd-, der betroffenen Mitarbeiter vornehmen.
Polyester- und Polyurethanharze, Damit die Mitarbeiter den für die einzel-
● mechanisch reizende Arbeitsstoffe, nen Arbeitsbereiche oder Tätigkeiten fest-
z. B. Mineralfasern, Glasfasern, gelegten Hautschutz kennen, ist ein
Sand, Drahtwolle, Hautschutzplan (Bild 3-1 auf Seite 22)
● Feuchtigkeitsstau und Hautauf- aufzustellen.
weichung (Mazeration),
Die Benutzung von Hautschutz muss
z. B. beim Tragen von Gummi-
ständig vorgelebt und überwacht werden.
handschuhen
Hierzu sind die Vorgesetzten verpflichtet,
und aber auch Betriebsrat, Fachkraft für
● UV-Strahlenbelastung, Arbeitssicherheit, Betriebsarzt und
z. B. beim Elektroschweißen, bei Sicherheitsbeauftragter sind dazu auf-
Arbeiten im Freien. gerufen.

21
Bild 3-1: Beispiel für einen Hautschutzplan
HAUTSCHUTZPLAN
Hautgefährdung Hautschutzmittel Schutzhandschuh Hautreinigungsmittel Hautpflegemittel
nach vor soweit nicht gene- nach der Arbeit, nach
● Betriebsbereich Arbeitsbeginn, rell vorgesehen, auch vor Pausen Arbeitsende und
● Arbeitsverfahren auch nach Hinweise auf Hautreinigung
● Stoffen Pausen speziellen Einsatz-
bereich
Untergliederung Der Produktname oder die interne Werksbezeichnung sind einzutragen,
ist vom Einzelfall ebenfalls Angaben, wo und von wem die Mittel bzw. der Schutzhandschuh
abhängig erhältlich sind.
Beispiel: KFZ-Betrieb (Produktnamen erfunden)
Werkstatt Cremfix (o/w) geschl. Leder- Seifex Hautan-Plus
● Öl, Fett, Benzin, handschuhe bei (o/w)
CKW Karosseriearbeiten;
geschl. PVC-Hand-
schuhe bei Arbeit
mit Batteriesäure
Waschhalle Cremfix-Plus (w/o) Gutex Seifgel Hautan (o/w)
erhältlich bei: Mstr. Haase – Kundendienstabteilung

3.4 PSA 3.5 Pflichten


gegen Absturz der Beschäftigten
Lässt die Eigenart des Arbeitsplatzes Es ist die Pflicht der Beschäftigten, die
oder der durchzuführenden Arbeiten eine bereitgestellten persönlichen Schutzaus-
Sicherung gegen Abstürzen durch rüstungen zu benutzen. Die entsprechen-
Brüstungen, Geländer, Fanggerüste oder den Arbeitsbereiche müssen gekenn-
Fangnetze nicht zu, müssen den zeichnet sein.
Beschäftigten Sicherheitsgeschirre zur
Der Unternehmer muss die Beschäftigten
Verfügung stehen.
vor Aufnahme ihrer Tätigkeit und mindes-
Dabei ist besonders auf die richtige Wahl tens einmal jährlich auf die besonderen
von Anschlagpunkten und auf ständige Gefahren an ihrem Arbeitsplatz hinweisen
Benutzung zu achten. Insbesondere ist zu und über die Maßnahmen zu ihrer
unterscheiden zwischen Ausrüstungen, Abwendung unterweisen. Hierzu gehört
die ein Abstürzen verhindern oder insbesondere auch die Benutzung
die einen Abstürzenden auffangen sollen. der persönlichen Schutzausrüstungen.

22
Bild 3-2 zeigt die prozentuale Verteilung eindringlich die Notwendigkeit
der Arbeits- und Wegeunfälle nach des Einsatzes persönlicher Schutz-
verletzten Körperteilen und unterstreicht ausrüstungen.

Bild 3-2: Prozentuale Verteilung der Arbeits- und Wegeunfälle nach verletzten Körperteilen

Arbeitsunfälle Wegeunfälle

Kopf (ohne Augen) 13,8 %


Augen 0,4 %

Hals, Halswirbelsäule 19,7 %

Schultern, Oberarm, Ellenbogen 7,9 %

Brust, Brustorgane 7,4 %

Bauch, Bauchorgane 3,3 %

Unterarm, Handgelenk 7,0 %


Hände, Handwurzel 1,7 %

Finger 2,3 %

Beine 24,2 %

Füße 9,8 %
Zehen 2,5 %

23
4 Unterweisungen, Betriebsanweisungen

4.1 Unterweisungen zur Abwendung der Gefahren informiert


werden.
Um sich sicherheitsgerecht verhalten zu
können, müssen die Beschäftigten Die Unterweisungen müssen
entsprechende Kenntnisse haben. Aus ● bei jeder Neueinstellung oder Um-
diesem Grunde sind regelmäßige Unter- setzung an einen anderen Arbeitsplatz,
weisungen durch den Unternehmer ● vor Beginn jeder neuen Tätigkeit,
oder seinen Beauftragten – z. B. Meister,
● vor Beginn bestimmter in den BG-
Vorarbeiter – erforderlich (Bild 4-1). Dabei
Vorschriften bezeichneter Arbeiten und
müssen alle Mitarbeiter über die bei ihren
Tätigkeiten auftretenden Gefahren, das ● vor Umgang mit Gefahrstoffen
richtige Verhalten und die Maßnahmen durchgeführt werden.

Bild 4-1: Beispiel einer Unterweisung

24
Je nach Erfordernis, jedoch mindestens 4.2 Betriebsanweisungen
einmal jährlich, muss die Unterweisung
wiederholt werden; bei Jugendlichen Mögliche Gefährdungen von Beschäf-
muss sie mindestens zweimal jährlich tigten müssen im Voraus ermittelt
erfolgen. und beurteilt werden (§ 5 Arbeitsschutz-
gesetz). Daraus folgend sind die erforder-
Aktuelle Anlässe, wie Arbeitsunfälle oder lichen Schutzmaßnahmen und Ver-
Beinahe-Unfälle und Berufserkrankungen, haltensweisen für den konkreten Einzelfall
können eine erneute Unterweisung erfor- (objekt- und adressatenbezogen)
derlich machen. festzulegen und ggf. auch in Betriebs-
anweisungen zusammenzufassen.
Die Unterweisung muss mündlich und
arbeitsplatzbezogen, umfassend, Betriebsanweisungen bedürfen
praxisnah und auch für ausländische der Schriftform und sind in einer für die
Arbeitnehmer verständlich durchgeführt Beschäftigten verständlichen Form
werden. und Sprache abzufassen. Sie sind
den Beschäftigten bekannt zu machen
Die Teilnahme an Unterweisungen über
und müssen von ihnen eingehalten
den Umgang mit Gefahrstoffen muss der
werden.
Teilnehmer durch Unterschrift bestätigen.
Betriebsanweisungen, die den Mit-
Grundlagen für die Unterweisung
arbeitern zugänglich sind, erlauben ihnen,
können sein
sich selbst zu kontrollieren und zu
● Berufsgenossenschaftliche korrigieren. Sie stellen insoweit ein
Vorschriften und Regeln für Sicherheit wertvolles Hilfsmittel für den Unterneh-
und Gesundheitsschutz mer und für die Beschäftigten dar.
bei der Arbeit,
Bild 4-2 auf Seite 26 zeigt das Beispiel
● Betriebsanleitung der Hersteller
für eine Betriebsanweisung „Umgang mit
oder Lieferanten,
wassergemischten Kühlschmierstoffen
● Betriebsanweisung des Unternehmers bei der mechanischen Bearbeitung“.
und
● Arbeitshilfen der Berufsgenossen-
schaft, wie BG-Informationen,
Prüflisten, Merkkarten, Plakate/
Wandzeitungen, Mitteilungsblätter,
Filme/Videos.

Das Aushändigen von Vorschriften oder


Druckschriften genügt nicht!

25
Bild 4-2: Betriebsanweisung

Firma
Name der Firma hier einsetzen
Betriebsanweisung Nr.

gemäß § 20 GefStoffV
1. Anwendungsbereich
Umgang mit wassergemischten Kühlschmierstoffen (KSS) bei mechanischer Bearbeitung

Abteilung: _______________________________________ Arbeitsplatz: _______________________________________


2. Gefahrstoffbezeichnung

Produktname: ______________________________________________________________________________________________
3. Gefahren für Mensch und Umwelt
● Intensiver Hautkontakt führt zur Zerstörung des Säureschutzmantels, Entfettung, Entwässerung
und Reizung der Haut als Vorstufe von Hautkrankheiten.
● Schon kleine Verletzungen der Haut, z. B. durch Metallteilchen, erhöhen bei Kontakt mit KSS
das Risiko einer Hautkrankheit.
● Hautkontakt kann allergische Reaktionen auf KSS-Inhaltsstoffe auslösen.
● Das Blasen mit Druckluft auf KSS-benetzte Haut oder Kleidung schädigt die Haut.
● Beim Einatmen von KSS-Dampf und -Nebel können Atemwegsreizungen auftreten.
● Enthält der KSS nitrosierbare Amine, ist Nitrosaminbildung möglich.
● Kühlschmierstoffe sind wassergefährdende Flüssigkeiten.
4. Schutzmaßnahmen, Verhaltensregeln, hygienische Maßnahmen
● Vor Arbeitsbeginn, vor Pausen und nach Arbeitsende Schutzmaßnahmen entsprechend
dem Hautschutzplan durchführen.
● Vor Arbeitsbeginn Absaugeinrichtung einschalten.
● Hautkontakt möglichst vermeiden, dazu gehört:
– Haut nicht mit KSS reinigen,
– feuchte Kleidung sofort wechseln, vor Wiederverwendung waschen/reinigen,
– Spritzschutzeinrichtung bzw. Spritzschutz oder Gummischürze verwenden,
– zum Abtrocknen der Haut saubere Textil- oder Papiertücher verwenden,
– verschmutzte Tücher nicht in die Kleidung stecken.
● Am Arbeitsplatz nicht essen, trinken, rauchen und keine Lebensmittel aufbewahren.
● Lebensmittel, Getränkereste, Zigarettenkippen und andere Abfälle nicht in den KSS werfen.
● Beim Reinigen mit Lösemittel Hautkontakt vermeiden bzw. Schutzkleidung benutzen.
5. Verhalten bei Störungen und im Gefahrfall Notruf:
● Bei Ausfall der Absauganlage oder anderer Störungen Aufsichtführende informieren.
● Beim Auftreten besonderer Gerüche, Verfärbungen, Flocken- oder Schaumbildung, erhöhtem
Fremdölanteil im KSS Aufsichtführende informieren.
● Verschüttete KSS z. B. mit Papiertüchern oder Bindemittel aufnehmen.
● Beim Auslaufen größerer KSS-Mengen Aufsichtführende informieren.
6. Verhalten bei Unfällen – erste Hilfe Notruf:
● Ersthelfer und Aufsichtführende infomieren
● Falls KSS in die Augen gelangt, sofort mit viel Wasser spülen und Arzt aufsuchen.
● Auch geringfügige Hautverletzungen vom Ersthelfer versorgen lassen.
● Hautreaktionen (z. B. Rötung, raue Haut, Juckreiz, Brennen, Bläschen, Schuppen, Schrunden)
den Aufsichtführenden melden.
7. Instandhaltung, sachgerechte Entsorgung
● Die zu entsorgenden KSS sind in den bereitgestellten und besonders gekennzeichneten
Behältern oder Systemen zu sammeln.
● Die mit KSS getränkten Tücher, Lappen und Bindemittel sind in den bereitgestellten
nicht brennbaren, verschließbaren und besonders gekennzeichneten Behältern zu sammeln.
● Für die Entsorgung ist zuständig: _________________________________________________________________

Datum: Unterschrift:

26
5 Arbeitsplätze, Verkehrswege, Notausgänge

Arbeitsplätze sind Bereiche, in denen sich verkehr oder Gütertransport regelmäßig


Beschäftigte bei ihrer Arbeit aufhalten. Es oder nur gelegentlich stattfindet. Ver-
können neben Standplätzen an Maschi- kehrswege und Arbeitsplätze können sich
nen oder Sitzplätzen an Arbeitstischen überschneiden. Auch die Zugänge
auch Gänge und Laufstege, Treppen und zu Arbeitsplätzen sind Verkehrswege.
Leitern, Dächer, Arbeitsgruben, Podeste
Verkehrswege müssen in solcher Anzahl
oder Gerüste sein.
vorhanden und so beschaffen und
Arbeitsplätze müssen so eingerichtet und bemessen sein, dass sie je nach ihrem
beschaffen sein, dass sie ein sicheres Bestimmungszweck sicher begangen
und gesund erhaltendes Arbeiten ermög- oder befahren werden können und neben
lichen. Dies gilt insbesondere hinsichtlich den Wegen beschäftigte Personen durch
Material, Geräumigkeit, Festigkeit, Stand- den Verkehr nicht gefährdet werden.
sicherheit, Oberfläche, Trittsicherheit, Letzteres kann durch ausreichende
Beleuchtung, Belüftung sowie des Fern- Abstände zu den Arbeitsplätzen, Anord-
haltens von schädlichen Umwelt- nung der Arbeitsplätze mit Blickrichtung
einflüssen oder Gefahren durch Dritte. zum Verkehrsweg und erforderlichenfalls
Anbringung von Schutzgittern oder
Verkehrswege sind Bereiche, die dem
Anfahrschutz erreicht werden (Bild 5-1).
Personenverkehr (Gehverkehr) und dem
Transport von Gütern dienen. Es ist In Betrieben, in denen mit viel Wasser
dabei unerheblich, ob der Personen- hantiert wird, bleibt es nicht aus, dass die

Bild 5-1:
Anfahrschutz an
Verkehrswegen

27
Böden dauernd nass und rutschig sind. Bild 5-2: Trennung
Ein rutschhemmender Belag ist erforder- des Fahr- und Gehweges
lich! Gute Abhilfe schaffen Roste. Aller-
dings werden Roste aus Holz durch das
Wasser mit der Zeit morsch.

5.1 Verkehrswege
Verkehrswege müssen freigehalten wer-
den, damit sie jederzeit benutzt werden
können. In Räumen mit mehr als
1000 m2 Grundfläche besteht die gesetz-
liche Verpflichtung zur Kennzeichnung
der Verkehrswege. Es empfiehlt
sich, Fahr- und Gehwege zu trennen
(Bild 5-2).
Verkehrswege sind kein Ersatz für Lager-
flächen!

