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Nr.

424
April 2006
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(B) € 7,15 • (L) € 7,15
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79. 95 Empfehlung! • Inkl. Temperatursensor-
diode mit 3 m Kabel

• Inkl. Feuchtesensor
mit 3 m Kabel

1 Feuchteregler 1H
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2 Temperaturregler 1004 Gewächshäusern etc.
Dieser elektronischer Temperaturregler Inkl. Temperatursensordiode mit 3 m
Die einfache Bedienung zeichnet diesen ist ein einfach zu bedienendes Einbau- Kabel.
Feuchteregler aus. Typische Anwendung Technische Daten: Betriebsspannung: gerät. Spannungsfreier Relaisausgang Technische Daten: Betriebsspannung:
ist die Steuerung eines Luftbefeuchters 230 V/AC · Anschlussleistung: 1 Relais 2 (max. 250 V/3 A) ermöglichen den Ein- 230 V/AC · Anschlussleistung: 1 Relais 2
oder eines Heizlüfters, welcher zum Tro- A/250 V/AC · Feuchtebereich: 20 bis 99% · satz in Verbindung mit mobilen sowie A/250 V/AC · Temperaturbereich: -40 bis
ckenlegen in Kellerräumen benutzt wird. Abm. Einbaumaß (B x H): 71 x 29 mm, stationären Kühl- und Heizgeräten. 90 °C · Abm. Einbaumaß (B x H): 71 x
Inkl. Feuchtesensor mit 3 m Kabel. Außenmaß (B x H): 79 x 35 mm. Ideal zum Klimatisieren von Räumen, 29 mm, Außenmaß (B x H): 79 x 35 mm.
Best.-Nr. Stück x ab 3 à ab 10 à Best.-Nr. Stück x ab 3 à ab 10 à
19 85 32-A0 79.95 76.80 73.60 19 85 45-A0 59.95 57.50 55.20

PID-Prozessregler

Der modulare 4 und Motorschrittregelung. Grundausführung mit Univer-


saleingang für Thermoelemente/PT100 und Einheitssig-
nale mV/V/mA, 1 Ausgang (Schließerkontakt), inkl. RS-232

Prozessregler Schnittstelle. Skalierung, Alarmarten (Haltefunktion),


Rampenfunktion einstellbar (8 Rampenabschnitte).
Grundgerät mit verschiedenen smart Ein-/ Ausgangs-
modulen erweiterbar. Steckplätze für 2 weitere Module
3 vorhanden.
Applikationsbeispiel: Motorventilsteuerung (2. Aus-
gangrelais erforderlich). Messeingang für Zwei-
/Dreileiterschaltung Pt100 (DIN EN60584) -200 bis
+600°C bzw. -199,9 bis +650 °C, Thermoelemente (DIN
EN60751) bis 2300 °C - L, J, K, R, S, T, B, E, N, C), Analog-
eingang 0 - 50 mV/5 V/10 V, 0 (4)-20 mA, Genauigkeit
±0.25 % v. Skalenbereich bzw. ±0,7% bei Analogeingang,
Auflösung 0,1 °C bzw. 1 °C. Schutzklasse frontseitig IP65,
rückseitig IP20.
3-4 ESM-4450 / ESM-9950 Lieferumfang: Konfigurationssoftware · Schnittstellen-
Änderungen und Irrtümer vorbehalten. Alle Preise inkl. MwSt..

PID-Prozessregler kabel · Befestigungsvorrichtung.


Frei konfigurierbarer PID-Prozessregler mit Selbst- Technische Daten: Betriebsspannung: 85 - 265 V/AC ·
optimierung (Selftune; Autotune) für 2-/3-Punkt-, Stetig- Schaltleistung: 5 A/250 V/AC.
Best.-Nr. Abb. Typ Außenmaße Einbaumaße Stück x
19 86 55-A0 3 ESM-4450 48 x 48 x 115 mm 45,5 x 45,5 x 105 mm 144.95
19 87 33-A0 4 ESM-9950 96 x 96 x 88 mm 90,5 x 90,5 x 75 mm 149.95

ESM smart Ausgangsmodule Erweiterungsmodule für PID-Prozessregler ESM-4450 und ESM-9950.


Best.-Nr. Typ Passend für Funktion Stück x
19 86 67-A0 EMO-400 ESM-4450 Relaisausgangsmodul, Schließerkontakt 3 A/250 V/AC 19.95
19 86 94-A0 EMO-410 ESM-4450 SSR-Solid-State-Relay, Ausgangsmodul 20 mA/18 V/DC 14.95
19 87 07-A0 EMO-430 ESM-4450 Analog-/Stetigausgang, 0(4) - 20 mA bzw. 0 - 10 V 44.95
19 87 20-A0 EMC-410 ESM-4450 RS-485 Schnittstelle 49.95
19 87 45-A0 EMO-900 ESM-9950 Relaisausgangsmodul, Schließerkontakt 3 A/250 V/AC 19.95
19 87 58-A0 EMO-910 ESM-9950 SSR-Solid-State-Relay, Ausgangsmodul 20 mA/18 V/DC 14.95
19 87 71-A0 EMO-930 ESM-9950 Analog-/Stetigausgang, 0(4) - 20 mA bzw. 0 - 10 V 44.95
19 86 67-A0 19 86 94-A0 19 87 07-A0
19 87 84-A0 EMC-910 ESM-9950 RS-485 Schnittstelle 49.95

Conrad Electronic GmbH • Klaus-Conrad-Str. 2 • 92530 Wernberg-Köblitz


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LOGO! Einfach anders – einfach genial!


LOGO! ist – Verbinden von LOGO! ist mehr als eine SPS –
Funktionen statt Verdrahten durch die integrierte Bedien- und 5
Anzeigeeinheit, durch die Ein-
LOGO! ist ähnlich einer SPS –
gabemöglichkeit direkt am Gerät,
aber ohne mathematische
durch die Anzeige von Melde-
Funktionen
texten/Variablen am Display
5 SIEMENS LOGO! - Basisgeräte mit Display
LOGO! 24 LOGO! 12/24RC LOGO! 24RC LOGO! 230RC
Versorgungsspannung DC 24 V DC 12/24 V AC 24 V AC/DC 115/230 V
8 (davon 2 8 (davon 2
Eingänge analog nutzbar) analog nutzbar) 8 8
Ausgänge 4 Transistor 4 Relais 4 Relais 4 Relais
Dauerstrom 0,3 A 10 A bei 1-Last; 3 A bei induktiver Last
Kurzschluss-Schutz Elektrisch 1 A Externe Absicherung erforderlich
Integrierte Zeitschaltuhren/
Gangreserve ja/typ. 80 h
Umgebungstemperatur 0 bis 55 ºC
Funkentstörung Nach EN 55011 (Grenzwertklasse B)
Schutzart IP20
Zertifizierung nach VDE 0631, IEC 1131, FM Class 1, Div 2, cULus, C-Tick, Schiffsbauzulassung
Montage auf Hutschiene 35 mm, 4 TE breit
Abm. (B x H x T) mm 72 x 90 x 55
Best.-Nr. 19 80 84-A0 19 80 96-A0 19 81 11-A0 19 81 23-A0
Stück x 118.32 133.40 133.40 136.88

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• Meldung an bis zu 12 Rufnummern (+ 4 E-Mail Adressen + 4 Fax-Nr.)
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Alarm-System GX105 analoger Ausgang kann zusätzlich Steuerungsaufgaben Eingangsspannung (digitale Eingänge): logisch 1 =
Nutzen Sie Ihr Handy, um elektrische Systeme und übernehmen. 4 Ausgänge stehen ebenfalls zur Verfügung, 2,5 - 12 V/DC, logisch 0 = 0 V, Eingangsstrom 4,5 mA (bei
Anlagen aus der Ferne zu schalten und zu überwachen. die mittels SMS EIN-/ und AUS-geschaltet werden können. 12 V/DC) · Eingangsspannung (analoge Eingänge): 0 -
Mit Hilfe von zwei Relais können Sie z.B. die Heizung ein, Zum Betrieb benötigen Sie lediglich eine freigeschaltete 2,75 V/DC (Auflösung 8 Bit) · Vorgesehene Temperatur-
die Alarmanlage ausschalten oder einen Türöffner SIM-Karte eines beliebigen Netzbetreibers (z.B.: D1, Sensoren: Microchip TYP „TC1047A” · DAC Ausgang:
betätigen. Über die zwei digitalen Optokoppler-Eingänge Vodafone, E-Plus, O2) und eine geeignete Stromver- 0,138 bis 2,61 V/DC (Auflösung 8 Bit) · Frequenzbereich:
können Sie sich bei Bedarf Störungs- oder Alarm- sorgung. GSM Dualband 900/1800 MHz, kompatibel mit ETSI GSM
meldungen übermitteln lassen. Außerdem stehen 3 ana- Lieferumfang: Baustein mit Gehäuse inkl. 6 Verschluss- Phase 2+ Standard · Temperaturbereich: -20 bis 75 °C ·
loge Eingänge zur Verfügung. Diese ermöglichen Ihnen Stopfen · USB-A Verbindungskabel · Parametriersoftware Abm. Platine (L x B x H) 120 x 72 x 17 mm · Abm. Gehäuse
z. B. den Anschluss von 2 Temperatursensoren die logisch auf CD · GSM Antenne mit ca. 3 m Kabellänge und selbst- (L x B x H): 130 x 94 x 57 mm. Mit den beiliegenden
mit 4 Ausgängen verknüpft sind. So stehen Ihnen Tem- klebender Rückseite · Bedienungs- anleitung. Anbaustutzen wird die Gehäuse Schutzklasse IP54
peratur-Differenz-Messungen, Erfassung und Über- Technische Daten: Betriebsspannung: 5 - 30 V/DC · erreicht, durch entsprechende Verschraubungen bis IP66!
wachung von Innen/-Außentemperatur sowie min./max. Stromaufnahme: max. 550 mA · Ruhestrom: 20 mA · An- · Abm. Platine (L x B x H) 120 x 72 x 17 mm.
Temperatur-Vorgaben mit Hysterese zur Verfügung. Ein schlussleistung: Je Relais 8 A/250 V/AC oder 8 A/24 V/DC · 19 88 88-A0 x 199.-

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Wer schon auf die nächsten Themen in


ELEKTOR gespannt ist, der findet bei
www.elektor.de unter „Zeitschrift” nicht
nur die Vorschau aufs nächste Heft,
sondern auch den Themenplan fürs
Wie muss man eine Schaltung bauen,
ganze Jahr. Und wer wissen möchte, an
welche Themen die Redaktion sonst damit sie während des Betriebs
noch denkt, der klickt auf unserer „sicher“ ist? Um das herauszufinden,
Homepage in der rechten Spalte
einfach auf „Autoren und Themen”.
haben wir einige Geräte aufgeschraubt.
Im Themenplan steht für diese Ausgabe Interessant, zu welchen Lösungen Profis
„Stromversorgung und Sicherheit“. kommen, wenn Kostendruck und
Sicher nützliche und wichtige Themen –
aber auch spannend? Miniaturisierungszwang herrschen…
Durchaus – wenn man die richtigen
Ideen und Autoren hat! Den Beweis
liefert in diesem Heft Martin Ossmann.
In seinen beiden Artikeln analysiert er

18
mit Fachverstand und detektivischem
Spürsinn, was sich industrielle
Entwickler einfallen lassen, um
Sicherheit, Leistung und Ökonomie
miteinander zu verbinden.

Sicher & preiswert –


Um diese Themen ging es auch in der
Reportage über die Elektronik-
Entwicklung beim bekannten
Hausgeräte-Hersteller Miele in Gütersloh.
Allerdings mussten wir keine
Waschmaschinen zerlegen, um den
dortigen Entwicklern auf die Schliche zu
Beobachtungen
kommen. Sie haben uns Ihre Tools und
(einige) Tricks in großer Offenheit
freiwillig verraten, und für ELEKTOR
standen (fast) alle Türen offen. Dass
an Elektronikgeräten
Miele mit dem M16C von Renesas einen
engen Verwandten des R8C aus unserem
Dezember-Heft verbaut, wussten wir
übrigens vorher auch noch nicht.
Für die Redaktion spannend gestaltete
sich die Überarbeitung der „Sicherheits-
Seite“. Sie war seinerzeit von einem
externen Expertenteam erstellt worden
28 Amperestunden-Kontrolleur
und sollte jetzt natürlich ebenso
Von den vielseitig
kompetent an die aktuellen
einsetzbaren AA-Akkus
(europäischen) Richtlinien angepasst
sind unzählige
werden. Diesmal zog sich aber die
Experten-Suche unerwartet in die unterschiedliche Typen
Länge, und gerade noch rechtzeitig fürs auf dem Markt. Die
„Sicherheits-Heft“ wurden wir an einer Kapazitätsangaben sind
nahe gelegenen Fachhochschule allerdings mit Vorsicht
„fündig“. Das Ergebnis ist auf Seite 75 zu bewerten. Unsere
zu sehen. Schaltung findet heraus,
Für die mit Abstand höchste Spannung in wie hoch die Kapazität
diesem Heft sorgt aber mit bis zu 20 kV einer Zelle wirklich ist
der Weidezaungenerator auf Seite 50… und ob diese nicht
schon nach wenigen
Ernst Krempelsauer Ladezyklen schwindet!
INHALT
37. Jahrgang
April 2006
Nr. 424

32 Universelle SPI-Box Grundlagen


40 Synchronisierung mit Taktgefühl

Praxis
28 Amperestunden-Kontrolleur
32 Universelle SPI-Box
46 FPGA-Kurs (1)
Die ersten Schritte …
50 Elektrozaun-Generator
Viele
Mikrocontroller sind 64 Workshop: Halogen-Power
zur Programmierung mit
69 Entwicklungstipps:
einer SPI-Schnittstelle
Handy-Codeschloss, Akkuhalter,
ausgestattet. Die Ansteuerung
Alu-Glanz, Elkos formieren,
über eine serielle PC-Schnittstelle und
ein paar zusätzliche Bauteile ist preiswert, Ringkern-Drahtmenge
aber langsam. Besser geht’s mit unserer SPI-Box,
die selbst an einem USB/Seriell-Konverter
annehmbare Geschwindigkeiten bietet. Technik
18 Sicher & preiswert -
Beobachtungen an Elektronikgeräten
22 Enthüllungen über Steckernetzteile
54 Entwickeln für Millionen 54 Entwickeln für Millionen
59 Laborgeflüster: 0805 und BGA
60 Der Siegeszug des 6502
72 E-blocks: Wellen mit C
76 Radio hören mit Matlab

Info & Markt


6 Impressum
8 Mailbox
Nicht nur in unseren 12 elekTermine
Schaltungen, auch in
13 News
hunderttausendfach verkauften
Elektrogeräten stecken 75 Elektrische Sicherheit
Mikrocontroller und ausgefeilte
84 Vorschau
Programme. Doch wie
entwickeln Profis, wenn es um
sechsstellige Stückzahlen geht?
Wir haben den bekannten
Infotainment
Hausgerätehersteller Miele
78 Hexadoku
besucht - und interessante
Entdeckungen gemacht! 79 Retronik
Einzelheft Jahres- und Studentenabonnements (11 Hefte) dauern immer
Deutschland € 6,50 1 Jahr und verlängern sich automatisch um weitere 12 Monate,
Österreich, Belgien, Luxemburg € 7,15 wenn nicht spätestens 2 Monate vor Ablauf schriftlich gekündigt
Schweiz CHF 12.50 wird. Probeabonnements (3 Hefte) laufen automatisch aus; sie
müssen nicht gekündigt werden.
Abo-Service Jahresabonnement-Standard Preisänderungen vorbehalten.
Deutschland € 67,75
Riet Maussen, Marleen Brouwer
Österreich, Belgien, Luxemburg € 74,00
E-Mail: abo@elektor.de Schweiz CHF 130.00
Bankverbindungen
Andere Länder € 89,00
Bestellannahme und Bestellservice Commerzbank Aachen
Jahresabonnement-PLUS Konto 1 201 102 (BLZ 390 400 13)
Peter Custers IBAN/BIC: DE89 3904 0013 0120 1102 00/COBADEFF
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E-Mail: vertrieb@elektor.de Österreich, Belgien, Luxemburg € 83,95 Postgiro Köln
Schweiz CHF 152.00 Konto 229 744-507 (BLZ 370 100 50)
Geschäftszeiten Andere Länder € 98,95 IBAN/BIC: DE17 3701 0050 0229 7445 07/PBNKDEFF
Montag – Freitag von 08:30 bis 17:00 Uhr Probeabonnement
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Fax +49 241 88 909-77 Österreich, Belgien, Luxemburg € 12,50
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(zzgl. Porto) Tel. 01/585 77 45, Fax 01/585 77 45-20
Unser Kundenservice berät Sie bei allen Fragen zu Bestellungen,
E-Mail: alpha@austrodata.at
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Tel. 041/919 66-66, Fax -77
Technische Fragen bitten wir per E-Mail an Upgrade zum Abo-PLUS E-Mail: bestellung@thali.ch
redaktion@elektor.de zu richten. Alle Länder € 9,95 Internet: www.thali.ch

IMPRESSUM
37. Jahrgang, Nr. 424 Technische Redaktion Der Herausgeber ist nicht verpflichtet, unverlangt einge-
Ton Giesberts (Entwickler), sandte Manuskripte oder Geräte zurückzusenden. Auch wird
April 2006
Paul Goossens (Entwickler), für diese Gegenstände keine Haftung übernommen.
Luc Lemmens (Entwickler), Nimmt der Herausgeber einen Beitrag zur Veröffentlichung
Erscheinungsweise: 11 x jährlich Karel Walraven (Entwickler) an, so erwirbt er gleichzeitig das Nachdruckrecht für alle aus-
(inkl. Doppelheft Juli/August) ländischen Ausgaben inklusive Lizenzen. Die in dieser Zeit-
Grafische Gestaltung und Layout schrift veröffentlichten Beiträge, insbesondere alle Aufsätze
Elektor möchte Menschen anregen, sich die Elektronik zu Eigen zu
Ton Gulikers, Giel Dols und Artikel sowie alle Entwürfe, Pläne, Zeichnungen ein-
machen – durch die Präsentation von Projekten und das Aufzeigen
von Entwicklungen in der Elektronik und technischen Informatik. schließlich Platinen sind urheberrechtlich geschützt. Ihre auch
Geschäftsführer/Herausgeber teilweise Vervielfältigung und Verbreitung ist grundsätzlich
Elektor erscheint auch in Englisch, Französisch, Niederländisch und Paul Snakkers nur mit vorheriger schriftlicher Zustimmung des Herausge-
weiteren Sprachen. Elektor ist in über 50 Ländern erhältlich. bers gestattet.
Vertrieb (Leitung) Die veröffentlichten Schaltungen können unter Patent- oder
Verlag Margriet Debeij Gebrauchsmusterschutz stehen. Herstellen, Feilhalten, Inver-
Elektor-Verlag GmbH kehrbringen und gewerblicher Gebrauch der Beiträge sind
Süsterfeldstraße 25, 52072 Aachen Anzeigen nur mit Zustimmung des Verlages und ggf. des Schutzrechts-
Tel. 02 41/88 909-0 ID Medienservice inhabers zulässig. Nur der private Gebrauch ist frei. Bei den
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redaktion@elektor.de zu richten. E-Mail: elektor@id-medienservice.de Die geltenden gesetzlichen Bestimmungen hinsichtlich Bau,
Erwerb und Betrieb von Sende- und Empfangseinrichtungen
Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 36 ab 01.01.2006
Internationaler Chefredakteur und der elektrischen Sicherheit sind unbedingt zu beachten.
Mat Heffels Vertriebsgesellschaft Eine Haftung des Herausgebers für die Richtigkeit und
Brauchbarkeit der veröffentlichten Schaltungen und sonsti-
IPS Pressevertrieb GmbH
Redaktion Elektor Deutschland gen Anordnungen sowie für die Richtigkeit des technischen
Postfach 12 11, 53334 Meckenheim Inhalts der veröffentlichten Aufsätze und sonstigen Beiträge
(E-Mail: redaktion@elektor.de)
Tel. 0 22 25/88 01-0 ist ausgeschlossen.
Ernst Krempelsauer (Chefredakteur, v.i.S.d.P.)
Jens Nickel Fax 0 22 25/88 01-199
E-Mail: elektor@ips-pressevertrieb.de © 2006 Segment B.V.
Internationale Redaktion Internet: www.ips-pressevertrieb.de
Druck
Harry Baggen, Thijs Beckers,
Jan Buiting, Guy Raedersdorf Vertrieb Österreich Tijl Offset B.V., Zwolle, Niederlande i
Pressegroßvertrieb Salzburg/Anif V
Redaktionssekretariat
Hedwig Hennekens
Niederalm 300
Tel. +43/62 46/37 21-0
ISSN 0932-5468
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6 elektor - 4/2006
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11.04.2006

Erscheinungstermin:
 

09.05.2006

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4/2006 - elektor 7
INFO & MARKT MAILBOX

Von Lesern für Leser


Unter diesem Titel veröffentlichen wir in der Rubrik MailBox Schaltungen und Ideen von Lesern, die aus verschiedenen Gründen (Platzbedarf, thema-
tische Spezialisierung o.ä.) nicht zu einem Elektor-Projekt geführt haben beziehungsweise noch entwickelt werden müssen. Diesmal geht es aber um
ein Lesrprojekt, das eine Alternative zu einem bereits in ELEKTOR veröffentlichten Bauvorschlag darstellt.

Nostalgie-Telefon schnurlos
Mit viel Freude habe ich im Januar- sondern basiert auf dem schnurlo-
Heft den Artikel „Nostalgie-Telefon sen Telefon Gigaset 2010 von Sie-
als Handy“ gelesen. In der Schal- mens. Kernstück der Zusatzelektro-
tung kommen aber mehrere Spezi- nik ist ein PIC, der die
albauteile zum Einsatz, die mögli- Wählscheiben-Impulse interpretiert,
cherweise nicht so einfach zu das Abnehmen und Auflegen des
beschaffen sind. Anstelle des ver- Hörers überwacht und das
mutlich nicht ganz billigen GSM- Umschalten zwischen Hörer und
Moduls kann man auch ein norma- externem Headset koordiniert. Der
les Handy benutzen. Handys (von Mikrocontroller steuert zwei Analog-
sehr alten Exemplaren abgesehen) Multiplexer (4051 und 4052) an,
haben eine serielle Schnittstelle, die direkt mit den Anschlüssen der
über die sie mit AT-Befehlen bedient Tastenmatrix auf der Gigaset-Platine
werden können. Hör- und Sprech- verbunden sind und so Tastendrü-
kapsel können als Headset ange- cke simulieren.
schlossen werden.
Die Ziffern der Wählscheibe sind
Beim dem im Folgenden beschrie- doppelt belegt. Normalerweise ent-
benen Umbau eines alten Telefons sprechen sie den Zifferntasten des
zu einem schnurlosen Telefon stand schnurlosen Telefons. Außerdem ist
auch ich vor dem Problem, den jeder Ziffer eine Sondertaste (z.B.
Wechselstrom-Wecker des Telefons Wahlwiederholung, Kurzwahl usw.)
irgendwie mit der zur Verfügung zugeordnet. Um diese zu betätigen,
stehenden Batteriespannung zu muss man beim Wählen zusätzlich
betreiben. Da meine Bastelkiste kei- den roten Knopf (Amtholen-Taste)
nen Boostkonverter hergab, probier- gedrückt halten. Das schnurlose
te ich die hier angegebene Schal- Telefon ist damit vollständig über
tung mit einem NE555 und einem die Wählscheibe bedienbar. Die
MAX232. Tasten “Auflegen und Abnehmen”
werden durch die Telefongabel
Der Telefonwecker wird an die oder auch über die Sondertasten-
RS232-Ausgänge des MAX232, funktion der Wählscheibe bedient.
von dem es bekanntlich auch eine
3,3-V-Variante gibt, angeschlossen. Auf der rechten Seite des Telefons
Der NE555 erzeugt an Pin 3 ein (gegenüber vom Telefonhöreran-
Rechtecksignal von ca. 26 Hz, das schluss) befindet sich eine RJ45-
an den einen Treibereingang des Buchse. Dort kann man ein Head-
MAX232 direkt und an den ande- set oder ein Ladegerät anschließen.
ren durch den Transistor negiert her-
angeführt wird (die Treibereingänge Für den Betrieb benötigt das Telefon
des MAX232 haben interne Pullup- vier Mignon-Batterien oder -Akkus,
Widerstände). die in ein Batteriefach in der
Bodenplatte eingelegt werden. Die
Zwischen den beiden Treiberaus- gesamte Zusatzelektronik benötigt
gängen entsteht so eine Spannung im Ruhezustand (Klingel inaktiv, PIC
wechselnder Polarität von ca. 25 im Sleep-Modus) nur wenige µA an
– 30 V (im Leerlauf gemessen). Strom.
Dies reicht, um den angeschlosse- Markus Köchy
nen Wecker ordentlich und zuver-
lässig klingeln zu lassen. Ich habe
es mit allen meinen alten Telefo- Weitere Fotos von Markus Köchys
nen getestet. schnurlosem Antiktelefon gibt es
als Download bei www.elektor.de
Meine Variante des ELEKTOR-Pro- (im Inhaltsverzeichnis zu Heft
jekts verwendet kein GSM-Handy, 04/2006 „MailBox” anklicken).

8 elektor - 4/2006
können es nicht gewesen sein. strom- bzw. amplitudenab-
Was war es also? hängig.
Helmut Zarzycki 3. Der High-Side-Transistor
wird mit einer etwas klei-
Wir denken, diese Frage beant- neren Spannung einge-
wortet die hier anschließende schaltet als der Low-Side-
Stellungnahme des Autors mit Transistor.
dem Kommentar des zuständigen 4. Dieser (asymmetrischen)
Redakteurs. Verzerrungen war ich mir
vor ihren Messungen nicht
bewusst. Die symmetri-
schen Verzerrungen wer-
statt den aber vom Feedback
der Abkürzung CDAMP – eine Nachlese gemessen und auskorri-
MB die vollständige Gegen den Bericht über mei- giert.
Angabe MByte verwendet, was nen Verstärker („Kriminalfall Dies erklärt auch, warum Sie
aber an der fehlerhaften Angabe Audioverstärker“ in ELEKTOR bei Ihrer eigenen Schaltung
nichts ändert. Wir bedauern, 2/2006, Anm.d.Red.) habe so große Auswirkungen der
dass die Redaktion diesen Fehler ich einige Einwände: Speisespannung des Treiber-
Bits und Bytes bei der Bearbeitung des Beitrags bausteins auf die asymme-
Bei Ihrem FPGA-Board wer- übersehen hat. Auf • Sie zeigen alle Kurvenfor- trisch gemessene Signalform
ben Sie im März-Heft mit www.elektor.de wurde das noch men asymmetrisch gegen hatten. Ebenso die Auswir-
8 MByte User SRAM. Im vor dem Erstverkaufstag des GND gemessen, das interes- kungen der Bootstrapkapa-
Schaltplan sehe ich allerdings März-Heftes (15. Februar) sierende Signal (das an den zität.
zweimal den Baustein berichtigt. Lautsprecher gelangt) ist aber • Dieser Verstärker wurde für
CY7C1041CV33, also ein Wir sind aber nicht der Meinung, das symmetrische (differen- Laborprojekte entwickelt und
256Kx16 SRAM. Somit ist dass das Board dadurch uninter- tielle Signal). Dies müssten ist auch für das gedacht.
der gesamte Speicher nur essant wird. Die Speichergröße ist Sie meiner Meinung nach Mein einziger Fehler liegt
1 MByte (oder 8 Mbit) groß. für den Zweck völlig ausreichend, auch klar so beschriften, sieht darin, dass ich Verzerrung im
Das Gleiche gilt auch für den ein Konfigurationsspeicher benö- man nur die Kurvenformen, Bereich von 0,05% gemessen
Flash: Auch hier wird ein tigt keine Megabytes. Das FPGA- so meint man ja das sei ein habe. Ich kann mir das auch
128 k x 8 Baustein verwen- Modul ist zwar nicht billig, aber absoluter “Scheissverstärker”. nicht erklären. Eventuell sind
det. Der Speicher ist somit keineswegs zu teuer, wenn Sie Man müsste mindestens eine einzelne Verstärker-Typen
gerade mal 128 kByte groß. sich vergleichbare Angebote symmetrische Kurvenform im unterschiedlich. Wahrschein-
Der Konfigurationsspeicher ansehen. Zeitbereich darstellen. lich werde ich das noch mal
soll 4 MByte sein? • Ich kann mir nun die Ver- genauer untersuchen.
128 x 36 Bits sind leider zerrungen in der asymmetri- • Ich habe diesen Verstärker
auch nicht 4 MByte… schen Kurvenform erklären: vor allem bezüglich Leistungs-
Da frage ich mich als treuer Die Verzerrungen geschehen dichte optimiert (also nicht
Leser schon: Kriminalfall bei der Umsetzung der Ein- bezüglich THD). Und bezo-
Was ist hier passiert? Audioverstärker gangspulse zum Schaltverhal- gen auf die Leistungsdichte ist
Das Board hätte technisch gese- Diese Geschichte einer ten der FETs: der Verstärker wohl einzigar-
hen ein interessantes Projekt Fehlersuche im Februar-Heft tig. Ich persönlich finde selbst
werden können. So ist es war spannend zu lesen, 1. Die Totzeit verursacht Ver- Verzerrungen von 0,5 % nicht
jedoch leider uninteressant und besonders für jemanden wie zerrungen so dramatisch, da Boxen
mit 250 € viel zu teuer. mich, der den größten Teil sei- 2. Die Einschaltzeit und Aus- meist wesentlich höhere Ver-
Andreas Hellinger nes Berufslebens in Prüffeldern schaltzeit der Transistoren zerrungen aufweisen (meh-
und Testteams (vom ist unterschiedlich und rere Prozent).
Sie haben natürlich völlig Recht, Dämmerungsschalter bis zum
was die Angaben zur Speicher- Intelsat) verbracht hat. Nur ein
größe betrifft. Der AT29BV010A Aspekt bleibt offen oder ist
ist ein 1-Mbit-Baustein, und die zumindest ungenügend
beiden RAM-Chips bringen es beschrieben: Warum hat die
jeweils auf 4 Mbit (im Artikel-Text Kiste beim Entwickler Stefan
steht es auch richtig). Der Fehler Wicki (der doch ganz sicher
ist entstanden, weil im Original kein Hwang-Koreaner ist)
des Beitrags für Megabit nicht offenbar in mehreren
die korrekte Abkürzung Mb, son- Exemplaren einwandfrei funk-
dern MB verwendet wurde (wie tioniert? Ein Gerät mit den bei
so oft, siehe hierzu auch Ihnen aufgetretenen Macken
www.dewassoc.com/perfor- hätte er doch wohl kaum in
mance/memory/MB_vs_Mb.htm). die Öffentlichkeit gebracht.
MB bedeutet aber bekanntlich Also: was war in Aachen
Megabyte. Bei der Übersetzung anders als in Aargau?
wurde dann zur Verdeutlichung Zumindest die Doppel-Aa’s

4/2006 - elektor 9
INFO & MARKT MAILBOX

Aus dem ELEKTOR-Elektronik-Forum


Quarz und ration Bits. Kann mir da wer weiter- Kostet 6,30 € inkl. MwSt. werden - sonst werden fälschli-
Quarzoszillator helfen? Burkhard Kainka cherweise 10 € als Versandkos-
Ich bin ganz neu in die Mirocon- Mandi3325 ten angezeigt. Dies hat schon bei
trollerprogrammierung eingestiegen. PS. Die Tipps für mein letztes Pro- Anmerkung der Redaktion: Distri- einigen Lesern zu Missverständ-
Nun will ich mal erstmal klein jekt, den SC-Analyser, waren sehr butor ist: www.glyn.de nissen geführt. Wir bitten dies zu
anfangen und ein paar Grundschal- hilfreich, der funkt. jetzt. entschuldigen. Die Shop-Software
tungen aufbauen. Dazu habe ich wird jetzt so angepasst, dass
mir ein ATMEGA8 L 8 8PI, diverses Vielleicht hast du schon gesehen, „Deutschland“ automatisch (als
Zubehör und auch ein paar Schalt- dass hier im Forum unter “Mittei- ECD2-Daten auf Palm Voreinstellung) erscheint.
pläne besorgt. lungen der Redaktion” ein Beitrag Unter www.meyer-velen.de/ Jens Nickel (Redaktion ELEKTOR)
Aber da ich auch alles verstehen zur Selbst-Programmierung steht. download/ecd/index.html stelle ich
will, ist meine Frage folgende: Jedoch hat sich ein (halber) Fehler allen Interessierten ein kostenloses
Wieso ist bei einigen Schaltungen eingeschlichen: Der Watchdog- Programm zur Verfügung, das ich
ein Quarzoszillator angeschlossen, Timer muss “disabled” sein, dann zunächst für den eigenen Bedarf Ersatztyp für BB911
bei dem das Signal nur auf XTAL1 ergeben die Einstellungen den erstellt habe. Es konvertiert die In einigen (gar nicht so alten) Schal-
eingespeist wird, und bei anderen angegebenen Hex-Wert 3F72. Daten der ECD2 (ELEKTORs Com- tungen von ELEKTOR wird die Vari-
ist ein Quarz angeschlossen, bei Außerdem gibt es hier im Forum ponents Database-CD, Anm.d.Red.), cap BB911 verwendet. Leider wird
dem das Taktsignal zwischen noch wichtige Hinweise zur Oszil- so dass sie auf dem Palm-PDA die nicht mehr hergestellt und ist nir-
XTAL1 und XTAL2 eingespeist wird. lator-Beschaltung und zur Span- angezeigt werden können. Es ist gendwo mehr zu bekommen. Kennt
Wobei es da auch wieder welche nungsversorgung des IC7. zwar nicht perfekt, aber vielleicht jemand hier noch eine Bezugsquel-
mit Kondensatoren und ohne Kon- Günter für den ein oder anderen so nütz- le für diese Diode oder einen
densatoren gibt. Bei anderen Ersatztyp dafür?
Schaltungen ist ein 3-poliger Kera- R5 Micky
C7
mikoszillator angeschlossen. Wo

1k5
100n

besteht genau der Unterschied zwi- 4 8 17 24 10µ 16V


Also ich habe vor ein paar
VDD

JP7
VDD_PLL
VDD_3V3

Monaten die BB911 bei Geist


VDD_233

schen diesen Beschaltungen? Ich 1


TXD RST
19
5 20
meine, ein Quarzoszillator ist ja RXD VDD
Elektronik (für teuer Geld)
auch teuerer wie ein Keramik- IC1 gekauft. Wenn eine Anpassung
PROG.

12 9 R13 C9
SHTD_N DSR_N

?
220k
JP8 13 10 R14
schwinger. Wieso dann nicht 14
EE_CLK DCD_N
11 R12
220k
10µ 16V der Platine auf eine SMD Type
EE_DATA CTS_N 220k
immer Keramik? machbar ist, dann gibt es bei RS
dufy
JP9 PL2303 2
3
6
DTR_N
RTS_N
RI_N
DP
DM
15
16

22
R16
27 Ω

R15
2
3 K2
USB
Components und auch bei Con-
rad ein paar Typen, die ähnliche
Ein Quarz ist genauer als ein 26
TRI_MODE
23
27 Ω
1
Werte haben.
PLL_TEST LD_MODE
Keramikresonator, aber etwas MichaelH
SER.

JP10 7 25 6 4 5
teurer. Mikrocontroller enthalten 21
GND GND_PLL
18
GND GND_3V3
eine Oszillatorschaltung, die OSC1 OSC2

meist zwei externe Kondensato- R6


27
X1
28

ren von 12-33 pF braucht. In 7-Segment-Dekoder


7k

einigen Fällen sind die Konden- Wer weiß, wo es den 7-Segment-


satoren aber auch schon mit ein- lich wie für mich. Dekoder 9368 von Fairchild noch
gebaut. Es gibt Keramikresona- In den (erweiterten) FAQs sind Karl Meyer gibt? Display-Anzeige war 0 bis 9
toren mit eingebauten Konden- (nun) die richtigen Einstellungen und (wesentlich!) A bis F, ganz
satoren, die haben dann drei angegeben. abgesehen vom konstanten Strom-
Anschlüsse. Selten findet man Jens Nickel (Redaktion) ausgang, so dass man die Vor-
auch Quarze mit drei Anschlüs- Abzocke bei ELEKTOR? widerstände für die Segmente spa-
sen und internen Kondensatoren. Wollte gerade das Röhren-Sonder- ren kann.
Also, der Normalfall ist ein heft bestellen und musste mit Oder gibt es einen anderen Deko-
Quarz mit zwei Kondensatoren. Prolific USB-Chip Erschrecken feststellen, dass ELEK- der, welcher A-F anzeigt? Natürlich
Ein integrierter Quarzoszillator Ich hab mir mal den Schaltplan TOR dafür 10 € an Versandkosten könnte man das auch mit einem
wird meist nur dann verwendet, vom „Basislager für Aufsteiger“ berechnet. Dies finde ich, gelinde Mikrocontroller bewerkstelligen…
wenn das Signal auch für (Application-Board für R8C/13, gesagt, eine üble Abzocke. Am Gustav
andere Teile der Schaltung mit Anm.d.Red.) angeschaut. Da hab Kiosk erhalte ich das Heft zum
verwendet wird. ich den USB-Serial-Chip PL-2303x Nennpreis. Hatte das gleiche Problem, eine
Burkhard Kainka von Prolific entdeckt. Kann mir Wie viel Rabatt räumt ELEKTOR vollständige HEX-Anzeige zu rea-
jemand sagen, wo ich den Bau- obendrein dem Zeitschriftenhandel lisieren. Zur Lösung habe ich mir
stein herbekomme und wie viel der ein? Oder besteht eine Verpflich- einen GAL programmiert, der
ca. kostet? tung, Online-Bestellungen so zu ver- kann problemlos LEDs am Aus-
ESR-C-Multimeter Daniel teuern? gang treiben. Die logischen Glei-
Ich beschäftige mich schon länger Imagine chungen dazu habe ich auf
mit diesem Projekt. Nur leider Gibt es hier: www.auram.de veröffentlicht.
zeigt´s bei mir immer nur zwei www.ak-modul-bus.com/stat/ Im Bestellformular muss bei der Solltest du fertige GALs brauchen,
schwarze Balken an. Finde leider usb_zu_seriell_bridge_controller_ Angabe der Adresse unter dann melde dich einfach bei mir.
keine Einstellungen für die Configu- pl_2303.html „Land“ Deutschland ausgewählt Ralf

10 elektor - 4/2006
Updates, Bezugsquellen und Nachlese
Chamäleon-Chip (FPGA-Modul), rechts ist erwähnt, dass die Spulen weggelassen werden kön-
ELEKTOR März 2006, S. 18 nen – diese sind dann aber durch Drahtbrücken zu ersetzen.
Bei den Kurzdaten im Kasten auf S. 19 oben sind die Anga- Nähere Infos zum Umbau des Routers:
ben “MByte” zu ändern in “Mb” beziehungsweise “Mbit” Als Gratis-ZIP bieten wir die Datei flash_usbroot-1.0.bin an.
(siehe hierzu Leserbrief in dieser Mailbox-Rubrik). Eine Erklärung gibt der Autor unter dem Link
http://sprite.student.utwente.nl/~jeroen/projects/lb000021/rootfs
Zu möglichen Umbau-Problemen siehe auch den Forumsbei-
Energierückgewinnung (Entwicklungstipp), trag: www.elektor.de/default.aspx?tabid=29&view=topic&
ELEKTOR März 2006, S. 63 forumid=2&postid=3482
Die E-Mail-Adresse des Autors wurde falsch angegeben. Die
korrekte Adresse lautet: info@peterlay.info
FPGA-Experimentierplatine,
ELEKTOR März 2006, S. 24
Preiswerter Webserver durch Router-Hack, Der Pull-down-Widerstand R49 muss ein Pull-up-Widerstand
ELEKTOR Februar 2006, S. 62 sein. Dazu muss der FET T7 ein FDV302P sein und der Wider-
Im Artikel haben sich leider ein paar Fehler eingeschlichen. stand nach +3,3 V gelegt werden und nicht nach Masse. Die
Auf Seite 63 muss es im Bildtext unten in der Mitte 48 MHz bestückte ELEKTOR-Platine wird bereits mit dieser Änderung
und 1 kΩ statt 48 kHz und 1 kW heißen. Auf Seite 64 oben ausgeliefert.

