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TAMA RA M OT YLJ OWA Tamara Motyljowa : Sozialistisch R .

er ealumu,s im Roman
. • toren des Abschnitts (W. Koshinow und G G -
SOZIALI STISC HE R R EALISMUS I M RO MAN p 1c „u . .. d . . atsdtew) anal . .
. t·· di
eo -'-tromungen er westltdien Prosa , d 1e ysiercn dJc vcr-
5
dii ed en ur ·e Krise
_ (ichen Be wußtseins und damit audi für die Kri d und den Verfall des
~~ .
..1.~end sind. 1e sprechen ferner von dem Neu rertum d
~es~~~•c
. enre keru1-
, e,uu• e es soziar15 . di
1 ausgehen d von der bekannten These Gorkis• D . . . tis en Ro-
mans, • er soz1ahstische Real"
1,etrachtet das Leben als Handlung, als sdiöpferisdien Prozeß. ismu,
Über die Methode des sozialistischen Realismus sind b ereits viele Arbe iten ge- Sie schreib~n: «Wenn-~ Tolstoi und Dostojewski ein intensives Seelenleben als
sehn.eben worden un d viele werden noch geschrieben werden. D ie vorliegenden Be- 1ndikator eigener Art. fur den Wert. der. Persönlichkeit, als Zeugn1s
. .h L
1 rer e b c n 11 •
merkungen stellen sich die Aufgabe, toff zum Nach.denken über ei nige aktuelle und f t überhaupt diente, so erweist sich d iese Seite bei d d R .
kr a .. em von er evolutton
nicht vollständig gelöste Fragen zu liefern. bervorgebradtten R oman als ungenugendes, ruweilen sogar n e g 8 t i v e 8 Charak-
Zunächst wäre über den Terminus selbst zu sprechen. In der m arxistischen Kritik teristikum des Men!'dien. Das i t nidit vereinfadit oder ganz direkt zu verstehen ...
des Auslands stoßen wir in den letzten Jahren zuweilen a uf Ansid1ten folgender Es handelt sidi darum, daß es nidit möglidi ist, während eines revolutionären Um-
Art: Der Ausdruck • ozialistischer Realismus• ist oft von den D ogmatikern miß- bruchs die Ganzheit und Tiefe gerade der seelischen Welt beizubehalten, wenn man
braucht worden, mit -diesem Begriff hat man oberflächliche und sdiematisdie Werke in der Position des Beobaditers verharrt.•
bemäntelt - wäre es nicht besser, diesen Terminus völlig fallenzul,assen? Solche Die Autoren beziehen sidi auf verschiedene Bücher sowjetischer Schriftsteller, z.B.
Überlegungen können nicht überzeugen. Es gibt viele gute W ö rter, <lie von k urz- den Roman • Wie der Stahl gehärtet wurde» von O~trowski und erklären, daß dort
sichtigen oder böswilligen Menschen mißbraucht wurden ... Man sagt uns manch- •völlig andere Gesetze als im n1ssischen Roman des neunzehnten Jahrhundertsherr-
mal : niemand habe bisher eine völlig exakte, erschöpfende Definition des soziali- sdicn•. • Denn der Held, der in einer Welt, in der die revolutionäre Aktion be-
stischen Realismus als einer künstlerischen Methode gegeben. D ie Literatur des sozia- gonnen hat, leidet und reflektiert, ist nicht mehr schuldlos und sein Schicksal knnn
listischen Realismus aber besteht doch in erster Linie n icht aus Deklarat ion en und sich nicht mehr auf die H öhe editer Tragik erheben . . . Der wahre Held muß jetzt
Definitionen, sondern sie ist die schöpferische Pr a x i s der fortsdirittlidien Schrift- unbeirrt drauflosgehen und ein volles Maß von Verantwortung auf sich nehmen.•
steller in aller Welt, die schöpferische Erfahrung einiger Jahrzehnte. Von dieser Die Autoren des W erks «Literatu.r theorie• bemühen sich aufrichtig, die Schablone
Erfahrung muß man auch ausgehen, um das Wesen der kü nstlerisd1en Methode be- zu meiden und e twas Neues und Eigenes zu sagen. In vielen Fällen gelingt ihnen
urteilen zu können. das auch. Auf d~ Seiten, die dem modernen Roman gewidmet sind, kommt jedoch
Die Geschichte im allgemeinen und die Geschichte .der R evolutionen im beson deren das Beha rrungsvermögen schematischer Vorstellungen über den literarischen Prozeß
ist nach Lenin inhaltsreicher, vielseitiger, lebendiger und "Sdilauer • , a ls es sich ·
des zwanzigsten Jahrhunderts zum Ausdruck. T ro tz der fl··cntigen
u Envähnung \"On
• Greene und Moravia, die
selbst die bewußtesten Avantgardisten der fortschrittlidisten Klassen vorzustellen Thomas Mann Martin du Gard, Faulkner, Hemmgway,
' k.. tl · eh O Prosa sind•, bauen
vermögen. In Abwandlung dieser These könnte man sagen audi die Gesdiichte der •zweifellos bedeutende Vertreter der modernen uns ens e
k ·1ir Überlegungen auf
fo~chrittlichen, revolutionären Weltliteratur der letzten f~ nfzig J a hre ist inhalts- W. Koshinow und G. Gatsdiew, ohne es selbst zu mer en, 1 e ·a1· t' dtcr
reicher vielseitige 1 b d. ..
einem direkten D ilemma auf - entweder burger 1
r ehe Dekadenz oder soz1 1s 1s
D. Ver-
' . r, e en iger und •schlauer•, als sidi das selbst die besten Llte- „
ralurtheorettker vorzustellen v eh D. . . d dernen Romans armer. ie
.. . ermo len. ie Methode des sozialistischen Realis- Realismu . Sdion <ladurdi wird das Bild es mo . . R l' us betreffen.
mus euthullt standig neue Seite d . d soziahstischen ea ism
.
das au clt anders sein. n un neue Entwicklungsmöglichkeiten. Wie könnte allgemeinerungen aber, die den R oman es .. , . .1. Klassik aus den ersten
.. d . . Erf h n der sow1e1.u;,;11en .
grun en sidi nur auf die • a runge ·ed _,_ <fe Literatur des sozia-
Vor kurzem erschien ein neuer Band d . . . d. Zeit hat J ou• '
Ein gewichf W k . er Gememschaftsarbeit «Literaturtheorie•. Jahrzehnten nadi der Revolution. Seit ieser . Weg zurückgelegt!
iges er ' das eine gründ)"Ieh B . •
1istischen · · A land einen weiten 1 · dr
chung ist offenb eh e esprechung verla ng t. Diese Bespr e- Realismus bei 11ns wie 1m us . . Realismus vor al em lß e
ar no zu erwarten tt· · .. . N
Natürhch ist es riditig, daß <las eue i ·m soziahsllschen
. ..
G
Haltung liegt. era e
d diese•
dieses Buches_ •D p bl · ier Interessiert uns lediglich ein Absdinitl
as ro em des modernen Romans• . evolut1onaren
Slellung des Kü nstlers, in der aktiven r

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ramara M otyljowa: Sozialistischer R ealismus im R oman

und r eflektierenden • H elden herumzudrücken, ist aud1 für den


. . eh Realismus im Roman
o·iobst1s er defl •leidend enR rnanschrifts te IIer k aum angangig.
·· · U m so mehr ist in der bürger·
;0"'f· tisd1 cn d °r in den L a.. n d ern, die erst vor kurzem d en s oz1a
Tamaro Motyljo1ta: • ..
t aus"edruckt: ..
«Andere . W elt· .
die . 1·1shsdien
· Weg be-
. Worten Bred i s " • • Sie
•. ..1. credo ist 1n den _ lt ng des Lebens kann Jedoch ganz ve (idiefl Well bO e d as Inte resse der Schriftsteller an solchen Mensdientypen verständ-
,• ,thelJ!;u,e Diese! Pathos er d Umge;;ta u
. listische Rcalismu betrachtet das Leber- 11
• .1. ·tten ha e '
brnua,t es·• 1 d J8 der soz1a . n sdifl d uerecJJtfertig t.
..1.·ed all.!-!tedrückt wer en. ' ß Das bedoutcl aber n1d1t, daß nur der tätig lidi un ~h Bewußtsein und Handeln' ist sehr markant und originell in der
""'' andlun"',
en als schöpIeri5chen Proze d Redit. auf wohlwollende Beachtung durch de e . j\nllt. ese
pie •e '«Ruhm und Ehre• von Jaroslaw lwaszk1ew1cz. . herausgearbeitet; es
• 1s ll o n cht• as n
Held, der •unbeirrt drau osg . ' rnantr11 oglhier um eines der
-..1. . bedeutendsten Werke aus der sozialistischen Lite·
.1. R ancier besitzt. R0
{ortsdirittliu,en om . A e"'hers im Von~orl zu der russischen Ausaahe harideltd s10 1
letzten J a hre, um einen großen epischen Wurf. Die Handlung der Trilogie
5d1on im J8 hre 1939 schneb nna cliesem 0
Budi werden hauptsächlich Mensmen o ~~. •nen Zeitraum von etwas mehr als dreißig . . Jahren. An den Schicksalen
.
. Romans , Die Rettung•: I0
• ·chnet, Mensdien, die nod1 nt'eht von unserer Welt-
,hree . UJ!lfa t e1 . . . .
ß polnischer Fam1hen aus versch.iedenen Klassen, von der anstokrat.Isdicn .
ehrerer
mit. mange1ndem Bewußtsein
Wd geze•Ideen durchdrungen oder davon kaum berührt
01 • b·s zum Proletariat, erläutert der Schriftsteller die Gesetzmäßigkeiten der
ansdiauung,• der ...1. t unserer d" besten Kräfte des Volkes, aber s ie . s .md rucht
. gewedct pitze 1 olnischen Geschichte und wirft g roße kulturelle und moralische Probleme
sind ... In ,hnen stcv-en ,e '
neus en Verlauf
auf, tIm P jahrelan ger historischer Prüfungen wird die Echtheit j ener Ideale,
~ie werden nicht genutzt.•
Zu jener Zeit konnte man noch. obwohl bereits ein Mei terwerk des sozialistischen
Oberzeugungen und Vorstellungen erprobt, in deren Geist die Haupthelden der Tri-
Reeli D!US wie Sdiolochows «Stiller Don• geschaffen worden war, die Frage für
logie, Angehörige -der Sdilachta-Intelligenz, erzogen wurden. D urch die Logik des
umstritten halten, ob es dem revolutionären chriftsteller anstehe, in die geheim-
Handelns selbst werden ihre früheren Vorstellungen von Ruhm und Ehre, insbeso n·
sten Winkel des Bewußtseins zurüo:gebliebener, gesellschaftlich passiver Menschen
einzudringen und solche Menschen im Roman zu zeichnen. In unseren Tagen wird dere über die Bes timmung d es Menschen, überprüft und neu durchdacht.
darüber nidit mehr diskutiert. Das Suchen und Irren der «Menschen am Kreuzweg• Das Motto zu dem Roman, .der einem Gedicht des bedeutenden Dichters des
wurde zum Gegenstand der Untersuchung und der ausführlichen Darstellung in 19. Jahrhundt,rls Cyprian Norwid entnommen wurde, beginnt mit den Worten : • Ihr
vielen Romanen von Aragon, Stil, Pujmanova, Aldridge, Lindsay und einer Reihe verwed1selt Heldentaten mit S ensationen . .. » Diese Worte erklären in vielem Cha·
anderer fortsdirittlicher Prosaschriftsteller des Westens. Es smeint, daß auch solme raktere und Schicksale der Trilogie, vor allem in bezu.g auf J anusz My zyn ski. Jhn
neuen Büdier wie •Beständigkeit der Vernunft• von Vasco P ratolini oder «Schlüssel konnte weder n ationalistisches Kriegsgeschrei noch der Eifer bürgeriich-landadliger
:L~Ür> vo_n Alan Sillitoe oder der in Westdeutschland er schienene Roman des taatlichkeit erschüttern. Die zu beschränktem Praktizismus und Abenteurertum
.,..tmdmfl!tellers
Literatur d . . .Max von der Grun ·· • Irrl"1eh 1 und Feuer• nicht so weit von der entartete Aktivität führte in den Augen gebildeter, ehrlicher Menschen, die in den
es sozoahsti!dien
s uch I der heuti Arbe. Realismu 5 entfernt srn . d· In den genannten Romanen
zwanzig Jahren zwischen d en beiden Kriegen den W eg zur Arbeiterklasse nicht
individualistischen ge
. ller des Westens, der s·m
bef . 1
a II ma··hJ I·ch von kJ einbürgerlimen, finden konnten, zur Diskreclitierung jeglimen Handelns. Die Nichtbeteiligung am
.m diesen Büdiem gibt 111 us1onen reit, nach .
es ed F emem Weg zur revolutionären Aktion; gesellschaftlichen Leben sch.ien für Intellektuelle dieses Schlages manchmal die
sehr viel, aber in ihnen wwi er d ahnen
. noch Bam· ka den, es ereig net sim auch nicht
e'.nzig mögliche Form -der Weigerung, eine Stütze des Staates zu sein. Gerade auf
AnaIyse die Dynamik d- rb mit der Kraft e1ner . detaillierten psychologismen
o·,e Hinwendung der Men = ver orgen gl""h d dieser Grundlage entstanden bei Myszynski, bei-dem Musiker Edgar chiller und bei
chh . u en en Volkszornes aufgespürt ... P erson en Shmmungen