Bild 5-3: Mindestmaße von Verkehrswegen

28
Verkehrswege müssen ausreichend breit 5.2 Beleuchtung
angelegt sein. Bei Benutzung durch
kraftbetriebene oder schienengebundene Ein gut geführter Betrieb darf keine
Beförderungsmittel müssen zwischen dunkle Ecke haben. Jeder Arbeitsplatz
der äußeren Begrenzung der Beförde- und Verkehrsweg muss der Sehaufgabe
rungsmittel und der Grenze des Verkehrs- entsprechend beleuchtet sein; zumindest
weges Sicherheitsabstände von mindes- für die Dauer der Benutzung:
tens 0,5 m auf beiden Seiten vorhanden ● ständig besetzte
sein. Bei gleichzeitigem Personen- Arbeitsplätze mind. 200 Lux
verkehr sind die Sicherheitsabstände zu
vergrößern (Bild 5-3). ● Maschinenarbeiten 300 – 500 Lux

An Ausgängen und Treppenaustritten zu ● Feinmontagen mind. 500 Lux


Verkehrswegen mit Fahrzeugverkehr ● Mindestbeleuchtung 15 Lux
ist ein Abstand von 1 m erforderlich; an-
dernfalls muss eine Absicherung ● bei Ausfall der
durch Umgehungsschranken erfolgen. Allgemeinbeleuchtung mind. 1 Lux.
In bestimmten Fällen ist eine Notbeleuch-
tung erforderlich.
Die Beleuchtung soll auch blendfrei sein:
Gegenlicht wirkt auf die Dauer ermüdend
und mindert die geistige und körperliche
Reaktion.
Lichtschalter für die Raumbeleuchtung
sind nahe an den Ein- und Ausgängen
anzubringen. Sie müssen leicht zugäng-
lich, selbstleuchtend und gefahrlos er-
reichbar sein.
Was nützt jedoch die beste, vorschrifts-
mäßige Beleuchtung, wenn sie nicht ein-
geschaltet ist?

29
5.3 Rettungswege Die Türen von Notausgängen müssen
und Notausgänge nach außen aufschlagen, sich unbe-
dingt leicht öffnen lassen und
Je nach Eigenart des Betriebes muss dürfen während der Arbeitszeit nicht
das schnelle und sichere Verlassen von verschlossen sein.
Arbeitsplätzen und Räumen durch
Rettungswege und Notausgänge sicher- Auch eine Verwahrung des Schlüssels
gestellt sein. Rettungswege und Not- hinter Glas ist nicht zulässig. Im Ernst-
ausgänge müssen als solche fall können solche Dinge über Leben und
gekennzeichnet (Bild 5-4) und stets Tod entscheiden!
freigehalten sein.
Das Wort Notausgang sagt bereits, dass
eine Tür mit dieser Aufschrift für Notfälle
bestimmt ist. Die Ausgänge müssen –
sollen sie ihren Zweck auch wirklich
erfüllen – schon von weitem durch ein
auffallendes oder mit Leuchtbuch-
staben versehenes Schild als solche zu
erkennen sein.

Bild 5-4:
Hinweisschilder auf
Rettungswege
und Notausgänge

30
6 Leitern, Tritte, Treppen

Es gibt eine Anzahl unterschiedlicher 6.1 Aufstiege


Leitern. Am häufigsten verbreitet sind
Stehleitern und Anlegeleitern. Tritte Nicht gleich den erstbesten Gegenstand
sind ortsveränderliche Aufstiege bis zu als Aufstieg benutzen, wenn der Arm
1 m Höhe. für ein hohes Regal nicht ausreicht!
Kisten, Fässer, Säcke, Schemel, Stel-
Gefahren bestehen insbesondere lagen oder ähnlich wackelige Gegen-
dadurch, dass es zu Stürzen kommt, stände ersetzen noch lange keine Leiter
wenn die Leitern und Tritte einsinken, (Bild 6-1).
abrutschen oder umfallen.
Es müssen vielmehr Leitern und Tritte in
Auch beschädigte, unsachgemäß instand der erforderlichen Art, Anzahl und Größe
gesetzte und nicht bestimmungs- bereitstehen und benutzt werden.
gemäß verwendete Leitern können zu
Abstürzen führen. Wo Stehleitern vorwiegend von weib-
lichen Personen benutzt werden,
In der Bundesrepublik Deutschland sind Stufen-Stehleitern bereitzustellen,
ereignen sich jährlich mehr als 40 000 auf denen der Fuß eine wesentlich
solcher Unfälle. Davon führen etwa größere Standfläche hat.
3 000 zu einer Rente; ca. 60 Unfälle ver-
laufen sogar tödlich. Vorsicht mit Absatzschuhen!
Von Treppen gehen insbesondere
dann Gefahren aus, wenn die Stufen
ausgetreten sind oder bei mehr
als fünf Stufen Handlauf oder Geländer
Bild 6-1: Sichere Aufstiege benutzen
fehlen.
Treppen, die fünf oder mehr Stufen
haben, müssen zumindest an einer Stelle
mit einem Handlauf versehen sein.
Bei zehn oder mehr Stufen muss ein fes-
tes Geländer angebracht sein, das
einen sicheren Schutz gegen Abstürzen
gewährleistet.

Vorsicht bei ausgetretenen Stufen!

Die Gefahr des Abrutschens kann man


durch Auflegen von Gummileisten recht-
zeitig vermeiden.

31
6.2 Bestimmungsgemäße und an der Leiter deutlich erkennbar und
Benutzung von dauerhaft angebracht sein. Die Betriebs-
Leitern und Tritten anleitung kann gedruckt oder in Form von
Piktogrammen gestaltet sein.
Eine Stehleiter ist keine Anlegeleiter.
Wozu gäbe es für alle möglichen Arbeiten Betriebsfremde Leitern und Tritte
unterschiedlich gebaute Leitern, wenn nicht benutzen
nicht aus praktischen und sicherheits-
technischen Gründen! Leitern und Tritte Mitarbeiter aus anderen Unternehmen
dürfen also niemals für Arbeiten verwen- bringen häufig eigene Leitern und
det werden, für die sie weder bestimmt, Tritte mit. Sollen diese auch von betriebs-
noch ihrer Bauart nach geeignet sind. eigenen Mitarbeitern verwendet werden,
Für den Benutzer von Leitern muss eine müsste zunächst eine Prüfung auf Sicher-
Betriebsanleitung (Bild 6-2) aufgestellt heit erfolgen. Deshalb ist es besser,
betriebsfremde Leitern und Tritte grund-
Bild 6-2: Betriebsanleitung
sätzlich nicht zu benutzen!

Leitern und Tritte


gegen Umstürzen sichern
Leitern und Tritte sind im Allgemeinen
durch ihre Bauart gegen Umfallen,
Abrutschen und Umkanten gesichert.
Sicherungen gegen Abrutschen des
Leiterfußes sind je nach Bodenbe-
schaffenheit z. B. Stahlspitzen oder
Gummifüße (Bild 6-3).

Bild 6-3: Sicherungen gegen Abrutschen

32
Sicherungen gegen Abrutschen des Bild 6-4: Prüfung des richtigen Anstellwinkels
Leiterkopfes sind z. B. Aufsetz-, Einhak-
oder Einhängevorrichtungen.

Je nach Art der auszuführenden Arbeiten,


z. B. Benutzung von Handbohrmaschinen
oder Zureichung von Gütern, können
jedoch insbesondere bei Steh- und Anle-
geleitern Kräfte auf die Leiter einwirken,
die zusätzliche Sicherungsmaßnahmen
gegen Umstürzen erforderlich machen,
z. B. Anbinden des Leiterkopfes oder
Unterstützungen der Holme. Sofern die
Betriebsverhältnisse keine derartigen
Maßnahmen zulassen, müssen die
Leitern von einem Mitarbeiter gehalten
werden.

Leitern, die an oder auf Verkehrswegen


aufgestellt werden müssen, sind
gegen Umstoßen zu sichern. Außerdem
ist auf sie auffällig hinzuweisen, z. B.
durch Absperrungen oder Sicherungs-
posten. Anlegeleitern sind kein Ersatz für Gerüste!
Es dürfen deshalb nur Arbeiten geringen
Umfanges von ihnen aus ausgeführt
Anlegeleitern sicher aufstellen
werden. Dabei dürfen die obersten drei
Anlegeleitern sollen nicht länger als 8 m Sprossen nicht betreten werden.
sein, wenn sie nicht durch eine beson- Anlegeleitern müssen mindestens 1 m
dere Bauweise gegen Durchbiegen über Austrittsflächen hinausragen,
und Umstürzen gesichert sind. Wangen soweit keine anderen Haltemöglichkeiten
und Holme von Anlegeleitern dürfen bestehen.
niemals behelfsmäßig verlängert werden.
Stehleitern sicher aufstellen
Anlegeleitern dürfen nur an sichere
Stützpunkte im Winkel zwischen 68 – 75° Stehleitern müssen Spreizsicherungen in
angelegt werden (Bild 6-4). Glasscheiben, Form von Spannketten oder Spanngelen-
Fenster, Spanndrähte, Stangen oder ken haben. Spanngurte dürfen nur an-
unverschlossene Türen sind deshalb zu gebracht sein, wenn die Leitern keinen
meiden. Witterungseinflüssen ausgesetzt sind.

33
Spannvorrichtungen, die von Hand einge- chen Art ersetzt werden. Dabei sind sie
legt werden müssen, sind nicht zulässig auch in gleicher Weise an den Wangen
(Bild 6-5). oder Holmen zu befestigen wie die
übrigen. Es ist nicht gestattet, die Spros-
Stehleitern dürfen nicht bis zur obersten
sen nur durch Aufnageln oder Auf-
Sprosse oder Stufe bestiegen werden.
schrauben zu befestigen.
Ausgenommen hiervon sind Leitern,
deren oberste Trittfläche ein sicheres Ste- Wangen und Holme dürfen niemals
hen gewährleistet, z. B. durch Sicher- geflickt werden.
heitsbrücke und Haltevorrichtung. Steh-
Bild 6-6: Schadhafte Leitern aussondern
leitern dürfen nicht als Anlegeleitern
oder zum Besteigen von Bühnen,
Galerien, Stellagen und dergleichen be-
nutzt werden.
Bild 6-5: Spreizsicherung an Stehleitern

6.3 Prüfungen
Leitern müssen durch eine vom Unter-
nehmen beauftragte befähigte Person
wiederkehrend auf ihren ordnungs-
Schadhafte Leitern und Tritte gemäßen Zustand geprüft werden. Die
der Benutzung entziehen Zeitabstände für die Prüfung richten
sich nach den Betriebsverhältnissen.
Schadhafte Leitern und Tritte sind un- Unabhängig hiervon hat der Benutzer
verzüglich der Benutzung zu entziehen vor dem Gebrauch auf Eignung und Be-
(Bild 6-6). Also vernichten oder bis schaffenheit der Leitern zu achten.
zur Instandsetzung unter Verschluss
Als Maßnahmen, die das Erfassen aller
halten!
Leitern bei der Prüfung sicherstellen,
Bei einer sachgemäßen Instandsetzung kommen z. B. das Nummerieren
müssen schadhafte oder fehlende Spros- der Leitern oder das Führen eines Leiter-
sen durch fehlerfreie Sprossen der glei- kontrollbuches infrage.

34
7 Schutz gegen Absturz
und herabfallende Gegenstände

An höher gelegenen Arbeitsplätzen und der Absturz von Personen durch Fang-
Verkehrswegen besteht die Gefahr netze oder Sicherheitsgeschirre und
des Abstürzens von Personen oder des das Herabfallen von Gegenständen auf
Herabfallens von Gegenständen. tiefer gelegene Arbeitsplätze und
Verkehrswege, z. B. durch Schutzdächer,
Abstürze sind oft – auch bei
verhindert werden.
kleineren Höhen – mit lebensgefährlichen
Verletzungen verbunden.
Bild 7-1a: Absturzsicherung

7.1 Seitenschutz
Seitenschutz
Arbeitsplätze und Verkehrswege, die
=
● an oder über Wasser oder
anderen Stoffen, in denen man Geländerholm
versinken kann, +
● mehr als 1 m über dem Boden Zwischenholm
oder einer anderen tragfähigen Fläche
liegen, +

müssen ständige Sicherungen haben, Bordbrett


die verhindern, dass Personen abstürzen
oder Gegenstände herabfallen.
Solche Sicherungen sind insbesondere
Geländer, die mindestens 1 m hoch sind
Bild 7-1b: Absturzsicherung
und aus Geländerholm, einem Zwi-
schenholm in 0,5 m Höhe sowie einem
mindestens 0,1 m hohen Bordbrett
bestehen, bekannt auch als dreiteiliger
Seitenschutz (Bilder 7-1a und 7-1b).
Bei Laderampen kann an der Be- und
Entladestelle auf ein Geländer verzichtet
werden.
Lässt die Eigenart des Arbeitsplatzes
oder der durchzuführenden Arbeiten eine
ständige Sicherung nicht zu, so müssen

35
7.2 Fenster- und Wandluken, Fensterflügel, Wandlukentüren,
Bodenöffnungen Schiebetüren

Fenster- und Wandluken, die weniger als Fensterflügel und Schiebefenster sind
1 m über dem Fußboden beginnen, durch Vorrichtungen so abzusichern,
müssen mit einer Brustwehr in 1 m Höhe dass sie nicht herunterfallen können.
versehen sein. Bei abnehmbaren Brust- Wandlukentüren, die sich nach
wehren müssen an beiden Seiten der außen öffnen lassen, müssen eine Siche-
Luken feste und ausreichend lange Hand- rung gegen Ausheben haben.
griffe angebracht sein (Bild 7-2). Schiebetüren sind stets gegen Heraus-
Fenster, die sich unter der Fußebene fallen zu sichern (Bild 7-3).
bis in das darunter liegende Stockwerk
erstrecken, müssen auf dem Zwischen- Bild 7-3: Sicherungswinkel
boden Geländer und Fußleiste haben. an einer Schiebetür

Besteht durch die Bauart von Fenstern


eine Gefahr bei der Reinigung, so sind bei
dieser Arbeit Auffanggurte zu benutzen.
Große Außenfenster sind von Gerüsten
oder Fahrkörben aus zu reinigen.

Bild 7-2: Brustwehr


bei Fenster- und Wandluken

36
Bodenöffnungen sichern 7.3 Dächer
An Fußbodenluken, Treppenöffnungen, Dächer aus nicht tragfähigem Material,
Gruben, Schächten usw. muss durch z. B. Faserzement-Wellplatten, sowie
ständige Sicherungen ein Hinein- Oberlichter dürfen nicht betreten werden.
stürzen von Personen verhindert sein,
z. B. durch Zur Warnung muss an den Zugangs-
stellen unbedingt ein Hinweisschild ange-
● begehbare oder befahrbare, bracht sein. Erstes Gebot aber ist,
gegen Verschieben dass die Zugänge unter sicherem Ver-
gesicherte Abdeckungen, schluss gehalten werden.
● feste oder abnehmbare Geländer
Derartige Dächer, die zum Zwecke der
(Bild 7-4),
Instandhaltung hin und wieder
● Absperrungen. begangen werden, müssen Laufstege
Fußbodenluken sind mit einem Griff mit Geländer haben.
zu versehen, damit beim Schließen der
Klappe die Finger nicht eingequetscht
werden können.

