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JAHRESBERICHT
„Wir erkennen, dass der Kern der
Musikschularbeit nicht starr und
unveränderlich ist, sondern sich
immer wieder an gesellschaftliche
Erfordernisse anpassen kann.“
Gabriele Lösekrug-Möller MdB
Präsidentin des Landesverbandes
niedersächsischer Musikschulen
EDITORIAL

Sehr geehrte Damen und Herren, prüfenden Blick auf die eigene Haltung und unser Selbstver-
liebe Freundinnen und Freunde der Musikschulen, ständnis als Bildungsträger gestatten. Auch wenn es mitunter
Kraft kostet: Wir erreichen neue Zielgruppen und begeistern sie
wieder liegt ein ereignisreiches Jahr hinter uns, auf das wir zu- für die Musik. Unsere breitenorientierten Musikalisierungsan-
frieden und stolz zurückblicken können. Ein Jahr, das einerseits gebote laden alle Kinder ein und werden von unseren Bildungs-
viele Herausforderungen bereit hielt, Sie und uns aber auch mit partnern auch gerne angenommen. Hier gilt es, musikalisches
Bestätigung und Wertschätzung belohnt hat. Interesse bei Kindern nicht nur zu wecken, sondern es über
Jahre zu erhalten und das aktive Beschäftigen mit Musik zu
„Zukunft gestalten!“ – mit dieser Aufforderung hat der Landes- einem stärkenden und lebensbegleitenden Hobby oder gar zum
verband niedersächsischer Musikschulen selbstbewusst seinen Beruf werden zu lassen. Mit Freude sehe ich, dass viele unserer
Willen zum Aufbruch und zur Veränderung markiert. Zunächst Musikschulen erfolgversprechende Wege gefunden haben, auch
einmal galt es aber, den bisherigen Kurs zu bewerten und die sozial benachteiligte Kinder bzw. deren Eltern für eine weiter-
Ziele von Musikschulen und Verband zu hinterfragen. Die Mit- führende musikalische Ausbildung zu gewinnen.
gliederversammlung in der schönen Hansestadt Lüneburg mit
ihrer prächtig ausgestatteten Musikschule bot dazu Gelegen- Die niedersächsischen Musikschulen und ihr Landesverband
heit und auch den passenden Rahmen. tun gut daran, den Wandel bewusst zu gestalten, gleichzeitig
traditionell und modern, bodenständig und experimentierfreu-
Ich erinnere mich an ein sehr herzliches und wertschätzendes dig zu sein. Es ist mir ein persönliches Anliegen, diese wunder-
Miteinander, an spannende Themen und Vorträge, konzen- bare Entwicklung als Präsidentin weiter zu begleiten und mich
trierte und engagierte Diskussionen auf dem Podium und im mit Ihnen allen gemeinsam mutig und vertrauend den neuen
Plenum. Mutig und kritisch haben die Vertreter*innen unserer Aufgaben und damit innerem und äußerem Wachstum zu
Mitgliedsschulen Selbstverständnis und Bildungsauftrag hin- widmen.
terfragt und die Weichen für die Themen von morgen gestellt.
Ihre
Wir erkennen, dass der Kern der Musikschularbeit nicht starr
und unveränderlich ist, sondern sich immer wieder an gesell-
schaftliche Erfordernisse anpassen kann. Wir lernen, dass Gabriele Lösekrug-Möller MdB
die Bewältigung neuer Aufgaben gelingt, wenn wir Wandel Präsidentin des Landesverbandes
als natürlichen Wachstumsprozess verstehen und uns einen niedersächsischer Musikschulen
VORWORT

Liebe Leserinnen
und Leser,

mein erstes Jahr als Vorsitzende des Landesverbandes


niedersächsischer Musikschulen ist nun beinahe vorüber.
Ich habe in dieser kurzen Zeit festgestellt, dass die Leistungs-
erwartung an unsere 74 öffentlichen Musikschulen wirklich
enorm ist. Umso mehr bin ich beeindruckt von der Kreativität,
Qualität und Bandbreite der Angebote, die von unseren Lehr-
kräften, den Schulleiterkolleg*innen und den Verwaltungsmit-
arbeiter*innen tagtäglich im ganzen Land erbracht werden.

Da ich selbst Leiterin einer großen kommunalen Musikschule


bin, kenne ich die Herausforderungen, denen wir uns täglich
stellen müssen und auch den Spagat, den wir bei ihrer Bewälti-
gung leisten müssen, recht gut. Mit Engagement und Herzblut
entwickeln wir unsere musikalischen Breitenangebote und
kümmern uns gleichzeitig um unseren eigenen Berufsnach-
wuchs. Wir stellen sowohl die musikalische Teilhabe bildungs-
benachteiligter Kinder als auch die Versorgung hochbegabter
Kinder sicher. Wir bauen langfristige Bildungspartnerschaften
mit hoher organisatorischer und inhaltlicher Qualität auf
- selbstverständlich unter Berücksichtigung der Ganztags-
schulentwicklung und mit allen Auswirkungen des Wechsels
von G8 zu G9. Um neue Zielgruppen anzusprechen, setzen wir
anspruchsvolle Projekte wie z.B. „Kultur macht stark“ um, be-
mühen uns um Drittmittelakquise und meistern natürlich noch
unseren ganz normalen Unterrichtsalltag.
Dies alles erfordert unser öffentlicher Bildungsauftrag, in sind bereits gesteckt, Arbeitsgruppen wurden installiert und
dessen Erfüllung wir auch in überregionaler Hinsicht vielfach Qualifizierungsangebote konzipiert.
Spitze sind: Unser Musikalisierungsprogramm „Wir machen
die Musik!“ genießt bundesweite Anerkennung und findet in Wie Sie dem nachfolgenden Bericht entnehmen können,
Niedersachsen parteiübergreifende politische Unterstützung. können wir auf ein sehr vielfältiges Jahr zurückblicken und ich
Im Förderprogramm des Bundes „Kultur macht stark“ wurden danke allen Kolleginnen und Kollegen für ihre Mitarbeit und
niedersächsische Musikschulen gleich in mehreren Kategorien ihre Ideen, aber auch für ihren Mut, Dinge in Frage zu stellen
für ihre besonders gelungenen Projekte ausgezeichnet. und damit neue Denk- und Handlungsprozesse anzuregen. 

Natürlich läuft der Betrieb nicht immer und überall reibungs- Einen mutigen Schritt gehen wir auch mit diesem neuen Jah-
los. Oft genug stelle ich mir die Frage, wie bei all den täglichen resbericht, der Ihnen erstmals in einer kompakten Druckversion
Herausforderungen eine sinnvolle Gestaltung der Zukunft und einer ausführlichen Onlineversion zur Verfügung steht, die
überhaupt möglich sein soll. Als kreative Künstlerin wünsche Sie unter folgendem Link finden:
ich mir sehr, hier nicht zu reagieren, sondern zu agieren und
gestalten zu können. Dieses Bedürfnis, die Zukunft aktiv zu
gestalten, habe ich auch bei vielen Kolleg*innen, bei unserer www.lvnm.de/jb18
politischen Spitze sowie in Gesprächen mit Vertreter*innen

unserer Dachverbände und Ministerien wahrgenommen.
Ich wünsche Ihnen alles Gute und uns allen weiterhin viel Erfolg
Wir alle wissen, dass unsere Gesellschaft ebenso wie unse- bei der GESTALTUNG unserer gemeinsamen Zukunft.
re Aufgaben immer vielfältiger wird. Wir wissen auch, dass
Medien eine immer größere Rolle in unserem Leben spielen
und dass sich die digitale Welt in einem bisher nicht gekann- Ihre
ten Tempo entwickeln wird. Auch hier sehen wir uns in der
Verantwortung. Im kommenden Jahr werden wir uns verstärkt
den Themen Kulturelle Diversität und Inklusion, Förderung von Sigrid Neugebauer-Schettler
Begabungen und Digitalisierung mit ihren Auswirkungen auf Vorsitzende des Landesverbandes
unsere Musikschularbeit zuwenden. Erste Eckpfeiler hierfür niedersächsischer Musikschulen
INHALT

DER LANDESVERBAND 08

AKTIVITÄTEN 14

DATEN & FAKTEN 28

LANDESFÖRDERUNG 30

WIR MACHEN DIE MUSIK! 35

QUALIFIZIERUNG 40

AUS DEN MUSIKSCHULEN 44

IMPRESSUM 50

Ausführlichere Inhalte finden Sie in der


Onlineversion des Jahresberichts unter
www.lvnm.de/jb18

„Unsere Musikschule sehe ich als
Beitrag zur kulturellen Grundbildung.
Auch in wirtschaftlich problematischen
Zeiten haben wir nie darüber nachge-
dacht, die Musikschule zu schließen
oder zu privatisieren.“
Ulrich Mädge
Oberbürgermeister der Hansestadt Lüneburg
und Präsident des Niedersächsischen Städtetages
DER LANDESVERBAND

Aufgaben Der Landesverband arbeitet eng mit folgenden Behörden,


Verbänden und Einrichtungen zusammen:

Der Landesverband niedersächsischer Musikschulen e.V. ist • Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft
Fach- und Trägerverband von 75 Musikschulen, die Mitglied im und Kultur
Verband deutscher Musikschulen e.V. (VdM) sind. Der Landes- • Niedersächsisches Kultusministerium
verband erstrebt ein Zusammenwirken aller für die Einrichtung, • Landesmusikrat Niedersachsen e.V.
Unterhaltung und Förderung von Musikschulen tätigen Kräfte. und Mitgliedsverbände
• Landesvereinigung kulturelle Jugendbildung
Der Landesverband trägt durch die Zusammenarbeit mit allen Niedersachsen e.V. und Mitgliedsverbände
Institutionen, Organisationen und Akteuren des Musiklebens • Musikland Niedersachsen gGmbH
maßgeblich zur Förderung des instrumentalen und vokalen • Niedersächsischer Städtetag
Musizierens und der Musikerziehung im Bundesland bei. Die • Niedersächsischer Landkreistag
Entwicklung von inhaltlichen, pädagogischen und organisatori- • Niedersächsischer Städte- und Gemeindebund
schen Rahmenrichtlinien und Konzepten, die Mitarbeiter- und • Arbeitskreis niedersächsische Kulturverbände (akku)
Führungskräftequalifizierung, die Konzeption und Durchfüh- • Hochschulen und Ausbildungsstätten
rung von Projekten, Förderprogrammen und Fachtagungen sind (Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover;
wichtige Felder, in denen der Landesverband niedersächsischer Hochschule Osnabrück, Institut für Musik;
Musikschulen die Qualitätsentwicklung an den Musikschulen Carl-v. Ossietzki Universität Oldenburg u.a.)
und der niedersächsischen Musiklandschaft unterstützt. • Landesmusikakademie Niedersachsen
• Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel
Weitere Aufgaben sind die Information der Öffentlichkeit sowie • Stiftungen (Niedersächsische Sparkassenstiftung,
die Beratung der Musikschulträger und des Landes. Im Auftrag Stiftung Niedersachsen u.a.)
des Landes leitet der Landesverband Fördermittel an an- • Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung (AEWB)
spruchsberechtigte Musikschulen weiter. • Niedersächsisches Institut für frühkindliche Bildung und
Entwicklung (NifBE)
Zur Erfüllung der satzungsmäßigen Aufgaben wird der Lan-
desverband vom Land Niedersachsen mit einer Finanzhilfe
gefördert.

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Verbandsführung
Präsidentin
Gabriele Lösekrug-Möller MdB
Parlamentarische Staatssekretärin
im Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Geschäftsführender Vorstand Regionalsprecher*innen


Johannes Münter / Vorsitzender (bis 12.05.2017) Holger Denckmann / Region Weser-Ems (ab 12.05.2017)
stv. Leiter der Kreismusikschule Diepholz Leiter der Musikschule der Stadt Oldenburg
Sigrid Neugebauer-Schettler / Vorsitzende (ab 12.05.2017) Katharina Busmann / Region Braunschweig
Leiterin der Musik- und Kunstschule Osnabrück Leiterin der Kreismusikschule Goslar
Daniel Keding / stv. Vorsitzender (ab 12.05.2017) Martina Zimmermann / Region Hannover
Leiter der Städtischen Musikschule Braunschweig Leiterin der Musikschule Hemmingen e.V.
Michael Ränger / Beisitzer Ulrike Petritzki / Region Lüneburg
Leiter der Musikschule Seevetal e.V. Leiterin der Musikschule des Landkreises Verden
Arndt Jubal Mehring / Beisitzer
Leiter der Musikschule Bad Pyrmont e.V. Vertreter*innen der Kommunalen
Martin Nieswandt / Beisitzer (ab 12.05.2017) Spitzenverbände Niedersachsens
Direktor der Musikschule des Emslandes e.V. Christiane Cordes / Niedersächsischer Städtetag
Leiterin des Kulturamtes der Stadt Oldenburg
Erweiterter Vorstand Regine Körner / Niedersächsischer Landkreistag
Der Erweiterte Vorstand setzt sich aus den Mitgliedern des Erste Kreisrätin des Landkreises Goslar
Geschäftsführenden Vorstandes, den Regionalsprecher*innen Birgit Dieckhoff-Hübinger / Niedersächsischer Städte- und
sowie den Vertreter*innen der Kommunalen Spitzenverbände Gemeindebund, Bürgermeisterin der Gemeinde Diekholzen
und des Landeselternbeirates zusammen.

