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Die Weimarer Klassik

Stichworte:
 Die Etymologie: Klassik/klassisch ist ein Begriff, der aus dem Lateinischen
stammt. Ursprünglich bedeutete das Wort classis das Vorderschiff einer Flotte.
Mit der Zeit erlangte es die heutige Bedeutung: Blütezeit einer Nationalkultur
 Teilhabe am philosophischen System des deutschen Idealismus
 Epoche der formal perfekten Kunst
 Abgrenzungen zu: Sturm und Drang (Natur- und Gefühlsschwärmerei);
Romantik: (Entgrenzung, Universalpoesie, Fragment)
 Orientierung an den Ideen der griechischen Klassik und der Aufklärung; das Bild
der griechischen Klassik orientiert sich an der Auffassung Winckelmanns: „Edle
Einfalt und stille Größe“.
 Leitbild: „Das Gute, Wahre, Schöne“: Die Nachahmung des „Schönen“ soll
sowohl zur ästhetischen als auch zur sittlichen Vervollkommnung des Menschen
und der Gesellschaft beitragen.
 Blütezeit der Entwicklung aller drei literarischen Gattungen: Lyrik in allen
Formen (Goethe, Schiller, Hölderlin); Drama, vor allem in den Formen der
Tragödie und des historischen Dramas, weniger der Komödie; Epik in den
Formen: Bildungsroman (Goethe: Wilhelm Meister, Jean Paul: Siebenkäs),
Ballade (vor allem Schillers Balladen)
Ideale:
 Humanität (Erziehung zur Menschlichkeit im Dienst der Menschheit)
 Harmonie (Versöhnung von Körper und Geist, Gefühl und Verstand)
 Formvollendung (Überformung der Widersprüche in sprachlich perfekter
Gestalt)

Friedrich Schillers Schriften zur Ästhetik


Begriffsbestimmung:
Die Ästhetik ist die Wissenschaft vom Schönen in Natur und Kunst. Als Begründer
dieser philosophischen Disziplin gilt Alexander Gottlieb Baumgarten (1714-1762). In
seinem unvollendeten Werk Aesthetica versucht der deutsche Philosoph die sinnliche
Erkenntnis des Schönen analog dem rationalen Denken darzustellen. Der Begriff
„Ästhetik“ ist auf das altgriechische Wort aesthesis (=Fühlung, Sinneswahrnehmung)
zurückzuführen.

Schiller und die Ästhetik der Klassik:


Schiller übernimmt von Immanuel Kants (1724-1804) Philosophie wichtige Impulse. Das
wichtigste Thema in Schillers Überlegungen ist der Mensch als ein „Mittleres“ zwischen
der unsterblichen Gottheit und der vergänglichen Natur. Der Mensch ist mit anderen
Worten sowohl ein intelligentes geistiges Wesen als auch ein Tier. Schiller betrachtet das
„Schöne“ als ein „Mittel“ die beiden Elemente der menschlichen Doppelnatur
miteinander zu versöhnen. Dabei fasst er diese Polarität in den Begriffspaaren: Natur und
Vernunft – Sinnlichkeit und Idee – Stoff und Form

Die wichtigsten ästhetischen Schriften Schillers:


 Kallias oder über die Schönheit (1793)
 Über Anmut und Würde (1793)
 Über die ästhetische Erziehung des Menschen in einer Reihe von Briefen
(1795)
 Über naive und sentimentalische Dichtung (1795/6)
 Über das Erhabene (1801)
Über Anmut und Würde
Der Essay fasst Schillers Auseinandersetzung mit Kant zusammen. Er veruscht die Frage
zu klären, was Schönheit ist.
Anmut (veraltet) = Liebreiz, Wohlgefälligkeit (der Bewegung), Grazie

Johann Wolfgang Goethe: Faust

Historisches zu Doktor Faust:

F. lebte von 1480 bis 1540, er galt als großer Gelehrter und Magier seiner Zeit, der
Renaissance: er war Nekromant (Schwarzkünstler), Chiromant (Handleser), Alchimist der
Grundelemente (Luft-, Feuer-, Erd- und Wasserdeuter). [Die Alchimisten (Vorläufer der
Chemiker) versuchten aus verschiedenen Zutaten Gold zu erzeugen.] Daneben war er
Astrologe, Wahrsager etc.

Bei aller Wertschätzung der Person wurden ihm Anmaßung, Kirchenfeindlichkeit,


Unzucht u.a. vorgeworfen, er war für die Menschen seiner und der folgenden
Generationen eine ambivalente Figur.

Nach seinem Tod wird er zur Legende: zu einem großen Erfolg wurde eine Sammlung
seiner Abenteuer mit dem Titel Historia von D. Johann Fausten, erschienen 1587 in
Frankfurt, die allgemein als das Volksbuch von Dr. Faust bekannt wurde. Dieses
Volksbuch wurde des öfteren bearbeitet und ergänzt. Goethe kannte die Ausgabe von
1674, die vom Nürnberger Arzt Nikolaus Pfitzer stammt, und bis 1726 sieben Auflagen
erlebte.

Bereits 1588 verfasste der Engländer Christopher Marlowe das Drama The Tragicall
History of Life and Death of Doctor Faustus, das in ganz Europa von wandernden
Bühnen aufgeführt wurde. Bei Marlowe will Faust Macht über die Welt erringen, er
"strengt seines Geistes Kraft an, Gottesgleichheit zu gewinnen". Er scheitert
schlußendlich an seiner Anmaßung und wird vom Teufel verdammt, hat aber die
Sympathie des Renaissance-Publikums. Aus der Marlowschen Version entwickelte sich
eine Aufführung für Puppentheater, die Goethe gesehen haben dürfte. Ab 1770 beginnt
sich Goethe mit dem Stoff zu beschäftigen, den er erst 1832, kurz vor seinem Tod,
abschließt.