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03402 Kurseinheit 1

Survival-Info-Kit

*Last Minute Rescue*

Eingefügt aus <http://futuramathemovie.info/wp-content/uploads/2007/08/leela-futurama.png>

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Kapitel 1: Planung und Zeitmanagement
1.1 Ziele
- Grundlegende Voraussetzung für intendiertes Verhalten
- Zielsetzung = Technik zur Leistungsoptimierung (mit Zielsetzungen Studium optimieren)
- Abgrenzung: Ziel = explizit (bewusst); Motiv = implizit (begrenzt bewusst)

- Zielhierarchie
 Unterteilung in Unterziele & Endziele Wurzelwerk!
 Zielanalyse: Ausdifferenzieren von Ziele auf verschiedenen Ebenen
 Studienplan: Grobe Abschnitte & 'Meilensteine' des Studiums, Modul- & Kursbelegung,
Termine…
 Semesterplan: Detaillierter Gesamtstudienplan, festgelegte Ziele (auch Teilziele), Termine …
- Konkretisierung der Ziele:
 Qualitative Ziele (Was tun?) – Quantitative Ziele (Wie viel tun?)
- Begründung der Ziele:
 Warum möchte ich ein Ziel erreichen? Persönlicher Zugang erarbeiten. Motivation…

1.2 Zeitmanagement
- Zeitbedarf
 Abhängig von: intellektuellen Fähigkeiten, allgemeine Fertigkeiten, Vorwissen,
Anspruchsniveau, Arbeitsmethoden.
 Zeitbedarf protokollieren (Selbstbeobachtung, Durchschnittswert, Bedarf abschätzen)
- Zeitplanung
 Zeitdauer festlegen, Arbeitsphasen definieren, Pausen berücksichtigen (viele kleine,
frühzeitige Pausen!)
 Zeitreserve einplanen (15% der Arbeitszeit als Zeitpolster!)
- Integration in den täglichen Tagesablauf: Der Stundenplan
 Was tue ich wann und wie lange? Wie viel Zeit soll/muss ich investieren? (u.U. individuell
sehr unterschiedlich).
 Ziele parallel verfolgen, Ressourcenmanagement für „Zeitverschaffung“
 Bestandsaufnahme (Tages-/Wochenplan), Übersicht über Aufgaben & Tätigkeiten
 Prioritäten setzen: Aktivitäten notwendig/sinnvoll? (Zeitdiebe!)
 Hilfsmittel um Zeitbudget einzuhalten

1.3 Motivation durch Belohnung


- Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!
- Allgemeine Verhaltensoptimierung: Sich für geleistete Arbeit belohnen! (Hedonieliste)
- Arbeitsumfeld möglichst positiv gestalten
- Lieber/effizienter/präziser arbeiten! Ziele angemessen festlegen! (konkret, präzise, ehrgeizig)

1.4 Procrastination
- Freizeit ↔ Arbeit  Freiheiten der Zeiteinteilung = Fluch & Segen!
- Selbstkritisch sein, analysieren, entgegenwirken!
- Formen: Alltägliches Aufschieben, problematisches Aufschieben, hartes Aufschieben, Blockade
- Ursachen:
 Emotionale Faktoren (Ängstlichkeit, Versagensvorstellungen)
 Alter (je älter desto schlimmer)
 Zeitdruck (je näher die Klausur rückt, desto eher beginnt man zu lernen)
 Aufgabenmerkmale (je mehr Zeit zur Verfügung, desto später wird begonnen)
 Unklarheiten (mehr Zeit mit Klärung als mit Erfüllung von Aufgaben verbringen)
 Kognitive Faktoren: hinderlicher Perfektionismus!

Zitat Dr. Gerhard Ströhlein: "Typisch für Procrastination ist, dass irgendwelche Gründe dafür benannt werden ...."
Eingefügt aus <https://moodle.fernuni-hagen.de/mod/forum/discuss.php?d=181184>

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Kapitel 2: Lesen von wissenschaftlichen Texten
 Mit Aufwand verbunden, v.a. psychologische Texte in Englisch. Wichtig weil: die neusten, meisten
& viele der besten & interessantesten Texte in Englisch!
 Erfordert geeignete Rahmenbedingungen: Ruhe, keine Störungen & Unterbrechungen,
ausgeschlafen sein, ausreichendes Licht, etc.
 Prozess, der vor- & nachbereitende Phasen einschließt. (Fragen in grau, s. unten)
2.1 Wissenschaftliche Literatur suchen & auswählen
- Was soll ich überhaupt lesen?
- Bachelorarbeit: Literatur zum Thema suchen, bewerten & auswählen: In der Lage sein, geeignete
wiss. Literatur zu suchen & auszuwählen.
- Lernen, seriöse/wiss. von unseriöser/pseudo-/nicht-wiss. Literatur zu unterscheiden!

2.2 Wissenschaftliche Literatur lesen


- Wie kann ich diese wissenschaftlichen Texte am besten lesen & verarbeiten?

2.2.1 Lesetechniken: Lesen + Lesevorbereitung + Lesenachbereitung


SQ3R: Survey, Question, Read, Recite, Review: Effektiver Lernprozess enthält: Klärung des
Leseziels, Planen der Lektüre, Aufrechterhaltung der Konzentration im Leseprozess, Überprüfung
von Leseergebnissen, Wiedergabe des Gelesenen
 SURVEY: Verschaffe dir einen Überblick!
Überblick verschaffen, Kernaussagen eines Textes identifizieren. Kursorische Lektüre bestimmter Teile &
Abschnitte sinnvoll (Vorwort/Einleitung/Zusammenfassung, Inhaltsverzeichnis, Kapitel- &, Unterüberschriften,
Tabellen, Abbildungen, zusammenfassende Abschnitte, Sach- & Personenregister), Hauptaussagen
aufzuschreiben.
 QUESTION: Stelle Fragen! (Wichtig fürs Textverständnis!)
Was erfahre ich in diesem Abschnitt über das Lesen wissenschaftlicher Texte?
In welchen Punkten unterscheidet sich der Text von meinem Vorwissen? Was finde ich überraschend? Was steht
im Widerspruch zu meinem bisherigen Wissen bzw. Vorannahmen?
Wie argumentiert der Verfasser um seine Position zu stützen?
Ist die Argumentation schlüssig?
Welche Hypothesen werden gestützt, welche widerlegt?
Was ist neu? Welche Inhalte kenne ich bereits durch andere Texte?
Welche Fragen entstehen beim Lesen bzw. welche Fragen wirft der Text auf?
Welche Anregungen für die weitere Lektüre stimuliert der Text?
 READ, RECITE, REVIEW: Lese, „rezitiere“ & bewerte!
1. Inhalt des Textes verstehen, Argumentation nachvollziehen, Text wichtig nehmen.
2. Inhalt in Frage stellen, zweifeln, kritisch bewerten: Stimmt das? Was könnte falsch sein?
Text kann man erst dann fundiert kritisieren, wenn man ihn richtig verstanden hat.
Texte mit unterschiedlichen Haltungen lesen & bewerten: Mit affirmativer Haltung ("Alles ist richtig") und mit
skeptisch-kritischer Haltung ("Aussagen sind komplett falsch")
„Übersetzen“: Unbekannte Fachbegriffe nachschlagen! (Indikator für intensiver Leseprozess)
Markieren von besonders zentralen Begriffen & Aussagen
 Nicht zu viel markieren! Zentrale Begriffe & wesentliche Aussagen eines Textes identifizieren; von den Fragen
leiten lassen.
 Markieren besonders sinnvoll mit Randnotizen, Kommentaren & Exzerpt kombiniert.
 Gelesenes wird besser behalten/verarbeitet/gespeichert, wenn man nach zusammenhängenden Abschnitten
kurze Zusammenfassungen schreibt
Lesegeschwindigkeit: von personalen Merkmalen & Textmerkmalen abhängig.
Lese- & Verarbeitungsgeschwindigkeit: verbessert sich mit der Zeit; protokollieren!
Gelesenes aufbereiten & verarbeiten: Lesen alleine reicht nicht! Also: Exzerpieren, strukturieren
& evtl. visualisieren. Mündliche Wiedergabe des Wesentlichen und/oder kurze schriftliche
Zusammenfassung fördert Speicherung des Gelesenen. Teamarbeit kann hilfreich sein.

2.2.2 Hinweise zum Lesen eines empirischen Zeitschriftenartikels


- Aufbau eines empirischen Artikels
 Titel: Zentrale Konstrukte, wichtige Schlüsselbegriffe. Haupttitel & methoden-/theoriebezogene Untertitel.
Relevanz des Titelinhaltes: Lohnt es sich den Art. zu lesen?
 Abstract: Inhalt des Art. kurz (100-150 Wörter) & bündig: Zielsetzung, theoretischer Ansatz, Methodik &
gewonnene Ergebnisse + abgeleitete Schlussfolgerung. 6-8 Keywords (Charakterisieren Inhalt des Art. &
erleichtert das finden in einer Datenbank).
 Einleitung: Einführung in den aktuellen Forschungsstand, zeigt Relevanz auf. Informiert über das Ziel der Studie:
Präsentation der Fragestellung; krit. Zusammenfassung vergangener Forschung auf aktuelle Studie fokussiert.
Überleitung zur aktuellen Studie. Beschreibung der abhängigen & unabhängigen Variablen & der Hypothesen.

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Überleitung zur aktuellen Studie. Beschreibung der abhängigen & unabhängigen Variablen & der Hypothesen.
 Methodenteil: Hoch standardisiert, höchste Ansprüche an Präzision & Klarheit der Informationen.
1) Charakterisierung des Forschungsdesigns, Angabe der Anzahl von Variablen & Messungen
2) Beschreibung der Stichprobe
3) Benennung & Erklärung verwendeter Messinstrumente, Untersuchung soll nachvollzogen werden.
Bericht von Art, Ort & Zeitraum der Untersuchungsdurchführung.
 Ergebnisteil: Präsentation der Resultate der Analysen als Zahlen & statistischen Kennwerten. Beschreibung,
Kommentierung (Bezug auf die Hypothesen), nicht aber Interpretierung (Zahlen & grafische Darstellungen).
 Diskussion: Studie wird kommentiert, evaluiert, interpretiert, qualifiziert & kritisiert. Zuerst Zusammenfassung &
Bewertung der relevanten Ergebnisse. Diskussion über Erkenntnisgewinn anhand der zentralen Befunde.
Aufgestellte Hypothesen widerlegt/bestätigt? Krit. Reflexion über Aussage der Studie. Schlussfolgerungen?
 Literaturverzeichnis: Alle zitierten Quellen, alphabetisch sortiert, nach Autoren verzeichnet.
- Sinnvolles Vorgehen beim Lesen: Ziel: wiss. Artikel lesen, verstehen & bewerten.
 Titel: Studie interessant/wichtig? Abstract lesen: Infos relevant? Diskussion lesen (relevante Ergebnisse auf den
Punkt). Details zu emp. Befunden im Methoden- & Ergebnisteil nachlesen.
 Fundierte & kritische Lektüre eines emp. Artikels nur bei genauer Kenntnis der verwendeten Methoden der
Datenerhebung & -auswertung möglich. DARUM: fundierte & differenzierte Methodenkenntnisse aneignen.
 Emp. Artikel einer Fachzeitschrift an scientific community gerichtet! Oft Abhandlungen von sehr speziellen
Fragestellungen (Hintergrundwissen vorausgesetzt. ALSO: Mit psychol. Themen auseinandersetzen, emp.
Originalliteratur lesen, um emp. Art. besser zu verstehen & bewerten. Trotzdem kann man Hauptinhalte erfassen,
Hauptaussagen & -ergebnisse identifizieren.
- Bewertung eines empirischen Artikels
 Seriöse von unseriöser Studie zu unterscheiden! Forschungsarbeiten können sich in der Qualität sehr
unterscheiden. Struktur kennzeichnet empirische Artikel...
 Struktur: Titel, Abstract, Einleitung, Methodenteil, Ergebnisteil, Diskussion, Literaturverzeichnis
 1. Anhaltspunkt: Art. nach Peer-Review-Verfahren herausgegeben! Kriterien, entspr. Mindest- standards.
Herausgeber lässt Manuskript nach Kriterien prüfen & Gutachten erstellen:
□ Bedeutsamkeit der Fragestellung
□ Originalität & Gültigkeit des Lösungsansatzes
□ Plausibilität der Resultate
□ Methodische Fehler
 Weitere Hilfestellung: Bewertung anhand von Checklisten 100 Fragen an empirische Studien:
□ Problemstellung & Zielsetzung: Relevanz? Ziel der Studie? Fragestellung klar & eindeutig formuliert?
Präzise Formulierung der Fragestellung der Untersuchung, Probleme & Forschungshypothesen des Autors
klar verständlich? Operationalisierung der Variablen zufrieden stellend/gelungen? Genaue Angabe der
Verfahren zur Datenerhebung? „Gütekriterien“? Zuverlässigkeit der angewandten Methode an eigener
Stichprobe belegt.
□ Methodik: Forschungsvorhaben genau & ausführlich beschrieben? Replizierbar (externe Validität)?
Stichprobe hinreichend beschrieben? Wie hat der Autor seine Stichprobe aus der Population gewonnen?
Liegen darüber genaue Angaben vor? Repräsentativität der Stichprobe für die angepeilte Gesamtheit?
Auf welchem Weg wurden die Befragten ausgewählt? Gab es Verweigerungen/Ausfallquote? Wie wurde
diese in der Untersuchung berücksichtigt? Sind die Ergebnisse auf andere Situationen übertragbar,
generalisierbar? Kausale Beziehung zw. abhängiger & unabhängiger Variable eindeutig (interne Validität)?
Störvariable: Störfaktoren erkannt & kontrolliert? Stichproben nach "zufällig" zugeordnet, ausgewählt
(Randomisierung)? Forschungsdesign klar & verständlich beschrieben?
□ Ergebnisse: Ausfallquote? Umgang mit „Missing Data“? Beschreibt der Autor wie er die Daten für die
statistische Datenverarbeitung aufbereitet hat? Statistische Analysen (Signifikanztest) den Daten
angemessen? Skalenqualität der erhobenen Daten (Skalentyp: Absolut, Verhältnis, Intervall, Ordinal,
Nominal)? Tabellen, Grafiken klar & verständlich?
□ Zusammenfassung & Diskussion: Hypothese widerlegt/nicht? Schlussfolgerung? Schlussfolgerungen mit
praktikablen/wissenschaftlichen Wert? Spekulationen gekennzeichnet? Verbesserungsvorschläge für
künftige Replikationen? Hinweise auf weitere Fragestellungen hin, im Hinblick auf folgende Forschung?
□ Literaturverzeichnis: Alle erwähnten Quellen im Lv. angegeben? (Aktualität & Breite?)
□ Formalia: Äußere Form (Richtlinien zur Formatierung eines emp. Art. (Gestaltung), Art & Weise der
Quellenangabe, Zitate, Fehlerfreiheit.

