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Härterei Handbuch

Darstellung und Angaben wärmebehandelter Teile in Zeichnungen


Die Normen sind derzeit im Umbruch: Dies führt zu Zeichnungen mit älteren und neueren
Abkürzungen. Die DIN ISO 15787:2010 ersetzt die DIN 6773. Weitere Normen sind DIN 50190,
EN ISO 18265, DIN EN ISO 2639, EN ISO 6507, EN ISO 6508 und weitere Normen.
Gegenüberstellung DIN 6773 mit aktueller DIN EN ISO 15787 (Auszug):
Alt nach 6773 Benennung Kurzzeichen Benennung Bedeutung
nach 15787 nach 15787 nach 15787
Eht Einsatzhärtungstiefe CHD Case Hardening Depth Einsatzhärtungstiefe-Härtetiefe
At Aufkohlungstiefe CD Carburization Depth Aufkohlungstiefe
Rht Einhärtungstiefe SHD Surface Hardening Depth Randschichthärtungs-Härtetiefe
Nht Nitriertiefe NHD Nitriding Hardness Depth Nitrier-Härtetiefe
VS Verbindungsschichtdicke CLT Compound Layer Thickness Verbindungsschichtdicke

Unter Härten versteht man eine Wärmebehandlung durch Umwandlung oder Diffusion, damit
eine Härtezunahme des Stahls an der Oberfläche oder durchgehend erfolgt. Um diese Prozesse
sicher durchführen zu können, sind bestimmte Härteangaben notwendig, oft auch ergänzend zur
Zeichnung als Prüfvorschrift mit Angabe notwendiger Prüfpunkte.
Auf jeden Fall anzugeben und zu beachten sind:
Werkstoff, gewünschte Härte, Informationen zur Vorbearbeitung des Werkstückes bei
Anlieferung bzw. eventuelles Aufmaß oder Vorhaltmaß vor/für den Härteprozess. Hilfreich auch
der Hinweis ob das Werkstück kaltverformt, geschmiedet, geräumt, gefräst, zwischengeglüht ist.
Oberflächenhärte und generelle Angaben:
Angaben in HV, HRC, HRA, HRB...und Hinweis auf Anlassen der Teile für Endhärte.
Die Prüfmethode hängt von Härteverfahren (Einsatzhärten, Nitrieren,...)
und Werkstoffart (Stahl, Sinter, Guss, ...) ab. Sinnvolle Grenzabweichung angeben.
Bei HRC Prüfungen ist die Angabe der zulässigen Härteprüfstelle für den Eindruck
sehr wichtig, wenn diese Teile Einzelstücke sind und weiter bearbeitet werden.
Die Art, Menge und Ort der Prüfpunkte für die Messungen in HV oder HRC sollten
immer vereinbart werden, da jede Prüfstelle Aufwand und Kosten verursacht.
Bei partiellem, klassischem Härten ist der nicht zu härtende Bereich mit dem Begriff
ABDECKEN auf der Zeichnung zu vermerken.
Einhärtungstiefe (Randhärtetiefe)
Angabe: SHD Zahlenwert Grenzhärte, z.B: SHD 500 Härte
- Angabe des Nennmaßes in mm
- i.R. in HV 1 gemessen
- i.R. oder wenn keine GH angegeben: GH
SHD = 0,8 x Oberflächen-Mindesthärte
(oder Kundenvereinbarung)
Lage der Härtezone (Nennmaß)
Angabe: breite Strichpunktlinie
- sinnvolle Toleranzwerte angeben
Einhärtungstiefe Abstand von
- Übergangsbereiche liegen grundsätzlich
der Oberfläche
außerhalb des Nennmaßes
- wichtige Weichzonen sind klar zu kennzeichnen
Beispiel links:
Oberflächenhärte 620-780HV zulässig
Grenzhärte 500 HV (rund 80% von 620HV)
(induktiv) Härtetiefe 0,8 mm bis 1,6 mm zulässig
randschichtgehärtet
(620 + 160) HV30
SHD 500 = 0,8 + 0,8 mm

www.vtn-diehaerterei.de K. Hirsch
Versionsdatum : 29.03.2012 HR04-D02-HAERTEANGABEN.DOC
Quellen: VTN- Archiv Angaben ohne Gewähr

Darstellung und Angaben wärmebehandelter Teile in Zeichnungen