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INHALT · INDEX · TABLE DES MATIERES • INDICE

Gesellschaft Deutscher Metallhiitten- und Bergleute · Clausthai-Zellerfeld

Internationaler KongreB für Erzaufbereitung . Goslar, 8. bis 11. Mai 1955

Herstellung unrl Eigenschaftell vo11 Ferrosilizium fiir rlie Sdzwerfliissigkeitsnufbereitwzg


von Dr. F. Rorlis, K11npsnck bei Köln . 1- 4

Gesellschaft Deutscher Metallhütten- und Bergleute . Clausthai-Zellerfeld

International Mineral Dressing Congress · Goslar, May 8th-11th, 1955

Prorluction n11rl properlies of ferrosilicon for henvy merlin sepnrntio11 by Dr. F. Rorlis,
Knnpsnck near Cologne 5- 8

Societe des Mineurs & Metallurgistes Allemancis . Clausthai-Zellerfeld

Congres International de Ia Preparation des Minerais · A Goslar, 8. -11. Mai 1955

Fnbz ication et proprietes rlu Ferro-Silicium pour In prt?pnrntion des minernis pnr Jevigntion
en milieux denses pnr Je docteur F. Rodis, K11npsnck pnr Cologne . 9-12

Asociacion de Metalurgicos y Mineros Alemanes · Clausthai-Zellerfeld

Congreso Internadonai de Preparacion Mecanica de Minerales . Goslar, 8 a 11 de Mayo de 1955

Fnbricnci611 y propierindes rlel ferrosilicio pnrn In prepnrnci6n mectinicn rle minernles en


merlios rlensos por el Dr. F. Rodis, rle Knnpsnckt Colonin . 13-17

Entnommen der Ausgabe VIII (1955) der Zcit•chrift für Erzbergbau und Metallhüllenwc•cn

Publishcd in the supplement to \'Oiume VIII ( t9S5) of Zeitschrift für Erzbergbau und Met,lllhüllenwesen

App,uu dans l'annexe du \'Olume VIII (1955) de Zeitschrift für Erzbergbau und Metallhüllenwesen

Publicado en el apendice deltomo VIII (1955) de Zeitschrift für Erzbergbau und Metallhüllenwesen
Her tellung und Eigenschaften von Ferrosilizium
für die Schvverflüssigkeitsaufbereitung OL8'9€: - €98'9€ 'VH.J..
IVNH9V- Cll03V ~ 3:VIVV~V

von Dr. F. Rodis, Knapsack bei Köln '3 '11'3 W Od X \f lAI d 'v' <t>
'W'1:3UC:ZOdUI.J..N"ff

Zur Herstellung vo n Schwertrüben ist Ferrosiliziumpulver ( mrt etwa 15° o Si) heute in zahlreichen Anlagen zur Aufbereitung
von Eisen= und anderen Erzen eingeführt. Die Herstellung des Puh>ers durch Mahlun g ist kosts pielig. Nach einem neuartigen
Verfahren wird statt dessen di e nod1 fliissige Ferrosiliz iumsdrm elze mit Luft oder Dampf fein zerstäubt.
Dieses verdiiste Ferrosiliziumpulver hat als Sd1wersto{f versd1iedene bemerkenswerte Eigenschaften: Die runde Form und
glatte, spiegelnde Oberfläche des einzelnen Korns bietet der Korrosion weniger Angriffspunkte, wmal bei der H erstellung
keine Lokalelem en te zwiscl1en Eisen rmd Silizium er1tstehen. Die Viskosität der Scl1wertriibe ist bei gleicher Triibewichte
geringer als bei gemalrlene m Ferrosiliziu m bzw. es läßt s idr bei gleid1er Viskosität eine höhere Triibewid1te erreichen. Es
könnte dies fiir ::ukiinftige Aufgaben der Erzaufbereitung vo n Bedeutung sein. Auch die Haftverh~ste liegen bei verdii stem
Ferrosili::ium niedriger. Die Festigkeit des verdiisten ist keinesfalls sc!J lech ter als die des gemahlenen Pulvers.

