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Furnier im Innenausbau

Definitionen - Eigenschaften - Verarbeitung - Anwendungsbeispiele

Eine Informationsschrift der Initiative Furnier+Natur e.V.,


der TU Dresden und des Institutes für Holztechnologie Dresden
2 Furnier im Innenausbau
Vorwort

Vorwort

Innenarchitekten und Designer sprechen vom „Zeitalter der Materialien“.

Eine aktuelle Marktstudie der Initiative Furnier + Natur e.V. (IFN) bei Architekten belegt das große
Interesse an dem in ihren Augen einzigartigen, ehrlichen und zeitlosen Werkstoff Furnier, das
zwischen Tradition und Innovation steht.

Als Trendsetter, Multiplikatoren und Mitentscheider beim Bauen, Modernisieren und Einrichten
fühlen sie sich jedoch nicht ausreichend informiert, um dem Einsatz von Furnier entscheidende
Impulse zu geben.

Das Fachwissen ist bei den Architekten vorhanden. Teilweise haben sie vor ihrem Studium eine
Tischlerlehre absolviert. Ein größeres Problem ist eher das Wissen über Furnier bei den heutigen
Studenten und damit bei den zukünftigen Architekten. Ihr Wissen und ihr Bezug zum Furnier wird
eher gering eingeschätzt.

Die vorliegende Schrift „Furnier im Innenausbau. Definition – Eigenschaften - Verarbeitung und


Anwendungsbeispiele“ bietet das grundlegende und umfassende Fachwissen für Studenten über
den Einsatz von Furnier im Innenausbau. Für das hohe fachliche Niveau bürgt maßgeblich die
Professur für Holz- und Faserwerkstofftechnik der TU Dresden und das Institut für Holztechnolo-
gie Dresden gemeinnützige GmbH. Hiermit wurde gemeinsam ein Standardwerk geschaffen, das
dazu dienen soll, das Fachwissen zum Thema Furnier zu vertiefen.

Danken möchten wir Herrn Ludger Dederich und den Mitgliedern des Marketingausschusses der
Initiative Furnier + Natur e.V., die dieses Projekt inhaltlich begleitet haben.

Lutgart Behets-Oschmann

Geschäftsführerin der Initiative Furnier + Natur e.V.

Januar 2011
Furnier im InnenausbaU 3
Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung 4 4 Anwendungsbeispiele 44
1.1 Was ist Furnier? 4 4.1 Bauelemente 44
1.2 Definition 4 4.2 Innenausbau 46
1.3 Geschichte 5 4.3 Ausschreibungen für den
Innenausbau 48

2 Werkstoff 6
2.1 Rohholz 6 Glossar 50
2.2 Furnierherstellung 7
2.2.1 Entrinden, Ablängen, Zurichten 8
2.2.2 Dämpfen und Kochen 8 Quellen 60
2.2.3 Herstellungstechniken 9
2.2.4 Trocknen, Beschneiden, Bündeln 13
2.2.5 Taxieren und Vermessen 13 Kurzportrait IHD und TUD 61
2.3 Furniereigenschaften 14
2.3.1 Herstellungsbedingte
Besonderheiten 14 Impressum 62
2.3.2 Mechanische Eigenschaften 15
2.3.3 Farben und optische  17
Eigenschaften 17
2.3.4 Texturen 18
2.3.5 Wuchsmerkmale 20
2.4 Qualitätssicherung, Sortierung und
Kennzeichnung 22

3 Verarbeitung 24
3.1 Zuschneiden und Fügen von
Furnier 25
3.2 Kaschieren und Beschichten mit
Furnier 27
3.3 Veredeln von Furnier 32
3.3.1 Farbe und Furnierbild 32
3.3.2 Formen und Gestalten 36
3.3.3 Besondere Eigenschaften 37
3.4 Oberflächenbehandlung von
furnierten Oberflächen 39
3.4.1 Vorbehandlungsverfahren 39
3.4.2 Arten von Oberflächenbehand -
lungen 39
3.4.3 Empfehlungen zur Auswahl von
Applikationsverfahren und  41
Oberflächenbehandlungen 41
3.4.4 Pflege von Furnieroberflächen 43
4 Furnier im Innenausbau
Kapitel 1 Einleitung

1 Einleitung

1.1 Was ist Furnier? 1.2 Definition

Furnier ist Holz in seiner attraktivsten Form. Furnier ist ein dünnes Blatt aus Holz, das durch
Fachleute bezeichnen Furniere als das Edelste, Schälen, Messern oder Sägen von einem
was man aus Holz herstellen kann. Furniere Stamm abgetrennt wird. So definiert die DIN
sind die sparsamste Art der Holznutzung 4079 Furnier. Ab welcher Dicke ein Furnier als
und bilden daher die höchste Wertschöpfung solches zu bezeichnen ist, ist nicht definiert. In
dieses Naturstoffes. der DIN 4079 werden Nenndicken für Furniere
verschiedener Holzarten festgelegt. Sie liegen
Holz ist ein natürlich gewachsener Rohstoff. in der Regel zwischen 0,5  mm und 0,6  mm.
Jede Holzart besitzt charakteristische Merk- Furniere dieser Dicke werden auch als Nor-
male und dekorative Besonderheiten. So, wie malfurnier bezeichnet. Daneben werden
kein Baum dem anderen gleicht, gleicht kein je nach Verwendungszweck auch andere
Furnierblatt dem anderen. Farbe, Zeichnung Furnierdicken produziert, die gemäß ihrer
und Struktur jedes Furnierblattes sind einzigar- Dicke als Mikro- oder Starkfurniere bezeich-
tig. Jedes Blatt Furnier hat seinen individuellen net werden. Mikrofurniere sind sehr dünne,
Charakter. Furnier ist ein Gestaltungselement, durchscheinende Furniere zwischen 0,1  mm
das seine natürliche Schönheit und Dynamik und 0,3  mm. Sie sind aufgrund der geringen
auch nach der Verarbeitung beibehält. Dicke rissanfällig, was bei der Verarbeitung
besondere Umsicht erfordert. Als Starkfurniere
werden Furniere bezeichnet, deren Dicke zwi-
schen 0,9 mm und 2,5 mm beträgt. Dabei gibt
es keinen fließenden Übergang zwischen ein-
zelnen Furnierdicken. Furniere werden immer
in definierten Dicken hergestellt, z. B. als
0,55 mm, 1,5 mm und 2,5 mm dicke Furniere.
Diese Dicken variieren jedoch von Holzart zu
Holzart.

Die DIN 68330 teilt Furniere nach Herstellungs-


art und Verwendungszweck ein (Abb. 1).
Abb. 1
Furnierarten nach
DIN 68330
Furnier im InnenausbaU 5
Kapitel 1 Einleitung

1.3 Geschichte

Deckfurniere sind Furniere, die die Sichtfläche Die Furnierherstellung und das Furnieren
bilden. Deckfurniere werden in Außen- und selbst wurde bereits um 2900 v. Chr. in Ägypten
Innenfurniere unterteilt. Dabei bilden die praktiziert. Edle Hölzer waren kostbar. Daher
Außenfurniere die Außenflächen der Fertig- erfanden die Ägypter die ökonomische Verar-
erzeugnisse, die das Erscheinungsbild des beitungsweise für diese Hölzer und zersägten
Produktes bestimmen, während die Innenfur- die Stämme in möglichst dünne Bretter. In
niere an den Innenflächen des Erzeugnisses Europa wurden Furniere ab dem 14. Jahrhun-
weniger zum Erscheinungsbild beitragen. dert zunehmend für Möbelstücke verarbeitet.
Die Herstellung kleiner Mengen an Furnier war
Als Deckfurniere werden hochwertige Messer- zu Beginn der Neuzeit jedoch so arbeits- und
oder Schälfurniere eingesetzt. Die Herstellung zeitaufwändig, dass die daraus hergestellten
von Messer- und Schälfurnieren sowie die Möbelstücke ausschließlich wohlhabenden
dadurch entstehenden Furnierbilder werden in Bevölkerungsschichten vorbehalten waren.
Kapitel 2.2.3 ausführlich beschrieben. Bis zum 19. Jahrhundert wurden Furniere
ausschließlich durch Sägen hergestellt. In
Unter- und Absperrfurniere liegen unter dem diesem Zeitraum begann die industrielle Her-
Deckfurnier und dienen hauptsächlich der Ver- stellung, die die Verarbeitung von Furnieren
besserung der Formstabilität. in größeren Mengen ermöglichte. 1818 wurde
die erste Furnierschälmaschine patentiert.
Im Jahre 1870 wurde die erste Furniermes-
sermaschine in Betrieb genommen. Damit
war der Grundstein für die moderne Furnier-
industrie gelegt. Aufgrund des zunehmenden
Einsatzes von Holzwerkstoffen wurde Furnier
Mitte des 20. Jahrhunderts das dominierende
Oberflächenmaterial für Möbel, Türen und im
Innenausbau. Heute konkurriert das Furnier
mit einer Reihe von dekorativen Beschich-
tungsmaterialien, ist jedoch ein wichtiges
Gestaltungselement in der Möbelindustrie,
Türenfertigung und im Innenausbau (z.B. in
Fußböden, Decken- und Wandverkleidungen,
im Interieur im Boots-, Flugzeug- und Automo-
bilbau).
6 Furnier im Innenausbau
Kapitel 2 Werkstoff

2 Werkstoff

2.1 Rohholz

Die Struktur des Holzes entsteht als Folge Der Radial- oder Spiegelschnitt ist ein Schnitt
des Wachstums eines Baumes. Aufgrund der parallel zur Stammachse. Er verläuft in Rich-
verschiedenen Funktionen, die zum Wachs- tung des Radius der Jahrringe, annähernd
tum eines lebenden Baumes notwendig sind, parallel zu den Holzstrahlen. Die Jahrringe
besteht Holz aus verschiedenen Gewebe- und bilden im Radialschnitt parallele Streifen.
Zellarten. Sie sind ringförmig um die Stamm-
achse (Markröhre) angeordnet. Zur Versorgung Der Schnitt entlang der Tangente eines
des Stammes in radialer Richtung werden Jahrring-Kreises wird als Tangential- oder Fla-
ebenfalls Zellen angelegt, die als Holzstrah- derschnitt (seltener Sehnen- oder Brettschnitt)
len bezeichnet werden. Sie zeichnen sich als bezeichnet. Er verläuft ebenfalls parallel zur
radial verlaufende, oft glänzende Linien ab. Stammachse, durchtrennt jedoch die Jahrringe,
die sich zur Baumspitze hin konisch verjüngen.
Entsprechend der klimatischen Bedin- Dadurch erscheinen sie als parabelförmige
gungen bildet ein Baum infolge des jährlichen Kurven und erzeugen die als Fladerung oder
Zuwachses Jahrringe bzw. Zuwachszonen auch Blume bezeichnete Textur.
aus. Sie sind ein deutliches Kennzeichen für
den Werkstoff Holz, denn durch das Zerschnei- Die Längsschnitte sind in der Praxis oft kom-
den der Jahrringe in verschiedene Richtungen biniert, so dass ein Halbradial- bzw. ein
entstehen unterschiedliche Holzbilder, auch Halbtangentialschnitt entsteht. Im Kap.  2.3.4
Textur, Zeichnung oder Maserung des Holzes werden ausgewählte Texturen vorgestellt.
genannt. Abb.  2 zeigt die drei Schnittebenen
im Holz mit deren typischer Textur. Der innere Teil eines Stammquerschnittes, der
am lebenden Baum nur noch der Stoffspeiche-
Der Schnitt senkrecht zur Stammachse wird rung und Festigung dient, wird als Kernholz
Hirn- oder Querschnitt genannt. Im Hirnschnitt bezeichnet. Er ist meistens farblich vom Splint-
zeichnen sich die Jahrringe annähernd rund holz abgesetzt und deutlich dunkler als der
ab. Splint. Das Splintholz ist der äußere, meist
hellere Teil eines Stammquerschnittes.

Abb. 2
Schnittebenen im Holz,
Quelle: GWT-TUD GmbH
Furnier im InnenausbaU 7
Kapitel 2 Werkstoff

2.2 Furnierherstellung

Der Werkstoff Holz hat neben seiner natür- Jedes Furnierblatt ist ein Unikat. Bei der
lichen Schönheit viele spezielle Eigenschaften, Furnierherstellung kann eine Vielzahl ver-
die bei der Verarbeitung beachtet werden schiedener Furnierbilder erzeugt werden.
müssen. Zur Eingrenzung der Furnierauswahl bieten
die Furnierproduzenten die Möglichkeit einer
Holz ist ein hygroskopischer Werkstoff, der gemeinsamen Bemusterung. Dazu werden
Wasser aus der Luft aufnehmen und abgeben von Herstellern, Verarbeitern und Planern/
kann. Bei dieser Veränderung des Feuchte- Auftraggebern verschiedene Furniere begut-
gehaltes kommt es zur Dimensionsänderung, achtet, um schon frühzeitig die Furnierauswahl
dem Quellen oder Schwinden des Holzes. bzw. das Furnierbild detailliert abzustimmen.
Die Möglichkeit der Bemusterung und damit
Aufgrund der Jahrringstruktur und der ver- die Wahrnehmung der Kompetenz der Fur-
schiedenen Gewebe- bzw. Zellarten ist Holz nierhersteller bzw. -händler sollte seitens der
ein inhomogener Werkstoff. Planer/Auftraggeber wahrgenommen werden,
um Missverständnisse bei der Furnierauswahl
Die meisten Zellen bzw. Fasern eines Baumes zu vermeiden.
sind parallel zur Stammachse ausgerich-
tet. Holz weist deshalb in den verschiedenen Für die Furnierherstellung ist trotz moderner
Richtungen unterschiedliche physikalische Technik viel Erfahrung und handwerkliches
Eigenschaften auf. Die Faserlängsrichtung ist Können erforderlich. Jede Holzart wird indivi-
die Richtung, die parallel zur Stammachse ver- duell verarbeitet. Die Furnierherstellung erfolgt
läuft. In dieser Richtung besitzt das Holz seine nach den folgend beschriebenen technolo-
höchste Festigkeit, seine höchste Steifigkeit gischen Schritten.
und die geringsten Quell- und Schwindwerte.
Senkrecht zur Faserrichtung werden die
Richtungen nochmals in radial und tangential
differenziert, die analog zu den Schnittebenen
verlaufen. Festigkeits- und Steifigkeitswerte
sind senkrecht zur Faserrichtung deutlich
geringer als in Faserlängsrichtung. Quell- und
Schwindwerte dagegen weisen in tangentialer
Richtung die höchsten Werte auf, die der radi-
alen Richtung sind etwas geringer.

All diese Eigenschaften erfordern ein gewisses


Verständnis für den Einsatz und die Verarbei-
tung von Holz. Jede Holzart hat spezifische
Eigenschaften, was bei der Kombination ver-
schiedener Holzarten zu beachten ist.

Zur Herstellung von Furnieren werden aus-


schließlich hochwertige, fehlerfreie Stämme
verwendet. Dadurch werden wuchsbedingte
Nachteile reduziert und die natürliche Schön-
heit und Ästhetik des Holzes hervorgehoben.
8 Furnier im Innenausbau
Kapitel 2 Werkstoff

2.2.1 Entrinden, Ablängen, Zurichten 2.2.2 Dämpfen und Kochen


Im ersten Arbeitsschritt muss der Stamm für Um einen qualitativ hochwertigen Schnitt
die Furnierherstellung vorbereitet werden. realisieren zu können, müssen die Furnier-
Neben der optimalen Ausnutzung und Quali- blöcke plastifiziert, d.h. „erweicht“ werden.
tätssortierung steht dabei das Schaffen einer Aus diesem Grund werden sie in großen,
möglichst fehlerfreien, farblich und strukturell mit Wasser gefüllten Becken gedämpft oder
einheitlichen, regelmäßigen Furnierfläche im gekocht (Abb. 4). Neben dem Plastifizierungs-
Vordergrund. effekt wird durch das Kochen die Farbe des
Holzes verändert. Dabei entscheidet die Dauer
Mit dem Entrinden des Stammes werden neben des Kochvorganges über den erzielbaren
der Rinde auch Fremdmaterialien, wie Steine, Farbton. So erhält z.B. die ursprünglich weiße
Metallteile, Sand oder Erde entfernt. Das darauf Buche durch das Dämpfen oder Kochen ihren
folgende Ablängen erfolgt bereits unter Berück- lachsfarbenen bis rötlichen Farbton. Helle
sichtigung von Wuchsmerkmalen, Farbe, Hölzer, deren Farbton unverändert hell bleiben
Struktur, Form, Dimension und Längenvorga- soll, werden ohne Dämpfen oder Kochen zu
ben. Als Zurichten wird das Längsaufteilen und Furnier verarbeitet. Dazu zählen weiße Buche
Zuschneiden des Furnierstammes bezeichnet. und Ahorn. Bei diesen Hölzern wird die Plastifi-
Dabei wird der Stamm halbiert, gedrittelt oder zierung durch kaltes Wasser erreicht.
geviertelt. So entstehen die Furnierblöcke oder
Flitches, die in die Messer- bzw. Schälma- Je nach Holzart und gewünschtem Farbton
schine eingespannt werden. Mit dem Zurichten variiert die Dämpf- oder Kochzeit zwischen
wird über die Messertechnik und somit das wenigen Stunden und mehreren Tagen. Über
Furnierbild entschieden. Damit wird die Bedeu- diesen Zeitraum gibt es für die einzelnen Holz-
tung dieses Arbeitsschrittes deutlich: hier wird arten verschiedene Temperaturverläufe, die
festgelegt, ob das schönste Furnierbild erzielt genau eingehalten werden müssen. Die zum
und gleichzeitig der wertvolle Rohstoff Holz fehlerfreien Dämpfen und Kochen erforder-
optimal genutzt werden kann (Abb. 3). lichen Parameter sind Erfahrungswerte einer
jeden Firma und werden streng geheim gehal-
ten.
Abb. 3 (links)
Zurichten eines Stammes,
Quelle: Danzer Group

Abb. 4 (rechts)
Dämpfen der Furnierblöcke,
Quelle: Schorn & Groh GmbH
Furnier im InnenausbaU 9
Kapitel 2 Werkstoff

2.2.3 Herstellungstechniken
Messern Flachmessern
Beim Messern wird ein Furnierblatt vom Furnier- Beim Flachmessern wird ein halbierter Stamm
block geschnitten, indem der Block horizontal mit der Kernseite auf dem Messertisch befe-
oder vertikal bewegt wird. Die Messerführung stigt und von der Außenseite her gemessert.
kann dabei parallel oder senkrecht zur Faser- Die anfangs anfallenden Furnierblätter zeigen
richtung erfolgen, weshalb in Längs- und eine lebhafte Fladertextur, da die Jahrringe
Quermessern unterschieden wird (Abb. 5). in einem sehr flachen Winkel angeschnitten
werden. Je weiter der Schnitt an die Stamm-
Abb. 5 Prinzipielle
mitte herankommt, umso mehr werden die
Darstellung des
Jahrringe im rechten Winkel angeschnitten, so
Längsmesserns und
dass ein zunehmend streifiges Furnierbild ent-
Quermesserns, Quelle:
steht (Abb. 6).
GWT-TUD GmbH

Echt-Quartier-Messern
Zum Echt-Quartier-Messern wird der Stamm
geviertelt. Er wird so aufgespannt, dass der
Schnitt im rechten Winkel zu den Jahrringen
erfolgt. Dadurch entsteht ein streifig gezeich-
netes Furnierbild (Abb. 7).