Hier noch weitere Ungereimt- gedacht, das Fallstricke bei einem nenlayout verborgenen Ursachen. für „Anti-Fußball-Terroristen“!
heiten in Ihrem Bericht: Entwurf aufzeigt. Über deren Wir betonen nochmals: Es war Sollte Ihr Labor einmal aus-
• Sie haben in dem Artikel Relevanz kann man natürlich ver- nicht unsere Absicht, diesen Ver- probieren (aber nur, wenn
häufig von den Übernahme- schiedener Meinung sein. stärker schlecht zu machen. Der der Funkstörmessdienst
verzerrungen gesprochen. Ihr Verstärker liefert an den sym- CDAMP ist ein sehr kompakter Urlaub macht!).
Sämtliche Verzerrungen, wel- metrischen Ausgangsklemmen tat- und vorbildlich aufgebauter Leis- Viele Grüße vom Mainzer
che Sie beschrieben haben, sächlich ein brauchbares Aus- tungsverstärker, der für viele Karneval! Helau!!!
haben aber nichts mit Über- gangssignal, das aber unser Anwendungen sicherlich geeignet Dr. Götz Corinth
nahmeverzerrungen zu tun, Audio-Entwickler Ton Giesberts ist. Er genügt aber nicht den
wie man diese bei Klasse-A- nicht als HiFi bezeichnen wollte Ansprüchen, die wir für wirklich
und Klasse-AB-Verstärkern (er orientiert sich dabei natürlich hochwertige Audioanlagen stellen.
kennt. nicht an der DIN 45.500 von Harry Baggen
• Sie schreiben: “Aber ein 1971!). Die Messungen und Rück- (Niederländische Redaktion)
Rätsel bleibt vorerst ungelöst: sprachen mit Herrn Wicki konnten
Warum nur bringt eine Erhö- die schlechten Ergebnisse nicht
hung der IC-Versorgungsspan- erklären, brachten aber Klarheit
nung eine bessere Ansteue- darüber, dass es sich nicht um
rung der Endtransistoren?”. einen singulären Fehler des getes- Überwiegend heiter:
Die Antwort: durch eine Ver- teten Exemplars handelte. Zur Jakobsleiter
änderung der Speisespan- Der Artikel sollte aufzeigen, wel- Den genannten Artikel im
nung ändern sich auch die che Probleme bei geschalteten März-Heft finde ich sehr
Ein- und Ausschaltzeiten der Verstärkern mit Pulsbreitemodula- schön, er erinnert mich an vor
Transistoren und dadurch tion auftauchen können. Daher über 50 Jahren gemachte
auch die Signalform. wurden die Messungen auch eigene Experimente mit Auto-
Es tut mir Leid, dass das massebezogen durchgeführt. Dies zündspulen und Influenzma- MailBox
ganze Projekt nicht ganz so wurde auch im Text deutlich schinen. Zu einem „Van der
optimal wie gewünscht abge- angegeben. Eine Gegenkopplung Graaff“ hat es damals nicht In dieser Rubrik veröffentlichen wir
laufen ist und bedanke mich sollte man nicht verwenden, um gereicht. Kritik, Meinungen, Anregungen, Wün-
für alle Erkenntnisse aus Mes- schlechte Eigenschaften der Irgendwie passt ihr Artikel ja sche oder Fragen unserer Leser.
sungen. Trotzdem weise ich Schaltung zu verschleiern. auch zur Fußball-WM. Wenn Die Redaktion trifft die Auswahl und
darauf hin, dass ich den Mit den Ein- und Ausschaltzeiten die Spannung beim Elfmeter- behält sich Kürzungen vor.
Bericht zuerst gerne gegenge- der FETs hat unser Entwickler duell gerade am höchsten ist, Bitte geben Sie immer an,
lesen hätte. Eventuell klappt sorgfältig Rechnung gehalten. Die dann schaltet man die „ELEK- auf welchen Artikel und welche Aus-
es ja mal bei einem anderen Probleme lagen eindeutig im TOR-Jakobsleiter“ ein – auch gabe (Monat/Jahr)
Projekt. inneren Aufbau der Intersil-Trei- dort ist dann absolute Hoch- sich Ihr Schreiben oder Mail bezieht.
Stefan Wicki ber-ICs mit der Bootstrap-Konfi- spannung. Sie erreichen uns per E-Mail
guration der Ansteuerung des Bei den Fernsehzuschauern (redaktion@elektor.de),
Als Erstes möchten wir feststellen, obersten FETs. wird sie aber noch viel höher, per Fax (02 41/88 909-77)
dass es überhaupt nicht unsere Unsere Beschreibung sollte Phäno- wenn durch die Funkenentla- oder unter der Anschrift:
Absicht war, Ihren Verstärker her- mene aufzeigen, die sich beim Ent- dungen statt des Elfmeter-Ver- Redaktion elektor
unterzumachen. Der Artikel war wickeln digitaler Audioverstärker wandlers nur noch schwarz- Süsterfeldstr. 25
als ein Lehrbeispiel für die Ent- ergeben können – mit manchmal weiße Punkte und Striche zu 52072 Aachen
wickler unter unseren Lesern tief in der Schaltung oder im Plati- sehen sind – die Möglichkeit

4/2006 - elektor 11
INFO & MARKT NEWS

elekTermine
MÄRZ 2006 6. - 9. Sinsheim, Messegelände
Car + Sound
21. - 23. Paris, CNIT Paris la Défense Hier gibt’s ordentlich was auf die Ohren. Neben Car-Hifi sind auch mobile
RF & Hyper Europe Multimediageräte, Navigationssysteme und Alarmanlagen ein Thema.
Zu den Themen Kommunikation, Mikrowellentechnik, Messtechnik, Komponenten www.carsound-messe.de
und Faseroptik findet diese jährliche Fachmesse statt.
www.rfhyper.com 23. - 27. Frankfurt, Messegelände
Light + Building
22. München, M,O,C, Die Fläche von 110.000 m2 teilen sich die Bereiche Licht, Elektrotechnik (mit dem
Batterien, Ladekonzepte & Stromversorgungsdesign Fokus auf Sicherheitssysteme und Netzwerke) sowie Gebäudeautomation.
Die Zeitschrift „Design & Elektronik“ veranstaltet diesen jährlichen Branchentreff. www.light-building.messefrankfurt.com
Mit Basiskurs „Li- und Ni-Batterien“ für Einsteiger.
www.elektroniknet.de/termine/batt2006 24. - 28. Hannover, Messe
Hannover Messe
29. - 30. Fürstenfeldbruck (bei München), Veranstaltungsforum Fürstenfeld Die bekannteste Industriemesse der Welt ist ein Besuchermagnet. Highlights sind der
Virtuelle Instrumente in der Praxis Bereich Mikrosystemtechnik/Nanotechnologie und die Robotik in Halle 17.
Konferenz des Messtechnikriesen National Instruments. Mit Vorträgen, Ausstellung, www.hannovermesse.de
Workshops und Schnupperkursen.
www.ni.com/germany/vip 25. + 26. + 27. Berlin / Frankfurt / Zürich
dsPIC Motor Control Workshops
29. - 1.4. Frankfurt, Messegelände Sasco Holz und Microchip bieten diesen eintägigen Workshop an. Nach einer
Prolight and Sound Vorstellung der dsPIC-Controller werden BLDC-Motoren auf Touren gebracht.
Fachmesse mit den Themenschwerpunkten Licht- und Bühnentechnik, Beschallung, www.sascoholz.de/cda/sc/de/techevents/0,5225,773,00.html
Veranstaltungstechnik und Kommunikation.
www.prolight-sound.com

APRIL 2006 MAI 2006


1. - 2. Fulda, Umweltzentrum 2. - 5. Garmisch-Partenkirchen, Kongresszentrum
Hochfrequenz-Messtechnik und -Abschirmung 26. Europäische Telemetriekonferenz
Workshop für Baubiologen und interessierte Laien mit den Themen Messtechnik- Themen der englischsprachigen Konferenz sind unter anderem Antennen,
Grundlagen, Spektrumanalyse, Messgeräte, Abschirmung und Erdung. elektromagnetische Felder, Sicherheit, Fernmessungen und drahtlose Netzwerke.
www.baubiologie-regional.de/seminar-hochfrequenz.php www.etc2006.de

4. - 6. Stuttgart, Haus der Wirtschaft 15. - 17. München, International Congress Center
Elektronik im Kraftfahrzeugwesen ISR/Robotik 06
Experten von Autoherstellern und Zulieferern referieren und diskutieren über Sowohl der internationale (ISR) als auch der deutsche Robotik-Kongress werden in
Sensorik, Steuerung, Vernetzung und Diagnose. Dazu gibt’s Ausflüge. diesem Jahr auf Englisch abgehalten.
www.steinbeis-symposium.de www.isr-robotik-2006.com

5. - 9. Dortmund, Westfalenhallen 16. - 19. München, Neue Messe


Hobbytronic Automatica
Verbrauchermesse mit Angeboten aus dem Bereich Computer, elektronische Der Name dieser Messe spricht eigentlich für sich selbst. Hier geht’s um Bestückung,
Bauelemente, Digitalkameras, Unterhaltungselektronik und Telekommunikation. Robotik, Sensorik, Positionierung, Antriebe und vieles mehr.
www.hobbytronic.de www.automatica-muenchen.de

Zur Light + Building werden Frankfurter Gebäude stilvoll illuminiert. Während der Hannover Messe finden wieder diverse Sonderschauen statt – wie zum Beispiel die
(Bild: Messe Frankfurt / Jochen Günther) „Wireless Automation“. (Bild: Phoenix Contact)

12 elektor - 4/2006
Komplettes Linux-System
Gesehen auf der „Embedded World“: Das Fox-Board des italieni- umgebung (auf Basis der Standard GNU
schen Herstellers Acme Systems ist ein komplettes Linux-basiertes Tools und einer vom Chiphersteller
Rechnersystem auf einem halben Quadratdezimeter Fläche. Mög- zusammengestellten Linux-Distribution)
lich wurde dies durch das hochintegrierte „Etrax LX100“ Multi-Chip- ist die Entwicklung von Anwendersoft-
Modul der schwedischen Chipschmiede Axis Communications. Die- ware ebenso uneinge-
ses (ursprünglich für Webcams entwickelte) Modul enthält eine schränkt möglich wie die
mit 100 MHz betriebene 32-bit-RISC-CPU, 4 MByte Flash- Erstellung von benutzer-
speicher, 16 MByte SDRAM, einen Ethernet-Trans- spezifischen Ker-
ceiver und rund 50 passive Bauteile. Auf nelversio-
dem Fox-Board sind zwei USB- nen.
Ports (Full-Speed Host)
und ein RS232-Port (TTL-
Pegel) untergebracht.
Da der Prozessor mit einer
MMU ausgestattet ist, kann ein Das Board kostet beim Distribu-
vollwertiges Linux zum Einsatz tor Elektronikladen 139 €
kommen. Das Board enthält im Lie- plus Mehrwertsteuer. Darü-
ferzustand bereits ein vorinstalliertes ber hinaus wird mit dem
Linux-System. Nach dem Anschließen „TUX Case“ (siehe Bild
ans Ethernet und an die Versorgungs- oben) ein Gehäuse angeboten,
spannung kann der eingebaute Web-Ser- das garantiert Aufmerksamkeit erregt!
ver genutzt, eine Dateiübertragung per FTP
gestartet oder eine Telnet-Verbindung aufge-
baut werden.
Mit einer kompletten Open-Source-Entwicklungs- http://elmicro.com/de/foxboard.html

Super-Kondensatoren Ethernet-Anbindung für µC


Distributor Unitronic zeigte auf Von der koreanischen Firma WIZnet kommen mit dem Chip
der „Embedded World“ im W3150A und dem Modul NM7010B neue und erweiterte Versio-
Februar unter anderem Super- nen eines TCP/IP-Hardwired-Stacks auf den Markt (Vertrieb Dacom
Kondensatoren. Die „Cap-XX“ West). Das Vorgängermodul NM7010A sorgt unter anderem auf
genannten Bauteile zeichnen dem E-blocks-Modul EB023 für eine einfache Ethernet-Anbindung.
sich durch ein sehr flaches Die Chips von WIZnet haben nicht nur den MAC-Layer und das
Gehäuse und einen kleinen PHY-Interface MII in die Hardware integriert, sondern auch den IP-
Innenwiderstand aus. Super- Layer. Dadurch wird kein mächtiger Software-Stack mehr benötigt,
Caps heben die Beschränkun- so dass sich auch kleine Mikrocontroller als Embedded-
gen von Batterien bei der Leis- Server/Clients an das Ethernet anschließen lassen.
tungs- und Energieabgabe auf. Durch die einfache Anbindung des Chips über den Adress-/Daten-
Denn Batterien - insbesondere bus ist die ganze Ethernet/Internetfähigkeit genauso einfach in eine
sind hier NiMH- und Lithium- µC-Applikation zu integrieren wie beispielsweise ein LCD-Display.
Ionen-Akkumulatoren zu nen- Es können gleichzeitig vier voneinander unabhängige TCP-Verbin-
nen - sind mit dem Leistungs- dungen (Sockets) aufgebaut werden. Dies ermöglicht es einem als
profil vieler Geräte häufig Server agierendem Mikrocontroller, mehreren Clients gleichzeitig
überfordert. So arbeiten zum Daten zur Verfügung zu stellen.
Beispiel GSM- und GPRS-Han- Neben den Protokollen TCP, IP, UDP, ICMP und ARP unterstützt der
dys im gepulsten Betrieb und neue W3150A auch die Protokolle IGMP, PPPoE und Multicast.
brauchen für kurze Zeit hohe Die erweiterte Hardwareintegration des TCP-Layers ermöglicht eine
Ströme. Bei einer einfachen Batterie bricht hierbei die Spannung noch einfachere Programmierung. Der W3150A verfügt über frei
ein. Hier kommen Super-Kondensatoren ins Spiel, welche die Strom- allokierbare 16 kByte Empfangs- und Sende-Buffer.
spitzen von mobilen Geräten abdecken und die Batterie deutlich Die NM7010x-Module bestehen aus dem TCP/IP-Stack, einem PHY
entlasten. und einer RJ45-Buchse
Andere Applikationen werden durch die Super-Kondensatoren inklusive Trafo und Sta-
überhaupt erst möglich. So lässt sich zum Beispiel eine Schaltung tus-LEDs. Sie lassen sich
an einen USB-Port anschließen, welche die Grenze von 500 mA daher gleich als fertige
nur kurzzeitig überschreitet. Dies betrifft zum Beispiel GPRS/GSM- Netzwerkschnittstelle für
Geräte, die im Pulsbetrieb bis zu 1 A ziehen können, jedoch im Mikrocontroller nutzen.
Mittel nur etwa 300 mA benötigen. Auch für die Software
Die Super-Caps sind mit Kapazitäten von 0,09 bis 2,8 F erhält- ist gesorgt: WIZnet lie-
lich, der Innenwiderstand (ESR) liegt bei 12 bis 115 mOhm. Die fert kostenlosen C-Quell-
Abmessungen betragen 28,5 mal 17 beziehungsweise 39 mal code für HTTP-, FTP-
17 Handys werden unter anderem Kameras, Notebooks, MP3- sowie UDP-Server- und
Player, PDAs und drahtlose Sensoren als Anwendungen genannt. Client-Applikationen.

http://p5676.typo3server.info/194.0.html www.wiznet.co.kr
www.dacomwest.de

4/2006 - elektor 13
Neuer Business-Katalog von Conrad
Angebot um jeweils über 20 Sei-
ten erweitert.
Eines der neuen Produkte ist das
GSM-Fernschaltsystem GX105.
Mit einem kurzen Telefonanruf
oder einer SMS lässt sich zum
Beispiel die Temperatur der Hei-
zung höher stellen. Über zwei
Relais kann man aber auch die
Alarmanlage ausschalten oder
einen Türöffner betätigen.
Das Modul ist außerdem mit
zwei digitalen Optokoppler-Ein-
gängen ausgestattet, die bei
Bedarf Störungs- oder Alarmmel-
dungen auslösen (werden an bis
zu zwölf Rufnummern plus vier E-
Mit dem neuen „Business Kata- Mail-Adressen und vier Faxnum- ratur sowie Minimum-Maximum- betreibers und eine geeignete
log 2006“ hat Conrad Electro- mern gesendet). Außerdem ste- Vorgaben mit Hysterese realisie- Stromversorgung, zum Beispiel
nic die bisher umfangreichste hen drei analoge Eingänge zur ren. Ein analoger Ausgang kann ein leistungsfähiges Steckernetz-
Ausgabe veröffentlicht. Der Verfügung. Diese ermöglichen zusätzlich Steuerungsaufgaben teil. Windows-Software, ein USB-
wuchtige Wälzer enthält beispielsweise den Anschluss übernehmen. Vier Ausgänge ste- Kabel und eine separate GSM-
75.000 Produkte für gewerbli- von zwei Temperatursensoren, hen darüber hinaus zur Verfü- Antenne werden mitgeliefert. Der
che Kunden, Schulen und Behör- die mit vier Ausgängen logisch gung, die mittels SMS ein- und Preis beträgt 199 € (Artikel-
den. Darunter sind 8.000 Neu- verknüpft sein können. So lassen ausgeschaltet werden können. Nummer 19 88 88).
heiten - allein in den Warengrup- sich Temperatur-Differenz-Mes- Zum Betrieb des Moduls benötigt
pen Computertechnik und sungen, Erfassung und Überwa- man lediglich die freigeschaltete www.conrad.de
Gebäudetechnik wurde das chung von Innen/-Außentempe- SIM-Karte eines beliebigen Netz- www.business.conrad.de

Messen und Steuern mit Eagle – und selbst gebautem AVR-Board


Im letzten Heft haben wir über lichen Hardware beschränkt sich vom PC zur Hardware überspielt. Download. Das kompakte Board
das „MicroSPS“-Konzept der auf das Zeichnen eines Schalt- Eine Hardware zum Selbstbau, besitzt acht digitale Ein- und Aus-
Firma CadSoft berichtet. Eine plans mit dem CAD-Programm welche diese Daten interpretie- gänge, drei analoge Eingänge,
Messwerterfassung für mehrere Eagle (ab Version 4.14; mit ren kann, wurde von Ingo Busker einen PWM-Ausgang, eine LCD-
Analogkanäle, ein Treppenhaus- Beschränkungen sogar als Free- und Holger Buss (Computer Club Ausgabe, Zähler und viele wei-
automat oder eine Anlagensteu- ware erhältlich). Mit einem Simu- Ostfriesland) entwickelt. Auf tere Features.
erung lassen sich auf einfache lator kann man das Verhalten des ihrer Website kann man die Pla-
Weise verwirklichen. Die Pro- „SPS“-Programms überprüfen; tine bestellen, den Schaltplan www.microsps.com
grammierung der „SPS“-ähn- danach werden die „SPS“-Daten und eine Stückliste gibt’s zum www.cadsoft.de/microsps

OLED-Entwicklungskit
Nach Meinung vieler Fachleute Das „Pictiva Referenzdesignkit“
gehört den flachen, kontraststar- enthält eine Platine mit OLED-Dis-
ken und selbstleuchtenden OLED- play (Auflösung 128 mal 64 Pixel
Displays (Organic Light Emitting und Helligkeit 100 cd/m2),
Diodes, also Leuchtdioden aus 8051er-Mikrocontroller und seriel-
organischem Material) zumin- lem On-Board-Flash-Memory.
dest bei den kleineren Anzeige- Mit der mitgelieferten Software
Formaten die Zukunft. Sie wer- und dem PC-Interface lassen sich
den bisher hauptsächlich in Firmware und ein GUI (Graphi-
Mobiltelefonen, MP3-Playern cal User Interface) grafisch pro-
und anderen Kleinstgeräten ein- grammieren und überspielen.
gesetzt, stehen aber auch bei Umfangreiche Unterlagen (Trei-
Messinstrumenten und im Auto- berdatenblätter, Schaltpläne,
mobilbereich vor dem „Durch- Gerber-Files) und Zubehör run-
bruch“. Für Entwickler, die den das Paket ab.
OLED-Diplays nutzen wollen, hat
Osram Opto Semiconductors ein www.osram-os.com/pictiva-oled-
Entwicklungskit auf den Markt displays/development_tools.php
gebracht.

14 elektor - 4/2006
Forschung & Technik Von Phil Knurhahn

Entwarnung für Handys? Dreidimensionaler Superchip


Die Unis Mainz, Heidelberg und Bielefeld haben im Rahmen einer Einen sich selbst organisierenden Superchip aus zehn gestapelten
von der Weltgesundheitsorganisation veranlassten Studie untersucht, und dünnen Einzelchips hat Professor Mitsumasa Koyanagi von der
ob es Korrelationen zwischen der Handynutzung und der Entstehung Tohoku-Universität auf dem International Electron Devices Meeting
von Gehirntumoren gibt. Zwischen Oktober 2000 und November (IEDM) in Washington vorgestellt. Die Einzelchips umfassen neben
2003 wurden insgesamt 844 Patienten mit Gehirntumor erfasst und gängigen digitalen und analogen Schaltungen auch Hochfrequenz-
mit mehr als 1.500 Vergleichspersonen verglichen, die rein zufällig chips, Sensorchips, MEMS und Schaltungen aus Verbundhalbleitern.
ausgewählt wurden. Dabei konnten keine signifikanten Unterschiede Diese breite Palette unterschiedlicher Schaltungen erwies sich bisher
festgestellt werden, die konkrete Hinweise auf eine Gefährdung durch bei der Integration auf einer Chipebene als extrem schwierig oder
Mobiltelefonieren zulassen würden. Eine Auswertung nach Nutzungs- auch unmöglich. Mit der Multilayer-Integration umgeht man einen
häufigkeit brachte keine Auffälligkeiten: Weder mobile Gelegenheits- großen Teil der Probleme. Die Integration wird durch winzige Tröpf-
Telefonierer noch intensive Nutzer mit mehr als 30 Minuten täglicher chen aus speziellen Wirkstoffen ermöglicht, die an vorgegebenen
Gesprächsdauer zeigten statistisch relevante Unterschiede, lediglich Stellen die verschiedenen Chips elektrisch untereinander verbinden.
in der Tendenz konnte ein leicht erhöhtes Restrisiko für langjährige Auf Waferebene übersetzt bedeutet dies, dass man 500 Chips auf
Dauernutzer ermittelt werden. Die Ergebnisse stimmen mit früheren zwei 8-Zoll- oder 12-Zoll-Wafern innerhalb einer Zehntelsekunde
Studien in Schweden und Dänemark überein. Da das deutsche Ergeb- gezielt miteinander kontaktieren könnte – mit einer Genauigkeit von
nis auf einer verhältnismäßig kleinen Fallzahl beruht, können statisti- 100 nm. Jeder der zehn Chips ist auf 30 nm „gedünnt“. So lässt sich
sche Zufälle mitgewirkt haben. der „Superchip“ mit seinen zehn Lagen noch in einem Standard-
Gehäuse unterbringen.
www.klinik.uni-mainz.de/Pressedienst/pm060127_handystrahlung.pdf
http://aje.oxfordjournals.org/cgi/reprint/ www.bureau.tohoku.ac.jp/kohyo/kokusai/Jan12.06News.htm
kwj068?ijkey=L58uWuZFitasIOv&keytype=ref http://asia.stanford.edu/events/Spring05/slides/051205-Koyanagi.pdf

OLEDs mit Pixel-Treiber?


Organischen Displays aus Leuchtdioden (OLED) gehört die Zukunft,
wenngleich der Einsatz noch auf kleine Displays wie in Mobiltelefo-
nen oder im Auto (Bild: Osram) beschränkt ist. Bisher sind die Pixel
des Bildschirms und die Ansteuerung der Pixel getrennt. Sinnvoll wäre
es, wenn man auf der Fläche eines Pixels auch die Ansteuerung mit
unterbringen könnte. An der Princeton University laufen hierzu Arbei-
ten, die den benötigten Dünnfilmtransistor mittels „CVD“ (der chemi-
schen Abscheidung aus einem dampfförmigen Stoff oder Gemisch) auf-
bringen. Der Transistor selbst besteht aus nanokristallinem Silizium,
womit er sich für gängige CMOS-Strukturen empfiehlt. Die Forscher
verwendeten als Träger eine flexible, durchsichtige Plastikfolie mit
mehr als 80 % Transmission. Abhängig von der angelegten Versor-
gungsspannung lassen sich respektable Luminanzwerte erreichen:
Bei 22 V etwa 2.000 cd/m2, bei 30 V sogar bis zu 14.000 cd/m2.

IEEE Electron Device Letter,


Vol. 27, No.1, S. 49 (Januar 2006)

Nanotechnologie fürs Auge


Im neu gegründeten „National Center for Design of Biomimetic Nano-
conductors“ an der University of Illinois in Urbana-Champain sollen
revolutionäre Ideen für die Nanomedizin auf den Weg gebracht wer-
den. Eine der ersten Aufgaben sind „Bio-Batterien“, die eine künstli-
che Retina mit Strom versorgen können. Die entsprechende künstli-
che Retina wurde bereits vom Doheny Eye Institute an der University
of Southern California entwickelt. Die Batterie soll nun im Sandia
National Laboratory in Albuquerque entstehen, wo eine Arbeits-
gruppe um die Wissenschaftlerin Susan Rempe (Bild: Chris Bur-
roughs, Sandia NL) zunächst die theoretischen Voraussetzungen
schaffen wird. Die Lösung wäre ohne Vorbild: Hier soll natürlicher
und synthetischer Ionentransport auf der Basis von Proteinen in den
Zellen genutzt werden. Die Nanobatterie wird dann seitlich am Kopf
in der Nähe des Auges implantiert.

www.sandia.gov/news-center/news-releases/2006/
comp-soft-math/eye.html

4/2006 - elektor 15
INFO & MARKT NEWS

WLAN Embedded
Die Euric AG bietet mit dem aus sorgt das Embedded-Modul
DRCM-81 ein WLAN-802.11- durch 64- und 128-bit-WEP-
b/g-kompatibles Embedded- (Wired Equivalent Privacy)-Ver-
Modul, das sich durch mini- schlüsselung sowie Wi-Fi-Protec-
male Abmessungen von 20 mm ted-Access (WPA) für optimale
x 20 mm x 3,5 mm (L x B x H) Datensicherheit. Das Modul
auszeichnet. Das Funkmodul arbeitet im Frequenzbereich von
unterstützt Datenübertragungs- 2,400 bis 2,497 GHz und ver-
raten von 1, 2, 5,5 und fügt über 14 Kanäle. Zur Versor-
11 Mbit/s im IEEE802.11b- gung benötigt das Modul eine
Modus bzw. 1 bis 54 Mbit/s Spannung von 3,3 V DC.
im IEEE802.11g-Modus. Im
offenen Gelände kann es Ent- Die Stromaufnahme liegt beim
fernungen bis zu 200 m über- Senden zwischen 285 und
brücken. Kompakt und ener- 385 mA, beim Empfangen zwi-
giesparend ist das DRCM-81 schen 265 und 285 mA und im
sowohl für den Einsatz in Stromsparmodus bei typisch 50
WLAN-Applikationen in Indus- mA. Die Systemintegration des
trie-PCs als auch für Consumer- DRCM-81 erfolgt mittels Com-
Anwendungen geeignet. pactFlash(CF)-Interface. Hierfür
stehen die Modi Free(CF)-poll
Herzstück des Embedded- und CF-ACK zur Verfügung.
Moduls bildet ein Chipset von Anschluss einer externen vorhanden. Das Modul ist ab
Marvell, das aus Transceiver Kontaktiert wird das Modul mit Antenne steht ein Miniatur-Coax- sofort lieferbar, Muster kosten
(88W8015) und MAC/Basis- einem 40-poligen Miniaturste- Steckverbinder zur Verfügung. 42 € (zuzüglich Mehrwert-
bandprozessor (88W8385) mit cker (MOLEX B B-Connector), Treiber sind sowohl für Linux im steuer).
ARM9-CPU und integriertem der auch ein problemloses Source-Code als auch für
Speicher besteht. Darüber hin- Nachrüsten ermöglicht. Für den WinCE v4.2 und WinCE 5.0 www.euric.de

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Gehäuse-Katalog

Die Firma OKW Gehäusesys- ter, Sicherheitsdatenblätter und


teme aus Buchen im Odenwald vieles mehr. Mögliche kunden-
hat eine neue Auflage spezifische Modifikationen im
(2006/2007) ihres Kunststoffge- herstellereigenen Service-Center
häuse-Kataloges herausgebracht. werden im Kataloganhang aus-
Das Verzeichnis umfasst 116 Sei- führlich dargestellt. Bohren, Frä-
ten und bietet einen Überblick sen, Stanzen, Gewindeschnei-
über das Sortiment des Herstel- den, Senken, Einkleben, Bedru-
lers. Zu jedem Gehäusetyp ent- cken, Lackieren und
hält der Katalog Fotos, Angaben Konfektionieren sind ebenso
zum jeweiligen Produkt sowie machbar wie die individuelle
Anwendungsempfehlungen. Spritzfertigung.

Als Orientierungshilfe für die Seit neuestem gehört auch die


Gehäuseauswahl dienen ent- Herstellung von Dekorfolien und
sprechende Angaben zur Plati- Folientastaturen zum Angebot.
nengröße und dem vertieft lie- Zur Abschirmung von elektroni-
genden Bedienfeld. Ausführliche schen Schaltungen hat der Her-
Produktzeichnungen gibt’s auf steller ein spezielles Bedamp-
einer separat erhältlichen CD. fungsverfahren entwickelt.
Dort findet man auch Montage-
anleitungen, Materialdatenblät- www.okw.com

16 elektor - 4/2006
Neue LEGO-Roboter
laufen mit
LabVIEW-Derivat
National Instruments und der
dänische Spielzeughersteller
LEGO entwickeln gemeinsam
Software für die nächste Gene-
ration der LEGO-„Mindstorms“-
Roboter. „Mindstorms NXT“
umfasst eine neue Programmier-
umgebung, die auf der grafi-
schen Entwicklungssoftware Lab-
VIEW basiert und mit PCs sowie
Mac-Computern kompatibel ist.
Das neue modulare Roboter-Sys-
tem, das erstmals auf der Consu-
mer Electronics Show in Las
Vegas vorgestellt wurde, soll ab
August 2006 erhältlich sein.

Die Roboter sind mit einem 32-


bit-Prozessor, Bluetooth sowie
neuen Motoren und Sensoren
ausgerüstet. Die auf LabVIEW
basierende Software liefert
eine intuitive und mit zahlrei-
chen Funktionen ausgestattete
Programmierumgebung, die
eine auf Symbolen beruhende
Programmierung über einfache
Mausklicks und „Drag & Drop“
ermöglicht. Jüngeren Anwen-
dern soll die Erstellung eigener
Programme so wesentlich leich-
ter fallen. Dennoch zielt der
LEGO-Konzern mit dem flexi-
blen System auch auf erwach-
sene User. Die neue Software
soll auch in einer Version für
den Bereich Lehre angeboten
werden.

http://digital.ni.com
http://mindstorms.lego.com/
default.aspx
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Low-cost-FPGAs
Lattice Semiconductor hat die
zweite Generation seiner „Eco- sind in dieser FPGA-Klasse Fea-
nomy Plus FPGAs” (ECP2) vorge- tures wie ein vorbereitetes
stellt. Mit Hilfe der 90-nm- 400 Mbit/s schnelles DDR2-
CMOS-Technologie von Fujitsu in Speicher-Interface und eine Ver-
Verbindung mit 300-mm-Wafern schlüsselung des Konfigurations-
konnten die Preise für große Bitstreams enthalten.
Stückzahlen auf unter 0,50 US-$
pro 1000 Look-up-Tables (LUTs) Die neuen FPGAs verfügen über
gedrückt werden. Im Vergleich eine maximale Speicherkapa-
mit der ersten Generation der zität von über 5 Mbits RAM. Vor-
ECP-FPGAs bietet die neue Fami- erst sind sechs Typen mit 6.000
lie eine größere Anzahl von bis 70.000 LUTs geplant, später
Logik-Elementen (bis zu 70.000 werden noch größere Varianten Locked Loops (DLLs) und zwei bis Den Anfang macht im ersten
LUTs), mehr 18x18-Multiplier (bis angeboten werden. Die Bau- sechs Phase Locked Loops (PLLs) Quartal der ECP2-50; die übri-
zu 88 Stück), eine Steigerung steine bieten 12 bis 88 18x18- für Timing-Prozesse. Die ICs sollen gen Familienmitglieder sollen im
der I/O-Performance um 50 % Multiplier und besitzen 95 bis in mehreren Low-cost-Gehäuse- Laufe des Jahres folgen.
und verbesserte Konfigurations- 628 I/O-Pins. Außerdem verfügt varianten auf den Markt kom-
möglichkeiten. Zum ersten Mal jedes FPGA über zwei Delay men (TQFP, PQFP und BGA). www.latticesemi.com

4/2006 - elektor 17
TECHNIK SICHERHEIT

Sicher & prei


Von Prof. Dr.-Ing. Martin Ossmann

Wie muss man eine Schaltung bauen, damit sie während des Betriebs „sicher“ ist? Um
das herauszufinden, haben wir einige Geräte aufgeschraubt. Interessant, zu welchen
Lösungen Profis kommen, wenn Kostendruck und Miniaturisierungszwang herrschen.

Beim Entwurf von Schaltungen und Geräten muss das


Thema „Sicherheit“ ganz oben stehen. Zum einen soll
Kosten sparen
während des Betriebs niemand gefährdet werden. Dann Als Erstes wenden wir uns den Maßnahmen zu, die den
muss das Gerät unter allen möglichen Umständen Menschen vor einem „elektrischen Schlag“ schützen sol-
„sicher“ funktionieren. Und schließlich darf es selbst im len. Meistens geht es darum, ihn vor der Berührung span-
Fehlerfall nicht zu Schäden kommen – auch nicht an nungsführender Teile zu bewahren, wobei die gefährlich-
anderen Geräten. ste Spannung überwiegend die Netzspannung ist. Nor-
Diese und alle anderen Anforderungen an „sein“ Gerät malerweise sind elektrische Leitungen und Bauteile
unter einen Hut zu bekommen, ist für manchen eine ganz bereits mit einer Isolation versehen. Die Norm spricht hier
schöne Herausforderung. Dasselbe Problem haben natür- von einer „Basisisolation”. Heutzutage geht man davon
lich auch industrielle Entwickler, denn Produkte für End- aus, dass die Basisisolation unverlässlich ist und selbst
verbraucher müssen wirklich narrensicher sein. Warum dann keine Gefahr entstehen darf, wenn diese defekt ist.
also nicht mal in ein paar Geräte reinschauen und von Dies ist durch weitere Maßnahmen (zusätzliche Isolation,
den Profis lernen? Gehäuse mit Schutzleiterverbindung und so weiter) in

18 elektor - 4/2006
swert Beobachtungen an
Elektronikgeräten
Form einer Fehlerisolation sicherzustellen.
Schauen wir zuerst einmal in einen CD-Spieler (Bild 1).
Laut Typenschild (Bild 2) handelt es sich um ein Gerät
der Schutzklasse II. Es ist also kein Schutzleiteranschluss
vorhanden. Wie man sieht, wird das Netzkabel einfach
direkt zum Netztrafo geführt. Der Ein-/Ausschalter ist
also auf der Sekundärseite zu finden; er kann damit als
Niedervoltbauteil ausgeführt werden. Allerdings haben
die Konstrukteure überall sorgfältig auf gute Isolation
geachtet. Alle Teile, die Netzspannung führen, sind extra
isoliert. Auch der Trafo hat zwei sorgfältig getrennte
Kammern. So entsteht auch hier keine Schwachstelle, Bild 1.
selbst wenn die Lackisolation einer Wicklung schadhaft Ein Blick in einen
ist. Primärseitig ist bei diesem Konzept keine Sicherung CD-Spieler.
vorhanden. Auch das ist ein Zugeständnis an den Kosten-
druck. Allerdings funktioniert dies nur mit dafür zugelas-
senen Transformatoren und entsprechenden Sicherungs-
maßnahmen auf der Sekundärseite! Ein Nachteil ist hier
natürlich, dass der Netztransformator dauernd in Betrieb
ist. Das hat einen hohen Standby-Verbrauch zur Folge.

Trafo-Analyse
Bei der Isolation von Schaltungen vom Stromnetz erfüllen
Netztransformatoren eine wichtige Aufgabe. Um klassi-
sche 50-Hz-Trafos sicher aufzubauen, verwendet man Bild 2.
geeignete Spulenkörper mit Kammern (Bild 1), die in Kennzeichnung der
Schutzklasse II.
punkto Kriechstrecken und so weiter allen Anforderungen
genügen. Nun werden heutzutage aber vielfach Schalt-
netzteile eingesetzt, um mit kleineren Transformatoren
auskommen zu können. Daher widmen wir einigen Trans-
formatoren aus Schaltnetzteilen unser Augenmerk.
In Bild 3 ist ein Ringkerntrafo zu sehen, der in einem
elektronischen Vorschaltgerät für Niedervolt-Halogenlam-
pen verwendet wird und die Netztrennung übernimmt.
Die Primärwicklung liegt innerhalb der Plastikummante-
lung. Der spezielle Wickelkörper sorgt dafür, dass sich
Primär- und Sekundärwicklung nirgendwo zu nahe kom-
men. Abstände in Luft und innerhalb des Isolationsmateri-
als werden dabei unterschiedlich bewertet. Generell Bild 3.
kann man sagen, dass die nötige Isolation mit Isolierma- Der Ringkerntrafo in
terial leichter zu erbringen ist. Dabei ist aber gleichzeitig einem „Halogentrafo“.
darauf zu achten, dass die Luft-Kriechstrecken (so zum
Beispiel bei gesteckten Spulenkörpern) lang genug sind.
Die Sekundärwicklung ist bei diesem Trafo nämlich nicht
noch einmal extra isoliert.

Wenn man auf relativ einfache Weise für ausreichende


Abstände sorgen will, kann man auf spezielle Spulenkör-
per zurückgreifen. In Bild 4 ist so ein Körper-Bausatz zu
sehen. Primär- und Sekundärwicklung werden auf
getrennten Körpern gewickelt. Kragen an den Stirnseiten
sorgen für ausreichende Kriechstrecken. Damit sind die
Sicherheitsvorschriften leicht zu erfüllen. Aber man darf
die Nachteile nicht außer Acht lassen. Solche Spulenkör- Bild 4.
per sind teuer; außerdem fallen die Trafos oft etwas grö- Spulenkörper mit
ßer aus als elektrisch notwendig. Außerdem sind Primär- eingebauter Isolation.

4/2006 - elektor 19
TECHNIK SICHERHEIT

und Sekundärseite nicht so gut


gekoppelt, was gerade bei
den billigen Flyback-Wandlern
zusätzliche Designprobleme
schafft. Andererseits spart man
sich das Einwickeln von Isola-
tionsfolien oder das Vergie-
ßen. Einen solchen Trafo zeigt
Bild 5 im Einsatz. Der dort
dargestellte Trafo ist schon
relativ klein, wie man im Ver-
gleich zum Optokoppler im
Bild 5. DIP4-Gehäuse sieht. Auf dem
Eingebauter Trafo, Bild im Vordergrund sind zwei
Optokoppler und Y-Kondensatoren und ein Opto-
Y-Kondensatoren. koppler zu sehen. Diese Bau-
teile „überschreiten“ die Isola- Bild 9. Schutzleiteran
tionsbarriere. Näheres dazu
weiter unten.

Selbst gemacht und sicher


Um Isolationslagen oder Spezialspulenkörper zu vermei-
den, lassen sich manchmal auch speziell isolierte Drähte
verwenden. Es gibt beispielsweise „Triple-Insulated-Wire“,
der für die Netztrennung zugelassen ist (vergleiche unse-
ren Artikel über ein cleveres Schaltnetzteil in diesem Heft).
In Bild 6 ist eine andere Variante zu sehen: HF-Litze wird
mit mehreren breiten und dünnen Isolationsfolien überlap-
Bild 6.
pend umwickelt. Mit einem solchen Spezialdraht kann
Spezial-HF-Litze mit man Trafos mit kleiner Streuinduktivität, gleichzeitig aber
„Bandierung“. guter Isolation herstellen. Wenn nun der Trafo ausreichend
Isolation gewährleistet, muss natürlich auch die Leiterplatte
und das restliche Design entsprechend ausgeführt werden.
Bild 7 zeigt, wie das gemacht wird. Bei diesem Design
ist „das Innere“ die Primärseite. Das Netzteil befindet sich
in einem Metallkäfig, der mit der Sekundärseite verbun-
den ist. Deutlich sieht man die Barriere. Sie ist zusätzlich
noch gekennzeichnet, damit auch der Servicetechniker
sofort sieht, worum es geht.

Ein anderes Detail ist in Bild 8 zu sehen. Hier sind an


zwei besonders kritischen Punkten Schlitze in die Leiter-
platte gefräst. Dadurch kann man die Kriechstrecke, die
entlang der Oberfläche der Leiterplatte läuft, wirksam
vergrößern. Denn der gedachte Kriechstrom muss nun um
Bild 7. den Schlitz herum. Dies ist deswegen interessant, weil
Isolationsbarriere die Platinenoberfläche häufig im Laufe der Zeit verdreckt
zwischen Netz- und
und vor allem durch Feuchte ihre Isolationseigenschaft
Sekundärseite.
verliert.

Blick in einen PC
Nun wollen wir in ein PC-Netzteil hineinschauen. Klassi-
scherweise werden PCs als Geräte der Klasse I mit
Schutzleiteranschluss ausgeführt. Ein Blick in ein Netzteil
mit Metallgehäuse ist in Bild 9 zu sehen. Rechts liegt der
Kaltgeräteanschluss. Deutlich sieht man, dass die Schutz-
leiterverbindung nicht einfach gelötet wird, sondern
geschraubt und mechanisch zusätzlich gesichert ist. Sol-
che Maßnahmen sind notwendig, damit der Schutzleiter
seine Funktion wirklich verlässlich erfüllen kann.
Jetzt werfen wir einen Blick auf den Trafo in diesem Netz-
Bild 8. teil (Bild 10). Ein normaler Kern ist senkrecht stehend zwi-
Schlitze dienen als schen zwei Alu-Kühlblechen eingebaut. Das vordere Kühl-
zusätzliche Barriere. blech kühlt den primärseitigen Schalttransistor, das hintere

20 elektor - 4/2006
die sekundären Gleichrichter-
dioden. All das sitzt so dicht
gedrängt, dass der Minimalab-
stand zwischen Alublechen und
Trafo nicht ausreicht. Um das
Ganze dann doch noch in Ord-
nung zu bringen, wurden (ver-
mutlich nachträglich) zwei
durchsichtige Scheiben aus Iso-
liermaterial zwischen Trafo und
Alublech eingeschoben und mit
Kleber fixiert. Nicht schön, aber
wirksam.
Bild 10.
Bei einem derartigen Aufbau Folien zwischen Trafo
muss natürlich auch darauf und Kühlkörpern.
schluss im PC-Netzteil. geachtet werden, dass zwi-
schen der Platinenunterseite
und dem Gehäuse eine geeig-
nete Isolation besteht. Oft findet man auch hier Isolierfo-
lien, da die Luftstrecke zu gering ist. Abschließend noch
einiges zu so genannten Y-Kondensatoren. Diese werden
üblicherweise zur Entstörung eingesetzt. Dabei ist es
erlaubt, sie zwischen spannungsführenden Schaltungstei-
len (z.B. Phase) und Schutzerde anzuordnen. In punkto
Sicherheit eine echte Herausforderung für die Kondensa-
toren! Daher müssen diese eine Zulassung haben. Die
Schaltung darf die zugelassenen Ableitströme nicht über-
schreiten. In Bild 11 ist ein solcher Kondensator zu
sehen. In all den Zulassungs- und Prüfstempeln ist die
Kapazitätsangabe (472 entspricht 4,7 nF) kaum zu ent- Bild 11.
decken. Ein solcher Kondensator darf auch zwischen Ein zugelassener
Netzspannung führenden Teilen und der Sekundärseite Y-Kondensator.
oder dem Metallgehäuse bei Geräten der Schutzklasse 2
angeordnet werden. Fällt ein Kondensator an dieser
Stelle aus, indem er für 50 Hz durchlässig wird, so ist die
Sekundärseite nicht mehr galvanisch getrennt. Der Defekt
eines einzelnen Bauteils hat also höchst gefährliche Aus-
wirkungen! Das erklärt die hohen Anforderungen. Da die
Anschlüsse eines Y-Kondensators die Isolationsbarriere
häufig überschreiten (vergleiche Bild 5), müssen schon
die Anschlussdrähte selbst ausreichenden Abstand von-
einander haben.