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DER LANDESVERBAND

Geschäftsstelle Vernetzung
Die Geschäftsstelle des Landesverbandes niedersächsischer Mitgliedschaften
Musikschulen hat ihren Sitz im Haus des Niedersächsischen Der Landesverband niedersächsischer Musikschulen ist
Städte- und Gemeindebundes in der niedersächsischen Mitglied im Verband deutscher Musikschulen e.V. (VdM), im
Landeshauptstadt Hannover. Der Landesverband bildet eine Landesmusikrat Niedersachsen e.V. (LMR), in der Landesver-
Bürogemeinschaft mit dem Landesverband der Kunstschulen einigung kulturelle Jugendbildung Niedersachsen e.V. (LKJ), im
Niedersachsen e.V., dem Landesmusikrat Niedersachsen, dem Arbeitskreis der Kulturverbände in Niedersachsen (AKKU) und
Bundesverband Musikunterricht – Landesverband Niedersach- im Kommunalen Arbeitgeberverband Niedersachsen (KAV)
sen (BMU) und der Bundesarbeitsgemeinschaft Zirkus.
Vernetzt in Niedersachsen
Mitarbeiter*innen der Geschäftsstelle Der Landesverband steht darüber hinaus in einem regelmä-
Klaus Bredl, Geschäftsführung ßigen und intensiven Austausch mit dem Ministerium für
Sylvia Stamm, Sekretariat Wissenschaft und Kultur, dem Niedersächsischen Kultusminis-
Katrin Schulze, Buchhaltung terium, der Musikland Niedersachsen gGmbH, den Abgeordne-
Christopher Nimz, Projektmanagement „Wir machen die Musik!“ ten des niedersächsischen Landtags sowie weiteren Vertretern
Niklas Perk, Projektmanagement „Musikalisch kulturelle Bil- von Verbänden, Einrichtungen und Akteuren des Musiklebens,
dung in der Kita (MuBiKi)“, Fortbildung und Qualifizierung Kulturverbänden, Hochschulen, Akademien und Ausbildungs-
stätten für Musikberufe und Stiftungen.

Arbeitsgruppen und Ausschüsse


Der Landesverband vertritt die Interessen der niedersächsi-
schen Musikschulen in allen kultur- und bildungspolitischen
Belangen. Er fördert und fordert Musikschularbeit mit Qualität
und unterstützt die Musikschulen durch Beratung, Qualifizie-
rung und Vernetzung. Zur Wahrnehmung der vielfältigen Auf-
gaben engagieren sich neben den Mitgliedern des Verbands-
v.l. Katrin Schulze, Klaus Bredl, Sylvia Stamm Christopher Nimz, Niklas Perk vorstandes viele weitere Vertreter*innen der Musikschulen

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auf ehrenamtlicher Basis in verschiedenen Gremien und
Arbeitsgruppen.

Zusammenarbeit mit dem Landesmusikrat Niedersachsen


Ausschüsse und Fachgremien sind ein wichtiges Element in
der musikpolitischen Arbeit des Landesmusikrates. Sie ana-
lysieren die gegenwärtige musikalische Situation in Nieder-
sachsen und geben Ideen und Anregungen, um die einzelnen
Fachbereiche zu unterstützen, zu fördern und nachhaltig
weiterzuentwickeln. Der Landesverband niedersächsischer
Musikschulen ist in folgenden Landesausschüssen (LA) und
Fachkommissionen (FK) vertreten:

• Schule und Begabtenförderung, Aus- und Weiterbildung (LA) • Jugend Musiziert (LA)
Ulrich Bernert (Stiftung Jugend musiziert, Musikschule Ulrich Bernert (Musikschule Laatzen)
Laatzen e.V.) / Sigrid Neugebauer-Schettler (Musik- und Gerd Baumgarten (Musikschule Lüchow-Dannenberg)
Kunstschule der Stadt Osnabrück) / Klaus Bredl • Instrumental (LA)
(Geschäftsführer des Landesverbandes) Gerd Baumgarten (Musikschule Lüchow-Dannenberg)
• Interkultur und Musik (LA) • Landesbegegnung Jugend jazzt (FK)
Johannes Münter (Kreismusikschule des Landkreises Michael Gudenkauf (Kreismusikschule Cloppenburg)
Diepholz) • Hauptsache:Musik Niedersachsen (FK)
• Jazz (LA) Daniel Keding (Städtische Musikschule Braunschweig)
Thomas Zander (Musikschule der Landeshauptstadt
Hannover)
• Rock-Pop (LA)
Claas Henning-Dörries (Musik- und Kunstschule der
Stadt Osnabrück)
• Neue Musik (LA)
Arndt Jubal Mehring (Musikschule Bad Pyrmont e.V.)

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„Die Leistungserwartungen an
unsere öffentlichen Musikschulen
sind enorm. Umso mehr bin ich
beeindruckt von der Kreativität,
Qualität und Bandbreite der Ange-
bote, die von unseren Lehrkräften,
den Schulleitungen und den Ver-
waltungsmitarbeitern tagtäglich
im ganzen Land erbracht werden.“
Sigrid Neugebauer-Schettler
Vorsitzende des Landesverbandes
niedersächsischer Musikschulen

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AKTIVITÄTEN

Arbeitsschwerpunkte 2017 Musikalisierungsprogramm „Wir machen die Musik!“


Ausgelöst von einem Antrag der CDU-Landtagsfraktion spra-
chen sich die Abgeordneten des Niedersächsischen Landtags
Pflege politischer Kontakte parteiübergreifend für eine Weiterführung des niedersäch-
Auch im vergangenen Jahr setzte der Landesverband den sischen Musikalisierungsprogramms aus. Die Erhöhung der
kontinuierlichen Austausch mit den Abgeordneten der im Landesmittel für das Programm um 300.000 Euro ist Zeichen
niedersächsischen Landtag vertretenen Parteien fort. Der Lan- der Wertschätzung der Musikschularbeit und nicht zuletzt
desverband informiert die Politik dabei über Ziele, Erfolge und auch ein Erfolg der Arbeit des Landesverbandes. In Kooperation
erforderliche Rahmenbedingungen für gelingende musikalische mit der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover
Bildung und weist auf konkrete Unterstützungsbedarfe hin. veranstaltete der Landesverband den Fachtag „Musik in der
Kita“, der zahlreiche zukunftsweisende Workshopangebote und
Vernetzung Austauschforen für die über 150 teilnehmenden EMP-Lehr-
Der Landesverband ist auf vielfältige Weise und umfang- kräfte beinhaltete. Um das Programm inhaltlich zu entwickeln
reich mit weiteren Verbänden und Akteuren der kulturellen und regional zu etablieren erarbeitete der Landesverband in
Bildungslandschaft Niedersachsens vernetzt. Vertreter des Abstimmung mit dem Niedersächsischen Ministerium für
Landesverbandes sind maßgeblich bei inhaltlichen Diskussio- Wissenschaft und Kultur einen Entwicklungsplan. Der Plan hat
nen der regelmäßig tagenden Fachausschüsse des Landesmu- zum Ziel, die Programmqualität auf mehreren Ebenen zu er-
sikrats Niedersachsen sowie Fachkommissionen des Nieder- höhen (Kooperationsqualität, Regionale Entwicklungsplanung,
sächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur sowie Marketing und Öffentlichkeitsarbeit). Ein Schwerpunkt wird
des Niedersächsischen Kultusministeriums eingebunden. Eine auf die Entwicklung geeigneter Qualifizierungsangebote für die
besonders intensive Zusammenarbeit erfolgt innerhalb des eingebundenen Lehrkräfte liegen. Insbesondere ist beabsich-
Arbeitskreises niedersächsischer Kulturverbände (akku), der tigt, das Programm noch stärker an die Herausforderungen der
von Kulturpolitikern aller Fraktionen als wichtiges Sprachrohr zunehmenden gesellschaftlichen Diversität auszurichten.
für die Interessen der Kulturschaffenden Niedersachsens
wahrgenommen wird und deshalb eine wichtige Funktion bei Kongress „Mehr Zeit für Musik 2.0“
der Entwicklung kulturpolitischer Schwerpunktsetzungen des Der vom Landesmusikrat Niedersachsen veranstaltete Kon-
Landes hat. Als Zeichen der Anerkennung hat die Regierungs- gress behandelte viele für die Bildungsarbeit der niedersächsi-
koalition im vergangenen Jahr die institutionelle Förderung der schen Musikschulen drängende Fragen. Breiten Raum nahmen
Kulturverbände um 15% erhöht. Fragen zu Kooperationen mit Schulen ein. Der Landesverband

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war als Veranstaltungspartner intensiv in die inhaltliche
Planung und Umsetzung der verschiedenen Panels eingebun-
den. So wurden unter der Federführung des Landesverbandes
innovative zukunftsweisende Modelle für eine gelingende
Zusammenarbeit wie z.B. das sog. „Drehtürmodell“ präsentiert
und diskutiert.

Vorbereitung und Durchführung der Mitgliederversammlung


Die Mitgliederversammlung und Jahrestagung des Landes-
verbandes fand am 12./13.05.17 unter der programmatischen
Überschrift „Zukunft gestalten!“ in der Hansestadt Lüneburg
statt. Besondere Beachtung fand die Vorstellung von För-
derprogrammen des Landes zur Unterstützung geflüchteter
Musiker durch Vertreter der Musikland Niedersachsen gGm-
bH/welcome board und des Niedersächsischen Ministeriums
für Wissenschaft und Kultur. Zum zentralen Tagungsthema
„Zukunft gestalten!“ setzten sich die Tagungsteilnehmer unter
Moderation von Stefan Thessenvitz mit zukunftsweisenden
Fragestellungen auseinander: Wofür stehen die öffentlichen
Musikschulen vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen
Wandels und inwieweit hat sich der öffentliche Bildungsauf-
trag verändert? Wie wirken sich die Forderungen nach Teilhabe
und Integration auf das Angebotsprofil und Selbstverständnis
der Musikschulen aus? Wie lassen sich alte und neue Aufga-
ben mit den Grundwerten musikalischer Bildung vereinbaren
und wie gelingt es den Musikschulen, die Qualität ihrer Arbeit
beständig zu gewährleisten? Nicht zuletzt: Welches Marketing-
konzept ist notwendig, um unter veränderten Rahmenbedin-
gungen die gesetzten Ziele erreichen zu können? Vorträge und

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AKTIVITÄTEN

Arbeitsgruppenphasen mit abschließender Podiumsdiskussion


lieferten hierzu nützliche Erkenntnisse zur Standortbestim-
mung und Klärung von Zukunftsaufgaben.

Neuordnung der Verbandsführung


Die Präsidentin des Landesverbandes, Gabriele Lösekrug-Möl-
ler MdB, wurde im Mai 2017 von der Mitgliederversammlung
einstimmig für weitere drei Jahre in ihrem Spitzenamt bestä-
tigt. In ihrer Rede stellte Frau Lösekrug-Möller die vielfältigen
Bezüge der Musikschularbeit zu aktuellen gesellschaftlichen
Anforderungen dar. So entstünden gerade im Kontext zuneh-
mender Diversität neue Chancen und Herausforderungen für
die musikalische Bildung, denen die niedersächsischen Musik-
schulen zuversichtlich entgegensehen könnten. Nach langjäh- Kulturelle Integration geflüchteter Menschen
rigem ehrenamtlichem Engagement für den Landesverband Unter Beteiligung des Landesverbandes entwickelte das
niedersächsischer Musikschulen, davon die letzten vier Jahre Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur
als Vorsitzender, wurde Johannes Münter von der Verbands- (MWK) mit dem Sonderprogramm zur kulturellen Integration
versammlung mit großem Applaus verabschiedet. Johannes von Menschen mit Fluchterfahrungen die gesellschaftliche
Münter trat aufgrund seiner Wahl zum Präsidenten des Lan- Teilhabe und den Umgang mit Diversität in den Bereichen
desmusikrats Niedersachsen von seinem Vorstandsamt zu- Kunst und Kultur weiter. Dabei geht es vor allem darum, die
rück. Als neue Vorsitzende wurde die bisherige stellvertretende Akteure unterschiedlicher Herkunft besser zu vernetzen und
Vorsitzende Sigrid Neugebauer-Schettler einstimmig bestätigt. innovative Vermittlungsformate zu entwickeln. Die Angebote
Daniel Keding übernahm die Funktion des stellvertretenden sollen Geflüchteten einen leichten Zugang zu Kunst und Kultur
Vorsitzenden und Martin Nieswandt rückte als Beisitzer in den ermöglichen. Durch die Vermittlung von Arbeitsangeboten,
Geschäftsführenden Vorstand auf. Sigrid Neugebauer-Schettler Stipendien bzw. Volontariaten soll Menschen mit Fluchterfah-
wurde zudem von der Bundesversammlung in den VdM-Bun- rungen zudem der Zugang ins Berufsleben erleichtert werden.
desvorstand gewählt. Kultur- und Bildungseinrichtungen wurden ermutigt, diese
Förderangebote zu nutzen, um diese Zielgruppe in ihre Arbeit
einbinden und mit weiteren Akteuren zu vernetzen.