stab bem13 v . s e,t zum Sozialismus b . '
anderen
Kl des geistigen Eskapismus, d ·ie Id ee einer
· üb. er d en
•. ..1. or einem halben Jahrh d egann m welthis torischem Maß·
M e,...,,,n i . un ert D f _assen stehenden Kunst.
tireinall mDeinzelnen alle Probleme d ~ --a~~us olgt aber nicht, daß für jeden Die Poesie' ·d ie
Le ' M us1k
· und im weiteren Sinne die ganze Sphare
·· oes
J .. tl en.11ehen
k·uns
en eta,ls kla · er ve:im1chte gel • · d
revolutionä Lö· r 'st' Gerade wen d ost sm und die Perspek- . bens werden den Haupthelden der TriJoaie gerade deshalb besonder s teuer , weil
re ung sch · . n er Romane· ·
sammen mit u· wienger Fragen heb . •er sernen Lesern die richtige,
AnPerso nen den Weg d na nnge n Wl·11, muß er manchmal zu·
n,'eh t mit leichte•nen
SI ~
'.h 0
. nen helfen, wenig tens in einem gewissen
1
Ausmaß der nlltäglid en Pro~. der11
Prax· w·J d erstan
1
mihtärisdien B arbarei,
lei . der ganzen gewissenlosen burgerhmen
.. · - d "'
n tworten Uuu - J fertigen es
F uc:hens gehen, und er darf die Leser
ormeln abspeisen. ich überheblim um Ien. In diesem Sinne dient auch bei I waszkiewicz - so könnten clie Autorm der

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Tamara Motyljowa : Sozialistisd1er Realismus im Roman
. . .•aJistisdier Realismus im Roman
Tamara Mot)'/JOIIO• 5O•' .g
ni o . c h e n Entwicklungswege
11 . . . des Romans des sozialistisdien Rea11smus
. •
10 un·
. . t nsii•es eelenleben als lndikator für de W
• .,en - •ein in e n ert seren o„en. Die reale Vielfalt dieses Romans darf man keineswegs au f 1rgen
Ta
· d em

, Literatur! 1ieone.' sag. . Welt der suchenden, denkenden Intellektuell 1. : bJigatoriscl1cs _-Ausgan~modell» zur~ckiühren. Die Literatur der sozialistischen
p „ rchkeit• Die innere
der erson 1 · . rd besitzt für den Romancier selbst ei en, d
. -
A

Welt gestaltet s1cn unter außer..t verschiedenartigen histori.scnen und nationalen Be-
in <ler Trilogie gcsduldert we en, . . . . ne llldit
. k f d bestimmt in vielem seme Schreibweise. Der ep·~..1. . gun"en unter Beteiligung von Künstlern unterschiedlicner individueller Präguna 1
2:eringe Anziehungs ·ra t un
'
. .. .
..L'-'· l p len.s sdtließt lynsdl gefarbte gedankhche Überlegiru
loUie (lll
l
o o· ! 1

Bericht über das .m1°'58 0 • .. . • ngen,


. hi ..L. E k rse •owie eine verschwendensdle Fülle mus1kah cner in y
plulo op su"' )[ u • . . . . ' erse 2
uebrnd1ter kulturhistorischer Leitmotive und Remm1 zenzen em; die Verbindung zu
~en Traditionen Romain Rollands und besonders Thomas Manns i t hier ganz un- M. J(usnezow polemisiert in seinem Buch über den sowjetiscnen Roman scharfsinni~
mittelbar zu spüren.
ne:ten Literaturwissenschaftler,die gewöhnt sind, den Roman des sozialistische~
Zudeich aber sind Men.sdien und Ereignisse in der Trilogie von sozialistische
- n
"Realismus
0
einfach dem .
klass1scnen
Roman gegenüberzustellen, nacn dem Prinzip
Positionen aus erfaßt. Janusz Myszinski, der Aristokrat des Gei tes, der von der , Damals war es nicht so - heute ist es so• . In unserer Kritik .der vergangenen Jahre
Revolution angezogen und auf tragische Weise von ihr getrennt wird, zeigt seine kann man verwandte kategorische Antithesen finden : Der Roman der Vergangen·
Überlegenheit in der Gegenüberstellung mit der Umwelt der militärischen Prahl- heil kannte überhaupt keinen positiven Helden - der sowjetische Roman rückt den
hanse und der bürgerlidien Geschäftemacher. Er ist mit .dem kommunistiscnen Ar- positiven Helden in den Vor.dergrund ; der klassiscne Roman bescnränkte sich auf
beiter Wiewiurski befreundet ( wenn er audi mit ihm streitet) , in dem er ein für sich Ten Rahmen des «Familienromans• - der sowjetiscne Roman sprengt diesen Rahmen
1
,elh.st unerreidibares Vorbild erblidct. Er empfindet bitteres Schamgefühl, als ihm und stellt noch nie dagewesene Prinzipien des Handlungsaufbau , der Komposition
in den Tagen des Krieges die illegale Anrifasdiistin, mit der ihn das Schicksal zu· usw. heraus. In Wirklichkeit ist das alles sehr viel komplizierter.
-ammengeführt hat, die direkte Frage vorlegt: «Sie tun . .. a] 0 nichts?• Für den Zuweilen leben diese Antithesen in anderer Form wieder auf: «Dort nich t - hier
Sd:iriftsteller sind die subjektiven Motive, die seinen Helden veranlassen auf dem ja•, und die Literatur des sozialistiscnen Realismus wir.d von der gesamten übrigen
•Abstellgleis• der Gesdtldite zu stehen, verständlich und in gewissem ~aße ver· modernen Literatur durch eine unübersteigbare Barriere abgegrenzt. Eine Nuance
-,,- hinter d er .gesm1m
_-'·Ja, Janusz Myszynski ist hoflnnnmolos
traut. ..i. ...i.tlichen E ntw1'd<lung die er «Abgrenzung• gibt es auch in dem soeben zitierten Abschnitt der «Literatur-
zuruu.geblieben,
Akti . er hat es nicht venn 0 ch .
t, siw den Menschen der revolutionären
.L
theorie•. Bedeutend näher kommt W. Koshinow (in einem anderen Absclmitt de,;·
on anzusdiheßen. Sein Sdtlck58 1 . d .ed . .
Sduiftstelle f"ll ...L • • _ wir J och dialekt1scn allseitig enthüllt - der selben Buches) der Wahrheit, wenn er beiläufig von den neuen Horizonten spri cht,
r a t mmt a pnon einen SchuMs .L die unsere revolutionäre Epoche der Kunst des Romans eröffnet hat : «In dieser
und •Wider• ab be „de . . prum, sondern er wägt alles «Für»
' er ru s1cht1gt die Ko l' . rth . neuen Richtung entwickelt sich auch mit mehr oder weniger Konsequenz die gP.Samte
stände, er 5dieut sich 'eh . mp Jz:Ie e1t der Verhältnisse und Um-
m t, seinen Helden . t Eh haf
z auber auszustatten n· T ·1 . ml ren tigkeit und persönHcnero demokratische und humanistiscne Literatur des 20. Jaluhunderts, die sich in di,r
nd
. ie n og1e bestät' d.
Reditlidikeit des ozi . igt ie große historische und moralische betreffenden Epoche in ihren besten Erscheinungen unausweidilicn als Verbü ete
. a1ismus. Zudem l"ß I
Z11·eifel darüber, daß da V lk, a uns das Ende der Erzählunu 0 n,idlt im der zentralen Richtung der eiaentlich sozialistischen Kunst erweiSI. Wir müssen
MUSJ'k Edgar Schillers braudi 5 0
welches · neues Leben aufbaut, niclit nur die
' 0 dM .
. em unbedingt anerkennen daß ,das Schaffen von Thomas Mann, Shaw, Rollan • artrn
ruhelose E'insa·edler Myszynsk'en . sondern aum
. Wird, ..1. di
e seltenen Blumen, die . der d " d · : . M · d - .J ren bedeutenden Künst·
I u var , Samt-Exupery' Hemm«way,
0 oravia un all<le B .h
Der Re'.'ditum der psydiologischin semem N Gewa"chshaus gezogen hat ... lern des 20. Jahrhunderts uns in dieser oder jener wesentlichen ezie ung ver·
1ung die d di
d 'Ge ur Bekenntnisse und R uancen en ß . ' die · a1lmählicne Entwickluno- der Hand·
em halt an so . r . e euonen unte b o wandt
W I List."• ul l'1nk D " 1natiker daran, daß «a 11e
nidit z c.1 na istisdien Ideen d d' . r rocnen wird - all das gereicl1t
um .JUJaden. im G ' er ie Tnlogie C · · enm erinnerte seinerzeit die tra . -en d °0 b'15 •
einem "'ew1sse11 Gro de
ständiger Fo ' egenteil, di~ Ge . von waszkiewicz kennzeichne,t
I
renzen in Natur und Gesellscliaft beweglich un zu
·I • • di dem knt1sdien und dem
. _r:
Keine
. •Gen 11n .verholfe
. n. t in
· soziali f -..1.halt.wird d8 duru,
..i. zu künstlerisdi eigen·
.
ie ativ• sind. Die Bewe0o-lichkeit der Grenzen zw en
15
aud1 falsch wäre.
era11 ime. und ..:eine
'- . vorhs Iou1er mte]lektueller Roman? Genau das.
· ozialistischen Realismus ist eine offensichtlidie T-at adte, wenn e
errscliende R'..1.
luitung, sondern e i n er d er
. Roman

