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Von der Entstehungsphase eines

Hellwegs in Dinxperlo-Bocholt
Joannes Richter

Abbildung 1 Abschattung des Hellwegs durch den Hettenhügel (93m Höhe)

Zusammenfassung
In der Eiszeit bildete der 93m hohe Hettenhügel einen Windschattenzone für die Lößablagerung der
fruchtbaren Sandteilchen, die vielleicht das Bodenniveau um etwa 1-2m angehoben haben und die
Fruchtbarkeit des Bodens zwischen Milt, Dinxperlo und Bocholt verbesserten.
Deshalb wurde die Verbindungsstraße Hellweg versehen mit dem Prädikat „Heilweg“, das in
niederländischer Sprache als „Heelweg“ übersetzt wurde. Der Name ist vergleichbar mit „Heilbad“
und deshalb nicht mit der Hölle oder gar „Helling“ („Hang“) veknüpft.
Wichtig war die eben die Bodenqualität der Lößteilchen, die sich nur im Windschatten eines Bergs
anhäuften. Deshalb kann sich ein Hellweg, der im Windschatten eines punktförmigen Bergs bildet
sich nur als schmales Band entlang einer Ost-Westlinie ausprägen.
Diese Situation kann man auf der 18,4 km langen Hellweg „Milt-Dinxperlo-Bocholt“ wahrnehmen.
Es ist jetzt die Frage wie weit nun der Windschatten eines Bergs reicht. Vielleicht sogar 60 oder 100
km weit?
Etwas weiter nördlich liegt eine „fruchtbare“ Sandhügelkette Halserug, die ebenfalls nur etwa 2m
auf etwa 18 km Länge angehoben wurde und ziemlich genau die gleiche Ausrichtung
Nordwest/Südost aufweist. Im Gegensatz zum Hellweg „Milt-Dinxperlo-Bocholt“ gibt es für den
Halserug keinen nahegelegenen Windschattenberg. Dieser Halserug ist nicht als
Windschattenzone entstanden. Der Löss wurde gegen einen Berghang (Hollenberg) aufgehäuft.
Der Bericht dokumentiert die Gestaltung und Namensvergabe für fünf unterschiedliche
Lössablagerungen.
Der Heelweg auf einem Sandrücken
Zur Bestätigung der These, dass der Name Hellweg oft von den Lößvorkommen stammt werde ich
in diesem Bericht 5 Beispiele genauer zu untersuchen, die alle im Bereich der Niederlande und
Münsterland liegen.

Definitionen für Windschattenberge und Windhangberge


• Windschattenberge liegen westlich von den Lößablagerungen, weil sich der Löß bei
Westwind auf der Ostseite im Windschatten sammelt.
• Windhangberge liegen östlich von den Lößablagerungen, weil sich der Löß bei Westwind
auf der Ostseite am Berghang sammelt.
• Manche Hügeltypen weisen beide Arten Lößablagerungen auf, wie zum Beispiel die
Baumberge.
Für Lößablagerungen müssen diese Hügeltypen mindestens etwa 30-100m hoch sein. Niedrigere
Hügeltypen haben auf die Lößablagerungen keinen Einfluß.

# Lößdepot Markierungen Schattenberg Länge Abstand


1 Der Heelweg/Hellweg bei Bocholt, entlang dem Hetten- 18,4 km ca. 20 km
Bocholt Bauernschaft Regniet und hügel (93m)
dem Weiler Keppelhof1
2 Der Heelweg bei Beltrum Heelweg Beltrum Lochemerberg 3,6 km 10km
(49m)

3 Der Heelweg bei Halserug, ein Varsseveld einschließlich Torenberg 16 km 60 km


16 km langer südost-nordwest - Heelweg-Oost (Veluwe, 107m)
orientierter Podsol- - Heelweg-West Hollenberg,
beschichteter Hügelrücken. Aalten (37m)