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Fortbildungsprogramm VdM-Musikschulen in Braunschweig, Hildesheim, Oldenburg,
Rund 200 Lehrkräfte an Musikschulen, Führungs- und Verwal- Osnabrück und Stade zusätzliche Förderangebote. Im Rahmen
tungskräfte sowie Musiklehrkräfte allgemeinbildender Schulen eines Festaktes würdigten die Präsidentin der HMTM, Prof. Dr.
und Erzieher*innen nutzten das praxisnah und vielfältig Susanne Rode-Breymann, sowie Vertreter des Kultusministeri-
gestaltete Fortbildungsprogramm des Landesverbandes zur ums die erfolgreiche Arbeit.
fachlichen Weiterbildung. Ein modular aufgebautes Angebot
des Landesverbandes zum Thema „Vielfalt und Inklusion“ fand Projektentwicklung: Mit den Künsten sprechen lernen
großen Zuspruch und wird 2018 fortgesetzt. Gemeinsam mit der Niedersächsischen Agentur für Erwachse-
nen- und Weiterbildung, dem Landesverband der Kunstschulen
Hochbegabtenförderung VIFF-regional und dem Landesverband Theaterpädagogik entwickelte der
Im Rahmen eines öffentlichen Festaktes feierten das Insti- Landesverband einen Förderantrag zur Unterstützung des
tut zur Frühförderung musikalisch Hochbegabter (IFF) an der Erwerbs der deutschen Sprache im Kontext von Sprachförder-
Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (HMTM) maßnahmen. Im Rahmen eines Modellprojektes soll erprobt
und der Landesverband das 10-jährige Jubiläum des gemein- werden, ob durch das Ineinandergreifen von Sprachvermittlung
samen Programms „VIFF-regional“. Gefördert mit Mitteln und kultureller Bildung die Sprachbildung in den Basissprach-
des Niedersächsischen Kultusministeriums erhalten jährlich kursen des Landes schneller, intensiver und nachhaltiger
rund 60 besonders begabte Kinder im Grundschulalter an den erfolgt, unter welchen Bedingungen die Künste einer Sprach-
bildung zuträglich sind und welche Bedeutung die künst-
lerischen Disziplinen im Kontext der Sprachbildung haben.
Ausgehend von Maßnahmen zum Spracherwerb (Deutsch) von
Geflüchteten (Basissprachkurse), die an den Niedersächsischen
Erwachsenenbildungseinrichtungen angeboten werden, ist
beabsichtigt, im Rahmen des Modellprojektes die Lerninhal-
te der Sprachbildung durch eine kulturelle Bildungspraxis zu
erweitern. Der Förderantrag für dieses Verbundprojekt wurde
beim Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und
Kultur eingereicht.

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AKTIVITÄTEN

Musikalische Bildung in Kindertageseinrichtungen (MuBiKi) Beratung und Unterstützung der Träger


Im Sommer konnte das im Verbund mit der Carl von Ossietz- Auf Wunsch der Musikschulträger hat der Landesverband
ky Universität Oldenburg durchgeführte Modellvorhaben individuelle Strukturentwicklungsprozesse der Musikschulen in
„Musikalische Bildung in Kindertageseinrichtungen“ (MuBiKi) Einbeck, Leer und Göttingen begleitet.
erfolgreich abgeschlossen werden. Der Landesverband führte
von 2015 bis 2017 unter der Leitung von Prof. Jule Greiner und Die Mendelssohn Musikschule Einbeck e.V. befindet sich in
Prof. Tamara McCall (beide Hochschule Osnabrück/Institut einer umfassenden Restrukturierungsphase, deren besondere
für Musik) zwei berufsbegleitende Lehrgänge für Kunst- und Schwierigkeit im ausgabenlimitierenden Entschuldungsvertrag
Kulturschaffende im Tandem mit Erzieherinnen durch. Rund 30 zwischen der Stadt Einbeck und dem Land Niedersachen be-
Teilnehmende wurden für die Durchführung von Musikvermitt- gründet liegt. Der Landesverband hat die Musikschule erfolg-
lungsprojekten in Kitas qualifiziert. Im Rahmen einer Transfer- reich beim Wiederaufnahmeverfahren in den VdM unterstützt
konferenz in Berlin wurde „MuBiKi“ vom Bundesministerium und begleitet Schulleitung und Vorstand seitdem vor allem in
für Bildung und Forschung als eines von vierzehn Projekten, die Fragen der strategischen Vernetzung in der Region.
im Schwerpunkt „Weiterbildung für Kunst- und Kulturschaffen-
de“ gefördert wurden, präsentiert. Die Kreismusikschule Leer befindet sich in einem umfassenden
Organisationsentwicklungsprozess. Ziele sind u.a., die Anzahl der
Einrichtung von Facharbeitsgruppen fest angestellten Lehrkräfte signifikant zu steigern sowie verän-
Der Vorstand des Landesverbandes hat vier Arbeitsgruppen derte vertragliche Grundlagen für die Organisation und Durch-
eingerichtet, um konkrete Schwerpunktthemen des Verbandes führung der vielfältigen Unterrichtsangebote zu schaffen. Der
zu benennen und voranzutreiben: Landesverband ist hier auf Wunsch des Trägers beratend tätig.
• Diversität und Inklusion
Leitung: Sigrid Neugebauer-Schettler Nach der Fusion der ehemaligen Landkreise Göttingen und
• Individual- und Begabungsförderung Osterode wurde die Kreismusikschule in der KVHS Südnieder-
Leitung: Daniel Keding sachsen gegründet. Zur Koordination der komplexen Anpas-
• Digitaler Wandel sungsprozesse und zur Schaffung einer stabilen Organisati-
Leitung: Holger Denckmann onsstruktur hat der Landesverband auf Bitten des Landkreises
• Profilbildung „Wir machen die Musik!“ eine kompetente Interimsschulleitung vermittelt und begleitet
Leitung: Martin Nieswandt den Entwicklungsprozess.

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AKTIVITÄTEN

Mitgliederversammlung 2017 Regelung erfuhr ebenso wie die Zahlung einer pauschalen Aus-
gleichszahlung an den Träger derjenigen Musikschule, die den/
die Vorsitzende des Landesverbandes entsendet, mehrheitliche
Die Delegierten der 74 öffentlichen Musikschulen trafen am 12. Zustimmung.
und 13. Mai 2017 in der Hansestadt Lüneburg zu ihrer jährli-
chen Mitgliederversammlung und Jahrestagung zusammen. Zu Beginn des öffentlichen Teils der Veranstaltung am Nach-
Die programmatische Überschrift „Zukunft gestalten!“ bot mittag beeindruckte die Musikschule der Hansestadt Lüneburg
reichlich Gelegenheit, sich mit ganz unterschiedlichen Themen die Tagungsteilnehmer mit hervorragenden Programmbeiträ-
der verbandlichen und musikschulischen Arbeit auseinander- gen des Saxophon- und Harfenquartetts. Das „Projektensem-
zusetzen. ble Mosaik“ unter der Leitung von Kathy Nierenz vermittelte in
seiner Performance durch die choreografische Verflechtung von
Zukunftsweisende Weichenstellungen erfolgten gleich zu Musik und Tanz ungewohnte und spannende Dimensionen der
Beginn der Tagung: Gabriele Lösekrug-Möller MdB, seit drei künstlerischen Präsentation.
Jahren bereits mit viel Engagement und persönlichem Herzblut
als Präsidentin an der Spitze des Verbandes stehend, wurde Am Beispiel der Musikschule zeichnete Lüneburgs Oberbür-
einstimmig in dieser Funktion bestätigt. Ihr zur Seite steht germeister Ulrich Mädge in seinem Begrüßsvortrag ein an den
nun Sigrid Neugebauer-Schettler (Leiterin der städtischen Bedürfnissen der gesamten Stadtgesellschaft ausgerichtetes
Musik- und Kunstschule Osnabrück), die als neue Vorsitzende und geradezu vorbildliches Kultur- und Bildungskonzept der
des Landesverbandes dem bisherigen Amtsinhaber Johannes Hansestadt. Das imposante neue Musikschulgebäude - in un-
Münter nachfolgt. Johannes Münter wurde wenige Tage zuvor mittelbarer Nachbarschaft zum städtischen Theater und einem
zum Präsidenten des Landesmusikrats Niedersachsen gewählt Ganztagsschulzentrum gelegen - hat sich in kürzester Zeit zu
und stellte aus diesem Grund sein Spitzenamt zur Verfügung. einem attraktiven und etablierten kulturellen Begegnungszent-
Die Mitgliederversammlung dankte ihm ebenso wie seine rum entwickelt, das beständig wichtige Impulse in die Stadt-
Vorstandskolleg*innen für sein langjähriges ehrenamtliches gesellschaft hinein sendet. Begleitend dazu veranschaulichte
Engagement und für die gute kollegiale Zusammenarbeit. Als Musikschuldirektor Ulrich Petersen in einer unterhaltsamen
letzten Akt seiner Vorstandstätigkeit erläuterte Johannes Mün- Zeitreise das sich über die Jahre entwickelnde Qualitätsver-
ter die Beschlussvorlage, den Mitgliedern des Geschäftsführen- ständnis der Musikschule, die zu den ältesten Einrichtungen
den Vorstands künftig eine steuerfreie Vergütung im Rahmen Niedersachsens zählt und in 2017 ihr 50-jähriges Jubiläum
der sogenannten Ehrenamtspauschale zu gewähren. Diese feiern konnte.

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dem Geschäftsführer der Musikland Niedersachsen gGmbH,
ausführlich erläutert wurden und bei den Tagungsteilnehmern
auch großes Interesse auslösten. Die Förderangebote des
Landes verfolgen u.a. das Ziel, geflüchteten Musikschaffen-
den eine berufliche Perspektive z.B. an einer Musikschule zu
ermöglichen. In diesem Kontext wurde den Musikschulver-
tretern nahegelegt, das „welcome board“, eine von Musikland
Niedersachsen gegründete Plattform für die Akkreditierung
Gabriele Lösekrug-Möller MdB und Sigrid Neugebauer-Schettler und Vermittlung zugewanderter Musiker, als zentralen Ort für
individuelle Information, Kontakt und Austausch zu nutzen.
Ein wichtiges Thema der Tagung war die qualitative Entwick-
lung des niedersächsischen Musikalisierungsprogramms „Wir Über solche konkreten Themen hinaus beschäftigten sich die
machen die Musik!“, auf das auch die angereisten Abgeordne- Verbandsmitglieder auch intensiv mit strategischen Fragen
ten des niedersächsischen Landtags in ihren Grußworten an- der eigenen Zukunftsgestaltung. Das zentrale Tagungsthema
erkennend zu sprechen kamen. Andrea Schröder-Ehlers (SPD), „Zukunft gestalten!“ erhielt durch Vortrag und Moderation
Volker Bajus (B90/Die Grünen) und Jörg Hillmer (CDU) drückten von Stefan Thessenvitz besondere Impulse. Auch die folgende
den Musikschulen und ihrem Verband ihre große Wertschät- Arbeitsgruppenphase mit abschließender Podiumsdiskussion
zung und Verbundenheit aus. Parteiübergreifend sagten lieferte mit Blick auf die Herausforderungen von Diversität und
sie den Musikschulen und ihrem Landesverband ihre volle Digitalisierung nützliche Erkenntnisse zur Standortbestim-
Unterstützung zu, insbesondere hinsichtlich der inhaltlichen mung und Klärung von Zukunftsaufgaben.
Weiterentwicklung der wertvollen und politisch gewünschten
Breitenarbeit. Die Diskussion zu Zukunftsthemen hätten wohl keinen bes-
seren Ort als Lüneburg finden können, einer Stadt, in der die
Darüber, dass Musik eine wichtige Hilfe bei gesellschaftli- Pflege von traditionellem Kulturgut ganz augenscheinlich mit
chen Integrationsaufgaben sein kann, besteht weitgehend Innovationsgeist sowohl in künstlerischer als auch in techni-
Konsens. Um geflüchtete Menschen entsprechend unter- scher und architektonischer Hinsicht einhergeht. Ein großer
stützen zu können, hat das Niedersächsische Ministerium für Dank an die Musikschule, allen voran an das Leitungsteam
Wissenschaft und Kultur neue Förderprogramme aufgelegt, Ulrich Petersen und Lothar Nierenz sowie ihre vielen helfenden
die von Musikreferentin Nikola Pfaff und von Markus Lüdke, Mitarbeitern!