Bild 7-4: Gesicherte Fußbodenluke

37
8 Lagern und Stapeln,
Handhabung von Lasten

Lager und Stapel dürfen nur so errichtet Schwere runde Gegenstände (z. B.
werden, dass die Belastung sicher aufge- Wellen, Walzen, Rohre, Coils) können
nommen wird. An Lagerflächen und sehr gut durch Keile gegen Wegrollen ge-
Lagereinrichtungen muss deshalb die sichert werden. Mehrere Lagen dürfen
zulässige Belastung deutlich erkennbar nur dann übereinander geschichtet wer-
und dauerhaft angegeben sein. Gefahren den, wenn die unterste Lage durch feste
beim Umgang mit dem Ladegut sowie Anschläge zusammengehalten wird.
durch umfallendes, herabfallendes, Zu schwere Last in der oberen Lage kann
wegrollendes usw. Lagergut müssen ver- den Stapel leicht auseinander drücken.
mieden sein.
Rohre, Stangen und Profile, die hoch-
kant abgestellt werden, müssen so ge-
halten sein, dass sie vor allem gegen
8.1 Unter- und Zwischenlagen seitliches Kippen und Wegrutschen
Um Verletzungen an Händen oder Füßen gesichert sind.
zu vermeiden, sind beim Stapeln von
Gegenstände gleicher Form stapelt
Lasten, wie Kisten, Balken, Brettern,
man am besten pyramidenförmig und im
Metallplatten oder Blechen, Unterleg-
Kreuzverband.
hölzer zu verwenden (Bild 8-1). Diese
Hölzer müssen so gut aufliegen, dass Wo Gefahr besteht, dass Gegenstände
ein Kippen unmöglich gemacht wird. auf Arbeitsplätze oder Verkehrswege
Außerdem müssen sie so hoch sein, dass fallen können, müssen Sicherheitsvor-
Hände und Füße unter der Last noch kehrungen getroffen werden, z. B. Fang-
genügend Platz haben. gitter, Absperrungen.

Nicht zu hoch stapeln.


Bild 8-1: Zwischenlagen beim
Runde Gegenstände Stapeln von Balken
gegen Wegrollen sichern.
Im Kreuzverband stapeln.

Stapel von Stückgütern sind immer nur


so hoch zu schichten, dass sie unter allen
Umständen noch sicher stehen. Bei
einem Arbeitsplatz, an dem viel Betrieb
herrscht, kann es leicht geschehen,
dass ein Stapel durch Anstoßen oder
Erschütterung zum Umkippen gebracht
wird.

38
8.2 Lagern Die nicht für die Be- und Entladung
vorgesehenen Seiten von Regalen müs-
Bleche in Gestellen stapeln sen gegen Herabfallen von Ladeein-
Zum Stapeln von Blechen eignen sich heiten gesichert sein. Doppelregale müs-
Gestelle am besten. Ohne diese kann sen Durchschiebesicherungen haben.
beim Heraussortieren von einzelnen Bei Kragarmregalen müssen die zu-
Blechen aus einem gegen die Wand ge- lässigen Belastungen der einzelnen Krag-
lehnten Blechstapel die Last der nach- arme und Stützen angegeben sein. Die
einander, z. B. gegen die Brust, gelegten Kragarme dürfen nicht über die äußeren
Bleche plötzlich zu groß werden Abstützpunkte des Fußsockels heraus-
und den Haltenden beim Umstürzen ragen (Bild 8-2).
unter sich begraben.
Ausnahmen sind nur zulässig, wenn
die Standsicherheit des Regals,
Lagern in Regalen
z. B. durch Verankerung mit geeigneten
Regale dürfen nur bestimmungsgemäß Bauwerksteilen, gewährleistet ist.
verwendet werden. Insbesondere darf die
Siehe auch „Richtlinien für Lager-
zulässige Belastung nicht überschritten
einrichtungen und -geräte“ (ZH 1/428).
werden.
Deshalb müssen an ortsfesten Regalen
mit einer Fachlast von mehr als 200 kg Bild 8-2: Kragarmregal
oder einer Feldlast von mehr als 1000 kg
folgende Angaben deutlich erkennbar
und dauerhaft angebracht sein:
● Hersteller oder Einführer,
● Typbezeichnung,
● Baujahr oder Kommissionsnummer
und
● zulässige Fach- und Feldlasten.
Wenn die Regale mit Gabelstaplern
be- oder entladen werden, muss an ihren
Eckbereichen ein mindestens 0,3 m
hoher, nicht mit dem Regal verbundener
gelb-schwarzer Anfahrschutz vorhan-
den sein.

39
Gas- und Sauerstoffflaschen mischen Bedingungen, z. B. in Zwangs-
sicher lagern haltungen, geschieht. Dabei handelt
es sich hierbei um einen Bereich, in dem
Erhöhte Vorsicht ist beim Lagern von
durch ein wenig Nachdenken und ein-
Gas- und Sauerstoffflaschen geboten.
fachste Maßnahmen erhebliche Ver-
Stehende Flaschen müssen, auch wenn
besserungen für den Gesundheitsschutz
sie leer sind, gegen Umfallen gesichert
erreicht werden können.
sein. Die Flaschen müssen nach Gasen
getrennt gelagert werden. In der Verordnung über Sicherheit und
Unzulässig ist die Lagerung von Gesundheitsschutz bei der manuellen
Druckgasflaschen in Handhabung von Lasten bei der Arbeit
(Lastenhandhabungsverordnung) sind
● Räumen unter Erdgleiche (Keller), deshalb Maßnahmen des Arbeitsschutzes
● Treppenräumen, und eine entsprechende Rangfolge vor-
● Fluren, gegeben.
● engen Höfen, Danach hat der Unternehmer zunächst
● Durchgängen und Durchfahrten, durch Bereitstellung geeigneter Arbeits-
mittel oder organisatorischer Maßnahmen
● Garagen und
die manuelle Handhabung von Lasten,
● Arbeitsräumen. die eine Gefährdung der Mitarbeiter mit
sich bringen kann, zu vermeiden. Soweit
dies nicht möglich ist, muss die Arbeit
so gestaltet werden, dass die Handha-
8.3 Manuelle Handhabung
bung mit möglichst geringer Gefährdung
von Lasten
erfolgt. Dabei bestehen Gestaltungs-
Die manuelle Handhabung von Lasten, spielräume, insbesondere im Hinblick auf
d. h. jedes Heben, Absetzen, Schieben, die Last selbst, die von den Beschäftigten
Ziehen, Tragen, Bewegen oder Abstützen zu erfüllende Arbeitsaufgabe sowie die
einer Last durch manuelle Kraft, bringt Beschaffenheit des Arbeitsplatzes und
insbesondere eine Gefährdung der der Arbeitsumgebung. Darüber hinaus ist
Lendenwirbelsäule mit sich. Die Gefähr- die körperliche Eignung des Einzelnen
dung ist umso größer, wenn dieses für die Ausführung der anstehenden Auf-
Handhaben unter ungünstigen ergono- gaben zu berücksichtigen.

40
9 Rohr- und Schlauchleitungen,
Absperreinrichtungen

Dampf- und Warmwasserleitungen, An Hähnen Schließstellung


die nicht isoliert sind, führen immer wie- kennzeichnen
der zu Verbrennungen. Durch ungünstig
Hähne an Rohrleitungen müssen so be-
verlegte Leitungen werden häufig
schaffen sein, dass Griff und Bohrung
Stoß-, Stolper- oder Sturzunfälle ver-
des Hahnkegels in die gleiche Richtung
ursacht.
zeigen oder die Schließstellung der
Hähne muss äußerlich zu erkennen
Heiße Rohrleitungen
sein. Hahnkegel müssen gegen Heraus-
gegen Berührung abschirmen
fliegen gesichert sein.
Rohrleitungen, die heiße Flüssigkeiten,
Dämpfe oder Gase führen, müssen Schläuche gegen Abrutschen sichern
so verlegt sein, dass sie im Arbeits- und
Verkehrsbereich nicht berührt werden Schläuche, die auf Gas-, Dampf- oder
können. Wo das nicht möglich ist, andere Druckleitungen aufgesteckt wer-
sind sie zu isolieren oder zumindest den, sind gegen Abrutschen zu sichern.
gegen Berühren zu sichern. Eine sichere Befestigung gewährleisten
Schlauchschellen und Schlauchband-
Rohrkanäle abdecken klemmen. Drähte oder gar Bindfäden sind
zur Schlauchbefestigung ungeeignet.
Rohrkanäle müssen immer zugedeckt Wo es möglich ist, sollten fest verlegte
sein! Müssen sie für die Dauer der Leitungen verwendet werden.
Durchführen von Arbeiten geöffnet
bleiben, so sind diese Gefahrstellen ab-
Bei Instandsetzungen
zusperren.
an Rohrleitungen Sicherheits-
vorkehrungen treffen
Ventile müssen leicht erreichbar sein
Solange eine Leitung unter Druck steht,
Ventile und ähnliche Armaturen, die regel-
sind Instandsetzungsarbeiten daran
mäßig bedient werden müssen, sollen
nur unter besonderen Sicherheitsvorkeh-
vom Standpunkt des Bedienenden aus
rungen erlaubt. Darüber hinaus müssen
leicht und gefahrlos betätigt und über-
erforderlichenfalls persönliche Schutz-
wacht werden können: Sie sind also an
ausrüstungen, wie Schutzbrillen, Schutz-
entsprechend günstigen Plätzen anzu-
handschuhe, Schutzanzüge oder
bringen. Für Hauptabsperrventile gilt
Atemschutzgeräte, benutzt werden.
dies ganz besonders. Ventile, die für
den Bedienenden ungünstig, z. B. unter- Bei solchen Arbeiten steht jedoch meis-
halb der Decke liegen, müssen durch tens nicht nur die eigene Sicherheit auf dem
Kettenzug vom Boden aus bedient Spiel, sondern auch die von in der Nähe
werden können. arbeitenden Personen. Rücksicht also

41
auch den anderen gegenüber walten unmittelbarer Nähe von betriebswich-
lassen und Absprachen treffen! tigen oder gefahrträchtigen Stellen, wie
Schiebern, Anschlussstellen, Wanddurch-
führungen, Abzweigstellen, Armaturen.
Gasleitungen nicht mit offenen
Flammen ableuchten und eindeutig Auch die Leitungen selbst werden
kennzeichnen sehr häufig in ihrer ganzen Länge in der
entsprechenden Farbe gestrichen.
Gasleitungen dürfen niemals mit offener
Flamme abgeleuchtet werden. Zur Probe, Soweit die Kennzeichnung durch die
ob eine Gasleitung eine undichte Stelle Farbgebung allein nicht ausreichend ist,
hat, dürfen keine brennbare Flüssigkeiten sollte der Durchflussstoff auf dem
und offene Flammen benutzt werden. Schild zusätzlich bezeichnet werden, z. B.
Seifenwasser oder andere Blasen treiben- durch Worte, Formeln, Kennzeichen,
de Flüssigkeiten haben sich beim Kennzahlen. Werden Kennzahlen
Abpinseln oder Ansprühen bewährt. verwendet, sind sie im Betrieb durch
Aushang zu erläutern.
Es versteht sich von selbst, dass
Rauchen bei derartigen Arbeiten zu Ergänzt werden kann die Kennzeichnung
unterlassen ist. auch durch Angaben von Druck, Tempe-
ratur oder anderen Kenngrößen des Durch-
flussstoffes. Die Schriftgröße ist nach
Kennzeichnung von Rohrleitungen dem Außendurchmesser der Rohrleitung
Durchflussstoffe in Leitungen können einschließlich der eventuellen Wärme-
insbesondere durch Verwechselung oder isolierung auszuwählen.
bei der Durchführung von Kontroll- Schilder in den Farben grün, rot, blau,
und Reparaturarbeiten an Rohrleitungs- violett, braun und schwarz sind in der
systemen zu Gefahren führen. Deshalb Farbe weiß zu beschriften. Schilder in den
ist es wichtig, dass erkennbar ist, Farben weiß, gelb, orange und grau sind
welche Stoffe in der Rohrleitung in welche in der Farbe schwarz zu beschriften.
Richtung fließen.
Die Lage der Spitze der Schilder gibt
Rechtsgrundlage ist § 23 Gefahrstoff- die Durchflussrichtung an. Bei wechselnder
verordnung. Durchflussrichtung werden Schilder mit
beiderseitiger Spitze verwendet.
Die Kennzeichnung erfolgt gemäß
DIN 2403 „Kennzeichnung von Rohrleitun- Die Schilder müssen dauerhaft und
gen nach dem Durchflussstoff“ zweck- genügend fest sein (z. B. selbstklebende
mäßigerweise durch farbige Schilder am Kunststoffschilder, Schilder aus
Anfang und Ende und in ausreichender Schichtkunststoff, Emailschilder oder
Häufigkeit über die Länge verteilt sowie in Klebebänder).

42
10 Deckel, Gegengewichte, scharfe und
spitze Gegenstände, Ventilatoren

Zuschlagen schwerer Deckel, Hervorstehende Nägel,


Laufbahnen von Gegengewichten scharfe oder spitze Gegenstände

Schwere Deckel an Apparaten, Kesseln Hervorstehende Nägel an geöffneten


und anderen Einrichtungen können Kisten, Latten oder anderen Gegenstän-
durch Herabfallen oder Zuschlagen zu den sind unabhängig von ihrer Größe
Verletzungen führen. Auch die in diesem eine besondere Gefahr (Bild 10-1).
Zusammenhang häufig verwendeten Wie leicht kann jemand sich an ihnen
Gegengewichte können Unfälle verur- reißen oder in einen Nagel hinein-
sachen. treten. Die gleichen Gefahren gehen
auch von anderen scharfen oder spitzen
Das unbeabsichtigte Zuschlagen schwe- Gegenständen aus.
rer Deckel muss durch besondere
Einrichtungen verhindert sein. Infrage Hervorstehende Nägel, Bandeisenteile
kommen z. B. hydraulische Stopper und Drahtstücke an Kisten, Tonnen,
oder Gegengewichte. Bei Gegengewich- Brettern und Balken müssen sofort ent-
ten müssen die Laufbahnen umwehrt fernt werden. Außerdem sollten Sicher-
sein, um Verletzungen beim schnellen heitsschuhe mit durchtrittsicheren
Absenken oder Herabfallen zu ver- Sohlen getragen werden, damit im Falle
meiden. eines Hineintretens Verletzungen
vermieden werden.

Bild 10-1: Hervorstehende Nägel


an einer geöffneten Kiste

43
Scharfe und spitze Werkzeuge, wie Ausgenommen hiervon sind nur
Messer, Scheren, Ahlen, sollten niemals Ventilatoren, die z. B. wegen zu geringer
ungesichert in Taschen und Kleidungs- Antriebsenergien nicht zu Verletzungen
stücken herumgetragen werden. Es führen können.
sind vielmehr die hierfür vorgesehenen
Behältnisse zu benutzen. Bild 10-2: Mit Maschendraht
gesicherter Ventilator

Ventilatoren
An allen Ventilatoren müssen die Flügel
gegen Berührung gesichert sein
(Bild 10-2). Das geschieht am besten
durch Maschendraht oder Stäbe. Die
Maschenweite oder der Abstand der
Stäbe muss so bemessen sein, dass die
Flügel nicht berührt werden können.