4 Lößablagerung „Borke 1“ Helweg, 46348 Raesfeld Hetten- ca. 7km 45 km


Helle, 46325 Borken2. hügel (93m)
5 Sythener Hellweg Hellweg, 48249 Dülmen Hetten- 70 km
(Dülmener Lößdepot) Hellweg, 45721 Haltern heuvel (93m)
am 74,5 m hohe Annaberg am See Annaberg
westlich von Haltern am See (74,5 m)

6 Die Baumberger Lößinsel Westhellen, Osthellen Baumberge 2-5km


und Osthellermark (187,6 m)
Tabelle 1: Lößdepots mit den zugehörigen Windschattenhügelspitzen
Farbcodierung: Blau : weit entfernte Schattenhügel, Gelb: nahegelegene Schattenhügel,
Grün: Windhangberge, Purpur: Schattenhügel & Windhangberg

1 Korte geschiedenis van Dinxperlo


2 Die Zentren Der Europäischen Lößkulturen - Statistiken Zum Hellweg Als 'Lößhaldenweg' by jwr47 - The History
of the "Hell"-road: 2016 (Der Hellweg als Lößhaldenweg: Juni 2017)
1. Der Heelweg/Hellweg bei Bocholt
Als Ausgangsbeispiel wähle ich den Hellweg bei Bocholt, der als „erhöhter Weg über erhöhten
Sandrücken“ von Bocholt, entlang dem Bauernschaft Regniet und dem Weiler Keppelhof3 führt.
Der Keppelhof war wohl „ein Hof mit einer Umrandung einer Gracht“4. Dieser Hof –
ursprünglich vielleicht ein Hof mit Kapelle, der dem Bistum Münster gehörte – bildete wohl
den Ursprung des Keppelhofes und Dinxperlo. In 1260 wurde das Dorf erstmalig erwähnt.
Die Trennung von Dinxperlo (NL) und Suderwick (D) wurde 1326 volzogen5.
Der Regniet, 46419 Isselburg ist eine Bauerschaft.

Abbildung 2: Abschattung des Hellwegs durch den Hettenhügel (93m Höhe)

Besonders eindrucksvoll ist diese nur 18,4 km langer „Handelsweg“ nicht und es wird auch nicht
schwerfallen die Idee „Handelsweg“ zu ersetzen, wenn man einen besseren Grund für die Anhebung
des Grundstreifens findet, wie zum Beispiel ein „Lößstreifen, der lokal den Boden erhöht und
verbessert hat“.
Die Grenze (zwischen der Niederlande und Deutschland) zwischen Suderwick und Dinxperlo
verläuft auf der Mitte der Dorfstraße, die auf deutsch Hellweg und auf niederländischer Seite
Heelweg genannt wird. Die Bezeichnung „erhöhter Sandrücken“ deutet schon darauf dass hier
Sand abgelagert wurde, wobei die Ost-Westlinie deutlich erkennbar ist.
In den Annales regni Francorum aus dem 8. und 9. Jahrhundert wurde Bocholt als „Bohholz“
erstmals erwähnt.

3 Quellen: Korte geschiedenis van Dinxperlo


4 Dwars door dat gebied lag sinds oude tijden de Heelweg, een handelsweg, die over die hoger gelegen zandruggen de
enige mogelijkheid bood om zich te verplaatsen. Deze weg liep van Bocholt via de Regniet langs de Keppelhof, een
hof omringd met een gracht. (Quelle: Dinxperlo)
5 Quellen: Achterhoeks Archief en Gelders Archief.
Die Reichweite des Windschatten am Hettenhügel (93m)
Der Windschatten des Hettenhügels (93m) kann im Bereich 15-30km bis Dinxperlo-Bocholt reichen
oder viel weiter bis zum Beispiel nach Borken (50 km) oder gar Dülmen (ca. 80km), die auch als
Hellweg-Stationen gelten.