ALLGEMEINES ÜBER FERROSILIZIUM ALS und mahlt es schlieBlich auf die nötige Feinhe it. Es befinden
SCHWERSTOfF sich im Ha ndel eine feinere und eine gröbere Qualität. Die
in dem MaBe wie die Schwerflüssigkeitsa ufbereitung für feinere wird bevorzugt, wenn eine Schwimm=Sink=Anlage
Erze an Bedeutung gewinnt, nimmt auch die Verwendung angefahren wird, während man nach einiger Zeit zum Nach=
von Ferrosiliziumpulver für diesen Zweck zu. Insbesondere setzen und zur Ergänzung der Verluste das gröbere Material
ha t sich das Ferrosiliz ium bei der Aufbereitung von Eisen= verwendet, weil sich im Laufe der Zeit feines Pulver von
erzen in groBem Umfange durchgesetzt. Aber nicht nur Eisen=, selbst in den Anlagen bildet. Es kommt sehr auf den eigen!=
sondern auch andere Erze werden heule mit Ferrosi lizium Iichen Trennapparat an, der nicht so ausgebildet sein sollte,
gereinigt. Obgleich es z. B. bei der Trennung von Blei=Zink= daB das schwere Sinkgut am Boden des Apparates auf d as
Erzen ein Fremdkörper ist und die Verwendung von Bleiglanz Ferros ilizium wie eine Kugelmühle zerkleinernd wirkt.
a ls Schwerstoff viel näher liegt, hat es diesen doch im Laufe In vielen Fällen bevorzugt man eine Naßmahlung, weil sie
der Zeit verdrängt. Begründet ist dies damit, daB Ferrosili= billiger ist. Diese bedingt aber die Verwendung des Pulvers
zium gute magnetische Eigenschaften hat, die für die Wieder= an Ort und Stelle, weil man den Mahlschlamm schlecht
gewinnung von a usschlaggebender Bedeutung sind. Bleiglanz transportieren ka nn. Eine eventuelle Trocknung muB sehr
ka nn nur durch e ine Flotation z urückgewonnen werden. schonend erfolgen, weil infolge erhöhter Korrosion bei höhe=
Gegenüber anderen Schwerstoffen, wie Magnetit, hat Ferro= rer T emperatur bereits Zersetzung e intritt. Diese Mahlanlagen
silizi um den Vorteil des hohen spezifischen Gewichts und der sind recht kostspielig und oft nicht voll a usgenutz t. Es hat
gröBeren Härte. In Ame rika wurden im Jahre 1952 schäl= aber keinen Zweck, die Anlagen kleiner zu bauen, weil die
zungsweise schon 15 bis 20 Mi!!. t Eisenerze mit Ferrosili= Mühlen eine bestimmte Größe haben müssen, um bei diesem
zium aufbereitet. Ma terial wirtschaftlich arbeiten zu können. Höh erprozentiges
Man verwendet ein Pulver mit etwa I 5o o Si=Gehalt, weil °
Ferrosilizium mit z. B. 45 oder 75 o Si·Gehalt läBt sich
bei diesem die magnetischen Eigenschaften gut ausgeprägt leichter mahlen, w eil es spröder ist als das 15°/oige, das, wie
sind und das spezifische Gewicht hoch ist. Beträgt der Si=Ge= sich bei Versuchen he rausgestellt hat, eine gewisse Zähigkeit
°
halt z. B. 18 bis 20 o, so ist einmal das spezifische Gewicht besitzt und schlecht in kleinere Teilchen aufgespalten werden