2.3 Englische Fachliteratur lesen (siehe KE 3 + CD!)

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Kapitel 3: Wissenschaftliches Arbeiten im Internet
Internet bietet Bereitstellung, schnelle Recherchierbarkeit & Verfügbarkeit von Informationen, und
weitere Möglichkeiten für die wissenschaftliche Arbeit & den Wissenserwerb.

3.1 E-Learning
Definition: Oberbegriff für alle Formen des individuellen & kooperativen Lehrens & Lernens, die durch
neue Informations- & Kommunikationstechnologien unterstützt werden. E-learning boomt!
≈ E-Training, E-Collaboration, Learning-Communities, Computer-Based-Training (CBT), Web-Based-
Training (WBT), E-Teaching, Teleteaching, E-Tutorial, E-Mentoring, E-Assignment, E-Discussion, Rapid E-
Learning, Computer-Supported Cooperative Learning (CSCL)

Erwartete Chancen, Vorteile & positive Effekte: (im Zusammenhang mit E-Learning)
 Flexibilität
 Individualisierung
 Didaktische Möglichkeiten: Visualisierung (multimediale Aufbereitung & Simulation) kompletter
Lerninhalte, unmittelbare & individuelle Rückmeldungen zum Lernerfolg.
 Förderung: neue Lernkultur, mehr eigenaktives, selbstgesteuertes, kooperatives Lernen möglich.
 Besonders kostengünstiges & effizientes, lebenslanges Lernen

Risiken & Nachteile:


 Soziale Isolation: Chats ≠ (qualitativ) Interaktion in Präsenzseminaren. Persönlicher Kontakt,
Teilhabe am „sozialen Erlebnis Lernen“ fehlen.
 Weniger Motivierend als Präsenzsitzungen.
 Anfangs hoher technischer & organisatorischer Aufwand: Aufwand zur Aneignung der
Möglichkeiten.
 Mangelnde Akzeptanz und Nutzung: Zentrales Problem bei der Implementierung von E-Learning-
Systemen vor allem in der Wirtschaft beklagt.

Studium an der FeU = BLENDED LEARNING: Kombination aus virtuellen & realen Lehr-Lern-Kontexten (E-
Learning, Studienbriefe, PVs) um Vorteile versch. Formen des Lernens & Wissenserwerbs zu nutzen.

3.2 Virtuelles Lernen & Kooperieren mit Moodle


Zentrale, sehr flexible, virtuelle Lernplattformen innerhalb der Konzeption „Blended Learning“.
MOODLE = Modular Object-Oriented Dynamic Learning Environment = Open-Source-Software; basiert
auf „konstruktivistische Lerntheorie“. In virtuellen Kursräumen/Lernumgebungen werden Ressourcen &
Aufgaben (Texte, Arbeitsmaterialien) z. Vf. gestellt.

Tools für virtuelle Zusammenarbeit:


 Foren: Besprechung/Diskussion einzelner Kapitel, Klärung von Fragen & Verständnisprobleme,
Hilfe durch Mentoren & Kursbetreuer, Bildung von Arbeitsgruppen, etc.
 Glossare: Zusammenstellung von Definitionen von Fachbegriffen, durch Lehrende & Studierende.
 Wikis: Virtuelle Seitensammlungen, können von allen gelesen & bearbeitet werden.
 Chats: virtuelle Sprechstunde, Kommunikation in kleineren Gruppen.
 Des Weiteren: Tests mit Antworten im Multiple-Choice-Format, Abstimmungen, Umfragen, etc.

Netiquette:
 Regeln & Konventionen: erleichtern einen möglichst reibungslosen & funktionalen Umgang.
 Wichtigste Regel: „Erst lesen, denken, nochmals lesen, nochmals denken, dann erst
posten!“ Weitere Empfehlung: „Fasse dich kurz!“
 „Flaming“ vermeiden, Kritik vorsichtig äußern, von ungeschicktem Ausdrücken ausgehen.
 Auf einen „guten Ton“ achten, trotzdem nicht „steif“ kommunizieren, sich für Hilfe bedanken

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Kapitel 4: Kritisches Denken und Argumentieren
Zwei Kompetenzen (liegen „quer“ zum Lesen wiss. Texte & zur Zusammenarbeit im Internet):
Kritisches Denken (KD) & Argumentieren.
Ziel: In der Lage sein, wiss. Aussagen kritisch bewerten, & Argumente/Gegenargumente abzuwägen.
KD & Argumentieren: „zerpflücken“ bestehende Positionen
Kreatives Denken: bringt neue Ideen & Positionen hervor.
Beides kann sich in einem produktiven Prozess zyklisch abwechseln.

4.1 Kritisches Denken


Definition: „Gebrauch jener kognitiven Fähigkeiten od. Strategien die die Wahrscheinlichkeit eines
erwünschten Outcomes/Outputs/Ziels erhöhen. Es wird gebraucht um sinnvolles, vernünftiges und
zielgerichtetes Denken zu beschreiben – die Sorte Denkens die involviert ist in Problemlösen,
Inferenzformulieren, Wahrscheinlichkeitsrechnen und Entscheidungstreffen, wenn der Denker
überdachte und effektive Fähigkeiten nutzt, um den eigenen Kontext und Typ der Denkaufgabe.“
Einige Merkmale & Fertigkeiten
 Bewertung eigenen Denkens bzgl. Zielerreichung. KD = immer selbst überwacht, läuft nicht
automatisch, wird immer wieder überprüft: „Dient dies wirklich dem Ziel?“ KD = mit Analyse
(Zergliederung eines Problems) & Synthese (Zusammenführung versch. Elemente zur
Problemlösung) verbunden.
 KD ≠ kein Automatismus (nicht wie Denkroutinen). KD = immer reflexiv: bezieht sich auf sich
selbst, denkt über sich selbst nach & ist so mit Metakognition verbunden.
Metakognition: Denken über das (problemlösende) Denken; nicht selbstverständlich weil immer
impliziert, dass man sich klar macht, dass alles auch falsch sein könnte, was man bisher gedacht,
gemacht hat. Eigenes Denken, eigene Überlegungen & Argumente in Frage stellen! (Nicht leicht!)
 KD = kontextsensitiv (nicht allg. Routinen in jedem Einzelfall angewendet, sondern
Berücksichtigung besonderer Bedingungen des Einzelfalls) & selbst-überwacht (s. oben).
 Problemsensitivität: man erkennt & anerkennt dass ein Problem existiert (Tendenz Problem zu
verdrängen/nicht sehen wollen). Erkennen wann ein Problem anfängt, nicht ausweichen!
 Zum KD gehört aktive Planung & Fähigkeit Prioritäten zu setzen. (Zeitmanagement)
 KD setzt gezieltes & systematisches Problemlösen voraus.
 Logisches Denken & Umgang mit Wahrscheinlichkeiten
 KD heißt auch kreatives Denken (man muss auch konstruktiv denken können)!

4.2 Argumentieren: Einführung


2 Hauptregeln:
 Beziehe Argumente & Fragen auf Aussagen, nicht auf vermutete Absichten & Interessen e. Person.
 Orientiere Dich an den Problemen & Fragen, die zur Diskussion stehen - nicht vom Thema
abschweifen, Diskussionen mit konkreten Fragen voranbringen.
Typen von Aussagen:
 Informative Aussagen: Bezug auf bestimmtes Ereignis, Regelmäßigkeiten & Zusammenhänge der
Wirklichkeit. Können wahr oder falsch sein. (Bsp. Nachrichten)
 Technologische/instrumentelle Aussagen/Hypothesen: Enthalten Hinweise/Mittel zur Zielerrei-
chung. Damit verbunden: Hypothesen zur Wirksamkeit der Mittel & möglicher Nebenwirkungen &
Aufwand. Kritische Frage: Stimmt diese Aussage/Theorie/Hypothese?
 Normative Aussagen: Wie sollte „etwas“ sein? Kritische Frage: Sollen wir uns das wünschen? Ist
das Ziel moralisch vertretbar?
 Meta-Aussagen: Aussagen über (informative/technologische/normative) Aussagen.
 Expressive Aussagen: Aussagen über innere Zustände & Absichten (Bsp. „Ich habe Angst“).

4.3 Argumentieren: Kritik üben


 Informative Aussagen kritisieren: Logische Prüfung durchführen um Widersprüche aufzudecken.
Beobachtung systematisch, kontrolliert vs. anekdotisch (Einzelfallbeobachtung als Argument). Ist
eine Aussage mit wiss. Theorien vereinbar? „Not macht erfinderisch“ stimmt bis zu einem
gewissen Zeitpunkt, danach Blockade…
 Technologische Aussagen kritisieren: (Hypothesen über voraussichtlich Auswirkungen der Mittel)
trifft die technologische Aussage zu? Nebenwirkungen berücksichtigen. Vorsicht! Dammbruch-
Argumente: Zugespitzte Hinweise auf Missbräuche (Bsp. Sterbehilfe).

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Argumente: Zugespitzte Hinweise auf Missbräuche (Bsp. Sterbehilfe).
 Normative Aussagen kritisieren: Logische Prüfung durchführen um Widersprüche aufzudecken.
Wertkonflikte ausarbeiten, unterschiedliche Positionen statt „Pauschalaussagen“. Realisierbarkeit:
„Ich muss immer perfekt sein!“ (Geht das?)

