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Fre i h e i t

Nr. 3/2016 12. Jahrgang

Mitgliederinformation der Freiheitlichen

NEIN zur Verfassungsreform – sonst verliert Südtirol!


In einstimmiger Weise erklärt der Frei- Neben den ausschließlichen Kompe-
heitliche Landesparteivorstand seine tenzen des Staates und den (noch)
ablehnende Haltung zur geplanten ausschließlichen Kompetenzen der
Reform und empfiehlt der Bevölke- Autonomen Provinz Bozen gibt es
rung beim Referendum mit „NEIN“ zu eine starke Verflechtung zwischen
stimmen. der zentralstaatlichen Ebene und der
Landesebene. Zwischen dem Staat
Die vom PD vorgelegte Verfassungs-
und dem Land Südtirol herrscht in
reform sieht einen zentralistischen
manchen Bereichen eine sogenannte
Staat vor, der das staatliche Interesse
„konkurrierende Gesetzgebung“, die
stets vor das Interesse der Autonomi-
im Artikel 117 der Verfassung ver-
en stellt. Die Verfassungsreform ist in
ankert ist. Demnach haben das Land
ihrer Grundausrichtung den Bedürf-
Südtirol und die Region in Bereichen
nissen der Zentralverwaltung in Rom
wie Arbeitsschutz und -sicherheit, Un-
angepasst. Die bisher viel gerühmte terricht, Berufe, wissenschaftliche und
„Schutzklausel für Südtirol“ ist le- technologische Forschung und Unter-
diglich ein zahnloser Papiertiger, der stützung der Innovation der Produk-
im Ernstfall Südtirol vor den Zugrif- tionszweige oder Gesundheitsschutz
fen des Zentralstaates nicht schützen die Gesetzgebungsbefugnis in Kon-
kann. Eine sogenannte „Schutzklau- kurrenz zum Staat. Die bisher gel-
ordneten Gliedern effektiver durch-
sel für Südtirol“ widerspricht im ei- tende konkurrierende Gesetzgebung
setzen können. Gegen Eingriffe in die
gentlichen Sinn der Rechtslogik der zwischen Staat und Regionen soll
Autonomie an sich – auch durch den
Verfassungsreform und wird in ihrer mit der Reform zugunsten des Zent-
Verfassungsgerichtshof – kann die
Tragweite überschätzt. Mit der neuen ralstaates ausgelegt werden. Das be-
Klausel im Endeffekt nicht schützen.
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Verfassung wird der Staat seine For- deutet, dass die legislativen Möglich-
Südtirol hat in der jüngsten Vergan-
derungen gegenüber den unterge- keiten Südtirols weiter eingeschränkt
genheit autonome Kompetenzen werden.Die Freiheitlichen setzen sich
verloren und hat sich unter die aus-
Inhalt schließliche Gesetzgebung des Staa-
intensiv mit der anstehenden Verfas-
sungsreform auseinander und infor-
tes Italien begeben. Die anstehende mieren in der Folge die Bevölkerung
1 NEIN zur Verfassungsreform - Verfassungsreform wird diese Politik
sonst verliert Südtirol über die negativen Auswirkungen auf
2 Vorwort des
fortsetzen. Bereits mit der Regierung Südtirol und die Hintergründe der
Landesparteiobmannes Monti, die federführend autonome Reform. Für die Autonomie Südtirols,
Südtirols Interessen werden von oder föderale Kompetenzen missach- den Minderheitenschutz der deut-
der Landesregierung in Rom
vernachlässigt tete, wurden die Weichen für eine schen und ladinischen Sprachgruppe
3 Die Südtiroler Freiheitlichen an stete Aushöhlung der Autonomie zeichnet sich schon jetzt ein düsteres
der Seite von Ing. Norbert Hofer gelegt. Ein zentralistisch ausgelegter Bild ab. Sollte die Reform genehmigt
Sicherheitsbedenken in Wengen werden, so wäre Südtirol, unsere Hei-
Staat hat kein Interesse an möglichst
4 Asylantendemo in Bozen mat, der Verlierer.
selbstständigen Regionen und Provin-
Verabschiedung von Philipp
Kleon zen. Dies betrifft auch die Gesetzge- Walter Blaas - Landesparteiobmann
bung. Simon Auer – Generalsekretär
Vorwort
Liebe Mit-
glieder und
Funktionäre,
Südtirols Po-
litik setzt sich
derzeit intensiv
mit der anste-
henden Verfas-
sungsreform
Südtirols Interessen werden
a u s e i n a n d e r.
Wir Freiheitli- von der Landesregierung in
chen empfehlen
am Wahltermin mit einem klaren NEIN
zu stimmen und damit Südtirols Zu-
Rom vernachlässigt
kunft zu wahren. Eigentlich sollte die
Geschichte uns Südtiroler lehren, jeg- Alle Wege führen nach Rom wenn VEREINTE KONFERENZ
lichen staatlichen Zentralismus abzu- Südtirols Interessen gegenüber dem Zwischen dem 01. Januar 2010 und
lehnen, doch Landeshauptmann Kom- Zentralstaat gewahrt werden sol- dem 30. Juni 2016 fanden insgesamt
patscher begrüßt die neue römische len. Hierfür gibt es drei spezielle 111 Sitzungen statt. Die Mitglieder