Faux-Quartier-Messern
Zum Faux-Quartier-Messern wird der Stamm
Beim Längsmessern erfolgt die Schnittführung geviertelt. Durch das Vierteln besitzt der
analog dem Hobeln parallel zur Faser. Dadurch Furnierblock zwei zueinander rechtwinklige
wird eine sehr gute Oberflächenqualität erzielt. Seiten, die im Radialschnitt vorliegen. Der
Es sind theoretisch unbegrenzte Furnierlängen Block wird mit einer dieser Seiten flach aufge-
herstellbar. Mittels Längsmessertechnologie spannt und parallel dazu gemessert. Aufgrund
können Furniere mit einer Breite von 350 mm der Verarbeitung eines Stammviertels ent-
und mehr hergestellt werden. Herstellbare stehen Furnierbilder mit einer halbblumigen
Dicken können zwischen 0,3 mm (in Ausnah- Zeichnung. Die Jahrringe werden wie beim
men sogar noch darunter) und 13 mm variieren. Flachmessern anfangs in einem sehr flachen
Die Funktionsweise von Längsmessermaschi- Winkel angeschnitten. Beim weiteren Annä-
nen erfordert die Verarbeitung rechteckiger hern an die Stammmitte entstehen gestreifte
Flitches. Daher ist die Variation der erzeug- Texturen (Abb.  8). Durch symmetrisches
baren Furnierbilder begrenzt. Diese aus dem Zusammenfügen mehrerer halbblumiger Fur-
asiatischen Raum stammende Messertechnik nierblätter können Furniere mit blumiger Textur
wird auch in Europa und Amerika praktiziert, (Fladertextur) hergestellt werden.
in Deutschland findet sie aber keine Anwen-
dung. Daher wird im deutschsprachigen Raum Flach-Quartier-Messern
allgemein von Messern gesprochen, wenn das Das Flach-Quartier-Messern entspricht dem
Quermessern gemeint ist. Flachmessern, mit dem Unterschied, dass hier
ein Viertelstamm gemessert wird. Dadurch
Mit den vier Schnitttechniken des (Quer-) entsteht ein Furnierbild mit nahezu reinem,
Messerns werden verschiedene blumige oder blumigem Kathedralaufbau. (Abb. 9)
streifige Furnierbilder erzeugt.
10 Furnier im Innenausbau
Kapitel 2 Werkstoff

Abb. 6
Schnitttechnik beim
Flachmessern und
entstehendes Furnierbild,
Quelle: Danzer Group

Abb. 7
Schnitttechnik beim Echt-
Quartier-Messern und
entstehendes Furnierbild,
Quelle: Danzer Group

Abb. 8
Schnitttechnik beim Faux-
Quartier-Messern und
entstehendes Furnierbild,
Quelle: Danzer Group

Abb. 9
Schnitttechnik beim
Flach-Quartier-Messern
und entstehendes
Furnierbild, Quelle:
Danzer Group
Furnier im InnenausbaU 11
Kapitel 2 Werkstoff

Schälen Aus – dem – Herzen – Schälen


Beim Schälen dreht sich der Furnierblock und Für diese Schältechnik wird der Stamm gedrit-
das Abschneiden des Furnierblattes vom Block telt oder geviertelt. Der Block wird mit der
erfolgt während der Drehbewegung. Kernseite zum Messer hin auf den Drehbal-
ken gespannt und so von innen (vom Herzen)
Rundschälen heraus geschält. So können breitere Furnier-
Beim Rundschälen wird der runde Stamm ver- blätter hergestellt werden. Das entstehende
arbeitet. Er wird an der Mittelachse eingespannt Furnierbild weist eine besonders blumige
und spiralförmig von außen her geschält. Diese Textur auf (Abb. 13).
Schältechnik wird u.a. zur Herstellung dekora-
tiver Maserfurniere verwendet. So entstehen Sägen
Furnierbilder mit unregelmäßiger gefladerter Das Sägen ist die älteste Herstellungstechnik
Zeichnung oder mit Nestern von wilden Struk- für Furnier. Bis zur Entwicklung der Messer-
turen (z.B. Vogelaugenahorn) (Abb. 10). und Schälmaschinen wurden alle Furniere
durch Sägen hergestellt. Das Sägen erfolgt mit
Stay-Log-Schälen einem Furniergatter oder einer Furnierkreis-
Beim Stay-Log-Schälen wird ein halbierter säge. Bei der Herstellung von Sägefurnieren
Stamm mit der Kernseite auf dem Drehbalken entstehen bis zu 50 % Verlust. Dennoch werden
befestigt und von der Außenseite her geschält. auch heute noch Sägefurniere verwendet. Da
Aufgrund der Drehung des an der Markröhre die Furnierblöcke zum Sägen nicht plastifiziert
eingespannten halben Stammes entsteht eine werden müssen, haben Sägefurniere die selbe
exzentrische Drehbewegung des Blockes, Farbe wie das Vollholz. Besonders für harte
weshalb diese Schältechnik auch Exzentrisch Hölzer, die durch Messern schwer zu Furnier
Schälen genannt wird. Die Jahrringe werden in zu verarbeiten sind, ist das Sägen die alterna-
einem sehr flachen Winkel angeschnitten, so tive Herstellungsmöglichkeit. Mit einer Dicke
dass ein Furnierbild mit an den Seiten strei- zwischen 1,2  mm und 2,5  mm sind Sägefur-
figer und in der Mitte blumiger Textur entsteht niere verhältnismäßig dick. Sie werden z.B. für
(Abb. 11). Restaurationsarbeiten, aber auch zur Herstel-
lung anspruchsvoller Möbel verwendet.
Riftschälen
Zum Riftschälen wird der Stamm geviertelt.
Der Block wird mit einer der beiden ebenen
Seiten auf den Drehbalken gespannt und von
der gegenüber liegenden Seite her geschält.
Die Drehbewegung des Blockes ist ebenfalls
exzentrisch. Das entstehende Furnierbild ist
streifig (Abb. 12). Streifenfurniere werden vor-
zugsweise mit dieser Technik hergestellt.
12 Furnier im Innenausbau
Kapitel 2 Werkstoff

Abb. 10
Schältechnik beim
Rundschälen und
entstehendes Furnierbild,
Quelle: Danzer Group

Abb. 11
Schältechnik beim
Stay-Log-Schälen und
entstehendes Furnierbild,
Quelle: Danzer Group

Abb. 12
Schältechnik beim
Riftschälen und
entstehendes Furnierbild,
Quelle: Danzer Group

Abb. 13
Schältechnik beim Aus-
dem-Herzen-Schälen und
entstehendes Furnierbild,
Quelle: Danzer Group
Furnier im InnenausbaU 13
Kapitel 2 Werkstoff

2.2.4 Trocknen, Beschneiden, Bündeln 2.2.5 Taxieren und Vermessen


Durch das Dämpfen bzw. Kochen der Furnier- Das Taxieren ist das Festlegen eines Preises
blöcke vor dem Schneiden sind die Furniere für ein Furnierpaket. Dazu werden die Qualität
nach dem Schneidprozess nass. Sie werden bewertet und die Furniere Paket weise optisch
mit Heißluft bei Temperaturen zwischen 60°C vermessen. Die aus der Vermessung erstellte
und 180°C auf die gewünschte Endfeuchte, im Maßliste erfasst den Flächeninhalt pro Paket.
Allgemeinen zwischen 6 % und 12 %, getrock- So wird für jedes Paket der Preis pro Quadrat-
net. Die Trocknung erfolgt in der Regel in meter bestimmt.
Bandtrocknern. Dabei werden die Furniere zwi-
schen zwei „endlosen“ Bandgewebebändern
durch verschiedene Trocknerzonen geführt.
Durchlaufzeiten und Temperaturen variieren
für jede Holzart, entsprechend werden holzar-
tenspezifische Programme gefahren.

Die meisten Furniere neigen aufgrund der


Dichteunterschiede innerhalb eines Blattes
zum wellig werden (z.B. Ahorn) und müssen
für die Weiterverarbeitung geglättet werden.
Das Glätten wird größtenteils in Bandtrocknern
mit Bügeleffekt (Bügeltrocker) durchgeführt.
Zusätzliche Walzen, die einen Druck auf das
Furnier ausüben, ebnen das Furnier. Stark
wellige Furniere, wie z.B. Buche, müssen ggf.
durch zusätzliches Pressen geglättet werden.

Im Anschluss an den Trocknungsprozess


werden die Furniere zugeschnitten und zu
Paketen von je 16, 24 oder 32 Blatt bebün-
delt. Beim Zuschneiden werden die Ränder
begradigt und gegebenenfalls Wuchsunregel-
mäßigkeiten herausgeschnitten.
14 Furnier im Innenausbau
Kapitel 2 Werkstoff

2.3 Furniereigenschaften
2.3.1 Herstellungsbedingte
Besonderheiten Die rissfreie Seite wird als geschlossene, die
Während des Schneidvorganges beim Schälen Seite mit Rissen als offene Seite bezeichnet.
und Messern fährt das Messer in den Furnier- Die Risse beeinflussen sowohl physikalische
block und trennt ein Furnierblatt vom Block. als auch Verarbeitungseigenschaften. Das
Oberhalb des Messers ist eine Druckleiste Ergebnis einer Beschichtung mit flüssigen
angeordnet, die unmittelbar vor dem Abtren- Systemen, wie Lacken oder Klebstoffen, kann
nen gegen den Furnierblock drückt. Dadurch in Abhängigkeit vom Vorhandensein der Risse
wird das Aufspalten des Holzes verhindert und unterschiedlich ausfallen. Der Glanz bzw. die
ein glatter Schnitt erzeugt. Um den weiteren Wirkung der Furnieroberfläche, insbesondere
Schnitt bis zum Abtrennen des Furnierblattes bei schrägem Lichteinfall, kann bei einem Fur-
vom Furnierblock gewährleisten zu können, nierblatt zwischen beiden Seiten differieren.
wird das Furnier unmittelbar nach dem Schnei- Diese Effekte sind insbesondere beim Fügen
deneingriff stark gebogen. Dadurch entstehen von Furnierblättern zu einem größeren Bild
beim Schälen und Messern parallel zur Faser zu berücksichtigen. Hinsichtlich der mecha-
kleine Risse auf der dem Messer zugewandten nischen Eigenschaften ist zu beachten, dass
Seite (Abb. 14 und 15). die Risse eine Materialschwächung darstel-
len. Eine Beanspruchung (Biegung oder Zug)
Abb. 14 senkrecht zu den Rissen führt eher zum Bruch
Prinzipskizze zur als eine Beanspruchung parallel dazu.
Rissentstehung beim
Schälen und Messern, Bei Sägefurnieren treten herstellungsbedingt
Quelle: Becker KG keine Risse auf.

Abb. 15
Mikroskopische
Aufnahme von Rissen in
Nussbaumfurnier,
Quelle: TU Dresden
Furnier im InnenausbaU 15
Kapitel 2 Werkstoff

2.3.2 Mechanische Eigenschaften


Zur Bestimmung mechanischer Eigen- Bei dieser Holzart mit den teilweise großen
schaften von Furnier gibt es derzeit keine Gefäßzellen und Holzstrahlen liegen bei 0,5 mm
deutsche Norm, die Standardprüfungen wie dicken Proben bisweilen nur 2 – 3 Gefäße im
für Vollholz beschreibt. Prüfungen zur Ermitt- Querschnitt übereinander. Dazwischen befin-
lung mechanischer Eigenschaften erfolgen den sich nur sehr dünne Zellwände. So eine
daher in Anlehnung an Prüfnormen aus dem Konstellation reduziert die Festigkeit drastisch.
Papierbereich bzw. unter individuellen Prüfbe- Bei dünner werdenden Furnieren ist zuneh-
dingungen. mend mit dem Einfluss einzelner Strukturteile
zu rechnen, was zum vorzeitigen Bruch, d.h.
Tabelle 2.1 zeigt Werte für Zugfestigkeiten und im Vergleich zu Vollholz zu reduzierter Festig-
Elastizitätsmodul für Furniere aus Rotbuche keit führen kann.
(Fagus sylvatica L.) und Europäischer Eiche
(Quercus robur L. / Quercus petraea Liebl.). Zur Bestimmung der Biegefestigkeit von
Da Furniere nicht genau der radialen oder tan- Furnieren normaler Dicke ist der 3-Punkt-
gentialen Richtung im Holz zugeordnet werden Biegeversuch nicht geeignet. Aufgrund der
können, wird bei der Ermittlung der Kennwerte geringen Dicke biegen sich die Furniere bereits
nur in parallel und senkrecht zur Faserrichtung bei dem in der DIN 52186 für Holz geforderten
unterschieden. Die Furniere wurden im Längs- Verhältnis von Spannweite zu Furnierdicke
messerverfahren hergestellt. von 15  :  1 sehr weit durch. Dadurch werden
die Randbedingungen für die standardmäßige
Die ermittelten Werte für Buchenfurnier liegen, Berechnung der Biegefestigkeit beim 3-Punkt-
soweit verfügbar, im für Vollholz üblichen Biegeversuch nicht mehr erfüllt, so dass ein
Bereich, tendieren jedoch zum unteren Grenz- falsches Ergebnis ermittelt wird.
wert. Die Werte für Eichenfurnier fallen geringer
aus als die für Vollholz, was auf Strukturein-
flüsse zurückzuführen ist.

Tabelle 2.1: Mechanische Kennwerte aus dem Zugversuch für Furniere aus Rotbuche und europäischer Eiche,
Quelle: Tu Dresden

Zugfestigkeit E-Modul
durchschnittliche
in N/mm² in N/mm²
Holzart Faserrichtung Furnierdicke
Mittelwert Mittelwert
in mm
(Standardabw.) (Standardabw.)

71,0 12000
parallel 0,48
(9,4) (600)
Rotbuche
7,9 630
senkrecht 0,52
(1,0) (20)

41,3 7400
parallel 0,50
(3,3) (600)
Eiche
1,0 270
senkrecht 0,52
(0,2) (70)
16 Furnier im Innenausbau
Kapitel 2 Werkstoff

Gemaserte Furniere weisen aufgrund ihrer Aus diesen Werten wird der Einfluss der beim
unregelmäßigen Struktur keine definierten Schälen entstehenden Risse auf der dem
Faserrichtungen auf. Mechanische Kennwerte Messer zugewandten Seite deutlich. Verlau-
sind abhängig von der Zeichnung und Intensität fen die Risse senkrecht zur Belastung werden
der Maserausbildung. Für Nussbaummaser- deutlich geringere Werte für E-Modul und
furniere mit auffälliger Maserung wurden die in Festigkeit erreicht als bei Belastung parallel zu
Tabelle 2.2 dargestellten Kennwerte aus Zug- den Rissen.
prüfungen ermittelt.

Tabelle 2.2 Ergebnisse der Zugprüfungen an Nussbaummaserfurnier in verschiedenen Richtungen,


Quelle: TU Dresden

E-Modul Bruchfestigkeit Bruchdehnung


in N/mm² in N/mm² in %
Prüfrichtung
Mittelwert Mittelwert Mittelwert
(Standardabw.) (Standardabw.) (Standardabw.)
senkrecht zur Risse parallel zur
Schnittrichtung Prüfrichtung
1600 8,9 0,57
(203) (1,4) (0,08)

parallel zur Risse senkrecht


Schnittrichtung zur Prüfrichtung
760 6,0 0,72
(170) (0,8) (0,14)
Furnier im InnenausbaU 17
Kapitel 2 Werkstoff

2.3.3 Farben und optische


Eigenschaften Vorwiegend bei den hellen Holzarten ist diese
Die natürlichen Farben von Furnieren sind Farbveränderung, auch Vergilben genannt,
weit gefächert. Sie reichen von gelblich – weiß nicht erwünscht. Bei von Natur aus dunkler
bis hin zu schwarz. In Tabelle 2.3 ist eine gefärbten Hölzern, wie Nussbaum, kommt es
Farbzuordnung einiger Furnierhölzer zusam- zum Vergrauen. Durch zusätzliches Nachdun-
mengestellt (Abb. 16 a bis d). keln kann aber auch eine Farbverbesserung
eintreten (z. B. bei Lärche). Eine solche Farb-
Die optischen Eigenschaften von Furnieren veränderung kann auch bewusst durch die
entsprechen im allgemeinen denen von Voll- Oberflächenbehandlung, dem sogenannten
holz. Sie sind sehr stark holzartenabhängig. Anfeuern, erzeugt werden. Dabei kommt es
Unter der Einwirkung von Luftsauerstoff und zu einer Intensivierung und Verdunklung der
Sonnenlicht verfärben sich alle Hölzer. Holzfarbe, auch Kontraste im Holz kommen
besser zur Geltung.

Tabelle 2.3 Farbtöne verschiedener Holzarten

Farbton hell rötlich mittleres braun dunkles braun


Holzart Ahorn Rotbuche Eiche Nussbaum
Birke Kirschbaum Rüster Mooreiche
Linde Elsbeere
Fichte Platane
Kiefer Lärche
Erle Birnbaum
Roßastanie Roteiche

Abb. 16
Holzarten mit
verschiedenen Farbtönen
a) Ahorn (hell)
b) Elsbeere (rötlich)
c) Eiche (mittleres
braun) d) Nussbaum
(dunkles braun)
Quelle: TU Dresden
a) b)

c) d)
18 Furnier im Innenausbau
Kapitel 2 Werkstoff

2.3.4 Texturen
Schlichte Textur

Abb. 17
Als schlichte Textur wird eine einheitliche Zeichnung des Holzes
Schlichte Textur bei
ohne auffällige farbliche oder optische Effekte bezeichnet (Abb. 17).
Birke,
Typische Holzarten mit schlichter Textur sind Ahorn, Erle, Birke,
Quelle: Holzatlas
Pappel und Linde.

Gefladerte oder blumige Textur

Abb. 18
Als Fladerung wird die parabelförmige, buchtige oder gezackte
Gefladerte Textur bei
Zeichnung des Holzes im Tangentialschnitt bezeichnet. Sie entsteht
Lärche,
durch auffällige Früh-/ Spätholzkontraste der Jahrringe, die im Tan-
Quelle: Holzatlas
gentialschnitt aufgrund ihrer konischen Verjüngung zur Stammspitze
hin angeschnitten werden und das typische Bild ergeben (Abb. 18).
Alle Nadelhölzer, aber auch Robinie, Nussbaum, Esche, Eiche oder
Rüster weisen eine gefladerte Textur auf.