4.4 Argumentieren: Fehlschlüsse


Prämisse: Fehlschlüsse & Tricks zu erkennen & sie argumentativ zu entlarven ist besser als selbst auf
unfaire Argumentationsmuster zurückzugreifen.
 Genetische Fehlschlüsse: Aussagen & Argumente, die sich auf die Herkunft od. Entstehung einer
Aussage beziehen (auch auf mutmaßliche Absichten), aber nicht auf die Aussage selbst (Aussage ≠
Absicht!) Regel: Aussagen können unabhängig von Ihren Entstehungsbedingungen zutreffend sein
& sollten deshalb auch „an sich“ geprüft werden.
 Angriffe auf die Person: Treten oft in Kombination mit genetischen Fehlschlüssen auf.
Gegenmaßnahmen: „Bitte greifen Sie nicht mich sondern meine Behauptung an!“, „Kritisieren Sie
nicht mich, sondern das, was ich gesagt habe!“, „Wenn Sie mich für so inkompetent halten,
müsste es Ihnen ja ausgesprochen leicht fallen, meine Argumente zu entkräften. Tun Sie das!“
 Intentionalistische Fehlschlüsse: Von den Absichten & Plänen einer Person Schluss auf Qualität
d. Produkte - oft bei Kunstwerken. Aber: Text weiß mehr als sein Autor (versch. Interpretationen).
 Performative Widersprüche: Denken & Handeln bilden nicht immer eine Einheit: Widerspruch zw.
Aussagen & Handeln einer Person möglich. Psychologische Wirkung = Unglaubwürdigkeit. Aber:
Aussage kann trotzdem richtig sein. Gegenmaßnahme: Diskussion zur Aussage hinlenken (nicht zu
dem der die Aussage gemacht hat oder zum Widerspruch).
 Naturalistische Fehlschlüsse: Aus informativen Aussagen werden normative Aussagen abgeleitet;
dabei wird das „Pathos der Natürlichkeit“ genutzt & manchmal mit Nebenwirkungen argumentiert
(Bsp. Ist es nicht unnatürlich, sein eigenes Kind nicht zu stillen?). Man geht davon aus, dass ein
natürlicher Zustand, der gegeben ist, mit einer best. Norm verbunden sein sollte. So nicht zu
halten: Frauen können Kinder kriegen  Frauen müssen Kinder kriegen.
Argumentative Tricks
Entweder-Oder-Taktik:
 „Alternativ-Radikalismus“: Entscheidung durch Konfrontation mit Dilemma erzwingen wollen.
 Gegenmaßnahmen: auf grobe Vereinfachungen hinweisen & darauf aufmerksam machen, was
durch die Entweder-Oder-Taktik ausgeblendet wird. Es gibt andere Maßnahmen!
Aussagen entstellen:
 „Worte verdrehen“: Eigene Aussagen werden verzerrt wiedergegeben
 Gegenmaßnahme: Eigene Aussagen unmittelbar richtig stellen!

4.5 Immunisierungsstrategien
Ziel: Aussagen vor kritischen Argumenten schützen.
 Aussagen vage & schwärmerisch formulieren: Widerlegung verunmöglichen.
Gegenmaßnahmen: Von der Vagheit wegkommen!
 Alles ist relativ: Gültigkeit d. Aussagen wird auf best. (kulturellen) Kontext/Rahmen relativiert.
Gegenmaßnahme: Auch die Rahmen können kritisch diskutiert werden.
 Thesen nachträglich verändern: Als ob man es anders gemeint hätte…
 Ad-hoc-Thesen/Hilfshypothesen erfinden: Bsp. spiritistische Sitzung funktioniert nicht: „Es wirken
hier schlechte Energien, einige glauben nicht richtig“ etc. Gegenmaßnahme: Unter welchen
Bedingungen wären Sie bereit, Ihre Behauptung aufzugeben?

4.6 Betroffenheit als Argument


 Problem: Betroffene scheinen in besonderer Weise kompetent zu sein, denn Sie wissen ja genau
worüber Sie sprechen - privilegierte Position (genetischer Fehlschluss)
 Aber: Ich muss nicht selbst betroffen sein, um argumentieren & sogar Veränderungen einleiten zu
können. (Bsp. Schizophrenie: muss nicht selbst betroffen sein um zu helfen).
 Betroffenheit oft mit starken Gefühlen verbunden. Aussagen sind aber nicht gleich richtig & gültig!
 Gefühle selbst sind nicht kritisierbar & müssen respektiert werden, aber daran geknüpfte
Hypothesen lassen sich kritisieren.

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Kapitel 5: Regeln guter wissenschaftlicher Praxis
Fall Hermann/Brach
Dr. Eberhard Hildt legt 1996 seinem ehem. Prof. Daten vor. Grundstein für öffentl. geführte Diskussion über Regeln
guter wiss. Praxis gelegt. Ursache für Diskussion: gefälschte Daten!
Dr. E. Hildt arbeitete unter Prof. Friedhelm Herrmann, und hatte den Verdacht, dass Daten der Arbeitsgruppe (=
Grundlage für Publikationen, Gelder & Erfolg) gefälscht waren. Er wandte sich an seinen Doktorvater
(Vertrauensperson) & legte ihm die Daten vor, um seinen Verdacht zu bestätigen.
Prof. Herrmann & seine Lebensgefährtin Prof. Marion Brach in Datenfälschung verwickelt! Reaktion auf
Fälschungen & auf öffentliches Interesse: Präsidium der Dt. Forschungsgemeinschaft (DFG) beruft die Kommission
„Selbstkontrolle in der Wissenschaft“. Notwendig, da im wiss. Forschungsbereich nur DFG Richtlinien z. Umgang
mit Fehlverhalten veröffentlicht. „Richtlinien auf Papier, Papier im Regal“.

DFG-Kommission sollte:
 Ursachen von Unredlichkeit im Wissenschaftssystem erkunden;
 präventive Maßnahmen entwickeln;
 und bisherige Kontrollmechanismen überprüfen.

5.1 Ergebnisse der DFG-Kommission


1. Kein Mangel an Regeln guter wiss. Praxis. Gesetzliche Rahmenbedingungen bestimmen den
Großteil der Regeln. Sensible Arbeitsfeldern der Wissenschaft (Medizin: Wohl von Menschen auf
dem Spiel) Regeln = ethische Grundsätze (Hippokrates-Eid). In anderen Bereichen keine Regeln
schriftlich festgehalten denn „man muss nicht fixieren, was sowieso jeder weiß“.
2. (Bekannte) Regeln oft gebrochen. Wissenschaftskultur entstanden, die Missachtung von Regeln
duldet: Man zeigt auf andere: „Wenn der das darf, ich auch.“ Unrechtsempfinden nicht sehr
stark ausgeprägt, wird aus dem Forschungsalltag verdrängt.
3. Es gibt Tabuisierung bzgl. Regelverstöße: werden nicht/nur selten an die Öffentlichkeit getragen.
In BRD viel mehr als bspw. in USA (Problem seit 1980er durch Publikationen behandelt)
4. Institutionelle Einrichtungen zur Verfolgung von Verstößen durch vorh. Strukturen, existierten bis
1997 nicht. (Medizin = Negativbeispiel: Tradition ≈ Fördert Konkurrenz & unredliche Manipulation)
5. Unis  keine eigene Kompetenz, um mit wiss. Fehlverhalten angemessen umzugehen. Fehlende
organisatorische Strukturen & Tabuisierung Unis überfordert. Konsequenz: Vergehen werden
totgeschwiegen oder vor Gericht verhandelt.
6. Wiss. Nachwuchs in problematischen Fällen = auf sich selbst gestellt. Mangelnde Strukturen: keine
Möglichkeit sich an unabhängige Instanzen zu wenden. Wiss. Problematiken im eigenen
Arbeitsbereich (mit vorgesetztem Prof.) können nicht adäquat behandelt werden.

5.2 Empfehlungen der DFG-Kommission


Ableitung aus Analyse d. Ursachen wiss. Fehlverhaltens & d. Kontrollmechanismen DFG veröffentlicht
16 Empfehlungen um Missstände zu bekämpfen & Forschungssituation zu verbessern. Ansätze:
 Problembewusstsein fördern: Problem soll diskutiert werden. Ziel: Enttabuisierung.
 Hochschulleitungen wurden an die Verantwortung erinnert, die sie für Aufsicht, Konfliktregelung
& Qualitätssicherung trägt.
 Pflege des wiss. Nachwuchses: zentrale Aufgabe von Unis. (Konzeptentwicklung & Umsetzung!)
 Benennung von Standards zur wiss. Tätigkeit: Aufbewahrung v. Daten für 10 J., Transparenz (z.B.
Kriterien der Notenvergabe, Beförderungen, Berufungen) & Regelungen zur Autorenschaft.
 Regelungen zum Umgang mit Fehlverhalten: Benennung von Vertrauenspersonen an Unis &
Forschungseinrichtungen; Festlegung eines gen. Verfahrens zum Umgang mit Fehlverhalten).
Leistung der DFG: Gremium „Ombudsmann der DFG“ eingerichtet. Kann bei wiss. Fehlverhalten als
unabhängige Instanz angerufen werden. Gremium = Beratungs- & Vermittlungseinrichtung, befasst sich
fair, vertraulich & transparent mit der entsprechenden Problematik. "Ombudsmann der DFG" publiziert
jährlich Bericht über Fragestellungen ans Gremium.
Häufigste Themen: falscher Umgang mit Daten, Autorenschaftsstreitigkeiten, Forschungsbehinderung,
Plagiatsvorwürfe.

5.3 Definition der Regeln guter wissenschaftlicher Praxis


Gem. Kommission „Selbstkontrolle in der Wissenschaft“: Erarbeitung durch jede Forschungseinrichtung.
Hochschul-Rektoren-Konferenz (HRK) gibt einen Eindruck, was Regelinhalt sein kann: Wissenschaftliches

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Hochschul-Rektoren-Konferenz (HRK) gibt einen Eindruck, was Regelinhalt sein kann: Wissenschaftliches
Fehlverhalten liegt vor, wenn bewusst oder grobfahrlässig Falschangaben gemacht werden, geistiges
Eigentum anderer verletzt oder sonstwie deren Forschungstätigkeit beeinträchtigt wird. Umstände des
Einzelfalls sind entscheidend.  „Schwerwiegendes“ Fehlverhalten:
1. Falschangaben wie: Erfinden von Daten; Verfälschen von Daten, z.B. durch:
 Auswählen & Zurückweisen unerwünschter Ergebnisse, ohne dies offen zu legen;
 Manipulation von Darstellungen/Abbildungen;
 Unrichtige Angaben in Bewerbungsschreiben/Förderantrag (inkl. Falschangaben zum Publikumsorgan & zu in
Druck befindlichen Veröffentlichungen).
2. Verletzung geistigen Eigentums: Plagiat; Ideendiebstahl; Anmaßung/unbegründete Annahme wiss. Autor-od.
Mitautorschaft; Inhaltsverfälschung; unbefugte Veröffentlichung od. Zugänglich-machen gegenüber 3., solange
Werk/Erkenntnis/Hypothese/Lehre/Ansatz nicht veröffentlicht.
3. Inanspruchnahme der (Mit)Autorenschaft eines anderen ohne dessen Einverständnis
4. Sabotage von Forschungstätigkeit
5. Beseitigung von Primärdaten (wenn gegen gesetzl. Bestimmungen/disziplinbezogen anerkannte Grundsätze wiss.
Arbeit verstoßen wird).
FernUni hat im Jahr 2000 eigene Grundsätze zur Sicherung guter wiss. Praxis verabschiedet.
Ombudsmann: Prof. Dr. Jürgen Jahns.
Studentische Arbeit ↔ Verletzung geistigen Eigentums: Texte leicht verändert/gänzlich übernommen.
Viele Quellen im iNet; „copy+paste“-Kultur ohne technische Grenzen.
Weber-Wulff: Online-Kurs „Fremde Federn Finden“. Konfrontiert mit Thema, sensibilisiert & hilft.
Bachelor-Arbeit = bei Plagiat  §14, Abs. 4 der Prüfungsordnung: Prüfung „nicht bestanden“.