r
Tamara Motyljowa: Sozialistisdier Real'1smus im
. S •· Jistischer Realismus im Roman
ramara ,\[otylJOIL'O: o.ia 1 irue
..1. diesen SdiafTen methoden zu "b i:,111 den Roman
c· .. . 20. Jahrhunderts
des .. kennzeichnende t'l·L' . 1st
. d'1e Verschmel-
0
. i Untersdiiede zwisu,en .. . u ersehe zt1n„" der kunstlen chen Erzahlung mit wi enschaftlicher und gesch"afthcher
. Prosa
die ,,-csentl1d1e1 . . !!t der Gang des sd1opfen sd1en Suchens von R ~- ns wadisende Interesse
• an authentischen Fakten und Dokumenten. Be1. den Schrift-· '
\'on d'1eser ßc11·eghd1ke1t
. zeu.,
H . ridt Mann, eben osehr JC . doeh die
. Wege von K" oma1n
de ern bürgerlicher Observanz,.. die. mit der naturali ti•chen
• Trad't'
1 10n verknupft
..
Uand' Theodore Dre1ser,A em ld zwei" oder des bereits erwähnten J I U~t· 5!. !l
s1lld, führte der Ersatz der kunstlenschen Verallaemeineru
o ng dureh Reportage und
R 0
lern wie M. Sadoveanu, . Waszkie-
. d rno Jahrhunderts " haben das Bewußtsem . der Mei t ße:direibung als elbstzweck zu Entmenschlichung und künstlerischem Verfall. D
20.
II icz. Die Revolut10nen es
f d'e Romankunst emen tiefen Emfluß au aeübt s er der
. . • . n· \V«keo fort,d>rittlid>o, Sd,rift,ld]o, jedod> mlieh ih,o Hinweoda,g ,u d::
Kunst umgeformt und au , o • iesen
di bei der Sowjetliteratur der ersten Jahrzehnte nach d authentischen Fakten des Lebens einen prinzipiell neuen Sinn. In der E ehe der
\'organg kann man au er g„ßen ße,olotfo••• enthüllte die .Jltägtid,, Wi,klid>keit ,in, Vi,i,,hl . ,:, P""ti·
Revolution beobflditen. sdier Grenzen, rocht erdachte menschliche chicksale enviesen sidi in vielen Fällen
Auf internationalen literarisdien Diskussionen hört man gelegentlich Argumente
folaender Art: Ja, der Roman des sozialistischen Realismus sei nach Thematik als außerordentlich interessant.
Ma:rial und ideellem Gehalt tatsädilidt etwas 'eues. Seiner künstlerischen Fo~ Die Fähigkeit, .das Leben in seiner revolutionären Entwicklung zu sehen. verleiht dem
nach stelle er jedodi einstweilen einen «Traditionalismus» dar, eine Wiederholung Schriftsteller gleichsam ein zusätzliches Gesichtsfeld. Das Vertrauen zu den Fakten
des Lebens und das Vermögen, sich über die einzelne Tatsad1e zu erheben und sie
des Vorhergegangenen. zu .den revolutionären Perspektiven der Zeit in Beziehung zu setzen - diese Heran·
Dieee Behauptungen sind mindestens kurzsichtig. Der Roman des sozialistischen
gehen der fortschrittlichen Schriftsteller an die von ihnen dargestellte Wirklichkeit
Realismus in seinen besten, von Sdiriitstellern verschiedener Generationen und Län-
eröffnete schon an und für sich Mögliclikeiten für künstlerisches euerertum. «Da
der ge,maffenen Beispielen - von Gorki, Barbu e, Andersen Nexö bis zu Scholo-
d1ow, Laxnes, Amado - ist durdiaus nicht so traditionell, wie dies im Westenge·
Feuer„ von Barbus e erregte Millionen Leser nicht nur durch die Kraft des mutiuen "
Proteste!I gegen .den Krieg, sondern auch durd1 die Neuheit der Sd1reibweise, durd1
wöhnlich angenommen wird. Er sdtließt eine Vielzahl von Experimenten und Ver-
die eine Kette nicht erdachter, sdteinbar einfacher Frontskizzen sich in eine fes elnde
suchen ein und nimmt ständig -0ie künstlerischen Errungenschaften des 20. Jahr·
künstler ische Erzählung verwandelte. Der tschechische Forsd1er Vladimir Brett
hunderts in sich auf. Die Meister des sozialistischen Realismus verhalten sich den
spricht mit Recht von der genremäßigen Vielfalt ,des «Feuers•, das gleichzeitig •ein
künstlerischen Formen gegenüber, die die Erkenntnispotenzen des Romans und
~~ künstlerische Ausdrudcskraft zu teiaem vermögen, mit großer Feinfühlig-
Roman, ein episches und lyrisches Poem, eine Tatsachenreportage und dazu eine IJ
sorialpolitisc:he Anklagerede, verbunden mit moralischen un-0 philosophischen Be-
u,I. traditungen• sei. Man kann aber V. Brett nicht zustimmen, wenn er einige Seiten
~as 20. Jabrh~nd_ert brachte eine Vielzahl historischer Erschütterungen, Wand- weiter «Das Feuer• als ein Werk von skizzenhaftem Charakter klassifiziert. Die
Mungen
nsch und .plotzhcher
. Veränderungen im Schicksal der Volker
.. . der einzelnen
wie dokumentarische Natur des «Feuers• hindert nicht, daß das Werk in erster Linie
e en
rull8en einmit . n.ftsteIIer des Modernismus waren diese Erschütte-
Für die. Sch
G sichd. d' ein Roman mit durchgehendem Sujet ist, durch <las die einzelnen Szenen, kizzcn,
sozialistischenrun
R 'r ie W1rkhchkeit
. als em
. Chaos zu sehen. Für Jen Roman des Episoden, Dialoge und lyrisch-publizistischen Monologe des Erzählers geordnet
Analyse -und Spieg D diese Wandl ungen Gegenstand zielstrebiger geistiger
ea ismus smd und zu einem einheitlichen Ganzen verflod1ten werden. In der bekannten Formulic·
.
die stürmische · e Iung. er Roman des sozi·a1·ishsmen
. ..1. Realismus bemüht sid1, rung Lenins von <ler Verwandlung des Bürgers in ei nen Revolutionär - geratlc
. ' m ununterbrodiener V „ d . unter dem Einfluß des Krieges - sind das Wesen des Buches und sein Hauptthema
hchkeit unserer Zeit in ih D . eran erung begriffene gesellsdwftHche Wirk·
erfaßt. Dieses Thema w:ir,d in verschiedenen Variationen von wahrhaft musikalisdicr

naren Entwicklung zu erfrer ynam1k und -Oer verborgenen Logik ihrer revolutio·
d M
un ethoden die dab • assen. N Er •wappnet • SI'eh mit. den künstlerischen Mitteln Klarheit und einer Fülle von Nuancen entwiclcelt, es steigert sich von Kapitel ~u 111
. • .. d z ["II' keit der Ercigni e stc<kt
seinen N twend1gkeiten
'. e1an
vonE' utzen
. sind ' er schafft sie, . formt a1e
. um und paßt sie .
0 'hap1tel. Bei der scheinbaren Spontane1tat
K · bun k' u a ig d tagebud1haftc Unrn1ttrl· .
des 20· Jahrhunderts zeigen· sim
irugc ..1.allgemein c Tendenzen der realistischen Prosa nen eine tiefe innere Logik. Die schein ar s ·,zzcn· un ·
·1· t' d1er Mcistcrsdrnlt. Der fl o·

1 ß 15
dodt auf eigene
· Art. auu1 1m Roman des sozialistischen Realismus, je·
b nrkeit der Darste!lun"0
ist zu"lcich
::,
von i:1ro er sti is
R9
. . . eher Realismus im Roman
So·w1,s/lS Tamara Motyljou:a: Sozialistischer Realismus im Roman
ilfoll'ljozra: •
Tamara . . d . 11· ß
k ment orcranis 1 cmsc1 1e t war e·
ue und Do u t> .• • ' iner der . des Romans in dem prophetischen Traum des Invaliden Fewkoombey son-
d Publizistik, Report~,, E die "ebahnten Entwicklungswege der Gattu 5-wn . ,
chon bedeutend eher - m ,dem Alptraum des Polizeibeamten Brown
man. er d d. revolutionare po o ng, dem 5

neuen,
dur ' ie
. . e. . . R 1· .. ._Aber ,da ist das Elend scn~n, ~ f~nniert sim jetzt, es marschiert, seine Reihen
- l'di nid1t dere111Z1g . d sozial1st1 dien e:i zsmu gehort nicht . d lückenlos, genauso breit wie die Straßen, das füllt ja alles wie Wasser, das
nstur I J,.:la•szkern es n11r
.1n • W
Zu den internationalen . 'd t nur «Das Feuer•, ondem auch «Der D . ..L
: ht .durdl alles clurui WJe a er, es hat ja keine Substanz ... Leaionen von Elenden
di Bredit, nz 1 b re1•
B rbusse. sondern au . . kes Wer~ mit einem para elhaften SuJ'et l ~: lautlosem Marsen, durdl icntig und gesicntslos, unaufhaltbar, marschieren durm
a . saunsdi•grotes . . . ll
ar06ffienromaz1•, ein · ..1. klarer als in seinen Dramen clze AbS1cht des J("
die Mauern ein in Kasernen, die Restaurants, die Gemäldegalerien, das Parlament,
r Bredits kommt nom . d G . Ullst-
clemRoman 'sd des Gewöhnlichen un zur ewohnhe1t Gewo de- die Geridttspaläste.» Ja, dieses Bild ist im Ganzen natürlim allegorism. Dom die
. J ck das Unlogz ie . . . r
krs zum Au~,,ru · . d' Gewöhnlid1e bis zu ofTens1dlthchem schre· Angst Browns und seinesgleimen ist nimt von dem Romanverfasser erdacnt worden,
·rren indem zeses ' 1en-
nrn zu demonstn '..
dem Un51nn
• 11 eiter~efuhrt wir .
~
. d Die K:apitali ten bestehlen das Volk, bereich
.. .
II G tze und hüllen sidt dabei m clze Maske der Gesetz.
ern . · , r e a 1. Die Brechtscne Relativität steht hier auf dem festen Boden der sozialen
sie 1 1 1
.
-zdi am eg.
Kri \'erle!zen a e ese
. . d realisti chen Weltliteratur scnon tausendmal wider-
Wir~lidtkeit des 20. Jahrhunderts.
Un~re ideologismen Gegner legen keine Vielfalt der Argumentation an den Tag.
!
lirhkeit - das alles i t zn er . .
. sdi nromsn» hört das Reale auf banal zu sein, weil es in das Jahre hindurch wiederholen sie, der sozialistiscne Realismus sei seiner Natur nad1
a~piegell. Im •Drezgro e . 1
r - ·n1·..1. . ..1.lä!!I Die realistismen Scnnftstel er der Vergangenheit eintönig und erlaube keine künstleriscne Originalität. Sobald sie aber Originalität
Unwahrsdiez zme umsou o · .
. di A"h Iichk ·1 des Banditen mit dem Bankier. Brecnt verwandelt die Ähn- bemerken, beginnen sie cnadenfroh zu werden, weil der kommunistisme Sdirift-
w ~en e n ez
-..1.~. . . Id t'ta"t Kn'minelle und Gesmäftemadler, Gang ter und Businessmen teller angeblicn einen Verstoß begangen habe. Der westdeutscne Literat .M. Reidt-
1!OThCZI IO en 1 •
iertausdien mandimal die Plätze, aber sie bleiben ein und dieselben. Die Handlung Ranicki, der sicn in den letzten Jahren aiuf oemagogiscne Attacken gegen die Sdll'ift-
spielt in einer seltsamen, absurden Welt, aber Bredlt kämpft gegen die deloodente steller der DDR spezialisiert hat, spricht mit besonderer Gehii igkeit über die
Legende von der ewigen Absurdität ,des Leben . Es geht nicnt um die Sünden der künstleriscne Eigenart von Anna Seghers. Die inneren Monologe schließen manm-
Menschheit. ondern um die Verbrechen der Kapitalisten als Klasse. In diesen Ver- mal Elemente der «Assoziationstemnik» ein, in einigen ihrer Romane gibt es
bredien liegt eine eigene kannibalische Logik, ,die Gesmehni se werden äußerst sorg· mehrere seJbstän,dige ujetlinien, und der Roman «Der Weg durm den Februar•
fällig motiviert und erhärtet ,durdt historisd1e Realien und buchhalterism exakte i;t wie ein Film zenarium aufgebaut. Der Kritiker triumphiert: Anna eghers ver·
Abredinungen über die geschäftlidten Operationen. Der vera.llgemeinernde Sinn wendet die «Errungensdla ften der modernen westlimen Kunst•, sie hat wahrsdiein-
des Romans 11ird durdt die ständige Wemselwirkung zweier historiscner Sphären lich Joyce und Dos Passo gelesen und davon profitiert!
unterstridien - das England zur Zeit des Burenkrieges enthüllt zuweilen gemein- ie hat. Und was folgt daraus? W. I. Lenin bemerkte seinerzeit in einem Brief an
<ame Züge mit Hitlerdeutschland, im Text ersdleinen bald Anspieluuo-en auf die Gorki, der Künstler könne aus jeder Philosoph ie viel Nützlidies entlehnen. Ge-
Reidistagsbrandstiftung, bald Parodien auf die faschistiscne Phraseolo:ie. nauso kann man sagen, der emte Künstler kann, besonders wenn er eine fortsdtritt-
sati
Der risdi-groteske Aufbau des Romans erfordert nicnt das Auftret: n positiver lime Haltung einnimmt, viel Nützlicnes aus jeder Kunst entlehnen, nidit nur au·
Helden. Heißt das ab •
. d er - wie es manchmal in der Kritik gesagt wird - daß Bred1t der naheliegenden, sondern a,ucn aus ,der fremden. Eine andere adle ist es, daß er
meman der Welt der Mameatb d p '
die sidi • d' un eachum gegenüberstellt? Die Volksmassen, dabei die fremde Erfahrung im Limte der eigenen revolutionären Weltanschauung
oegen iese Welt erheben 0 d di . d
Erzählung b d . . er e zur Erhebung fähig sind, sie sind m er nüchtern einsdlätzt.
me~m~• .
die Unterdrüdcer · tä" di usagen als potentielle Kraft wi.dergespiegelt, die Die Smriftsteller des sozialistisd1en Realismus übernehmen die Errungenschaften
. m s n ge Unruhe ve
die dem Roman ei . rsetzt. Zu dem System der Anadlronismen, der Kunst des 20. Jahrhunderts nidtt in fertiger Form - sie g "!alten diese Errun·
f· sdu . ne weitere satirische Di . . Gestal tung 1et·1, 51·e grenzen idt nidlt ab, sie
~ sti ..1.. •
sdie Anspielu en mension verleihen, gehören nicht nur anll· gensrnaften um oder nehmen an ihrer
n•sten d ng , sondern auch 'ed • 1• •..L Leb 1•11 Zeit sondern sie treten in
·- ' enen die Riditer de b . . wz erholte Envähnungen der Kornmu· zso 1eren sid1 nid1t von dem künstlen su,en en rer ' .
lmmnen k" s nhschen I . b. . .. f
Wettbewerb, sie arbei ten mit oder sie kamp en gegen unso zialistisdte künstlerische
onnen. Das Bild d V mpenums leider nimt ohne weiteres e1·
es olksaufsta d
n es er meint nid1t nur a uf den letzten StrÖmungen.
Tamara Motyljowa: Sozialistisdier Rea['1smus im
. Roman
_. Jistisdier Realismus im Roman
'f !'11'oica: So.10
Tamoro " 0 ) anzösisdien oder amerikanischen Literaturwi ensmaftl .
W cwolod Wisdmewski sehr richtig: ~Ich . Von fr . • d • . ern Ist mandlmal zu
• J •ß'" Jahren sagte s . .. .. meine, hören, die Zerrissenheit es UJets 1m modernen Roman spiege . 1e die. Zerri~nheit
Yor beinahe ure r-1 1 ß lies kennen. Wir musfcn alle Bucher k
. . eh Schrif~teller mu a ennen, ei;rUßtsein , der Seele des «Menschen im 20. JahFhundert» w·d
I er. Be1. Hikmet
.
der ~"Jells r ' . . den alle Schriftsteller kennen, welcher Art des B k
d1 immer wir wer aud} 1,er wurJe diese Romanstru tur zum Mittel, die Unve.11Sehrthei't des Bewußtsein
welcher Art au . .' Kommandeur, als Kund chafter nähern. Ich 8
Ich rde m1d1 ihnen a s 1 tnuß irn fortschrittlich~n Mensche~ u~rer Epoche zu zeigen.
immer. we . . ikt _ her mit ihm! Studierrn heißt doch nicht nachalune
~ was ntem Femd de1'di I be arbeite und kamp
11.ssen,
„ f ·11 'eh .. .
e, w1 I moghd1st viel
n, Au erordentlich mteressant 1st ern von Nazim Hikmet postu m vero"ITentl'ch
ß
I ter Auf-
es heißt wissen. Solange I e ' er- satz, ·n dem er seine Gedanken über das Sdiaffen des Ku
"nstl ers zum Ausdruck
l