Sicherheit bei Fehlern


Die Überhitzung im Fehlerfall ist eine weitere Gefahr, die
Entwickler beachten müssen. Im Extremfall kann diese zur Bild 12.
Entflammung führen. Daher ist in vielen Schaltnetzteilen Vorschaltgerät für
eine Übertemperatursicherung eingebaut. In Bild 12 Halogenlampen.
sieht man beispielsweise ein Vorschaltgerät für Halogen-
lampen. Einer der beiden Leistungstransistoren ist mit
einem Temperaturfühler ausgestattet, der den Konverter
stoppt, wenn die Temperatur zu stark ansteigt. Auch
wenn auf der Sekundärseite ein Schaltnetzteil gegen
Überlast oder Kurzschluss geschützt werden muss, kön-
nen derartige Konzepte helfen. Generell muss man sich
schon beim Design überlegen, welche Auswirkungen ein
Fehler in anderen Baugruppen auf ein Netzteil haben
kann. Spätestens dann sollte man über den Einbau einer
Sicherung nachdenken.
Bild 13 zeigt hier eine interessante Möglichkeit. Der
„Fusistor“ ist ein Widerstand, der den Einschaltstrom
begrenzt. Gleichzeitig brennt der Widerstand bei Über- Bild 13.
last definiert und ohne Brandgefahr durch. Für manche Der „Fusistor“ ist
Anwendungen ist das eine ideale Lösung. Widerstand und
(050327jn) Sicherung in einem.

4/2006 - elektor 21
TECHNIK REVERSE ENGINEERING

Enthüllungen über
Raffiniertes aus China
Von Prof. Dr.-Ing. Martin Oßmann

Ganz ohne Spezial-ICs ist das hier beschriebene Schaltnetzteil aufgebaut - es lässt sich
daher vollständig analysieren und fürs „Reversed Engineering“ nutzen. Erstaunlich, wie
es den unbekannten Entwicklern gelungen ist, mit ganz wenigen preiswerten Bauteilen
eine sehr leistungsfähige Schaltung zu realisieren. Diese Erkenntnisse können wir nutzen!

22 elektor - 4/2006
r Steckernetzteile
Kleine Steckernetzteile (wie zum Beispiel Ladegeräte für
Handys) werden zunehmend als Schaltnetzteile gebaut.
Seit einiger Zeit sammelt und analysiert der Verfasser sol-
che Netzteile. Insbesondere das Steckernetzteil eines
chinesischen Herstellers erwies sich als besonders interes-
sant und wird im Folgenden ganz genau unter die Lupe
genommen. Krönender Abschluss ist eine kleine Selbst-
bauschaltung, die das gleiche Konzept benutzt wie das
raffinierte China-Netzteil.

Billig, simpel und diskret


Das in Bild 1 gezeigte Steckernetzteil ist mit diskreten
Komponenten aufgebaut und kommt ohne Spezial-ICs
aus. Daher kann man es im Rahmen des „Reversed Engi-
neerings“ vollständig analysieren. Erstaunlich ist dabei,
wie man mit so wenig preiswerten Bauteilen eine derart
leistungsfähige Schaltung realisieren kann. Bei der Ana-
lyse wird auch Schritt für Schritt klar, welche Aspekte
beim Aufbau derartiger Netzteile eine Rolle spielen. Wir
können also einiges an interessanten Informationen
erwarten. Bild 1. Diskret aufgebautes Steckernetzteil „Made in China“.

Einblicke Gleichstrom fließt. Dieser ist niedriger als der pulsförmige


Üblicherweise kann man ein Steckernetzteil in drei Funk- Strom im Brückengleichrichter. Dementsprechend kann
tionsblöcke unterteilen: In der ersten Stufe wird aus der die Drossel etwas „schwächer“ dimensioniert werden.
Netzspannung eine Gleichspannung gewonnen. In dieser Gleichzeitig bildet die Streuinduktivität dieses „Trafos“
Stufe sind auch diverse Sicherheits- und Filterfunktionen zusammen mit C2 und C3 vermutlich ein wirksames
zu finden. Die zweite Stufe ist das eigentliche Schaltnetz- „Differential-Mode“-Filter. Die Spule L1 hat als „Common-
teil, welches Spannungsumsetzung und Netztrennung Mode“-Spule eine Induktivität von etwa 70 mH auf jeder
bewirkt. In der dritten Stufe wird die Ausgangsspannung Seite. Als Trafo gesehen hat sie eine Streuinduktivität von
bereitgestellt und geglättet, darüber hinaus wird die 460 µH, was für eine Differential-Mode-Spule wahr-
Regelinformation zur Spannungsregelung gewonnen. scheinlich ausreicht. Spule L1 erledigt also vermutlich
Die Daten unseres Netzteils sind dem Typenschild zu ent- zwei Filterfunktionen.
nehmen. Die Eingangsspannung beträgt „100-240 Volt Schaut man sich die Platine genauer an, so entdeckt
AC 50/60 Hz“, die Ausgangsspannung wird mit man, dass manche Leiterbahnen geschlitzt sind (Bild 3).
„12 Volt max. 1,0 A“ angegeben. Dies ist keineswegs Zufall. Damit wird versucht, den
Die Eingangsstufe des Netzteils ist entsprechend Bild 2 Strom zu zwingen, über Abblockkondensatoren zu flie-
aufgebaut. Kondensator C1 liegt direkt und ohne weite- ßen. Im Schaltplan verdeutlicht man das oft durch eine
ren Schutz an der Netzspannung, er muss daher ein X- X-förmige Linienführung – wie in Bild 2 zu sehen. Diese
Kondensator sein. Seine Aufgabe ist es, die HF zwischen geschlitzten Bahnen findet man im untersuchten Schalt-
Netz und Netzteil abzublocken. Als Entladewiderstand netzteil bei verschiedenen Kondensatoren auf der
ist R1 eingebaut. Da normale SMD-Widerstände nicht für
diese hohe Spannung geeignet sind, ist er als Reihen-
schaltung von zwei 470-k-SMD-Widerständen ausgeführt. Bild 2. Eingangsstufe des Netzteils.
Für den Fall, dass einmal etwas richtig schief geht, folgt
eine Sicherung. Ein solcher GAU wäre zum Beispiel Blitz- F1
einschlag mit hohen transienten Spannungen auf dem
Netz. Mit kleinen transienten Pulsen wird der VDR R2 1A
D2 D1
R2
(470 V) fertig. Als Netzgleichrichter dienen vier diskrete 100 - 240V
C1
R1
+1
Dioden 1N4007. Manche Hersteller verwenden auch
2M

Brückengleichrichter in SMD-Bauform. Die beiden Kon- 50 / 60Hz 220n


densatoren C2 und C3 bilden zusammen den Ladekon- D4 D3
C2
L1
C3
densator. Die Kondensatoren sind 400 V/105 °C-Typen
für eine lange Lebensdauer bei erhöhter Temperatur. Inter- 4x 1N4007 10µ 70mH 10µ

essant ist die Anordnung der Common-Mode-Drossel L1


(auch „stromkompensiert“ genannt) zwischen diesen bei-
GND1
den Kondensatoren. Vorteilhaft ist vermutlich, dass zwi- 050352 - 11

schen den beiden Kondensatoren ein nahezu konstanter

4/2006 - elektor 23
TECHNIK REVERSE ENGINEERING

tung es sich eigentlich handelt. Dazu lokalisiert man die


eigentlichen Leistungskomponenten, die meist allein an
ihrer Größe erkennbar sind. Dann versucht man durch
Messung oder Datenblattsuche die verwendeten Kompo-
nenten (Dioden, Transistoren) zu identifizieren. Um die
Verschaltung des Trafos zu ermitteln, helfen vorerst einfa-
che DC-Widerstandsmessungen im eingebauten Zustand.
Damit wurde im vorliegenden Fall schnell ermittelt, dass
es sich um einen einfachen Sperrwandler (Flyback-Wand-
Bild 3. ler) handelt. Dies ist im Bereich kleiner Leistungen die
Geschlitzte bevorzugte Topologie.
Leiterbahnen sollen die In Bild 4 ist das eigentliche Herz des Schaltnetzteils
Entkopplung (ohne Sekundärkreis) dargestellt. Die Schaltung besteht
verbessern. im Grunde nur aus zwei Transistoren; sie ist aber ziem-
lich trickreich, wie wir noch sehen werden.
Das Grundprinzip des Sperrwandlers wird besser in
Primär- wie auf der Sekundärseite. An C3 steht nach die- Bild 5 sichtbar. Die zentralen Bauteile sind der aus drei
ser Filterung die eigentliche Betriebsspannung für das Wicklungen bestehende „Transformator“, der Transistor
Schaltnetzteil bereit. T1 und die Diode D1. Hierbei wird „Transformator“
bewusst in Anführungszeichen gesetzt, weil es sich eher
um eine „Induktivität mit mehreren Wicklungen“ handelt.
Flyback-Wandler Am Anfang eines Zyklus ist die Spule (und zwar alle
Bei der Analyse eines solchen Schaltnetzteils muss man Wicklungen) stromlos, es ist keine Energie gespeichert.
als Erstes herausfinden, um welche Art von Grundschal- Dann wird T1 eingeschaltet. Durch die Eingangs-
spannung Uin an der Primärwicklung wird die Induktivität
„aufgeladen“, während Diode D1 nicht leitet. Jetzt wird
D5 im passenden Moment T1 ausgeschaltet, und der Strom
HER108 +1
wechselt von der Primärseite zur Sekundärseite. Diode
R3
L2.A D1 leitet und die Induktivität wird entladen und gibt ihre
C4 Energie an den Sekundärkreis ab. Weil in dieser Phase
56k

10n
T1 sperrt, heißt der Wandler „Sperrwandler“. Der Sekun-
därstrom sinkt linear ab. Wenn er Null erreicht, schaltet
C5 man T1 wieder ein und so fort.
R4
1M

47n K1
R6 R5 D6
T1
Messungen
82 Ω 33 Ω
ZD1 Bisher ist alles Theorie – doch nun soll gemessen werden.
1N4148
E13005F2 Da die Schaltung normalerweise direkt am Netz mit hoher
2V0
Spannung betrieben wird, sind Messungen nicht ganz ein-
R7
fach. Bei Netztrennung durch einen vorgeschalteten Trenn-
1k6

L2.B
T2
transformator kann man an der Primärseite des Stecker-
netzteils mit einem normalen Oszilloskop messen. Man
muss aber sehr vorsichtig arbeiten, da man durch keinen FI
C6
D741AC oder andere Maßnahmen geschützt ist. Da die Elkos C2
10n und C3 nicht sehr groß sind, weist die Versorgungsspan-
Bild 4. GND1 nung eine 100-Hz-Welligkeit (Ripple) auf, die zu verwa-
050352 - 12
Das Herzstück des schenen Oszilloskop-Bildern führt. Um das zu beseitigen,
Schaltnetzteils. wurde die Gleichspannung mit einem „dicken“ Brücken-
gleichrichter und größeren Elkos (470 µF) selbst neu
erzeugt und am Punkt „+1“ (siehe Bild 4) eingespeist.
U in Bild 6 zeigt die Spannung über dem Schalttransistor T1
(obere Spur 1, 10:1 Tastkopf!) sowie den Kollektorstrom
D1
durch T1 (untere Spur 2, gemessen mit einer Strom-
zange). Die Eingangsspannung (Punkt +1) war bei dieser
C1 Messung 326 V. Bei Nennlast (12 V/1 A am Ausgang)
U1 U out fließt ein Eingangsgleichstrom von 44,5 mA. Das ergibt
einen Wirkungsgrad von etwa 83 Prozent. Die Frequenz
beträgt dabei beachtliche 95 kHz. Wenn die Diode lei-
tet, liegt am Transistor zusätzlich zur Eingangsspannung
die um das Übersetzungsverhältnis hochtransformierte
Ausgangsspannung!
T1

Selbstschwinger
S2
Bild 5. In größeren Schaltnetzteilen übernimmt oft ein IC die
Prinzip des Ansteuerung der Leistungshalbleiter sowie das Timing und
050352 - 13
selbstschwingenden die Regelung. Hier werden alle diese Funktionen von
Sperrwandlers. wenigen diskreten Bauteilen erledigt. Zuerst zum Prinzip

24 elektor - 4/2006
anhand von Bild 5. Entscheidend ist die dritte Transforma-
torwicklung, die eine Mitkopplung herbeiführt. Wir begin-
nen die Analyse mit der Annahme, dass T1 gerade ausge-
schaltet wurde. Der Spulenstrom fließt nun durch die
Diode D1 und nimmt linear ab. So bald er Null erreicht,
wird diese Diode sperren. Die Spule bildet mit parasitären
Kapazitäten (von Wicklung und Bauteilen) jetzt einen
Schwingkreis, der nun eine Halbschwingung macht. Die
Spannung an der Sekundärwicklung sinkt und wird dann
sogar negativ. Das führt zu einer positiven Spannung in
der dritten (Rückkopplungs-)Wicklung, was dann den Tran-
sistor T1 einschaltet. In der Folge steigt die Spannung in
der Primär- und Rückkopplungswicklung weiter an, was
die Schaltzeit verkürzt. T1 leitet und der Spulenstrom steigt Bild 6.
linear - die Induktivität wird wieder geladen. Nach einer Spannung und Strom
gewissen Zeit wird S2 geschlossen (durch raffinierte Ver- am Schalttransistor.
schaltung) und der Basisstrom von T1 sinkt. Dadurch sinkt
auch der Kollektorstrom. Dieser Ausschaltvorgang von T1
wird, einmal gestartet, durch die Mitkopplung ebenfalls
wieder beschleunigt. Nun kann das Spiel von vorne
beginnen. Es bleibt nur noch zu klären, wie der Transistor
T1 nach einer gewissen Zeit ausgeschaltet wird. Die Funk-
tion von S2 in Bild 5 übernimmt in Bild 4 der Transistor
T2. Entscheidend sind nun R7 und C6. Nach dem Ein-
schalten von T1 liegt an L2B gegen Masse eine positive
Spannung. Dadurch wird C6 so lange langsam geladen,
bis T2 anfängt zu leiten, so dass sein Kollektorstrom dem
Transistor T1 den Basisstrom „raubt“. Das führt dann zum
Ausschalten von T1. Die Mitkopplung sorgt wieder für
eine Beschleunigung des Ausschaltens.
Bild 7.
Bild 7 zeigt die Spannung an der Basis von Transistor T2 Basisspannung von T2
(untere Spur 1) sowie den Basisstrom von T1 (obere Spur (unten) und Basisstrom
2, mit Stromzange gemessen). Transistor T1 wird durch von T1 (oben).
einen Basisstrom von ca. 100 mA eingeschaltet, der eine
Zeit lang konstant bleibt. Gleichzeitig steigt die Spannung
an der Basis von T2, bis diese ca. 0,8 V erreicht. Der auch einfacher zu erhalten: Aus dem Oszillogramm in
Basisstrom beginnt dann zu sinken und wird kurzzeitig Bild 6 lässt sich folgern, dass der Strom in L1.A innerhalb
stark negativ, weil die Basis-Ladungsträger ausgeräumt von ∆T = 1,5 µs bei U = 326 V um ca. ∆I = 0,55 A
werden müssen. Erst dann schaltet Transistor T1 aus und ansteigt. Daraus ergibt sich mit Hilfe von ∆I = U∆T/L ein
die Spannung an der Basis von T2 beginnt zu sinken. Wert von L ≈ 900 µH. Eine Messung mit einer Messbrü-
cke liefert einen Wert von L = 800 µH. Misst man im
Betrieb gleichzeitig die Spannungen an allen drei Wick-
Anschwingen lungen mit gut abgeglichenen Tastköpfen, so kann man
Für das Anschwingen der Schaltung sorgt der Wider- auch das Übersetzungsverhältnis bestimmen. Um die
stand R4. Da an ihm eine sehr hohe Spannung liegt, ist Windungszahlen herauszufinden, wurden um den Mittel-
er als Reihenschaltung von vier 240-k-SMD-Widerständen schenkel des Trafos fünf Windungen dünnen Kupferlack-
ausgeführt. R4 liefert im nicht angeschwungenen Zustand drahts gewickelt und anschließend das Übersetzungsver-
einen Basisstrom für T1, der T1 in den linearen Betriebs- hältnis zu den anderen drei Wicklungen gemessen - bei
bereich mit Verstärkung bringt. Damit R4 das schafft, darf 100 kHz! Das Ergebnis: L1A = 56 Windungen. L2B = 3
die Basis von T1 aber (für DC) nicht zu niederohmig mit Windungen und L2C = 11 Windungen.
L2B verbunden sein. Deshalb ist die Kombination aus C5 Damit hat der Kern einen AL-Wert von etwa 800 µH/562
und D6 eingebaut. Einerseits kann dadurch die Basis = 255 nH/Wdg2. Nun konsultiert man diverse Daten-
angehoben werden, andererseits ist für Wechselströme bücher von Kernlieferanten (Epcos, Philips, Vogt,
der Rückkopplungsweg geschlossen, und die Mitkopp- Kaschke). Der Kern E25/9/6 von Philips passt ziemlich
lung sorgt fürs Anschwingen. Bevor wir die Funktion von gut, mit einem Luftspalt von 200 µm hat er den richtigen
R3, C4 und D5 erklären, wollen wir uns noch den Trans- AL-Wert. Bei einem Spitzenstrom von I = 0,55 A in der Pri-
formator ansehen, der das zentrale Bauteil ist. märwicklung ergibt sich eine maximale Induktion von ca.
200 mT im Kern, was mit modernen Ferritmaterialien bei
100 kHz durchaus zu machen ist. Auch die Kernverluste
Transformator liegen bei diesem Spitzenstrom mit ca. 0,5 bis 0,7 Watt
Der Transformator ist das einzige Spezialbauteil der in einem Bereich, den ein Kern dieser Größe thermisch
Schaltung. Ihn sowohl zerstörungsfrei als auch vollständig gut verkraftet. Elektrotechnisch ist der Transformator damit
zu analysieren ist eine Herausforderung, die mit dem beschrieben, aber bei der praktischen Ausführung gibt es
Auslöten anfängt. Zudem sollte man die Parameter des noch Details, die einem Schaltnetzteil-Konstrukteur das
Trafos bei Betriebsfrequenz (also 100 kHz) ermitteln, um Leben schwer machen. Der Transformator muss nämlich
die wirklich relevanten Werte zu erhalten, wofür gute die Isolation zum Netz sicherheitstechnisch gewährleisten;
Messtechnik nötig ist. Überschlägige Resultate sind aber Kriechstreckenanforderungen und so weiter sind einzuhal-

4/2006 - elektor 25
TECHNIK REVERSE ENGINEERING

R3, C4 und D5 aufgebaut. Diode D5 leitet die Span-


nungsspitze (Peak) an das RC-Netzwerk. Der Kondensator
lädt sich auf, und die Energie wird langfristig im Wider-
stand verbraucht. Die Diode D5 muss schnell schalten und
eine Hochspannungsdiode sein. Als Kondensator wird ein
1-kV-Typ eingesetzt, damit er den Peak übersteht. Der
gekappte Spannungspeak mit der nachfolgenden Oszilla-
tion ist in Bild 6 gut zu erkennen. Widerstand R3 ist eine
große bedrahtete Bauform, die vermutlich bis zu 1 W ver-
braten kann. Auch hier entstehen also Verluste, die durch
ein gutes Design klein gehalten werden müssen.

Bild 8.
Sekundär
Miniaturtrafo mit Als Letztes bleibt noch die Analyse der Sekundärseite
„triple-isolated-wire“. (Bild 9). D7 ist eine 3-A-Schottkydiode, welche die ent-
stehende Wärme noch ohne zusätzliche Kühlung verkraf-
tet. Bild 10 zeigt als Beispiel aus einem 2-A-Schaltnetz-
ten. Dazu werden zum Beispiel Isolations- und Abstands- teil, wie sich eine Diode durch das Einlöten in einen Rah-
haltefolien in den Trafo eingewickelt und der Trafo vergos- men auf billige Weise kühlen lässt. Transistor T1 hat
sen, wie vermutlich auch bei dem untersuchten Netzteil. beispielsweise ein voll isoliertes Plastikgehäuse und ist
auf einem kleinen Kühlblech (K1 in Bild 4) festge-
Bild 8 zeigt den kleinen Trafo eines 6 V/1,5A-(9-W-)- schraubt, das aus EMI-Gründen mit Masse verbunden ist.
Netzteils, der lediglich 13 mm breit und 14 mm hoch ist. Immerhin ist der Kollektor von T1 einer der heißesten
Für die Sekundärwicklung wird bei derartigen Trafos oft ein Punkte in der gesamten Schaltung!
Spezialdraht verwendet. In Bild 8 erkennt man diesen oft
als „triple-isolated-wire“ bezeichneten Spezialdraht (zum Die Kondensatoren C8 und C9 bilden mit Drossel L3 das
Beispiel von Furukawa). Der Draht ist dafür zugelassen, die Glättungsfilter. Als weitere Common-Mode-Drossel findet L4
Isolation vom Netz herzustellen. Dazu verfügt er über drei Verwendung. Zur Verbesserung des EMI-Verhaltens dient
voneinander unabhängig aufgebrachte Isolationen. Der weiterhin der Y-Kondensator C7. Warum dieser sekundär-
Draht wird üblicherweise auch nicht am Spulenkörper ange- seitig genau an diesem Punkt angeschlossen ist, wurde
lötet, weil die Lötstellen als blanke Teile dann schon zu nahe nicht untersucht. Vermutlich wirkt er so am besten. Z-Diode
an die Primärwicklung kommen. Die Isolationsforderung ZD2 begrenzt im Notfall die Ausgangsspannung, wenn
führt bei diesen Flyback-Trafos dann oft dazu, dass die die Regelung bei Lastabriss einmal kurzzeitig nicht schnell
Streuinduktivität relativ groß ist. In dem Moment, in dem die genug greifen kann. Um die einstellbare Z-Diode (Shunt-
Sekundärseite den Strom übernimmt, sucht sich die in der regler, IC1) herum findet sich die häufig anzutreffende
Streuinduktivität gespeicherte Energie einen Weg nach Regelung. Überschreitet die Ausgangsspannung 12 V, so
außen, und zwar im Normalfall durch eine riesige, zerstöre- beginnt IC1 zu leiten und die LED im Optokoppler OC1
rische Spannungsspitze am Kollektor von T1. leuchtet. Das führt nun primärseitig dazu, dass der Photo-
transistor als Nebenschluss zu R7 wirksam wird. Dadurch
wird C6 schneller geladen und T1 früher abgeschaltet. Das
RCD-Snubber bewirkt, dass die Induktivität mit weniger Energie geladen
Damit diese Energie den Transistor T1 nicht zerstört, wird wird. Der Energietransfer sinkt und damit auch die Aus-
ein Entlastungsnetzwerk (englisch snubber network) aus gangsspannung. Dabei ändert sich dann jeweils die Fre-

+1

C7
+12V
D7 L3
2n2
R11 R8
2µ2
56 Ω

L2.C
3k9

SR3100
C8 C9 L4

OC1
1000µ 100µ
12µH

ZD2 FOD817
C10 R10
16V
1k
100n
IC1

R9
1k

TL431
GND2

Bild 9.
050352 - 16
Die Sekundärseite des
Schaltnetzteils.

26 elektor - 4/2006
quenz, die im Leerlauf (der Konverter deckt dann nur seine
eigenen Verluste) bis auf 600 kHz ansteigt!

Abgekupfert
Nachdem wir nun diese Hand voll Bauteile akribisch
analysiert haben, können wir ähnliche Konverter auch
selbst entwerfen. Bild 11 zeigt ein einfaches Design für
einen Konverter von 24 Volt nach 5 Volt bei 500 mA.
Würde man dafür einen 7805 verwenden, müsste dieser
stolze 9,5 Watt vernichten. Auch wenn der Schaltwand-
ler nur etwa 65 Prozent Wirkungsgrad aufweist, ist er Bild 10.
trotzdem viel besser als ein Längsregler. Auf ein Snubber- Diode mit wärme- und
stromleitendem
Netzwerk kann die Schaltung verzichten. Wenn die drei
Kühlblechwinkel.
Wicklungen schön trifilar gewickelt werden, dann hält
der BD237 die Spannungsspitze gut aus.
(050352e)

+24V
TR1: E13/7/4
AL = 150nH
3x 16 Wdg. trifilar D2
3x 40µH SB1100 +5V

R4 R2 OC1.B R8
TR1
68 Ω
2k2

4k7

R3
PC817
47 Ω

R5
OC1.A
68 Ω

R1
C2 D1
C4
47k

C3 R6
T1 4k7
10n
1000µ 100n
PC817 1N4148 IC1
T2
BD237 R9
1k

C1 TL431
BC550
0V
22n

Bild 11.
050352 - 17
Step-down-Konverter
von 24 V nach 5 V.

Bild 12.
Musteraufbau des
kleinen Konverters.

4/2006 - elektor 27
PRAXIS AKKU-QUALITÄT

Amperestunden-Kon
Akkukapazität nachgemessen
Von Fons Janssen

Akkus im AA-Format (die so genannten Mignonzellen) sind vielseitig einsetzbar. Doch sind
unzählige unterschiedliche Typen auf dem Markt - und ständig werden es mehr. Jahr für Jahr
steigen die Kapazitäts-Angaben. Doch das will nichts heißen. Um herauszufinden, wie hoch die
Kapazität einer Zelle wirklich ist und ob diese nicht schon nach wenigen Ladezyklen schwindet,
bleibt nur das Messen!

Die hier vorgestellte Schaltung kann


die reale Kapazität eines Akkus recht
genau erfassen. Selbstverständlich ist
so eine moderne Messlösung PC-
gesteuert – Software gehört also dazu.
Diese sorgt dafür, dass die an den PC
angeschlossene Messelektronik den zu
überprüfenden (geladenen) Akku wäh-
rend eines kompletten Entladezyklus
genauestens vermisst. Aus den Mess-
werten für die akkumulierte entnom-
mene Ladung, die Spannung, den
Strom und dem berechneten Innenwi-
derstand können dann die Eckdaten
des Akkus und damit seine Qualität
präzise bestimmt werden. Die Schal-
tung eignet sich selbstverständlich
auch für die kleineren AAA-Zellen.
Zentrales Bauteil der Schaltung ist das
Akku-Spezial-IC DS2751. Der Herstel-
ler Maxim nennt sein Produkt etwas
blumig „Battery Fuel Gauge“, was in
etwa „Tankanzeige für Batterien“
bedeutet. Solche Chips werden zum
Beispiel in einem Handy zur
Bestimmung der Restlaufzeit ein-
gesetzt. Das IC verursacht sehr
geringe Verluste und eignet
sich prinzipiell nicht nur für
LiIon-Akkus, sondern
genauso gut für NiMH-
oder NiCd-Zellen.

Hardware
Wie in Bild 1 zu sehen ist, macht die
Verwendung von ICs ein eigentlich
komplexes Messgerät sehr einfach.

28 elektor - 4/2006
ntrolleur +5V

L1
C2
3
OUT
IC1
MAX8881
6
POK

IN
1
C1

R2
C5
R4

1Ω
1k
4µ7 EUT33
4 5 BT1
FB SHDN 100n
GND 1W
2 C3 4

Der Anschluss an den PC geschieht 100n 1


VDD
VIN
via USB; wobei der Bus auch gleich R1
5 24 17 6
IC3 7
IS2 SNS

1k5
C4
für die Betriebsspannung sorgt. Ein VB VD VPP
6 DS2751E
R6 SUSO 5 T1
extra Netzteil ist also nicht notwen- K1 27 Ω
8
D+
10n IS1 -025
IC2
dig. IC1 ist ein Low-Drop-Spannungs- USB-B 3
R5 1-W
10 8
DQ PIO
3
2 7 DS2490
regler vom Typ MAX8881EUT33, der 27 Ω D– VSS IRFZ24N
1 1
PMOD 2
stabile 3,3 V aus den vom USB abge- XI XO GND
5 4
zwackten 5 V generiert. IC2 ist ein 19
X1
20 12
L2
USB/1-Wire-Konverter vom Typ
DS2490S – zuständig also für die Kom- C6 C7 C8 C9

munikation zwischen PC und IC3. 33p 33p 33p 12MHz 33p

Letzteres stellt die Akku-Tankanzeige L1, L2 = Murata BLM21P221SG (220Ω @ 100MHz) 050394 - 11
vom Typ DS2751E-025 dar.

IC3 misst die Zellenspannung an Pin 1 Bild 1. Die Schaltung des Akku-Kapazitätsmessgeräts kommt mit drei ICs aus.
sowie den Strom über einen integrier-
ten 25-mΩ-Widerstand zwischen Pin 7
und Pin 2 (Masseanschluss). Pin 3 wird
von der Software gesteuert und schal- ten Messwerte können in einer Datei In die Zelle E3 tippt man also ein
tet das Gate von Transistor T1, der archiviert werden. „=(B3-C3)/D3-0,025“.
über R4 den angeschlossenen Akku Dann kopiert man die Zelle E3 in die
entladen kann. Bei der typischen Ent- Zwischenablage und setzt diese in den
ladespannung von 1,2 V fließt dem- Datenreihen kompletten Rest der Spalte E ein (es
nach ein praxisgerechter Strom von Die gespeicherten Daten lassen sich geht auch mit „Ausfüllen unten“). Mit
etwas über 1 A. ganz einfach in Excel (oder einer ande- einer XY-Grafik kann man den Verlauf
ren Tabellenkalkulation) einlesen der Messungen schön veranschau-
(Bild 3). Im Falle von Excel öffnet man lichen. Wird für X z.B. die Kapazität
Software die Datei ganz normal (der Dateityp (Spalte A) gewählt und die Spannun-
Um den Entladevorgang und die Mes- muss auf „Alle lesbaren Dateien“ ein- gen, der Strom und der Widerstand
sung zu steuern, wurde ein Programm gestellt sein). Im sich dann zeigenden sind Y-Variablen, dann kann man die
in Visual Basic geschrieben, das von Import-Dialog wählt man die Option Abhängigkeit der letzteren Werte von
der ELEKTOR-Webseite in Form der „Getrennt“ und klickt auf den Knopf der entnommenen Strommenge sehr
Datei „050394-11.zip“ herunter gela- „Fertigstellen“. Das Datenblatt enthält klar sehen. Das Foto ganz vorn zeigt
den werden kann. dann vier Datenspalten: eine solche Grafik.
Zuerst initialisiert das Programm IC3
und schaltet T1 aus. Dann kann eine - ACR [mAh] ist die akkumulierte
geladene Akkuzelle angeschlossen Kapazität in mAh; Treiber
werden. Die Software zeigt nun die - V1 [V] die Leerlaufspannung in V; Um die Kommunikation mit dem PC
Leerlaufspannung an (siehe Bild 2a). - V2 [V] die Zellenspannung unter über IC2 zu ermöglichen, müssen erst
Startet man einen Messzyklus, dann Belastung in V und noch Treiber für den Betrieb des 1-
schaltet die Software T1 ein und ein - I [A] der Entladestrom in A. Wire-Interface (zwischen IC2 und IC3)
Entladezyklus beginnt. Danach wer- installiert werden. Man kann diese
den jede Sekunde die Spannung und In einer fünften Spalte kann man so direkt von der Webseite des Herstel-
der Strom gemessen. Nach diesen bei- ganz einfach den Innenwiderstand Ri lers herunter laden (www.maxim-
den Messungen wird die Entladung berechnen. Sein Verlauf ist ein guter ic.com/products/ibutton/software/
ganz kurz unterbrochen, um zusätzlich Indikator für die Akku-Qualität. Die tmex/). Nach der Installation sollte
die aktuelle Leerlaufspannung zu grundlegende Formel „default 1-wire net“ gestartet werden,
erfassen (siehe Bild 2b). Um Tiefentla- um das IC DS2490S aufzuspüren. Diese
dung zu verhindern, wird dieser Vor- Ri = [(U0 – UL) / IL] – Rsense Verbindung wird dann als „Default 1-
gang beendet, sobald die Zellenspan- Wire net“ gesetzt.
nung unter 0,8 V fällt. Anschließend kann vereinfacht werden zu
werden die gemessenen Stromwerte
akkumuliert, was die entnommene Ri = [(U1 – U2) / I] – 25 mΩ Andere Akkus
Kapazität in mAh ergibt. Selbstver- IC3 enthält einen 12-bit-A/D-Konverter.
ständlich lässt sich ein Messzyklus wobei V0 die Leerlaufspannung, VL die Seine Spannungs-Auflösung beträgt
auch vorzeitig abbrechen, falls etwas Spannung unter Last und IL der Entla- 4,88 mV bei einem Messbereich bis
schief gegangen ist. Die aufgezeichne- destrom ist. maximal 4,5 V (bei größeren Werten

4/2006 - elektor 29
PRAXIS AKKU-QUALITÄT

Bild 2. Screenshots der Software (links: Start, rechts: während einer Messung).

muss man anstatt R2 einen Span- Messbereich reicht bis 1,9 A. Man akkumulierten Wert aus vielen Einzel-
nungsteiler einsetzen). Die Auflösung kann Kapazitäten bis maximal 8,2 Ah messungen handelt, wird dieser mit
beim Strom liegt bei 0,625 mA und der erfassen. Da es sich hier um einen der erhöhten internen Genauigkeit von
16 bit abgespeichert.
Damit ist klar, dass die Schaltung prin-
zipiell für die Messung einer einzelnen
LiIon-Zelle oder einer Serienschaltung
von bis zu drei NiCd- oder NiMH-
Akkus eignet. Die Schaltung ist zwar
für eine AA- oder- AAA-Zelle dimensio-
niert, kann aber leicht für andere
Akkutypen angepasst werden. Einen
anderen Entladestrom erhält man zum
Beispiel durch geeignete Werte für R4.
Um die Akkus nicht zu gefährden, darf
man als Entladestrom höchstens den
Betrag der so genannten Nominalkapa-
zität C in mA einstellen. Bei der Belast-
barkeit von R4 sollte man zudem die
entstehende Verlustleistung berück-
sichtigen. Für kleinere Akkus wäre das

Warnhinweis
Moderne Akkus können bei
Kurzschlüssen extrem hohe
Ströme liefern und bei einer
Ladung mit zu hoher Spannung
sehr hohe Ströme aufnehmen.
Man muss also vorsichtig sein:
Zu hohe Ströme schaden nicht
nur den Zellen – sie können
auch ein Stück Draht zum
Glühen bringen. Lithium-Akkus
können sich entzünden oder
sogar explodieren! Man sollte
daher unbedingt darauf achten,
dass sich das Ladegerät für die
verwendeten Akkus eignet.
Bild 3. Beispiel einer Excel-Tabelle mit den Daten aus einer Messung.

30 elektor - 4/2006
IC DS2751E ohne den Zusatz „-025“
geeignet, da diese Variante keinen
internen Messwiderstand von 25 mø 1-WIRE REGISTERS AND
DQ 8
hat. Man kann stattdessen extern INTERFACE USER MEMORY
AND
einen größeren Sensorwiderstand ADDRESS LOCKABLE EEPROM

anschließen und erhält dann eine bes- THERMAL VOLTAGE


SRAM

sere Auflösung bei niedrigeren Strö- SENSE REFERENCE TEMPERATURE

men. Die Strommesswerte müssen VOLTAGE


VIN 1 MUX ADC
dann allerdings in Excel noch entspre- +
CURRENT
TIMEBASE
chend korrigiert werden. IS1 5 ACCUM. CURRENT
- STATUS/CONTROL 3 PIO
IS2 6
INTERNAL SENSE RESISTOR
Aufbau DS2751 CONFIGURATION ONLY
25m Ω
Da die Schaltung mit nur wenigen Bau- SNS 7
CHIP GROUND
2 VSS
teilen auskommt, wurde eine sehr
kleine einseitige Platine dafür entwor-
fen (siehe Bild 5). Alle SMD-Bauteile IS2 IS1

finden auf der Kupferseite Platz. Nur 050394 - 13

der Quarz, der Power-FET und die


USB-Buchse kommen auf die Bestü-
ckungsseite. Bild 4. Blockschaltbild des DS2751.
(050394ts)

E-Mail von
Fons Janssen (Maxim, Benelux)
IC3

C5 C4
fons_janssen@maximhq.com
H2

H3
R2
-

R4
1-493050

050394-1
R3
+

Literatur und Links:


BT1

C9
T1
USB-Interface für den 1-Wire-Bus, C8 X1
C3
ELEKTOR 4/2002
MAX8881 Datenblatt:
ROTKELE )C(

(C) ELEKTOR
http://pdfserv.maxim-ic.com/en/
IC1

IC2
ds/MAX8880-MAX8881.pdf
C6

DS2490 Datenblatt:
050394-1
C1
C2

C7
R5

http://pdfserv.maxim-ic.com/en/
K1
R6
R1

ds/DS2490.pdf
DS2751 Datenblatt:
H4

H1
http://pdfserv.maxim-ic.com/en/
L1

L2

ds/DS2751.pdf
1-Wire/iButton-Software:
www.maxim-ic.com/products/
1-wire/software/ Bild 5. Kupferseite und Bestückungsplan der winzigen Platine.

Pssst! Stückliste Induktivitäten:


Maxim/Dallas teilte uns L1, L2 = BLM21P221SG (Murata,
freundlicherweise mit, dass 220 Ω bei 100 MHz)
ELEKTOR-Leser, die dieses Akku- Widerstände:
SMD, Gehäuseform 0805 Halbleiter:
Kapazitätsmessgerät bauen R1 = 1k5 T1 = IRFZ24N
wollen, ein kostenloses Muster R2 = 1 k IC1 = MAX8881EUT33 (Maxim/Dallas)
unter folgendem Link anfordern R3 = 10 k IC2 = DS2490S (Maxim/Dallas)
können: R4 = 1 Ω / 2 W IC3 = DS2751E-025 (Maxim/Dallas)
R5, R6 = 27 Ω
www.maxim-ic.com/samples Außerdem:
Kondensatoren: K1 = USB-Buchse, Platinenmontage,
SMD, Gehäuseform 0805 Type B
Beachten Sie bitte, dass das eine C1 = 1 µ Batteriehalter für eine AA-Zelle (Mignon)
freiwillige Leistung des C2 = 4µ7 Platine EPS 050394-1
Herstellers ist und die Lieferung C3, C5 = 100 n PC-Software EPS 050394-11 oder
C4 = 10 n kostenloser Download von
begrenzt sein kann. Also nicht
C6...C9 = 33 p www.elektor.de
unbedingt weitersagen ;-)

4/2006 - elektor 31
PRAXIS MIKROCONTROLLER

Universelle
SPI-Box
Mikrocontroller schneller flashen
Von Dipl.-Ing. (FH) Rainer Reusch

Viele Mikrocontroller sind zur Programmierung mit einer SPI-Schnittstelle ausgestattet. Die
Ansteuerung über eine serielle PC-Schnittstelle und ein paar zusätzliche Bauteile ist preiswert,
aber langsam. Besser ist die hier vorgestellte SPI-Box, die selbst an einem USB/Seriell-
Konverter annehmbare Geschwindigkeiten bietet.

Im Internet gibt es eine ganze Reihe Interface“ verwandelt. Für das gele- nicht dafür vorgesehen sind. Dies hat
von Anleitungen dafür, wie man eine gentliche Flashen eines Mikrocontrol- ein paar Nachteile.
serielle oder parallele Schnittstelle mit lers sind diese Lösungen sicherlich gut Vor allem ist die Datenübertragung
ein paar zusätzlichen elektronischen genug. Doch werden hier eigentlich über die serielle Schnittstelle relativ
Bauteilen in ein „Serial Peripheral Schnittstellen zweckentfremdet, die langsam. Bei der üblichen iterativen

32 elektor - 4/2006
Vorgehensweise (Programmieren, Tes-
ten, Programmieren, Testen und so
weiter) können die wiederholten Pau- Master Slave
sen, die durch das Übertragen des
Programms in den Speicher des Mikro- CS CS
controllers entstehen, ganz schön ner-
ven. Noch schlimmer wird es, wenn
man einen der handelsüblichen Kon- SCLK SCLK
verter von USB nach seriell verwenden
muss, weil beispielsweise moderne
Notebooks über solch „altertümliche“ SDO SDI
MOSI MOSI
Schnittstellen wie ein serielles oder
paralleles Interface erst gar nicht ver-
fügen. Bei der Datenübertragung zum SDI SDO
MISO MISO
Controller werden nämlich immer nur
wenige Bytes auf einmal gesendet,
was schon durch den USB-Protokoll-
050198 - 12
Overhead ordentliche Latenzen nach
sich zieht und so die Wartezeit bis
zum Abschluss des Flashens zusätz-
lich verlängert. Bild 1. Das SP-Interface kommt mit vier Leitungen zwischen Master und Slave aus.