5.4 Ethische Richtlinien der DGPs und des BDP


Oft Wissenschaftsbetrug in der Medizin. Gründe: starke Konkurrenzsituation, potentielles Prestige für
Ärzte, Fluss von erheblichen finanziellen Mitteln (€ der Pharmaindustrie, Fördermittel über die DFG).
Prominentester Fall in der Psychologie: Sir Cyril Ludowic Burt als 1. Psychologe zum Ritter geschlagen.
Themenschwerpunkt: Intelligenzforschung. Burt korrelierte in einer Studie die Scores von
Intelligenzmessungen getrennt aufgewachsener eineiiger Zwillinge. Nach Burts Tod dieser beschuldigt,
Daten manipuliert zu haben. Bei 2 aufeinander folgenden Publikationen Korrelationskoeffizienten der
Intelligenz zw. den Zwillingen r = .771, obwohl neue Zwillingspaare der Stichprobe hinzugefügt wurden.
Unwahrscheinliche Ergebniswiederholung Datengrundlage wurde angezweifelt.

Auch Psychologen verstoßen gegen Regeln guter wiss. Praxis. Beruf nicht nur durch wiss. Tätigkeit
bestimmt; Beratung & Therapie wesentliche Bestandteile!
Infos, die Berater/Therapeut erhält, bei Bekanntwerden = Nachteil des Klienten Sensible Daten der
„Kunden“: Besonderer Schutz (§203 StGB, gilt so auch für Ärzte, Pfarrer & Priester).
§203: Verletzung von Privatgeheimnissen: Wer unbefugt ein fremdes Geheimnis, ein zum persönlichen Lebensbereich
gehörendes Geheimnis oder Betriebs- oder Geschäftsgeheimnis offenbart, das ihm als Berufspsychologen mit staatlich
anerkannter wiss. Abschlussprüfung anvertraut worden oder sonst bekannt geworden ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu 1 Jahr
oder mit Geldstrafe bestraft.
„Geheimnis“ betr. Fragen: Sucht jemand eine Beratung oder Therapie auf, warum, seit wann, wie lange?
Gesetz über die Berufe des Psychologischen Psychotherapeuten & des Kinder- & Jugendlichen-
Psychotherapeuten“, Psychotherapeutengesetz, definieren Rechte & Pflichten von Psychologen.
Zusätzlich haben DGPs & BDP gemeinsam "Ethischen Richtlinien der DGPs & des BDP" verabschiedet.
Richtlinien bilden das Selbstverständnis der psychologischen Berufsgemeinschaft ab & formulieren
Berufs-Ehrenkodex. Als Psychologiestudent damit assoziiert.

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Kapitel 6: Wissenschaftliches Schreiben
Versch. Techniken & Hilfsmittel können Grundlage für Entwicklung der pers. Schreibkompetenz sein.
Aufbau von Schreibfähigkeiten = lebenslanger Prozess (je früher [...] desto ausgereiftere Ergebnisse)

6.1 Psychologisches Modell des Schreibens


Schreiben = Tätigkeit die über das Verhalten
hinaus, kognitive & emotionale Anteile besitzt.
Absicht einen Text zu verfassen = Ausgangspunkt
dieser Tätigkeit. Durch Zielsetzungen werden
Kognitionen induziert. Auch werden Emotionen
entstehen, die das Schreiben begleiten oder mit
der Antizipation des Ergebnisses assoziiert sind.
Die 4 Komponenten (s. Kasten) stehen in Wechselwirkung zueinander & beeinflussen sich gegenseitig. System steht nicht im
luftleeren Raum: ist in ein Umfeld eingebettet, das bestimmte zeitliche, soziale & physikalische Rahmenbedingungen bietet.
Psychologisches Modell des Schreibens: konkretisiert psychologisch relevante Einzelkomponenten & stellt deren wechselseitige
Beeinflussung dar.

6.1.1 Zielsetzung
 Zieldefinition: Ziele können definiert werden. Zielübernahme für Motivation wichtig (persönliches
Ziel definieren, welches man aus eigenem Interesse verfolgt, um Studienabschluss zu erreichen).
 Zielübernahme: Misslingt Zielübernahme, Auswirkung auf Motivation aus. Folge = schlechteres
Arbeitsergebnis. Gelungene Zielübernahme wirkt sich positiv aus Arbeit in einen größeren
Kontext stellen & ihr eine persönliche Bedeutung verleihen.
 Zielhierarchie: Ziele können in untergeordnete Einheiten zerlegt werden. Kleinere Ziele sind eher
erreichbar & bieten die Möglichkeit, des Öfteren kleine Zwischenerfolge zu feiern.

6.1.2 Kognitionen
 Kann bedeuten: erkennen, wahrnehmen, bemerken, auskundschaften, untersuchen, lesen &
studieren, DENKEN (als bewusste Aufnahme von Informationen & deren Verarbeitung). I.w.S.:
Aufmerksamkeit, Erinnerung, Lernen, Planen, Orientierung, Wille & Überzeugungen einer Person.
 Relevante Kognitionen u.a. Aufmerksamkeit & Konzentration.
 Aufmerksamkeit = Fähigkeit, einzelne kognitive Leistungen zu erbringen (eine davon = Konzentration). Begrenzte
Ressource! ÞRessourcenmanagement sinnvoll!!
 Konzentration: Auseinandersetzung mit einem Gegenstand unter der Vernachlässigung irrelevanter
Informationen. ÞGehirn entlasten, sich zu einer Zeit nur mit einem Problem befassen!

6.1.3 Emotionen
 Positive/negative Emotionen: Positive Gefühle werden angestrebt, negative werden vermieden.
 Ängste durch falsche Vorbilder: Ursache für diese negativen Emotionen können z.B. Ziele sein, die
den Autor überfordern (Keine Arbeit zu schreiben, die bisherige Forschung in den Schatten stellt!)
 Stolz auf eigene Leistung sein: Positive Emotionen (Freude beim Schreiben, Stolz über verfassten
Text, Begeisterung fürs Thema...) werden beim Schreiben geweckt. Was bereitet mir Freude im
Zusammenhang mit Schreiben? Tätigkeiten bewusst erleben versuchen Freude am Schreiben!

6.1.4 Verhalten
 Je eher man lernt, frühzeitig Ideen aufzuschreiben & an ihnen zu arbeiten, umso einfacher wird
das Schreiben anspruchsvoller Texte. Heute mit dem Schreiben beginnen! Jeden Tag Schreiben!
 Zu langes Aufschieben bewirkt nur, dass man einen Punkt erreicht, an dem der Aufschub nicht
mehr nur zu minimaler Steigerung der erforderlichen Arbeitsquote führt, sondern die Aufgabe nur
mit Qualitäts- oder Quantitätsverlust erfüllt werden kann.

6.1.5 Rahmenbedingungen
 Neben den zeitlichen, physikalischen & sozialen Rahmenbedingungen lassen sich weitere finden.
 Prioritäten definieren! Wenn Prioritäten für Unternehmungen sprechen, sollten Gestaltungsmö-
glichkeiten ausgelotet werden. Dinge delegieren, Termine zusammenlegen, etc. Organisieren!

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6.2 WIE schreibe ich einen Text?
Vorgestellte Techniken zum Schreiben sind Hilfsmittel, um eigene Schreibkompetenz zu verbessern.
 Suche nach einem Thema: Selten entstehen Ideen spontan. Grundlage für kreative Gedanken:
Wissen, das durch intensive Beschäftigung mit Inhalten erworben wird. Themenwahl für Bachelor-
Arbeit = kreativer Prozess, der durch geplantes Handeln gefördert werden kann.
 Ideenbuch, Fallstudien, Introspektion, Widersprüchliche Theorien
 Literaturrecherche: „weitere Untersuchungen wünschenswert“, „abschließende Beurteilung
steht noch aus“, „Unklarheiten über Ursache von X bestehen“, usw.
 Sprichwörter: „Gleich & gleich gesellt sich gern“, „Gegensätze ziehen sich an“…
 Alltagsweisheiten: nicht so elegant wie Sprichwörter
 Übertragungen/Analogien: Analog der med. Impfung, erklärt McGuire Immunität von
Personen gegenüber persuasiver Kommunikation durch vorherige Impfung.
Spezifizierung: Nicht jede Idee kann in einer Bachelor-Arbeit umgesetzt werden (Bearbeitungszeit
& Seitenzahl begrenzt!). Sollte man ein Thema gefunden haben, muss man es konkretisieren!
 Allgemeine Hinweise: Thema gefunden Beginn der handfesteren Arbeit. Zur Minimierung
späteren Aufwandes lohnen sich noch einige Vorbereitungen.
 Zeiträume verschaffen: Nebenbeschäftigungen vermeiden, Belastungen minimieren.
 Arbeitsplatz einrichten: nur für Arbeitszwecke nutzen, aufgeräumt, Literatur griffbereit!
 PC-Einstellungen: Ordnerstruktur anlegen, automat. Speicherfunktion an, Backups erstellen!
 Familie & Freunde vorbereiten: Für Verständnis werben.
 Zeitplan erstellen: Kalender verwenden, Pufferzeiten einplanen. Nach Rösner:
15% Literaturzusammenstellung: Auswählen, finden, bestellen, kopieren, überfliegen…
20% Verarbeitung: Material lesen, lernen, zusammenfassen, visualisieren.
40% Schreiben: In kleinere Einheiten zerlegen, strukturieren.
10% Überarbeitung: Rechtschreib-, Grammatik- & Stilfehler beheben
15% Nebenarbeiten: Inhalts- & Literaturverzeichnis, Tabellen, Grafiken & Abbildungen, etc.
 Gliederung: für Leser = Orientierungshilfe. Klare Strukturierung vereinfacht den Text & verbessert
das Verständnis. Für den Verfasser Gliederung = Arbeitshilfe: grenzt thematische Felder ein & gibt
Anhaltspunkte für Zeitplanung & erzielte Fortschritte.  Gliederung so früh wie möglich erstellen!
Aufbau einer empirischen Untersuchung (i.d.R.):
 Titelblatt: Zur Infomitteilung. Titel kurz! Bis 12 Wörter, ab 16 zuviel. Darunter Verfassers & Institution an der die
Arbeit verfasst wurde. In Kopfzeile Seitenüberschrift & -zahl einfügen. Weitere Angaben wie z.B. Matrikel-Nr.,
Name der Gutachter, etc. möglich.
 Inhaltsverzeichnis: Als schneller Überblick, zum Nachschlagen & Nachlesen. Wenigstens bis auf 3. Ebene
verzeichnen. Üblich: linksbündige Verzeichniseinträge die i.d.R. über Punkte zu rechtsbündige Seitenangaben
führen.
 Zusammenfassung: als Überblick über die Arbeit. Wichtige Theorien, Referenzen, Fragestellung, Hypothesen,
kurze Angaben zur Stichprobe & verwendete Methoden erwähnen.
 Einleitung: Warum ist das Thema relevant? Oft aktuelle Ereignisse, Sprichwörter oder Zitate verwendet oder
auch Bezüge zu gesellschaftlichen, theoretischen oder historischen Begebenheiten.
 Theoretischer Teil: Auf welche Theorien basiert der Text? Keine ausführliche Darstellung! In welchen Punkten
lässt sich die Theorie auf die Untersuchung anwenden? Anhand von Untersuchungen den aktuellen
Forschungsstand darstellen. Ausgehend von einer allg. Fragestellung werden spezifische Hypothesen abgeleitet.
 Methoden: Exakte Darstellung der Methoden Voraussetzung für Nachvollziehbarkeit & potentielle Replikation
der Untersuchung. Wichtig: Untersuchungsdesign benennen! Bildet Grundlage für Wahl der Stichprobe, der
Messinstrumente, der Untersuchungsdurchführung & der Datenanalyse. Stichprobenkonstruktion muss
erläutert werden (-art & -gewinnung), & charakterisierende Eigenschaften (Alter, Geschlecht, etc.). Instrumente
müssen benannt & so erklärt werden, dass es nachvollziehbar ist.
 Ergebnisteil: Bericht der Resultate von Berechnungen. Interpretationen sollen vermittelt werden. Was bedeuten
die Zahlen? Wird die Hypothese verifiziert/falsifiziert?
 Diskussion: Bewertung der Ergebnisse, kritische Auseinandersetzung mit der empirischen Arbeit. Welche
methodischen Stärken/Schwächen hat die Untersuchung?
 Literaturverzeichnis
 Anhang: Materialien, die zu detailliert, zu umfangreich oder anderweitig unpassend sind.