Verfassung. An erster Stelle haben Konferenzen, an denen die Landes- der Landesregierung waren bei 4 Sit-
nach wie vor die Interessen Südtirols regierung teilnehmen und Südtirols
zu stehen, die Verteidigung der völker- zungen anwesend. Präsenzquote von
Interessen im Sinne der Autonomie 3,6 Prozent.
rechtlich verankerten Autonomie und
verteidigen sollte: Die Konferenz der
der Ausbau der Kompetenzen bis hin Wie rechtfertigt die Landesregierung
zur Eigenständigkeit. Die Nibelungen- Regionen und autonomen Provinzen,
ihre Abwesenheit?
treue mancher SVP-Exponenten zum Staat-Regionen-Konferenz, Vereinte
PD und dem Zentralstaat stehen dem Konferenz. Zitat des Landeshauptmannes aus
ganz klar entgegen. Das offene Wer- der Beantwortung der Anfrage Nr.
Nachdem die Abwesenheit der Lan-
ben des Landeshauptmannes für eine 2161/16:
desregierung bei den Staat-Regionen-
zutiefst zentralistische Verfassung, die „Zur Begründung, warum nicht im-
Konferenzen am 16. Dezember 2010
der Regierung in Rom größere Hand-
und am 5. August 2014 bekannt und mer ein Vertreter der Südtiroler
lungsmöglichkeiten einräumt, reiht sich
nahtlos in die derzeit herrschende Poli- die weitere Zukunft der Geburtenab- Landesregierung anwesend ist, darf
tik der Selbstaufgabe ein. Der Landes- teilungen an den peripheren Klein- gesagt werden, dass nicht in jeder
hauptmann Südtirols sollte eigentlich krankenhäusern besiegelt wurde, Sitzung der Konferenz der Regionen
die Autonomie verteidigen und deren ohne dass ein Vertreter der Landesre- und autonomen Provinzen relevante
spürbaren Ausbau vorantreiben und gierung anwesend war, informierten Maßnahmen diskutiert werden. Au-
sie nicht dem römischen Zentralismus sich die Freiheitlichen über die grund- ßerdem spricht sich der Landeshaupt-
preisgeben. Es gibt genügend namhaf- mann nach Bedarf mit dem Präsiden-
sätzliche Arbeitsmoral der Südtiroler
te Experten, die eindringlich vor den
Landesregierung bei diesen wichtigen ten der autonomen Provinzen Trient
negativen Auswirkungen auf Südtirol
durch die neue staatliche Verfassung Konferenzen. sowie, wie des Öfteren der Fall, mit
warnen. Auch innerhalb der SVP ist die Die nun vorliegende Präsenzliste der den Präsidenten der autonomen Re-
geplante Reform durchaus umstritten. Landesregierung bei den Konferen- gionen Aostatal oder Friaul Julisch
Ein ‚JA‘ der Südtiroler für die italieni- zen der Regionen und autonomen Venetien ab, die dann auch unsere
sche Verfassungsreform bedeutet das
Provinzen sind ein autonomiepoliti- Belange vorbringen und vertreten.“
Ende des Selbstbestimmungsrechtes.
scher Gau und verdeutlichen wie fatal Was bleibt von Südtirols Autonomie
Südtirol würde Kompetenzen an den
Zentralstaat abgeben und damit einen sich die Abwesenheit der Südtiroler und Selbstverwaltung, wenn Regio-
starken Rückbau der Autonomie er- Vertreter auf unser Land auswirkt. nen wie das Aostatal oder Friaul Ju-
fahren. Letztlich wäre der Weg frei für KONFERENZ DER REGIONEN lisch Venetien unsere Interessen ver-
die Angleichung unserer Heimat an die UND AUTONOMEN PROVINZEN treten sollen? Südtirols Schicksal und
italienischen Provinzen mit Normalsta- Zukunft werden in die Hände anderer
tut. Wir Freiheitlichen sprechen uns im Zwischen dem 01. Januar 2010 und
gelegt und damit werden insbeson-
Sinne der Autonomie, des Minderhei- dem 30. Juni 2016 fanden insgesamt
dere die Anliegen der deutschen und
tenschutzes und der Heimat ganz klar 215 Sitzungen statt. Die Mitglieder
ladinischen Minderheit nicht berück-
gegen die Verfassungsreform aus und der Landesregierung waren bei 26 Sit-
werden mit verschiedenen Aktionen sichtigt. Das Ergebnis der Abwesen-
zungen anwesend. Präsenzquote von
und mittels Informationen für das NEIN heiten äußerte sich beispielsweise in
12 Prozent.
werben. der Schließung der Geburtenstatio-
STAAT-REGIONEN-KONFERENZ nen von Innichen und Sterzing. Laut
Euer Walter Blaas
Landesparteiobmann Zwischen dem 01. Januar 2010 und Landeshauptmann Kompatscher seien
dem 30. Juni 2016 fanden insgesamt die Vertreter der Landesregierung nur
130 Sitzungen statt. Die Mitglieder anwesend, wenn „relevante Maßnah-
der Landesregierung waren bei 2 Sit- men diskutiert werden“. Demnach
zungen anwesend. Präsenzquote von war das Fortbestehen der Geburten-
1,5 Prozent. abteilungen an den peripheren Kran-