Abbildung 3: Abschattung des Hellwegs durch den Hettenhügel (93m Höhe)

Es kann ein Zufall sein, dass sich dort auch Hügel gebildet haben, die mit einem Windschatten
ähnliche Lössablagerungen ausgelöst haben.
In Borken gibt es einen Hellweg und in Haltern & Dülmen gibt es ebenfalls Hellwegstationen,
wobei keineswegs sicher ist, dass diese oft punktförmige Lößdepots zu Wegstrecken verbinden
lassen. Es sind genau genommen zunächst Lößstreifen, die sich hinter einem Schattenhügel gebildet
haben.
Man sollte sich hier nicht von großartigem Reichtum blenden lassen. Es sind genau
genommen winzige Flächen, die früher einmal genug Lößboden für einige Bauernhöfe
bereitstellten.
Die drei südlich angrenzenden, nicht mehr als Teile des Münsterlandes anzusehenden
Landschaften wiederum, allen voran die Hellwegbörden im östlichen Süden, sind stark
lösshaltig und deutlich fruchtbarer.
Das Münsterland wird von mehreren Hügellandschaften durchzogen, die ihr Umland je um
bis zu 100 m überragen. Die Baumberge-Wasserscheide trennt die Flusssysteme von
IJssel/Rhein-Lippe und Ems. Sie durchzieht das Kernmünsterland von Nordwesten nach
Südosten. An ihr liegen die Baumberge bei Billerbeck (bis 187 m) und die Beckumer Berge
bei Beckum (bis 173 m). Im Südosten des Westmünsterlandes reichen die Halterner Berge
bei Haltern am See in der Haard (bis 154 m) bis über die Lippe hinaus.
Auch in dieser Beschreibung aus der Geologie des Münsterlandes findet man für die Baumberge
Orientierungsattribute wie „von Nordwesten nach Südosten“, was der gängigen Windrichtung
entspricht.
Sind diese Gebirge etwa von den Eiszeitwinden geprägt oder gar geformt worden? Jedenfalls
werden auch an den Baumbergen Lößablagerungen gefunden, die sowohl auf Windschattenwirkung
als auf Hangablagerungen deuten.
Der Hettenhügel als Schattenberg für mehrere Lössablagerungen
Es ist jetzt die Frage ob es noch mehr Heilwege („Heelwege“ oder „Hellwege“) gibt, die auf
gleicher Weise zu Lößstreifen ausgebildet worden sind und welche Schattenhügel oder
Windhangberge dafür benötigt wurden. Zum Beispiel könnte man den Hettenhügel (93m) auch für
die Lößablagerungen Borken und Haltern-Dülmen (den „Sythener Hellweg“) in Betracht ziehen.

Abbildung 4 Der Hettenhügel als Schattenberg für die Lößablagerungen bei Borken und Haltern
sowie Dülmen
2. Der Heelweg bei Beltrum
Der Abstand des 3,6 km langen Heelweges bei Beltrum bis zum Lochemerberg (49m) beträgt etwa
10km.

Abb. 5: Der 3,6 km lange Heelweg bei Beltrum im Schattenbereich des Lochemer Berg
(49m)
3. Der Heelweg über dem Halserug
Der Sandrücken auf dem später Halle aufgebaut worden ist, wird auch Halser Rücken
genannt (NL: „Halserug“). In der früheren Zeit bildete dieser Rücken eine der wenigen
Möglichkeiten überhaupt diese Ecke zu durchqueren. Der Sandrücken verläuft von
Aalten (37m) über Wolboom, Hallerdijksbulten und Vennebulten nach Halle, um
danach über Kuiperstraat sowie Kappenbulten nach Hengelo abzubiegen.

Ab Aaltenseweg und Pluimersdijk ist der Höhenunterschied zwischen dem Rücken und
dem Tiefland gut sichtbar. Es ist ein geringer Höhenunterschied von vielleicht 2m
Differenz, aber trotzdem war dieser Sandrücken für die Vorfahren überlebenswichtig6.