6.3 Standards und Richtlinien


Vereinheitlichung formaler Gestaltungsmerkmale erleichtert Orientierung & Verständnis. Standardisier-
te Überschriften, Tabellen, Literaturangaben... verringern den Aufwand beim Lesen. Standards geben
Autoren auch Orientierung wie sie z.B. den Aufbau gestalten sollen („Treppengeländer-Effekt“).
DGPs & APA haben relevante Richtlinien veröffentlicht: "APA-Style" weit über die Psychologie hinaus
verbreitet; DGPs stark an APA orientiert.
 Allgemeine Regelungen

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 Allgemeine Regelungen
 Weder Drucker noch Computer sind vorgeschrieben (obwohl praktisch notwendig)
 Ausdruck: Standard mit Laserdrucker, einseitig auf weißem DIN-A4-Papier
 Schriftart: Times New Roman oder Courier in 12 Pt. (Gem. DGPs auch Garamond!!!)
 Seitenabstand: mind. 2,6 cm
 Doppelter Zeilenabstand durchgängig durchzuhalten für alle Textarten
 Linksbündig formatiert, keine Silbentrennung
 Neue Absätze rechts eingerückt ca. 1 cm (Außer: Zusammenfassung, Blockzitate, Überschriften)
 Die Benutzung von Text
Text ist als Fließtext zu verfassen. Stichwörter nur in begründeten Ausnahmen gestattet.
 Geschriebener Text
□ Kursivschrift bei: Buchtiteln, Periodika & Mikrofilmveröffentlichungen; erstmaligen Nennungen von
Fachbegriffen; statistischen Symbolen oder mathematischen Variablen
□ Abkürzungen: Bekannte Ausdrücke müssen nicht eingeführt oder erklärt werden
□ Fachausdrücke werden immer bei Erstnennung eingeführt
□ Anführungszeichen("): Wörtliche Zitate unter 40 Wörter, Ironische Ausdrücke, Testitems, Wörtliche
Wiedergabe von Instruktionen bei Untersuchungen, Titel von Buchkapiteln oder Zeitschriftenartikeln
□ Runde Klammern: Quellenangaben im Text, Einführungen von Abkürzungen, Aufzählungen im Text (a),
Mathematische Formelausdrücke, Nummerierungen von Formeln und eigenen statistischen Angaben
 Zahlen, Symbole und Formeln
□ Zahlen ab 10 durch Ziffern dargestellt
□ Dezimaltrennung mit Punkt 5.3
□ Tausendabtrennung mit Leerzeichen 1 000
□ Bei Zahlen die nur Werte zwischen -1 und 1 annehmen können wird die Null ausgelassen
□ Statistische Symbole & Abkürzungen nicht abgekürzt verwendet sondern ausgeschrieben; zur
Platzersparnis abgekürzte Formen in Klammerausdrücken oder Tabellen verwendet
□ Formeln: neue Zeile & Nummerierung durch Zahlenangaben in runden Klammern
 Überschriften
□ 5 Ebenen der Überschriftenformatierung
 0. Ebene: Großbuchstaben zentriert
 1. Ebene: Groß- & Kleinbuchstaben zentriert
 2. Ebene: Groß- & Kleinbuchstaben zentriert, kursiv
 3. Ebene: Groß- & Kleinbuchstaben linksbündig, kursiv
 4. Ebene: Groß- & Kleinbuchst. zentriert, kursiv, eingerückt mit Punkt am Ende
□ Welche Ebenen verwendet werden, hängt von Anzahl der Ebenen im Text ab:
 Eine Ebene: 1. Ebene
 Zwei Ebenen: 1. & 3. Ebene
 Drei Ebenen: 1., 3. & 4. Ebene
 Vier Ebenen: 1. bis 4. Ebene
 Fünf Ebenen: 0. bis 4. Ebene
 Textzusätze und weitere Materialien: Literatur- und Quellenangaben sind obligatorisch,
Tabellen, Abbildungen und Zitate sind optional
 Quellenangaben
□ Drei Schreibweisen für Quellenangaben im Text
 Quellenangabe ist komplett in den Text eingebunden
 Name ist im Text eingebunden & Erscheinungsjahr in Klammern gesetzt
 Autor & Jahr sind außerhalb des Textes in Klammern gesetzt
□ Alle Autoren werden namentlich genannt
□ Bei mehr als 5 Autoren wird nur der erste genannt und es folgt „et al.“ (und andere)
□ Bei einer Zweitnennung kann das Jahr ausgelassen werden
□ Bei Angabe mehrerer versch. Autoren: Angabe in alphabetischer Reihenfolge
□ Ein Autor mehrere Texte im selben Jahr publiziert: Jahreszahlen mit a, b, c angeben.
 Literaturverzeichnis
□ Alle Quellenangaben werden ins Literaturverzeichnis übernommen
□ Computer-Programme wie "Endnote" können bei der Erstellung helfen
□ Alphabetische Sortierung nach Nachnamen des Erstautors
□ Ältere Erscheinungen eines Autors zuerst
□ Bücher: Autor, Jahreszahl, Titel, publikationsort, Verlag
□ Zeitschriftenart.: Autor, Erscheinungsjahr, Titel, Name d. Zeitschrift, Band, Seitenangaben
□ Internetquelle: Autor, Erscheinungsjahr, Zugriffsdatum, URL…
 Tabellen
□ Bei weniger als 3 Spalten/Zeile verbale Ausführung vorzuziehen
□ Verständlichkeit der Tabelle muss ohne den Text gewährleistet sein
□ Erscheinungsbild sollte immer gleich sein , keine vertikalen Linien
□ Tabellenüberschrift besteht aus dem Wort „Tabelle“, Nummerierung & kursivem Titel
 Abbildungen
□ Alles was weder Text noch Tabelle ist
□ Sollen überschaubar sein & zum Textverständnis beitragen (überflüssig wenn Inhalt in wenigen Sätzen
wiedergegeben werden kann)
□ werden nummeriert

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□ werden nummeriert
□ Bezeichnung und Nummer erscheinen kursiv mit Punkt
□ Titel wird unterhalb der Abbildung platziert
□ Haupttypen: Linien- (bei kontinuierlichen Variablen) & Balkendiagramme (um Größen versch. Kategorien
darzustellen), auch Kreis-, Scatter-, Kreis-, Pfad- & Flussdiagramme
 Zitate
□ Auf ein wörtliches Zitat folgt Quellenangabe (Autor, Jahr, Seitenzahl)
□ Ab 40 Wörtern Blockzitat
□ Zitate müssen identisch übernommen werden, dabei können
 Fehler durch eckige klammern und kursiver Schrift angegeben werden [Fehler]
 Auslassungen durch (...) vorgenommen werden, wenn ein/mehrere Sätze ausgelassen werden
 Einfügungen in eckigen Klammern [XYZ]
 Hervorhebungen werden durch in eckige Klammern gesetzte Einfügungen deutlich gemacht

6.4 Stilfragen
 Substantive: in großer Zahl hinderlich für Lesefluss
 Pronomen: kann unklar sein, einfache Nennung des Sachverhalts schließt Missverständnisse aus
 Passiv für Verben: Passivkonstruktionen lassen Subjekt in den Hintergrund treten
 3. Person: 1. Person, wenn angemessen, ist besser
 Redundanzen: alle unwichtige Textteile streichen
 Metaphern und Vergleiche: Beispiele sind besser geeignet
 Satzlänge: nicht zu lang & verschachtelt, keine Aneinanderreihung v. Hauptsätzen, Abwechslung!

6.5 Schreibblokaden und Schreibübungen


Sechs unwahre Mythen des wissenschaftlichen Schreibens [WS] (Werder):
 WS wird direkt durch spontane Inspiration gesteuert
 WS lässt sich leicht und unkompliziert praktizieren
 Der erste Entwurf einer wissenschaftlichen Arbeit ist meist schon perfekt
 Fähigkeit zum WS ist angeboren und muss nicht erlernt werden
 Jeder Schreiber arbeitet in gleicher Weise und nur diese ist richtig
 viele Menschen sind zum WS zu dumm
Techniken zur Überwindung von Schreibblokaden:
Schreiben über die Schreibprobleme: Gedanken aufschreiben oder zum Einstieg Fragen beantworten
wie: Thema? Worüber schreibe ich und worüber nicht? Wer ist der Adressat? Was ist mein Ziel? Was
hindert mich am Schreiben? Etc.
 Assoziation
 Assoziationstechniken
 Assoziationskette: von einem Wort ausgehend wird eine Assoziationskette entwickelt
 Assoziationsdelta: Vom Startwort wird jeweils eine Assoziation gebildet und notiert
 Durch Assoziation übt man gedankliche Flexibilität
 Clustering: Mischung von Assoziationskette und Assoziationsdelta (Strategie von Rico)
 Free Writing: Unstrukturierte spontane Niederschrift von Gedanken zu beliebigen Theme
 Schreibgruppe: Gruppen sind motivationsfördernd (Feedback, Tipps, Verständnis, Ansporn
 Journal
 Synthese aus Tagebuch und Notizbuch
 Inhalte stehen jedem frei
 Empfohlen: Teil für wissenschaftliche & Teil für private Einträge
 Eintragen: Gedanken, Beobachtungen, Fragen, Definitionen, Literatur, Gespräche,
Kommentare, etc.

6.6 Abschließende Bemerkungen


 Text entsteht zunächst in Rohfassung
 Es empfiehlt sich Rezension durch möglichst viele Kritiker
 Typen von Kritikern sind: Laien (gut um zu sehen ob Text verständlich), Schriftsteller (gut für
stilistische Anregungen), Dozenten (als Informationsquelle), Kommilitonen, jeder selbst.

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Kapitel 7: Präsentationstechniken: Vortrag & Poster
Präsentation = Methode der Kommunikation. Wissenschaftlicher Vortrag: Präsentation, bei der ein
Wissenschaftler über ein wissenschaftliches Thema spricht, um Adressaten möglichst verständlich und
einprägsam über Ergebnisse wissenschaftlicher Aktivität zu informieren. I.d.R. werden Hilfsmittel
genutzt, die den Inhalt als Grafik, Bild, Animation, Film, etc. transportieren.

7.1 Ziele eines Vortrags


 Zielgruppenfokussierung entscheidend für Definition d. Ziele & Festlegung d. Vortragsgestaltung
 Zu berücksichtigen: Unterschiedlicher Wissensstand, Erwartungen der Zuhörerschaft
 Perspektivübernahme hilft, sich die Erwartungen des Publikums zu erschließen
 Schillings Checkliste: Charakteristika d. Publikums erarbeiten, Vortrag möglichst adäquat gestalten:
Wie groß ist die Gruppe? Wie setzt sich der Tm-Kreis zusammen? Wie homogen/heterogen sind die
Teilnehmermerkmale? Welche Einstellungen haben die Tn zum Thema? Welches Vorwissen haben die Tn zum
Thema? Welche Erwartungen haben die Tn zum Thema? Wie hoch ist das Interesse an der Veranstaltung?
Warum nehmen die Adressaten an der Veranstaltung teil? Welche Einstellungen haben die Tn zu mir?
Daraus sollte man konkrete Ziele definieren, die man mit dem Vortrag erreichen möchte.
 Was will ich? Was will ich nicht?
 Wichtig: Klärung der positiven Ziele für die Vorbereitung einer Präsentation. Unerlässlich: Ausschluss anderer
Absichten. Je spezifischere Zielformulierung, desto gelungener kann der Vortrag werden.
 Mögliche Ziele die mit einem Vortrag verbunden sein können: informieren über Theorie X; anregen, best. Artikel
zu lesen; unterhalten; beeinflussen, damit sich das Publikum einer Meinung anschließt; wiss. Arbeiten lernen;
Redegewandtheit trainieren; sich selbst darstellen als Person, in den Kenntnissen & Fähigkeiten; sich für etwas
empfehlen (z.B. für einen Job als studentische Hilfskraft), Anforderungen des Studiums erfüllen
 Zu bedenken: Zuhörer sind wahrscheinlich „nicht so drin“ in einem Thema wie man selbst. Ins Thema
einführen, Konstrukte erklären, Definitionen geben, etc.