niedriger, und man befindet sich andererseits bereits an der ka nn. Bei Versuchen hat es sich jedenfalls gezeigt, daB der
Grenze der Magnelisierbarkeit. Bei einem Gehalt von nur MahlprozeB einen hohen VerschleiB der Mühlen bewirkt und
12 bis 14 ° o Si ha t man schon mit mangelhafter Korrosions= wenig wirtschaftlich ist.
besländigkeit zu rechnen, wenn das Pulver durch Mahlung
hergestellt wird. Das !5° oige Ferrosilizium wird in einem b) durcl1 Verdiisung
besonderen elektrischen Ofen erschmolzen. Der richtige Si=
Man hat deshalb bei einem a nderen, neuartigen Verfahren
Gehalt wird erreicht, indem geeignete Mischungen von
der P ulve rherste llung einen anderen Weg eingeschlagen,
Schrott, Kies und Kohlenstoff niedergeschmolzen werden.
wobei die noch flüssige Schmelze mit Luft oder Dampf fein
Man kann selbstverständlich auch von vorhandenem nieder=
zerstä ubt wird. Die so entstandenen feinen Pulverteilchen
prozentigern Fesi ausgehen und Kies und Kohlenstoff zu=
werden in Wasser a bgeschreckt, und das Pulver, das nach
setzen, oder man kann höherprozentiges Ferrosilizium, z. B.
solches, das im Karbidofen entsteht, nur mit Schrott ver=
°
dem Abtropfen noch ungefähr 10 o W asser enthält, wird
getrocknet und gesiebt. Im Gegensatz zu gemahlenem Pulver
schneiden. Tritt bei dem ProzeB eine erhebliche Schlacken•
tri tt hier keinerlei Zersetzung und Rosten auf. Dieses Ver=
bildung auf, so ist ein normaler Elektroofen mit Elektroden
fahren lehnt sich sehr eng a n di e Herstellung von Metall=
geeigneter a ls ein Induktionsofen, dessen Futter durch die
pulvern an, wie sie für die sogenannte Pulvermetallurgie
Schlacke schnell a ngegriffen wird. Im Ofen erlangt die
gebraucht werden. Es muB hierbei die Möglichkeit bes tehen,
Schmelze eine Temperatur von etwa 1300 o C.
groBe Dampfmengen plötzlich entnehmen zu können, ohne
HERSTELLUNG DES FERROSILIZIUMPULVERS daB der Druck im übrigen Dampfne tz dadurch zusammen•
bricht. Je Tonne Ferrosilizium werden ungefähr zwei Tonnen
a) durd1 Malrlung Dampf benötigt.
Nach dem bisherigen Verfahren läßt m a n das flüssige Ferro= Auch bei der Zerstäubung kann je nach Erfordernis die
silizium nach Entfernung aus dem Ofen erkalten, bricht es feinere oder die gröbere Körnung erhalten werden. M aB·
gebend sind dabei der Dampfdruck sowie die Tempera tur
und Zusammensetzung der Ferrosiliziumschmelze. Es hat sich
herausgestellt, daß es besonders vorteilhaft ist, wenn außer
Kupfer noch andere Legierungs bestandteile in der Schmelze
vorhanden sind. Man muß bei diesen Metallen bestimmte
Grenzen nach oben und unten e inhalten, um ein gutes Pulver
bei der Zerstäubung zu erhalten. Auch bei dem verdüsten
Ferrosilizium bildet der Verlauf der Siebkurve im Körnungs:
netz nach Rosin=Rammler eine gerade Linie (Bild 1), was
nicht ohne weiteres zu erwarten war.