Die Lösung über die parallele PC-


Schnittstelle ist zwar deutlich schnel-
ler, aber dafür riskiert man Defekte am Palette reicht vom Mikrocontroller über neben TX und RX auch die Handshake-
Motherboard des Rechners. Statische Speicher bis hin zu A/D-Konvertern, Leitungen einzeln angesteuert wer-
Entladungen oder Rückwirkungen von Sensoren und sogar Konvertern für den. Dafür ist die Hardware einer
extern angeschlossener Hardware sind andere Bus-Systeme wie zum Beispiel seriellen Schnittstelle aber nicht opti-
gefährlich, da für parallele Schnittstel- für den CAN-Bus. Die SPI-Box eignet miert, weshalb sich damit keine hohen
len oft kein eigener Interface-Chip ver- sich also nicht nur zur Programmierung Datenübertragungsraten realisieren
wendet wird. Hinzu kommt, dass man von Mikrocontrollern, sondern auch für lassen. Messungen an aktuellen PCs
einen speziellen Treiber braucht, um die Ansteuerung von SPI-kompatiblen haben ergeben, dass die minimale
der parallelen Schnittstelle das für sie ICs wie EEPROMs und A/D-Wandlern. Impulsbreite einer Handshake-Leitung
ungewöhnliche Verhalten beizubrin- Die Datenübertragung geht folgender- bei ca. 40 µs liegt. Das entspricht einer
gen. Für die bereits erwähnten Note- maßen vor sich: Will ein Master Daten Frequenz von etwa 12 kHz. Da aber
books scheidet diese Lösung mangels zum Slave übertragen, aktiviert er den Takt plus Daten erzeugt werden müs-
Parallelport ebenfalls aus. Slave via Chip-Select-Signal (CS, active sen, kommt man real auf noch deutlich
Eine dezidierte Hardware in Form der low), was von Motorola auch als SS geringere Werte. Aus diesem Grund
hier beschriebenen SPI-Box vermeidet (Slave Select) bezeichnet wird. Auf die ergeben sich schon bei wenigen hun-
bei relativ bescheidenem Aufwand all SCKL-Leitung legt er den Takt und dert Byte Übertragungszeiten von
diese Nachteile. überträgt die Daten synchron auf der etlichen Sekunden. Noch schlimmer
SDO-Leitung (Serial Data Out), welche wird es mit handelsüblichen
entsprechend mit SDI (Serial Data In) USB/Seriell-Konvertern. Hier liegen die
SPI auf der Slave-Seite verbunden ist. Die Latenzen für die Ansteuerung einzel-
Eine bidirektionale SPI-Schnittstelle Verbindung Master-SDO mit Slave-SDI ner Leitungen schon im Millisekunden-
verbindet Master und Slave über fünf wird von Motorola auch als MOSI (Mas- Bereich, was zu völlig unangemessen
Leitungen, nämlich vier Datenleitungen ter Out Slave In) bezeichnet. Der langen Programmierzeiten führt.
plus Masse (siehe Bild 1). Master ist in Datenfluss in die andere Richtung Besser ist es also, eine serielle Schnitt-
unserem Fall die an den PC ange- erfolgt über Slave-SDO nach Master- stelle ganz bestimmungsgemäß zur
schlossene SPI-Box. Der zu program- SDI und wird demgemäß auch als Datenübertragung zu verwenden und
mierende Mikrocontroller übernimmt MISO (Master In Slave Out) bezeichnet. die Kommunikation zwischen RS232
die Slave-Rolle. Obwohl das Interface SPI arbeitet mit gewöhnlichen 5-V- und SPI-Bus über einen Mikrocontrol-
hauptsächlich für die Kommunikation Logikpegeln. Soll ein Master mit meh- ler als RS232/SPI-Interface abzuwi-
zwischen Controller und Peripherie- reren Slaves kommunizieren, braucht er ckeln. Der Mikrocontroller ist nämlich
Bausteinen und zur Programmierung für jeden Slave eine eigene CS-Leitung, zu sehr schnellen Pegeländerungen an
von bereits in eine Schaltung eingebau- während die Daten wie bei einem Bus seinen Ausgängen befähigt. Und
ten Mikrocontrollern (also „in system“) an jedem Slave anliegen. Im Prinzip ist genau das ist es, was die SPI-Box im
verwendet wird, können theoretisch also alles ganz einfach. Kern ausmacht.
immerhin bis zu 5 Mbit/s übertragen
werden. SPI ist zwar lediglich ein Nun könnte man eine SPI-fähige Pro-
unstandardisiertes, von Motorola ent- Fragen und Antworten grammier-Hardware auch einfach „fer-
wickeltes Bus-System, doch ist auf- Bleibt die Frage, wieso zweckentfrem- tig“ kaufen. So bietet zum Beispiel
grund seiner Einfachheit eine große dete serielle Schnittstellen als SPI- Atmel ein „AT 89 ISP Tool“ an. Warum
Anzahl von SPI-kompatiblen ICs ver- Ersatz so langsam sind. Um die SPI- also kompliziert (selbst gebaut), wenn
schiedener Hersteller verfügbar. Die Leitungen nachzubilden, müssen es auch einfach (gekauft) geht? Die

4/2006 - elektor 33
PRAXIS MIKROCONTROLLER

+5V +5V

C14 R1 R4 R2 R3

680 Ω

820 Ω
10k

1k8
100n +5V
IC4 = SN74LS06
D4 D2 D3
IC6 = 74HC14
IC4.D
8
9 8 grün gelb rot
1 R9 R7 R13
2 5

470 Ω
RSI

10k

10k
RST
7 IC3 6
SEN RST

TL7705 10 6
3 1
CT CRF
1 1 D8
IC6.C D6 D10 C16
R5 +5V
C10 4 C8 11 5 6 5
1
10k

IC4.E IC4.C 100n

BAW76
BAW76
3V9
10µ +5V
35V 100n IC4.A
C1 C13
10µ 1 2
1
100n
35V
2 IC6.A +5V
20 R15
1 V+ 16 2 1
C4 C1+ 1 100 Ω
K1 1
RST
IC1 +5V
10µ 3 19
K2
1 C1– P1.7 IC6.B
35V 13 12 2 IC5 18 RST
6 R1IN R1OUT P3.0 P1.6 3 4 FB 2 1
7 10 3 17 1
2 TXD T2OUT T2IN P3.1 P1.5 SCK 4 3 CS
14 11 6 16
7 RTS T1OUT T1IN P3.2 P1.4 MISO 6 5 MOSI
8 9 7 15 IC6.E
3 RXD R2IN R2OUT P3.3 P1.3 RST 8 7 RST
4 C5 8 AT89C2051 14 11 10
8 CTS C3 C2+ P3.4 -24PC P1.2 1 SDA 10 9
MAX232 9 13
4 ACPE P3.5 P1.1
5 15 10µ 12
10µ C2– 35V P1.0 IC6.D
9
35V V- 11
P3.7 GND
5 9 8
6 1
C2 X1 X2
5 4 10 R14
SUB D9 X1 IC6.F
10µ 10k
35V 12 13
1 C18
+5V
C7 C9
K3 IC4.B 47p
22p 22p 3 4
1 R10
L7805CV

4k7
22,1184MHz
IC4.F T1
D1 IC2 +5V R6
13 12
1 10k
D9
K4 1N4001
BC558C
14 14
C6 C11 C12 C15 R11 R8 BAW76 R12
IC4 IC6
D5 D7

10k
C17
1M0

1M0

1000µ 100µ 100n 7 100n 7


35V 16V
100n

BAW76 1N4148 050198 - 11

Bild 2. Die Schaltung der SPI-Box besteht neben einem Atmel-Mikrocontroller aus lauter Standard-Bauteilen.

Vorteile einer Selbstbaulösung beste- Die Verbindung des Controllers zum seiner Ausgänge steuert die grüne
hen hauptsächlich in einer höheren PC erfolgt über den Pegelwandler LED an, die dann leuchtet, wenn die
Flexibilität und breiteren Einsetzbar- MAX232 (IC1). Zur Fehlerminimierung Box betriebsbereit ist. Leuchtet D4
keit (für Atmels RISC-Controller gibt es wird bei der seriellen Verbindung ein nicht, fehlt die Stromversorgung oder
wieder ein anderes System zu kau- Hardware-Handshake verwendet und aber die 5 V liegen nicht innerhalb
fen...). Außerdem kann man beim somit auch RTS an IC1 geführt. zulässiger Toleranzen.
Selbstbau noch eine Menge dazuler- Die rote LED D3 leuchtet nur, wenn
nen, und außerdem ist die SPI-Box Die Anbindung an den (erweiterten) gerade Daten über die SPI-Leitungen
schlicht und einfach preiswerter als SPI-Bus erfolgt über neun Inverter (IC4 geschickt werden. Die gelbe LED D2
eine käufliche Lösung. und IC6) und den invertierend geschal- wird sowohl vom PC als auch direkt
teten Transistor T1. Die mit den Dioden von der Software des Controllers IC5
D5...D10 realisierten Klemmschaltun- gesteuert. Nach dem Einschalten ist
Die Box gen verhindern Beschädigungen durch sie zunächst dunkel. Die zur Box gehö-
Wie schon ansatzweise beschrieben, zu hohe Pegel oder statische Entladun- rige PC-Software schaltet sie ein, um
handelt es sich bei der SPI-Box um gen. Die restlichen Open-Collector- zu signalisieren, dass die Verbindung
eine Art Seriell/SPI-Konverter. Kern Inverter treiben drei LEDs zur Anzeige zwischen PC und Box hergestellt ist.
der Schaltung in Bild 2 ist IC5, ein der Betriebszustände. Wie an dem Ste- Während ein Befehl verarbeitet wird,
8051-kompatibler Mikrocontroller cker K2 zu sehen ist, verfügt die SPI- wird die LED durch IC5 kurzzeitig aus-
AT89C2051 von Atmel. Mit einem Seite der Box neben den vier eigent- geschaltet. Ist sie dunkel, so werden
22,1184-MHz-Quarz (X1) getaktet lichen SPI-Leitungen über ein paar nach einem vom PC gesandten Befehl
ergibt sich einerseits eine präzise zusätzliche Signale, die bei Bedarf für noch Datenbytes erwartet.
Baudrate der seriellen Schnittstelle die komfortable Ansteuerung externer
von 115.200 Baud und andererseits ist Hardware zur Verfügung stehen.
der Controller auch schnell genug, um Der Reset-Baustein IC3 sorgt für defi- Netzteil und Aufbau
hohe Übertragungsraten auf seiner nierte Anfangszustände der Schaltung Die Box wird über ein handelsübliches
SPI-Seite zu erreichen. und überwacht die 5-V-Leitung. Einer Steckernetzteil mit Gleichspannungen

34 elektor - 4/2006
050198-1

050198-1

Bild 3. Die doppelseitige Platine der SPI-Box kann mit „normalen“ Bauteilen bestückt werden.

4/2006 - elektor 35
PRAXIS MIKROCONTROLLER

Bild 4. Die bestückte Musterplatine.

zwischen 9 V und 15 V versorgt. Prak- nung ist auf einen Kontakt von K2 ler erst programmiert sein muss (und
tischerweise sind auf der Platine gelegt. Die Box selbst benötigt weni- dies nicht „in system“ geschehen
(Bild 3), gleich zwei Buchsen dafür vor- ger als 100 mA. Sollte die 5-V-Leitung kann), bevor er in der Schaltung sei-
gesehen. Möchte man eine externe aber extern belastet werden, dann nen Dienst versieht. Bild 4 zeigt die
Hardware an die Box anschließen, empfiehlt sich ein Kühlkörper für IC2. bestückte Platine, die gut in ein
kann die Stromversorgung über ein Ansonsten gibt es nicht viel zu sagen. Gehäuse von OKW passt (siehe Stück-
passendes Kabel mit zwei NV-Steckern Die Platine ist zwar doppelseitig, aber liste und Fotos). Lediglich an den bei-
durchgeschleift werden und man für die Bestückung mit normal großen den Enden müssen passende Durch-
braucht nur ein Netzteil. Bauteilen vorgesehen, sodass keine brüche für die Stecker und Buchsen
SMDs von Hand gelötet werden müs- sowie Löcher für die drei LEDs
Die mit dem Spannungsregler IC2 auf sen. Speziell für IC5 empfiehlt sich gebohrt werden.
5 V stabilisierte Versorgungsspan- eine Fassung, da dieser Mikrocontrol-

Stückliste Halbleiter:
D1 = 1N4001
K1 = Sub-D-Buchse 9-polig, gewinkelt, für
Platinenmontage
D2 = LED gelb, low current K2 = Wannenstecker 10-polig, gewinkelt
D3 = LED rot, low current IC-Fassungen für IC4, IC5 und IC6
Widerstände: D4 = LED grün, low current Kühlkörper für IC2 (TO-220-Gehäuse)
R1, R5…R7, R9, R12, R14 = 10 k D5, D6, D9, D10 = BAW76 Gehäuse TOPTEC 154F (OKW)
R2 = 820 Ω D7 = 1N4148 Steckernetzteil mit NV-Stecker 2,1 mm
R3 = 1k8 D8 = Z-Diode 3V9, 400 mW (Minuspol außen), 8…15 V DC, 300
R4 = 680 Ω IC1 = MAX232ACPE mA
R8, R11 = 1 M IC2 = 7805 Platine 050198-1 (erhältlich über
R10 = 4k7 IC3 = TL7705ACP www.elektor.de)*
R13 = 470 Ω IC4 = 74LS06 Bin- und Hex-Datei sowie Readme mit
R15 = 100 Ω IC5 = AT89C2051-24PC (EPS050198- Konfigurationsbits und PC-Software als
41) * Gratis-Download auf der Elektor-
Kondensatoren: IC6 = 74HC14 Website (www.elektor.de)
C1…C5, C10 = 10 µ/35 V radial T1 = BC558C
C6 = 1000 µ/35 V axial
C7, C9 = 22 p Außerdem:
C8, C12…C17 = 100 n X1 = Quarz 22,1184 MHz
C11 = 100 µ/16 V radial Bu1, Bu2 = NV-Buchse 2,1 mm,
C18 = 47 p gewinkelt, für Platinenmontage

36 elektor - 4/2006
Anschlüsse
AT89S8252
Die Verbindung von Box und PC erfolgt SPI-Box Flashboard
über ein handelsübliches serielles Ver-
1 1
längerungskabel (Stecker und Buchse 2 6
neunpolig, 1:1 beschaltet). 3 2
Die zu programmierenden Geräte wer- 4 7
5 3
den über ein entsprechend belegtes 6 8
Flachbandkabel an K2 der Box ange- 7 4
schlossen. Die zusätzlichen Signale an 8 9
9 5
K2 erlauben den problemlosen
10
Anschluss des populären AT89S8252-
Flashboards aus ELEKTOR 12/2001, da
sich die Signale an Pin 1...9 von K2 und
die der neunpoligen Sub-D-Buchse voll SPI-Box AVRee
entsprechen. Für andere Entwick- 1 1
lungssysteme muss natürlich auch ein 2 6

entsprechendes Kabel angefertigt wer- 3 2


4 7
den. Bild 5 zeigt die Belegungen für 5 3
das erwähnte Flashboard und das 6 8

AVRee-Board aus ELEKTOR 3/2003. 7 4


8 9
9 5

Test
10

050198 - 13
Leider sieht man sich vor dem ersten
Test einem klassischen Henne-Ei-Pro-
blem gegenüber. Jedenfalls dann,
wenn kein für den Mikrocontroller IC5 Bild 5. Belegung der Verbindungskabel zwischen SPI-Box und dem 89S252-Flashboard
geeignetes Programmiersystem oder bzw. dem AVRee-Board.
ein Einfachst-Programmer zur Verfü-
gung steht. Schließlich muss der Con-
troller erst programmiert werden, das Programm „SPIBox_Test.exe“. Die Bild 6 zeigt das Fenster des Testpro-
bevor man mit der SPI-Box loslegen Dateien „SPIBox_Test DEU“ und „SPI- gramms. Wird die richtige serielle
kann. Für einfache Programmer gibt es Box.dll“ müssen sich im gleichen Ord- Schnittstelle ausgewählt und der But-
aber jede Menge Vorschläge im Inter- ner befinden. ton „Verbinden“ geklickt, dann leuch-
net. Noch einfacher: Im Elektor-Shop
ist unter der EPS-Nummer 050198-41
auch ein fertig programmierter Con-
troller erhältlich. Wer den Controller
selbst programmieren möchte, findet
die Firmware (Binär- und Hex-Datei
sowie Readme mit den Konfigurations-
bits des Controllers) in der Zip-Datei
050198-11, die man von der ELEKTOR-
Website www.elektor.de herunterla-
den kann.

Nach Bestückung der Platine und


Überprüfung der getanen Arbeit wird
die Box mit dem seriellen Verlänge-
rungskabel an einen PC angeschlos-
sen. Beim Anlegen der Versorgungs-
spannung muss die grüne LED leuch-
ten, während die rote und gelbe LED
nur kurz aufblitzen.
Nun wird die notwendige Software auf
dem PC installiert. Das Programm
„SPIBox_Setup.exe“ ist ebenfalls in der
Zip-Datei 050198-11 auf der Elektor-
Website enthalten. Diese Programmda-
tei ist auch auf der Website des Autors
zu finden.

Nach dem Start dieses Installers findet


man unter „c:\Programme\SPI-Box\“ Bild 6. Dialog-Box des Testprogramms.

4/2006 - elektor 37
PRAXIS MIKROCONTROLLER

tet die gelbe LED und in der Status-


zeile erscheint die Firmware-Version.
Man kann jetzt davon ausgehen, dass SPI-Box und Software
die SPI-Box im Prinzip funktioniert. Um Ohne die passende (Windows-)Software ist die schönste SPI-Box zu nichts nütze.
die Funktion der SPI-Seite der Box zu
Wer eigene Programme schreiben möchte, findet auf der ELEKTOR-Website
überprüfen, kann man an die entspre-
neben dem Software-Download auch ein umfangreiches PDF-Dokument zur
chenden Pins von K2 ein Voltmeter
oder besser noch ein Oszilloskop Software mit vielen weiteren detaillierten Informationen, Screenshots und
anschließen. Tabellen. Auf der Website des Autors [3] findet man ebenfalls Erläuterungen zur
In der Rubrik „Grundeinstellungen“ SPI-Box und das Angebot von betriebsfertiger Software für bestimmte
wird festgelegt, ob die drei SPI- Anwendungen. Basis aller Programmiersoftware ist die Windows-DLL „SPIBox.dll“,
Anschlüsse „SCKL“, „MOSI“ und die schon mit dem Testprogramm installiert wurde.
„MISO“ LOW- oder HIGH-aktiv sein
sollen. Üblicherweise müssen sie
HIGH-aktiv sein. Wenn aber einzelne
Leitungen invertiert sind (beim müssen sie in die Box zurückge- Literatur und Links:
Flashboard z.B. MOSI und MISO), schrieben werden (Button „Einstel-
[1] www.mct.de/faq/spi.html
muss man die Logik ändern. Über die lungen als Standard“). Diese Einstel-
Checkboxen „CS“ und „Reset“ wer- lungen bleiben erhalten, so lange [2] http://de.wikipedia.org/wiki/
den die gleichnamigen Ausgänge Betriebsspannung an der Box liegt. Serial_Peripheral_Interface
gesteuert (beides Reset-Ausgänge). Nach diesem Testlauf kann man mit [3] http://reweb.fh-weingarten.de/
Die Box erlaubt es, beim Schreib- der eigentlichen Programmiersoftware elektor/de/ projekte/SPIBox/
/Lesevorgang die SPI-Geschwindig- arbeiten, die wesentlich mehr Möglich- index.html
keit einzustellen. Im Programm keiten bietet. Auf der ELEKTOR-Web- [4] 89S8252 Flash-Board,
erfolgt diese Einstellung über die site und auf der Homepage des Autors ELEKTOR 12/2001
„SCKL-Zykluszeit“. Darüber hinaus finden sich hierzu noch viele weitere AVRee, ELEKTOR 3/2003
gibt es noch eine reine Schreibfunk- Hinweise und Informationen (siehe
tion, die mit recht hoher Geschwin- Kasten „SPI-Box und Software“).
digkeit arbeitet. Für das Lesen der (050198tse)
MISO-Leitung kann man wählen, ob
der Pegel auf der Leitung während
oder nach dem Takt abgetastet wird.
Die in der Box vorhandenen Grund-
einstellungen können abgefragt und
im Testprogramm geändert
werden. Damit sie
wirksam sind,

38 elektor - 4/2006
GRUNDLAGEN SERIELLE VERBINDUNGEN

Synchronisierung
Serielle
Kurzstrecken-
verbindungen
Von Prof. Dr. Bernd vom Berg
und Dipl.-Ing. Peter Groppe

Serielle synchrone Datenübertragungsver-


bindungen zwischen Mikrocontroller und
externen Peripherie-Bausteinen sind in den
letzten Jahren immer mehr in Mode
gekommen, zumal mittlerweile Datenüber-
tragungsraten von über 10 MBit/s mög-
lich geworden sind.

Firmen wie Analog Devices, Atmel, Burr-Brown, tion mit den On-Chip-Peripherie-Einheiten verwendet wer-
Maxim/Dallas, Microchip und andere stellen heutzutage den, nicht aber nach außen geführt sind. An den externen
eine Vielzahl über einen Kurzstreckenbus ansteuerbarer Pins dieses geschlossenen Mikrocontrollers sind daher nur
Chips mit den unterschiedlichsten Funktionen her. Dieser die Ein/Ausgänge der On-Chip-Baugruppen angeschlos-
Artikel beschreibt ausführlich die Grundlagen der seriel- sen, externe, parallel angesteuerte Erweiterungsbausteine
len synchronen Datenübertragung. können somit nicht hinzugefügt werden.

Darüber hinaus ergibt sich noch ein weiterer häufig zu


Das Grundproblem beachtender Punkt, nämlich die Länge der Verbindung
Wenn es darum geht, zusätzliche externe Peripherie-Bau- zwischen Mikrocontroller und den externen Einheiten.
steine an einem Mikrocontroller anzuschließen, bieten
sich dem Anwender zwei Möglichkeiten, die direkt vom  einige Zentimeter bis einige zehn Zentimeter, wenn
verwendeten Mikrocontroller abhängen: sich die Bausteine auf einer Platine befinden,

 Der Mikrocontroller stellt die drei für den Anschluss  einige Meter, wenn sich die Bausteine in einem Gerät,
externer Bausteine notwendigen Bussysteme (Daten-, einem Schaltschrank oder einem Steuerpult befinden oder
Adress- und Steuerbus) als mehr oder weniger getrennte
Anschlusspins nach außen hin zur Verfügung. An solche  einige zehn Meter bis hin einigen Kilometern, wenn
offenen Mikrocontroller können dann eine Vielzahl exter- sich die Bausteine in einer Fabrikhalle, einem Fabrikge-
ner Peripherie-Bausteine parallel über die drei Bussys- lände, einem Zug oder einem Container-Schiff befin-
teme angeschlossen werden. den.

 Der Mikrocontroller ist so klein und kompakt, dass die Der Einsatz von parallelen Bussystemen mit sehn bis 20
drei notwendigen Bussysteme zwar intern zur Kommunika- parallel geführten Leitungen kommt hierbei aus vielfältigen

40 elektor - 4/2006
mit Taktgefühl
Ein kleiner Nachteil dieser Datenübertragungsmethode
liegt in der reduzierten Datenübertragungsgeschwindig-
keit. Acht Bits parallel zu übertragen geschieht nun ein-
mal schneller als acht Bits nacheinander zu übertragen.
Allerdings sind die seriellen Bussysteme mittlerweile so
schnell geworden, dass diese Problematik immer mehr in
den Hintergrund tritt. So sind beispielsweise moderne,
seriell angesteuerte Festplatten schnell, schneller als ein
alter parallelen 16-bit-Bus.

Die Synchronisation des Datentransfers


Ein zu lösendes Kernproblem beim synchronen Daten-
transfer ist die Synchronisation der Datenübertragung zwi-
schen Sender und Empfänger (Bild 1). Der Sender gibt
die zu sendenden Bits mit einer bestimmten Geschwindig-
keit nacheinander auf die Sendeleitung. Woher weiß der
Empfänger, wann er ein neues Bit einlesen soll?
Er darf kein Bit übersehen, aber auch nicht ein und das-
selbe Bit doppelt oder mehrfach lesen. Der Empfänger
benötigt also weiter gehende Informationen darüber,
wann ein gültiges Bit an seinem Eingang anliegt und
wann er es übernehmen kann.
Die einfachste Lösung sieht nun so aus, dass der Sender
Zusatzinformationen (Zusatzsignale) an den Empfänger
überträgt, die eindeutig angeben, wann ein Bit zum Einle-
sen am Empfängereingang anliegt. Dieses Zusatzsignal ist
nichts anderes als ein Taktsignal, das über eine weitere
Leitung vom Sender zum Empfänger übertragen wird.
Der Empfänger könnte nun wie folgt reagieren:

Immer wenn eine steigende Impulsflanke auf der Takt-


beziehungsweise Synchronisationsleitung erscheint, liegt
ein gültiges Bit an meinem Empfangseingang und ich
kann diesen Leitungszustand (High- oder Low-Pegel)
lesen. Bei der fallenden Flanke des Synchronisationsim-
Gründen nicht in Frage (überbrückbare Entfernungen, Stör- pulses mache ich nichts, denn in dieser Zeit schickt der
sicherheit, Kosten, technische Realisierbarkeit, et cetera). Sender erst einmal ein neues Bit auf die Leitung.

Die seriell empfangenen Daten werden somit nach und


Serielle Datenübertragung nach in ein mehr oder weniger breites Schieberegister
In den letzten Jahren hat sich aber eine alternative Verbin-
dungsart entwickelt, die immer mehr und immer schneller
an Bedeutung gewinnt: die seriellen synchronen/asyn-
Sender Empfänger
chronen Punkt-zu-Punkt-Übertragungen und die seriellen ( C) (Serielle Peripherie-Einheit)
synchronen/asynchronen Bussysteme. Hierbei erfolgt der
Datenaustausch zwischen den Teilnehmern nicht mehr Auswertung bzw.
Byte-parallel, sondern Bit-seriell: Die einzelnen Bits eines Weiterverarbeitung der
empfangenen Daten
Bytes werden zeitlich nacheinander übertragen. Digitale
I/O-Ports
Serieller Bitstrom

Solch ein Verfahren erspart zum einen eine Vielzahl von Schiebe- SO
Verbindungsleitungen zwischen den Bausteinen, anderer- SO SI
register

seits können durch den Einsatz von Pegelwandlern bezie- Taktsteuerung


SCLK CLK
hungsweise Leitungstreibern große und größte Entfernun-
gen überbrückt werden. Letztendlich reichen somit zwei Serielle Takt- bzw. Bild 1.
Synchronisationsleitung:
bis vier normale digitale I/O-Leitungen zur Realisierung Zusatzinformation über den
Empfangszeitpunkt eines Bits Synchronisation des
eines bidirektionalen Datentransfers aus, der daher auch Datentransfers
einfach mit einem offenen oder geschlossenen Mikrocon- zwischen Sender und
troller bewerkstelligt werden kann, sofern noch freie digi- 040241 - 1 - 11 Empfänger.
tale I/Os vorhanden sind.

4/2006 - elektor 41
GRUNDLAGEN SERIELLE VERBINDUNGEN

Serielle synchrone Datenübertragung


Master Slave
(Mikro- (Serielle Peripherie-Einheit) Bild 2 zeigt das heute übliche Interface bei einer seriel-
controller)
len synchronen Punkt-zu-Punkt-Datenübertragung zwi-
Auswertung bzw. schen einem Master- und einem Slave-Baustein. Beide
Weiterverarbeitung der
empfangenen Daten
Stationen können über zwei getrennte Leitungen gegen-
Digitale
I/O-Ports seitig Daten austauschen, aber nur eine Station erzeugt
für beide Transferrichtungen den Takt. Diese Station wird
daher (Takt-) Master genannt (meist der Mikrocontroller).
Daten zum Slave SI
SO Schieberegister Er bestimmt über diesen Takt die Schnelligkeit (Bitrate)
Takt (SCLK) CLK Taktsteuerung der Übertragung, die natürlich den maximalen Transfer-
CLK
wert des Slaves, meist eine Peripherie-Einheit, nicht über-
Daten zum Master
SI
SO
steigen darf.
Slave Chip Select Die charakteristischen Besonderheiten hierbei sind:
CS CS
Bild 2.
Die Verbindungen bei  Über die Taktleitung (S)CLK (Serial Clock) gelangt der
der seriellen zentrale Master-Takt zum Slave-Baustein. Mit diesem Sig-
synchronen 040241 - 1 - 12 nal wird das Slave-Schieberegister getaktet.
Datenübertragung.
 Vom SO (Serial Out)-Anschluss des Masters werden
die Bits seriell über den SI (Serial In)-Anschluss des Slaves
in dessen Schieberegister eingetaktet, nach Beendigung
CPOL = 0
Ruhelage
des Datentransfers daraus entnommen und intern im
SCLK Slave weiter verarbeitet (Kommandos und Nutzdaten).

 Der Slave selber füllt nun, wenn er dem Master mit


Vordere Flanke
(Leading Edge)
Hintere Flanke
(Trailing Edge)
Daten antworten soll, sein internes Schiebregister mit den
Steigend Fallend Antwortbits auf und lässt diese dann im Mastertakt über
040241 - 1 - 13a
seinen SO-Ausgang zum SI-Eingang des Masters übertra-
gen. Stellt der Slave keine besonderen Daten für den
CPOL = 1 Master zur Verfügung, so werden einfach die (beliebi-
Ruhelage
gen) im Schieberegister stehenden Bits ausgetaktet. Es
wird also eine Vollduplex-Datenübertragung realisiert:
Der Master sendet über SO Daten an den Slave und
SCLK empfängt gleichzeitig über SI Daten vom Slave.
Bild 3.
Die Bestimmung der Vordere Flanke Hintere Flanke  Die vierte Leitung CS (Chip Select für den Slave) dient
vorderen und der (Leading Edge) (Trailing Edge)
zur Auswahl des gewünschten Slaves, wenn mehrere
Fallend Steigend
hinteren Flanke eines 040241 - 1 - 13b Slave-Einheiten im System vorhanden sind. Dazu aber
Taktimpulses. später mehr.

Zu beachten ist, dass der SO-Anschluss beim Slave natür-


eingetaktet. Sind alle Bits übertragen worden, so werden lich nur dann existiert, wenn der Slave auch für eine
sie im Empfänger von den nachgeordneten Stufen ausge- Datenausgabe vorgesehen ist (und auch nur dann benö-
wertet und weiterverarbeitet. Zur Realisierung dieser tigt man beim Master einen SI-Eingang). Ein kleines Bei-
seriellen, taktsynchronen Datenübertragung sind daher spiel soll dieses verdeutlichen.
mindestens eine Daten- und eine Taktleitung notwendig. Ein seriell ansteuerbarer LED-Display-Treiber-Baustein
Eine andere Methode, um für die Synchronisation des nimmt nur Daten vom Master entgegen, die dann deko-
Datentransfers zwischen Sender und Empfänger zu sor- diert und auf dem Display dargestellt werden. Hier ist
gen, wird bei der seriellen, asynchronen Datenübertra- kein SO-Anschluss beim Slave notwendig, da keine
gung realisiert, deren bekannteste Vertreter die COMx- Daten an den Master zurückgeschickt werden. Das
UART-Schnittstellen beim PC und der CAN-Bus sind. Hier- serielle synchrone Interface hat dann nur drei Anschlüsse.
auf wird in diesem Artikel jedoch nicht näher Ein seriell ansteuerbarer Temperatur-Sensor dagegen
eingegangen. braucht in der Regel immer einen SO-Anschluss, denn er
soll ja auf Befehl des Masters die Temperatur ermitteln
und den Wert über seinen SO-Anschluss zum Master schi-
cken. Hier besteht das serielle Interface aus (maximal)
Master gibt neues Bit aus
CPOL = 0:
Taktruhelage = 0
vier Leitungen.
Takt
SCLK

CPOL und CPHA


Betrachtet man den Ablauf der Datenübertragung etwas
Daten:
Master-SO bzw.
näher, so stellt man fest, dass es vier verschiedene Vari-
Slave-SI
anten gibt, die Daten auszutauschen. Zur Charakterisie-
Bild 4. Master muß das erste Bit ausgeben,
rung dieser unterschiedlichen Modi der seriellen synchro-
Die serielle synchrone
das der Slave dann mit der vorderen
(steigenden) Flanke des ersten Einlesezeitpunkte des Slaves
CPHA = 0
nen Datenübertragung werden ganz allgemein die bei-
Taktimpulses einliest
Datenübertragung im 040241 - 1 - 14
den Beschreibungsparameter CPOL und CPHA benutzt,
Modus 0. die den Ruhezustand der Taktleitung und die Taktflanken-

42 elektor - 4/2006
Tabelle 1. Die vier Modi einer seriellen synchronen Datenübertragung vom Master zum Slave.

CPOL CPHA Synchroner Modus (auch “SPI(Serial Peripheral Interface)-Modus” genannt)

Modus 0 Slave übernimmt die Daten mit der vorderen Flanke, also mit der steigenden Flanke. Master
0 0
gibt die Daten mit der hinteren Flanke aus, also mit der fallenden Flanke des vorhergehenden Impulses.

Modus 1 Slave übernimmt die Daten mit der hinteren Flanke, also mit der fallende Flanke. Master gibt
0 1
die Daten mit der vorderen Flanke aus, also mit der steigenden Flanke des gleichen Impulses.

Modus 2 Slave übernimmt die Daten mit der vorderen Flanke, also mit der fallenden Flanke. Master
1 0
gibt die Daten mit der hinteren Flanke aus, also mit der steigenden Flanke des vorherigen Impulses.

Modus 3 Slave übernimmt die Daten mit der hinteren Flanke, also mit der steigenden Flanke. Master
1 1
gibt die Daten mit der vorderen Flanke aus, also mit der fallenden Flanke des gleichen Impulses.

zuordnung beim Datenaustausch festlegen. steigende Flanke und bei CPOL = 1 die fallende Flanke
Betrachten wir daher die Taktleitung SCLK. Sie kann in des Impulses. Der Master muss daher vorher, also mit der
ihrer Ruhelage (vor Beginn eines Datentransfers) genau hinteren Flanke des vorhergehenden Impulses, dieses
zwei Zustände einnehmen, die durch den Parameter Datenbit schon auf seinen SO-Ausgang gelegt haben.
CPOL (Clock Polarity) beschrieben werden.
 CPHA = 1
 CPOL = 0: Der Ruhezustand auf der Taktleitung ist ein Der Slave übernimmt die Daten von seinem SI-Eingang
Low-Pegel (0 V) und somit beginnt der serielle synchrone bei der hinteren Taktflanke. Das ist bei CPOL = 0 die fal-
Datentransfer immer mit einer steigenden Taktflanke. lende Flanke und bei CPOL = 1 die steigende Flanke des
Impulses. Der Master muss daher vorher, also mit der vor-
 CPOL = 1: Der Ruhezustand auf der Taktleitung ist ein deren Flanke des selben Impulses, dieses Datenbit auf
High-Pegel (+5 V) und somit beginnt der serielle syn- seinen SO-Ausgang gelegt haben.
chrone Datentransfer immer mit einer fallenden Taktflanke.
Mit diesen beiden Parametern CPOL und CPHA lassen
Der Taktimpuls hat - ganz allgemein betrachtet - eine vor- sich nun die vier verschiedenen Übertragungsfälle eines
dere Flanke (Leading Edge) und eine hintere Flanke (Trai- seriellen synchronen Datenaustausches beschreiben
ling Edge), bei denen “etwas passieren kann”. Die (Tabelle 1).
Bezeichnungen sind zwar auf den ersten Blick etwas
ungewohnt, haben aber eine maßgebliche Bedeutung Diese vier Modi sind vollständig inkompatibel zueinan-
bei der Beschreibung der synchronen Datenübertragung. der! Man muss immer sehr genau darauf achten, in wel-
Betrachten wir nachfolgend zunächst den Datentransfer chem Modus der Slave (Peripherie-Baustein) arbeitet,
vom Master zum Slave über die SO/SI-Leitung, so muss damit man den Master (Mikrocontroller) entsprechend
man noch weitere Festlegungen treffen, die die exakten programmieren kann.
Zeitpunkte der Datenübergabe regeln:
Ein Beispiel soll das alles etwas klarer machen. Wir
 Bei welcher Taktflanke darf der Slave den Zustand an betrachten dazu den Modus 0 (CPOL = 0, CPHA = 0) in
seinem SI-Pin als ein gültiges Bit lesen? Bild 4. Die drei Kernpunkte hierbei sind:

 Bei welcher Taktflanke gibt der Master ein neues Bit an 1. Die Ruhelage der Taktleitung ist Low (0 V).
seinem SO-Pin aus, das bei der nachfolgenden Taktflanke
dann vom Slave gelesen werden kann? 2. Der Slave übernimmt die Daten mit der steigenden
Taktflanke. Zu diesem Zeitpunkt muss das zu lesende
Hier sind ebenfalls zwei verschiedene Varianten möglich, Bit bereits stabil am SI-Eingang des Slaves anliegen.
die durch den zweiten Parameter CPHA (Clock Phase)
festgelegt werden. 3. Der Master ändert die Daten bei der fallenden Takt-
Jetzt muss man allerdings zusätzlich auch noch den flanke beziehungsweise ändert die Daten auf jeden
Zustand von CPOL beachten, denn von dessen Wert ist Fall vor der nächsten steigenden Taktflanke (diese
es abhängig, wie die vordere Flanke beziehungsweise Taktflanke erzeugt er ja selber).
die hintere Flanke des Taktimpulses ganz konkret ausse-
hen (Bild 3). Kommt Ihnen diese exakt-formale Beschreibung des
Bei CPOL = 0 steigt die vordere und fällt die hintere Datentransfers zu unhandlich vor, so lässt sich das auch
Flanke. Bei CPOL = 1 ist es genau umgekehrt. Mit diesen für die tägliche Praxis etwas griffiger beschreiben. Bei
Festlegungen hat der Parameter CPHA folgende Bedeu- der seriellen synchronen Datenübertragung müssen Sie
tung: beim jeweils eingesetzten Slave-Baustein folgendes
beachten bzw. aus dem Datenblatt ermitteln:
 CPHA = 0
Der Slave übernimmt die Daten von seinem SI-Eingang 1. Wie sieht der Ruhezustand der SCLK-Leitung aus (Low-
bei der vorderen Taktflanke. Das ist bei CPOL = 0 die oder High-Pegel)?

4/2006 - elektor 43
GRUNDLAGEN SERIELLE VERBINDUNGEN

Takt
CLK
Daten zu den Slaves
SO
Daten von den Slaves
SI
Master
(Mikrocontroller)

Digital OUT

CLK SI SO CLK SI SO CLK SI SO

Slave 1 Slave 2 Slave n


(Peripherie- (Peripherie- (Peripherie-
Einheit) Einheit) Einheit)

CS1 CS2 CSn

Bild 5.
Die Erweiterung zum 040241 - 1 - 15
seriellen Bus.

2. Mit welcher Flanke übernimmt der Slave die Datenbits nungen CPOL, CPHA, (SPI) Modus, Leading Edge, Trai-
von der Datenleitung (steigende oder fallende ling Edge oder vordere/hintere Flanke. Dann müssen Sie
Flanke)? sich klar sein, was das alles bedeutet und wie Sie die
Datenübertragungssoftware zu gestalten haben.
3. Mit welcher Flanke muss dementsprechend der Master Der Datentransfer vom Slave zum Master (also Slave-SO-
vorher die Daten auf die Datenleitung geschrieben Ausgang und Master-SI-Eingang) geschieht nun ganz
haben (steigende oder fallende Flanke)? ähnlich: Die Bits werden aus dem Slave mit der jeweils
ersten auf die Eintakt-Flanke folgenden Flanke ausgetak-
Haben Sie diese drei Punkte geklärt, so können Sie sehr tet. Taktet der Master ein Bit in den Slave mit der steigen-
einfach den Mikrocontroller entsprechend programmie- den Flanke ein, so wird am Slave-SO-Pin ein Bit mit der
ren. Eins müssen Sie jedoch beachten: Sehr oft finden Sie nächsten Flanke, also mit der fallenden Flanke ausgetak-
bei Mikrocontrollern mit On-Chip-Synchron-Interface tet und umgekehrt.
beziehungsweise bei den Slave-Bausteinen die Bezeich-
Der serielle synchrone Bus
Man kann diese Punkt-zu-Punkt-Verbindungen auch zu
einem seriellen Bussystem mit mehreren Slave-Stationen
Master Slave 1 erweitern, in dem man wie in Bild 5 diese einfach paral-
SCLK
CLK lel an die Takt- und Datenleitungen anschließt. Das setzt
jetzt allerdings voraus, dass jeder einzelne Slave indivi-
SI Schiebe- duell angesprochen werden kann, damit immer nur
SO register genau ein Slave-Chip die für ihn bestimmten Daten emp-
CS CS fangen kann.
SO
Der Master muss für jeden Slave einen digitalen Ausgang
SI zur Verfügung stellen, über den der Slave aktiviert wird
(Chip Select Eingang beim Slave, meistens Low aktiv,
Slave 2 also CS). Erst nach der Slave-Freigabe darf mit der seriel-
CLK len Datenübertragung begonnen werden. Am Ende des
Datenaustausches wird der Slave übertragungstechnisch
SI Schiebe- wieder deaktiviert und kann die gesendeten Daten aus-
register werten.
CS Besitzt der Slave einen SO-Ausgang, so werden die
SO
Daten aus dem internen Schieberegister dort ausgetaktet,
solange das CS-Signal aktiv ist. Ohne SO-Ausgang blei-
ben die Bits im internen Schieberegister und werden von
Slave 3 den nachfolgenden Bits einfach überschrieben. Erst wenn
CLK CS deaktiviert wird, beginnt die Auswertung der im
Schieberegister vorliegenden Datenbits.
SI Schiebe- Die Daten werden in der Regel byteweise übertragen.
register Dabei kann der Datentransfer zum/vom Slave entweder
CS am rechten Ende des Bytes (also mit dem Least significant
SO
Bild 6. bit LSB zuerst) oder am linken Ende mit dem most signifi-
Die Kaskadierung von 040241 - 1 - 16 cant bit MSB beginnen.
Slaves. Den Takt des Masters bestimmt die Datenübertragungsge-

44 elektor - 4/2006
Tabelle 2. Vor- und Nachteile von synchron ansteuerbaren Slaves im Busbetrieb

Standard-Bussystem

Slaves individuell ansprechbar.


Auch für Slaves ohne SO-Ausgang geeignet.
Vorteile:
Datenübertragung an die Slaves mit der maximalen Geschwindigkeit ohne zusätzlichen Datentransfer-Overhead
möglich.

Für jeden Slave zusätzlich eine digitale I/O-Leitung (CS-Leitung) am Master notwendig, oder alternativ Aufbau
Nachteile:
einer CS-Logik.

Kaskadiertes Bussystem

Nur eine CS-Leitung für alle Slaves notwendig.


Exakt gleichzeitiges Ansprechen aller Slaves möglich, d.h. gleichzeitige Auswertung der übermittelten Daten,
Vorteile sobald CS deaktiviert ist.
Geringster Hardwareaufwand; sinnvoll einsetzbar wenn die Schnelligkeit des Datentransfers kein entscheidendes
Kriterium ist.

Nur für Slaves mit SO-Ausgang geeignet.