fahren.• erzählenden Form betn'ff t wie


· den aus f"u hr J'ch
1 en innere bringt.
Was solche E1emente der . n .Seit idi Kommunist wurde, erwarte idi von der Kunst und fordere von ihr das
. Monta"e von Episoden, die WediselwITkung von Erzählung und . e·• ie soll dem Volk dienen, soll das Volk zum Kommunismus aufrufen, sie
· soII
Mono1O" oder d1e c ein
· . " d •on Autorenrede und Stimme der Helden - all das und noch viel- die Leiden und Freuden, den Zorn, -die Hoffnungen und Träume des Volkes wider-
Ermnerung o er 1 =
andere mehr i t gemeinsamer legaler Besitz des Romans des 20. Jahrhunderts und spiegeln. ie soll das Volk zum Kampf für oen Sieg des Kommunism\16 organisieren.
durchaus kein Monopol der Prosa der «Avantgardisten». Das ist der Kern meiner Kunstauffassung, und das wird sidi niemals ändern. Alles
Die äußere Ähnlid1keit dieser oder jener von Schriftstellern des sozialistischen übrige - Theaterschminke, das Verhältni6 zu Reim und Rhythmus, mit einem Wort,
Realismus geschriebenen Romane mit der dem Modernismus nahestehenden Litera- alias was die künstlerischen Verfahren des Werkes bildet - war immer in der Ver-
tur überdeckt in der Regel eine tiefgehende prinzipielle Divergenz - in den An- änderung begriffen und wird 6ich auch in der Zukunft immer wieder ändern .. . Die
schauungen über Welt, Mensdien und die Rolle der Kunst im Leben. Methode des ozialis6schen Realismus stellt audi den Künstlern fortschrittliche,
Die Literatur der bürgerlidien Welt hat im 20. Jahrhundert ei ne außerordentliche revolutionäre Aufgaben und Ziele, venveist auf Verfahren und Wege, den Erschei-
Menge von Methoden, Situationen und Sujetlinien herausgearbeitet, deren gemein- nungen der Wirklichkeit beizukommen, aber er sieht keine nonnativen, kanonischen
samer Sinn darin besteht, das menschliche Dasein als immerwährenden Schrecken Regeln, keine Methoden des emotionalen Verhaltens und der künstlerischen Sinn-
zu zeigen. Der revolutionäre Kampf der Völker ist reich an überaus tragisdlen
gebung des Lebens vor, er postuliert keine obligatorisdien Ausdrucksmittel, durdi
ituationen, von denen die moderni tischen Propheten der Verzweiflung nidit ein-
die diese Sinngebung in das Bewußtsein der Menschen geriiclct wird.•
;.~] ITäu~ten. ~ genügt, dabei an die besten Werke der Sowjetliteratur, die dem
•Sektierertum ist die Überzeugung, in Stil und Darstellung tedmik die absolute
urgerkrieg ge111 dmet sind, zu erinnern. Dodl die Schriftsteller des sozialistischen
Wahrheit erreicht zu haben. Nachahmung, Gesdimacklosigkeit, Konservatismus sind
Realismus widerlegen durdi die Logik ihrer Werke selbst die Philosophie des Chaos
ebenfalls Erscheinungen des . ektierertums.
d'nd .derd Verdammnis.
u . Sie wandeIn manehmal iauo:;1chthch
L - · •
Handlungss1tuahonen
• •
um,
Wie ich sdion .sagte, ist jeder Künstler, besonders der marx istisdi-lenini tisdie, das
ie m
und ben . er Literatur
. der kapitali t'
5 i sch Lä' d
en n er fast zur Schablone geworden s•ind,
heißt jeder Künstler des sozialistiscl1en Realismus, immer auf der Suche.
diesegeL'te ihnen.einen anderen s·mn. w·ie Oft m . den letzten zehn, zwölf Jahren hat
1 ratur einen Menschen .di . Auf dieser Suche wird er immer bestrebt sein, für jeden konkreten Inhalt die ent-
gezogen, sidi am R d d gezei net, der, m erzwungene Einsamkeit zurück- sprediende Form ~u finden er wird sidi bemühen, seine Individualität zu wahren,
wie. wir uns erinn an de es Untergangs befi ndet •r Gerade m . solcher Lage .ist aud1,
ern, er Held der «R ik .. keinen anderen zu kopiere~, Fremdes nidit zu wiederholen. Er wird keine~lei a~o-
rahr zusammen mit omant » von Nazim Hikmet. Außerste Ge-
lute, unveränderliche Reae)n und Normen in der Kunst anerkennen außer einem ~m-
. rb . erzwungener Taten! . k . f·· . .. ..J.
nisa eit. Die Erzählun . d osig eit ührt zu emer intensiven Gedau,1-
n,na r g wu gesprengt . . zigen Gesetz - die Wir:lichkeit mit den Augen, dem Geist und dem Herze~ eines
- --e ragmenten versdi' d ' sie zersplittert, vermischt sich mit Erinne· Ma · . . d · d r Kunst prakt1sdi er-
!eitig aureinander
. t ein _ 1ehi ene. Zeitehen . en stoßen zusammen und wirken wecl1sel·
rxt5ten-Leninisten widerzuspieae)n. Natürlich WJr er in e .
moderni8t'sdi er ist gleichsam . "uß .. probte Regeln anwenden. Er wi;d sidi selbstverständlich die Traditione~k sei~~r
K 1 en Kunst vorhand eine a ere Ahnlichkeit mit Werken der nati I di T d'tionen
1 der J(]ass1 er se1-
ona en Kunst und der Kunst anderer Völker, e ra _
ampf audi
gegen diese Kun.st en.d Aberha dem Wesen nadi ist hier Polemik und 1
.
z ner . " d Ab er wird sie nur a prung
ugrunde li'K t· un uptsächli dl gegen jene Philosophie, die . ihr. eioenen wie der Weltliteratur zunutze ma ten. er
brett benutzen, nicht etwa als Fußfessel.•
. ,- (scher Realismus im Roman Tamara Motyljowa: Sozialistischer Realism.us im.
. Rcm.an
Motyljorra: Sozra ,s '
Tamora
Leser fraaen, daß der oziali tisd1 c Real' ,dien die jahrhundertelangen künstlerischen Erfahrungen der Mensmheit . zu
. so könnte der o .. . ISlll.Us ~[en-
·c1d~ alles n1dit, , eh Werte sdrnfft? alurhdl sd1afft er sie d .
eige n und geht von
. den neuen sozialen Erfahrun<>en
0 aus die i Ze't l d
m 1 a ter er prole-
Her n künstlens en . N ' ocli '
keine eigenen neue . .i 'hm eiaenrn Maruer. Das l euerertum des so.,,;.,. •-.J.en
t11r1su• Revolutionen gesammelt
. wurden. E5 wäre eine im pl'fi •
i z1erung, Gorkis .
. t das 10 uer 1 o . ~1-
·eder Romancier tu . F d . , bei Anna eghers, bei Laxness, bei Ar el «Der Mensdi - wie stolz das /dingt!• - nur in ihrem Ji'rekten, ,deklarativen
.
J . kommt bei , a eie11, agon, Form
,tisdien Realismus 'h . eigener Weise zum Ausdruck. Dieses Neu .in n aufzufassen. Es i t sehr wicl1tig, daß diese Worte bei Gorki' von emem• Men-
· . b i 'edem von I nen m . . . . erer-
bei H1kmet, e l k kreten Matenal studieren, mdlt «1m ganzen nd sclJen ausgesprodlen werden, der sidl auf dem tiefsten Grund der sozialen Erniedri-
~~~~ ~ ~~ u
gun"e befindet. Die Grundlage für die Entdeckuno- o des MelhSchen, wie si'e der sozia-
·
allgemeinen•. listische Realismus bereits zu Beginn unseres Jahrhunderts begann, hat Bedier
3
treffend definiert - gerade Bedler und Andersen Nexö entdeckten die «Poesie der
. . ·sc1i Realismus•, schrieb Johannes R. Berner, «bringt immer Seele• des ei nfadlen arbeitenden MelhSdlen. Schon die ersten Meister <ler sozialisti-
•Audi der sozia1isll e .. . .
..1. • 'hrer Fülle unubersehbare Van atlonen hervor - unend- sdien Prosa setzten im Roman jene in die Red1te von Haupthelden - und dabei
neue kühne, heule nou1 m 1 ' .
' . . "b d unerschöpfliche Thema, das ,der Men d1 heißt.• ästhetisch anziehender Helden - ein, die der Kunst Jahrhunderte hindurm als un-
liehe Vanat1onen u er s.s .
..1. • d Kunst bringt ihre eigene Konzeption des Mensdlen hervor interessanter und undankbarer Stoff galten. Die Poesie der Seele des werktätigen
Jede neue Epome m er . .. '
. d. .1. d J'vl sehen gleichsam von neuem. Die großen Kunstler der Renais- Mensdien wurde von diesen Meistern bei der Tätigkeit, und zwar bei der kollektiven
s1e ent eu<I en en . . .
sance entdeckten, daß der Mensch schön und gottgle1d11st, daß seine Talente und Tätigkeit entded<t. Der ozialistische Realismus zeigte mit den M.itteln der erzäh-
Möglidikeiten unbegrenzt sind. Die Literatur der Aufklärung erkannte als erste lenden Prosa, was sdlon bedeutend früher, noch zu Lebzeiten von Marx und Engels,
klar den Widerspruch zwischen der natürlichen 1eigung des Mensdlen zur Freiheit von den Begründern <ler proletarischen Poesie in der Spradie des Verses gesagt
worden war: Die Mensdlen, die zur werktätigen und ausgebeuteten Mehrheit ge·
,,
und zum Guten und den ihn verkrüppelnden, ihn fesselnden Lebensbedingungen.
Die Romantik erkannte, daß eine hervorragende mensdllidle Persönlidlkeit im- hören, werden nidlt nur durch die Verhältnisse geformt, sondern sie sind, wenn sie
stande ist, aus dem Rahmen des Allgemeingültigen auszubredlen und sidl der Ge- sich zusammensdlließen, fähig, die Verhältnisse zu formen und den Gang der Ge··
sellsdtaft entgegenzustellen. Der kritisdie Realismus des 20. Jahrhunderts unter- schichte zu bestimmen. Und das war neu.
sudite die soziale und historische Bedingtheit des Charakters, der Anschauungen Der Roman des kritisdlen Realismus trat die Herrsd1aft über die Alltagsprosa in
und der Handlungen des Menschen, er zeigte, wie sich ,die Persön1idlkeit unter dem vielseitiger Weise an. Sdleinbar blieb in der Welt aum nicht ein Zipfel von Eigen·
Einfluß gesellschaftlidier Gesetze herausbildet. Die großen russisdlen Realisten aua nutz, Ausbeutung, Unterdrüdcung und Gemeinheit übrig, in den nicht der Blidc des
der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts entdeckten neue Tiefen in der Psydie realistisdlen Sdiriftstellers eindrang. Die Volksbefreiungsbewegungen schufen neue.
df.'6 M_ensdien, sie zeigten seine natürliche Reinheit und zugleidl seine ewige Wandel· der Kunst früherer Zeiten unbekannte Sphären der poetisdien Wirklichkeit. Für
barkeit, erkennbar mittels der •Dialektik der Seele,. (Tolstoi) und oodi den den Roman eröffneten sidl neue, fast unberührte Schichten anregenden Materials
W ,1'der5treit· der in jhm vorhandenen feindlidien Kräfte (Dostojewski) ' . Der Moder· aus der Fülle des Lebens.
rusm115 ihn aI5 Im Roman des sozi,alistisdlen Realismus tritt der Mensdi oft als Teil des Kollektivs
. . prätendierte auf die Entde~""/5 ,.i,..,n-
des Mensdien und interpretierte •

irrationales und morali5di d U d auf, als Teilnehmer am Kampf für die revolutionäre Sache des Volkes. In einigen
20 J hrh d em ntergang verfallenes Wesen. Die Realisten es . D • Strom• oder «Der Fall von
• 8 un erts verteidiat di . früh en Werken der Sowjetliteratur - sei es « er e1 erne . .
mühte •..1- "be . -o•en e klass15che These •Der Menscli ist gut• und be- • . . p . d kOII kti •cn Tätiake1I gelegt, die
n SIUJ U rdies IDÖ J'1dJs1 • • Dair• - 1st der Akzent gerade auf clie oes1e er e ' 0
Natur zu herü<L•m '. g . umfassend die Widersprüchlidlkeit der menschlichen . uf D m Teil auch bei Becher in
.