Streifige Textur

Abb. 19 Für eine streifige Textur sind ebenfalls die kontrastreichen Jahrringe
Gestreifte Textur bei bzw. Jahrringübergänge verantwortlich. Im Radialschnitt verur-
Rüster, sachen sie die längsgestreifte Zeichnung des Holzes (Abb.  19).
Quelle: Holzatlas Typische einheimische Holzarten mit gestreifter Textur sind die
Nadelhölzer sowie Robinie, Nussbaum, Esche, Eiche oder Rüster.

Abb. 20 Gespiegelte Textur


Gespiegelte Textur bei
Rüster Als Spiegel werden im Radialschnitt angeschnittene Holzstrahlen
bezeichnet. Durch farblich hervorgehobene, glänzende und quer
zur Faserrichtung verlaufende Holzstrahlen entsteht eine gespie-
gelte Textur (Abb.  20). Typische Holzarten mit gespiegelter Textur
sind Eiche und Platane.
Furnier im InnenausbaU 19
Kapitel 2 Werkstoff

Geriegelte Textur

Abb. 21
Durch wellenförmigen tangentialen Faserverlauf und unterschied-
Geriegelte Textur bei
liche Lichtreflexionen hervorgerufene, quer zur Faserrichtung
Ahorn,
verlaufende gestreifte Zeichnung des Holzes (Abb.  21). Eine Rie-
Quelle: Holzatlas
gelung wird nur im Radialschnitt sichtbar. Typische Holzarten mit
geriegelter Textur sind Ahorn und Esche.

Pyramidentextur

Abb. 22
Die Pyramidentextur beschreibt eine Y-förmige Zeichnung des
Pyramidentextur bei
Holzes (Abb.  22). Sie tritt im Bereich von Stamm- oder Astgabeln
Nussbaum,
sowohl im Radial- als auch im Tangentialschnitt auf. Typische Holz-
Quelle: Holzatlas
arten, bei denen eine Pyramidentextur zu finden ist, sind Nussbaum
und Birnbaum.

Gemaserte Textur

Der Maserwuchs ist eine Wuchsanomalie am Stamm oder an der Abb. 23

Wurzel, bei der die Holzstruktur stark verändert ist. Dabei kommt Gemaserte Textur bei

es zu verstärkter Bildung von Knospen, die ständig überwachsen Rüster,

werden. Aus den so entstandenen Maserknollen können durch Quelle: Holzatlas

Schälen Furniere mit gemaserten Texturen hergestellt werden. Die


Maserung wird durch den unregelmäßigen, wirbeligen bis kreisför-
migen Faserverlauf hervorgerufen (Abb.  23). Nicht alle Holzarten
bilden Maserknollen aus. Typische Holzarten sind Esche, Rüster,
Pappel, Nussbaum und Birke.

Geaugte Textur Abb. 24


Geaugte Textur bei
Infolge von Wachstumsstörungen können punktförmige Strukturver- Vogelaugenahorn,
änderungen, die feinen Ästen gleichen, entstehen. Durch Schälen Quelle: Holzatlas
kann daraus eine geaugte Textur erzeugt werden (Abb.  24). Ein
typischer Vertreter mit dieser Textur ist der Vogelaugenahorn.
20 Furnier im Innenausbau
Kapitel 2 Werkstoff

2.3.5 Wuchsmerkmale
Jede Holzart und jedes Stück Holz verfügen
über individuelle, wachstumsbedingte Merk-
male. Diese Wuchsmerkmale sind keine Fehler,
sondern typisch für Holz. Sie tragen wesentlich
zu dessen charakteristischer Oberfläche bei.

Verfärbungen
Abb. 25 Verfärbungen sind lokale Farbänderungen im
Markflecken bei Erle, Holz, die wuchsbedingt entstehen oder durch
Quelle: TU Dresden Fremdkörper hervorgerufen werden können.
Wuchsbedingte Verfärbungen sind z.B. Mark-
flecken, Reaktionsholz, Wundgewebe oder
die Rotkernigkeit bei Buche. Markflecken sind
kleine dunkle Streifen, die durch Fliegenlar-
ven bei einigen Laubhölzern gebildet werden
(Abb.  25). Sie sind charakteristisch für Birke
und Erle. Reaktionsholz, Wundgewebe oder
Rotkernigkeit sind großflächigere, dunkle (röt-
liche) Verfärbungen (Abb. 26).

Solche Verfärbungen sind bei einer Reihe von


Holzarten zu finden, z.B. bei Ahorn, Buche,
Esche, Kiefer, Kirschbaum und Nussbaum.

Abb. 26 Kleine schwarze Punkte bis Striche zwischen


Rotkern bei Rotbuche, den Jahrringen, die durch Harzeinschluss
Quelle: Schorn & Groh entstanden sind, werden auch als Gum
GmbH bezeichnet. Sie kommen hauptsächlich bei
Amerikanischem Kirschbaum vor. Helle, runde
oder ovale Felder werden dagegen als Blasen
bezeichnet. Sie können bei Ahorn oder Esche
vorkommen. So genannte Wasseradern sind
auffallend helle Jahrringe bei Buche oder
Eiche. Sie entstehen in Jahren, in denen die
Wasserversorgung nicht optimal war.
Furnier im InnenausbaU 21
Kapitel 2 Werkstoff

Noppen
Abb. 27
Noppen sind kleine, runde oder ovale, fest ver-
Noppen bei Kirschbaum,
wachsene Astansätze. Sie unterbrechen den
Quelle: Schorn & Groh
Faserverlauf. Noppen treten z.B. bei Ahorn,
GmbH
Birke, Buche, Eiche, Erle, Esche, Kirschbaum
und Nussbaum auf (Abb. 27).

Blitze
Abb. 28
Blitze sind einzelne, quer zur Faserrichtung
Blitze bei Esche,
verlaufende Striche oder Strahlen (Abb.  28).
Quelle: Schorn & Groh
Sie können bei Ahorn, Eiche, Esche, Kirsch-
GmbH
baum und Nussbaum auftreten.

Harzgallen
Harzgallen sind mit Harz gefüllte Hohlräume,
die von Nadelhölzern meist im Spätholz ange-
legt werden. Sie verlaufen parallel zu den
Jahrringen und haben eine gelblich bis bern-
steinfarbene Färbung.
22 Furnier im Innenausbau
Kapitel 2 Werkstoff

2.4 Qualitätssicherung, Sortierung und


Kennzeichnung
Die Qualitätssicherung bei der Furnierherstel- C und D, die aber herstellerspezifisch ist. Die
lung beginnt bei der Stammauswahl, wobei Unterscheidung in diese Klassen hängt im All-
hier nur Rohholz der Güteklasse A als soge- gemeinen von der Anzahl und Verteilung von
nanntes Furnierholz in Frage kommt. Ästen, Rissen, Gallen und Verwachsungen ab.
Auch Farbe, Struktur und der Anteil an Verfär-
Ob sich ein Stamm für die Herstellung von bungen spielen hier eine Rolle.
Furnier eignet, hängt von verschiedenen Fak-
toren ab. Es werden hohe Anforderungen an Tabelle  2.4 zeigt beispielhaft eine Klassifizie-
Schaftigkeit (Form), Dimension, Farbe und rung von Furnieren.
Struktur gestellt. Außerdem wird auf sichtbare
Fehler, wie Äste, Fäulnis, Herz- und Span- Mittlerweile existieren verschiedene Zertifi-
nungsrisse geachtet. Bei einzelnen Holzarten zierungen für Holz bzw. Furnierholz, die beim
sind bestimmte Mindestabmessungen und Hersteller nachgefragt werden können. Die
zusätzliche Gütemerkmale üblich. Werden meisten Hersteller können die Zertifizierung
die Anforderungen auch hinsichtlich der Kun- mit dem FSC - Siegel (Forest Stewardship
denwünsche erfüllt, erhält der Stamm die Council) oder durch das PEFC (Programme
Bezeichnung F (Furnierqualität). Mit dieser for the Endorsement of Forest Certification
sorgfältigen Auswahl des Rohholzes wird der Schemes) nachweisen. Hierbei handelt es sich
Grundstein für die Herstellung möglichst feh- um Forstzertifizierungssysteme zur Förde-
lerfreier Furniere mit wenig Verschnitt gelegt. rung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung,
die garantieren, dass die Produkte vom Wald
Bei der Herstellung und Verarbeitung erfolgt über die Verarbeiter bis zum Händler eine
die Kontrolle der Furnierqualität oft mittels lückenlos nachvollziehbare Verarbeitungs-
optoelektronischer Prüfung. Dazu werden kette durchlaufen. Ziel ist die umweltgerechte,
Scannersysteme mit Bildverarbeitungspro- sozial verträgliche und wirtschaftlich sinnvolle
grammen eingesetzt. Auftretende Fehler auf Nutzung des Waldes. Beide Organisationen
der Furnieroberfläche, wie Risse, Äste und agieren inzwischen weltweit.
Farbflecken, werden nach dem Durchlauf der
Scanner markiert und automatisch entfernt. Für Hersteller und Verkäufer von furnierten
Produkten gibt es das kostenfrei nutzbare
Nach Trocknung und Zuschnitt werden spezi- Qualitätssiegel „Das Beste vom Holz - Furnier“
elle Qualitäten vom Produzenten entsprechend der Initiative Furnier und Natur e.V. (IFN).
den Kundenvorgaben bezüglich Dimension, Da es dem Laien oft schwer fällt, zwischen
Struktur und Preis vorsortiert. Dies erfolgt meist Echtholzfurnier und Kunststoffnachbildungen
stamm- oder paketweise. Bei der Furniersor- zu unterscheiden, soll dieses Siegel beim
tierung gibt es keine Richtlinien hinsichtlich der Möbelkauf für mehr Transparenz und Verbrau-
Qualität. Die Qualitätseinteilung erfolgt bei den chersicherheit sorgen (Abb. 29).
Herstellern unterschiedlich und ist abhängig
vom Bearbeiter und den Kundenwünschen,
aber auch von der Holz- und Furnierart bzw.
dem vorgesehenen Verwendungszweck. Eine
mögliche Einteilung wäre hier die vorgese-
hene Verwendung für Möbel, Türen, Paneele
und Fußböden. Innerhalb dieser Einteilung
erfolgt des öfteren eine Klassifizierung in A, B,
Furnier im InnenausbaU 23
Kapitel 2 Werkstoff

Tabelle 2.4 beispielhafte Klassifizierung von Furnieren

Merkmal Qualität A Qualität B Qualität C Qualität D


Farbe / Struktur gleichmäßig leichte Variationen Variationen erlaubt keine
zulässig Anforderungen
Streifen nicht zulässig helle Streifen zulässig zulässig
zulässig
Äste, gesunde nicht zulässig 1 pro 1/4 m² zulässig zulässig
Verwachsungen
Punktäste 1 pro 1/4 m² 3 pro 1/4 m² zulässig zulässig
bis 2 mm Durch- bis 3 mm Durch-
messer messer
Geschlossene Risse bis 20 mm, Risse bis 50 mm, Risse bis 100 mm, zulässig
Risse / Gallen Gallen nicht erlaubt Gallen bis 20 mm Gallen bis 40 mm
lang und 1 mm breit lang und 2 mm breit
offene nicht zulässig bis 10 mm lang bis 40 mm lang bis 150 mm lang
Risse / Gallen und 1 mm breit und 2 mm breit und 10 mm breit
Kernholz nicht zulässig Heller Braunkern bis Heller Braun- u. zulässig
10 % der Fläche Rotkern bis 20 %
der Fläche

Abb. 29
FSC-Siegel, PEFC-Siegel,
Qualitätssiegel „Das
Beste vom Holz - Furnier“
24 Furnier im Innenausbau
Kapitel 3 Verarbeitung

3 Verarbeitung

Die Furnierverarbeitung umfasst im Wesent- Tabelle  3.1 zeigt für ausgewählte Holzarten
lichen das Fügen der Furnierblätter zu Flächen, Quell- und Schwindmaße in Abhängigkeit von
das Aufbringen dieser Furnierflächen auf der Änderung der Umgebungsfeuchte.
Trägermaterialien sowie deren Oberflächenbe-
handlung. Mit dem differentiellen Schwindmaß wird die
Dimensionsänderung pro Prozent Holzfeuchte-
Analog der Furnierherstellung kann auch bei änderung ermittelt. Folgendes Beispiel soll das
der Erzeugung von Furnierflächen eine Viel- Ausmaß der Quell- und Schwindbewegungen
zahl verschiedener Oberflächen angeboten verdeutlichen.
werden. Auch hier bieten die Verarbeiter zur
Eingrenzung der Auswahl die Möglichkeit einer An einem sommerlichen Tag mit einem Raum-
gemeinsamen Bemusterung. Dazu werden klima von 25°C und 65  % rel. Luftfeuchte
von Herstellern, Verarbeitern und Planern / beträgt die Holzfeuchte ungefähr 7,5  %, an
Auftraggebern verschiedene Furnieroberflä- einem Wintertag mit einem Raumklima von
chen begutachtet, um das Oberflächenbild 20°C und 40  % rel. Luftfeuchte beträgt sie
detailliert abzustimmen. Die Möglichkeit der ungefähr 11,5 %. Die Differenz von 4 % Holz-
Bemusterung und damit die Wahrnehmung feuchte führt zum Schwinden des Holzes. Das
der Kompetenz der Furnierverarbeiter sollte bedeutet z.B. für ein Furnierblatt aus Rotbuche
seitens der Planer / Auftraggeber wahrgenom- von 1 m Länge und 12 cm Breite, dass es sich
men werden, um Missverständnisse bei der in Längsrichtung um 0,6  mm verkürzt, in tan-
Festlegung des Aussehens der Oberflächen gentialer Richtung um 1,1 mm.
zu vermeiden.
Um die Quell- und Schwindbewegungen der
Bei der Verarbeitung ist zu beachten, das ver- verschiedenen Materialien zu kompensieren
schiedene Materialien zusammengebracht werden den Anforderungen entsprechende
werden, die bei Veränderungen der Umge- Klebstoffe verwendet (siehe Kap.  3.2). Daher
bungsfeuchte ein unterschiedliches Quell- und müssen dem Verarbeiter die Einsatzbedin-
Schwindverhalten aufweisen können. Dadurch gungen (Umgebungsfeuchte und –temperatur)
entstehen besondere Herausforderungen bei des Endproduktes bekannt sein.
der Verarbeitung dieser Werkstoffe an die
Maßhaltigkeit, die die Verarbeiter zu beachten
haben.

Tab. 3.1 Quell- und Schwindmaße ausgewählter Holzarten, Quelle: Holzatlas

Holzart differentielles Schwindmaß in % je % Holzfeuchteänderung


Längsrichtung tangentiale Richtung
Ahorn 0,018 0,220
Rotbuche 0,014 0,410
Furnier im InnenausbaU 25
Kapitel 3 Verarbeitung

3.1 Zuschneiden und Fügen von


Furnier
Für das Fügen von Furnierblättern zu einem Bevor die Furniere als dekorative Beschichtung
Furnierdeck mit größeren Abmessungen oder auf Trägerplatten appliziert werden können,
anderen Formen sind exakt geschnittene müssen sie zusammengesetzt werden. Um
Kanten unerlässlich. Der Zuschnitt der einzel- ein optisch ansprechendes Beschichtungsbild
nen Furnierblätter erfolgt mit verschiedenen zu erhalten, sollten die Furniere in der beim
Werkzeugen bzw. Schneidtechniken. Mit Messern entstandenen Reihenfolge gefügt
sogenannten Fügescheren oder Fügefräsern werden. Das Zusammensetzen der aufein-
können am Furnierblatt parallel verlaufende, anderfolgenden Furnierblätter eines Paketes
gerade Außenkanten realisiert werden. Fur- bzw. eines Stammes zu einer großen Furnier-
niere bis zu einer Dicke von ca. 1 mm werden fläche wird als Furnierabwicklung bezeichnet.
in der Regel mit Furnierscheren zugeschnitten. Zur Furnierabwicklung werden folgende ver-
Der Zuschnitt dickerer Furniere erfolgt durch schiedene Techniken angewendet:
ein spanendes Verfahren, da anderenfalls ein
nicht erwünschtes Vorspalten eintreten kann. Durch Stürzen wird eine dekorative Ober-
Geschwungene oder frei geformte Konturen flächenansicht mit einem spiegelbildlich
werden durch computergestütztes maschinelles angeordneten Furnier erzielt. Als einfaches
Schneiden (CNC) erzeugt. Als Werkzeuge Stürzen wird das Auseinanderklappen eines
kommen dabei Laser oder spezielle Messer von zwei im Furnierstapel übereinander lie-
zum Einsatz. Mit Hilfe dieser computergesteu- genden Furnierblättern um eine Längs- oder
erten Schneidtechniken können individuelle Querfuge bezeichnet. Entsprechend werden
Muster bis hin zu Intarsien kostengünstig und beim doppelten Stürzen jedes zweite von vier
rationell hergestellt werden (Abb. 30). übereinander liegenden Furnierblättern um eine
senkrechte und waagerechte Fuge geklappt.
So entstehen Furnierbilder mit Kreuzfugen, die
auch diagonal verlaufen können.

Abb. 30
Intarsie,
Quelle: Schorn & Groh
GmbH
26 Furnier im Innenausbau
Kapitel 3 Verarbeitung

Beim Verschieben (auch Schieben oder bei dem die Schmalflächen der Furniere mit
Ziehen) werden die im Furnierstapel überei- Klebstoff benetzt und verklebt werden. Mit
nander liegenden Blätter ohne Umdrehen vom beiden Fügeverfahren können die Furnierblät-
Stapel genommen und aneinander gereiht. Als ter sowohl längs als auch quer gefügt werden.
Ergebnis entsteht eine Wiederholung der Fur-
nierstruktur ohne Symmetrie. Die Verarbeitung von Furnieren zu optisch
gelungenen und kostengünstig hergestellten
Beim Verschieben mit Blattdrehung (auch Furnieroberflächen wird im Allgemeinen von
Kopfstürzen) werden die Furnierblätter seitlich Spezialisten als Fixmaßherstellung realisiert.
verschoben und immer abwechselnd ein Blatt Die Bezeichnung Furnierfixmaß oder Furnier-
über Kopf gestürzt und ein Blatt nicht gestürzt. fertigmaß ist als auftragsbezogene Herstellung
Somit wird ein gleichmäßiges symmetrisches von Furnierdecks zu verstehen. Der Einsatz
Bild erzeugt (Abb. 31 und 32). moderner Maschinen sowie der hohe Speziali-
sierungsgrad der Fixmaßhersteller ermöglichen
Das Fügen der einzelnen Furnierblätter erfor- vielfältige Gestaltungsvarianten, wie zum
dert das Verkleben der Furnierschmalflächen. Beispiel einen Material-Mix oder hochwertige
Dazu existieren verschiedene Technologien. Maserverarbeitungen.
Beim Zick-Zack-Kleben werden die Furnier-
blätter mit einem Leimfaden verbunden. Der
thermoplastische Faden wird während des
Fügeprozesses erwärmt und im Durchlauf
wechselseitig auf beide Furnierblätter aufge-
bracht. Das Stumpfverleimen ist ein Verfahren,

Abb. 31
Fügetechniken,
Quelle: GWT-TUD GmbH

Abb. 32
gefügte Furniere,
Quelle: Kiefer Furnier +
Design GmbH und Co. KG
Furnier im InnenausbaU 27
Kapitel 3 Verarbeitung

3.2 Kaschieren und Beschichten mit


Furnier
Durch Kaschieren bzw. Beschichten von Trä-
germaterialien verschiedenster Art mit Furnier
werden eine Reihe an Halbzeugen herge-
stellt. Dabei erreichen die Halbzeuge teilweise
bereits Endproduktcharakter.

