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Heute: 04.02.2018 - 06.

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Betoninstandsetzung SIVV

• SIVV: Schützen - Instandsetzen - Verbinden - Verstärken

SIVV-HILFE

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Anhang

• Abreißfestigkeit

Zur Beurteilung, ob ein Betonuntergrund (Betonunterlage) für die Aufnahme einer Beschichtung geeignet
ist, sind Abreißprüfungen durchzuführen. Diese sind ebenfalls zur Prüfung der Haftung aufgebrachter
Beschichtungen vorzunehmen.
Generell wird beim Prüfergebnis unterschieden zwischen

• einem Kohäsionsbruch, dabei erfolgt der Bruch innerhalb eines Stoffes


und
• einem Adhäsionsbruch, wobei hier der Abriss zwischen zwei Schichten oder Lagen bzw. von der
Betonunterlage erfolgt.

Abreißversuch | ZTV-ING & DAfStb-Richtlinie


◦ Durchführung der Abreißprüfung (Kurzform)
◦ Ringnut bei harten Beschichtungen bzw. Beton nass bohren, Durchmesser dem Prüfstempel angepasst,
Tiefe in den Beton 5 - 10 mm. Bei weichen Beschichtungen sind diese nach dem Aufkleben des Stempels
mit einem Taschenmesser o. ä. bündig zur Mantelfläche des Prüfstempels bis zum Beton durchzutrennen.
◦ Stahlprüfstempel Ø 50 mm mit einer Dicke von ≥ 25 mm (DAfStb-Richtlinie) bzw. > 25 mm (ZTV-ING)
nach Reinigung der Oberfläche parallel zur Prüffläche aufkleben. Der Kleber muss beim Aufbringen
seitlich herausquellen, darf aber nicht in die Ringnut eindringen.
◦ Stempel durch stetiges Steigern der Zugspannung bei harter Beschichtung bzw. Beton um ca. 100 N/s,
bei weichen Beschichtungen um ca. 300 N/s abziehen.
◦ Bruchfläche nach Augenschein beurteilen, Bruchflächen auf jeweils 10 % abschätzen.

Abreißprüfgerät HZP 12 D2, Bild: Formtest.de


◦ Folgende Bruchformen werden zur Berechnung der Oberflächenzug-
festigkeit des Betons zugelassen:
◾ die Bruchform A (Kohäsionsbruch), im Beton bzw. im Untergrund
◦ Zur Berechnung der Haftzug-
festigkeit
◾ die Bruchfom A/B (Adhäsionsbruch), zw. Beton und erster Schicht

◾ die Bruchform B/C (Adhäsionsbruch), zw. der ersten und zweiten Schicht

◦ Auswertung der Abreißprüfung


◦ Tabelle nach ZTV-ING - Teil 3 Massivbau - Abschnitt 4
Wenn die kleinsten Einzelwerte lt.
Generell gilt:
nebenstehender Tabelle unterschritten
werden, müssen mind. zwei
Einzelprüfungen im Umkreis von < 1 m
vorgenommen werden. Sind diese Werte
in Ordnung, wird der zunächst gefundene
Wert gestrichen und dafür die neuen
Werte verwendet.

Unterschreiten die neuen Werte auch die zulässigen Einzelwerte lt. Tabelle, muss der fehlerhafte
Bereich durch ein Flächenraster eingegrenzt werden. ! prüfungsrelevant !

Die DAfStb-Richtlinie beschreibt auch die rechnerische Ermittlung der Oberflächenzugfestigkeit,


wenn diese nicht vom Messinstrument abgelesen werden kann.
Unter Berücksichtigung der vorgenannten Bruchformen kann die Oberflächenzug-
festigkeit bzw. die Haftzugfestigkeit wie folgt berechnet werden:
βHZ = 4 • F / π • d2
βHZ = Zugfestigkeit in N/mm2
F = Erreichte Höchstkraft in N
π = 3,14
d = Stempeldurchmesser in mm

◦ Tabelle nach DAfStb-Richtlinie - Teil 3 Instandsetzungs-Richtlinie


Schutz- bzw. Mindestwerte der
Instandsetzungsmaßnahme: Oberflächenzugfestigkeit (N/mm²)
Örtliche Ausbesserung bzw. flächige kleinster
Beschichtung Mittelwert
Einzelwert
Mörtel und Beton 1,5 1,0
OS 2 (OS B) 0,8 0,5
OS 4 (OS C) mit Feinspachtel 1,3 0,8
OS 5 (OS D) ohne Feinspachtel 1,0 0,6
OS 5 (OS D) mit Feinspachtel 1,3 0,8
OS 8* 2,0 1,5
OS 9 (OS E) mit Feinspachtel 1,3 0,8
OS 11 (OS F) 1,5 1,0
OS 13 1,5 1,0
* lt. 2. Berichtigung zur DAfStb-Richtlinie, Ausgabe Oktober 2001

Tabelle: Geforderte Oberflächenfestigkeiten des Betonuntergrundes - DAfStb-Richtlinie

Wie den Tabellen zu entnehmen ist, stimmen die Angaben in den gelisteten Systemen überein, in der
ZTV-ING-Liste fehlen lediglich die in der ZTV-ING nicht vorhandenen bzw. anderweitig
verwendeten Oberflächenschutzsysteme.

◦ Beispiele ! prüfungsrelevant !

Es soll geprüft werden, ob die folgenden Oberflächenzugfestigkeiten für den Auftrag von PCC-
Mörtel (lt. Tabellen: 1,5 N/mm² bzw. 1,0 N/mm²) ausreichen:
Beispiel 1: Ermittelt wurden 1,1; 1,5; 1,6; 1,6; 1,7 jeweils N/mm²
1.1. Alle ermittelten Einzelwerte liegen über dem geforderten "kleinsten Einzelwert" von 1,0 N/mm².
√ i.O.
1.2. Es muss noch geprüft werden, ob der geforderte "Mittelwert" von 1,5 N/mm² erreicht wurde.
Die Summe der Einzelwerte ergibt 7,5 N/mm², geteilt durch 5 ermittelte Werte ergibt 1,5 N/mm². √
i.O.
Beispiel 2: Ermittelt wurden 1,2; 1,4; 1,7; 1,5 jeweils N/mm²
2.1 Alle ermittelten Werte liegen über dem geforderten "kleinsten Einzelwert" von 1,0 N/mm². √ i.O.
2.2 Prüfung, ob der geforderte "Mittelwert" von 1,5 N/mm² erreicht wurde. Die Summe ergibt 5,8
N/mm², geteilt durch 4 Werte ergibt 1,45 N/mm², das ist kleiner 1,5 N/mm² und somit nicht
ausreichend.
Beispiel 3: Ermittelt wurden 0,9; 1,4; 1,7; 1,5 jeweils N/mm²
3.1 Ein ermittelter Wert (0,9) liegt unter dem geforderten "kleinsten Einzelwert" von 1,0 N/mm².
Somit ist die Oberflächenzugfestigkeit nicht ausreichend.

Zur Verbesserung der Ausfallwerte bei 2.2 und 3.1 sind weitere Abreißwerte (siehe oben: Generell
gilt) vorzunehmen.

Bücher

SIVV-Handbuch
Herausg: Ausbildungsbeirat Verarbeiten von Kunststoffen

Kunststoffe für den Bautenschutz und die Betoninstandsetzung:


Der Baustoff als Werkstoff
Autoren: Rolf P. Gieler, Andrea Dimmig-Osburg

Stahlbetonoberflächen
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Herausgeber: BetonMarketing