30 50 300 500
I 2 3 ~ 5 10 20 ~0 100 200 ~00 1000
-1
.. •.
0,1 99,9
0.5 / 99,5 ~
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5 I_;/ 99
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... .
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10 90
20 I / / 80
30 • I '? Bild 2 : Physikalische Bes ch affenhe it von Ferrosili z ium
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36,8 / 632 70
60
50
I
,6
., 50
.J links : zers tä ubt;
rechts : gemahlen . V = 90 X
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Q: 80 J
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Diese drei Punkte sind u. a . maßgebend für die Wirtschaft=

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• - 15 §' Iiehkeil einer Schwimm=Sink=Anlage. Zu vergleichen sind
§
-90 - 10 ~ 4. die Festigkeitseigenschaften.
~ 5 Cl
e::.
Q: 95
~
97 /. ·- 3 1. Korrosionsverhalten
98 / 2 Es ist bekannt, daß das gemahlene Pulver mit Wasser nach

99
V I -
einiger Zei t Wasserstoff entwickelt und rostet. Befeuchtet

99,5
I 2 3 ~
I 5 10 20 ~0 100 200 ~oc 1000
0.5
man es auf einem Objektträger zu wiederholtem Male mit
Wasser und läßt zwischendurch immer wieder eintrocknen,
10 50 300 500 so kann man bei m ikroskopischer Beobachtung feststellen,
KorngrofJf' d i n tu (mm) daß ein Rosten des Pulvers einsetz t. Es wurde eine Schnell=
prüfung für Ferrosiliziumpulver ausgearbeitet, wobei das
Bild 1 : Ko rnverteilung in ve rdüs tern Fe rrosilizium Pulver in einem Reagenzglas mit reichlich Wa sser versetzt
A B in einem Wasserba d von 70 o C behandelt wird . Je nach der
Ko rnkla sse feine K örnung grobe Kö rnung Korrosionsanfälligkeit beobachtet man nun das Einsetzen
/f •Jo OJo
einer Gasentwicklung nach verschiedenen Zeiten. Bei dieser
3-0 3,7 3,1 Schnellprüfung hat sich herausgestellt, daß auch 45= und
10-0 16,5 6,7 75° 1oiges Ferrosiliziumpulver mit Wasser reagiert, sofern man
20-0 2 7,3 15, 0 es in so feine Verteilung bringt, wie es das Schwimm=Sink=
60-0 76,5 52,6 Verfahren erfordert. Genaue Feststellungen haben ergeben,
100 -0 91,7 75,9 daß die Wasserstoffentwicklung in der Hauptsache a n den
Ecken und Kanten einsetzt, wo nach neuerer Auffassung der
Oberflächenchemie noch Restaffinitäten vorha nden sind, die
EIGENSCHAFTEN DES VERDÜSTEN FERROSILIZIUMS sich durch eine besondere Aktivität ausze1chnen. Die Korro=
sion läßt sich a lso nicht durch chemische Zusätze, auch nicht
Die beiden verschiedenen Methoden der Herstellung (Mah=
durch Kupfer, vermeiden, weil sie durch die Oberflächenbe=
Jung und Verdüsung) bedingen verschiedene Eigen schaften
schaffenheil bedingt ist. Es komm! noch hinzu, daß bei der
des erzeugten Pulvers, von denen uns hier nur die interessie=
Herstellung des Pulvers durch Mahlung von den Mahlkörpern
ren, welche einen Einfluß auf die Schwereflüssigkeit haben.
Maßgebend für das verschiedene Verhalten ist nicht so seh r und der Panzerung der Mühle, die beide einem hohen Ver=
die chemische Zusammensetzung, die in beiden Fällen die= schleiß unterliegen, Eisen abgerieben wi rd. Mit dem Ferro•
selbe is t, sondern die physikalische Beschaffenheit der Ober= silizium bildet dieses Eisen, das ihm entweder beigemengt
fläche jedes einzelnen Pulverteilchens (Bild 2). Das gemahlene oder direkt aufgewalzt ist, sogenan nte Lokalelemente, die
Pulver weist scharfe Ecken und Kanten auf und besitzt eine den Rostvorga ng sehr beschleunigen. Solche Lokalelemente
rauhe Oberfläche, während bei dem zerstäubten Material das bilden sich auch an den einzelnen Pulverteilchen, wenn beim
einzelne Korn eine mehr oder weniger runde Form sowie langsamen Abkühlen des Abstiches verschiedene chemische
eine glatte und spiegelnde Oberfläche hat, die infolge der Verbindungen zwischen Eisen und Silizium ausseigern, wie
Abschreckung besonders hart ist. Wie bereits erwähnt, hängt es bekanntlich der Fall ist. Diese Verbindungen haben alle
die Ausbildung dieser Oberfläche in erster Linie von der Zu= ein verschiedenes Potential und geben daher Veranlassung
sammensetzung der Schmelze ab. zur Bildung kleinster Elemente. Wir haben durch Messung
lm Zusammenhang mit dieser verschiedenen Oberfläche steh t der Potentiale festgestellt, daß z. B. zwischen 15°/oigem Ferro=
das verschiedene Verhai ten der beiden Pul versorten hinsichtlich sili zium und Eisen in einer 3°/oigen Natriumchloridlösung
1. der Korrosion, ein Potentialunterschied von 300 Millivolt besteht. Die Folge
2. der Viskosität der Trübe und de r Korrosion ist in der Praxis ein Zusammenbacken des
3. der sogena nnten H aftverlus te. abgesetz ten Pulvers, verbu nden mit mehr oder weniger star=