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AKTIVITÄTEN

Musikschulen und Kulturelle Diversität spielt als Werte vermittelndes Thema


schon lange eine große Rolle im Selbstverständnis und in der
kulturelle Diversität Arbeit von Musikschulen. Die Wertschätzung von Vielfalt im
Inklusions- und Integrationsprozess an den Einrichtungen
ist geprägt durch einen hohen fachlichen und pädagogischen
Kunst und Kultur sind in besonderer Weise geeignet, Brücken Anspruch. Sie drückt sich in der Auseinandersetzung mit den
in unsere Gesellschaft zu bauen. Sie befördern den Austausch verschiedenen Kulturen und den individuellen und gemein-
zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund. In schaftlichen Zielen ihrer Nutzer aus.
Niedersachsen finden derzeit bereits viele gute Projekte statt,
die deutlich machen, wie sehr Kunst und Kultur in ihren Spar-
ten, aber auch spartenübergreifend, professionell und ehren-
amtlich, geeignet sind, Austausch und Teilhabe voranzutreiben.

Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur


(MWK) stellt aus diesem Grund für 2017 und 2018 Fördermittel
für kulturelle Vorhaben im Bereich der Integration bereit. Geför-
dert werden Projekte in Kultureinrichtungen und Kulturverbän-
den zur Förderung der kulturellen Teilhabe von Geflüchteten,
Praktika und Volontariate/Stipendien sowie das Freiwillige So-
ziale Jahr (FSJ) Kultur im Kontext der Integration Geflüchteter.
Der Landesverband niedersächsischer Musikschulen ist als
Teil des Netzwerks niedersächsischer Kultureinrichtungen und
Kulturverbände in die Entwicklung und Diskussion geeigneter
Förderformate eingebunden. Hierzu dient ein regelmäßiger
jour fixe, der unter Federführung des MWK einberufen wird und
sich mittlerweile als wichtige Austauschplattform etablieren
konnte.

22
Der Landesverband niedersächsischer Musikschulen unter-
stützt die Arbeit der Musikschulen durch

• Fachimpulse und Beratung


• Information über Fördermaßnahmen
• Projektentwicklungen und -dokumentationen
• Öffentlichkeitsarbeit
• politischen Diskurs
• spezielle Fortbildungs- und Qualifizierungsangebote

Unter der Leitung der Verbandsvorsitzenden Sigrid Neuge-


bauer-Schettler hat der Landesverband eine spezielle Arbeits-
gruppe „Kulturelle Diversität“ gegründet. Diese Arbeitsgruppe
hat sich zum Ziel gesetzt, die Auswirkungen zunehmender
gesellschaftlichen Diversität auf die Musikschulen zu unter-
suchen und konkrete Handlungsfelder zu identifizieren, um ist eine wesentliche Form des persönlichen Ausdrucks. Im Zu-
die Einrichtungen in den notwendigen Entwicklungsprozessen sammenwirken von Sprachförderung und kultureller Bildung
bestmöglichst unterstützen zu können. In Abstimmung mit geschieht Lernen mit allen Sinnen unter Beteiligung von Kopf,
dem MWK soll auch das vom Landesverband betreute nie- Körper und Herz. In der Sprachbildung kann daher die künst-
dersächsische Musikalisierungsprogramm „Wir machen die lerische Beschäftigung als Anlass, Anregung und Ausdruck
Musik!“ noch stärker den Herausforderungen gesellschaftli- den Aneignungsprozess von Sprache fördern. Denn auch die
cher Diversität gerecht werden. Hierzu wurden in einem ge- Künste sind Mittel und Anlass zur Kommunikation. Gemein-
meinsam von Verband und Ministerium festgelegten Entwick- sam mit der Agentur für Erwachsenenbildung (AEWB), dem
lungsplan entsprechende Ziele und Eckpunkte festgelegt. Landesverband der Kunstschulen und dem Landesverband für
Theaterpädagogik hat der Landesverband niedersächsischer
Mit den Künsten sprechen lernen Musikschulen in 2017 eine Projektskizze erarbeitet und dem
Sprachbildung geschieht zwar durch Aneignung von Sprach- MWK als Fördermaßnahme vorgeschlagen. Ziel ist es, Sprach-
kenntnissen, vorrangig aber durch gelebte Kommunikation. kurse, die sich an Menschen mit Fluchterfahrung richten,
Sprechen ereignet sich vor allem im sozialen Austausch und mittels kultureller Bildungspraxis zu erweitern.

23
AKTIVITÄTEN

VIFF-regional
Mit dem Institut zur Früh-Förderung musikalisch Hochbegab-
ter (IFF) hat sich an der Hochschule für Musik, Theater und Me-
dien Hannover seit dem Jahr 2000 ein bundesweit einzigartiges
Erfolgsmodell zur Frühförderung musikalisch besonders be-
gabter Kinder und Jugendlicher etabliert. Ziel ist es, Kinder und
Jugendliche, die ein überdurchschnittlich hohes musikalisches rund 60 Kinder optimal und wohnortnah in ihrer individuellen
Potenzial erkennen lassen, systematisch in ihrer musikalischen musikalischen Entwicklung. Begleitend zum Instrumentalun-
Entwicklung zu fördern. Im Jahr 2007 wurde das Unterrichts- terricht, der natürlich auch musikschulextern erfolgen kann,
und Fördermodell der Vorklasse (VIFF) in enger Zusammenar- erhalten die Kinder zusätzlichen Unterricht in den Bereichen
beit mit dem Landesverband niedersächsischer Musikschulen Gehörbildung, Musiktheorie und Rhythmusschulung. Hinzu
als Projekt VIFF-regional erweitert und mit Förderung durch kommen ergänzende Unterrichtsangebote für Singen, Ensem-
das Niedersächsische Kultusministerium auf VdM-Partnermu- blespiel sowie Musik und Bewegung. Aufgrund der Förderung
sikschulen in den Regionen Niedersachsens übertragen. des Landes Niedersachsen ist die Teilnahme am Projekt zu
besonders günstigen Konditionen möglich.
Die öffentlichen Musikschulen in Braunschweig, Hildesheim,
Oldenburg, Osnabrück und Stade verfügen über langjährige 10 Jahre VIFF-regional
Erfahrung in der Erkennung und Förderung musikalischer Im September 2017 fand in der Hochschule für Musik, Theater
Talente. In enger Abstimmung mit dem IFF wenden sich die und Medien Hannover anlässlich des zehnjährigen Bestehens
regionalen VIFF-Standorte in ihren Einzugsbereichen mit des Förderprogramms unter organisatorischer Leitung von
einem abgestimmten Förderangebot an Kinder mit besonde- Prof. Martin Brauß, Prof. Christoph Hempel und Imme Henri-
rer musikalischer Begabung. Nach eingehender Beratung von ke Wolters eine dreitägige Jubiläumsveranstaltung statt, die
Eltern und Kind und Bestehen der Aufnahmeprüfung an der mit musikalischer Arbeit und umfangreichen Angeboten zu
Musikschule können Kinder ab ca. neun Jahren in das Förder- Information, Kommunikation, Fortbildung und musikalischer
projekt VIFF-regional aufgenommen werden. Gemeinsam mit Präsentation Kinder, Eltern und Lehrkräfte gleichermaßen
allgemein bildenden Schulen, Hochschulen, Orchestern und Pri- ansprach. Für die teilnehmenden Kinder war die musikalische
vatmusiklehrern vor Ort fördern die VdM-Musikschulen jährlich Arbeit mit professionellen Musikern ein „Highlight“, und die

24
Begeisterung über die gemeinsam erarbeiteten und präsentier- Begeisterung der Kinder bei der Jubiläumsveranstaltung im
ten Ergebnisse war bei allen zu spüren. Auch die Fachvorträge September 2017 zeigte.
und Workshops zu Themen wie „Musikalische Begabung“,
„Integration der Musiklehre in den Instrumentalunterricht“ und Landesverband und die beteiligten Musikschulen haben die
andere stießen auf großes Interesse der Musikschullehrkräfte. Notwendigkeit einer Neugestaltung erkannt und diese in
ersten konzeptionellen Gesprächen diskutiert und vorbereitet.
Perspektiven für VIFF-regional Eine Arbeitsgruppe wird dazu die inhaltlichen, pädagogischen
Als Fazit des bisherigen Weges kann gelten: Das Angebot und organisatorischen Grundzüge erarbeiten. Engagement und
VIFF-regional wird von den Kindern angenommen und belegt Vernetzung der Musikschulen untereinander sollten zukünftig
in ihrer musikalischen Ausbildung einen wichtigen Platz. Die noch mehr auf inhaltliche und organisatorische Bedürfnisse
künstlerischen Anforderungen zur Aufnahme in das IFF sind abzielen und im Sinn eines möglichst flächendeckenden Qua-
jedoch sehr hoch. Nur selten findet sich unter den Schülern von litätsverbundes für die Förderung besonders begabter Kinder
VIFF-regional ein Kind oder Jugendlicher, dessen künstlerisches perspektivisch auf eine neue Basis gestellt werden.
Können begründete Hoffnung auf eine Entwicklung in Richtung Imme Henrike Wolter, Prof. Christoph Hempel, Klaus Bredl
IFF erlaubt. Die adäquate Entwicklung und Förderung einer
echten musikalischen Hochbegabung erfordert vom Schüler
(und den Eltern) enormes Engagement und Verzicht auf vieles
andere. Dies ist in vielen Familien nicht möglich oder soll den
Kindern nicht zugemutet werden. Den Begriffen „Elite“, „Hoch-
begabung“ und „Exzellenz“ stehen viele Lehrpersonen und
Eltern misstrauisch gegenüber.

Auf der anderen Seite sind dem Ausbildungsgang VIFF-regional


andere wichtige Aufgaben zugewachsen. Der Elitegedanke ist
in den Hintergrund getreten zugunsten einer Idee einer un-
terstützenden, ganzheitlichen Musikausbildung, die sich nicht
auf den Unterricht im Hauptinstrument beschränkt. Die Kinder,
die VIFF-regional besuchen, haben Freude am Unterricht und
Teilnehmer*innen der Abschlusspräsentation beim VIFF-regional Festakt
sind stolz darauf, auf diese Weise gefördert zu werden, wie die Foto: Anastasia Shvachko

25
Johannes Münter tritt die Nachfolge von Prof. Dr. Franz Riemer
an der sechs Jahre lang Präsident des Landesmusikrats gewe-
sen ist. Münter freut sich auf die bevorstehenden Aufgaben mit
dem Landesmusikrat und seiner angeschlossenen Landesmu-
sikakademie: „Ich bin zuversichtlich, die hervorragende Arbeit
des Landesmusikrats fortzusetzen und auszubauen. Insbeson-
dere werden wir die Profilierung der Landesmusikakademie, die
Verankerung der Musikalischen Bildung und den Ausbau des
vorhandenen Netzwerks der niedersächsischen Musikkultur
intensiv weiterentwickeln. Besondere Stützen der Musikszene
sind für mich natürlich die vielfältigen ehrenamtlich geführten
Ensembles, Vereine und Verbände“.