Die Angaben zum Halserug sind vergleichbar mit dem Heelweg/Hellweg bei Bocholt. Trotzdem
sind beide Überquerungen unabhängig voneinander. Beide Heelwegen (wörtlich übersetzt
“Heilwege”) weisen die gleiche Nordwest / Südost – Orientierung auf, die sich nach dem
vorherrschenden Nord-Westwind ausgerichtet haben könnten. Auch die Anhebung durch
Sandablagerungen ist im gleichen Höhenordnungen (von etwa 1m) gleichwertig.
Das Problem ist jedoch dass dem Heelweg/Hellweg bei Bocholt einen Hettenhügel (93m) als
Schattenberg zugewiesen konnte, aber dem Halserug zunächst kein nahegelegener Schattenberg
zugewiesen werden konnte. Nur auf einem bewährten Schulatlas kann man als Erhebung einen 37m
hohen Hügel (Hollenberg, 37m) bei Aalten als Windhangberg identifizieren.
Der Halserug wäre dann im Gegensatz zum Bocholter Hellweg (mit dem Windschattenberg
Hettenhügel) nicht mit einem Windschattenberg sonder mit einem Windhangberg ausgestattet. Da
sich aber beide Sandablagerungen an der gleichen Nordwest / Südost – Richtung orientieren,
verlaufen beide Hellwege in die gleichen Richtung. Sie sind keine gezielte Handelswege, sondern
vom Wind in der Eiszeit vorgeformte Sand- beziehungsweise Lössablagerungen.

Das Alter dieses „Heilwegs“


Der Heelweg wurde bereits im Jahre 828 AD in einem Vertrag erwähnt. Darin wird der Heelweg
Hellenwich genannt.[17]

6 De zandrug waarop later Halle is gebouwd, ook wel aangeduid als de Halse rug, was dan ook één van de weinige
mogelijkheden om door het gebied te komen. De zandrug loopt van Aalten langs de Wolboom, de Hallerdijksbulten
en de Vennebulten naar Halle om vervolgens in de buurt van de Kuiperstraat via de Kappenbulten af te buigen
richting Hengelo. Vanaf de Aaltenseweg en de Pluimersdijk is het verschil in hoogte tussen de rug en het lage
achterland goed te zien. Het is maar gering, misschien twee meter, maar toch was deze zandrug voor onze
voorouders van levensbelang. - Quelle Meuhoek: Alles over Zelhem - Oud Zelhem
7 Quelle: Heelweg - Geschiedenis der stad Zutphen van de vroegste tijden tot 1795
Die Umfang der Lössablagerungen auf und um dem Halserücken ist viel größer als in Dinxperlo
und Beltrum. Dieser Umfang deutet auf einen wesentlich höheren Schattenberg oder ein
Hügelmassiv: der Aardmansberg (100m) und der Torenberg (107m) .

6: Die Heelwege auf dem etwa 18 km langen Halserücken mit den Schattenhügeln auf der Veluwe
:
der Aardmansberg (100m) und der Torenberg (107m)
Übersicht der Heelwegen am Halserug, bei Beltrum und Dinxperlo
In der nachfolgenden Übersicht kann man die Windrichtung der unterschiedlichen Heelwegen
ablesen. Die Veluwe bildet ein gewaltiges Windschirm, der bewirkt, dass die südlichen Sektoren
(der Heelweg bei Dinxperlo) sogar etwas gegen den Nordwindkomponenten abgeschirmt wird.
Deshalb ist die Windrichtung und auch der Wegverlauf etwas mehr ost-/westlich (→ auf der
Landkarte etwas „horizontaler“) ausgerichtet.
Im Gegensatz dazu erhält der Heelweg bei Beltrum etwas weiniger Westwind und ist deshalb auch
mehr auf die Nordwindkomponente ausgerichtet.
Der Needsche Berg (35) ist wohl zu niedrig und verzeichnet auch keine „Heelweg“-Markierungen.
Es ist auch denkbar, dass die Veluwe als Hügelmassiv als Windverstärker funktioniert, der hinter
dem Hügelmassiv sich drehten um im Windschatten eine kostbare Sandablagerung aus zu lösen.
Der Needsche Berg (35) kann auch gerade außerhalb diesem Wirkungsbereich liegen.