2
ker Gasentwickl ung. Es kommt hierbei zu r Entwicklung von A Fesi gemahlen, 67U'11 < 0,06 mm 120
j_ I II
Wasserstoff, was man sich an H and folgender s ummarischer
Reaktionsgleichungen vorstellen kann:
B Fesi verdüsl , Normalso rte I 8
I , S U'0 Ton~ 69 Uu < 0 ,06 mm 100
Si -+- 2 H20 = SiOt + 2 H 2
2Fe + H20 + 02 = Fe201 + H2
C Fesi verdüs t, Spezial sorte I BO .~
.
1,5 Olu Ton, n u r Ku g e I n ,
I
/./ 1 ~
Si02 und Fe203 liegen in Form von Hydraten vor, die ei n J O:u < 0, 06 mm

Verkitten des abgesetz ten Pulvers hervorrufen. Im Falle der


Zersetzung des Eisens entsteht wohl vorers t nicht das Hydrat
I AJfj-+4 cf 60 :
c::

~~
des d reiwerti gen Eisenoxydes (Fe20 8 • xH20 ), sondern primär I I I I I l/ I 40
VI

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0

bildet sich ein H yd ra t des zweiwertigen Eisens FeO · xH2 0 , I I I I I Al _I I/ :::;:


das aber bei Gegenwart von Sauerstoff schnell in die drei· i
I
I
YAI_/
20
wer tige Form übergeht. Der Sauerstoff ist s tets zugegen,
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/ / /_.....
..;.-
. V I
weil die Schwerflüssigkeit infolge ihrer heftigen Bewegung '--- --- ~ I I 0
intensiv mit Luft in Berührung kommt. In vielen Schwer• 2,6 2,6 ~0 3,2 3,4 3,6 3,6 4,2
flüssigkeitsanlagen wird direkt Luft zu m Fördern der Flüs• Trub~-Wicht~ m kg/1
sigkeit benutzt. Bild 3 : Einfluß der Korn fo rm (Arl der Herslellung) von Ferros iliziumpulver
Das verdüste Ferrosilizium verhält sich anders. Hier sind auf die Vi s kos ität der Trube.