7.2 Vorbereitungsphase
 Sich inhaltlich mit dem Thema befassen, sich auf das mündliche Vortragen vorbereiten,
Präsentationsmaterial und ggf. ein Handout erstellen.
 Rahmenbedingungen: In der Uni durch Lehrende/Prüfungsordnung, bei Veranstaltungen durch
Veranstaltungsleitung festgelegt. Sich nach diesen Rahmenbedingungen erkundigen!
 Zeitliche Rahmenbedingungen: „Man kann über alles reden, aber nicht über die vereinbarte
oder vorgegebene Zeit hinaus“. Vortrag muss in Dauer den zeitlichen Rahmenbedingungen
angepasst sein. Droht der Vortrag zu lange zu werden  Maßnahmen:
 Präsentation als "Generalprobe" testen
 Weniger umfassendes Präsentationsziel wählen
 Zu vermittelnde Daten auf das absolut Notwendige beschränken! Infos verdichten,
zusammenfassen, selektieren: Hindergrund untergewichten, Kernaussagen rausstellen
 Pünktlich anfangen
□ Mehrschichtiger Aufbau möglich: Gerüst aus Kernaussagen & opt. Zusatzmaterial.
Vortrag der Kerninhalte zeitlich KÜRZER ist, als vorgegebener Zeitrahmen. Zusatzmaterial nach Bedarf
einsetzen. Sonst bei Diskussion verteilen, sofern im Vortrag nicht benutzt...
 Technische Rahmenbedingungen
□ Präsentationen meistens medial begleitet (++Unterhaltungswert & ++Infovermittlung!) Gelegenheit zu
PC-gestützten Präsentation? Wird i.d.R. erwartet.
□ Je komplexer die Technik, desto anfälliger!  Equipment testen!!!
□ Vortrag zumindest in Kernpunkten auch ohne Technik halten können. Ruhig bleiben, nicht nach
Erklärungen/Entschuldigungen suchen, einfach fortfahren!
 Lokale Rahmenbedingungen
□ Sich mit der Örtlichkeit vertraut machen: Wo kommt das Rednerpult hin bzw. wo ist es? Wo soll der
Projektor, die Tafel, etc. aufgestellt werden?
□ Falls man in einer fremden Stadt referiert: Überblick verschaffen, Stadtplan, Entfernung Hotel -Tagungsort
ermitteln, Verkehrsverbindungen suchen, etc.
 Präsentationsmaterial
 Unterstützende Mat. erleichtern/verkomplizieren Verständnis! Synonymität zw. Wort &
Material!!! Inhalte müssen gut erkennbar & lesbar sein (Schrift, Grafiken, Tabellen: Wenn
schwer erkennbar = Publikum abgelenkt!). Vor Präsentation sich mit örtl. Gegebenheiten
vertraut machen, Technik testen, bei Bedarf Änderungen am Mat. Vornehmen.
□ Textschaubilder: geeignet best. Gedanken zu präsentieren. Darstellung sollte übersichtlich und
einheitlich im Layout sein, sowie in klarer, einfacher und angemessener Sprache verfasst.
□ Bilder: werden gerne genutzt, oft falsch eingesetzt. Bild muss zum Inhalt passen. Bilder sind oft
reichhaltig an Informationen. Relevante Infos sollten ohne Probleme zu erkennen sein.
□ Grafiken/Tabellen: Grafiken meistens besser zu überblicken & zu behalten als Tabellen. Wenn Tabellen
schon geeignet, Daten EINFACH zu präsentieren Grafiken umso mehr. Tabelle: gewisser Leseaufwand.

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schon geeignet, Daten EINFACH zu präsentieren Grafiken umso mehr. Tabelle: gewisser Leseaufwand.
Grafiken: anschaulicher, verdeutlichen best. Aspekte, verzichten aber auf Detailinformationen.
□ Animationen, Tonaufnahmen & Filme: gleiche Regeln! Medien müssen zu den Inhalten synonym,
relevant, gut zu erkennen/verstehen sein. Weniger ist manchmal mehr…
□ Handout: schriftl. Begleitmat. zum Vortrag. Dient als Orientierung & Gedächtnisstütze. Beinhaltet
Kernaussagen des Vortrags, zentrale Quellen- & Literaturangaben, evtl. Bsp., Tabellen, Grafiken,
Literaturempfehlungen. Umfang: i.d.R. nicht mehr als 1 DIN-A4-Seite (z.B. in Form eines Flyers).

7.3 Wie halte ich einen Vortrag?


 Vortrag kurz und knapp halten. Nicht alles kann präsentiert werden, nur das Wesentliche!
 Freier vs. gelesener Vortrag
 Wichtig: passende Freiheit wählen! (Völlig frei vorgelesen)
 Gelesener Vortrag: Grundlage = Ausformulierung, Fließtext. Sätze kurz, keine
Verschachtelungen, Fremdwörter vermeiden (Zuhörer kann nicht nachschlagen!)
□ Vorteile: Sicherheit (super für ängstliche Kandidaten!); Zeitgenauigkeit (b. rigiden Zeitvorgaben!)
□ Nachteile: Vortrag kann zum Vorlesen werden = Publikum gelangweilt; Transfer SCHREIBEN in
gesprochene Sprache gelingt oft nicht; Vorlesen will geübt sein (Lebendigkeit); Training fehlt meist;
Konzentration liegt auf Schriftstück statt auf Publikum wahrnehmen!
 Freier Vortrag: ohne schriftl. Grundlage. Inhalte zu Beginn noch ausformuliert, dann in
Stichpunkten festgehalten, beim Vortrag nicht mehr verwendet. Bei mündlichen Prüfungen.
□ Vorteile: Lebendigkeit, Flexibilität (Vortrag entsteht durch sich selbst), intensives Eingehen auf das
Publikum
□ Nachteile: Nicht für jeden geeignet; erfordert hohe komm. Kompetenzen & inhaltliche Sicherheit;
Gedächtnis sehr beansprucht (für präzise Darstellung von Daten & Fakten).
 Mischung: I.d.R. bewegen sich Vortragende zw. den beschriebenen Extrempolen.
□ Präsentationsmaterial kann als Hilfsmittel verwendet werden.
□ Karteikarten-System: Stichworte/ganze Sätze notieren, Abb., Tabellen, Vortragsnotizen.
 Variation: Begrüßung & Einleitung erleichtert Einstieg (Aufbau von Sicherheit)
 Elemente des Vortrages
 Wiss. Thema meist vorgegeben. Trotzdem viele Facetten (umfassende Darstellung unmögl.)
 Wichtiges von Unwichtigem trennen. Inhalt straffen, damit er in den Zeitrahmen passt.
 Inhalt muss in eine Vortragsstruktur gebracht werden:
□ Begrüßung & Vorstellung: Höflichkeit, stellt einen Bezug zum Publikum her.
□ Einleitung: Anlass & Zweck der Präsentation, evtl. Organisatorisches klären. Warum das Thema? Warum
ist der Inhalt für das Publikum relevant?
□ Zieldefinition: Publikum aktivieren & näher an den Inhalt heran führen. Bei späterer Beurteilung des
Vortrags kann über Ziele die Qualität bewertet werden.
□ Überblick: Wichtigste Inhalte & Struktur darstellen („roten Faden“)
□ Inhaltliche Darstellung: Übliche Einteilung = Theorie & Empirie, Methoden, Ergebnisse, Diskussion.
Hilfreich, nach Beendigung eines Kapitels auf Gliederung zurückgreifen.
□ Zusammenfassung: Je länger der Vortrag, je mehr Infos Publikum verliert Aufmerk- samkeit, wichtiges
verpasst. Zusammenfassungen (nach jedem Abschnitt/am Ende)
□ Diskussion: Fragen, Missverständnisse klären, Informationen vertiefen, vorbereitetes Material einsetzen.
Eröffnende Fragen bereit ("Starter" im Publ.). „Guter Ton“: Geduldig zuhören; Nachdenken, bevor man
antwortet; Frage beantworten (nicht mehr, nicht weniger)
□ Verabschiedung: sich für Zeit/Aufmerksamkeit/Beteiligung bedanken; verabschieden.
 Was macht einen guten Vortrag aus? Wiss. Vortrag lebt auch von der Person (Lebendigkeit,
Unterhaltungswert, Überzeugungskraft). Grundlage dieser Wirkung = die innere Einstellung:
 Respekt: Wertschätzung gegenüber den Zuhörern Grundlage für den gegenseitigen Austausch. Respekt nicht
vorhanden = Erwartungen, Bedürfnisse, Wünsche, Argumente, Standpunkte des Publikums werden
abgewertet/missachtet  Vortrag nicht halten…
 Selbstvertrauen, Überzeugung, Enthusiasmus: Auf den Vortragenden selbst gerichtet. Fehlt ein Element, spiegelt
sich das in der Art der Präsentation wider & wird vom Publikum registriert. Überzeugungskraft geht verloren,
Zuhörer wenden sich ab (gedanklich/physisch). Durch Übung kann Selbstvertrauen entstehen  Trainieren!
 Innere Einstellung wirkt sich auf das äußere Erscheinungsbild aus: Mit Körperhaltung, Gestik, Mimik & Kleidung
signalisiert man die Meinung zu einem selbst, zum Inhalt & zum Publikum.
 Rhetorische Mittel
 Grundregeln für verständlichen Vortrag: Laute & deutliche Aussprache, kurze Sätze ohne
Verschachtelungen, langsames Vortragen, Fremdwörter vermeiden, Pausen machen,
variabel intonieren, Blickkontakt suchen, sich dem Publikum zuwenden, ruhig & tief atmen,
nie mit einer Entschuldigung beginnen. Niemand ist perfekt! Weitere rhetorische Mittel:
□ Wiederholungen: gezielt einsetzen um Kerninhalte besonders zu betonen.
□ Beispiele: um die Verarbeitung zu erleichtern
□ Take-home-messages: mit auf den Weg geben; Publikum direkt ansprechen. Einfache Botschaften, von
theor. Ballast befreit, die direkt ins Alltagsleben integrierbar.
□ Bezug zur eigenen Person & zum Publikum: Zuhörer persönlich ansprechen, Einleitung & Verabschiedung
persönlich halten um Sympathien zu gewinnen, etc.
□ Humor nicht verlieren: sich von Langeweile, Müdigkeit, Griesgrämigkeit nicht anstecken lassen. Zuhörer

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□ Humor nicht verlieren: sich von Langeweile, Müdigkeit, Griesgrämigkeit nicht anstecken lassen. Zuhörer
vom eigenen Interesse & Engagement überzeugen.

7.4 Feedback
 Gelegenheit zum Feedback Oft gern angenommen. Ermöglicht gezielte Verbesserung.

 Strukturiertes Feedback: „Rückmeldebogen zu freiem wiss.