2 www.die-freiheitlichen.com
kenhäusern für die Landesregierung
nicht relevant.
Die Südtiroler Freiheitlichen an
Entweder die Landesregierung nimmt der Seite von Ing. Norbert Hofer
künftig die anstehenden Konferenz-
termine im Sinne der Autonomie
wahr, oder sie bemüht sich die ent-
sprechenden Kompetenzen von der
Ebene der Konferenzen der Regionen
und autonomen Provinzen alleinig
auf die Landesebene zu verlagern.
Ansonsten bleibt Südtirol ein Spielball
fremder Kräfte.
L. Abg. Walter Blaas

Die Freiheitliche Landtagsfraktion lädt herzlich ein zum

Gastvortrag von

Volker Seitz
Botschafter a.D. und Buchautor

„Wunsch und Wirklichkeit -


Entwicklungshilfe und Migration“
Beim Osttirolbesuch des Freiheitli- lich. Ein beeindruckender Andrang
„Wieso will halb Afrika nach Europa und
was steckt hinter der Flüchtlingsindustrie?“
chen Bundespräsidentschaftskandi- herrschte bei der Autogrammstunde
Volker Seitz gibt Antworten auf das Totalversagen daten Ing. Norbert Hofer in Lienz war von Ing. Hofer. Dies ist auch darauf
der europäischen Politik von heute!
eine Delegation der Südtiroler Frei- zurückzuführen, dass er unter der Be-
heitlichen anwesend. völkerung viel Zustimmung erfährt.
Hofers Einsatz gilt der Heimat, den Reges Interesse umrahmte daher den
Auftraggeber: Die Freiheitliche Landtagsfraktion

Werten und der Zukunft. Die zahlrei- Besuch Hofers in Lienz.


chen anwesenden Bürger und Inter- Die Südtiroler Freiheitlichen sprachen
essierten machten die Unterstützung Hofer ihre Unterstützung aus und
des Freiheitlichen Programms für hoffen auf ein gutes Ergebnis bei den
Dienstag, 11. Oktober 2016 - 20.00 Uhr - Raiffeisenhaus Terlan
die Bundesrepublik Österreich deut- anstehenden Stichwahlen.

Sicherheitsbedenken bei Aufnahme von Asylbewer-


bern in Wengen müssen ernst genommen werden
Die Ankunft von 25 Asylbewerbern In Anbetracht der Terrorangriffe in
in Wengen scheint jetzt definitiv zu Bayern und Frankreich müsse man sich
sein. Trotz der vielen Bedenken und auch bei uns die Frage stellen, welche
der nachvollziehbaren Ängste in der Bedeutung dem Volkstumsschutz und
Bevölkerung hält die Landesregie-
der Religionsfreiheit noch beigemes-
rung an ihrem Plan fest, überall im
sen werden. Wenn man auch bei uns
Lande Flüchtlinge zu verteilen.
in Südtirol befürchten muss, Opfer
Die Freiheitlichen sehen diesen Schritt von Anschlägen zu werden, dann ist
der Landesregierung sehr kritisch.
der von der Politik eingeschlagene
Nach den Ereignissen in Bayern und konfrontiert werden und auf welche Weg der willkürlichen Aufnahme von
Frankreich sind die vielen Ängste und Personen man da schlussendlich tref-
Befürchtungen der Bevölkerung mehr Flüchtlingen definitiv der falsche. Es
fen werde. Das Land würde gut daran
als berechtigt und nachvollziehbar. gehe nicht darum, den Südtirolern
tun, die vielschichtigen Aspekte der
die Hilfsbereitschaft abzusprechen, es
Für die Freiheitlichen würden in der Flüchtlingswelle nicht zu verharmlo-
gehe vielmehr darum, dass man un-
Asyl-Thematik einfach zu viele Fra- sen, schließlich würden viele aufge-
gen unbeantwortet bleiben. So wisse nommene Asylbewerber ernst nach ser Land nicht unsicher und zu einem
man nicht, wie lange sich die Asylbe- geraumer Zeit ihre wahre Identität Brutnest für Extremisten machen dür-
werber aufhalten, mit welchen kon- und ihre Bereitschaft zu Gewalt zei- fe, so der Freiheitliche Bezirksobmann
kreten Problemen die Leute vor Ort gen. des Pustertals Lois Taibon.