bei dem einzelnen Korn keine Angriffspunkte für das Rosten


vorhanden, weil die Oberfläche rund und hart ist. ln folge tatsächlich in Flächen vorliegt, die mehr oder weniger eben ,
der schnellen Abschreckung kommt es a uch nicht zur Aus• abe r gleichzeitig rauh s ind, das Aneinanderhaften in g röße•
seigerung ve rschiedener chemischer Verbindungen, und eine rem Umfa nge möglich ist a ls bei Kugeln, die eine glatte und
Verunreinigung durch abgeriebenes Eisen tritt überhaupt nicht s pi egelnde Obe rfläche haben und sich theoretisch nur punkt=
ein. Man beobachtet bei der Schnellprüfung di e Entwicklung fö rmig berühren können. Bei verdüstern M a terial is t diese
von Gasblasen in viel geringerem Maße. Sie tritt erst nach Oberfläche noch glatter a ls bei ursprünglich kantigem Mate•
6 bis 7 Stunden auf, während sie bei gema hlenem M a terial ria l, das sich im Laufe der Anwendung a bgeschl iffen ha t.
schon nach 1 2 Stunde deutlich vorhanden ist. Infolgedessen M a n hat a uch hier schon von einer runden Kornform ge•
erfolgt auch im praktischen Betrieb ke in Zusam menbacken sprechen, aber die Oberfläche is t nicht spiegelnd und gehärtet
des abgesetzte n Pulvers. Es hat sich herausgestellt, da ß der wie bei einem Pulver, das durch Verdüsung entstanden ist.
Trübeumlauf in Schwimm·Sink-Anlagen z. B. über das Wo· Bei gleicher Viskosität von etwa 12 c.Poise kann man mit
ehenende abgestellt werden kann. ohne daß bei Wiederin• kan tigem M a terial nach dem Diag ra mm eine Trübewichte
betriebnahme erh ebliche Schwierigkeiten en tstehen. Nach 20 von 3,3 erreichen, mit verdüstern Pulver 3,45 und mit einer
bis 30 min ist alles aufgelocke rt, und der Durch sa tz des Erzes Spezialsorte, die nur aus Kugeln bes teht, wie wir sie in
kann beginnen. Zur Verhinderung der Gase ntwicklung ist es dem zwei ten Bild gesehen haben, eine Trübewichte von 3,7.
natürlich Voraussetzung, daß die Trübeflüssigkeit nicht sa uer In der Praxis erre icht man mit normal ge mahlenem Fesi nur
reagiert, was gelegentlich bei der Aufarbeitung sulfidischer 3,1 bis 3,2 mit normal verdüstern Pulve r 3,45 und mit der
Erze eintreten kann. Hier kommt es z ur Bildung von Schwe• Spezialsorte 3,9. über diese le tzte hohe Wichte liegen aus•
felwasserstoff, der den pH•Wert erniedrigt. Es ist dann not• gedehnte Betriebserge bnisse in g rößeren Anlagen noch nicht
wendig, diesen stets zu ko ntrollieren und ihn nicht unter vor, während eine Trübe flü ssigkei t von 3,45 Wichte schon in
einen Wert von 6,3 sinken zu lassen. In solchen Fällen läßt einer großen Anlage verwendet wird. Bei gleiche r Viskosität
~ich der Zusatz geringer Mengen von Kalk oder Soda nicht kann m an also die bisher erreich ten Trübewichten beträchtlich