Nachteile Erheblicher Datentransfer-Overhead, wenn Daten an nur einen Slave gesendet werden sollen.
Der langsamste Slave bestimmt die maximale Datenübertragungsrate.

schwindigkeit, sie darf aber die maximal zulässige Takt- Und schon hat man ein weiteres kleines Problem: Es soll-
geschwindigkeit des Slaves nicht überschreiten. Notfalls ten ja nur neue Bits für den Slave 3 übertragen werden,
muss auf der Masterseite die Taktperiode (Taktbreite) die Slaves 1 und 2 sollen nicht mit (neuen) Daten versorgt
durch Warteschleifen verlängert werden. Ein zu langsa- werden. Um eine unerwünschte Auswertung dieser
mer Takt macht im Allgemeinen nichts aus, da die Daten- gesendeten Daten zu verhindern, gibt es so genannte
übertragung ja flankengesteuert ist und es den Slaves NOP-Datenbytes (no operation). Wenn dieses Bytemuster
meistens egal ist, wie viel Zeit zwischen den Flanken ver- im Schieberegister des Slaves steht, wird gar nichts
geht, solange letztendlich die richtige Anzahl von Flan- gemacht, wenn CS deaktiviert wird: Der Slave ändert sei-
ken (Bits) übertragen wird. nen aktuellen Zustand nicht. In unserem Beispiel muss
man daher folgende 24 Bits übertragen.
Kaskadierung von Slaves 1. CS aktivieren
In vergangenen Zeiten, als es noch viele bunte Wildwie- 2. 8 neue Nutzbits für Slave 3 austakten
sen gab, haben kleine und größere Kinder aus Gänse- 3. Zwei Nop-Bit-Muster für Slave 2 und 1 hinterher schie-
blümchen hübsche Blumenketten geflochten. Kaskadiert ben.
man nun mehrere Slave-Bausteine datenmäßig so wie in 4. CS wieder deaktivieren
Bild 6 dargestellt, so sieht das ebenfalls wie solch eine
Blumenkette aus und daher spricht in diesem Fall man Bei Deaktivierung von CS am Ende des Datentransfers
von einer Gänseblümchen-Ketten-Anordnung der Slaves reagiert nur Slave 3 wie gewünscht, die anderen Slaves
oder englischsprachig von einer Daisy-Chain-Configura- nicht. Sollen dagegen für alle drei Slaves gleichzeitig gül-
tion. tige Daten übertragen werden, so sendet man die ent-
Kaskadierung bedeutet, dass die Datenspeicher aller Sla- sprechenden Bitmuster einfach hintereinander aus.
ves datenmäßig in Reihe geschaltet sind. Die Slaves sind Kaskadierte Slaves werden in der Praxis oft bei größeren
hier alle an einer CS-Leitung angeschlossen, werden also (mehrzeiligen) LED-Displayeinheiten eingesetzt. Jeder
alle gleichzeitig freigegeben. Der jeweils vorhergehende Slave ist zum Beispiel als Treiberbaustein für eine Zeile
SO-Datenausgang ist zusätzlich mit dem nachfolgenden des Displays zuständig.
SI-Dateneingang verbunden. Dabei werden alle Bits
nacheinander durch alle Slaves hindurch geschoben. Bei der Kaskade ist wie beim Bus die Anzahl der Slaves
Werden die Daten beim Master benötigt, so wird der theoretisch unbeschränkt, in der Praxis kostet ein Daten-
letzte SO-Ausgang am SI-Eingang des Masters ange- transfer umso mehr Zeit, desto mehr Slaves vorhanden
schlossen. Ansonsten bleibt diese Verbindung offen und sind. Tabelle 2 zeigt die Vor- und Nachteile der mög-
die Daten fallen vom letzten SO-Ausgang in’s Leere. Die lichen Zusammenschaltung von Slave-Chips.
ganze Anordnung wirkt damit wie ein großes riesiges (040241-I)rg
Schieberegister, das aus einer Vielzahl (drei oder mehr)
kleiner Schieberegister zusammengesetzt ist.
Gehen wir einmal davon aus, dass jeder der drei Slaves
ein 8 Bit breites Schieberegister besitzt. Sollen nun Daten Weiterführende Literatur
für den dritten Slave gesendet werden, so muss der Master
[1] Bernd vom Berg, Peter Groppe, Joachim Klein
1. CS aktivieren C-Programmierung für 8051er
2. die 8 Bits für den Slave 3 austakten Band 1: Der Einstieg - Band 2: Die ON-Chip-Peripherie - Band 3:
3. noch 16 Bits hinterher schieben, damit die 8 Bits für Externe Peripherie - Elektor Verlag Aachen
den Slave 3 auch dort ankommen. [2] PalmTec unter www.palmtec.de
4. CS wieder deaktivieren

4/2006 - elektor 45
PRAXIS FPGA

FGPA-Kurs Teil 1 – Grundele


In der letzten ELEKTOR haben wir ein universelles FPGA-Modul und eine Experimentierplatine
mit vielen Funktionen vorgestellt. In unserem mehrteiligen Kurs zeigen wir, wie sich digitale
Logik-Schaltungen entwerfen und mit FPGAs realisieren lassen. Der erste Teil beschäftigt sich mit
den Grundelementen der digitalen Schaltungstechnik.

Von Paul Goossens dann „0“, wenn mindestens ein Ein- und B keinen Einfluss haben, so lange
gang „0“ ist. Beide Aussagen an Eingang C das Signal „0“ liegt.
beschreiben, wie aus Bild 1 hervor-
Das auffälligste Merkmal einer digita- geht, das gleiche Verhalten.
len Schaltung ist die Tatsache, dass die ODER-Gatter und Inverter
Schaltung (normalerweise) nur mit Der Ausgang eines OR-Gatters ist „1“,
zwei Spannungspegeln arbeitet. Die Notation wenn an mindestens einem Eingang
Spannungspegel werden mit „High“ In Bild 1 sind in der obersten Zeile die eine „1“ liegt. Oder anders ausge-
(Hoch) und „Low“ (Niedrig) bezeich- Bezeichnungen der Grundfunktionen drückt: Der Ausgang eines OR-Gatters
net. „High“ gibt an, dass das Potential angegeben. In der Zeile unter den ist nur dann „0“, wenn sämtliche Ein-
(die Spannung) eines Signals höher als Schaltungssymbolen stehen die Sym- gangssignale „0“ sind.
ein vereinbarter Wert ist, und „Low“ bole der Verknüpfungsoperatoren in Übrig bleibt noch die dritte Grundfunk-
gibt an, dass dieser Wert niedriger als „Boolescher Schreibweise“. Mit Hilfe tion, der Inverter, auch mit „NOT“
der vereinbarte Wert liegt. Anstelle der solcher Verknüpfungsoperatoren las- (NICHT) bezeichnet. Hier liefert der
Begriffe „High“ und „Low“ sind auch sen sich alle binären Schaltungen nach Ausgang dasjenige binäre Signal, das
die Zahlenwerte „1“ und „0“ mathematischen Grundsätzen „komplementär“ zum Eingangssignal
gebräuchlich. In der Regel entspricht beschreiben. Wie die folgende Zeile in ist. Eine „0“ am Eingang ergibt eine
eine „1“ dem hohen Spannungspegel, Bild 1 zeigt, sind die resultierenden „1“ am Ausgang - und umgekehrt.
mit einer „0“ ist der niedrige Span- Booleschen Gleichungen sehr einfach Auch diese Grundfunktion ist in Bild 1
nungspegel gemeint. Bestimmte Bau- aufgebaut. Unter diesen Gleichungen dargestellt.
steine verarbeiten solche „binären“ sind die so genannten Wahrheitstabel-
Signale – und liefern als Ergebnis len angegeben, die das Verhalten einer
ebenfalls „High“ oder „Low“. aus Verknüpfungen bestehenden Experimentierplatine
Schaltung noch anschaulicher Nun kommen wir zur Praxis. Die
beschreiben. In den linken Spalten ste- Grundfunktionen wollen wir auf der
UND-Gatter hen die möglichen Kombinationen der FPGA-Experimentierplatine umsetzen.
Erstaunlicherweise lässt sich die Eingangssignale, in der rechten Spalte In Bild 2 ist die Schaltung dargestellt,
gesamte digitale Schaltungstechnik steht das resultierende Ausgangssig- die mit dem FPGA realisiert werden
auf drei Grundelemente zurückführen. nal. Zum Beispiel ist der Ausgang des soll. Als Eingangssignale dienen die
Auch die komplexesten digitalen Bau- AND-Gatters nur dann „1“, wenn die Signale der vier auf der Experimentier-
steine bestehen aus Kombinationen drei Eingangssignale „1“ sind (die platine befindlichen Drucktaster, wäh-
dieser drei Elemente! AND- und die OR-Funktion sind hier rend die sieben LEDs die Ausgangs-
In Bild 1 sind die entsprechenden Sym- mit drei Eingängen dargestellt, die signale sichtbar machen.
bole und die zugehörigen Eigenschaf- Anzahl der Eingänge kann jedoch zwi- Die notwendigen Dateien sind
ten dargestellt. Die Funktionen AND schen zwei Eingängen und unendlich Bestandteil des Software-Pakets, das
(= UND) und OR (= ODER) können vielen Eingängen liegen). zu dieser Folge des FPGA-Kurses
unendlich viele Eingänge haben, wäh- Wahrheitstabellen können oft kleiner gehört. Die Software lässt sich kosten-
rend die Funktion NOT (Inverter) stets und übersichtlicher gestaltet werden, los von der ELEKTOR-Website
nur einen einzigen Eingang hat. Alle indem man ein Symbol einführt, das so (www.elektor.de; die FPGA-Seite errei-
drei Grundfunktionen haben immer nur viel wie „beliebig“ oder „hat keinen chen Sie über den entsprechenden
einen einzigen Ausgang. Einfluss“ bedeutet. Dies ist das Sym- Button im Menü rechts) herunterladen.
Der Ausgang der Funktion AND ist bol „X“, es wird auch „Don’t care“ Mit der Installationsroutine Setup.exe
nur dann „1“, wenn alle Eingänge genannt. Der zweiten Wahrheitstabelle kann man die Software leicht installie-
gleichzeitig „1“ sind. Oder anders der AND-Funktion ist zu entnehmen, ren. Nachfolgend setzen wir voraus,
beschrieben: Der Ausgang ist nur dass die Signale an den Eingängen A dass die Software im vorgegebenen

46 elektor - 4/2006
emente der digitalen Schaltungstechnik
Ordner C:\altera\FPGA_course\1\ex1 Eingängen liegen die Signale erfolgreich beendet ist.
installiert ist, und dass auch das SWITCH1 ... SWITCH4, sie werden von Wie die erzeugte Datei in das FPGA-
FPGA-Modul und die Experimentier- der Software an die Eingänge des Modul übertragen wird, ist in dem zum
platine nach den Anweisungen in den FPGAs auf dem FPGA-Modul gelegt. FPGA-Modul gehörenden Beitrag auf
zugehörigen Beschreibungen instal- Gleichzeitig verbindet die Software die unserer Website beschrieben. Der ein-
liert wurden. Ausgänge mit den LEDs LED1 ... LED7. zige Unterschied besteht darin, dass
Doppelklicken Sie auf die Datei ex1.qpf Das Programm Quartus erzeugt nun das FPGA hier mit der Datei ex1.sof
im Ordner C:\altera\FPGA_course\ eine Datei, mit der die Schaltung im konfiguriert werden muss.
1\ex1. Dadurch startet das Programm FPGA abgebildet werden kann. Dazu
Quartus. Das Projekt, das zu diesem muss man im Menü Processing die
Beispiel gehört, wird geöffnet. Auf dem Auswahl Start Compilation anklicken. Praxis
Bildschirm erscheint die Schaltung, die Nach kurzer Wartezeit erscheint die Nachdem das FPGA konfiguriert ist,
in Bild 2 wiedergegeben ist. An den Meldung, dass die Compilierung kann die Schaltung erprobt werden.

Bezeichnung: UND ODER NICHT


Englische Bezeichnung: AND OR NOT/INV
IC1 IC2 IC3
A A
Elektrisches Symbol: B Q B Q A Q
C C
IC1 IC2 IC3
A A
IEC-Symbol: B & Q B 1 Q A 1 Q
C C

Boolesche Funktion:
* +
Boolesche Gleichung: Q=A*B*C Q=A+B+C Q=A

Wahrheitstabelle: A B C Q A B C Q A Q
0 0 0 0 0 0 0 0 0 1
0 0 1 0 0 0 1 1 1 0
0 1 0 0 0 1 0 1
0 1 1 0 0 1 1 1
1 0 0 0 1 0 0 1
1 0 1 0 1 0 1 1
1 1 0 0 1 1 0 1
1 1 1 1 1 1 1 1

A B C Q A B C Q
X X 0 0 0 0 0 0
X 0 X 0 X X 1 1
0 X X 0 X 1 X 1
1 1 1 1 1 X X 1 060025 - 11

Bild 1. Die logischen Grundelemente der digitalen Schaltungstechnik.

4/2006 - elektor 47
PRAXIS FPGA

11 &
& ≥1
≥1 &
& ≥1
≥1 =1
=1 =1
=1 11 &
& ≥≥

tine sind die LEDs mit „1“ bis „7“


bezeichnet.
SWITCH1 LED1
Aus unserer Beispiel-Schaltung (in
SWITCH2 LED2
Quartus) geht hervor, dass LED1
OR 2
unmittelbar vom Signal SWITCH1
gesteuert wird, so dass diese LED
≥1 LED3 beim Drücken von Taster S1 aufleuch-
tet. Das Gleiche gilt für Taster S2 und
AND 2 LED2.
& LED4 Dagegen zeigt LED3 ein anderes Ver-
halten, weil diese LED von den Signa-
AND 4 len SWITCH1 und SWITCH2 über ein
OR-Gatter gesteuert wird. Das hat zur
Folge, dass LED3 aufleuchtet, wenn
& LED5
SWITCH3 entweder Taster S1 oder Taster S2
(oder gleichzeitig S1 und S2) gedrückt
SWITCH4 werden.
OR 4
Mit LED4 lässt sich die Funktion eines
AND-Gatters testen. Die LED leuchtet
≥1 LED6 nur dann auf, wenn Taster S1 und Tas-
ter S2 gleichzeitig gedrückt werden.
INV LED5 wird über ein AND-Gatter mit
1 LED7 vier Eingängen gesteuert, so dass
060025 - 12 diese LED nur aufleuchtet, wenn alle
vier Taster S1 ... S4 gleichzeitig
gedrückt werden. Die nächste LED
Bild 2. Das erste Beispiel - als Schaltung dargestellt. (LED6) demonstriert die Funktion
eines OR-Gatters mit vier Eingängen.
Hier genügt es, nur einen einzigen Tas-
Die Drucktaster S1 ... S4 steuern die Widerstand (R5 ... R8) den Eingang ter zu drücken, um die LED aufleuch-
Signale SWITCH1 ... SWITCH4. Wenn nach Masse. ten zu lassen. Bleibt noch LED7, sie
ein Taster gedrückt wird, geht das Die Ausgänge LED1 ... LED7 steuern veranschaulicht die NOR-Funktion.
zugehörige Signal von „0“ auf „1“. Im über ein Treiber-IC (IC7) die LEDs LED7 leuchtet auf, wenn LED6 nicht
Ruhezustand zieht ein Pulldown- D8 ... D14. Auf der Experimentierpla- aufleuchtet, also wenn kein Taster
gedrückt ist. Überzeugen Sie sich
selbst!

  
 Selbst entwerfen
Ziel unseres Kurses ist der selbststän-
  
dige Entwurf von logischen Schaltun-
gen - und das Realisieren dieser Schal-
  
  
tungen durch die Konfiguration eines
  
  
FPGAs. Dazu sind nicht nur Kennt-
nisse der digitalen Elektronik erforder-
  
  
 
 
 lich. Auch der Umgang mit Quartus
will geübt sein. Der beste Weg dorthin
  
  
 
 
 ist die Praxis - trotzdem kann es nicht
schaden, zuvor das zugehörige Tutorial
   durchzuarbeiten. Ferner enthält der
  Ordner C:\altera\FPGA_course\ex2 ein
  
  
 
 
 PDF-Dokument mit einer Schritt-für-
Schritt-Anleitung, die beim Entwurf
     der Beispiel-Schaltung Hilfestellung
leistet. Wir empfehlen, dieses Doku-
     ment sorgfältig durchzuarbeiten und
das Beispiel in Bild 2 ein zweites Mal
   ! 060025 - 13 zu entwerfen. Auf diese Weise üben
Sie nicht nur den Umgang mit Quartus.
Sie lernen auch, das Programm so zu
konfigurieren, wie es die Experimen-
tierplatine und das Programmier-Inter-
Bild 3. Erstes Beispiel in Boolescher Notation. face erfordern.

48 elektor - 4/2006
PRAXIS FPGA

≥1
≥1 &
& ≥1
≥1 =1
=1
Das Chamäleon erwacht Die ELEKTOR-FPGA-Experimentierplatine
Von Paul Goossens

VGA Strom-
versorgung

}
Ein vollwertiger VGA-Ausgang, über
den Text und Grafik auf dem PC- Die Eingangsspannung ist nicht kri-

}
Bildschirm dargestellt werden kön- tisch, so lange sie zwischen 6 V und
nen, realisiert mit einigen Standard- 20 V liegt. Der Eingang ist verpo-
Bauelementen. lungssicher, Plus und Minus dürfen
Siehe Seite 26 vertauscht werden.
Siehe Seite 27

Boolesche Algebra Ethernet PS/2


Die logischen Funktionen, die in Bild 2 Die Verbindung mit dem Internet. Der
zugehörige Chip stellt die
Verbindung zwischen dem analogen
Dies sind die Anschlüsse für eine
PS/2-Tastatur und eine PS/2-Maus.
Siehe Seite 27
und digitalen Bereich her.

in Form einer Schaltung dargestellt Siehe Seite 26

LCD
sind, können auch mit Hilfe der Boole- USB
Ein LC-Display ist bei einer
Experimentierplatine unverzichtbar.
Hier der Anschluss für ein zweizeiliges

schen Algebra beschrieben werden. In Über die USB-Schnittstelle kommuni-


ziert das Board mit dem PC. Nur fünf
Bauelemente einschließlich
LC-Display mit 16 Zeichen je Zeile.
Siehe Seite 27

Steckverbinder machen dies möglich!

Bild 3 sind die sieben Funktionen in Siehe Seite 26


Audio In/Out
Auch in der Audio-Welt beweist das

dieser Schreibweise aufgelistet. Boole- Board seine Stärken. Der Weg führt über
einen 16-bit-Stereo-Ein- und -Ausgang.
Siehe Seite 27
Analoge I/O
sche Gleichungen lassen sich auch in Vier analoge Eingänge und ein ana-
loger Ausgang. Bei so viel digitaler
Power dürfen sie natürlich nicht feh- Displays
Quartus verwenden. Dazu wird die len. Die Auflösung 8 bit reicht für die
meisten Anwendungen aus.
Siehe Seite 26
Ideal für die Darstellung von Ziffern
und Zahlen, zum Beispiel für die
Anzeige von Zeit und Datum.

}
}
Programmiersprache VHDL genutzt, Siehe Seite 26

die eigens zur Beschreibung digitaler Digitale I/O


Eine externe Schaltung oder Erweite-
LEDs
Diese LEDs können als Status-Anzeige
Drucktaster
Es muss nicht immer eine alphanume-
DIP-Schalter
Mit den Mini-Schaltern
rung lässt sich über diese Anschlüsse verwendet werden, was beim rische Tastatur sein, für viele Zwecke lassen sich Optionen bequem

Schaltungen geschaffen wurde. Aus mit der Experimentierplatine verbinden.


Siehe Seite 26
Debuggen oft sehr hilfreich ist.
Siehe Seite 26
genügen einfache Drucktaster.
Siehe Seite 26
zu- und abschalten.
Siehe Seite 26

den Programm-Zeilen in VHDL erzeugt


die Software die Datei, welche den
FPGA konfiguriert. Das Erstellen der
Schaltung als Grafik und das Beschrei-
ben der Schaltung in VHDL führen leschen Gleichungen wiederzufinden, zen lässt. Soll beispielsweise LED D1
beide zum gleichen Ziel. die schon aus Bild 3 bekannt sind. Klei- (OUT1 im VHDL-Dokument) nur dann
nere Unterschiede bestehen lediglich aufleuchten, wenn Taster S1 und Tas-
darin, dass das Zeichen „=“ durch ter S4 gleichzeitig gedrückt sind, kann
Beispiel „<=“ ersetzt ist, was so viel wie man das VHDL-Dokument ganz ein-
Der Ordner C:\altera\FPGA_course\ex3 „wird“ bedeutet. Das Operator-Zei- fach ändern. Die in Zeile 57 stehende
enthält die zum nächsten Beispiel gehö- chen „*“ lässt sich durch „and“ erset- Anweisung wird einfach durch „OUT1
renden Dateien. Nach einem Doppel- zen, und an Stelle von „+“ darf „or“ <= IN1 and IN4;“ ersetzt. Probieren
klick auf ex3.qpf startet Quartus und stehen. Sie dies aus, indem Sie nach der Ände-
lädt dieses Projekt. Der Unterschied rung eine neue Compilierung durch-
zum vorangegangenen Beispiel besteht In Zeile 63 wird nicht die Gleichung führen und das FPGA neu konfigurie-
darin, dass in ex3.bdf (grafische Darstel- „OUT7 <= not (OUT6)“ verwendet. ren!
lung der Schaltung) alle Eingänge und Stattdessen ist die Gleichung voll aus-
Ausgänge mit einem großen Rechteck geschrieben. Die Schreibweise „OUT7 Will man die Änderung grafisch durch-
verbunden sind. Das Rechteck symbo- <= NOT (OUT6)“ wäre theoretisch führen (wie im ersten Beispiel), ist der
lisiert den Block, der die Eingangssig- ebenfalls korrekt. Leider dürfen in Arbeitsaufwand höher. Ein größeres
nale verarbeitet und die Ausgänge VHDL Ausgangssignale nicht als Ein- Projekt kann sich schnell zu einem
steuert. Ein Doppelklick auf das Recht- gangssignale interner Logik-Blöcke Labyrinth aus Verbindungen und
eck öffnet das Dokument, in dem beides benutzt werden. Im weiteren Verlauf Logik-Elementen entwickeln. Dadurch
spezifiziert ist. Dabei kann es sich um des FPGA-Kurses wird noch deutlich geht die Übersichtlichkeit verloren,
eine weitere grafische Darstellung oder werden, weshalb es diese Vorschrift und das Projekt ist nur noch schwer
um eine Funktionsbeschreibung in gibt - und wie sie sich mit einem ein- überschaubar. In VHDL ist das Verhal-
VHDL handeln. In diesem Fall besteht fachen Kunstgriff umgehen lässt. Auch ten der Schaltung (unterstützt von hil-
die Beschreibung aus VHDL-Code. das dritte Beispiel sollten Sie wie freichen Kommentaren) wesentlich
In VHDL werden alle Elemente, die auf beschrieben compilieren und auf der transparenter.
das Zeichen „—“ folgen, als Kommen- Experimentierplatine ausprobieren.
tare betrachtet. Kommentare haben
keinen Einfluss auf das Dokument, sie Ausblick
können jedoch für das Verständnis Anpassen In der nächsten Folge des FPGA-Kur-
außerordentlich hilfreich sein. Im Ordner ex4 befindet sich noch ein ses ist die Siebensegment-Anzeige an
Der Aufbau eines VHDL-Dokuments Dokument, das Schritt für Schritt der Reihe. Außerdem beschreiben wir
wird erst später näher erklärt, an die- beschreibt, wie sich das gerade den Einsatz von Speicherelementen.
ser Stelle soll Folgendes genügen: In behandelte Beispiel in Quartus gra- Hinzu kommen elementare Rechenope-
Zeile 29 erhält das Projekt den Namen fisch erstellen lässt. Die Konstruktion rationen. Inzwischen können Sie im
ex3_VHDL, gefolgt von der Definition von Blöcken und der hierarchische Auf- Forum (www.elektor.de) über FPGAs,
der verwendeten Eingänge und Aus- bau von Projekten stehen im Mittel- über unser FPGA-Modul, die Experi-
gänge. Die Signale IN1 ... IN4 sind als punkt dieser Lektion - dazu kommen mentierplatine und natürlich auch über
Eingangssignale (IN) und die Signale weitere Fähigkeiten und Möglichkei- diesen FPGA-Kurs diskutieren.
OUT1 ... OUT7 sind als Ausgangssig- ten von Quartus. Schon deshalb sollten (060025gd)
nale (OUT) definiert. Mit dem nachfol- Sie die Übungen nicht überschlagen.
genden Teil des VHDL-Dokuments Die zu dieser Folge des FPGA-Kurses
wollen wir uns später beschäftigen. VHDL ist eine „mächtige“ Sprache, gehörende Software kann kostenlos von
von der hier nur ein erster, sehr unvoll- der ELEKTOR-Website heruntergeladen
kommener Eindruck vermittelt werden werden (www.elektor.de; die FPGA-
Gleichungen kann. Es ist jedoch schon jetzt deutlich Seite erreichen Sie über den entspre-
Auffallend im VHDL-Dokument sind geworden, dass sich die Entwick- chenden Button im Menü rechts). Die
die Zeilen 57 bis 63. Hier sind die Boo- lungszeit mit VHDL erheblich verkür- Datei hat die Nummer 060025-1-11.

4/2006 - elektor 49
PRAXIS HAUS & GARTEN

Elekt

Von Jürgen Mack

Schocks
mit dem 555
Ärger mit fremden Tieren auf Ihrem
Grundstück? Ihre vierbeinigen Lieblinge
reißen öfter mal aus? Der hier vorgestellte
Elektrozaun-Generator setzt dem Treiben
ein Ende. Zum Einsatz kommen der
bekannte 555 und eine Zündspule.

50 elektor - 4/2006
trozaun-Generator
Ältere ELEKTOR-Leser erinnern sich barem Puls-Pausenverhältnis einge-
vielleicht noch an die auf der Bande- setzt wird. Da wir lange Pausen- (0)
role abgedruckten „Wegwerfschaltun- und kurze Pulszeiten (1) benötigen, Technische Daten
gen” aus den Siebzigern. Einer der wurden in das frequenzbestimmende • Entlade-Energie in drei Stufen ein-
damaligen Beiträge beschäftigte sich Netzwerk zwei Dioden (D2 und D3) mit stellbar:
mit einem Generator für einen Elektro- aufgenommen. 250 mJ, 400 mJ und 450 mJ.
zaun. 35 Jahre später präsentieren wir Mit dem Schiebeschalter S1 lassen • Geringe Stromaufnahme:
den modernisierten Nachfolger der sich drei Puls-Pausenverhältnisse aus- 25 mA, 70 mA oder 150 mA,
Schaltung (Tipps zum Aufbau des wählen, indem innerhalb der Wider- abhängig von der Entlade-Energie.
Elektrozauns findet man im Internet, standskette R1, R2 und R3 jeweils
siehe zum Beispiel den Link unten). andere Verbindungspunkte angezapft
• Lange Betriebsdauer:
50, 20 oder 8 Tage, abhängig
Die Generatoren sind zwar in robuster, werden. von der Entlade-Energie (mit
wasserdichter Form auch im Handel Der Ausgang des 555 steuert einen 45 Ah Akku und 2/3 Entladung).
erhältlich (zum Beispiel in Läden für Leistungs-MOSFET (T1), der die Pri-
Landwirtschafts-Zubehör); aber märseite der Spule während der kur-
• Zeit zwischen zwei Impulsen:
1,5 s. Einfache Anpassung mit R5
gerade bei solch einer einfachen Schal- zen Puls-Zeit des Oszillators (Zustand möglich.
tung gibt es für Elektroniker natürlich „1“) mit Masse verbindet. Dadurch
keine Alternative zum Selbstbau! entstehen an der Sekundärseite der • Pulsdauer jeweils 16,5 , 24 und
31 ms.
Spule kurze Hochspannungsimpulse.
Über D6 wird die Betriebsspannung • Stromaufnahme der
Steuerschaltung maximal 1,6 mA.
vom Akku entkoppelt und mit C7 und
Klein aber wirkungsvoll C8 gepuffert. Dadurch erfolgt bei zu
Wie in Bild 1 zu sehen ist, erfordert der geringer Akkuspannung kein Reset
Aufbau des Generators nur wenige des Timer-ICs. Dies würde nämlich Aufbau
Bauteile. Bis auf die Zündspule, die eine zu schnelle Folge der Entlade-
man am günstigsten beim Impulse nach sich ziehen. Bild 2 zeigt das Layout der Schaltung.
(Auto-)Schrotthändler erwerben kann, Damit der Wert von C7 nicht allzu groß Zum Aufbau gibt es eigentlich nur zu
ist alles Standard. sein muss, wurde ein TLC555 statt der sagen, dass die Drahtbrücke bei D2
Das Prinzip der Schaltung ist schnell Standardversion des 555 eingesetzt. nicht vergessen werden darf.
erklärt. Kernstück (IC1) ist das altbe- Bleibt noch zu erwähnen, dass D1, R7 Noch ein paar Hinweise zu den ver-
kannte Timer-IC mit der Bezeichnung und D5 zur Anzeige der Betriebsspan- wendeten Bauteilen: Für den Zeit
555, das hier als Oszillator mit einstell- nung dienen. bestimmenden Kondensator C4 schla-

K1 +12V K3

D6
(15)
C6
1N4002
D1 R1 100n
15k

15
10V C8 C7
0W5 1
S1.A Zündspule
R2 100n 47µ
2 7
25V
6k8

3
K4
1

R7 R3 (1)
C1 C2 4 8 4
560 Ω

6k8

12V S1.B R
5 8 7
DIS
100µ 100µ D2
63V 63V 6 IC1 T1
D4 C5
TLC555 R6
2 TR 3
R4 R5 D3 OUT 470 Ω
6 220n
1M 390k THR 630V
IRFP460
2x CV
1N4148 1 5 1N4007
D5 C4 C3

K2 1µ5 10n

050248 - 11

Bild 1. Ein 555-Timer-IC ist hier als astabiler Multivibrator geschaltet.

4/2006 - elektor 51
PRAXIS HAUS & GARTEN

C7 C2
C3

C5
D2
S1
C8
C1
IC1 T1

ROTKELE )C(

(C) ELEKTOR
1-842050

050248-1
D4
III C4
II R6
I 15
COIL

D3
R5 1
R4
D6

R3 + _
R1 C6 D5
R2
D1 R7
050248-1

Bild 2. Die Platine ist erfreulich kompakt, wenn man von der etwas größeren Spule einmal absieht.

gen wir eine MKT-Version vor. Dies ga- Um die Spule gegen einen Schaltungs-
rantiert eine längere Lebensdauer und fehler zu schützen, ist eine Sicherung
einen geringeren Leckstrom als bei sehr zu empfehlen. Sollte nämlich der
+10kV - +20kV einem Elko. R7 kann je nach der Oszillator aus irgendeinem Grund sei-
gewünschten Helligkeit der LED ver- nen Dienst einstellen und der MOSFET
ändert werden. dadurch im leitenden Zustand verblei-
Falls C5 schwer erhältlich sein sollte, ben, so kann der vollständige Akku-
+12V lässt sich auch ein alternativer Wert von strom durch die Spule fließen und diese
15 1 470 nF (bei ebenfalls 630 V Spannungs- zerstören oder sogar in Brand setzen.
festigkeit) einsetzen. Wichtig: In diesem Zur weiteren Erhöhung der Zuverlässig-
Fall müssen R1 gleich 8k2 und R2 sowie keit der Schaltung lötet man das IC am
R3 gleich 4k7 gewählt werden. besten ohne Fassung direkt auf der Pla-
Eine Alternative zum MOSFET ist zum tine ein. Die Kontakte einer Fassung kön-
Beispiel der 20N60. Den MOSFET nen nämlich dort, wo die Schaltung aller
haben wir übrigens nicht direkt auf die Voraussicht nach eingesetzt wird (näm-
Platine montiert, sondern mit Schrau- lich im Freien), sehr leicht oxidieren.
ben und Abstandshaltern ein paar Auch beim Schalter werden zwei
Millimeter über der Platine „schwe- Schaltkontakte gleichzeitig verwendet,
ben“ lassen. Dies bewirkt eine bessere damit die Wahrscheinlichkeit einer
Kühlung. Sollte die Zeit zwischen den schlechten Verbindung geringer wird.
Pulsen zu lang sein, so kann R5 durch Da der Schalter nach dem Einbau gut
eine Drahtbrücke ersetzt werden. zu bedienen sein muss, lötet man ihn
Bei der Spule (Bild 3) muss es sich um am besten auf der Leiterbahnseite fest.
050248 - 12
eine Version für elektronische Zündun- (050248)
gen handeln. Bei dem von uns verwen- Tipps zum Aufbau des Zauns gibt’s
deten Typ beträgt der Widerstand der zum Beispiel unter:
Bild 3. Die Zündspule. Primäre und sekundäre Spule Primärwicklung 0,7 Ω und die Indukti- www.gs-zaunsysteme.de/Zaunsysteme/
besitzen denselben Massepunkt. vität 5 mH. Zaunaufbau/zaunaufbau.html

Bauteile-Liste C5 = 220 n / 630 V MKT, Raster


22,5 / 27,5 mm,
Abmessungen: 11 x 30 mm
Außerdem:
K1...K4 = Autostecker vertikal, 2-Pin-
Printmontage
C6, C8 = 100 n S1 = Schiebeschalter zur
Widerstände C7 = 47 µ / 25 V radial Platinenmontage,
R1 = 15 k
R2, R3 = 6k8 2 x 3 (zwei Mutterkontakte, drei
Halbleiter:
R4 = 1 M Stellungen)
D1 = 10V / 0W5
R5 = 390 k z.B. Conrad 708097-62
D2, D3 = 1N4148
R6 = 470 Ω Schmelzsicherung 4 A/T (+Halter)
D4 = 1N4007
R7 = 560 Ω D5 = low-current LED 12-V-Spule (+ Zündkerzenkabel
D6 = 1N4002 ausreichender Länge)
Kondensatoren: T1 = IRFP460PBF (500 V / 20 A, 1 Drahtbrücke (direkt neben D2)
C1, C2 = 100 µ / 63 V radial TO247AC), z.B. Digi-Key IRFP460PBF-
C3 = 10 n ND Platine 050248-1 erhältlich unter
C4 = 1µ5 MKT, Raster 5 / 7,5 mm IC1 = TLC555CP (kein NE555!) www.elektor.de.

52 elektor - 4/2006
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4/2006 - elektor 53
TECHNIK MIKROCONTROLLER

Entwickeln für Mi
Von Jens Nickel

Alle Bilder: Miele & Cie. KG

Nicht nur in unseren Schaltungen, auch in hunderttausendfach verkauften Elektrogeräten


stecken Mikrocontroller und ausgefeilte Programme. Doch wie entwickeln Profis, wenn
es um sechsstellige Stückzahlen geht? Wir haben den bekannten Hausgerätehersteller
Miele besucht - und interessante Entdeckungen gemacht!

Gütersloh ist nicht gerade ein Ort, den man mit aufre- der Miele-Pressestelle, die wir an diesem kalten Januar-
genden technischen Innovationen verbindet. Die meisten tag in Gütersloh treffen, kann dazu noch vieles ergän-
Deutschen werden nicht einmal wissen, wo die Stadt zen. So hat das Unternehmen mit rund 15.000 Mitarbei-
überhaupt liegt – und im Ausland kennt man sie über- tern im letzten Jahr 2,26 Milliarden Umsatz erzielt. Pro-
haupt nicht. Ganz anders ist das mit der Firma Miele, duziert wird in Deutschland und Österreich, wobei in
die hier schon seit fast hundert Jahren ihren Hauptsitz Gütersloh Waschmaschinen und Trockner vom Band rol-
hat. Den Hausgerätehersteller darf man mit Fug und len. Und natürlich ist auch die Rede von der besonderen
Recht als weltbekannt bezeichnen – exportiert er seine Qualität und Langlebigkeit der Geräte. Ein Anspruch, für
Staubsauger, Wasch- und Spülmaschinen, Trockner und den Kunden in aller Welt dann auch gerne etwas tiefer
Herde doch in über 150 Länder. Reinhild Portmann von in die Tasche greifen.

54 elektor - 4/2006
illionen Profis über die
Schulter geschaut
„Unsere Waschmaschinen sind für 10.000 Betriebsstun-
den, also 20 Jahre Nutzung ausgelegt“, präzisiert
Miele-Manager Josef Avenwedde bei unserem
Gespräch. Der Leiter der Elektronikentwicklung erläutert
uns auch, wie der Kundendienst funktioniert. Bei Bedarf
kann der Servicetechniker sogar Parameter wie Wasch-
zeiten, Solldrehzahlen oder Wassertemperaturen anpas-
sen (Bild 1). Denn während der langen Nutzungsdauer
einer Waschmaschine können ja Waschmittel auf den
Markt kommen, mit denen noch wasser- und energiespa-
render gearbeitet werden kann. Die Geräte sind hierzu
mit einer optischen Schnittstelle innerhalb der Bedien-
blende ausgestattet. Avenweddes Mitarbeiter Ernst
Hokamp, der an diesem Nachmittag unser dritter
Gesprächspartner ist, erklärt uns deren Aufbau. „Inner-
halb einer Reihe Kontroll-LEDs haben wir einfach eine
Leuchtdiode durch einen Fototransistor ersetzt“, so der
Leiter der Elektronik-Produktgruppe Waschen. Eine der
LEDs fungiert als Sender. Stolz sind die beiden leitenden
Entwickler vor allem darauf, dass diese Lösung nur einen
minimalen Bauteileaufwand erfordert. Denn auf dem
hart umkämpften Gebrauchsgütermarkt spürt natürlich
auch eine Firma, die sich als Premiumhersteller versteht, Bild 1. Über die optische Schnittstelle der Waschmaschine (hier vom Saugnapf
den Kostendruck. So leistet sich Miele zwar als einziger des Interfaces verdeckt) lassen sich neue Programmparameter einspielen – so
in der Branche eine eigene Elektronikfertigung. Dennoch zum Beispiel, wenn effizientere Waschmittel auf den Markt kommen.
werden rund 20 % der Platinen von externen Dienstleis-
tern bestückt. „Denn so muss sich auch unsere Produk-
tion dem Markt stellen“, erläutert Avenwedde.

Vorreiter bei SMDs


1989 war Miele der erste Hausgerätehersteller, der
SMD-Bauteile nutzte. Um die Kostenvorteile voll aus-
schöpfen zu können, wurde sogar der Programm-Dreh- Bild 2. Technischer Fortschritt: In den letzten 20 Jahren hat die Zahl der
wahlschalter – Pflichtbauteil jeder Waschmaschine – auf Funktionen in den Miele-Geräten stark zugenommen (hier sind die Features
Oberflächenmontage getrimmt. Da es keine mechani- der aufwändigeren Wasch- und Spülmaschinen zusammengefasst).
schen SMD-Lösungen zu kaufen gab, entwickelten die Leistungsfähigkeit und Speicher der verwendeten Mikrocontroller mussten
Güterloher eine optoelektronische Variante. Dabei wird natürlich mitwachsen.
das Licht kreisförmig angeordneter SMD-Leuchtdioden
über einen Lichtleiter auf einen SMD-Fototransistor
geführt, der die Drehbewegung detektiert.

Mitte der Achtziger hielten Mikrocontroller in die


Waschmaschinen Einzug (siehe dazu Bild 2). „Zuerst
haben wir die Controller fast ausschließlich zur Motor-
steuerung eingesetzt“, erinnert sich Avenwedde. Vorher
wurden Triacs und Thyristoren mit diskreten Bauteilen
angesteuert. Die ersten in größeren Stückzahlen einge-
setzten Mikrocontroller bezog der Hausgerätehersteller
von der Firma SGS Thomson. Der 8-bit-Chip verfügte
über 4 kByte Rom und wurde in Assembler program-
miert. 1992 stieg man auf einen 8-bitter von Mitsubishi
um. Für den M37451 (mit 6502-Kern!) hatten die Japa-
ner eigens einen „strukturierten Assembler“ entwickelt,
der schon Elemente einer Hochsprache aufwies. Auch
Hokamp erzählt gern von den Zeiten, die seine ersten
Jahre bei Miele waren. Schmunzelnd erinnert sich der
Entwickler an so manchen Kollegen, der damals noch

4/2006 - elektor 55
TECHNIK MIKROCONTROLLER

unserer Überraschung ist Mieles 16-bitter ein alter


Bekannter, nämlich der M16C von Renesas, „Vater“ des
kleinen R8C aus unserem Dezemberheft. In den teureren
Waschmaschinen übernimmt er sämtliche Aufgaben.
Neben der Motorsteuerung kümmert sich der Baustein
auch um den Programmablauf, wertet die Signale der
Sensoren aus und steuert die Anzeige an. Um Kosten zu
sparen, ist auf der Steuerplatine möglichst viel Elektronik
integriert. Ein Beispiel für diese Philosophie ist ein Druck-
sensor, der den Wasserfüllstand misst. So kann – abhän-
gig von der Beladung und der Saugfähigkeit der Wäsche
– besonders wassersparend gewaschen werden. „Über
einen simplen Kunststoffschlauch wird der Druck zum
Drucksensor übermittelt, der direkt auf der Platine sitzt“,
erläutert Hokamp das Prinzip. Der Silizium-Drucksensor
von Motorola ist direkt neben einem ASIC für die Signal-
auswertung untergebracht.
Dieses Integrationsprinzip wird durch die Einplatinensteu-
erung der „Einstiegsmodelle“ auf die Spitze getrieben.
Hier sind die Bedieneinheit, das Display und die Steue-
rung auf einem einzigen Board versammelt. Geht ein
Bauteil kaputt, wird die Reparatur natürlich etwas teurer,
wie Avenwedde einräumt. Denn bei einem Defekt wird
Bild 3. Mit Lötstation, Regeltrafo und Oszilloskop sieht der Arbeitsplatz von immer das ganze Board ausgetauscht (die Platine kann in
Komponenten-Entwickler Martin Schulze-Hobeling nicht anders aus wie in manchen Fällen allerdings repariert werden und kommt
vielen anderen Laboren. Nur der Kochtopf verrät, dass es hier um
als günstig angebotenes Austauschteil ins Lager). Die
Haushaltsgeräte geht.
höheren Reparaturkosten werden laut dem Entwicklungs-
leiter aber durch die günstigeren Anschaffungskosten
mehr als aufgewogen.
„Wordperfect“ benutzte, um seine Codezeilen einzutip-
pen. Von diesem gewissen Laisser-Faire musste man
sich allerdings alsbald verabschieden. Bugs kann man sich nicht leisten
Das andere Extrem markieren die Gewerbewaschma-
schinen, welche die Gütersloher ebenfalls im Portfolio
Es wird nur C gesprochen haben. „Diese Geräte sind praktisch im Dauereinsatz“,
„Einen großen Schritt machten wir 2001, als durchgän- bringt es Hokamp auf den Punkt. Entsprechend robust
gig auf die C-Programmierung umgestellt wurde“, berich- und zuverlässig müssen sie sein. Das gilt für die Mecha-
tet Hokamp. Gleichzeitig wechselten die Entwickler bei nik – so ist zum Beispiel der Drehwahlschalter kugelge-
den aufwändigeren Geräten auf 16-bit-Controller. Zu lagert – genauso wie für die Elektronik. Bei den
gewerblich genutzten Waschmaschinen verrichten
gleich zwei M16C ihre Arbeit – einer ist für die Bedie-
nung und einer für die Steuerung zuständig. Von der
Bild 4. Softwareentwickler Andreas Lux testet ein Programm-Modul an einem stupiden Aufgabe der Motorsteuerung sind die beiden
so genannten Emulatorplatz. Mit einer Druckpumpe wird das ansteigende Renesas-Controller ganz entlastet, diese übernimmt ein
Wasserniveau innerhalb der Waschmaschine simuliert.
spezieller Chip von NEC.

Nicht nur bei den Profi-Geräten kostet ein Ausfall viel


Geld. Auch bei den Waschmaschinen für Privathaushalte
hätte Miele einen Ruf zu verlieren. Einen Bug im Code –
der reihenweise zum Absturz des Geräteprogramms füh-
ren könnte – kann man sich nicht leisten. Hokamp ist
stolz, dass es in seinem Bereich noch nie zu einer Rückru-
faktion (bei der etwa die Firmware ausgetauscht werden
musste) gekommen ist. Dafür treibt das Gütersloher Unter-
nehmen auch einigen Aufwand.
Beim Gang durch die Entwicklungsabteilung besichtigen
wir einen Raum, in dem neue Modelle, aber auch verbes-
serte Gerätevarianten auf Herz und Nieren getestet wer-
den. Das meiste erledigen ein Rechner und die Software
„Diadem“. Doch ist auch ein Mensch damit beschäftigt,
alle Bedienschritte von Hand nachzuvollziehen. Das Öff-
nen der Tür, die Bedienung des Drehwahlschalters und
der Drucktasten werden hier nach einem festgelegten Pro-
tokoll durchexerziert. Danach läuft eine Art mehrwöchi-
ger Feldtest in ausgewählten Versuchshaushalten von
Werksangehörigen. „Erst dann kommt eine größere
Menge von Geräten lokal begrenzt auf den Markt“, so
Hokamp. „Im Moment läuft sogar ein Dauerversuch mit

56 elektor - 4/2006
einer Waschmaschine, der im Internet mitverfolgt werden
kann“, ergänzt seine Kollegin.