www.die-freiheitlichen.com 3
Erneute Asylantendemo Ende Juli in Bozen –
Integration bereits gescheitert!
Viele Südtiroler hätten Grund genug
zu protestieren. Pensionisten, die ihr
ganzes Leben lang gearbeitet haben
und mit einer Mindestrente auskom-
men müssen, Alleinerziehende, Men-
schen in prekären Arbeitsverhält-
nissen oder Unternehmer, die dem
bürokratischen Druck nicht mehr Herr
werden. Es protestierten wiederum
am 29. Juli sogenannte „Flüchtlinge“
am Magnago-Platz in Bozen, weil sie
anscheinend mit ihrer Situation in
Südtirol nicht zufrieden seien.
Personen, die angeblich vor Verfol-
gung geflüchtet sind, sollten zumin-
dest ein wenig Dankbarkeit an den
Tag legen, wenn Südtirol ihnen Si-
cherheit und Schutz bietet. Die Asyl-
werber werden in Südtirol bereits mit
dem Wichtigsten versorgt und erhal- Anstatt zu klagen und nach mehr zu sich bis April 2016 nicht einmal 6 Pro-
ten von überall her genügend Auf- zent der Asylweber in Südtirol an der
fordern, wäre es von diesen Personen
merksamkeit. Wenn diese Personen, Freiwilligenarbeit beteiligt haben,
angebracht, selber aktiv zu werden
die anscheinend aus menschenunwür- kann davon ausgegangen werden,
digen Verhältnissen stammen, nach und ihre Integrationsbereitschaft zu
dass kaum eine Integrationsbereit-
noch mehr verlangen, dann ist das beweisen. Möglichkeiten gäbe es ge- schaft besteht.
nicht einsichtig. nug! Angesichts der Tatsache, dass
Die Demonstrationen von Asylan-
ten sind ein Vorgeschmack auf die
Danke Philipp! Zukunft, wenn ständig neue Forde-
rungen ertönen. Aufgrund der ange-
spannten Sicherheitslage, der vielen
Bedenken der einheimischen Bevöl-
kerung und der hohen Ausgaben, die
das Land bereits jetzt für Asylanten
stemmt sind solcherlei Demonstration
fehl am Platz.
L. Abg. Walter Blaas

Impressum „Freiheit“ 03/2016


Eigentümer & Herausgeber:
Die Freiheitlichen
Presserechtlich verantwortlich:
Walter Blaas
Philipp Kleon aus Meran ist nach zwei stets den Zukunftsperspektiven unse-
Ermächtigung Landesgericht
Jahren Mitarbeit in der Landtagsfrak- res Landes. Der Partei bleibt Philipp
Bozen Nr. 02/2005 –
tion der Freiheitlichen wieder in sei- als Bezirksvertreter des Burggrafen-
Erscheint dreimonatlich
nen Beruf als Lehrer zurückgekehrt. amtes weiterhin erhalten.
Druck: Dialogwerkstatt/Satzzentrum, Brixen
Als Fraktionsvorsitzender bedanke ich Lieber Philipp, herzlichen Dank für Freiheitliche Partei Südtirols
mich auch namens meiner Kollegen Deine wertvolle Unterstützung in der Kirchgasse 62
für seine loyale und fachkundige Mit- Landtagsfraktion, viel Freude in Dei- 39018 Terlan (BZ)

arbeit. Philipp war eine Bereicherung nem Lehrerberuf und weiterhin auf Tel.: +39 366 3801891

für die Gruppe und hat besonders in gute Zusammenarbeit! E-Mail: info@die-freiheitlichen.com
Web: www.die-freiheitlichen.com
den Bereichen Schule, Bildung und L. Abg. Pius Leitner
Gestaltung: Berni Design, Leifers
Autonomiepolitik Akzente gesetzt. Vorsitzender der Freiheitlichen Fotos: Archiv die Freiheitlichen
Sein besonderes Interesse galt auch Landtagsfraktion