heit der Wediselbe-z• h

1 Ilgen, die unendl'Ieh 1 lf
e e alt der Charaktere die Komp izie
r. rt· Mnsse trat summarisdl verallgememert a . as war zu
F' eh von St Barbara• der
h. ie ungeo zwisdien P „ li ' 1· . rt· •Levisite• und bei Anna eghers im «Aufstand der ts er ·
ot, die in der Ze't • erson chkeit und Umwelt, eine Komp izie . . der «kompakten• Darstellung
Ch ak i emer großen histo.:-.1. .. . dien Fall. Diese Werke bljeben Literatur, aber das Pnnzip . rf h d
ar ter annimmt .. , •=nen Umwalzung besonders dramalls . E Es festigten sich Ve a rcn ffl
der Masse ist hoote eine durchschrittene tappe. . . d K II kti die
Der sozialistische R 1· . .k Persönhchke1t un o e v
ea 1Smus macht sidi bei d III SUJetaufl>aus, bei denen die Wechselwir ung von
er Erarbeitunu0
seiner Auffassung vo
95
94
Tamara Motyljowa: Sozialistischer Realismus im
· Roman
. . . So:ia/istischer Realismus im Roman
\{otYIJona ,
ramaro . . . e Vorstellungen, die die des linken Rad'k 1. .
b ndi.,.er ausprägt. Wir erinnern dab . erartig . . «Kinderkrankheit
. I a 1smus• emes
\Ien<d1en 1e e " . e, an «D· D künstlerischen Intelligenz 1m Westen widerspiegeln wurd • Lauf
. lt des einzelnen · " D Lei<lensii cg• von AlcxeJ Tolstoi. 1e feils der ' en tm e der
G ~a 1 d· wu~ • ~ . "berwunden.
\ -•nzchn• \'On Fa eie . L h in,beson<lere die Theorie und Praxi d
~~ . ·sch•lenJ0l~ . . IJ<che
· 'ehe. re,einem langJa ·
•.. 1mgen, . s es soZta-
.. ßerst clnV1erig . zeit u . .
p1e Iortsdlfl tthchen.
. SchriftsteIIer verschiedener
.
. Länder sch.ufen m• den Jetzten
Oie roarxi.U au
au< bildete s1 in en und i an er halb bis zwei
. Jahrzehnten eme Reihe
. . erzählender Werke bed eu tenden For·
li•ti~en Aufb ' .L Fngst nicht beendeten Kampf gegen kleinb „ lll d !in denen sich hervorragende Ere1gmsse des nationalen Lebens wid • 1n.
• 1 Maßstab nou1 a .. . . . urgerliaie Jllats, .. . . • . ersp1ege
interna11ona en 'd cherischen •kasernenmaßigen• oz1ahsmus her Die Roman-Epopoe t~t nJcht d~s e1_nz1ge und vielleicht auch nicht das vorherrschende,
. ·nes 1?le1 una aus. A.
Konzepllonen tll - ten nicht selten in den Augen westlicher Intell k n-
aber auf jeden Fall em sehr wichtiges Genre in der Prosa des sozialistischen Realis-
-d1auu11•en dieser Art \'crzerr . . e tueller
r t '" ferfür den oZiahsmus. n1us, Gorki, Sdlolochow, A. Tolstoi, Aragon, Seghers, Stil, Amado, lwaszkiewicz
. i tisdie Dramatiker Ernst ToIIer zu Begmn
das Gesiebt der l'amp . der zwanziger Jah
wenden in großen Romanen oder Romanzyklen verschiedenartige Verfahren an,
Als
: . der e1pr~on . di
. Stüdce verkündete: «Was ist e erso i eit. p "nl'chk . ? Was ihr Gefühl? re
uDI die Masse der Menschen als lebendig, beweglich und von unterschiedlicher In-
? w· .Lti ist nur die ~ asse. • , a war er vo 1g aufnchti a E
in einem seiner
.
. 1 t d "JJ' . .
Was ihr Gt-111 en. im g . . o• r war
dividualität .darzustellen. Da gibt es «Röntgen•-Momentaufnahmen, die zeigen, wie
•.Lts zu machen, so mußte es sem. Er konnte rucht ahnen, daß
verschiedene Menschen auf ein und dasselbe Ereignis reagieren. Da ist der viel-
überzeugt: Da war nlm . .. . .
. •-·•.L ü' ber das Verhältnis von Einzelpersonhchke1t und Masse dem W stimmige Dialog, in dessen einzelnen Repliken die verschiedenen Charaktere und
diese ""'1mt . . .. . esen
der marxistisch•lenini tischen Lehre, die den revolutionaren Humarusmus auf ihr Sdiattierungen des Denkens wiedergegeben sind. Da ist auch der kollektive innere
Banner gesdirieben hat, widerspridit. Monolog, der erkennen läßt, wie sich aus verschiedenen Stimmungen, Wahrneh· 1
Als Lion feuditwanger Ende der dreißiger Jahre in seinem Roman «Exil• durdi rnungen und Gefühlen die gemeinsame Stimmung einer großen Menschengruppe
den Mund des Sdiriftstellers Tüverlin behauptete, daß •in Millionen Fällen . .. der 1
formt.
Wille zur Erriditung des ozialismus das Mitleid des einzelnen zum einzelnen• aus- Zum Studium des modernen Romans des soziali.;tischen Realismus sind die Beoh-
schließe, als er den Kommunisten Merkle und seinen jungen Schüler Hanns Traut· aditungen von M. Bachtin über die «Polyphonie• als Strukturprinzip des Roma11s
wein zwar im ganzen mit Sympathie zeichnete, sie aber mit primitiven utilitaristi·
\'On Nutzen.
sdien Ansiditen über Kunst und Moral au stattete, da war er ebenfalls aufrichtig. In der realistischen Prosa des 20. Jahrhunderts gibt es viele Werke, in denen der
Audi er war geneigt zu denken: Da i I nichts zu machen, so muß es sein. Feudit· Zu ammenprall von Anschauungen zum Handlungsgerippe gehört oder wo er sogar
11anger war von großer Aditung zur Sowjetunion und zur Sache des Sozialismus zur Grundlage des Sujets wird; dem Verlauf des ideologischen Konflikts entspre-
erfüllt, er empfand die historisdie Wahrheit dieser Sache, aber er bewertete die diend erhält jede der streitenden Gestalten das Wort, begründet und verteidigt ihre
sowjetisdie Gesellsdiaft im Geiste jener oberflädtlidien Vorstellungen, die in seinem Ansichten. Die Ideen und ihre Wedlselwirkung, Entwicklung und Kampf werden
Budi •Moskau 1937• ihren Niederschlag fanden. ein wichtiger Gegenstand der Darstellung. (Wir erinnern an die au gedehnten Dia-
Vorstellungen
sellsdt f ' nadt denen die pro1etamu1e...: _..1. Revolullion und die sozialistische Ge- loge von Jean-Christoph und Olivier bei Romain Rolland oder die langen hei ßen
d"d . a I Interessen, Willen V f
' emun 1, moralische . und aeistige Bedürfnisse der Diskussionen zwisdrnn Settembrini und Naphta im •Zauberberg•.)
1nidit
n iv1n uen. im d Namen. .eines abs k .
tra len •Allgem.emwohls» o
unter,drüdcen, .
spiegeln .
sidi Die Erfahrungen des realistischen Romans des 19. und 20. Jahrhunderts sind auch
in di esem Sinne für den Roman des sozialistisd1en Realismus fruchtbar. Im Zu·
Georgeur0rw m en antisoz1alistisdi
'd en verleumderischen Romanen von J. Samjatin oder . . I E d d z menprall der Klassen·
e11 WJ er. Vorstellun en <li . sammenprall der Ideen spiegelt sich eLzten n es er usam
(•So muß es 11ein' •) drü' .1. g eser Art, nodi dazu mit positivem Vorreichen
· , . 1Alen auch einigen
·· kräfte wider. In den «Kommunisten• von Aragon nehmen die tellungnahmen ver·
Westens in den zwa Werken der revolutionären Kunst des ..1. . F . d d K ni ten) zu dem deut,c:h·
lcmpe] auf. ie kamen DZlger und zum
. T ei·1 auch noch. in den dreißiger Jahren ihren Suiiedener
. . Personen ( darunter auch der em .e er M .ommup J·manova, ze1!!1
. m . •~p1el
.
.(teili.·Cl!e
· audi in Brechtssowohl
F „ 10 Dram en, wie · •Masse Mensch» von Ernst ToJler SOWJellsd1en
. Pakt von 1939 breiten Raum . em. KJ arte ·u der büraerlid1cn
t, Tsche-
in. der b'ld «D·ie Maßnahme») , zum Ausdruck als aUCll mit dem Feuer» wie die Vertreter verschiedener assen in
1 enden Kunst frubdrama .. K b' zu dem alten Arbmtcr
1:) •
.. .L .1. ' • •

die Mensdien mit einer au ge .einigen G "ld


ema en von Bela Witz oder F. Leger, wo u1oslowakischen Republik - von dem M1lhonar azmar is
wissen vergro„ bemden Ernförmigkeit
. . d·
gezeichnet 5111 97
. . tisdrer Realismus im Roman,
. . • Soz1a11s
'fol)'IJOII 0.
Tamara Motyljowa: Sozialistischer Realism1is im Roman
Tamara"
, . eagieren, die mit dem Münchener Abk des deutsd1en achkrieg lebens, nach dem das ehemalige Land der Did1ter
. che Krise r
I'1115 ollline
, ck _ auf die po . der fortsd1rittlichen westlimen Pr~• . 11 crungen . . . .
Hol'}n Wir kennen in . . .. -= "•ele c d Denker von dem blutigen Taumel des Faschismus wieder zur Besinnung gekom·
'hren Absdiluß fand. d R ktionären volle Fre1he1t ,der Außerung un ·st besonders scharfe Akzente. Die Ideologie der Verzweiflung und der Ver-
i K itali•ten un ea . . en lltld [Tlen 1 ,
Werke in denen ap • 'di gegeben wiro; so 1st es mit Klemm W l alJ1J!lung findet in dem Roman ihre Verteidiger, und zwar geschidcte, beredte Ver-
' . lb•trertei gung ' enz ow
der ideologi,chen • , T t bleiben jung• von Anna eghers, o ist es .' d 'd'aer die nicht ohne persönlichen und intellektuellen Reiz sind. Der junge
. d ROman «Die o en .. ll'tit tel 1o ' .
Lieven m em , sdiweigen von den pohtismen und militii,.;.,1, Deutsdle Rudi Hagedorn, em neuer Hans Castorp, lauscht den Streitgesprämen,
· p · ano1·a, ganz zu - ..,"'ien
Kazmar bei uJm , R bl'k in den «Kommunisten• von Aragon. DieAut überlegt und wägt ab. Die Handlung entwickelt sich im Gewühl des stürmischen und
. "'ren der Dritten epu I oren
Funktiona b' . Jahnehnten abgeschlo encn Werke fürmteten ·.1. bunten Lebens des demokratischen Deutschland am Tag nach dem Krieg. Das Be-
dieser vor anderthalb 1s zwei IUuit

d . Obi'ektivi mus und behielten recht. wußtsein Rudi Hagedorns, durch Fa.sdiismus und Krieg moralisch verkrüppelt,
den Vorn'llrf es .. • eh 'f . · •
chrittlichen ausland1sd1en S n tsteller hier die Mögf'.1. bildet sich nicht nur in Streitgesprächen und intellektuellem Suchen, sondern auch in
Natürlich haben di e f Ort5 • • lui-
. sich
kei~ . au f Gork.i' und auf die Erfahrungen des . SOWJelismen
. Romans zu stützen. der gesellschaftlichen Praxis und ihrem nicht geringen Einfluß. Der richtige Weg,
Jnteres.5401 1.S1d8S Zeugru· von imone de Beauvo1r. 1e las molochow erstmals ZU den Rudi ,am Ende beschreitet, wurde mcht leicht und nicht auf einmal gefunden.
BegiM der dreißiger Jahre, zu einer Zeit al o, da sie den Ideen des ozialismus nodi Die Stellung moralischer und philosophischer Probleme durch den Gang der Erzäh-
fern stand. Auch sie war sehr beeindrudd von der Objektivität, mit der der Autor lung selbst, die Auswahl von Lebenssituationen, in denen durch die Logik der dar-
von •Neuland untenn Pflug• nicht nur die Kommunisten, die Kämpfer für die
...!!CStellten Wirklichkeit um die Lösung von Fragen der menschlimen Moral und um
Kollektivierung, sondern auch die Gegner der Sowjetmamt darstellte. Diese Objek- die Erkenntni der Geheimnisse der menschlichen Psyche gerungen wird - all das
tivität Scholochows (vor kunem von G. Towstonogow in einer ausgezeichneten ist sehr charakteristisch für den Roman des soz.ialistischen Realismus, insbesondere
lDSZenierung von •Neuland unterm Pflug• auf die Bühne übertragen) ist ein kenn- für rden Roman der letzten Jahrzehnte. In das Gewebe der Handlung ist manclimal