Als Kaschieren wird die rückseitige Beschich-


tung des Furniers mit Vliesen oder Papieren
bezeichnet. Der dadurch entstehende Material-
verbund kann leichter weiterverarbeitet werden
und ist stabiler als Rohfurnier. Auch zweidimen-
sionale Verformungen, wie das Biegen, lassen
sich leichter und rissfrei realisieren (Abb. 33).

Kaschierte Furniere werden beispielsweise Abb. 33


für Lenkräder und Schalthebel in Automobilen Furniere Vlies kaschiert,
verwendet. Aber auch zur Beschichtung von Quelle: Schorn u. Groh
Türfalzen und zum Ummanteln von Profillei- GmbH
sten kommen diese Werkstoffe erfolgreich zum
Einsatz. Durch die Wahl des Klebstoffes kann
zusätzlich die Feuchte- und Temperaturbe-
ständigkeit des Materialverbundes verbessert
werden, so dass sie ebenfalls in Projekten mit
höheren Brandschutzanforderungen einge-
setzt werden können.

Als Laminat wird ein Materialverbund aus


mehreren Schichten bezeichnet. Ein Echt-
holzlaminat in diesem Sinne besteht aus einer Abb. 34
rückseitigen Beschichtung von Furnier mit schematische Darstellung
kunstharzgetränktem Papier und einer Ober- eines Echtholzlaminats,
flächenbeschichtung mit einem hochwertigen Quelle: www.oberflex.fr
Lacksystem oder einer Melaminharzschicht
(Overlay) (Abb.  34). Dadurch entsteht ein
Werkstoff, der sich wie Hochdrucklaminate
(HPL) verarbeiten lässt, jedoch bedeutend Abb. 35
geschmeidiger ist. Wie beim vlieskaschierten Geschäft der France
Furnier wird der Werkstoff durch die Beschich- Telecom in Paris,
tung flexibler, es können gebogene Bauteile Quelle: www.oberflex.fr
beschichtet werden (Abb.  35). Auf Grund der
Finish-Oberfläche entfallen bei der Verarbei-
tung das Schleifen und Lackieren.
28 Furnier im Innenausbau
Kapitel 3 Verarbeitung

Anstrichfreie HPL mit echtem Furnier werden


auch für Fassadenplatten verwendet. Der
Kern der Platten besteht aus imprägnierten
Zellulosefasern. Die authentische Oberfläche
weist im Außenbereich eine hohe Haltbarkeit,
Abb. 36 (unten) Farbbeständigkeit sowie Beständigkeit gegen
Innenraum der chemischen Angriff auf. Die Fassadenplatten
Holsteintherme in besitzen die Brandschutzklasse B1. Solche
Bad Schwartau, Platten können ebenso für den Innenausbau
Wandverkleidung mit von Schwimmbädern, Großküchen oder son-
Prodema ProdIn -Neptuno stigen feucht - konditionierten Räumen - auch
– Feuchtraumplatte, bei sporadischem Spritzwasser eingesetzt
Foto: Anke Müllerklein werden (Abb. 36 und 37).

Zum Schaffen einer dekorativen Oberfläche Zur Kompensierung des unterschiedlichen


werden die gefügten Furniere bzw. Halbzeuge, Quell- und Schwindverhaltens von Trägerma-
Abb. 37 (rechts) wie vlieskaschierte Furniere oder Echtholzla- terial und Furnier müssen in Abhängigkeit von
Fassade eines minate, auf plattenförmige Trägerwerkstoffe den späteren Einsatzbedingungen (Umge-
Bürogebäudes in der geklebt. Trägerwerkstoffe sind in der Regel bungsfeuchte und –temperatur) entsprechend
Joseph-Goggeln- Span- oder Faserplatten. Qualitativ höherwer- geeignete Klebstoffe ausgewählt werden. Dazu
Straße in Düsseldorf tig sind Faserplatten, preislich günstiger sind ist in den Normen DIN EN 204 für thermopla-
(Prodema ProdEx – Spanplatten. Spanplatten werden mit einer stische und in DIN EN 12765 für duroplastische
Fassadenplatte), Dichte um 680 kg/m³ angeboten, Faserplatten Klebstoffe eine Klassifizierung nach Klimabe-
Foto: Redevco mit Dichten um 750 kg/m³. Faserplatten (z.  B. dingungen und Anwendungsgebieten definiert
MDF) weisen aufgrund ihrer homogeneren (Tab.  3.2). Dabei wird für thermoplastische
Struktur eine verbesserte Kantenbeschicht- Klebstoffe das Symbol „D“, für duroplastische
barkeit auf. Beide Holzwerkstoffvarianten das Symbol „C“ verwendet, die Gruppenein-
reagieren wie Holz auf Veränderungen der teilung mit Ziffern ist für beide Klebstofftypen
Umgebungsfeuchte, werden jedoch auch in identisch.
feuchtebeständigen Qualitäten angeboten und
bieten dadurch im Vergleich zu Vollholz ein
deutlich verbessertes Quell- und Schwindver-
halten.
Furnier im InnenausbaU 29
Kapitel 3 Verarbeitung

Tab. 3.2 Beanspruchungsgruppen für Klebstoffe (DIN EN 204 und DIN EN 12765)

Beanspruchungsgruppe Beispiele der Klimabedingungen und Anwendungsgebiete


C1 bzw. D1 • Innenbereich, maximale Holzfeuchte 15 %
C2 bzw. D2 • Innenbereich mit gelegentlicher kurzzeitiger Einwirkung von
abfließendem Wasser oder Kondenswasser und / oder gele-
gentlicher hoher Luftfeuchte mit einem Anstieg der Holzfeuchte
bis 18 %
C3 bzw. D3 • Innenbereich mit häufiger kurzzeitiger Einwirkung von abflie-
ßendem Wasser oder Kondenswasser und / oder Einwirkung
hoher Luftfeuchte
• Außenbereich, vor Witterung geschützt
C4 bzw. D4 • Innenbereich mit häufiger langanhaltender Einwirkung von
abfließendem Wasser oder Kondenswasser
• Außenbereich, der Witterung ausgesetzt, jedoch mit angemes-
senem Oberflächenschutz

Für die Flächenverklebung von Furnier kommen Für den japanischen Markt existiert ein System
üblicherweise PVAc – Klebstoffe (Thermoplast) mit der Bezeichnung F Four Star (F****), bei
oder Harnstoff-Formaldehydharze (UF-Harze, dem die Emissionswerte nur bei 30 % bis 35 %
Duroplast) zur Anwendung. Beide zeichnen der E1-Grenzwerte liegen.
sich durch eine helle Klebfuge aus, wobei
verschiedene Einfärbungen möglich sind. Wichtiger für die Hersteller von Holzwerkstoffen
Mit UF-Harzen können nur geringe Bestän- sind die seit 1.1.2009 für den nordameri-
digkeiten gegen Feuchteeinwirkung erzielt kanischen Markt geltenden Anforderungen
werden (Beanspruchungsgruppe C1 bzw. C2). nach dem CARB-System (Californian Air
Deshalb werden beim Einsatz der Endprodukte Resources Board). Das CARB-System bein-
in Bereichen mit höheren Anforderungen an die haltet im Vergleich zu den E1-Grenzwerten
Feuchtebeständigkeit (z.B. Bäder, Beanspru- vor allem hinsichtlich Spanplatten (0,06  ppm
chungsgruppe C3 oder C4) melaminverstärkte bis 0,65  ppm) und Sperrholz (0,03  ppm bis
UF-Harze verwendet. PVAc-Klebstoffe werden 0,04 ppm) deutlich verschärfte Anforderungen
für alle Beanspruchungsgruppen (D1 – D4) an die Formaldehydabgabe. Möbelherstel-
angeboten. ler, welche den nordamerikanischen Markt
beliefern, haben zu beachten, dass sie für
Für andere Anwendungsfälle, wie die Ver- ihre Produkte nachweisen müssen, dass die
klebung von Metall oder Glas mit Furnieren von ihnen eingesetzten Holzwerkstoffe nach
werden Klebstoffe auf Basis von beispielsweise dem CARB-System zertifiziert sind und damit
Epoxidharzen oder Polyurethanen eingesetzt. die geforderten Grenzwerte (neben den ver-
schärften Anforderungen an die Eigen- und
Hinsichtlich der Formaldehydproblematik ist Fremdüberwachung) einhalten.
Folgendes zu bemerken: Die am Markt ange-
botenen Span- und Faserplatten müssen in
Europa und damit auch in Deutschland der
Emissionsklasse E1 genügen. Dies entspricht
einer maximalen Formaldehydausgleichskon-
zentration von 0,1 ppm.
30 Furnier im Innenausbau
Kapitel 3 Verarbeitung

Der HandeIskonzern IKEA hat in wesent- auch Vollholz- oder Kunststoffanleimer in


lichen Teilen die Anforderungen aus dem unterschiedlichen Dicken und optischen
CARB-System übernommen und zum Teil Erscheinungsbildern (verschiedene Farben,
noch verschärft. Die im entsprechenden Metalloptik) aufgebracht. Die Kantenform kann
IKEA-Standard „IOS-MAT-0003: Formaldehyd dabei sowohl gerade als auch profiliert ausge-
requirements of wood based materials und bildet sein.
products“ genannten Anforderungen gelten
seit dem 1.9.2009 für alle IKEA-Zulieferer und Nach der vollständigen Beschichtung der
liegen ebenfalls deutlich unter den Anforde- Trägermaterialien werden die furnierten Ober-
rungen der Emissionsklasse E1. flächen geschliffen und zu deren Schutz mit
einem Lack versehen.
Für das Beschichten der Trägerwerkstoffe ist
es aus den Gründen der verschärften Anfor- Beim Furnieren von Trägerwerkstoffen sind
derungen an die Formaldehyd-Grenzwerte Fehler an der Oberfläche des Bauteils nicht
wichtig zu wissen, dass der Einsatz von auszuschließen. Tabelle  3.3 zeigt die häu-
Harnstoff-Formaldehydharzen (auch bei Ver- figsten Verarbeitungsfehler.
stärkung mit Melamin) zu einer Erhöhung
der Formaldehydabgabewerte führen kann,
Abb. 38 während bei Nutzung von PVAc oder PUR-
Flächenvorhang Klebstoffen keine Probleme in dieser Richtung
aus laminiertem zu erwarten sind.
Rotbuchenfurnier,
Quelle: Furnilux GmbH Hinsichtlich ihres Brandverhaltens werden
Span- und Faserplatten als „normal entflamm-
bar“ (Baustoffklasse B  2 nach DIN  4102)
eingestuft, sind jedoch bei Bedarf auch in der
Qualität „schwer entflammbar“ (Baustoffklasse
B 1 nach DIN 4102) erhältlich.

Als weitere Trägerwerkstoffe können Furnier-,


Stabsperrholz und Vollholz zum Einsatz
kommen. Zunehmend werden auch leichtere
Trägermaterialien angeboten (z.B. Waben-
platten, dichtereduzierte MDF). Transparenter
Kunststoff oder Glas als Trägermaterial haben
Abb. 39 eine besonders dekorative Wirkung (Abb. 38).
Glastisch mit integriertem Durch die Verwendung von Verbundsicher-
Furnier, heitsglas kann dieses Material als Fassade, im
Quelle: INGLAS GmbH & Innenausbau, für Möbeldesign oder Messebau
Co. KG verwendet werden (Abb. 39).

Sind die schmalen Seitenflächen der Träger-


platte sichtbar, werden sie meist gesondert
beschichtet. Dazu werden schmale
Furnierstreifen der passenden Holzart oder
Furnier im InnenausbaU 31
Kapitel 3 Verarbeitung

Tabelle 3.3: Verarbeitungsfehler beim Furnieren

Bezeichnung Beschreibung Ursachen


Kürschner lokale Erhöhung auf dem Bauteil, • kein oder zu wenig Leim
da sich an einer Stelle kein • starke Dickentoleranz des Furniers
Klebstoff zwischen Furnier und • Vertiefung im Trägermaterial
Trägermaterial befindet • Verschmutzung des Trägermaterials
Leimwulst lokale Erhöhung auf dem Bauteil, • ungleichmäßiger Leimauftrag
da sich an einer Stelle zu viel • zu geringe Viskosität oder zu hohe Auf-
Klebstoff zwischen Furnier und tragsmenge des Klebstoffes
Trägermaterial befindet • Fehler beim Aufbringen des Pressdruckes
Leimdurchschlag Durchdringen des Leims durch • zu hohe Viskosität oder Auftragsmenge
das Furnier und somit Erschei- des Klebstoffes
nen auf der Oberfläche • Verarbeitung von grobporigem Furnier
offene Fugen oder über- Lücken oder Erhebungen an den • Fehler beim Fügen
einandergeschobene Fügestellen des Furniers • Verarbeitung von welligem Furnier
Fügestellen
Eindruckstellen lokale Vertiefungen auf dem • Furnierstücke oder anderes Material zwi-
Bauteil schen Bauteil und Pressplatte
Verfärbungen des Furniers Verfärbungen infolge des • zu lange Presszeit
Beschichtungsprozesses • zu hohe Presstemperatur
• Verfärbungen durch das Trennmittel
Risse im Furnier • Verarbeitung von welligem Furnier
• Verarbeitung von zu feuchtem Furnier
• ungenügende Sicherung der Hirnenden
vor Einrissen
Durchscheinen durch das fleckige oder ungleichmäßig • deutliche Beschriftung auf Furnier oder
Furnier gefärbte Oberfläche Trägermaterial
• Verklebung von zu dünnen hellen Furnie-
ren auf dunklem Untergrund

Mitunter werden die für Furnier so typischen Die sichtbaren Teile der furnierten Oberflä-
Wuchsmerkmale für Verarbeitungsfehler che werden in einem Abstand von 50  cm bei
gehalten. Den Unterschied zwischen Mangel diffusem Tageslicht betrachtet. Für die Beurtei-
und Fehler kann ein vereidigter Sachverstän- lung der furnierten Oberfläche sollte beachtet
diger feststellen. werden, ob es sich eventuell um untergeord-
nete Teile handelt und ob der harmonische
Richtlinien bzw. Vorschriften zur Beurteilung Gesamteindruck des Raumes beeinträchtigt
furnierter Oberflächen existieren nur für Möbel- wird.
stücke (RAL  GZ  430 oder DIN/EN-Normen).
In Anlehnung an diese Normen sollte bei der Für Naturmerkmale können keine Richtlinien
Überprüfung, ob ein Mangel an furnierten erstellt werden. Zur Beurteilung von Oberflä-
Oberflächen vorliegt, folgendermaßen vorge- chenauffälligkeiten sind in Tabelle 3.4 einige
gangen werden: Regeln zusammengestellt.
32 Furnier im Innenausbau
Kapitel 3 Verarbeitung

3.3 Veredeln von Furnier


3.3.1 Farbe und Furnierbild
Tabelle 3.4: Hinweise zur Beurteilung von
Beizen und Färben
Oberflächenauffälligkeiten
Die wohl älteste Variante der Farbgebung von
Unzulässig an Sichtflächen sind: Holz ist das Beizen. Beizen bieten die Mög-
• Leimdurchschlag lichkeiten der Abänderung des Farbtons, der
• sichtbare Leimfugen, die aus 50 cm Verstärkung des natürlichen Farbtons und der
Entfernung bei normalen Tageslicht- Erhöhung der Kontraste in der Holzmaserung
verhältnissen erkennbar sind der Furnieroberfläche. Heutzutage wird irrtümli-
• Harzgallen cherweise jede Art der Farbgebung des Holzes
• lose, überlappte und durchgeschlif- als Beizen bezeichnet. Bei Beizen wird zwi-
fene Stellen und Risse schen Farbstoffbeizen und chemischen Beizen
• im Gesamtbild störende Abwei- unterschieden. In der Farbstoffbeize werden
chungen Farbstoffe oder Pigmente in Wasser oder
Zulässig an Sichtflächen sind: organischen Lösemitteln gelöst bzw. disper-
giert. Sie erzeugen auf der Holzoberfläche ein
• geringfügige, gesunde Verwach-
sogenanntes negatives Maserungsbild, da das
sungen im Furnier, die naturbedingt
dichtere Spätholz weniger Farbstoffe aufneh-
sind
men kann als das weniger dichte Frühholz. Die
Echtheitsbeweise sind:
sonst helleren Frühholzzonen werden dadurch
• Spiegel, z. B. bei Eiche
stärker eingefärbt. Dahingegen findet beim
• Kalkeinschlüsse, z. B. bei Nuss- chemischen Beizen eine Reaktion zwischen
baum den Holzinhaltsstoffen und dem Beizmittel
• Kreuzrisse bei Ästen statt, wodurch ein positives, natürliches Mase-
Abb. 40
• Gum bei Amerikanischem Kirsch- rungsbild entsteht.
Birkenfurnier gefärbt,
baum
TABU,
Eine weitere Möglichkeit ist der Einsatz durch-
Quelle: www.tabu.it
gefärbter Furniere (Abb. 40). Hier befindet sich
die Farbe nicht nur auf der Oberfläche. Das
hat den Vorteil, dass die Farbe beim Schleifen
nicht abgetragen wird, was besonders beim
Bearbeiten der Oberflächen von Bedeutung
ist. Die Furniere werden drucklos für mehrere
Stunden in die beheizte Farblösung getaucht
und so komplett durchgefärbt. Weitere Vor-
teile dieser Technologie bestehen darin, dass
aus farblich nicht tadellosen Furnierqualitäten
hochwertige Furniere erzeugt werden können
und dass die Furniere einen regelmäßigen und
wiederholbaren Farbton erhalten. Bei der Ober-
flächenbehandlung gefärbter Furniere sollte
auf die Kompatibilität von Beschichtungsmit-
tel und Furnier geachtet werden, damit es zu
keinen unerwünschten Verfärbungen kommt.
Es ist ratsam, Probestücke zu behandeln und
einige Zeit zu beobachten. In jedem Fall sollte
dem Beschichtungsmittellieferanten der Unter-
grund bekannt sein.
Furnier im InnenausbaU 33
Kapitel 3 Verarbeitung

Thermisches modifiziertes Furnier


Abb. 41
Wer sehr dunkle Hölzer verwenden, aber auf
Farbtöne bei thermisch
den Einsatz von Tropenhölzern verzichten
behandeltem Holz,
möchte, kann auf thermisch modifizierte Fur-
Quelle: Mirako GmbH
niere einheimischer Holzarten zurückgreifen.
Es gibt verschiedene Verfahren der thermischen
Modifikation, die aber alle auf der Modifika-
tion der Holzsubstanz durch Einwirkung von
Hitze beruhen. Abhängig von der Behand-
lungsintensität ist die Erzeugung verschieden
dunkler Farbtöne möglich (Abb. 41). In jedem
Falle weisen thermisch modifizierte Furniere
ein geringeres Quell- und Schwindverhalten
auf und sind weniger anfällig gegenüber holz-
zerstörenden Pilzen, da die -OH – Gruppen
der Holzbestandteile abgebaut werden. So
können keine Wassermoleküle mehr eingela-
gert werden.