vermeiden. Die Verluste durch Korrosion, die bei ge mahlenem s teigern. Umgekehrt hat m a n mit verdüstern Ferrosilizium bei
Ferrosilizium bisher mit 10 bis 15 °/o der Gesamtverluste gleicher Trübewichte eine geringere Viskosität als mit ge•
angesetzt wurden, werden bei Verwendung von verdüstern mahlenem Fesi. Bei Ausnutzung dieser Erkenntnisse kann
ferrosilizium erheblich geringer. man in Zukunft vielleich t gewisse Aufgaben der Erzaufbe•
reitung lösen, die bisher noch nicht gelöst werden konnten,
2. Vi skosität der Schwertrübe weil es nicht bekannt war, daß so hohe T rü bewichten erreich=
bar sind. Durch Erhöhung der Trübewichte wird in einzelnen
Nur so lange, wie die Viskosität nicht unz ulässig hoch ist,
Fällen ein scharfer Schnitt in der Erztrennung möglich sein,
ist eine Schwerflüssigkeit a rbeitsfä hig und geeignet, auch
und es wäre auch denkbar, daß man z. B. die Trennung von
verhältnismäßig kleines Korn zu trennen. Trägt man in
Flußspat und Schwerspat mit einer Trübewichte von 3,8 durch=
einem Diagramm die Viskosität in Abhängigkeit von der führen kann.
Trübewichte a uf, so ist die Flüssigkeit nur so la nge a rbeits•
fähig, wie der Verlauf dieser Kurve waagerecht ist oder im
3. H aftverlttste
ersten Drittel des aufsteigenden As tes liegt. In Ermangelung
eines geeigneten Verfahrens für die Mess ung von Suspen• Mit einer runden Form und der gla tten Oberfläche der ein•
sionen (nicht=Newtonscher Flüssigkeiten) haben wir die Vis= zeinen Teilchen häng t es a uch zusammen, daß die sogenan n=
kosität mit einem Auslaufviskosimeter bestimmt. Aus de m ten Haftverluste geringer werden. Diese Verluste entstehen
Kurvenbild (Bild 3) is t der Einfluß der Ko rnform a uf die Vis• dadurch, daß a n d em Erz und a uch an der Gangart Ferro•
kosität erkennbar. Es ist zwar schon lange bekannt, daß eine Siliziumpulver anhaftet, das beim Abbrausen a uf den Sieben
runde Kornform bei gleicher Trübewichte und gleicher Sieb= nicht entfernt wird. Es is t einleuchtend, da ß ein mehr oder
analyse des Feststoffes eine geringere Viskosität hervorruft weniger kugelförmiges Materia l leichter von den Erzteilchen
als kantiges und eckiges Material. Die Kräfte, welche die abrollt a ls ein kantiges Produkt. Hierbei spielt die Ober•
einzelnen Kornteilchen a neinanderbinden, hängen ab von der fläche des Erzes eine große Rolle. Is t sie glatt, wie z. B. bei
gegensei ti gen Adsorption und Reibung dieser Teilchen. Es Eisenspat, sind an sich die Verluste geringe r als bei ra uher
is t einzusehen, daß bei kantigem Material, dessen Oberfläche Beschaffenheit. Wir haben durch Modellversuche fes tges tellt,