44
11 Gefahrstoffe

Gefahrstoffe sind Stoffe oder Stoff- raturen, so sind technische Schutzmaß-


gemische (Zubereitungen), welche die nahmen, wie Absaugen von gefährlichen
Gesundheit des Menschen schädigen Stäuben und Dämpfen, erforderlich.
oder sogar zum Tode führen können. Sie Derartige Einrichtungen sind laufend auf
können in fester, flüssiger oder gas- ihre Wirksamkeit zu überprüfen.
förmiger Form auftreten und haben eine
oder mehrere der nachfolgenden
Eigenschaften: 11.1 Betriebsanweisung
● sehr giftig, In schriftlichen Betriebsanweisungen muss
● giftig, festgelegt sein, was für den sicheren
● gesundheitsschädlich (früher auch als Umgang mit dem Gefahrstoff beachtet
mindergiftig bezeichnet), werden muss. Dabei ist auch anzugeben,
● ätzend, welche persönlichen Schutzausrüstungen
● reizend, erforderlich sind und welche Erste-Hilfe-
● sensibilisierend, Maßnahmen in Betracht kommen.
● explosionsgefährlich, Die erforderlichen Schutzausrüstungen
● brandfördernd, und Erste-Hilfe-Einrichtungen,
● hochentzündlich, z. B. Augenwaschflasche, Augendusche,
● leicht entzündlich, Löschbrausen oder Löschdecken,
● entzündlich, sind bereitzustellen und zu benutzen.
● krebserzeugend,
● fortpflanzungsgefährdend
(reproduktionstoxisch),
● erbgutverändernd,
● umweltgefährlich.

Gefahrstoffe können durch Einatmen,


Verschlucken oder über Haut- bzw.
Augenkontakt in den menschlichen Kör-
per gelangen und die Gesundheit ge-
fährden. Es ist deshalb sinnvoll, Gefahr-
stoffe durch ungefährliche oder
weniger gefährliche Stoffe zu ersetzen.

Lässt sich der Umgang mit Gefahrstoffen


nicht vermeiden, z. B. bei Reinigungs-
arbeiten in geschlossenen Behältern und
bei Arbeiten in geschlossenen Appa-

45
Die erforderlichen Angaben können dem
zugehörigen Sicherheitsdatenblatt ent-
nommen werden. Siehe auch TRGS 220
„Sicherheitsdatenblatt für gefährliche
Stoffe und Zubereitungen“. W 01:
Warnung
vor feuer-
gefährlichen
Stoffen
11.2 Kennzeichnung
Arbeitsplätze
Arbeitsplätze, an denen mit Gefahrstoffen
umgegangen wird, müssen gekennzeich-
net sein durch W 02:
● Warnschilder, die Warnung vor
auf die Gefahren hinweisen, explosions-
gefährlichen
● Gebotsschilder für die erforderlichen Stoffen
persönlichen Schutzausrüstungen,
● Verbotsschilder, die beispiels-
weise das Rauchen oder den Zutritt
für Unbefugte verbieten,
● Hinweisschilder, z. B. zur ersten
Hilfe oder zum Verhalten bei Störfällen.
P 02:
Siehe auch Unfallverhütungsvorschrift Feuer, offenes
Licht
„Sicherheits- und Gesundheitsschutzkenn-
und Rauchen
zeichnung am Arbeitsplatz“ (BGV A 8). verboten

P 06:
Zutritt
für Unbefugte
verboten

46
Gefäße und Verpackungen renbezeichnungen mit den zugehörigen
für Gefahrstoffe Gefahrensymbolen angegeben sein.
Um Gefahrstoffe als solche zu erkennen, Außerdem müssen Gefahrenhinweise
müssen auf den Verpackungen und auch (R-Sätze) und Sicherheitsratschläge
auf den Gefäßen im Betrieb die Gefah- (S-Sätze) angebracht sein.

E
Gefahrensymbole
und
Gefahrenbezeichnungen

Explosionsgefährlich
O F+ F

Brandfördernd Hochentzündlich Leicht entzündlich


N T+ T

Umweltgefährlich Sehr giftig Giftig

C Xi Xn

Ätzend Reizend Gesundheitsschädlich

47
An der Arbeitsstelle dürfen Gefahrstoffe Ballons, Fässer und Behälter
nur in begrenzten Mengen zur Verfügung sicher entleeren
stehen; nur so viel, wie für den Fortlauf Sollen Ballons, Fässer und dergleichen
der Arbeit nötig ist (höchstens Bedarf von ätzenden Stoffen, Säuren, Laugen
einer Arbeitsschicht). und anderen Gefahrstoffen entleert wer-
den, müssen die dafür bestimmten Vor-
richtungen, z. B. Ballonkipper (Bild 11-4),
11.3 Sicherer Umgang mit Heber, Pumpen, benutzt werden. Auf
Gefahrstoffen keinen Fall dürfen solche Flüssigkeiten
mit dem Mund angesaugt werden!
Keine Lebensmittelgefäße benutzen
Beim Umgang mit Gefahrstoffen ist beson- Bild 11-4: Ballonkipper
ders darauf zu achten, dass nur geeignete
Gefäße verwendet werden, die nach Form
und Aussehen mit Lebensmittelgefäßen
(Limonade- oder Milchflaschen) nicht ver-
wechselt werden können (Bild 11-3).

Bild 11-3: Benutzungsverbot


für Lebensmittelgefäße

11.4 Arbeitsmedizinische
Vorsorge und Hygiene
In bestimmten Fällen ist beim Umgang
mit Gefahrstoffen eine gesundheit-
liche Überwachung der Beschäftigten
Verschüttete Gefahrstoffe durch arbeitsmedizinische Vorsorgeunter-
sofort beseitigen suchungen vorgeschrieben.
Werden Gefahrstoffe versehentlich ver- Wichtig ist auch die persönliche
schüttet, so sind sie sofort und unter Hygiene, also die Körperreinigung, Ver-
Beachtung der Hinweise auf der Be- wendung von Hautschutzmitteln und
triebsanweisung oder dem Sicherheits- das Unterlassen von Essen und Trinken
datenblatt zu beseitigen. im Arbeitsraum.

48
12 Brand- und Explosionsschutz

Bei Bränden in Betrieben bestehen Bild 12-1: Brandschutzordnung


Gefahren durch Hitze, Rauchgase, ein- nach DIN 14096, Texte als Entwürfe
stürzende Gebäudeteile, ungeeignete
oder versperrte Rettungswege.

Ein geeigneter Brandschutz, der


rechtzeitig wirksam wird, kann die Aus-
wirkungen von Bränden verhindern.

Dazu gehört auch die Kennzeichnung


(Bild 12-1) und die Festlegung von
Verhaltensanforderungen bei Ausbruch
eines Brandes (Bild 12-2).

Bild 12-2: Verhalten bei Brandausbruch

Verhalten bei Brandausbruch


1 Ohne Rücksicht auf Umfang des Brandes und ohne den Erfolg eigener Lösch-
versuche abzuwarten – sofort Betriebsalarm geben und die Feuerwehr verständigen!
2 Sofort erkunden, ob Menschenleben in Gefahr sind!
Menschenrettung geht vor Brandbekämpfung!
3 Personen mit brennender Kleidung keinesfalls fortlaufen lassen!
Flammen mit Wolldecken, Mänteln und Tüchern ersticken, notfalls Personen
auf dem Boden hin- und herwälzen!
Feuerlöschdecken benutzen!
4 Türen und Fenster schließen, um Zugluft und Verqualmung noch nicht betroffener
Bereiche zu verhindern! Eventuelle Rauchabzugsöffnungen freigeben.
5 Bis zum Eintreffen der Feuerwehr mit den vorhandenen Mitteln den Brand bekämpfen!
6 Ruhe bewahren – aufgeregte Personen beruhigen!

49
Alarmplan aufstellen Handfeuerlöscher
bereitstellen und regelmäßig prüfen,
Für den Brandfall muss ein Alarmplan Handhabung üben
aufgestellt sein (Bild 12-3).
Für das Löschen eines Brandes und
Bild 12-3: Alarmplan für kleine Betriebe zur Rettung von Personen sind rechtzeitig
Vorkehrungen zu treffen. Dazu gehört
insbesondere die Bereitstellung von ge-
eigneten Feuerlöschern und anderen
Löschgeräten.

In jedem Stockwerk bzw. jedem größeren


Arbeitsraum sollen – soweit keine
anderen Löscheinrichtungen vorhanden
sind – je nach Brandgefährdung ein,
zwei oder mehr Handfeuerlöscher stets
griffbereit vorhanden sein.

Die Anzahl der Handfeuerlöscher ergibt


sich aus der Berechnung der Lösch-
mitteleinheiten nach der BG-Regel „Aus-
rüstung von Arbeitsstätten mit Feuer-
löschern“ (BGR 133), siehe Bilder 12-4
und 12-5.

Die Feuerlöscher müssen jederzeit in


gebrauchsfähigem Zustand erhalten sein;
wo es nötig ist, sind sie auch gegen
Einfrieren zu schützen.

Handfeuerlöscher sind mindestens


alle zwei Jahre durch befähigte Personen
(ehemals Sachkundige) zu überprüfen.
Nach jeder dieser Prüfungen muss
ein Prüfvermerk am Feuerlöscher ange-
bracht werden.

In jedem Betrieb muss eine ausrei-


chende Zahl von Personen mit der Hand-
habung von Feuerlöschern vertraut
gemacht werden. Unter ihnen sollten

50
möglichst die Personen sein, die regel- Bild 12-4: Löschmitteleinheiten LE
mäßig nahe an den Standplätzen der und Feuerlöscharten nach DIN EN 3
Feuerlöscher tätig sind. Feuerlöscher nach DIN EN 3
LE
A B
Es wird empfohlen, von Zeit zu Zeit
Löschübungen abzuhalten, um die prak- 1 5A 21 B
tische Handhabung der Feuerlöscher 2 8A 34 B
zu üben. 3 55 B
4 13 A 70 B
Der Zugang zu Feuerlöschgeräten 5 89 B
darf niemals durch Gegenstände verstellt
6 21 A 113 B
sein!
9 27 A 144 B
10 34 A
12 43 A 183 B
15 55 A 233 B
Werden Feuerlöscher für die Brandklassen A
und B eingesetzt und haben sie für die Brand-
klassen unterschiedliche Löschmitteleinheiten
LE, ist der niedrigere Wert anzusetzen.

Bild 12-5: Löschmitteleinheiten in Abhängigkeit von Grundfläche und Brandgefährdung

Löschmitteleinheiten LE
Grundfläche
bis m2 geringe mittlere große
Brandgefährdung Brandgefährdung Brandgefährdung
50 6 12 18
100 9 18 27
200 12 24 36
300 15 30 45
400 18 36 54
500 21 42 63
600 24 48 72
700 27 54 81
800 30 60 90
900 33 66 99
1000 36 72 108
je weitere 250 6 12 18

51
Feuergefährdete Bereiche nen. Explosionsgefährdete Bereiche
kennzeichnen müssen durch das Warnzeichen „Ex“ ge-
kennzeichnet sein.
Räume oder Bereiche, in denen leicht
entzündliche oder selbstentzündliche
Stoffe lagern oder verarbeitet werden,
gelten als „feuergefährdet“ und sind ent-
sprechend zu kennzeichnen.
Sie dürfen nicht mit Licht oder offenem
Feuer erwärmt, beleuchtet oder betreten
werden. Ein entsprechendes Verbots-
schild ist anzuschlagen.

Explosionsgefährdete Bereiche W 21: Warnung vor explosionsfähiger


Atmosphäre
kennzeichnen
Brennbare Flüssigkeiten, die bei normaler
Temperatur bereits flüchtig werden, Für diese oder für alle dauernd oder zeit-
brennbare Gase sowie feinstverteilte weise damit in Verbindung stehenden
Stäube, z. B. in Aluminium-Schleifereien, Räume und Bereiche sind Sicherheits-
können bei bestimmten Konzentra- maßnahmen zu treffen. Insbesondere sind
tionen mit der Luft explosive Gemische Feuer, offenes Licht und Rauchen ver-
bilden. boten. Durch Anschlag ist darauf hinzu-
weisen.
Die Räume, in denen solche Stoffe, z. B.
Benzin, Aceton, Benzol, Toluol, Xylol,
Wasserstoffgas, Butan, Propan, Acetylen,
Kohlenstaub oder Holzstaub, lagern
oder verarbeitet werden, gelten als „ex-
plosionsgefährdet“.
Es fallen darunter z. B. Arbeitsräume,
Trockenräume, Lagerräume oder Berei-
che innerhalb dieser Räumlichkeiten.
Auch benachbarte Räume gelten als
„explosionsgefährdet“, wenn durch
Türen, Fenster, Kanäle usw. Verbindungen P 02: Feuer, offenes Licht und Rauchen
verboten
bestehen oder hergestellt werden kön-

52
Elektrische Betriebsmittel, z. B. Motoren, Statische Elektrizität ableiten
Schalter, Steckvorrichtungen, Leuchten,
Beim Verarbeiten und Umfüllen elektrisch
Fernsprecher und dergleichen, müssen
aufladbarer Flüssigkeiten, z. B. Ether,
den besonders hierfür geltenden Bestim-
Schwefelkohlenstoff, Aceton oder Benzin,
mungen des VDE (Verband Deutscher
müssen die Maschinen, Apparate,
Elektrotechniker) entsprechen und das
Standgefäße und Rohrleitungen elektrisch
„Ex“-Zeichen tragen.
leitfähig miteinander verbunden
und geerdet sein. Die statische Elektrizität
wird dadurch abgeleitet.

Zum Ausleuchten von Behältern


nur explosionsgeschützte Leuchten
benutzen
Das Hineinleuchten in Kessel, Apparate
usw., die feuergefährliche Flüssigkeiten
oder Dämpfe enthalten, ist nur mit ex-
Kennzeichen für explosionsgeschützte plosionsgeschützten elektrischen Leuch-
elektrische Geräte
ten zulässig, die den einschlägigen
Bestimmungen des VDE entsprechen.
Funkenarmes Werkzeug benutzen
Maschinen, die Funken sprühen und
Handwerkszeug, das Funken reißt, wie
Hammer, Meißel, Zangen oder Spachtel,
dürfen in explosionsgefährdeten Be-
reichen nicht benutzt werden. Lediglich
Werkzeuge aus Nichteisenmetallen,
z. B. Bronze, dürfen verwendet werden.

Explosionsgefährdete Räume nur mit


Dampf oder Warmwasser beheizen
Selbstverständlich darf man solche
Räume nicht mit offenem Feuer – dazu
gehören auch elektrisch beheizte
Geräte – erwärmen. In explosionsgefähr-
deten Räumen ist eine Dampf- oder
Warmwasserheizung am besten geeignet.

53
13 Lärmschutz

Lärm ist Schall (Geräusch), der das urteilungspegel). Die Grenze des Gehör-
Gehör schädigen kann oder zu besonde- schädlichkeitsrisikos liegt bei einem Beur-
ren Unfallgefahren führt. teilungspegel von 85 dB(A). Beim Arbeiten
mit einer Winkelschleifmaschine beispiels-
Lärmschwerhörigkeit ist die häufigste
weise ist dieser Beurteilungspegel bereits
Berufskrankheit. Sie entsteht über längere
nach weniger als 10 Minuten erreicht.
Zeit und somit für den Betroffenen fast
unbemerkt. Auch durch ein Hörgerät kann Das Ausblasen, z. B. mit einer Druckluft-
die Lärmschwerhörigkeit nicht wieder düse, kann so laut sein, dass schon
ausgeglichen werden. nach zwei Minuten ein Beurteilungspegel
von 85 dB(A) vorliegt.
Die Gefährlichkeit des Lärms hängt von der
Lautstärke ab. Für die Beurteilung der Durch technische Maßnahmen (lärmarme
Lautstärke misst man den Schallpegel in Konstruktion, Änderung des Arbeits-
dB(A). Um den meist schwankenden Lärm- verfahrens, Kapselung) lässt sich Lärm
pegel am Arbeitsplatz zu beurteilen, wird mindern (Bilder 13-1 bis 13-3). Diese
der Durchschnittsschallpegel einer Arbeits- Lärmminderungsmaßnahmen sind vom
zeit von acht Stunden herangezogen (Be- Unternehmer vorrangig durchzuführen.