Landesmusikrat wählt Der Landesverband niedersächsischer Musikschulen gratu-


neues Präsidium liert seinem langjährigen Vorstandsmitglied und ehemaligen
Vorsitzenden Johannes Münter sehr herzlich zur Wahl in dieses
Spitzenamt der niedersächsischen Musikkultur. Der Landesver-
Johannes Münter folgt Prof. Franz Riemer als Präsident nach band ist ihm zu großem Dank verpflichtet und freut sich sehr
Die Mitgliederversammlung des Landesmusikrats Niedersach- auf die künftige Zusammenarbeit mit einem in allen Fragen der
sen hat am Samstag, den 6. Mai 2017 ein neues 10köpfiges musikalischen Bildung profunden Fachmann.
Präsidium gewählt. Neuer Präsident ist Johannes Münter. Der
62jährige ist schon seit langem eine feste Größe in der nieder- Das neugewählte Präsidium setzt sich wie folgt zusammen:
sächsischen Musiklandschaft. Der hauptamtliche Musiklehrer
ist bereits seit 2011 im Präsidium des Landesmusikrats. Darü- Präsident Johannes Münter
ber hinaus ist er der Vorsitzende des Landesverbands Nieder- Vizepräsidenten Frank Schmitz, Wolfgang Schröfel
sächsischer Musikschulen, Mitglied der Steuerungsgruppe “Wir weitere Mitglieder Friedrich Kampe, Vera Lüdeck,
machen die Musik!” beim niedersächsischen Ministerium für Cornelia Recht, Alexander Schories,
Wissenschaft und Kultur und Mitglied in der Fachkommission Bernd-Christian Schulze, Dr. Martin Weber,
HAUPTSACHE:MUSIK im niedersächsischen Kultusministerium. Silke Zieske

26
„Zur Erfüllung ihres Auftrages bedarf die Musikschule
der öffentlichen kommunalen Unterhaltsträgerschaft.
Musikschulen sind, wie das Bildungssystem insgesamt,
eine öffentliche Gemeinschaftsaufgabe, bei der auch
die Länder in der Pflicht stehen. Diese sollten sich
angemessen an Betriebskosten, überörtlichen Auf-
gaben sowie Qualifizierungsmaßnahmen beteiligen.“
Deutscher Städtetag
Die Musikschule - Hinweise und Leitlinien

27
DATEN & FAKTEN 2017

28
Träger Kommune
74 41 145.594 Schüler
2.879
Träger e.V.

1.346.057
Musikschulen
5 Lehrer
Träger gGmbH
27 Gesamtunterrichtsstunden
Kreismusikschulen
34.514 119.843
Jahreswochenstunden Fächerbelegungen

5+39181226m
75,73%
8
Instrumental-
& Vokalfächer 2,59% 5,04%
Ergänzungsfächer
Ergänzungsfächer

7,76% 25,68%
Grundfächer Grundfächer

5,84% 11,61%
Ensemblefächer Ensemblefächer

8,08% 18,80% 38,87%


F 6 7 3 76 +

sonstige sonstige Instrumental-


Unterrichtsangebote Unterrichtsangebote & Vokalfächer

28
GRUNDSCHULEN KINDERTAGESEINRICHTUNGEN
WEITERFÜHRENDE  521  13.950  745  18.671
SCHULEN  1.327  31.746  1.201  42.274 CHÖRE
 57  1.439  7  217
 227  8.849  13  493

GESAMTSCHULEN SENIORENEINRICHTUNGEN
 51  2.133  26  525
 446  17.390  25  980

GYMNASIEN MUSIKVEREINE
 104  4.590   72  1.038
 851  33.173 Kooperationen  318  972
zwischen Musikschulen
FÖRDERSCHULEN und Schulen bzw. KIRCHEN
 32  395 anderen Partnern  15  205
 68  2.647  25  972

SONST. SCHULEN SONSTIGE PARTNER


 10  54  Anzahl der Einrichtungen  Fächerbelegung  37  595
 9  359  Durchschnittl. Jahreswochenstunden  Gesamtunterrichtszeit  96  3.747

Finanzierung der Musikschulen 2017

79.105.805 € < Einnahmen


46,46% Gebühren 3,66% Landesmittel 43,92% Kommunale Zuschüsse
0,82% sonstige öffentl. Mittel 3,41% sonstige Erlöse 1,73% Unterdeckung

79.105.805 € < Ausgaben


80,20% Pädagogisches Personal 8,10% Verwaltungspersonal
10,78% Sachkosten 0,92% Rücklagen Weitere Daten & Fakten online unter www.lvnm.de/jb18

29
LANDESFÖRDERUNG

Finanzhilfe Insgesamt stand dem Landesverband im Jahr 2017 eine


Finanzhilfe des Landes in Höhe von 1.195.385,50 Euro zur Ver-
fügung (Vorjahr 1.220.644,98 Euro). Von dieser Summe wurden
Öffentliche gemeinnützige Musikschulen und die Geschäfts- 1.059.385,50 Euro (88,62 %) nach dem gültigen Verteilerschlüs-
stelle des Landesverbandes niedersächsischer Musikschulen sel an 76 anspruchsberechtigte Musikschulen verteilt (Vorjahr:
werden vom Land Niedersachsen mit einer Finanzhilfe aus 1.087.944,98 Euro):
Glücksspielabgaben gefördert. Ziel der Förderung ist es, die
Arbeit der anerkannten Musikschulen zu sichern und sie in die Der anteiligen Mittelzuweisung an die Träger niedersächsi-
Lage zu versetzen, ein flächendeckendes und qualitativ hoch- scher Musikschulen ging ein aufwändiges Prüfungsverfahren
wertiges musikpädagogisches Angebot zu sozialverträglichen der qualitativen und quantitativen Voraussetzungen der
Bedingungen zu gewährleisten. Die Mittelvergabe erfolgt auf Antrag stellenden Musikschulen und der von ihnen angemel-
der Rechtsgrundlage des § 18 des Niedersächsischen Glücks-
spielgesetzes (NGlüSpG).

Das Land Niedersachsen stellt den niedersächsischen Mu-


sikschulen zur Entwicklung und Durchführung qualifizierter
Unterrichtsangebote für die musikalische Breiten- und Spit-
zenförderung sowie für die Durchführung studien- und berufs-
vorbereitender musikalischer Ausbildungsgänge aus Konzes-
sionsabgaben lizensierter Glücksspielbetreiber eine gesetzlich
garantierte Finanzhilfe in Höhe von 1.106.000 Euro zur Verfü-
gung. Sollte der Ertrag aus den Glücksspielabgaben die im Jahr
2012 erzielte Summe überschreiten, fließt dem Landesverband
39+2361310F
deten Schüler und Stundenzahlen voraus.

1,5%
Qualifizierungs-
angebote

Verwendung der
Finanzhilfe
36%
Instrumental-
und Vokal-
fachangebote

13%
Studien-
des Landes 2017 vorbereitende
ein Anteil an den erzielten Mehreinnahmen zu. Der Landesver-
Ausbildung (SVA)
band niedersächsischer Musikschulen ist vom Land Nieder-
sachsen beauftragt, die Finanzhilfe nach Abzug eigener Verwal-
tungskosten und Kosten für die Umsetzung satzungsgemäßer
Aufgaben auf der Grundlage eines vereinbarten Verteilerschlüs-
39% 10%
Ensemble- Geschäftsstelle
sels an anspruchsberechtigte Musikschulen weiterzuleiten. fachangebote des Landesverbands

30
Die Geschäftsstelle des Landesverbandes wurde mit 120.000 Landesförderung im Vergleich (Stand 1.1.16)
Euro (10,04 %) aus der Finanzhilfe gefördert. Für Qualifizie-
rungsangebote, die sich an Lehr- und Leitungskräfte richteten, Mecklenburg-Vorpommern > 157,69
wurden 16.000 Euro (1,34 %) aus der Finanzhilfe aufgewendet. Sachsen-Anhalt > 126,95
Bayern > 77,53
Alle für die Beantragung und Vergabe der Finanzhilfe relevan- Sachsen > 74,96
ten Bestimmungen und Kriterien sind getrennt für jeden der Brandenburg > 70,33
Förderbereiche in den für das jeweilige Förderjahr gültigen Baden-Württemberg > 68,17
Fördergrundsätzen und Durchführungsvorschriften für die Rheinland-Pfalz > 50,64
Finanzhilfe verbindlich geregelt. Thüringen > 37,15
Saarland > 34,42
Alle Antragsunterlagen stehen online zur Verfügung unter Hessen > 28,54
www.musikschulen-niedersachsen.de Niedersachsen > > 19,77 € pro Musikschüler
Schleswig-Holstein > 18,84
Wir machen die Musik! Nordrhein-Westfalen > 15,29
„Wir machen die Musik!“ ist das wichtigste Angebot für
frühkindliche musikalische Bildung in Niedersachsen. Die Mecklenburg-Vorpommern > 2,12
Niedersächsische Landesregierung unterstützt das Programm Baden-Württemberg > 1,66
bereits seit neun Jahren und finanziert bis zu 50% der an den Sachsen-Anhalt > 1,41
Musikschulen anfallenden pädagogischen Personalkosten. Im Brandenburg > 1,24
Schuljahr 2017/18 werden vom Land insgesamt rund 2,3 Milli- Sachsen > 1,16
onen Euro bereitgestellt. Alle Musikschulen in Niedersachsen, Bayern > 1,08
die am Programm teilnehmen, erhalten auf Basis der zur Ver- Rheinland-Pfalz > 0,71
fügung stehenden Landesmittel ein individuelles finanzielles Thüringen > 0,49
Angebot, das auf der zahlenmäßigen Grundlage der in ihrem Hessen > 0,42
jeweiligen Einzugsgebiet lebenden Kinder im Kindergarten- Niedersachsen > > 0,35 € pro Einwohner
und Grundschulalter berechnet wird. Weitere Informationen Nordrhein-Westfalen > 0,25
entnehmen Sie bitte dem Kapitel zu „Wir machen die Musik!“ Schleswig-Holstein > 0,24
ab Seite 35. Saarland > 0,23

31
LANDESFÖRDERUNG

Hochbegabtenförderung VIFF-regional Kinder und Jugendliche zwischen drei und 18 Jahren bei deren
Im Rahmen des Programms VIFF-regional unterstützt das Stärkenentwicklung unterstützen, so dass diese eine größere
Niedersächsische Kultusministerium bereits seit 2007 an Eigenständigkeit, mehr Teamfähigkeit und insgesamt bessere
ausgewählten Musikschulstandorten die Förderung beson- Bildungschancen entwickeln.
ders begabter Kinder. Die pädagogische Arbeit erfolgt in enger
Zusammenarbeit zwischen den öffentlichen Musikschulen in In der nun beginnenden zweiten Programmphase von 2018
Oldenburg, Osnabrück, Stade, Hildesheim und Braunschweig bis 2022 können als Projektformate Kurse im Vorschulbereich
und dem Institut zur Frühförderung hochbegabter Kinder bzw. an allgemeinbildenden Schulen, Musicals, Wochenend-
Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. kurse und Musikfreizeiten gefördert werden. Bitte beachten
Hierzu stellte das Kultusministerium für das Schuljahr Sie, dass keine Anschlusszuwendungen bzw. bestehende
2017/18 über das Aktionsprogramm „Hauptsache:Musik Projekte aus der ersten Programmphase gefördert werden
Niedersachsen“ insgesamt 35.500 Euro bereit, die über den können. Wenn auch Sie vor Ort ein Kooperationsprojekt für
Landesverband niedersächsischer Musikschulen an die teil- benachteiligte Kinder oder Jugendliche mit mindestens zwei
nehmenden Musikschulen weitergeleitet wurden. weiteren lokalen Kooperationspartnern planen, können Sie
sich um eine „MusikLeben 2“-Förderung bewerben. Der An-
Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung (2018 bis 2022) –  trag enthält eine Kurzbeschreibung, in welcher das Vorhaben,
Ein Förderprogramm des BMBF „MusikLeben 2“ die Bündnispartner (mind. 2 weitere), die Zielgruppe (Alter,
Der Verband deutscher Musikschulen (VdM) ist einer von 32 Anzahl, Art der Bildungsbenachteiligung) und die Wahl des
bundesweit agierenden Verbänden und Initiativen, die einen
Zuschlag des Bundesministeriums für Bildung und For-
schung (BMBF) für das Förderprogramm „Kultur macht stark. Abschlusskonferenz „Kultur macht stark“ / Foto: VdM, Melanie Wiesen
Bündnisse für Bildung (2018-2022)“ erhalten haben. Bis 2022
können bis zu 18 Mio. Euro an Projekte, die dem VdM-Konzept
„MusikLeben 2“ entsprechen, weitergeleitet werden.

Der VdM verfolgt mit „MusikLeben 2“ das Ziel, dass sich


lokale Bündnisse für Bildung konstituieren und zielgrup-
penorientierte musikalische Bildungsmaßnahmen vor Ort
durchführen. Die Maßnahmen sollen bildungsbenachteiligte

32
Prof. Ulrich Rademacher, Sigrid Neugebauer-Schettler, Claas-Henning Dörries und Edwin Schulz bei der Abschlusskonferenz / Foto: VdM, Melanie Wiesen

Formats beschrieben werden. Zusätzlich sind eine Projekt- band!“, die Kreismusikschule Celle mit ihrer „Inklusionsrock-
kalkulation, eine Kooperationsvereinbarung, der Nachweis der band“, die Kreismusikschule Cloppenburg mit der integrativen
Zeichnungsberechtigung und der Nachweis über die Gemein- Musizier-AG und die Musikschule Seevetal mit ihrem Projekt
nützigkeit der Musikschule einzureichen. „band4school“ erhielten Ehrungen in Silber und Bronze.