Viele der möglichen Fehler werden allerdings erst gar


nicht entstehen. So kann jeder Entwickler auf eine
umfangreiche Zahl bereits ausgetesteter Softwaremodule
zurückgreifen. Den 10 bis 15 Mitarbeiter starken Produkt-
gruppen („Waschen“, „Kochen“ und so fort) sind Teams
zur Seite gestellt, die für die Entwicklung und den Test
neuer Komponenten verantwortlich sind. Diese Gruppen
– manchmal ist es auch nur ein einzelner Ingenieur –
kümmern sich sowohl um die Hardware als auch um die
Software, die beispielsweise zu einem neuen Sensor
gehört (Bild 3).

Profi-Tools spüren Fehler auf


Reinrassige Programmierer findet man auch in der Pro-
duktgruppe „Waschen“ nicht. Andreas Lux ist ein junger
Ingenieur der Fachrichtung Informationstechnik; bei unse-
rem Besuch ist er gerade damit beschäftigt, das Wasch-
programm eines bereits auf dem Markt befindlichen
Gerätes zu optimieren. Dazu ist sein Arbeitsplatz mit
einem Rack ausgestattet, in dem die gesamte Elektronik Bild 5. Den C-Code erstellen die Entwickler mit dem Editor „Codewright“ –
der Waschmaschine untergebracht ist. Was der Software- Funktionen wie eine automatische Versionskontrolle sind hier Standard. Im
linken Fenster sind die verwendeten Module zu sehen.
entwickler neu programmiert, kann er sogleich an Ort
und Stelle austesten. Auch die Sensoren und Aktoren sind
in die Simulation miteinbezogen; den Drucksensor
„bedient“ Lux mit einer kleinen Handpumpe und einem
Manometer (Bild 4). Der Windows-PC auf seinem schließlich Programme der Softwareschmiede IAR zum
Schreibtisch ist - wie in der ganzen Abteilung - eher Einsatz. Darüber hinaus wird das Echtzeit-Betriebssystem
durchschnittlich leistungsfähig. Einen fünfstelligen Betrag emBOS benutzt, welches von der Firma Segger für alle
hat man in Gütersloh allerdings in Programmiersoftware möglichen Mikrocontroller entwickelt wurde und nur etwa
investiert. Den Code erstellt der Diplomingenieur mit dem 1 bis 2 kByte Speicherplatz beansprucht. Von diesem
Editor „Codewright“ von Borland, welcher gleichzeitig Unternehmen stammt auch das Graphical User Interface
als integrierte Entwicklungsumgebung dient und zum Auf- (GUI), das die Gütersloher Entwickler zur Ansteuerung
ruf der anderen Tools genutzt wird (Bild 5). Parallel wird der Gerätedisplays nutzen.
auch mit „Rhapsody“ (von iLogix) gearbeitet, einer grafi-
schen Programmiersoftware, welche aus einer Art Fluss-
diagramm automatisch C-Code generieren kann. „Dieser Speicher ist fast voll
Code ist allerdings schwierig zu lesen“, räumt Hokamp Zu unserer Überraschung ist das Endergebnis dieser
ein. Selbst C-Spezialist Lux gibt zu, dass er sich erst ein- immensen Arbeit für jedermann einsehbar - der in den
mal an die etwas schwülstigen Zeilen gewöhnen musste,
welche die Maschine erzeugt. Dennoch sei das Säubern
hier streng verboten. Denn man nehme sich sonst für alle Bild 6. Das Tool „Doc-O-Matic“ dokumentiert alle Funktionen automatisch.
Zeiten die Möglichkeit, am ursprünglichen Flowchart
noch Änderungen vorzunehmen.

Automatische Dokumentation
Weiter geht’s dann mit „DAC“. Das Tool prüft, ob sich
die Programmierer an die verbindlichen Namenskonven-
tionen des Unternehmens gehalten haben. Und der
Name des Programms „Doc-O-Matic“ sagt eigentlich
schon alles: Diese Software kann automatisch eine Doku-
mentation erstellen. So wird zum Beispiel jede C-Funktion
mit allen ihren Variablen in einem übersichtlichen HTML-
Sheet detailliert beschrieben (Bild 6). All das ist beileibe
kein übertriebener Luxus – kommen doch bei den Pro-
grammen schnell einmal 200.000 Codezeilen zusam-
men, die von verschiedenen Entwicklern aus diversen Pro-
jektgruppen erstellt wurden.

Auch das Programm „Polyspace“ mag zuerst einmal wie


Zauberei erscheinen. Die Software ist in der Lage, even-
tuelle Laufzeitfehler schon vor der Ausführung (!) zu
erkennen – hierzu werden mathematische Algorithmen
genutzt. Als Compiler, Linker und Debugger kommen

4/2006 - elektor 57
TECHNIK MIKROCONTROLLER

Die Fertigung
Nach eigenen Angaben ist Miele der einzige
Hausgerätehersteller mit einer In-House-Elektronikfertigung:
Etwa 80 % aller Boards bestücken die Gütersloher selbst. Rund
180 Mitarbeiter arbeiten an acht Produktionslinien. Pro Tag
werden 1,5 Millionen Bauteile verarbeitet – 520 verschiedene
Typen kommen dabei zum Einsatz. In der Woche verlassen
50.000 Platinen die Bänder.
Für die Bestückung mit SMD-Bauteilen (das kleinste misst
2,2 mm mal 1,5 mm) sind 14 Maschinen verantwortlich, wobei
der leistungsfähigste Automat bis zu 50.000 Bauteile pro Stunde
an die richtige Position bringt. Bei den bedrahteten Bauelementen
nutzt Miele ein schonendes und wirtschaftliches Verfahren. Beim
herkömmlichen Wellenlöten wird die komplette Unterseite einer
Leiterplatte von einer Welle aus 250°C heißem Lötzinn benetzt.
Das in Gütersloh eingesetzte Selektivlöten ist effektiver: Durch
kleine Kamine wird an den richtigen Stellen der Platine nur so
viel Lötmittel hochgedrückt, wie dort benötigt wird (siehe Bild).

Miele-Maschinen werkelnde M16C ist weder gegen das Nicht alles, was der elektronische Fortschritt mit sich
Auslesen noch gegen das unberechtigte Überschreiben bringt, ist nach Meinung unserer Gesprächspartner auch
geschützt. Allerdings dürfte es nach Avenweddes Mei- für ihre Zwecke geeignet. So erteilt Avenwedde dem
nung sehr schwierig werden, aus den Maschinenbefehlen „intelligenten“ Sensor eine Absage. „Will man Sensor
einen verwertbaren Source-Code zu rekonstruieren. „Und und Auswerteelektronik auf ein- und demselben Chip
vom Chip-Tuning bei Waschmaschinen habe ich auch unterbringen, wird die Produktion sehr aufwendig, weil
noch nichts gehört“, lacht der Chefentwickler. Natürlich verschiedene Prozesse benötigt werden“, so der Entwick-
wollen wir auch noch wissen, wann der nächste Sprung lungsleiter. Sinnvoller sei es da, zwei Chips im selben
auf die 32-bit-Controller ansteht. „Im Bereich Kochen Gehäuse unterzubringen. Aus Kostengründen verbietet
arbeiten wir schon länger damit“, antwortet Avenwedde. sich nach Avenweddes Ansicht auch der Einsatz eines
Grund sei aber weniger die höhere Leistung, sondern FPGAs oder gar eines Mini-PCs („auch wenn das einige
vielmehr der größere Speicher der entsprechenden Rene- Kollegen zu gerne hätten“). „Natürlich diskutieren wir
sas-Typen. „Der Speicher des M16C hat uns einfach nicht alle Möglichkeiten immer wieder und behalten die techni-
mehr ausgereicht“, so der Manager weiter. Denn schließ- sche Entwicklung im Auge“, erklärt uns der Chefentwick-
lich müssten im Flash des Controllers nicht nur das Pro- ler zum Schluss. Doch auf absehbare Zeit wird auf den
gramm, sondern auch eine Benutzerführung in 24 Spra- weltbekannten Waschmaschinen aus Gütersloh wohl kein
chen abgelegt werden, die in den Herden besonders „Intel inside“-Label prangen.
umfangreich ausfalle. Auch bei den Waschmaschinen (050325)
benötigt das eine Menge Speicherplatz. „Etwa 160 kByte
werden allein dafür beansprucht“, weiß Hokamp. Der
Programmcode mache den bis zu 384 kByte fassenden Links
Speicher des M16C dann „fast voll“. Dafür benötigt man www.miele.de/indexa.html
weltweit nur eine Version. Für länderspezifische Daten http://eu.renesas.com
(wie etwa Netzspannung und -Frequenz) reicht ein klei- www.zuken.com
nes EEPROM. Hier sind auch die Programm-Parameter www.borland.com/de/products/classic_products/index.html
wie zum Beispiel Drehzahlen abgelegt – mit der oben www.ilogix.de
beschriebenen Update-Möglichkeit via optische Schnitt-
www.ristancase.com/dac/v40/index.php
stelle. „Über diese Schnittstelle können wir aber auch den
www.doc-o-matic.com/index.html
Flash-Speicher neu programmieren“, so Hokamp. Aller-
www.polyspace.de
dings lassen sich Daten dort nur blockweise schreiben.
Will man nur einen Parameter ändern, ist das EEPROM www.iar.com
besser geeignet. www.segger.de

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58 elektor - 4/2006
LABORGEFLÜSTER INFOTAINMENT

0805 und BGA


SMD-Gehäuse-Kürzel und ihre Bedeutung Von Karel Walraven

Wenn man das Gehäuse eines moder- zu durchschauen. Bei Leistungstran-


nen Telefons öffnet und die winzigen sistoren ist fast jeder Hersteller seinen
Bauelemente in Augenschein nimmt, eigenen Weg gegangen. Die meisten
staunt man darüber, mit welcher Präzi- universellen Kleinleistungs-Transisto-
sion diese Massenprodukte gefertigt ren sind dagegen in Standard-Gehäu-
werden. Menschenhände sind an der sen wie SOT23 erhältlich. Hinzuge-
Platinen-Bestückung schon lange nicht kommen sind hier kleinere Bauformen
mehr beteiligt. Eine „Pick and place“- wie SOT323 und SOT523. Im Zweifels-
Maschine nimmt die SMDs von einem fall sollten immer die Datenblätter der
Trägerband und platziert sie exakt am Hersteller herangezogen werden. Der
richtigen, zuvor mit Lötpaste beschich- bekannte Transistor BC547 hat in der Gehäuse-Unterseite nicht nur Löt-
teten Ort der Platine. Diese Präzisionsar- SMD-Ausführung die Typen-Bezeich- inseln entlang der Kanten, sondern
beit ist nur möglich, weil die Gehäuse- nung BC847 erhalten. Ein Fallstrick ist auch innerhalb der Gehäusefläche
Abmessungen der Mini-Bauteile stan- darin verborgen, dass ein BC847 im angeordnet. Zur Kontrolle der Bestü-
dardisiert und eng toleriert sind. SOT23-Gehäuse einen einzelnen Tran- ckung wird ein spezielles Röntgen-
sistor enthält, während in einem System benötigt, mit dem geprüft
Die häufigsten SMDs sind naturgemäß BC847 im SOT363- oder SOT563- werden kann, ob alle Lötinseln ord-
Widerstände und Kondensatoren. Von Gehäuse zwei gleichartige Transisto- nungsgemäß verlötet sind.
den Gehäuse-Bezeichnungen kann ren untergebracht sind. Die Auf IC-Gehäusen in SMD-Bauform ist
man die Abmessungen ableiten. Die Anschlüsse sind nicht pin-kompatibel! in der Regel die vollständige Typen-
ersten beiden Ziffern geben die Länge Bezeichnung aufgedruckt.
in 1/100 Zoll an, die beiden folgenden SOT363
SOT23
Ziffern geben in gleicher Weise Aus- Zum Schluss noch ein Tipp: Das Aufbe-
kunft über die Breite. Ein SMD der wahren von SMDs ist nicht ganz
Bauform 1206 ist folglich 12 mal unproblematisch. Wenn unterschiedli-
0,254 mm = 3,05 mm lang und 6 mal che SMD-Bauelemente durcheinander
0,254 mm = 1,52 mm breit. Diese geraten, ist das Sortieren recht müh-
Abmessungen sind inzwischen aller- sam und oft nur durch Messen der
dings für die meisten Anwendungen Auf SMD-Transistoren ist meist eine Werte möglich. Eine kostengünstige
zu groß. Bevorzugt werden gegenwär- Typen-Kurzbezeichnung aufgedruckt, Alternative zu teuren SMD-Spezialbe-
tig die Bauformen 0805, 0603 und 0402. die aus einer Ziffer und einem Buchsta- hältnissen sind verschließbare Plastik-
Eine andere Bauform-Kennzeichnung ben besteht, beispielsweise „1E“. Die Beutel aus nicht zu dünnem Material.
stützt sich auf die metrische Einheit Kurzbezeichnung ist im Datenblatt des Die Beutel werden etikettiert; auf den
Millimeter. Zum Beispiel entspricht Herstellers angegeben. Etiketten werden die Bauelement-
RR2012M der Angabe 0805, RR1608M Bezeichnungen vermerkt.
entspricht 0603, und RR1005M ent- Viele integrierte Schaltungen sind in (065098gd)
spricht 0402. Es ist nicht schwer zu PLCC- und SOIC-Gehäusen mit dem
erraten, dass bei der Angabe Rastermaß 1/20 Zoll erhältlich. Für
RR2012M das SMD-Gehäuse 2,0 mm stark miniaturisierte Geräte sind diese
lang und 1,2 mm breit ist. Die Ziffern- Bauformen bereits zu groß. Deshalb
gruppen geben hier die Abmessungen sind hier die TSSOP- und „Square flat
in 1/10 mm an. pack“-Gehäuse hinzugekommen, die
Auf Widerständen ist meistens der das Rastermaß 1/40 Zoll haben. Die
Wert im Kurzformat aufgedruckt, neuere Entwicklung tendiert zu so
wobei zum Beispiel „472“ gleichbe- genannten „No leads square flat
deutend mit den Ziffern „4“ und „7“ pack“-Gehäusen. Vereinfacht beschrie-
sowie zwei angehängten Nullen ist; ben sind dies Gehäuse-Bauformen, die
der Wert beträgt folglich 4.700 Ω. keine herkömmlichen Anschluss-Pins
Widerstände mit niedriger Toleranz mehr haben. Stattdessen befinden sich
(1 %) sind durch eine weitere Ziffer auf der Unterseite entlang der Kanten
gekennzeichnet, zum Beispiel „4751“; lötbare Anschluss-Inseln. Informationen
zur Identifikation von SMDs:
hier beträgt der Wert 4750 Ω. Auf Wenn ein komplexer integrierter Bau-
SMD-Kondensatoren befindet sich stein eine hohe Anzahl von www.tkb-4u.com/code/smdcode/
meistens keine Wert-Angabe. Anschlussleitungen erfordert, greifen indexsmdcode.php
Die Bauform-Bezeichnungen von SMD- die Hersteller gegenwärtig gern zum www.marsport.demon.co.uk/smd/
Halbleitern sind leider weniger leicht „Ball Grid Array“ (BGA). Hier sind auf mainframe.htm

4/2006 - elektor 59
TECHNIK MIKROCONTROLLER

Der Siegeszug
30 Jahre alt – und immer no
Von Roelf Sluman

Sind 8-bit-Mikroprozessoren Schnee von gestern? Oder sind sie auch heute noch zu etwas nütz-
lich? Wir wollten es wissen und haben Erstaunliches entdeckt. Der ziemlich betagte 6502 hat in
der Welt von Threaded Computing und Dual-Core noch viele treue Anhänger!

In den siebziger und achtziger Jahren des 20. Jahrhun- auch gegenwärtig noch mit dem 6502. Sie erschließen
derts beherrschten drei 8-bit-Mikroprozessoren den Anwendungen, die man anno 1975 - dem Geburtsjahr
Markt: Der 6800 von Motorola, der Z80 von Zilog und des 6502 - für schlichtweg unmöglich gehalten hätte.
der 6502 von MOS. Der unangefochten populärste Typ
war zweifellos der 6502. Sein niedriger Preis (er kostete
bei seiner Markteinführung ca. 25 US-$) und seine fort- Geschichtliches
schrittliche Konzeption sorgten dafür, dass dieser Prozes- Der 6502 feierte im letzten Jahr seinen 30. Geburtstag.
sor in kürzester Zeit welt- Bis er vor 30 Jahren das
weite Verbreitung fand. Licht dieser Welt
Die damals enorm belieb-
ten Home-Computer Preisbrecher 6502 erblickte, mussten einige
Hindernisse aus dem
„Commodore 64“ und Bei seiner Einführung im Jahr 1975 kostete der 6502 unge- Weg geräumt werden.
„Apple II“ belegen dies fähr 25 US-$. Damit wurde er zum gefürchteten Die Entwickler des 6502
auf eindrucksvolle Weise. Konkurrenten des 179 $ teuren 6800, dem er in vielen hatten zunächst die
Inzwischen sind rund Details zum Verwechseln ähnlich war. Kein Wunder, dass Absicht, einen Mikropro-
30 Jahre vergangen. Computer-Hersteller wie Apple und Commodore dem 6502 zessor mit der Bezeich-
Heute dominieren Mikro- den Vorzug gaben. Steve Wozniak von Apple hatte für nung 6501 auf den
prozessoren den Markt, seine Systeme ursprünglich den 6800 auserkoren, doch der Markt zu bringen. Der
die viele tausend Mal enorme Preisunterschied überzeugte auch ihn. 6501 glich dem 6800
schneller sind. Doch das von Motorola aufs Haar,
will keineswegs heißen, und das war sicher kein
dass es für diesen durchdacht konzipierten 8-bit-Mikro- Zufall. Beide Mikroprozessoren stammten aus den Köp-
prozessor keine Verwendung mehr gibt. Viele tausend fen der gleichen Entwickler! Kurz nachdem Motorola den
Enthusiasten, verteilt über den gesamten Globus, arbeiten 6800 auf den Markt gebracht hatte, war es zu einem
Eklat zwischen dem Konzern und den 6800-Entwicklern
gekommen. Dies hatte zur Folge, dass fast alle an der
Entwicklung beteiligten Mitarbeiter gleichzeitig ihren Hut
nahmen und zu MOS Technology wechselten. MOS, in
diesen Jahren der mächtigste Konkurrent von Motorola,
hatte die Stärken des 6800 erkannt und sann auf ein
Konkurrenzprodukt. Der konkurrierende Mikroprozessor
sollte pinkompatibel zum 6800 sein. Die von Motorola
zu MOS übergelaufenen Entwickler machten sich sofort
ans Werk, und es entstand der 6501. Der Preis dieses
Bild 1. neuen, zum 6800 tatsächlich pinkompatiblen Mikropro-
Der KIM-1 von MOS zessors lag ein deutliches Stück unter dem Preis des Kon-
Technology. Zur Eingabe kurrenz-Produkts. Der Grund war einfach: Es waren kaum
diente ein hexadezima- Entwicklungskosten angefallen.
les Tastenfeld, für die Motorola ließ die Sache nicht auf sich beruhen und
Ausgabe war ein sechs- drohte damit, gegen MOS massiv juristisch vorzugehen.
stelliges LED-Sieben- Daraufhin änderte MOS lediglich die Pin-Belegung des
segment-Display 6501. Der abgewandelte Mikroprozessor erhielt die
vorhanden. Typenbezeichnung 6502. Allerdings passte der 6502

60 elektor - 4/2006
des
och aktuell
von MOS jetzt nicht mehr in Boards, die für den sche Operationen
6800 von Motorola ausgelegt waren. Motorola durchgeführt werden
begnügte sich mit dem Zugeständnis von MOS, die Pin- können. Die beiden ande-
Belegung zu ändern, und nahm von dem angedrohten ren Register, X und Y
Rechtsstreit Abstand. genannt, haben die Funktion von Index-Registern.
Da für den 6502 noch keine Boards existierten, musste Durch die hohe Anzahl der verfügbaren Adressierarten
sich MOS etwas einfallen lassen, um den neuen Prozes- kann der 64 KByte große Speicherbereich sehr effizient
sor zu pushen. Der erste Single-Board-Computer mit dem mit Zwei-Byte-Instruktionen, bestehend aus Opcode und
6502 war der „KIM-1“ (Bild 1). Sein Arbeitsspeicher Operand, adressiert werden. Zum Beschreiben des ges-
war 1 KByte groß. amten 64-KByte-Speichers genügen Zwei-Byte-Instruktio-
Die Hersteller von Home-Computern erkannten schnell die nen (Opcodes und Operanden) mit einer Länge von ins-
enormen Möglichkeiten, die in dem 6502 steckten. In gesamt 19 Byte. Wer weiß, wie’s geht, kann dem Autor
den USA gelang dem 6502 der Durchbruch, als der dieses Beitrags eine Mail schicken (rsluman@gmail.com).
Apple II und die Atari-Modelle 400 und 800 auf den Der 6502 existiert in zwei weiteren Versionen mit unter-
Markt kamen. In Europa ebnete Commodore mit den schiedlichen Modifikationen: Die Version 6507 war das
Home-Computern VIC-20 und Commodore 64 den Weg. Herz des Spiele-Computers Atari VCS 2600, während
Der legendäre Commodore 64 arbeitete mit einer modifi- die Version 6510 millionenfach im Commodore 64 ihren
zierten Version des 6502, die 6510 hieß. Dieser Home- Dienst tat. Übrigens war der Commodore 64 der erste
Computer wurde weltweit mehr als 25 Millionen Mal ver- Home-Computer, der die intelligente Methode des „Bank
kauft. Die Anzahl der weltweit absetzten 6502-Mikropro- switching“ anwendete. Das bedeutet, dass Segmente
zessoren wird auf über hundert Millionen Stück innerhalb des 64-KByte-Adressbereichs doppelt belegt
geschätzt! waren. Im Adressbereich der I/O-Ports war auch ein Teil
Auch in ELEKTOR erschienen in diesen Jahren verstärkt des RAM zugänglich; zwischen I/O und RAM konnte
Bauprojekte, in denen der 6502 im Mittelpunkt stand. Ein man beliebig umschalten.
Highlight war im Jahr 1980 der ELEKTOR-„Junior Compu-
ter“. Er wurde zu einem besonders erfolgreichen Lehr-
und Lernsystem. Drei Jahre später veröffentlichte ELEKTOR Nachbildung
nach und nach einige Hardware-Komponenten für den Ein guter Weg, die Eigenschaften des 6502 kennen zu
Selbstbau, aus denen nach dem Baukasten-Prinzip ein in lernen, ist die Erprobung dieses Mikroprozessors in der
sich abgerundetes 6502-System zusammengestellt wer- Praxis. Auch wenn man keinen Original-6502 besitzt,
den konnte. Dieses System erhielt 1985 den Namen gibt es verschiedene Möglichkeiten. >>>
„Oktopus 65“.

Technische Details
Der 6502 ist ein 8-bit-Mikroprozessor und besteht aus
rund 4.300 Transistoren. Seine Betriebsspannung beträgt
5 V. Der Adressbus ist 16 bit breit, so dass bis zu
64 KByte Speicher im Bereich hex. 0000...FFFF adres-
siert werden können. Die Taktfrequenz beträgt zwar
„nur“ 1 MHz, doch der 6502 arbeitet im Gegensatz zum
Z80 ohne Mikrobefehlscode-Instruktionen. Deshalb ist
seine Geschwindigkeit mit der Geschwindigkeit eines Bild 2.
Z80 vergleichbar, der mit der Taktfrequenz 4 MHz arbei- Maßgeschneidert für
tet. Studien und Experi-
Der Befehlssatz des 6502 umfasst nur 56 Instruktionen. mente mit dem 6502:
Da die RAM-Speicher in den siebziger Jahren schneller Der 6502-Makro-
als die Prozessoren waren, statteten die Entwickler den Assembler und
6502 mit nur drei acht Bit breiten Registern aus. Der -Simulator von
Akkumulator ist das einzige Register, mit dem algebrai- Michal Kowalski.

4/2006 - elektor 61
TECHNIK MIKROCONTROLLER

Emulator
Ein Emulator ist ein Programm, das eine so genannte
„Virtuelle Maschine“ bereitstellt. Ein Computer-System bil-
det dabei ein fremdes System perfekt nach. Da die Nach-
bildung in allen Details mit dem Original identisch ist,
läuft die für das Original-System geschriebene Software
auch zusammen mit dem Emulator. Sogar eventuelle
Hard- oder Software-Entwicklungsfehler des Original-Sys-
tems sind im Emulator vorhanden. Für fast alle Systeme
aus den siebziger und achtziger Jahren existieren inzwi-
schen gute Emulatoren. Oft erhält man mit der Emulator-
Software populäre Programme aus der Blütezeit der Ori-
Bild 3. ginal-Systeme, so dass der Emulator sofort ausprobiert
Der aus alten Zeiten werden kann. Die Zeiten, in der die alten Apple-, Atari-
vertraute und Commodore-Computer Millionen Menschen begei-
Start-Bildschirm des sterten, leben mit den Emulatoren wieder auf.
Commodore-64, hier Ein bekanntes Emulator-Programm, das durch seine Viel-
emuliert von einem seitigkeit auffällt, ist VICE. Die Abkürzung VICE steht für
modernen PC. „Versatile Commodore Emulator“; zu finden ist VICE auf
der unten angegebenen Website [2]. VICE emuliert alle
bekannten Commodore-Systeme, dar-
unter natürlich auch den Commodore
64. Die Emulation arbeitet so perfekt,
dass praktisch alle für den Commo-
dore 64 geschriebenen Programme
problemlos unter VICE laufen.
Nach dem Start von VICE erscheint
zuerst das bekannte blaue Marken-
zeichen des Commodore 64 auf dem
Bildschirm (Bild 3), und anschlie-
ßend hat man einen täuschend ech-
ten Commodore 64 vor sich. Sogar
Bild 4. die Tastatur ist umbelegt, sie ist mit
Eine von zwei Platinen, der Original-Tastatur des Commodore
aus denen der diskret
64 identisch. Darüber hinaus werden
aufgebaute 6502 von
auch das Disketten-Laufwerk, das
Dieter Müller besteht.
Kassetten-Deck und sogar „Turbola-
(Quelle: Website
„Dieter’s Hobby
der“ perfekt emuliert.
Projects“ [3])
Nachbildung durch Hardware
Den 6502 kann man natürlich auch mit diskreten Kompo-
Simulator nenten wie 7400-Logik-ICs, RAMs und EPROMs „nach-
Der 6502 lässt sich problemlos mit einer Simulator-Soft- empfinden“. Diesem Ziel widmete sich der 6502-Freak
ware nachbilden. Ein Beispiel für ein gutes Simulator-Pro- Dieter Müller. Er realisierte sein Vorhaben, wie Bild 4
gramm ist der 6502 Simulator (Bild 2), der kostenlos zeigt, mit ungefähr 40 ICs auf zwei Platinen. Die wichtig-
von der unten angegebenen Website [1] herunter gela- ste Konzession, die dabei unumgänglich war, ist ein vom
den werden kann. Original abweichendes Timing. Der diskrete 6502 von
Dieter Müller beherrscht jedoch alle 6502- und 65C02-
Opcodes in gleicher Weise wie sein Vorbild. Näheres ist
auf der Homepage von Dieter Müller zu erfahren [3].
Eine andere Herangehensweise ist die Nachbildung durch
ein FPGA. In FPGAs sind programmierbare logische Ein-
heiten integriert, die einen 6502 ohne große Mühe simu-
lieren können. Sogar mehrere 6502-Exemplare lassen sich
in modernen FPGA-Typen mühelos unterbringen. Die Orga-
nisation Opencores hat sich zum Ziel gesetzt, die unter-
schiedlichsten Mikroprozessoren durch FPGAs nachzubil-
den [4]. Dort ist der 6502-Code etwas versteckt unter der
Bezeichnung „T65“ zu finden. Unter einer anderen
Adresse [5], die zum gleichen Ziel führt, sind auch die
modifizierten Versionen des 6502 berücksichtigt (Bild 5).

Bild 5.
Auf „FPGA Arcade“ [5]
Kreative Anwendungen
wird diverse 6502- Der 6502 war ein vielseitiger, leistungsstarker und gleich-
Hardware durch FPGAs zeitig kostengünstiger Mikroprozessor. Auch die
nachgebildet. Zusammenarbeit mit peripheren Bausteinen war unkom-

62 elektor - 4/2006
pliziert. Nicht zuletzt aus diesen Gründen ist er auch
heute noch Mittelpunkt vieler (im Internet veröffentlichter)
Selbstbau-Projekte. Die Mehrzahl dieser Projekte sind 2 KByte Speicher?
Computer-Systeme mit dem 6502 als Mikroprozessor, es
gibt aber auch eine Reihe bemerkenswerter Anwendun- Mehr als genug!
gen anderer Art ...
Der erste Computer, in dem der 6502 seinen Dienst tat,
war der weltbekannte Spiele-Computer VCS 2600 von
Der 6502 im Spielcasino Atari. Obwohl der 6502 bereits der preiswerteste
Auf die Idee, dass man mit Hilfe des 6502 mühelos viel Mikroprozessor seiner Klasse war, drückte Atari den Preis
Geld gewinnen könnte, kamen zwei amerikanische Stu- weiter nach unten. Atari orderte eine spezielle Version des
denten in Kalifornien; sie gaben sich den klangvollen 6502, den 6507. Diese Version konnte statt 64 KByte nur
Namen „Eudaemons“. Zwei mit dem 6502 aufgebaute 8 KByte adressieren, was jedoch für die Entwickler des
Schaltungen wurden in Schuhe eingebaut, beide Stu- Atari VCS 2600 kein Problem war. Speicher war nämlich
denten trugen je einen der präparierten Schuhe. Am zu jener Zeit so teuer, dass Computer-Spiele niemals mehr
Roulette-Tisch im Spielcasino wippte der erste Student als 2 KByte belegt hätten!
mit dem Fuß im Rhythmus des sich drehenden Roulette-
Rads. Der 6502 errechnete aus diesen Bewegungen an
Hand eines revolutionären Algorithmus, wohin die
Kugel rollen wird. Diese Information wurde drahtlos an
den Schuh des zweiten Studenten weiter gegeben und
dort in Vibrationen umgesetzt. Für den zweiten Studen- Links:
ten war es nicht schwer, auf die Gewinn bringende
[1] http://home.pacbell.net/michal_k/6502.html
Zahl zu setzen.
[2] www.viceteam.org
Ein Roboter mit Augen [3] http://people.freenet.de/dieter.02/m02.htm
Mike Naberezny nutzte vier Infrarot-Sensoren des Typs
[4] http://opencores.nnytech.net
GP2D02 von Sharp und einen 6502, um seinem Roboter
das Sehen beizubringen. Die einzige Beschäftigung des [5] www.fpgaarcade.com/
6502 ist das zyklische Abfragen der Sensoren, wobei [6] www.6502.org
„High“ für „nahes Hindernis“ steht, während „Low“ „fer-
nes Hindernis“ bedeutet. Die Information wird an das [7] www.micronas.com/products/by_function/
Roboter-System weiter gegeben und dort verarbeitet. cdc_1607f-e/product_information/index.html
Im Internet sind zahlreiche weitere erstaunliche Projekte [8] www.renesas.com/fmwk.jsp?cnt=740_family_
dokumentiert [6]. landing.jsp&fp=/products/mpumcu/740_family/
(050316gd) [9] www.renesas.com

Auf den Spuren des


6502
Von Gunther Ewald
Dreißig Jahre später mag man es kaum glauben, doch auch
heute noch werden Mikrocontroller mit 6502-Kern produziert.
Beispiele sind verschiedene kostengünstige Controller von
Micronas und Renesas. Diese Versionen wurden für einfache
Steuerungsaufgaben entwickelt. Micronas produziert unter
anderem den WDC65C816, der vorzugsweise in Automotive-
Anwendungen eingesetzt wird. Nähere Informationen enthält
die Website von Micronas [7].
Renesas hat den 6502-Kern in die Produkte seiner Typenreihe
740 integriert. Diese Controller sind trotz ihres erweiterten
Befehlssatzes zum Opcode des originalen 6502 kompatibel.
Der Übergang zu bleifreien Produkten hat die Typenreihe
zwar etwas ausgedünnt, doch zum Lieferprogramm von
Website zur Verfügung [9].
Renesas gehören auch heute noch 37 Controller-Typen mit
6502-Kern [8]. Für den Einsatz in Hobby-Anwendungen sind Controller mit 6502-Kern werden heute von Wasch- und
diese Controller allerdings weniger geeignet, da für die Spülmaschinen-Herstellern in moderne Produkte eingebaut.
Entwicklung immer ein Emulations-Controller und ein Emulator Auch in Messgeräten, Bedienterminals sowie in Briefmarken-
notwendig sind. Einen Controller-Simulator (zeitbegrenzt auf Automaten sind sie zu finden. Ferner übernehmen diese
vier Monate Laufzeit) mit I/O-Simulation, Interrupt-Simulation, Controller Nebenaufgaben in Personen-Aufzügen. Sie verrich-
Execution Cycle Measurement, RAM Monitor Display und ten ihr Werk in Fahrrad-Ergometern ebenso wie hinter den
Coverage Measurement stellt Renesas kostenlos auf seiner Armaturenbrettern von Fahrzeugen.

4/2006 - elektor 63
PRAXIS WORKSHOP

1. Dieses Netzteil werden wir uns vornehmen. So eine Stromversorgung ist 2. Satte 15 A an 12 V bedeuten 180 W für unsere Halogenbeleuchtung.
für nicht mal 20 € zu haben – oder auch gratis, wenn man seinen Alt-PC
ausschlachtet.

Halogen-Power
Halogenlampen sind recht preiswert. Hängt man sie im halben Dutzend an dicken Spann-
drähten auf, sind sie auch ein Blickfang im Wohnzimmer. Jedoch kommt der mitgelieferte
Trafo schon bei kleinen Erweiterungen an seinen Grenzen. Da haben wir eine Lösung!

Die im Handel erhältlichen Sets zur Halogenbeleuch- aus. Schuld daran sind meist die Trafos, deren Leistung
tung sind meist auf 75 Watt begrenzt. Das ist genug, sehr knapp bemessen ist. Zum Glück bietet die
um eine gemütliche Zimmerecke zu beleuchten, doch moderne Computertechnik hier einen Ausweg: Der
zur Illumination eines ganzen Raumes reicht es nicht „Energiehunger“ heutiger PCs ist so hoch, dass Netz-

5. Hier werkeln zwei Chips: Der TL494 sorgt für die Schaltsignale; der 6. Noch diese zwei Kontakte verbinden – und das ATX-Netzteil läuft.
Vierfach-Komparator LM339 detektiert Überspannung und Überlastung. Auf
eine Erkennung der Unterspannung wurde verzichtet.

64 elektor - 4/2006
3. Die Stromversorgung – im jungfräulichen Zustand. 4. Am 5-V-Ausgang ist schon ein Lastwiderstand angeschlossen – darum
brauchen wir uns also nicht mehr zu kümmern.

Altes PC-Netzteil
mit neuer Aufgabe Von Jeroen Domburg & Thijs Beckers

teile mit einer Leistung von bis zu einem Kilowatt (!) So viele Probleme …
nicht übertrieben sind. Doch so viel Power ist gar nicht
vonnöten: Auch PCs mit weniger starken Netzteilen Bei Computernetzteilen handelt es sich um Schaltnetz-
sind für unsere Zwecke durchaus brauchbar; so zum teile. Diese müssen beim Betrieb an allen (also auch den
Beispiel das AT(X)-Netzteil aus dem ausgeschlachteten nicht verwendeten Ausgängen) ständig belastet werden,
Alt-PC, das nutzlos in der Abstellkammer herum liegt. da die interne Regelschaltung ansonsten nicht mehr funk-
Mit ihm lassen sich Halogenleuchten mit bis zu tioniert. Diese Belastung ist bei einigen Netzteilen bereits
200 Watt versorgen. Doch wie bringt man solch ein in Form von Lastwiderständen eingebaut.
Computernetzteil dazu, dass es die benötigten 12 V
liefert? Theoretisch liefert das Netzteil zwar diese Bei den Netzteilen, die nicht über diese Lastwiderstände
Spannung, doch wie so oft gibt es vor dem praktischen verfügen, kann es erforderlich sein, die ungenutzten
Einsatz noch ein paar kleine Hürden zu überwinden. 3,3-V- und 5-V-Ausgänge mit einem Lastwiderstand von

7. Es ist oft gar nicht so einfach, den Schutz gegen Überlastung zu finden – 8. Eine simple Kontrolle mit einem 1-µF-Kondensator am 3,3-V-Ausgang zeigt
siehe Text. In unserem Fall muss Pin 4 von LM339 oberhalb 1,1 V bleiben, uns, dass wir mit unserer Vermutung richtig liegen. Der Kondensator
sonst schlägt die Stromversorgung Alarm. verzögert das Sinken der Spannung lange genug, um den Schutz zu überlisten.

4/2006 - elektor 65
PRAXIS WORKSHOP

9. Bei so vielen Lampen kommt ein ganz schöner Einschaltstrom zusammen. 10. Die Messung zeigt uns, dass die Lampen minimal 12 A ziehen.
Genau können wir’s nicht sagen – denn das Multimeter „geht“ eigentlich nur
bis höchstens 10 A ...

etwa 10 Ω/3 W abzuschließen. Ob solch ein Wider- Da Computer im Gegensatz zu Halogenlampen durch zu
stand wirklich nötig ist, merkt man früh genug: Liefert das geringe Versorgungsspannungen Schaden erleiden kön-
Netzteil nach dem Einschalten (und nach dem Verbinden nen, befinden sich in den meisten PC-Netzteilen zusätzli-
des Power-Source-On-Anschlusses mit Masse) am 12-V- che Sicherungen gegen Unterspannungen. Sie sorgen für
Ausgang gar keine, eine unstabile, eine zu hohe oder zu das Abschalten des Netzteils, wenn die Versorgungs-
niedrige Spannung, dann ist ein Widerstand am 3,3- und spannung unter einen bestimmten Wert sinkt.
am 5-V-Ausgang erforderlich.
Halogenlampen können je nach Betriebszustand völlig
unterschiedliche Innenwiderstände aufweisen. Nach dem … und die Lösungen
Einschalten ist der Glühdraht zunächst kalt, besitzt einen Das zuerst geschilderte Problem kann, wie schon
niedrigen Widerstand und verbraucht im Gegensatz zu erwähnt, ganz leicht mit Lastwiderständen gelöst werden.
anderen Lampentypen ein Vielfaches des Stromes, der im Doch ohne einen kleinen, „kreativen“ Eingriff in die Netz-
warmen Zustand fließt. teilschaltung zum Umgehen der genannten Sicherungen
kommen wir nicht herum, wenn wir ein PC-Netzteil in ein
Natürlich müssen auch PC-Netzteile mit hohen Einschalt- „halogentaugliches“ Netzteil umbauen möchten.
strömen (zum Beispiel beim Anlaufen der Festplatte) Das Innenleben eines ATX-Netzteils macht auf den ersten
zurechtkommen, doch im Gegensatz zu Halogenlampen Blick einen komplizierten Eindruck, doch wenn man sich
sind hohe Einschaltströme bei Computern nur für Sekun- erst einmal einen Überblick verschafft hat, ist es gar nicht
denbruchteile erforderlich. Bei einem Satz Halogenlam- mehr so schwer, sich zurechtzufinden.
pen kann dieser hohe Strombedarf jedoch durchaus für Auf der Platine des Netzteils befinden sich zwei vonein-
mehrere Sekunden andauern. Darauf sind Computernetz- ander getrennte „Regionen“, deren Grenzen sich am Feh-
teile nicht vorbereitet, so dass eine interne Netzteilsiche- len von Leiterbahnen an einer bestimmten Stelle des
rung den Lichterglanz erst gar nicht entstehen lässt. Boards leicht erkennen lässt.
Ein drittes Hindernis: Computernetzteile überwachen die Die „Hochspannungsabteilung“ ist durch einen Bereich
Verteilung der von ihnen gelieferten Ströme an den ein- gekennzeichnet, in dem sich eine Sicherung und wahr-
zelnen Ausgängen. Da wir nur den 12-V-Ausgang mit scheinlich auch bis zu zwei Kondensatoren mit einer
möglicherweise bis zu mehreren hundert Watt belasten, Spannungsfestigkeit von 200 V oder mehr befinden. Die-
könnte das daraus resultierende Ungleichgewicht even- sem Bereich sollten Sie möglichst fernbleiben, da auch
tuell für eine auf etwa 11 V reduzierte Spannung am nach dem Abschalten des Netzteils hier noch für mehrere
12-V-Ausgang sorgen. Minuten eine Spannung vorhanden sein kann, die dem
unvorsichtigen Elektroniker beim Berühren zumindest
einen heftigen Schreck versetzen könnte.
Der Niederspannungsbereich ist weniger gefährlich -
zum Glück ist das auch der Teil, an dem wir uns zu schaf-
1 +12V to chip fen machen müssen. Er ist zumeist durch zwei ICs
gekennzeichnet, von denen das eine oft mit solch interes-
santen Namen wie „Switched mode Pulse Width Modula-
tion Control Circuit“ versehen ist.
Beim anderen IC handelt es sich normalerweise um eine
Reihe von Komparatoren, die dafür sorgen, dass das
Netzteil beim Unter- oder Überschreiten kritischer Span-
nungsschwellen ausgeschaltet wird.
Das beschriebene Unterspannungsproblem ist bei solch
Bild 1. einem PC-Netzteil recht einfach zu lösen. Hierzu muss
Prinzip der 065114 - 11 man nur den Operationsverstärker finden, der an einem
Klemmschaltung. Eingang über einen Spannungsteiler mit der 12-V-Span-

66 elektor - 4/2006
Schaltnetzteile
Ein Computernetzteil ist im Prinzip nichts anderes als ein
heute in vielen Geräten verwendetes Schaltnetzteil – auf
Grund der zahlreichen Ausgänge und elektronischen
Sicherungen ist es nur etwas komplexer aufgebaut.
Schaltnetzteile basieren auf der Tatsache, dass der
Wirkungsgrad von Trafos mit zunehmender Frequenz steigt.
Aus diesem Grunde wird die Netzspannung, bevor sie
überhaupt an einen Trafo gelangt, zuerst gleichgerichtet
und geglättet, so dass eine Gleichspannung von etwa
340 V entsteht. Diese Spannung wird mittels mehrerer
Leistungstransistoren zu einer Wechselspannung im
Kilohertz-Bereich zerhackt. Die Wechselspannung wird als
„modified square wave“ bezeichnet. Über einen Trafo wird
das Rechtecksignal schließlich auf die verschiedenen, vom
11. So simpel kann Modding sein: Der LM339 wird mit einem 1-µF-Elkö’chen
zwischen Pin 4 und Betriebsspannung versehen. PC benötigten Spannungen herunter transformiert, gleichge-
richtet und den verschiedenen Baugruppen im PC zugeführt.
Wie erfolgt nun die Spannungsstabilisierung in solch einem
Netzteil? Viele Hersteller verwenden dazu einen PWM-
Generator (Pulsbreitenmodulation). Bekanntlich lässt sich die
nung und an einem zweiten Eingang mit einer Referenz- Energie eines Rechtecksignals durch das Verändern des
spannung verbunden ist (siehe dazu unseren Kasten). Puls-Pausen-Verhältnisses vergrößern oder verringern – und
Nun unterbricht man die Verbindung zur Referenzspan- damit auch die Spannungen am Ausgang des Netzteils.
nung, legt den Eingang an Masse und hat das Problem – Das Bild verdeutlicht, dass eine Verlängerung der Zeit Ton
mit etwas Glück – gelöst. Hat man aus Versehen die gegenüber der Zeit Toff die effektive Energieübertragung zur
Überspannungsregelung anstatt der Unterspannungsrege- Sekundärspule vergrößert. Dadurch erhöhen sich auch die
lung deaktiviert, funktioniert das Netzteil aber leider nicht Spannungen an den 12-V- und den 5-V-Ausgängen.
mehr und der Versuch muss, diesmal mit den richtigen
Ton Toff
Komponenten, wiederholt werden. 2
Es gibt auch Netzteile mit nur einem IC, in dem sowohl
der PWM-Regler als auch die Ober-/Unterspanungsde-
tektoren untergebracht sind. Die gebräuchlichste Lösung
zur Umgehung dieser Überwachungsschaltungen ist eine
Klemmschaltung (siehe Bild 1). Der Trick funktioniert 0
nach folgendem Prinzip: Während des Einschaltens des
Netzteils wird der Kondensator bis auf einen Wert von
fast 12 V geladen. Wenn die 12-V-Versorgungsspannung
durch das Aufheizen der Halogenlampen für eine
gewisse Zeit absinkt, stellt der Kondensator (10...100 µF) Ton Toff Ton Toff
die notwendige Spannung zur Verfügung, um ein 065114 - 12

Abschalten der Sicherung zu verhindern.