Bild 13-1: Lärmminderung an der Quelle durch lärmarme Konstruktion


(z. B. Riementrieb statt Zahnräder)

54
Ist dennoch nicht zu vermeiden, dass Innerhalb von Lärmbereichen dürfen
Lärm mit einem Beurteilungspegel von nur Personen tätig sein, deren Gehör
85 oder mehr dB(A) auftritt, so gelten arbeitsmedizinisch überwacht wird,
diese Bereiche als Lärmbereiche. Lärm- bei denen arbeitsmedizinisch keine
bereiche mit 90 oder mehr dB(A) müssen Bedenken bestehen und die geeigneten
gekennzeichnet sein (Gebotszeichen M 03: Gehörschutz benutzen.
„Gehörschutz benutzen“, vgl. Seite 19).

Bild 13-2: Änderung des Arbeitsverfahrens (z. B. Pressen statt Hämmern)

Bild 13-3: Lärm an der Ausbreitung hindern durch Kapselung


und Schwingungsisolierung von Maschinen durch Schalldämpfer, Trennwände usw.

Schalldämmende Kapselung

55
Unabhängig davon sollte von allen Über dem Ohr zu tragen (Bild 13-5):
Mitarbeitern darauf geachtet werden, ● Kapselgehörschützer mit Universal-,
dass durch die richtige Arbeitsweise kein Kopf- oder Nackenbügel,
unnötig hoher Lärm erzeugt wird.
● Kapselgehörschützer,
die an einem dazu passenden Arbeits-
Welche Arten Gehörschützer gibt es?
schutzhelm montiert sind.
Im Ohr zu tragen (Bild 13-4):
● vor Gebrauch zu formende Bild 13-5: Gehörschutzkappen
Gehörstöpsel, wie Gehörschutzwatte
und Schaumstoffstöpsel,
● fertig geformte Gehörschutz-
stöpsel, wie Bügel- oder Schnurstöpsel
einschließlich Otoplastiken.

Bild 13-4: Gehörschutzstöpsel

56
14 Kraftbetriebene Arbeitsmittel,
Allgemeines

An kraftbetriebenen Arbeitsmitteln Bild 14-3: Fangstellen


(Kraft- und Arbeitsmaschinen sowie
Kraftübertragungseinrichtungen)
lauern manche Gefahren.

Es bestehen

● Gefahrstellen (Bilder 14-1 bis 14-6),


an denen Personen verletzt werden
können durch Maschinenteile,
Werkzeuge, Werkstücke oder anderes Bild 14-4: Scherstellen
Arbeitsgut, z. B.:

Bild 14-1: Quetschstellen Bild 14-5: Einzugstellen

Bild 14-2: Schneidstellen Bild 14-6: Auflaufstellen, Einzugstellen

57
● Gefahrenquellen (Bilder 14-7 und 14-8), 14.1 Gefahrstellen und
von denen aus Maschinenteile, Werk- Gefahrenquellen
zeuge, Werkstücke oder anderes Arbeits-
gut herabfallen oder wegfliegen und Gefahrstellen und Gefahrenquellen an
dabei Personen verletzen können, z. B.: kraftbetriebenen Arbeitsmitteln müssen
durch konstruktive Maßnahmen ver-
Bild 14-7: Wegfliegende Werk- mieden sein, z. B. geschlossene Getriebe-
zeugteile oder Abrieb während des kästen oder Einhaltung von Sicherheits-
Bearbeitungsprozesses
abständen.
Soweit dies nicht oder nicht ausreichend
möglich ist, müssen Schutzeinrichtungen
vorhanden sein, z. B.
1. trennende Schutzeinrichtungen,
insbesondere Verkleidungen,
Verdeckungen, Umzäunungen oder
Umwehrungen,
2. ortsbindende Schutzeinrichtungen,
insbesondere Zweihandschaltungen,
Befehlseinrichtungen mit selbst-
tätiger Rückstellung, Zustimmungs-
schalteinrichtungen bei Mehr-
personen-Betätigung, Schaltplatten
Bild 14-8: Wegfliegende Werkstücke oder Schaltmatten mit Personen-
bindung,
2. abweisende Schutzeinrich-
tungen, insbesondere gesteuerte
Handabweiser,
4. Schutzeinrichtungen mit Annäherungs-
reaktion, insbesondere berührungs-
los wirkende Schutzeinrichtungen
(Lichtvorhänge, Lichtgitter, Licht-
Gefahr besteht auch, wenn eine schranken oder dergleichen), Pendel-
Maschine unbeabsichtigt eingeschaltet klappen, Schaltleisten, zwangs-
wird, während an ihr z. B. noch Aus- läufig wirkende Schaltleinen, Schalt-
besserungs-, Reinigungs- oder Rüst- platten oder Schaltmatten für die
arbeiten vorgenommen werden. Bereichssicherung,

58
5. fangende Schutzeinrichtungen, 14.2 Schutzmaßnahmen
insbesondere Fanghauben, Fangbügel, an Gefahrstellen
Fangbleche, Unterfangungen, Rück-
schlagsicherungen, Radbruchstützen, Gefahrstellen an Antrieben sind ins-
Seilbruchsicherungen. besondere an

Diese Schutzeinrichtungen müssen ● Zahn- und Schneckentrieben,


hinsichtlich ihrer Wirkung so ausgewählt, ● Kettentrieben,
kombiniert und ggf. mit den Gefahr
● Riemen-, Seil- und Schnurtrieben,
bringenden Bewegungen so verriegelt
oder gekoppelt sein, dass ● Wellenenden, Wellen und ihren Verbin-
dungen einschließlich Keilnuten, Keilen
● ein Erreichen der Gefahrstellen und hervorstehenden Schrauben und
während Gefahr bringender
● hin- und hergehenden Antriebs-
Bewegungen verhindert wird und
elementen.
● Gegenstände und Teile gefangen
werden, bevor sie Personen erreichen Sie müssen grundsätzlich so verkleidet
oder verletzen können. sein (Bild 14-9), dass ein Erreichen
der Gefahrstellen allseitig verhindert ist.
Sie dürfen nicht leicht umgehbar sein.
Bild 14-9: Verkleidung
Für spezielle kraftbetriebene Arbeits-
mittel, z. B. Krane, Hebebühnen
oder Pressen, sind die Schutzein-
richtungen in den jeweiligen Unfallver-
hütungsvorschriften besonders
festgelegt.

(Rückseite ebenfalls
völlig geschlossen)

59
Soweit ein Erreichen der Gefahrstellen Bei weiträumiger Ausdehnung von
nur von bestimmten Seiten zu erwarten Antrieben, z. B. bei verketteten Anlagen,
ist, kann eine Verdeckung (Bild 14-10) können auch Umzäunungen oder Um-
an diesen Seiten ausreichend sein. wehrungen ausreichend sein (Bilder 14-11
und 14-12).
Bild 14-10: Verdeckung
Umzäunungen und Umwehrungen
müssen so gebaut sein, dass Gefahr-
stellen unzugänglich sind. Das geschieht
z. B. durch engen Sprossenabstand,

Bild 14-11: Umwehrung

Bild 14-12: Umzäunung

60
geringe Maschenweite oder genügend 14.4 Rüsten, Beheben von
großen Abstand von der Gefahrstelle. Störungen, Instandhalten
Ein umzäunter Bereich ist in der Regel Können Personen beim Rüsten, Beheben
nur durch Türen zugänglich, die mit Werk- von Störungen oder Instandhalten ge-
zeug oder Schlüssel geöffnet werden fährdet werden, so dürfen diese Arbeiten
müssen oder mit der Gefahr bringen- nur bei völligem Stillstand von Maschinen
den Bewegung verriegelt oder gekoppelt ausgeführt werden.
sind.
Darüber hinaus müssen die Maschinen
gegen unbefugtes oder gar irrtümliches
Einschalten gesichert sein, z. B. durch
14.3 Ingangsetzen einen abschließbaren Schalter (Bild 14-13).
von Einrichtungen
Ausnahmen sind nur in Einzelfällen und
Stellteile von Befehlseinrichtungen zum unter Beachtung besonderer Schutz-
Ingangsetzen Gefahr bringender Bewe- maßnahmen möglich. Dies gilt im Übrigen
gungen müssen so beschaffen sein, auch für das Reinigen und Putzen von
dass ein unbeabsichtigtes Betätigen Maschinenteilen.
verhindert ist.
Lässt sich die Reinigung in Bewegung
Beispiele hierfür sind Handräder ohne befindlicher Maschinenteile nicht
Griff, Schutzkragen oder Schutzbügel um umgehen, z. B. Walzen putzen, dann
die Stellteile, Kulissenschaltung. darf dies nur an der Auslaufseite
Bevor eine Einrichtung in Gang gesetzt geschehen.
wird, muss sichergestellt sein, dass
niemand durch sie gefährdet wird. Be- Bild 14-13: Abschließbarer Hauptschalter
sondere Aufmerksamkeit und z. B.
Warnsignale sind erforderlich, wenn
mehrere Personen zum Bedienpersonal
gehören.
Warneinrichtungen müssen dann vor-
handen sein, wenn die Einrichtung
unübersichtlich oder eine gegenseitige
Verständigung erschwert ist.
Zwischen Signalgabe und Ingangsetzen
der Einrichtung müssen Personen
ausreichend Zeit haben, sich in Sicherheit
zu bringen.

61
14.5 Beschaffung von nen Maschinen, Geräte und andere
Arbeitsmitteln Einrichtungen auf Arbeitssicherheit und
verleihen bei bestandener Baumuster-
Bei Maschinen, die nach dem 1. Januar prüfung ein Sicherheitszeichen.
1993 beschafft wurden, muss der Her-
steller aufgrund der durch das Geräte- Das Sicherheitszeichen „GS“ (geprüfte
und Produktsicherheitsgesetz umgesetz- Sicherheit) garantiert dem Käufer,
ten einheitlichen neuen europäischen dass das Arbeitsmittel den sicher-
Regelungen die Übereinstimmung mit den heitstechnischen Anforderungen ent-
geltenden Sicherheitsbestimmungen spricht (Bild 14-15).
erklären (Konformitätsbescheinigung) und
Es sollten deshalb nur solche Ein-
dies durch das Anbringen des Zeichens
richtungen beschafft werden, die neben
„CE“ an der Maschine deutlich sichtbar
dem CE-Zeichen möglichst das GS-
zum Ausdruck bringen (Bild 14-14).
Zeichen der Prüfstelle eines berufs-
Darüber hinaus prüfen die Berufsge- genossenschaftlichen Fachausschusses
nossenschaften sowie andere Institutio- tragen.

Bild 14-14: CE-Kennzeichnung Bild 14-15: GS-Kennzeichnung

62
15 Druckbehälter

Bei Druckbehältern ist die Gefahr eines Bild 15-2: Sicherheitsventil


Zerknalls groß, wenn ein unzulässiger
Druckanstieg erfolgt und nicht durch
das Sicherheitsventil begrenzt wird.
Beim Zerknall eines mit Luft gefüllten
Druckbehälters können Teile dieses
Behälters mit ungeheurer Wucht weg-
geschleudert werden, wogegen bei einem
mit Wasser gefüllten Gefäß lediglich
die Wandung aufgerissen wird.

Zulässigen Druck nicht überschreiten


Der zulässige Betriebsüberdruck Druckbehälter regelmäßig prüfen
muss am Manometer durch eine augen-
Druckbehälter müssen in regelmäßigen
fällige Marke, z. B. einen roten Strich,
Zeitabständen geprüft werden. Die
angezeigt sein (Bild 15-1).
Durchführung obliegt im Allgemeinen
Höhere Drücke müssen durch ein Sicher- den technischen Überwachungsorgani-
heitsventil abgeführt werden. Sicher- sationen. Das Ergebnis der Prüfung
heitsventile dürfen nicht unwirksam ge- muss in Schriftform vorliegen (Prüfbuch).
macht werden. Die Einstellung des
Sicherheitsventils muss gegen unbefugte
Änderung gesichert sein (Bild 15-2).

Bild 15-1: Manometer

63
16 Elektrische Anlagen und Betriebsmittel

Fließt ein elektrischer Strom durch den Bei Geräten mit dem VDE-Prüfzeichen
menschlichen Körper, kann es zu kann dies grundsätzlich angenommen
Verbrennungen, Verkrampfungen der werden (Bild 16-1).
Muskulatur, Atemstörungen bis zum Still-
Treten im Laufe der Betriebszeit Mängel
stand des Atems, Herzschäden und
an elektrischen Anlagen oder Betriebs-
Herzstillstand kommen. Unter ungüns-
mitteln auf, z. B. Beschädigung von
tigen Umständen, wie feuchten Händen,
Kabeln, Steckern oder Schaltern, so
nassem Standort, geringem Isolations-
hat jeder Beschäftigte die Pflicht, die
widerstand der Schuhsohlen, kön-
Mängel – soweit er sie erkennen kann –
nen schon bei Spannungen von 50 Volt
der Betriebsleitung zu melden.
lebensgefährliche Ströme fließen.
Es ist grundsätzlich verboten, elektrische
Betriebsmittel, insbesondere Handwerks-
Arbeiten an elektrischen Anlagen
zeuge und Geräte, weiter zu benutzen,
und Betriebsmitteln
wenn sie oder ihre Anschlussleitungen
Elektrische Anlagen und Betriebsmittel beschädigt sind.
dürfen nur von Elektrofachkräften oder
unter ihrer Leitung und Aufsicht errichtet, Bild 16-1: VDE-Prüfzeichen
geändert oder instand gesetzt werden.
Dies schließt eine Gefährdung sonstiger
Betriebsangehöriger durch elektrischen
Strom weitgehend aus.
Elektrofachkraft ist, wer über fachliche
Ausbildung, Kenntnisse und Erfahrungen
sowie Kenntnis der einschlägigen
Bestimmungen verfügt und dadurch die
ihm übertragenen Arbeiten beurteilen
und mögliche Gefahren erkennen kann.

Mängel unverzüglich melden, Arbeiten an aktiven Teilen


beschädigte Betriebsmittel nicht
Vor Beginn von Arbeiten an elektrischen
benutzen
Anlagen und Betriebsmitteln ist der
Elektrische Betriebsmittel, insbesondere spannungsfreie Zustand durch den Ver-
Geräte, Leitungen, Steckvorrichtungen, antwortlichen oder den von ihm Be-
dürfen nur dann benutzt werden, auftragten wie folgt herzustellen und
wenn sie den VDE-Bestimmungen ent- für die Dauer der Arbeiten sicher-
sprechen. zustellen:

64
1. Freischalten, Die Fristen sind so zu bemessen, dass
entstehende Mängel, mit denen gerech-
2. Gegen Wiedereinschalten sichern,
net werden muss, rechtzeitig fest-
3. Spannungsfreiheit feststellen, gestellt werden. Soweit keine ständige
Überwachung durch eine Elektrofach-
4. Erden und Kurzschließen,
kraft erfolgt, kann bei normalen Betriebs-
5. Benachbarte, unter Spannung und Umgebungsbedingungen aus-
stehende Teile abdecken oder ab- reichend sein für
schranken.
● elektrische Anlagen und
Mit Arbeiten an spannungsführenden ortsfeste elektrische Betriebsmittel
Teilen oder in ihrer Nähe dürfen nur alle vier Jahre,
bestimmte Personen unter bestimmten
● nicht ortsfeste elektrische Betriebs-
Voraussetzungen beauftragt werden.
mittel, Anschlussleitungen mit Steckern
Dabei sind gleichzeitig besondere sowie Verlängerungs- und Geräte-
vom Unternehmer festgelegte anschlussleitungen mit ihren Steckvor-
Schutzmaßnahmen durchzuführen. richtungen alle sechs Monate.