3
Zahlentafel Zwischen Originalpulver und solchem, das durch Mahlen
unter Zertrümmerung der Kugeln weiter zerkleinert ist, zeigt
Versuche zur Feststellung der Haftverluste bei Hochofen- bzw.
5i ch beim spezifischen Gewicht nur ein kleiner Unterschied,
verdüstern Ferrosilizium in g/t
aus dem sich der Anteil an geschlossenen Poren zu nur

ERZ
Hochofen verdüstes
geringerer
Verbrauch für
°
1,8 o ergibt. Das kommt daher, daß nur die gröberen An•
Fesi Fesi teile des Pulvers, die in verhältnismäßig kleiner Menge vor•
verdüsles Fesi
handen sind, die e rwähnten Hohlräume aufweisen, während
Meggener Schwefelkies . 358 54 -85o ll der Hauptanteil a us feineren Körnchen < O, l mm besteht,
.,Fortuna "·Eisenerz .. 275 246 -nwo die keine Hohlräume zeigen, sondern massiv sind. Oie Hohl·
Salzgitter-Eisenerz . . 256 151 -41 11 11 räume könnten weiterhin die Festigkeit der einzelnen Teil•
Eisenspat, Siegerland . 148 59 -60 011 chen im ungünstigen Sinne beeinflussen. Andererseits ist aber
Kiesels teine bekannt, daß Hohlkörper eine größere Druckfestigkeit be·
glatt aber matt .. 353 180 -49 0'o sitzen als volle Körper (ein Rohr hat eine größere Festigkeit
mit Rissen und Löchern 520 410 -21 0o a ls eine Sta nge gleichen Durchmessers). Wir haben desh alb
mit gemahlenem und versprühtem Ferrosilizi umpulver Ab·
daß die Ersparnisse bei den Haftverlusten 20 bis 60 o be• ° riebversuche in einer kleinen Kugelmühle gemacht. Unter
tragen. Diese Versuche wurden so durchgeführt, daß etwa gleichen Bedingungen wurden Körnungen gleicher Siebanalyse
100 g Erz in der Körnung 20---10 mm durch Eintauchen mit von 2 bis 0 mm mehrere Stunden gemahlen und die Körnung
Trübe behaftet wurden und nach Abtropfenlassen unter unter 60 !J. nach verschiedenen Zeiten bestimmt. Aus dem
Schütteln auf einem Sieb unter einer Brause 5 sec bewegt Diagra mm in Bild 4 ergibt sich, daß bei schwacher Bean•
wurden. D ie einzelnen Stücke wurden von dem Sieb entfernt, s pruchung (nach 1 ' Stunde Mahlzeit) das gemahlene Ferro•
.lUf ein anderes Sieb gebracht und in reinem Wasser voll• silizium einen erhöhten Abrieb erlitten hat, während bei
ständig von Ferrosilizium befreit. Nach zehnma liger Durch• längerer Bea nspruchung das verdüste Ferrosilizium mehr
Führung dieser Operation wurde das Wasser filtriert und das feines Material ergibt. Wähl t man aus der gesamten Körnung
Ferrosilizium gewogen. Alle Bedingungen waren immer die• nur eine Frak tion aus, z. B. die Körnung von 0,09 bis 0,06 mm
5clben. Die vergleichenden Messungen wurden von dem (Bild 5), so zeigt das gemahlene Pulver mehr Abrieb als das
gleichen Laboranten sehr sorgfältig durchgeführt. Im einzel• verdüs te, jedoch sind die Abweichungen bei diesen Messun•
nen ergaben sich folgende Haftverlus te in g/ t (s. Zahlen• gen nur klein und kö nnen durchaus im Bereich der Fehler•
tafel 1). grenze liegen. Aus den Abriebversuchen kann man schließen,
80 .------.------~-------.----~~

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0,5 ~5 2
Mahlzeit in h Mahlzeit in h
Bild 4: Abriebversuche mit Korn 0,2-0 mm Bild 5 : Abri ebvers uche mit Korn 0,09-0,06 mm
A gemahlenes Fesi · 8 verdüstes Fesi A gemahlenes Fesi · 8 verdüs tes Fesi

4. Festigkeitseigenschaften daß die Festigkeit des verdüsten Pulvers ke inesfalls schlechte r


Als Nachteil des verdüsten Pulvers könnte empfunden wer• als die des gemahlenen Pulvers ist.
den, daß die Kugeln oder kugelähnlichen Gebilde, besonders Zusammenfassend kann man sagen, daß die guten Erfahrun•
bei den gröberen Anteilen, oft Hohlräume aufweisen, die gen, die bisher schon mit Ferrosilizium-Schwertrüben gemacht
nach teilweiser Zertrümmerung im Mikroskop erkennbar worden sind, die a us gemahlenem Pulver hergestellt wurden,
sind. Es handelt sich hierbei um offene Poren, in welche sich bei verdüstern Ferrosilizium noch verbessert ha ben. Das
die Trübeflüssigkeit eindringen kann. Eine beeinträchtigende beweisen die Ergebnisse, die nach nunmehr mehrjähriger
Wirkung bezüglich der Eigenschaft als Schwerstoff tritt also Anwendung in einer größeren Anzahl von Aufbereitungs•
nicht ein. Sie würde sich sofort durch eine Erniedrigung des anlagen erhalten worden sind. Es sind darüber in den ein=
echten spezifischen Gewichts bemerkbar machen, und die Her• schlägigen Zeitschriften bereits verschiedene Veröffentlichun•
s tellung der erwähnten hohen Trübewichten wäre unmöglich. gen erschienen t).
1) Erzmetall 5 (1952), 5 . 114 ; 6 (1953), 5. 336. -Stahl und Eisen 74 (1954), 5 . 1071, 1072, 1074, 1075.

4
KNAPSACK-GRIESHEIM AKTIENGESELLSCHAFT· WERK KNAPSACK • KNAPSACK BEl KÖLN