Weitere Informationen: www.vdm-musikleben.de Auswahlkriterien waren Innovationskraft, Erreichung der


Zielgruppe, Vorbildcharakter, Qualität der inhaltlichen und
Abschlusskonferenz „Kultur macht stark“ - administrativen Umsetzung sowie Nachhaltigkeit. Der Lan-
Niedersächsische Musikschulen mehrfach ausgezeichnet desverband niedersächsischer Musikschulen gratuliert den
Vier niedersächsische Musikschulen wurden 2017 vom Ver- Gewinnern und allen anderen Teilnehmern am Förderpro-
band deutscher Musikschulen (VdM) für ihre herausragenden gramm „Kultur macht stark - Bündnisse für Bildung“ für ihr
Projekte auf der Abschlusskonferenz zur ersten Förderrunde erfolgreiches Engagement.
von „Kultur macht stark – Bündnisse für Bildung“ in Dortmund
ausgezeichnet. Insgesamt 15 Musikschulen, darunter vier
Einrichtungen aus Niedersachsen wurden vom VdM für ihre Weitere Informationen zur Förderung des Landesverbandes
herausragenden Projekte in verschiedenen Kategorien geehrt: niedersächsischer Musikschulen und zur Verwendung der
Die „Best-Practice-Ehrung“ in Gold erhielt die Musik- & Fördermittel finden Sie in der Onlineversion unter
Kunstschule der Stadt Osnabrück mit ihrem Projekt „Join the www.lvnm.de/jb18

33
„Mir ist wichtig, dass möglichst viele junge
Menschen jeder Herkunft an kulturellen
Angeboten teilhaben können. Dabei kommt
der Kulturvermittlung in Kita und Schule eine
besonders wichtige Rolle zu. Dem tragen wir
durch die Fortführung des landesweiten
Musikalisierungsprogramms „Wir machen
die Musik!“ Rechnung, das jährlich rund
37.000 Kinder erreicht.“
Björn Thümler
Niedersächsischer Minister
für Wissenschaft und Kultur

34
1.264
JWS*

711
Kitas
24.705
Kinder

76
Musikschulen

38.608
erreichte Kinder
465
Schulen
13.903
Kinder

in 2017
1.206
JWS* Weitere Informationen
finden Sie online unter
www.lvnm.de/jb18
*Jahreswochenstunden und www.wimadimu.de

35
WIR MACHEN DIE MUSIK!

Seit dem Start des niedersächsischen Musikalisierungs- Musikschulen als Kooperationspartner zur Seite. Ungeachtet
programms „Wir machen die Musik!“ im Schuljahr 2009/10 ihrer wirtschaftlichen, sozialen und ethnischen Herkunft sowie
wurden bis heute über 280.000 Kinder in ganz Niedersachsen ihrer körperlichen und geistigen Fähigkeiten gibt „Wir machen
durch musikalische Angebote in Kindertageseinrichtungen und die Musik!“ Kindern die Chance, frühzeitig mit Gesang, Musik
Grundschulen erreicht. Vor allem die öffentlichen Musikschu- und Tanz in Berührung zu kommen. Die positive Wirkung von
len haben den Auftrag einer breit angelegten Musikalisierung Musik und Tanz auf die Persönlichkeitsentwicklung, die Förde-
angenommen und sorgen für eine optimale Umsetzung der rung sozialer Kompetenzen, ein wertschätzendes Miteinander
Programmziele. und die frühe Heranführung an Kultur machen „Wir machen die
Musik!“ zu einem unersetzlichen Baustein der frühkindlichen

F 15 7 14 + 27
„Wir machen die Musik!“ ist das wichtigste Angebot für früh- musikalische Bildung in Niedersachsen. Daher unterstützt die
kindliche musikalische Bildung in Niedersachsen. Im laufenden Landesregierung das Programm bereits seit neun Jahren und
Schuljahr 2017/18 beteiligen sich 76 Musikschulen an dem Pro- finanziert bis zu 50% der an den Musikschulen anfallenden
gramm und erreichen in mehr als 1.100 Kooperationsprojekten pädagogischen Personalkosten. Im Schuljahr 2017/18 werden
rund 38.500 Kinder im Alter zwischen null und zehn Jahren. 711 vom Land insgesamt rund 2,3 Millionen Euro bereitgestellt.

37
Kindertageseinrichtungen und 465 Grundschulen stehen den
15,1% 37,2%
Schuljahr 2015/16 2016/17 2017/18 Elternbeiträge Landesmittel

Teilnehmende Musikschulen 78 78 76

Teilnehmende Kitas 680 693 711

Teilnehmende Schulen 472 455 465


7,2% Programm-
Anzahl der Jahreswochenstunden 2.460 2.435 2.470
Drittmittel finanzierung
davon in Kitas 1.216 1.224 1.264 Kooperationsprojekte

davon in Schulen 1.244 1.211 1.206

Anzahl der erreichten Kinder 37.735 36.524 38.608

davon in Kitas 22.713 22.637 24.705 13,3% 27,1%


Eigenmittel der Eigenmittel
davon in Schulen 15.066 13.887 13.903
Kooperationspartner der Musikschulen

36
Verlässliche und kompetente Partnerschaften sind die Grund-
lage für eine solide und nachhaltige kulturelle Bildung und bei
„Wir machen die Musik!“ ein entscheidender Faktor für den
Erfolg des Programms. Dabei sind alle Kooperationsprojekte
individuell gestaltet und orientieren sich an den Voraussetzun-
gen und Bedürfnissen der beteiligten Einrichtungen. Inhaltliche
und organisatorische Fördervoraussetzungen garantieren die
Qualität der musikalischen Angebote. Der Programmerfolg
basiert vor allem auf der flächendeckenden Infrastruktur der
öffentlichen Musikschulen und der Fachkompetenz seiner
Lehrkräfte. Diese arbeiten in den Kooperationen in Kita und
Grundschule Hand in Hand mit den pädagogischen Fachkräften
zusammen. „Wir machen die Musik!“ bereichert und ergänzt
das Bildungskonzept in Kitas und Grundschulen und stärkt
gleichzeitig die musikpädagogischen Kompetenzen der pädago-
gischen Fachkräfte.

Die Fördermittelvergabe erfolgt mittels eines einfachen und Der Landesverband niedersächsischer Musikschulen ist für die
einmaligen Antrags- und Zuwendungsverfahrens: Alle Musik- Abwicklung des gesamten Projektes verantwortlich. Er steht
schulen in Niedersachsen, die am Programm teilnehmen, er- allen am Programm teilnehmenden Musikschulen als An-
halten auf Basis der zur Verfügung stehenden Landesmittel ein sprechpartner für inhaltliche und organisatorische Fragen zur
individuelles finanzielles Angebot, das auf der zahlenmäßigen Verfügung. Zu den Aufgaben des Landesverbandes gehören die
Grundlage der in ihrem jeweiligen Einzugsgebiet lebenden Kin- Überprüfung der Fördervoraussetzungen, die Weiterleitung der
der im Kindergarten- und Grundschulalter berechnet wird. Das Fördermittel, die Kontrolle der Mittelverwendung und die Qua-
über eine Internetplattform organisierte Verfahren gewährleis- litätsentwicklung des Programms. Darüber hinaus die Konzep-
tet hohe Verteilungsgerechtigkeit bei gleichzeitiger maximaler tion und Durchführung von Weiterbildungsangeboten, Presse-
Flexibilität und größtmöglicher Planungssicherheit. und Öffentlichkeitsarbeit sowie das Programmmarketing.

37
WIR MACHEN DIE MUSIK!

Entwicklungsplan
Im Schuljahr 2015/16 wurde „Wir machen die Musik!“ im
Auftrag des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft
und Kultur (MWK) von einer externen Agentur evaluiert. Anfang
2016 wurde der Evaluationsbericht veröffentlicht. Aufgrund der
insgesamt sehr positiven Ergebnisse und der grundsätzlichen
Bedeutung des Musikalisierungsprogramms für die musika-
lisch-kulturelle Bildung hat die niedersächsische Landesregie-
rung Ende 2016 beschlossen, das Musikalisierungsprogramm
finanziell aufzustocken und um weitere fünf Jahre zu verlän-
gern - zunächst also bis zum Schuljahr 2020/21.

Basierend auf den Empfehlungen der Programmevaluation


hat der Landesverband in Abstimmung mit dem MWK einen
Entwicklungsplan konzipiert, der sowohl eine Verbesserung der
Programmqualität als auch eine Steigerung der Programmak-
zeptanz bei den Musikschulträgern und deren Kooperations-
partnern zum Ziel hat. In dem Papier sind unter den Rubriken programmrelevanten Themen, das Ausrichten von Fachtagen
„Qualitätsentwicklung“, „Marketing/Öffentlichkeitsarbeit“ und sowie regelmäßige Umfragen. Zu unterschiedlichen Themen-
„Regionale Entwicklungsplanung“ unterschiedliche Entwick- feldern wie z.B. Qualitätsentwicklung und Öffentlichkeitsarbeit
lungsziele und entsprechende Maßnahmen formuliert. Dabei gewährleisten diese eine kontinuierliche Optimierung des
wurden sowohl konkrete Anregungen des Evaluationsberichts Musikalisierungsprogramms. Darüber hinaus wird ein zielgrup-
aufgegriffen, als auch die Wünsche des Landes und Vorschläge penorientiertes Marketing- und Kommunikationskonzept ent-
der teilnehmenden Musikschulen berücksichtigt. wickelt, um wimadimu als Dachmarke für erstklassige musika-
lisch-kulturelle Bildungsangebote niedersachsenweit bekannt
Die Maßnahmen zur strategischen Profilentwicklung des zu machen. Besondere Aufmerksamkeit soll eine verstärkte
Programms wurden bei der Mitgliederversammlung 2017 in sozialräumliche Orientierung des Programms erhalten, um der
Lüneburg vorgestellt und fanden dort große Zustimmung. zunehmenden kulturellen Diversität in unserer Gesellschaft zu
Dazu zählen u.a. der Ausbau des Fortbildungsangebots zu begegnen.

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Öffentlichkeitsarbeit Fachtag „Kita-Alltag mit Musik“
2015 wurde „Wir machen die Musik!“ im Rahmen einer vom Rauskommen, austauschen, Neues lernen – unter diesem Mot-
Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur to stand der Fachtag „Kita-Alltag mit Musik“, der im Rahmen
in Auftrag gegebenen Evaluation eine sehr unterschiedlich von „Wir machen die Musik“ am 30. Mai 2017 in der Hochschule
ausgeprägte Wahrnehmung bei den Eltern, in der Öffentlichkeit für Musik, Theater und Medien Hannover (HMTMH) stattfand.
und sogar innerhalb der Mitarbeiter*innen der Kooperations- 127 Musikschullehrkräfte der Elementaren Musikpädagogik
partner attestiert. Um diesem Zustand entgegenzuwirken, hat (EMP), EMP-Student*innen und Erzieher*innen aus ganz Nie-
der Landesverband ein zielgruppenorientiertes Marketing-Kon- dersachsen, Hamburg, Berlin und Bremen folgten der Einladung
zept entwickelt, das „Wir machen die Musik!“ flächendeckend des Landesverbandes niedersächsischer Musikschulen, der
als Dachmarke für musikalische Kooperationsangebote in diese Veranstaltung in Kooperation mit der HMTMH erstmalig
Niedersachsen etablieren soll. 2017 wurde schließlich mit der durchführte. Das vielseitige Vortrags- und Workshopprogramm
Umsetzung des Konzeptes begonnen. Mitte des Jahres wurde thematisierte pädagogische und bildungspolitische Herausfor-
eine neue Internetseite für „Wir machen die Musik!“ ins Netz derungen in Hinblick auf die Musikförderung im frühkindlichen
gestellt. Klar und zielgruppenorientiert strukturiert und mit Alter und bot reichlich Gelegenheit für fachlichen Austausch
einer übersichtlichen Navigation erhalten Eltern, Partner und und Weiterbildung.
Musikschulen programmrelevante Informationen und werden
regelmäßig über den eingebetteten Blog mit aktuellen Meldun- Workshopteilnehmerinnen beim wimadimu-Fachtag / Foto: Lars Kaempf
gen, wissenswerten Artikeln und Videos versorgt.

www.wimadimu.de

In kurzen Videoportraits der an „Wir machen die Musik!“
teilnehmenden Musikschulen und ihrer Kooperationspartner
wird die Arbeit der Musikschulen einer breiteren Öffentlichkeit
vorgestellt und für das Musikalisierungsprogramm geworben.
Darüber hinaus sorgen regelmäßige Posts mit Informationen
aus dem Kosmos von „Wir machen die Musik!“ und anderen
themenrelevanten Feldern in sozialen Netzwerken wie Facebook
und Twitter für eine regelmäßige Präsenz in der digitalen Welt.