Räuchern von Furnier


Eine andere Möglichkeit zur Herstellung
dunkler Furnier ist das sogenannte Räuchern.
Räuchern ist ein bereits vor 150 Jahren ver-
wendetes Beizverfahren. Dabei wird das Holz
mehrere Wochen mit Ammoniak bedampft.
Zum Räuchern eignen sich alle gerbstoffreichen
Hölzer, wie Eiche, Kiefer, Lärche, Elsbeere,
Apfelbaum und Douglasie. Die Reaktion der
Säure im Holz mit Ammoniak als Base erzeugt
die dunkle Färbung (Abb. 42). Die Verfärbung
bleibt absolut alterungs- und weitestgehend
lichtstabil. Nicht vollkommen verkerntes Holz
bleibt im Splintholzbereich hell.

Abb. 42
Farbtöne bei
Räuchereiche,
Quelle: Mehling &
Wiesmann GmbH
34 Furnier im Innenausbau
Kapitel 3 Verarbeitung

Bedrucken von Furnieren Phantasiefurniere und Furnierbilder


Eine weitere Möglichkeit der bildhaften Gestal- Sehr vielseitig sind auch die Möglichkeiten
tung und Aufwertung der Furnieroberfläche ist von so genannten Industriefurnieren. Man
das Bedrucken mit Digitaldruck-Technik. Die nennt diese Furniere auch Fineline - Fur-
Möglichkeiten reichen hier von der Holzimi- niere oder MultilaminarWood. Dazu werden
tation bis hin zur freien Bildgestaltung. Neue Furniere verschiedener Holzarten oder einge-
Anlagen ermöglichen den absolut fotorealis- färbte Furniere in unterschiedlichen Formen
tischen Druck mit einer Auflösung von 460 dpi und Zusammensetzungen zu Furnierblöcken
und einer Vorschubgeschwindigkeit von bis verleimt, um daraus wieder neue Furniere zu
zu 30 m / min. So ist es zum Beispiel möglich, messern. Neben der Nachbildung anderer
aus einem Furnier einer einheimischen Holzart Holzarten als der verwendeten können Strei-
in Industriequalität ein hochwertiges Palisan- fer-, Blumen- und auch bunte Phantasiemuster
derfurnier herzustellen. Dabei ergeben die hergestellt werden (Abb. 43a und 43b). Die aus
vorhandene Holzstruktur und –haptik in Verbin- dem Block gemesserten Furniere entsprechen
dung mit dem Aufdruck eine authentische und in Farbe und Struktur dem natürlichen Vorbild
hochwertige Oberfläche. Ein weiterer Vorteil ist bzw. der gewollten Optik. Anzahl und Aufbau
die Lichtechtheit des Drucks. Zu beachten ist, der Blumen sind wählbar und können farblich
dass es beim Bedrucken von welligen Furnie- passend hergestellt werden.
ren zu Abweichungen vom Idealbild kommen
kann.

Beim Maserdruckverfahren, als weiteres Ver-


fahren zum Bedrucken, werden zusätzlich zum
Bedrucken mit Farbe profilierte Walzen einge-
setzt. Somit wird neben der Farbe auch eine
Struktur in das Furnier eingebracht.

Abb. 43a (links)


Streifenfurnier, ALPI,
Quelle: TU Dresden

Abb. 43b (rechts)


Clusterfurnier, ALPI,
Quelle: TU Dresden
Furnier im InnenausbaU 35
Kapitel 3 Verarbeitung

Eine andere Möglichkeit ist das Verleimen


von Schnittholz-Lamellen zu einem Block, um
diesen dann zu messern. Das Verleimen von
Lamellen einer Holzart schafft eine hochwer-
tige Oberfläche mit eleganter und schlichter
Ästhetik. Durch die Kombination unterschied-
licher Holzarten ist die Erzeugung einer sehr
kontrastreichen Oberfläche mit Streifenoptik
möglich. Die Oberflächenmuster können jeder-
Abb. 44
zeit in exakt gleicher Optik wiederholt werden
Furniere aus
(Abb.  44 und 45). Die Holzoberfläche wird in
zusammengesetzten
Standardmaßen geliefert.
Streifen,
Quelle: Vinterio AG

Abb. 45
Furnierte Oberfläche mit
Vinterio Nimbus Furnier,
Quelle: Vinterio AG
36 Furnier im Innenausbau
Kapitel 3 Verarbeitung

3.3.2 Formen und Gestalten


3D-Furnier Kaschierte Furniere
Die Bezeichnung 3D-Furnier steht für dreidi- Furniere mit einer speziellen rückseitigen
mensional verformbares Furnier, das ein mit Vlies- oder Papierbeschichtung sind eine
der Blechumformung vergleichbares Tiefziehen Weiterveredlung der in Kap.  3.2 beschrie-
erlaubt. Um die Verformbarkeit zu erreichen, benen Vlies kaschierten Furniere. Sie eignen
wird das Furnier mechanisch bearbeitet und sich besonders für mehrdimensionale Ver-
rückseitig mit Leimfäden verstärkt. Dabei formungen und schwierig zu verarbeitende
bleibt das Furnierbild vollständig erhalten. Das Untergründe. Durch das Schleifen auf eine
Furnier wird erst durch die flächige Verklebung geringe Enddicke wird die Flexibilisierung des
stabil. Es ist ca. 1,15  mm dick. Aufgrund der Materialverbundes erreicht. Dünnere Materi-
großen Furnierdicke sind die möglichen Bie- alien lassen sich besser verformen als dickere.
geradien in Faserlängsrichtung begrenzt. Zur Durch die Vlieskaschierung wird die Festig-
Verarbeitung zum 3D-Furnier als Deckfurnier keit des Materials erhöht. Zur Verarbeitung zu
eignen sich z.B. Buche, Europäische Eiche solchen Furnieren eignen sich alle Holzarten.
oder Fineline Furniere. 3D-Furnier kann sowohl Auch Maserfurniere werden vollkommen glatt
Abb. 46
zur Herstellung von geformtem Lagenholz, wie und lassen sich unkompliziert weiter verar-
„Woodon“ Kirsche,
Sitzschalen, als auch zur Beschichtung von beiten. Die vlieskaschierten Fixmaße sind
Design: Möller Büro für
geformten Oberflächen verwendet werden lackierfähig geschliffen oder bereits mit einer
Gestaltung
(Abb. 46). Finishoberfläche versehen.
Quelle: Reholz GmbH

Flexen
Eine weitere Möglichkeit zur Flexibilisierung ist
das sogenannte Flexen von vlieskaschierten
Furnieren. Dabei werden die kaschierten Fur-
niere in einem Flexer (Walzenpresse) einer
speziellen Druckbehandlung unterzogen.
Infolge dieser Druckbehandlung wird das
Holzgefüge gebrochen und dadurch derart
verändert, dass es sehr geschmeidig und fle-
xibel wird. Es entsteht ein Material, mit dem
sehr enge Biegeradien beschichtet werden
können und das Postforming-Qualität aufweist.
Geflexte Furniere unterscheiden sich in ihrem
Aussehen nicht von normalen Furnieren, auf-
grund der veränderten Gefügestruktur ist deren
Festigkeit jedoch reduziert.
Furnier im InnenausbaU 37
Kapitel 3 Verarbeitung

3.3.3 Besondere Eigenschaften


Brandschutz Zur Herstellung von geformtem Lagenholz,
Unbehandeltes Furnier gilt, genauso wie Voll- wie Sitzschalen von Stühlen, wird bereits
holz, als normal entflammbar nach DIN  4102 schwer entflammbares Formholz, das der
Teil 4 und entspricht damit der Baustoffklasse Baustoffklasse B1 entspricht und sich mit Edel-
B2. Daraus folgt, dass das Aufbringen eines holzfurnieren als Decklage herstellen lässt,
ungeschützten Furniers auf ein in der Qualität angeboten.
„schwerentflammbar“ ausgerüstetes Träger-
material zum Verlust der Brandschutzleistung, Als Halbzeug werden auch dekorative, nicht
insbesondere hinsichtlich der Ausbreitung von brennbare, furnierte Brandschutzplatten für
Feuer über die Oberfläche führt. Es ist daher Innenausbauten hergestellt. Sie können für
notwendig, das Furnier ebenfalls auszurüsten Wand- und Deckenverkleidungen, Paneele,
bzw. den Materialverbund einer Prüfung auf Schrankwände oder Brandschutztüren
das Brandverhalten zu unterziehen. Wenn verwendet werden. Durch ein spezielles Her-
Anforderungen in Bezug auf die Brandbela- stellungsverfahren im Verbund mit einem Lack
stung bestehen, werden in der Regel spezielle werden nicht brennbare Platten der Baustoff-
Trägermaterialien eingesetzt. Bei Spanplat- klasse A2 hergestellt.
ten der Baustoffklasse B1 ist laut DIN  4102
Teil 16 vorgeschrieben, dass bei der Oberflä- Schallschutz
chenbeschichtung durch Echtholzfurnier das Die Absorptionseigenschaften des Holzes sind
Brandverhalten des Materialverbundes zu im Allgemeinen abhängig von der Holzart, der
prüfen ist. Dichte des Holzes und der Größe der Poren.
Furnier hat aber aufgrund seiner geringen
Die Entflammbarkeit von Furnieren wird haupt- Dicke nur wenig Einfluss auf die akustischen
sächlich durch die Oberflächenbeschichtung Eigenschaften des Bauteils und kann keinen
beeinflusst. Hier besteht die Möglichkeit, primären Anteil zum Schallschutz beitragen.
dämmschichtbildende Lacke einzusetzen. Allerdings ist zu beachten, dass sich durch-
Sogenannte Schaumschichtbildner sind Feu- gehend furnierte Flächen negativ auf das
erschutzmittel auf Kunstharzbasis, die bei Absorptionsverhalten auswirken. In der Regel
Einwirkung höherer Temperaturen auf der werden bei solchen Anforderungen Bohrungen
Holzoberfläche eine schaumig-blasige Schutz- oder Schlitze / Fräsungen über die ganze
schicht bilden, die als Wärmeisolator wirkt. So Fläche verteilt, um den Absorptionsgrad zu
wird das Eindringen von Sauerstoff zum Holz erhöhen.
gehemmt und dadurch die Entflammung ver-
hindert. Außerdem besteht die Möglichkeit
der Furniertränkung mit salzhaltigen Flamm-
schutzmitteln (z.B. Ammoniumphosphat), um
die Brandschutzanforderungen zu erfüllen.

Generell ist beim Ein- und Aufbringen von


Flammschutzmitteln in bzw. auf die Furniere
die Verträglichkeit der Schutzmittel mit den
zu verwendenden Beschichtungsmitteln bzw.
Klebstoffen zu prüfen.
38 Furnier im Innenausbau
Kapitel 3 Verarbeitung

Feuchtebeständigkeit Elektrische Leitfähigkeit


Zur Verbesserung der Feuchte- und somit Die elektrische Leitfähigkeit von Holz ist
der Formbeständigkeit für Werkstoffe aus abhängig von der Holzfeuchte. Mit sinkender
Furnier wurden Möglichkeiten entwickelt, Holzfeuchte steigt der elektrische Widerstand
die sich derzeit jedoch auf die Verwendung stark an. Diese Eigenschaft ist vorrangig bei
in Lagenformholz (Sitzschalen) beschrän- Fußbodenoberflächen von Bedeutung. Hier ist
ken. Hintergrund dieser Entwicklungen ist die zu beachten, dass besonders die Oberflächen-
Möglichkeit des Einsatzes von Stühlen aus behandlung des Holzes das elektrostatische
Lagenholz im Außenbereich. Verhalten beeinflusst. Maßgebliche Kenngrößen
für das elektrostatische Verhalten eines Fuß-
Eine Möglichkeit zur Herstellung von wetter- bodens sind die chemische Zusammensetzung
festen Lagenformhölzern ist die Verwendung und die Struktur der Oberflächenbeschichtung
von Furnier, das durch das Einbringen einer der sich berührenden Materialien (Schuh-
Lösung feuchtebeständig wird. Diese Lösung sohle und Fußbodenoberfläche) sowie deren
beinhaltet sogenannte Vernetzer-Moleküle, die elektrischer Widerstand, die Laufgeschwin-
in die Zellwände des Furniers eindringen und digkeit und die Luftfeuchtigkeit. So sind mit Öl
eine Vernetzung der Cellulosefasern bewir- oder Wachs behandelte Holzfußböden in der
ken. Durch das anschließende Verpressen zu Regel antistatisch und vermeiden dadurch den
einem Lagenformholz entsteht ein dauerhaft Aufbau höherer elektrostatischer Aufladungen.
feuchtebeständiges Formteil. Eine Ausnahme stellen die UV-gehärteten Öle
dar, die auch höhere Aufladungen zulassen.
Eine weitere Möglichkeit zur Herstellung solcher Lackierte Holzoberflächen laden sich ebenfalls
Lagenformhölzer ist die Verwendung von ther- etwas höher auf, wenn keine Maßnahmen zur
misch behandelten Furnieren. Das sogenannte Aufladungsreduzierung getroffen werden.
Thermoformholz ist durch die thermische Modi-
fikation im Zellaufbau so verändert, dass sich
das Quell- und Schwindverhalten um ca. 50 %
reduziert.

Mit beiden Modifikationsmethoden werden


Lagenformhölzer der Dauerhaftigkeitsklasse 1
(sehr dauerhaft) erreicht.
Furnier im InnenausbaU 39
Kapitel 3 Verarbeitung

3.4 Oberflächenbehandlung von


furnierten Oberflächen 3.4.2 Arten von Oberflächenbehand -
3.4.1 Vorbehandlungsverfahren lungen
Vorschliff vor der Lackierung Beizen von Furnieroberflächen
Ebene furnierte Oberflächen sind vor der Um die Maserung des Holzes zu betonen oder
Oberflächenbehandlung mit einem Feinschliff Farbtöne zu egalisieren, können lösemittel-
(möglichst maschinell oder per Hand) zu haltige oder wässrige Beizen zur Anfärbung
versehen. Um hochwertige Oberflächen zu verwendet werden.
erzeugen, sollte der Kreuzschliff angewendet
werden. Dabei wird zunächst quer und dann Es können verschiedenste Effekte genutzt
parallel zur Faserrichtung des Holzes geschlif- werden. So spricht man vom Positiv-Effekt,
fen. Die Körnung des Schleifpapiers ist in wenn Frühholzzonen ihre helle Farbe behalten
Abhängigkeit von der Oberflächenbeschichtung und Spätholzzonen dunkel eingefärbt werden.
gemäß der Herstellerangaben auszuwählen. Ein Rustikaleffekt liegt vor, wenn Holzporen
So ist bei wässrigen Lacksystemen ein feinerer von grobporigen Hölzern, wie Eiche, intensiv
Schliff (Körnung  180 – 220 je nach Holzart) eingefärbt werden und sich somit von der rest-
erforderlich als bei lösemittelhaltigen Lacksy- lichen Fläche kontrastreich abheben.
stemen (Körnung 150 - 180). Der Schliff sollte
zeitnah zur Oberflächenbeschichtung (max. Auch um Farbunterschiede auszugleichen
24 h Abstand) erfolgen, um eine gute Haftung oder die Lichtechtheit des Furniersubstrates
des Furniersubstrates mit der Beschichtung zu zu verbessern, können Holzbeizen eingesetzt
ermöglichen. Für furnierte Schmal- oder Profil- werden.
flächen existieren auch spezielle Kanten- und
Profilschleifmaschinen, um Unebenheiten der Das anzuwendende Applikationsverfahren
Oberfläche zu egalisieren. für die Beizen gibt der Hersteller vor. Alle
Beizen (außer Wachsbeizen) bieten keine
Maßnahmen bei gewünschter Farbtonsta- ausreichende Oberflächenbeständigkeit und
bilität oder schwierig zu beschichtenden erfordern eine nachträgliche Lackierung.
Holzarten
Um Farbtöne einer Furnieroberfläche anzu-
gleichen, Flecken zu entfernen oder spätere
Farbänderungen zu verringern, können
Bleichverfahren angewendet werden. Das
Bleichen ist ein oxidativer Prozess, bei dem
eine Wasserstoffperoxidlösung zusammen mit
einem Bleichaktivator zur Anwendung kommt.
Anschließend wird die Oberfläche mit Wasser
oder Wasserdampf gereinigt und getrocknet.

Auch ein Entharzen der Oberfläche harzreicher


Holzarten vor dem Beiz- oder Lackauftrag
findet teilweise statt. Dazu werden alkalische
oder alkalifreie Holzseifen (auch Pottasche
oder Soda) bzw. organische Lösungsmittel
verwendet.
40 Furnier im Innenausbau
Kapitel 3 Verarbeitung

Öle und Wachse Lacke und Lasuren


Öle und Wachse basieren auf natürlichen Roh- Lacke und Lasuren für furnierte Oberflächen
stoffen, wie oxidativ härtenden Leinölen oder lassen sich nach der Art der verwendeten
Carnauba- bzw. Bienenwachs. Sie lassen die Lösemittel in wässrige und lösemittelhaltige
Holzoberfläche sowohl optisch als auch hap- Beschichtungen unterteilen. Nach der Art der
tisch möglichst natürlich wirken (natural look). Trocknung bzw. Vernetzung kann man weiterhin
Diesen Effekt des natürlichen Aussehens imi- zwischen physikalisch trocknenden, chemisch
tieren auch „UV-härtende Öle“, ohne dass sie vernetzenden oder strahlenhärtenden Lack-
entsprechende oxidativ härtende natürliche systemen oder deren Kombinationen (Double
Bestandteile enthalten. Cure Systeme) unterscheiden.