Vortrag“, 5 inhaltl. Bereiche: Voreinstellung zum Thema, Vorteile Nachteile
inhaltl. Verständlichkeit, Darbietung d. Vortrages, didaktische
Feedback Geringer Zeitaufwand
Keine
Hilfsmittel , Einstellung des Vortragenden, Gesamtbeurteilung
mündlich Spontane Antworten
Anonymitä
 Jeder Bereich 2-7 Fragen durch ankreuzen 1 (sehr gut) Offene Fragen t
bis 5 (sehr schlecht) Offene Antworten Oft kurz
 Wert schlechter als 3: dringender Handlungsbedarf Keine
(unter 4 nicht akzeptabel) quantitativ
 Werte zw. 2-3: Möglichkeit, Verbesserungen zu en Daten
erzielen Nur
 Werte besser als 2: gelungener Vortrag wenige
geben
 Nach Bereich oder nach Item betrachtbar.
Feedback
7.5 Das Poster: Eine besondere Präsentationsform Wenig
 Poster: nicht nur „Plakat“; bezeichnet eine separate wiss. "negatives
Präsentationsform.
" Feedback
 Veranstaltungen, Kongressen: emp. Untersuchungen in „poster sessions“ präsentiert.
Feedback Anonymität Viel
 Form der Werbung für das Thema, die Untersuchung, für den Autor.
schriftlich Quantitative Daten Vorbereitu
 Auch im Studium an der FernUni: z.B. Experimentalpraktikum möglichals Poster vorstellen.
ng
- Poster sessions Viele geben Feedback Viel
Nachberei
 An Kongressen: Laufen parallel zu Veranstaltungen/werden zu extra Zeiten angeboten.
tung
 Unmoderierte Präsentation oder Zusammenstellung von thematischen Gruppen (begrenzter Anzahl an Poster),
Autoren halten Kurzreferate. Danach folgt eine Diskussion.
 Einzelheiten können bei der Veranstaltungsleitung erfragt werden.
 Vorteile: Enger Kontakt zum Publikum, lebhafte Beteiligung der Anwesenden, detaillierte Auseinandersetzung
mit dem Thema. Charakter weniger offiziell, Weiterentwicklung von Ideen. Oft entstehen neue
Bekanntschaften/Kontakte, manchmal entstehen Kooperationen.
 Nachteile: Kann nicht so ein zahlreiches Publikum erreichen. (Für breites Publikum Vortrag besser). Zum „Luft-
Schnuppern“ auf öffentl. Bühne Poster-Präsentation besser. Keine Zeitersparnis durch Poster (Erstellung Poster +
Kurzvortrag braucht mehr Zeit).
- Gestaltung von Postern
 Alles ist möglich: Regeln & Richtlinien minimal. FARBE verwenden! Viel Kreativität: Poster = Werbeplakate 
sollen Publikum ansprechen & beeinflussen.
 Kopfzeile: Titel, darunter Autor mit Institution, Kontaktadresse (E-Mail).
 Übriger Raum: Darstellung der emp. Untersuchung.
 Format: Meist DIN-A0 (vorher erkundigen: Stellwände, Plakatfläche quer-/hochkant, etc.)
 Wenig Text, Schrift groß genug, mit 2m Abstand gut lesbar. Schrift zu klein = kein Interesse
 Abbildungen: sollen die meisten Infos transportieren. Blickfang einbauen.
 Konkurrenz: 400 andere Autoren werben mit um die Gunst des Publikums.
 Humor & Provokation (guter Geschmack) sind erlaubt. Tabellen auch (in geringem Umfang).
 Poster soll selbsterklärend sein (alle relevanten & notwendigen Infos auf dem Plakat)
 Zusätzlich kann ein Handout verteilt oder ausgelegt werden.

7.6 Umgang mit Lampenfieber


Wiss. Vortrag liegt zw. wiss. Text (Inhalt im Zentrum) & Bewerbungsgespräch (Bewerber i. Zentrum).
Fachlicher Inhalt & präsentierende Person tragen zum Gelingen des Vortrages bei. Persönliche
Ausstrahlung beeinflusst wesentlich Wahrnehmung der Zuhörer.
Maßnahmen bei Lampenfieber:
 Lampenfieber anerkennen (als Energie für lebendigen Vortrag sehen)
 Training: lindert Lampenfieber sukzessiv
 Positive Einstellung: Gedanken auf „Ich bin gut vorbereitet“ & „der Vortrag wird ein Erfolg“ fokussieren
 Gute Vorbereitung
 Entspannung (autogenes Training, etc.)
 Pünktlichkeit (frühzeitig vor Ort um sich auf den Vortrag einzulassen, sich sammeln, Ruhe finden)

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Kapitel 8: Lernstrategien
8.1 Eine Klassifikation der Lernstrategien
 Lernstrategien/Lerntechniken sind Pläne für Handlungssequenzen, die auf Lernen abzielen.
 Unterscheidung zw.
o übergeordnete (metakognitive) Lernstrategien: Strategien zur Steuerung & Kontrolle des
Informationsprozesses sowie des Motivierungniveaus.
o untergeordnete (kognitive) Lernstrategien: beinhalten motivationale & emotionale Aspekte
Motivierungsstrategien, Informationserwerbsstrategien, Infoverarbeitungstrategien,
Strategien des Speicherns & Abrufens, Transferstrategien
 Zentrale Botschaft: Lernprozess von Anfang an steuern/kontrollieren (regelm. überprüfen ob
Lern-, Teil- & Zwischenziele erreicht)  Konsequenzen ziehen  Positives Ergebnis: Freuen, so
weitermachen! Lernziel einer Lernphase erreicht +Selbstwirksamkeit & + Lernmotivation.
 Selbstwirksamkeit: Erwartung, notwendige, zum Ziel führende Handlungen erfolgreich ausführen
zu können (subjektive Kompetenzerwartung): Hohe Selbstwirksamkeitserwartungen (SWE)…
o …sind mit der Auswahl schwierigerer & herausfordernder Ziele verbunden
o …geht einher mit größeren Anstrengungen, mehr Ausdauer & besseren Leistungen
o …führt dazu, dass Aufgaben in besserer Stimmung angegangen werden
o …ist assoziiert mit funktionaler Bewältigung von Stress, Enttäuschungen & Rückschläge
 Zentrale Bedingung( führt zu hohen SWE): Erfolgserlebnisse (mastery experiences) in relevanten
Situationen  Besonders wichtig: im Lernprozesses Erfolgserlebnisse verschaffen!
 Revision des Zeitplans: Zeitplan einhalten nicht möglich? Ändern, Aufwand berücksichtigen. Darum
Zeitl. Aufwand & Rahmenbedingungen protokollieren um realistischen Zeitplan zu erstellen.
 Vorbereitungsphase des Lernens: Geeignete äußere Lernbedingungen: Ruhe, guter Arbeitsplatz,
Schlaf... Zeitplan erstellen. Lernphase: Was muss/will ich lernen. Motivation: „Früh anfangen!“

8.2 Motivierungsstrategien
 Extrinsische Motivation: man lernt etwas, um danach eine Belohnung zu erhalten.
 Intrinsische Motivation: Lernen macht Spaß & bedarf keiner weiteren Belohnung von außen.
(Positive Aspekte des Lernprozesses nutzen!)
 Lernen als „Sport“: Kein Interesse zu lernen? Lernen als Sport auffassen. Vorstellen, man möchte
einfach ein super Wissenschaftler werden, unabhängig von dem Stoff den man lernen muss.

8.3 Strategien d. Informationserwerbs & d. Informationsverarbeitung


 Konzept der Verarbeitungstiefe: Gelesene Infos müssen aufbereitet, verarbeitet & gespeichert
werden. Hohe Verarbeitungstiefe, wenn der Lernstoff mit versch. mentalen Operationen
bearbeitet wurde. Tiefe Infoverarbeitung wird durch reduktive & elaborative Prozesse erreicht.
o Reduktive Prozesse: Wichtige Textteile unterstreichen & exzerpieren, Lernstoff gliedern & strukturieren,
zusammenfassen, umschreiben, verständlich machen
o Elaborative Prozesse (gehen über Lernstoff hinaus, reichern Lernstoff an (multiple Enkodierung): Kritik an den
Inhalten des Lernstoffs formulieren; Anwendungen (fürs eigene Leben) suchen; sich Bilder zum Text machen;
Text visualisieren; Lernstoff mit vorh. Wissen vergleichen, kontrastieren bzw. in vorhandenes Wissen integrieren
 Netzplantechnik/Mind-Mapping: Strategie verwendet reduktive & elaborative Prozesse Lern-
stoffkarten, Sinngewebe. Drei Schritte zum Erstellen von Mind-Maps:
1. Wichtigste Aussagen identifizieren & reduzieren (unterstreichen, exzerpieren, zusammenfassen)
2. Struktur/Gliederung des Stoffes durch Pfeile zw. den wichtigsten Aussagen (in Kästen, Ellipsen, usw. gesetzt)
visualisieren. Versch. Farben verwenden. Zentrales Thema in der Mitte. Verbundene Begriffe durch Äste
anordnen. Von diesen Ästen weitere Äste abzweigen. Versch. Pfeilarten verwenden.
3. Endgültige grafische Struktur mit Farben & Bildern anreichern & zum kleinen „Kunstwerk“ ausgestalten.
Wichtig: Mind-Maps selbst erstellen; Graphische Darstellung soll Abruf der Inhalte erleichtern
(umfangreiche Lerninhalte mehrere Mind-Maps); zu stark verästelt eher kontraproduktiv;
entscheidender Punkt: intensive Auseinandersetzung mit Inhalt, Struktur & Querbezügen des Textes der
zu einer Visualisierung führt.

8.4 Strategien des Speichern & Abrufens


 Basaler Dreischritt des Lernens (nach Schuster & Dumpert):
1. Schritt: Überschaubare Menge an Lernstoff lesen, hören, sehen (so viel wie man sich unmittelbar merken kann).
Lernstoff aufmerksam lesen & wichtig nehmen, dann wiedergeben.
2. Schritt: Nach mind. 3 Min. die 1. Lerneinheit wiedergeben (mündlich/schriftlich).
3. Schritt: Überprüfgen, ob Wiedergegebenes, stimmt. Ausgangsstoff nochmals aufnehmen.

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3. Schritt: Überprüfgen, ob Wiedergegebenes, stimmt. Ausgangsstoff nochmals aufnehmen.
Voraussetzung: Lernstoff wurde verstanden & bei komplexeren Inhalten entspr. aufbereitet.
 Gedächtnis-/Mnemotechniken:
 Akronyme & Reime: „Eselsbrücken“. Bei längeren Listen können auch Sätze.
 Loci-Technik: Weg aussuchen, den man kennt & darauf markante, untersch. Orte
identifizieren. Zu lernende Begriffe der Reihe nach mit Orten verknüpfen (auch bizarr,
surreal). Methode geeignet zum Lernen von Listen, Gliederungen. Für versch. längere Listen,
Gliederungen können versch. Ortsreihenfolgen verwendet werden.
 Geschichten-Technik: Begriffe zu einer Geschichte kombinieren (besser erinnern!)
 Lernen ist mit somatischen Prozessen verknüpft! Wichtig: auf geeigneten Zustand des Körpers
achten! Schlaf, ausgewogene Ernährung & ausreichend Bewegung = wichtige Randbedingungen!
 Schlaf: Fördert Konsolidierung von Gedächtnisinhalten. Ausreichend schlafen! Mittagsschlaf einlegen bei einem
Tief! Physiologisch gesehen erreicht jeder, ca. 7h nach Aufstehen ein Tief... Pause hilft, Koffein nicht so...
 Bewegung: Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft steigert die Konzentration- & Gedächtnisfähigkeit, & hilft
Prüfungsstress zu bewältigen.

8.5 Individuelle Unterschiede beim Lernen


Jeder muss den Lernstoff aufnehmen, verarbeiten, speichern, abrufen & wiedergeben können. Nicht
jede Lerntechnik passt. Hohe Verarbeitungstiefe ist immer günstiger als oberflächliches Wiederholen!

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Kapitel 9: Umgang mit Stress & Prüfungsangst
Stress: Alltagssprache = jegliche Form von Unbehagen.
Prüfungsangst gekennzeichnet durch Komponenten: Aufgeregtheit, Besorgtheit, Mangel an Zuversicht,
Dysfunktionale Gedanken die mit der eigentlichen Prüfungsaufgabe interferieren.
Wenn Umweltanforderungen erst einmal als beanspruchend/'stressig' identifiziert wurden,  zweiter
wichtiger Schritt darin, aktiv zu werden, Bewältigungsmöglichkeiten zu prüfen & einzusetzen.