Elektrische Anlagen und Betriebsmittel Anschlussleitungen vor Beschädigung


regelmäßig prüfen schützen
Elektrische Anlagen und Betriebsmittel Bewegliche Anschlussleitungen, Stecker
müssen sich in ordnungsgemäßem und Kupplungen müssen stets schonend
Zustand befinden und in diesem erhalten behandelt, also vor Beschädigungen
werden. Der Unternehmer hat deshalb durch Knicken, scharfe Kanten, Einklem-
dafür zu sorgen, dass die elektrischen men usw. geschützt werden. Es ist
Anlagen und Betriebsmittel auf ihren auch zweckmäßig, sie nicht der Ein-
ordnungsgemäßen Zustand geprüft wer- wirkung von Öl, Säure oder Wärme aus-
den: zusetzen. Bewegliche Zuleitungen
dürfen nicht auf Zug beansprucht werden.
1. vor der ersten Inbetriebnahme
und nach einer Änderung oder In-
standsetzung vor der Wieder-
inbetriebnahme durch eine Elektro-
fachkraft oder unter Leitung und
Aufsicht einer Elektrofachkraft
und
2. in bestimmten Zeitabständen.

65
17 Metallbearbeitung

Auch durch einfache Werkzeuge können Bild 17-1: Verwendungsverbot


Unfälle entstehen. Das weiß jeder, der von beschädigtem Handwerkszeug
selbst einmal mit Hammer, Meißel oder
anderen Werkzeugen umgegangen ist.
Ein Hammer, der nicht ordentlich am Stiel
befestigt ist, kann abfliegen. Vom Bart
des Meißels, Körners, Durchschlags oder
Dorns kann ein Stück abspringen und
jemanden in Hände, Arme oder sogar ins
Auge treffen. Schraubenschlüssel, deren
Maul zu weit oder ausgearbeitet ist,
können abrutschen und zu Handver-
letzungen führen. Durch lose Feilenhefte
und falsches Einheften von Feilen,
Schabern usw. werden immer wieder
schmerzhafte Unfälle verursacht.
Schraubendreher sind stets in der
Werkzeuge immer nur entsprechend richtigen Größe auszuwählen und niemals
ihrem Verwendungszweck benutzen! als Stemm- oder Brechwerkzeug zu
benutzen.
Auch an einfachsten Maschinen be- Bei Feilen und Schabern ist besonders
stehen Verletzungsmöglichkeiten. Beim auf eine sichere Griffbefestigung zu
Schleifen sowie beim Autogen- und achten. Die Werkzeuge sollten beim Ein-
Elektroschweißen besteht insbesondere heften am Werkzeugkörper gefasst
die Gefahr von Augenverletzungen. werden.
Schraubenschlüssel müssen passend
Werkzeuge sicher instand halten ausgewählt sein. Sie dürfen nicht durch
andere Werkzeuge oder aufgesteckte
Hammer und ähnliche Werkzeuge sind
Rohre verlängert werden.
durch Keile am Stiel sicher zu befestigen.
Bärte am Meißel und ähnlichen Werk-
zeugen müssen rechtzeitig abgeschliffen
Werkstücke beim Bohren
werden. Außerdem sind zur Vermeidung
fest einspannen
von Verletzungen der Hand durch
Fehlschläge Meißel mit Handschutz Werkstücke dürfen an der Bohrmaschine
zu verwenden. Es gilt allgemein ein niemals mit der Hand festgehalten
Verwendungsverbot von beschädigtem werden. Sie müssen vielmehr einge-
Handwerkszeug (Bild 17-1). spannt und gegen Anschlag gelegt sein.

66
Handhebelsicherung wirksam erhalten ist eine besondere Schutzhaube zu
verwenden, die den gesamten Gefahren-
Hochgestellte Hebel von Handhebel-
bereich umschließt oder der Bereich ist
scheren müssen in ihrer obersten Stellung
abzusperren.
durch eine selbsttätig wirkende Halte-
vorrichtung gegen Zurückfallen gesichert An der Schleifmaschine müssen kräftige,
sein (Bild 17-2). Kette oder Drahtbügel nachstellbare Schutzhauben angebracht
reichen nicht aus. sein. Schutzhaube und Werkstückauflage
müssen regelmäßig nachgestellt werden.
Bild 17-2: Rückfallsicherung an Der Spalt zwischen Schleifscheibe und
einer Handhebelschere Werkstückauflage darf höchstens 3 mm
betragen.
Auch Handschleifmaschinen müssen
mit Schutzhauben ausgerüstet sein.
Abweichungen hiervon sind nur unter be-
stimmten Voraussetzungen möglich.
Für Schleifarbeiten ist Augenschutz vor-
geschrieben. Wird nur kurze Zeit gearbei-
tet, so genügt ein Sichtfenster. Es darf
aber nicht zu klein sein und muss sich gut
auf die jeweiligen Arbeitsbedingungen
einstellen lassen (Bild 17-3). Bei länger
andauernden Schleifarbeiten kommt man
Beim Schleifen Sicherheits- nicht ohne Schutzbrille aus.
vorkehrungen treffen
Bild 17-3: Sichtfenster
Auf einer neuen Schleifscheibe ist die
an einer Schleifmaschine
zulässige Umdrehungszahl angegeben.
Es ist darauf zu achten, dass die
Schleifscheibe nicht mit höheren Dreh-
zahlen betrieben wird.
Bevor eine neue Scheibe aufgespannt
wird, ist eine Klangprobe vorzunehmen,
um eventuelle Schäden festzustellen.
Nachdem die Scheibe aufgespannt
ist, muss sie zunächst fünf Minuten lang
einem Probelauf mit voller Betriebsge-
schwindigkeit unterzogen werden. Dabei

67
Vorsicht beim A- und E-Schweißen Beim Lichtbogenschweißen ist stets
auf eine ausreichende Isolierung des
Beim Autogenschweißen müssen die
Schweißstromkreises, insbesondere
Schläuche sicher befestigt sein, z. B.
der Leitungen und des Elektrodenhalters,
durch Schlauchschellen, und gegen Be-
zu achten.
schädigung geschützt werden, z. B.
durch entsprechendes Verlegen.
Die Atemluft eines Schweißers soll von
Brenner sind Präzisionsinstrumente und Schadstoffen freigehalten werden.
sollen pfleglich behandelt werden. An- In der Regel sind deshalb Lüftungsmaß-
geschlossene Brenner niemals in Schub- nahmen erforderlich (siehe Bilder 17-4
laden oder Werkzeugkisten legen. und 17-5).

Bild 17-4: Lüftung in Räumen bei Verfahren mit Zusatzwerkstoff

Zusatzwerkstoff

Unlegierter und Hochlegierter Schweißen an


niedriglegierter Stahl, beschichtetem
Verfahren Stahl, NE-Werkstoffe Stahl
Aluminium- (außer Aluminium-
Werkstoffe Werkstoffe)

k l k l k l

Gasschweißen
ortsgebunden F T T A T A
nicht ortsgebunden F T F A F A
Lichtbogenhandschweißen
ortsgebunden T A A A A A
nicht ortsgebunden F T T A T A
MIG-, MAG-Schweißen
ortsgebunden T A A A A A
nicht ortsgebunden F T T A T A
WIG-Schweißen
ortsgebunden F T F T F T
nicht ortsgebunden F F F T F T
Unterpulverschweißen
ortsgebunden F T T T T T
nicht ortsgebunden F F F T F T
Thermisches Spritzen A A A A — —

68
Bild 17-5: Lüftung in Räumen bei Verfahren ohne Zusatzwerkstoff

Grundwerkstoff

Unlegierter und Hochlegierter


niedriglegierter Stahl, Beschichteter
Verfahren Stahl, NE-Werkstoffe Stahl
Aluminium- (außer Aluminium-
Werkstoffe Werkstoffe)

k l k l k l
Flammwärmen, Flammrichten F T F T F T
Flammhärten F T — — — —
Flammstrahlen F T — — T A
Brennschneiden
ortsgebunden F T A A T T
nicht ortsgebunden F T T A T T
Brennfugen F T — — T T
Flämmen
ortsgebunden A A A A — —
nicht ortsgebunden F T A A — —
WIG-Schweißen
ortsgebunden F T F T F T
nicht ortsgebunden F F F T F T
Plasmaschneiden
ortsgebunden A A A A A A
nicht ortsgebunden F T T A T T
Lichtbogen-Sauerstoffschneiden
Lichtbogen-Druckluftfugen
ortsgebunden T A A A T A
nicht ortsgebunden F T T A F T
Abbrennstumpfschweißen T A A A T A
Andere Widerstandsschweißverfahren F F F T F T

Die für das jeweilige Schweißverfahren Lichtbogenschweißgeräte für Arbeiten


bereitzustellenden persönlichen unter erhöhter elektrischer Gefährdung
Schutzausrüstungen sind im Bild 17-6 müssen deutlich erkennbar und dauer-
auf Seite 70 tabellarisch zusammen- haft das Symbol S tragen oder die bis-
gefasst. herigen Symbole bei Wechselstromquellen
und K bei Gleichstromquellen.

69
Bild 17-6: Zuordnungen von persönlichen Schutzausrüstungen zu Verfahren

PSA (im Regelfall) Schweißerschutz- Schutzbrille Schutzschild, Schweißer- Leder-


filter DIN 4646 DIN 58 211 -schirm oder schutz-Hand- schürze
und DIN 4647-1/ VwB 6 -haube DIN 58214 schuhe oder SeS
Verfahren Schutzstufe oder 7 VwB 6 oder 7 DIN 4841-4
Gasschweißen,
Flammwärmen, 4 bis 8 x – – –
-richten, -härten
Flammlöten 2 bis 7 x – – –
Flammstrahlen 2 bis 7 x – (x) –
Brennfugen,
-schneiden manuell 2 bis 8 x – x x
Brennschneiden
mechanisch 2 bis 8 x – (x) x
Flämmen 5 bis 8 – Schirm oder x SeS mit
Haube Hitzeschutz
Lichtbogen-
handschweißen 9 bis 14 – x x x
MIG-, MAG-Schweißen 10 bis 15 – x x x
WIG-, Plasmaschweißen 5 bis 14 – x x (x)
Lichtbogenschneiden 10 bis 15 – x x x
Plasmaschneiden 11 bis 13 – x x x
Unterpulverschweißen DIN 4647/Teil 5 VwB 2 – – –
Abbrennstumpf-
schweißen 1,2 bis 2 x – (x) Leder-
schürze
andere Widerstands-
schweißverfahren DIN 4647/Teil 5 VwB 2 – (x) –
Flammspritzen 4 bis 6 x (x) (x) (x)
Lichtbogenspritzen 9 bis 11 – x x x
Plasmaspritzen 11 bis 13 – x x x
Gießschmelzschweißen 4 bis 6 x (x) x x
Brennbohren 4 bis 6 x Metallgewebe- SeS mit
schirm, ohne Sicht- Hitzeschutz
scheibe/VwB 2 x
x = erforderlich (x) = fallweise – = nicht erforderlich SeS = Schwer entflammbarer VwB = Verwendungs-
erforderlich Schutzanzug bereich

70
Werden Arbeiten sowohl unter erhöhter 3. Das Gefäß bis auf einen kleinen
elektrischer Gefährdung als auch ohne Luftraum unter der Erhitzungsstelle
erhöhte elektrische Gefährdung durchge- vollständig mit Wasser füllen.
führt, so sollten – um lebensgefährdende Durch Schwenkrohre, Schläuche oder
Verwechselungen von vornherein aus- ähnliche Gegenstände dafür sorgen,
zuschließen – nur Stromquellen ein- dass das Gerät auch gefüllt bleibt
gesetzt werden, die zur Verwendung un- (Bild 17-7).
ter erhöhter elektrischer Gefährdung
geeignet und entsprechend gekennzeich- Bild 17-7: Arbeitstechnik beim Schweißen
an Fässern oder ähnlichen Gefäßen
net sind.

An Behältern nicht ohne Sicherheits-


maßnahmen schweißen
Beim Schweißen oder Hartlöten von
Gefäßen sind folgende Sicherheitsmaß-
nahmen zu treffen:
1. Gefäßverschlüsse vorzeitig und
ohne funkenreißende Werkzeuge bzw.
ohne Flamme öffnen.
2. Alle Rückstände durch wieder-
holtes Ausspülen mit heißem Wasser
oder Dampf beseitigen.

71
18 Holzbearbeitung

Holzbearbeitungsmaschinen gehören blatt sein. Rissige oder formveränderte


zu den gefährlichsten Maschinen, und Sägeblätter können nur Schaden
zwar wegen anrichten. Sie gehören auf den Schrott-
haufen.
● ihrer hohen Drehzahlen,
● des häufigen Führens der Werkstücke
von Hand, Bei Fräsarbeiten Anschlaglineal
und Schutzbügel richtig einstellen
● der Form der Werkzeuge und
Bei Fräsarbeiten am Anschlaglineal
● der besonderen Eigenschaften
müssen die Anschlaghälften zusammen-
des inhomogenen Materials Holz.
geschoben werden. Außerdem ist ein
Schutzbügel auf das Anschlaglineal
zu setzen und entsprechend einzustellen.
Spaltkeile an Kreissägen richtig
Der Teil des Fräsers hinter dem Anschlag-
einstellen
lineal muss ebenfalls abgedeckt werden.
Bei der Holzbearbeitung trifft man die
Der Rückschlaggefahr während des
Kreissäge am häufigsten an. Das Säge-
Fräsens begegnet man am besten durch
blatt soll so weit wie möglich verkleidet
Rückschlag-Sicherungen, z. B. Druck-
sein – natürlich auch unter dem Arbeits-
kämme oder Zuführapparat.
tisch. Der Spaltkeil (Bild 18-1), der beim
Längsschnitt einen Rückschlag ver-
hindern soll, muss dicker als das Säge-

Bild 18-1: Spaltkeil an Kreissägen

72
Am Dickenhobel Rückschlag- An der Bandsäge darf nur die Schnitt-
Sicherung gängig halten stelle frei bleiben
Bei der Dickenhobelmaschine ist zu Das Sägeband der Bandsäge muss
beachten, dass die Glieder der Rück- völlig umkleidet sein: Nur die Schnittstelle
schlag-Sicherung selbsttätig zurückfallen, darf frei bleiben (Bild 18-3). Sind die
damit Werkstücke nicht rückwärts Sägescheiben als Speichenräder aus-
herausgeschleudert werden können. geführt, so müssen sie verdeckt werden.

Bild 18-3: Abgedecktes Bandsägeblatt


Messerwelle des Abrichthobels
abdecken
Bei der Abrichthobelmaschine muss
der unbenutzte Teil der Messerwelle auch
hinter dem Anschlag abgedeckt sein
(Bild 18-2).