Und wenn gar keine Sicherung gegen Unterspannungen Das IC, in welchem sich der PWM-Generator befindet,
zu finden ist? Keine Sorge: Bei älteren Netzteilen kann es beherbergt in den meisten Fällen auch noch einen oder
schon mal vorkommen, dass aus Kostengründen auf solch zwei Differenzverstärker. Die Eingangsspannungen an die-
eine Sicherung verzichtet wurde. sen Verstärkern beeinflussen das Puls-Pausen-Verhältnis des
Rechtecksignals. Der invertierende Eingang des Verstärkers
ist meist über einen Spannungsteiler mit den 5/12/3,3-V-
Versorgungsleitungen verbunden. An den nichtinvertieren-
Für Fortgeschrittene den Eingang ist eine Referenzspannung angeschlossen.
Nach erfolgreicher Stilllegung der Unterspannungssiche-
Sinkt die Spannung an einem der Netzteil-Ausgänge plötz-
rung wenden wir uns dem Schutz gegen Überlastung zu,
lich, so wird die Spannung am invertierenden Eingang des
die uns allerdings vor etwas höhere Anforderungen stellt.
Differenzverstärkers geringer. Daraufhin ändert der PWM-
Aus diesem Grund sollte man zuerst prüfen, ob der fol-
Generator seine Pulsbreite so lange, bis die Spannung am
gende Eingriff ins Netzteil wirklich notwendig ist.
invertierenden Eingang des Differenzverstärkers (die ein
Mit ein wenig Glück lassen sich auf der Netzteilplatine
Maß für die Ausgangsspannung ist) wieder den gleichen
drei Trafos und vielleicht noch eine Entstörspule finden,
Wert wie die Spannung am anderen Eingang besitzt.
die an dieser Stelle jedoch nicht beachtet werden soll.
Der größte Trafo leistet die Hauptarbeit, nämlich das Dies erklärt auch, warum einige Netzteile in unbelastetem
Umformen der 230 V in eine niedrigere Spannung. Zustand nicht funktionieren: Der PWM-Generator besitzt
Einer der kleineren Trafos sorgt für die Übertragung des meistens Grenzen, innerhalb derer er seine Pulsbreite
PWM-Signals zur Hochspannungseinheit. Diesen Trafo anpassen kann. Bei unbelastetem Ausgang müsste Ton
erkennt man meistens daran, dass sich zwei kleine Tran- eigentlich den Wert Null annehmen. Dazu ist der PWM-
sistoren in seiner unmittelbaren Nähe befinden, die über Generator jedoch nicht in der Lage, was dazu führt, dass
jeweils einen Anschluss mit dem Trafo verbunden sind. das Netzteil selbsttätig eine Sicherung zum Ausschalten in
Der zweite, kleinere Trafo dient zur Leistungsmessung. Er Gang setzt.
funktioniert wie folgt: Die Primärspule dieses Trafos befin-

4/2006 - elektor 67
PRAXIS WORKSHOP

det sich in Serie mit der Primärspule des Haupttrafos. ander liegen. Welche Spannung verändert sich dann,
Wird der Strom durch den Haupttrafo größer, so fließt wenn die Belastung wegfällt? In unserem Fall (siehe Bild-
auch mehr Strom durch den kleinen Trafo und die Span- strecke) muss Pin 4 von LM339 oberhalb 1,1 V bleiben.
nung an der Sekundärwicklung steigt an. Sonst schlägt die Stromversorgung Alarm.
Die zweite Aufgabe dieses Trafos besteht in einer „Boot- Leider funktionieren nicht alle Netzteile gleich. Einige
strap“-Funktion. Ist das Netzteil nicht eingeschaltet, so Netzteile verwenden den dritten Trafo als Mini-Schalt-
erhält der PWM-Chip noch keine Versorgungsspannung. netzteil für eine 5-V-Standby-Versorgung.
Daher wird auch noch keine Niederspannung erzeugt, Man erkennt diese Variante an einem Optokoppler am
ohne die der PWM-Chip jedoch nicht funktioniert. Um Trafo. In diesem Fall wird der Strom mit einem Extra-
dies zu verhindern, wird vom Leistungsmesstrafo eine Anschluss am Haupttrafo gemessen. Und schließlich gibt
Spannung abgezweigt. Das Ganze nennt man „Boot- es auch Netzteile ohne Überstromsicherung.
strap“. Das bedeutet, dass der Chip erst mal ein wenig Wie auch immer: Endlich ist das Netzteil bereit, einen
Spannungsvorschuss erhalten muss, damit alle nachfol- Satz Halogenleuchten zu betreiben. Doch wie viele
genden Vorgänge in Schwung kommen. eigentlich genau? Das hängt natürlich vom Strom ab, den
Zur Messung des Stroms auf der Hochspannungsseite das Netzteil an seinem 12-V-Ausgang maximal liefern
wird die Spannung am Leistungsmesstrafo zunächst kann. Bei einem durchschnittlichen, preiswerten Netzteil
gleichgerichtet. Dies geschieht meist dadurch, dass die sind das bis zu 15 A, was eine Gesamtleistung von
Enden der beiden äußersten Wicklungsanschlüsse über knapp 200 W ermöglicht.
eine Diode nach Masse geführt werden. Die Spannung (065114)
an der mittleren Anzapfung wird dann mit einem Konden-
sator geglättet und über ein Widerstandsnetzwerk an den
PWM-Chip oder an einen der Komparatoren geleitet.
In diesem Falle genügt das Vergrößern des Glättungskon-
densators, um die ursprünglich geplante Zeitspanne zu
verlängern, die einen höheren Entnahmestrom erlaubt.
Über den Autor
Um den Schutz gegen Überlastung zu finden, hilft natür- Jeroen Domburg studiert Elektrotechnik an der „Saxion
lich auch ein Studium des Schaltplans. Falls man den Hogeschool” in Enschede (Niederlande). Als begeisterter
nicht hat, geht es auch anders. Man belastet die Strom- Freizeit-Elektroniker beschäftigt er sich unter anderem mit
versorgung bis zum Anschlag und schaut, welche Ein- Mikrocontrollern und Computern. In dieser Rubrik stellt er
gänge des Komparators schon „gefährlich“ dicht beiein- eigene Entwicklungen und Modifikationen zum Nachbau vor.

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68 elektor - 4/2006
ENTWICKLUNGSTIPPS TECHNIK

Handy-Codeschloss
Von Heikki Kalliola kleines Mikrofon als Interface ver- das Flag „valid digit dig. Für „3519“ zum Beispiel
fügen, das man leicht nahezu present“(Pin 15) aktiv wird. Diese muss bei S1 der Schalter Nr. 3
Einfachheit ist bei diesem Code- unsichtbar installieren kann. Daten sind mit den Eingängen geschlossen sein. Die „0“ wird
schloss das hervorstechendste Das Schloss lauscht dann auf die von zwei doppelten Schieberegis- nicht verwendet.
Merkmal, dass es zugleich sicher vom Handy abgesonderten Wähl- tern (IC1 und IC2) verbunden. Damit das Codeschloss bei kor-
und komfortabel macht. Es ist töne (DTMF) und reagiert auf einen Jede positive Flanke des Flags tak- rekter Eingabe nicht permanent
durch sein minimalisiertes „User voreingestellten vierstelligen Code. tet die Daten eine Stufe weiter. aktiviert bleibt, ist mit IC8 ein
Interface“ praktisch unsichtbar! Die Mikrofonkapsel kann leicht hin- Die Registerausgänge sind mit monostabiler Multivibrator vor die
Die meisten Codeschlösser wer- ter einem unauffälligen kleinen vier BCD/Dezimal-Dekodern Relais-Steuerstufe T2 geschaltet.
den entweder durch eine Magnet- Punkt verschwinden, der in Wahr- (IC3...IC6) verbunden. Die Anzugszeit von RE1 kann
streifen-Karte (die man verlieren heit ein kleines Loch ist und zusätz- Nach vier Tastendrücken sind die durch P1 bis auf maximal etwa
kann) oder durch eine vierstellige lich noch in einem Muster getarnt Schieberegister geladen und der fünf Sekunden eingestellt werden.
Zahl aktiviert. Die Zahlencode- werden kann. Das Handy kann Code liegt dezimalisiert an vier Für C4 empfiehlt sich eine bipo-
Variante verfügt daher über eine „offline“ verwendet werden, damit zehnpoligen Dip-Schaltern. Passt lare Ausführung. Parallel zum
Tastatur. Was eigentlich nicht keine Telefonkosten entstehen. der Code zu den Schalterstellun- Relais ist noch eine LED mit Vor-
unbedingt sein muss: Man kann Zur Schaltung: Das Elektret-Mikro- gen, dann liegen an den Eingän- widerstand als Indikator geschal-
gut auf eine Tastatur verzichten, fon Mic1 ist über den Verstärker gen der AND-Gatter IC9.A und tet. Platziert man diese passend
da jeder moderne Mensch T1 mit dem Eingang (Pin 2) eines IC9.C (damit auch an IC9.B) beim Mikrofon, dann leuchtet bei
sowieso immer eine Tastatur mit DTMF-Receiver/Decoders (IC7) HIGH-Pegel an: Das Codeschloss richtiger Eingabe das Loch. Die
sich herum trägt. Nutzt man das verbunden. Vier Ausgänge (die ist aktiviert. S1 ist für die erste „Reichweite“ des Mikrofons liegt
Handy zur Eingabe, so muss das Pins 11...14) liefern den binären und entsprechend S4 für die bei ca. 20 cm.
Codeschloss lediglich über ein Code des Tastendrucks, wenn letzte eingegebene Ziffer zustän- (050077ts)

+5V 10
IC9.B
&
IC9 = 4081
14
8 9
IC9
3 4
7
IC9.A IC9.C
& &

1 2 5 6

S4 S3 S2 S1

+5V +5V
3 14 2 15 1 6 7 4 9 5 3 14 2 15 1 6 7 4 9 5 3 14 2 15 1 6 7 4 9 5 3 14 2 15 1 6 7 4 9 5
0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9
16 16 16 16
IC3 IC4 IC5 IC6
X/Y X/Y X/Y X/Y
4028 8 8 4028 4028 8 8 4028

1 2 4 8 1 2 4 8 1 2 4 8 1 2 4 8
10 13 12 11 10 13 12 11 10 13 12 11 10 13 12 11

IC1 = 4015 +5V IC2 = 4015


5 4 3 10 IC1.A IC1.B 13 12 11 2 5 4 3 10 IC2.A IC2.B 13 12 11 2
SRG4 SRG4 SRG4 SRG4

16 16
IC1 IC2
C1/

C1/

C1/

C1/

8 8
1D R R 1D 1D R R 1D
7 6 9 1 14 15 7 6 9 1 14 15

+5V
+5V
+5V
C3
+5V 100n
10 18
TOE
17 7 R8
ST/GT OSC1
R1 R2 R4 R6 X1
14 8
1k

D1 RE1
270k

270k
4k7

10k

+T
8 4 D2
OSC2 AST
16 13 1N 5V
C2 EST P1 OSC
2
IC7 11 2
4148
IN– Q1 RX
R5 12 T2
100n Q2 500k IC8 R7
270k

13 3 10
Q3 RCC Q 4k7
C1 14
100n
T1 8870 Q4 C4 4047
3 1 11 BC547
GS CX Q
4 15 12
VREF STD 10µ RET
R3 1 5 9
MIC1 BC547 IN+ AST RST
39k

PWDN INH –T
6 9 5 7 6

X1 = 3,579545 MHz
050077 - 11

4/2006 - elektor 69
TECHNIK ENTWICKLUNGSTIPPS

Wie viel Draht für einen Ringkern?


Fast immer kommt es darauf an, Abhängig von den Spannungen
ob die Windungen als einlagige an den Wicklungsanschlüssen
Wicklung gewickelt werden kön- kann der effektive Innendurchmes-
nen. Dazu muss die maximale ser wegen des erforderlichen Iso-
Anzahl der Windungen je lierabstands noch kleiner sein.
Wickellage berechnet werden. Wenn der Wickelraum nicht aus-
Infolge des nicht unendlich klei- reicht, gibt es die Möglichkeiten,
nen Drahtdurchmessers und der entweder einen größeren Ring-
Lackschicht ist der effektive Innen- kern oder einen Draht mit kleine-
durchmesser kleiner als der am rem Durchmesser zu verwenden.
Ringkern gemessene Wert Ein kleinerer Drahtdurchmesser ist
(Bild 3). Die Krümmung hat zur bei hohen hindurchfließenden
Folge, dass der Verlust größer als Strömen allerdings keine echte
ein Drahtdurchmesser ist. Da vor Alternative.
allem dicker Draht niemals voll- Wenn mehrere Lagen gewickelt
Zu den „mühsamen“ Bauelemen- berücksichtigt werden, die den ständig am Kern anliegt, wird werden müssen, kann man in
ten der Elektronik gehören mit Kupferdraht umgibt. Üblicher- vom Innendurchmesser zur Sicher- der Berechnung näherungsweise
Sicherheit die Ringkerne. Wer weise ist die Lackschicht 0,05 bis heit zwei Mal der Drahtdurchmes- den doppelten Drahtdurchmesser
schon einmal einen Ringkern 0,1 mm dick. Für jede Windung ser abgezogen: einsetzen.
bewickelt hat, wird dem zustim- muss dieser Wert zwei Mal in D2 = D – 2d Noch ein Tipp aus der Praxis: In
men – insbesondere, wenn mehr Ansatz gebracht werden. Wenn Die Anzahl der Windungen die Gesamtlänge des Drahtes
als nur einstellige Windungszahlen die Bezugslinie die Mittellinie ist ergibt sich aus dem Kreisumfang, gehen auch die Längen der
zu wickeln waren. (Bild 2), dann gilt: berechnet mit dem effektiven Drahtenden ein, die für den
Wir geben hier eine Anleitung, H2 = H + d Durchmesser, geteilt durch den Anschluss notwendig sind. Blei-
die das Problem zwar nicht löst, B2 = B + d Drahtdurchmesser: ben sie unberücksichtigt, stimmt
aber die Arbeit erleichtert. Zuerst (π x D2) / d entweder die Windungszahl nicht
werden die tatsächlichen Ring- Die Drahtlänge einer einzelnen Die Drahtlänge für eine Wickel- oder die Wicklung muss neu
kern-Abmessungen mit einer Windung beträgt: lage ist dann: gewickelt werden.
Schieblehre festgestellt. Das ist 2 x (H2 + B2) (π x D2) / d x 2 x (H2 + B2) (060031gd)
schon deswegen notwendig, weil
viele Ringkerne von den Anga-
ben in den Datenblättern um
zehntel Millimeter abweichen. B2 B

Die Maße, um die es geht, sind D B


die Höhe H, die Breite B und der
Innendurchmesser D (Bild 1). Die H H2
H D D2
Breite B ist folglich gleich der
Hälfte von Außendurchmesser
minus Innendurchmesser. Eine 060031 - 11
d
B
weitere wichtige Größe ist der 060031 - 12

Draht-Durchmesser d. Hier muss 1 2 3 060031 - 13

auch die isolierende Lackschicht

Selbst gebauter Akku-Halter


Nicht selten kommt es vor, dass dieser Stelle jedoch nicht weiter
ein Akku aus einem Laptop, vertieft werden.
einem Handy oder einem ande-
ren Gerät mit einem Labor-Netz- Fast alle Akkus, die in Laptops
gerät aufgeladen werden muss. oder Handys ihren Dienst tun, stel-
Das kann zum Beispiel notwendig len die Verbindung zum Gerät
werden, wenn das zugehörige über Kontaktflächen her. Außer-
Ladegerät defekt ist oder fehlt. halb des Geräts ist der Anschluss
Der Akku eines Handys kann so schwierig. Man könnte zwar
tief entladen sein, dass der vom Kabel anlöten, falls das Material
Stecker-Netzteil gelieferte Lade- der Kontaktflächen das Löten
strom nicht ausreicht, um den erlaubt, doch meistens ist dies
Akku zu neuem Leben zu erwe- keine gute Lösung.
cken. In solchen Fällen ist Vorsicht
oberstes Gebot. Es ist wichtig zu Im ELEKTOR-Labor wenden wir
wissen, welche Behandlung der eine ebenso einfache wie univer-
Akku verträgt und was den Akku selle Methode an: Ein Stück Löt-
schädigt. Dieses Thema soll an punktraster-Platine, einige Lötstifte

70 elektor - 4/2006
und ein paar Paket-Gummibän- Anschlussleitungen an. Der Akku Akku und Platine herum geschlun- schlüsse sind unbedingt zu ver-
der genügen. Zwei Lötstifte wer- wird so auf die Platine gelegt, gen werden. meiden. Insbesondere wenn der
den im Abstand der Akku-Kontakt- dass beide Akku-Kontaktflächen Noch eine wichtige Warnung: Akku-Typ nicht bekannt ist, muss
flächen in die Platine eingesetzt an den Lötstiften anliegen. Für Der improvisierte Akku-Halter ein- man Ladestrom und Ladespan-
und auf der Kupferseite verlötet. den nötigen Anpressdruck sorgen schließlich Akku müssen ständig nung ständig kontrollieren!
Danach lötet man dort die die Paket-Gummibänder, die um im Auge behalten werden. Kurz- (060032gd)

Alu-Glanz mit Backpulver


Von einem Funkamateur erhielten bungen nach fast Alles und
wir den für uns überraschenden Jedes aufpolieren.
Tipp, dass sich Oxid und
Schmutz von Aluminium-Oberflä- Wir hatten zwar keinen alten
chen bequem mit Hilfe von Back- Drehkondensator zur Hand, um
pulver entfernen lassen. Zum Bei- den Tipp auszuprobieren, doch
spiel erhalten die Platten alter, luft- unsere Versuche an einem Teekes-
isolierter Drehkondensatoren sel aus Aluminium bestätigten,
neuen Glanz, wenn man sie mit dass eine Backpulver-Lösung tat-
einer aus Backpulver und Wasser sächlich ein erstaunlich wirksa-
bestehenden Lösung behandelt. mes Reinigungsmittel ist.
(060033gd)
Eine kurze Recherche bei Goo-
gle mit den Suchwörtern „baking Weblinks:
powder aluminum cleaning“ www.frugalfun.com/bakingsoda.html
ergab, dass Backpulver in der www.frugalfun.com/cleansers.html
Welt der alternativen Reinigungs- Wasser soll sich zum Beispiel als zielle Reinigungsmittel, bei http://parents.berkeley.edu/advice/
mittel offensichtlich eine wichtige Universal-Allesreiniger eignen. denen Backpulver zu den Zuta- household/jewelry.html
Rolle spielt. Eine Lösung aus vier Außerdem fanden wir bei Goo- ten gehört. Mit diesen Spezial- http://ezinearticles.com/?Baking-Soda-for-
Kaffeelöffeln Backpulver auf 1 l gle zahlreiche Rezepte für spe- reinigern lässt sich den Beschrei- Cleaning&id=10168

Alte Elkos neu formieren


Elkos verändern ihre Eigenschaf- fekt“ gesorgt hat ...
ten, wenn sie über Jahre hinweg Derartige Effekte lassen sich ver-
unbenutzt auf Lager liegen oder meiden, wenn man bei der
wenn sie in Oldtimer-Geräten ein- V I
Kl 2.0
Wiederbelebung von Elkos behut-
gebaut sind, die hauptsächlich V sam vorgeht. Wichtig ist hier,
dekorativen Zwecken dienen. dass die Oxid-Schicht sehr lang-
Diese Elkos haben oft so gelitten, sam neu aufgebaut wird. Der
dass sie den normalen Anforde- Elko wird über einen hohen
rungen nicht mehr ohne weiteres Widerstand (zum Beispiel 1 MΩ)
standhalten. 1M mit einem Labor-Netzteil verbun-
Die positive Elektrode von fabrik- R den. Die Spannung wird zuerst
neuen Elkos ist mit einer sehr dün- auf ein Viertel der nominalen
nen Oxid-Schicht überzogen, die Elko-Spannung eingestellt; gleich-
als Dielektrikum zwischen den zeitig wird die Spannung am
Elektroden dient. Die Oxid- Elko gemessen. Möglicherweise
Schicht wird im normalen Betrieb dauert es Stunden, bis der Elko
(wenn am Elko regelmäßig Span- aufgeladen ist und die Elko-Span-
nung anliegt) durch den Leck- nung den Wert der Ladespan-
strom aufrechterhalten. Wenn ein 060034 - 11 nung erreicht. Danach kann die
Elko über lange Zeit hinweg Ladespannung schrittweise erhöht
„unbeschäftigt“ bleibt, wird die ren. soll. werden, wobei stets gewartet
Oxid-Schicht allmählich abge- Elkos mit niedrigen Kapazitäten Axiale Elkos werden zunehmend werden muss, bis sich die beiden
baut, so dass der Elko mehr oder und Spannungen lohnen die seltener, aus neuer Fertigung wer- Spannungen wieder angeglichen
weniger kurz geschlossen ist. Legt Mühe des Wiederauffrischens den sie kaum noch angeboten. haben. Die Prozedur wird so
man an den Elko in diesem nicht. Diese Elkos sind so preis- Größere Elkos, zum Beispiel für lange fortgesetzt, bis die nomi-
Zustand die volle Nennspannung, wert, dass es sinnvoller ist, sie den Einsatz in Hochvolt-Netztei- nale Elko-Spannung erreicht ist.
steigt der Strom sehr stark an. Die durch neue Exemplare zu erset- len, sind nach wie vor relativ Die Chance, dass am Ende der
innere Elko-Temperatur kann so zen. Ein Sonderfall wäre zum Bei- teuer, so dass sich hier Rettungs- Bemühungen der Erfolg steht, ist
hohe Werte erreichen, dass das spiel ein historischer Empfänger, versuche lohnen können. Dies ist relativ groß. Geduld und Umsicht
Dielektrikum verdampft. Im der möglichst originalgetreu übrigens die Gruppe der Elkos, führen auch hier zum Ziel!
Extremfall kann der Elko explodie- erhalten oder restauriert werden die schon für manchen „Knallef- (060034gd)

4/2006 - elektor 71
TECHNIK E-BLOCKS

E-blocks: Wellen
Von John Dobson

Im letzten Beitrag haben wir mit einem Flowcode-Programm sinusförmige Signale erzeugt.
Bekanntlich wird das erstellte Flussdiagramm zunächst in C und dann in Assembler gewandelt.
Für zeitkritische Anwendungen ist es aber auch möglich, C-Code direkt in Flowcode zu
integrieren. Dabei kann man sogar noch etwas C lernen!

Um ausführbaren Mikrocontroller-Code wird hier inkrementiert. Nach einer so ein Beispiel. Der C-Variablen
zu generieren, werden die Flussdia- Wartezeit von einer Sekunde wird der „PORTC“ wird hexadezimal („0x“) die
gramme von Flowcode in einer Wert an Port C ausgegeben. Adresse („@“) „07“ zugewiesen. Auf
bestimmten Art und Weise vorverar- die gleiche Weise wird die Variable
beitet. Schritt 2 „TRISC“ (das „data direction register“
Wenn man mit dem Windows Explorer eines PIC) deklariert. Die Software soll
Schritt 1 das Verzeichnis öffnet, in dem die für einen Mikrocontroller vom Typ
Als erstes wird ein Flussdiagramm in Flowcode-Datei „COUNTER1.FCF“ 16F877 passen, weshalb die hexadezi-
originären, zeilenorientierten C-Code gesichert wurde, kann man eine ganze male Adresse „87“ gewählt wurde.
umgesetzt. Das Zähler-Programm Reihe weiterer Dateien sehen. Eine Viele andere spezifische Funktionen
„COUNTER1.FCF“ eignet sich gut zum davon ist „COUNTER1.C“, das Äquiva- (wie zum Beispiel die Taktrate und die
Vergleich von Flussdiagramm und lent des Flussdiagramms in C. Öffnet Pins des internen USART) werden
resultierendem C-Code. Bild 1 zeigt man diese Datei mit einem Editor, ganz ähnlich deklariert. Nicht benutzte
die Variable „COUNT“, deren Wert auf kann man den resultierenden C-Code Deklarationen werden einfach „aus-
„0“ gesetzt wird. Dann gibt es noch (Bild 2) inspizieren. kommentiert“: Laut C-Konvention wird
das Schleifen-Icon „WHILE 1“ – eine Zunächst sieht man, dass Flowcode zu jede Zeile, die mit „//“ beginnt, vom
Endlosschleife, da das Argument 1 Beginn einige für den C-Compiler not- Compiler als Kommentar gesehen und
immer wahr ist. Innerhalb der Schleife wendigen Konstanten definiert. Die somit ignoriert.
befinden sich weitere Icons. „COUNT“ Deklaration „char PORTC@0x07;“ ist Da das Programm keine Makros oder

72 elektor - 4/2006
mit C „Echtes“ C im Flowcode
Subroutinen enthält, bleiben die ent-
sprechenden Bereiche im C-Code leer.
Es existiert aber noch eine Variable
„FCV_COUNT“ vom Typ „char“ (ASCII-
Zeichen). Diese Variable entspricht der
„COUNT“-Variable im Flussdiagramm.
Ein erster Hinweis darauf, wie man C-
Code in Flussdiagramme einbettet.
Alle Flowcode-Variablen erscheinen
nach der Umsetzung in C mit dem Prä-
fix „FCV_“, dem Akronym für „Flow-
Code Variable“. Wenn eingebetteter C-
Code demnach Zugriff auf eine Flow-
code-Variable benötigt, muss einfach
„FCV_“ vorangestellt sein.
Nach dem Abschnitt mit den Varia-
blendeklarationen kommt die erste
Zeile „richtiges“ C:

Void main()
{

Dabei handelt es sich um die übliche


Deklaration der Funktion „main“ – dem Bild 1. Ein einfacher Zähler in Flowcode.
eigentlichen Hauptprogramm. Sie ent-
spricht funktional dem „START“-Icon
in Flowcode. Die leeren Klammen zei-
gen, dass nichts an diese Funktion
übergeben wird. Der auszuführende
Code wird durch ein Paar geschweifte
Klammern „{ ...Code... }“ eingeschlos-
sen.
Nun folgen weitere Deklarationen.
Zum Beispiel muss man beim ADC die
entsprechenden Pins als analoge Ein-
gänge festlegen und Timer sowie
Interrupts aktivieren. Diese Deklaratio-
nen erfolgen innerhalb der Funktion
„main“, damit sich die Werte während
des Programmlaufs von Flowcode
durch den Benutzer verändern lassen.
Im Hauptprogramm wird zunächst
„FCV_COUNT“ der Wert „0“ zugewie-
sen – ganz analog dem Flussdia-
gramm. Als nächster Befehl folgt der
Schleifenaufruf „WHILE (1)“. Das wei-
tere Programm findet sich innerhalb
der zur Schleife gehörenden
geschweiften Klammern – es wird also
ewig wiederholt. Innerhalb der Klam-
mern geht es weiter mit der Inkremen-
tierung von „FCV_COUNT“ und der
einsekündigen Verzögerung. Jede
Zeile C-Code muss mit einem Semiko- Bild 2. Das Äquivalent von COUNTER1.FCF in C.

4/2006 - elektor 73
TECHNIK E-BLOCKS

lon abgeschlossen sein. Nun folgt die Flussdiagramm wird dieses Icon durch Resultat geladen. Eine weitere Zeile
Zeile „TRISC=0x00“. Jetzt wird ein C-Icon ersetzt. In dieses C-Icon lässt das Programm für 3 µs pausieren.
„TRISC“ (dem für die Richtung der I/O- wird jetzt genau der C-Code kopiert, Der Inhalt des Registers wird automa-
Pins zuständigen Register) der Wert der dem Icon „DAC_SEND_CHAR“ tisch via SPI gesendet. Analog dazu
„00“ (hex) zugewiesen. Dies befiehlt entspricht. Diesen Code-Schnipsel funktioniert der zweite Teil mit dem
dem Mikrocontroller, alle Pins von „klaut“ man sich einfach aus einem übrigen Nibble von „OUTVAL“.
Port C als Ausgänge zu betrachten vorhergehenden Compilerlauf (mit dem „SSPBUF“ ist der serielle Buffer des
(„FF“ würde alle Pins als Eingänge alten Icon im Flussdiagramm). Als Mikrocontrollers. Es braucht 3 µs, um
definieren). Die letzte Zeile der Schleife nächstes erzeugt man den für den dessen Inhalt auszulesen, da der Inhalt
schreibt den Wert von „COUNT“ nach Mikrocontroller lauffähigen Code, Bit für Bit über den SPI-Bus geschoben
Port C. flasht diesen und überprüft, ob alles wird. Die Pause von 3 µs verhindert,
Die allerletzte Zeile ist erklärungsbe- noch so läuft wie es soll. So kann man dass während des Auslesevorgangs
dürftig: Falls ein Flussdiagramm keine sicherstellen, dass man beim Kopieren Daten überschrieben werden können
Endlosschleife enthält, würde dieser keine Zeile zuviel oder zuwenig mitge- und Chaos über den SPI-Bus kommt.
letzte Befehl sicherheitshalber endlos nommen hat. Daher bleibt es bei 6 µs pro übergebe-
wiederholt. Die Zeile entspricht dem Jetzt kann man an den Variablendekla- nem Byte. Die Maximalfrequenz wird
„ENDE“-Icon des Flussdiagramms. rationen drehen. Für Optimierungen also vom SPI-Bus begrenzt! Und mit
Falls ein C-Programm nicht über eine muss man nicht zwingend jede Zeile C 6 µs und 256 Samples pro Welle kommt
solche Sicherheitsschleife verfügt, vollkommen verstehen. In einem Test man nach wie vor auf eine Maximalfre-
würde das Programm nach Abarbei- wurde von den 34 Zeilen des Codes quenz von 650 Hz. Immerhin wird jetzt
tung aller Befehle schlicht weiter sei- von „DAC_SEND_CHAR“ sukzessive weniger Speicherplatz belegt, was für
nen Befehlszähler erhöhen und versu- eine Zeile auskommentiert und über- Erweiterungen ganz nützlich sein kann.
chen, die dort nicht vorhandenen prüft, ob das Programm immer noch (065032)
Befehle auszuführen. Irgendwann läuft funktioniert. Es stellte sich heraus,
der Befehlszähler über und landet bei dass das Programm mit nur noch neun
der Adresse „0000“. Dann beginnt das Zeilen voll funktionsfähig war!
Programm von vorne – ohne Auftrag.
C ist ja als schwer les- und wartbar
Das so gesäuberte Programm mit der
neuen Bezeichnung „SINC3.fcf“ kann Verfügbare
verschrien. Aber wie man sieht, kann
ein Programm mit etwas Sorgfalt auch
unter dem Dateinamen „065032-11.zip“
von der ELEKTOR-Webseite herunter Programme:
leserlich gestaltet werden. geladen werden (siehe rechts).
COUNTER1.fcf
Unglücklicherweise wurde der mit die-
sem Programm erzeugt C-Code zwar SINC3.fcf
Geschwindigkeit kürzer – die Datenausgabe via DAC
Der Zweck von eingebettetem C-Code aber nicht schneller. Der Grund hierfür Die Programme sind in der Datei
ist es, die Geschwindigkeit des liegt in der Kommunikation via SPI. 065032-11.zip enthalten, die unter
erzeugten Programms an zeitkritischen Der Flowcode-Befehl „DAC_SEND_ www.elektor.de kostenlos downloadbar
Stellen zu erhöhen. Das funktioniert CHAR“ benötigt leider zwei Byte, um ist (im Menü auf „Zeitschrift“, danach
deshalb, weil der zu einem Icon gehö- ein 8-bit-Datenwort zu übertragen. Die auf „2006“ und „E-blocks: Wellen in
C“ klicken).
rende C-Code für alle möglichen niederwertigsten vier Bits des ersten
Anwendungsfälle konzipiert wurde. Bytes übertragen das höherwertige
Somit enthält er meist auch Teile, die Nibble der Daten und das restliche
innerhalb des bestimmten Programms Nibble geht mit dem zweiten Byte auf
überflüssig sind. Zur Demonstration Reisen. Die übrigen Bits beinhalten
schauen wir uns die Datei Steuerinformationen. Das Icon Beiträge dieser
„SINE WAVE GEN.FCF“ vom letzten
Beitrag an und untersuchen, wo Opti-
„DAC_SEND_CHAR“ verwendet die
Variable „OUTVAL“ auf folgende Reihe:
mierungen vorgenommen werden Weise: „E-blocks - Elektronik ‚en bloc’ “,
könnten. Das Flowcode-Icon ELEKTOR 11/2005.
„DAC_SEND_CHAR“ produziert bei- dac_val = (FCV_OUTVAL & 0xF0) > 4; „E-blocks und Flowcode“,
spielsweise eine Menge C-Zeilen, sspbuf = dac_val; ELEKTOR 12/2005.
worin vielfältige Variablen deklariert delay_us(3); „E-blocks im Cyberspace“,
und Adressen referenziert werden. Da ELEKTOR 1/2006.
Flowcode ja nicht wissen kann, was dac_val = (FCV_OUTVAL & 0x0F)
„E-blocks mit CAN“,
der Programmierer als Nächstes vor- << 4;
ELEKTOR 2/2006.
hat, werden bei jeder Benutzung von sspbuf = dac_val;
Hardware alle nötigen Register und delay_us(3); „E-blocks schlagen Wellen“,
Schnittstellen neu initialisiert. Für die ELEKTOR 3/2006.

konkrete Anwendung ist dies aber Die erste Zeile löscht die vier nieder-
nicht komplett notwendig. Hier könnte wertigen Bits von „OUTVAL“ via AND- Alle erhältlichen E-blocks-Module
man also Code einsparen. Operation mit dem Wert „F0“ und nützliche Informationen finden
Der erste Schritt zu einem schnelleren (= binär 11110000) und verschiebt das Sie auf unserer E-blocks-Seite unter
Programm kann also sein, den C-Code Ergebnis um vier binäre Stellen nach www.elektor.de (erreichbar über
des Icons „DAC_SEND_CHAR“ abzu- rechts („> 4“). In der nächsten Zeile das Menü rechts).
specken. Der Weg ist folgender: Im wird das Register „SSPBUF“ mit dem

74 elektor - 4/2006
ELEKTRISCHE SICHERHEIT INFO & MARKT

Die Vorschriften andere Aufgabe als für die des Schutzleiters eingesetzt führung an die PE-Klemme angeschlossen, diese hat Bedingt kurzschlussfeste Transformatoren haben eine
Alle elektrischen Geräte müssen so konstruiert sein, dass werden und keinen kleineren Querschnitt als die Ver- eine leitende Verbindung zum Gehäuse und - wenn eingebaute Temperatursicherung (Temperaturbegren-
sie die Bedingungen der DIN VDE 0100 ff erfüllen. Die sorgungsleiter haben. Zusätzlich zu dieser Maßnahme möglich - auch zum Transformatorkern. zer) oder sie müssen mit einer definierten Sicherung
Vorschriften sollen der Gefahr eines elektrischen Schla- können Geräte der Schutzklasse I Teile mit doppelter beschaltet (geschützt) werden.
oder verstärkter Isolierung enthalten. Auch Teile, die • Schalter Nicht kurzschlussfeste Transformatoren müssen nach
ges bei bestimmungsgemäßem Gebrauch und im Fehler- Der Netzschalter muss eine Spannungsfestigkeit von
fall vorbeugen. Dazu muss die Berührung von Teilen, mit Schutzkleinspannung oder durch Schutzimpedanz Herstellerangaben eingangs- und ausgangsseitig abge-
geschützt sind (wenn leitfähige Teile berührt werden 250 VAC haben. Dieser Wert ist üblicherweise auf der sichert werden.
die spannungsführend sind oder bei einem Fehler span- Rückseite des Schalters neben dem Bemessungsstrom
nungsführend werden können, durch den Einsatz von müssen), sind möglich. Bei der Verdrahtung der Eingangsseite (Netzseite)
aufgedruckt. Weiterhin gibt der eingeklammerte Wert eines Transformators muss man die aktiven Leiter
Kapselung oder Abdeckungen oder durch das Anbringen • Klasse II den Bemessungsstrom bei induktiver oder kapazitiver
dieser Teile an unzugänglichen Stellen ausgeschlossen zusätzlich so befestigen, dass sie unter keinen Umstän-
Geräte der Schutzklasse II haben keinen Schutzleiteran- Last an. Beim Anschluss eines Motors muss also der den die Sekundärseite berühren können (Sicherheits-
werden. Eine Alternative stellt die Beschränkung von schluss. Der Schutz hängt nicht nur von der Basisiso- eingeklammerte Wert beachtet werden. Die auf den
Spannungen und Strömen an absichtlich oder zufällig abstände großzügig dimensionieren, > 1 cm).
lierung, sondern auch von zusätzlichen Maßnahmen Schaltern angegebene Spannung ist die Schaltspan- Spartransformatoren sollten nicht für die Versorgung von
berührbaren Teilen durch eine Spannungs- und/oder ab. Diese sind: nung und betrifft nicht den Berührschutz. Im Bereich
Strombegrenzung oder Erdung dar. Geräten verwendet werden, weil bei ihnen die galvanische
Isolierstoffumhüllung: Alle leitfähigen, berührungs- des Netzteils sollten nur Bauteile (Netzschalter, Siche- Trennung zwischen Ein- und Ausgangsseite fehlt.
Die Höhe des Stroms, der für den menschlichen Körper gefährlichen Teile sind vom dauerhaften Isolierstoffge- rungsschalter etc.) mit VDE-Zeichen verwendet werden,
gefährlich werden kann, schwankt individuell je nach Je nach Bauart können Transformatoren auch schon in
häuse umschlossen. Es müssen alle leitfähigen und da nur dieses Zeichen die Einhaltung der Kriech- und die Schutzklassen I bis III eingeteilt werden, was den
Art des Anschlusses an den Körper, der Frequenz und nicht leitfähigen Teile (Schrauben, Nieten, etc.), die Luftstrecken nach außen garantiert. Alle Netzschalter
der Zeitspanne des Stromflusses. Ein Körperstrom grö- Gerätebau zusätzlich erleichtert.
die Isolierstoffhülle durchstoßen, innen mit doppelter sollten zweipolig sein. Es gibt zwar Ausnahmen für
ßer als 30 mA sollte in jedem Fall durch geeignete oder verstärkter Isolierung abgedeckt sein. So ginge diese Regel (Steckernetzteile, etc.), die aber beim Prüfen, Messen und Testen
Schutzmaßnahmen vermieden werden. die Schutzisolierung verloren, falls z.B. eine Kunststoff- Geräteselbstbau eigentlich kaum Einsparmöglichkeiten
Geräte mit Netzspannungsanschluss werden in drei schraube durch eine metallische ersetzt würde. bieten. Schmelzsicherungen und Bauteile von Netzent- Elektrische Geräte müssen in regelmäßigen Zeitabstän-
Schutzklassen (EN 60335-1, VDE 0700-1) eingeteilt, Metallumhüllung: Hier besteht das dauerhafte störfiltern müssen nicht, können und sollten aber mög- den, die sich nach der Gebrauchshäufigkeit richten,
wobei die entsprechenden Netzteile zusätzlich zur Gehäuse aus Metall, den zusätzlichen Schutz erhält lichst mit ausgeschaltet werden. sicherheitstechnisch überprüft werden. Darunter fällt
Basisisolierung mit einer weiteren an die jeweilige man durch eine innere und durchgängige, doppelte die Durchgängigkeit des Schutzleitersystems (Prüfstrom
Schutzklasse angepassten Schutzmaßnahme verse- oder verstärkte Isolierung. • Verdrahtung 25 A, Schleifenwiderstand < 0,1 Ω alternativ nach
hen sein müssen. Dritte Möglichkeit: Das Gerät enthält eine Kombi- Die interne Verdrahtung der netzspannungsführenden VDE 0701), aber auch der Zustand und feste Sitz der
nation aus diesen beiden Varianten. Teile erfordert erhöhte Aufmerksamkeit. Die aktiven internen Verdrahtung.
• Klasse I Leiter müssen einen Querschnitt von mindestens Bei Eingriffen in das Gerät zu Mess-, Test- oder Repara-
Geräte der Schutzklasse I sind dadurch gekennzeich- • Klasse III 0,75 mm2 haben und entsprechend mehr je nach turzwecken müssen besondere Sicherheitsvorkehrun-
net, dass ihre berührbaren leitfähigen Teile, die im Falle Geräte der Schutzklasse III werden aus- Gerätebemessungsstrom (Nennstrom). Der Schutzlei- gen getroffen werden. Das Gerät versorgt man dann
des Versagens der Basisisolierung berührgefährlich wer- schließlich aus besonders zuverlässigen ter hat den gleichen Querschnitt. Aus Sicherheitsgründen möglichst über einen Trenntransformator gemäß
den können, mit dem Schutzleiter des Netzes (unter Stromquellen mit Schutzkleinspannung gespeist. Orts- sind hier doppelt isolierte Netzkabel (H05VV-F) ein- EN 61558. An einen Trenntransformator darf nur ein
Umständen über ein flexibles Kabel) verbunden sind. veränderliche Transformatoren zur Speisung solcher fach isolierten (H05V-F, VDE 0292, HD 21/22) vor- Verbraucher (max. 16 A) angeschlossen werden. Außer-
So kann kein Teil beim Ausfall der Basisisolierung span- Geräte müssen mit sicherer Trennung gemäß zuziehen. Die Adern sollten an der Kabeleinführung auf dem sollte jeder Arbeitsplatz mit einem Personenschutz-
nungsführend werden. EN 60742 (EN 61558, VDE 0570, VDE 0551) ausge- entsprechende Netzanschlussklemmen gelegt oder mit schalter ausgestattet sein. Ein Fehlerstrom-Schutzschal-
Hat das Gerät eine abnehmbare Anschlussleitung, dann führt sein. Betriebsmäßig Spannung führende Teile dür- Flachsteckern am Gerätestecker angebracht bzw. an ter (FI-Schalter) mit einem Auslösestrom von 30 mA
muss der Gerätestecker einen voreilenden Schutzkont- fen nicht mit dem Schutzleiter oder mit aktiven Leitern Platinenklemmen festgeschraubt werden. Keinesfalls verspricht ebenfalls ausreichende Sicherheit.
akt haben. anderer Stromkreise verbunden sein. Stecker an Gerä- sollte man das Netzkabel direkt an eine Platine löten (060037-1e)
Der grün/gelbe Schutzleiter darf niemals für eine ten der Schutzklasse III dürfen keinen Schutzleiteran- oder einer mechanischen Spannung aussetzen.
schluss haben und auch nicht in Steckdosen für höhere Litzenenden, die in einer
Netzkabel mit Schutzisolierung Spannung passen. Wenn die Versorgungsspannung Klemme verschraubt werden,
Abnehmbarer Netzanschluss
Netzgerätestecker unter 25 V Wechselspannung oder unter 60 V Gleich- müssen einen Spleißschutz
Transformatorkern mit Schutzleiter verbunden
zweipoliger Netzschalter
spannung liegt, kann auf jeglichen Berührungsschutz (Aderendhülsen) haben. Verzin-
Basisisolierung Schaltung verzichtet werden. Geräte der Schutzklasse III, bei nen und Verdrehen ist als
zusätzliche Isolierung
denen größere Spannungen auftreten (bis maximal Spleißschutz ungeeignet und
50 VAC oder 120 VDC, den Maximalwerten der unzulässig, weil das Lot kalt
Schutzklasse III), müssen mit einem Schutz gegen fließen kann.
direktes Berühren versehen sein. Bei Klasse-I-Geräten ist darauf
u 0 < 250V
zu achten, dass der Schutzleiter
0 Praktische Hinweise mit allen berührbaren leitfähi-
• Netzeinführung gen Teilen, also auch Potentio-
Schutz-
leiter-
In der Praxis betreffen diese Sicherheitsregeln vor allem meterachsen und Kühlkörpern
anschluss
den Umgang mit der 230-V-Netzspannung. Oberstes verbunden ist.
Gebot sollte es sein, die netzspannungsführenden Teile Weiterhin ist für eine ausrei-
Leitfähiges Gehäuse
Netztransformator mit
galvanischer Trennung so kompakt und stabil wie möglich zu halten. Dies chende Entlüftung elektronischer
Netzstecker mit Schutzkontakt Betriebserdanschluss
kann durch komplette Netzspannungsgerätestecker Baugruppen zu sorgen. Lassen
Sie niemals eine Schmelzsiche-
060037 - 11