Natürliche Öle dringen tief in das Holz ein, bilden Lacke und Lasuren werden sowohl hand-
aber keinen Film auf der Oberfläche. Dadurch werklich als auch industriell verarbeitet. Dabei
sind sie relativ schmutz-, licht- und wasseremp- bilden Lasuren im Innenbereich im Vergleich zu
findlich. Wachse bilden hingegen dünne Filme Lacken geringere Schichtdicken aus. Sie sind
auf der Oberfläche, die die Abrieb-, Wasser- oft gering pigmentiert und lassen den Holzun-
und Schmutzbeständigkeit verbessern. Die tergrund durchscheinen.
Filme sind jedoch wenig chemikalienbestän-
dig. In der industriellen Beschichtung werden Typische Vertreter von lösemittelhaltigen
oft Kombinationen beider Beschichtungen ein- Lacken sind Cellulosenitrat-Lacke (meist
gesetzt, um beständigere und atmungsaktive NC-Lacke genannt), säurehärtende Lacke
Oberflächen zu erzeugen. (SH-Lacke), Zweikomponenten-Polyure-
than-Lacke (2K-PUR oder DD-Lack) und
Durch spezielle Zusammensetzungen der Öle lösemittelhaltige UV-Lacke. Wesentliche
oder Wachse werden Hartöle oder Hartwachse Vorteile der lösemittelhaltigen Systeme sind
(z.B. durch Verwendung von Carnaubawachs) einfache Verarbeitbarkeit, deutliche Anfeuerung
hergestellt, die zu härteren, mechanisch des Holzes und geringerer Schleifaufwand.
beständigeren Oberflächen führen, aber kei- Nachteilig ist die Lösemittelemission während
nesfalls mit der Widerstandsfähigkeit lackierter der Verarbeitung und aus dem Endprodukt.
Oberflächen zu vergleichen sind. Die Anwendung säurehärtender Lacksysteme
ist wegen ihrer Formaldehydemission stark
Eine Sonderform einer Beschichtung mit rückläufig.
natürlichen Rohstoffen stellt der Schellack dar,
welcher im handwerklichen Bereich teilweise Anwendbare wässrige Lacksysteme sind nicht
noch im Einsatz ist. selbstvernetzende und selbstvernetzende
1K-Wasserlacke, 2K-Polyurethan-Wasserla-
cke und UV-härtende Wasserlacke. Sie weisen
deutlich bessere Umwelt- und Gesundheits-
eigenschaften auf, erfordern aber deutlich
höheren Aufwand bei der Applikation und Trock-
nung. Das optische Erscheinungsbild der
Oberfläche ist oft schlechter als bei lösemittel-
haltigen Systemen.
Furnier im InnenausbaU 41
Kapitel 3 Verarbeitung

3.4.3 Empfehlungen zur Auswahl von


Eine Sonderform stellen „100%-UV-Lacke“, die Applikationsverfahren und
so gut wie keine Lösemittel aufweisen, dar. Sie Oberflächenbehandlungen
werden industriell im Walzverfahren auf ebene Auswahl in Abhängigkeit von der gewünsch-
Oberflächen appliziert und anschließend strah- ten Oberflächenoptik
lengehärtet. Die Oberflächen weisen sehr gute Das gewählte Applikationsverfahren beein-
mechanische und chemische Beständigkeiten flusst die Oberflächenoptik. So können beim
auf. Walzen der Beschichtungen auf ebene Bauteile
sehr feine rillenartige Strukturen entstehen,
Overlays auf Melaminharzbasis die insbesondere im hochwertigen Innenaus-
In seltenen Anwendungsfällen, z.B. bei Sitz- bau unerwünscht sind. Die Anwendung des
formteilen aus Furnier oder Halbzeugen Spritzverfahrens ergibt in der Regel bessere
(Echtholzlaminate), werden melaminharzge- Verlaufseigenschaften.
tränkte Overlaypapiere bei der Herstellung
mit verpresst. Sie härten unter Temperatur Je nach Holzart soll eine „Anfeuerung“, d.h.
und Druck zu einer hochbeständigen, trans- Betonung der Holzstruktur, erfolgen. Bei der
parenten, duroplastischen Oberfläche aus. Anwendung von Wasserlacken ist zu beach-
Dadurch bieten sie einen hohen Schutz vor ten, dass diese fast immer zu einer geringeren
Abrieb und Kratzern und sind auch gegen Anfeuerung der Oberfläche führen. Bei hellen
Schweiß beständig. Furnieren, z.B. Ahorn, ist dies meist kein
Nachteil, da so vorhandene Farbunterschiede
ausgeglichen werden. Bei dunklen Furnieren,
z.B. Kirschbaum, wird eine gute Anfeuerung
gewünscht (Abb. 47). Hier kann die Anwendung
von zusätzlichen Beizen oder eingefärbten
Lacken förderlich sein.

Abb. 47
Rotbuche mit
verschiedenen
Lacksystemen: links
NC-Lack, rechts
Wasserlack,
Quelle: (IHD)
42 Furnier im Innenausbau
Kapitel 3 Verarbeitung

Der Glanzgrad bzw. die Farbe von Oberflä- Bei Nutzungsorten mit gelegentlicher Ein-
chenbeschichtungen werden in der Regel wirkung von Wasser oder hoher Luftfeuchte,
geschmacksabhängig auf die Einrichtung wie beispielsweise Restauranteinrichtungen,
abgestimmt. Bei hochwertigen, furnierten Büro- sind Beschichtungssysteme mit hoher
oberflächen ist zu beachten, dass zum Schutz Wasserabweisung bzw. geringer Was-
des Augenlichtes von Büronutzern bei den serdampfdurchlässigkeit erforderlich.
Oberflächen bestimmte Glanz- und Farbbe- Lösemittelhaltige 2K-PUR-Systeme werden
reiche gesetzlich eingehalten werden müssen. diesen Anforderungen am ehesten gerecht. Sie
sollten in hoher Schichtdicke (Trockenschicht-
Durch die Anfertigung von Musterlackierungen dicke ca. 80 - 100  µm) allseitig aufgetragen
unter Anwendung der vorgesehenen Appli- werden. Auch Kantenbereiche sind gut zu
kationstechniken und Oberflächenaufbauten versiegeln, insbesondere um den Feuchte-
sollten sich Nutzer, Planer und Hersteller über transport in Faserrichtung des Holzes, der
die gewünschte Optik verständigen. zu Grauschleiern oder Aufquellungen führen
kann, zu verhindern.
Auswahl in Abhängigkeit von der erwarteten
Nutzungsintensität und dem Nutzungsort Hochwertige Innenausstattungen von Booten
Die angeführten Oberflächenbehandlungen sind starken Klimaschwankungen ausge-
weisen eine unterschiedlich hohe Beständig- setzt. Hier sollten hochbeständige, aber auch
keit gegenüber mechanischen, chemischen, sehr elastisch eingestellte Lacksysteme (z.B.
klimatischen und sonstigen Beanspruchungen zweikomponentige Systeme) zum Einsatz
(z.B. Licht) auf. kommen.

Bei horizontalen Oberflächen, wie z.B. Bei furnierten Oberflächen, die dem starken
Arbeits- oder Tischplatten, können Wärme, Sonnenlicht ausgesetzt sind, können licht-
Abrieb-, Kratz-, Stoß- oder chemische Bean- schutzmittelhaltige Lacksysteme die
spruchungen einwirken. Den besten Schutz Geschwindigkeit der Farbänderung deutlich
dagegen bieten UV-Lacke oder zweikom- reduzieren. Diese Systeme sind jedoch bei
ponentige Lacksysteme, die aufgrund ihres hellen Holzarten deutlich wirksamer als bei
höheren Vernetzungsgrades größere Bestän- dunklen Furnieren.
digkeiten als einkomponentige Systeme
(nichtvernetzender 1K-Wasser- oder NC-Lack) Zur Festlegung von Oberflächenanforde-
aufweisen. Natürliche Beschichtungssysteme rungen steht mit DIN  68861 Teile  1 bis 8 ein
weisen wesentlich niedrigere Beständigkeiten relativ umfassendes Prüf- und Bewertungssy-
gegen mechanische Einflüsse auf. Sie bieten stem für Möbeloberflächen zur Verfügung. Für
gegenüber Lacken allerdings den Vorteil einer Küchenmöbel sind Oberflächenanforderungen
leichteren Renovierbarkeit, die vom Endnut- in DIN  68930 festgelegt, für andere Möbel
zer aber auch gewollt sein sollte. Gegenüber sollte man sich an RAL GZ 430 orientieren.
Flecken weisen auch Arbeitsplattenöle eine
akzeptable Beständigkeit auf.
Furnier im InnenausbaU 43
Kapitel 3 Verarbeitung

3.4.4 Pflege von Furnieroberflächen


Berücksichtigung von Umwelt- und Gesund- Furnierte Flächen sind mit einem Oberflächen-
heitsgesichtspunkten schutz versehen, der die Pflege vereinfacht
Es ist zu beachten, dass aus Lacksyste- und die Schönheit des Materials betont. Daher
men Lösemittel, auch über lange Zeiträume ist die Verwendung von Holzpolituren in der
hinweg, emittieren können. Somit ist der Regel nicht erforderlich. Staub oder leichte
Einsatz von Lacksystemen mit geringem Löse- Verschmutzungen lassen sich mit einem tro-
mittelgehalt wie fast komplett lösemittelfreien ckenen, weichen Ledertuch schnell entfernen.
100  % UV-Lacken oder Lacken mit geringem Stärkere Verschmutzungen können mit einem
Lösemittelanteil, wie z.B. Wasserlacken, aus feuchten Tuch abgerieben und anschließend
Umwelt- und Gesundheitsgründen anzuraten, mit einem weichen Tuch ohne Druck trocken
wenn deren Eigenschaften es ermöglichen. gerieben werden.

Auch natürliche Beschichtungssysteme sind Kaffee-, Tee-, Alkohol- und Obstflecken sollten
aus Umweltgesichtspunkten heraus zu emp- sofort mit einem feuchten Tuch entfernt und
fehlen. Sie können aber auch für sensible trocken gerieben werden. Selbst Kratzer und
Menschen problematische natürliche Löse- Schrammen lassen sich problemlos beseitigen.
mittel enthalten bzw. auch geruchsintensive Sie werden mit Möbelhartwachs im entspre-
Restemissionen aufweisen. chen Farbton gefüllt und mit Lack oder Lasur
überzogen. So wird die schützende Schicht
Für furnierte Einrichtungsgegenstände, die von wieder hergestellt.
Kindern genutzt werden, sind Lacksysteme ein-
zusetzen, die gemäß DIN 53160 schweiß- und
speichelbeständig sind und die Anforderungen
an die Migration von Schwermetallen gemäß
EN 71-3 erfüllen.

Ist bekannt, dass Endnutzer gegenüber


bestimmten Stoffen allergisch reagieren, sollte
der Beschichtungshersteller befragt werden,
ob er diesen Stoff in seiner Beschichtung ein-
setzt.
44 Furnier im Innenausbau
Kapitel 4 Anwendungsbeispiele

4 Anwendungsbeispiele

4.1 Bauelemente

Als Bauelemente werden allgemein die einzel-


nen Teile bezeichnet, aus denen ein Bauwerk
zusammengesetzt wird. Das können z. B.
Decken, Wände, Stützen oder Fußböden sein.
Auch Fenster und Türen zählen dazu. Abbil-
dungen 48 bis 50 zeigen einige Beispiele,
wo furnierte Elemente zum Einsatz kommen
können.

Abb. 48
In Abbildung 48 ist eine Wandverkleidung in
Wandverkleidung
der Neuen Synagoge in Dresden dargestellt.
in der Neuen
Der Entwurf des Architekturbüros gab vor, dass
Synagoge Dresden,
sich die äußere Gebäudehülle und die Innen-
Foto: Bernadette
architektur an keiner Stelle berühren sollten.
Grimmenstein,
Deshalb gibt es keine Verankerungen und
Quelle: Deutsche
keine sichtbaren Verbindungen zur Gebäu-
Werkstätten Hellerau
dehülle. Um Sicherheit und Haltbarkeit zu
gewährleisten, wurde eine Unterkonstruktion
aus Stahl entworfen. Sie trägt die Paneele, die
mit geöltem, nicht lackiertem Eichenfurnier ver-
sehen wurden. Zur Verbesserung der Akustik
im kubischen Synagogenraum wurden die
Paneele teilweise perforiert. Die sehr homo-
gene Form der Furnierabwicklung wird durch
das regelmäßige Fugenmaß von 5 mm zwi-
schen den einzelnen Platten unterstrichen. Die
Fugen umlaufen die Empore und die Ostwand
ohne Höhenversprünge. Einbauten, wie Türen
oder Fächer für das Gebetsbuch, wurden in
dieses Fugenbild eingepasst, wodurch ein
gleichmäßiges, ruhiges Gesamtbild entsteht.

Abb. 49 Der Grundkörper der Tür in Abbildung 49 ist


Furnierte Tür, einer Leichtbauplatte. Sie besteht aus einem
Quelle: Vinterio AG Wabenkern mit Massivholzanleimer und ist
mit einem veredelten Furnier (Vinterio Walnut
Stratus) versehen. Die Oberfläche wurde
mit einem seidenmatten Polyurethan-Lack
beschichtet.
Furnier im InnenausbaU 45
Kapitel 4 Anwendungsbeispiele

Abbildung 50 zeigt eine Wandverkleidung aus


Eichenfurnier eines Anwaltsbüros in Paris. Abb. 50
Wände und Möbel des Anwaltsbüros waren Wandverkleidung in
vor der Renovierung mit verschiedenen Mate- einem Anwaltsbüro in
rialien, u. a. auch mit Furnieren verkleidet. Paris,
Im Laufe der Zeit wurden die stark benutzten Quelle: www.oberflex.fr
furnierten Schreibtischoberflächen zum
Schutz vor weiterer Beanspruchung durch
den Gebrauch mit Glasplatten versehen. Der
Einsatz der Glasplatten hatte jedoch mehrere
Nachteile zur Folge. Vor allem betraf dies die
sehr starke Reflexion von Licht, das Verdecken
des Furnieres und die haptisch kalte und wenig
angenehm wirkende Oberfläche.

Vorgabe des Kunden war es, im Zuge der Reno-


vierung des Büros die Wände mit Paneelen zu
versehen. Dadurch sollte dem Büro ein moder-
ner Touch verliehen werden, ohne auf Wertigkeit
zu verzichten. Es war ebenfalls Wunsch des
Kunden, das Büro erneut mit Echtholzoberflä-
chen zu versehen. Allerdings bestand hier die
Forderung einer höheren Widerstandsfähigkeit
im täglichen Gebrauch und einer einfachen
Reinigung. Der Architekt wählte ein Dekor von
Oberflex mit einer Satinoberfläche. Die ver-
wendeten Platten sind Echtholzlaminate, die
aus mehreren Lagen Kraftpapieren als Trä-
germaterial, Eichenfurnier und Melaminharz
als Oberflächenbeschichtung bestehen. Die
gleichformatigen Platten ergeben mit ihren
umlaufenden Fugen eine gleichmäßige, ruhige,
natürlich schöne Wandansicht. Die Fertigung
der Paneele erfolgte mit einer vorab durch den
Architekten ausgewählten Furnierabwicklung.
Teile der Möbeloberflächen wurden akustisch
wirksam gefertigt.
46 Furnier im Innenausbau
Kapitel 4 Anwendungsbeispiele

4.2 Innenausbau

Mit Innenausbau ist die (künstlerische) Lack für Möbel und Wände. Als Bodenbelag
Gestaltung von Innenräumen gemeint. Die kam weiß lackiertes Eichen - Tafelparkett zum
Abbildungen 51 bis 53 zeigen Räume, in denen Einsatz. Die Bestuhlung wurde leicht ansteigend
furnierte Bauelemente in die Raumgestaltung auf einer Metallunterkonstruktion eingebaut.
integriert wurden. Sie ist in gediegenen linsenförmigen Reihen
ausgeführt, denen auch die holzverkleideten
In Abbildung 51 ist ein großes Besprechungs- Wände der Längsseiten folgen. Der Saal wird
zimmer im mdr Landesfunkhaus in Dresden von einer Glasdachkonstruktion überspannt
dargestellt. Dieses Zimmer besitzt an beiden und ist mit einer semitransparenten Lichtdecke
Stirnseiten aufklappbare Medienwände. Diese ausgestattet. Dadurch erhält der Raum einen
wurden aus Lignoform-Akustikpaneelen herge- lichtdurchfluteten Charakter.
stellt und mit Europäischem Ahorn furniert. Die
Heizkörperverkleidung besteht ebenfalls aus
Abb. 51
Ahorn. Auch die flexibel zusammenstellbare
mdr Landesfunkhaus
Konferenztischanlage für 24 Sitzplätze wurde
Dresden,
mit Europäischem Ahorn beschichtet.
Foto: Lothar Sprenger,
Quelle: Deutsche
Abbildung  52 zeigt den Gardaroben- und
Werkstätten Hellerau
Foyerbereich des Internationalen Congress
Centers in Dresden. In diesem Gebäude sind
Perspektiven wichtig, sie schaffen die optische
Verbindung zu den Elbauen. Ein perfekter Hin-
tergrund für den Blick in Richtung Elbe ist der
dunkel gehaltene Foyerbereich. Dieser Bereich
ist mit dunkel gebeizter Eiche im Kontrast zu
Abb. 52 hellen Fußböden und Decken gestaltet. Dieser
Internationales Congress Kontrast findet sich an vielen Stelle des Gebäu-
Center Dresden, dekomplexes wieder.
Foto: Bernadette
Grimmenstein, Der Plenarsaal des Bayerischen Landtags
Quelle: Deutsche (Abbildung  53) wurde in den Jahren 2004 –
Werkstätten Hellerau 2005 nach Planung des Architekten Volker
Staab (Berlin) saniert und umgebaut. Wände
und Möbel sollten einen natürlichen Charakter
mit feiner sichtbarer Maserung erhalten. Durch
die Farbe sollte im Raum ein homogenes
Erscheinungsbild entstehen ohne die Natür-
Abb. 53 lichkeit des Holzes zu verbergen. Der Architekt
Bayerischer Landtag mit entschied sich für eine Komplettgestaltung des
gefärbtem Eichenfurnier, Raumes mit Eicheoberflächen. Die Wahl fiel
Quelle: www.tabu.it hinsichtlich der Tisch- und Wandverkleidungen
auf eine gebleichte, hell eingefärbte Eiche
von TABU. Als Trägermaterial dafür wurden
schwerentflammbare Spanplatten benutzt, als
Oberflächenfinish ein matter UV-beständiger
Furnier im InnenausbaU 47
Kapitel 4 Anwendungsbeispiele

Furnierte Elemente kommen auch bei der


Innenraumgestaltung mobiler Räumlichkeiten
zum Einsatz. Dazu zählen der Innenausbau
von Flugzeugen, Yachten und Schiffen sowie
von Fahrzeugen, wie PKW’s oder Caravanen.