9.1 Begriffsklärung Stresskonzepte (3 Forschungsstrategien)


 Stress als Input (Situationsansatz, Holmes & Rahe): Stress hängt von externen
Reizen/Umweltbedingungen ab, z.B. kritischen Lebensereignissen.
 Zivilisationsstressoren: Mobilitätsanforderungen („Verkehrsstress“), Lärm, Menschendichte,
Einsamkeit, Informationsüberflutung
 Stress & Familie: Doppelbelastung Familie/Job, Pflege von kranken Angehörigen, Auflösung
traditioneller Rollenverständnisse, Räumliche Enge, Finanzielle Belastungen
 Unterscheidung von Stress in versch. Dimensionen: selbstwertbezogene Stress-Situation vs.
physische Gefährdungssituationen; Physikalische, psychische & soziale Stressoren;
Kontrollierbarkeit, Vorhersagbarkeit & zeitliche Nähe des Stressors
 Generelles Ziel: Differenzierung von Stressoren, für die möglicherweise untersch.
Gesetzmäßigkeiten gelten.
 Stress als Transaktion (Verarbeitungsprozesse, Lazarus): Stress resultiert immer wenn
Umgebungsanforderungen/innere Anforderungen Ressourcen stark beanspruchen/übersteigen.
Stress als Ungleichgewicht zw. Anforderungen & Regulationskapazität
 Primäre Bewertung: Bewertung potentieller Stressoren (Person-Umwelt-Beziehung) bzgl. eigenes Wohlbefinden
 Sekundäre Bewertung: Einschätzung der eigenen Bewältigungsmöglichkeiten einer als stressbezogen bewerteten
Person-Umwelt-Beziehung
 Neubewertung: Nach positiver/negativer Einschätzung v. Bewältigungsmöglichkeiten od. nach deren Ausführung
 Abfolge der 3 Bewertungsprozesse ist variabel ¬es werden komplexe Wechselwirkungen angenommen
 Personenmerkmale: z.B. Ziele, generalisierte Überzeugungen, Werthaltungen
 Umweltmerkmale: u.a. Unmittelbarkeit bevorstehender Beeinträchtigung, Mehrdeutigkeit, situative Zwänge
 Stress als Output (Stress als Reaktion, Selye): Allg. Adaptations-Syndrom des Organismus auf
Umweltanforderungen
 Kurzfristige körperliche Reaktionen: Evolutionär sinnvolle Aktivierung des Körpers zur
Bereitstellung von Energie für 2 basale Verhaltensweisen  Flucht oder Kampf:
□ Atmung wird schneller & flacher
□ Bessere Durchblutung des Herzens & höherer Blutdruck
□ Höhere Durchblutung der Muskulatur
□ Schwitzen (Abkühlung)
□ Stoffwechsel wird auf Energieverbrauch umgestellt (katabole statt anabole Stoffwechsellage)
□ Immunsystem: Anstieg natürlicher Killerzellen im Blut
□ Verminderte Schmerzempfindlichkeit (nur kurzfristig!)
 Chronischer Stress & Krankheit
□ Herz-Kreislauf: Hypertonie, koronare Herzerkrankung, Herzinfarkt
□ Muskulatur: z.B. chronische Kopf-, Rückenschmerzen
□ Verdauung: Verdauungsstörungen, Magen-Darm-Geschwüre
□ Stoffwechsel: Erhöhter Blutzucker- & Cholesterinspiegel
□ Immunsystem: Verminderte Immunkompetenz gegenüber außen (Infektionen) & innen (Krebs)
□ Schmerz: Verringerte Schmerztoleranz
□ Sexualität: Libidoverlust, Zyklusstörungen, Impotenz, Störungen d. Samenreifung, Infertilität
□ Indirekte Effekte durch stressbedingte Verhaltensweisen: Rauchen, Alkohol, Drogen
 Stress & Prüfungsangst: Prüfung als Situation die die Ressourcen einer Person stark beansprucht
oder übersteigt Stress & Angst vor der Prüfung

9.2 Zum Umgang mit Stress & Prüfungsangst


 Was können die folgenden Ausführungen leisten & was nicht?
 Ausgangspunkt: basales Wissen zum Thema Stress & Prüfungsangst
 Übersicht & Anregungen zu einigen bewährten Strategien
 Bewährte Strategien vs. individuelle Passung
 Eigene Umsetzung & Einübung
 Ressourcenaktivierung & Anstöße zur Ressourcenerweiterung
 Option: Kurs & Buch „Gelassen und sicher im Stress“ & „Stressbewältigung“ von Gerd Kaluza
 Ressourcenaktivierung: Was habe ich...
 ...bisher Stress/Belastungen erfolgreich bewältigt?
 ...mit den potentiellen Stressoren (z.B. einer anstehenden Prüfung) „gemacht“?
 ...mit Stressreaktionen (Erschöpfung, Verspannungen, etc.) „gemacht“?
 ...„intern“, d.h. „im Kopf“ mit dem Stress gemacht?

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 ...„intern“, d.h. „im Kopf“ mit dem Stress gemacht?
 Strategien zum Umgang mit Stress: Übersicht
Soziale Unterstützung (Strategie umgreift alle 3 Ebenen): Stressoren  Planung & Zeitmanagement
(Input)  Problemlösetraining
 Instrumentell (Lerngruppe, andere um Hilfe bitten)
 Soziales Netzwerk nutzen/Grenzen setzen
 Emotional  Notfallstrategie
 Regenerativ: mit anderen Sport treiben & genießen
 Familial Verarbeitung  Kognitive Umstrukturierung
(Transaktion)  Persönliche Stressverstärker erkennen &
 Umgang mit Stressoren verändern
 Zeitmanagement
Reaktionen  Entspannungstechniken
□ Gründe für chronischen Zeitmangel: (Output)  Sport & Bewegung
a) Äußere Faktoren (Zeitfresser): Telefon,  Genießen (Regenerative Gegenwelt)
E-Mails, Unterbrechungen, unklare oder ständig wechselnde Aufgaben…
b) Einstellungen & Verhaltensweisen: Schwierigkeit, Prioritäten zu setzen, Perfektionismus…
c) Fehler bei der Zeitplanung: Aufschieben, sich mit Unwichtigem aufhalten, Ordnungswahn oder
mangelnde Ordnung…
□ Hinweise für einen gesunden Gebrauch der Zeit
a) Prioritäten setzen nach Wichtigkeit & Dringlichkeit (Eisenhower-Prinzip, vgl. Arbeitsblatt)
b) Unterstützung suchen & Aufgaben delegieren
c) Zeitfresser eliminieren & Grenzen ziehen (nein sagen…)
d) Zeit „richtig“ planen: schriftlich, Puffer, Pausen, Zeitbedarf realistisch einschätzen, Erfolgskontrolle
 Problemlösetraining
□ Ziele:
a) Erarbeitung & Realisierung konkreter Bewältigungsmöglichkeiten für individ. Belastungen
b) Verbesserung der Problemlösefähigkeit, um zukünftige Belastungen besser bewältigen zu können
c) Erwerb einer allgemeinen problemlösenden Grundhaltung.
d) Probleme gehören zum normalen Leben
e) Können durch aktives, nicht-impulsives Handeln gelöst werden
f) Erfordern aber die Bereitschaft, sie im Augenblick des Auftretens wahr- & anzunehmen
□ 6 Schritte: (Entscheidend: die 6 Schritte sauber von einander trennen!)
a)
Dem Stress auf die Spur kommen: Selbstbeobachtung & innere Achtsamkeit - offene, rezeptive,
bewertungsfreie Haltung zunächst ohne Veränderungswillen
b) Ideen zur Bewältigung sammeln: zunächst ohne zu bewerten
c) Eigenen Weg finden: Indiv. Positivauswahl unter Berücksichtigung der Konsequenzen
d) Konkrete Schritte planen: Realisierung ausgewählter Strategien planen, Rollenspiele, Übungen
e) Im Alltag handeln: Konkrete Umsetzung
f) Bilanz ziehen: Bewertung von Schritt 5, Gründe für Gelingen & Misslingen
 Quart-A- (4A-)Strategie (für den kurzfristigen Umgang mit akuten, nicht vorhersehbaren Belastungen!)
a) Annehmen, d.h. Wahrnehmen der Situation wie sie ist.
b) Abkühlen (Erregung reduzieren)
c) Analysieren der Änderbarkeit
d) Ablenkung oder Aktion
 Interne Verarbeitung v. Stress: Umstrukturierung/Kognitionstraining
 Ziele (dysfunktionale Gedanken in funktionale Gedanken ändern):
1) Hinterfragen stressverschärfenden Kognitionen (Muss immer alles allein machen, muss immer perfekt
sein, Denkfehler, selektive Wahrnehmung & Verallgemeinerung, Personalisieren, Katastrophisieren)
2) Aufbau stressvermindernder, selbstermutigender Selbstverbalisation, kognitive Umstrukturierung
 Methode – 6 Schritte
1) Einführung zur Rolle von Bewertungen & Einstellungen beim Stress - Vorstellungsübung „Zitrone“
2) Für pers. stressverschärfende Kognitionen sensibilisieren: „Wie ich mich selbst unter Druck bringe“ (das
schaffe ich nie…), „5 Stressverstärker“ (Sei perfekt, sei beliebt, sei stark, sei auf der Hut, ich kann nicht)
3) Kognitive Umstrukturierung: „Wie ich meinen Kopf auf neue Gedanken bringen kann ¬Realitätstestung,
hedonistisches Kalkül, temporale Relativierung, Distanzierung durch Rollentausch, Entkatastrophisieren…
4) Alternative stressvermindernde Kognitionen formulieren: „Wie ich mich selbst beruhigen/aufbauen
kann“ konkrete individualisierte Anwendung der Methoden der kognitiven Umstrukturierung
(Irrationale Ideen ersetzen)
5) Stressvermindernde Kognitionen mit Gefühlen & Verhalten verbinden: „Wie kann ich die neuen
Gedanken gegenüber mir & anderen vertreten“ Verbindung mit ++ somatischen Markern, Kreuzfeuer
6) Stressvermindernde Kognitionen im Alltag verankern
 Umgang mit Stressreaktionen
 Entspannungstechniken
□ Ziele:
a) Kompensation der Folgen langfristiger Beanspruchung & Erholung (regeneratives
Stressmanagement)
b) Erregungskontrolle in akuten Belastungssituationen (palliatives Stressmanagement)
c) Konkret: Spannung wahrnehmen, Wechsel von Anspannung zu Entspannung erfahren,
Entspannung genießen, Anspannung & Entspannung im Alltag selbst regulieren)
□ Methoden:
a) Progressive Muskelrelaxation: Langform, Kurzform, Ruhewort
b) Differenzielle Entspannung bestimmter Muskelgruppen
c) „Fantasiereisen“
 Sport und Bewegung
□ Weg 1: Mehr Bewegung in den Alltag bringen

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□ Weg 1: Mehr Bewegung in den Alltag bringen
a) Notwendige Alltagsaktivitäten mit Bewegung verbinden (Treppensteigen statt Aufzug fahren,
Radfahren statt Autofahren)
b) Dauer & Intensität alltäglicher Bewegung steigern (z.B. schneller gehen)
c) Regelmäßige Bewegungspausen einplanen (z.B. Spaziergänge)
□ Weg 2: Regelmäßig Sport treiben
a) Vorsicht vor übertriebenem Ehrgeiz: Herzfrequenz messen/berücksichtigen!
b) Passende Sportart aussuchen
c) Aufwärmen & kurze Gehpausen einbauen
d) Zuerst die Dauer, dann die Intensität steigern
e) Regelmäßig bewegen & viel trinken (Wasser!)
 Genießen lernen (Genusstraining)
□ Ziele:
a) Herstellung einer ausgeglichenen Beanspruchungs-Erholungsbilanz
b) Erkennen, dass eigene Leistungsfähigkeit eine persönl. „regenerative Gegenwelt“ braucht
c) Anknüpfung an früheren positiven Erlebnissen & Tätigkeiten, die wegen aktueller Belastungen
möglicherweise „verschüttet“ sind
d) Keine Verdoppelung des Arbeitslebens durch Freizeitstress
□ Inhalte:
a) Erholung – aber richtig!
b) Angenehmes Erleben im Alltag Was haben Sie in den letzten 24h Angenehmes erlebt?
c) 8 Gebote des Genießens: Gönne dir Genuss; nimm dir Zeit zum genießen; schule deine Sinne für
Genuss; genieße auf deine eigene Art; genieße lieber wenig aber richtig; Planen schafft Vorfreude;
genieße die kleinen Dinge des Alltags.
d) „Ich nehme mir etwas Schönes vor“: Planen angenehmer Erlebnisse
e) Persönliches Gesundheitsprojekt mit einem persönlichen Coach.
Das „Nichtstun“, den Müßiggang, die „leere Zeit“ als wichtige Quelle der Regeneration
entdecken! Fangen Sie jetzt damit an!!!

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