(siehe Bild 3) erreicht werden. Diese Stecker sind mit


Bild 1. Gerät der Schutzklasse I. rung weg, die im Schaltplan vorgegeben ist. Bei Eigenkon-
Bild 4. Beispiel für ein Klasse-II-Gerät.
struktionen sollte der Maximalstrom der trägen Primärsi-
cherung etwa 25 % über dem Bemessungsstrom liegen. 1 Netzkabel mit angegossenem 2-poligen Eurostecker
2-adriges Netzkabel mit Basisisolierung
2 Zugentlastung
Abnehmbarer Netzanschluss Muss sekundär abgesichert werden, ist der Maximal- 3 Sicherungshalter
Netzgerätestecker
zweipoliger Netzschalter Schaltung strom der schnellen (bei induktiver oder kapazitiver 4 zweipoliger Netzschalter (für Klasse II geeignet)
Belastung auch mittelträgen oder trägen) Sicherung 5 Anschluss am Netzschalter durch Flachstecker und
gleich dem Bemessungsstrom des Gerätes zu wählen. Zugentlastung
6 Netzkabel mit doppelter Isolierung
• Transformatoren 7 Abstand zwischen Primäranschlüssen zum Transforma-
Aus Sicherheitsgründen sollte man beim Selbstbau torkern oder anderen Bauteilen mindestens 6 mm
u 0 < 250V
eines Gerätes nur Sicherheitstransformatoren bzw. (bei Sekundärspannungen < 250 V)
8 Kabel mit mindestens 0,75 mm2 Kupferquerschnitt
Bild 3. Gerätestecker und –kupplungen nach Trenntransformatoren nach VDE 0570 (EN 61558)
bei Stromaufnahme < 6 A.
EN 60320 (VDE 0625). oder Netzteile nach EN 60950 einsetzen. Diese Trans- 9 Platine wird sicher am und in ausreichendem Abstand
formatoren tragen folgende Symbole: (> 6 mm, Lötpickel, Durchbiegung berücksichtigen)
bzw. ohne Schutzleiteranschluss und teilweise mit inte-
vom Gehäuseboden befestigt.
grierter Primärsicherung und Netzschalter oder -filter 10 Berührbare Teile (Potentiometerachsen, Buchsen)
Sicherheitstransformator, kurzschlussfest
Basisisolierung
nicht leitfähiges Gehäuse
Netztransformator
für Schutzklasse II im Handel erhältlich. Verzichtet man auf diese Geräte- dürfen leitend mit dem Gehäuse verbunden werden.
Netzstecker ohne Schutzkontakt
stecker, dann muss das Netzkabel mit einer wirksamen 11 Kunststoffgehäuse.
060037 - 12
Trenntransformator, nicht kurzschlussfest
Zugentlastung ausgestattet sein. Bei Klasse-I-Geräten Bei Metallgehäusen ist eine doppelte Isolation des
Bild 2. Gerät der Schutzklasse II. wird der gelb/grüne Schutzleiter direkt neben der Ein- Primär- vom Sekundärkreis notwendig.

4/2006 - elektor 75
TECHNIK DIGITAL RADIO MONDIALE

Radio hören mit Ma


Von Wolfgang Hartmann und Burkhard Kainka

DRM steht für Kurz-, Mittel- und Langwellen-Programme in nie da gewesener Qualität.
Mit dem „Open-Source“-Empfänger Diorama der TU Kaiserslautern lassen sich DRM-
Sendungen am PC entschlüsseln und sogar aufnehmen. Interessant ist die Implementierung
in MATLAB – so bekommt man einen Einblick, wie die Signalverarbeitung funktioniert.

Der Digitalradio-Standard DRM (Digital Radio Mondiale)


macht’s möglich: Kurz-, Mittel- und Langwellensender können
in einer bislang nicht für möglich gehaltenen Qualität emp-
fangen werden. Da es an Hardware leider noch mangelt,
bietet sich der Ausweg PC-Empfang (zum Beispiel über den
ELEKTOR-Empfänger [1]) und Decodierung per Software an.
„Diorama“ heißt ein vollständiger und echtzeitfähiger
„Open-Source“-Software-Empfänger, der am Lehrstuhl für
Bild 1. Nachrichtentechnik der TU Kaiserslautern von Torsten Schorr
Über das Control-Panel und Andreas Dittrich entwickelt wurde [2]. Das Programm
kann man sich zusätz- kann ähnlich wie die Software DReaM der TU Darmstadt
liche Informationen verwendet werden, benötigt aber die mathematische Soft-
anzeigen lassen. ware-Umgebung MATLAB beziehungsweise eine entspre-
chende Laufzeitumgebung. Die MATLAB-Implementierung
hat den Vorteil, dass der Decodierungsprozess jederzeit
angehalten und die nahezu komplette Signalverarbeitung
nachvollzogen werden kann.

Eigenschaften der Software sind:


• Echtzeitfähige Decodierung von DRM-Signalen
• Unterstützt MATLAB ab Version 5.2 (Release 10)
• Optionale graphische Benutzeroberfläche für Einstellun-
gen und Anzeigeoptionen
• Anzeige von Eingangsspektrum, Systemparameter, Syn-
chronisationsinformationen, Signalstörabstände usw.
• Verarbeiten von bereits aufgenommenen DRM-Signalen
• Audio-Aufnahme des Eingangs- und Ausgangsdatenstroms
Bild 2.
Hier die Anzeige der
Signal-Informationen.
Erste Erfahrungen
Für Anwender, die keine Vollversion von MATLAB besitzen,
gibt es eine Alternative: Eine direkt ausführbare Version von
Diorama (.exe), die nur eine Laufzeitumgebung von MAT-
LAB, den MCRInstaller benötigt. Diese Version wurde hier
unter Windows XP getestet.

Nach dem Start von Diorama.exe läuft das Programm im


Hintergrund in einem Kommando-Fenster. Zusätzlich
erscheint auf dem Bildschirm das Diorama Control Panel,
welches man aber schließen kann, so dass der Decoder
komplett „verschwindet“. Die Abstimmung des Empfängers
erfolgt extern und benötigt ein zusätzliches Programm wie
zum Beispiel DRM.exe für den DRM-RX von ELEKTOR [1].
Bild 3. Über das Control-Panel (Bild 1) kann man sich zusätzliche
Das Eingangsspektrum Informationen anzeigen lassen. „Signal info“ (Bild 2) zeigt
vermittelt einen die empfangene Station, die verfügbaren Dienste (Services)
anschaulichen Eindruck und weitere Daten wie zum Beispiel den Signalstörabstand
des Signals. des empfangenen Signals. Das Input-Spektrum (Bild 3) ver-

76 elektor - 4/2006
tlab Der neue Software-
DRM-Empfänger Diorama
Konzept und Ziele einen eine Sammlung von Skripten, die in einer installierten MATLAB-
Umgebung ausgeführt werden können, so dass die Vorteile der MATLAB-
Oberfläche genutzt werden. Zum anderen eine compilierte Version, die
Von Torsten Schorr und Andreas Dittrich nicht auf MATLAB, sondern nur auf eine kleinere und im Paket mit Dio-
rama kostenlose Laufzeitumgebung angewiesen ist.
Ziel der Entwicklung von Diorama ist die Analyse und Decodierung Die erste Variante bietet die größte Flexibilität, setzt aber eine MAT-
eines real empfangenen DRM Signals. Diese soll auch schrittweise erfol- LAB-Installation voraus. Der Nutzer kann bei dieser Variante Diorama
gen können, um die Arbeitsweise eines Empfängers zu veranschau-
jederzeit anhalten und die internen Daten beobachten, was durch die
lichen. Für die einfache Bearbeitung der empfangenen Daten wurde die
mitgelieferten Visualisierungstools vereinfacht wird. Dabei können die
mathematische Softwareumgebung MATLAB gewählt, da sie eine inter-
Module schrittweise abgearbeitet oder Breakpoints gesetzt werden,
pretierte skriptähnliche Programmiersprache zur Verfügung stellt, deren
bis zu deren Auftreten Diorama frei läuft. Dadurch wird eine Art Echt-
Abarbeitung schrittweise erfolgen kann und damit einfaches Debuggen
zeit-Debugging erreicht. Außerdem ist es möglich, einfach und schnell
und auch eine schrittweise Programmentwicklung ermöglicht. Darüber
Änderungen am Programm vorzunehmen, die ohne Neucompilieren
hinaus bietet MATLAB diverse nützliche Werkzeuge zur mathematischen
beim nächsten Start von Diorama angewendet werden. Der Vorteil für
Signalverarbeitung und Funktionen, die der Visualisierung der bearbei-
die Forschung liegt darin, dass das Entwickeln und das Testen neuer
teten Daten dienen.
Algorithmen zur Verbesserung des DRM-Empfangs vereinfacht wird.
Bei geeigneter Berücksichtigung der internen Signalverarbeitung von Außer in der Forschung ist auch der Einsatz in der Lehre sinnvoll, da
MATLAB während der Programmerstellung und Verwendung von nativem mit Diorama grundlegende, aber auch anspruchsvollere Algorithmen
Code für ausgewählte rechenintensive Programmteile ist die Abarbeitung der Nachrichtentechnik veranschaulicht und experimentell eingesetzt
unter MATLAB ausreichend schnell, um ein DRM-Signal in Echtzeit zu werden können. Somit kann Diorama beispielsweise als Bestandteil in
decodieren und das gewonnene Audiosignal auszugeben. studienbegleitenden Laborpraktika für Studenten der Nachrichtentech-
Neben der interpretierten Abarbeitung des Programms in der MATLAB- nik verwendet werden.
Umgebung besteht die Möglichkeit, mittels MATLAB-Compiler den Pro- Die Aktivitäten zu DRM knüpfen an frühere Arbeiten auf dem Gebiet
grammtext in lauffähige Binärdateien umzuwandeln. Je nach MATLAB- der funkbasierten Kommunikationssysteme an, die am Lehrstuhl für
Version werden die einzelnen Programmteile dann entweder in ein MAT- Nachrichtentechnik der TU Kaiserslautern durchgeführt wurden. Neben
LAB-eigenes Format oder in Laufzeitbibliotheken (DLLs) umgewandelt, die Forschungen zu GSM (Global System for Mobile Communications) sind
dann zusammen mit der frei erhältlichen Laufzeitumgebung wie eine dabei insbesondere Arbeiten zu DAB (Digital Audio Broadcasting) und
gewöhnliche Anwendung gestartet werden können. In beiden Fällen ent- dem Mehrträgerverfahren COFDM (Coded Orthogonal Frequency Divi-
steht also eine ausführbare EXE-Datei. Die erforderliche Laufzeitumge- sion Multiplex) zu nennen, die in Kooperation mit dem Forschungsver-
bung beinhaltet die Bibliotheken mit den Signalverarbeitungs- und Visua- bund Medientechnik Südwest und der Deutschen Telekom entstanden
lisierungstools bzw. den virtuellen Prozessor für das MATLAB-eigene For- sind. Ebenfalls in Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom wurden
mat und muss parallel zu Diorama installiert werden.
Untersuchungen für das terrestrische Digital Video Broadcasting
Somit stehen quasi zwei Varianten von Diorama zur Verfügung: Zum (DVB-T) durchgeführt.

mittelt einen anschaulichen Eindruck des von der Literatur und Links
Soundkarte gerade aufgenommenen Signals. In den „Signal [1] Burkhard Kainka: „DRM-Empfänger im Selbstbau“,
Constellations“ (Bild 4) sieht man die einzelnen ELEKTOR, 3/2004, S. 14
Empfangssymbole als Konstellationspunkte in der I/Q-Ebene
entprechend dem jeweiligen Modulationsformat (zum [2] http://nt.eit.uni-kl.de/forschung/diorama
Beispiel 64-QAM).
Die Qualität und Sicherheit der Decodierung ist vergleichbar
mit DReaM. Falls ein Signal mangels Störabstand in den
nicht mehr decodierbaren Zustand absinkt, fügt die Software
künstliche rauschähnliche Geräusche ein, so dass man den
Zustand von einer normalen Modulationspause unterschei-
den kann.

Eine besondere Stärke des Programms ist die Verarbeitung


der Daten-Services. Empfängt man zum Beispiel den Journa-
line-Service der Deutschen Welle, dann wird im Hintergrund
ein Verzeichnis mit empfangenen HTML-Seiten angezeigt.
Man kann also nachträglich alle Informationen in Ruhe mit
einem beliebigen Internet-Browser lesen. Empfangene Bilder Bild 4.
werden in einem Verzeichnis abgelegt und können später Die „Signal Constella-
betrachtet werden. tions“ werden drei-
(050207-1) dimensional dargestellt.

4/2006 - elektor 77
INFOTAINMENT HEXADOKU

Hexadoku
Sudoku für Elektroniker
Einsenden
Schicken Sie die Lösung (die
Zahlen in den grauen Käst-
chen) per E-Mail, Fax oder
Post an:

Elektor Redaktion
Süsterfeldstraße 25
Hier ist wieder ein neues Gehirntraining für Elektroniker und 52072 Aachen
Fax: 02 41 / 88 909-77
andere Rätsel-Fans. Unser Hexadezimal-Sudoku wird Sie E-Mail: hexadoku@elektor.de
garantiert das eine oder andere Stündchen beschäftigen. (als Betreff bitte nur die
Lösung angeben)
Machen Sie mit – es winken tolle Preise!
Einsendeschluss ist der
21. April 2006 !
Die Regeln dieses Rätsels sind 4 x 4 Kästchen (markiert
ganz einfach zu verstehen. durch die dickeren schwar-
Bei einem Hexadoku werden zen Linien) genau einmal Die Gewinner des Februar-Hexadokus stehen fest!
die Hexadezimalzahlen 0 bis vorkommen. Einige Zahlen
F verwendet, was ganz im sind bereits eingetragen, was
Stile von Elektronikern und die Ausgangssituation des
Die Lösung lautet: 0928F Die 50€-Gutscheine haben
Programmierern ist. Füllen Sie Rätsels bestimmt. gewonnen:
das Diagramm mit 16 x 16 Das E-blocks Gerhard Tischlinger (Nürnberg),
Kästchen derart aus, dass Wer das Rätsel löst - sprich Starter Kit Professional Frank Wulke (Braunschweig) und
alle Hexadezimalzahlen von die Zahlen in den grauen geht an Michael Pluto (Dorndorf-Steudnitz).
0 bis F (also von 0 bis 9 und Kästchen herausfindet - kann
A bis F) in jeder Reihe, jeder jeden Monat attraktive Preise Fred Behringer (Vaterstetten). Herzlichen Glückwunsch!
Spalte und in jedem Fach mit gewinnen!

+ $ ) * - , # &
! # *  + . " Mitmachen
' . ! , - # * und gewinnen!
# ) , " +  & ' $ Unter den Einsendern mit
dem richtigen Ergebnis ver-

& " ' #  $ , losen wir ein

#  % ' - E-blocks Starter Kit


Professional
.  , ) !
, ) - + * % ' !
- ! 
$ * " ,
$ . # & -
% & ) - # ' . +  im Wert von 365 €
$ # ) " ' & % , + und drei

-  ) + '
ELEKTOR-Gutscheine
im Wert von je 50 €.

#  % " , . ! $ Der Rechtsweg ist ebenso ausgeschlossen wie die


Teilnahme von Mitarbeitern der in der Unternehmens-

, ' * - #  . gruppe Segment B.V. zusammengeschlossenen


Verlage und deren Angehörigen.

78 elektor - 4/2006
RETRONIK INFOTAINMENT

Antike On-Board-Diagnostik
Von Jan Buiting in Ordnung.
Selbstverständlich verfügt die
Seufzen Sie auch beim Gedan- Messkiste auch über eine ein-
ken an alte Zeiten? Als ein gebaute Hochleistungszünd-
Mann noch Herr seines Automo- spule, die es auf gut 25 kV
bils war und nicht Sklave eines brachte und mit der sich
Multi-Mikroprozessor-Systems auf sowohl kaputte Zündkerzen als
vier Rädern? Metallische Geräu- auch „schlechte“ Kondensato-
sche aus Richtung Motor, ren (parallel zum Unterbrecher
sägende Gesänge vom Getriebe bei Schwunglicht-Magnetzün-
oder ein Rattern des linken dern von kleinen Zweitakt-
Vorderreifens – das waren in Motoren) aufspüren ließen.
den 50ern und 60ern doch Zündkerzen ließen sich in ein
keine wirklichen Probleme. Ein spezielles Gehäuse mit Sicht-
Hammerschlag hier, etwas Draht scheibe schrauben, in welchem
dort – schon lief das Auto wie- (mit einer eingebauten Luft-
der. Und lief und lief und lief ... pumpe) ein Druck von 15 bar
Den abgebildeten Elektrik-Tester erzeugt werden konnte. Die
„PrüfRex“ erhielt ich von einem Verhältnisse im luftverdichten-
freundlichen Herrn in die Hand den Ottomotor waren so prima
gedrückt, der nicht die leiseste zu simulieren. Damit konnte
Ahnung hatte, wofür das Ding man Leckagen und sonstige
gut sein könnte. Die (früher) hell- Störphänomene bei alten Zünd-
grüne Kiste mit den Maßen kerzen diagnostizieren.
44 x 27 x 20 cm wog gut 10 kg Auch zur Überprüfung der
– und schien in ordentlichem Spannungsfestigkeit und Kapa-
Zustand sowie komplett zu sein. zität von Kondensatoren ließ
Dieses Gerät erlaubte eine ein- sich die eingebaute Hochspan-
drucksvolle Zahl von Tests an der nung nutzen. Dabei wurde die
Elektrik von Vier- und Zweirä- Spannung mittels ohmscher
dern, ja sogar von Mopeds! Die Belastung auf niedrigere Werte
Testprozeduren - und entspre- gedrückt. So lud sich der zu tes-
chende Vorsichtsmaßnahmen - tende Kondensator auf rund
sind in einem wundervoll illus- 300 V auf. Via Glimmlampe
trierten Handbuch beschrieben, war zu verfolgen, wie lange er
das unterm Deckel klemmte. die Ladung halten konnte. Der-
Zum Test von Zündspulen konnte selbe Aufbau wurde (mit Hilfe
man diese an spezielle Kontakte längerer isolierter Kabel) zum
anschließen, die intern zu einem Aufspüren von Isolationsfehlern
Unterbrecher führten, der von im Hochspannungsteil der Zünd- gerät für Oldtimer also. Denn Anlaufstrom schadlos übersteht,
einer richtigen kleinen Nocken- anlage genutzt. Denn feuchter dass eine moderne Auto-Elektrik wollen wir mal beweifeln …
welle gesteuert wurde. Die Schmutz und Alters- oder Hitze- das Testen mit 3 A und mehr (065022)
Nockenwelle wiederum saß auf brüche der Isolation waren die
der Achse eines Gleichstrommo- typischen Probleme beim
tors. So konnte man wunderbar Anspringen. Darüber hinaus
unterschiedliche Motordrehzah- konnte man mit dem Gerät
len simulieren! Die erzeugten noch allerhand anachronisti-
Zündfunken waren durch eine sche Tests an Lichtmaschinen
auf Bakelit montierte Funkenstre- und Anlassern durchführen.
cke sicht- und hörbar. Die Stre- „PrüfRex“ ließ sich nicht nur mit
cke war – sicherheitshalber mit 6 V oder 12 V versorgen. Der
einer Hand! – von 2,5 mm an Spannungswahlschalter erlaubte
aufwärts einstellbar. Man vergrö- sogar recht ungewöhnliche 4 V!
ßerte die Funkenstrecke, bis die Den eingebauten Elektromotor
Funken ausblieben. Anschlie- kann man laut Handbuch auch
ßend wurde soweit zurück als eine Art akustischen Span-
gestellt, bis die Funken wieder nungsprüfer gebrauchen – was
einsetzten. Die Strecke war der nach heutigem Empfinden wohl
Zündspannung proportional. Ein eher ein Missbrauch wäre.
Zentimeter entsprach 10 kV – Praktisch ist das Ganze - aber
das war für damalige Motoren auch schön skurril. Ein altes Test-

In der Rubrik “Retronik” stellen wir Historisches und Antikes aus der Welt der Elektronik vor – darunter natürlich auch legendäre Elektor-Projekte aus dem vorigen Jahrhundert. Beiträge, Vorschläge und Anfragen sind willkommen.
Bitte senden Sie Ihre E-Mail mit dem Betreff “Retronik” an: redaktion@elektor.de

4/2006 - elektor 79
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Domotik 309 Schaltungen


Hausautomatisierung Das mittlerweile 10. und voraussicht-
lich auch letzte Buch aus Elektor’s
Diese CD-ROM bietet Ihnen erfolgreicher Schaltungsreihe
eine Übersicht über das bietet neue Konzepte und einen
aktuelle Angebot auf den unerschöpflichen Fundus zu allen
Gebieten der Domotik – NEU Bereichen der Elektronik: Audio &
Vernetzung und Fern- Video, Spiel & Hobby, Haus & Hof,
steuerung. Darüber hinaus Prozessor & Controller, Messen
enthält sie Spezifikationen, & Testen, PC & Peripherie,
Standards und Protokolle von Stromversorgung & Ladetechnik NEU
den im Handel erhältlichen Bus- sowie zu Themen, die sich nicht
und Netzwerksystemen.. katalogisieren lassen.
ISBN 90-5381-195-8 • e 19,90 • CHF 32.90 544 Seiten (kartoniert) ISBN 3-89576-163-X
e 32,00 (D) • e 32,90 (A) • CHF 54.90

CD-Elektor 2005 Basiskurs Elektronik


Alle Artikel von 2005 Wer auf Elektronik-Kenntnisse für
auf CD-ROM den täglichen Gebrauch Wert legt,
|muss nicht unbedingt den wissen-
Die CD-Elektor 2005 enthält schaftlichen Hintergrund bis ins
alle Elektor-Beiträge des letzte Detail studieren. So ist es
Jahrgangs 2005. Sie verfügt auch nicht erforderlich, jedes
über eine sehr übersichtlich „exotische“ Bauteil und jede mög-
gestaltete Benutzeroberfläche, liche Schaltungsvariante zu kennen.
die zentral alle Jahrgangs- Wer sich mit den gemachten NEU
CD-ROMs von Elektor verwaltet Aussagen identifizieren kann,
und archivumfassende Inhaltsübersichten hält mit diesem Buch das richtige
und Recherchen ermöglicht. Werk in Händen.
ISBN 90-5381-202-4 • e 25,00 • CHF 41.90 272 Seiten (kartoniert) • ISBN 3-89576-159-1
e 24,90 (D) • e 25,60 (A) • CHF 39.90

Radio-Baubuch
Elex-DVD
Vom Detektor-
Alle 58 Elex- und zum DRM-Empfänger
ESM-Ausgaben
auf DVD Lange Zeit war das Radiobasteln der
Einstieg in die Elektronik. Inzwischen
Aufgrund der anhaltend großen gibt es zwar auch andere Wege, vor
Nachfrage in den letzten Jahren allem über Computer, Mikrocontroller
nach verschiedenen Elex- und die Digitaltechnik. Allerdings
Schaltungen, haben wir alle kom- men die analogen Wurzeln der
Elex- und ESM-Ausgaben (erschienen Elektronik oft zu kurz. Die Radio-
zwischen 1982 und 1992) digitalisieren lassen technik eignet sich besonders gut
und zu dieser Grundlagen-DVD für Elektronik- als Lernfeld der Elektronik, weil man
Einsteiger zusammengestellt. hier mit den einfachsten Grundlagen
ISBN 3-89576-164-8 • e 19,90 • CHF 32.90 beginnen kann.
208 Seiten (kartoniert) • ISBN 3-89576-160-5
e 29,80 (D) • e 30,70 (A) • CHF 49.90
ELEKTOR-
Schweiz: Thali AG
Industriestraße 14
Österreich: Alpha Buchhandel
Wiedner Hauptstraße 144
BESTSELLER
CH-6285 Hitzkirch A-1050 Wien (FEBRUAR 2006)
Tel. 041/919 66-66 Tel. 01/585 77 45
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ektor-Sortiment finden Sie im Internet unter www.elektor.de
Radio-Baubuch 1
Der PC als Mikrocontroller ISBN 3-89576-160-5 g 29,80

Es ist nichts besonderes, dass


Personalcomputer (PCs) zum
Steuern x-beliebiger Einrichtungen
2 Basiskurs Elektronik NEU
ISBN 3-89576-159-1 g 24,90
und zur Programmentwicklung für
Mikrocontroller verwenden werden.
Moderne Personalcomputer sind
3 Theorie und Praxis
aber für ganz andere Anwendungen
des Röhrenverstärkers
ausgelegt. Die heutige System- ISBN 3-89576-161-3 g 34,80
software ist sehr komfortabel,
verhindert aber den direkten Zugriff 4 Schaltungs-Highlights
ISBN 3-89576-162-1 g 29,80
auf die Hardware.

336 Seiten (kartoniert) • ISBN 3-89576-151-6 5 Embedded Robotics


ISBN 3-89576-155-9 g 39,80
e 39,80 (D) • e 41,00 (A) • CHF 67.90

Embedded Robotics 6 Der PC als Mikrocontroller


ISBN 3-89576-151-6 g 39,80
Das Praxisbuch
7 Digitale Sat-Anlagen
Der Zugang zum aktuellen For- ISBN 3-89576-132-X g 18,00
schungsbereich Robotik wird nicht
immer leicht gemacht. Wie kann man 8 High-End mit Röhren
auch einfach und einprägsam solch ISBN 3-89576-157-5 g 39,80
komplexe Inhalte wie z. B. Drehzahl-
regelung, Lageregelung, Bahn- 9 C-Programmierung
planung, Aktuatorik und Sensorik ver- für 8051er (1-3)
mitteln? Zusammen mit den Grund-
ISBN 3-89576-170-2 g 99,00
lagen der dazugehörigen Hardware

10 Visual Basic ohne Stress


und Programmierung? Dass es mög-
lich ist, zeigt dieses Praxisbuch.
ISBN 3-89576-150-8 g 36,00
319 Seiten (gebunden) • ISBN 3-89576-155-9
e 39,80 (D) • e 41,00 (A) • CHF 67.90

Theorie und Praxis


des Röhrenverstärkers TOP 5 CD-ROMs
Es ist heute nicht mehr ganz einfach, CD-Elektor 2005 1
ein Buch über Röhren zu verfassen, ISBN 90-5381-202-4 g 25,00
da in den letzten Jahrzehnten viel
Wissen über dieses interessante 2 Elex-DVD
Gebiet verloren gegangen ist. Genau ISBN 3-89576-164-8 g 19,90
das aber ist einer der Gründe, warum
dieses Buch geschrieben wurde. 3 ECD 3
Der Autor hat sich zur Aufgabe ge- ISBN 90-5381-159-1 g 22,50
macht, die für den Einsatz von Röhren
im Audiobereich bedeutsamen theo- 4 The Audio Collection 2
retischen und praktischen Kennt- ISBN 90-5381-176-1 g 18,50
nisse zu bündeln und darzustellen.
253 Seiten (kartoniert) • ISBN 3-89576-161-3 5 1002 Schaltungen
e 34,80 (D) • e 35,80 (A) • CHF 59.90 ISBN 3-89576-140-0 g 39,00
Möchten Sie nicht auch direkt loslegen?
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Wir stehen Ihnen Montag bis Freitag
von 08:30 - 17:00 Uhr gerne zur Verfügung.

Abbildungen und Spezifikationen können aus produkttechnischen Gründen von den


veröffentlichten Projekten abweichen. Preisänderungen und Irrtümer vorbehalten.
Aktuelle Angaben unter www.elektor.de

Bausätze & Module


FPGA-Kombipaket Application-Board für R8C/13
(Modul + Experimentierplatine) (Elektor Januar 2006)
(Elektor März 2006)
Bestückte und getestete Platine mit folgender Ausstattung:
Dieses Vorteilspaket besteht aus dem fertig bestückten - 2 serielle Schnitt-
und getesteten FPGA-Modul mit: stellenanschlüsse
- Altera Cyclone FPGA - USB-Port mit integrier-
- 12060 Logik-Elemente tem USB/Seriell-
- 4 Mbit Konfigurationsspeicher Adapter
- 8 Mbit User SRAM - LCD-Anschluss
- 1 Mbit User Flash RAM - 4 zuschaltbare LEDs
- 80 User I/O-Leitungen an den Ports
- 50-MHz-Taktoszillator - Potentiometer an
inklusive Programmierinterface, -kabel und Steckverbinder einem der zahlreichen analogen Eingänge
sowie der ebenfalls fertig bestückten und getesteten - Netzteilbuchse und 5-V-Spannungsregler
Experimentierplatine (050370-91). - Stromversorgung wahlweise auch über USB
Art.-Nr. 040477-91 + 050370-91
- Reset-Taster
- Jumper für den MODE-Eingang
€ 449,- (Sonderpreis für Abonnenten)
€ 549,- (Nichtabonnenten) Art.-Nr. 050179-92

€ 69,95
FPGA-Modul (040477-91) und Experimentierplatine
(050370-91) sind auch einzeln für je € 249,- (Abonnenten)
oder € 299,- (Nichtabonnenten) erhältlich.

BESTÜCKTE PLATINEN FPGA


89S8252 Flashboard-Starterkits 040477-91 Modul (bestückt und getestet) 249,00 bzw. 299,00
010208-91 Kit 1 = Flashboard aufgebaut und getestet mit Netzteil, 050370-91 Experimentierplatine (bestückt und getestet) 249,00 bzw. 299,00
Kabel und Software-CD 99,00 FPGA-Kombipaket (Modul + Experimentierplatine)
010208-91 Kit 2 = Kit 1 inkl. Buch "Basiskurs Mikrocontroller" 128,80 bestückt und getestet 449,00 bzw. 549,00
ARMee-Entwicklungsboard FEBRUAR 2006 (NR. 422)
040444-91 Prozessorplatine bestückt und getestet 36,95 Brushless-Motor-Controller
ClariTy 2 x 300 W Klasse-T-Verstärker 050157-41 Brushless-Motor-Controller 5,50
030217-91 Platine teilbestückt und Ferritkerne 49,00
JANUAR 2006 (NR. 421)
Elektrosmog-Tester
050008-91 Platine bestückt und getestet 72,50 Application-Board für R8C/13
050008-71 Passendes Gehäuse 14,85 050179-1 Platine (unbestückt) 19,95
050179-92 Platine bestückt und getestet 69,95
Gameboy-Digital-Speicher-Oszilloskop (GBDSO) 030451-72 'Normales' back-lit LC-Display 10,50
990082-91 Bestückte und getestete Platine 159,00 030451-73 Poly-LED-Display 36,95
Micro-Webserver mit MSC1210 Board Dachfenster-Antrieb
044026-91 Platine Netzwerk-Erweiterung betriebsfertig (bestückt, getestet, kalibriert) 64,50 050139-11 Diskette mit Source- und Hexcode 7,50
030060-91 Platine MSC1210-Board betriebsfertig (bestückt, getestet, kalibriert) 109,95 050139-41 Programmierter Controller 18,95
044026-92 MSC1210-Board + Erweiterung betriebsfertig mit Beschreibung 169,95 030451-72 'Normales' back-lit LC-Display 10,50
KOMPLETTE BAUSÄTZE 030451-73 Poly-LED-Display 36,95
C-Multimeter SMD-Lötofen
040259-71 Bausatz mit Platine, LCD, prog. Controllern und Bauteilen 92,50 050319-11 Diskette mit Source- und Hexcode 7,50
040259-72 Passendes Gehäuse 9,95 050319-41 Programmierter Controller 10,95
OBD-2-Analyser 030451-72 'Normales' back-lit LC-Display 10,50
050092-71 Bausatz mit Platine, prog. Controller, Bauteilen, Gehäuse und RS232-Kabel 89,95 030451-73 Poly-LED-Display 36,95
050092-72 EOBD-Kabel 39,95 Zeitschalter für Waschmaschinen
GPS-Empfänger am USB 050058-1 Platine (unbestückt) 12,85
040264-71 Bausatz mit Kabel, Gehäuse und Software 112,50 050058-11 Diskette mit Source- und Hexcode 7,50
050058-41 Programmierter Controller 18,95
Temperatur-Logger
030447-71 Bausatz mit Platine, prog. Controller und allen Bauteilen 37,50 DEZEMBER 2005 (NR. 420)
APRIL 2006 (NR. 424) Telefon-Monitor
050039-1 Platine (unbestückt) 16,50
Universelle SPI-Box
050198-41 Prog. Controller AT89C2051-24PC 10,50
MÄRZ 2006 (NR. 423)
Das komplette Lieferprogramm mit allen
EDiTS Pro 2.0 noch lieferbaren Platinen finden Sie
050373-81 EDiTS Pro-Software 2.0 + Anleitung (auf CD-ROM) 29,95 im Internet unter www.elektor.de
INSERENTENVERZEICHNIS APRIL 2006
Termine für Elektor Nr 6 / 2006
Beta-Layout . . . . . . . . . . . .www.pcb-pool.com . . . . . . . . 16

Anzeigenschluss: Cadsoft Computer . . . . . . . .www.cadsoft.de . . . . . . . . . . . 17

 
Conrad . . . . . . . . . . . . . . . .www.conrad.de . . . . . . . . . . 2, 3

11.04.2006 Datentechnik Dr. Müller . . .www.stepwalk.de. . . . . . . . . . . 7

Decision-Computer . . . . . . .www.decision-computer.de . . . 7

EMIS . . . . . . . . . . . . . . . . . .www.emisgmbh.de . . . . . . . . . 7
Erscheinungstermin:
Eurocircuits . . . . . . . . . . . .www.thepcbshop.com . . . . . . . 7
 

09.05.2006 Future . . . . . . . . . . . . . . . . .www.ftdichip.com . . . . . . . . . 88

GTU Laser Technik . . . . . . .www.gtu-laser.de. . . . . . . . . . . 7

Anzeigen: Haase Computertechnik . . .www.team-haase.de . . . . . . . . 7


Verlagsbüro ID
Telefon: (0511) 33 48 436 KCS . . . . . . . . . . . . . . . . . . .www.kcsnl.tv . . . . . . . . . . . . . 58
E-Mail: service@id-medienservice.de
Internet: www.id-medienservice.de Kleinanzeigen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53

4/2006 - elektor 83
INFO & MARKT VORSCHAU

STAND-ALONE-EOBD-ANALYSER
Mit dem in allen neueren Autos vorgeschriebenen EOBD-Diagnose-Anschluss lassen sich viele interessante Daten ausle-
sen, wenn man ein passendes Interface hat – in Verbindung mit PC oder Notebook. Noch praktischer als der ELEKTOR-
EOBD-Analyser (Halbleiterheft 2005) ist der neue Stand-alone-Analyser, der sich sowohl als Handgerät als auch für
den Einbau ins Fahrzeug eignet. Die EOBD-Daten werden mit einem ATMega16 ausgewertet und auf einem LCD mit 4
x 20 Zeichen dargestellt.

KURZSCHLUSS-SUCHER
Mit diesem außergewöhnlichen Testgerät lassen sich Kurzschlüsse und
Unterbrechungen auf Leiterplatten aufspüren. Das gilt für selbst geätzte Internationaler
Platinen genau so wie für industriell gefertigte – und funktioniert sogar
bei bereits bestückten Platinen. Lassen Sie sich überraschen! R8C-Entwicklungs-
Wettbewerb
Wer entwickelt die interessan-
teste, originellste und praktisch-
ste Anwendung mit dem
R8C-Mikrocontroller?
Mitmachen lohnt sich: Es gibt
viele attraktive Preise zu gewin-
LEITERPLATTEN UND LÖT-TECHNIK nen – und Ruhm und Ehre durch
In mehreren Artikeln befassen wir uns mit Lei- die Präsentation in ELEKTOR und
terplatten-Prototyping, der bleifreien Löttech-
nik und den sich daraus ergebenden Konse-
auf der Website…
quenzen sowie mit Lötwerkzeugen und Hilfs-
mitteln. Ein besonderes Highlight ist die
Bauanleitung für einen LED-bestückten Leiter-
plattenbelichter.

Elektor Mai 2006 erscheint am 12. April 2006.


Änderungen Elektor gibt es im Bahnhofsbuchhandel, Elektronik-Fachhandel, an ausgewählten Kiosken und garantiert beim Presse-Fachhändler.
vorbehalten! Ein Verzeichnis finden Sie unter: http://www.blauerglobus.de Sie können Elektor auch direkt bei www.elektor.de bestellen.

Die Elektor-Website - Service & News!


In dem projektorientierten System hat man alles, was zu einem Projekt gehört, auf einer Seite im Blick:
Artikel-Download im PDF-Format, Software-Download, Bestellmöglichkeiten und auch Korrekturen und Ergänzungen.
Unser Service:
• Mikrocontroller-Experten-Forum
• Leser-Forum
• Elektronik-News
• Online-Shop
• Kostenloser Newsletter
• FAQs

Die Top-10-Downloads der letzten zwei Monate:


• Der R8C und seine Familie
• OBD-2-Analyser
• SMD-Lötofen
• Visual Basic ohne Stress
• Hexadoku
• Baukastensystem für Elektroniker
• DCC-Programmer
• Barometer und Höhenmesser
• HiFi-Röhrenendstufe mit EL156
• ClariTy 2 x 300 W Klasse-T-Verstärker

84 elektor - 4/2006
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04/2006
04/06

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(11 Hefte / inkl. Doppelheft Juli/August) pünktlich und zuverlässig
Beschreibung Preis Anzahl Gesamtpreis
frei Haus beziehen*. Im Vergleich zum Einzelheftkauf am Kiosk
spare ich beim Standard-Abonnement g 8,85 (bei der PLUS-Variante
sogar bis zu g 29,-).
309 Schaltungen g 32,00
Als Dankeschön erhalte ich die 1 W Luxeon-LED-Taschenlampe NEU
(sofort nach Zahlung der Abonnementsrechnung) gratis zugeschickt.
Domotik NEU g 19,90
Bitte wählen Sie Ihr Jahresabonnement aus:
Jahresabonnement-Standard für nur g 67,75 CD-Elektor 2005 g 25,00
Jahresabonnement-PLUS (inkl. Jahrgangs-CD-ROM 2006**) für nur g 77,70
Basiskurs Elektronik g 24,90
Zahlungsweise Rechnung Bankeinzug
Radio-Baubuch g 29,80
Bank *Das Abonnement verlängert Elex-DVD g 19,90
sich automatisch um 12 Monate,
Konto wenn nicht spätestens zwei ECD 3 g 22,50
Monate vor Ablauf schriftlich
gekündigt wird.
BLZ **Diese CD-ROM wird
Ihnen sofort nach Erscheinen
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zzgl. Porto- und Versandkosten g 5,00
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