r.eidmender Ausdrud< für die Parteilidikeit der sowjetischen Kunst. ein prinzipieller Streit eingeflochten, dessen Teilnehmer nicht klassenmäßige und
Elemente der •Polyphonie• fanden in den Ländern des sozialistischen Lagers in ideologi ehe Antagonisten sind, sondern Kampfgenossen und Gleichgesinnte. Trotz-
brtitem Maße F:ingang in die Praxis der Romanschriftsteller. Die Kritik an Ansdiau- dem aber nimmt der Streit heftigen Charakter an.
u~en, die d~ ozialismus feindlich sind, wird im Roman um so überzeugender Der Roman «Nackt unter Wölfen• von Bruno Apitz ist sehr smnell über die Gren-
seui, wenn die Träger dieser Gedankenwelt als lebendige, glaubwürdig gezeidmete
zen der Deutschen Demokratischen Republik hinaus bekannt geworoen und eroberte
Gestalten auftreten w 1'h A ff
. • enn re u assungen ohne vereinfachende Oberflächlidikeit einen großen Leserkreis nicht nur in der sozialistischen Welt, auch im Westen. Die
wiedergegeben werden und wenn sch]' ßl'I di d cli . .
seih 1 di . ie ur die Loguk der Romanhandlung Ursache für diesen Erfolg liegt zum Teil in dem aus dem Leben g6t,crriffenen Stoff
s e emander bekäm fend Id .
Lebe05ühe' .. p en een aufemanderprallen und ,an der Praxis des selbst. Indessen i t das Buch von Apit:z nimt einfach eine romanhafte Reportage
rpruft werden In der Tri! .
Konzeptionen v R hm. ogie von I waszk.iewicz werden die falsdien oder ein dokumentarischer Roman, sondern auf seine Weise ebenfalls ein Diskus-
. on • u und Ehre• in 1'hre k0 . . . .. . .. .
nahonalistisdien od . . .. r nservativ-mihtar1schen, burgerhdi- sionsroman. Unmittelbar, nachdem die Gefangenen von Budlenwald das heimlim
er 1D einer außerst rf .
Nimbus entkleidet, doch nidi . . ve emerten ästhetischen Auffassung ihres ins Lager mitgebrachte Kind in ihre Obhut nehmen, treten in ihrer Mitte Meinungs-
lan ."h . t mit emem Sch] ...L dir .
gJa nger dramatischer E .L„ ag, rumt ekt, sondern als Ergebnis verschiedenheiten auf : Wenn die das Kind findet, droht der Zusammenbrucli der
Nar100 „ rscnutterunge <li .
ruhren. Der Gang d . n, e an die Grundlagen des Lebens der geheimen Lagerorg-anisation. Es handelt sich nicht einfach um das Schicksal eines
sdi . . . er po1msdie G chi
J hWlengen Fragen, um die sich d' n es clite unterstützt selbst -die Lösung der einzelnen menschlichen Wesens. Wo ist die Grenze zwischen «Charakterschwäche"
a rzehnt bemühten. ie denkenden Mensmen des Landes mehr als ein und realem Humanismus? Die Antwort darauf erteilt der Gang der Handlung selbst.
Das Werk d p
eil rosasdu;f Das Kind enveist sich für die Gefangenen nimt nur als Quelle der Gefahr und der
Walter Sdiulz' •w· . tsteUers at1s der Deutscli
Der uralt S . 1r sind nicht Staub . . en Demokratismen Republik Max Unruhe, sondern aud1 als Quelle der Kraft. Seine Anwesenheit festigt die Solidari-
e !reit üb ,1m Wmd 1st . .
er den Sinn d • als Diskussionsroman aufgebaut. tät der Antifaschisten und fördert die in den Menschen verborgenen geheimen Kra[t-
er IDenschJidien E . d' · · emem
· Wort, es unterstützt die Tätigkeit der
Xlstenz erhält unter <len Be in· que11en des Heroismus zutage - mit
98 ,. 99
. . •afistischer Realismus im Roman
\ fot)·/JOU'O, OZI Tamara Motyljowa : Sozialistisch.er Real'ismus im
· Roman,
ramara .
. . Die Praxis des antifasd1islischen Kam f
• .. rt sie n1d1t . .. . . p es seih
Jllegalen und Jo . .. ·e1 ehiakeit - in ihrem tiefen, undogmatisd-i . &t per •507 ialistisd1e Realismus lehnt die bürgerliche' de"kadente Auffassung ab den
1 bonare Zi str " en Sinn. -1.en als ein.. verderbtes und machtloses Wesen anzusehen, von der Geburt
' an
zeigte, daß revo u . ,.d rspridit, sondern mit ihm zu ammenfällt. ' Mensu•
H anismus nicht II i e .. . t mit Erbsunde und krankhaften ~Komplexen• Er ak ti' ab .
editern um . . n menschlichen Tragodien. Auf den Sd-ilad-itf belll-~tc .. . .. . · zep ert er auch mdt t
?O J hrhundert ist re1 00 a . . eldeni, .
die a lte prim1tJv-na1ve aufklarensche Ansicht
. von der angebo N .
renen e1gung des
Das - · 8 F k mrnem nahm das Leben von Millionen Men ...1- ,
. fa.!dustischen oIter a . Su1en v0 ~fcnsd1cn zum Guten. Jahrtausende somalen Unrechts prägten der menschlichen
in den . ... noe Die Kurzlebigkeit der mensdtlid1en Existenz war wied t-
zeitig ein Jahes E .l- unrren für Philo . op hen un d Di'eh ter der neuesten z .erholt Natur ihre Züge auf. Dieses Erbe kann unmöglich in kurzer Frist getilgt werden.
Gegenstand der (ber ~.,--.,, .. eit. Die ~ gibt historische Umstände, die die Menschen aufrichten und veredeln, die allem
__ . Yerberrlichung des Todes, das Vergnugen an men chlichem Leid
a,the11sche d T . h d B .. , die Guten im Mensd1en zum Durchbruch verhelfen - <las beweist die Praxis der revolu-
_ i •..LL . d Lebens genenüber em nump es osen - all das w ,.1
Vergang 1u,..e1t es " .. . ur'Ue in tionären antifaschistischen Bewegungen, davon zeugen die Erfahrungen des soziali-
·-· •- ..L Kunst zu einer gangbaren Munze eigener Art.
der modem1,u:;u1en stisdien Aufbaus, und das spiegelt sich in vielen Seiten des modernen Romans. E
Die Liebe zumLeben dagegen geh~rt z~m innersten W~ n ~er revolutionären We!t-
gibt indessen gesellschaftliche Bedingungen - und aum davon zeugt die Literatur -,
an..cdiauung. Zugleich untersucht die Literatur des soz'.ahstJ chen Realismus furdit.
die <liesen Prozeß hemmen. Der Roman des sozialistismen Realismus ist berufen,
los die seelische Verfassung des Menschen, der physische und moralische Quale
diese komplizierte Wechselwirkung von Charakteren und Umständen zu untersudien,
durdtlebt, der sidi an der Schwelle des Todes befindet. «Die junae o Garde• von n
um echt sozialistischen Prinzipien - und das bedeutet auch echt menschlimen Prin-
A. fadejew und •Das Todesurteil• von E. Kasakewilsch, «Die Prüfung• von Willi
zipien - im öffentlichen und privaten Leben der Menschen zum Triumph zu ver-
Bredd und •D~ !iebte Kreu.i:- von Anna Seghers, «Das Leben wider den Tod• von
helfen.
Marie Pujmano1'a und •Romantik• von Nazim Hikrnet - diese und andere Romane
ü ist natürlidi, daß in den europäisdten volksdemokratischen Ländern während
die internationale Anerkennung errangen, verkünden den Triumph des Mensdie '
der ersten Nachkriegsjahre Romane und Erzählungen über den Werktag der Völker,
des siegreidien Kämpfers, ü.ber Furcht und Tod. n,
die ein neues Leben aufbauen, erschienen. Ein bedeutender Teil dieser Büdier hielt
D. ie _fomduittlidten
. .Sdirift,teller stützen sich auf die realen Erfahrunge n der revo1u- jedoch der Prütung durch die Zeit nicht oder nur unzureichend stand.
boDMen. kommun, .tischen Bewegung in aller Welt. Der sow1·etische Leser kennt VJ·e1e
Worin lag ,der Fehler dieser Romane - in der Konfliktlosigkeit? Durchaus nicht.
aulhenhsdie kugn1~ hohen meMChlichen Mutes - den Brief Ernst Th " )
· Mi ef a manns an Man kann keineswegs sagen, ,daß in so bekannten und seinerzeit Neues darstellenden
~en i tg angenen in Bautzen, die Briefe von Antonio Gramsci und Julia G .
die Ahsdriedssdire'he .. . n nmau, Büdiern des ersten Nachkriegsjahrzehnts wie «Kohle• von $cibor-Rylski, der Ro-
. , n franzos1scher Widerstandskämpfer deu tscher tschech'sm
man «Der Mensch stirbt nicht• , mit <lern die Tetralogie «Zwisdien den Kriegen• von
spanisdier Antifaschisten. Diese mensch!' ' ' I er,
drs fortsdu„tt1·..1. I\ ichen Dokumente erlauben uns, die Psyche K. Brandys abgeschlossen wird, die Werke «Ohne Chef• von T. Svatopluk oder
t twen fensdien unserer Z . . f
komplizierte Dialekt'k 'hre Ge „ eit lte er zu erlassen; sie enthüllen die •Mensdien an unserer Seite• von E. Claudius sich die Handlung glatt und ohne
i I r fühle-di L' h
den und dll! stolze s·m-Abfi d . e ie e zum Leben, zu allen irdischen Freu· Dramatik entwickelte. Im Gegenteil, es gab hier viele dramatische Ersdlütterungen
. J n en mlldem T0 d . N
In vielen nationalen Bef . im amen der gerecliten Sache. und scharfe Wendungen des Sujets, Saboteure und feindliche Verschwörer traten auf,
E' rernngsbewegu .
igtnscliaften, die der M hrh . ngen unserer Zeit offenbaren sich die edlen die mit dem kapitalistischen Westen in Verbindung standen, wie auch Mörder, die
sdtrieb seinene,t
. . über di eV e1t. der
. Mensdien potentiell . . .
eigen smd. Lew Tolsto1
.
aus dem Hinterhalt schossen. Die Sclrriftsteller bemühten sich, die heftigen Zusam-
~ . . e erte1diger von Se 11
eines Jeden sdilummert . wastopol: «Auf dem Grunde des Her- menstöße der Klassen ru zeigen - die Wirklichkeit selbst lieferte ihnen ja gcnüge <l
wird · dodi • Jener edle Funk d Stofl dazu. Es gab aber auch andere komplizierte Probleme im Leben der sozialisti-
sdii ' dieser Funke ist noch e, er aus ihm einen Helden machen
' d<tsalbafte 1M·inute, da er z Flazu sdtwadi ' um heII zu brennen - es kommt die · sdien Länder, die von den Romansdiriftstellem in der Regel umgangen oder allzu
1l1r . •ull!e J ur nune fl
Mövli..L• . r ahrhundert ist über ·..1. au odern und gr oße Taten beleudlten vereinfadit
I y behandelt wur den. v __ f d 91·eh in den letzten Jahren
e uu;eit des H ld re1u1 an sOldi
Wi~lidil: . . e entums, die in d eo schicksalhaften Minuten. Die m erlauf -des literarisch-ideologisd1en NHll'P es, er . • ••
Ct!- 10 Versdt'1 er mensd)!'1cft . . . .d A {b nd der Arbeit 1D e1rugen
edenenhisto :•..1. . en Natur angelegt ist, wird zur entwickelte wurde das Thema des soziahst1s 1en u aus u
r"'Ulen S1tu · . L" d .' . .. "II' von der Tagesordnung ab-
ationen, m verschiedenen Ländern, an ern m den Hintergnrnd gedrangt oder gar vo ig
,, .
. d,er Realismus im Roman
. o:ia/i!lll Tamara Motyljowa: Sozialistischer Realismus ini Roman
1/otl'iJOll /1 · •
ramara . . 1 schien dieses Thema m Verruf
5duiftstel er . gerate . ...,trafe ,·erbüßt haben, und •abgesägte• leitendeAngestellte. Kare! KratochviJ
mand1rr n . ihre - . . '
l< itl lfenherzig und em wemg zusammenJianglos von seinem Lehen erzählt, scheint
1 In den Augen . . .1 L.
F~ · ... dien soziah~L•~H·n tleraturen ind
. . . d europatS . . esse d;;r:t einfach ein ~~divogel_ zu sein, _ein heschr~ter Spießbürger. Dom je mehr