7: Die Heelwege auf dem etwa 18 km langen Halserücken mit als Schattenbergen die
Veluwer Hügeln, dem Heelweg bei Dinxperlo und dem Heelweg bei Beltrum
4. Die Lößablagerung „Borke 1“
Bei Borken befindet sich die Lößablagerung „Borke 1“ mit den Markierungen
• Helweg, 46348 Raesfeld und
• Helle, 46325 Borken8.
Bereits um 800 AD wurde die damalige Hofansammlung „Burg“ oder „Burk“ von Karl dem Großen
als Lager auf seinen Reisen genutzt.

5. Der Sythener Hellweg


Der Sythener Hellweg wird ebenfalls als sehr kurze Handelsstraße eingestuft, kann aber genauso
gut wie die übrigen Heilwege als Lößablagerung entstanden sein. Als Windschattenberg kann man
zum Beisiel tippen auf den 74,5 m Annaberg westlich von Haltern am See.
Für den Verlauf kann man folgende Hellweg-Markierungen verknüpfen:
• Hellweg, 48249 Dülmen
• Hellweg, 45721 Haltern am See

Sankt Annaberg
Bei Haltern am See gibt es einen 74,5 m hohen Sankt Annaberg, einem Südausläufer der Hohen
Mark. Die Markierung wäre: St. Anna (Haltern am See).
Der St. Annaberg (74,5 m) liegt im äußersten Süden, südlich der Bundesstraße 58 und
östlich der A 43; mit Wallfahrtskapelle, Südwesten Halterns (544.33) → Annaberg •
45721 Haltern. Dort befindet sich St. Anna, gewidmet der heiligen Anna/Anna selbdritt,
ist eine Wallfahrtskapelle und -kirche9

Haltern was bereits zur Zeitwende von den Römern bewohnt.

8 Die Zentren Der Europäischen Lößkulturen - Statistiken Zum Hellweg Als 'Lößhaldenweg' by jwr47 - The History
of the "Hell"-road: 2016 (Der Hellweg als Lößhaldenweg: Juni 2017)
9 Im Mai 1566 brach auf dem Annaberg bei Haltern eine Quelle auf. In ihr wusch sich ein Kranker und »ys gesund
geworden«. - in Haltern am See auf dem 74,5 m hohen Sankt Annaberg, einem Südausläufer der Hohen Mark.
6. Die Baumberger Lößinsel
In folgender Lößinsel befindet sich das Lößdepots sowohl westlich als östlich vom Baumberg. Die
Markierungen Westhellen, Osthellen und Osthellermark befinden sich westlich vom Baumberg.
Die Lößdepots bei Stevern und Tilbeck werden als 4-5m dick beschrieben:
An windgeschützten Stellen konnte sich Löss wieder absetzen, so etwa in den
Baumbergen bei Stevern und Tilbeck in Schichten von vier bis fünf Metern Dicke. 10

Fruchtbarste Äcker lagen in der Baumberger Lößinsel in der Nähe der Villa Alstede am „Heller“
bei Münster11. Die Siedlungsspuren im Raum Nottuln reichen bis etwa 4000 v. Chr. zurück.
Am Südwestabhang der Baumberge12, im Dreieck zwischen Coesfeld, Rosendahl und Nottuln liegt
eine der wenigen Lößinseln des Münsterlandes. Das Zentrum der Lößinsel wird wohl markiert von
den Bauernschaften Westhellen, Osthellen und Osthellermark.
Die Baumbergspitze (an dieser Stelle „das Oberland“) selbst gehört nicht zu de
Lößinseln, denn die Ablagerungen haften an den Nord-, Nordwest- oder Westhängen
oder sie befinden sich im Windschatten des Gebirges.

Der Berg ist mit 187,6m Höhe nicht sehr hoch, aber es war die erste Erhebung, die sich
den eiszeitlichen Westwinden in den Weg gestellt hatte.