Bild 18-2: Abgedeckte Messerwelle

73
19 Flurförderzeuge

Flurförderzeuge, insbesondere Gabel- Fahrer von Flurförderzeugen


stapler, sind in den meisten Betrieben an- müssen geeignet, ausgebildet und
zutreffen. Unfälle ereignen sich damit beauftragt sein
immer dann, wenn ihre Wendigkeit, Ge-
Fahrer von Flurförderzeugen müssen
schwindigkeit, Schwerpunktlage und
mindestens 18 Jahre alt, körperlich und
ihr Kippmoment unterschätzt werden.
geistig geeignet und in der Führung
Es sind insbesondere folgende Unfall- ausgebildet sein. Sie müssen ihre Fähig-
ursachen festgestellt worden: keit nachgewiesen haben und mit der
Führung schriftlich beauftragt sein.
● zu schnelles Fahren an
unübersichtlichen Stellen, Wenn der Fahrer sein Gerät verlässt – sei
es auch nur für kurze Zeit –, muss er den
● unbefugtes Benutzen durch Schlüssel abziehen, damit Unbefugte das
nicht ausgebildete Fahrer, Fahrzeug nicht in Gang setzen können.
● zu hohe Geschwindigkeiten in Kurven, Für das fachgerechte Beladen des Fahr-
● Überlastung der Hubeinrichtungen zeuges ist der Fahrer verantwortlich.
und Verlust der Bodenhaftung, Ebenso hat er dafür zu sorgen, dass
Geräte, die nicht intakt sind, auf keinen
● schlechte Sicht des Fahrers, Fall benutzt werden.
● unsachgemäße Reparaturen
an Fahrwerk, Bremsen und Flurförderzeuge regelmäßig prüfen
Hubeinrichtungen, Um sicherzustellen, dass sich die Fahr-
● ruckartiges Anfahren und Bremsen, zeuge in betriebssicherem Zustand
befinden, sind sie nach Bedarf, jedoch
● falsches Befahren von Steigungen mindestens einmal jährlich, durch eine be-
und Gefälle, fähigte Person zu prüfen. Die Ergebnisse
● Last nicht bergseitig geführt, sind in einem Prüfbuch einzutragen.

● Montagearbeiten
Besonderer Schutz für den Fahrer
vom Gabelstapler aus
von Gabelstaplern
und
Zur Verringerung der Verletzungsgefahr
● Mitnahme von Personen ohne beim Umstürzen des Gabelstaplers
festen Sitz oder Haltegriffe. muss dieser mit einem Fahrerrückhalte-
system, z. B. geschlossene Fahrer-
kabine, Türbügel an den offenen Seiten
oder Fahrersitz mit Beckengurt, aus-
gerüstet sein.

74
Gabelstapler mit einem Hub von mehr Einsatz für Montagen
als 1,80 m müssen mit einem Fahrer- nur mit besonderer Einrichtung
schutzdach (Bild 19-1) gegen herabfallen-
Gelegentlich werden Gabelstapler für
de Lasten ausgerüstet sein. Zusätzlich
Montagearbeiten an hoch gelegenen Ar-
ist ein Lastschutzgitter erforderlich,
beitsplätzen benutzt und ähnlich einer
wenn die Gefahr besteht, dass Kleinteile
Hubarbeitsbühne eingesetzt.
auf den Fahrer herabfallen können.
Das ist zulässig, wenn ein Gabelstapler
mit ausreichender Tragfähigkeit ausge-
Bild 19-1: Gabelstapler mit Fahrerschutzdach
wählt und am Lastaufnahmemittel
eine Arbeitsbühne mit Geländer, Knie-
leiste und Fußleiste sicher angebracht
ist. Bei angehobener Arbeitsbühne
darf der Fahrer den Gabelstapler nicht
verlassen.

Last immer bergseitig führen,


Verfahren nur mit abgesenkter Last
Die Last von Gabelstaplern und Hoch-
hubwagen ist bei Gefälle und Steigungen
immer bergseitig zu führen. Nur in nied-
rigster Stellung des Lastaufnahmemittels
Mitfahren von Personen dürfen die Geräte verfahren werden.
Für Mitfahrer muss ein besonderer Sitz Weitere Informationen zum sicheren
oder ein kräftiger Festhaltebügel vor- Einsatz von Flurförderzeugen sind in
handen sein. Ohne diese Einrichtungen der BG-Information „Gabelstaplerfahrer“
darf der Fahrer niemanden mitnehmen. (BGI 545) zu finden.

75
20 Krantransporte;
Anschlagmittel, Lastaufnahmemittel

In den Betrieben werden zunehmend 6. Last probeweise anlüften; prüfen, dass


flurgesteuerte und drahtlos gesteuerte die Last frei und in Waage hängt
Krane eingesetzt. Sowohl das Pro- und alle Stränge gleichmäßig tragen,
duktions- als auch das Instandhaltungs- schief hängende Lasten wieder ab-
personal bedient diese Krane und lassen und neu anschlagen.
schlägt auch die Lasten an. Dabei täuscht
7. Während des Transports außerhalb
die Leichtigkeit, mit der ein Kran eine
des Gefahrenbereichs gehen.
Last anhebt, häufig über die Gefahren-
situation hinweg. 8. Absetzen der Last und gegen
Abrutschen, Umstürzen, Auseinander-
Für den Lastentransport mit Kranen wer-
fallen u. Ä. sichern.
den Lastaufnahmemittel und Anschlag-
mittel verwendet. Lastaufnahmemittel 9. Entfernen der Anschlagmittel,
sind zum Aufnehmen der Last bestimmt, Haken hochhängen, beim Anheben
z. B. Kübel, Greifer oder Klauen. An- der unbenutzten Anschlagmittel
schlagmittel verbinden die Last oder auf Freigehen von der Last achten.
das Lastaufnahmemittel mit dem Trag-
mittel des Kranes. Es sind insbesondere
Ketten, Seile oder Hebebänder.
Ein Krantransport sollte wie folgt
ablaufen:
20.1 Kennzeichnung
1. Gewicht und Schwerpunkt der
An Lastaufnahmemitteln müssen
Last ermitteln.
folgende Angaben deutlich erkennbar und
2. Geeignete Anschlagmittel dauerhaft angebracht sein:
und ggf. Kantenschutz bereitlegen;
● Hersteller oder Lieferer,
Sichtkontrolle der Anschlagmittel.
● Tragfähigkeit,
3. Abladestelle vorbereiten,
z. B. Platz freiräumen, bereitlegen von ● Eigengewicht, sofern dieses 5 %
Unterleghölzern. der Tragfähigkeit des Lastaufnahme-
mittels oder 50 kg überschreitet,
4. Kranhaken senkrecht über den
Schwerpunkt der Last fahren; Last ● Typ,
anschlagen, nicht benutzte Stränge
● Fabriknummer,
hochhängen.
● Baujahr,
5. Verlassen des Gefahrenbereichs,
Verständigung mit allen Beteiligten, ● an Lastaufnahmemitteln für Schüttgut
Warnung Unbeteiligter. das Fassungsvermögen,

76
● an Lastaufnahmemitteln, welche Bild 20-2: Polyesterhebeband
die Last über Klemmkräfte halten, der mit eingenähtem Etikett
zulässige Greifbereich und
● an selbstansaugenden Vakuumhebern
die Mindestlast.
Darüber hinaus muss eine Betriebs-
anleitung vorhanden sein, die beim
Einsatz von Lastaufnahmemitteln zu
beachten ist.
An Anschlagmitteln muss die Trag-
fähigkeit deutlich erkennbar und dauer-
haft angegeben sein; bei Seilen,
Ketten und Bändern mindestens für
einen Neigungswinkel von 60° (Bilder 20-1
und 20-2).

Bild 20-1: Kettenanhänger nach DIN 685

77
20.2 Eignung von z. B. Walzen, Wellen, Fertigteile,
Anschlagmitteln lackierte Teile.

Als Anschlagmittel geeignet sind ● Naturfaserseile und Chemiefaserseile:


für Lasten mit empfindlicher Ober-
● Seile: für Lasten mit glatten, öligen oder fläche und relativ leichte Lasten,
rutschigen Oberflächen sowie Haken- z. B. Rohre, Heizungsteile, Lüftungs-
seile für die Verbindung zwischen dem teile, Teile mit druckempfindlicher
Kranhaken und den Ösen der Last. Oberfläche.
● Ketten: für heißes Material und Lasten
● Kombination Seil/Kette: für den Trans-
mit nicht rutschigen Oberflächen
port von Profilstahl und auf Baustellen,
sowie scharfkantige Träger oder Profile.
wenn mit dem mittleren Bereich
Hakenketten dienen zur Verbindung
des Anschlagmittels, einer überdimen-
des Kranhakens mit den Ösen der Last.
sionierten Kette, scharfkantige
● Hebebänder und Rundschlingen: Lasten umfasst werden sollen und
für Lasten mit besonders rutschiger das Seil zum Durchstecken unter den
oder empfindlicher Oberfläche, Lasten verwendet wird.

Bild 20-3: Belastungstabellen für Anschlagmittel

78
Nicht geeignet sind ● Anzahl sichtbarer Drahtbrüche nach
● Seile: für scharfkantiges oder heißes Tabelle aus DIN 3088 (Bild 20-4).
Material.
Bild 20-4: Ablegereife von Drahtseilen
● Ketten: für Lasten mit glatten oder
(nach DIN 3088)
rutschigen Oberflächen.
● Hebebänder und Rundschlingen: Anzahl sichtbarer Draht-
brüche bei Ablegereife
für scharfkantige und heiße Lasten. Seilart auf einer Länge von
Die Tragfähigkeit für die verschiedenen 3 d* 6 d* 30 d*
Anschlagmittel und Anschlagarten kann
Litzenseil 4 6 16
Belastungstabellen entnommen werden
(Bild 20-3). Kabelschlagseil 10 15 40
* d = Seildurchmesser

20.3 Prüfungen
Hanf- und Chemiefaserseile sind
Sichtkontrolle
ablegereif bei
Unabhängig von der regelmäßig mindes-
● Bruch einer Litze,
tens jährlich einmal durchzuführenden
Kontrolle der Anschlagmittel muss der ● mechanischen Beschädigungen,
Verwender vor dem jeweiligen Gebrauch ● starkem Verschleiß oder
das Seil, die Kette oder das Hebeband Auflockerungen,
ansehen und sich davon überzeugen, ● Herausfallen von Fasermehl beim
dass sein „Werkzeug“ in Ordnung ist. Aufdrehen des Seiles,
Stahldrahtseile sind ablegereif bei ● Einfluss von Feuchtigkeit oder
● Bruch einer Litze, aggressiven Medien, z. B. durch Säuren,
● Knicken, Laugen,
● Quetschungen, ● Garnbrüchen in größerer Zahl
(mehr als 10 % der Gesamtgarnzahl),
● Aufdoldungen,
● Verbrennen, Verschmoren oder
● Kinken (Klanken),
Verspröden durch Hitzeeinstrahlung,
● Rostschäden, z. B. Korrosionsnarben,
● Lockerung der Spleiße.
● starker Überhitzung,
● starker Abnutzung der Seilend- Ketten sind ablegereif bei
verbindung, ● mechanischen Beschädigungen
● heraustretender oder beschädigter durch Quetschung, Einkerbung oder
Hanfseele, Rissbildung,

79
● Deformation durch Verbiegen, Zubehörteile, wie Haken, Ösen
Verdrehen oder Eindrücken, und Beschlagteile an Seilen, Ketten und
● Dehnung durch Überlastung, Hebebändern, sind ablegereif bei
d. h. wenn die ganze Kette oder ein ● mechanischen Beschädigungen durch
einzelnes Glied innen um mehr Quetschung, Einkerbung, Rissbildung,
als 5 % gelängt ist, ● Deformation durch Verbiegen,
● Verschleiß, d. h. Abnahme der Verdrehen oder Eindrücken.
Gliedstärke an irgendeiner Stelle um
mehr als 10 %.
Regelmäßige Prüfung
Lastaufnahmemittel und Anschlagmittel
Hebebänder sind ablegereif bei
müssen mindestens einmal jährlich durch
● Garnbrüchen bzw. Garneinschnitten eine befähigte Person geprüft werden.
im Gewebe von mehr als 10 % des
Gesamtquerschnittes,
● Beschädigung der tragenden Nähte,
● Verformung durch Wärmeeinfluss,
z. B. durch 20.4 Aufbewahrung
Strahlung, Reibung, Berührung, von Anschlagmitteln
● Einfluss aggressiver Stoffe, Anschlagmittel werden zweckmäßiger-
z. B. Säuren, Laugen, Lösemittel. weise an Gestellen hängend aufbewahrt.
Sie müssen trocken und luftig sowie
gegen die Einwirkung von Witterungs-
Rundschlingen sind ablegereif bei einflüssen und aggressiven Stoffen
● Verformung durch Wärmeeinfluss, geschützt gelagert werden.
z. B. durch
Strahlung, Reibung, Berührung, Es ist zweckmäßig, schwere Anschlag-
● Beschädigung der Ummantelung mittel mit großen Aufhängeringen
und sichtbarer Beschädigung so in Aufnahmevorrichtungen zu lagern,
der Einlage, dass man sie direkt mit dem Kran-
● Einfluss aggressiver Stoffe, haken aufnehmen kann.
z. B. Säuren, Laugen, Lösemittel.
Weitere Informationen zu sicherem
Anschlagen und Krantransport sind in
den BG-Informationen „Kranführer“
(BGI 555) und „Anschläger“ (BGI 556)
zu finden.

80
21 Regelmäßige Prüfungen

Alle betrieblichen Einrichtungen, d. h. Für bestimmte Einrichtungen, z. B. Flurför-


Anlagen, Maschinen, Geräte, Werkzeuge derzeuge, Hebebühnen, Leitern, Pressen,
und sonstigen Betriebsmittel, müssen Lastaufnahmeeinrichtungen und Ketten,
vor der ersten Inbetriebnahme auf ihren sind in den arbeitsmittelspezifischen
sicheren Zustand hin geprüft werden. Unfallverhütungsvorschriften oder in der
BG-Regel „Betreiben von Arbeitsmitteln“
Durch den während der Benutzung auf-
(BGR 500) Prüffristen festgelegt (Bild 21-1).
tretenden Verschleiß und durch mögliche
Danach sind die Prüfungen bei Bedarf,
Beschädigungen kann die Sicherheit
mindestens jedoch einmal jährlich, durch-
beeinträchtigt werden. Deshalb sind in
zuführen.
angemessenen Zeiträumen sowie nach
Änderungen oder Instandsetzungen eben- Art und Umfang von Prüfungen sind in Ein-
falls Prüfungen auf ihren sicheren Zu- zelfällen ebenfalls festgelegt. Sie reichen
stand erforderlich. von der Funktionsprüfung oder Sichtkon-
Der Unternehmer muss Prüfungen trolle auf äußerlich erkennbare Schäden
von Arbeitsmitteln entsprechend den oder Mängel bis zu umfangreichen Prüfun-
Forderungen in der Betriebssicherheits- gen, die in berufsgenossenschaftlichen
verordnung durchführen. Prüfgrundsätzen beschrieben sind.
Prüfungen dürfen nur von befähigten Per-
Bild 21-1: Prüfpflichtige Einrichtungen sonen durchgeführt werden, die bestimmte
fachliche Kenntnisse besitzen. Je nach
Einzelfall kommen Sachverständige, Sach-
kundige, Elektrofachkräfte oder besonders
unterwiesene Personen in Betracht.
In den entsprechenden Vorschriften und
Regeln ist auch festgelegt, ob ein schrift-
licher Prüfnachweis zu erbringen ist. Schrift-
liche Prüfnachweise können in Form von
Prüfbüchern oder Karteikarten (Bild 21-2
auf Seite 82) und neuerdings auch in
Datenverarbeitungsanlagen geführt werden.
Entscheidend ist, dass der Prüfbe-
fund und das dementsprechend Veran-
lasste nachvollziehbar ist.
In Einzelfällen, z. B. bei Feuerlöschern,
sind auch Prüfplaketten vorgesehen. Prüf-
plaketten werden am Prüfgegenstand

81
befestigt. Auf diese Weise ist für jeden Unabhängig von den beschriebenen
Mitarbeiter leicht erkennbar, dass die Prüfungen muss jeder Mitarbeiter vor
Prüfung erfolgte und ggf. wann die Verwendung einer Einrichtung durch
nächste Prüfung ansteht. Sichtkontrolle auf sicherheitstechnische
Mängel achten und ggf. diese Mängel
Es ist empfehlenswert, die Verwendung beseitigen bzw. dem Vorgesetzten
von Prüfplaketten auszuweiten. melden.