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QUALIFIZIERUNG

Fortbildungen 2017 MuBiKi


Das Fortbildungsprogramm 2017 des Landesverbandes nie- Musikalisch-kulturelle Bildung in der Kita
dersächsischer Musikschulen bot in einer neuen zeitgemäßem Der Landesverband niedersächsischer Musikschulen bot im
Designsprache rund 30 Fortbildungsveranstaltungen zu folgen- Zeitraum 2015 bis 2017 zwei berufsbegleitende Lehrgänge für
den Themen: Instrumental- und Vokalpädagogik, Elementare Kunst- und Kulturschaffende und musikalisch interessierte
Musikpädagogik, Gruppen- und Klassenunterricht, (Selbst-) pädagogische Fachkräfte an. Sie erwarben hier grundlegende
Management sowie Musikgeragogik. Rund 200 Fachlehrkräfte Qualifikationen für die musikalische Bildungsarbeit und kind-
an Musikschulen, Führungs- und Verwaltungskräfte sowie gerechte Vermittlungsformen von Musik für 3- bis 6-jährige
Musiklehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen, Erzieher*in- Kinder in Kitas und hatten somit die Möglichkeit, ihr Berufsfeld
nen und weitere Fachkräfte der musikalischen Bildung nutzten zu erweitern. Dieses Vorhaben wurde mit Mitteln des Bun-
das praxisnahe und zukunftsorientierte Angebot, um sich desministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.
fachlich und persönlich weiter zu entwickeln. Insbesondere „MuBiKi“ war ein Verbundvorhaben des Landesverbandes
das Schwerpunktthema „Vielfalt und Inklusion“, das vielerorts niedersächsischer Musikschulen und der Carl von Ossietzky
bedarfsorientiert angeboten wurde, fand großen Zuspruch und Universität Oldenburg.
wird 2018 fortgesetzt.
Die Besonderheit der Lehrgänge bestand darin, dass eine
heterogene Teilnehmergruppe bestehend aus Kunst- und
Kulturschaffenden sowie Erzieherinnen und Erziehern mit un-
terschiedlichen Fachkompetenzen gemeinsam geschult wurde.
Die Bildung von Lerntandems ermöglichte den kontinuierlichen
wechselseitigen Erfahrungsaustausch und Kompetenzerwerb
der Teilnehmenden. Die Lehrinhalte berücksichtigten z.B.
folgende Bereiche: Pädagogik der frühen Kindheit, Elementare
musikalische Bildung, Situative Musikvermittlung, Beobachtung
und pädagogische Reflektion, Zugangsformen von Kindern zur
Musik und Musikpraxis. Pro Standort umfasste die Weiterbil-
dung 160 Unterrichtseinheiten (á 45 Minuten) und war in neun

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MUBIKI-Teilnehmer*innen in der Landesmusikakademie Wolfenbüttel
Module gegliedert. Zwischen den Modulen gab es Phasen des Foto: Niklas Perk
Selbstlernens, die durch entsprechende Aufgabenstellungen
vorbereitet und ausgewertet wurden.

Rund 30 Teilnehmende absolvierten die Abschlussprüfung von


Lernen in heterogenen Gruppen
„MuBiKi“ in Wolfenbüttel und Meppen Anfang des Jahres mit
großem Erfolg. Der erfolgreiche Abschluss des Lehrgangs qua-
EXPERTEN
lifiziert sie nun als Fachkraft für musikalisch-kulturelle Bildung
in Kitas.

MUSIK PÄDAGOGIK
Auf der Transferkonferenz am 15. März in Berlin präsentierte Musiker ErzieherInnen
sich „MuBiKi“ als eines von vierzehn Projekten, die im Schwer-
punkt „Weiterbildung für Kunst- und Kulturschaffende“ vom
Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wur- NOVIZEN
den. In Keynotes, einer Podiumsdiskussion und einer Projekt-
messe konnten sich Experten, Transfernehmer und Interessier-
te über die verschiedenen Weiterbildungskonzepte informieren
und austauschen.

TANDEMS
Zum Abschluss von „MuBiKi“ kamen die Teilnehmenden beider Musiker + ErzieherInnen
Lehrgangsgruppen im August 2017 am Institut für Musik der Novizen + Experten

Hochschule Osnabrück zusammen, um ihre bis dahin gewon-


nenen Praxiserfahrungen gemeinsam zu reflektieren sowie
musikalische Ideen und Projekte auszutauschen.

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ÖFFENTLICHE MUSIKSCHULEN

Ziele, Auftrag, Qualität, Kommune wesentliche Verantwortung übernimmt. Die öffent-


liche Trägerschaft gewährleistet, dass der Betrieb der Musik-
Angebot & Finanzierung schulen verlässlich nach den Grundsätzen der Gemeinwohlori-
entierung und Transparenz, der ungehinderten Zugänglichkeit
sowie in der erforderlichen Breite und Qualität des Angebots
AUFTRAG erfolgen kann.
Öffentliche Musikschulen im Verband deutscher Musikschulen
(VdM) sind Bildungseinrichtungen für Kinder, Jugendliche und QUALITÄT
Erwachsene. Sie sind kommunal verantwortete Einrichtungen Öffentliche Musikschulen erfüllen ihren Bildungsauftrag auf der
mit bildungs-, kultur-, jugend- und sozialpolitischen Aufgaben. Grundlage eines gesicherten curricularen Konzepts und auf der
Sie legen mit qualifiziertem Fachunterricht die Grundlage für eine Basis qualitätsorientierter Richtlinien des VdM. Zu den hohen
lebenslange Beschäftigung mit Musik. Sie eröffnen ihren Schü- Anforderungen gehören die gemeinnützige öffentliche Träger-
lerinnen und Schülern jeden Alters Möglichkeiten zum qualität- schaft, der verbindliche Aufbau nach dem VdM-Strukturplan,
vollen gemeinschaftlichen Musizieren in der Musikschule, in der der Unterricht nach VdM-Lehrplänen sowie die musikpädago-
allgemein bildenden Schule, in der Familie oder in den vielfältigen gische Qualifikation von Lehrkräften und Schulleitungen. Viele
Formen des Laienmusizierens. Besonders begabte Schüler*in- Musikschulen verfügen darüber hinaus über ein integriertes
nen erhalten eine spezielle Förderung, die auch die Vorbereitung Qualitätsmanagement.
auf ein musikalisches Berufsstudium umfassen kann.
FÄCHERANGEBOT
Dem Landesverband niedersächsischer Musikschulen gehören Ein umfangreiches Fächerangebot reicht von der musikalischen
74 öffentliche gemeinnützige Musikschulen an. Rund 2.900 Grundbildung über die Breitenarbeit und die Begabtenförde-
Fachlehrkräfte unterrichten kontinuierlich mehr als 150.000 rung bis hin zur Vorbereitung auf ein Musikstudium. Angebote
Schüler*innen bei ca. 120.000 Fächerbelegungen in wöchent- der Elementaren Musikpädagogik bilden die Grundlage für den
lich rund 35.000 Unterrichtsstunden flächendeckend an über weiterführenden Unterricht in den Instrumental- und Vokal-
650 Standorten in Niedersachsen. fächern in allen Leistungsstufen. Ensemblefächer laden zum
gemeinsamen Musizieren ein und sind ebenso wie ergänzende
TRÄGERSCHAFT Fachangebote integraler Bestandteil eines in sich schlüssigen
Träger einer Musikschule ist entweder eine Kommune oder Bildungsangebots.
eine gemeinnützige privatrechtliche Einrichtung, in der die

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KOOPERATIONEN
Zahlreiche Kooperationen mit weiteren kommunalen Bildungs-
trägern und Einrichtungen wie z.B. Kindertagesstätten, Schulen,
Jugendzentren, Musikvereinen sowie Kirchen sind sichtbares
Zeichen eines modernen und offenen Selbstverständnisses
und unterstreichen die Verantwortung öffentlicher Musikschu-
len als Netzwerkpartner in der kommunalen Bildungsland-
schaft. Breite Teile der Bevölkerung erhalten so die Chance, an
den Angeboten der Musikschulen teilzuhaben und Musik für
sich zu entdecken.

VERANSTALTUNGEN
Schüler- und Orchesterkonzerte, Bandauftritte, Projekte, Musik-
freizeiten und musikalische Umrahmungen kommunaler oder
privater Veranstaltungen sind Teil des pädagogischen Auftrags
und prägen das individuelle Erscheinungsbild einer öffentli-
chen Musikschule. Sie ermöglichen kulturelle Teilhabe für viele
Menschen und sorgen für ein vitales und buntes Musikleben in
den Kommunen.

FINANZIERUNG
Die Finanzierung von Musikschulen ist eine öffentliche Aufga-
be. Maßgebliche finanzielle Verantwortung für den Betrieb der
Einrichtungen tragen die Kommunen. Fördermittel des Landes
stellen eine weitere wichtige Finanzierungssäule dar. Über die
Hälfte ihres Finanzbedarfs erwirtschaften die Musikschulen
jedoch selbst durch Einnahmen aus Unterrichtsgebühren und
Spenden. Sie zählen damit zu den öffentlichen Kultur- und
Bildungseinrichtungen mit dem höchsten Kostendeckungsgrad.

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AUS DEN MUSIKSCHULEN

Kreismusikschule Bildungszentrum
Goslar e.V. Landkreis Wolfen-
büttel - Musikschule
In Goslar macht das
„Drehtürmodell“ Schule Die Beteiligung an der Ausrichtung
Im Jahr 2017 konnte die zweite Grund- des 4. Regionalen Musikfestes 2017
schule im Landkreis Goslar gewonnen in Wolfenbüttel war ein Höhepunkt
werden, die sich auf das in Nieder- in der über fünfzigjährigen Geschich-
sachsen noch wenig etablierte Modell te der Musikschule des Landkreises
einlässt. Die Grundschule Jürgenohl in Wolfenbüttel. Das Fest wird seit 2011
Goslar ist bereits seit drei Jahren Part- im zweijährigen Rhythmus von der Kon-
ner der Kreismusikschule für das „Dreh- taktstelle Musik Region Braunschweig
türmodell“ am Vormittag. Seit Herbst an wechselnden Orten in der Musik-
2017 haben nun auch die Schüler*innen schulregion veranstaltet. Der jeweiligen
Gitarrenlehrer Ke Wang mit Gitarrengruppe
der Gerhart-Hauptmann Schule in im „Drehtür-Modell“ an der Gerhart-Haupt- örtlichen Musikschule kommt in diesem
mann-Schule Bad Harzburg. / Foto: Ke Wang
Bad Harzburg die Möglichkeit parallel Zusammenhang eine wichtige Rolle
zum regulären Schulstundenplan am als organisatorischer und inhaltlicher
Instrumentalunterricht teilzunehmen. Zeitmanagement von Instrumentalkräf- Unterstützer zu. Für Wolfenbüttel galt
60 kleine Gitarristen, Schlagzeuger, ten und Eltern integrieren und motiviert das gleich doppelt, da die Musikschule
Geiger, Pianisten und Flötisten und durch die Neueinrichtung von Gruppen- auch Zentrale der Kontaktstelle Musik
andere Nachwuchs-Instrumentalisten unterrichtsangeboten viele Schülerinnen im Landkreis ist. Bei strahlend schönem
gehen dafür durch die sprichwörtliche und Schüler, ein Instrument zu erlernen. Wetter boten am 18. Juni 3.000 aktive
„Drehtür“ vom Klassenraum in den Katharina Busmann Musiker in 180 Ensembles den mehr als
eigens dafür eingerichteten Musik- 10.000 Besuchern aus der Region ein
schulraum in der Grundschule. Trotz des stilistisch vielfältiges Programm. Die
relativ hohen Organisationsaufwands Musikschule war mit Ensembles wie
lässt sich das Drehtürmodell gut in das dem Chor und dem Blockflötenorchester,