Die Abbildung  54 zeigt das Interieur eines


PKW Mercedes CLS. Für diese hochwertige
Innengestaltung wurde Nussbaummaserfur-
nier verwendet. Zur Formteilherstellung wird
das Furnier auf einen speziell entwickelten
mehrlagigen Träger gepresst und mit einem
Klebstoff verklebt, der nach werksinternen Abb. 54
Normen wesentlich höheren Beanspruchungen Innenraum eines
genügen muss als ein D4-Klebstoff. Die Hoch- Mercedes CLS,
glanzoberfläche wurde mit einer ungesättigten Quelle: Dräxlmaier
Polyethylenbeschichtung, aufwendig poliert,
erzeugt.

Ein Beispiel aus dem Schiffsinnenausbau


zeigt Abbildung  55. Zur Hervorhebung des
edlen Charakters dieses Bades wurden die
Furnieroberflächen mit einem geschlossen-po-
rigen Hochglanzlack beschichtet und manuell
poliert. So wurde ein spiegelnder Lackfilm
erzeugt, der im Glanz den ebenfalls verwen-
deten Onyxplatten ähnelt. Der honigfarbene
Halbedelstein wurde in diesem Bad in Kom-
bination mit Wurzelfurnieren verwendet. Zur
Gewichtsreduzierung sowie zur Stabilisierung
wurden die dünnen Onyxplatten mit lackierten
Aluminiumwabenplatten verstärkt. Die Säulen
sind furnierummantelt und mit eingelassenen
Leuchtelementen versehen, die sich im Blatt-
gold der Decke spiegeln.

Abb. 55
Innenraum einer Yacht,
Foto: Stephane Brarin,
Quelle: Deutsche
Werkstätten Hellerau
48 Furnier im Innenausbau
Kapitel 4 Anwendungsbeispiele

4.3 Ausschreibungen für den


Innenausbau
Ein hochwertiger Innenausbau ist individuell, Werden aufgrund der Gebäudeart an die Ver-
so dass es unmöglich ist, allgemein verwend- klebung der Furniere besondere Ansprüche
bare Textbausteine für Ausschreibungen zu gestellt, so ist dies ebenfalls in der Ausschrei-
formulieren. Möglich dagegen ist eine genaue bung zu vermerken. Dazu ist anzugeben, ob das
Beschreibung des Aussehens und der Merk- Objekt unter häufiger kurzzeitiger Einwirkung
male der gewünschten Oberfläche bzw. von Kondenswasser bzw. hoher Luftfeuchte
Ausstattung. steht oder ob mit häufiger, lang anhaltender
Einwirkung von abfließendem Wasser oder
In einer Ausschreibung sollte grundsätzlich ver- Kondenswasser zu rechnen ist.
merkt werden, dass die Oberfläche aus Furnier
bestehen soll. Die Vorgabe der Holzart defi- Ebenso sind besondere Anforderungen an den
niert exakt das zu verwendende Furnier. Wenn Brand- und Schallschutz zu vermerken.
die Holzart nicht explizit vorgegeben werden
soll, kann eine Angabe zum Farbton (vgl. Bei der Verwendung von furnierten Platten, z.B
Kap.  2.3.3) die Auswahl einschränken. Eine Tischplatten, ist anzugeben, womit die Kanten
Angabe zur Textur des Furniers, z.B. gestreift, bzw. Schmalflächen zu beschichten sind.
blumig oder geriegelt (vgl. Kap. 2.3.4) definiert Möglich sind Furnierkanten, Massivholz- (Voll-
das Aussehen, so dass das zu verwendende holz-)anleimer oder auch andere Materialien.
Furnier hinsichtlich seines Erscheinungsbildes Des weiteren sollte angegeben werden, ob
eindeutig festgelegt ist. die Kante verdeckt (Einleimer) oder sichtbar
(Anleimer) sein soll.
Soll bewusst von der Standarddicke der Fur-
niere (vgl. Kap. 1.2) abgewichen werden, muss Schließlich muss die Beschichtung bzw.
die gewünschte Dicke angegeben werden. Die Lackierung der furnierten Oberfläche beschrie-
Herstellung von Furnieren mit von der Stan- ben werden. Dazu sind Angaben zur Art der
darddicke abweichenden Dicken ist in der Oberflächenbehandlung (Lack, Öl, Wachs)
Regel jedoch mit einem höheren Aufwand und bzw. zum Lacksystem – geschlossen, hoch
damit mit einem höheren Quadratmeterpreis glänzend oder offenporig lackiert – erforder-
verbunden. lich. Auch besondere Behandlungen oder
Effekte, wie das Beizen oder das Herstellen
Zur Herstellung von Wandverkleidungen oder einer gebürsteten Oberfläche, sind an dieser
anderen furnierten Flächen ist das Fügen der Stelle zu nennen.
Furnierblätter erforderlich (vgl. Kap.  3.1). Die
Vorgabe der Abwicklung der Furniere definiert
die Folge der Furnierbilder, z.B. gestürzt oder
verschoben.
Furnier im InnenausbaU 49
Kapitel 4 Anwendungsbeispiele

Formulierungen zur Beschreibung einer Ober-


fläche können wie folgt lauten:

• Ausführung der Oberflächen aus Kirsch-


baumfurnier mit blumiger Textur

• die Wandfläche ist als Abwicklung auszu-


führen, die Abwicklung ist durch Stürzen
der Furnierblätter herzustellen

• Tischplatte furniert mit Kirschbaum,


blumige Textur, Kantenausbildung mit
Edelstahlkante

• alle Verklebungen sind so auszulegen,


dass diese einer lang anhaltenden Einwir-
kung von hoher Luftfeuchte standhalten

• Beschichtung aller Oberflächen durch


offenporige Lackierung

Die Freigabe, d.h. endgültige Auswahl einer


Oberfläche, erfolgt dann in der Regel nach
einer Bemusterung. Dabei ist darauf zu
achten, dass repräsentative Flächen bemu-
stert werden. Üblich sind Musterflächen in
DIN  A3-Größe. Flächen dieser Größe geben
eine guten Eindruck der Optik wieder und sind
zudem transportabel.
50 Furnier im Innenausbau
Glossar

Glossar

A Blase:
1. Erhebung bei Fehlverleimung (Siehe Kürsch-
Abwicklung: ner)
Das Zusammensetzen von aufeinanderfol-
genden Furnierblättern eines Paketes bzw. 2. helle, natürliche Holzverfärbung in runder
eines ganzen Stammes zu einer größeren oder ovaler Form
Furnierfläche wird als Furnierabwicklung
bezeichnet. Die Furnierblätter besitzen auf- Blattzahl:
grund ihrer unmittelbaren Abfolge eine Die Anzahl von Furnierblättern in einem
annähernd gleiche Textur. Paket.

Absperrfurnier: Blindfurnier:
Furniere, die zur Verbesserung der Formstabi- Unterste Qualitätskategorie bei Furnieren, die
lität rechtwinklig zur Decklage verleimt werden meist nur noch als Absperrfurniere oder für
und nicht sichtbar sind. nicht sichtbare Flächen verwendet werden.
Verkauf auch nach Gewicht möglich.
Adern:
Feine Furnierstreifen, die zum Unterteilen von Blitz:
Furnierflächen eingelegt werden. Einzelne, meist von Ästen ausgehende Riegel
werden als Blitz bezeichnet.
Anschnittpaket:
Die ersten und letzten Pakete eines flachge- Block:
messerten Stammes. Diese Pakete haben Bezeichnung für einen Stamm oder Stammteil
meist eine fladrige Textur, sind kürzer und in der Rundholz- bzw. Furnierform.
geringerwertig.
Blume:
Augung: andere Bezeichnung für eine gefladerte Textur
Speziell bei Vogelaugen-Ahorn die Bezeich- (siehe Kap. 2.3.4). Entsteht, wenn über das
nung der augenförmigen Zeichnung des Herz hinweg gemessert wird.
Furniers, kann aber auch bei anderen Holz-
arten auftreten (siehe Kap. 2.3.4) Angeschnittene Blumen sind Friese mit meist
halber Blume. Anstelle von Blume wird auch
Außenfurnier: von Herz gesprochen.
Furnier besserer Qualität, das für die sichtbaren
Decklagen eines Werkstückes verwendet Buch:
wird. Vor allem bei Schreinern gebräuchlicher Aus-
druck für ein Paket Furnier. Dieser rührt daher,
B dass wie in einem Buch die Furnierblätter auf-
einanderfolgen.
Backsteinriegel:
Unregelmäßige Form des Riegels, der über die Buchs:
gesamte Furnierfläche verläuft. Bei Nadelhölzern durch unregelmäßigen Jahr-
ringaufbau entstehende Zonen, die besonders
Bandeinlage: hart sind und daher Schwierigkeiten bei der
Ein einfarbiger oder gemusterter Furnierstrei- Verarbeitung des Furniers ergeben (Druck-,
fen, der für dekorative Ränder verwendet wird. Zugholz).
Furnier im InnenausbaU 51
Glossar

Buntheit: Einzelpakete:
Unruhiges Furnierbild, Intensität meist abhän- Furnierpakete, die aus der regelmäßigen
gig vom Lichteinfall. Hervorgerufen durch Abfolge innerhalb eines Stammes herausge-
verschiedene Wuchsanomalien, die eine unre- nommen sind, so dass die Abwicklung nicht
gelmäßige Zeichnung verursachen. mehr vorhanden ist; meist geringe Qualitäten
oder Friesen.
C
F
Cluster:
Nur teilweise gemaserte Stämme. Faserrichtung / Faser:
Wuchs-, also Längsrichtung des Baumes
D
Faux Quartier:
DIN 4079: Herstellungstechnologie gemesserter Furniere
In Deutschland gültige Norm für die Furnierher- (siehe Kap. 2.2.3.1)
stellung, in der die Standardstärken festgelegt
sind. Federzeichnung:
Anderer Begriff für Pyramidenzeichnung.
Dosse:
siehe Blume Feinporigkeit:
Man kann die Poren nur mit der Lupe erken-
Drehwuchs: nen, z.B. bei Ahorn, Birnbaum, Kirschbaum,
Spiralförmiger Wuchs eines Baumes, der Birke, Buche, Linde. Diese Hölzer haben eine
durch äußere Einflüsse - z.B. Wind - hervor- gleichmäßige Textur.
gerufen wird. Bei starkem Drehwuchs können
Aufarbeitungsprobleme dadurch entstehen, Flader:
dass sich die Jahrringe voneinander lösen und Siehe Blume
offene Stellen entstehen; daher werden sie
meist gesägt. Fladerfurnier:
Eine Bezeichnung für Furnier, das tangential
E aus einem Stamm gemessert wurde und eine
ovale oder bogenförmige Maserung aufweist.
Echt Quartier:
Herstellungstechnologie gemesserter Furniere Fladerschnitt:
(siehe Kap. 2.2.3.1) = Sehnenschnitt, Tangentialschnitt (siehe Kap.
2.1)
Einlauf:
Farbliche Veränderungen an den Hirnenden Flitch:
eines Stammes oder durch den ganzen Stamm, siehe Block
wenn dieser zu lange gelagert wird. Wird
begünstigt durch direkte Sonneneinstrahlung Flocker:
oder zu starke Trockenheit. Um Einlaufbildung Unregelmäßige Zeichnung des Furniers, die
zu vermeiden wird Rundholz für die Lagerung meist nicht erwünscht ist.
entweder an den Hirnenden gewachst oder mit
Wasser berieselt. Fries:
Gestreiftes Furnierbild ohne „Blume“.
52 Furnier im Innenausbau
Glossar

Frühholz: Grobe Struktur:


Der Teil des Jahrringes der im Frühjahr gebil- Der Jahrringaufbau von schnell gewachsenen
det wird. Stämmen, der eine nicht erwünschte grobe
Zeichnung im Furnier ergibt.
Furnierblatt:
Die kleinste Furniereinheit. Meistens werden Grobjährig:
16, 24 oder 32 Blätter zu einem Paket gebün- Eine Bezeichnung für ringporiges Holz mit
delt. großen Poren.

Fuß: Grobporigkeit:
Unteres Stammende im Rundholz oder Furnier, Man kann die Poren bereits mit dem bloßen
gekennzeichnet häufig durch groben Jahrring- Auge sehen, z. B. bei Eiche, Esche, Nuss-
verlauf und nicht gewünschte Farbvariationen, baum, Ulme. Diese Hölzer haben eine lebhafte
vom Wurzelstock herrührend. Textur.

G Gum:
Schwarze, fleckenförmige Einschlüsse im
Geapfelt: Black Cherry Furnier, die von einem Furnier-
Vom französischen Wort „Pommelé” (Pomme blatt zum anderen verspringen können.
= Apfel) abgeleitete Bezeichnung für eine spe-
zielle regelmäßige Textur des Furniers, die H
entfernt an Äpfel erinnern kann.
Haare:
Geschlagen: Speziell bei den Holzarten Birnbaum und Maple
Aufarbeitungsart durch die Stay-Log-Maschine. vorkommende haarfeine Flecken, die sich
Auch exzentrisches Schälen genannt. über die gesamte Furnieroberfläche verteilen
können und als qualitätsmindernd angesehen
Gitterflecken: werden.
Abdrücke der Trocknerbänder auf der Furniero-
berfläche, hervorgerufen durch fehlerhafte oder Halbmaser:
unsachgemäß gewartete Trocknerbänder. Sie siehe Cluster
können Schwierigkeiten bei der Oberflächen-
behandlung ergeben. Hartholz:
Begriff für Holz mit höhere Dichte. I. d. R. Holz
Glatze: der Laubbäume.
Furnierbild, das stellenweise keine Zeichnung
hat. Harzgallen:
Taschenförmige Harzeinschlüsse bei harz-
Grat: haltigen Nadelhölzern, die im Furnier offene
Sehr feine Messerscharte, die beim Oberflä- Stellen ergeben und daher qualitätsmindernd
chenschleifen des Furniers verschwindet und sind.
somit keine Beeinträchtigung des Furniers
bedeutet. Herz:
Stammachse
Furnier im InnenausbaU 53
Glossar

Herzriss: K
In der Stammmitte entstehende Spannungs-
risse. Die Lage vom Herzriss bestimmt Kathedral-Aufbau:
maßgeblich die Stammeinteilung fürs Messern. „Blume” mit gleichmäßigem Abstand der Jahr-
Herzrisse im Furnier sind offen und können ringe und absolut geradem Wuchs. Gesuchter
nicht verarbeitet werden. Aufbau der Struktur bei Dossepaketen. Gilt als
besonders elegant.
Hirnschnitt:
= Querschnitt; verläuft quer zur Stammachse. Kern / Kernholz:
Innerer Teil des Stammquerschnittes, der sich
Holzfehler: farblich vom normalen Furnier absetzt.
Jeder Fehler, der das Aussehen des Holzes
beeinträchtigt, die Bearbeitung erschwert und Knolle:
den Wert des Holzes für eine bestimmte Ver- Bezeichnung für einen Maserstamm, Rundholz
wendung mindert; häufig auch Wuchsmerkmal oder Furnier.
(z.B. Gum in Cherry).
Kondensat:
Holzstrahlen: Infolge von zu scharfer Trocknung sich auf der
Auch Markstrahlen genannt. Im Querschnitt Furnieroberfläche absetzende und gelbliche
radial verlaufendes Zellgewebe, das in Abhän- erscheinende Flüssigkeit.
gigkeit von der Schnittrichtung als Linien,
Streifen oder Striche sichtbar ist. Krebs:
Krankheit bei europäischer Eiche, die sich als
Horizontalmessermaschine: Strukturstörung im Furnier zeigt, im fortge-
Messermaschine, bei der die Bewegung schrittenen Stadium als offener Fehler.
Stamm/Messer horizontal ausgeführt wird.
Kreuzfuge:
I Speziell bei Maserfurnieren gebräuchliches
Verfahren, um hochdekorative Flächen und
Innenausbau-Länge: Bilder entstehen zu lassen. Vier aufeinanderfol-
Längen von Rundholz und Furnieren von über gende Furnierblätter werden zweimal gestürzt
2,65 m in Spitzenqualität. und einmal hochgeklappt.

Intarsie: Kürschner:
In Holz eingelegte oder aufgeleimte Verzie- Eine kleine Wölbung im flächig verleimten
rungen aus Furnier oder auch aus anderen Furnier, die auf unzureichenden Klebstoff an
Materialien (z.B. Metalle, Perlmutt), sehr kost- dieser Stelle zurückzuführen ist.
spielig und wird im handwerklichen Bereich
angewendet. Kurzlänge:
Längen in Rundholz und Furnieren zwischen
Jahrring: 1,50 m und 2,00 m.
jährliche Zuwachszone eines Baumes mit
deutlicher Abgrenzung zwischen dem in der Kürzung:
Vegetationsphase (Frühjahr: Frühholz) und Längen in Rundholz und Furnieren unter
dem in der Vegetationsruhe (Spätholz) ent- 1,50 m.
standenen Holz
54 Furnier im Innenausbau
Glossar

L Messerfallend:
Eine komplett aufgearbeitete Partie Rundholz,
Lösung: die mit allen enthaltenen Qualitäten als Fur-
Risse im Holz, die dem Jahrringverlauf folgen. niere angeboten und verkauft werden.
Stammteile mit diesem Fehler sind zur Furnier-
und Schnittholzerzeugung nicht geeignet. Messerfurnier:
Bezeichnung für Furniere einer bestimmten
M Herstellungsart (siehe Kap. 2.2.3.1)

Markröhre: Messern:
In der Mitte des Stammquerschnittes gelegener Methode der Furnierherstellung (siehe Kap.
Ausgangspunkt der Jahrringe, braune Farbe 2.2.3.1)

Marketerie: Messerreste:
Das Zusammensetzen kleiner Furnierstücke Der Furnierblock muss zur Herstellung des
zu dekorativen Mustern oder Bildern. Furniers (Messern) aufgespannt werden. Der
Bereich, der durch Klammern gespannt wird,
Maserknolle: kann nicht mit zu Furnier verarbeitet werden
Ein knollenartiger Auswuchs an einem Stamm. und bleibt als Rest übrig.
Aufgeschnitten liefert er Maserfurnier.
Messerriss:
Maser: Risse im Furnier, die durch schlecht eingestellte
Textur von Furnieren, die aus Maserknollen Druckbalken bei Furniermaschinen verursacht
hergestellt werden (siehe Kap. 2.3.4). Maser- werden.
knollen wachsen über der Erde (Eiche, Esche,
Rüster) oder als Wurzelmaser unter der Erde Messerscharte:
(Madrona, Myrte, Vavona, kalifornischer Nuss- Eine schräg über das Furnierblatt laufende
baum). Teilweise gemaserte Knollen und Einkerbung, die durch eine Beschädigung des
Stämme werden als Halbmaser oder Cluster Messers entsteht. Typischer Messerfehler, der
bezeichnet. die weitere Verwendung des Furniers in Frage
stellt.
Maserung:
= Zeichnung, Textur Mineral:
Dunkle Flecken oder Einschlüsse im Holz, vor
Messerbläue: allem bei amerikanischer Eiche.
Blaue Flecken auf der Furnieroberfläche, die
durch unzureichende Wasserabführung (zu Missfarbigkeit:
geringe Heizleistung am Druckbalken, zu Vom gewünschten Farbton abweichende Farb-
schnelles Messern) beim Messern entstehen, tönungen der Furniere. z.B. Grünstreifigkeit bei
da auf der Oberfläche der Furniere stehendes Kirschbaum.
Wasser durch Oxydation mit Inhaltsstoffen rea-
giert. Möbelware:
Furniere mit unterschiedlichen Längen von
1 bis 4 m innerhalb eines Stammes, die von der
Möbelindustrie verarbeitet werden können.
Furnier im InnenausbaU 55
Glossar

N Parkett-Marketerie:
Ein ähnlicher Vorgang wie die Marketerie.
Nagel: Das Furnier wird hier jedoch in geometrische
Feines, überwachsenes Stiftästchen (Wasser- Formen geschnitten, die zu dekorativen Mosa-
reißer), das auf der Rinde nur schwer gesehen ikmustern zusammengesetzt werden.
werden kann. Im Hirnschnitt als quer über die
Fläche verlaufender schwarzer Stift erschei- Partie:
nend. Eine für Kunden vorbereitete Menge an
Furnieren, oft zu einheitlichen Qualitäten
Nagelast: zusammensortiert.
Kleiner, meist sehr harter Ast, der zu Messer-
scharten führt. Besonders bei europäischem Pfeffer:
Ahorn. Bei Eiben- oder Rotbuchenfurnieren schwarze
Stiftästchen im Holz, die die typische Zeichnung
Niederschlag: des Eibenfurniers ergeben. Je mehr Pfeffer und
Siehe Kondensat je regelmäßiger er über die Oberfläche verteilt
ist, umso hochwertiger das Furnier.
Noppen:
kleine, runde oder ovale, fest verwachsene Pianoei:
Astansätze Ein von der Pianoindustrie gesuchter Aufbau
der Struktur in den Dossepaketen. Wird für die
O Vorderfronten und den Klavierdeckel benötigt.