Bild 21-2: Prüfnachweis

82
22 Erste Hilfe bei Unfällen

Ersthelfer erforderlich Die erste Hilfe durch Laien oder auch


durch Ersthelfer sollte die ärztliche Hilfe
Die ersten Hilfsmaßnahmen am Unfallort,
nicht ersetzen, sondern nur ein Notbehelf
bevor die ärztliche Behandlung einsetzt –
bis zum Eingreifen des Arztes sein!
erste Hilfe –, sind oftmals entscheidend
für den späteren Heilverlauf einer Ver- Sie soll dem Verletzten durch einfache
letzung oder gar für die Rettung eines Maßnahmen schnell, sicher und scho-
Mitarbeiters. Deshalb sind in jedem Un- nend helfen, ihn vor weiterem Schaden
ternehmen gut ausgebildete Ersthelfer bewahren, eine Verschlimmerung
erforderlich, die schnell und richtig helfen seines Zustandes verhindern und ihn –
können. Auch der Sicherheitsbeauf- wenn erforderlich – für eine Über-
tragte sollte sich in erster Hilfe ausbilden führung ins Krankenhaus transportfähig
lassen. machen.

Bild 22-1:
Erste-Hilfe-Maßnahmen

83
In der Unfallverhütungsvorschrift „Grund- „Verbandkästen, groß für Betriebe und
sätze der Prävention“ (BGV A 1) wird im Schutzräume EF“) vorhanden sein.
Abschnitt 4 „Erste Hilfe“ für jeden Betrieb Auf kleineren Baustellen, Montage- oder
bei 2 bis zu 20 Versicherten mindestens Reparaturplätzen genügt der kleine
ein ausgebildeter Ersthelfer gefordert. Verbandkasten (DIN 13 164-2 „Verband-
Die Ausbildung erfolgt bei einer von der kästen für Betriebe und Schutzräume
Berufsgenossenschaft für die Ausbildung CD, leicht“).
zur ersten Hilfe ermächtigten Stelle. Die
Verbandzeug für Montagestellen nur
Kosten dieser Ausbildung übernimmt die
im Auto mitzuführen ist nicht zweckmäßig,
Berufsgenossenschaft. Die Unterwei-
da das Fahrzeug nicht immer an der
sung „Sofortmaßnahmen am Unfallort“
Montagestelle verbleibt.
nach § 8 a StVZO reicht als Ausbildung
für einen Ersthelfer nicht aus.
In größeren Betrieben mit mehr als Rettungsmittel bereithalten
zwanzig Versicherten des Herstellungs-, Erforderlichenfalls müssen im Betrieb
Verarbeitungs- und Instandsetzungs- auch Krankentragen oder andere
bereichs muss mindestens jeder Zehnte – Rettungsmittel zur Verfügung stehen.
in Verwaltungs- und Handelsbetrieben
jeder Zwanzigste – der Anwesenden Mit ihrer Handhabung muss eine aus-
ein ausgebildeter Ersthelfer sein. Eine reichende Zahl von Beschäftigten vertraut
Wiederholung bzw. Vertiefung der bis- sein. Es ist auch empfehlenswert, in
herigen Ausbildung ist nach zwei Jahren regelmäßigen Zeitabständen die Anwen-
erforderlich. dung solcher Geräte mit den Betriebs-
angehörigen zu üben.
Verbandzeug immer ergänzen
Auch ein guter Ersthelfer kann nur wirk- Hinweise für erste Hilfe
sam arbeiten, wenn er für die unter-
Durch Sicherheitskennzeichnung ist
schiedlichen Verletzungsfälle geeignetes
auf Verbandzeug, Erste-Hilfe-Einrichtun-
Verbandzeug in ausreichender Menge zur
gen und Rettungsmittel hinzuweisen.
Verfügung hat. Rechtzeitiges Erneuern
bzw. Ergänzen ist erforderlich. Die Auf- An mindestens einem gut sichtbaren
bewahrung muss so erfolgen, dass Platz ist eine Tafel mit Angaben über die
das Verbandzeug gegen schädigende Erste-Hilfe-Leistung, den zuständigen
Einflüsse geschützt und im Bedarfsfall Durchgangsarzt und das nächstgelegene
erreichbar ist. Krankenhaus anzubringen.
In jedem Betrieb muss mindestens ein
großer Verbandkasten (DIN 13 169

84
Jede Verletzung melden Verbandbuch für
jede Erste-Hilfe-Leistung führen
Auch kleinere Ursachen können größere
Wirkungen haben. Deshalb müssen Kleinere Verletzungen, die nicht mehr
auch kleinere Verletzungen behandelt als drei Tage Arbeitsunfähigkeit zur Folge
werden. haben, brauchen der Berufsgenossen-
schaft nicht gemeldet werden. Es ge-
Darüber hinaus sind alle Unfälle dem
nügt in diesem Fall, wenn sie in ein Ver-
Betrieb zu melden. Ist der Betroffene da-
bandbuch eingetragen werden,
zu nicht in der Lage, so hat dies für
damit ihr Zusammenhang mit der betrieb-
ihn derjenige Betriebsangehörige zu tun,
lichen Tätigkeit nachweisbar ist.
der zuerst von dem Unfall erfährt.
Verbandbücher müssen in jedem Unter-
nehmen geführt werden und sind fünf
Jahre lang aufzubewahren.

Erste-Hilfe-Leistung in Anspruch
nehmen
Jeder Verletzte ist verpflichtet, sich
bei Betriebsunfällen nicht ganz leichter
Art sofort erste Hilfe leisten zu lassen.
Auf Anordnung der Berufsgenossen-
schaft oder des Unternehmers muss er
einen bestimmten Arzt oder ein be-
stimmtes Krankenhaus zur Behandlung
aufsuchen.

85
Zuständigkeitsbereiche der Vereinigung der Metall-Berufsgenossenschaften (VMBG)

Schleswig-Holstein ● Rostock

Mecklenburg-Vorpommern
● Hamburg

● Bremen
Brandenburg
Niedersachsen

● Berlin
NMBG
Hannover
● Magdeburg
Bielefeld ●
Sachsen-Anhalt
● Dessau
Nordrhein-Westfalen
● Dortmund

MMBG·HWBG ● Leipzig
Düsseldorf Sachsen
● Köln
● Dresden
Bad Hersfeld ● ● Erfurt
Thüringen ● Chemnitz
Hessen

Rheinland-Pfalz
Hauptverwaltung
SMBG und Prävention
Mainz
Präventionsdienst
Saarland
● Nürnberg
● Saarbrücken ● Mannheim

Bayern
Pforzheim ● EMBG
Stuttgart
Baden-Württemberg

● Freiburg ● München
● Traunstein

Norddeutsche Metall-BG (NMBG) Maschinenbau- und Metall-BG (MMBG) Süddeutsche Metall-BG (SMBG)
Maschinenbau- und Metall-BG (MMBG) Süddeutsche Metall-BG (SMBG)
Hütten- und Walzwerks-BG (HWBG) Edel- und Unedelmetall-BG (EMBG)

87
Vereinigung der Metall-Berufsgenossenschaften (VMBG)
Federführung: Maschinenbau- und Metall-Berufsgenossenschaft
40210 Düsseldorf · Kreuzstraße 45
Telefax (02 11) 82 24-4 44 und 5 45 · Telefon (02 11) 82 24-0

01.05
Internet: www.vmbg.de

Verwaltungsgemeinschaft
Maschinenbau- und Metall-Berufsgenossenschaft
Hütten- und Walzwerks-Berufsgenossenschaft
40210 Düsseldorf · Kreuzstraße 45
Telefax (02 11) 82 24-4 44 · Telefon (02 11) 82 24-0

Maschinenbau- und Metall-Berufsgenossenschaft (MMBG)

Präventionsabteilung (Aufsichtsdienst)
Leitung: 40210 Düsseldorf · Kreuzstraße 45
Telefax (02 11) 82 24-5 45 · Telefon (02 11) 82 24-0
E-Mail: praevention@mmbg.de · Internet: www.mmbg.de

Außendienststellen der Präventionsabteilung


44263 Dortmund 51065 Köln 01109 Dresden
Semerteichstraße 98 Berg. Gladbacher Straße 3 Zur Wetterwarte 27
Telefax (02 31) 41 96-1 99 Telefax (02 21) 67 84-2 22 Telefax (03 51) 8 86-45 76
Telefon (02 31) 41 96-0 Telefon (02 21) 67 84-0 Telefon (03 51) 8 86-50 41
E-Mail: ad.dortmund@mmbg.de E-Mail: ad.koeln@mmbg.de E-Mail: ad.dresden@mmbg.de
33602 Bielefeld 06842 Dessau 04109 Leipzig
Oberntorwall 13/14 Raguhner Straße 49 b Elsterstraße 8 a
Telefax (05 21) 9 67 04-99 Telefax (03 40) 25 25-3 62 Telefax (03 41) 1 29 91-11
Telefon (05 21) 9 67 04-70 Telefon (03 40) 25 25-0 Telefon (03 41) 1 29 91-0
E-Mail: ad.bielefeld@mmbg.de E-Mail: ad.dessau@mmbg.de E-Mail: ad.leipzig@mmbg.de
40239 Düsseldorf 39104 Magdeburg
Graf-Recke-Straße 69 Ernst-Reuter-Allee 45
Telefax (02 11) 82 24-8 44 Telefax (03 91) 5 32 29-11
Telefon (02 11) 82 24-0 Telefon (03 91) 5 32 29-0
E-Mail: ad.duesseldorf@mmbg.de E-Mail: ad.magdeburg@mmbg.de

Hütten- und Walzwerks-Berufsgenossenschaft (HWBG)

Präventionsabteilung (Aufsichtsdienst)
Leitung: 40210 Düsseldorf · Kreuzstraße 45
Telefax (02 11) 82 24-5 45 · Telefon (02 11) 82 24-0
E-Mail: praevention@mmbg.de · Internet: www.hwbg.de

88
Norddeutsche Metall-Berufsgenossenschaft (NMBG)
30173 Hannover Telefax (05 11) 81 18-2 00 Internet: www.nmbg.de
Seligmannallee 4 Telefon (05 11) 81 18-0

Präventionsbezirke
30173 Hannover 28195 Bremen 18055 Rostock (Außenstelle)
Seligmannallee 4 Töferbohmstraße 10 Blücherstraße 27
Telefax (05 11) 81 18-5 69 Telefax (04 21) 30 97-2 55 Telefax (03 81) 49 56-2 50
Telefon (05 11) 81 18-2 18 Telefon (04 21) 30 97-2 30 Telefon (03 81) 49 56-1 54
E-Mail: pb-h@nmbg.de E-Mail: pb-hb@nmbg.de E-Mail: pb-hro@nmbg.de
10825 Berlin 20149 Hamburg
Innsbrucker Straße 26/27 Rothenbaumchaussee 145
Telefax (0 30) 7 56 97-2 40 Telefax (0 40) 4 41 12-2 96
Telefon (0 30) 7 56 97-3 33 Telefon (0 40) 4 41 12-2 10
E-Mail: pb-b@nmbg.de E-Mail: pb-hh@nmbg.de

Süddeutsche Metall-Berufsgenossenschaft (SMBG)


55130 Mainz Telefax (0 61 31) 8 02-5 72 E-Mail: best@smbg.de
Wilh.-Theodor-Römheld-Str. 15 Telefon (0 61 31) 8 02-8 02 Internet: www.smbg.de

Präventionsdienste
80639 München 79100 Freiburg (Außenstelle) 99099 Erfurt
Arnulfstraße 283 Basler Straße 65 Lucas-Cranach-Platz 2
Telefax (0 89) 1 79 18-2 49 Telefax (07 61) 4 56 88-88 Telefax (03 61) 43 91-6 02
Telefon (0 89) 1 79 18-2 35 Telefon (07 61) 4 56 88-60 Telefon (03 61) 43 91-6 24
E-Mail: pd-muenchen@smbg.de E-Mail: pd-freiburg@smbg.de E-Mail: pd-erfurt@smbg.de
83278 Traunstein (Außenstelle) 68165 Mannheim 36251 Bad Hersfeld (Außenstelle)
Kernstraße 4 Augustaanlage 57 Seilerweg 54
Telefax (08 61) 7 08 78-20 Telefax (06 21) 38 01-2 73 Telefax (0 66 21) 4 05-2 30
Telefon (08 61) 7 08 78-0 Telefon (06 21) 38 01-0 Telefon (0 66 21) 4 05-2 20
E-Mail: pd-traunstein@smbg.de E-Mail: pd-mannheim@smbg.de E-Mail: pd-bad_hersfeld@smbg.de
90403 Nürnberg 66119 Saarbrücken 09117 Chemnitz (Außenstelle)
Weinmarkt 9-11 Koßmannstraße 48-52 Nevoigtstraße 29
Telefax (09 11) 23 47-1 52 Telefax (06 81) 85 09-87 Telefax (03 71) 8 42 22-18
Telefon (09 11) 23 47-1 23 Telefon (06 81) 85 09-0 Telefon (03 71) 8 42 22-0
E-Mail: pd-nuernberg@smbg.de E-Mail: pd-saarbruecken@smbg.de E-Mail: pd-chemnitz@smbg.de
70563 Stuttgart 55130 Mainz
Vollmoellerstraße 11 Wilh.-Theodor-Römheld-Str. 15
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Edel- und Unedelmetall-Berufsgenossenschaft (EMBG)


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Ausgabe 2004
Bestell-Nr. BGI 587
03.2005/25.600

Herausgeber:
Vereinigung der Metall-Berufsgenossenschaften
Verwaltungsgemeinschaft
Maschinenbau- und Metall-Berufsgenossenschaft, Düsseldorf
Hütten- und Walzwerks-Berufsgenossenschaft, Düsseldorf
Norddeutsche Metall-Berufsgenossenschaft, Hannover
Süddeutsche Metall-Berufsgenossenschaft, Mainz
Edel- und Unedelmetall-Berufsgenossenschaft, Stuttgart

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