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Teilnehmer*innen und Lehrkräfte des Projektes „Mein Wunschinstrument“ – Teilnehmer des „ROCKI“ Projektes / Foto: Musikschule an der Oste e.V.
Instrumentenkarussell für Erwachsene an der Kreismusikschule Leer
Foto: Kreismusikschule Leer, Landkreis Leer

mit Bläser- und Streichergruppen, Gi-


tarristen und Klaviersolisten vertreten.
Kreismusikschule Musikschule an
Partner der Musikschule aus Bläser- Leer der Oste e.V.
und Orchesterklassen waren ebenfalls
aktiv. Einen Film und weitere Dokumen-
tationen zum Musikfest gibt es auf der Einen bemerkenswerten Start verzeich- In Kooperation mit der VHS-Land-
Webseite der Musikschule. nete das neue Projekt „Mein Wun- kreis-Cuxhaven und unterstützt mit
Martin Bujara schinstrument“: In einer Art Instrumen- Mitteln des Bundesministeriums für
tenkarussell für Erwachsene konnten Bildung und Forschung konnte durch die
die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Musikschule ein sechswöchiges „Musi-
reihum in Kleingruppen die Instrumente kalisierungsprogramm“ für Menschen
Klavier, Violine, Gitarre und Saxophon mit Fluchterfahrungen angeboten wer-
erkunden. Mit dem neuen Angebot traf den. Unter dem Motto „ROCKI“ erhielten
Projektleiterin Ioana Cadar-Freisinger die jungen Menschen täglich 90 Minuten
wohl den richtigen „Nerv“ der Bevölke- gemeinsamen Musikunterricht. Der
rung. Aufgrund der großen Nachfrage hörbare Spaß an diesem Projekt und der
wird das Projekt nun im Jahr 2018 Erfolg beim Einstudieren verschiedener
weitergeführt und aus dem durch das Songs konnte bei einem gemeinsamen
Projekt neu gewonnenen Schülerpool Auftritt zum Ende des Projektes beein-
ein „Chaos-Orchester“ gebildet werden. druckend unter Beweis gestellt werden.
4. Regionales Musikfest in Wolfenbüttel im Barock-
garten der Musikschule / Foto: Kontaktstelle Musik Heinz Gassenmeier Wolfgang Haack
Region Braunschweig, Thomas Blume

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AUS DEN MUSIKSCHULEN

Kreismusikschulen Bei den beiden Debutkonzerten im


vergangen Jahr wurden u.a. Werke von
Solisten auf die Bühne zu bringen. So
wird ein Kontrabasskonzert von Capuzzi
Cloppenburg und Fauré, Khachaturian und Marcello auf- und ein Concertino für Schlagwerk von

Vechta geführt und vor vollem Haus von einem


begeisterten Publikum mit großem
Rosenstengel mit ins Programm ge-
nommen. Die Solisten sind Schüler*in-
Applaus belohnt. nen der Kreismusikschulen.
JUSOM - Jugendsymphonieorchester
Oldenburger Münsterland Die Probephasen für die Konzerte im Das Projektvolumen von rund 15.000€
Die Kreismusikschulen Cloppenburg und März 2018 sind bereits erfolgreich pro Jahr wird durch Spenden und Förde-
Vechta haben 2017 ein gemeinsames angelaufen. Die Verantwortlichen rungen sowie nicht monetäre Eigenleis-
Jugendsymphonieorchester gegründet. streben neben bekannten Werken wie tungen aufgebracht. Eine langfristige
Hierdurch wird gewährleistet, dass auch der L‘Arlesienne Suite von Bizet, Lord of Fortführung ist aufgrund der Struktur,
in der ländlichen Region Jugendliche die the Rings, The Magnificent Seven und der Förderung und dem Interesse aller
Möglichkeit haben klassische Musik in „Ein  Amerikaner in Paris“ von George Beteiligten gegeben.
dieser wunderbaren Form selbst zu ge- Gershwin, unbekanntere Werke mit Michael Gudenkauf/Fritze Winnacker
stalten. Das Jugendsymphonieorchester
Oldenburger Münsterland, kurz JUSOM,
besteht aus rund 45 Schülerinnen und
Schülern beider Kreismusikschulen und
wird ergänzt um etwa 12 Profimusiker,
die meist auch Lehrkräfte der Musik-
schulen sind. Durch diese effektive
und intensive Zusammenarbeit zweier
Kreismusikschulen wird das Vorurteil
widerlegt, dass im ländlichen Raum zu
wenig Kulturangebote für Schüler und
Konzerthörer in diesem Bereich vorge-
halten werden kann.
Jugendsymphonieorchester Oldenburger Münsterland - JUSOM / Foto: Elvira Labeth

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Musikschule Bad Mal nicht den Reformator Martin Luther,
sondern seinen Freund Philipp Melanch-
der Leitung der Kantorin Young-Keum
Chung und der Organistin und Musik-
Pyrmont e.V. thon von den Geschehnissen vor 500 schuldozentin Beatrice Cirkel einstudiert
Jahren berichten lässt. Die Idee und Mu- hatte. Begleitet wurde „Mein Freund
sik zu dem 45 minütigen Kirchen-Mu- Luther“ von Sinfonie-Orchester mit
„Mein Freund Luther“ – siktheater stammt von Musikschuldi- Schülerinnen, Schülern, Dozentinnen und
Uraufführung des Singspiel-Musicals rektor Arndt Jubal Mehring, das Libretto Dozenten der Musikschule Bad Pyrmont.
Zum Jubiläum „500 Jahre Reformation“ von Jörg Schade. In der Produktion der
hatte sich die Musikschule Bad Pyrmont Musikschule sang der Detmolder Sänger Die sechs Aufführungen in allen Kirchen
in Zusammenarbeit mit den ev.-luth. Wolfgang von der Burg die Rolle des Me- der Gemeinden sorgten für volle Kirchen.
Kirchengemeinden in Bad Pyrmont, in lanchthon, während weitere Sprechrollen Fast 2000 Zuschauer waren von den
Aerzen sowie in Groß Berkel etwas ganz mit Kindern besetzt waren. Dazu sang Aufführungen begeistert. „Mein Freund
Besonderes ausgedacht: Die Urauf- ein inklusiver Projektkinderchor, der Luther“ ist mittlerweile auch auf DVD
führung des Singspiel-Musicals „Mein zusammen mit den Schulchören aus erschienen.
Freund Luther“, das zudem zum ersten Baarsen und Aerzen das Werk unter Arndt Jubal Mehring

Singspiel-Musical „Mein Freund Luther“ / Foto: Musikschule Bad Pyrmont e.V., Thorsten Steinmetz

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Musische Akademie Das German Brass Festivals verfolgt ein
künstlerisch-pädagogisches Konzept,
Emden e.V. das die Leitung der Musischen Akademie
Emden zusammen mit den Musikern
von German Brass erarbeitet hat. Der
3. German Brass Festival an der Nordsee Leitgedanke des Konzepts lautet „Von beste Bläserklasse der Welt!“ In den fünf
Bereits zum dritten Mal hat die Musi- der Breite in die Spitze“. Musikschulen Festival-Tagen lockte auch ein großes
sche Akademie Emden zusammen mit arbeiten seit Jahren daran, über Musi- Abendkonzert mit German Brass und
Deutschlands Top-Formation aus dem kalisierungsprogramme möglichst viele ein weiteres Konzert, das der Tubist
Bereich der Brass-Musik das „German Kinder in Schulen und Kindertagesstät- Andreas Martin Hofmeir gemeinsam mit
Brass Festival an der Nordsee“ veran- ten zu erreichen. An erster Stelle im der Organistin Barbara Schmelz gab, das
staltet. Durch die Zusammenarbeit mit Programm des German Brass Festivals Publikum in die Martin-Luther-Kirche
den Musikern von German Brass, die standen daher auch 2017 wieder zwei in Emden. Den besonderen Abschluss
2016 mit dem ECHO Klassik ausgezeich- Kinderkonzerte, in denen die Kinder, die bildete das Konzert der Teilnehmerinnen
net wurden, ist es möglich, Konzerte von im Klassenmusizieren und in den Blä- und Teilnehmer aus den Workshops und
internationalem Niveau und Unter- serklassen musizieren, erleben konnten, dem Meisterkurs, die während des Festi-
richtsangebote in Form von Workshops wie ihre Instrumente klingen, wenn sie vals angeboten wurden. Wer die Chance
und Meisterkursen mit herausragen- von hervorragenden Musikern gespielt nutzen wollte, einmal Unterricht bei den
den Instrumentalisten und erfahrenen werden. Beide Kinderkonzerte wurden Blechblas-Größen wie Wolfgang Gaag
Hochschullehrern nach Emden und in durch Sponsoren finanziert, waren daher und Uwe Köller zu bekommen, konnte
die Region Ostfriesland zu holen. Als kostenlos und wurden von den Schulen aus verschiedenen Workshop-Ange-
besonderen Gast brachte German Brass begeistert auf- und angenommen. Zum boten und einem Meisterkurs wählen.
den Tubisten Andreas-Martin Hofmeir Kinderkonzert in Emden kamen 1000 Die Unterrichtsangebote richteten sich
mit, der neben einer Professur für Tuba begeisterte Grundschülerinnen und sowohl an Einzelteilnehmende als auch
an der Hochschule in Salzburg und seiner Grundschüler in die Martin-Luther-Kir- an bestehende Ensembles und wurden
Konzerttätigkeit im In- und Ausland che. In der Ludgeri-Kirche in Norden von zahlreichen Profi-Musikern, Musik-
mittlerweile in ganz Deutschland auch waren es 600 Kinder. Kommentar von studenten und ambitionierten Amateu-
durch sein Musik-Kabarett Programm Philipp, 10 Jahre, zu den Musikern von ren besucht.
„Kein Aufwand“ bekannt ist. German Brass: „Ich glaube, ihr seid die Tobias Kokkelink

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Teilnehmer*innen des German Brass Workshops
Foto: Frank Gieselmann

Musikschule für
den Landkreis
Oldenburg gGmbH Marcel, Klaas und „The Blue Lights“ bei „The Voice Kids“ / Foto: SAT.1, André Kowalski

Zwei Wildeshauser Musikschüler Auftritt beim Bremer Schulrockfestival Arthur. Auch der Rest der Kidsband „The
bei der TV-Show „The Voice Kids“ ungeahnte Folgen. Während Marcel sich Blue Lights“ durfte zu einer spontanen
Die Musikschule des Landkreises Olden- schon überlegte, an den Castings zur Zugabe noch auf die Fernsehbühne
burg freut sich über den Erfolg von zwei Show teilzunehmen, kam nach dem Auf- kommen. Heavy Metal Klaas, nun sein
Schülern. Musikschullehrer Thomas Mi- tritt, der zum Teil im Netz zu sehen war, „offizieller“ Spitzname ist im Team
lowski hat die beiden Talente während ein Casting-Scout auf Klaas zu. Auch Mark Forster, Marcel wird nun von Max
seiner Schulkooperation mit der Wall- Marcel gefiel diesem und so wurden die Giesinger betreut. Ab Mitte März wird
schule in Wildeshausen kennen gelernt beiden Ende letzten Jahres zum ersten die nächste Runde mit Beteiligung von
und betreut die beiden seit der 2. Klasse. Casting nach Hamburg eingeladen, dem Klaas und Marcel ausgestrahlt, die so-
Die Begabung der beiden und noch zwei ein Zweites in Berlin folgte. Auch bei genannten Battles. Die Musikschule ist
anderer Schüler aus dieser Grundschul- den ersten Fernsehaufzeichnungen stolz auf ihre Talente und drückt ihnen
arbeit führte zu der Überlegung, eine schlugen sich die beiden bestens und die Daumen für die nächsten Shows von
Kidsband zu gründen. Zum Startzeit- haben die sogenannten „Blind Audi- „The Voice Kids“.
punkt waren die vier plus zwei Schlag- tions“ gemeistert (noch zu sehen auf Thomas Milowski
zeuger gerade mal 9 bis 10 Jahre alt. der Webseite von SAT1). Klaas (11) sang
Nach eineinhalb Jahren wöchentlicher „Enter Sandman“ von Metallica, Marcel
Probearbeit hatte gleich der erste große (12) „Say You Won´t Let Go“ von James

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IMPRESSUM

Landesverband niedersächsischer
Musikschulen e. V.
Arnswaldtstraße 28
30159 Hannover

Telefon Fotonachweise
+49.511.159 19 Jana Mai (Titelfoto, S. 2, 4, 12/13, 15, 23, 37, 38, 43, 51)
Telefax Deutscher Bundestag (S. 3)
+49.511.159 01 Sigrid Neugebauer-Schettler (S. 5)
Landesverband niedersächsischer Musikschulen (S. 10, 21, 24)
E-Mail Felix Burchardt (S. 6/7, 9, 11, 16, 17, 19, 27 , 34)
info@musikschulen-niedersachsen.de Janko Woltersmann (S. 22)
Kris Finn (S. 24)
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Klaus Bredl (Geschäftsführer) Druckfehler, Irrtümer und Änderungen vorbehalten.

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