Offener Fehler: Pommelé:


Fehler im Furnier, der Löcher bildet. Ausfallä- siehe geapfelt
ste, Faulstellen, offene Herzrisse müssen bei
der Verarbeitung entfernt werden. Fest ver- Poren:
wachsene Äste sind keine offenen Fehler. Relativ große Zellen der Laubhölzer. Sie sind
im Querschnitt als runde bis ovale Öffnungen
P und im Längsschnitt als Porenrillen oder Nadel-
risse mehr oder weniger deutlich sichtbar. Ihre
Paket: Größe, Anzahl und Verteilung ist artspezifisch.
Beschnittene und in meist 16, 24 oder 32 Blatt
gebündelte Furnierpakete, die in sich die auf- Pyramide:
einanderfolgenden Furnierblätter enthalten. In Typische Zeichnung des Furniers, das aus
der Regel die kleinste Verkaufseinheit einer Astgabel hergestellt wurde. Je exakter
die Pyramide oder auch Feder ausgeprägt ist,
Paneellänge: desto hochwertiger das Furnier.
Längen in Rundholz und Furnieren zwischen
2,55 m und 3,30 m, die von der Paneelindu- Q
strie benötigt werden. Qualität meist nicht so
hoch wie Schlafzimmerlängen. Quellen:
Die Zunahme der Abmessungen von Holz
(entsprechend auch Furnier) bei Feuchteauf-
nahme infolge der Einlagerung von Wasser in
die Zellwand.
56 Furnier im Innenausbau
Glossar

Querbänder: Rohdichte:
Furnierstreifen, die quer zur Faser geschnit- Abkürzung ρ, die Masse einer Raumeinheit
ten sind und als Dekoreinlagen verwendet Holz, ausgedrückt in g/cm³. Die Rohdichte wird
werden. für eine bestimmte Holzfeuchtigkeit angege-
ben. Die meisten Holzeigenschaften sind von
Querlage: der Rohdichte abhängig.
Furnierlage, die rechtwinklig zu den Decklagen
einer Sperrholzplatte verleimt wird. Rose:
Überwachsener Ast, der ein deutlich erkenn-
R bares Merkmal in der Rinde hinterlässt. Je
früher der Baum den Ast abgeworfen hat,
Radialfurnier: desto schwerer ist dieses Merkmal in der Rinde
eine Art Schälfurnier, das durch kegelförmiges erkennbar.
Schälen des Stammendes erzeugt wird. Das
Verfahren ähnelt dem Bleistiftanspitzen. Rundschälen:
Methode der Furnierherstellung (siehe Kap.
Reaktionsholz: 2.2.3.2)
Anomales, dem Gebrauchswert des Holzes
negativ beeinflussendes Holzgewebe. Das S
Druckholz der Nadelhölzer ist am hohen Anteil
von dunkler gefärbten Spätholz zu erkennen. Sägefurniere:
Das Zugholz der Laubhölzer erscheint in leicht Furniere durch Sägen hergestellt (siehe Kap.
silbrigem Glanz. 2.2.3.3)

Reifholzbäume: Schälfurnier:
Haben keinen Farbkern, aber ihr Holz ist im Bezeichnung für Furniere einer bestimmten
Kern wesentlich wasserärmer als in der Außen- Herstellungsart (siehe Kap. 2.2.3.2)
schicht (Fichte, Tanne, Buche, Linde).
Schieben:
Restdielen: Verfahren beim Zusammensetzen von Fur-
siehe Messerreste nieren, bei dem die aufeinanderfolgenden
Furnierblätter jeweils nur mit der Vorderseite
Riegel: aufgeleimt werden (siehe Kap. 3.1).
siehe Texturen Kap. 2.3.4
Schlafzimmerlänge:
Rift: Längen in Rundholz und Furnieren zwischen
Aus geviertelten Stämmen aufgearbeitete Fur- 2,60  m und 3,20  m. Die Schlafzimmerqualität
niere. Siehe auch Friese. ist meist höher als die Paneelqualität.

Rindeneinwuchs: Schwinden:
Vor allem bei Maserhölzern vorkommende Die Verminderung der Abmessungen von Holz
Rinde innerhalb des Kernholzes, das von (entsprechend auch Furnier) bei Feuchteab-
diesem überwachsen wurde. gabe.

Ringporer:
Laubholz mit auffälligen Jahrringen
Furnier im InnenausbaU 57
Glossar

Spannungsriss: Spritzkern:
In einem Stamm treten durch unterschiedliche Unregelmäßig ausgeformter Kern (Falsch-
Wachstumszonen und Wachstumsgeschwin- kern).
digkeiten (Wetterseite) Dichteunterschiede
auf, die zu Spannungen im Rundholz führen Stärke von Furnier:
können. Wird der Baum gefällt, können Span- In Europa sind Stärken zwischen 0,5 und
nungsrisse auftreten, die die Furnierfähigkeit in 0,65 mm üblich. In Asien werden meistens Fur-
Frage stellen können. Probleme bei Buche. niere zwischen 0,2 und 0,3 mm verarbeitet. Als
Starkschnitt werden in der Regel Furniere von
Spätholz: 1 bis 3 mm bezeichnet.
Der Teil des Jahresrings, der im letzten Teil der
Wachstumsperiode, also nach dem Frühjahr, Stamm:
zuwächst. Furnier- oder sägefähiger Abschnitt eines
Baumes.
Spiegel:
Je nach Anschnittwinkel beim Messern werden Stamm-Maser:
die Zellen der Holzstrahlen unterschiedlich Maserstamm, bei dem die Maserbildung über-
sichtbar. Optische Unterbrechung im Gesamt- irdisch am Stamm geschieht. Solche Maser
bild, bei einigen Holzarten erwünscht, z.B. sind: Eiche, Esche, Pappel, Rüster.
Platane. Besonders kräftig ausgeprägt bei
Eiche. Stammrund:
Die Präsentation von Furnieren, die in Form
Spiegelschnitt: des ursprünglichen Stammes aufgesetzt sind.
= Radialschnitt; Der Schnitt verläuft entlang der
zum Holzstrahlen und senkrecht zu den Jahr- Stammware:
ringen. Die Schnittfläche erscheint gestreift Furniere, die aus einem Stamm erzeugt werden
sichtbar (siehe Kap. 2.1). und bei denen noch die Abwicklung innerhalb
des Stammes gegeben ist.
Splint:
Der zwischen Rinde und Kernholz liegende Starkschnitt:
äußere, helle Stammabschnitt des Holzes. Bei Furniere, die abweichend von der DIN-Norm
Kernhölzern farbliche Absetzung des Splints. in anderen Stärken hergestellt werden.
Bei Furnieren wird der Splint i.d.R. abgeschnit- Gebräuchliche Stärken sind 0,9 mm, 1,2 mm,
ten. Bei einigen Holzarten, z.B. Palisander und 1,5 mm, 2,0 mm und 2,5 mm.
Europäischer Nussbaum, wird der Splint deko-
rativ verarbeitet. Stock:
Unteres Ende eines Stammes.
Spritzer:
Generelle Bezeichnung für dunkle, fest ver- Stockflecken:
wachsene Farbveränderungen. Je nach Fäulnisflecken, die sich als Verfärbung im
Holzart und Ursache wird unterschieden in Furnier abzeichnen.
Gum, Haare, Harzgallen, Rindeneinwuchs,
Zuckerflecken u.a.. Streifer:
siehe Friese
58 Furnier im Innenausbau
Glossar

Streifigkeit: Trommeln:
Sich auf dem Furnier mehr oder weniger deut- Durch Vibration des Furnierblockes auf der
lich absetzende Farbstreifen, die meist als Messermaschine oder durch falsche Druck-
qualitätsmindernd angesehen werden. Vor einstellung an der Maschine hervorgerufene
allem bekannt bei europäischer Eiche. Stärkenschwankungen, die regelmäßig als
querverlaufende Streifen über das Furnierblatt
Stürzen: verteilt sind.
Verfahren beim Zusammensetzen von Furnie-
ren, bei dem aufeinanderfolgende Furnierblätter Türenlänge:
abwechselnd mit Vorder- und Rückseite auf- Längen in Rundholz und Furnieren zwischen
geleimt werden, um eine spiegelbildliche 2,05 m und 2,40 m, die von der Türenindustrie
Abwicklung zu erhalten (siehe Kap. 3.1). benötigt werden.

T U

Taxe: Umlegen:
Preisfestlegung für einen Furnierstamm. Das Vorführen eines Stammes, bei dem dieser
Paket für Paket gezeigt wird.
Tegernseer Gebräuche:
In der Holzindustrie gebräuchliches und aner- V
kanntes Normenwerk, in dem generelle Regeln
für die Säge- und Furnierindustrie festgelegt Vermesserung:
sind (z.B. Qualitätsbezeichnungen für Schnitt- Unterschiedlich dicke Furnierblätter oder stel-
holz, Toleranzen hinsichtlich Furnierstärken lenweise verschieden dicke Furniere.
und fehlerhafter Blätter u.v.m.).
Vermesserte Blätter lassen sich nicht vermei-
Textur: den. Bis 5 % einer Furnierlieferung dürfen
Struktur und Färbung des Furnierbildes (siehe vermessert sein.
auch Maserung)
Vertikale Messermaschine:
Trägerplatte: Messermaschine, bei der die Bewegung
Das Trägermaterial, auf welches das Furnier Stamm/Messer vertikal ausgeführt wird.
aufgebracht wird.
W
Traktor-Spuren:
Typische Riegelausbildung, vor allem bei Weichholz:
Buche; wird in der Regel als qualitätsmindernd Begriff für Holz mit geringer Dichte, i..d.R. Holz
angesehen. der Nadelbäume. Es gibt aber auch weiche
Laubhölzer, wie Pappel oder Erle.
Trocknermarken:
siehe Gitterflecken Wechseldrehwuchs:
Die Holzfasern verlaufen spiralförmig um die
Stammachse, wobei sich Bänder von Jahr-
ringen abwechselnd links herum und rechts
herum um die Stammachse drehen.
Furnier im InnenausbaU 59
Glossar

Welligkeit: Z
Meistens führen Spannungen im Holz zu wel-
ligen Furnieren. Bei extremer Welligkeit kann Zähigkeit:
das Furnier beim Bügeln brechen, Bei unregelmäßig gewachsenen oder stark
unter Spannung stehenden Stämmen entste-
Wilde Maserung: hende Welligkeit der Furniere. Kann sich auch
Unregelmäßige, die Richtung wechselnde als dunklere Farbtönung entlang der Jahrringe
Maserung, die das Holz schwer bearbeitbar zeigen.
macht.
Zeichnung:
Wimmer / Wimmerwuchs: siehe Textur
quer zur Stammachse in tangentialer Richtung
liegende Bänderung mit welligem Faser- und Zerstreutporer:
Jahrringverlauf. Ergibt ein unruhiges Furnier- Laubholz mit kaum auffälligen Jahrringen
bild (vgl. Buntheit, Flocker)
Zopf:
Wurzelmaser: Oberes Ende eines Stammes (Rundholz oder
Maserstamm, bei dem die Maserausbildung Furniere).
an der Wurzel erfolgt. Die Knolle befindet sich
entweder ganz oder teilweise unter der Erde.
Wurzelmaser sind z.B.: Myrte, Nussbaum,
Ahorn, Vavona.

Yellow Gum:
Gelblich-braune Flecken bei American Black
Cherry, die als qualitätsmindernd angesehen
werden, da sie nach der Oberflächenbehand-
lung noch sichtbar sind.
60 Furnier im Innenausbau
Textquellen und weiterführende Literatur

Quellen

Textquellen und weiterführende Literatur

DIN 4079: Furniere. Dicken, Mai 1976

DIN 68330: Furniere. Begriffe, August 1976

Furnier-Magazine des DRW-Verlages, erscheint jährlich

N. N.: Fachwissen Holz, Furnier, 3. Auflage, Wiesbaden 2004, Herausgeber: GD Holz, IFN,
Wehmeyer-Fonds

N. N.: Faszination Furnier, Informationsheft der Fa. Danzer

Nutsch, W.: Fachkunde für Schreiner, Haan-Gruiten 1990, Verlag Europa-Lehrmittel

Soiné, H.: Holzwerkstoffe – Herstellung und Verarbeitung, Leinfelden-Echterdingen 1995, DRW-


Verlag

Wagenführ, R.: Holzatlas, 6. Auflage, Leipzig 2007, Fachbuchverlag Leipzig

Zimmer, D., Nentwig, A., Schwarz, G., Schweer, M., Plasberg, P., Schelper, J.: Der Becker, Form-
holz Kompendium, Brakel 2006, Herausgeber: Fritz Becker KG

Quellen

http://www.danzergroup.com

http://www.veneerwood.com

Fachwissen Holz – Furnier, Herausgeber Gesamtverband Deutscher Holzhandel e.V.

Lexikon der Holztechnik, VEB Fachbuchverlag Leipzig 1990

Die Bildquellen sind direkt unter den Abbildungen angeführt.


Furnier im InnenausbaU 61
Kurzportrait IHD und TUD

Kurzportrait IHD und TUD

Institut für Holztechnologie Dresden gemeinnützige GmbH - IHD

Das Institut für Holztechnologie Dresden unterstützt als wirtschaftsnahe Einrichtung die europäische
holzverarbeitende Industrie mit anwendungsorientierter Forschungs- und Entwicklungstätigkeit.

• Werkstoff-, Produkt- und Technologieentwicklung unter dem Gesichtspunkt der


Erhöhung der Energie- und Rohstoffeffizienz
• Rohstoffverwendung, Einsatz alternativer Materialien, Holzmodifizierung
• Entwicklung von Prüfmethoden für Produktüberwachung und Qualitätssicherung
• Grundlagenuntersuchungen in den Bereichen Holz-Biologie, -Chemie, -Physik
• Schadensanalysen, Gutachten

Ergänzend bietet die Tochtergesellschaft, die Entwicklungs- und Prüflabor Holztechnologie GmbH
akkreditierte Prüfungen, Überwachungs- und Zertifizierungsleistungen an.

Forschungsschwerpunkte:
• Entwicklung und Optimierung von Holzwerkstoffen
• Holzschutz; natürliche Bindemittel und Beschichtungsstoffe
• leichte Werkstoffe, thermische Modifizierung von Holz
• Bestimmung von Emissionen (Formaldehyd, VOC)
• Analytik und Bewertung von Holzschutzmitteln
• Biotechnologie, Diagnostik von Mikroorganismen (Pilzen, Bakterien, u.a.)

Professur für Holz- und Faserwerkstofftechnik der Technischen Universität Dresden - TUD

An der Professur für Holz- und Faserwerkstofftechnik der TU Dresden werden Studierende zu
Diplomingenieuren für Verfahrenstechnik in der Studienrichtung Holz- und Faserwerkstofftechnik
ausgebildet. Neben der Aus- und Weiterbildung von Studenten werden in der Forschung sowohl
Grundlagen als auch anwendungsnahe Problemstellungen bearbeitet. Folgende Profillinien definie-
ren die Arbeitsgebiete der Professur:

• Die Profillinie Stoffliche Grundlagen


befasst sich mit der Erforschung von Struktur-Eigenschaftsbeziehungen im Sinne einer
stofflichen Grundlagenforschung.
• Die Profillinie Werkstoffe
umfasst eine verfahrenstechnisch geprägte anwendungsnahe Forschung, in der
Naturfaser-Verbundwerkstoffe ebenso wie Leichtbauwerkstoffe mit Wabenstruktur oder
andere biologische Materialverbünde entwickelt und untersucht werden.
• Die Profillinie Be- und Verarbeitung
beschreibt eine maschinenbaulich geprägte anwendungsnahe Forschung,
wo Trenn-, Füge- und Umformtechnologien neu bzw. weiter entwickelt, aber auch neue
Bearbeitungsmethoden und Werkzeuge entwickelt werden.
• Die Profillinie Vergütung
umfasst die materialwissenschaftlich geprägte Grundlagen- und Anwendungsforschung
auf den Gebieten der thermischen, hydro-thermischen sowie biotechnologischen
Holzvergütung.
62 Furnier im Innenausbau
Impressum

Impressum

Herausgeber:

Initiative Furnier + Natur e.V. (IFN)

Autoren:

Prof. Dr.-Ing. André Wagenführ,


Technische Universität Dresden, Institut für Holz- und Papiertechnik
Dr. rer. nat. Steffen Tobisch,
Institut für Holztechnologie Dresden gemeinnützige GmbH
Dr.-Ing. Rico Emmler
Dipl.-Ing. Beate Buchelt
Dipl.-Ing. Tino Schulz

Layout:

Dipl.-Des. Winfried Hänel


Dipl.-Ing. (BA) Daniela Einer

Die technischen Informationen dieser Schrift entsprechen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung den
anerkannten Regeln der Technik.
Eine Haftung für den Inhalt kann trotz sorgfältigster Bearbeitung und Korrektur nicht übernommen
werden.

Dresden im Januar 2011