Zunächst wird angenommen, dass die Baumbergspitze eine autarke Erhebung bildet, die nicht von
den niederländischen Hügelspitzen geprägt wurde.
Das hohe Oberland südlich des Ruhrgebiets selbst, das jetzt „Süderland“ oder „Sauerland“ genannt
wird, war weniger fruchtbar und in deren Hügeln sind die Plätze mit den Namen „An der Helle“ nur
ganz dünn gesät.

8: Die Baumberger Lößinsel von den Bauernschaften Westhellen, Osthellen und Osthellermark

10 Geologie des Münsterlandes


11 Die Zentren Der Europäischen Lößkulturen (Der Hellweg ~ Le Rue d'Enfer)
12 Der höchste Höhenzug des Münsterlandes 187,6 m ü. NHN
Überprüfung der weit entfernten Schattenberge
Obwohl für alle zuvor beschriebene Heelweg- und Hellweg-Markierungen geeignete
Windschattenberge und Windhangberge zugewiesen werden konnten, sollte nun doch geprüft
werden ob nicht auch die etwa 100 m hohe niederländische Hügelspitzen der zentralen Veluwe an
den Lößablagerungen beigetragen haben.
In der Google-Maps Karte „The Origin of the Hellweg-Markers and the Löss-Deposits“ sind die
relevante Hügelketten und Hellweg-Markierungen eingetragen.
• Für den Heelweg/Hellweg bei Bocholt sind die niederländische Hügel wohl als
Windschattenberge ungeeignet. Der Abstand erscheint mir zu hoch. Das gleiche gilt für die
Lößablagerungen bei Borken, Dülmen und Haltern.
• Für den Halserug könnten die Hügel der Veluwe schon eher im Frage kommen.
• Auch für die Lößablagerungen am Baumberger Lößdepot bei Münster sind die Hügel der
Veluwe oder Salland zu weit entfernt.

Abbildung 9 Windschattenhügel und Windhangberge in den Niederlanden

Kartendokumentation
Es gibt mehrere Landkarten mit den Lößablagerungen und Hellweg-Markerierungen:
• Karte der Europäischen Lößdepots (Haase et al.,2007)
• The Hellweg as a map of European loess-deposits (Deutsch-, niederländische und
französischsprachige Hellweg-Markerierungen)
• The Origin of the Hellweg-Markers and the Löss-Deposits (Windschattenhügel und
Windhangberge in den Niederlanden)
• Rue d'Enfer Map (Französischsprachige Hellweg-Markerierungen)
Die Hügelketten der Niederlande
Aus dieser Karte kann man gut ablesen wie die Nord-/ Nordwest und Westwinde in der Hügelkette
der Veluwe abgeschirmt und abgebogen werden können:
• The Origin of the Hellweg-Markers and the Löss-Deposits (Windschattenhügel und
Windhangberge in den Niederlanden)

10: Die Hügelketten der Niederlande


Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung................................................................................................................................1
Der Heelweg auf einem Sandrücken....................................................................................................2
Definitionen für Windschattenberge und Windhangberge...............................................................2
1. Der Heelweg/Hellweg bei Bocholt...................................................................................................3
Die Reichweite des Windschatten am Hettenhügel (93m)..............................................................4
Der Hettenhügel als Schattenberg für mehrere Lössablagerungen..................................................5
2. Der Heelweg bei Beltrum.................................................................................................................6
3. Der Heelweg über dem Halserug.....................................................................................................7
Das Alter dieses „Heilwegs“............................................................................................................7
Übersicht der Heelwegen am Halserug, bei Beltrum und Dinxperlo..............................................9
4. Die Lößablagerung „Borke 1“........................................................................................................10
5. Der Sythener Hellweg....................................................................................................................10
Sankt Annaberg..............................................................................................................................10
6. Die Baumberger Lößinsel...............................................................................................................11
Überprüfung der weit entfernten Schattenberge.................................................................................12
Kartendokumentation.........................................................................................................................12
Die Hügelketten der Niederlande ......................................................................................................13