zu sein.. z ·1 treten in en . G nwartsthemal1k wtrd aiud1 dort Wi d n \: f;rtählung vonvärt~~chre1t.et un~ SJch parallel mit dem Gang der Ereignisse auf
d letzten r,ei f Die e!!C . e er 111·
In er Tenden1en au · . . f -t in \'ergessenhe1l geraten sch.i d Bauplatz das Knauel der Ennnerungen des Helden ahwid<elt, ,desto näher
·nteressante • itweihg a, en. E
neue J • esetzl wo ~Je ze über den Aufbau des ozialis s Jertt vir ihn kennen, und Sympathie f"ur I'hn erfüJ•1t uns. Kare! - ein tüditiger
ihre Red1te eing ' nd Erzählungen lllUs ge.

-
1erneJ1 1
;eder Romane u _ I• man ie vor zehn oder mehr Jahren 8,,i._. . rund ehemaliger Frontsoldat, der auf einen Verwaltu11i,asposten gestellt wor-
werden II . h viel ander.,. a . f eh d N "'lfleb AJbe1te . .
. ben und z11ar se r _..1. beseelt. nicht ein a as eue darzust II · r _ durchschaute rucht die Madienscha.ften seines Direktors bis dieser ein-
,.dine . . dem Wun!:iw "chli--L k e en 1~
, rfasSl"J sind von
J11re 1e
. . 't dieses Neue tatsa m ommunisti•,,1. . '
"f n 10w1ewe1 ""'1 l8t
rrt wurde. (Vielleicht waren das aber gar keine Madienschaften' ?) So oder so,
sondern auch zu überpru e .' zialismus ausgibt, diesem aber in W'.irk!idik . · gespe · M"h
'arel entging rrut u e un d Not emer
. harten Bestrafung - man versuchte ihm das
' . bt dem wa, s1dt a1• eit
'ie ,md bestre ' , G 'dtt zu reißen. :ukett «Komplice eines Sdiädlings» anzuhängen. Soweit die Vorgesdiichte. Ist es
fremd ist, die Ma•ke • •orn esi • wieder von der aII lag „ l 'd
1 1en Arheit des La...i
1
..n,nderlich, daß Kare! Kratodivil auf seiner .neuen Arbeitsstelle die erste Zeit
Romanen lesen wir . '"-1· vern~
In mehreren neuen . her diese Bücher wiederholen nicht das • ..1. iiber bemüht ist, ich möglichst still zu verhalten - mein Name ist Hase? Mannig-
oder Ingenieurs, a au1on
manns, Maurers
Th a des •Pro bonsr
duk . omans•. Es handelt sich auch nicht nur dar
bekannte em . "h üb einzelne, konkrete menschliche Smicksale in!
um, faltige Episoden, kizzen und Reflexionen sind zu einem großen durdigehenden 1
'fhema vereinigt - es geht um die Aditung vor dem arbeitenden Mensd:ien. Verweise
d ß d' Autoren sieb na er er or-
a ie . "]l'o- hrlidten Willen hatte aud1 Eduard Claudius, als und administrative Willkür, Verdäd:itigungen und fia.lsdie Anschuldigungen - das
mieren wollen - diesen vo 1o e . er
'f ..1. an unserer Seite• arbeitete, und auch Jan Otcenasek l alles ist für Kare! und seine Kollegen viel sd:iwerer zu ertragen als die Enge in den
an dem Roman • n ensmen . . . . . , as
. B ..1. A cb dieser Ton muß klingen• schrieb. Wichtig i t, daß sicli . Baradcen und die sonstigen Sdnvierigkeiten des Alltagslehens. Kare! Kratochvil, der
er 6e!D erstes um • u . . . . . 1n
den neuen Buu,em „ ..1.
- wenn auch mit versdtiedener Tiefe - <l1e hJStonsclien Ejah a ·
schon einmal wegen seines uneigennützigen Fleißes und seiner Leichtgläubigkeit
rungen der letzten Jahre widerspiegeln und <.laß„Charaktere und Schicksale der Men- leiden mußte, stößt auch auf dem neuen Arbeitsplatz mit Mensdien zusammen, die
sdten gerade im Lidite dieser ~rfahrungen geprüft werden. bestrebt sind, ihm eine schändliche Moral heiruhringen: Wo gehobelt wird, fallen
Die Verfasser dieser Bücher polemisieren mit naiven, romantisch idealisierenden päne, es ist am besten, niemandem zu trauen, und wenn man vertraut, kiann man
Vorstellungen vom ozialismus. Die Erbauer der neuen Gesellschaft stoßen nidit sidi immer wieder die Finger verbrennen, und das nid1t nur ein- und zweimal. Kare!
nur mit Klassenfeinden zusammen, sondern audi mit Antagonisten in ihrer eigenen sieht den Schuldigen an seinem früheren Unglüd<, den Karrieristen Sveda als Mit-
Umwelt, mit Gegnern, die nicht leimt zu erkennen und zu bekämpfen sind. In kom- glied einer Regierungskommission, die auf dem Bauplatz eingetroffen ist, wieder.
plizierten ideologisdten ull<l gesellsdtaftlichen Konflikten bildet sich ein neuer Held Die bittere Lebenserfahrung Karels festigt jedodi in seinem Bewußtsein die ein-
heraus - nicht •himmelblau• und nicht makellos, nicht frei von Fehlern und Schwä- fachen Wahrheiten : Man muß so leben, daß man sid1 nicht zu sd1ämen braucht, man
dieo, aber fähig, unter sdiwierigen Umständen für die Wahrheit des oziali.smus muß leben, ohne ich zu beugen, an die adie der Partei und an seine Genossen
einzustehen. glauben und für ie einzutreten verstehen .. . Nicht alle Seiten des Romans sind
... Der Roman •Das RückgMt• (1963), das erste größere Werk des tsdiechischen gleichmäßig gelungen; sowohl Sveda als ~ud1 eine andre Gestalt der gleidien Kon-
Prosaikers Ladislav Bublik, trägt den Untertitel •Aus dem Ta"ehudi eines un· zeption, die üherwachsame Denunziantin Ruzena Kafkova sind sehr linear, ohne be-
0
bekannten Bauarbeit D F .
od . ers•. er orm nadt ermnert das Buch tatsächlich an Notizzettel sondere Tiefe gezeichnet. Dagegen ist die Psychologie des arbeitenden Menschen.
er em Tagebudt. Die ungekünst lt Sehr 'h . der Prozeß der aJJmählichen moralischen Aufrichtung, der in dem Helden des Ro-
h di 'b ee et weise des Autors läßt anfangs auf-
or eo: gi t es hier zuviel zufälli . .
;ie. Mao spürt d Bh' ges, ungesiehtes Matenal? Dann aber bezaubert mans und seinen Arbeitskollegen vor sich geht, glaubwürdig.
, a 1er auch etwas „ nlicli
Zu Beginn der f"nf . perso Erlebtes aufgezeidmet wird. Widitige mora!Jsche Verallgemeinerungen sind in dem Roman •Agnieszka, die Todi-
u z1ger Jahre auf einem ß B ter des Kolumbus» ( I 964) des kürzlich venitorbenen polnisdien Schrjftstellers Wil-
Unter den Bauarbeite . d f „ gro en auplatz in der Tschechoslowakei.
rn sm rühere Tagel"h .
0 ner, ente1gnete Bourgeois, Verhred1er, helm Mach enthalten.

102 103
. . d,er Realismus im Roman, Tamara Motyljowa: Sozialistischer Reat1•smus im
• R
• 50:it1{1S(IS oman
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arll Mot) 1 • dien , ad1kncg
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'-'Ilet . rdltung der Farben war für den RomanverfaMer I d'1
. y c!l 1 . .. . no wen g, um Kontrast
13i1d dcS P. , _ z11-eifel hervorrufen: Wan • d11iiq p,e v fl ikt zweier ungewohnl1cher Charaktere profilierter hera b. .
R ,30 a s 1 ßh<,. . f II n Seht d l' on .. r „ uszuar e1ten. Dieser
n di1'"'en on f den ersten_ f d1ter im Kriege o-e a ener Partis d~~ 11ll f!"kt wird durdl person 1che Gefuhle kompliziert. Balcz ist von dem . ndl'ch
wenn mB au die O • d • anen " fJ I b . Juge I en
- "cnig,-1c1l!- ,i,wanie<:, 1·eJt ihre Ausbil ung 1n Volks I -.., ist l'o . t,.gnicszkas bezau ert, sie selbst fühlt sich ebenfalls d'
er . •eszka t- 0d er u Po en ·ebre1z . . zu 1esem seltsamen
k800 ..ich? Ag01 f wad1'cn
IleiJ vor . . au ge
° Cl obrycziu
,,: und lernt dort beinahe u .. · Sie
l"wur1. J.,1 ·J(i"en Menschen nut semem so unsinnig gestalteten Sch'-'· 1 h"
.,.,coWI o . • lU\sa 1ngezogcn.
8
• Kinderheim. d • Dorf ir Ohne jede Kontrolle wird das l) "18ige 110 de!ll aber smd Balcz undAgrueszka unversöhnlicheAntagonisten W'lh lmM
int11nenl ·o in o.; . kennen- . Orf "'rotz . · 1. e ach
t ah· Lehren d ·('(!enheit d sidi mit emer Schar ZecliJc "011 , ·Jits vereinfachen, er stattet Balcz mit Geist Eneririe und A f 'cht:i' k .
l oOllll .. d A]Jge:- II Balcz, er . . unii>att will n1 . . , o u n g e,t aus.
. itivitat un ten) ;7,enon d' Veränderungen, die die vofksd el\ Vm sO draroauscher ist der Z~sammenbruch, zu dem er seinen Helden führt . Balcz
Pnrn rfiilte> O
id1t ie . • . eniok
0
Sohrs tD . •-tan sieht . "edankenllef bc1sp1elsweise in ,L l'it, ehl frei willig aus Chro~ryczk1 fort, ~achdem er seine Niederlage eingestanden bat.
dern regiert• 1• ( nd die so r: uer t
,eben hat, . .eh brachte u , .8 Dombrowska dargestellt sind) t, g man die ausgezeichnet geschnebene Szene der ersten Sdmlstunde A k
UJllo ~ rn1t s1 1
f von i • ar1 .. l 1/el'lll . . gnesz ns
·;die Ordnunc . f dem Vor e• qft; 1 und Ort der Handlung be=•ß · lll
u Hochzeit au
zählung • .. d r Verfa.ser, e
=
r habe
die beiden Hauptpersonen handeJ . t
.. ,. t llid) . t erinnert man sich an die Wanderlehrerinnen aus der kla sischen polnisch
]Je5 , • .. en
erklärt e denen n, ¾id prosa, wie Johanna. Llpska aus der
.. Erzahlung «ABC• von Eliza Orzeszkowa oder
Nachwort . Umstände, unter ch zeitmäßig versd1oben - das braudit f räulein S~ani_slawa -~us _der Erzablung_•Die ~nbeugsame• von Stefan ieromski .
. ·ert o,e . lleicht au ea1· .. d R e der
pri~• · . ·ut und v1e . Ab idlt. «Die R 1tat es omans . . Agnieszka ist I~~ ahnhch und a~ch mcht. Wichtig ist, daß sie ein Kind der beu-
·rotlid1 iugesp1 "eh seiner s . . ' Wie id)
abs1 Verwirkh ung „ht bin, ist in erster Linie MentaJir- ti"en zeit ~st; fur Sie besteht der Sinn des Lebens nicht nur dan'n , den Ki ndern des
iftsteller zur . k]idten beffiU . . at llttd
Sdir d zu verw1r . de idl versd11edene Illlr bekannte p.1. " rfes Kenntnisse zu vermitteln, sondern auch darin, die uralte Lebensweise ge-
sie ,erstehe un eo Dazu verwen . . "'-len V0
b.,t•efühl der Mensch . und Daten der Geschehru e frei. verarbeite, inde '

"riindet auf Unwisse nb'e1t undKonservatismus, auf w;mkür einerseits und blinder '
Sei. o _L., nach Forlll, Maßstab n Ort und Zeit in eins zusammenfasse III Unterordnung andererseits, von Grund auf umzugestalten. Aus dem Konflikt mit
die 1di auw Bestiilllll-ung vo , Was
. all d85 ohne genaue . chiedenen Gegenden kennengelernt habe _ d' ßalcz geht Agnieszka seelisch verwundet, zugleich aber gestärkt hervor _ sie ist zum
1di Jahr n lll vers as,
· .1. . ersdue<lenen e h •ßt auf Fabel und Erfindung bezogene) Ex18 •t wtiiteren Kampf für -0as Neue auf dem Dorfe bereit, ihr Horizont hat sich erweitert,
1U1 111 ' h fte (das e1 . . . . elll
ir für die roman a Wah h .1 und Phantasie, wichtig erscheint, widitig f" die Sdlwierigkeiten und die Ziele dieses Kampfes wurden ihr klarer.
• Jll m r~ •
r-talten, geboren a GJ::h]e Emotionen und Vorstellungen die d Der sdlöpferische Erfolg Wilhelm Machs ist von prinzipieller Bedeutung. Nadi sei-
der V<-' • rscruedener eiu ' . . . . ' en
die Besdireibung ve ,_:,eben Provinz eigen smd, und VIelle1cht nidi.t nem objektiven Sinn richtet der Roman sich nicht nur gegen schädliche Gebräuche
:ib I enen po= nur
Menschen in der ge eg d J(riege, und vielleicht nicht nur dann.• und Oberbleibsel, sondern auch gegen Stimmungen der Skepsis und sozialen Passivi-
lu1,ehnt nach em
dort, iIII ersten J8 d Es ist wichtig, das im Auge zu behalten wen tät. Madls Roman ist ein höchst dramatisches Werk, erfüllt von Energie der gesell-
d 'chtnur ann .. • , n
~icht nur dort un ni Ze Balcz nadldenken. Der tapfere ehemalige Offizier sdiaftlidlen Tätigkeit - es lohnt zu leben, es lohnt zu arbeiten!
. ..ber die Gestalt des non . . ~ . ' Unter den neuen Werken, in denen Grundfragen des sozialistischen Aufbaus auf-
wir u . en die Deutschen, der sich m emen (lerartigen •Kaiser von
der Held des Krieges geg _ was ist das eme · Entartung der P erso··n1·chk I
· De
ei.t? geworfen werden, ver<lient der Roman •Ole Bienkopp• von Erwin Strittmatter Be-
Kr"bwinkd• rerwan dd t hat ' . n aditung. Der Autor<ies «Wundertäters•, ein Schrütsteller von reifer und eigenwilliger
a . . hier audi die psydlologischen und gesellschaftJidten
Rolllllllverfasser interessieren Begabung, schuf erneut ein der Form nach höchst nationales, dem Aufbau der <leut·
Quellen des Despotismus. . . . . sdien Volksbüdler verwandtes Werk. Zugleich aber ist das Buch sehr zeitgemäß.
Die seelisdien Ersdiüttenmgen einer harten Knegszeit, die Erinnerung an Fehl-
sdtliige und Verluste an der Front, die unausrottbar eingewurzelte Gewohnheit zum Der Erzählstil des Romans mit seiner Fülle von volksliedhaften Rhythmen unrl
Kommandieren, zur Hemdtaft über die Menschen, und schließlich das erst nadt poetisdlen Leitmotiven entspricht aufs beste ,der Gestalt des Haupthelden. Ein
dem Kriegt aufgekommene bittere Gefühl des •verlorenen Glaubens• - all das zu- Wunderling und Pechvogel, äußerlich unansehnlidl, ohne Ehrerbietung gegenüber
saDllDtDgtnommen hat seine urwüdisige, unzweifelhaft starke Natur verdorben. der Obrigkeit, fähig, wenn erforderlich, für sich und andere einzustehen - das ist
Balcz, der seinerzeit Chrobryczki von den Hitlerfascnisten ,befreite, behandelt jetzt eine Gestalt, die seit eh un-0 je in verschledenen Varianten rler europäischen FolkJorc
selbst seine Dorfgen~ in despotisdier Weise. vorkommt. Ole Bienkopp ist verwandt mit Till Eulenspiegel und Colas Breugnon.

104 105
. eh Realismus im Roman Tamara Motyljowa: Soziafütischer Realismus im Roman
. o:ia/isns er
-1' ,ra- . verschiedenartigsten Probleme .. . Dabei ist Nootschs mJ 'eh
,ara J/ot) 1° d Yolb \\t•i,hrit und Kämpf .. .. rtc die .. . . .. . . u angr01 er
r an 'f ..11cr er er fu-r
vef'l'h obwohl unokonom1sch und ungleichmaßig, mit weitläufigen publizistischen
1
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rer Zeil- ra,, .0 11 den Wurlcln der deutsch das '
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rr i•I ein ~lcn> atlefS Ronian. 'f litionrn ausgeht. ist stellenwei5e tr~- ,11~r - ·r ,"'rn gesdirieben, von mitreißender Dramatik. Die brennen den Kon-
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Ai>fr . , lk - trillnl · _Jicn r.i< • • • sein ~b.;tli'' er Zeit verdichten sich in scharf herausgemeißelten Charakteren
Gliil'k drs \ o CS· .eben literan « 1 ken der :-,0111cthteratur aus den I er ' unser •
d r Jeu!.: . ne!l " er I L etzte fJiktC ·den Zentralgestalten des Romans sind ungewöhnliche Menschen. Der Bri-
lidiJ.eil un_ d r rendeOZ nad1 ie nendeProbleme aus~ cm andlehen beh n
p1r. bet Zimmerleute BaII a, em . Mann rrut
· goldenen Händen und streitsüchtigem
roblelllatik und h in denen brell . d man an kizzcn von W. O, atidelt
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.. ,.,Jichern Charakter, 1st gewohnt die «Politik» zu verachten und die Vor·
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d um eine ge111 SC ll1 lmkeit der s· trek, 1111,•crl rao
eil aller Art von oben herab anzusehen - <las wäre gelacht, oldie Meister

und J. D~ or - ·ne Entlehnung, -~·t ähnlichen Problemen konfrontie ~- ~r-etzl überall gebraucht! Der Parteisekretär der Baustelle, Horrath, steht Balla
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k . 1ein außergrwohnhch au <>epräo-•-
ren. ,,•erden kter~tärke nt'eht naeh • Er erringt. die A-'-
wtung des Brigadiers dadurdi daß
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M1 „..1,i„ und furchtlos gegen die Burokraten kämpft und für fort chrittliche
uon . 0le ß1enkopps „ für die gemem~ame ache. Wa auf d 1iartnal1' o . • .
Der Haupllllg 10 . verantwortuno . . . . . en er ·tsrnethoden emtritt. Horrath versteht es, sich zu den Arbeitern überlegt und
,bü"'erlichen „,.1,;,,keit erschemt, 1st m Wirklichkeit da
fühl der sl38l• ·c . d J-{ar!Jl&""t> . s ent- Arbe! al zu verhalten; unter seinem Einfluß wird Balla Mitglied der Partei und ein
Blid. als Eigensinn un •..1. pßicht. Ole Btenkopp handelt nach sei
mten . ..llschaflhu,er l\ d nein onforrll zcn Republ'k 1 berüh' roter Akl:!v1st.
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•.Ld ßewuß13ern g= , ..1. Personen nac.h dem 1un e, und er ist ;:L · der gan
"1"' te ·c1i ein/lußreiu,en . '4Ullt· •~ osilive Eigenschaft des Romans von Neutsch ist die Tatsadie, daß die Ce-
r • . :-tn er redet !11 1 K . ekretär Wunschgetreu Bienkopp und .
vc~ •"" ' . .L . Als der reiss . . . seine f:jne p der Haupthelden bei all 1.hrer E.1genwuchs1gkeit
.. · · rocht
· abgeschlos en sind
~• er 1iandle rimUg, . k . L • • ·ditigt rechtfertigt sich Ole Bienkopp. • h • stllten . . ,
zeu." . ächllg ei 1 JJU,1 ' • • nur dem in iih rer Entwicklung sichtbar wer,den. Im Gang der Handlung gibt es keine
Dorfgeno- n der Eigerun _ nicht nach rüdtwärts!» Wunsdigetreu ist ganz erbost·
deuchl, 1u1 •..1.
su ch nach vor"arts, .. . 1 1,estimmt d"ch a t 1'eh , nom .J. •
unrner die•
Part .• •,on .....uenommene EntseheL'dung. Der Autor ist der inneren Logik des Charakters
. d was rückwarts is , ' e1. ror11~;,o
"'ber feinfühlig und läßt seine Helden die in ihnen enthaltenen Möglichkeiten
,\ias vorwarts un . nk antwortet: «Idi stell mir die Partei bescheiden gegen U .
. belehren?• Bie opp . . . er ten In den letzten Kapiteln des Romans tauschen Lehrer und Sd1üler die
Willst du sie .. was man l'ebl i und fürchtet. Ist die Partei em selhstgef"I a- en tfal ·
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,or. ....,eigter anzuhoren, .1
Plätze. Balla, der sich seinerzeit dank Horraths Unterstützung aufgericht.et hat und
. Gott? AuchidibindiePartei.• . . . . . olitisch gereift ist, kritisiert nun seinerseits Horrath, und unterstützt ihn moralisch,
hger · . . d R an durchaus rocht wie em eigenamger Anardiist
0le Bienkopp sieht in em om .. . . K I k. . . : ls ,diesern Übles widerfährt. Gerade Balla, der junge Facharbeiter, wird zum Trä-
f h adelt. Er stutzt sich auf die o le tivmemung seiner
aus. der ohne fremde Hil e a . . er der hohen moralischen Ansprüche, die das ideologische Wesen des Romans be-
Vermädit111s semes verstorbenen Freundes, des alten
Dorfgenossen, er folgt dem . . !tinunen, Der Weg Ballas in die Partei war nicht leid1t, aber als er zur Partei ge-
. A D"rr der in seinen Augen gleichsam die Vernunft der Partei
Kornmurusten nIon u , , kommen ist, will er die Reinheit ihres Banners hüten.
die Kraft ihrer Ideen und Traditionen verkörpert. Strittmatter gibt andererseits
Als Epigraph zu seinem Roman wählte Neutsch die Worte Brechts: •Die Mühen der
deutlich genug zu verstehen, daß Bienkopps Antagonisten in keiner Weise als Trä-
Gebirge liegen hinter uns. Vor uns liegen die Mühen der Ebenen.» Jede historische
ger sozialistischer Parteilichkeit gelten können. Mit Recht schildert sie der Verfasser
Epoche stellt den Völkern, die dem ozialismus entgegengehen, ihre eigenen Pro·
mit vernichtender Ironie, als Menschen von gestern. Episodisch tritt in •Ole Bien-
bleme und gebiert ihre eigenen Konflikte. Davon zeugen auch die vier Bücher aus
kopp- ein völlig anderer T)'P des Parteifunktionärs auf - der alte Bezirkssekretär
cle~ Jahren 1963 und 1964, von denen im vorstehenden gesprochen wurde. Sowohl
Karl Krüger, der sidi bemüht, dem Arbeitsstil Lenins zu folgen.
<ler in der Schreibweise kunstlose Tngehuchroman von L. Bublik als aud1 der dem
Nadi •Ole Bienkopp• fand in der Deutschen Demokratischen Republik der Roman
Sujet nach eindrucksvolle Roman von W. Mach, in dem Echtheit des Alltags mit
•Spur der Steine• von Erik Neutsdi das lebhafte Interesse der Öffentlichkeit. Die
Relativität gemischt ist, «Ole Bienkopp» von Strittmatter, wo lebendige Gegenwart
versdiwenderische Fülle des Stoffes ist nicht nur ein Vorzug des Romans, sondern
stellenweise auch sein Mangel. Der junge Romancier war bestrebt in sein Werk all in das Gewand folkloristischer Stilisierung gehüllt ist, wie auch das vielschicht~e
das hineinzupadcen, was er in den Jahren seiner journalistischen ;ätigkeit erfahren Werk von Neutsch, das psychologisches Drama und Produktionsreportage in sidi
und gesehen hatte•er führte V1·eileimt
·..1. a1lzu viele Personen in die Handlung ein und aufgenommen hat - diese Bücher ind, jedes auf seine Art, charakteristisch für die

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Tamara Motyljowa : Sozialistischer Realism .
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neuen ihrem Geiste nadi modernen Tendenzen dn der L 't
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Je näher wir mit drn internationalen Erfahrungen der Schrif Ztalist~
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von den Ideen des Kamp fes f ur , ozia 1smus un Kom'lllu . tsteIIet, d ~Q
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werden, desto kJarer wird uns, daß es keinerlei Verzeichn. eseelt
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Regeln oder Leitsätzen gibt, in denen man die Vielfalt di is~ Von t, he¾ ~~
menfassen könnte. Dabei wird diese Vielfalt noch weit eser Etiahru allgelllei 'ltit
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auf dem Gebiet des Romans. Selbstverständlich mbt a'-t!Sen . ll , ~
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Sdiaffenspnnz1p1en m .der Kunst ,des soziahst1schen Realis
risdte Zielstrebigkeit, künstlerisdien Reim.turn und Kraft" miu~, die di,
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